Autor Thema: GEDICHTE  (Gelesen 14702 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline amos

  • '
  • *****
  • Beiträge: 7169
  • Country: de
  • Geschlecht: Männlich
  • Mein Herr und mein Gott, ich lobe und preise dich.
  • Religionszugehörigkeit: Römisch-katholische Kirche
GEDICHTE
« am: 19. Februar 2012, 11:31:18 »
KARNEVAL

Auch uns, in Ehren sei's gesagt,
Hat einst der Karneval behagt,
Besonders und zu allermeist
In einer Stadt, die München heißt.
Wie reizend fand man dazumal
Ein menschenwarmes Festlokal,
Wie fleißig wurde über Nacht
Das Glas gefüllt und leer gemacht,

Und gingen wir im Schnee nach Haus,
War grad die frühe Messe aus,
Dann können gleich die frömmsten Frau'n
Sich negativ an uns erbau'n.

Die Zeit verging, das Alter kam,
Wir wurden sittsam, wurden zahm.
Nun sehn wir zwar noch ziemlich gern
Die Sach' uns an, doch nur von fern
(Ein Auge zu, Mundwinkel schief ;))
Durchs umgekehrte Perspektiv.

Wilhelm Busch
Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott, und Gott bleibt in ihm.
1. Joh. 4.16

Offline Gine

  • ***
  • Beiträge: 341
  • Country: de
  • Geschlecht: Weiblich
  • Religionszugehörigkeit: Konfessionslos
Re:GEDICHTE
« Antwort #1 am: 26. Februar 2012, 11:26:08 »
 jhlcu jhlcu jhlcu Supi Idee Amos.
Ich habe auch etwas, einen Auszug:

Ich hab Dich sooooo lieb!
Ich könnt Dir ohne Bedenken einen Backstein
aus meinem Ofen schenken...


J.Ringelnatz
« Letzte Änderung: 26. Februar 2012, 11:37:55 von Gine »
Manche Beiträge sind sogar menschenverachtend. Finsteres Mittelalter

Offline amos

  • '
  • *****
  • Beiträge: 7169
  • Country: de
  • Geschlecht: Männlich
  • Mein Herr und mein Gott, ich lobe und preise dich.
  • Religionszugehörigkeit: Römisch-katholische Kirche
Re:GEDICHTE
« Antwort #2 am: 26. Februar 2012, 11:35:47 »
ENTSAGUNG

Eins ist, was altergraue Zeiten lehren,
Und lehrt die Sonne, die erst heut getagt:
Des Menschen ewges Los, es heißt: entbehren,
Und kein Besitz, als den du dir versagt.

Die Speise, so erquicklich deinem Munde,
Beim frohen Fest genippter Götterwein,
Des Teuren Kuß auf deinem heißen Munde,
Dein wärs? Sieh zu! ob du vielmehr nicht sein.

Denn, der Natur alther notwendge Mächte,
Sie hassen, was sich freie Bahnen zieht,
Als vorenthalten ihrem ewgen Rechte,
Und reißens lauernd in ihr Machtgebiet.

All, was du hälst, davon bist du gehalten,
Und wo du herrschest, bist du auch der Knecht,
Es sieht Genuß sich vom Bedarf gespalten,
Und eine Pflicht knüpft sich an jedes Recht.

Nur was du abweist, kann dir wieder kommen.
Was du verschmähst, naht ewig schmeichelnd sich,
Und in dem Abschied, vom Besitz genommen,
Erhälst du dir das einzig deine: Dich!

Franz Grillparzer
Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott, und Gott bleibt in ihm.
1. Joh. 4.16

Offline amos

  • '
  • *****
  • Beiträge: 7169
  • Country: de
  • Geschlecht: Männlich
  • Mein Herr und mein Gott, ich lobe und preise dich.
  • Religionszugehörigkeit: Römisch-katholische Kirche
Antw:GEDICHTE
« Antwort #3 am: 01. April 2012, 11:20:54 »


CRUCIFIXUS

Am Kreuz hing sein gequält Gebeine,
Mit Blut besudelt und geschmäht;
Dann hat die stets jungfäulich reine
Natur das Schreckensbild verweht.

Doch die sich seine Jünger nannten,
Die formten es in Erz und Stein,
Und stellten's in des Tempels Düster
Und in die lichte Flur hinein.

So, jedem reinen Aug ein Schauder,
Ragt es herein in unsre Zeit;
Verewigend den alten Frevel,
Ein Bild der Unversöhnlichkeit.

