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  • Hl. Michael, Gabriel, Raphael Erzengel, Schutzpatrone: 29. September 2012

Autor Thema: Hl. Michael, Gabriel, Raphael Erzengel, Schutzpatrone  (Gelesen 8285 mal)

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velvet

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Hl. Michael, Gabriel, Raphael Erzengel, Schutzpatrone
« am: 23. September 2012, 15:18:22 »
Hl. Michael


St. Michael – kurzer Überblick


Sein Name ist hebräischen Ursprunges und bedeutet auf deutsch: „Wer ist wie Gott“ oderlateinisch: „Quis ut Deus“. Sein Name kann als sein Schlachtruf beim himmlischen Kampf gegenden Drachen und dessen Engel angesehen werden, wie in der geheimen Offenbarung 12,7beschrieben. So gilt Michael auch als der Führer der himmlischen Heerscharen, als Schutzpatronder Kirche und wird auch als Schutzpatron Deutschlands verehrt. Für Michael ist die Demut, der
Mut und die Mahnung an andere sich dem heiligen Kampfe gegen dass Böse anzuschließen charakterisierend.

Michaelsverehrung im mittelalterlichen Deutschland:


Kaiser Karl d. Gr. verkündete im September 813 auf der Aachener Reichsversammlung, dass dasbisher nur lokal gefeierte Fest des hl. Erzengels Michael, reichsweit jeweils am 29. September alsFeiertag geboten sei. Damit wurde der hohe Rang der Michaelsverehrung und St. Michael
sozusagen als Schutzpatron des Heiligen Römischen Reiches bestätigt. Nach dem Zerfall des Karlsreiches leuchtet der hl. Erzengel Michael bei zwei für das Reich
lebenswichtigen Entscheidungsschlachten hervor bei denen Michael nach Auffassung der Siegerzugunsten des ostfränkischen Königreiches in die Geschichte eingegriffen habe: bei den Schlachten an der Unstrut (Riade 933) und auf dem Lechfeld (Augsburg 955). In der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts waren die heidnischen Ungarn, ein Reitervolk asiatischerHerkunft, eine große Gefahr für das ostfränkisch-deutsche Königreich. Sie schienen unbesiegbar zu sein. König Heinrich I. wusste gegen ihre Überfälle kein anderes Mittel, als mit den Ungarn einen neunjährigen Waffenstillstand zu schließen und Tribute zu zahlen. In den kommenden Jahren rüstete Heinrich sein Reich für die entscheidende Auseinandersetzung: 932 ließ er den Waffenstillstand aufkündigen. Die Ungarn fielen wieder mit verwüstender Gewalt in Thüringen ein. Bei Riade an der Unstrut warf sich Heinrich am 15. März 933 mit einem fränkischsächsischen
Aufgebot dem Feind entgegen. Dem christlichen Heere wurde ein Feldzeichen mit dem Bilde des Erzengels Michael voran getragen.
Unter Heinrichs Sohn Otto I. fielen die Ungarn 954 schlimmer als je zuvor ins Reich ein. Im Sommer 955 drangen sie wiederum plündernd und brandschatzend in Bayern und Schwaben ein. Anfang August belagerten sie Augsburg, doch der hl. Bischof Ulrich verteidigte es mit großem Geschick.
Am 10. August 955 griff Otto I. die Ungarn auf dem Lechfeld an. Er führte dabei die Heilige Lanze – das ältestes Stück der Reichskleinodien der römisch-deutschen Könige und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation mit sich. Und er führte das Michaelsbanner mit sich. Wie schon bei Riade rief das christliche Heer den himmlischen Feldherrn Michael um Hilfe an. Der Sieg wurde also vor allem dem hl. Erzengel Michael zugesprochen. Diesmal erlitten die
Ungarn eine vernichtende Niederlage.

Die Erscheinungen des hl. Michael auf dem Mont Sant’ Angelo, am Monte Gargano:
Der Monte Gargano liegt im apulischen Garganogebirge, in der Nähe von Manfredonia (historisch: Siponte), und ist 796 m hoch. Die Erscheinungen des Erzengels Michael sollen etwa zwischen den Jahren 490 und 493 in einer Grotte gewesen sein. Die erste dieser Erscheinungen war an einem 8.Mai in welcher der Erzengel die Einrichtung eines Heiligtums wünschte. Im Jahr 663 gewannen die langobardischen Truppen aus Siponte unter dem Patronat des hl. Michael gegen die
byzantische Armee. Dies geschah wieder am 8. Mai. Dieser besondere Berg ist auch deshalb für Deutschland und das deutsche Volk so bedeutsam, weil
mehrere deutsche Kaiser auf dem Mont’ Sant Angelo gewesen sind:

• Otto I., der Große, besuchte das Heiligtum zwischen 966-972, während seines dritten Italienfeldzugs. Es war auch eine Dankesschuld für die im Jahre 955 auf dem Lechfeld gewonnene Schlacht.
• Otto III. bestieg im Jahre 999 als 19-jähriger den Monte Gargano barfuß. Dies ist als Bußübung zu sehen, da er zugelassen hat, daß ein römischer Statthalter, dem er das Leben zusicherte, enthauptet wurde.
• Hl. Heinrich II., der einzige offiziell heiliggesprochene deutsche Kaiser. Er wurde im Jahre 1014 in Rom zum Kaiser gekrönt, (1002 Königskrönung) während seines dritten Italienzuges pilgerte er im Jahre 1022 zum Monte Gargano. Entweder nach seinem Sieg gegen die byzantinischen Truppen bei Troia (nähe Foggia) – als Dank. Oder vielleicht bereits am 8. Mai, also vor besagtem Sieg, während der Belagerung die ca. drei Monate dauerte? Bezüglich des Datums ist leider nichts bekannt.
Die Legende: Heinrich sei nachts in der Michaelsgrotte geblieben und hätte eine Vision von Michael und vielen Engeln in einer himmlischen Liturgie gehabt. Der heilige Michael habe ihm das Evangeliar zum Kuß gereicht und den Kaiser an der Hüfte berührt. Seither habe der Kaiser gehinkt. Heinrich II. soll nach der Legende den Erzengel auch gefragt haben, ob er der besondere Schutzpatron Deutschlands sein will, worauf der hl. Michael geantwortet
haben soll: „Ja, solange es sich dessen würdig erweist.“

