Autor Thema: Das Beste aus der Bibel  (Gelesen 56551 mal)

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velvet

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Das Beste aus der Bibel
« am: 07. Mai 2012, 15:45:06 »
Wurzeln in der Bibel

Wo stehe ich als Mensch und woraus schöpfe ich Kraft? Die Bibel beantwortet solche und ähnliche Fragen häufig, indem sie das Bild der Wurzel aufgreift.     Wurzeln - Sinnbild der Bindung an Gott.


       
Die Wurzel der Weisheit - Sirach 1, 6-30

»Den Herrn fürchten ist die Wurzel der Weisheit, und daraus erwächst ein langes Leben«, darauf weist uns die Bibel hin. Über die Liebe zu Gott, der Quelle allen Wissens, können wir Einblicke in die Zusammenhänge seiner Schöpfung gewinnen. Diese Art der »Weisheit macht die Leute verständig und klug«. Allerdings sollte man geduldig sein, wenn man auf diesem Weg zu Erkenntnis gelangen möchte. Denn nur wer auf den richtigen Moment warten kann und nicht schon vor der Zeit versucht schlaue Reden zu schwingen, der wird erkennen: »Es kommt die Zeit, in der ihm Freude erwächst… dann aber werden viele seine Weisheit rühmen.« ( Sirach 1, 6-30)

Zitat: »Wem sonst wäre die Wurzel der Weisheit aufgedeckt, und wer könnte ihre geheimen Gedanken erkennen?«

 
Die Wurzel allen Übels - 1. Timotheus 6, 9f.

Die Wurzel allen Übels ist die Gier, erfahren wir im Timotheusbrief. Denn sie treibt Menschen »in Versuchung und Verstrickung und in viele törichte und schädliche Begierden«, die »Verderben und Verdammnis« nach sich ziehen. Wer seiner Gier folgt, kommt schnell vom Glauben ab und fügt sich selbst und anderen Schaden zu. Wir haben nichts in diese Welt mitgebracht und werden auch nichts mit hinausnehmen können. Wer sich mit seinem Glauben und dem, was er unmittelbar zum Leben braucht, begnügt, erspart sich und anderen viel Streit und Gehässigkeit und wird so letztendlich den einzig wichtigen Gewinn davontragen. ( 1. Timotheus 6, 9f.)

Zitat: »Denn Geldgier ist eine Wurzel alles Übels.«

 
Auf felsigem Grund - Lukas 8, 13

Was es mit dem Wort Gottes auf sich hat, erklärt Jesus so: Wenn ein Sämann seine Samen ausstreut, fallen nicht alle Samenkörner auf fruchtbaren Boden. Es fallen auch einige auf den Weg, unter Gestrüpp oder auf felsigen Grund, wo sie nicht gedeihen können. Ähnlich sei es mit dem Wort Gottes, meint Jesus. Nicht jeder Mensch, der es höre, könne die Botschaft auch sofort aufnehmen und sein Leben entsprechend ausrichten. Wer das Wort Gottes nicht tief genug in sich aufnimmt, weil er sich beispielsweise zu sehr an den Meinungen anderer orientiert, der kann die Botschaft zwar freudig annehmen; sobald er aber auf Widerstände stößt, fehlt ihm schnell die Kraft, diesen Weg weiterzuverfolgen. Wer den Gauben sucht, muss sich ihm also auch öffnen und ihm genügend Raum geben zum Wurzelnschlagen und Wachsen. ( Lukas 8, 13)

Zitat: »Doch sie haben keine Wurzel; eine Zeitlang glauben sie, und zu der Zeit der Anfechtung fallen sie ab.«

 
Gottvertrauen - Jeremia 17, 8

Wer sich immer nur nach anderen richtet, der wird sich von Gott entfernen und verdorren, wie ein Dornenstrauch in der Wüste, davor warnt auch der Prophet Jeremia. Wer jedoch auf Gott vertraut, der ist wie ein Baum am Wasser. Er braucht sich nicht zu sorgen, auch wenn die Sonne vom Himmel brennt und der Regen ausbleibt. Er braucht seine Wurzeln nur in Richtung Wasser auszustrecken. So können auch wir uns auf Gott verlassen, wenn wir uns ihm zuwenden. ( Jeremia 17, 8)

Zitat: »Gesegnet aber ist der Mann, der sich auf den Herrn verlässt und dessen Zuversicht der Herr ist. Der ist wie ein Baum, am Wasser gepflanzt, der seine Wurzeln zum Bach hin streckt.«

 
Es ist ein Ros entsprungen… - Jesaja 11, 1-10

…aus einer Wurzel zart, singen wir an Weihnachten. Der Liedtext ist an eine Textstelle des Alten Testaments angelehnt, die vom kommenden Messias und dem Friedensreich berichtet, das er aufrichten wird. Die Wurzel dieses Sprösslings soll Isai sein, der Vater König Davids. Christen sehen in dieser Textstelle einen Hinweis auf Jesus, der ebenfalls dem Hause Davids entstammen soll. In dem einfachen Weihnachtslied, das auf den ersten Blick nur von Maria und der Geburt des Jesuskindes erzählt, steckt also schon das christliche Bekenntnis zu Jesus als dem Messias. ( Jesaja 11, 1-10)

Zitat: »Und es wird ein Reis hervorgehen aus dem Stamm Isais und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen. Nach ihm werden die Heiden fragen, und die Stätte, da er wohnt, wird herrlich sein.«

 
Die Axt an den Wurzeln der Bäume - Lukas 3, 9

Johannes der Täufer war ein Prediger, der in der Wüste lebte und schon bevor Jesus an die Öffentlichkeit trat, Menschen taufte und das Kommen des Gottesreiches predigte. Schon liege die Axt den Bäumen an der Wurzel, meint er, und ruft die Menschen so zur Umkehr auf. Es bleibt keine Zeit mehr, diese Entscheidung aufzuschieben. Wer jetzt nicht erkennt, worauf es ankommt, wird keine Chance mehr haben, nur noch ein Axthieb ist nötig, um ihn von seinen Wurzeln zu trennen. ( Lukas 3, 9)

Zitat: »Es ist schon die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt.«

 
Wurzel und Zweig - Römer 11, 18

Wer gehört nun eigentlich zum Volk Gottes? Diese Frage führte im Laufe der Geschichte immer wieder dazu, dass Christen sich für etwas Besseres hielten, weil Gott die Juden angeblich verworfen habe. Darauf, dass dies ein Irrtum ist, weist schon der Apostel Paulus in seinem Römerbrief im elften Kapitel eindrücklich hin. Das Christentum sei im Judentum verwurzelt und bekomme von dort seine Kraft. Den Heidenchristen im damaligen Rom gibt er zu bedenken, dass sie nur »ein wilder Ölzweig« gewesen seien, der »in den Ölbaum eingepfropft worden« ist und dadurch erst teilhat an dessen »Wurzel und dem Saft«. ( Römer 11, 18)

Zitat: »Rühmst du dich aber, so sollst du wissen, dass nicht du die Wurzel trägst, sondern die Wurzel trägt dich.«

BINDUNG AN GOTT

 Mit Wurzeln (aus dem Althochdeutschen, »das Gewundene«) nehmen Pflanzen lebensnotwendiges Wasser und Nährstoffe auf und verankern sich im Boden. Pflanzen, die in guter, feuchter Erde wurzeln, können wachsen und gedeihen. Auf das Bild der Wurzel greift die Bibel immer wieder zurück, um das Verhältnis des Menschen zu seiner Umwelt und zu Gott zu verdeutlichen. Ihre Botschaft: Nur, wer sich Gott als Lebensgrundlage entziehen will, läuft Gefahr, seine Wurzeln zu verlieren und zu vergehen. Wer auf Gott vertraut und sich auf ihn verlässt, kann sich sicher fühlen.
 
