Autor Thema: Gespräche zwischen Rom und der Piusbruderschaft  (Gelesen 63139 mal)

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Offline Laus Deo

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Re:Gespräche zwischen Rom und der Piusbruderschaft
« Antwort #10 am: 21. Februar 2012, 08:12:37 »

Liebe Brüder und Schwestern. Ihr habt Recht, doch ich habe einfach Mühe, wenn zum Beispiel eine Bruderschaft oder sonst irgendwelche Theologen immer wieder das 2. Vatikanische Konzil kritisieren. Die Reform welche im 2. Vatikanischen Konzil stattgefunden hat war zeitgemäss. Und was die Bischöfe, Cardinäle und der Papst dazumal beschlossen haben, sollte man annehmen wie es ist. Auch ich bin z.B. total gegen das Treffen in Assisi. Nur kann ich aber doch nicht auf einmal die ganze Katholische Kirche, welche vom Papst und den Bischöfen geführt wird in Frage stellen. Unser Glaube, der Glaube an den Dreifaltigen Gott können wir nur an die Leute bringen wenn wir eine EINHEIT SIND und vorallem wenn wir den Glauben leben! Wie Jakobus schreibt, ohne Werke ist der Glaube tot.....

ICH GLAUBE AN DIE HEILIGE KATHOLISCHE UND APOSTOLISCHE KIRCHE! Amen
Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.
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Offline ChrS

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Re:Gespräche zwischen Rom und der Piusbruderschaft
« Antwort #11 am: 21. Februar 2012, 12:52:54 »

Lieber Laus Deo,

der neue Messritus ist nicht mehr Ausdruck des katholischen Dogmas und führt nicht mehr zum katholischen Dogma hin. Darum haben auch so viele den Glauben an das hl. Messopfer verloren. Die neue Messe verschleiert (1.) den Opfercharakter und (2.) die Transsubstantiation gänzlich. Es war Luther, der den Opfercharakter und die Transsubstantiation verneinte. Somit stellt die neue Messliturgie eine Angleichung an die protestantische Abendmahlsfeier dar. Es haben ja auch sechs protestantische Pastoren bei der Entstehung des neuen Messritus mitgearbeitet. Die neue Messe ist also die Frucht eines Ökumenismus, der eine Einheit unter Missachtung der Wahrheit anstrebt. Die Messe wird als Mahl inszeniert und alle Ehrfurcht und Sorgfalt im Umgang mit dem Allerheiligsten Altarsakrament wurde aufgegeben. Das ist eine große Beleidigung des lieben Gottes. Ich könnte es nicht mehr mit meinem Gewissen vereinbaren noch einmal so eine Messe zu besuchen.

Das II. Vatikanum lehrt in "Dignitatis humanae", "Unitatis redintegratio", "Nostra aetate", "Gaudium et spes" und in anderen Konzilstexten z.T. genau das Gegenteil wie das kirchliche Lehramt vor dem Konzil. Die Lehre darf sich aber nicht ändern. Seit dem Tod des letzten Apostels gibt es keine neuen Erkenntnisse mehr, weil die Offenbarung abgeschlossen ist. Darum ist das Beispiel aus Apg 10 auch hier unzutreffend, weil hier die Offenbarung noch nicht abgeschlossen war.

Der Antimodernisteneid des hl. Papst Pius X. verwirft „ganz und gar die irrgläubige Erfindung der Entwicklung der Glaubenssätze, die von einem Sinn zu einem andern übergingen, der abweiche von dem Sinn, den die Kirche einst gemeint habe“. Wann immer von einem römischen Papst oder einem Konzil ein neues Dogma definiert und verkündet wurde, bedeutet dies nichts anderes als dass eine Glaubenswahrheit, die schon immer zum ureigensten Glaubensgut der Kirche zählte, die im ausdrücklichen Auftrag Christi bereits die Apostel verkündeten, in eine Form gegossen und publiziert wurde, weil – in jener Zeit, in der das Dogma definiert wurde – die Gefahr bestand, dass diese Glaubenswahrheit verleugnet, verwässert oder falsch verstanden wird. Die kirchliche Lehre bleibt immer dieselbe, weil auch die Wahrheit sich nicht ändern kann. Nur die Art der Belehrung muss sich stets an die Menschen anpassen, die belehrt werden, damit man ihnen die göttliche Religion verständlich darlegen kann.

