Autor Thema: Theresia von Avila berichtet über die Hölle…  (Gelesen 8840 mal)

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Theresia von Avila berichtet über die Hölle…
« am: 16. März 2011, 08:03:55 »
«Ich fand mich mit Leib und Seele an einem Ort versetzt, der mir die Hölle zu sein schien…»

Die heilige Theresia von Avila berichtet über die Hölle…
(Von Basilea Schlink)

Aus dem Taschenbuch: «Hölle - Himmel - Wirklichkeiten» (Seite 65 - 73)
ISBN 3-87209-300-2 Verlag Evangelische Marienschwesternschaft

«…davor aber fürchtet euch!»

Wir fürchten uns vor nichts so sehr, als wenn unser Leben bedroht ist. Um unser Leben zu retten, sind wir bereit, alles hinzugeben. Doch nun sagt Jesus: «Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten und die Seele nicht töten können, fürchtet euch aber vielmehr vor dem, der Leib und Seele in die Hölle werfen kann.» (Matth. 10,28). Alle Werte unseres Denkens, unseres Fühlens, unserer Lebenseinstellung werden hier auf den Kopf gestellt. Denn fast alle fürchten sich davor, ihr Leben zu verlieren. Doch wer fürchtet sich - auch unter den Gläubigen - davor, dass er in die Hölle geworfen werden könnte, was allein des Fürchtens wert ist? Wer fürchtet sich also vor dem, der diesen Zustand herbeiführen könnte, vor unserem ewigen Gott und Richter?

Zumeist tun auch wir nicht nach Jesu Wort - und entsprechend furchtbar sind die Folgen. Jesus spricht diese Warnungen und Drohungen ja nicht aus, um uns Angst zu machen. Wenn Er warnt, geschieht das aus Liebe. Er will vermeiden, dass uns Unglück, Unheil, Gericht für Zeit und Ewigkeit trifft. Es ist also entscheidend für unser inneres Leben und für unser ewiges Schicksal, ob wir das Fürchten vor dem Zorn Gottes und vor der Hölle kennen. Denn das Dasein in der Hölle ist über jegliche Vorstellungsmöglichkeit hinaus grauenhaft und qualvoll.

Trostlos ist aber auch schon das Totenreich, das manchmal gemeint ist, wenn Luther «Hölle» übersetzt. In dies «Scheol» (hebräisch) oder den «Hades» (griechisch) kamen alle Verstorbenen vor Jesu Erscheinen, zu denen Er dann «hinuntergefahren ist in die untersten Örter der Erde» (Eph. 4,9). Und dorthin kommen jetzt noch die, die Seine Erlösung nicht wahrhaft annahmen oder Ihn nicht kannten. Denn Jesus sagt: «Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben (d.h. der kommt in das Reich Gottes, das Reich des ewigen Lebens). Wer dem Sohn nicht glaubt, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm» (Joh. 3,36). Vom Reich des Lebens geschieden heißt aber, dem Reich des Todes verfallen zu sein.

Im Alten Testament bricht immer wieder die Angst vor diesem Zustand des Totenreichs aus den Betern: «Ich werde mit Leid hinunterfahren in die Grube» (1. Mose 37,35). «… ins Land der Finsternis und des Dunkels» (Hiob 10,21). «Denn im Tode gedenkt man dein nicht; wer will dir bei den Toten danken?» (Psalm 6,6). Während es von den Toten, die «im Herrn sterben» heißt, dass sie selig sind und von ihrer Arbeit ruhen; «denn ihrer Werke folgen ihnen nach» (Offb. 14,13), gilt eine umgekehrte, negative Wirklichkeit für die, die ohne Jesus als ihren Herrn und Erlöser, ja in Feindschaft zu Ihm sterben. Sie nehmen ihre innere Unruhe ins Jenseits mit und können mit dieser Unruhe sogar auf die Lebenden zurückwirken, wie es Johann Christoph Blumhardt in seinen Geisterkämpfen erfuhr. Er erkannte dabei, dass auch diesen Unseligen «ihre Werke nachfolgten» - nämlich ihre Sünden, dass es nichts anderes ist als die unvergebene Schuld, die den Seelen im Totenreich diese quälende Unruhe verursacht und sie dann dazu bringt, andere zu quälen. Auch seine Erfahrungen - wie andererseits das strenge Gebot der Heiligen Schrift, DIE TOTEN NICHT ZU BEFRAGEN (5. Mose 18,11 u. 12), das ja nicht gegeben wäre, wenn es diese Möglichkeit nicht gäbe - zeigen, dass die Abgeschiedenen im Totenreich nicht in einem «bewusstlosen Schlaf» sind, sondern diesen Zwischenzustand bis zum Jüngsten Gericht bewusst durchgehen.

