Autor Thema: Gespräche zwischen Rom und der Piusbruderschaft  (Gelesen 70252 mal)

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Offline ChrS

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Re:Gespräche zwischen Rom und der Piusbruderschaft
« Antwort #32 am: 25. Februar 2012, 16:52:28 »
Lieber Marcel,

in der Tat wurde auf dem II. Vatikanum kein Dogma verkündet. Joseph Kardinal Ratzinger hielt am 13. Juli 1988 eine Rede vor den Bischöfen von Chile, in der er u.a. sagte: "Die Wahrheit ist, daß das Konzil selbst kein Dogma definiert hat und sich bewußt in einem niedrigeren Rang als reines Pastoralkonzil ausdrücken wollte; trotzdem interpretieren es viele, als wäre es fast das Superdogma, das allen anderen die Bedeutung nimmt." "Lumen gentium" z.B. ist eine dogmatische Konstitution - wie Du angemerkt hast - aber dogmatische Konstitution heißt nicht, dass es ein Dogma ist, sondern lediglich das es ein theologisches Dokument ist und nicht ein Praktisches.

Das II. Vatikanum hat die Aufklärungsphilosophie angenommen, worauf die gesamte moderne Welt basiert und wonach der Mensch Maß und Mittelpunkt aller Dinge ist. Sehr schön wird das in Kapitel 12 von "Gaudium et spes" deutlich: „Die Gläubigen und die Ungläubigen sind sich darin einig, dass alle Bemühungen der Menschheit auf den Menschen als Zentrum und Höhepunkt ausgerichtet sind.“ Das Konzil hat den liberalen Katholizismus abgesegnet, dessen Merkmal die Zusammenhanglosigkeit ist. Man vertritt nicht mehr ein ganzheitlich in sich geschlossenes katholisches Weltbild. Wenn nun der Heilige Vater in der von Dir zitierten Weihnachtsansprache sagt, man müsste die Lehren II. Vatikanums so verstehen, dass sie in Kontinuität mit der Überlieferung stehen, dann hat er Recht. Man kann nicht hergehen und seine eigenen Vorstellungen in die Lehre hineininterpretieren. In der gleichen Ansprache sagt der Papst, dass oftmals nur der Grundsatz einer Lehre (gemeint sind hier freilich nicht die Glaubenswahrheiten) bleiben kann, aber nicht die konkrete Ausprägung, die oftmals zeitlich bedingt sei. Auch da hat er Recht und Erzbischof Lefebvre würde diesen allgemeinen Ausführungen zustimmen. Erzbischof Lefebvre sagte in seinem Vortrag am 22. Oktober 1974 in Wien: „Ohne Zweifel wird es notwendige Anpassungen geben. Die Prinzipien bleiben allerdings dieselben.“ Leider kann man aber gewisse Punkte in den Konzilstexten nicht so auslegen, dass in Einklang mit der Überlieferung zu bringen sind. Gewisse Punkte der Konzilslehre stehen der überlieferten Lehre diametral entgegen und man hat folglich nicht nur das zeitlich Bedingte, sondern den Grundsatz aufgegeben.
"Ich sehe nicht, inwiefern die lehrmäßige Festigkeit im Widerspruch stünde zur geschmeidigen, erfinderischen, ja sogar kühnen Liebe [...], wie die doktrinale Unbeugsamkeit im Gegensatz stehen sollte zu herzlichem Mitleid" (Bischof Alfonso de Galarreta FSSPX, Ecône, 29.6.2011).

Offline Marcel

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Re:Gespräche zwischen Rom und der Piusbruderschaft
« Antwort #33 am: 25. Februar 2012, 19:52:55 »
in der Tat wurde auf dem II. Vatikanum kein Dogma verkündet. Joseph Kardinal Ratzinger hielt am 13. Juli 1988 eine Rede vor den Bischöfen von Chile, in der er u.a. sagte: "Die Wahrheit ist, daß das Konzil selbst kein Dogma definiert hat und sich bewußt in einem niedrigeren Rang als reines Pastoralkonzil ausdrücken wollte; trotzdem interpretieren es viele, als wäre es fast das Superdogma, das allen anderen die Bedeutung nimmt."

Vielen Dank, lieber ChrS, für das Heraussuchen der Quelle für diesen Satz, der mir bei
unserer Diskussion in den Sinn kam.

Zitat
Das II. Vatikanum hat die Aufklärungsphilosophie angenommen, (...)