Diese Pilgerfahrt des deutschen Kaiser Heinrich II. im Jahre 1022 zum Michaelsheiligtum auf dem Monte Gargano darf auch deshalb als herausragendes
Ereignis angesehen werden, da er der einzige offiziell heiliggesprochene deutsche Kaiser ist (Karl der Große könnte ebenfalls als solcher gelten, doch ist seine
Heiligsprechung durch den Erzbischof von Köln Rainald von Dassel von Rom nie offiziell anerkannt, sondern dessen Verehrung nur geduldet worden) und er der einzige Kaiser war, dem eine Vision des Reichspatrons St. Michael zuteil geworden ist.

• Lothar der III. (ca. 1137) zum Dank nach einem Sieg am 8. Mai, als er gegen normannische Eroberungstruppen das Kastell eroberte. Er hatte seltsamerweise aber keine Skrupel die wertvollen Votivgaben aus dem Heiligtum als Kriegsbeute mit zu nehmen.
• Friedrich II. überließ im Jahre 1216 seinem Vertrauten Hermann von Salza, dem Hochmeister des Deutschen Ordens das Kloster San Leonardo am Fuße des Monte Gargano zur Nutzung. Daraus wurde ein Pilgerhospiz, u. a. auch für die Kreuzfahrer. Friedrich II. soll hier oft gewesen sein, daher ist es gut möglich, dass auch er den Monte Gargano bestiegen hat.

- Päpstliche Besucher auf dem Monte Gargano waren u.a.:
Gelasius I., Agapitus I., Leo IX., Urban II., Innozenz II., Coelestin III., Urban VI., Gregor IX., Benedikt IX. Diese Päpste haben hier den hl.Erzengel Michael ebenso verehrt wie auch viele Heilige: u. a. Bernhard von Clairvaux, Thomas von Aquin, Franz von Assisi und Katharina von Siena.
Der letzte Papst auf diesem Michaelsberg war Johannes Paul der II. im Jahre 1987. Sich in die Tradition der vorherigen Verehrer stellend, betonte er zugleich die Aktualität der Michaelsverehrung, da das Wirken Satans ungebrochen sei und dieser sich als „gerissener Betörer“ den Menschen nahe.

Michaelsverehrung im Deutschland des 20. Jahrhunderts:

1913 wurde anlässlich des 100. Jahrestag das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig in Anwesenheit des Kaisers eingeweiht. Der Deutscher Patriotenbund beschrieb das Relief: „Das ganze stellt perspektivisch das Schlachtfeld von Leipzig dar, über welches auf einem Siegeswagen der Kriegsgott’ der Deutschen, St. Michael, links und rechts von fackeltragenden Furien begleitet, alles vor sich niederwerfend, dahinfährt. ... Hinter dem mit dem gezückten Schwert dargestellten
Michael leuchtet bereits die aufgehende Sonne der Freiheit.“ Der hl. Erzengel Michael wird sozum Symbol der Deutschen Wehrhaftigkeit und militärischer Stärke. Beim Abflauen des Kulturkampfes durch Bismarck, setzte sich nicht die Vorstellung von Michael als dem sogenannten Kriegsgott durch, sondern die Vorstellung des (Schutz-) Engels des deutschen Volkes wurde mehr und mehr Allgemeingut.
In der Weimarer Republik wurde der hl. Erzengel Michael, vor allem auf der stark nationalen Zeitströmung immer präsenter, denn nach der Demütigung von Versailles fand gewissermaßen die Suche nach einer historischen Sendung der deutschen Nation statt. Dadurch rückte auch Michael
als der ‚Engel der Deutschen’ in den Vordergrund. Durch die Gründung des Katholischen Jungmännerverbandes Deutschlands (KJMVD), gewann die
Michaelsverehrung immer mehr an Bedeutung. Die Sturmschar des KJMVD verstand sich als eine„Auslese der deutschen Mannesjugend“. Schon nach einem Jahr hatte sie 25.000 Mitglieder. Im Februar 1939 wurde der KJMVD vollständig aufgelöst. Die jährlichen Michaelsfeiern waren kämpferische Glaubenskundgebungen, sie waren ein gefürchtetes Signal für die damaligen Machthaber. Diese Feiern verbanden bruchlos ein patriotisches Bekenntnis und eine Absage an das glaubensfeindliche Ideengut des Nationalsozialismus. Michael wurde angerufen, „dass unser Volk seine Sendung erfülle“, „dass wir unserem Volke dienen“ und „dass unser Volk deines Geistes sei“.

Schluss
Heute, nachdem die Hinwendung der Deutschen zur christlichen Engelsverehrung in den letzten Jahrzehnten immer mehr abgenommen, scheint nun wieder eine größere Bereitschaft der Menschen, sich dem Schutze und der Führung der Engel, besonders des hl. Michael und der Schutzengel erkennbar zur sein.

