Autor Thema: Die Johannes-Apokalypse - Prophezeiung und Vision  (Gelesen 13593 mal)

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velvet

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Antw:Die Johannes-Apokalypse - Prophezeiung und Vision
« Antwort #6 am: 10. November 2012, 04:57:28 »
IV. 2. DER SIEG ÜBER DAS „TIER AUS DEM MEER“ UND DAS „LÜGENTIER“ AUS DER ERDE

       - DIE FESSELUNG DES „URDRACHEN“

         UND SEINE AUFLÖSUNG

                           
Dann sah ich das Tier und die Könige der Erde und ihre Heere versammelt, um mit dem Reiter und seinem Heer Krieg zu führen. Aber das Tier wurde gepackt und mit ihm der falsche Prophet; er hatte vor seinen Augen Zeichen getan und dadurch alle verführt, die das Kennzeichen des Tieres angenommen und sein Standbild angebetet hatten. Bei lebendigem Leib wurden beide in den See von brennendem Schwefel geworfen. Die übrigen wurden getötet mit dem Schwert, das aus dem Mund des Reiters kam; und alle Vögel fraßen sich satt an ihrem Fleisch. Dann sah ich einen Engel vom Himmel herabsteigen; auf seiner Hand trug er den Schlüssel zum Abgrund und eine schwere Kette. Er überwältigte den Drachen, die alte Schlange - das ist der Teufel oder der Satan -, und er fesselte ihn für tausend Jahre. Er warf ihn in den Abgrund, verschloß diesen und drückte ein Siegel darauf, damit der Drache nicht mehr verführen konnte, bis die tausend Jahre vollendet sind. Danach muss er für kurze Zeit freigelassen werden. Wenn die tausend Jahre vollendet sind, wird der Satan aus seinem Gefängnis freigelassen werden. Er wird ausziehen, um die Völker an den vier Ecken der Erde, den Gog und den Magog zu verführen und sie zusammenzuholen für den Kampf; sie sind so zahlreich wie die Sandkörner am Meer. Sie schwärmten aus über die weite Erde und umzingelten das Lager der Heiligen und Gottes geliebte Stadt. Aber Feuer fiel vom Himmel und verzehrte sie.Und der Teufel, ihr Verführer, wurde in den See von brennendem Schwefel geworfen, wo auch das Tier und der falsche Prophet sind. Tag und Nacht werden sie gequält, in alle Ewigkeit.
Offenb.19, 19-21;  20, 1-3.7-10

Der Teufels-Drachen und alle gottfeindlichen Mächte werden vernichtet.

 

In der Vision des Sehers Johannes werden zuerst die „Könige“ und ihr Gefolge vernichtet,- dann das „ Tier aus dem Meer“ und der falsche Prophet, das „Tier aus der Erde“ überwältigt - und schließlich der Urdrache und sein Vasalle, der Tod.



Tafel 37:       

Im Bild des Buchmalers sind das „Tier aus dem Meer“ und der falsche Prophet, der kein Kleid mehr trägt und seiner Macht entblößt ist, aneinandergekettet und werden ins „Feuer“ geworfen.

Die, die niemand bekleidet haben, sie sind am Ende selbst ohne Kleid und nackt. Von der oberen Ebene stoßen die Soldaten Gottes mit ihren Lanzen, die mit dem Kreuz geschmückt sind, nach unten in den Rachen des sich aufbäumenden Meeresdrachen, der sich mit geöffnetem Maul nach oben stemmt. Dem falschen Propheten stehen die Haare wie Speerspitzen vom Kopf ab, das Gesicht hat er verzweifelt nach unten gerichtet, die Arme sind in Kreuzform gefesselt, ebenso wie die Beine überkreuzt sind. Die Zähne des Drachen und des falschen Propheten sind gefletscht. Der Reiter auf dem braunen  Pferd stößt mit seinem Schwert nach unten auf die Gefolgsleute der beiden.



Tafel 38:       

Im Bild des Buchmalers wird in der oberen Hälfte  die „Fesselung“ des Urdrachen, der Widderhörner trägt, und seines Synonyms, des Satan gezeigt, die Personifikation der Bosheit und der Bösartigkeit in „menschlicher“ Gestalt. Sie führen letztlich auch den unbarmherzigen „Tod“ in ihrem Gefolge. Vielleicht will der Buchmaler auch die Figur des „Lügenpropheten“, des falschen Propheten, den „Verführer“ darstellen (vgl. Offenb. 13,11ff.: Das Tier aus der Erde), den er mit der Gestalt des „Satan“ identifiziert. Es wandeln sich Bild und Bedeutung. In der Offenbarung (20,1-6) ist nur von der Fesselung des Urdrachen, des Satan die Rede, also von einem einzigen Wesen.

Der geflügelte Drache wird vom Engel mit einem eisernen Band an den nackten Satan gefesselt. Er, der nie Erbarmen gekannt hat – kein Erbarmen verhüllt ihn – steht da in obszöner Nacktheit. Noch ist der Drache am Rande des Feuers und der Satan noch draußen, sie blicken voller Angst in das drohende Feuer – aber gleich werden sie in das Feuer gestossen. Dem Satan, dem Lügenpropheten, dessen Kopf an den Kopf des Drachen mit eisernen Ketten gefesselt ist, und dessen Hände nun gebunden sind – stehen in Angst vor dem Feuer, vor dem Vergehen, die Haare zu Berge.

Urdrache und Satan haben den goldenen Bereich Gottes endgültig verlassen und sind im Bereich der Dunkelheit, vom Feuer erhellt. Sie sind zusammengekettet im „nie“ erlöschenden Feuer, damit sie beide „nie“ zurückkehren. Die „Gevattern“ des Grauens und des Todes, sie verwandeln sich in das, was sie waren. Worin sie Schicksal waren, wird zu ihrem eigenen Schicksal, sie werden am Ende zu dem, was ihr Kern ist. Sie werden identisch mit ihrer Bestimmung, sie werden zur Nicht-Existenz, sie werden zum „Nichts“, sie verflüchtigen sich, sie haben verloren gegen das Leben.

Im unteren Bild wird gezeigt, wie dem Urdrachen, dem Satan, im Mythos nach „tausend“ Jahren noch einmal die Fesseln gelöst werden (Offenb. 20 f.). Ein riesiger dämonischer Engel, der nur halb bekleidet ist, die dunklen Flügel noch gehoben, als sei er eben angekommen und in drängender Eile, hat seine Hände im Feuerberreich und hält die Enden der Ketten noch fest, die er gleich lösen wird. Der Drache bewegt sich im Feuer wie im Tanze. Sein Begleiter, der Satan, der an ihn gefesselt ist, ist die Personifikation seiner falschen Einflüsterungen, seiner Verführungskunst, die ja den Tod in sich birgt. Sie gehören untrennbar zusammen,sie sind ein einziges Wesen. während der Drache ins Feuer schaut, dreht die Gestalt des Satan sich zurück, er blickt zurück zu dem dämonischen Engel, der sie noch einmal befreien wird. Sie schauen sich in die Augen – Analogie des Kopfes mit den gesträubten Haaren – es ist, als wären sie Brüder, aus demselben Geschlecht. Noch einmal zieht der Urdrache, der Satan mit den Seinen zu einem letzten mythologischen Kampf gegen das Lager der Heiligen und Gottes geliebte Stadt – aber es findet kein Kampf mehr statt, denn Feuer fällt vom Himmel. Die Elemente selbst greifen ein. Der Urdrache, der Satan, der Tod und die Unterwelt werden endgültig im „Feuersee“ verbrennen, wo auch das „Tier“ und der falsche Prophet sind.

Die Apokalypse ist ein Hoffnungsbuch, wo „unerbittlich“ und „zwingend“ die Gerechtigkeit zum Durchbruch kommt, und wo das Leben, das von Gott kommt, sich stärker erweist als „Tod und Teufel“. Die Weltenuhr tickt - die Gerechtigkeit geht ihren Gang. Angst und Plagen, Not und Grauen, Leid und Schmerz werden hinübergeführt in die himmlische Stadt Gottes.

Das eine sind die Wehen, die der Geburt vorangehen, der Geburtsvorgang ist die Entscheidungsschlacht, die Geburt aber selbst ist das, was hervorgeht, das „Neue Jerusalem“, das aus dem geöffneten Himmel herabsteigt. Die „apokalyptische Frau“ ist in Wehen, sie „gebiert“ die Menschen des himmlischen Jerusalem, die von Gott verwandelt werden, -  Gott selbst schafft es von oben, er ist der „Vater“ dieses Kindes. Der Drache aber hat Unheil, Verfolgung, Not und Tod geboren. Die Ankunft des Volkes Gottes am Ende der Geschichte verbindet sich mit der vom Himmel herabsteigenden Stadt Gottes.

