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  • Hl. Ignatius,Bischof von Antiochien, Märtyrer: 17. Oktober 2012

Autor Thema: Hl. Ignatius,Bischof von Antiochien, Märtyrer  (Gelesen 3029 mal)

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velvet

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Hl. Ignatius,Bischof von Antiochien, Märtyrer
« am: 14. Oktober 2012, 09:47:06 »
Hl. Ignatius,Bischof von Antiochien, Märtyrer


1. Lebensskizze

Die Gestalt des heiligen Ignatius von Antiochien führt uns zurück in die früheste Zeit der Kirche. Er war vom Jahr 70 bis zum Jahr seines Martyriums, das er wohl im Jahr 107 erlitt, Bischof der syrischen Metropole Antiochien. Diese Stadt am Fluss Orontes war neben Rom und Alexandrien die größte Stadt im Römischen Reich, das gerade in dieser Zeit unter Kaiser Trajan seine größte Ausdehnung erlebte. Hier, in Antiochien, entstand, wie die Apostelgeschichte berichtet, eine blühende christliche Gemeinde: Ihr erster Bischof war der Apostel Petrus – so sagt uns die Überlieferung –, und dort „nannte man die Jünger zum erstenmal Christen“ (Apg 11,26). Die Ruinen Antiochiens finden sich heute im äußersten südöstlichen Teil der Türkei.

Die erste Verfolgung der Christen brach unter Kaiser Nero nach dem Brand Roms im Jahr 64 aus. Da die Stimmen nicht verstummen wollten, welche den Kaiser der Brandstiftung bezichtigten, suchte dieser eine Gruppe, auf welche er die Volkswut lenken könnte: Er fand sie in den Christen. Der Hauptvorwurf war, die Christen seien ein nichtsnutziges Gesindel, das unmoralisch lebte und wie Parasiten sich im Volk eingenistet hätten. Dieser Vorwurf wollte auch später nicht mehr verstummen. In östlichen Teil des Römischen Reiches breitete sich das Christentum rasch aus. Da es immer wieder zu Anzeigen kam, wandte sich Plinius, der Statthalter von Bithynien in Kleinasien war, im Jahr 96 an Kaiser Trajan, wie er den mit den Christen verfahren sollte. Trajan gab eine Antwort, welche die Christen in die größte nur denkbare Rechtsunsicherheit stürzte: Die Christen seien nicht zu verfolgen, wenn sie jedoch angeklagt würden, seien sie zu verurteilen. Allein aufgrund ihres Namens, wie später der Jurist und Kirchenschriftsteller Tertullian in seinen Schriften vehement beklagt, konnten die Christen also zum Tode verurteilt werden. Anklagegründe gab es viele: Neid, ein Streit, Beseitigung wirtschaftlicher Konkurrenz usw. Über den Grund der Verurteilung von Ignatius wissen wir nichts, vielleicht hatte einzig seine Stellung als Bischof daran schuld. Die geschilderte Situation lässt uns jedoch seine Verurteilung zum Tod durch die wilden Tiefe besser einordnen. Der Kirchengeschichtsschreiber Eusebius von Cäsarea widmet ihm ein ganzes Kapitel seiner Kirchengeschichte. Darin führt er wie folgt aus:

    Aus Syrien wurde Ignatius nach Rom geschickt und wegen seines Zeugnisses für Christus den wilden Tieren zum Fraß vorgeworfen. Während seiner Reise durch Kleinasien, unter strengster Bewachung (die Soldaten, die ihn bewachen, nennt er in seinem Brief an die Römer die „zehn Leoparden“), stärkte er in den einzelnen Städten, wo er haltmachte, durch Predigten und Mahnungen die Kirchengemeinden; vor allem mahnte er sie inständig, sich vor den Häresien zu hüten, die sich damals zu verbreiten begannen; und er legte ihnen dringend ans Herz, nicht von der Überlieferung der Apostel abzurücken. (h. e. 3,36)