Ich möchte gegen Ende dieses Textes auf das in Gebetsform gehaltene geistliche Testament des hl. Petrus Canisius verweisen, in welchem er auf seinen Rombesuch im Jahre 1549 zurückblickt. Ich hoffe, dass auch der Leser dieser Zeilen sich hierdurch angesprochen und aufgefordert sieht, sich an der Seite des Erzengels Michael auch heute für unser geliebtes Vaterland einzusetzen:

„Du weißt, o Herr, wie sehr und wie oft Du mir an jenem Tage Deutschland empfohlen hast. Von diesem Tage an sollte Deutschland mein Sorgen und Denken immer mehr einnehmen und ich sollte mich sehnen, wie Petrus Faber, im Leben und im Tode für sein ewiges Heil mich zu opfern. So sollte ich ein Mitarbeiter des hl. Michael, des Engels Deutschlands, sein.“

Worte des Jesuitenpaters Friedrich Muckermann:         „Dies ist der deutsche Weg! Mit Gott und St. Michael!“

Dan 10,13+21 + 12,1
13  Der Engelfürst des Perserreiches hat sich mir einundzwanzig Tage lang entgegengestellt, aber Michael, einer der ersten unter den Engelfürsten, kam mir zu Hilfe. Darum war ich dort bei den Königen von Persien entbehrlich.
21  Vorher aber will ich dir mitteilen, was im Buch der Wahrheit aufgezeichnet ist. Doch keiner hilft mir tatkräftig gegen sie außer eurem Engelfürsten Michael.
1   In jener Zeit tritt Michael auf, der große Engelfürst, der für die Söhne deines Volkes eintritt. Dann kommt eine Zeit der Not, wie noch keine da war, seit es Völker gibt, bis zu jener Zeit. Doch dein Volk wird in jener Zeit gerettet, jeder, der im Buch verzeichnet ist.

Judasbrief 9
Als der Erzengel Michael mit dem Teufel rechtete und über den Leichnam des Mose stritt, wagte er nicht, den Teufel zu lästern und zu verurteilen, sondern sagte: Der Herr weise dich in die Schranken.

Offb 12,7-9
Da entbrannte im Himmel ein Kampf; Michael und seine Engel erhoben sich, um mit dem Drachen zu kämpfen. Der Drache und seine Engel kämpften,   8  aber sie konnten sich nicht halten, und sie verloren ihren Platz im Himmel. 9  Er wurde gestürzt, der große Drache, die alte Schlange, die Teufel oder Satan heißt und die ganze Welt verführt; der Drache wurde auf die Erde gestürzt, und mit ihm wurden seine Engel hinabgeworfen.                                             

Hl. Gabriel

Der Erzengel Gabriel (hebräisch: "Mann Gottes", ganz wörtlich"Gott ist stark")

Dan 8,16-27
16  Und über dem Ulai-Kanal hörte ich eine Menschenstimme, die rief: Gabriel, erkläre ihm die Vision! 17  Da kam er auf mich zu. Als er näher trat, erschrak ich und fiel mit dem Gesicht zu Boden. Er sagte zu mir: Mensch, versteh: Die Vision betrifft die Zeit des Endes. 18  Während er mit mir redete, lag ich ohnmächtig da, mit dem Gesicht am Boden. Da berührte er mich und stellte mich wieder auf die Beine. 19   Dann sagte er: Siehe, ich kündige dir an, was in der letzten Zeit, der Zeit des Zorns, geschehen wird; denn die Vision bezieht sich auf die Zeit des Endes. 20  Der Widder mit den zwei Hörnern, den du gesehen hast, bedeutet die Könige von Medien und Persien. 21  Der Ziegenbock ist der König von Jawan. Das große Horn zwischen seinen Augen ist der erste König. 22  Das Horn brach ab, und vier andere traten an seine Stelle; das bedeutet: Aus seinem Volk entstehen vier Reiche; sie haben aber nicht die gleiche Kraft wie er. 23  In der letzten Zeit ihrer Herrschaft, wenn die Frevler ihr Maß vollgemacht haben, kommt ein König voll Härte und Verschlagenheit. 24  Er wird mächtig und stark und richtet ungeheures Verderben an; alles, was er unternimmt, gelingt ihm. Mächtige Herrscher wird er vernichten, auch das Volk der Heiligen. 25  Dank seiner Schlauheit gelingt ihm sein Betrug. Er wird überheblich und bringt über viele unversehens Verderben. Selbst gegen den höchsten Gebieter steht er auf; doch ohne Zutun eines Menschen wird er zerschmettert. 26  Die Vision von den Abenden und den Morgen, die dir offenbart wurde, ist wahr; doch du sollst sie geheim halten; denn sie bezieht sich auf eine ferne Zeit. 27  Darauf war ich, Daniel, erschöpft und lag mehrere Tage krank zu Bett. Dann stand ich auf und versah wieder meinen Dienst beim König. Doch die Vision bedrückte mich, und ich verstand sie nicht.

Dan 9:20-27
20  Während ich noch redete und betete, meine Sünden und die Sünden meines Volkes Israel bekannte und meine Bitte für den heiligen Berg meines Gottes vor den Herrn, meinen Gott, brachte, 21  während ich also noch mein Gebet sprach, da kam im Flug der Mann Gabriel, den ich früher in der Vision gesehen hatte; er kam um die Zeit des Abendopfers zu mir, 22   redete mit mir und sagte: Daniel, ich bin gesandt worden, um dir klare Einsicht zu geben. 23  Schon zu Beginn deines Gebets erging ein Gotteswort, und ich bin gekommen, um es dir zu verkünden; denn du bist (von Gott) geliebt. Achte also auf das Wort, und begreife die Vision! 24  Siebzig Wochen sind für dein Volk und deine heilige Stadt bestimmt, bis der Frevel beendet ist, bis die Sünde versiegelt und die Schuld gesühnt ist, bis ewige Gerechtigkeit gebracht wird, bis Visionen und Weissagungen besiegelt werden und ein Hochheiliges gesalbt wird. 25  Nun begreif und versteh: Von der Verkündigung des Wortes über die Rückführung des Volkes und den Wiederaufbau Jerusalems bis zur Ankunft eines Gesalbten, eines Fürsten, sind es sieben Wochen; und zweiundsechzig Wochen lang baut man die Stadt wieder auf mit ihren Plätzen und Gräben, obwohl es eine bedrängte Zeit sein wird. 26  Nach den zweiundsechzig Wochen wird ein Gesalbter umgebracht, aber ohne (Richterspruch). Das Volk eines Fürsten, der kommen wird, bringt Verderben über die Stadt und das Heiligtum. Er findet sein Ende in der Flut; bis zum Ende werden Krieg und Verwüstung herrschen, wie es längst beschlossen ist. 27  Vielen macht er den Bund schwer, eine Woche lang. In der Mitte dieser Woche setzt er den Schlachtopfern und Speiseopfern ein Ende. Oben auf dem Heiligtum wird ein unheilvoller Gräuel stehen, bis das Verderben, das beschlossen ist, über den Verwüster kommt.

