Autor Thema: FÜR JEDEN NEUEN TAG  (Gelesen 54950 mal)

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Re: FÜR JEDEN NEUEN TAG
« Antwort #36 am: 28. März 2012, 21:18:31 »
Danke, liebe Gine, für das sehr schöne Gedicht. Ich mag den Regen! Ich mag den Regentropfen, denn in ihm ist Wahrheit -

Ich wünsche Dir Gesundhdeit und Gottes Segen.

Herzliche Grüße, Amos :)
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Re: FÜR JEDEN NEUEN TAG
« Antwort #37 am: 28. März 2012, 21:44:41 »
SICH TRAUEN


Man lernt das Matrosenleben
nicht durch Übungen in einer Pfütze.

Franz Kafka


Gott, laß uns entdecken,
wo der Grund unserer Angst liegt -
aufzubrechen und etwas Neues zu wagen,
zu sagen, was an der Zeit ist,
mit dem zu beginnen,
wovon wir längst wissen: Wir wollen es tun,
zu lieben auch ohne Netz und doppelten Boden.
Du mußt uns anrühren, Gott,
damit uns die Augen aufgehen für die Fülle des Lebens.
Du mußt uns anreden und Mut machen,
damit wir uns trauen, unserer Sehnsucht zu folgen
nach einem Menschen wie Jesus, verborgen in uns.

                               ***


Nur das Schwierige reizt mich. Wahrscheinlich ist es das,
was die Leute an mir für verrückt halten. Diese Leute, die es
so mit der Wirklichkeit haben. Sie tun so, als ob das ein
sicheres Ufer wäre, von dem man sich nur ja nicht entfernen
darf, sonst ersäuft man. Aber man muß sich doch mal ins
Wasser trauen oder ins Feuer. Und die Angst, die muß man
überwinden. Wenn die Leute wüßten, wie es manchmal in
mir ausschaut! Ich will eigentlich immer weg vom sicheren
Ufer, ich möchte alles ausprobieren. Die Wirklichkeit ist kein
Maßstab für mich, ich halte mich lieber an meinen inneren
Traum.


                                      ***


Niemand soll dich wegen deiner Jugend geringschätzen.
Sei den Gläubigen ein Vorbild in deinen Worten, in deinem
Lebenswandel, in der Liebe, im Glauben, in der Lauterkeit.
Lies ihnen eifrig aus der Schrift vor, ermahne und belehre
sie, bis ich komme. Vernachlässige die Gnade nicht, die in
dir ist und die dir verliehen wurde, als dir die Ältesten auf-
grund prophetischer Worte gemeinsam die Hände auf-
legten. Dafür sollst du sorgen, darin sollst du leben, damit
allen deine Fortschritte offenbar werden. Achte auf dich
selbst und auf die Lehre; halte daran fest! Wenn du das
tust, rettest du dich und alle, die auf dich hören.

1. Timotheus 4,12-16


 
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« Antwort #38 am: 17. August 2013, 11:28:42 »
PARTNERSCHAFT

Nur in der Gemeinschaft stehend können wir allein sein,
und nur wer allein ist, kann in der Gemeinschaft leben.

Dietrich Bonhoeffer


Es kann nur um den Versuch gehen, Formen des gesellschaftlichen Lebens im Miteinander zu finden, in denen die Beziehungslosigkeit überwunden wird, ohne daß die persönliche Identität verloren geht.

Alexander Mitscherlich




Wir müssen zwei voneinander untrennbare Hauptprobleme lösen: das ökonomische Problem, wie wir das zum Leben Notwendige produzieren und verteilen, und das politische Problem, wie wir diejenigen auswählen, die uns regieren und wie wir sie daran hindern, ihre Macht in ihrem eigenen Interesse oder in dem ihrer Klasse oder Religion zu mißbrauchen.

Georg Bernhard Shaw


Wer ist denn schon Apollos oder Paulus, daß ihr euch deshalb streitet? Wir sind doch nur Diener Gottes, durch die ihr zum Glauben gekommen seid. Jeder von uns hat lediglich getan, was ihm von Gott aufgetragen wurde. Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen, aber Gott hat euern Glauben wachsen lassen. Es ist nicht so wichtig, wer pflanzt und wer begießt; wichtiger ist allein Gott, der euern Glauben wachsen läßt. Von Gottes Mitarbeitern ist einer so notwendig wie der andere, ob er nun das Werk beginnt oder weiterführt.
Jeder muß darauf achten, daß er wirklich sorgfältig arbeitet.

1. Korinther 3,5-11




Albert Einstein wurde am Nachmittag oft von einem Mädchen aus der Nachbarschaft besucht. Die Mutter des Kindes entschuldigte sich eines Tages bei dem Nobelpreisträger wegen der Belästigung, wie sie meinte, aber der erwiderte freundlich: "Keine Ursache, wir verstehen uns ausgezeichnet. Ich schätze es, daß sie mir saure Drops mitbringt, und sie schätzt es, daß ich ihre Mathematikaufgaben mache."