Auf seiner Reise als Gefangener nach Rom kam er zunächst nach Smyrna. Smyrna liegt an der Westküste Kleinasiens, nördlich von Ephesus. Hier war der heilige Polykarp, der noch Schüler des Apostels Johannes war, Bischof. Von hier aus schrieb Ignatius vier Briefe an die Kirchen von Ephesus, Magnesia, Tralles und Rom. „Nachdem er von Smyrna abgefahren war“, schreibt Eusebius weiter, „kam Ignatius nach Troas und schickte von dort neue Briefe ab“, nämlich an die Kirchen von Philadelphia und Smyrna und einen an Bischof Polykarp. Eusebius vervollständigt so das Verzeichnis der sieben Briefe von Ignatius, die uns von der Kirche des ersten Jahrhunderts als kostbarer Schatz überliefert worden sind. Von Troas führte die Reise nach Rom, wo Ignatius im Flavischen Amphitheater, dem Kolosseum, den wilden Tieren zum Fraß vorgeworfen wurde.

2. Sorge um die Einheit

Die Briefe von Ignatius sind ein beeindruckendes Zeugnis des Selbstverständnisses eines Bischofs am Beginn des zweiten Jahrhunderts und seiner Anliegen – Anliegen die in der Kirche immer aktuell geblieben sind. Eine große Sorge war ihm die Einheit unter den Christen, eine geordnete Einheit der Gemeinde unter dem Bischof. Er schrieb an die kleinasiatische Gemeinde der Magnesier:

    Da ich nun in den genannten Personen die ganze Gemeinde im Glauben sah [- die Gemeinde hatte eine Delegation zu ihm gesandt -] und lieb gewann, ermahne ich euch: Befleißigt euch, alles zu tun in der Eintracht Gottes, da der Bischof den Vorsitz führt an Stelle Gottes, die Presbyter an Stelle des Apostelkollegiums, und die Diakone, die ich sehr liebe, mit dem Dienst Jesu Christi betraut sind, welcher von Ewigkeit beim Vater war und am Ende (der Zeiten) erschienen ist. Nehmt also alle gottgefällige Sitte an, gebt einander nach, und keiner sehe in fleischlicher Weise nach dem Nächsten, sondern liebt einander in Jesus Christus allezeit. Nichts sei unter euch, das imstande wäre, euch zu spalten, seid vielmehr eins mit dem Bischof und mit den Vorgesetzten zum Vorbild und zur Lehre der Unvergänglichkeit. (Magn. 6)

    Wie nun der Herr, da er mit ihm eins ist, ohne den Vater nichts getan hat, weder durch sich selbst noch durch die Apostel, so sollt auch ihr ohne den Bischof und die Presbyter nichts tun; auch sollt ihr nicht versuchen, etwas auf eigene Faust als richtig erscheinen zu lassen, sondern bei eurer Versammlung sei ein Gebet, eine Bitte, ein Sinn, eine Hoffnung in Liebe, in untadeliger Freude, das ist Jesus Christus, im Vergleich zu dem es gar nichts Besseres gibt. Kommt alle zusammen wie in einem Tempel Gottes, wie zu einem Altare, zu dem einen Jesus Christus, welcher von einem Vater ausging und bei dem einen blieb und zu ihm zurückgekehrt ist. (Magn. 7)

Im Brief an die Gemeinde von Smyrna betont er, dass die Gemeinde nur dann die wirkliche Eucharistie feiert, wenn sie in Einheit um den Bischof versammelt ist:

    Alle sollt ihr dem Bischof gehorchen wie Jesus Christus dem Vater, und auch dem Presbyterium wie den Aposteln; die Diakone aber ehrt wie Gottes Anordnung. Keiner tue ohne den Bischof etwas, das die Kirche angeht. Nur jene Eucharistie gelte als die gesetzmäßige, die unter dem Bischof vollzogen wird oder durch den von ihm Beauftragten. Wo immer der Bischof sich zeigt, da sei auch das Volk, so wie da, wo Jesus Christus ist, auch die katholische Kirche ist. Ohne den Bischof darf man nicht taufen noch das Liebesmahl [- die Eucharistie] feiern; aber was immer er für gut findet, das ist auch Gott wohlgefällig, auf dass alles, was geschieht, sicher sei und gesetzmäßig. (Smyrn. 8)