Dennoch kann man von einer Lehrentwicklung sprechen. Im heiligen Johannesevangelium hören wir Christus sagen: „Der Geist der Wahrheit wird euch in alle Wahrheit einführen“ (Joh 16, 13). Die Kirche lehrte die seligmachende Wahrheit von Anfang an, aber der Heilige Geist führte sie immer tiefer darin ein. Lehrentwicklung bedeutet also nicht, dass die Kirche etwas lehrte und dann etwas anderes lehrt oder plötzlich etwas Neues lehrt, sondern eine Vertiefung aber auch eine Entfaltung einzelner Aspekte. Der sel. Kardinal Newman hat das in seinem Buch „Die Entwicklung der christlichen Lehre und der Begriff der Entwicklung“ vor allem für die ersten sechs Jahrhunderte nachgewiesen. Mit dem II. Vatikanum gab es jedoch keine organische Fortentwicklung, sondern in wichtigen Punkten einen eindeutigen Bruch.   
"Ich sehe nicht, inwiefern die lehrmäßige Festigkeit im Widerspruch stünde zur geschmeidigen, erfinderischen, ja sogar kühnen Liebe [...], wie die doktrinale Unbeugsamkeit im Gegensatz stehen sollte zu herzlichem Mitleid" (Bischof Alfonso de Galarreta FSSPX, Ecône, 29.6.2011).

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Re:Gespräche zwischen Rom und der Piusbruderschaft
« Antwort #12 am: 21. Februar 2012, 16:33:09 »
Also ist nur noch die Piusbruderschaft auf dem richtigen Weg... Also ich vertraue auf die Führung und das Lehramt der Kirche, wenn es Gotteswille ist, wird sich das schon zeigen. Mal schauen wie der Papst entscheidet.

Nur sind wir hier ein EUCHARISTISCHES, MARIANISCHEN UND P A P S T T R E U E S FORUM, also denke ich das wir auch auf die Entscheidungen von Rom vertrauen sollten.
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Offline amos

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Re:Gespräche zwischen Rom und der Piusbruderschaft
« Antwort #13 am: 21. Februar 2012, 17:05:28 »
AMOS IST NICHT DER AUTOR; SONDERN CHRS!

Beim zitieren ist bei mir etwas falsch gelaufen! Ich bitte um Verzeihung!

ZITAT! ChrS schrieb:
Dennoch kann man von einer Lehrentwicklung sprechen. Im heiligen Johannesevangelium hören wir Christus sagen: „Der Geist der Wahrheit wird euch in alle Wahrheit einführen“ (Joh 16, 13). Die Kirche lehrte die seligmachende Wahrheit von Anfang an, aber der Heilige Geist führte sie immer tiefer darin ein. Lehrentwicklung bedeutet also nicht, dass die Kirche etwas lehrte und dann etwas anderes lehrt oder plötzlich etwas Neues lehrt, sondern eine Vertiefung aber auch eine Entfaltung einzelner Aspekte. Der sel. Kardinal Newman hat das in seinem Buch „Die Entwicklung der christlichen Lehre und der Begriff der Entwicklung“ vor allem für die ersten sechs Jahrhunderte nachgewiesen.  

[/quote]
« Letzte Änderung: 21. Februar 2012, 17:37:17 von amos »
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Offline amos

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Re:Gespräche zwischen Rom und der Piusbruderschaft
« Antwort #14 am: 21. Februar 2012, 17:33:02 »
Lieber ChrS, danke für Deine vorgenannten Ausführungen.

