Autor Thema: Predigten eines suspendierten Priesters hören  (Gelesen 9823 mal)

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Offline ChrS

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Antw:Predigten eines suspendierten Priesters hören
« Antwort #7 am: 16. April 2012, 10:35:22 »
Das Problem Deiner Sichtweise besteht wohl darin, dass Du, gemäß der Aufklärungsideologie den Menschen zum Maß aller Dinge erklärst. Das ist der liberale Katholizismus, der Gott in letzter Konsequenz in den Dienst des Menschen stellt und in der Religion nur noch eine Wellness-Sache erblickt. Auch wenn Du das vermutlich bestreitest, setzt Du den Menschen über den Glauben. Wer davon überzeugt ist, dass die katholische Religion göttlichen Ursprungs ist, dass sie nicht eine Religion unter vielen, sondern die eine wahre Religion ist, der will ihr auch in der öffentlichen Ordnung die gebührende Vorrangstellung gegenüber allen anderen Weltanschauungen einräumen, denn nach dem göttlichen Gesetz haben sich nicht nur die Einzelnen, sondern auch die Gesellschaften zu richten.

Die antichristliche Aufklärung hat die Gottesrechte durch die Menschenrechte ersetzt. Liberale Katholiken verurteilen die Kreuzzüge und die Inquisition, obwohl sie zutiefst Ausdruck eines ernsthaften Glaubens waren. Wir finden auch Heilige unter den Inquisitoren, die uns von der Kirche als Vorbilder im Glauben vor Augen geführt werden (z.B. Pius V., Robert Bellarmin, Petrus der Martyrer). Durch die Lehre von den zwei Gewalten wird ja gerade das islamische Modell des Gottesstaates, der auf der Theokratie basiert, verworfen. Im Islam sind die geistlichen Oberhäupter auch weltliche Oberhäupter. Im Katholizismus dagegen sollen die geistlichen und weltlichen Autoritäten in harmonischen Beziehungen für das Wohl der Bürger sorgen. Sodann wird die Willensfreiheit und das Recht auf religiöse Freiheit im Privatbereich im katholischen Staat nicht angegriffen. Die Kirche lehrte immer, dass man die dem Menschen durch Gott gegebene Willensfreiheit nicht vergewaltigen kann. Der hl. Kirchenvater Lactantius († nach 317) schreibt: „Die Religion ist mehr als alles Sache der Freiwilligkeit, und man kann von niemand erzwingen, dass er etwas verehre, was er nicht will“ (Epitome divinarum institutionum 49,2f). Berühmt wurde die Formel, die der hl. Kirchenvater Augustinus († 430) geprägt hat: „Glauben kann der Mensch nur freiwillig.“ Es hat keinen Sinn jemanden zum Glauben zu zwingen, da man den Glauben aus persönlicher Überzeugung annehmen und sein Leben danach ausrichten muss, um das ewige Heil zu erlangen.
   
Die Folter war zeitbedingt notwendig. Heute ist sie nicht mehr nötig.

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Kurzgefasste Verteidigung der Heiligen Inquisition!

Der Großmeister der religiösen Satire, Hans Conrad Zander, bezeichnet in seinem sehr lehrreichen und unterhaltsamen Buch Kurzgefasste Verteidigung der Heiligen Inquisition, in dem er nachweist, dass die Inquisition jung und fortschrittlich, frauenfreundlich, effizient und heilig war und darüber hinaus recht hatte, die „Ketzerverfolgung“ als „modern gesagt: Verfassungsschutz“, als gerichtliche „Verfolgung von religiösen Extremisten“ (München 2007, S.7f). „Seit Jahrhunderten war ja für den mittelalterlichen Menschen der katholische Glaube genau das, was für uns heute die freiheitlich-demokratische Grundordnung ist. Niemand brauchte ein eifriger Katholik zu sein, ein minimalkatholisches Einvernehmen aber hatte jahrhundertelang Europa so zusammengehalten wie heute der minimaldemokratische Konformismus. Wo dieses Einvernehmen endete, genau da allerdings war jene Grenze der Toleranz erreicht, die jede Gesellschaft braucht. Sogar eine westliche Gesellschaft. Die westliche Gesellschaft des Mittelalters war genauso wie die unsrige heute auch“ (Ebd., S.11).

