Autor Thema: Gebete einer großen Frau  (Gelesen 12707 mal)

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Anemone

  • Gast
Re:Gebete einer großen Frau
« Antwort #20 am: 18. Februar 2011, 19:55:14 »
Sehnsucht



   O meine Wonne, Herr aller geschaffenen Dinge und mein Gott! Wie lange muss ich noch warten, bis ich deine Gegenwart schaue? Welches Mittel bietest du jener, die auf Erden so wenig hat, um außer dir noch einige Ruhe zu finden? O langwieriges und peinliches Leben? O Leben, in dem man nicht lebt ...
   (Rufe der Seele 6)


   Aus diesem Gebet haben wir nur einen Abschnitt genommen. Die Sehnsucht bewegt und motiviert uns in vielen Stunden des Lebens; die Sehnsucht wird zu einer Kraft, die lange Zeit unseren Geist lebendig hält.

   Die Sehnsucht will Kontakt, sucht die Gegenwart des anderen ... und wenn sie keine Erfüllung findet, beginnt sie den Menschen Leid zu bereiten. Die Abwesenheit lässt uns die Sehnsucht als Wunde erleben, die - egal, was wir unternehmen - keine Heilung findet, bis der Geliebte bei uns ist.
   Nur die Gegenwart des Geliebten heilt die Wunde, die die Liebe verursacht hat.

   Der Mensch beginnt zu überlegen, ob es überhaupt gut ist, von einer solchen Sehnsucht nach Gott erfüllt zu sein. Ist es vielleicht besser, diese Sehsucht zu dämpfen und klein zu halten, um nicht so intensiv leiden zu müssen?
   In unserer Sehnsucht nach Gott werden wir lernen zu hoffen, ohne zu jammern, die tiefsten Wünsche unseres Herzens auszudrücken, ohne zu vergessen, dass wir warten sollen, solange es der Herr will.

   Wir erleben einen Gott, der anscheinend den Schmerz unserer Sehnsucht nicht kennt, sonst würde Er uns nicht so víel leiden lassen - oder will Er uns damit auf etwas aufmerksam machen? Für uns ist es wichtig, uns von diesen inneren Leiden durch die Abwesenheit nicht ablenken zu lassen und weiterhin zu wünschen, dass Gottes Wille geschehe ... auch wenn momentan meine Wunde nicht geheilt wird.

   Eine starke Sehnsucht ändert unsere Wertordnung und lässt uns manche Werte mit anderen Augen sehen. Teresa verachtet nicht das Leben, sie weiß sich von Gott als Mensch beschenkt und zeigt ihre Dankbarkeit.

   Nein, das Leben ist an sich nicht Kerker, der Mensch aber, der von einer lebendigen Sehnsucht nach Leben mit und bei Gott getragen ist, erlebt die Existenz hier auf Erden als Einengung, als Kette, die ihn daran hindert, zu Gott zu kommen ...
   Da er weiß, dass wir erst nach dem Tod bei Gott sein werden, beginnt er sich das Ende des Lebens zu wünschen als Tür zu Gott.
   O Tod, o Tod, ich weiß nicht, wie man dich fürchtet, da doch in dir das Leben ist!

   Ob das Leben lang oder kurz ist, hängt von der eigenen Einstellung ab. Wer nichts anderes wünscht, als Gott von Angesicht zu Angesicht zu sehen, dem kann etwas, was kurze Zeit dauert, lang vorkommen, da er vom Verlangen erfüllt ist, Gott direkt zu sehen
.

Anemone

  • Gast
Re:Gebete einer großen Frau
« Antwort #21 am: 20. Februar 2011, 13:25:00 »
Dein Wille geschehe



   Ja, dein Wille geschehe, Herr, es erfülle sich an mir alles, was du möchtest und wie du es wünschst. Willst du, dass es durch Leiden geschehe, so gib mir die Kraft und ich will sie ertragen. Willst du, dass es durch Verfolgung geschehe, durch Krankheit, Not oder durch Entbehrungen:
   Sieh, hier bin ich, mein Vater, ich werde nicht davor fliehen. Denn dein Sohn hat für uns alle, also auch für mich, den Willen in deine Hände gelegt. Daher wäre es Unrecht, wollte ich dieses Geschenk zurückweisen.
   Gib mir gnädig dein Reich, weil dein Sohn für mich darum gebeten hat, damit ich erfüllen kann, was Er dir für mich versprochen hat. Verfüge mit mir wie mit deinem Eigentum, so wie du willst.
   