Uwe Birnstein

velvet

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Antw:Das Beste aus der Bibel
« Antwort #1 am: 07. Mai 2012, 15:48:41 »
Geisteraustreibung
Ob sich böse Geister mit Silvesterknallern vertreiben lassen? Die Bibel schlägt andere, vermutlich effektivere Methoden vor. Die sind nicht so laut wie China-Böller, aber manchmal auch von Getöse begleitet.


Die unreinen Geister und die Säue - Markus 5, 8

Nach biblischer Vorstellung können sich böse Geister im Körper eines Menschen einnisten. Eines Tages begegnete Jesus einem Mann, der gleich von mehreren Geistern besessen war. Diese Geister ließen den Mann schreien und mit Steinen werfen, sodass er nicht mehr mit anderen Menschen zusammenleben konnte. Als Jesus ihnen befahl, von dem Mann abzulassen, baten sie ihn, doch stattdessen in die Schweineherde fahren zu dürfen, die in der Nähe an einem See stand. Jesus erlaubte es ihnen und »da fuhren die unreinen Geister aus und fuhren in die Säue, und die Herde stürmte den Abhang hinunter in den See … und sie ersoffen im See.« ( Markus 5, 8)

Zitat: »Denn er hatte zu ihm gesagt: Fahre aus, du unreiner Geist, von dem Menschen!«

 
Falsche Götter verbrennen - 5. Mose 7, 25

Nicht nur Geistern, sondern auch den falschen Göttern anderer Völker wurden dämonische Kräfte zugetraut. Um diese Kräfte zu brechen, wird das Volk Israel aufgefordert, alle fremden Götterbilder zu verbrennen. Und das ist noch nicht alles - auch das Gold oder Silber, aus dem einige der Statuen gemacht waren, sollte nicht weiterverwendet werden. Du sollst »solchen Gräuel nicht in dein Haus bringen«, heißt es da, »damit du nicht dem Bann verfällst wie jene, sondern du sollst Ekel und Abscheu davor haben; denn es steht unter dem Bann.« ( 5. Mose 7, 25)

Zitat: »Die Bilder ihrer Götter sollst du im Feuer verbrennen«

 
Kultorte niederreißen - 2. Könige 23, 8.24

Als König Josia den Götzendienst abschaffte, ließ er nicht nur fremde Götterstatuen und Tempel vernichten und verbrennen. Auch den Hügel der Feldgeister, der sich in der Stadt befand, ließ er zerstören. Außerdem schaffte er Geisterbeschwörer und Zeichendeuterei ab, damit die Menschen in seinem Reich sich allein auf Gott den Herrn ausrichteten. Leider ließ Gott sich vom Eifer des Josia kaum beeindrucken. Ein Hinweis darauf, dass es viel eher auf die eigene Einstellung ankommt als darauf, Fremdes zu verteufeln? ( 2. Könige 23, 8)

Zitat: »… und brach ab die Höhe der Feldgeister.«

 
Feuerwerk vom Himmel - 1. Könige 18, 38

Dass nur der wahre Gott ein Feuerwerk vom Himmel herabsenden kann, zeigte der Prophet Elia eines Tages den Leuten des Ahab. Diese waren schon länger unentschlossen, ob sie lieber auf den Herrn oder auf andere Mächte vertrauen sollten. Elia ließ Ahabs Leute einen Altar errichten und ein Opfer darbringen. Doch solange sie auch tanzten, sangen und die fremden Mächte anriefen, ihr Opfer wurde nicht angenommen. Da baute Elia selbst einen Altar und bereitete ein Opfer vor, das er zudem noch mehrmals mit Wasser übergießen ließ. Er betete zu Gott, und schon »fiel das Feuer des Herrn herab und fraß Brandopfer, Holz, Steine und Erde und leckte das Wasser auf«. Feuer vom Himmel, das sogar ein pitschnasses Opfer verbrennt - für alle Anwesenden ein eindeutiges Zeichen dafür, dass Gott stärker ist als alle anderen Mächte. ( 1. Könige 18, 38)

Zitat: »Da fiel das Feuer des Herrn herab.«

 
Ein böser Geist von Gott, durch Musik vertrieben - 1. Samuel 16, 14

Auch wenn es unglaublich klingt: Böse Geister können offensichtlich sogar von Gott geschickt sein. So ein Geist soll nämlich König Saul in Angst und Depression versetzt haben. Doch seine Diener wussten, dass solche Geister ganz leicht zu vertreiben sind: durch Musik. Sie ließen einen guten Harfenspieler suchen, fanden David und »sooft nun der böse Geist von Gott über Saul kam, nahm David die Harfe und spielte darauf mit seiner Hand. So wurde es Saul leichter, und es ward besser mit ihm, und der böse Geist wich von ihm.« Gute Musik vertreibt dunkle Gefühle, auch noch nach der Silvesterparty. ( 1. Samuel 16, 14)

Zitat: »Sooft nun der böse Geist von Gott über Saul kam, nahm David die Harfe und spielte darauf.«

 
Glaube statt Getöse - Matthäus 4; Markus 9, 17-29; 5. Mose 6, 13

Was die bösen Geister wirklich vertreibt, sind nicht Getöse und Feuerwerk. Um sie zu vertreiben, brauchen Menschen nur einen festen Glauben an Gott, der sich auch durch fremde Einflüsterungen nicht beirren lässt. Jesus setzt dem Teufel, der ihn in seiner Wüstenzeit durch allerlei Brimborium und Versprechungen von Gott abzubringen sucht, nur seinen festen Glauben entgegen. Das Gleiche rät er später auch den Menschen, die er heilt und bei denen er böse Geister austreibt, denn »alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt«. Wer nicht an die Überlegenheit böser Geister glaubt, der raubt ihnen damit die Existenzgrundlage in der eigenen Gedankenwelt. ( Matthäus 4, Markus 9, 17-29, 5. Mose 6, 13)

Zitat: »Du sollst anbeten den Herrn, deinen Gott, und ihm allein dienen.«

 
Am Ende der Zeit - Offenbarung 18, 2

Am Ende der Zeit bedarf es jedenfalls keiner Silvesterknaller mehr. Denn dann wird sich niemand mehr um die Austreibung von Geistern bemühen müssen. In der Offenbarung des Johannes erfahren wir, dass die bösen Mächte dann in Babylon, der Stadt des Bösen und Sündigen, gefangen sein und mit ihr untergehen werden. Zur Enttäuschung derer, die Gewinn aus ihrem Spiel mit dem Bösen gezogen haben, und zur Freude derjenigen, die auf Gott vertrauten. ( Offenbarung 18, 2)

Zitat: »Sie ist gefallen, Babylon, die Große, und ist eine Behausung der Teufel geworden und ein Gefängnis aller unreinen Geister.«

velvet

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Antw:Das Beste aus der Bibel
« Antwort #2 am: 07. Mai 2012, 15:51:42 »
Vorbilder



