Autor Thema: Gedanken von Mutter Teresa für jeden Tag  (Gelesen 22125 mal)

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KleinesLicht

  • Gast
Gedanken von Mutter Teresa für jeden Tag
« am: 06. Februar 2011, 03:09:37 »
Texte von Hemma aus dem alten Forum:



Februar



1


Die Beichte stärkt die Seele.
Eine gute Beichte – die Beichte eines Kindes, das gesündigt hat und zu seinem Vater zurückkehrt – bringt immer Demut hervor; und Demut ist Stärke.
Wir können beichten so oft wir wollen und bei wem wir wollen, aber das sollte uns nicht verleiten, an jeder beliebigen Quelle geistliche Führung zu suchen.

Die Beichte ist nicht der Ort für überflüssige Unterhaltungen und unnützes Gerede.
Es geht um meine Sünden, meine Reue und die Vergebung; es geht um die Frage, wie ich meine Versuchungen überwinden, die Tugenden leben und in der Liebe zu Gott wachsen kann.



2


In der Beichte sollte man zuerst seine Sünden bekennen, dann kann man – wenn nötig – auch um einen Rat für das geistliche Leben bitten.
An erster Stelle sollen meine Sünden zur Sprache kommen. Die meisten von uns stehen in der Gefahr zu vergessen, dass wir Sünder sind und als Sünder zur Beichte gehen müssen. Wir müssen in uns das Verlangen nach dem Blut Christi spüren, das unsere Sünden hinweg nimmt.
Treten wir vor Gott hin und sagen wir ihm, dass uns leid tut, was wir getan und womit wir ihn vielleicht verletzt haben.



3


Wir können nicht auf die Beichte verzichten.
Die Beichte ist nichts anderes als praktizierte Demut. Wir nennen sie Bußsakrament, doch in Wahrheit ist es ein Sakrament der Liebe, ein Sakrament der Vergebung.
Deshalb sollte die Beichte nicht der Ort für lange Gespräche über unsere Schwierigkeiten sein.
Sie ist der Ort, wo ich Jesus die Möglichkeit gebe, alles Trennende und Zerstörerische zwischen mir zu nehmen.
Wenn sich ein Graben zwischen mir und Jesus auftut, wenn meine Liebe geteilt ist, dann kann alles möglich in diesen Graben gelangen und ihn auffüllen.

Bei der Beichte sollte wir ganz einfach sein wie ein Kind, das zu seinem Vater geht.
Wenn ein Kind noch nicht die Bosheit kennt und noch nicht zu lügen gelernt hat, dann erzählt es alles. Das meine ich, wenn ich sagte, wir sollten wie Kinder sein.



4


Wenn ihr am Abend zu Bett geht, bracht ihr euch nur zu fragen: „Was habe ich heute für Jesus getan? Was habe ich heute mit Jesus getan?“
Ihr braucht nur auf eure Hände zu schauen. Das ist die beste Gewissenserforschung.



5


Wie können wir Jesus finden?

Er hat es uns ganz leicht gemacht: „Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe“ (Joh 15, 12).
Wenn wir vom Weg abgekommen sind, dann steht das herrliche Sakrament der Beichte für uns bereit. Wir gehen als Sünder mit Sünden zur Beichte. Durch die große Barmherzigkeit Gottes kehren wir zurück als Sünder ohne Sünden.
Wir brauchen nicht zu verzweifeln, wir müssen uns nicht das Leben nehmen, wir brauchen nicht den Mut zu verlieren - , wenn wir verstanden haben, wie zärtlich Gottes Liebe ist.
Du bist ihm kostbar. Er liebt dich; und er liebt dich mit einer solchen Zärtlichkeit, dass er dich mit seiner Hand geformt hat (vgl. Jes 64, 7). Das sind Gottes Worte, die in der Heiligen Schrift geschrieben stehen. Du weißt es.
Wenn dein Herz ruhelos ist, wenn es verletzt ist, wenn es zu brechen scheint, dann ruf dir in Erinnerung: Ich bin Gott kostbar. Er liebt mich. Er hat mich beim Namen gerufen. Ich bin sein. Als Beweis dieser Liebe ist Christus am Kreuz gestorben.



6


Eines Abends kam ein Mann zu uns. Er sagte mir: „da ist eine hinduistische Familie, die seit langem nichts zu essen gehabt hat. Könnt ihr nicht etwas für sie tun?“
Ich habe etwas Reis genommen und bin sofort zu ihnen gegangen.
Aus den Gesichtern der Kinder sprach entsetzlicher Hunger. Sobald die Mutter den Reis genommen hatte, teilte sie ihn in zwei Portionen und ging hinaus.
Als sie zurückkam, fragte ich sie: „Wohin bist du gegangen? Was hast du getan?“
Sie gab mir nur zur Antwort: „sie haben auch Hunger.“ Sie wusste, dass auch ihre Nachbarn, eine muslimische Familie, Hunger litten.
Ich habe ihnen an diesem Tag keinen Reis mehr gebracht, weil ich sie die Erfahrung machen lassen wollte, welche Freude das Geben schenkt.
Ich war nicht so sehr darüber überrascht, dass die Frau den Reis mit anderen geteilt hat, sondern darüber, dass sie vom Hunger ihrer Nachbarn wusste.
Kennen wir die Not der anderen? Nehmen wir uns die Zeit, wenigstens jemanden anzulächeln?



Hemma

  • Gast
Re:Gedanken von Mutter Teresa für jeden Tag
« Antwort #1 am: 12. Februar 2011, 16:59:25 »


  7

Eines Abends haben wir auf der Straße vier Leute aufgelesen. Die eine Frau war in sehr schlimmer Verfassung. Ich sagte zu den Schwestern: „Kümmert Ihr Euch um die anderen drei, ich kümmere mich um die Frau, um die es am schlechtesten steht.“
Ich schenkte ihr all meine Liebe und brachte sie in ein Bett. Auf ihrem Gesicht lag ein schönes Lächeln. Sie hielt meine Hand und sagte nur ein Wort: „Danke“. Dann starb sie.

