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"Teufels Werk und Gottes Beitrag"

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Winfried:
Liebe Freunde,

die von mir im Vorfeld angekündigte Dokumentation "Teufels Werk und Gottes Beitrag" wird zum ersten Mal am 21. April 2011 (Gründonnerstag) in WDR 3, 23.15 h, zu sehen sein.

In diesem 90-minütigen Film geht es um die Aufarbeitung des Falles Klingenberg (Anneliese Michel) in Verbindung mit dem im (alten) FORUM bereits öfters erwähnten aktuellen Fall einer Sühnebesessenheit (HEIKE).

Ich selber kenne HEIKE seit ca. 3 Jahren persönlich und habe auch an den Exorzismen über sie teilgenommen. Über den Film selber kann ich nicht viel sagen, da ich ihn noch nicht  gesehen habe. Lediglich die Aufnahmen der Exorzismen über HEIKE liegen mir vor (dazu später mehr).


Helge Cramer, Regisseur und Produzent dieses Films, ist mir ebenfalls persönlich bekannt. Ich habe bei den Aufnahmen zu diesem Film öfters mit ihm zusammen gearbeitet. Er begleitet den Fall Klingenberg seit dessen Bekanntwerden und hat darüber bereits eine Dokumentation mit dem Titel "Satan lebt" verfasst.

Zu diesem zuletzt genannten Film kann man anmerken, dass er seinerzeit keine direkten Kontakte zur Familie Michel hatte, sondern lediglich auf die Aussagen anderer Zeugen und Beteiligter angewiesen war. Im o.g. Film wurde er aber selber wider Erwarten Zeuge der Exorzismen, welche er daraufhin mit Genehmigung der Beteiligten in seine Dokumentation eingebaut hat. Helge Cramer kommt hierbei das Verdienst zu, voll und ganz auf einer Dokumentation zu bestehen, d.h. ohne irgendwelche Einmischungen oder Kommentare Außenstehender. Der Film soll für sich sprechen.


Alles in allem bin ich auf diese Ausstrahlung genauso gespannt wie alle anderen Interessierten, zumal dann natürlich eine umfassende Diskussion ín Gang kommen wird, die mich als Person auch selber betrifft. Ich betrachte dies als persönliches Glaubenszeugnis und bin selbstverständlich bereit, mich der kommenden Kritik oder was auch immer zu stellen.


Sollten sich irgendwelche Änderungen ergeben, werde ich dies früh genug mitteilen.



Winfried

Winfried:
Liebe Interessierte,

unten stehend die Vorankündigung zu unserem Film.


Ich musste mich da schon etwas wundern, zumal ich nicht weiß, auf wessen Mist dies gewachsen ist. Ohne den Film bisher gesehen zu haben, habe ich den Eindruck, dass hier Klingenberg bzw. die Kath. Kirche in ein absolut falsches Licht gerückt wird.


Es wird da behauptet:

Anneliese Michel sei an Exorzismen gestorben bzw. an unterlassener Hilfeleistung. Das stimmt nicht. Das Problem ist: Für den 1. Juli 1975 wurde vom Himmel eine "Wende" in Aussicht gestellt. Deshalb rechnete man allgemein für diesen Tag mit einem Ausfahren der Dämonen. Dies geschah auch, allerdings in Verbindung mit dem Tod Annelieses. Damit hatte in Klingenberg niemand gerechnet. Gott selber aber hat ihr Sühneleiden mit ihrem Sühnetod vollendet.

Anneliese war nicht epilepsiekrank. Das hat mir ihre Mutter bestätigt, auch wenn anfangs von ärztlicher Seite dieser Verdacht aufkam. Eine Autopsie erbrachte das Gegenteil.

Die Unterstellungen den beiden Exorzisten gegenüber sind infam und entsprechen in keiner Weise der Wahrheit.

Von "Erfindungen" der Kath. Kirche zu diesem Thema kann nicht im Geringsten die Rede sein, auch wenn namhafte Theologen die Existenz des Teufels bestreiten.

Massive exegetische Unkenntnis.


PS: Die maßgebende Literatur zu Klingenberg wurde scheinbar bewusst übergangen, von den Erfahrungsberichten direkt Beteiligter ganz zu schweigen.



Ich bin bereits dabei, diese Unterstellungen und Falschaussagen zu widerlegen. Persönliche Stellungnahmen und entsprechende Maßnahmen behalte ich mir vor.




Hier der Text (WDR/Filmproduktion Helge Cramer):


Teufels Werk und Gottes Beitrag     
Untertitel: Exorzismus-Seancen in Hessen und Bayern
Originaltitel: Teufels Werk und Gottes Beitrag