Noch heute kennt die römische Messliturgie den Brauch, dass der Priester nach der Brechung der Hostie nochmals ein kleines Stück abbricht, um es dem Blut Christi im Kelch beizugeben. Ein rituelles Detail, dass viele übersehen oder in seiner Bedeutung nicht verstehen. Es geht zurück auf die Eucharistiefeier der ersten Jahrhunderte in Rom. In den anfangs noch wenigen Gemeinden wurde zur selben Zeit die Eucharistie gefeiert. Als die Feier in den einzelnen Gottesdiensträumen zur Brechung des Brotes gekommen war, hielt man inne und wartete darauf, dass ein Diakon von der Messe des römischen Bischofs, also des Papstes, ein Stückchen des geweihten Brotes brächte. Dieses wurde dann als Zeichen der Einheit mit dem Bischof in den Kelch gegeben.

Im eben gehörten Abschnitt des Briefes an die Gemeinde von Smyrna nennt Ignatius die Kirche katholisch. Dies ist das älteste Zeugnis der frühchristlichen Literatur, dass das Wort katholisch, also universell auf die Kirche angewandt wurde.

Auch im Schreiben an die Gemeinde von Tralles drückt Ignatius seine Sorge um die Einheit und Unterordnung in der Gemeinde aus:

    Solange ihr nämlich eurem Bischof untertan seid wie Jesus Christus, scheint ihr mir nicht nach Menschenart zu leben, sondern nach Jesus Christus, der unseretwegen gestorben ist, damit ihr durch den Glauben an seinen Tod dem Tod entrinnt. Daher ist es notwendig – wie ihr es ja haltet – dass ihr ohne den Bischof nichts tut, und dass ihr vielmehr auch dem Presbyterium euch fügt wie den Aposteln Jesu Christi, unserer Hoffnung, in dem wandelnd wir erfunden werden sollen. Auch ist es nötig, dass die Diakone, welche die Geheimnisse Jesu Christi verwalten, auf jede Weise allen genehm seien. Denn sie sind nicht Diener für Speise und Trank, sondern Gehilfen der Kirche Gottes. Daher müssen sie sich vor Anschuldigungen hüten wie vor Feuer. (Trall. 2)

    Gleicherweise sollen alle die Diakone achten wie Jesus Christus, wie auch den Bischof als das Abbild des Vaters, die Presbyter aber wie eine Ratsversammlung Gottes und wie einen Bund von Aposteln. Getrennt von diesen kann man von keiner Kirche reden. Dass ihr dieses so haltet, davon bin ich überzeugt. Denn ich habe das Abbild eurer Liebe erhalten und habe bei mir euren Bischof, dessen Haltung allein eine starke Lehre und dessen Milde seine Macht ist; ihn achten, glaube ich, auch die Gottlosen. Da ich euch liebe, halte ich mich zurück, obwohl ich ernster schreiben könnte. Nicht soweit glaube ich, dass ich, ein Verurteilter, wie ein Apostel euch befehle. (Trall. 3)

Die Eucharistie und ihre Teilnahme daran, war für Ignatius der stärkste Ausdruck der Einheit. An die Gemeinde von Philadelphia schrieb er:

    Bemüht euch, nur eine Eucharistie zu feiern; denn es ist nur ein Fleisch unseres Herrn Jesu Christi und nur ein Kelch zur Einigung mit seinem Blut, nur ein Altar, wie nur ein Bischof ist in Verbindung mit dem Presbyterium und Diakonen, meinen Mitknechten, auf dass, was immer ihr tut, ihr es gemäß dem Willen Gottes tut. (Philad. 4)

Von Ignatius stammt auch die tiefsinnige Bezeichnung der Eucharistie als:

    ein Heilmittel zur Unsterblichkeit, ein Gegengift, dass wir nicht sterben, sondern leben in Jesus Christus für alle Zeit. (ad Eph. 20)