Lukas1,11-20
11  Da erschien dem Zacharias ein Engel des Herrn; er stand auf der rechten Seite des Rauchopferaltars. 12  Als Zacharias ihn sah, erschrak er, und es befiel ihn Furcht. 13  Der Engel aber sagte zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias! Dein Gebet ist erhört worden. Deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn gebären; dem sollst du den Namen Johannes geben. 14  Große Freude wird dich erfüllen, und auch viele andere werden sich über seine Geburt freuen. 15  Denn er wird groß sein vor dem Herrn. Wein und andere berauschende Getränke wird er nicht trinken, und schon im Mutterleib wird er vom Heiligen Geist erfüllt sein. 16  Viele Israeliten wird er zum Herrn, ihrem Gott, bekehren. 17  Er wird mit dem Geist und mit der Kraft des Elija dem Herrn vorangehen, um das Herz der Väter wieder den Kindern zuzuwenden und die Ungehorsamen zur Gerechtigkeit zu führen und so das Volk für den Herrn bereit zu machen. 18  Zacharias sagte zu dem Engel: Woran soll ich erkennen, dass das wahr ist? Ich bin ein alter Mann, und auch meine Frau ist in vorgerücktem Alter. 19  Der Engel erwiderte ihm: Ich bin Gabriel, der vor Gott steht, und ich bin gesandt worden, um mit dir zu reden und dir diese frohe Botschaft zu bringen. 20  Aber weil du meinen Worten nicht geglaubt hast, die in Erfüllung gehen, wenn die Zeit dafür da ist, sollst du stumm sein und nicht mehr reden können, bis zu dem Tag, an dem all das eintrifft.

Lukas 1,26-38
26  Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret 27  zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria.
1:28 Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. 29  Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. 30  Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. 31  Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. 32  Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. 33  Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft wird kein Ende haben. 34  Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? 35  Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. 36  Auch Elisabeth, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. 37  Denn für Gott ist nichts unmöglich. 38  Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.   

Am 29. September feiert die Kirche den Tag des heiligen Erzengels Gabriel. Der Feiertag existiert seit IX. Jahrhundert und dient dem Gedenken an all die wunderbaren Erscheinungen des Erzengels. Aus  dem jüdischen übersetzt bedeutet Gabriel: Festung Gottes, Kraft Gottes. Der Erzengel Gabriel ist einer von sieben Erzengeln die den Menschen, von Gott, zur Verkündigung seines Willens geschickt wurden und werden. Erzengel Gabriel ist einer der höchsten Engel. Er ist ein unsterblicher körperloser Geist, ein Diener Gottes. Engel wurden als Wesen mit freiem Willen erschaffen. Ein Teil der Engel hat seinen freien Willen missbraucht und ist von Gott abgefallen. Sie, die gefallenen Engel, wurden zu Dämonen. Die anderen haben dem Schöpfer die Treue gehalten und blieben
die Engel des Lichts. Engel werden in der Bibel und den Apokryphen erwähnt. Nach der Lehre der Kirche gibt es eine Hierarchie der Engel welche jedoch nicht eindeutig ist. Sie wird durch die Nähe zu Gott bzw. zu den Menschen charakterisiert. Es gibt die Seraphim, Cherubim, Throne, Herrschaften, Mächte, Gewalten, Fürsten, Erzengel und Engel.

Durch die Liebe zu Gott nehmen die Engel an dem Leben der Heiligen Dreifaltigkeit und durch die Liebe zur Welt und den Menschen am Leben der Welt, teil. Sie dienen ihr, obwohl sie unsichtbare Wesen bleiben. So steigen sie unaufhörlich, zwischen Himmel und Erde, auf und ab um Gottes Willen zu verkündigen. Die Kirche Christi verehrt besonders die beiden Erzengel Michael und Gabriel, wegen ihrer besonderen Teilnahme an dem Schicksal der Menschheit. Wie schon im alten Testament, so auch in neueren Zeiten, teilt Erzengel Gabriel den Menschen das rettende Wissen von oben mit, verkündet die Hauptereignisse in der geistigen Geschichte der Menschheit. Als dem Propheten Daniel von Gott die prophetische Vision über das zukünftige Schicksal der Welt offenbart wurde, konnte er sie nicht verstehen, und eine Stimme rief über dem Ulai-Kanal: “Gabriel, Erkläre ihm die Vision!” (Dan. 8; 16). Ein anderes Mal sagt der Prophet:“ während ich also noch mein Gebet sprach, da kam im Flug der Mann Gabriel, den ich früher in der Vision gesehen hatte; er kam um die Zeit des Abendopfers zu mir, redete mit mir und sagte: Daniel, ich bin gesandt worden, um dir klare Einsicht zu geben». Dan. 9; 21-22). Und wirklich, der heilige Bote Gottes hat dem Propheten Daniel alles erklärt und es durchleuchtet, hat ihm das Verständnis der Zahlen gegeben, nach deren Ablauf der Erlöser der Welt geboren werden sollte. Der Erzengel Gabriel leitete auch den Propheten Moses in der Wüste und beim niederschreiben der Offenbarung Gottes, die wir heute als die fünf Bücher Moses (Pentateuch) kennen, beginnend mit der Schöpfung der Welt. Es war der  heilige Erzengel Gabriel der später von Gott  zu Zacharias geschickt wurde um die Geburt Johannes des Täufers und der Allheiligen Jungfrau Maria die Geburt des Erlöser zu verkündigen. (Lk. 1; 5-38). Der Erzengel wurde Jesus im Garten Gethsemane zur Stärkung gesendet und der Gottesmutter verkündigte Er die Entschlafung. Die Myronträgerinnen haben von Ihm die frohe Nachricht über die Auferstehung Christi erhalten. Der Heilige Innocenti, Erzbischof von Cherson, nennt deswegen den Erzengel Gabriel einen „Diener der Wunder“.
Der Erzengel Gabriel wird oft mit einem Zweig aus dem Paradies in der Hand dargestellt, welchen er der Gottesmutter gebracht hat. Manchmal ist er auch mit einer Laterne, in der eine Kerze brennt, in der rechten und einem kleinen Spiegel in der linken Hand, zu sehen. Der Spiegel bedeutet, dass der Erzengel Gabriel ein Bote Gottes ist der Gottes Willen und die Rettung des menschlichen Geschlechtes offenbart. Und die Kerze in der Laterne bedeutet, dass der Wille Gottes bis zur Zeit der Erfüllung eines jeden Schicksals verborgen ist und erst nach seiner Erfüllung nur von denen begriffen wird, die unentwegt  in den Spiegel des Wortes Gottes und des eigene Gewissens schauen.