Ich habe ein schlechtes Gewissen, denn ich glaube, daß ich bei dem Versuch, einige Texinhalte von Deinem Beitrag zu zitieren, Fehler gemacht habe. Ich kenne mich mit der Technik noch nicht so gut aus. Bitte verzeihe mir!

Ich kann dem nur zustimmen wenn Du schreibst, ...Die Kirche lehrt die seligmachende Wahrheit von Anfang an, aber der Heilige Geist führt sie immer tiefer ein...

Zu bedenken jedoch wäre, daß die vom Heiligen Geist in die Herzen der Menschen ergossene tiefere Wahrheit, zu sehr vom Intellekt umgesetzt wird!

Da ich schon vieles von Kardinal Newman gelesen habe und ich seine Gebete sehr erbauend finde, werde ich das von Dir zitierte Buch von ihm, bei nächster Gelegenheit kaufen.

Es grüßt Dich herzlich und wünscht Dir Gottes Segen, Amos :)

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Offline Marcel

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Re:Gespräche zwischen Rom und der Piusbruderschaft
« Antwort #15 am: 21. Februar 2012, 19:14:03 »
Die neue Messe verschleiert (1.) den Opfercharakter und (2.) die Transsubstantiation gänzlich.

Das kann man meiner Ansicht nach so nicht stehen lassen.

Wenn man die neue Messe bei einem Priester besucht, der sie würdig und dem
Meßbuch gemäß feiert, ist das m. E. nicht der Fall.

Marcel
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Re:Gespräche zwischen Rom und der Piusbruderschaft
« Antwort #16 am: 21. Februar 2012, 19:32:51 »
Danke Marcel das sehe ich auch so.
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Offline ChrS

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Re:Gespräche zwischen Rom und der Piusbruderschaft
« Antwort #17 am: 21. Februar 2012, 20:25:42 »
Lieber Marcel, lieber Laus Deo,

hier eine Erklärung zur Ablehnung der neuen Messe:


Tischgebet ersetzt Opferung

Genauso wie Luther das Offertorium abgeschafft hat, kennt auch die neue Messe keines mehr. Das Offertorium (Opferung) brachte klar zum Ausdruck, was die hl. Messe ist, nämlich ein Sühneopfer für unsere Sünden. Im neuen Ritus wurde die Opferung abgeschafft und durch die Gabenbereitung ersetzt. Der Text dafür ist nun einem jüdischen Tischgebet entlehnt. Wenn in der neuen Messe anstelle des Opfergebetes ein Tischgebet tritt, dann wird deutlich, dass hier ein neues Messverständnis zugrunde liegt. Die hl. Messe wird als Mahl verstanden. Die hl. Messe ist aber kein Mahl, sondern ein Opfer. Sie ist von ihrem Wesen her auch kein Opfer und Mahl, sondern nur ein Opfer. Die hl. Kommunion kann man zwar als Opfermahl bezeichnen, aber sie gehört nicht notwendigerweise zum hl. Messopfer.


Neue Kanones verschleiern Opfercharakter und Transsubstantiation

Luther hat den hl. Kanon abgeschafft. Der uralte römische Messkanon wurde zwar von der Liturgiereform nicht abgeschafft, aber er ist im neuen Ritus nur noch einer von vier offiziellen Kanones, die verwendet werden dürfen. Die anderen Kanones sind theologisch weniger klar. Der zweite Kanon könnte auch von einem Priester gefeiert werden, der weder an die Transsubstantiation noch an den Opfercharakter der hl. Messe glaubt, da sich darin nichts mehr findet, dass in irgendeiner Weise darauf hindeuten würde. Protestanten könnten ihn ohne Probleme verwenden. Dieser zweite Kanon wird heute von den meisten Priestern verwendet. Das Konzil von Trient sagt über den römischen Kanon: "Das Heilige muss heilig verwaltet werden. Da es nun nichts Heiligeres gibt als dieses Opfer, so hat die katholische Kirche, um würdig und ehrfurchtsvoll zu opfern und zu empfangen, seit vielen Jahrhunderten den heiligen Kanon eingeführt. Er ist frei von jedem Irrtum und enthält nichts, was nicht ganz und gar Heiligkeit und Frömmigkeit atmet und die Herzen der Opfernden zu Gott emporrichtet" (22. Sitzung, 4. Kapitel).