Dann aber wird die Stunde kommen, da Jesus als der wiederkommende Herr erscheint, «zu richten die Lebendigen und die Toten» (2. Tim. 4,1). Dann wird das Totenreich seine Pforten öffnen, und die Toten werden hervorgehen zum Gericht. «Und ich sah die Toten, beide groß und klein stehen vor Gott, und Bücher wurden aufgetan … Und der Tod und das Totenreich gaben die Toten, die darin waren; und sie wurden gerichtet, ein jeglicher nach seinen Werken» (Offb. 20,12 u. 13). Von jenem Endgericht sagt Jesus, dass Er dann als Weltenrichter die zur Linken verurteilen wird: «Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln» (Matth. 25,41).

Vor dieser Hölle, der «Gehenna», kann Jesus uns nicht genug warnen um ihrer Schrecklichkeit willen. Er sagt im Blick darauf: «Sie werden ausgestoßen in die Finsternis hinaus; da wird sein Heulen und Zähneklappern» (Matth. 8,12, auch Matth. 13,42). Jesus sieht die Hölle als etwas so Grauenhaftes an, dass Er sagt, wir sollen uns lieber verstümmeln, uns Schwerstes im Leben hier zumuten und erleiden, um von der Sünde loszukommen, nur damit wir vom Höllenreich errettet werden. «Es ist dir besser, dass du einäugig in das Reich Gottes gehst, als dass du zwei Augen habest und werdest in das höllische Feuer geworfen, wo ihr Wurm nicht stirbt und ihr Feuer nicht verlöscht» (Mark. 9,47 u. 48). Mit diesem Aufruf zeigt Jesus, dass keine Qual auf Erden mit der Qual der Hölle auch nur im entferntesten zu vergleichen ist.

Wir meinen wohl zumeist, wenn wir von unermesslichen Qualen, etwa in Konzentrationslagern, hören, dass es nichts Furchtbareres gäbe. Doch solche Orte des Schreckens, solche Kerker und Gefängnisse hier auf Erden sind immer nur ein ganz blasser Schatten von der Hölle, für die Jesus ja auch das Wort «Kerker» gebraucht. Und alle derartigen Leiden auf Erden sind niemals zu vergleichen mit den höllischen Qualen. Dennoch hilft uns die Schilderung - etwa des «Tullianums», des berüchtigten Kerkers im alten Rom-, die Höllenqualen real zu sehen.

Dieser Kerker, von dem jeder Römer nur mit Schaudern und Entsetzen sprach, war in den massiven Fels des kapitolinischen Hügels in Rom eingehauen. Das Tullianum stellte ein Verließ dar, aus dem es kein Entrinnen gab. An Seilen wurden die Gefangenen in die lichtlose Tiefe hinabgelassen, und hoch über ihnen, an dem Eingang, hielt eine starke Mannschaft Tag und Nacht Wache. In dieser Kerkerhaft gingen die Gefangenen durch die Vorhölle der Hölle. Sie waren mit beiden Beinen an einen Mauerring gekettet, und die Ratten nagten an ihren Füßen. Aus allen Winkeln strömte der grauenvolle Gestank verwesenden - lebenden und toten - Fleisches. Niemals fiel ein Lichtschein in den Kerker. Ringsum hörte man das Stöhnen der anderen Gefangenen, aber keiner konnte den anderen sehen, denn es gab in diesen Tiefen - ob bei Tag oder Nacht - nichts als Nacht.