Na ja, ich würde sagen: »zum Teil angenommen«. Insofern könnte man mit Papst Paul VI.
vom Rauch Satans sprechen, der durch irgendeinen Riß in den Tempel Gottes eingedrun-
gen ist (wobei ich jetzt nicht weiß, worauf sich diese seine Aussage von 1972 genau bezog).

Auf dem Konzil gab es natürlich verschiedene Richtungen, die sich dann bei der Aus-
arbeitung der Endfassungen der Texte irgendwie einigen mußten. Das merkt man den
Dokumenten auch gelegentlich an.

Zitat
(...) worauf die gesamte moderne Welt basiert und wonach der Mensch Maß und
Mittelpunkt aller Dinge ist. Sehr schön wird das in Kapitel 12 von "Gaudium et spes" deutlich:
„Die Gläubigen und die Ungläubigen sind sich darin einig, dass alle Bemühungen der
Menschheit auf den Menschen als Zentrum und Höhepunkt ausgerichtet sind.“

Ich weiß nicht, ob man das so sehen kann, daß damit Gott ausgeblendet werden soll:
wahrscheinlich handelt es sich hierbei zunächst nur um eine Feststellung über das all-
gemeine Bemühen der Menschheit, wie es nun einmal ist.

(Auf der ▶ Vatikan-Website liest sich das in Nr. 12  übrigens so:
Es ist fast einmütige Auffassung der Gläubigen und der Nichtgläubigen, daß alles auf
Erden auf den Menschen als seinen Mittel- und Höhepunkt hinzuordnen ist.)


Man sollte hier nicht nur einen einzelnen Satz zitieren, sondern die Sache im Zusammen-
hang sehen, denn in der Folge wird dann ausgeführt (noch Nr. 12):

Die Heilige Schrift lehrt nämlich, daß der Mensch "nach dem Bild Gottes" geschaffen ist,
fähig, seinen Schöpfer zu erkennen und zu lieben, von ihm zum Herrn über alle irdischen
Geschöpfe gesetzt, um sie in Verherrlichung Gottes zu beherrschen und zu nutzen.


Und in Nr. 13 (»Die Sünde«) dann:

Obwohl in Gerechtigkeit von Gott begründet, hat der Mensch unter dem Einfluß des
Bösen gleich von Anfang der Geschichte an durch Auflehnung gegen Gott und den
Willen, sein Ziel außerhalb Gottes zu erreichen, seine Freiheit mißbraucht.

"Obwohl sie Gott erkannten, haben sie ihn nicht als Gott verherrlicht, sondern ihr un-
verständiges Herz wurde verfinstert, und sie dienten den Geschöpfen statt dem Schöp-
fer". (vgl. Röm 1,21–25)




Ich denke, lieber ChrS, wir sollten hier aufhören. Ich habe verstanden, was Du (und die Pius-
bruderschaft, damals mit ihrem Erzbischof Lefebvre und auch heute noch) meinst, aber ich
glaube, wir kommen so schnell nicht zusammen – und der Papst mit der Bruderschaft m. E.
auch nicht (hier ist noch viel Gebet erforderlich).

Marcel
« Letzte Änderung: 25. Februar 2012, 20:16:16 von Marcel »
In te, Domine, speravi:
non confundar in aeternum.

Offline ChrS

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Re:Gespräche zwischen Rom und der Piusbruderschaft
« Antwort #34 am: 27. Februar 2012, 09:11:29 »
Lieber Marcel,

auch im Zusammenhang betrachtet, ist Nr.12 von "Gaudium et spes" genau das, was die Aufklärungsideologie lehrt und darum abzulehnen, auch wenn es in einen christlichen Kontext eingebettet ist. Diese krankhafte Selbstvergötterung des Menschen ist einfach widerlich. Interessant ist die Ansicht von Kardinal Ratzinger zu "Gaudium et spes". Er gibt durchaus die Diskontinuität mit der überlieferten Lehre zu: "Wenn man nach einer Gesamtdiagnose für den Text (von Gaudium et spes) sucht, könnte man sagen, dass er (in Verbindung mit den Texten über Religionsfreiheit und über die Weltreligionen) eine Revision des Syllabus Pius’ IX., eine Art Gegensyllabus, darstellt" (Joseph Kardinal Ratzinger, Theologische Prinzipienlehre, Erich Wewel Verlag, 1982, S. 398). Und: "[Begnügen wir uns hier mit der Feststellung, dass] der Text die Rolle eines Gegensyllabus spielt und insofern den Versuch einer offiziellen Versöhnung der Kirche mit der seit 1789 gewordenen neuen Zeit darstellt" (Theologische Prinzipienlehre, S. 399). Der progressistische Kardinal Suenens soll gesagt haben: "Das Vatikanum II ist das 89 der Kirche." Auch Hw. Prof. Dr. Arnold Angenendet spricht von einer "Revolution", die auf dem II. Vatikanum stattgefunden hat (vgl. Arnold Angenendt, Toleranz und Gewalt - Das Christentum zwischen Bibel und Schwert, Münster 2009, S. 152).