8

Wenn ich konnte, habe ich es nie versäumt, die Altenheime zu besuchen. Viele der alten Menschen sind von ihren Söhnen und Töchtern in das Heim gebracht und vergessen worden. Sie hatten alles, viele schöne Dinge, aber jeder starrte auf die Tür. Ich sah nicht einen einzigen der alten Menschen, der lächelte.
Da wandte ich mich an eine Schwester und fragte: „Wie kommt es, dass diese Leute, denen es hier an nichts fehlt, alle auf die Tür starren?“ Warum lächeln sie nicht?“ Ich bin es gewohnt, unsere Leute lächeln zu sehen; selbst die Sterbenden lächeln.
Die Schwester antwortete: „Es ist fast jeden Tag das gleiche. Sie warten. Sie hoffen auf einen Besuch ihrer Kinder.“ Sie sind verletzt, weil man sie vergessen hat.  Hier ist Liebe nötig.
Diese Art von Armut, diesen Mangel an Liebe gibt es auch in unseren Häusern. Vielleicht gibt es sogar in unserer eigenen Familie jemanden, der sich allein oder unglücklich fühlt. Solche Momente sind für jeden schwierig.
Gehen wir zu diesen Menschen? Sind wir bereit, sie aufzunehmen?

9

Die Armen sind großartige Menschen. Wir können vieles von ihnen lernen. Neulich kam einer zu uns, um sich zu bedanken. Er sagte: „Ihr, die ihr Keuschheit gelobt habt, könnt uns am besten in der Familienplanung unterweisen; es geht ja nur um die Kontrolle über sich selbst aus Liebe zum Anderen!
Dieser Mann hat etwas sehr Schönes verstanden. Solche Menschen haben vielleicht nicht einmal etwas zu essen, aber sie sind großartig.

10

Unsere eigenen Kinder haben wir gern, wir lieben sie. Aber was ist mit den Millionen anderer Kinder? Viele kümmern sich um das Schicksal der Kinder in Indien oder in Afrika, wo sie oft sehr jung an Unterernährung, Hunger oder Krankheit sterben. Aber Millionen anderer Kinder sterben durch den Willen ihrer eigenen Mütter. Und dies ist es, was heute am meisten den Frieden zerstört. Denn wenn heute eine Mutter ihr eigenes Kind töten kann, was hindert und morgen daran, dass ich dich töte und du mich? Es gibt da keine Grenze mehr.

11

Ich bin überrascht, wie viele Jugendliche im Westen von Drogen abhängig sind. Und ich frage mich nach den Gründen.
Gab es vielleicht niemand in ihrer Familie, der für sie da war?
Waren Vater und Mutter so sehr beschäftigt, dass sie keine Zeit hatten?
Ging das Kind deshalb auf die Straße, wo es in eine solche Sache hineingeriet?
Wir wollen den Frieden, aber diese Dinge zerstören ihn.

12

Eines Tages ging ich durch die Straßen Londons. Ich sah einen Mann, der zusammengekauert da saß, er schien einsam und verlassen.
Als er mich bat, ich soll mich zu ihm niederbeugen, blieb ich stehen, nahm ihn bei der Hand, schüttelte sie und fragte ihn, wie es ihm gehe.
Er blickte auf und sagte: „Nach langer Zeit spüre ich endlich wieder die Wärme einer menschlichen Hand, nach so langer Zeit…“ Seine Augen leuchteten auf, und er setzt sich aufrecht hin.
Schon dieses bisschen Wärme einer menschlichen Hand brachte Freude in sein Leben.
Du musst das einmal erleben. Du musst Deine Augen weit öffnen und ebenso handeln.

Hemma

  • Gast
Re:Gedanken von Mutter Teresa für jeden Tag
« Antwort #2 am: 22. Februar 2011, 00:04:56 »

13

Auch in Australien gehen unsere Schwestern in die Häuser der Armen, waschen, putzen und verrichten alle möglichen Arbeiten.
Als ich einmal in das Haus eines Mannes kam, fragte ich ihn: „Darf ich Ihr Haus sauber machen?“ Er sagte: „Mir geht es gut.“ – „Es wird Ihnen besser gehen, wenn Sie mich etwas aufräumen lassen.“ Schließlich erlaubte er mir zu putzen.
In der Ecke des Zimmers sah ich eine große Lampe, die voller Schmutz war. Ich fragte: „Zünden Sie die nie an?“ – „Für wen soll ich sie denn anzünden? Seit Jahren ist keiner mehr zu mir gekommen, seit Jahren…“ Darauf fragte ich ihn: „Werden Sie die Lampe anzünden, wenn die Schwestern kommen?“ – „Ja.“ Also habe ich die Lampe geputzt.
Wenn die Schwestern zu ihm kamen, hat er jedes Mal die Lampe angezündet.
Zwei Jahre danach ließ er mir ausrichten: „Sag meiner Freundin, dass das Licht, das sie in meinem Leben angezündet hat, immer noch brennt.“

14

Je mehr uns eine Arbeit widerstrebt, desto größer sollte unser Glaube sein und desto freudiger unsere Hingabe.
Das Gefühl des Widerwillens ist zwar natürlich, aber aus Liebe zu Jesus können wir es in heroischer Weise überwinden.
Im Leben der Heiligen war oft die heldenhafte Überwindung des Widerwillens der Schlüssel zu ihrer großen Heiligkeit.
So war es bei Franz von Assisi: Als er einem Leprakranken begegnete, wandte er sich zunächst ab. Doch dann überwand er sich und küsste das schrecklich entstellte Gesicht. Daraufhin wurde Franziskus von einer unsagbaren Freude erfüllt. Er wurde ganz Herr seiner selbst, und der Leprakranke ging fort und pries Gott für seine Heilung.

15

Wenn wir einen Kranken oder Bedürftigen pflegen, berühren wir den leidenden Leib Christi.
Diese Berührung gibt uns Kraft; sie lässt uns das Widerstreben und die natürlichen Empfindungen vergessen. Wir müssen diese Menschen in tiefem Glauben anschauen, um Christus in ihnen zu sehen. In den zerschundenen Leibern und schmutzigen Kleidern verbirgt sich der Schönste aller Menschen.
Wir bräuchten die Hände Christi, um diese von Leid und Schmerz gezeichneten Körper berühren zu können.