Die Wehen haben eingesetzt und unaufhörlich geht die Geburt voran, nichts kann sie aufhalten, Plagen - Posaunenstöße - Zornesschalen begleiten sie. Die Wehen sind wie galoppierende Pferde, sie werden immer schneller, lauter und nähern sich immer mehr, bis der Geburtsschrei erfolgt - der Engel ruft aus der  Sonne. „Galoppierende“ Wehen, das Keuchen der Frau unter Schmerzen, der geöffnete Muttermund, Blut und Tränen - das Kind wird herausgeschwemmt in einem Zug und erblickt das Licht der Welt - die Freude steigt vom Himmel wie ein Vogel. Es ist die neue Geburt des Volkes Gottes.

Dramaturgisch läßt der Verfasser der Apokalypse in seiner Vision am Ende noch ein „Zwischenreich“ entstehen, ein „tausendjähriges“ Reich, in dem Christus mit den Martyrern herrscht, und das dem Gericht über die Toten, dem letzten Gericht vorangeht. Doch dieses Reich ist nur ein mythisches Reich, das den Vorrang der Martyrer und von allen, die Zeugnis abgelegt haben für ihren Glauben, bekundet. Nach der „Entscheidungsschlacht“ ist „tausend“ Jahre  Sabbatruhe, Gott hat sein Werk vollendet und ruht aus. Es ist ein Verweilen im Ablauf des Geschehens vor dem letzten Akt, es ist dramaturgischer Zwischenakt bei diesem Schauspiel, ein „Intermezzo“, bis das Finale kommt, der letzte Paukenschlag erfolgt. Noch einmal bäumt sich der alte Drache auf, und es findet ein mythischer Kampf statt, in dem Gog und Magog, alle dämonischen Kräfte, Geisterheere, Totenheere, die Heere des Todes und des Grauens, noch einmal aus allen vier Himmelsrichtungen und von den Enden der Erde zusammengeholt werden, noch einmal steigen sie herauf, um gegen das Lager der Heiligen und Gottes geliebte Stadt zu kämpfen. Aber der alte Drache und sein Anhang können die Stadt Gottes nicht verschlingen, und Feuer fällt vom Himmel und verzehrt die dämonischen Heere, die Armeen des Todes, ohne dass ein Kampf stattfindet. Der alte Drache vergeht im Feuer, er verbrennt im Weltenbrand; er verbrennt mit der alten Schöpfung, die auch Tod und dämonische Bosheit  in sich birgt, denen sie zur Wohnstatt geworden ist.

IV. 3. DAS „LETZTE GERICHT“       

       - DIE GERECHTIGKEIT

       - DIE VERNICHTUNG DES TODES UND SEINER WELT


Dann sah ich einen großen weißen Thron und den, der auf ihm saß; vor seinem Anblick flohen Himmel und Erde, und es gab keinen Platz mehr für sie. Ich sah die Toten vor dem Thron stehen, die Großen und die Kleinen. Und Bücher wurden aufgeschlagen. Die Toten wurden nach ihren Werken gerichtet, nach dem, was in den Büchern aufgeschrieben war. Und das Meer gab die Toten heraus, die in ihm waren; und der Tod und die Unterwelt gaben ihre Toten heraus, die in ihnen waren. Sie wurden gerichtet, jeder nach seinen Werken. Der Tod und die Unterwelt aber wurden in den Feuersee geworfen. Das ist der zweite Tod: der Feuersee. Wer nicht im Buch des Lebens verzeichnet war, wurde in den Feuersee geworfen.
Offenb. 20, 11-15

Der Weltenrichter richtet die Toten, er stellt die Gerechtigkeit her. Der Tod wird vernichtet.

Mit der Urschlange, dem Urdämon, kam der Tod in die Welt, er verführte die Menschen , Adam und Eva. Und sie mißtrauten ihrem Schöpfer und wollten sein ihr eigener Gott und erkannten sich, als ihnen die Augen aufgingen, als Sterbliche , vom Tod bestimmt, so erzählt das Buch Genesis. Der Urdämon führt mit sich den Tod. Darum stirbt mit der alten Schlange, der hinterlistigen Verführerin, der alten Anklägerin des Menschen vor Gottes Thron, - auch der Tod, den sie im Gefolge führt.

Der Tod, der „Sensenmann“, die Angst, zu vergehen, nicht mehr zu sein, wieder zu Staub zu werden - ist eine gewaltige Kraft des Nichts - die „Leere“. Dieses „Jedermann“ scheint unbesiegbar der Schöpfung eingepflanzt, es ist der unsichtbare ständige Begleiter der apokalyptischen Reiter, der Partner aller dämonischen Plagen, die den Menschen überkommen.

Der Urdämon ist janusköpfig - seine Rückseite heißt „Tod“ - der mächtige Purpurglanz des Drachen verwandelt sich blitzschnell in die hohlen Augen des Todes , in Moder und Verfall. Langfristig sind wir alle tot und vergessen, sind wir hinabgestiegen in das Reich des Todes.

Der Begleiter des Todes ist das „Vergessen“ - die Angst wohnt im Menschen,  nicht in das Buch des Lebens eingeschrieben zu sein. Das Buch des Lebens aber ist die „Erinnerung“. Ich vergesse dich nicht, sagt der Herr, ich habe dich in meine Hand geschrieben. Kein Haar fällt von eurem Haupt, ohne dass Gott es bemerkt, heißt es in der Bergpredigt im Mattäusevangelium. Deshalb könnt ihr sorglos leben wie die Lilien auf dem Feld und die Vögel des Himmels. Die Bergpredigt ist ein prophetisch- endzeitliche Predigt, eine apokalyptische Predigt: Selig werden gepriesen, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden, es ist die letzte der Seligpreisungen; die Gerechtigkeit wird am Ende siegen.

Die Kraft, die das Böse in den Herzen der Menschen hervortreibt, sie wird im nie erlöschenden Feuer verbrennen, nie kehrt der Urdämon zurück und mit ihm der Tod;  sie können nicht mehr von den Toten auferstehen, weil sie unumkehrbar auf ewig verbrennen und sich „immerwährend“, unendlich in Rauch auflösen. Nie wird dieses Feuer erlöschen und aufhören, sie zu verbrennen, und die Angst wird von den Menschen genommen, dass der Tod zurückkehre.

Es sind Bilder der Sehnsüchte, der Hoffnungen und der Ängste, es sind Urgestalten der Sehnsucht und der Angst, die in den Visionen der Apokalypse auftauchen. Dem Menschen ist eingebildet das Trauma der Geburt, das Hinausgeworfen- und Gestoßenwerden in eine fremde Welt aus der Geborgenheit des Mutterschoßes - aber auch das Hineingleiten ins Licht. Er kennt seine Schuldverfallenheit, kennt Krankheit, Vergehen und Tod; der Tod ist das Hinausgeworfenwerden aus dem Leben, das Vergrabenwerden und das Zerfallen. Und es wohnt die Sehnsucht in ihm nach Heimat und Geborgenheit, die Hoffnung auf eine Zukunft über den Tod hinaus. Er erkennt die Verwandlung im Alter, das sich Selber- Fremd-Werden, das Abwerfen der Hülle, das Vor-sich-selber-Grauen - man verwandelt sich allmählich selbst in den Tod, wie das Buch Kohelet beschreibt. Er kommt nicht zu dir, du wirst es selbst: er wächst aus dir heraus, der Totenkopf ist schon in dir.

Kann man am Ende das alte Kleid des Leibes abwerfen wie einen Kokon, kann man sich am Ende verwandeln? Gibt es eine neue Geburt aus Gott? Gibt es eine neue bunte Welt, unvergänglich wie Edelstein, ein Diamant, von innen heraus strahlend, wenn das Licht ihn erfasst? Ist er, Christus, das Licht einer neuen kommenden Welt, die uns erwartet?

Das Meer und die Unterwelt gibt seine Toten heraus, heißt es in der Apokalypse, sie steigen herauf aus der Unterwelt beim letzten Gericht; der Weltenrichter sitzt auf einem großen weißen Thron, der Gottes Lichtfülle versinnbildet und die Toten, stehen vor seinem Thron im himmlischen Gerichtssaal. Die alte Erde und der alte Himmel fliehen vor ihm, den es gibt keinen Platz mehr für sie, ihre Zeit ist zu Ende.

