Autor Thema: Änderung des Textes zur Inbesitznahme der Kathedra des Bischofs von Rom – Mit Fo  (Gelesen 3096 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Joel

  • **
  • Beiträge: 108
  • Country: ch
  • Geschlecht: Männlich
  • Religionszugehörigkeit: Römisch-katholische Kirche
Änderung des Textes zur Inbesitznahme der Kathedra des Bischofs von Rom – Mit Folgen?

Christus übergibt Petrus die Schlüssel zum Himmelreich nicht den Aposteln(Rom) Papst Franzikus ergriff gestern Besitz von seiner Diözese Rom. Die feierliche Zeremonie vollzog sich in der Lateranbasilika, der Kathedrale des Bistums, in dem sich der Bischofsstuhl befindet. Der antike Ritus wurde dabei unerwartet mit neuen Worten zelebriert.

Die jüngste Rechtsgrundlage des Ritus ist in Universi Dominici Gregis von Johannes Paul II. über die Wahl des Papstes vorgesehen. Benedikt XVI. brachte die Inbesitznahme der Kathedra des Bischofs von Rom in eine liturgisch harmonischere Form. Papst Franziskus fügte nun seinerseits eine nicht unwesentliche Neuerung ein. Die feierlichen Worte aus der ältesten patristisch-liturgischen Tradition, mit denen der Kardinalvikar den neuen Bischof von Rom grüßt, unmittelbar bevor dieser auf dem bedeutendsten Bischofsstuhl der Welt Platz nimmt, wurden völlig neugestaltet.

Statt patristisch-liturgischem Text eine Neuschöpfung mit Folgen

Der Kardinalvikar sagte zum neuen Papst: „Wie der Winzer, der von oben den Weinberg überwacht, bist du in erhöhter Position gesetzt, um das Dir anvertraute Volk zu regieren und zu behüten.“

Gestern hingegen mußte Kardinalvikar Agostino Vallini einen neuen Text vorlesen, daß der Papst von diesem „erwählten Ort in der Liebe allen Kirchen vorsteht und mit entschlossener Sanftheit alle auf den Wegen der Heiligkeit führt“.

„Liebesprimat“ der Orthodoxen, aber auch jener, die Papsttum schwächen wollen

Die Formulierung macht sich den „Liebesprimat“ zu eigen, wie ihn die orthodoxe Kirche kennt, den allerdings seit Jahrzehnten in der katholischen Kirche auch jene im Mund führen, die das Papsttum schwächen wollen. Es fallen zwei Purale auf: „Kirchen“ und „Wege der Heiligkeit“. „Worte, aus denen das Echo neuer Wege zu hören ist“, wie der Vatikanist Paolo Rodari anmerkte. Unüberhörbar ist die Entschlossenheit von Papst Franziskus, das Papstum neu zu definieren und zwar in zweifacher Hinsicht. Einmal, indem er einmal mehr betonte, daß es wohl einen Primat des Papstes gibt, daß es aber ein Primat der Liebe ist. Zum anderen die klare Absicht, die Leitung der Kirche, dessen vertikale Spitze er ist, horizontal zu erweitern. Die Vertikalität der Kirche soll durch eine Horizontalität ergänzt werden.

Diese Neudefinition der Ekklesiologie ist der bisher deutlichste Punkt des Regierungsprogrammes von Papst Franziskus. Er bestätigt die Hoffnungen jener Kreise in der Kirche, die die hierarchische Gliederung der Kirche in einer demokratischen Gesellschaft nur schwer ertragen  und ihre innere Unruhe durch ständige Strukturveränderungen zu beruhigen versuchen, und bestätigt die Befürchtungen traditionsverbundener Kreise, die genau die „ewige“ Neuerungssucht satt haben.

Wie weit will Papst Franziskus beim Kollegialitätsvorrang gehen?


Papst Franziskus, der seit seinem ersten Erscheinen auf der Loggia des Petersdoms von sich selber lieber als Bischof von Rom denn als Papst spricht, beruft sich auf Irenäus von Lyon und Ignatius von Antiochien. Es gibt Stimmen, daß Papst Franziskus vor oder im Konklave den entscheidenden Papstmachern Sodano und Kasper eine Zusage gegeben habe, das Papsttum von einem Leitungsprimat in einen Liebesprimat umzubauen. Er würde damit jener episkopalen These folgen, die den exklusiven Leitungsauftrag an Petrus verdunkeln und in einen allgemeinen und gleichberechtigten Auftrag an alle Zwölf Apostel uminterpretieren wollen. Noch nicht absehbar ist, wieweit Papst Franziskus den Vorrang der Kollegialität vor dem Petrus-Auftrag umzusetzen gedenkt.