16

Eine Schwester erzählte mir, dass sie mit einigen anderen Schwestern auf den Straßen Bombays einen Mann aufgelesen und in eines unserer Heime für Sterbende gebracht habe. Dort kümmerte sie sich um ihn, behandelte ihn mit großer Liebe und voll Respekt.
Weder Fleisch noch Haut bedeckte seinen Rücken; Würmer hatten alles weggefressen. Die Schwester wusch ihn und legte ihn in ein Bett.
Sie erzählte mir, dass sie nie eine solche Freude gesehen habe wie in den Augen dieses Mannes.
Ich fragte sie: „Was hast du empfunden, als du die Würmer aus seinem Körper entfernt hast?“
Sie blickte mich an und sagte: „Vorher hatte ich nie die Gegenwart Christi gespürt; ich hatte nie wirklich an das Wort Jesu geglaubt: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan (vgl. Mt 25, 40). Aber dort war er gegenwärtig. Ich habe seine Gegenwart auf dem Gesicht des Mannes gesehen.“

Ein solches Erlebnis ist ein Geschenk Gottes.

17

Einer unserer Brüder, ein Missionar der Nächstenliebe, kam eines Tages zu mir. Mit großer Liebe widmete er sich den Leprakranken, von denen wir in Indien 49.000 betreuen.
Dieser Bruder, der sich so sehr für die Kranken einsetzt, hatte Schwierigkeiten mit seinem Oberen und sagte mir: „ich liebe die Leprakranken. Ich möchte bei ihnen sein. Ich möchte für sie arbeiten. Es ist meine Berufung, bei den Leprakranken zu sein.“
Ich antwortete ihm: „Bruder, du machst einen Fehler. Es ist nicht deine Berufung für die Leprakranken zu arbeiten. Deine Berufung besteht darin, Jesus zu gehören. Die Arbeit für die Leprakranken ist nur die Umsetzung deiner Liebe zu Christus.
Deshalb macht es keinen Unterschied, für wen du etwas tust, solange du es für Jesus tust und solange  du es mit Jesus tust. Darauf kommt es an. Darin verwirklicht sich deine Berufung, Christus zu gehören.“

18

Wir sind Diener der Armen. Frei und ungeteilt sind wir für sie da.
In der Welt werden die Leute für ihre Arbeit bezahlt. Wir werden von Gott bezahlt. Wir sind durch ein Gelübde gebunden, die Armen zu lieben, ihnen zu dienen und als Arme unter Armen zu leben.

19

Behandeln wir die Armen nicht manchmal wie einen Mülleimer, in den wir all das werfen, was wir nicht essen oder brauchen?
 „Ich kann das nicht essen; das bekommen die Armen. Ich kann dieses Kleid nicht brauchen, also kann ich es den Armen geben.“
Teile ich die Armut mit den Armen, wenn ich so handle? Identifiziere ich mich mit den Armen, denen ich diene? Bin ich eins mit ihnen? Teile ich mit ihnen, wie Jesus mit mir geteilt hat?

20

Vor einigen Wochen kamen zwei junge Leute zu uns. Sie gaben mir viel Geld, mit dem wir Nahrung für die Armen kaufen sollten.
Ich fragte sie: „Woher habt Ihr soviel Geld?“
Sie antworteten: „Vor zwei Tagen haben wir geheiratet. Vor der Hochzeit haben wir entschieden, keine Hochzeitsgewänder zu kaufen, auf ein Fest zu verzichten und das Geld Ihnen zu geben.“
Ich weiß, was das für eine hinduistische Familie bedeutet, welch großes Opfer sie gebracht haben.
Dann fragte ich sie: „Aber warum habt Ihr das getan?“
Sie sagten: „Wir lieben einander so sehr, dass wir die Freude der Liebe mit den Menschen teilen wollten, denen Ihre Schwestern dienen. Und wir haben die Freude der Liebe erfahren.“

Hemma

  • Gast
Re:Gedanken von Mutter Teresa für jeden Tag
« Antwort #3 am: 04. März 2011, 11:14:49 »


21

Wir kochen in Indien täglich für 9.000 Leute.
Eines Tages kam eine Schwester und sagte: „Mutter, wir haben nichts zu essen; wir haben nichts, was wir den Leuten geben könnten.“
Ich wusste keine Antwort. Doch dann kam gegen neun Uhr ein Lastwagen voll Brot zu unserem Haus.
Die Regierung verteilt in den Schulen an die armen Kinder eine Scheibe Brot und Milch. An diesem Tag – niemand in der Stadt kannte den Grund – waren alle Schulen geschlossen. Und das ganze Brot hat man zu uns gebracht.
Seht, Gott hat die Schulen geschlossen. Er würde es nicht zulassen, dass unsere Leute ohne Essen bleiben. Ich glaube, es war das erste Mal in ihrem Leben, dass sie so reichlich und so gutes Brot bekamen. Das zeigt wieder einmal die Zärtlichkeit der Liebe Gottes.

22

Eines Tages kam in Kalkutta ein Mann mit einem Arzneirezept zu uns. Er sagte: „Mein einziges Kind liegt im Sterben. Die Medizin, die es braucht, gibt es in Indien nicht, man muss sie aus dem Ausland einführen.“
Genau in diesem Augenblick – wir sprachen noch miteinander – kam ein Mann mit einem Korb voller Medikamente. Obenauf lag das gesuchte Medikament. Hätte es darunter gelegen, hätte ich es nicht gesehen.
Wäre er vorher gekommen oder nachher, hätte ich es nicht sehen können. Aber genau zu dieser Zeit hat Gott sich in seiner zärtlichen Liebe unter Millionen und Abermillionen von Kindern so sehr um dieses kleine Kind in den Slums von Kalkutta gekümmert, dass er im richtigen Moment die Medizin schickte, um es zu retten.

Ich preise die Zärtlichkeit und Liebe Gottes, denn jedes Kind, ob aus einer armen oder reichen Familie, ist ein Kind Gottes, geschaffen vom Schöpfer aller Dinge.

23

Wir müssen uns vor dem Stolz hüten. Der Stolz zerstört alles.
Deshalb trug Jesus seinen Jüngern  auf, gütig zueinander und demütig zu sein. Er sagte nicht, die Beschauung sei etwas Großes, sondern die Güte zueinander und die Demut.
Wenn ihr das versteht, versteht ihr eure Berufung.

Leben wie Jesus, das ist der Schlüssel, um gütig und demütig zu werden.

24

Wenn man dich in die Küche steckt, darfst du nicht denken, es sei eine stumpfsinnige Arbeit; für das Sitzen und Stehen, für das Kommen und Gehen und was man sonst noch macht, brauchte man nicht viel Verstand.
Gott wird eine Schwester nicht fragen, wie viele Bücher sie gelesen oder wie viele Wunder sie gewirkt hat. Er wird sie vielmehr fragen, ob sie ihr Bestes gegeben hat – aus Liebe zu ihm.
Und selbst wenn wir versagen würden, käme es nur darauf an, dass wir unser Bestes geben, das Äußerste, das wir für ihn tun können.