Die Sehnsucht nach Vorbildern ist groß. Erst recht, wenn sich vermeintliche Vorbilder als wenig vorbildhaft erweisen.
Der Heilige Paulus von Marco Zoppo, 1470.
Foto: sob
  Der Heilige Paulus von Marco Zoppo, 1470.
Folgt Vorbildern! - Philipper 3, 17; 1. Thessalonicher 1, 7

Wie finden Menschen zum christlichen Glauben? Der Apostel Paulus, erster Theologe und wirkmächtigster Missionar der Christenheit, würde wohl antworten: durch Vorbilder. Leben Christen glaubwürdig und tugendhaft, werden sie für viele andere zum beeindruckenden Vorbild. Auch Paulus selbst möchte seinen Gemeinden ein gutes Vorbild sein und freut sich, wenn die Menschen seinem Beispiel folgen. Die Gemeinde in Thessalonich lobt er: »Ihr seid unserm Beispiel gefolgt und dem des Herrn und habt das Wort aufgenommen in großer Bedrängnis mit Freuden im Heiligen Geist.« Paulus wusste vermutlich: Den Glauben kann man nicht lehren, man kann ihn nur vorleben. ( Philipper 3, 17, 1. Thessalonicher 1, 7)

Zitat: »Folgt mir, liebe Brüder, und seht auf die, die so leben, wie ihr uns zum Vorbild habt.«

 
Werde selbst zum Vorbild! - Titus 2, 7; 1. Timotheus 4, 12

Was tun, wenn man den Glauben nicht lehren kann, ihn aber trotzdem möglichst vielen Menschen vermitteln möchte? Eine Möglichkeit: die Menschen dazu ermutigen, anderen zum Vorbild zu werden. In einem Brief an Timotheus ruft Paulus diesen daher auch auf: »Du aber sei den Gläubigen ein Vorbild im Wort, im Wandel, in der Liebe, im Glauben, in der Reinheit.« Und Titus wird ermahnt: »Dich selbst aber mache zum Vorbild guter Werke mit unverfälschter Lehre, mit Ehrbarkeit.« Ein positiver Nebeneffekt: Wer sich wirklich vorbildlich verhält, bietet menschlichen wie teuflischen Widersachern keine Angriffspunkte. ( Titus 2, 7, 1. Timotheus 4, 12)

Zitat: »Du aber sei den Gläubigen ein Vorbild im Wort, im Wandel.«

 
Vorbild Tugend - Weisheit 4, 2

Tugendhaft sollte man sich verhalten, wenn man ein gutes Vorbild werden will, wussten schon die Autoren der biblischen Weisheitstexte. Denn Tugend »bringt ewigen Ruhm und wird bei Gott und den Menschen anerkannt«. Außerdem siegt das tugendhafte Verhalten letztendlich, weil man die Tugend einerseits zum Vorbild nimmt, wenn sie da ist, »ist sie aber nicht da, so sehnt man sich nach ihr, und in der Ewigkeit zieht sie bekränzt einher; denn sie hat im Ringen um einen herrlichen Kampfpreis gesiegt.« ( Weisheit 4, 2)

Zitat: »Ist Tugend da, nimmt man sie zum Vorbild.«

 
Sich selbst zum Vorbild rühmen - 2. Thessalonicher 3, 9; 1. Timotheus 1, 16; 1. Korinther 4, 16

Wer sich vorbildlich verhält, darf andere auch darauf aufmerksam machen. Dieser Ansicht scheint Paulus gewesen zu sein, denn er rühmt sich, was uns heute fast wie peinliche Prahlerei vorkommt: Deswegen »ist mir Barmherzigkeit widerfahren, dass Christus Jesus an mir als Erstem alle Geduld erweise, zum Vorbild denen, die an ihn glauben sollten zum ewigen Leben«. Tag und Nacht habe er unter Mühen gearbeitet, um keinem der Thessalonicher zur Last zu fallen, betont er, und all das nur, um ein gutes Vorbild abzugeben: »Darum ermahne ich euch: Folgt meinem Beispiel!« Das klingt ein wenig nach Eigenlob und sollte keinem vorbildhaften Politiker über die Lippen kommen. ( 2. Thessalonicher 3, 9, 1. Timotheus 1, 16, 1. Korinther 4, 16)

Zitat: »Wir wollten uns selbst euch zum Vorbild geben, damit ihr uns nachfolgt.«

 
Vorbild Christus - 1. Petrus 2, 21; Johannes 13, 15; 1. Korinther 11, 1

Die Frage, ob man Jesus und seine Forderungen tatsächlich wortwörtlich als Vorbild ansehen kann oder ob seine Forderungen nicht eher ein sowieso unerreichbares Ideal beschreiben, wurde im Laufe der Zeit immer wieder kontrovers diskutiert. »Mit der Bergpredigt kann man keine Politik machen«, meinte Otto von Bismarck. Jesus selbst scheint das anders gesehen zu haben. Jedenfalls lässt ihn Johannes in seinem Evangelium sagen: »Ein Beispiel habe ich euch gegeben, damit ihr tut, wie ich euch getan habe.« Und auch die Paulusbriefe fordern uns auf, Jesu Beispiel zu folgen: »Denn dazu seid ihr berufen, da auch Christus gelitten hat für euch und euch ein Vorbild hinterlassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen«, heißt es da, und Paulus ruft die Menschen auf: »Folgt meinem Beispiel wie ich dem Beispiel Christi!« Einem Vorbild wie Jesus zu folgen heißt ja nicht, dass man sein Ideal vollkommen erreichen muss, denn sicher ist: Auch wer nur kleine Schritte in die richtige Richtung macht, kann schon mehr bewirken als derjenige, der diese Aufgabe von vornherein als unerfüllbar ablehnt. ( 1. Petrus 2, 21, Johannes 13, 15, 1. Korinther 11, 1)

Zitat: »Denn dazu seid ihr berufen, da auch Christus gelitten hat für euch und euch ein Vorbild hinterlassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen.«

 
Warnendes Vorbild - 1. Mose 19, 24; 1. Korinther 10, 1-11; 2. Petrus 2, 6

In der Bibel finden sich auch abschreckende Vorbilder. Die Städte Sodom und Gomorra, die Gott ihrer Sündhaftigkeit wegen durch einen feurigen Schwefelregen vernichtete, gelten zum Beispiel als warnende Vorbilder für Orte, an denen Unzucht und gottloses Leben um sich greifen. Im 2. Petrusbrief heißt es dazu, Gott habe diese Städte »zu Schutt und Asche gemacht und zum Untergang verurteilt und damit ein Beispiel gesetzt den Gottlosen, die hernach kommen würden«. ( 1. Mose 19, 24, 1. Korinther 10, 1-1, 2. Petrus 2, 6)

Zitat: »Das ist aber geschehen uns zum Vorbild, damit wir nicht am Bösen unsre Lust haben, wie jene sie hatten.«