Der Mensch wurde aus dem Paradies vertrieben weil er meinte, dass er den lieben Gott nicht braucht. Das ist die Ursünde, dass wir meinen, wir brauchen den lieben Gott nicht, weil wir ohne ihn besser leben können. In unserer Zeit ist das selbstverständlich geworden, dass der hochmütige Mensch sich über alles stellt, sich an die Stelle Gottes setzt. Dadurch, dass sich der Mensch über alles stellt, kommt er zu einer verkehrten Sicht der Dinge. Der Mensch meint dann, er sei das Wichtigste. In Wirklichkeit steht Gott über allem und der Glaube ist das Wichtigste. Der Mensch kommt nur in den Himmel, wenn er sich zum katholischen Glauben bekennt und nach diesem Glauben auch lebt. Früher waren sich die Menschen noch bewusst, dass der Glaube über allem steht und das man ihn verteidigen muss. Früher basierten die Staaten auf der katholischen Religion (auf den Gottesrechten), heute basieren sie auf den Menschenrechten, die Ausdruck der Selbstvergötterung des Menschen sind. Früher wurde das staatliche Fundament durch die Heilige Inquisition geschützt, die jene Menschen strafrechtlich verfolgte, die Irrlehren verbreiteten und Seelenmord begingen. Heute wird das staatliche Fundament vom Verfassungsschutz bewahrt, der jene Menschen verfolgt, die die Verfassung (deren Kern die Menschenrechte bilden) angreifen. Dazu sei gesagt, dass die Menschenrechte angenommen werden können, wenn sie in einem katholischen Sinn ausgelegt werden. Früher zog man für den wahren Glauben in den Krieg, z.B. gab es die Kreuzzüge. Man wollte mit ihnen die Heiligen Stätten in Jerusalem aus der Hand der Ungläubigen befreien, die sie schändeten. Das war früher selbstverständlich. Man hat auch die falschen Religionen in ihrer öffentlichen Ausübung eingeschränkt, weil sie die Menschen von der wahren Religion abbringen und auf Irrwege führen können. Der Christ darf Gewalt nur zum Schutz ausüben. Wenn z.B. jemand einen anderen ermorden will, dann muss man ihn davon wenn nötig auch gewaltsam abhalten. Ebenso ist es, wenn man durch Irrlehren Seelenmord begeht, der ja weitaus schlimmer ist. Inquisitoren wurden auch heiliggesprochen (Pius V., Petrus von Verona, Robert Bellarmin) . Heute, da der Mensch über allem steht, sagt man, die Heilige Inquisition und die Kreuzzüge und die Ablehnung der Religionsfreiheit seien Verbrechen gewesen.  
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Offline Laus Deo

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Re:Gespräche zwischen Rom und der Piusbruderschaft
« Antwort #35 am: 27. Februar 2012, 10:18:37 »
Mein lieber ChrS
Was soll diese Aussage: Früher zog man für den wahren Glauben in den Krieg, z.B. gab es die Kreuzzüge. Man wollte mit ihnen die Heiligen Stätten in Jerusalem aus der Hand der Ungläubigen befreien, die sie schändeten. Das war früher selbstverständlich. Man hat auch die falschen Religionen in ihrer öffentlichen Ausübung eingeschränkt, weil sie die Menschen von der wahren Religion abbringen und auf Irrwege führen können?????????????????????????