Zelebration zum Volk statt zu Gott

Durch die Abschaffung des Hochaltares stärkt man ebenso das Mahlverständnis. P. Matthias Gaudron schreibt: "Durch die Zelebration in Richtung des Volkes soll der Mahlcharakter der Messe betont werden. Darum wird dem sog. Volksaltar auch oft bewusst die Form eines Tisches gegeben. Der Priester ist hier Vorsitzender der Tischgemeinschaft und wendet sich als solcher natürlich dem Volk zu. Da die Messe kein Mahl ist, ist diese Praxis abzulehnen. Zudem wird durch die Zelebration in Richtung des Volkes der Eindruck erweckt, als handle es sich bei der Feier der Messe um eine rein innerweltliche Feier, bei der der Mensch im Mittelpunkt steht. Das Gebet wird erschwert, denn das Stehen von Angesicht zu Angesicht ist nicht die Haltung des Gebets." Papst Pius XII. schreibt in seiner Enzyklika "Mediator Dei" (261): "So würde z. B. vom rechten Weg abweichen, wer dem Altar die [...] Form der Mensa, des Tisches wiedergeben wollte." Auch in der frühe Kirche gab es wohl keine Zelebration zum Volk hin. Zwar geben manche alten Basiliken den Eindruck, als hätte der Priester dort zum Volk hin zelebriert. In Wahrheit aber hängt die räumliche Anordnung mit der Zelebration nach Osten, der aufgehenden Sonne entgegen, zusammen. War die Basilika nach Westen gerichtet, wendete sich der Priester nämlich bei der Zelebration nach Osten, weil man in der aufgehenden Sonne ein Symbol für den auferstandenen Christus sah. Dann hatte er zwar das Volk vor sich, aber da dieses sich ebenfalls nach Osten wendete und somit den Priester im Rücken hatte, kam es nicht zu einem Gegenüberstehen von Priester und Volk. [Vgl. hierzu: Klaus Gamber: Zum Herrn hin! Regensburg 1987; Uwe Michael Lang: Conversi ad Dominum, Einsiedeln, Freiburg 2005]