25

Rühme dich nicht, wenn du Erfolg hast, sondern schreibe in tiefster Dankbarkeit alles Gott zu.
Andererseits sollte dich kein Misserfolg entmutigen, solange du dein Bestes versucht hast.
Aus menschlicher Sicht wären wir geneigt, den Misserfolg einer Schwester bei ihrer Arbeit einer Schwäche zuzuschreiben und zu denken, sie habe keinen Verstand, sie habe nicht ihr Bestes gegeben usw.
Doch in den Augen Gottes hat sie nicht versagt, wenn sie ihr Bestes gegeben hat. Sie bleibt immer seine Mitarbeiterin.

26

Wir sollten uns nie für unersetzlich halten.
Gott hat seine eigenen Wege…Er kann zulassen, dass einer begabten und fähigen Schwester alles misslingt. Gott sieht nur ihre Liebe.
Wir können uns in der Arbeit abmühen bis zum Umfallen; wenn unsere Arbeit nicht mit Liebe durchwoben ist, ist sie unnütz. Gott braucht unsere Arbeit nicht.

27

Wenn du Kinder auf die Erstkommunion vorbereitest und sie trotz deiner Bemühungen die Prüfung in Religion nicht bestehen, dann ist das kein Grund zur Entmutigung. Du solltest auch nicht den Mut verlieren, wenn du vergeblich versucht hast, eine Ehe zu retten oder einen Sünder zu bekehren.
Wenn du entmutigt bist, ist das ein Zeichen von Stolz. Du hast auf deine eigene Kraft vertraut. Quäle dich nicht damit, was die anderen von dir denken.
Bleib demütig, dann wirst du nicht verzweifeln.

28

Lasst uns heute, wo viele Werte in Frage gestellt und abgelehnt werden, „nach Nazareth zurückgehen“.

Jesus ist gekommen, die Welt zu erlösen und uns die Liebe seines Vaters zu zeigen. Wie merkwürdig, dass er dreißig Jahre nichts Großes vollbracht hat, dass er seine Zeit vergeudete, seine Persönlichkeit und Talente nicht entfaltete!

Wir wissen, dass er im Alter von zwölf Jahren die Weisen des Tempels in Erstaunen versetzte (vgl. Lk 2, 46). Doch als seine Eltern ihn fanden, ging er wieder zurück nach Nazareth und war ihnen gehorsam.
Zwanzig Jahre lang hören wir nichts mehr von ihm, so dass die Leute sich wunderten, als er plötzlich begann, in der Öffentlichkeit zu predigen.
Er, der Sohn eines Zimmermanns, hat dreißig Jahre lang die einfachsten Arbeiten in einer Schreinerei getan!

(29)

Demut ist nichts anderes als Wahrheit.
„Was hast du, das du nicht empfangen hättest?“ (1 Kor 4, 7) fragt der heilige Paulus.
Wenn ich alles empfangen habe, welches Verdienst habe dann ich?
Wenn wir davon überzeugt sind, dass alles Geschenk ist, werden wir nie überheblich sein.
Wenn jemand demütig ist, wird ihn nichts übermäßig beeindrucken, weder Lob noch Schmähungen; denn er weiß, wer er ist.
Wenn er getadelt wird, verliert er nicht den Mut, und wenn man ihn einen Heiligen nennt, stellt er sich nicht aufs Podest.
Wenn du heilig bist, dann danke Gott. Wenn du ein Sünder bist, dann bleib nicht, wie du bist.

Hemma

  • Gast
Re:Gedanken von Mutter Teresa für jeden Tag
« Antwort #4 am: 06. März 2011, 21:27:57 »


März

1

Ob unser Leben als Brüder des Göttlichen Wortes Frucht bringt für die Kontemplation und für das Apostolat, hängt davon ab, ob wir in Christus Jesus, unserem Herrn verwurzelt sind.
Um unserer Sendung gerecht zu werden, braucht es viele kleine Entscheidungen, eine treue, demütige Hingabe an die geistlich Ärmsten. Mit ihnen wollen wir uns identifizieren, ihre Armut und Unsicherheit wollen wir teilen, bis es weh tut.
(Anm.: Worte von Bruder Angelo Devananda)


2

Wir brauchen ein reines Herz, um in den geistliche Ärmsten Jesus erkennen zu können.
 Je entstellter das Bild Gottes in einem Menschen ist, desto größer müssen unser Glaube und unsere Hingabe sein, damit wir in ihm das Antlitz Gottes finden und ihm in Liebe dienen können.
Wir betrachten es als eine Ehre, in den geistlich Ärmsten Christus dienen zu dürfen, der sich in ihrem Leid verbirgt. Wir dienen ihm in tiefer Dankbarkeit, mit Hochachtung und im Geist brüderlichen Teilens.

3

Die Brüder des Göttlichen Wortes haben keine besonderen Methoden, um das Wort Gottes zu verkünden. Deshalb nutzen wir jede Gelegenheit, um Gottes erlösende Liebe überall zu verkünden, wo wir ihm in der Gestalt der geistlich Ärmsten begegnen.
Jeden Tag widmen wir eine gewisse Zeit der Verkündigung der Frohen Botschaft.
Wir kommen nicht mit großen Menschenmengen zusammen, sondern mit einzelnen und pflegen die Beziehung von Mensch zu Mensch, von Familie zu Familie, oder, wenn nötig, mit kleinen Gruppen, mit denen wir einen engen Kontakt halten können.

4

Wie sich Jesus den Gesetzen der Arbeit und ihrer Mühe unterwarf und das Schicksal aller Armen teilte, so wollen auch wir, die Brüder des Göttlichen Wortes, hart arbeiten, gleich, welche Aufgabe uns aufgetragen wird.
Wir wollen uns freuen, niedrige Arbeiten tun zu können.
Wenn es keine anderen Mittel gibt, verdienen die Brüder durch ihrer Hände Arbeit ihren Unterhalt durch Ackerbau, handwerkliche oder sonstige Tätigkeiten, die mit ihrem Lebensstil vereinbar sind, sofern sie nur jede Art von Geschäftemacherei vermeiden.