Die Kreuzzüge waren riesen Fehler welche man im Nachhinein auch eingesehen hat. Oder willst du die Gräultaten an unschuldigen Kindern und Frauen noch gutheissen? Für mich ist Jerusalem auch die HEILIGE CHRISTLICHE STADT, aber unsere Religion ist es nicht mit dem Schwert zu erobern sondern mit dem Glauben, der Güte. Oder sind wir Muslime? Ich selber bin oft zorrnig gegen die Ungläubigen und würde oft auch gerne so handeln wie du schreibst, doch dann wäre ich kein Christ. Was sagt Jesus dazu????: Liebe deine Feinde!!! Was sagte Jesus als sein Jüngern das Schwert gegen die Römer zog??? Sorry mein Lieber Freund aber wenn du meinst mit Gewalt erreicht man was, dann kennst du unsere Religion überhaupt nicht. Meinst du wirklich wenn die Kreuzzüge Gotteswillen gewessen wären, hätten wir sie verloren??? Nein Gott hätte die Feinde vernichtet. Wir Christen MÜSSEN uns verteidigen wenn es um unser Leben oder das Leben unser Mitmenschen geht, aber das was du unter Verteidigung verstehst indem man Ungläubige mit dem Schwert bekehrt, dass ist die Verteidigung des Islames. Auch wenn die Muslime so immer mehr und mächtiger werden, JESUS WIRD KOMMEN ZU RICHTEN DIE LEBENDEN UND DIE TOTEN! Ich habe keine Angst, denn wenn wir unseren Glauben leben und zwar nicht nur aus Riten sondern von Herren durch Gebet, Ehrfurcht, Heilige Messe ect aber vorallem durch GUTE TATEN dann wird die Welt sich bekehren. DER WILLE GOTTES SOLL GESCHEHEN UND NICHT DER UNSERE! AMEN
Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.
Johannes 14,6

Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.
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Re:Gespräche zwischen Rom und der Piusbruderschaft
« Antwort #36 am: 27. Februar 2012, 12:24:44 »

Lieber Laus Deo,

Du musst unterscheiden zwischen Willkürgewalt und Schutzgewalt. Die Willkürgewalt ist Christen verboten, aber die Schutzgewalt ist ihre Pflicht. Das hat nichts mit Hass auf andere zu tun, denn der göttliche Lehrer hat uns gemahnt: "Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen" (Mt 5,44). Es gehört zur Verantwortung Schutzgewalt auszuüben. Wenn der Staat keine Schutzgewalt mehr ausübt, mit der er die Einhaltung der Gesetze garantiert, dann wird Anarchie herrschen. 

Der selige Papst Urban II. rief zum 1095 auf der Synode von Clermont zum ersten Kreuzzug auf, um (1.) die Heiligen Stätten aus den Händen der Heiden zu befreien, die sie schändeten, um (2.) der Kirche im Osten zur Hilfe zu eilen, die am Rande der Zerstörung durch die Mohammedaner stand und um (3.) die Pilger aus dem Westen zu schützen, die immer wieder von den Mohammedanern ermordet wurden. 1099 wurde Jerusalem dann von den Kreuzfahrern erobert. 

Zitat
Wir Christen MÜSSEN uns verteidigen wenn es um unser Leben oder das Leben unser Mitmenschen geht...

Wir Christen müssen v.a. auch den wahren Glauben verteidigen!

Zitat
...aber das was du unter Verteidigung verstehst indem man Ungläubige mit dem Schwert bekehrt, dass ist die Verteidigung des Islames.

Die Zwangsmissionierung wurde von der Kirche immer abgelehnt und auch ich vertrete sie nicht, denn - um es mit Augustinus zu sagen - glauben kann der Mensch nur freiwillig. Ein Mensch kommt nicht in den Himmel, weil er den Glauben zwanghaft annahm. Die innere, psychologische Freiheit, die Willensfreiheit und auch die unterschiedslose Religionsfreiheit im Privatbereich steht außer Frage. Die Kirche lehnte dagegen bis zum II. Vatikanum immer die uneingeschränkte öffentliche unterschiedslose Religionsfreiheit als Ideal und Menschenrecht ab und lehrte das Ideal vom katholischen Staat, in dem geistliche und weltliche Gewalt in harmonischen Beziehungen stehen.
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Re:Gespräche zwischen Rom und der Piusbruderschaft
« Antwort #37 am: 27. Februar 2012, 14:58:27 »
In vielem denke ich wie du, doch mein Herz sagt mir, dass Jesus anderst ist. Denkst du in der heutigen Zeit können wir mit Gewalt den wahren Glauben verteidigen. Schau mal, in der heutigen Zeit des Internetes, kann man sich über alles informieren, man findet seriöse Katholische Seiten und Seiten von Irrglaube ect. wie willst du das bekämpfen. Gott hat jedem die Freiheit überlassen selber zu entscheiden wie er leben will. Jeder muss für sein Leben Rechenschaft ablegen. Persönlich finde ich die Laschheit und alles auch zum Kotzen aber mit Gewalt erreichst du nichts. Papst Urban II würde glaube ich in der heutigen Zeit auch keinen Kreuzzug mehr ausrufen, DENN ES IST NIEMALS GOTTESWILLEN, Leute zu töten! Jerusalem fehlt mir auch, doch wenn es Gotteswille ist, wird sie eines Tages wieder in CHRISTLICHER HAND SEIN, doch ich denke wäre es sein Wille gewesen, hätten wir alle Kreuzzüge gewonnen.
Wir Christen können die Heiden und Ungläubigen nur bekehren, in dem wir unseren Glauben vorleben. Nicht wenn wir einfach Sagen so und so sollte es sein.