3. Ermutigung der Gläubigen und Kampf für den rechten Glauben

Ein weiteres Anliegen von Ignatius war es, die Christen in ihrem Glaubensleben zu stärken. Seine Worte vermitteln uns die ganze Frische des noch jungen Christentums:

    Besser ist schweigen und etwas sein, als reden und nichts sein. Gut ist das Lehren, wenn man tut, was man sagt. Einer nun ist der Lehrer, der „sprach und es geschah“, und das, was er schweigend getan hat, ist des Vaters würdig. Wer Christi Wort besitzt, kann wahrhaftig auch sein Schweigen vernehmen, damit er vollkommen sei, damit er durch sein Wort wirke und durch sein Schweigen erkannt werde. Nichts entgeht dem Herrn, sondern auch unsere Geheimnisse sind nahe bei ihm. Deshalb wollen wir alles tun, als ob er in uns wohnte, damit wir seine Tempel seien und er, unser Gott, in uns wohne, wie es auch ist und sich zeigen wird vor unserem Angesicht; deshalb sollen wir ihn auch richtig lieben. (Eph. 15)

    Nicht als ob ich etwas solches bei euch entdeckt hätte; vielmehr will ich euch, meine Geliebten, im voraus schützen, da ich die Anschläge des Teufels vorhersehe. Nehmt also Sanftmut an und befestigt euch von neuem im Glauben, das bedeutet das Fleisch des Herrn, und in der Liebe, das bedeutet das Blut Jesu Christi. Keiner von euch soll etwas haben gegen seinen Nächsten. Gebet den Heiden keinen Anstoß, damit nicht wegen des Unverstandes weniger die ganze Gemeinde Gottes in Verruf komme. Denn wehe dem, der schuld ist, dass wegen nichts bei einigen mein Name gelästert wird. (Trall. 8)

Bischof Polykarp ermutigt er im Aufblick zu Christus zur Standhaftigkeit:


    Die scheinbar Glauben verdienen und die Abweichendes lehren, sollen dich nicht einschüchtern. Stehe fest wie ein Amboss unter den Schlägen. Einem starken Ringkampfer ist es eigen, dass er Schläge erhält und doch den Sieg erringt. Wir müssen in erster Linie um Gottes willen alles ertragen, damit auch er uns ertrage. Werde noch viel eifriger, als du bist. Lerne die Zeiten kennen. Den erwarte, der über der Zeit ist, den Zeitlosen, den Unsichtbaren, der unseretwegen sichtbar geworden, den Unbetastbaren, den Leidenlosen, der unseretwegen gelitten hat, der auf alle Arten unseretwegen geduldet hat. (Polyc. 3)

In der wachsenden Entwicklung des „neuen Weges“, wie das Christentum auch genannt wurde, war auch der nicht immer einfache „Abnabelungs-prozess“ vom Judentum eingeschlossen. Viele Judenchristen taten sich mit dem Glauben an die Dreifaltigkeit schwer. Die Juden hatten Jahrhunderte lang unter schweren Opfern aber mit Erfolg gegen jede Angleichung an den heidnischen Polytheismus, den Glaube an viele Götter, gekämpft. Für sie war der Monotheismus, der Glaube, dass es nur einen Gott, nämlich Jahwe, gibt, der oberste Glaubenssatz. Wie sollte sich nun dieser Glaube mit der Offenbarung und Verehrung von Christus als Gott verbinden lassen? Eine Lösung bot der sogenannte Doketismus: nach dieser Irrlehre, hätte Jesus nur einen Scheinleib angenommen, nicht aber wirkliches menschliches Fleisch. Er sei nur eine Erscheinung des einen wahren und einzigen Gottes. Gegen diese Häresie, die die wirkliche Erlösung durch Christus in Frage stellte, wandte sich Ignatius. An die Epheser schrieb er:

    Lasset euch nicht irre führen, Brüder; die die Ehre eines Hauses schänden, werden das Reich Gottes nicht erben. Wenn nun Leute, die dem Fleische nach solches verübten, dem Tode verfallen sind, um wie viel mehr, wenn einer den Glauben Gottes durch schlechte Lehre schändet, für den Jesus Christus gekreuzigt worden ist? Wer sich dadurch befleckt hat, wird in das unauslöschliche Feuer wandern, ebenso der, welcher ihn hört. (Eph. 16)

    Verstopft daher eure Ohren, sobald euch einer Lehren bringt ohne Jesus Christus, der aus dem Geschlechte Davids, der aus Maria stammt, der wahrhaft geboren wurde, aß und trank, wahrhaft verfolgt wurde unter Pontius Pilatus, wahrhaft gekreuzigt wurde und starb vor den Augen derer, die im Himmel, auf der Erde und unter der Erde sind, der auch wahrhaft auferweckt wurde von den Toten, da ihn sein Vater auferweckte; denn nach diesem Vorbild wird uns, die wir ihm glauben, sein Vater auch so auferwecken in Christus Jesus, ohne den wir das wahre Leben nicht haben. (Trall. 9)

So wurde Ignatius ein Herold der wahren Menschwerdung Christi und seiner Erlösungstat. Er schreibt:

    Und es blieb dem Fürsten dieser Welt verborgen die Jungfräulichkeit Marias und ihre Niederkunft, ebenso auch der Tod des Herrn; drei laut rufende Geheimnisse, die in der Stille Gottes vollbracht wurden. Wie wurden sie nun den Zeiten kund? Ein Stern strahlte auf am Himmel, heller als alle Sterne, und sein Licht war unbeschreiblich, und seine Neuheit rief Staunen hervor; alle übrigen Sterne aber samt Sonne und Mond führten einen Reigen auf vor diesem Sterne, und sein Licht überstrahlte alle; und es herrschte Bestürzung darüber, woher diese unter ihnen neue Erscheinung sei. Infolgedessen löste jegliche Zauberei sich auf, und jede Fessel der Bosheit ward vernichtet; die Unwissenheit ward weggenommen, das alte Reich ward zerstört, da Gott in Menschengestalt sich offenbarte zur Neuschaffung ewigen Lebens; da nahm seinen Anfang, was bei Gott vorbereitet war. Deshalb kam alles in Bewegung, weil die Vernichtung des Todes betrieben wurde. (Eph. 19)

4. Sehnsucht nach dem Martyrium

Ein beeindruckendes Zeugnis seiner Liebe zu Christus und seiner Sehnsucht, zu ihm zu gelangen, bietet der Brief an die Römer. Er wendet sich in der Grußadresse an die Gemeinde mit den Worten:

    In Rom führt sie den Vorsitz, Gottes würdig, ehrwürdig, würdig, selig genannt zu werden […] Sie führt den Vorsitz in der Liebe, die das Gesetz Christi hat und den Namen des Vaters führt (Rom. 1)

Im Folgenden des Briefes bringt er seine Sorge zum Ausdruck, die römischen Christen könnten etwas zu seiner Freilassung unternehmen. So beschwört er sie, davon abzustehen, um seinen Aufbruch zu Christus nicht aufzuschieben. Der Text verdient es, in einem längeren Abschnitt zitiert zu werden:

    Durch mein Gebet habe ich es bei Gott erlangt, euer gottwürdiges Angesicht zu schauen; wie ich auch sehr um dieses Glück gefleht habe: denn gefesselt in Christus Jesus, hoffe ich euch zu begrüßen, sofern es Wille ist, dass er mich würdigt, ans Ziel zu gelangen. Der Anfang hat sich nämlich gut gestaltet, wenn ich die Gnade bekomme dazu, dass ich mein Los unbehindert erlange. Ich fürchte mich nämlich vor eurer Liebe, sie möchte mir zum Schaden sein. Euch geht leicht, was ihr tun wollt; mir aber geht es schwer, Gottes teilhaftig zu werden, wenn ihr nicht schonende Rücksicht auf mich nehmt.