Der Seher sieht Himmel und Erde vor der Macht des Weltenrichters fliehen. Das Einzige, was  Bestand hat, der einzig Souveräne ist der Thronende, auf den der Blick durch das Entschwinden des Universums konzentriert wird. Er ist nun die einzige Wirklichkeit, alles andere hat keinen Bestand mehr. Gottes Macht zwingt  das Meer und die Unterwelt, alle menschen- und gottfeindlichen Mächte zur Herausgabe der Toten.29)  Die Toten werden gerichtet nach ihren Werken, die im Buch des Lebens verzeichnet sind, werden einziehen in Gottes neue Welt als Auferstandene.

Bei jedem Menschen bricht bei seinem Sterben seine persönliche Welt zusammen, für ihn geht die Welt unter  (wie bei einer Eintagsfliege am Ende eines einzigen Tages, wenn die Sonne versinkt), für ihn entschwindet das ganze Universum. Und er tritt ganz allein Christus gegenüber, weil für ihn die ganze Welt, das ganze Universum entschwunden ist und Christus für ihn die einzige Wirklichkeit ist. Die „Bücher der Werke“ werden aufgeschlagen , und Christus richtet die Menschen nach ihren Werken mit seinem Wort. Mit seinem Wort stellt er die Gerechtigkeit in der Schöpfung wieder her, alles, was an Ungerechtigkeit über die Geschöpfe Gottes gekommen ist, wird er „richten“ und gerademachen. Mit seinem Wort wird er alles heilen, denn Gott ist ein heilender, ein rettender, ein barmherziger Gott.

Es  ist eine ungeheure Vorstellung, wenn es am Ende so wäre, dass alles Leid, das Menschen anderen Menschen zugefügt haben, alles globale Morden, jede Art der Unterdrückung und Versklavung, jedweder Terror, jedwede Zerstörung eines anderen Menschen, - alles, was nie offenkundig wurde - für immer ungesühnt bleiben würde, wenn es am Ende doch keine ausgleichende Gerechtigkeit gäbe. Wieviele globale Täter und Mörder würden die „Herren“ der Geschichte bleiben, denn nie wurden sie verurteilt, denn nicht alle Schuld rächt sich auf Erden. Wieviele Täter würden nie mit ihren Taten konfrontiert werden, wieviele Opfer würden nie Genugtuung erfahren - bis in alle Ewigkeit blieben die Schicksalsfragen der Opfer offen und ohne Antwort. Nie würden die Opfer Heilung erfahren. Alle Greueltaten, die von Menschen in der Geschichte verübt wurden und werden, nie würden sie ohne ausgleichende Gerechtigkeit am Ende ihre Auflösung erfahren; alles, was je an Unvorstellbarem Menschen anderen Menschen antun, würde unwiederbringlich in der Vergessenheit versinken, wenn es nicht am Ende der Tage an das helle Licht des Tages Gottes kommen würde. Was Menschen je an zugefügtem Leid in ihrem Herzen trugen, soll es nie ans Licht  kommen und vor Gott offenkundig werden? Geht am Ende mit dem Gericht Gottes ein alter Menschheitstraum derer in Erfüllung, die Opfer geworden sind?

Können die Ereignisse der menschlichen Geschichte am Ende von den Menschen im Lichte der Wahrheit gesehen werden, wenn die Schleier der Lüge, der Täuschung und des gesellschaftlichen Betruges fallen,und die Geschehnisse und alles,was Menschen widerfahren ist, ungeschminkt und klar hervortritt und Schuld und Unschuld menschlicher Verstrickungen sich klären? Das „letzte Gericht“ ist die Frage eines letztendlichen Gerechtigkeit, die global und individuell den Menschen widerfahren soll, den Tätern wie den Opfern.

Den Armen und den Kindern, all denen, die besonders missachtet wurden im damaligen Israel, wird die Königsherrschaft Gottes in besonderer Weise zugesprochen (Mt 5,3; Mk 10,14). Alle, die Jesus nachfolgen, werden bei der Neuschaffung auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten, heißt es im Mattäusevangelium (Mt 19,28), es sind die Menschen der Bergpredigt:

die Armen, die Barmherzigen, die zu Unrecht Verfolgten ...und die Kinder. Aus dem Munde der Unterdrückten werden die Unterdrücker ihr Urteil hören, ihre Taten schlagen auf sie zurück. Es werden auf dem Richterstuhl sitzen alle, die gehungert haben, denen das Lebensnotwendige fehlte, - alle, die sich nicht wehren konnten und denen ihr zukommender Platz im Leben, in der Gesellschaft verwehrt wurde, - alle, die keine Lebenschancen erhielten, die Heimatlosen und Besitzlosen, -alle, die auf Gewalt verzichteten und Feindesliebe lebten. Die Seliggepriesenen der Bergpredigt werden ihr Urteil sprechen mit Christus, dem Weltenrichter, über die Gewalttätigen und Mörder, die erbarmungslos mit denen umgegangen sind, die dem Herzen Gottes nahe sind und über die Mächtigen, die die Völker unterdrücken und ihre Macht mißbrauchen, alle Lebenschancen für sich usurpieren, und mitleidslos nur ihren Vorteil und Gewinn suchen, - damit allen Gerechtigkeit widerfahre.

„Denn ich war hungrig, und ihr habt mir nichts zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir nichts zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich nicht aufgenommen; ich war nackt, und ihr habt mir keine Kleider gegeben; ich war krank und im Gefängnis, und ihr habt mich nicht besucht.“(Mt 25,42 f.)

Im Gleichnis von den Zehn Jungfrauen (Mt 25,1-12) erzählt das Mattäusevangelium, dass zehn Jungfrauen mit brennenden Lampen auf den „Bräutigam“ warteten, der zur „Hochzeit“ kommt. Aber die Zeit zog sich hin bis zu seiner Ankunft, und die fünf  törichten Jungfrauen merkten, dass ihre Lampen zu erlöschen drohten, weil das Öl ausging. Und sie sprachen zu den klugen Jungfrauen: gebt uns von eurem Öle, denn unsere Lampen erlöschen. Aber niemand kann dem anderen von dem etwas geben, was er selbst für das Reich Gottes vorgesorgt hat, man kann es nicht teilen. Und sie gingen zu den Krämern, um das fehlende „Öl“ nachträglich zu kaufen, aber als sie zurückkamen, waren die Türen des „Hochzeitssaales“ geschlossen - die „Hochzeit“ findet ohne sie statt. Sie stehen „draußen“ vor der Tür - es ist die Endzeit - sie haben sich selbst ausgeschlossen, sie kommen „zu spät“, sie stehen draußen in der Finsternis, das Urteil ist gesprochen - ein dramatisches Bild für das „zu wenig“ und „zu spät“ beim herannahenden Ende. Das Entscheidende im Leben kann man nicht „nachträglich“ besorgen, man muss es „jetzt“ tun.

Die nicht im Buch des Lebens verzeichnet sind, erzählt die Apokalypse, werden in den „Feuersee“ geworfen, sie „verbrennen“ wie Spreu, sie kehren nie mehr zurück, weil das „Feuer“ nicht aufhört, sie zu „verbrennen“. Weil es nicht erlischt, können sie nicht zurückkehren - ein Bild für die Unumkehrbarkeit des Geschehens, - sie werden verschlungen vom Schlund des Vergessens, ein Schlund, der sie auslöscht wie Feuer trockenes Holz. Es steht hinter dem Bild die Angst des Menschen vor dem „Verschwinden“, vor dem sich „Auflösen“, - die Angst, für immer fern von Gott, fern vom Leben zu sein, ins „Vergessen“ Gottes zu gehen - eine ins „Unendliche“ gesteigerte Existenzangst.

Es geht nicht um die wirkliche Realität, dass Menschen, Geschöpfe Gottes, am Ende „spurlos ins Nichts verschwinden“, sondern um die reale Möglichkeit, dass es so sein könnte, die der Verfasser der Apokalypse in seiner Vision sieht - es ist ein finales Schreckensbild des Sehers Johannes. In jedem Menschen sind Spreu und Weizen, die Spreu aber wird verbrennen.

Für die Menschen aber, denen Christus das Leben zuspricht, wird der „Tod“ und „Hades“, der Gott der Totenwelt, für immer vernichtet sein und nie mehr zurückkehren können.