Johannes Paul II. und Benedikt XVI. hatten die Frage der Kollegialität anerkannt. Dies schien aber mehr dem Druck der Episkopate geschuldet, während beide Päpste sich um eine Stärkung des Primats und Roms als Zentrum und Spitze der Kirche bemühten. Die Hauptkonzession, die Benedikt XVI. machte, war der Verzicht der Tiara in seinem Wappen, die durch eine Mitra ersetzt wurde. Er erkannte in einigen Ansprachen an, daß das Erste Vatikanische Konzil den päpstlichen Primat mit dem Unfehlbarkeitsdogma gestärkt hatte, nicht aber die Kollegialitätsfrage geklärt habe. Als Begründung nannte auch er, daß der Grund dafür im vorzeitigen Ende des Konzils zu suchen sei. Die Frage der Leitungsvollmacht warf bereits auf früheren Konzilen Fragen auf. Beim Konzil von Konstanz (1414-1419) überwog die Konzils- und damit die Kollegialitätsidee, beim Konzil von Florenz (1439) die Primatsidee. Das Konzil von Trient hatte sich nicht damit zu befassen. Die Herausforderung des Protestantismus schloß die Reihen unter der Führung des Papstes.

Zentrifugale Kräfte immer aktiv – Franziskus erster Anhänger der Kollegialitätsidee auf Papstthron


Zentrifiguale Kräfte blieben weiterhin am Werk. Der absolutistische Staat versuchte das im Protestantismus verwirklichte Staatskirchentum der katholischen Kirche aufzuzwingen. Die Frage blieb virulent bis zu Papst Pius IX., vor allem durch den französischen Gallikanismus. Das Erste Vatikanum definierte den Primat mit klaren Worten einschließlich des Unfehlbarkeitsdogmas, wenn der Papst Ex Kathedra spricht. Die Frage schien mit der Abspaltung der Alt-Katholiken erledigt, wirkte aber unterirdisch weiter und wurde durch die fortschreitende Demokratisierung der Gesellschaft in die Kirche hineingetragen. Im Zweiten Vatikanum brach sie mit aller Heftigkeit wieder hervor. Die Konzilsmehrheit betonte die Kollegialität. Durch das Pontifikat Johannes Pauls II. wurde ab 1978 der Primat im Sinne des Ersten Vatikanums wieder gestärkt. Nach dieser 35jährigen Restaurationsphase könnten sich die Dinge grundlegend ändern. Mit Papst Franziskus scheint der erste Papst auf dem Stuhl Petri Platz genommen zu haben, der ein überzeugter Anhänger der Kollegialitätsidee ist. Das allerdings ist in dieser Form ein absolutes Novum.

Paolo Rodari liest die Neuerung vor allem als Signal Richtung Ostkirchen. Kardinalvikar Vallini sprach auch die Hoffnung aus, daß „von einem Ende der Erde zum anderen sich eine einzige Herde unter einem einzigen Hirten bilde“. Die Bemühungen um die Wiedererlangung der Einheit zwischen West und Ost brachte Johannes Paul II. in der Enzykika Ut unum sint zum Ausdruck, nachdem Paul VI. 1965 mit dem Ökumenischen Patriarchen Athenagoras von Konstantinopel die gegenseitigen Exkommunikationen „aus dem Gedächtnis und aus der Mitte der Kirche“ tilgten.

Bezieht sich Papst Franziskus in seinen Bemühungen auf die Ostkirchen oder auch auf die protestantischen Denominationen? Welche Veränderungen stehen für die katholische Kirche bevor? Aus welchen Gründen? Zu wechem Zweck? Und nicht zuletzt zu welchem Nutzen?

Quelle:http://www.katholisches.info/2013/04/08/anderung-des-textes-zur-inbesitznahme-der-kathedra-des-bischofs-von-rom-mit-folgen

 

Ähnliche Themen

  Betreff / Begonnen von Antworten Letzter Beitrag
1 Antworten
4100 Aufrufe
Letzter Beitrag 12. Juni 2011, 22:25:27
von KleineSeele
0 Antworten
4476 Aufrufe
Letzter Beitrag 21. Februar 2013, 12:26:58
von velvet
3 Antworten
4502 Aufrufe
Letzter Beitrag 23. November 2013, 00:35:45
von Jesod
0 Antworten
2551 Aufrufe
Letzter Beitrag 05. September 2014, 08:23:39
von Joel

www.infrarot-heizungen.info

Gerhard Wisnewski spricht Klartext

Wenn das im TV gezeigt werden würde, bestünde ein Funken Hoffnung



Suche in den Seiten Zeugen der Wahrheit

Wenn Sie nur ein Wort suchen, sollte es nicht links in der Menüauswahl stehen, weil es Ihnen die ganze Palette anzeigt.
Die Menüs sind auf jeder Seite vorhanden..

top

Du hörst die Stimme deines Gewissens: Es lobt, tadelt oder quält dich. Diese Stimme kannst du nicht los werden. Sie weist dich hin auf Gott, den unsichtbaren Gesetzgeber. Daher lässt das Gewissen uns nicht im Zweifel darüber, daß wir für unser Tun verantwortlich sind und daß wir einmal gerichtet werden. Jeder hat eine Seele, für die zu sorgen seine einzige Aufgabe in dieser Welt ist. Diese Welt ist nur eine Schranke, die uns vom Himmel oder der Hölle trennt. »Wir haben hier keine bleibende Stätte, sondern suchen die zukünftige.« (Hebr 13, 14)

Suche in den kath. Webseiten von:
Zeugen der Wahrheit
www.Jungfrau-der-Eucharistie.de
www.maria-die-makellose.de
www.barbara-weigand.de
www.adoremus.de www.pater-pio.de
www.gebete.ch
www.gottliebtuns.com www.assisi.ch
www.adorare.ch www.das-haus-lazarus.ch www.wallfahrten.ch

"Die Zeit verrinnt, oh Mensch sei weise. Du tust NUR einmal diese Reise."
Eure Tage und Stunden auf dieser Erde sind gemessen an der Ewigkeit ein Wimpernschlag.