Profanisierung durch die Abschaffung des Lateins als liturgische Sprache

Auch durch die Abschaffung der Liturgiesprache Latein erlebt die hl. Liturgie eine zunehmende Profanierung. Durch die Einführung der Volkssprache tritt das Menschliche und Weltliche ins Zentrum. Tatsächlich führte eine sogenannte "Anthropologische Wende" zur Schaffung der neuen Liturgie. Nun steht der Mensch im Mittelpunkt. Früher war alles auf Gott und das Himmlische ausgerichtet. Die aktive Teilnahme der Laien in der hl. Messe drückt ebenfalls diese neue Gesinnung aus. Noch Papst Pius XII. empörte sich in seiner Enzyklika "Mediator Dei" (259): "Es gibt tatsächlich Leute, die bei der Darbringung des hochheiligen eucharistischen Opfers sich der Volkssprache bedienen“, um dann in knappen Worten zu erklären (260): "Der Gebrauch der lateinischen Sprache, wie er in einem großen Teil der Kirche Geltung hat, ist ein allen erkennbares und schönes Zeichen der Einheit und eine mächtige Schutzwehr gegen jegliche Verderbnis der wahren Lehre." P. Matthias Gaudron schreibt: "Es ist in höchstem Maß angemessen, die hl. Liturgie in einer Sprache zu feiern, die dem profanen Gebrauch entzogen ist; denn eine Sprache, die auf der Straße verwendet wird, entspricht dem heiligen Geschehen nicht. Diese Sprache ist in der westlichen Kirche Jahrhunderte lang die lateinische Sprache gewesen. Aber auch in den anderen Teilen der Kirche und selbst in vielen nichtchristlichen Religionen findet man eine besondere Kultsprache. So feiern die orthodoxen Griechen ihre Liturgie in Altgriechisch und die Russen in Altslawisch. Die Juden verwendeten schon zurzeit Christi die dem Volke unverständliche althebräische Sprache für den Gottesdienst, was weder Christus noch die Apostel getadelt haben. Auch den Mohammedanern ist diese Praxis nicht fremd, denn sie verwenden für ihre Gebete das Altarabisch. [...] In der hl. Messe vollziehen sich unaussprechliche Geheimnisse, die kein Mensch vollkommen verstehen kann. Dieser Mysteriencharakter der Messe soll in der geheimnisvollen Sprache ihren Ausdruck finden. Die nicht allgemein verständliche Sprache soll also gerade darauf hinweisen, dass wir vor einem Geheimnis stehen. (Dem gleichen Zweck dienen auch die still gebeteten Teile der Messe.) Dagegen täuscht die Landessprache eine Verständlichkeit vor, die gar nicht gegeben ist. Die Leute meinen heute, sie wüssten, was die Messe ist, weil sie in der Landessprache gefeiert wird. In Wahrheit begreifen sie jedoch vom Wesen der hl. Messe meistens gar nichts. [...] Weitere Gründe für die Verwendung des Lateins sind: 1. seine Unveränderlichkeit; 2. seine bald zweitausendjährige Verwendung in der Liturgie; 3. seine Symbolhaftigkeit für die Einheit der Kirche. Zu 1: Da das Latein eine tote Sprache ist, verändert es sich nicht mehr. Dies hat für die Reinerhaltung des Glaubens eine große Bedeutung. In lebendigen Sprachen ändern nämlich im Laufe der Zeit manche Worte ihren Sinn in bedeutender Weise. So bedeutete ,niederträchtig` früher ,demütig`, ,hochmütig` hatte den Sinn von ,hochherzig` und ,Leichnam` bedeutete ganz einfach ,Leib` (wie man am deutschen Wort ,Fronleichnamsfest` = ,Fest des Leibes des Herrn` noch sehen kann). Auf diese Weise können durch den Gebrauch der Volkssprache leicht Irrtümer in die liturgischen Texte eindringen, während es im Lateinischen auch bei sehr alten Texten keine Verständnisschwierigkeiten gibt. Zu 2: Das Latein hat eine fast zweitausendjährige Verwendung in der Liturgie und ist dadurch gewissermaßen geheiligt worden. Es ist etwas sehr Erhabenes, dass wir heute noch mit denselben Texten beten können, mit denen seit Jahrhunderten unzählige Priester und Mönche gebetet haben. Dadurch bricht die Ewigkeit in die Zeit ein. Zu 3: Die Einheit der Kirche wird durch die lateinische Sprache in schöner Weise zum Ausdruck gebracht. Überall in der Welt wurde vor dem Konzil die römisch-katholische Messe in der gleichen Sprache gefeiert, und die Gläubigen fanden auch in fremden Ländern die Messe ihrer Heimat wieder. Heute dagegen ist dieses Sinnbild der Einheit zerrissen. Es gibt keine Einheit in der Liturgie mehr ­ weder in der Sprache noch in den Riten ­, und wer die Messe in einer Sprache besucht, die er nicht versteht, hat darum heute Mühe, wenigstens ihren wesentlichen Teilen zu folgen. Ausgerechnet in einer Zeit, in der die Menschen mehr reisen als je zuvor, hat die Kirche ihre
Einheitssprache aufgegeben!"