 

 

velvet

  • Gast
Antw:Die Johannes-Apokalypse - Prophezeiung und Vision
« Antwort #7 am: 10. November 2012, 05:08:30 »
V. DIE NEUE SCHÖPFUNG       

   - DAS NEUE JERUSALEM ALS „STADT“

     UND  PARADIESESGARTEN

   
„Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, auch das Meer ist nicht mehr. Ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott her aus dem Himmel herabkommen; sie war bereit wie ein Braut, die sich für ihren Mann geschmückt hat; da hörte ich eine laute Stimme von Thron her rufen: Seht die Wohnung Gottes unter den Menschen! Er wird in ihrer Mitte wohnen, und sie werden sein Volk sein; und er, Gott, wird bei ihnen sein. Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen: Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen. Er, der auf dem Thron saß, sprach: Seht, ich mache alles neu. Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende. Wer durstig ist, den werde ich umsonst aus der Quelle trinken lassen, aus der das Wasser des Lebens strömt.
Und es kam einer von den sieben Engeln, die die sieben Schalen mit den sieben letzten Plagen getragen hatten. Er sagte zu mir: Komm, ich will dir die Braut zeigen, die Frau des Lammes. Da entrückte er mich in der Verzückung auf einen großen, hohen Berg und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem, wie sie von Gott her aus dem Himmel herabkam, erfüllt von der Herrlichkeit Gottes. Sie glänzte wie ein kostbarer Edelstein, wie ein kristallklarer Jaspis. Die Stadt hat eine große und hohe Mauer mit zwölf Toren und zwölf Engeln darauf.
Und er zeigte mir einen Strom, das Wasser des Lebens, klar wie Kristall; er geht vom Throne Gottes und des Lammes aus. Zwischen der Straße der Stadt und dem Strom, hüben und drüben, stehen Bäume des Lebens. Zwölfmal tragen sie Früchte, jeden Monat einmal; und die Blätter der Bäume dienen zur Heilung der Völker. Der Thron Gottes und des Lammes wird in der Stadt stehen. Es wird keine Nacht mehr geben, und sie brauchen weder das Licht einer Lampe noch das Licht der Sonne. Denn der Herr, ihr Gott, wird über ihnen leuchten, und sie werden herrschen in alle Ewigkeit.“
Offenb. 21, 1-6.9-12.; 22,1-3.5


Die Auferstandenen werden mit Christus in der Stadt Gottes wohnen, die herabsteigt vom Himmel.

In mehrdeutigen Bildern, Metaphern und Symbolen beschreibt der Verfasser der Apokalypse die Herabkunft des“ Neuen Jerusalem“, einer „Gegenstadt“ zu „Babylon“. Die Stadt „Babylon, die „Hure Babylon“, ist untergegangen, das „himmlische Jerusalem“ aber steigt auf die Erde herab und wird zur „Braut“ des „Lammes“. Einer der Engel, der die Zornesschalen trug, führt den Seher Johannes in einer Vision auf einen hohen Berg und lässt ihn wie Mose in das Neue Land hineinsehen und zeigt ihm die Neue Stadt, die vom Himmel herabkommt auf die neue Erde, denn Gott hat  bereits einen neuen Himmel und eine neue Erde geschaffen. Einer der Engel der „Passion“ verwandelt sich in einen Engel der „Auferstehung“. Ist die ganze Apokalypse eine Passionsgeschichte in mehreren Akten, wo durch Schmerz und Leid und Tod hindurch die Neue Stadt geboren wird ?

http://www.johannes-apokalypse.de/tafel39_small1.jpg

Tafel 39:       
Im Bild des Buchmalers zieht der Engel mit ausgestreckter Hand den Seher Johannes auf den Berg, um ihm die vom Himmel herabsteigende Stadt Gottes zu zeigen. Aber der Buchmaler stellt nicht die Stadt selbst dar, sondern nur die Mauern der Stadt mit zwölf niederen Türmen, deren rote Dächer wie Sahnehäubchen wirken. Die Mauern bilden eine Mandorla, in deren Mitte das „Lamm Gottes“ steht, das eher die Gestalt eines Widders hat. Es steht wuchtig da und hat seine Füße auf die versiegelte Buchrolle gesetzt, es hat von ihr Besitz ergriffen; nur Christus, das  „ Lamm“, kann die Siegel lösen und die Buchrolle entschlüsseln. Das Entsiegeln der Buchrolle führt die Kinder des Lichts zur Neuen Schöpfung. Der wiederkehrende Christus ist das Zentrum der Neuen Schöpfung, doch ist die Stadt ein Geheimnis, und nur das „ Lamm Gottes“ kann das Geheimnis der Stadt aufdecken. Noch sind die Tore der Stadt geschlossen, die Türme der Stadt zeigen keine Tore, denn das „Lamm Gottes“ ist für die Menschen das Tor zum neuen Himmel und zur neuen Erde, nur der wiederkehrende Christus kann den Menschen  den Zugang verschaffen zur Stadt Gottes. Wie ein Ring umschließen die Mauern der Stadt das „Lamm Gottes“, - das Bild eines Siegelrings, -   noch ist versiegelt die neue Erde, noch ist die Stadt ein Geheimnis der Zukunft, sie ist erst am Kommen; von ferne kann man sie kommen sehen, herabsteigen vom Himmel. Wenn sie da ist, wird sie sich über die ganze Erde erstrecken.

Die Neue Stadt ist die Antipode zu „Babylon“, das untergegangen ist. Die „apokalyptische Frau“, das Volk Gottes, das in Wehen liegt, bringt die Menschen des himmlischen Jerusalems „hervor“, sie selbst verwandelt sich in das „himmlische Jerusalem“  - von oben wird es von Gott geschenkt. Sie ist geschmückt wie eine Braut zur Hochzeit mit dem „Lamm“, dem wiederkehrenden Christus. Das „ himmlische Jerusalem“ steigt herab auf die bereits neu geschaffene Erde, es ist die Wohnstätte Gottes, in ihm erscheint die Herrlichkeit Gottes und es umfasst die ganze Erde. Das Volk Gottes, das unter messianischen Wehen an dem Endpunkt seiner Geschichte angekommen ist, wird von Gott verwandelt, und vereinigt sich mit der vom Himmel herabsteigenden Stadt; es zieht ein in das Gelobte Land.30)

Er, der auf dem Thron sitzt, in der Mitte der Stadt, spricht: „Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende“. Alle Buchstaben des griechischen Alphabets sind zwischen dem ersten und dem letzten Buchstaben eingeschlossen, alle Worte sind daraus gebildet. Die ganze Schöpfung von Anbeginn ist damit gemeint, denn durch das“ Wort“, den Logos, ist alles entstanden. Der Logos ist die menschgewordene Weisheit Gottes, die von Anfang der Schöpfung schon beim Vater war. Christus, der Logos, war schon von Beginn an beim Vatergott. Gott ist es, der die Erde schuf (Alpha) und sie vollendet (Omega). Gott ist es selbst, der die Geschichte der Welt und der Geschichte schreibt, den Sinn sie hineinlegt, er ist das Alpha und das Omega, und am Ende werden die Rätsel gelöst, der Lebensdurst der Menschen wird gestillt mit dem Wasser des Lebens, das von Gott kommt. Die“ Buchrolle“, die versiegelte Geschichte, enthält die Frohe Botschaft, aber auch das Gericht - nur Christus kann ihren Inhalt entschlüsseln. Gott ist das Alpha und das Omega, Anfang und Ende des Alphabets und somit alles Geschriebenen, aller Schriften, aller Weissagungen, aller gesprochenen Worte; mit seinem Wort hat er Himmel und Erde geschaffen, Beginn und Ende der Schöpfung ist er. Er versinnbildet die Reihenfolge der Buchstaben - geschriebene, buchstabierte Geschichte, die an ihr Ende kommt wie das gesprochene Alphabet. 

Im Bild der neuen Erde umgibt eine große und hohe Mauer mit zwölf Toren und zwölf Engeln darauf die Neue Stadt, die vom Himmel herabgestiegen ist. Der Paradiesesgarten ist in das Zentrum der Stadt, wo Gott wohnt, integriert. Die Sternbilder, die vom Himmel gefallen sind, schmücken die Grundpfeiler, die Grundfesten der Stadt als Edelsteine, die Lichter der Apostel, auf denen die Stadtmauer gründet, verbinden sich mit dem Glanz der Sterne - die Sterne selbst bilden die Grundfesten der Mauer, weil man sie am Himmel nicht mehr braucht. Sonne und Mond verbinden sich mit Christus und sind das neue Licht in Gottes Welt, er selbst ist die Sonne der Stadt. Die Grundsteine  der Stadtmauer sind die zwölf Sterne Israels, Abbild der zwölf Stämme Israels 31), Abbild der zwölf Apostel. Sie sind das zur Mauer gewordene alt-und neutestamentliche wandernde Volk Gottes, das an sein Ziel gekommen ist. Die Grundsteine, die Grundfesten der Stadtmauer sind mit wunderbaren, farbigen Edelsteinen geschmückt, die in Verbindung stehen mit den Tierkreiszeichen der Sterne. Die mit zwölf Edelsteinen besetzten Mauern sind die Einfassung, in der Mitte aber sitzt die Stadt als“ Diamant“, ein kostbarer Jaspis. Der Sternenhimmel ist auf die neue Erde herabgestiegen, um sie zu schmücken.