5

Am Abend vor seinem Leiden sagte unser Herr:
Dein Wille geschehe. Mach mit mir, was du willst (vgl. Lk 22, 42).
Und das war gerade in den letzten Augenblicken seines Lebens überaus hart für ihn.
Man sagt, dass er im Ölgarten noch mehr gelitten habe als bei der Kreuzigung. Denn während auf Golgotha sein Leib gekreuzigt wurde, wurde im Ölgarten seine Seele gekreuzigt.
Am Kreuz erfüllt er schweigend den Willen des Vaters und schenkte uns seine Mutter.
Er sagte: „Mich dürstet“ (Joh 19, 28) und „Es ist vollbracht“ (Joh 13, 30), aber er sagte nicht: Dein Wille geschehe. Er hatte schon voll und ganz ja zum Willen des Vaters gesagt in der Einsamkeit und Verlassenheit jener Stunde.
Wie schwer es für Jesus war, allein diesen schrecklichen Kampf bestehen zu müssen, zeigt seine Frage: „Konntet ihr nicht einmal eine Stunde mit mir wachen?“ (Mt 26, 40) Jesus brauchte Trost.

Das ist Ganzhingabe: von niemandem geliebt zu werden, von niemandem gewollt zu sein, einfach ein Niemand zu sein, einer, der alles Christus gegeben hat.

6

Therese von Lisieux erklärt sehr schön, was Ergebung ist:

 „Vor einiger Zeit habe ich Jesus gesagt, dass er mich nicht wie ein teures Spielzeug behandeln soll, das die Kinder nur anschauen, ohne zu wagen, es zu berühren. Vielmehr möchte ich wie ein kleiner wertloser Ball sein, den er auf den Boden werfen kann, gegen den er treten, den er durchlöchern, in einer Ecke liegen lassen oder auch, wenn es ihm gefällt, an sein Herz drücken kann. Kurz, ich wollte den kleinen Jesus unterhalten, ihm eine Freude machen; ich wollte mich seinen kindlichen Kapriolen ausliefern…“So muss ein Bruder, eine Schwester sein: wie dieser kleine Ball in der Hand Jesu. Sagen wir ihm: „Du kannst tun, was du willst, wie du es willst und solange du es willst.“

7

Wir stehen Gott zur Verfügung.
Es ist gleich, ob er möchte, dass wir krank im Bett liegen, sein Wort auf den Straßen verkünden oder jeden Tag die Toiletten putzen; alles ist gut.
Wir müssen ihm nur sagen: „Ich gehöre dir. Du kannst tun, was du willst.“
Dies ist unsere Kraft und die Freude des Herrn.

Hemma

  • Gast
Re:Gedanken von Mutter Teresa für jeden Tag
« Antwort #5 am: 16. März 2011, 19:23:39 »


8

Lerne von Anfang an zu gehorchen. Das führt dich geradewegs zu Gott. Folge nicht den krummen Wegen des Lebens. Es gibt einen geraden Weg zum Herzen Jesu. Wenn du das unterscheiden kannst, wirst du nicht vom Weg abkommen und keinen Fehler begehen. Der Vorgesetzte, der dir sagt, dies oder jenes ist zu tun, mag einen Fehler machen. Ich kann etwas falsch machen, wenn ich den Schwestern sage, sie sollten etwas Bestimmtes tun und hierhin oder dorthin gehen. Aber die Schwester, die tut, was ich ihr sage, macht keinen Fehler. Entsprechend ist es für euch, Brüder.
Wenn ihr davon überzeugt seid, werdet ihr verstehen, was Ganzhingabe ist.

9

Als Jesus Mensch wurde, überließ er sich ganz dem Vater. Immer wieder hören wir das Wort „Vater“.
Als er predigte, als er lehrte, als er mit den Leuten zusammen war, sprach er immerfort vom „Vater“.
„Ich bin im Namen meines Vaters gekommen“ (Joh 5, 43). „Ich und der Vater sind eins“ (Joh 10, 30). „Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt“ (Joh 15, 9). Er gehört ganz ihm. Nichts trennt ihn vom Vater, kein Zweifel, kein Fragen. So muss ein Bruder des göttlichen Wortes sein: ganz vereint mit Christus, ganz vereint mit dem Wort Gottes. Und das Wort Gottes, diese Freude, die du im Gebet, in der Anbetung und in der Kontemplation, in der Einsamkeit mit Gott empfängst, dieses Wort musst du den anderen Menschen weitergeben.

10

Unsere Berufung besteht darin, Jesus zu gehören. Der einfachste Weg, damit dies Wirklichkeit wird, besteht darin, in sich den Heiligen Geist wirken zu lassen. Er befähigt uns, uns ganz Gott zu schenken, uns ihm ganz hinzugeben, ohne lange nachzudenken, ohne zu überlegen, was das von uns verlangt. Wir nennen das „blindes Vertrauen“.
Maria hat so gelebt: Als sie erfuhr, dass der Herr sie rief, sagte sie ihr „Ja. Dieses Ja hat sie nie mehr zurückgenommen. Ihr ganzes Leben war ein beständiges Ja.
Auch unser Leben muss zu diesem einen Wort werden: Ja. Ein gelebtes Ja zu Gott, das ist Heiligkeit.
Wir erlauben Gott, dass er alles von uns nehmen kann, was er will, und wir versprechen ihm, alles mit Freude anzunehmen, was er uns gibt.

11

Wenn wir ja sagen, müssen wir genau wissen, was dieses Ja beinhaltet. Ja zu Gott sagen bedeutet: Ich gebe mich ganz in deine Hand, ohne zu rechnen oder zu fragen, ob alles in Ordnung ist, ob es sich lohnt und was es bringt. Unser Ja zu Gott ist vorbehaltlos. Das macht einen kontemplativen Menschen aus: ganz und gar Gott zu gehören, ohne den geringsten Vorbehalt. Es kommt nicht darauf an, was wir empfinden.

12

Das Wort Gottes wird Fleisch in uns während des Tages bei der Meditation, der Kontemplation, der Anbetung und in der Stille. Das Wort, das in uns ist, geben wir den anderen weiter.
Das Wort muss in uns leben. Und wir können das Wort nicht leben, wenn wir es nicht anderen weitergeben.

13

Das wir ganz Gott gehören, zeigt sich in kleinen Dingen ebenso wie in den großen.
Es geht immer nur um dieses eine Wort: Ja, ich nehme alles an, was du gibst; ich gebe dir alles, was du nehmen möchtest. Auf diesem einfachen Weg können wir heilig werden. Wir dürfen es uns nicht durch komplizierte Überlegungen schwer machen.
Heilig sein heißt nicht, Außergewöhnliches zu vollbringen oder Großes zu verstehen, sondern besteht in diesem einfachen Ja.
Ich habe mich Gott geschenkt und gehört ganz ihm, ich verlasse mich ganz auf ihn. Er kann mich jetzt hierhin stellen, später dorthin; er kann sich meiner bedienen oder auch nicht.
All das ist gleichgültig, denn ich gehöre ihm ganz und gar. Er kann mit mir machen, was er will.