Heiliger Erzengel Gabriel, erfülle mich mit Freude, bringe mir die gute Nachricht über die Rettung meiner Seele und bete, zu Gott, für mich. Amen.

Hl. Raphael


Raphael in der Bibel:


Buch Tobit
(Das Wort "Engel" kommt in folgenden Stellen vor: 5,4+6+8+10+17+22; 6,3+4+5+7+11+16; 8,3+15; 11,14; 12,5+6+15+22)

3,16-17    16  Das Gebet beider, Tobits und Saras, fand Gehör bei der Majestät des großen Rafael. 17  Er wurde gesandt, um beide zu heilen: um Tobit von den weißen Flecken auf seinen Augen zu befreien und um Sara, die Tochter Raguëls, mit Tobits Sohn Tobias zu vermählen und den bösen Dämon Aschmodai zu fesseln. Denn Tobias sollte Sara zur Frau haben. Und Tobit kehrte zur gleichen Zeit in sein Haus zurück, als Sara, die Tochter Raguëls, aus ihrem Zimmer herabkam.
5,4-22    4   Tobias ging auf die Suche nach einem Begleiter und traf dabei Rafael; Rafael war ein Engel, aber Tobias wusste es nicht. 5  Er fragte ihn: Könnte ich mit dir nach Rages in Medien reisen? Bist du mit der Gegend dort vertraut? 6  Der Engel antwortete: Ich will mit dir reisen; ich kenne den Weg und war schon bei unserem Bruder Gabaël zu Gast. 7  Tobias bat ihn: Wart auf mich, ich will es meinem Vater sagen. 8   Der Engel antwortete ihm: Geh, aber halte dich nicht auf! 9  Tobias ging nach Hause und sagte zu seinem Vater: Ich habe einen Mann gefunden, der mit mir reisen will. Da sagte der Vater: Ruf ihn her zu mir! Ich möchte wissen, aus welchem Stamm er kommt und ob er auch zuverlässig genug ist, um dich zu begleiten. 10  Tobias holte den Engel; Rafael kam, und sie begrüßten einander. 11  Tobit fragte ihn: Bruder, aus welchem Stamm und aus welcher Familie kommst du? Sag es mir! 12  Da erwiderte Rafael: Geht es dir um den Stamm und die Familie oder um einen Mann, der gegen eine Entlohnung mit deinem Sohn auf die Reise geht? Tobit sagte: Bruder, ich möchte nur deine Herkunft und deinen Namen wissen. 13  Da antwortete Rafael: Ich bin Asarja, der Sohn des großen Hananja, einer von den Brüdern deines Stammes. 14  Darauf sagte Tobit: Sei willkommen, mein Bruder. 15  Aber sag mir: Welchen Lohn soll ich dir geben? Eine Drachme täglich und dazu den Lebensunterhalt, wie ihn auch mein Sohn erhält? 16   Ich will dir aber noch etwas zu deinem Lohn hinzugeben, wenn ihr gesund zurückkehrt. 17  So einigten sie sich. Darauf sagte Tobit zu Tobias: Mach dich fertig zur Reise! Ich wünsche euch alles Gute auf den Weg. Als der Sohn alles für die Reise vorbereitet hatte, sagte sein Vater zu ihm: Mach dich mit dem Mann auf den Weg! Gott, der im Himmel wohnt, wird euch auf eurer Reise behüten; sein Engel möge euch begleiten. Da brachen die beiden auf, und der Hund des jungen Tobias lief mit. Hanna aber, die Mutter des Tobias, weinte und sagte zu Tobit: Warum hast du unseren Sohn weggeschickt? War er nicht die Stütze unseres Alters, als er noch bei uns ein- und ausging? 19  Wir hätten dieses Geld gar nicht gebraucht; denn es ist nichts, verglichen mit dem Leben unseres Sohnes. 20  Was uns der Herr zum Leben gegeben hat, reicht für uns. 21  Tobit antwortete: Mach dir keine Sorgen, Schwester, er wird gesund zurückkommen, und du wirst ihn wiedersehen. 22  Denn ein guter Engel begleitet ihn, und seine Reise wird ein gutes Ende nehmen; er wird sicherlich gesund heimkehren. 23  Da hörte sie auf zu weinen.
6,2-16     2  Als der junge Tobias im Fluss baden wollte, schoss ein Fisch aus dem Wasser hoch und wollte ihn verschlingen. 3 Der Engel rief Tobias zu: Pack ihn! Da packte der junge Mann zu und warf den Fisch ans Ufer. 4  Und der Engel sagte zu Tobias: Schneide den Fisch auf, nimm Herz, Leber und Galle heraus und bewahre sie gut auf! 5  Der junge Tobias tat, was ihm der Engel sagte. Dann brieten sie den Fisch und aßen ihn. 6  Als sie weiterreisten und in die Gegend von Ekbatana kamen, 7  fragte der junge Tobias den Engel: Asarja, lieber Bruder, wozu sollen die Leber, das Herz und die Galle des Fisches gut sein? 8  Rafael antwortete: Wenn ein Mann oder eine Frau von einem Dämon oder einem bösen Geist gequält wird, soll man das Herz und die Leber des Fisches in Gegenwart dieses Menschen verbrennen; dann wird er von der Plage befreit. 9  Und wenn jemand weiße Flecken in den Augen hat, soll man die Augen mit der Galle bestreichen; so wird er geheilt. Als sie in der Nähe der Stadt Ekbatana waren, 11  sagte der Engel zu dem jungen Tobias: Bruder, heute werden wir bei Raguël übernachten. Es ist ein Verwandter von dir. Er hat nur ein einziges Kind, eine Tochter namens Sara. 12  Ich will mit ihm reden, dass er sie dir zur Frau geben soll. Denn dir steht ihr Erbe zu, weil du ihr einziger Verwandter bist. Das Mädchen ist schön und klug. 13  Darum hör mir zu! Ich will mit ihrem Vater sprechen, und wenn wir aus Rages zurückkommen, feiern wir die Hochzeit. Denn ich weiß, dass Raguël sie nach dem Gesetz des Mose keinem anderen Mann geben darf, sonst wird er mit dem Tod bestraft; denn du hast vor allen anderen Anspruch auf ihr Erbe. 14  Der junge Tobias antwortete: Asarja, Bruder, ich habe gehört, dass das Mädchen schon mit sieben Männern verheiratet war, dass aber alle im Brautgemach gestorben sind. 15  Ich bin der einzige Sohn meines Vaters und habe Angst, dass ich ebenso sterben muss wie die anderen Männer, wenn ich das Brautgemach betrete. Ein Dämon liebt sie und bringt alle um, die ihr nahe kommen. Darum habe ich Angst, dass ich sterben muss und dass ich dann meinen Vater und meine Mutter aus Kummer um mich ins Grab bringe. Sie haben keinen zweiten Sohn, der sie dann begraben könnte. 16  Da sagte der Engel zu ihm: Erinnerst du dich nicht mehr, wie dein Vater dir aufgetragen hat, nur eine Frau aus deinem Volk zu heiraten? Darum hör jetzt auf mich, Bruder! Sie wird deine Frau werden. Und mach dir keine Sorgen wegen des Dämons! Noch in dieser Nacht wird sie deine Frau.