Theodor Storm





Das Kreuz, ein Bild der Unversöhnlichkeit?
Ja, Theodor Storm (1817-1888) spricht
hier aus, was man in der Routine des Glau-
bensbekenntnisses vergessen kann. Das
Kreuz bleibt auch als Zeichen der Erlösung
das Kreuz: Ein Folterinstrument, erfunden
um einen Menschen langsam zu Tode zu
quälen. In der römischen Antike wurden
die Christen auch wegen ihres Zeichens
abgelehnt. Macht Theodor Storm sich
dieses Urteil zu eigen? Der Dichter war
Kind seiner Zeit und schwankte zeitlebens
zwischen Atheismus und Sehnsucht nach
Glauben. Auf jeden Fall erinnert er daran,
dass Karfreitag nicht Ostern - und der
Tod Jesu am Kreuz keine schnell erledigte
Durchgangsstation auf dem Weg zur Auf-
erstehung ist.



Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott, und Gott bleibt in ihm.
1. Joh. 4.16

Offline amos

  • '
  • *****
  • Beiträge: 7169
  • Country: de
  • Geschlecht: Männlich
  • Mein Herr und mein Gott, ich lobe und preise dich.
  • Religionszugehörigkeit: Römisch-katholische Kirche
Antw:GEDICHTE
« Antwort #4 am: 08. April 2012, 12:18:56 »
OSTERN

Vom Erdenstaub zu reinen, blauen Lüften
Dringt weit der Blick in ersten Frühlingstagen,
Und höher steigt der mächt'ge Sonnenwagen,
Die Erde sehnt nach Blättern sich und Düften,

Und heilige Geschichten uns dann sagen
Was sich geahnet in des Herzens Klüften.
Er ist erstanden aus den Todesgrüften,
Und wie vergebens war der Menschen Zagen,

Ja so ersteht die Welt der Himmelsgaben
Mit jedem Jahr neu, die Knospen brechen,
Und nichts ist unsrer Liebe zu erhaben,

Sie giebt uns alles in den Wonnebächen,
Die nach dem Eisgang Flur und Aug' durchgraben,
Das Unsichtbarste will zum Lichte sprechen.

Achim von Arnim
Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott, und Gott bleibt in ihm.
1. Joh. 4.16

Offline amos

  • '
  • *****
  • Beiträge: 7169
  • Country: de
  • Geschlecht: Männlich
  • Mein Herr und mein Gott, ich lobe und preise dich.
  • Religionszugehörigkeit: Römisch-katholische Kirche
Antw:GEDICHTE
« Antwort #5 am: 15. April 2012, 10:58:49 »
RESURRECTIO

Flut, die in Nebel steigt. Flut, die versinkt.
O Glück: das große Wasser, das mein Leben überschwemmte, sinkt, ertrinkt.
Schon wollen Hügel vor. Schon bricht gesänftigt aus geklärten Strudeln Fels und Land.
Bald wehen Birkenwimpel über windgesträhltem Sand.
O langes Dunkel. Stumme Fahrten zwischen Wolke, Nacht und Meer.
Nun wird die Erde neu. Nun gibt der Himmel aller Formen zarten Umriß her.
Herzlicht von Sonne, das sich noch auf gelben Wellen bäumt -
Bald kommt die Stunde, wo dein Gold in grünen Frühlingsmulden schäumt -
Schon tanzt im Feuerbogen, den der Morgen übern Himmel schlägt,
Die Taube, die im Mund das Ölblatt der Verheißung trägt.

Ernst Stadler


Ernst Stadler (1883 - 1914) hat diesem Gedicht den Titel "Auferstehung"
(lat. resurrectio) gegeben. Er spricht von einem persönlichen Auferstehungs-
Erlebnis. Der biblische Hintergrund ist eindeutig: nicht die österliche Aufer-
stehung, sondern die Sintflut-Geschichte gibt den Bildrahmen her.
Diesen biblischen Bezug enthüllt Stadler in den letzten beiden Zeilen:
Regenbogen und Taube mit Ölzweig sind am Ende der Noach-Geschichte
die Zeichen der Versöhnung von Gott und Mensch.
Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott, und Gott bleibt in ihm.
1. Joh. 4.16

Offline amos

  • '
  • *****
  • Beiträge: 7169
  • Country: de
  • Geschlecht: Männlich
  • Mein Herr und mein Gott, ich lobe und preise dich.
  • Religionszugehörigkeit: Römisch-katholische Kirche
Antw:GEDICHTE
« Antwort #6 am: 29. April 2012, 18:08:50 »


FRÜHLINGS-ANKUNFT

Grüner Schimmer spielet wieder
drüben über Wies' und Feld.
Frohe Hoffnung senkt sich nieder
auf die stumme, trübe Welt.
Ja, nach langen Winterleiden
kehrt der Frühling uns zurück,
will die Welt in Freude kleiden,
will uns bringen neues Glück.