Ein Blinder und ein Lahmer wurden von einem Waldbrand überrascht. Sie gerieten in schreckliche Not und bangten um ihr Leben. Beide hatten panische Angst vor dem Feuer. Der Blinde rannte in seiner Verzweiflung direkt auf den Brandherd zu. Da schrie ihm der Lahme nach: "Halt! bleib stehen! Du rennst ja mitten ins Verderben. Ich könnte dir den Weg zeigen, der dir Rettung bringt. Da ich aber lahm bin, ist das nur möglich, wenn du mich auf deine Schultern hebst und mich trägst. Dann kann ich dir besser zeigen, wohin du eilen mußt, um dem Feuer zu entkommen. Ich könnte dir auch helfen, Schlangen und Dornenhecken auszuweichen." Der Blinde folgte dem Rat des Lahmen, nahm ihn auf seine Schultern und so flohen sie gemeinsam vor dem Feuer.


Herr, hilf uns, unsere Waffen abzulegen:
die scharfen Worte, die bösen Blicke,
die verletzende Sprache, die giftigen Angriffe,
die lähmende Überheblichkeit, das erdrückende Kraftprotzen,
die atemberaubenden Frechheiten, den beißenden Spott
und all das, womit wir sonst den täglichen Kleinkrieg führen.
Herr, gib deinen Frieden hinein in unsere Sprache,
in unsere Blicke, in unsere Hände und Füße,
in unseren Intellekt, in unsere Phantasie,
in unser Herz. Amen.

Ruth Rau

Anmerkung: Herr, erhöre mein Gebet ...

« Letzte Änderung: 17. August 2013, 17:30:13 von amos »
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« Antwort #39 am: 24. August 2013, 08:57:39 »
GESCHENK

Ich habe auch Durst, sagte der kleine Prinz, suchen wir einen Brunnen. Ich machte eine Gebärde der Hoffnungslosigkeit: Es ist sinnlos, auf gut Glück in der Endlosigkeit der Wüste einen Brunnen zu suchen. Dennoch machten wir uns auf den Weg. Während ich so mit ihm weiterging, entdeckte ich bei Tagesanbruch den Brunnen. Ich habe Durst nach diesem Wasser, sagte der kleine Prinz, gib mir zu trinken. Ich verstand, was er gesucht hatte. Ich hob den Kübel an seine Lippen. Er trank mit geschlossenen Augen. Das war süß wie ein Fest. Dieses Wasser war etwas ganz anderes als ein Trunk. Es war entsprungen aus dem Marsch unter den Sternen. Es war gut fürs Herz, wie ein Geschenk.

Antoine de Saint-Exupéry
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« Antwort #40 am: 24. August 2013, 09:02:30 »
Ein König sollte folgendes Urteil unterschreiben: "Gnade unmöglich, im Gefängnis lassen!" Ihm kam das Urteil zu hart vor, weil er an die Zukunft des Mannes und seiner Familie dachte. Er änderte das Urteil um: "Gnade, unmöglich im Gefängnis lassen!" Durch eine Kommaverschiebung wurde der Mann freigelassen.


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« Antwort #41 am: 24. August 2013, 09:09:50 »
Petrus und Johannes gingen hinauf in den Tempel. Und es wurde ein Mann herbeigetragen, lahm von Mutterleibe; den setzte man täglich vor die Tür des Tempels, damit er um Almosen bettelte bei denen, die in den Tempel gingen. Als er nun Petrus und Johannes sah, wie sie in den Tempel hineingehen wollten, bat er um ein Almosen. Petrus aber blickte ihn an mit Johannes und sprach: Sieh uns an! Und er sah sie an und wartete darauf, daß er etwas von ihnen empfinge.
Petrus aber sprach: Silber und Gold habe ich nicht; was ich aber habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi von Nazareth steh auf und geh umher!

Apostelgeschichte 3,1-6
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« Antwort #42 am: 31. August 2013, 11:49:00 »
AUFERSTEHUNG

Vielen genügt es, die Auferstehung Jesu Christi in den Büchern stehen zu lassen, aber sie machen nichts daraus für ihr Leben.

Christoph Blumhardt


Ach, fragt nicht nach der Auferstehung,
 ein Märchen aus uralten Zeiten.
Das kommt dir schnell aus dem Sinn.
Ich höre denen zu,
die mich austrocknen und kleinmachen,
ich richte mich ein
auf die langsame Gewöhnung ans Totsein
in der geheizten Wohnung,
den großen Stein vor der Tür.
Ach, frag du mich nach der Auferstehung!
Ach, hör nicht auf, mich zu fragen!

Dorothee Sölle


Jesus sagte zu Marta: Dein Bruder wird auferstehen. Marta sagte zu ihm: Ich weiß, daß er auferstehen wird bei der Auferstehung am Letzten Tag. Jesus erwiderte ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das? Marta antwortete ihm: Ja, Herr, ich glaube, daß du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.