7,9-10     9  Da bat Tobias den Rafael: Asarja, mein Bruder, bring doch zur Sprache, worüber du unterwegs mit mir geredet hast, damit die Sache zu einem glücklichen Ende kommt. 10  Rafael teilte Raguël alles mit. Darauf sagte Raguël zu Tobias: Iss und trink, und lass es dir gut gehen! Du hast einen Anspruch darauf, mein Kind zu heiraten.
8,1-3 +15     1  Nach der Mahlzeit führten sie Tobias zu Sara. 2  Als er hineinging, erinnerte er sich an die Worte Rafaels; er nahm etwas Glut aus dem Räucherbecken, legte das Herz und die Leber des Fisches darauf und ließ sie verbrennen. 3  Sobald der Dämon den Geruch spürte, floh er in den hintersten Winkel Ägyptens; dort wurde er von dem Engel gefesselt. 4 Als Tobias und Sara in der Kammer allein waren, erhob sich Tobias vom Lager und sagte: Steh auf, Schwester, wir wollen beten, damit der Herr Erbarmen mit uns hat. 15  Da pries Raguël Gott und betete: Sei gepriesen, Gott, mit reinem und heiligem Lobpreis. Deine Heiligen und alle deine Geschöpfe sollen dich preisen. Alle deine Engel und alle deine Auserwählten sollen dich preisen in alle Ewigkeit.
9,1-5     1  Tobias rief Rafael und sagte zu ihm: 2  Asarja, mein Bruder, nimm einen Knecht und zwei Kamele, und reise nach Rages in Medien zu Gabaël. Hol mir das Geld, und bring Gabaël zur Hochzeit mit! 3  Denn Raguël hat mich beschworen, noch nicht wegzugehen. 4  Mein Vater zählt die Tage, und wenn ich zu lange fortbleibe, wird er sich große Sorgen machen. 5   Rafael reiste ab, blieb die Nacht über bei Gabaël und legte ihm den Schuldschein vor. Gabaël holte die versiegelten Beutel und gab sie ihm.
11,1-15     1  Als sie auf ihrer Heimreise in die Nähe von Ninive kamen, sagte Rafael zu Tobias: 2  Weißt du noch, Bruder, wie es deinem Vater ging, als du ihn verlassen hast? 3  Wir wollen deshalb deiner Frau vorausgehen und das Haus für ihren Empfang vorbereiten. 4  Nimm auch die Galle des Fisches mit! Sie machten sich auf den Weg, und der Hund lief hinter ihnen her. 5  Hanna saß am Weg und hielt nach ihrem Sohn Ausschau. 6  Als sie ihn kommen sah, rief sie seinem Vater zu: Dein Sohn kommt zurück und mit ihm der Mann, der ihn begleitet hat. 7  Rafael aber sagte zu Tobias: Ich weiß, dein Vater wird wieder sehen können. 8  Streich ihm die Galle auf die Augen! Sie wird zwar brennen; aber wenn er sich die Augen reibt, wird er die weißen Flecken wegwischen und wird dich wieder sehen können. 9  Hanna war inzwischen herbeigeeilt, fiel ihrem Sohn um den Hals und rief: Ich habe dich wiedergesehen, mein Sohn, jetzt kann ich ruhig sterben. Und beide brachen in Tränen aus.
11:10 Auch Tobit versuchte, ihm entgegenzugehen, stolperte aber an der Tür. Da lief ihm sein Sohn entgegen 11  und fing ihn auf. Und er strich seinem Vater die Galle auf die Augen und sagte: Hab keine Angst, mein Vater! 12  Tobit rieb sich die Augen, weil sie brannten; da begannen die weißen Flecken, sich von den Augenwinkeln aus abzulösen. 13   Und er konnte seinen Sohn sehen, fiel ihm um den Hals und sagte unter Tränen: 14   Sei gepriesen, Gott, gepriesen sei dein heiliger Name in Ewigkeit. Gepriesen seien alle deine heiligen Engel. Du hast mich gezüchtigt und hast wieder Erbarmen mit mir gehabt. Denn ich darf meinen Sohn Tobias wieder sehen. 15   Voll Freude ging der Sohn mit seinem Vater ins Haus und erzählte ihm, was für wunderbare Dinge er in Medien erlebt hatte. 
12,4-22     4  Da sagte der alte Tobit: Ja, er hat es verdient. 5  Dann rief er den Engel zu sich und sagte: Nimm die Hälfte von allem, was ihr mitgebracht habt. 6  Der Engel aber nahm die beiden beiseite und sagte zu ihnen: Preist Gott, und lobt ihn! Gebt ihm die Ehre, und bezeugt vor allen Menschen, was er für euch getan hat. Es ist gut, Gott zu preisen und seinen Namen zu verherrlichen und voll Ehrfurcht seine Taten zu verkünden. Hört nie auf, ihn zu preisen. 7  Es ist gut, das Geheimnis eines Königs zu wahren; die Taten Gottes aber soll man offen rühmen. Tut Gutes, dann wird euch kein Unglück treffen. 8   Es ist gut, zu beten und zu fasten, barmherzig und gerecht zu sein. Lieber wenig, aber gerecht, als viel und ungerecht. Besser, barmherzig sein, als Gold aufhäufen. 9   Denn Barmherzigkeit rettet vor dem Tod und reinigt von jeder Sünde. Wer barmherzig und gerecht ist, wird lange leben. 10  Wer aber sündigt, ist der Feind seines eigenen Lebens. 11  Ich will euch nichts verheimlichen; ich habe gesagt: Es ist gut, das Geheimnis eines Königs zu wahren; die Taten Gottes aber soll man offen rühmen. 12   Darum sollt ihr wissen: Als ihr zu Gott flehtet, du und deine Schwiegertochter Sara, da habe ich euer Gebet vor den heiligen Gott gebracht. Und ebenso bin ich in deiner Nähe gewesen, als du die Toten begraben hast. 13  Auch als du ohne zu zögern vom Tisch aufgestanden bist und dein Essen stehen gelassen hast, um einem Toten den letzten Dienst zu erweisen, blieb mir deine gute Tat nicht verborgen, sondern ich war bei dir. 14   Nun hat mich Gott auch gesandt, um dich und deine Schwiegertochter Sara zu heilen. 15  Ich bin Rafael, einer von den sieben heiligen Engeln, die das Gebet der Heiligen empor tragen und mit ihm vor die Majestät des heiligen Gottes treten. 16  Da erschraken die beiden und fielen voller Furcht vor ihm nieder.
12:17 Er aber sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Friede sei mit euch. Preist Gott in Ewigkeit! 18  Nicht weil ich euch eine Gunst erweisen wollte, sondern weil unser Gott es wollte, bin ich zu euch gekommen. Darum preist ihn in Ewigkeit! 19  Während der ganzen Zeit, in der ihr mich gesehen habt, habe ich nichts gegessen und getrunken; ihr habt nur eine Erscheinung gesehen. 20  Jetzt aber dankt Gott! Ich steige wieder auf zu dem, der mich gesandt hat. Doch ihr sollt alles, was geschehen ist, in einem Buch aufschreiben. 21  Als sie wieder aufstanden, sahen sie ihn nicht mehr. 22  Und sie verkündeten überall, welch große und wunderbare Dinge Gott getan hatte und dass ihnen der Engel des Herrn erschienen war.           