1976 dokumentierte Autor Helge Cramer den aufsehenerregenden "Klingenberger Exorzismus", der mit dem Tod der Pädagogik-Studentin Anneliese Michel (23) endete; darin auch die angebliche "Satansstimme", die den Würzburger Bischof veranlasst hatte, die kirchenamtliche Teufelsaustreibung anzuordnen. Im Zuge seiner Recherchen konnte Helge Cramer 84 verrauschte Audiokassetten sichern, eine vollständige Tondokumentation dieser Teufelsaustreibung - hochbrisantes Material, das den Anstoß zu dem Dokumentarfilm Teufels Werk und Gottes Beitrag gab. Denn die großteils erst nach technischer Entzerrung verständlichen Aufnahmen zeigen deutlich, dass die tödliche Teufelsaustreibung keineswegs bloß die in religiösem Eifer betriebene Falschbehandlung einer Epilepsiekranken war, sondern eine kühl kalkulierte Inszenierung konservativer Kleriker, die mit den angeblichen "Teufelsbotschaften" Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils aushebeln wollten - Reformen, die Papst Benedikt inzwischen revidiert. Mitten in die Drehvorbereitungen platzte die Nachricht von einem neuen Fall, in dem ein Bischof persönlich einer jungen Frau aus Bayern amtlich den Teufel austrieb - einer Frau, die die Mission der Anneliese Michel vollenden und der Welt zeigen will, dass Satan lebt und wirkt. Teufels Werk und Gottes Beitrag begleitet Sahra H. zu priesterlichen Exorzismus-Seancen in Hessen und Bayern, bringt von renommierten Theologen (u.a. Professor Josef Ratzinger) kommentierte Kernsequenzen der Exorzismus-Tonbänder und folgt entlang der Klingenberger Satans-Mission den Spuren des Teufelsglaubens. Die Spur führt nach Rom: Von den katholischen Kirchenvätern, die den heute gepredigten Teufel erfunden haben, bis zu Papst Benedikt, der die Teufelsaustreiber hofiert und auch für jede deutsche Diözese einen amtlichen Exorzisten wünscht, zieht sich eine Biographie des Teufels als roter Faden neben der Lehre des Herrn Jesus durch die katholische Glaubensdoktrin - eine Teufelslehre, die dem historischen Jesus von Nazareth fremd war.

Marcel:

--- Zitat von: Winfried am 30. März 2011, 09:44:31 ---unten stehend die Vorankündigung zu unserem Film.
[...]
Massive exegetische Unkenntnis.

--- Ende Zitat ---

http://www.wdr.de/programmvorschau/object4Broadcast.jsp?broadcastId=3650271

--- Zitat von: WDR ---[...] eine Teufelslehre, die dem historischen Jesus von Nazareth fremd war.

--- Ende Zitat ---

Das verstehe ich nicht. Da hat wohl jemand die Evangelien nicht richtig gelesen.

Gerade heute noch wurde doch wieder von einem Besessenen berichtet, dem
Jesus den Dämon ausgetrieben hat (Lk 11,14–23):

http://erzabtei-beuron.de/schott/schott_anz.php?datum=2011-3-31

Marcel

Winfried:
Zur genaueren Information möchte ich noch folgenden TV-Beitrag einfügen, der mit HEIKE und mir in Klingenberg vor einiger Zeit gemacht wurde:


http://www.polylog.tv/search/stories?q=Exorzismus&submit=Suchen

Winfried:
Hier noch ein anderes, negatives Beispiel zu der o.g. Dokumentation:

"Statt die Teufelslehre abzuschaffen, halten Roms konservative Kirchenmänner den Exorzismus hoch.
Filmautor Helge Cramer dokumentierte 1976 den Fall Anneliese Michels: Der "Klingenberger Exorzismus" endete mit dem Tod der 23-Jährigen. 84 verrauschte Audiokassetten von damals mit der angeblichen Satansstimme belegen, dass die tödliche Teufelsaustreibung eine kühl kalkulierte Inszenierung konservativer Kleriker war. Am Beispiel von Sahra H., die 08 als Besessene durchs Boulevard-TV tourte, zeigt Cramer, wie der Teufelsglauben zurückkehrt und die katholische Kirche mit Roms Segen internationale Exorzistenkongresse abhält. - Gruselig. Kein Wunder, dass die Kirchen Mitglieder verlieren!"

(Programmvorschau, TV-Spielfilm 8/11)


Dazu mein Kommentar:

Alle Medien haben bisher die persönliche Stellungnahme des Regisseurs und Produzenten Helge Cramer fast wörtlich übernommen. (Wer sich für die früheren Filme von H. Cramer zum Thema "Anneliese Michel/Klingenberg" interessiert, kann sich diese auf youtube unter dem Titel "Satan lebt" (1-6) gerne einmal anschauen.)

Ich selber stehe weiterhin in Kontakt zu H. Cramer, dessen Resumée nach unserem letzten Telefongespräch lautete: "Entweder man glaubt an die Existenz des Teufels oder nicht." Seine Meinung dazu kann man sich denken.

Dass dieses Thema nun in den (nicht gerade kirchenfreundlichen) Medien hochgespielt wird, ist klar. Schuld daran sind u.a. moderne Theologen wie Prof. Haag ("Abschied vom Teufel"), der schon 1972 behauptete, den Teufel gäbe es nicht, er sei ein Mythos. Dem haben sich andere Theologen im Rahmen der sog. historisch-kritischen Methode (vgl. Bultmann: Die "Ent-Mythologisierung" der Bibel") gerne angeschlossen (altes FORUM). Wen wundert es dann noch, dass die Masse so reagiert.

Von "Kalkulation" bzw. Manipulation vonseiten der Exorzisten kann überhaupt keine Rede sein. Dummerweise kommen die direkt Betroffenen (Pfr. Ernst Alt, Angehörige der Familie Michel) in diesem Film nicht zu Wort. Aus kirchlicher Sicht wird hier die Auffassung konservativer Kleriker gegen die modern(istisch)er ausgespielt. Schließlich berufen sich die Dämonenstimmen auf eine Rückkehr zur knieenden Mundkommunion etc.

(Zu "Anneliese Michel" und den "Aussagen der Dämonen" siehe unsere HP/altes FORUM.)


Ich unterstelle dabei keinem bösen Willen, aber seltsam ist die Sache schon.

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