14

In der Fastenzeit durchleben wir aufs Neue das Leiden Christi. Sie sollte nicht nur eine Zeit sein, in der Gefühle wach werden, sondern eine Gelegenheit, uns zu ändern.
Dazu brauchen wir die Gnade Gottes, und wir selbst müssen Opfer bringen. Unser Opfer ist aber nur echt, wenn es uns etwas kostet, weh tut und uns von allem Egoismus befreit.
Gehen wir Tag für Tag voran durch das Mitleben der Passion Christi.

15

Während der Fastenzeit sollen wir besonders das Leiden unseres Herrn betrachten und nach empfinden.
Prüfen wir unser Gewissen, um zu sehen, durch welche Sünden wir Jesu Schmerz verursacht haben. Um meine Schuld wieder gutzumachen und seinen Schmerz zu teilen, will ich meine Busse verdoppeln.
Ich will gut über meine Augen wachen.
Ich will darauf achten, dass meine Gedanken rein sind.
Ich will die Kranken mit größter Freundlichkeit und aufrichtigem Mitleid pflegen.
Ich will das Schweigen des Herzens mit größerer Sorgfalt einhalten, so dass ich Jesu tröstende Worte vernehmen und ihn dann in den Armen trösten kann, hinter deren Leid er sich verbirgt.
Ich will in der Beichte bekennen, wenn ich die Bußübungen vernachlässigt habe.

16

Wir beten oft: lass mich deinen Schmerz mit dir teilen. Wir möchten die Braut des gekreuzigten Jesus sein. Doch wenn uns eine lieblose Bemerkung wie ein kleiner Splitter oder ein Dorn der Rücksichtslosigkeit trifft, dann vergessen wir schnell, dass dies der Moment wäre, in dem wir seine Schmach und seinen Schmerz teilen könnten.

17

Bemühen wir uns in der Fastenzeit, unser Beten und die innere Sammlung zu vervollkommnen.
Befreien wir unseren Geist von allem, was nicht Jesus ist.
Wenn du das Beten als schwierig empfindest, bitte ihn immer wieder: „Jesus, komm in mein Herz, bete du in mir und mit mir, damit ich von dir lerne, wie man beten kann“.
Wenn du mehr betest, wirst du besser beten. Nimm beim Beten all deine Sinne zur Hilfe.

18

Der erste Schritt, um heilig zu werden, besteht darin, es zu wollen.
Der heilige Thomas sagt:
 „Heiligkeit besteht in nichts anderem als im heroischen, festen Entschluss einer Seele, sich ganz Gott zu überlassen. Durch einen aufrechten Willen lieben  wir Gott, wählen wir Gott, laufen wir auf Gott zu, erreichen wir ihn und besitzen wir ihn.“
Dieser gute Wille wird mich in das Bild Gottes umwandeln und mich ihm ähnlich machen!

19

Der Entschluss heilig zu werden, hat seinen Preis.
Verzicht, Versuchungen, Kämpfe, Verfolgungen und alle Arten von Opfern kommen auf den Menschen zu, der dazu entschlossen ist. Man kann Gott nur lieben, wenn man selbst den Preis dafür bezahlt.

20

Busse gehört notwendig zu unserem Leben. Nichts hält die ungeordneten Leidenschaften entschiedener zurück und nichts unterwirft die natürlichen Strebungen so sehr der rechten Vernunft wie die Busse.
So werden wir von einer himmlischen Freude erfüllt, die das irdische Maß so weit überragt wie die Seele den Leib und der Himmel die Erde.

21

Da Jesus seine Passion nicht mehr in seinem irdischen Leib leben kann, gibt die Mutter Kirche die Möglichkeit, sein Leiden und seinen Tod in unserem Leib, in unserem Herzen und in unserer Seele zu leben. Doch auch dies ist nicht mit seiner Passion zu vergleichen.
Immer noch brauchen wir viele Gnaden, allein, um alles, was er gibt, und alles, was er nimmt, mit Freude, Liebe und einem Lächeln anzunehmen

Hemma

  • Gast
Re:Gedanken von Mutter Teresa für jeden Tag
« Antwort #6 am: 01. April 2011, 23:42:28 »


22.

In seiner Passion hat Jesus uns gelehrt, was wir aus Liebe vergeben und in Demut vergessen können.
Prüfen wir uns sorgfältig, ob es in unserem Herzen noch irgendeine Kränkung gibt, die nicht vergeben ist, oder irgendeine Bitterkeit, die nicht vergessen ist.

23

Bitten wir oftmals am Tag: „Wasch ab meine Schuld, von meinen Sünden mache mich rein.“
Wie sehr muss es Jesus, der in unserem Herzen wohnt, schmerzen, wenn er dort Bitterkeit, Kränkungen und Rachegefühle vorfindet, die aus Eifersucht und Stolz erwachsen!
Meine Kinder, seien wir ehrlich und bitten wir um Vergebung. Ist meine Liebe zu den anderen Mitgliedern der Gemeinschaft so groß und echt, dass ich verzeihe – nicht aus Pflicht, sondern aus Liebe?

24

Wir sind nur Werkzeuge, die Gott in seiner Gnade gebraucht. Wir bringen in dem Maße Frucht hervor, wie wir mit Gott vereint sind.
Der heilige Paulus sagt: „Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen, Gott aber ließ wachsen“ (1 Kor 3, 61).
Wir erhalten die Gnade Gottes entsprechend unserer Heiligkeit, unseres Eifers und unserer Einheit mit dem Herrn.
Heiligkeit ist die Seele des wahren Apostolats. Deshalb müssen wir uns mit Herz und Seele um diese Heiligkeit bemühen.

25

Ein Tag, den wir mit Jesus verbringen, kann für uns ein Ansporn sein, aus Liebe zu ihm entschieden nach der Heiligkeit zu streben. Jesus wünscht sich brennend, dass wir vollkommen werden. „Das ist es, was Gott will: eure Heiligung“ (1 Thess 4,3).
Sein heiliges Herz ist erfüllt von dem unstillbaren Verlangen, uns auf dem Weg zur Heiligkeit voranschreiten zu sehen.