Eine anschauliche Schilderung von höllischen Zuständen gibt Theresia von Avila nach jenen kurzen Augenblicken ihres visionären Erleidens der Hölle:

«Ich fand mich mit Leib und Seele an einen Ort versetzt, der mir die Hölle zu sein schien. Ich begriff, dass ich nach dem Willen des Herren den Ort sehen sollte, der mir von den Dämonen im Jenseits bereitet war und den ich mit meinen Sünden verdient hatte. Das Ganze währte nur kürzeste Zeit. Doch wenn ich noch viele Jahre lebte, unmöglich würde ich es vergessen.

Der Zugang schien mir wie eine sehr lange, sehr enge Gasse, vergleichbar einem ganz niedrigen, dunklen und engen Backofen, der Boden von ganz schmutzigem, stinkendem Schlamm voll eklen Gewürms. Am Ende befand sich eine Aushöhlung in der Wand … Da hinein, in bedrängende Enge, wurde ich gepresst. All dieses war eine Augenweide verglichen mit dem, was ich zu fühlen bekam. Doch alles Gesagte ist bei weitem nicht eindringlich genug.

Es ist, so scheint mir, schlechthin unmöglich, angemessenen Ausdruck zu finden, unmöglich solches zu erfassen. Ich fühlte ein Feuer in der Seele - nicht weiß ich, wie es beschreiben. Körperliche Schmerzen, selbst die unerträglichsten, die ich in diesem Leben durch gemacht hatte und die nach ärztlichem Urteil die schwersten waren, die man hier erleiden kann …, sie sind nichts im Vergleich zu dem, was ich hierbei fühlte. Und zu wissen, dass sie niemals ein Ende nehmen würden! Dies also ist nichts im Vergleich zum Hinsterben der Seele, dies ist ein Zerpresst werden, ein Erstickt werden, eine schneidende Heimsuchung, begleitet von unsäglicher, zerrüttender Verzweiflung. Wollte ich sagen, es wäre ein unausgesetztes Herausreißen der Seele, so wäre das zu wenig; denn dabei scheint ein anderer das Leben zu vernichten. Hier jedoch ist es die Seele selber, die sich zerfetzt … Nicht sah ich, wer mich peinigte. Allein ich fühlte mich brennen und zerfallen. Und dies innere Zerflammen und Verzweifeln ist das Ärgste.

In diesem unseligen Ort, darin ich stak, ohne Hoffnung auf einen Trost, dort war es unmöglich, sich zu setzen oder zu legen … Denn diese Wände, schon grauenhaft durch ihr Aussehen, sie pressen selber zusammen, und alles drosselt. Wie es bei dieser Lichtlosigkeit sein kann, weiß ich nicht - allein alles, was dem Blick qualvoll ist, das wird sichtbar.»

Diese Schilderung gibt ein Ahnen von dem, was Jesus uns vom Höllenreich sagt: Ort der Qual, der Finsternis, des immerwährenden Verbrennens, wo Heulen und Zähneknirschen sein wird. «Deine Pracht ist herunter in die Hölle gefahren samt dem Klang deiner Harfen. Maden werden dein Bett sein und Würmer deine Decke» (Jes. 14,11). Die Qual im römischen Verließ des Tullianum hatte für jeden, der da schmachtet, ein Ende. Das unendliche Grauen des Höllenreiches macht die Tatsache aus - so sagt Jesus von dieser Qual -, dass «ihr Wurm nicht stirbt und ihr Feuer nicht verlöscht» (Mark. 9,48).

