Autor Thema: MEDITATIONEN ZU TEXTEN DER BIBEL  (Gelesen 24645 mal)

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Anemone

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Re:MEDITATIONEN ZU TEXTEN DER BIBEL
« Antwort #14 am: 19. März 2011, 13:23:19 »
Für Ihn



   Dann wird der König denen auf der rechten Seite sagen: Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist. Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen; ich war nackt und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis und ihr seid zu mir gekommen.
   Dann werden ihm die Gerechten antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und dir zu essen gegeben oder durstig und dir zu trinken gegeben? Und wann haben wir dich fremd und obdachlos gesehen und aufgenommen oder nackt und dir Kleidung gegeben? Und wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen?
   Darauf wird der König ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.

   (Mt 25,34-40)

 
   Die Bibelstelle, die wir vor uns haben, ist nur ein Teil des Berichtes über das Weltgericht. Die Stelle vom Gericht beinhaltet eine Anzahl von konkreten Akzenten, die uns helfen können zu erkennen, worauf uns der Herr Jesus aufmerksam machen will.
   Eine Begegnung mit diesem Text lässt uns bald einige Punkte feststellen, in denen wir die Botschaft des Abschnittes wahrnehmen:
   - Ein jeder Mensch wird gerichtet;
   - alle Menschen werden nach dem gleichen Maßstab gerichtet;
   - es wird uns gesagt, was wir Menschen angesicht des Gerichtes auf Erden tun sollen;
   - der Brudergedanke, ursprünglich auf die Gemeindemitglieder bezogen, kann im Kontext des Weltgerichts auf alle Menschen ausgedehnt werden.

   Und wird weiter gesagt, dass der Urteilsspruch nach den Taten jedes Einzelnen ergeht, oder genauer formuliert nach den Liebeswerken, die ein jeder getan oder unterlassen hat. Die Bereitschaft, Verantwortung für unsere Taten zu übernehmen, können wir nicht an andere delegieren oder auf andere abschieben.

   Wir lesen von sechs Werken der leiblichen Barmherzigkeit, eine Aufzählung, die nicht erschöpfend sein will, sondern nur als Illustration zu betrachten ist. Im Alten Testament lesen wir bereits von diesen Arten der Nächstenliebe als Kennzeichen einer Gott wohlgefälligen Frömmigkeit.
   Es gibt aber noch weitere Ausdrucksformen der Nächstenliebe, denn die Not des Mitmenschen ist nicht nur leiblicher oder materieller Natur. Mit dem Hinweis auf diese Schritte der Barmherzigkeit wird uns gesagt, dass es vor Gott auf die Liebe ankommt.

   Sehr vielsagend ist die nächste Betonung: Indem wir dem Geringsten, dem Menschen, der sich in Not befindet, Gutes tun, begegnen wir Ihm selbst, Gott; wer sich dem Menschen verschlossen hat, hat sich Ihm verschlossen.
   Der Herr indefieziert sich mit jedem Menschen, sodass wir zu der Überzeugung kommen: Wer den Menschen in dieser Haltung bejaht, wer ihm die Hand reicht, wer ihm ein Glas Wasser zu trinken gibt, wer ihn freundlich begrüßt, wer ihm aufzustehen hilft ..., hat dies alles für Gott getan. Wer hingegen den Menschen nichts zu tun haben will, wird wohl mit Gott nicht sehr viel zu tun haben. Und doch ist dieses Wissen aus dem Glauben manchmal zu schwach ...

   Eine klare Betonung glaube ich in diesem Bericht zu hören: Die Frage nach meiner Nächstenliebe dürfte gleichbedeutend sein wie die Frage nach meiner Gottesliebe und gleichbedeutend mit der Frage nach meiner Stellung zu Jesus. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, kann Gott nicht lieben, den er nicht sieht(1 Joh 4,20).

   Ich überdenke nochmals diese letzte Überlegung, und während ich an die Folgen für den Umgang miteinander denke, erinnere ich mich an die Aussage aus der Bibel: Denn Gott hat Seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit Er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch Ihn gerettet wird(Joh 3,17). Gott hat uns gezeigt, welche Schritte zu machen sind, Jesus hat uns die Barmherzigkeit vorgelebt und sie auch von uns gefordert.

   Der Bericht über das Weltgericht ist kein Anlass zur Furcht oder Angst vor Gott, sondern eine Ermutigung, im Leben jene Schritte zu setzen, die vor Gott wichtig sind.
   Wenn wir uns von der Liebe Gottes erfüllen lassen und aus dieser Kraft heraus die Welt und die Menschen selbstlos lieben, wie Jesus es uns hier auf Erden vorgelebt hat, werden wir bestehen.

Anemone

  • Gast
Re:MEDITATIONEN ZU TEXTEN DER BIBEL
« Antwort #15 am: 20. März 2011, 10:33:32 »
Immer neu



   Gleicht euch nicht dieser Welt an, sondern wandelt euch und erneuert euer Denken, damit ihr prüfen und erkennen könnt, was der Wille Gottes ist: was Ihm gefällt, was gut und vollkommen ist (Röm 12,2).


   Wir dürfen nicht mitmachen mit dem Treiben der Welt. Dieser Text beinhaltet nicht zuerst die Aufforderung, durch Aktionen die Welt zu verändern, sondern uns selbst wandeln zu lassen. Wie können wir die Weltverhältnisse ändern, wenn wir selbst nicht verwandelt sind?

   Die Verwandlung in mir ist gefragt. Diese innere Umwandlung ist nicht Sache einer einmaligen Entscheidung, die Welt verlockt uns ja immer wieder, uns ihr anzugleichen. Deswegen muss der Christ in seinem Wandeln ständig werden, was er ist.

   Auffallend ist weiterhin, dass diese fundamentale Verwandlung sich zunächst durch die Erneuerung des Denkens vollzieht: die Fähigkeit zu prüfen, sich zu entscheiden, zu unterscheiden ... Dieses erneuerte Denken hat das Ziel, uns zu einem authentischen Leben aus der Verbindung mit Gott zu verhelfen, dann werden wir erkennen können,
   was der Wille Gottes ist, was gut und edel ist,
   was Ihm gefällt, was vollkommen ist.

 

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