Ehrfurchtsloser und Unsorgfältiger Umgang mit dem Allerheiligsten

Im neuen Messritus deutet nichts mehr auf die wahrhaftige Gegenwart Christi in der konsekrierten Hostie und im konsekrierten Wein hin. Grund ist vor allem der ehrfurchtslose und unsorgfältige Umgang mit dem Allerheiligsten. Früher hat man das Allerheiligste mit unermesslicher Ehrfurcht umgeben und mit größter Sorgfalt behandelt. Im neuen Messritus sind die meisten Ehrfurchtsbezeugungen entweder gestrichen oder freigestellt worden. Im altehrwürdigen wahrhaft katholischen Messritus berührte der Priester nur mit Daumen und Zeigefinger, die bei der Priesterweihe eigens dafür gesalbt wurden, die konsekrierte Hostie. Damit auch ja kein Teilchen des Allerheiligsten verlorengeht, das an den Fingern hängen geblieben ist, hält der Priester Daumen und Zeigefinger zusammen, von der Wandlung bis zur Purifikation. Bei der Purifikation nach der Kommunion des gläubigen Volkes werden die vier Fingerspitzen (des Daumens und des Zeigefingers einer jeden Hand) über dem Kelch mit Wein und Wasser übergossen, sodass die Partikel der Hostie, die sich an den Fingern befanden, zusammen mit dem Wein und dem Wasser vom Priester zu sich genommen werden können. Nur die gesalbten Finger eines geweihten Priesters, der allein für Christus lebt, durften früher die hl. Hostie berühren und sie den Gläubigen schenken. Die Gläubigen empfingen den Herrn ehrfürchtig und demütig kniend in den Mund. Ihnen wurde die Kommunionpatene untergehalten, sodass die Teilchen der hl. Hostie, die sich von ihr lösten, nicht auf den B den fallen konnten. Zusammen mit den Partikeln des Allerheiligsten an seinen Fingern nahm sie der Priester dann zu sich. Die Ehrfurcht und Sorgfalt im Umgang mit dem Allerheiligsten war für die Kirche immer selbstverständlich. Der hl. Cyrill von Jerusalem (313-386) mahnte die Gläubigen, darauf zu achten, dass beim Kommunionempfang kein Teilchen zu Boden falle: "Habe acht, dass dir nichts davon auf den Boden falle. Was du davon fallen ließest, wäre natürlich so viel als Verlust eines deiner eigenen Glieder. Sage mir doch: Würdest du nicht, wenn dir jemand Goldstaub gäbe, denselben recht sorgfältig aufheben, damit ja nichts verloren gehe und du keinen Schaden erleidest? Solltest du also nicht viel mehr darauf bedacht sein, dass dir kein Brosämlein von dem verloren gehe, was kostbarer ist als Gold und Edelstein?" (5. Mystagogische Katechese 21. Bibliothek der Kirchenväter, Kempten-München. Bd. 41 (1922) S. 390 f.). Über die Art der Kommunionspendung in der frühen Kirche schreibt P. Matthias Gaudron: "In einigen Teilen der alten Kirche hat es zwar die Handkommunion gegeben, aus Beschreibungen und Bildern wissen wir aber, dass diese ganz anders praktiziert wurde, als es heute üblich ist. Der Kommunikant trat nämlich in gebeugter Haltung zum Empfang hinzu. Voraus gingen Gebärden der Anbetung, wie das Ausstrecken der Hände oder Kniebeugen. Die Hände mussten gewaschen, in Kreuzesform übereinandergelegt und von den Frauen zudem mit einem Tuch verhüllt werden, was später zum Teil auch die Männer übernahmen. Der Priester legte dem Gläubigen die hl. Hostie auf die rechte (!) Hand und dieser nahm sie dann mit dem Mund auf, ohne sie mit den Fingern zu ergreifen. Das heute übliche Ergreifen der Hostie mit der rechten Hand stellt dagegen eine in Bezug auf den Herrenleib unangemessene Geste der Besitzergreifung und des sich Ermächtigens dar. [...] Ab dem 5./6. Jahrhundert wurde die Handkommunion mehr und mehr durch die Mundkommunion ersetzt, die seit dem 9. Jahrhundert die allgemein übliche Spendung war. Die Handkommunion lässt sich nach 800 nur noch als Privileg der Kleriker nachweisen. Beachtenswert dabei ist, dass dies ohne 'Dekretierung von oben' geschah, sich also gewissermaßen von selbst durchsetzte, weil es dem Glaubenssinn entsprach."