 
Vorbilder für Geduld - Tobit 2, 12

Das Buch Tobit erzählt die merkwürdige Geschichte von einem Mann gleichen Namens, der ein vorbildliches Leben führte, mit seinen Mitmenschen gut umging und gegen den Willen der Machthaber Ninives sogar heimlich ermordete Israeliten begrub. Eines Tages kam er nach dieser Tätigkeit nach Hause und legte sich geschafft schlafen. Doch direkt über ihm hatte eine Schwalbe ihr Nest gebaut und ließ ihren Dreck auf Tobits Augen fallen, so dass er erblindete. Dass gerade ihm trotz seines vorbildlichen Lebens so etwas passierte, erklärt das Buch Tobit mit einem Hinweis auf Hiob, den ebenfalls trotz seines guten Lebenswandels schreckliche Schicksalsschläge trafen: »Diese Prüfung aber ließ Gott über ihn kommen, damit die Nachwelt an ihm ein Beispiel der Geduld hätte wie an dem heiligen Hiob.« Und tatsächlich, sowohl Hiob als auch Tobit ertragen ihr Schicksal geduldig und lassen sich dadurch nicht vom Glauben abbringen. ( Tobit 2, 12)

Zitat: »Damit die Nachwelt an ihm ein Beispiel der Geduld hätte wie an dem heiligen Hiob.«

velvet

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Antw:Das Beste aus der Bibel
« Antwort #3 am: 07. Mai 2012, 15:55:02 »
Boten und Botschaften


Jesaja, Jesus & Co. - Haggai 1, 13; Maleachi 3, 1; Matthäus 11, 10; Jesaja 61, 1f.; Lukas 4, 18f.

Propheten sind in erster Linie »Sprachrohre« Gottes; mitunter verstehen sie ihre Funktion jedoch auch als Botschafter. Ausdrücklich findet sich dies bei Haggai, er überbringt die »Botschaft des Herrn an das Volk«, sie laut kurz und knapp: »Ich bin mit euch, spricht der Herr.« Dem Propheten Maleachi zufolge will Gott einen Boten senden, der den Weg für den Herrn selbst »bereiten« soll. Jesus erklärte später, Johannes der Täufer sei dieser angekündigte Bote. Anders Jesaja: Er bezeichnete sich selbst als Boten Gottes. Mit diesen prophetischen Worten beschrieb später Jesus seinen eigenen Auftrag. ( Haggai 1, 13, Maleachi 3, 1, Matthäus 11, 10, Jesaja 61, 1f., Lukas 4, 18f.)

Zitat: »Er hat mich gesandt, den Elenden gute Botschaft zu bringen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, zu verkündigen den Gefangenen die Freiheit, den Gebundenen, dass sie frei und ledig sein sollen.«

Gott ist Licht und Liebe - 1. Johannes 1, 5-10; 3,11

Der unbekannte Verfasser des ersten Johannesbriefs hat sich sehr genaue Gedanken darüber gemacht, was die christliche Botschaft eigentlich beinhaltet. Seine Formulierungen sind so eingängig, weil sie nicht dogmatisch daherkommen, sondern mit schönen Bildern. »Gott ist Licht, und in ihm ist keine Finsternis«, heißt es da zum Beispiel. An anderer Stelle setzt dieser kurze, aber gehaltvolle Brief Gott mit der Liebe gleich - »das ist die Botschaft, die ihr gehört habt von Anfang an, dass wir uns untereinander lieben sollen.« ( 1. Johannes 1, 5-10)

Zitat: »Das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen: Gott ist Licht, und in ihm ist keine Finsternis.«

Freudenboten - Sprüche 15, 30; 25, 25; Jesaja 52, 7

Gute Botschaften werden gerne gehört, sie »laben das Gebein«, wusste der weise Salomo, und sind »wie kühles Wasser für eine durstige Seele«. ( Sprüche 15, 30, Jesaja 52, 7)

Zitat: »Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße der Freudenboten, die da Frieden verkündigen, Gutes predigen, Heil verkündigen, die da sagen zu Zion: Dein Gott ist König!«

Hiobsbotschaften - Hiob 1, 13-19

Die schlimmsten Botschaften der Bibel hingegen musste Hiob empfangen, ein rechtschaffener und gottgläubiger Mensch. Vier Boten überbringen ihm schreckliche Nachrichten: dass Feinde seine Knechte erschlugen und Rinder gestohlen haben; dass »Feuer Gottes vom Himmel« Schafe und Knechte vernichteten; dass Eindringlinge auch Kamele genommen haben - und dass zu schlechter Letzt auch noch seine Söhne und Töchter in einem Sturm gestorben sind. Diese Nachrichten sind so katastrophal, dass sie im geflügelten Wort »Hiobsbotschaft« bis heute bekannt und gefürchtet sind. ( Hiob 1, 13-19)

Zitat: »Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen.«

Jünger Jesu und Schüler des Täufers - Matthäus 11, 2-6; Lukas 9, 51-53; Johannes 20, 17f.; 2. Korinther 5, 20

Manche Male schickten Johannes der Täufer und Jesus ihre Schüler oder Jünger, um Botschaften zu überbringen. Während seiner Inhaftierung sandte Johannes einige seiner Leute zu Jesus, um den zu fragen: »Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten?« Jesus schickte Boten als Reiselogistiker voraus, zum Beispiel bei seinem Weg nach Jerusalem, sie sollten Herbergen suchen und vorbereiten. Jüngerin Maria Magdalena wurde in der Osternacht zur Botin. Sie verkündigte den Jüngern die frohe Botschaft: »Ich habe den Herrn gesehen, und das hat er zu mir gesagt.« Paulus schließlich meinte, nach der Himmelfahrt Jesu seien alle Christen Botschafter. Ihre Message: die Menschen aufzufordern, sich mit Gott zu versöhnen. ( Matthäus 11, 2-6, Lukas 9, 51-53, Johannes 20, 17f., 2. Korinther 5, 20)

Zitat: »So sind wir nun Botschafter an Christi statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott!«

Politische Gesandtschaft - 4. Mose 20, 14; Lukas 14, 31f.

Eine Botschaft muss keine Nachricht, sondern kann auch eine Gesandtschaft sein. Beispiel dafür ist eine Episode aus der Wanderungszeit Israels. Auf dem Weg ins Land, in dem Milch und Honig fließen, musste das Volk das Land Edom durchziehen. Um Erlaubnis dafür einzuholen, sandte Mose eine Botschaft, die den edomitischen König bitten sollte: »Lass uns durch dein Land ziehen!« Die Gesandten sollten versprechen: »Wir wollen nicht durch Äcker oder Weinberge gehen, auch nicht Wasser aus den Brunnen trinken. Die Landstraße wollen wir ziehen, weder zur Rechten noch zur Linken weichen, bis wir durch dein Gebiet hindurchgekommen sind. Wir wollen nichts als nur zu Fuß hindurchziehen.« Die Beteuerungen halfen nichts - der König verwehrte den Durchzug, Israel musste einen Umweg gehen. Auch zur Zeit des Neuen Testaments gab es solche Gesandtschaften, wusste Jesus, und erzählte von einem König, der eine solche Botschaft losschickte. ( 4. Mose 20, 14, Lukas 14, 31f.)

Zitat: »So schickt er eine Gesandtschaft, solange jener noch fern ist, und bittet um Frieden.«

 
Engel als Botschafter - Lukas 2, 9-14; Offenbarung 14, 6

Engel sind die himmlischen Botschafter Gottes. Mehrmals verkündigen sie die Botschaft, dass sich Menschen nicht fürchten sollen. Am rührendsten ist diese Botschaft in jener Nacht auf den Feldern Bethlehems überliefert, in der Jesus geboren wurde. Auch am Ende aller Zeiten sind engelhafte Botschafter unterwegs und verkündigen unentwegt das Evangelium. ( Lukas 2, 9-14, Offenbarung 14, 6)

Zitat: »Und ich sah einen andern Engel fliegen mitten durch den Himmel, der hatte ein ewiges Evangelium zu verkündigen denen, die auf Erden wohnen, allen Nationen und Stämmen und Sprachen und Völkern.«

velvet

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Antw:Das Beste aus der Bibel
« Antwort #4 am: 07. Mai 2012, 15:57:35 »
Der gerechte Lohn

Am 1. Mai rückt unsere Gesellschaft die Arbeit und den gerechten Lohn in den Mittelpunkt. Die Bibel liefert dazu Impulse.