Zur Aussichtslosigkeit des qualvollen Zustandes der Seele im Höllenreich kommt, dass sie sich selbst aus dem Bereich unseres «Vaters der Barmherzigkeit» und «Gott alles Trostes» ausgeschlossen hat. Sie ist im Bereich des Quälers Satan, dessen befriedigendestes Tun ist, die Qual seiner Untertanen im Todes- und Verzehrungsprozess mit anzusehen und sich daran zu weiden. Aller Sadismus ist aus ihm entsprungen. Die von Satan inspirierten Lagerleiter in Konzentrationslagern sind eine Abschattung dieses Wesens, das Satan und seinen Dämonen eigen ist. Lageraufseher und Kommandanten konnten oft nicht abwarten, bis ein neuer Transport mit Tausenden von Opfern an der Lagerrampe ankam, um diese armen Menschen zu quälen bis zum Tod. Wie viel mehr sind die Seelen im Höllenreich Opfer des Quälers und seiner Vasallen, wie Jesus im Gleichnis vom Schalksknecht warnend schildert: «Sein Herr überantwortete ihn den Peinigern!» (Matth. 18,34).

Verstehen wir nun, warum Jesus Seinen Jüngern gebietet: «Fürchtet euch aber vor dem, der Macht hat, Leib und Seele zu verdammen in die Hölle», nämlich vor dem heiligen Gott? Wer diese Furcht noch nicht hat, muss sie sich erbitten. Denn dieses Wort Jesu ist eine Aufforderung - und der heißt es Folge zu leisten, weil jedes Wort Jesu ein Geschehnis in sich schließt. Er wird danach handeln.
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Re:Theresia von Avila berichtet über die Hölle…
« Antwort #1 am: 16. März 2011, 08:05:10 »
Höllenvision
Hl. Theresia von Avila

 
Lange Zeit darnach, als der Herr mir schon viele der erwähnten und noch andere sehr hohe Gnaden verliehen hatte, glaubte ich eines Tages, da ich eben im Gebete war, plötzlich und ohne zu wissen, wie, mit Leib und Seele in die Hölle versetzt zu sein. Ich erkannte, es sei der Wille des Herrn, daß ich den Ort schauen solle, welchen die bösen Geister dort für mich bereitet hatten, und den ich durch meine Sünden verdient hätte. Dies ging in kürzester Zeit vor sich; allein wenn ich noch so viele Jahre leben werde, scheint es mir doch unmöglich, daß ich es vergesse.

Der Eingang kam mir vor wie ein sehr langes, schmales Gäßchen, gleich einem sehr niedrigen, finsteren und engen Backofen. Der Boden schien mir wie eine sehr schmutzige Wasserpfütze, die einen pestilenzialischen Gestank ausdünstete und von häßlichem Ungeziefer wimmelte. Am Ende war eine Vertiefung in der Mauer, einem Wandkasten gleich, in den ich mich hineingepreßt sah. Dieser ganze Anblick, den ich nur sehr unvollkommen geschildert, war noch ein Vergnügen gegen das, was ich an diesem Orte empfand.

Mir scheint, man könne unmöglich auch nur den Anfang dessen, was ich dort litt, der Wirklichkeit nach beschreiben oder begreifen. Ich empfand in der Seele ein Feuer, von dem ich gar nicht zu sagen weiß, was für ein Feuer es war. Dabei litt ich die unerträglichsten Körperschmerzen. Ich habe in meinem Leben schon sehr große Schmerzen erduldet, nach Aussage der Ärzte die größten, die man hienieden erdulden kann, weil sich, als ich gelähmt war, alle Nerven zusammenzogen. Auch mancherlei andere Leiden habe ich ausgestanden, und unter diesen solche, die mir, wie schon gesagt, der böse Feind angethan hat. Aber alles dies war nichts im Vergleiche mit dem, was ich an jenem Orte empfand, besonders als ich sah, daß die Qualen dort ohne Ende, ohne alles Aufhören dauern würden.