Im Buch Tobit

In dem deuterokanonischen bzw. apokryphen Buch → Tobit spielt Rafael eine bedeutende Rolle.

1) Der Vorfahre Tobits. Die Genealogie am Beginn der griechischen Langfassung des Textes (GII) erwähnt einen der Vorfahren des Tobit mit Namen Rafael, der dann jedoch nicht mehr begegnet.

Abb. 2 Rafael und Tobias auf der Reise (15. Jh.)

2) Der Engel. Eine ganz entscheidende Rolle für die Handlung des Buches spielt der Engel Rafael. Tob 3,16-17 (Lutherbibel: Tob 3,24-25) erzählt davon, dass das Gebet Tobits wie das Saras erhört werden. Dabei ist zwischen der Kurz- und der Langfassung des Tobitbuches zu unterscheiden. Nach der auch der Einheitsübersetzung zugrunde liegenden Kurzfassung (GI), findet das Gebet vor der Herrlichkeit des großen Rafael Gehör. Er wird dann (offensichtlich von Gott) gesandt, um beide zu heilen. Diese Aufgabe Rafaels wird in Tob 12,15 noch einmal weiter erklärt (vgl. auch Tob 12,12): Rafael ist „einer von den sieben heiligen Engeln, die das Gebet der Heiligen empor tragen und mit ihm vor die Majestät des heiligen Gottes treten.“ In der Langfassung (GII) wird die vermittelnde Rolle Rafaels zwischen Tobits und Saras Gebeten und Gott nur in Tob 12,12 thematisiert. Das Gebet wird laut Tob 3,16 GII (Lutherbibel: Tob 3,24) vor der Herrlichkeit Gottes erhört, worauf es zur Sendung Rafaels kommt. Dem entspricht auch in Tob 12,15 eine etwas andere Aufgabe Rafaels: Dieser ist hier „einer der sieben Engel, die vor der Herrlichkeit des Herrn stehen und (zu ihm) hineingehen.“