Johannes 11,23-27


Unsere christliche Existenz besteht darin, daß wir ständig das Ostergeheimnis leben: kleine Tode, einer nach dem anderen, gefolgt von Ansätzen einer Auferstehung. Hier liegt der Ursprung des Festes. Von nun an stehen alle Wege offen.

Frére Roger


Manchmal feiern wir mitten im Streit
ein Fest der Auferstehung.
Waffen werden umgeschmiedet,
und ein Friede ist da.

Alois Albrecht


Der Mensch, das Leben, die Welt werden gelingen,
wenn sie jeden Tag durchdrungen werden
von der Liebe Jesu Christi.
Schon heute werden sie verwandelt sein,
morgen werden sie auferstehen.

Michel Quoist
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« Antwort #43 am: 07. September 2013, 11:10:37 »
JUBEL

Dort werden wir schauen, schauen und lieben,
am Ende lieben und loben ohne Ende.

Augustinus


Ein ganz gewöhnlicher Abend,
wie Abende eben so sind.
Und doch ist da etwas Besondres,
ein seltsames Flüstern im Wind.

Ich sitze und lausche den Grillen
und öffne die Augen, den Mund.
Trink mich an all den Gerüchen,
Geräuschen und Farben gesund.

Und laufe hinaus in die Heide
und werf mich der Länge nach hin.
Ich möchte jubeln und schreien
und danken dafür, daß ich bin.

Ingo Barz


Jauchzt vor Gott, alle Länder der Erde!
Spielt zum Ruhm seines Namens!
Verherrlicht ihn mit Lobpreis!
Sagt zu Gott:
"Wie ehrfurchtgebietend sind deine Taten;
vor deiner gewaltigen Macht
müssen die Feinde sich beugen."
Alle Welt bete dich an und singe dein Lob,
sie lobsinge deinem Namen!
Kommt und seht die Taten Gottes!
Staunenswert ist sein Tun an den Menschen:
Er verwandelte das Meer in trockenes Land,
sie schritten zu Fuß durch den Strom;
dort waren wir über ihn voll Freude.
In seiner Kraft ist er Herrscher auf ewig;
seine Augen prüfen die Völker.
Die Trotzigen können sich gegen ihn nicht erheben.
Preist unseren Gott, ihr Völker;
laßt laut sein Lob erschallen!
Er hielt uns am Leben
und ließ unseren Fuß nicht wanken.
Du hast, o Gott, uns geprüft,
und uns geläutert, wie man Silber läutert.
Du brachtest uns in schwere Bedrängnis
und legtest uns eine drückende Last auf die Schulter.
Du ließest Menschen über unsere Köpfe schreiten.
Wir gingen durch Feuer und Wasser.
Doch du hast uns in die Freiheit hinausgeführt.

Psalm 66, 1-12
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« Antwort #44 am: 13. September 2013, 12:18:06 »
BETRACHTEN

In der Hoffnung, den Mond zu erreichen,
vergißt der Mensch, die Blumen zu betrachten,
die zu seinen Füßen blühen.

Albert Schweitzer


In einer der üblichen
Konferenzen, die irgendeine
mehr oder minder bedeutsame
Institution aus welchen Gründen
auch immer für wichtig erachtet
und wo sich - alles in allem -
nicht einmal gar nichts bewegt,

kroch mir, wie ich da saß, ein
Marienkäferchen über den Ärmel,
wagte sich dann hinab auf den
Tisch und entschloß sich sogar,
dort ein Papier (eine riesige
Fläche für dieses winzige Wesen)
zu überqueren. Schwarz und rot,
somit selber gepunktet, lief es
hinweg über sämtliche Punkte
der Tagesordnung, ohne denselben
weiter Beachtung zu schenken.

Käferchen, denk' ich, liebes
Mariechen, wie schön, daß du
lebst, und ich darf es wohl auch:
leben, mein' ich, trotz allem.
Doch schau: Jetzt entfaltet's
zur Probe die Flügel, und
schon fliegt's davon, dieses
winzige Wunder des Lebens an
diesem ganz gewöhnlichen Tag.

Lothar Zenetti


Ein Mensch wird "Pessimist" geschmäht,
der düster in die Zukunft späht.
Doch scheint dies Urteil wohl zu hart:
Die Zukunft ists, die düster starrt.

Eugen Roth


Ein Philosoph fragt den heiligen Antonius: "Vater, woher nehmt Ihr die Begeisterung, da Euch der Trost aus Büchern versagt ist?" Er antwortete: "Mein Buch ist die Natur der geschaffenen Dinge, und sooft ich das Wort Gotes lesen will, habe ich es unmittelbar vor Augen."

Weisheit christlicher Wüstenmönche


Man kann einen seligen, seligsten Tag haben, ohne etwas
anderes dazu zu gebrauchen als blauen Himmel und grüne
Frühlingserde.

Jean Paul
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