Und dies alles war noch nichts gegen den Todeskampf der Seele. Das ist eine Beklemmung, eine Angst, eine so schmerzliche Betrübnis, verbunden mit einem so verzweifelten, peinigenden Mißbehagen, daß ich nicht weiß, wie ich es genug aussprechen soll. Wollte ich sagen, es sei eben, als wenn man unablässig einem die Seele aus dem Leibe reiße, so ist es noch zu wenig; denn in einem solchen Falle ist es ein anderer, der einem das Leben zu nehmen scheint; hier aber ist es die Seele selbst, die sich zerreißt. Kurz, ich weiß nicht, wie ich dieses innerliche Feuer, diese Verzweiflung bei so ungeheueren Qualen und Schmerzen beschreiben soll. Zwar sah ich nicht, wer mich so peinigte, hatte aber ein solches Gefühl, als ob ich verbrannt und zermalmt würde.

Dabei bemerke ich, daß das innerliche Feuer und die Verzweiflung das Ärgste war. An diesem pestilenzialischen Orte, wo gar keine Hoffnung eines Trostes möglich ist, kann man weder sitzen noch liegen. Dazu ist kein Raum vorhanden, wiewohl man mich in jene lochartige Mauer-Vertiefung gesteckt hatte; denn die Mauern selbst, die schrecklich anzusehen sind,drückten mich zusammen, und alles ist dort zum Ersticken.

Da ist kein Licht, sondern alles ist tiefste Finsternis, und ich begreife nicht, wie es möglich ist, daß man trotz des Mangels an Licht doch alles sieht, was den Augen peinlich sein muß.

Damals wollte der Herr nicht, daß ich noch mehr von der ganzen Hölle schauen sollte; später aber hatte ich ein anderes Gesicht von schrecklichen Dingen, nämlich von den Strafen und Peinen für gewisse Laster. Diese kamen mir zwar noch schauderhafter zum Ansehen vor; weil ich sie aber nicht selbst empfand, so schreckten sie mich weniger. In der vorigen Vision dagegen wollte der Herr, daß ich im Geiste die Qualen und Peinen so empfand, als wenn der Leib selbst sie in Wirklichkeit litte. Wie dieses zuging, weiß ich nicht; ich erkannte es aber als eine große Gnade vom Herrn, daß er mich mit eigenen Augen hat sehen lassen, wovon seine Barmherzigkeit mich errettet hatte. Denn alles, was ich sonst von diesem Orte sagen hörte; alles, was ich selbst über die verschiedenen Peinen daselbst schon betrachtet hatte -obwohl ich solche Betrachtungen, da meine Seele auf dem Wege der Furcht nicht wohl zu leiten war, nur selten anstellte; - alles, was ich von den verschiedenen Qualen, mit welchen die bösen Geister die Verdammten peinigen, gelesen hatte, wie sie z. B. dieselben mit glühenden Zangen zwicken, und anderes mehr: dies alles ist nichts im Vergleiche mit jener Pein, die etwas ganz anderes ist. Der Unterschied ist hier der nämliche, wie zwischen einem Gemälde und der Wirklichkeit. Das irdische Feuer bedeutet wenig im Vergleiche mit jenem drüben.

Von diesem Gesichte blieb mir ein solcher Schrecken, daß mich auch jetzt noch, nach Verlauf von fast sechs Jahren, während ich dieses schreibe, die natürliche Wärme zu verlassen scheint. Bei der Erinnerung daran kommen mir meine Leiden und Schmerzen und alles, was wir hienieden erdulden können, wie nichts vor, und unsere Klagen erscheinen mir zum Teil grundlos.