Fazit

Die Kardinäle Alfredo Ottaviani und Antonio Bacci stellten in ihrer "Kurzen kritischen Untersuchung des neuen 'ordo missae'" fest, dass der neue Messritus, der im Auftrag des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-65) herausgegeben wurde, „sowohl im Ganzen wie in den Einzelheiten ein auffallendes Abrücken von der katholischen Theologie der hl. Messe“ (Deutsche Übersetzung von Inge Köck. Schriftenreihe der Una Voce – Deutschland. Heft 4/1969, S. 2) darstellt. Erzbischof Marcel Lefebvre wies am 29. Dezember 1975 in einem Vortrag in Barcelona auf das Mahlverständnis hin, das durch den neuen Messritus ausgedrückt wird: "Handelt es sich nur noch um eine Mahlzeit, dann wendet man sein Antlitz nicht von den Mahlgenossen ab. Im Gegenteil, man wendet sich ihnen natürlich zu, von Angesicht zu Angesicht. Ebenso wird man den Gläubigen auch nicht das Essen in den Mund stecken, wie bei kleinen Kindern. Das erklärt die Handkommunion. Auf diese Weise sind diese liturgischen Neuerungen sehr gut zu verstehen." Kardinal "Oddi [...] urteilte über die Neue Messe so: ‚Ich habe den Eindruck, daß man für all diese Liturgiereformen keine Personen ausgesucht hat, die sich besonders um die Reinheit des Dogmas und der Lehre sorgten. Sie wollten die Dinge so präsentieren, daß sie bei anderen Anklang fanden. Grund dafür war ein falsches Verständnis von Ökumene.‘ [30 Tage Juli/August 1991, S. 17f] Ebenso wertete Kardinal Stickler vor kurzem das Ergebnis dieser Veränderungen in einem Interview mit einer amerikanischen Zeitung auf angemessene Weise: Hier liege keine Reform, sondern eine Zerstörung vor (‚not a reform, but really a destrucion‘); in der Messe Pauls VI. sei ‚das Opfer umgeformt worden zu etwas, das man als ein Mahl bezeichnen könnte‘ (‚the sacrifice is transformed into what could be termed a meal‘). [Cardinal Alfons Stickler, The Attractiveness of the Tridentine Mass, The Latin Mass Summer 1995, S. 12, 16f]" (Heinz-Lothar Barth, Keine Einheit ohne Wahrheit! - Überlegungen zur antichristlichen Ideologie des Ökumenismus Teil I, Stuttgart 1999, S. 30) "Orthodoxe und Orientalen stehen nicht an, diese ‚erneuerte‘ Liturgie als regelrecht häretisch zu bezeichnen. Dieses Verdikt äußerten die Mönche von Athos gegenüber Wolfgang Waldstein, einem bekannten Gelehrten des Römischen Rechts [Wolfgang Waldstein, Die Liturgische Bewegung von Dom Guéranger vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil, Una Voce Korrespondenz 26,4/1996, S. 226]. So urteilte ein Vertreter des (schismatischen) koptischen Patriarchen von Alexandrien, der sich zum Stand des Dialogs mit folgenden Worten an die Adresse Roms wandte: ‚Wir können uns über das Dogma einigen, aber wenn Sie die Messe feiern, indem Sie sich von der von den Aposteln übernommenen Liturgie entfernen, ist das eine Häresie, die viel schwerer wiegt als Abweichungen in der Lehre.‘ [Didier Rance, Chrétiens du Moyen-Orient – Témoins de la Croix, Aide à l’Église en détresse, Issoudun 1990, S. 127 (eigene Übersetzung)]" (Heinz-Lothar Barth, Keine Einheit ohne Wahrheit! - Überlegungen zur antichristlichen Ideologie des Ökumenismus Teil I, Stuttgart 1999, S. 31). Mit dem neuen Messritus hat man eine über Jahrhunderte organisch gewachsene erhabene, zeitlose, dem Geschehen auf dem Altar höchst angemessene, tiefe, mystische Liturgie gegen eine neue, oberflächliche, geschaffene Liturgie ausgetauscht. Der neue Messritus widerspricht unserem Glauben und ist eine Beleidigung Gottes. Deshalb können wir ihn nicht besuchen.
« Letzte Änderung: 21. Februar 2012, 22:52:48 von ChrS »
"Ich sehe nicht, inwiefern die lehrmäßige Festigkeit im Widerspruch stünde zur geschmeidigen, erfinderischen, ja sogar kühnen Liebe [...], wie die doktrinale Unbeugsamkeit im Gegensatz stehen sollte zu herzlichem Mitleid" (Bischof Alfonso de Galarreta FSSPX, Ecône, 29.6.2011).