Nochmals ich selber würde am liebste diese Welt von den Moslemen befreien und alle zur Katholischen Kirche bekehren aber das ist nicht Gotteswille, den er will das man durch Werke und Taten bekehrt und nicht durch Gewalt.
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Re:Gespräche zwischen Rom und der Piusbruderschaft
« Antwort #38 am: 27. Februar 2012, 19:31:27 »

Das Problem besteht heute darin, dass man das eine gegen das andere ausspielt. Selbst die konservativeren Katholiken, die noch nach Heiligkeit streben wollen, haben kein ganzheitlich in sich geschlossenes katholisches Weltbild. Sie sind zwar fromm im Privatbereich und auch in der Öffentlichkeit. Wenn es aber darum geht, unerschrocken die Rechte Gottes in der Gesellschaft einzufordern, dann schlagen sie sich lieber auf die Seite derer, die die liberalen Freiheitsrechte verteidigen, obwohl sie eine schwere Beleidigung Gottes sind, weil sie Ausdruck einer falschen Vorstellung von Freiheit sind, einer Illusion der Aufklärer. Es gibt kein Recht auf eine Freiheit, die nicht an das Gute gebunden ist. Die Wahrheit aber ist das erste Gute, weil sie uns zeigt, was wahrhaftig gut ist. Nicht nur der Einzelne, sondern auch die Gesellschaften müssen das göttliche Gesetz berücksichtigen. Die Kirche bekehrte die Einzelnen und sie trugen den Glauben in ihre Familien. Die Familien trugen dann den Glauben in die Gesellschaft. Die Pflicht der staatlichen Gewalt ist es, die einzig wahre und alleinseligmachende Religion zu schützen und zu fördern und die Irrtümer zum Schutze der Gesellschaft zu unterdrücken. Das geht freilich nur in einem Staat, in dem die große Mehrheit katholisch ist. In Deutschland geht das z.B. nicht. Aber ein Ideal bleibt ein Ideal das angestrebt werden muss, auch wenn dessen Verwirklichung außer Reichweite scheint.   

Noch was zur Heiligen Inquisition zu ihrem besseren Verständnis. Hans Conrad Zander, bezeichnet in seinem sehr lehrreichen und unterhaltsamen Buch „Kurzgefasste Verteidigung der Heiligen Inquisition“, in dem er nachweist, dass die Inquisition jung und fortschrittlich, frauenfreundlich, effizient und heilig war und darüber hinaus recht hatte, die „Ketzerverfolgung“ als „modern gesagt: Verfassungsschutz“, als gerichtliche „Verfolgung von religiösen Extremisten“ („Kurzgefasste Verteidigung der Heiligen Inquisition“, München 2007, S. 7f). „Seit Jahrhunderten war ja für den mittelalterlichen Menschen der katholische Glaube genau das, was für uns heute die freiheitlich-demokratische Grundordnung ist. Niemand brauchte ein eifriger Katholik zu sein, ein minimalkatholisches Einvernehmen aber hatte jahrhundertelang Europa so zusammengehalten wie heute der minimaldemokratische Konformismus. Wo dieses Einvernehmen endete, genau da allerdings war jene Grenze der Toleranz erreicht, die jede Gesellschaft braucht. Sogar eine westliche Gesellschaft. Die westliche Gesellschaft des Mittelalters war genauso wie die unsrige heute auch“ (Ebd., S. 11).

Zitat
...mein Herz sagt mir, dass Jesus anderst ist.