Ich wiederhole es also, daß dieses Gesicht eine der größten Gnaden war, die mir der Herr erwiesen hat. Es brachte mir einen sehr großen Nutzen dadurch, daß es mir die Furcht vor den Trübsalen dieses Lebens und den Widersprüchen in demselben vertrieb und mich zum Leiden derselben stärkte, und daß es mich zum Danke gegen den Herrn entflammte, der mich, wie ich wenigstens jetzt glaube, von so erschrecklichen, ewigen Übeln gerettet hat.

Seit jener Zeit kommt mir, wie gesagt, im Vergleiche mit einem einzigen Augenblicke der Leiden, die ich dort empfand, alles leicht vor. Ich verwundere mich darüber, daß ich zuvor die Höllenpeinen nicht fürchtete, noch sie für das hielt, was sie sind, obwohl ich oft in Büchern, in welchen sie wenigstens in etwas erklärt werden, darüber gelesen hatte. Ach, wo war ich doch damals! Und wie konnte ich Freude an Dingen haben, die mich an einen so qualvollen Ort geführt hätten! O mein Gott, sei gepriesen in Ewigkeit! Wie klar hat es sich gezeigt, daß du mich weit mehr liebtest, als ich mich selbst! Wie oft, o Herr, hast du mich von diesem so finsteren Gefängnisse gerettet, und wie oft habe ich mich gegen deinen Willen aufs neue in dasselbe gestürzt!

Von diesem Gesichte rührt auch der außerordentliche Schmerz her, den ich über so viele Seelen empfinde, welche der ewigen Verdammnis entgegengehen, namentlich über jene Lutheraner, welche durch die Taufe schon Glieder der Kirche waren.

Zugleich fühle ich mich mächtig angeregt, den Seelen zu helfen, so zwar, daß es mir in Wahrheit scheint, ich würde mit der größten Freude tausendmal den Tod erleiden, damit auch nur eine einzige Seele so entsetzlichen Peinen entgehe. Ich stelle da folgende Betrachtung an. Wenn wir hienieden eine besonders geliebte Person in irgend einem großen Leiden oder Schmerze sehen, so scheint uns schon unsere Natur zum Mitleid zu bewegen, und ist dasselbe groß, so quält es uns. Wie nun könnten wir gleichgültig den Anblick einer Seele ertragen, welche die allergrößte Trübsal ohne Ende leidet? Wahrhaftig, kein Herz gibt es, welches dabei nicht tiefen Schmerz empfände. Wenn wir schon bei einem zeitlichen Leiden des Nächsten zu so großem Mitleide bewegt werden, obwohl wir wissen, daß es einmal ein Ende nimmt und nicht über dieses Leben hinausdauert, so weiß ich nicht, wie wir ruhig zusehen können, wie der böse Feind täglich so viele Seelen an sich zieht.

Diese Betrachtung erweckt auch den Wunsch in mir, daß wir in der so wichtigen Angelegenheit unseres ewigen Heiles nichts versäumen, sondern alles thun möchten, was in unseren Kräften steht. Der Herr verleihe uns seine Gnade dazu. Wenn ich über mein Leben nachdenke, so finde ich zwar, daß ich bei all meiner Bosheit doch immer besorgt war, Gott zu dienen. Ich hielt mich rein von gewissen Dingen, die ich ungescheut in der Welt begehen sehe, und habe mit großer Geduld, die mir der Herr verlieh, schwere Krankheiten ausgestanden. Ich war nicht geneigt zum Übelreden über andere und zum Verleumden, und hätte, wie ich glaube, niemand übel wollen können. Ich war auch nicht habsüchtig und kann mich nicht erinnern, jemand in der Weise beneidet zu haben, daß ich den Herrn schwer beleidigt hätte u. s. w. Denn obschon ich sehr böse war, so wandelte ich doch fast immer in der Furcht Gottes...