Dieses Forum ist mit folgenden Webseiten verlinkt
Zeugen der Wahrheit - www.assisi.ch - www.adorare.ch - Jungfrau.d.Eucharistie
www.wallfahrten.ch - www.gebete.ch - www.segenskreis.at - barbara-weigand.de
www.gottliebtuns.com- www.das-haus-lazarus.ch - www.pater-pio.de

www3.k-tv.org
www.k-tv.org
www.k-tv.at

K-TV der katholische Fernsehsender

Wahrheit bedeutet Kampf -
Irrtum ist kostenlos
.
Fürchtet nicht den Pfad der Wahrheit,
fürchtet den Mangel an Menschen die diesen gehn!


Nur registrierte Benutzer können Themen und Beiträge im Forum schreiben.

Wenn Sie sich anmelden
Neuanmeldungen müssen erst vom Admin bestätigt werden
Nach dem Anmelden wird Ihnen das Passwort per Email gesendet.
Dann können sie sich unter Member Login oben einloggen.
Nach dem Einloggen können Sie Ihre persönlichen Angaben unter Profil ändern oder weitere hinzufügen.
Ebenso können Sie unter Profil Ihre Signatur eingeben (dann erscheint unter jedem Ihrer Beiträge z.B. ein Spruch)
Unter Profil/Profil können Sie ein Bild hochladen, das dann links im Beitrag unter Ihrem Nicknamen erscheint.


Vorteile beim anmelden
Sie können Ihren Beitrag nachträglich verändern oder löschen.
Sie haben die Möglichkeit unter einer Rubrik ein neues Thema zu verfassen.
Zu diesem Beitrag (Neues Thema) besitzen Sie die Rechte, Ihren Beitrag zu ändern oder das Thema zu löschen.
Löschen Ihrer Themen können nur Mitglieder.
Die Registrierung ist kostenlos
Ungelesene Beiträge seit Ihrem letzten Besuch.
Ungelesene Antworten zu Ihren Beiträgen.
Sie können das Design verändern. (Versch. Vorlagen)
Wir geben Ihre E-Mail-Adresse nicht weiter
Wir verschicken keinen Spam
Ihre E-Mail-Adresse wird je nach Einstellung im Profil anderen Mitgliedern nicht angezeigt.
Wir sammeln keine persönlichen Daten wie Anschrift oder Telefonnummer

Sinn und Zweck dieses Forums
Dieses Forum dazu gedacht, Fragen und Antworten über die katholische Kirche jedem zugänglich zu machen. Jeder der Fragen hat, kann diese in diesem Forum eintragen. Besonders Priester sind in diesem Forum dazu eingeladen, auf verschiedene Fragen über den Glauben sich an den Beiträgen zu beteiligen. "Hier haben die Besucher dieser Seite die Möglichkeit mit anderen Besuchern über den Glauben zu diskutieren." Der Betreiber übernimmt jedoch in diesem Forum keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen.

Unseriöse Themen und Beiträge werden gelöscht. Wenn Sie solche finden, melden Sie dies bitte dem Administrator per Mitteilung oder schreiben Sie unter:
Mail
info@kath-zdw.ch

Machen Sie das Forum Zeugen der Wahrheit unter Ihren Freunden bekannt: kath-zdw.ch/forum oder forum.kath-zdw.ch

Auf die Veröffentlichung und den Wahrheitsgehalt der Forumsbeiträge habe ich als Admin keinerlei Einfluss. Da ich nebst Forum/Webseite/E-Mail noch der Erwerbstätigkeit nachgehen muss, ist es mir nicht möglich alle Inhalte zu prüfen. Ein jeder Leser sollte wissen, dass jeder Beitrag, die Meinung des Eintragenden widerspiegelt. Im Forum sind die einzelnen Beiträge dementsprechend zu bewerten.
Distanzierungsklausel: Der Webmaster dieses Forums erklärt ausdrücklich, dass er keinerlei Einfluss auf die Gestaltung und die Inhalte der Seiten hat, die über die Links des Forums zu erreichen sind. Deshalb distanziert er sich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten und macht sich diese Inhalte nicht zu Eigen. Diese Erklärung gilt für alle auf dieser Forumspräsenz angezeigten Links und für alle Inhalte der Seiten, zu denen die Links führen. Feb. 2006

Linkempfehlung - Webseiten für Kinder: www.freunde-von-net.net www.life-teen.de

top

Seiten-Aufrufe in ZDW