Der Heilige Vater schreibt im Vorwort des ersten Bandes seiner Trilogie über "Jesus von Nazareth", dass mehr oder weniger jeder seinen eigenen Christus rekonstruiert hat: "Wer mehrere dieser Rekonstruktionen nebeneinander liest, kann alsbald feststellen, dass sie weit mehr Fotografien der Autoren und ihrer Ideale sind als Freilegung einer undeutlich gewordenen Ikone." Das, was Dein Herz Dir sagt, muss wohl mit Vorsicht genossen werden, da Du, wie wir alle, durch und durch subjektiv geprägt bist durch Erziehung, Zeitgeist, soziales Umfeld usw.

Zitat
DENN ES IST NIEMALS GOTTESWILLEN, Leute zu töten

Es gibt den gerechten Krieg. Das ist der Verteidigungskrieg. Der selige Papst Urban II. hat zu Recht zum ersten heiligen Kreuzzug aufgerufen, nicht um irgendjemanden zu schaden, sondern um die Heiligen Stätten und die Christgläubigen zu schützen. Mit der Gnade Gottes war dieser Kreuzzug ein Erfolg.   

Zitat
Wir Christen können die Heiden und Ungläubigen nur bekehren, in dem wir unseren Glauben vorleben.

Das ist selbstverständlich. Das ist das erste und wichtigste. Aber man darf das eine nicht gegen das andere ausspielen.
 
Zitat
er will das man durch Werke und Taten bekehrt und nicht durch Gewalt

Auch das ist selbstverständlich und wurde von der hl. Kirche niemals angezweifelt.
 
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Re:Gespräche zwischen Rom und der Piusbruderschaft
« Antwort #39 am: 27. Februar 2012, 19:56:20 »
Der grösste Teil wo du schreibst, stimme ich eigentlich zu NUR müssen wir da einfach realistisch sein. Konservativ bin ich eigentlich in vielen Dingen auch, nur ist ein ganz anders Zeitalter. Die Gesellschaft ist anders. Meine Frau ist Kroatin, ein Land welches 99% Katholiken hat, welches sehr Papsttreu ist und der Glaube auch eher verwurzelt ist als bei uns. Denoch ist das Interesse der Jugend nicht mehr das selbe wie vor 30 Jahren.... Du schreibst vom gerechten Krieg. Nur was ist ein gerechter Krieg? Meistens geht es bei jedem Krieg nur um Macht. Auch leider in der Kirche. Viele Menschen können leider nicht mit Macht umgehen. Und nochmals wenn es Gotteswille gewessen wäre, dann wäre JERUSALEM jetzt noch in unseren Händen, doch mit dem Schwert erreicht man das nicht was UNSER BARMHERZIGE GOTT WILL. Oder was will Jesus in der Bergpredig uns lernen? Der gerechte Krieg gilt wenn man wirklich angegriffen wird wie zum Beispiel die Aramäer und Armenier in der Türkei aber nicht um einem die Wahrheit zu bringen. ICH BIN AUCH DER ÜBERZEUGUNG DAS DER KATHOLISCHE GLAUBE DER EINZIG WAHRE GLAUBE IST, nur können wir das nicht so rüber bringen wie du das beschreibst. Und warum wir immer weniger Jugendliche haben welche in die Kirche gehen ist auch eine Schuld der Kirche und vorallem der Taditionisten. Heute muss man die Kirche und den Glauben zu den Jugendlichen bringen in einer Sprache welche sie versteht, ohne die Glaubenswahrheit zu verdrehen und das geht. In diesem Forum finde ich viele Berichte wo man auch als Jugendliche versteht. Aber wer denkt mit der Lateinischen Messe fühlt man die Kirchen wieder der lebt einfach in einer andern Welt!

Wir werden nie der gleichen Meinung, aber ich selber bin 31 Jahre alt, bin wirklich eher konservativ eingestellt aber prüfe alles mit meinem Geist, und wenn man beobachtet wie der Papst auch seine Hoffnung i die Jugend setzt mit den Weltjugendtagen, dem Youcat ect. dann weiss man, dass wir auch ohne Kriege den wahren Glauben weiter bringen, denn es gibt immer noch keine Religion welche mehr Gläubige hat als wir KATHOLIKEN!

JESUS IST BARMHERZIG, WAS ER IMMER WIEDER BEWISSEN HAT.

Wichtig ist es das wir Christen zusammenhalten wenn es gegen den Islam geht, aber vorallem wäre es wichtig das sich die Piusbruderschaft und die Orthodoxen wie die Anglikaner der Katholischen Kirche wieder anschliessen, DASS WÜRDE UNS STÄRKEN!
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