   (Weg der Vollkommenheit 32,10)


   Eine genaue Lektüre der Seelenburgzeigt uns einen roten Faden, den Teresa als wesentlich bezeichnet und mit dem sie den langen Weg des Wachstums eines Menschen bis zur totalen Übereinstimmung des eigenen Willens mit dem Willen Gottes beschreibt.

   Das Gebet, das wir vor uns haben, stammt aus einer sehr fortgeschrittenen Phase auf diesem Weg. Wiederholt hat Teresa festgestellt, dass es in einer Du-Beziehung darum geht, den anderen in den Mittelpunkt zu stellen. Wer vom Du-Gott ergriffen ist, kann Ihn in den alltäglichen Situationen des Lebens entdecken. Alles kann ein Weg mit Ihm sein: Leiden, Verfolgungen, Krankheit, Erfolg, Anerkennung, Not, Applaus ...

   Diese Du-Beziehung ist bereits so fortgeschritten, dass das Du im Vordergrund steht; es geht nicht um die eigene Person, sondern um den anderen, um das Denken und Planen des anderen:
   Was du willst
   und wie du es wünschst ...
   Groß ist das Vertrauen des Menschen zu diesem Du-Gott, den der Mystiker erfahren hat: Da bin ich, bereit und verfügbar ... Wie Wachs in den Händen des Künstlers oder wie eine Tonmasse in den Händen des Töpfers.

   Der Grund dieser Hingabe ist nicht nur die Großzügigkeit des Menschen, sondern die Verbindung und die Solidarität mit dem Sohn Gottes. Wir erinnern uns an den mystischen Leib und die Verbindlichkeit, die daraus für alle Glieder wächst:
   Er hat zu dir gesagt "da bin ich", das tat Er auch in meinem Namen als Haupt des einen Leibes. Ich will dieses Wort halten und erfüllen, was Er dir in Seinem - auch in meinem Namen - versprochen hat.

   Die Bejahung des Willens Gottes mit mir zeigt meine Solidarität mit Jesus, der den Willen des Vaters in allem bejaht hat. Liebe zu Jesus bedeutet auch eine totale Offenheit gegenüber den Wegen und den Plänen Gottes mit mir.

   Der Gedanke - verfüge mit mir wie mit deinem Eigentum, so wie du willst - setzt sehr viel Vertrauen voraus. Eigentum eines anderen zu werden bedeutet ja, sich seinen Händen zu überlassen und bereit zu sein, seine Wünsche zu erfüllen. Die Bibel beschreibt diese innere Haltung mit den Worten:
   Dein Wille geschehe,
   aber nicht wie ich will, sondern wie du willst ...

   Teresa überlässt sich ganz dem Herrn, aus Vertrauen zu Ihm ist sie bereit, alle Situationen zu bejahen, die das Leben bringt.

   In einem Gedicht beschreibt sie ihre innere Haltung und bekundet ihre Bereitschaft, sich Gott zu überlassen:
   wenn du mich durch Krankheit führen willst,
   wenn Erfolg und Taborerlebnisse auf mich warten,
   wenn Wüste und Dunkelkeit mein tägliches Brot sind,
   wenn Verleumdung durch Menschen mich läutert,
wenn Anerkennung und Lob mich begleiten ...

   Teresa weiß sich in den Händen Gottes. Sie lebt aus dem Glauben, dass das was Gott ihr im Leben zumutet, nur Seinen liebevollen Umgang mit ihr zum Ausdruck bringt.
   Sie überlässt sich ganz dem Herrn.
   

Anemone

  • Gast
Re:Gebete einer großen Frau
« Antwort #22 am: 14. September 2011, 13:37:12 »
« Letzte Änderung: 14. September 2011, 13:38:56 von Anemone »

 

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