Seht ein Schmetterling als Bote
zieht einher in Frühlingstracht,
meldet uns, dass alles Tote
nun zum Leben auferwacht.
Nur die Veilchen schüchtern wagen
aufzuschau'n zum Sonnenschein;
ist es doch, als ob sie fragen:
"Sollt' es denn schon Frühling sein?"

Seht, wie sich die Lerchen schwingen
in das blaue Himmelszelt!
Wie sie schwirren, wie sie singen
über uns herab ins Feld!
Alles Leid entflieht auf Erden
vor der Frühlings Freud' und Lust -
nun, so soll's auch Frühling werden,
Frühling auch in unsrer Brust!

HOFFMANN VON FALLERSLEBEN
Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott, und Gott bleibt in ihm.
1. Joh. 4.16

Offline amos

  • '
  • *****
  • Beiträge: 7169
  • Country: de
  • Geschlecht: Männlich
  • Mein Herr und mein Gott, ich lobe und preise dich.
  • Religionszugehörigkeit: Römisch-katholische Kirche
Antw:GEDICHTE
« Antwort #7 am: 06. Mai 2012, 11:04:33 »


FRÜHLINGSMAHL

Wer hat die weißen Tücher
Gebreitet über das Land?
Die weißen duftenden Tücher
Mit ihrem grünen Rand?

Und hat darüber gezogen
Das hohe blaue Zelt?
Darunter den bunten Teppich
Gelagert über das Feld?

Er ist es selbst gewesen,
Der gut reiche Wirt
Des Himmels und der Erden,
Der nimmer ärmer wird.

Er hat gedeckt die Tische
In seinem weiten Saal,
Und ruft was lebt und webet,
Zum großen Frühlingsmahl.

Wie strömt's aus allen Blüten
Herab von Strauch und Baum!
Und jede Blüt' ein Becher
Voll süßer Düfte Schaum.

Hört ihr des Wirtes Stimm?
"Heran, was kriecht und fliegt,
Was geht und steht auf Erden,
Was unter den Wogen sich wiegt!

Und du mein Himmelspilger,
Hier trinke trunken dich,
Und sinke selig nieder
Auf Knie und denk an mich!"

Wilhelm Müller
Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott, und Gott bleibt in ihm.
1. Joh. 4.16

 

Ähnliche Themen

  Betreff / Begonnen von Antworten Letzter Beitrag
21 Antworten
5667 Aufrufe
Letzter Beitrag 29. November 2019, 13:35:48
von Caelum




La Salette 1846



Suche in den Seiten Zeugen der Wahrheit

Wenn Sie nur ein Wort suchen, sollte es nicht links in der Menüauswahl stehen, weil es Ihnen die ganze Palette anzeigt.
Die Menüs sind auf jeder Seite vorhanden..

top

Du hörst die Stimme deines Gewissens: Es lobt, tadelt oder quält dich. Diese Stimme kannst du nicht los werden. Sie weist dich hin auf Gott, den unsichtbaren Gesetzgeber. Daher lässt das Gewissen uns nicht im Zweifel darüber, daß wir für unser Tun verantwortlich sind und daß wir einmal gerichtet werden. Jeder hat eine Seele, für die zu sorgen seine einzige Aufgabe in dieser Welt ist. Diese Welt ist nur eine Schranke, die uns vom Himmel oder der Hölle trennt. »Wir haben hier keine bleibende Stätte, sondern suchen die zukünftige.« (Hebr 13, 14)

Suche in den kath. Webseiten von:
Zeugen der Wahrheit
www.Jungfrau-der-Eucharistie.de www.maria-die-makellose.de
www.barbara-weigand.de
www.adoremus.de www.pater-pio.de
www.gebete.ch
www.gottliebtuns.com www.assisi.ch
www.adorare.ch www.das-haus-lazarus.ch www.wallfahrten.ch

"Die Zeit verrinnt, oh Mensch sei weise. Du tust NUR einmal diese Reise."
Eure Tage und Stunden auf dieser Erde sind gemessen an der Ewigkeit ein Wimpernschlag.