O so meiden wir doch um der Liebe Gottes willen die Gelegenheiten zur Sünde! Der Herr wird uns helfen, wie er auch mir geholfen hat. Seine Majestät lasse mich nimmermehr aus ihrer Hand, damit ich nicht wieder falle; denn ich habe gesehen, wohin ich sonst geraten würde. Möge der Herr in seiner Güte mich davor bewahren. Amen.
« Letzte Änderung: 09. Januar 2012, 09:30:38 von Admin »

LoveAndPray85

  • Gast
Re:Theresia von Avila berichtet über die Hölle…
« Antwort #2 am: 20. November 2011, 20:05:22 »
Traurige Tatsache ist, dass in allen "neu kommentierten" Büchern (in DEUTSCH)
der Heiligen Teresa von AVILA Kommentare und Sternchen zu ihren
Aussagen stehen, in denen diese "ins Moderne gedeutet" werden
und teilweise wird sogar das Erlösungswerk Jesu - ja, ich
nenne es so - "verhöhnt" (die Stelle, die ich im Kopf habe, lautete -
auch in solch spöttischem Ton - ungefähr so:
"Wieder ein Beispiel des Gottesbildes jener Zeit: Der böse
rächende Gott, bei dem der Tod Jesu als 'Sühne' für unsere Sünden
angesehen wurde. Tatsächlich ist Jesus aus Liebe für uns gestorben.")


Ich warne ausdrücklich vor diesen Kommentaren, beim Lesen habe ich
IMMER ein ungutes Gefühl! Diese Linie zieht sich konstant durch ALLE Bücher
der Heiligen. Zumeist handelt es sich um Relativierung oder Leugnungen
der Hölle und sogar der Echtheit der Visionen Teresas
("Teresa zeigt damit* also selbst, dass es sich nicht um wörtliche Eingaben Jesu handelte,
sondern was für sie in einem bestimmten Moment innere Gewissheit war."
)

Mir zeigt das leider sehr deutlich, dass diese Menschen, die über die Mystik
"forschen", in Wirklichkeit nichts darüber verstehen.
"Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen
und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir
gefallen. Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden; niemand kennt den Sohn,
nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn
offenbaren will."

(Mt. 11, 25-30)

Zum Glück aber führt Jesus uns zu den Heiligen und wenn ER uns etwas zu verstehen
geben will, dann zeigen ER und die HEILIGEN uns, was die Wahrheit ist und was nicht.

Der männliche Zweig der Karmeliten in Deutschland (und teilweise auch
der weibliche) ist leider auf einem bedenklichen Weg!
Ich selbst kenne persönlich einen Karmeliter, der viele Bücher veröffentlicht und
öffentlich die Hölle leugnet.

* da sie den Wortlaut einer Eingebung an zwei Stellen unterschiedlich wiedergegeben hat.
« Letzte Änderung: 20. November 2011, 22:59:37 von LoveAndPray85 »

LoveAndPray85

  • Gast
Re:Theresia von Avila berichtet über die Hölle…
« Antwort #3 am: 20. November 2011, 20:17:25 »
Jesus hat zu ALLEN Zeiten Seinen HEILIGEN die Wahrheit vermittelt.
ER KENNT SEINE WAHRHEIT, auch wenn der "Zeitgeist" ein anderer war
und die menschliche Wissenschaft noch nicht fortgeschritten war...

Seine Wahrheit ändert sich niemals!

O ihr Heiligen des Karmel, bittet für uns, dass wir in der WAHREN Lehre bleiben!
« Letzte Änderung: 20. November 2011, 20:30:48 von LoveAndPray85 »

LoveAndPray85

  • Gast
Re:Theresia von Avila berichtet über die Hölle…
« Antwort #4 am: 21. November 2011, 09:07:44 »
"Ich habe Meinen ganzen Orden auf Liebe aufgebaut, aber in den Ordensgemeinschaften
sehe ich die Liebe nicht, deswegen ist Mein Herz von Trauer erfüllt."


Jesus zu Sr. Faustyna

 

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