26

Du musst dem Vater erlauben, dass er dich wie ein Gärtner beschneidet. Wenn du beschnitten wirst, mach dir keine Sorgen. Gott hat seine eigene Methode, dich zu beschneiden. Lass es an dir geschehen. Als ich in Tor Fiscale war, wo einige ihr Noviziat machen, sah ich, wie Rebzweige beschnitten werden. Voll Verwunderung fragte ich mich: Wie können da noch Blätter, Zweige und Früchte wachsen? Aber der Winzer, der die Reben genau am Ansatz der Zweige beschnitten hat, versteht seine Arbeit. Wie daraus wieder Zweige, Blätter und Früchte wachsen, weiß ich nicht. Aber wenn ich in einigen Monaten dorthin zurückkehren sollte, ist es gut möglich, dass die Reben voller Trauben hängen – eben weil sie so stark beschnitten wurden.
Für euch ist es genauso. Jetzt seid ihr beschnitten, völlig abgeschnitten, und ihr seht nichts – keine Blätter, keine Zweige, nichts.

27

Das Leid wird kommen. Wenn du auf das Kreuz schaust, siehst du, wie er sein Haupt neigt, weil er dich küssen möchte, wie er seine Arme ausstreckt, weil er dich umarmen will. Er hat sein Herz weit geöffnet, um dich aufzunehmen. Wenn du dich innerlich elend fühlst, blicke auf das Kreuz, und du wirst verstehen, was geschieht.
Leid, Schmerz, Enttäuschungen, Demütigungen, Einsamkeit sind nichts anderes als ein Zeichen, dass du Jesus so nahe gekommen bist, dass er dich küssen kann.

28

Versteht ihr, Brüder? Leid, Schmerz, Demütigungen – all das ist ein Kuss  von Jesus.
Ich sagte das einmal einer Frau, die sehr litt. Sie antwortete mir: „Sag Jesus, er soll aufhören, mich zu küssen.“ Doch das Leid muss kommen; wie es in das Leben der Muttergottes kam, wie es in das Leben Jesu kam, muss es auch in unser Leben kommen. Aber zieht nie ein langes Gesicht. Denn das Leid ist ein Geschenk, das Gott uns macht. Es ist etwas, was nur dich und Jesus betrifft.

29

Christus lieben können mit ungeteilter Liebe in der Keuschheit, mit der Freiheit der Armut, in der Ganzhingabe im Gehorsam und in einem freien, ungeteilten Dienst an den Ärmsten der Armen und an allen Menschen… Christus lieben können, wie er dich und mich liebt, in der Erwartung seines Kommens in Herrlichkeit: das ist die ganze Lebensregel der Brüder des Göttlichen Wortes.
Lasst euch von Jesus in den Dienst nehmen, ohne zu erwarten, dass er zuvor Rücksprache hält mit euch, so werdet ihr heilig, weil ihr ihm gehört.

30

Das wir ganz Christus gehören, wird heute Wirklichkeit, wenn wir ihm auch unsere Sünden übergeben, so dass wir wirklich arm sind. „Wenn ihr nicht... wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen“ (Mt 18, 3). Wenn ihr zu groß und zu schwer seid, könnt ihr nicht emporgehoben werden.
Wir brauchen Demut, um unsere Sünde einzugestehen. Die Erkenntnis unserer Sünde hilft uns, neu zu beginnen.
„Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt“ (Lk 15, 18).

31.

Was muss Jesus empfunden haben, als er gegeißelt und angespuckt wurde! „Nimm diesen Kelch von mir“ (Mk 14, 36), betete er in seiner Todesangst. Der Vater kam nicht selbst zu ihm, er sagte diesmal nicht: „Das ist mein geliebter Sohn“ (Mk 9, 7), sondern er tröstete ihn durch einen Engel.
Lasst uns beten, dass unsere Herzen erfüllt werden von der Hingabe Jesus, dass wir verstehen, was vollkommene Hingabe bedeutet.

Hemma

  • Gast
Re:Gedanken von Mutter Teresa für jeden Tag
« Antwort #7 am: 02. April 2011, 00:23:45 »

April


1

Wenn wir Tag für Tag unsere geistlichen Übungen möglichst vollkommen erfüllen, werden wir Schritt für Schritt Gott näher kommen. Auch außerhalb der Gebetszeiten werden wir dann ohne Mühe im Bewusstsein der Gegenwart Gottes leben können.
Andererseits wird unser Streben, uns bei der Arbeit und Erholung ganz auf Gott auszurichten und in seiner Gegenwart zu leben, mit noch reicheren Gnaden belohnt. 
Wir müssen danach streben, allein mit Jesus zu leben, der im Innersten unseres Herzens wie in einem Heiligtum wohnt.

2

Wenn wir uns ernsthaft nach Heiligkeit sehnen, dann muss außer dem Gebet auch die Selbstverleugnung unser Leben prägen. Die leichteste Form der Selbstverleugnung ist die Kontrolle der Sinne. Wir müssen aber auch die innere Abtötung und körperliche Buße üben.
Wie großzügig sind wir Gott gegenüber in unseren Abtötungen?

3

Einkehrtage sollen uns zu einer tieferen Einheit mit Gott führen, zu einer größeren Liebe zu ihm, sie sollen uns läutern, uns erneuern und unser Leben nach dem Vorbild Jesus Christus formen. Sie sind eine Zeit größerer Stille, intensiveren Gebetes, besonderer Buße und tieferen geistlichen Lebens.
Es geht nicht so sehr darum, auf die Erfolge und Misserfolge der Vergangenheit zurückzublicken, als vielmehr um den freudigen Entschluss, in Zukunft dem Herrn großzügiger nachzufolgen.

4

Ich ergänze in meinem Leben, was an den Leiden Christi noch fehlt (vgl. Kol 1, 24).
Der Zusammenhang zwischen unseren Bußübungen und de Passion Christi ist nicht leicht zu verstehen. Wir müssen beständig in Jesu Fußstapfen treten und in gewisser Weise unser eigenes Fleisch kreuzigen. Dennoch wird unser Leiden nie den Grad des Leidens der Heiligen und der Märtyrer erreichen.

5

Denkt daran, dass die Passion Christi immer zur Freude der Auferstehung führt. Wenn ihr in eurem Herzen das Leiden Christi spürt, denkt daran, dass die Auferstehung kommen wird. Die Freude von Ostern ist nahe. Vergesst auch in eurem Leid nie die Freude des auferstandenen Christus.