Dieses Forum ist mit folgenden Webseiten verlinkt
Zeugen der Wahrheit - www.assisi.ch - www.adorare.ch - Jungfrau.d.Eucharistie
www.wallfahrten.ch - www.gebete.ch - www.segenskreis.at - barbara-weigand.de
www.gottliebtuns.com- www.das-haus-lazarus.ch - www.pater-pio.de

www3.k-tv.org
www.k-tv.org
www.k-tv.at

K-TV der katholische Fernsehsender

Wahrheit bedeutet Kampf -
Irrtum ist kostenlos
.
Fürchtet nicht den Pfad der Wahrheit,
fürchtet den Mangel an Menschen die diesen gehn!


Nur registrierte Benutzer können Themen und Beiträge im Forum schreiben.

Wenn Sie sich anmelden
Neuanmeldungen müssen erst vom Admin bestätigt werden
Nach dem Anmelden wird Ihnen das Passwort per Email gesendet.
Dann können sie sich unter Member Login oben einloggen.
Nach dem Einloggen können Sie Ihre persönlichen Angaben unter Profil ändern oder weitere hinzufügen.
Ebenso können Sie unter Profil Ihre Signatur eingeben (dann erscheint unter jedem Ihrer Beiträge z.B. ein Spruch)
Unter Profil/Profil können Sie ein Bild hochladen, das dann links im Beitrag unter Ihrem Nicknamen erscheint.


Vorteile beim anmelden
Sie können Ihren Beitrag nachträglich verändern oder löschen.
Sie haben die Möglichkeit unter einer Rubrik ein neues Thema zu verfassen.
Zu diesem Beitrag (Neues Thema) besitzen Sie die Rechte, Ihren Beitrag zu ändern oder das Thema zu löschen.
Löschen Ihrer Themen können nur Mitglieder.
Die Registrierung ist kostenlos
Ungelesene Beiträge seit Ihrem letzten Besuch.
Ungelesene Antworten zu Ihren Beiträgen.
Sie können das Design verändern. (Versch. Vorlagen)
Wir geben Ihre E-Mail-Adresse nicht weiter
Wir verschicken keinen Spam
Ihre E-Mail-Adresse wird je nach Einstellung im Profil anderen Mitgliedern nicht angezeigt.
Wir sammeln keine persönlichen Daten wie Anschrift oder Telefonnummer

Sinn und Zweck dieses Forums
Dieses Forum dazu gedacht, Fragen und Antworten über die katholische Kirche jedem zugänglich zu machen. Jeder der Fragen hat, kann diese in diesem Forum eintragen. Besonders Priester sind in diesem Forum dazu eingeladen, auf verschiedene Fragen über den Glauben sich an den Beiträgen zu beteiligen. "Hier haben die Besucher dieser Seite die Möglichkeit mit anderen Besuchern über den Glauben zu diskutieren." Der Betreiber übernimmt jedoch in diesem Forum keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen.

Unseriöse Themen und Beiträge werden gelöscht. Wenn Sie solche finden, melden Sie dies bitte dem Administrator per Mitteilung oder schreiben Sie unter:
Mail
info@kath-zdw.ch

Machen Sie das Forum Zeugen der Wahrheit unter Ihren Freunden bekannt: kath-zdw.ch/forum oder forum.kath-zdw.ch

Auf die Veröffentlichung und den Wahrheitsgehalt der Forumsbeiträge habe ich als Admin keinerlei Einfluss. Da ich nebst Forum/Webseite/E-Mail noch der Erwerbstätigkeit nachgehen muss, ist es mir nicht möglich alle Inhalte zu prüfen. Ein jeder Leser sollte wissen, dass jeder Beitrag, die Meinung des Eintragenden widerspiegelt. Im Forum sind die einzelnen Beiträge dementsprechend zu bewerten.
Distanzierungsklausel: Der Webmaster dieses Forums erklärt ausdrücklich, dass er keinerlei Einfluss auf die Gestaltung und die Inhalte der Seiten hat, die über die Links des Forums zu erreichen sind. Deshalb distanziert er sich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten und macht sich diese Inhalte nicht zu Eigen. Diese Erklärung gilt für alle auf dieser Forumspräsenz angezeigten Links und für alle Inhalte der Seiten, zu denen die Links führen. Feb. 2006

Linkempfehlung - Webseiten für Kinder: www.freunde-von-net.net www.life-teen.de

top

Seiten-Aufrufe in ZDW

Stats