Schnelle Entlohnung! - 3. Mose 19, 13; 5. Mose 24, 14f.; Tobit 4, 15

Tagelöhner arbeiteten in Weinbergen, auf den Feldern und in der Fischerei; meist waren es Gastarbeiter, die in Hoffnung auf Verdienst in die Fremde gezogen waren. Diese »Mietlinge« waren besonders angewiesen auf die rechtzeitige Auszahlung ihres Verdiensts. Das mosaische Gesetz fordert die Arbeitgeber auf, den Lohn täglich auszuzahlen: »Es soll des Tagelöhners Lohn nicht bei dir bleiben bis zum Morgen.« Sofort nach Arbeitsende sollen die biblischen Bosse die Lohntüten verteilen, »dass die Sonne nicht darüber untergehe … damit er nicht wider dich den Herrn anrufe und es dir zur Sünde werde.« ( 3. Mose 19, 13, 5. Mose 24, 14f., Tobit 4, 15)

Zitat: »Wer für dich arbeitet, dem gib sogleich seinen Lohn und enthalte dem Tagelöhner den Lohn nicht vor.«

 
Trügerischer Gewinn - Sprüche 11, 18

Auch mit Ausbeutung und Niedertracht lässt sich ein Betrieb erfolgreich führen - jedenfalls was das Einkommen betrifft. Als »trügerischen Gewinn« rügt das Sprüchebuch diese Art des ethisch zweifelhaften Geldverdienens, die keinen nachhaltig »sicheren Lohn« garantiert. ( Sprüche 11, 18)

Zitat: »Der Gottlosen Arbeit bringt trügerischen Gewinn; aber wer Gerechtigkeit sät, hat sicheren Lohn.«

 
Himmlische Belohnung - Sprüche 22, 4; Weisheit 5, 16; Sirach 11, 23; Tobit 4, 9f.; Matthäus 6, 1; Lukas 6, 35; Hebräer 11, 6

Wer gottgefällig lebt, wird himmlisch belohnt werden: Dieser Zusammenhang zieht sich durch die ganze Bibel. »Der Lohn der Demut und der Furcht des Herrn ist Reichtum, Ehre und Leben«, sagt der weise Salomo. Wer gerecht lebt, für den sorgt »der Höchste«. Sirach beschreibt den »Segen Gottes« als »Lohn des Frommen«. Tobias empfiehlt seinem Sohn, Bedürftige zu unterstützen: »Hast du viel, so gib reichlich; hast du wenig, so gib doch das Wenige von Herzen. Denn so wirst du dir einen guten Lohn für den Tag der Not sammeln.« Ähnliches verheißt auch Jesus in der Bergpredigt: Wer seine Feinde liebt und Armen leiht, dessen Lohn wird groß sein. Wer seine Frömmigkeit zur Schau stellt, darf hingegen »keinen Lohn bei eurem Vater im Himmel« erwarten. ( Sprüche 22, 4, Weisheit 5, 16, Sirach 11, 23, Tobit 4, 9f., Matthäus 6, 1, Lukas 6, 35, Hebräer 11, 6)

Zitat: »Wer zu Gott kommen will, der muss glauben, dass er ist und dass er denen, die ihn suchen, ihren Lohn gibt.«

 
Gott als Arbeitgeber - Hiob 7, 1-3; Jesaja 61, 8; 2. Korinther 5, 10; Offenbarung 22, 12

Gute Verkündigung beschreibt den Glauben in Bildern und Zusammenhängen des Alltagslebens. So benutzten auch biblischen Schriftsteller das Verhältnis zwischen Arbeitgebern und Arbeitenden zur Beschreibung des Verhältnisses von Gott und Mensch. »Muss nicht der Mensch immer im Dienst stehen auf Erden, und sind seine Tage nicht wie die eines Tagelöhners?«, sinniert Hiob über sein Schicksal: »Wie ein Knecht sich sehnt nach dem Schatten und ein Tagelöhner auf seinen Lohn wartet, so hab ich wohl ganze Monate vergeblich gearbeitet, und viele elende Nächte sind mir geworden.« Die Propheten weisen Gott ausdrücklich die Arbeitgeberrolle zu, der von sich sagt: Ich bin der Herr, der das Recht liebt und Raub und Unrecht hasst; ich will ihnen den Lohn in Treue geben und einen ewigen Bund mit ihnen schließen.« Die endgültige Lohnabrechnung findet am Ende aller Zeiten statt, meint Paulus: »Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, damit jeder seinen Lohn empfange für das, was er getan hat bei Lebzeiten, es sei gut oder böse.« ( Hiob 7, 1-3, Jesaja 61, 8, 2. Korinther 5, 10, Offenbarung 22, 12)

Zitat: »Siehe, ich komme bald und mein Lohn mit mir, einem jeden zu geben, wie seine Werke sind.«

 
Judaslohn - Jeremia 4, 18; 15, 13; 2. Makkabäer 8, 33; Apostelgeschichte 1, 18

Lohn ist nicht etwa immer gut und wertvoll. Wer sich gottlos verhält, wird dementsprechend schlechten Lohn erhalten. Gott droht zum Beispiel dem untreuen Volk Israel: »Ich will dein Gut und deine Schätze zum Raube geben als Lohn für alle deine Sünden.« Als »Lohn für seine Gottlosigkeit« wird der seleukidische Heerführer Kallisthenes kurzerhand von den jüdischen Makkabäern grausam verbrannt. Der »Lohn der Ungerechtigkeit«, den der Jünger Judas für den Verrat Jesu verdient hatte, wurde ihm zum Verhängnis: Vom Geld kaufte er sich einen Acker und fand darauf ein elendes Ende. ( Jeremia 4, 18, 2. Makkabäer 8, 33, Apostelgeschichte 1, 18)

Zitat: »Das hast du zum Lohn für deinen Wandel und dein Tun.«

 
Bluthunde - Jeremia 22, 13; Sirach 34, 27; Lukas 10, 7

Wettern Gewerkschaften gegen Bonzen, finden sie im Buch der Bücher knackige Zitate. Zum Beispiel beim Propheten Jeremia: »Weh dem, der seinen Nächsten umsonst arbeiten lässt und gibt ihm seinen Lohn nicht.« Oder auch bei Jesus Sirach, der zahlungsunwillige Arbeitgeber als »Bluthunde« tituliert. Sie könnten alle bei Jesus in die Lehre gehen, der wusste: »Ein Arbeiter ist seines Lohnes wert.« ( Jeremia 22, 13, Sirach 34, 27, Lukas 10, 7)