Die entscheidenden Funktionen, die der Engel im Verlauf des Buches übernimmt, sind damit im Grunde bereits angedeutet. Rafael wird unerkannt zum Begleiter des Tobias auf dessen gefahrvollem Weg nach Medien, wo er von seinem Vater bei Gabaël hinterlegtes Geld holen soll. Dass in der Funktion des auf Erden erscheinenden „Schutzengels“ (vgl. auch Ps 91,11) im Grunde Gott als der Helfende tätig wird, zeigt sich in dem Namen, unter dem Rafael auf der Erde auftritt (Tob 5,13 [Lutherbibel: Tob 5,19]): „Asarja“ bedeutet „Gott hilft“.

Als Tobias am Tigris von einem Fisch verschlungen zu werden droht (Tob 6,1-9 [Lutherbibel: Tob 6,1-10]), warnt ihn der Engel nicht nur, sondern zeigt sich als der heilenden Kräfte von Herz, Leber und Galle des Fisches kundig (Tob 6,8-9 [Lutherbibel: Tob 6,9-10]). Mit diesen Mitteln kann Sara vom bösen Geist befreit und Tobit von seiner Blindheit geheilt werden (vgl. auch Tob 6,16-18 [Lutherbibel: Tob 6,17-21]; Tob 11,8). Mit Hilfe Rafaels werden also die entscheidenden Probleme der Erzählung gelöst: Der erblindete Tobit wird wieder sehend, das bei Gabael hinterlegte Geld kann geholt werden (Tob 9,1-6 [Lutherbibel: Tob 9,1-8]), vor allem aber wird der Dämon Aschmodai, der Saras Bräutigame tötet und somit den Fortbestand Israels gefährdet, überwunden und gefesselt (Tob 8,3) und so die bereits in Tob 7 eingefädelte Hochzeit (vgl. Tob 7,9-10 [Lutherbibel: Tob 7,10]) des Tobias mit Sara möglich gemacht.


Abb. 3 Rafaels Abschied (17. Jh.)

In der abschließenden Selbstoffenbarung in Tob 12 fordert Rafael zum Lobpreis Gottes auf. Nun zeigt sich, dass Rafael nicht erst als Wegbegleiter des Tobias, sondern bereits vorher an der Seite Tobits und Saras gestanden hat. In Rafael zeigt sich für das Buch Tobit also die den Gerechten auf gefahrvollem (Lebens-)Weg begleitende, schützende und heilende Macht Gottes. In seiner Erscheinung auf Erden ist er, der nicht isst und trinkt (Tob 12,19 [GII: nur „nicht isst“]), für menschliche Augen nicht als Engel erkennbar.

Im antiken Judentum außerhalb der Bibel

Der Engel Rafael begegnet auch in der außerbiblischen Literatur des antiken Judentums mehrfach. Dabei wird er regelmäßig als einer von vier bzw. sieben Erzengeln genannt. Die Vorstellung von vier Erzengeln oder Engelfürsten (z.B. 1QM 9,15, einige Textzeugen von Mose-Apokalypse 40,1-2 Text Kirchenväter; in rabbinischer Literatur z.B. Numeri Rabba 2,10; Pesiqta Rabbati 44; Pirqe de Rabbi Eli’ezer 4) hat ihren Hintergrund sicherlich in der Beschreibung der vier Lebewesen beim Thron Gottes in Ez 1-2, während die Vorstellung von sieben Erzengeln (z.B. in äthHen 20-36.81; äthHen 87,2-40) aus Tob 12,15 abgeleitet sein dürfte (Text Pseudepigraphen; Text Talmud 2).

Immer wieder wird die heilende Funktion Rafaels innerhalb einer Welt, die durch die Untaten der gefallenen Engel geknechtet ist, betont (rabbinische Literatur z.B. Babylonischer Talmud, Traktat Yoma 37a). Rafael bezwingt Dämonen: neben dem aus Tob bekannten Aschmodai (Testamentum Salomos 5,9 [christliche Hinzufügung?]) v.a. Azazel (äthHen 10,1-11; äthHen 54,6), der den Menschen nach äthHen 8,1 die Kunst der Verarbeitung von Metall zur Herstellung von Waffen erlernte, sie zu Ungerechtigkeit anstiftete und ihnen nach äthHen 9,6; äthHen 69,2 göttliche Geheimnisse verriet. Nach äthHen 40,9 ist Rafael über die Krankheiten und Wunden der Menschenkinder gesetzt.

In äthHen 22,3 und äthHen 32,6 begegnet Rafael als Deuteengel (angelus interpres), der Henoch auf seinen Reisen führt, in der Kriegsrolle aus Qumran (1QM 9,14-15) als Kriegsengel, der mit anderen das Heilsvolk gegen den eschatologischen Feind unterstützt. In der griechischen Esra-Apokalypse 6,1-2 (7.-9. Jh. n. Chr.?) fungiert Rafael als einer der Engel, die über das Lebensende gesetzt sind, während er laut Sib 2,214-219 zusammen mit Michael, Gabriel und Uriel die Seelen der Menschen vor den Richtstuhl Gottes holt. In der griechischen Esra-Apokalypse 1,4 wird Rafael zudem als archistratēgos bezeichnet, also als Anführer des himmlischen Heeres, eine Aufgabe, die sonst zumeist Michael zukommt.


 

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