Die Neue Stadt ist viel größer als die sie umschließenden Mauern, sie sprengt die Mauern der Stadt und weist über sie hinaus. Gottes Neue Stadt mit den offenen Toren lädt alle Völker und Religionen ein, in die Stadt einzuziehen zur Wallfahrt der Völker: „Völker wandern zu deinem Licht und Könige zu deinem strahlenden Glanz. Zahllose Kamele bedecken dein Land, Dromedare aus Midian und Efa. Alle kommen von Saba, bringen Weihrauch und Gold“, heißt es beim Propheten Jesaja (Jes 6o). Sie kommen wie die Magier, von denen das Mattäusevangelium erzählt, dass sie ihre Geschenke trugen zur Krippe in Bethlehem, - jetzt aber kommen sie als Könige zu Gottes Herrlichkeit, zu seinem Lichtglanz. Die Stadtmauer ist eine lebendige Mauer, aus den Menschen des wandernden Gottesvolkes, der Kirche gebaut. Die Stadt aber ist das Leben selbst, sie ist ein lebendiges Wesen.

Das Leben, das von Gott kommt, sprengt die Mauern der Stadt, greift über sie hinaus. Das „Leben“ ist viel größer als die „Kirche“, es weitet sich aus auf alle Völker und Religionen. Im Innersten des Lebens aber sitzt Gott, er ist der Ursprung des „Lebens“.

Die zwölf Türme der Stadt sind keine Wachtürme mehr, sie sind in schmückendes Beiwerk der Mauer verwandelt, es ist eine lebendige Mauer aus lebendigen Steinen gebaut. Die Türme sind zum Wahrzeichen geworden, zum Orientierungspunkt, zu Leuchttürmen, die den Völkern den Weg weisen durch die Stürme der Zeit. Auf den Mauern der Stadt stehen Engel, - keine Soldaten, sie sind die Wächter der Stadt. Engel, Lichtwesen bewachen die Stadt und schützen sie, kein Dämon nähert sich mehr den Toren der Stadt, das Licht hat die Finsternis verdrängt. Sie erwarten die Jungfrauen mit den brennenden Lampen, - die wachsam gebliebenen Knechte, -die Könige, die den hellen Stern suchen, - die Seliggepriesenen der Bergpredigt,  - sie alle geleiten sie in die Stadt.

Die zwölf Tore sind offen, sie sind kostbare Perlen, die der Kaufmann im Gleichnis des Mattäusevangeliums (Mt13, 45-46) sucht, - er sucht nach dem geöffneten Tor des Himmels - jedes Tor ist eine kostbare Perle, - es ist ein Zugang für dich persönlich bestimmt, einer ist dein Zugang, von welcher Seite du auch die Stadt betreten willst und von wie weither du auch kommen magst von allen Enden der Erde.

Eine bunte Welt zieht ein durch die offenen Tore der Stadt, von überall her und durch alle zwölf Tore, - durchsichtig und klar ist die Stadt, Arglist und Hinterhalt sind ihr fremd, die Lust des Raubtieres ist verloren gegangen, das Kind spielt am Schlupfloch der Natter, der Löwe sitzt neben dem Kalb und frisst Gras, Lamm und Wolf weiden nebeneinander. Die ungeheure Fresslust, wo einer den anderen frisst, ist verschwunden; die Bewohner der Stadt leben nicht voneinander, sie leben von  Gott und den Früchten, die er schenkt. „Homo homini lupus“, es gilt nicht mehr. Alle Gewalttätigkeit und Unterdrückung ist entschwunden.
Stadt und sie umkränzende Mauer sind durchsichtig wie Glas, die Mauer steht auf Edelsteinen, die glitzern wie die Sterne am Himmel, man hat die Sterne vom Himmel auf die Erde geholt. Das Licht der Sterne ist der Grund der Stadtmauer, Sonne und Mond sind schmückendes Beiwerk für die Herrlichkeit Gottes, die die Stadt erhellt, -das Firmament bildet die Straßen der Stadt, es schimmert wie Gold und ist klar wie Glas, und die Bewohner sind die Heiligen Gottes.

Die Menschen, die Zeugnis geben für Wahrheit und Gerechtigkeit, bevölkern die Stadt, sie sind die Söhne und Töchter des Vaters, seine Kinder, und auch sie sind „durchsichtig“ geworden wie die Stadt, keine Arglist und keine Täuschung wohnt mehr in ihnen. In der Stadt gibt es keine Traurigkeit, keine Angst, keine Aggression, keinen Schmerz,- nur die Sehnsucht, die Liebe bleibt. Die Perlen der Stadt sind auch die geweinten Tränen der Menschen, die Unrecht erlitten haben, und diese Tränen haben sich in Perlen verwandelt, sie sind die offenen Tore der Stadt.

Die Stadt ist quadratisch angelegt, ein Quader, ein Riesenwürfel des „Glückspiels“ - endgültig sind die Würfel gefallen, „aureae jactantur“ sagten die Römer, wenn eine Sache entschieden war. Der letzte Würfel ist gefallen, das „Spiel“ Gott - Mensch - Teufel ist zu Ende.“ Glück“ für die Guten, sie haben gewonnen, „Pech“ für die Schlechten, sie haben verloren; erlöst sind die Guten, gebunden die Schlechten, sie verbrennen wie Spreu; das „Pech“ der „Pechmarie“  im Märchen wird über sie ausgegossen und bleibt an ihnen haften. „Goldene Stadt“ -  und „Feuersee“ stehen einander gegenüber, die Stadt - ein Würfel aus Gold und Edelstein - ein „Glückswürfel“ - und glücklich, wer gewonnen hat und zu dessen Gunsten am Ende der Würfel gefallen ist ... ein Spiel der himmlischen und dämonischen Mächte um die Seele des Menschen - ein faustisches Spiel.

Doch ist es nicht Zufall, es ist Gnade, die das Mühen des Menschen um Sinnfindung und Gottsuche begleitet. Der Mensch, der auf Seiten Gottes steht, findet am Ende sein Glück, Gott lässt es ihn finden. Selbst, wenn er alles verloren hat, was er sich an Reichtümern im Leben erworben hat, so wird er doch am Ende bei Gott glücklich sein, ein „Hans im Glück“.
Die Neue Stadt ist eine Wunschvorstellung, die prolongiert wird aus der Mühsal des Lebens, der Freude am Schönen, der Sehnsucht nach Ruhe, Frieden und Glück - dem Wunsch nach Harmonie mit Gott. Die Gier soll zu Ende sein, ein Übermaß an Reichtum, Gold und Edelsteinen soll uns umgeben, kein Hunger und kein Durst soll mehr herrschen, das „Raubtier“ soll seine Fresslust verlieren und der „Krieg“ der Geschöpfe sich in ewigen Frieden verwandeln. Lasst uns drei Hütten bauen, heißt es in der Verklärungsgeschichte vom Berg Tabor im Mattäusevangelium, für Christus, Mose und Elia eine, damit die Menschen dort in der „ jetzigen Endzeit“ in Frieden wohnen können, und nicht auf die neue Welt Gottes zu warten brauchen. Gott hat seine Hütte in Bethlehem bereits unter uns gestellt - am Ende wird er in der Neuen Stadt unter uns wohnen. Die Menschen suchen die Neue Stadt, die Neue Erde als Inbegriff ihrer Sehnsucht und Phantasie, sie suchen die „ewige Heimat“, sie wollen am Ende „nach-Hause-kommen“, sie wünschen sich überbordenden Reichtum, ihr Schicksal soll vergoldet werden, sie wollen offene Tore, Empfangen werden wie der verlorene Sohn vom barmherzigen Vater, ein Fest ohne Ende soll es sein.

