Autor Thema: Papst zum Weltfamilientreffen in Mailand eingetroffen 01.06.2012  (Gelesen 3892 mal)

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Papst zum Weltfamilientreffen in Mailand eingetroffen

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   Papst Benedikt XVI. ist am Freitag zum VII. katholischen Weltfamilientag in Mailand eingetroffen und wurde dort unter großen Jubel begrüßt

Mailand (kath.net/KNA) Papst Benedikt XVI. ist am Freitag zum VII. katholischen Weltfamilientag in Mailand eingetroffen. Am Flughafen wurde er vom Mailänder Kardinal Angelo Scola und dem italienischen Integrationsminister Andrea Riccardi begrüßt. Zum Auftakt seines dreitägigen Besuchs in der norditalienischen Stadt ist eine Begegnung mit der Bevölkerung auf dem Domplatz geplant. Am Abend besucht der Papst ein von Daniel Barenboim dirigiertes Konzert in der Mailänder Scala. Höhepunkt des Papstbesuchs ist am Sonntag die Abschlussmesse des Weltfamilientreffens, zu der bis zu eine Million Besucher erwartet werden. Es handelt sich um die bislang längste inneritalienische Reise des Papstes.

Am Samstagmorgen betet Benedikt XVI. zunächst mit Priestern und Ordensleuten im Mailänder Dom. Anschließend trifft er im Fußballstadion der Stadt mit Kindern und Jugendlichen zusammen, die sich auf das Sakrament der Firmung vorbereiten. Am Nachmittag ist eine Zusammenkunft mit Politikern im Erzbischöflichen Palast vorgesehen. Am Sonntagvormittag feiert der Papst auf dem Gelände des Flughafens Bresso die Abschlussmesse des Weltfamilientages. Es folgt ein Mittagessen mit Kardinälen und Bischöfen, zu dem auch sechs Familien eingeladen sind.
Zum Weltfamilientreffen, das seit Mittwoch in Mailand stattfindet, sind mehrere Zehntausend Menschen aus über 150 Ländern angereist. Die Großveranstaltung steht unter dem Titel: «Die Familie: Arbeit und Fest».










Benedikt XVI. in der Mailänder Scala: Wir brauchen keine unwirkliche Rede von einem fernen Gott und von einer anspruchslosen Brüderlichkeit. Wir sind auf der Suche nach dem nahen Gott.
Von Armin Schwibach

Rom-Mailand (kath.net/) Am Abend des ersten Tages seines Pastoralbesuchs in Mailand anlässlich des 7. Weltfamilientreffens besuchte Benedikt XVI. am gestrigen Freitag das Opernhaus der Scala und wohnte dort der Aufführung der 9. Symphonie Ludwig van Beethovens unter der Leitung von Daniel Barenboim bei.

In seiner Ansprache nach dem Konzert ging der Papst auf das Wesen der berühmten Symphonie mit ihrem „Hymnus an die Freude“ ein. Obwohl Beethoven im Wesentlichen den Formen und der traditionellen Sprache der klassischen Symphonie folge, lasse er bereits ausgehend von der noch nicht dagewesenen Breite aller Sätze des Werks etwas Neues wahrnehmen. Dies werde im Schlusssatz bestätigt, der von einer „ungeheuren Dissonanz“ eingeleitet werde, von der sich das Rezitativ mit den berühmten Worten „O Freunde, nicht diese Töne. Sondern lasst uns angenehmere anstimmen und freudenvollere“ absetze. Mit diesen Worten werde der Hymnus an die Freude eingeleitet.

Es handle sich dabei um die ideale Sicht der Menschheit, die Beethoven mit seiner Musik bezeichne, die aktive Freude in der Brüderlichkeit und in der gegenseitigen Liebe unter dem väterlichen Blick Gottes. Es sei dies keine christliche Freude im eigentlichen Sinn, so Benedikt XVI., sondern die Freude des brüderlichen Zusammenlebens der Völker, „der Sieg über den Eigenwillen“, sowie das Verlangen, dass der Weg der Menschheit „von der Liebe geprägt sei, gleichsam eine Einladung, die er an alle jenseits jeglicher Grenzen und Überzeugungen richtet“.

Das Konzert, das ein freudiges Fest hätte sein sollen, sei nun vom Erdbeben in der Region Emilia Romagna überschattet, das vielen Menschen „unseres Landes“ großes Leid gebracht habe. So klängen die Worte Schillers leer, mehr noch: „sie scheinen unwahr“: „Den Götterfunken aus Elysium spüren wir nicht. Wir sind nicht feuertrunken, sondern eher gelähmt vor Schmerz über so viel unbegreifliche Zerstörung, die Menschenleben gekostet, die vielen Haus und Heim genommen hat“. Auch die Hypothese, über dem Sternenzelt müsse ein guter Vater wohnen, scheine uns fragwürdig: "Ist er nur über dem Sternenzelt? Reicht seine Güte nicht bis zu uns herunter? Wir suchen nach einem Gott, der nicht fern thront, sondern sich einläßt in unser Leben und Leiden".

„Nicht diese Töne!“, so der Papst zusammen mit Beethoven und Schiller: „Wir brauchen keine unwirkliche Rede von einem fernen Gott und von einer unverbindlichen Brüderlichkeit. Wir sind auf der Suche nach dem nahen Gott. Wir suchen eine Geschwisterlichkeit, die inmitten allen Leidens den anderen mitträgt und so hilft, weiterzugehen“.

„Nach diesem Konzert werden viele zur eucharistischen Anbetung gehen – zu dem Gott, der sich auf unser Leiden eingelassen hat und einläßt. Zu dem Gott, der mit uns und für uns leidet und so die Jahrhunderte hindurch Menschen befähigt hat, das Leid der anderen mitzutragen und in Liebe umzuwandeln. Dazu fühlen wir uns durch dieses Konzert aufgerufen“.
« Letzte Änderung: 03. Juni 2012, 13:25:31 von velvet »

 

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