Zitat: »Wer dem Arbeiter seinen Lohn nicht gibt, der ist ein Bluthund.«

 
Arbeiter im Weinberg - Matthäus 20, 1-16

Jesus erzählte ein Gleichnis, an dem sich stundenlang über gerechten Lohn diskutieren lässt: Ein Unternehmer, Weinbergbesitzer, bezahlte seine Tagelöhner offensichtlich ungerecht. Den verabredeten Tageslohn, einen Silbergroschen, bekamen auch jene Arbeiter, die erst am Abend eingestellt wurden. Die Arbeiter murrten, lässig antwortet der Chef: »Siehst du scheel drein, weil ich so gütig bin?« Eine gute Vorlage für ein Jesus-Wort, das der Volksmund bis heute kennt: »So werden die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten sein.« ( Matthäus 20, 1-16)

Zitat: »Ruf die Arbeiter und gib ihnen den Lohn und fang an bei den letzten bis zu den ersten.«

velvet

  • Gast
Antw:Das Beste aus der Bibel
« Antwort #5 am: 07. Mai 2012, 16:00:38 »
Scheitern

  Symbol eines gescheiterten menschlichen Plans: der Turm zu Babel

Sündenfall: Gott gescheitert? - 1 Mose 3

Gott ist mit seiner Schöpfung gescheitert. Diese These hört sich zunächst völlig fremd an. Dennoch arbeiten sich daran seit 2000 Jahren Theologen ab. Der Befund scheint klar: Gott erschuf die Erde und das Leben, am Ende Mann und Frau, alle lebten in paradiesischer Eintracht, Gott konnte sorglos durch den Garten Eden streifen. Doch dann widersetzten sich Adam und Eva Gottes Geboten. Ist damit Gottes Plan gescheitert, haben sich die Menschen anders entwickelt, als er vorhatte? Oder hatte Gott die Freiheit des menschlichen Willens und den Sündenfall mit einkalkuliert, gehörte zu seinem Schöpfungsvorhaben das Risiko, die Menschen könnten sich gegen ihn wenden? ( 1 Mose 3)

Zitat: »Hast du nicht gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot, du solltest nicht davon essen?«

 
Der gescheiterte Turmbau - 1 Mose 11, 8; Sprüche 16, 18

Gemessen am Scheitern dieses urgeschichtlichen Projektes wäre der Baustopp von »Stuttgart 21« als Peanuts zu verbuchen. Die Menschen von Babel wollten eine neue Stadt bauen, dazu einen gigantischen Turm, dessen Spitze bis in den Himmel reicht. Gott schaute sich das Treiben auf der Baustelle an und dachte nach: Würde den Menschen dieses Vorhaben gelingen, könnten sie übermütig, gar größenwahnsinnig werden. Statt den Bau zu zerstören, »verwirrte« Gott die Sprache der Menschen, sodass sie sich nicht mehr verstanden, und zerstreute sie in viele Länder, »dass sie aufhören mussten, die Stadt zu bauen«. Vielleicht hatte Salomo diese alte Legende im Kopf, als er den weisen Satz prägte: »Hochmut kommt vor dem Fall!« ( 1 Mose 11, 8, Sprüche 16, 18)

Zitat: »Nun wird ihnen nichts mehr verwehrt werden können von allem, was sie sich vorgenommen haben zu tun.«

 
Der gescheiterte Sohn - Lukas 15, 11-32

Das hatte sich der Sohn anders vorgestellt: Er war ausgezogen - ja, warum eigentlich? Um fernab der Eltern ein selbstbestimmtes Leben zu führen? Um das Glück zu finden? Um sich selbst zu verwirklichen? Fest steht jedenfalls: Sein Plan ging nicht auf. Nachdem er das Geld verprasst hatte, stand er mittellos da und hungerte. Bitter musste er sich sein Scheitern eingestehen. Er fasst einen neuen Plan: Zurück zum Vater und dort als Tagelöhner arbeiten! Auch dieser Plan scheiterte - allerdings in guter Hinsicht. Denn der Vater reagierte unerwartet gnädig und nahm ihn mit offenen Armen wieder auf. ( Lukas 15, 11-32)

Zitat: »Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße.«

 
Gescheiterte Pläne - Sprüche 15, 22; Prediger 7, 16

Meistens kommt es anders, als man denkt: Die biblische Weisheitsliteratur widmet sich dieser menschlichen Grunderfahrung. Die Schriften geben Tipps gegen das Scheitern. »Die Pläne werden zunichte, wo man nicht miteinander berät«, meint Salomo und warnt vor Selbstüberhöhung.Zitat:»Sei nicht übergerecht, und gib dich nicht gar zu weise. Warum willst du scheitern?«Schicksal ScheiternHiobDas Schicksal des Hiob lässt sich auch als Reflexion über das Scheitern lesen. Dieser weise Mann hatte fromm und ethisch einwandfrei gelebt. Auf diese Weise, so sein Plan, wollte er glücklich und gesegnet sein. Doch dann überkam ihn eine Pech- und Unglückssträhne ohnegleichen. Sein Vorhaben, mit gottgefälligem Leben das Glück herbeizurufen, war nicht aufgegangen. Er war gescheitert. Und fügte sich in sein Schicksal: »Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen; der Name des Herrn sei gelobt!« Doch am Ende, nach unerträglichem Leid und tiefsten Zweifeln, wendet sich das Blatt: Gott segnete Hiob »fortan mehr als einst«, und er starb »alt und lebenssatt«. ( Sprüche 15, 22, Prediger 7, 16)

Zitat: »Der Herr gab Hiob doppelt so viel, wie er gehabt hatte.«

 
Scheitern als Lektion - Römer 7, 7-25; Galater 3, 10-14

Paulus durchdenkt das Hiob-Thema in christlicher Weise. Der römischen Gemeinde schildert er seinen Gedankengang: Wer nach göttlichem Gesetz leben will, müsse notgedrungen scheitern. Scheitern wird zur Lebenslektion. Vielleicht liegt darin der Sinn des Gesetzes, meint Paulus: Den Menschen die Erlösungsbedürftigkeit vor Augen zu führen. »Ich unglückseliger Mensch! Wer rettet mich aus dieser tödlichen Verstrickung?«, fragt Paulus - und antwortet: »Gott sei gedankt durch Jesus Christus, unseren Herrn: Er hat es getan!« ( Römer 7, 7-25, Galater 3, 10-14)

Zitat: »Ich will das Gute tun, bringe aber nur Böses zustande.«

velvet

  • Gast
Antw:Das Beste aus der Bibel
« Antwort #6 am: 07. Mai 2012, 16:04:06 »
Das Buch in der Bibel

Barthélemy d'Eyck: Der Prophet Jeremia.

Das Buch der Bücher kennt weder E-Books noch Leinenausgaben. Trotzdem wurden auch in biblischen Zeiten Bücher gelesen - besser: gerollt.