    Denn mein Wunsch ist es, dass ihr nicht den Menschen, sondern Gott gefallt, wie ihr ihm auch wohlgefällig seid. Denn weder werde ich nochmals eine solche Gelegenheit, zu Gott zu kommen, finden, noch werdet ihr, wenn ihr schweigt, auf bessere Werke euren Namen setzen können. Denn wenn ihr von mir schweigt, bin ich Gottes Wort; wenn ihr aber mein Fleisch liebt, werde ich wieder bloß ein Schall sein. Erweist mir damit den größten Gefallen, dass ich Gott geopfert werde, solange der Altar noch bereit steht, auf dass ihr in Liebe einen Chor bildet und dem Vater lobsingt in Christus Jesus, weil Gott den Bischof von Syrien zu finden sich gewürdigt hat und ihn vom Osten nach dem Westen sich herbeigeholt hat. Es ist schön, von der Welt unterzugehen zu Gott, damit ich bei ihm auferstehe.

    Ihr seid nie auf jemand neidisch gewesen; andere habt ihr belehrt. Ich wünsche, dass, was ihr gelehrt und eingeschärft habt, auch fest haften bleibe. Erfleht mir nur Kraft nach innen und nach außen, damit ich nicht nur rede, sondern auch wolle, damit ich nicht nur Christ heiße, sondern mich auch als solchen erweise. Wenn ich nämlich so erfunden werde, dann kann ich auch so genannt werden, und dann kann ich getreu sein, wenn ich für die Welt nicht mehr zu sehen bin. Nichts ist gut, was sichtbar ist. Denn unser Gott Jesus Christus erscheint viel herrlicher, seitdem er wieder beim Vater ist. Das Christentum ist nicht das Werk der Überredung, sondern der Größe, solange es von der Welt gehasst wird.

    Ich schreibe an alle Kirchen und teile allen mit, dass ich gerne für Gott sterbe, wenn ihr es nicht verhindert. Ich flehe zu euch, dass euer Wohlwollen mir keine Schwierigkeit bereite. Laßt mich eine Speise der wilden Tiere werden; durch sie ist es mir möglich, zu Gott zu kommen. Brotkorn Gottes bin ich, und durch die Zähne der Tiere werde ich gemahlen, damit ich als reines Brot Christi erfunden werde. Lieber schmeichelt den Tieren, damit sie mir zum Grabe werden und nichts von meinem Körper übrig lassen, auf dass ich niemand lästig falle, wenn ich entschlafen bin. Dann werde ich wahrhaft Jesu Christi Jünger sein, wenn die Welt auch meinen Leib nicht mehr sieht. Betet für mich zu Christus, auf dass ich durch diese Werkzeuge als Opfer für Gott erfunden werde. Nicht wie Petrus und Paulus befehle ich euch. Jene waren Apostel, ich bin ein Verurteilter; jene waren frei, ich bin bis zur Stunde ein Sklave. Aber wenn ich gelitten habe, werde ich Freigelassener Jesu Christi sein und werde in ihm auferstehen, ein Freier. Jetzt lerne ich, in den Fesseln wunschlos zu sein.

    Von Syrien bis nach Rom bestehe ich den Tierkampf zu Wasser und zu Lande, bei Tag und Nacht, gefesselt an zehn Leoparden, das heißt an eine Abteilung Soldaten; diese werden sogar auf empfangene Wohltaten hin noch schlimmer. Unter ihren Unbilden werde ich besser geschult, aber deshalb bin ich nicht gerechtfertigt. Freuen will ich mich auf die Tiere, die für mich bereit gehalten werden, und ich bete, dass sie sich scharf gegen mich zeigen; ich will sie noch locken, dass sie mich sogleich aufzehren, nicht dass sie, wie bei einigen, aus Furcht nicht anpacken. Und wenn sie widerspenstig sind und nicht wollen, werde ich sie mit Gewalt dazu zwingen. Verzeiht mir; was mir zum Vorteil ist, weiß ich. Jetzt fange ich an, ein Jünger zu sein. Nichts möge sich um mich bemühen von dem Sichtbaren noch von dem Unsichtbaren, damit ich zu Jesus Christus gelange. Feuer, Kreuz, Kämpfe mit wilden Tieren, Zerschneidungen, Zerteilungen, Zerschlagen der Gebeine, Verzerrung der Glieder, Zermalmung des ganzen Körpers, des Teufels böse Plagen sollen über mich kommen, nur damit ich zu Jesus Christus gelange.