Es sollen die Stummen reden, die Lahmen gehen, die Tauben hören, keine kleinen Tode  des Abschiednehmens mehr sein, sondern das Reiseziel endgültig gefunden werden. Es soll ein Hochzeits-Mahl sein mit einer Feier ohne Sorgen, Lachen ohne Trauer, ein Leben, bei dem  der Tod nicht mehr mit am Tisch sitzt.

Unablässig leuchtet das Licht in der Neuen Stadt und fließt das Wasser des Lebens, unaufhörlich ist der Glanz der Ewigkeit. Nichts ist mehr verborgen, alles erstrahlt im hellen Lichte Gottes, es gibt keine geheimen Gedanken, keine versteckten Wünsche mehr. Alle Gebrechen und Nöte sind wunderbar geheilt, alle Sehnsucht gestillt, alle Tränen getrocknet, alles Leid verwandelt in einer bunten Welt voller Glanz. Alle Tore sind offen, weil alle Bedrohung  gewichen ist, die Freiheit geht spazieren durch die Tore der Stadt und trifft ihre Freundinnen. Es ist eine Stadt, in der die Zeit verwandelt ist, die Zukunft ist zur Gegenwart geworden.



Tafel 40:     

Die Neue Stadt, das Neue Jerusalem wird einerseits als wunderschöne, kostbare Stadt dargestellt, andererseits aber auch im letzten Kapitel der Apokalypse in einem varianten Bild als Paradiesesgarten, der in die Stadt integriert ist.

Im Bild des Buchmalers schwebt der Seher Johannes über dem grünen Land der Hoffnung, auf dem die Bäume des Lebens wachsen, sie tragen ständig Früchte, und ihre Blätter heilen die Menschen von all ihrem Leid und von ihren Tränen, von Krankheit und Tod. Der „Fluch“ Gottes, das Arbeiten im Schweiße seines Angesichtes, das Gebären unter Schmerzen, das Sterbenmüssen nimmt ein Ende. Die überlangen Finger der rechten Hand streckt der Engel dem Seher entgegen, der seine Hände bittend nach vorne ausgestreckt hält. Der Kopf des Engels ist umrahmt vom Schein des Lichtglanzes Gottes in den Farben des Regenbogens, wobei die smaragdgrüne Farbe korreliert mit dem Grün der Neuen Erde. Der Seher trägt das Kleid in den Farben des Thrones Gottes, er trägt das Kleid Gottes, das Kleid des Himmels.

Von dem, der auf dem Thron sitzt im Goldgrund des Himmels, - es ist der Thron Gottvaters und des wiederkehrenden Christus, - strömt das Wasser des Lebens in breitem Fluß unablässig herab auf die neue grünende Erde und bewässert sie. Wie die Morgenröte leuchtet hinter ihm der Himmel, er ist die aufgehende Sonne.

Hinter dem Seher stehen die Bäume des Lebens, voll mit Früchten, die den Bewohnern der Neuen Erde ewiges Leben schenken, jeden Monat tragen sie Früchte.

Es ist der Traum des Menschen, zu essen vom Baum des Lebens und zu verlieren die Angst vor dem eigenen Tod. Deshalb steigt seine Sehnsucht hinauf zu den „ewigen“ Sternen, die am Himmel stehen und als ewige Lichter scheinen. Der Mensch hat seine Geborgenheit verloren und sehnt sich zurück in das längst vergangene Paradies. Er sucht den Ort, wo sein ewiger Lebensdurst gestillt wird von der Quelle, die hervorbricht unter Gottes Thron und den Garten bewässert, wo die Bäume des Lebens immerwährend Früchte tragen, die ewiges Leben schenken. Wie Adam und Eva wollen die Menschen mit Gott im Abendwind spazierengehen. Keine Schlange soll sie mehr verführen mit Hinterlist - Arglist und Misstrauen sollen verschwinden, auch Tränen und Not.

Von Angesicht zu Angesicht werden sie Gott schauen, den niemand je gesehen hat. Er ist kein verfremdetes Spiegelwesen mehr, sondern er ist herausgetreten aus dem Spiegel, sein Thron steht im Licht der Morgenröte, er ist selbst das aufgehende Licht der Sonne, und er lässt die Menschen sich lagern auf dem Grün der Neuen Erde wie die Menschen der Brotvermehrung. Der Herr ist mein Hirte, heißt es im Psalm, nichts wird mir fehlen, er lässt mich lagern auf grünen Auen und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.

Das Lukasevangelium erzählt im Gleichnis, wie der barmherzige Vater den verlorenen Sohn wieder als Erben aufnimmt, obwohl er seinen Erbanspruch im Lebensrausch schon verspielt hat. Er schenkt ihm sein Erbe umsonst, er hat keinen Rechtsanspruch mehr, zu wohnen im Hause des Vaters. Die Kinder Gottes werden am Ende das Himmelreich erben - es wird ihnen umsonst geschenkt.  Der Frau am Jakobsbrunnen verheißt Jesus im Johannesevangelium lebendiges Wasser, das ihren Durst für immer stillt. Er verheißt es ihr, weil sie am „Verdursten“ war im „Leben“ wie Hagar, die Magd Abrahams in der Wüste.

Der Mensch hat Angst vor der „Sintflut“ des Lebens, Angst, unterzugehen in den Wirnissen seiner persönlichen Geschichte, kein Land mehr zu sehen und zu verdursten mitten auf dem Meer, umgeben von den Mächten des Chaos. Dieses Wasser, das von Gott kommt, ist nicht das Unheilswasser der Sintflut, das ständig den Menschen bedroht in der Zeit seines Lebens, sondern es ist das Wasser des Lebens, das in jedem, der davon trinkt, zur sprudelnden Quelle wird.

Wenn die Wüste austrocknet und das Wasser der kleinen Oase „verschwindet“, begreifen dies die Tiere nicht. Sie suchen das Wasser irgendwo in der Wüste, - es war doch gerade noch da - wie kann es verschwinden? Aber auch die Menschen begreifen es nicht, wenn ihr „Lebenswasser“ plötzlich zu Ende geht, und sie suchen nach dem „Wasser des Lebens“, aber sie können es erst finden, wenn das „Wasser von oben“ kommt, ihnen von oben geschenkt wird, ansonsten verdürsten sie in der „Wüste“.

Urplötzlich und gewaltig wird die Neue Welt Gottes auf die Erde kommen, wie der Regen urplötzlich kommt über die ausgetrocknete Wüste und sie über alle Maßen überschwemmt mit Wasser, auf dass sie blühe und sich verwandle in einen Garten.

Der Schluss des Apokalypse mündet in einen Gottesdienst, wo die urchristliche Gemeinde den auferstanden Christus bittet: „marana tha“, komm, Herr! Die Christen bitten den auferstanden Christus, er möge beim Gottesdienst in ihrer Mitte erscheinen , und er möge bald kommen als Weltenrichter am Ende der Tage (Offenb. 22, 20) und die Erde verwandeln.32)

Sie werden ermutigt, in Treue zu Christus zu stehen, dann werden sie Anteil haben am „Baum des Lebens“, und sie werden vom „Wasser des Lebens“ trinken.

 

   

 

   
Sehnsucht:   

   

     „Es war, als hätt der Himmel

      Die Erde still geküsst,

      Dass sie im Blütenschimmer

      Von ihm nun träumen müsst.

     

      Die Luft ging durch die Felder,

      Die Ähren wogten sacht,   

      Es rauschten leis die Wälder,

      So sternklar war die Nacht.

 

      Und meine Seele spannte

      Weit ihre Flügel aus,

      Flog durch die stillen Lande,

      Als flöge sie nach Haus.“ 

     (Joseph von Eichendorff:“Mondnacht“)
[/b]
Anmerkungen:       
1)  Der Codex der „Bamberger Apokalypse“ befindet sich in der Bamberger Staatsbibliothek (Ms.Bibl.140). Er ist in lateinischer Sprache verfasst, besteht aus 106 Pergamentblättern und enthält als Buchschmuck 57 Miniaturen und 103 ganzseitige Initialen. Im vorderen Teil enthält die Handschrift des Codex den Text der Apokalypse (fol 1-58r) mit 49 ganzseitigen oder in die Schriftpassagen inserierten Miniaturen, daran schließt sich ein Evangelistar. (Ingo F. Walther und Norbert Wolf, Codices illustres, Köln 2001, S. 118f.)