Die Bücher in der Bibel - Sirach 0, 3.7 (Vorrede); 2 Makkabäer 2, 13; 1 Mose 5, 1; 4 Mose 21, 14f.; Josua 10, 13; Esther 6, 1; Johannes 21, 25

Die weisen und schriftkundigen Menschen bildeten sich auch in biblischen Zeiten mithilfe von Büchern weiter. Jesus Sirach beschreibt das in seinem Prolog eindrücklich von seinem Großvater: Er habe »mit besonderem Fleiß das Gesetz, die Propheten und die andern Bücher unserer Väter gelesen, sich darin ein reiches Wissen erworben und es unternommen, auch etwas von rechtem und weisem Leben zu schreiben«. Sirach waren auch die Gefahren und möglichen Missverständnisse bewusst, die Übersetzungen mit sich bringen können: »Sogar das Gesetz selber und die Propheten und die übrigen Bücher lauten oft recht anders, wenn sie in ihrer eignen Sprache gelesen werden.« Mehrere Bücher erwähnt die Bibel: Zuerst die heiligen Bücher, in denen das Gesetz des Mose notiert ist. Dann geschichtliche Bücher über die Könige Israels. Das »Buch von Adams Geschlecht« enthält das Ahnenregister der ersten Generationen. Aus dem »Buch von den Kriegen Jahwes« wird zitiert, um Landesgrenzen zu beweisen. Das »Buch des Redlichen« gilt als Beleg für Wunder. Der Evangelist Johannes notierte, dass die Geschichte Jesu so umfangreich sei, dass Bücher sie nicht fassen können. ( Sirach 0, 3 (Vorrede), 2 Makkabäer 2, 13, 1 Mose 5, 1, 4 Mose 21, 14f., Josua 10, 13, Esther 6, 1, Johannes 21, 25)

Zitat: »Ebenso hat aber auch Judas die Bücher, die verloren gegangen waren, weil Kriege im Lande gewesen sind, alle wieder zusammengebracht.«

 
Das Buch des Gesetzes - 5 Mose 31, 24ff; Josua 24, 26; Nehemia 8, 18

Mose schrieb alle Gesetze, die Gott ihm mitgeteilt hatte, für das Volk Israel in ein Buch. Er wusste darum, dass Geschriebenes verlässlicher ist als Gesagtes. Deshalb forderte er die Israeliten auf: »Nehmt das Buch dieses Gesetzes und legt es neben die Lade des Bundes des Herrn, eures Gottes.« Mose Nachfolger Josua ergänzte das Buch, das schließlich im Jerusalemer Tempel verwahrt wurde. An jedem Tag soll aus diesem Buch gelesen werden. ( 5 Mose 31, 24ff., Josua 24, 26, Nehemia 8, 18)

Zitat: »Es wurde jeden Tag aus dem Buch des Gesetzes Gottes vorgelesen.«

 
Von Schriftrollen und Esspapier - Jeremia 36, 2; Sacharja 5, 2ff.; Hesekiel 2, 9-3,3

Bücher in biblischen Zeiten bestanden nicht aus Seiten, in stabile Deckel gebunden. Sie wurden auf Papyri geschrieben, die aufgerollt wurden. »Nimm eine Schriftrolle und schreibe darauf alle Worte, die ich zu dir geredet habe über Israel, über Juda und alle Völker«, beauftragt Jeremia seinen Schreiber. Vom Propheten Sacharja ist ein seltsamer Traum bekannt. Darin sieht er eine riesige »fliegende Schriftrolle«, die wie ein Fluch über dem Land schwebt. Noch seltsamer klingt eine Geschichte des Propheten Hesekiel. Ihm wurde eine Schriftrolle gereicht, »sie war außen und innen beschrieben, und darin stand geschrieben Klage, Ach und Weh«. Dazu eine ungesunde Aufforderung: »Du Menschenkind, iss diese Schriftrolle und geh hin und rede zum Hause Israel!« Der Prophet ist folgsam - und machte eine Erfahrung wie Kinder, die zum ersten Mal in ihrem Leben Esspapier probieren: »Sie war in meinem Munde so süß wie Honig.« ( Jeremia 36, 2, Sacharja 5, 2ff., Hesekiel 2, 9-3,3)

Zitat: »Du Menschenkind musst diese Schriftrolle, die ich dir gebe, in dich hineinessen und deinen Leib damit füllen.«

 
Bücherverbrennung - 1 Makkabäer 1, 59; Apostelgeschichte 19, 19

Wissen kann gefährlich sein. Wer die Freiheit und das Selbstdenken abschaffen und die eigene Macht demonstrieren will, versucht dies bisweilen durch das Verbrennen ungenehmer Bücher. Der Seleukidenkönig Antiochus IV. ist unrühmliches Vorbild für alle Bücherverbrenner der Weltgeschichte. Er »ließ die Bücher des Gesetzes Gottes zerreißen und verbrennen«. Eine ähnliche Aktion, allerdings mit anderen Vorzeichen, wird in der Apostelgeschichte berichtet. »Zauberer«, die zum christlichen Glauben gekommen waren, verbrannten selbst ihre wertvollen Bücher. Hier wird das Feuer also nicht auf Anordnung von Tyrannen entzündet, sondern als Akt der Selbstreinigung. Trotzdem: schade um die Bücher! ( 1 Makkabäer 1, 59, Apostelgeschichte 19, 19)

Zitat: »Viele aber, die Zauberei getrieben hatten, brachten die Bücher zusammen und verbrannten sie öffentlich.«

 
Schreibtinte - Jeremia 36, 18; 2 Korinther 3, 3

Womit schrieb man vor der Erfindung von Rollerball und Filzern? Mit Tinte, hergestellt aus Öl und Ruß. Baruch, der Sekretär des Propheten Jeremia, notierte so die Worte, die sein Herr ihm diktierte. Ebenfalls der Apostel Paulus; zu dessen Zeit allerdings sorgte nicht mehr Ruß, sondern Eisenstaub für die stabile Färbung. Paulus bittet die Adressaten seiner Briefe zu bedenken, dass die Tinte und das Schreiben Symbolcharakter haben: »Ist doch offenbar geworden, dass ihr ein Brief Christi seid, durch unsern Dienst zubereitet, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes.« ( Jeremia 36, 18, 2 Korinther 3, 3)

Zitat: »Jeremia hat mir alle diese Worte vorgesagt, und ich schrieb sie mit Tinte auf die Schriftrolle.«

 
Zeitungsbuch - Ester 2, 23; 6, 1

Auch vom Vorläufer der Zeitung berichtet die Bibel. Sie war in Buchform; die Berater der Könige ließen sich die Neuigkeiten der Welt darin aufschreiben. Vom persischen Monarch Ahasveros ist bekannt, dass er unter Schlaflosigkeit litt und nachts diese Zeitungsbücher las. ( Ester 2, 23; 6, 1)

Zitat: »In derselben Nacht konnte der König nicht schlafen und ließ sich das Buch mit den täglichen Meldungen bringen.«

 
Das Buch mit sieben Siegeln - Offenbarung 5, 1; 20, 12

Das letzte Buch der Bibel ist eines schwierigsten: Der Seher Johannes schildert darin seine Visionen der Endzeit, die »in Kürze geschehen soll«. Eine wichtige Rolle spielt darin ein Buch. Nach und nach werden dessen sieben Siegel geöffnet, jedes Mal geschehen furchterregende Dinge: Seltsame Pferde tauchen auf, Erdbeben durchschütteln die Erde. Als das Lamm das siebte Siegel öffnet, setzt sich eine wahrhaft apokalyptische Szenerie in Gang. ( Offenbarung 5, 1)

Zitat: »Ich sah in der rechten Hand dessen, der auf dem Thron saß, ein Buch, beschrieben innen und außen, versiegelt mit sieben Siegeln.«

velvet

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Antw:Das Beste aus der Bibel
« Antwort #7 am: 07. Mai 2012, 16:06:19 »
Ehre in der Bibel

König Salomo von Ingobertus, um 880.