3Rad

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Re:Gespräche zwischen Rom und der Piusbruderschaft
« Antwort #18 am: 22. Februar 2012, 08:45:48 »
Bitte den Beitrag wegen deutlicher Themenverfehlung und Unbelehrbarkeit schließen.

Um es einmal noch deutlicher zu sagen –eure Meinung über oder gegen die Piusbruderschaft INTERESSIERT NICHT. Hier wurde bis zum endgültigen Entscheid ein Still- und Innehalten vereinbart, ich bitte nochmalig darum sich daran zu halten.

Hier geht es nur um über den Stand der aktuellen Geschehnisse zu informieren.

Fakt ist und das alleine zählt.
Die Versöhnung ist das Ziel und nicht die Rechthaberei, ich sehe in keinem Eurer Beiträge nur ansatzweise ersteres als zentralen Punkt. Bischof Fellay und unser Papst sehen die unterschiedlichen Standpunkte nicht unüberwindbar, wozu diese hier künstlich aufbauschen?

Rom ist am Zug, um über die Antworten der Bruderschaft zu beraten und nicht wir.

Offline Marcel

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Re:Gespräche zwischen Rom und der Piusbruderschaft
« Antwort #19 am: 22. Februar 2012, 08:51:49 »
Lieber Marcel, lieber Laus Deo,
hier eine Erklärung zur Ablehnung der neuen Messe:

Ja, vielen Dank. Mir kommt dieser Text irgendwie bekannt vor. Er stammt wahr-
scheinlich von der FSSPX, denke ich mal.

Man muß m. E. aber anerkennen, daß die neue Messe die derzeit (!) gültige und
»ordentliche« Form der hl. Messe in der katholischen Kirche ist, auch wenn sie im
Vergleich zur »außerordentlichen« Form (alte, lateinische Messe) mit einigen Män-
geln und Schwächen behaftet ist.

Ich selbst besuche die alte und die neue Messe. Zum Glück wird hier in der Stadt
eine lateinische Messe am Sonntag gefeiert, so daß man damit auch seiner Sonn-
tagspflicht in der außerordentlichen Form des römischen Ritus nachkommen kann.
An Wochentagen gehe ich gelegentlich zur neuen Messe hier in unserer Gemeinde
(in der leider keine lateinischen Messen gefeiert werden).

Marcel
« Letzte Änderung: 22. Februar 2012, 09:07:59 von Marcel »
In te, Domine, speravi:
non confundar in aeternum.

 

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