2)  Vgl. Rudolf Hoppe, in: Apokalypse, herausg. von Herbert W. Wurster u. Richard Loibl, Passau 2000, S. 162

3)  Johannes-Apokalypse im Text der Einheitsübersetzung, Katholische Bibelanstalt, Stuttgart 1980

4)  Vgl. Rudolf Hoppe, a.a.O., S. 139-158

5)  An die Gemeinde von Laodizea schreibt der Seher: „Wärest du doch kalt oder heiß.Weil du aber lau bist, weder heiß noch kalt, will ich dich aus meinem Mund ausspeien“ (Offenb. 3,15 f). In Hierapolis, in der Nähe von Laodizea waren heiße Quellen, die beim Abfließen lauwarm wurden, und als lauwarmes Wasser nicht mehr zu gebrauchen waren, weder zum Trinken noch zum Waschen. Laodizea war auch bekannt wegen seine Textilproduktion (Kleider) und berühmt waren seiner Banken,und es gab auch eine pharmazeutisch-medizinische Schule (s. Heilung der Augen) dort (vgl. dazu Alexander Sand, in: Bibel heute, Die Apokalypse des Johannes, 33. Jahrg., Stuttgart 1997, S. 59 ff.)

6)  Siehe Elisabeth Schüssler Fiorenza, Das Buch der Offenbarung, Stuttgart 1994, S. 51

7)  Vgl. ebd. S. 57   

8)  Vgl. Sacharja 4,10: Die sieben Augen Gottes schweifen über die Erde

9)  Vgl. Martin Gutl, Der tanzende Hiob, Graz 1975, S. 120

10) Vgl. Hans Urs v. Balthasar, Die Apokalypse, in: Ja, ich komme bald, Die Endzeit im Licht der Apokalypse, Herausgeber: Informationszentrum Berufe der Kirche, Freiburg 1985, S. 120 f.

11) Nach dem altorientalischen Mythos besitzt der höchste Gott Bücher oder Tafeln, in denen oder auf denen das Geschick der Welt geschrieben steht. ( Elisabeth Schüssler Fiorenza, a.a.O. S. 82)

12) Vgl. Hans Urs v. Balthasar, a.a.O., S. 120

13) Vgl. ebd. S. 121

14) Vgl. ebd. S.121

15) Vgl. ebd. S. 122

16) Der Moloch Rom beutete die unterworfenen Provinzen aus und zog allen Reichtum und Luxus in die römische Metropole. Die „Bürger“ Roms beherrschten im 1. Jahrh. n. Christus das römische Kaiserrreich, waren dem Kaiserkult zugetan, der römischen Staatsideologie, der römischen Götterreligion. Die Christen, die ja das römische Bürgerrecht kaum besaßen, waren lediglich verachtete oder verfolgte  Untertanen ,vielfach der Unterschicht zugehörig, die auf die Herstellung der Gerechtigkeit durch Gott hofften, letztlich auf die Herstellung der Gottesherrschaft.

    Der Verfasser der Apokalypse sieht die Herrschaft Roms natürlich aus einer bestimmten Sicht, aus einer bestimmten Perspektive und aus seiner Situation heraus und zwar in der Zeit gegen Ende des 1. Jahrhunderts nach Christus. Er sieht sie als kosmopolitisch ausbeutende und unterdrückende Macht, die besonders Christengemeinden feindselig gegenübersteht und sie bedroht. Er kann deshalb der Herrschaft Roms und der Römer nichts Positives abgewinnen. Aus wissenschaftlich fundierter weltgeschichtlicher Sicht kann man die römische Herrschaft natürlich im Nachhinein etwas anders akzentuiert sehen. Ob es unter Domitian überhaupt echte Christenverfolgung gab, ist ungesichert, aber es gab eine Bedrohung der Christengemeinden.

17) In Ephesus, der Metropole in der römischen Provinz Asia, kam es häufig zu Erdbeben. Der Sonnenfinsternis in Verbindung mit einem Erdbeben maßen die Menschen große Bedeutung zu. Ephesus zählte in seiner Blütezeit im 1./2. Jahrh. n. Chr. ca. 200 000 Einwohner. Die Christengemeinde unter der Leitung von Timotheus, der 96 n. Chr. von Anhängern des Dionysoskultes erschlagen wurde, spielte in Ephesus keine große Rolle. Im Jahr 96 n. Chr. wurde der römische Kaiser Domitian ermordet.  Ephesus hatte ihm zu Ehren einen Kaisertempel errichtet, Domitian ließ sich schon zu Lebzeiten als Gott verehren, als Inkarnation des Gottes Apollo. Der Kaiserkult spielte in der Provinz Asia zur Regierungszeit Domitians anscheinend eine große Rolle.

18) In Ephesus stand ein Standbild des römischen Kaisers Domitian, dem man Weihrauch opferte als Zeichen der Verehrung. Wer nicht opfern wollte, konnte der Kaufmanngilde nicht angehören und keinen Handel treiben, weil er nicht das „Zeichen“ des Kaisers trug. Die bekennenden Christen waren somit stark benachteiligt, ihnen war die wirtschaftliche Lebensgrundlage entzogen.

19) Die Göttin „Roma“ galt als die Mutter der Götter und auch des Apollo. Der römische Kaiser Domitian sah sich als eine Inkarnation des Apollo. Mit dem Namen des Heuschreckenherrschers Apollyon, einem Synonym für Apollo, will der Verfasser sagen, dass die dämonischen Wesen den römischen Kaiser zum König haben (vgl. Elisabeth Schüssler Fiorenza, a.a.O., S. 94).

20) Die Heuschreckenplage ist latent vorhanden, jederzeit kann sie ausbrechen wie ein Chaos wegen der zahlreich gelegten Eier, die vor sich hinschlummern. Der klirrende Flügelschlag erinnert an klirrende Schwerter, sie tragen einen „Panzer“ und wirken wie eine Armee. Sie vermehren sich plötzlich ungeheuer, wenn es viel regnet.

21) Die Skorpione kommen in der Dunkelheit heraus, jagen in der Nacht, lähmen mit dem Gift ihres Stachels das

    Opfer und fressen es schnell auf. Sie kämpfen auch gegeneinander, nur beim „Liebestanz“ der Skorpione, der Paarung, sind sie sanft zueinander. Sie vermehren sich stark und haben gleich bis zu hundert Junge. 400 Millionen Jahre Erfahrung haben die Skorpione im Überlebenskampf.

22) Die griechische Göttin Artemis steht in einer gewissen mythologischen Verbindung zur apokalyptischen Frau: Sie ist die Göttin des Mondes, die darum den Bogen führt, der über Leben und Tod entscheidet. Sie wurde besonders in der Metropole Ephesus verehrt. Man hatte ihr dort früher ein Heiligtum errichtet (Artemisium).

    In dem Heiligtum versteckte sich Kleopatras Schwester (1. Jahrh. v. Chr.), weil ihr Kleopatra nach dem Leben trachtete. König Krösus hatte im 7. Jahrh. vor Christus zu Ehren von Artemis einen Tempel errichten lassen, der als eines der sieben Weltwunder galt.

    Artemis war die Schutzgöttin der Insel Patmos, die der Stadt Milet in Kleinasien vorgelagert ist. Nach der griechischen Mythologie ließ sich die Göttin, die Königin über alles Leben in der Natur, auf der höchsten Stelle der Insel nieder. Nach der Legende hatte Leto, als sie von Zeus schwanger war, die Eifersucht Heras herausgefordert. Hera hatte den Drachen Python ausgeschickt, um sie zu verfolgen. Nachden Leto diesem entkommen war, gebar sie Artemis. Leto gebar auch den Zwillingsbruder von Artemis, Apollo. Apollo hatte einen Sohn, Asklepios. Dieser suchte ein Mittel, um die Menschen von dem Tod zu befreien, sie unsterblich zu machen, aber Zeus tötete ihn mit einem Blitz.(vgl. Bibel heute, Heft 131, Stuttgart 1997). /// In der ägyptischen Mythologie wird die Göttin Isis vor der Geburt ihres Kindes, des Sonnengottes Horus, von dem roten Drachen Typhon verfolgt, und sie gebiert ihren Sohn auf einer Insel im Nildelta. Horus tötet dann später den Drachen Typhon.- Wenn am Himmel die Sonne ins Sternbild der Jungfrau tritt, das vielfach mit Isis gleichgesetzt wurde, dann steht am Nachthimmel der Vollmond zu ihren Füßen. Am Himmel steht dem Sternbild der Jungfrau das Sternbild der Wasserschlange Typhon gegenüber. Eine alte mythologische Tradition erzählt von der Himmelsgöttin, die täglich die Sonne gebiert, und von dem Finsternisdrachen, der diese zu verschlingen trachtet.(vgl.J. Roloff, a.a.O, S.123 ff.).