Ehre sei Gott - 5. Mose 32, 3; 1. Chronik 16, 42; Psalm 3, 4; 19, 2; Lukas 2, 14; Römer 11, 36; 1. Korinther 10, 31; Offenbarung 19, 7

»Ehre sei Gott in der Höhe«, sangen die himmlischen Heerscharen über den Feldern Bethlehems. Ein Gloria, das zur Zeitenwende bereits 1000 Jahre alt war. »Die Himmel erzählen die Ehre Gottes«, pries der Psalmist und kannte wahrscheinlich das Loblied des Mose: »Gebt unserm Gott allein die Ehre!« Gerne auch musikalisch »mit Trompeten und hell klingenden Zimbeln und mit Saitenspiel«. Apostel Paulus weist darauf hin, dass man mit allem, was man tut, »ob ihr nun esset oder trinket«, Gott die Ehre geben soll, »denn von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit!« Am Ende aller Zeiten, nach den apokalyptischen Schrecken und kurz vor dem endzeitlichen Hochzeitsfest mit Jesus, sollen Christen »fröhlich sein« und Gott die Ehre geben. ( 5. Mose 32, 3, 1. Chronik 16, 42, Psalm 3, 4, Lukas 2, 14, Römer 11, 36, 1. Korinther 10, 31, Offenbarung 19, 7)

Zitat: »Du, Herr, bist meine Ehre und hebst mein Haupt empor.«

 
Vater und Mutter ehren - 2. Mose 20, 12; Sirach 3, 9.12f.; 7, 29; Tobit 4, 3; Sprüche 17, 6

Den Eltern gebührt Ehre - so steht es in den Zehn Geboten, die Gottes Erwartungen an die Menschen beinhalten. Wie man sie ehrt? »Mit der Tat und mit Worten und mit aller Geduld«, empfiehlt Jesus Sirach. Den Vater solle man »von ganzem Herzen« ehren und nicht vergessen, »welche Schmerzen deine Mutter um dich gelitten hat«. Nachvollziehbar, dass sich der alte Tobit im Angesicht seines Todes vom Sohn wünscht: »Wenn Gott meine Seele zu sich nehmen wird, so begrabe meinen Leib und ehre deine Mutter, solange sie lebt.« Auch Irrwege des Ehrens nennt die Bibel. »Suche nicht Ehre auf Kosten deines Vaters.« Einen weiteren Aspekt betont Salomo: »Der Alten Krone sind Kindeskinder, und der Kinder Ehre sind ihre Väter.« ( 2. Mose 20, 12, Sirach 3, 9.12f., Tobit 4, 3, Sprüche 17, 6)

Zitat: »Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass du lange lebest in dem Lande, das dir der Herr, dein Gott, geben wird.«

 
Menschliche Ehre - Römer 12, 10; Galater 5, 26; Hiob 29, 20; Sprüche 11, 16; 16, 31; 20, 3; 21, 21; 25, 27; 29, 23; Sirach 10, 23

Menschen können großes Ansehen erwerben. Ehre meint noch mehr, denn sie knüpft immer einen Bezug zwischen der menschlichen und der göttlichen Ehre. Wer letztere im Sinn hat, der ist vor dem Missbrauch der Ehre gefeit, vor dem Paulus warnt: »Lasst uns nicht nach eitler Ehre trachten, einander nicht herausfordern und beneiden.« An der Ehre, die einem gläubigen Leben entspringt, darf man sich jedoch freuen; so hoffte Hiob: »Meine Ehre bleibe immer frisch bei mir!« Mit dem Alter wächst die Chance, Ehre zu erlangen, denn »graue Haare sind eine Krone der Ehre«. Wer in diesem Status ist, sollte Streit vermeiden und der »Gerechtigkeit und Güte nachjagen« oder Demut zeigen. Auch »nach schweren Dingen forschen« kann Ehre bringen. Für Frauen ist »Holdseligkeit« ein Schlüssel ins Reich der Ehre, für Jünglinge Stärke. Erworbene Ehre kann auch wieder verloren werden - indem man Gottes Gebote übertritt. ( Römer 12, 10, Galater 5, 26, Hiob 29, 20, Sprüche 11, 16, Sirach 10, 23)

Zitat: »Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor.«

 
Der Könige Ehre - 1. Chronik 29, 28; 2. Chronik 1, 12; 17, 5; Psalm 24, 7

Die ersten Könige Israels waren Herrscher von Gottes Gnaden, sie hatten eine besonders nahe Beziehung zu Gott - und auch zu seiner Ehre. König David (um 1000 v. Chr.) starb in gutem Alter, »satt an Leben und voller Reichtum und Ehre«. Dessen Sohn und Thronfolger Salomo verheißt Gott gar allerhöchste Ehre: »Dazu will ich dir Reichtum, Gut und Ehre geben, wie sie die Könige vor dir nicht gehabt haben und auch die nach dir nicht haben werden.« Die Ehre König Joschafats (um 870 v. Chr.) führte dazu, dass das ganze Volk ihm Geschenke brachte. Der »König der Ehre« allerdings ist Gott selbst. ( 1. Chronik 29, 28, 2. Chronik 1, 12, Psalm 24, 7)

Zitat: »Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe.«

 
Ehrenplätze - Psalm 26, 8; 29, 9; 85, 10; Jesaja 6, 3; 1. Makkabäer 15, 9

Auch Orte können der göttlichen Ehre voll sein. Zum Beispiel jene Orte, die umgangssprachlich als »heilig« bezeichnet werden: die Kultstätten der Religionen. Der Psalmist meinte den Jerusalemer Tempel, als er betete: »Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnt«. Er wird sogar noch deutlicher: »In seinem Tempel ruft alles: Ehre!« Auch ganze Länder können die Ehre Gottes spiegeln. ( Psalm 26, 8, Jesaja 6, 3, 1. Makkabäer 15, 9)

Zitat: »Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll!«

 
Die letzte Ehre - 2. Chronik 16, 14; 32, 33

»Die letzte Ehre erweisen«: Eine Umschreibung dafür, jemanden durch die Teilnahme an der Beerdigung zu würdigen. Auch diese Redewendung hat sich bis heute gehalten. Erstmals kommt sie in der Bibel beim Tod des Königs Hiskia († 697 v. Chr.) vor. »Ganz Juda und die Einwohner von Jerusalem gaben ihm Ehre bei seinem Tod.« Diese Ehre bestand in einem großen Opferfeuer. ( 2. Chronik 16, 14)

Zitat: »Sie machten ihm zu Ehren einen sehr großen Brand.«

 
Unehre - 1. Korinther 11, 14f.; Jakobus 2, 6

Und das Gegenteil von Ehre? Ist Unehre. Aber die kommt in der Bibel nur an zwei Stellen vor. In der einen äußert Paulus eine heute als spießig geltende Ansicht: »Lehrt euch nicht auch die Natur, dass es für einen Mann eine Unehre ist, wenn er langes Haar trägt?« Für eine Frau sei jedoch langes Haar Ehrensache. In der anderen liest der Jakobusbrief den Reichen die Leviten. In einer Gemeinde hatten Christen die Nase über Arme in den Gottesdiensten gerümpft, während Reiche mit goldenen Ringen und herrlicher Kleidung bevorzugt wurden. Mit diesem Verhalten hätten die Christen den Armen Unehre erwiesen. ( 1. Korinther 11, 14f., Jakobus 2, 6)

Zitat: »Ihr aber habt dem Armen Unehre angetan.«

 

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