Autor Thema: 2. Vatikanisches Konzil  (Gelesen 8265 mal)

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Offline ChrS

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Antw:2. Vatikanisches Konzil
« Antwort #7 am: 08. April 2012, 13:55:16 »
Die FSSPX ist eine Priesterbruderschaft innerhalb der katholischen Kirche. Sie und die mit ihr verbundenen 30 Ordensgemeinschaften bilden keine eigene Kirche, sondern sind Teil der Kirche, wie auch z.B. der Jesuitenorden. Das besondere besteht nun darin, dass allein die FSSPX und die mit ihr verbundenen Orden die überlieferte Lehre und Praxis der Kirche aller Zeiten unversehrt bewahren. Sie unterwerfen sich dem Papst, denn das ist heilsnotwendig. Papst Bonifaz VIII. († 1303) erklärt in seiner Bulle „Unam sanctam“, dass es für alle Menschen unbedingt zum Heil notwendig sei, sich dem römischen Papst zu unterwerfen: „das erklären, behaupten, bestimmen (definimus) und verkünden Wir“. Die Verbform „definimus“ verdeutlicht, dass es sich hier um eine päpstlich definierte Aussage handelt, die auch auf dem V. Laterankonzil 1516 wiederholt wurde.

Aber wie müssen wir das verstehen? Hat der liebe Gott dem Heiligen Vater eine Willkürgewalt gegeben? Nein, es ist eine Schutzgewalt! Als das I. Vatikanum den Jurisdiktionsprimat und die Unfehlbarkeit des Papstes als Dogma definierte, da waren es sowohl die kulturkämpferischen Angriffe von außen als auch die innerkatholischen Papalisten, die diese Dogmen verzerrten und so darstellten, als würde der Papst einfachhin alles vermögen. Der Papst besitzt die Gewaltenfülle zum Schutze der Heiligen Überlieferung, denn so lehrt das I. Vatikanum: "Den Nachfolgern des Petrus wurde der Heilige Geist nämlich nicht verheißen, damit sie durch seine Offenbarung eine neue Lehre ans Licht brächten, sondern damit sie mit seinem Beistand die durch die Apostel überlieferte Offenbarung bzw. die Hinterlassenschaft des Glaubens heilig bewahrten und getreu auslegten" (DH 3070). Der sel. Papst Pius IX. approbierte offiziell eine Erklärung der deutschen Bischöfe aus dem Jahre 1875, mit der sie auf die Angriffe Bismarcks gegen die Definition der päpstlichen Unfehlbarkeit reagierten. In dieser Erklärung heißt es u.a., das jede lehramtliche Äußerung in der Kirche gebunden ist „an den Inhalt der Hl. Schrift und der Überlieferung sowie an die bereits von dem kirchlichen Lehramt gegebenen Lehrentscheidungen“ (DH 3116). Papst Benedikt XVI. sagte in der Katechese bei einer seiner Generalaudienzen auf dem Petersplatz, dass die kirchliche Autorität „heiligen Ursprungs“ sei, eine Autorität, die von Christus komme, in Gehorsam zu ihm. Auch der Papst kann „nicht tun, was er will, sondern ist Hüter des Gehorsams gegenüber Christus und seinem Wort“. Die Unfehlbarkeit des Papstes ist also (1.) weder eine persönliche, weil zum Amt gehörig noch (2.) eine absolute, weil an Bedingungen geknüpft. Klaus Schatz erklärt: „Der Papst ist nicht autonom, sondern auf die Kirche und ihren Glauben angewiesen; er besitzt keine eigentlich ‚persönliche‘ Unfehlbarkeit, die neben der Kirche herlaufen und etwa in einer besonderen ‚Erleuchtung‘ gründen würde“ (Der päpstliche Primat, Würzburg 1990, S.152). Es ist ein schwerer Irrtum, dass der Papst aus sich heraus, also für seine Person unfehlbar sei.

Es kann nur eine organische Fortentwicklung, eine Entfaltung, eine Vertiefung der Lehre geben, aber keinen Bruch und nichts Neues. Papst Gregor XVI. mahnte in seiner Enzyklika "Mirari vos" vom 15. August - Fest Mariä Himmelfahrt - 1832: "Erwägt in Eurem Sinn, dass durch jede Neuerung die gesamte Kirche getroffen wird. Nach den Worten des heiligen Papstes Agatho, darf von dem, was nach der Ordnung bestimmt wurde, nichts vermindert, geändert oder hinzugefügt werden, sondern es ist vielmehr darauf zu achten, dass alles nach Wort und Sinn unverletzt bewahrt wird." Dagegen wollen gewisse Neuerer "die Grundlagen zu neuen, rein menschlichen Einrichtungen“ legen „und versuchen zu erreichen, was [der hl. Kirchenvater] Cyprian immer verabscheut hat, und zwar die Kirche, die eine göttliche Angelegenheit ist, zu einer menschlichen Sache werden zu lassen." Man kann die FSSPX nicht mit den Pharisäern vergleichen. Denn zur Zeit Christi war die Offenbarung noch nicht abgeschlossen und die Pharisäer hatten folglich ein falsches Traditionsverständnis. Seit dem Tod des letzten Apostels ist die Offenbarung abgeschlossen. Es kann nichts Neues geben. Die FSSPX dagegen hält an allen Glaubenswahrheiten und den daraus folgenden prinzipiellen Konsequenzen fest. Das hat die Kirche immer getan. Einen anderen Weg der Treue und des Gehorsams kann es nicht geben.