    Mir werden nichts nützen die Enden der Erde noch die Königreiche dieser Welt. Für mich ist es besser, durch den Tod zu Christus Jesus zu kommen, als König zu sein über die Grenzen der Erde. Ihn suche ich, der für uns gestorben ist; ihn will ich, der unseretwegen auferstanden ist. Mir steht die Geburt bevor. Verzeiht mir, Brüder; hindert mich nicht, das Leben zu gewinnen, wollt nicht meinen Tod, gönnt mich, da ich Gottes eigen sein will, nicht der Welt und täuscht nicht mit Irdischem; lasst mich reines Licht empfangen. Wenn ich dort angelangt bin, werde ich ein Mensch sein. Gönnt mir, ein Nachahmer zu sein des Leidens meines Gottes. Wenn ihn jemand in sich hat, so bedenke er, was ich will, und leide mit mir, da er meine Bedrängnis kennt.

    Der Fürst dieser Welt will mich rauben und meinen auf Gott gerichteten Willen verderben. Deshalb darf keiner von euch, die dabei sind, ihm helfen. Ergreift vielmehr für mich, das heißt für Gott, Partei! Führt nicht Jesus Christus im Mund, während ihr nach der Welt verlangt. Neid soll nicht unter euch herrschen. Wenn ich unter euch weilend euch um etwas bitte, gehorcht mir nicht; folgt lieber dem, was ich euch schreibe. Lebend nämlich schreibe ich euch, voll Sehnsucht nach dem Tode. Meine Liebe ist gekreuzigt, und in mir ist kein Feuer nach Sinnlichem. Aber lebendes Wasser und redendes ist in mir, das im Innern zu mir spricht: Auf zum Vater! Ich habe keine Freude an vergänglicher Speise noch auch an den Vergnügungen dieses Lebens. Gottes Brot will ich, das ist das Fleisch Jesu Christi, der aus dem Samen Davids, und als Trank will ich sein Blut, das unvergängliche Liebe ist. (Rom. 1-7)

Der brennende Wunsch von Ignatius wurde erfüllt. Im römischen Kolosseum wurde er von den wilden Tieren zerrissen, zermahlen als reines Brot Christi. Ignatius von Antiochien zählt zu den Apostolischen Vätern, da er zeitlich wie auch in seinem Denken den Aposteln sehr nahe steht. Seinen Gedenktag feiert die Kirche am 17. Oktober. Ich möchte diese geistige Begegnung mit dem heiligen Ignatius schließen mit den Worten, die Papst Benedikt XVI. am 14. Oktober 2007 an das Ende seiner Katechese über Ignatius von Antiochien stellte:

    Indem ich diese „Gnade der Einheit“ vom Herrn erflehe und in der Überzeugung, den Vorsitz der Liebe der ganzen Kirche zu führen (vgl. Brief an die Römer, Prolog), richte ich an euch denselben Wunsch, mit dem der Brief des Ignatius an die Christen von Tralles schließt: „Liebt einander mit ungeteiltem Herzen. Meine Seele opfert sich für euch nicht nur jetzt, sondern auch, wenn sie zu Gott gelangt sein wird… Mögt ihr in Christus makellos vorgefunden werden können“ (Trall. 13). Und beten wir, damit der Herr uns helfe, diese Einheit zu erreichen und endlich ohne Makel vorgefunden werden zu können, denn es ist die Liebe, die die Seelen läutert. (Generalaudienz vom 14. März 2007)

 

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