Das Buch kann man u.a. hier erwerben: http://shop.sarto-verlag.de/product_info.php?info=p807_Hans-C--Zander---Kurzgefasste-Verteidigung-der-Heiligen-Inquisition-.html
"Ich sehe nicht, inwiefern die lehrmäßige Festigkeit im Widerspruch stünde zur geschmeidigen, erfinderischen, ja sogar kühnen Liebe [...], wie die doktrinale Unbeugsamkeit im Gegensatz stehen sollte zu herzlichem Mitleid" (Bischof Alfonso de Galarreta FSSPX, Ecône, 29.6.2011).

Offline Gnadenkind

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Antw:Predigten eines suspendierten Priesters hören
« Antwort #8 am: 16. April 2012, 12:19:22 »
Meinst mich?

Gott ist das Maß aller Dinge.

Du gehörst hier auch nur zu denjenigen Schreibern, die irgendwie oberflächlich lesen und sich -schwuppdiwupp - ein fertiges und vor allem festzementiertes Bild gemacht haben. Ich lasse mich nicht in Dein Prokrustesbett zwingen und mich mit Deinem Prokrustesschwert zurechtstutzen. Das solltest Du Dir einfach mal merken.

Wenn ich Deinen Ausführungen nicht lautjubeld zustimme, dann ist das meine persönliche Angelegenheit.

Hast mi?


@Admin:
Wo - bitteschön - ist die Ignoriertaste?

« Letzte Änderung: 16. April 2012, 12:21:34 von Gnadenkind »

Offline ChrS

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Antw:Predigten eines suspendierten Priesters hören
« Antwort #9 am: 17. April 2012, 21:02:20 »

Liebes Gnadenkind,

der Ton Deiner Antwort lässt mich vermuten, dass Du meinen Beitrag beleidigend empfunden hast. Sollte dies der Fall sein, möchte ich mich entschuldigen, falls er diesen Eindruck erweckt hat. Ich hatte selbst lange Zeit Bedenken, was den katholischen Staat anbelangt, obwohl ich andererseits schon ein wenig erkannte, dass dies eigentlich eine logische Konsequenz aus dem Glauben ist und dass dies die Kirche immer gelehrt hat. Schon bei den Kirchenvätern finden wir dieses Ideal vom katholischen Staat. Im 4. Jh. wurde der Katholizismus unter Kaiser Theodosius dem Großen ja bereits zur Staatsreligion. Im Nachhinein kann ich zugeben, dass ich von einem falschen Denken beeinflusst war. Das ist das antikatholische Denken der Aufklärung, das den Menschen ins Zentrum stellt. In diesem Denken werden wir gewöhnlich erzogen, auf diesem Denken basiert die ganze moderne Welt und darum erachten wir es als selbstverständlich.

Du schreibst: Gott ist das Maß aller Dinge. Das stimmt! Aber wenn wir das erkannt haben, dann müssen wir auch in Theorie und Praxis die nötigen Schlussfolgerungen daraus ziehen. Als ich mich noch ablehnend gegenüber dem katholischen Staat verhielt, habe ich das - vielleicht eher unbewusst - noch nicht getan. Darum schrieb ich, dass Du wohl in diesem falschen - heute selbstverständlichen Denken - befangen bist, wie ich es auch lange Zeit war.
"Ich sehe nicht, inwiefern die lehrmäßige Festigkeit im Widerspruch stünde zur geschmeidigen, erfinderischen, ja sogar kühnen Liebe [...], wie die doktrinale Unbeugsamkeit im Gegensatz stehen sollte zu herzlichem Mitleid" (Bischof Alfonso de Galarreta FSSPX, Ecône, 29.6.2011).

 

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