Die FSSPX verurteilt gar nichts. Sie verweist bloß auf das immerwährende kirchliche Lehramt, das gewisse Punkte des II. Vatikanums schon im voraus verurteilt hat. Die FSSPX verweist auf das heilige Lehramt und bleibt ihm treu. Das ist der wahre Gehorsam. Dagegen ist die FSSPX - wie es Mariae einmal vormuliert hat - ungehorsam gegenüber dem Ungehorsam des II. Vatikanums gegen die Lehre aller Zeiten.

Zitat
wenn die Bischöfe, die Gläubigen und zu letzt der Papst etwas erneuern was nicht gegen den Glaubenspricht, dann ist dass sicherlich auch der Wille Gottes

Natürlich. Genau das trifft aber auf das II. Vatikanum gerade nicht zu. Papst Johannes XXIII. hat dieses Konzil einberufen und erklärt, dass auf ihm weder etwas definiert noch etwas verurteilt werden soll. Allein dafür aber wurde der heiligen Kirche der Heilige Geist zugesichert. Damit war der Heilige Geist von Anfang an ausgeschlossen. Denn wenn die Kirchenfürsten zusammenkommen und ein wenig miteinander reden, dann brauchen sie dazu nicht den Heiligen Geist.
"Ich sehe nicht, inwiefern die lehrmäßige Festigkeit im Widerspruch stünde zur geschmeidigen, erfinderischen, ja sogar kühnen Liebe [...], wie die doktrinale Unbeugsamkeit im Gegensatz stehen sollte zu herzlichem Mitleid" (Bischof Alfonso de Galarreta FSSPX, Ecône, 29.6.2011).

Offline Mariae

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Antw:2. Vatikanisches Konzil
« Antwort #8 am: 08. April 2012, 23:57:42 »
Man stellte fest , die alte Messe kann nie abgeschaft werden (Dogma). Man stellt fest, das Konzil V2 hat nicht zu Katholiken gesprochen. Man wird noch einiges feststellen . Immer Schritt für Schritt...
Der Papst muss Gesicht bewahren, das kann ich nachvollziehen.  Es wird, was die Piusbrüder anbelangt, in nächster Zeit keine Veränderung zum bisherigen Status geben . Damit können beide gut leben .Denn zuvor muss der noch bis heute offenstehende Diskurs über das Konzil erfolgen. Die noch geheimen Dokumente Rom/Piusbr. werden veröffentlicht ... .Der Papst hat keine Freunde um sich ;-)

http://kath-zdw.ch/maria/freimauerische.plan.html

Man wird bald auch feststellen, dass die erklärte Messe  aller Zeiten , auch für alle Zeiten zu gelten habe, und auch nich dadurch abgeschaft werden kann, dass man sie nicht mehr feiert (ersetzt): sie ist von allen zu allen Zeiten zu feiern . Sie ist dogmatisiert : Gott hat gesprochen. 
Papst Pius V.( Anordnung für alle Zeiten dogmatisiert)
Dogma :"Von nun an soll in  a l l e n kommenden Zeiten auf dem christlichen Erdkreis nicht anders als nach dem von Uns herausgegebenen Missale gesungen oder gelesen werden. (...) Wir setzen fest und ordnen an, daß diesem Unserem gerade herausgegebenen Missale niemals etwas hinzugefügt, daraus etwas weggenommen oder an ihm etwas verändert werden darf.“

@Laus Deo :

"Darum feiert 99% aller Katholiken die neue Volksmesse wie du sie nennst. Darüber bin ich wahrhaftig glücklich!"

Lieber Laus Deo ,wir Christen sollten niemals schadenfroh sein .










.
« Letzte Änderung: 09. April 2012, 01:29:02 von Mariae »
Statt das Evangelium in dem Geiste zu lesen, in dem es geschrieben wurde, beschränken sich die Jesusfans auf ihr selbst erfundenes Motto: „Jesus liebt dich“ und erklären sich die Welt so, als ob es keine Wiederkunft des Herrn gäbe, nach der die Spreu vom Weizen getrennt wird.

 

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