23) Die Vorstellung des Urdrachen könnte hier mythologisch zwei Wurzeln haben:  Zum einen den Mythos vom Kampf im Himmel (Offenb. 12,7-12), wo der Drache auf die Erde gestürzt wird, zum andern die Vorstellung vom Untier des Urchaos, das aus dem Urmeer auftaucht und die bestehende Ordnung gefährdet, die Sonne verfinstert und in die Welt und Zeit der Menschen einbricht, das Erwachen der Urschlange aus dem Schlaf (vgl. Jonageschichte).

    Die feuerspeiende, geflügelte Riesenschlange lebt im Meer und erhebt sich selten in die Lüfte, sie geht auch an Land.

    Gottvater, der Himmel und Erde geschaffen hat, ist der Sieger über die chaotische Gewalt, weil er das Licht schuf aus dem Chaos (Gen 1). Christus ist Herr über das Chaos, weil ihm Wind und Wellen gehorchen (Erzählung vom Seesturm), und er wandelt über das Wasser, weil er über die Mächte des Chaos hinweggehen kann.

    Das nächtliche Gefängnis der Sonne ist mythologisch das Meer, in dem die Sonne versinkt. Durch das Meer führt der Weg der Sonne vom Untergang bis zum Aufgang. Licht- und Schattenwelt kämpfen gegeneinander, das Licht aber besiegt die Schattenwelt, weil die Sonne immer wieder aufgeht. In der Unterwelt, der Schattenwelt, ist die Welt der Toten, ihr „Gefängnis“ - das Licht, Christus,ist die neue Sonne, er hat die Schlüssel zur Unterwelt, er befreit die Toten aus der Schattenwelt. Er  ist es, der auf den Wellen des „Meeres von Galiläa“ geht, er geht nicht unter,er ist stärker als der Tod.

24) In Ephesus hatte der römische Statthalter eine Statue des Kaisers Domitian errichten lassen, in dem der Seher den wiedererstandenen Nero erblickte. Vielleicht konnte diese Statue auch durch eine Mechanik sprechen und Feuer herabregnen lassen. Die Menschen sollten staunen und die Gottähnlichkeit des Kaisers anerkennen.(vgl. Dieter Bauer, in: Bibel heute, Heft 131, 1997, S. 86ff.).

    Das „Zeichen“ des Kaisers Nero ist die Zahl 666, insofern Kaiser Domitian der neue „Nero“ ist, kann diese Zahl auf ihn übertragen werden (vgl. Heinz Giesen, Johannesapokalypse, 1996, S. 112). Wenn man „neron kaisar“ (Kaiser Nero) in hebräischen Buchstaben schreibt, wo jedem Buchstaben auch eine Zahl zugeordnet ist, so ergibt die Gesamtzahl der hebräischen Buchstaben die Zahl 666 ( vgl. J. Roloff, a.a.O.).

25) Vgl. Ernst Bloch, Das Prinzip Hoffnung, Frankfurt a. M. 1959, S. 1482-1493.

26) Vgl. Exodus 15, 1-21: ...Rosse und Wagen warf er ins Meer (...) da standen Wogen als Wall, Fluten erstarrten im Herzen des Meeres...

27) Leviathan, die gewundene Schlange und Drache zugleich, bezeichnet in mythischer  Sprache das Meer, die gottfeindlichen Mächte.

28) Vgl. Gerd Heinz-Mohr, Lexikon der Symbole, Düsseldorf-Köln, 3. Aufl. 1974, S. 101

29) Siehe Rudolf Hoppe, a.a.O. , S. 155.

30) Der Verfasser  der Apokalypse orientiert sich bei der Vorstellung vom Neuen Jerusalem an der früheren Metropole Babylon, möglicherweise auch an der Stadt Ephesus. Ephesus besaß einen riesigen Marktplatz und prächtige Bauten mit Straßen aus Marmor. In der Stadt ensprang auch eine Quelle. Die Stadt, die am Meer lag, eine riesige Metropole, war durch Handel reich geworden, sie erlebte ihre Blüte im 1./2. Jahrh. n. Chr. und schwelgte im Reichtum. Überall standen Büsten des Kaisers und seiner Gemahlin.

31) Die Brustkette des jüdischen Hohenpriesters trug zwölf Edelsteine, die die zwölf Stämme Israels symbolisieren.

32) Das „marana tha“, Komm, Herr, erinnert an die Emmauserzählung (Lk  24,13 ff), wo die zwei Jünger den Fremden dringlich zum Mahl einladen und im Fremden beim Mahl, im Brechen des Brotes, den auferstandenen Christus erkennen. Die Emmauserzählung vom Gang nach Emmaus ist eigentlich ein „Gang“ durch den frühchristlichen Gottesdienst mit folgendem Aufbau:

    - Kyrie: „Trauer“ - Herr, hab Erbarmen mit uns

    - Erzählung über Jesu Leben, über seine Kreuzigung und der Auferstehungsbericht (Zwiegespräch?)-

    - Prophetische Schriften (Altes Testament)

    - Gebet - Bittruf: Marana tha (Komm, Herr) oder dringliche Einladung an den Herrn (vgl. Emmausjünger)

    - Lobpreis und Brotbrechung

    - Verkündigung an die anderen, Aufruf zur Weiterverkündigung : Geht hinaus und sagt es weiter 

      Wahrscheinlich war es ursprünglich ein Abendgottesdienst: Herr, bleibe bei uns, denn es will Abend 

      werden, und der Tag hat sich schon geneigt. Da trat er ein, um bei ihnen zu bleiben. (Lk 24,29)

Der biblische Text der Johannesapokalypse ist entnommen der Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, Katholische Bibelanstalt, Stuttgart 1980
Literaturangabe zur Johannes-Apokalypse:
Heinz Giesen, Johannesapokalypse, Stuttgart 1986, 4. Aufl. 1996
Hubert Ritt, Offenbarung des Johannes, in: Die Neue Echter Bibel, Bd. 21, 4. unveränderte Aufl., Würzburg 2000
Jürgen Roloff, Die Offenbarung des Johannes, 3. Aufl., Zürich 2001
Elisabeth Schüssler Fiorenza, Das Buch der Offenbarung, Stuttgart-Berlin-Köln 1994
Hans Urs von Balthasar, Die Apokalypse, in: „Ja, ich komme bald“, Die Endzeit im Licht der Apokalypse, herausg. vom Informationszentrum Berufe der Kirche, Freiburg 1985
Apokalypse, Zwischen Himmel und Hölle, herausgegeben von Herbert W. Wurster und Richard Loibl, Begleitheft zur Ausstellung in Passau, Passau 2000
Die Apokalypse des Johannes, in: Bibel heute, 33. Jahrg., 3. Quartal 1997, Heft 131, Verlag Kath. Bibelwerk Stuttgart
Die Bibel, Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, Katholische Bibelanstalt, Stuttgart 1980
Das Neue Testament, übersetzt von Fridolin Stier, München 1989

 Quellenangaben:       
Der biblische Text der Johannes-Apokalypse, der Offenbarung des Johannes, wurde entnommen aus: Die Bibel, Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, Katholische Bibelanstalt, Stuttgart 1980.

Die Erlaubnis für die Übernahme von Bildern des Buchcodex der „Bamberger Apokalypse“ erfolgte durch das freundliche Entgegenkommen der Staatsbibliothek Bamberg, bei der die Urheberrechte liegen ( Staatsbibliothek Bamberg  Msc. Bibl. 140 ). Der Buchcodex der „Bamberger Apokalypse“ befindet sich in der Staatsbibliothek Bamberg.

Die vollständige Anzahl der Bilder des Buchcodex der „Bamberger Apokalypse“ ist im Internet zu finden unter:

Category Bamberg Apocalypse – Wikimedia Commons.

Die im vorliegenden Manuskript verwendeten Bilder der „Bamberger Apokalypse“ wurden mit freundlicher Genehmigung des Zentrums für Berufungspastoral, Freiburg, entnommen aus dem Buch: „Ja, ich komme bald“, Die Endzeit im Licht der Apokalypse, Freiburg 1985.

 

Offline amos

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velvet

  • Gast
Antw:Die Johannes-Apokalypse - Prophezeiung und Vision
« Antwort #9 am: 14. Dezember 2012, 12:36:27 »
Lieber Amos,

irgendwie passt diese New Age Parodie nicht zur zur Geheimen Offenbarung des Johannes. Was willst Du uns damit sagen?

Liebe Grüsse

velvet

 

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