6

Möge die Freude des auferstandenen Christus mit euch sein und euch erfüllen. Der gute Gott hat sich selbst uns geschenkt.
„Ich verkünde euch eine große Freude“ sagte der Engel in Bethlehem (vgl Lk 2, 10). Jesus wollte in seinem irdischen Leben seine Freude mit den Aposteln teilen: „…damit meine Freude in euch ist“ (Joh 15, 11). Freude war die Losung der ersten Christen. Wie oft wiederholt der heilige Paulus: „Freut euch im Herrn zu jeder Zeit“ Noch einmal sage ich: Freut euch!“ (Phil 4, 4;  vgl 2 Kor 13, 11;  Phil 3, 1).  Wenn der Täufling die Taufe empfangen hat, wird er vom Priester aufgefordert: „Mit Freude sollt du der Kirche dienen.“

7

Ostern ist das größte Fest unserer Gemeinschaft, ein Fest der Freude – der Freude des Herrn. Nichts darf uns so verwirren, uns so mit Sorgen und Mutlosigkeit erfüllen, dass es uns die Freude der Auferstehung nimmt.

8

Die Freude unseres auferstandenen Herrn sei die Kraft bei eurer Arbeit, der Weg, der euch zum Vater führt, das Licht, das euch leitet, und euer Brot des Lebens.

9

Mögen die Freude und die Liebe des auferstandenen Jesus immer mit euch, in euch und unter euch sein. So werden wir wahre Zeugen der Liebe seines Vaters werden, der die Welt so sehr geliebt hat, „dass er seinen einzigen Sohn hingab“ (Joh 3, 16).
Lieben auch wir Gott so sehr, dass wir ihm uns selbst schenken, indem wir uns einander und den Armen schenken.

10

Jesus hat uns zu seinem Eigentum erwählt; wir gehören ihm. Davon müssen wir fest überzeugt sein. Wir dürfen nicht zulassen, dass uns irgend etwas von ihm, von seiner Liebe trennt.

11

Vertrauen auf die göttliche Vorsehung ist der feste, lebendige Glaube, dass Gott uns helfen kann und helfen wird. Dass er uns helfen kann, ist offenkundig, denn er ist allmächtig.
Dass er uns helfen wird, ist sicher, weil er es an vielen Stellen der Heiligen Schrift versprochen hat und all seine Versprechen treu hält.
Christus ermutigt uns zu einem solchen lebendigen Vertrauen: „Alles, worum ihr betet und bittet – glaubt nur, dass ihr es schon erhalten habt, dann wird es euch zuteil“ (Mk 11, 24).
Deshalb trägt uns auch der Apostel Petrus auf, alle Sorgen auf den Herrn zu werfen, der für uns sorgt (vgl 1 Petr 5, 7). Und wie sollte Gott nicht für uns sorgen, da er uns doch seinen Sohn gesandt und uns mit ihm alles gegeben hat?
Der heilige Augustinus sagt: „Wie könnt ihr daran zweifeln, dass Gott euch Gutes gibt, da er sich herabgelassen und um euretwillen das Böse auf sich genommen hat?“

12

Dass Gott selbst die Vögel und die Blumen beschützt, weckt in uns das Vertrauen in die Vorsehung Gottes. Wenn Gott die jungen Raben ernährt, die zu ihm krächzen, wenn er den Vögeln Nahrung gibt, die weder säen noch ernten, noch Scheunen mit Vorräten füllen, wenn er die Blumen des Feldes so wunderbar kleidet, um wie viel mehr wird er dann für die Menschen sorgen, die er nach seinem Ebenbild geschaffen und an Sohnes statt angenommen hat“
Wie wird er für uns sorgen, wenn wir als seine Söhne und Töchter handeln, seine Gebote halten und immer ein kindliches Vertrauen zu ihm haben!

13

Liebt Jesus mit Großzügigkeit. Liebt ihn vertrauensvoll, ohne zurückzublicken und ohne Furcht. Schenkt euch ganz Jesus – er wird durch euch große Dinge vollbringen, unter der Bedingung, dass ihr mehr an seine Liebe glaubt, als auf eure Schwachheit schaut. Glaubt an ihn; ihm könnt ihr blind und ganz vertrauen, denn er ist Jesus.
Glaubt, dass Jesus allein das Leben ist. Heiligkeit ist nichts anderes als Jesus, der in eurem Innern lebt.
Wenn ihr diese Überzeugung habt, dann kann Jesus über euch verfügen. Gebt euch ihm unentwegt hin, erfüllt in allem seinen heiligen Willen den eure Vorgesetzten euch erkennen lassen.

14

Liebt Jesus mit einem großen Herzen. Dient Jesus mit Freude, räumt alles beiseite, was euch Sorgen macht, und vergesst es. Damit ihr das tun könnt, müsst ihr liebevoll wie Kinder beten, mit dem aufrichtigen, großen Wunsche, viel zu lieben und dafür zu leben, dass Christus, „Die Liebe, die nicht geliebt wird“ (Franziskus), geliebt werde.

15

Vertraut auf Gott, der uns liebt und für uns sorgt, der alles sieht, alles weiß und alles zu meinem und dem wohl der anderen tun kann.
Jesus bitte mich nur um Eines: dass ich mich auf ihn stütze, das ich allein auf ihn mein ganzes Vertrauen setze, dass ich mich ihm vorbehaltlos ausliefere. Um nach der Vollkommenheit streben zu können, muss ich alle meine Wünsche aufgeben. Auch wenn alles misslingt und ich mich wie ein Schiff ohne Kompass fühle, muss ich mich ganz ihm schenken.

Hemma

  • Gast
Re:Gedanken von Mutter Teresa für jeden Tag
« Antwort #8 am: 30. April 2011, 23:50:43 »


16.

Ich darf nicht beurteilen, wie Gott an mir handelt; ich darf nicht die Schritte zählen, die er mich machen lässt. Ich darf mich nicht danach sehnen zu wissen, wie ich auf dem Weg vorankomme, und auch nicht, wo ich auf dem Weg zur Heiligkeit stehe.
 Ich bitte ihn einfach darum, dass er mich heilig werden lässt. Wie diese Heiligkeit aussieht und welche Mittel und Wege dahin führen, darüber kann nur er befinden.

17

Bin ich überzeugt von Christi Liebe zu mir und von meiner Liebe zu ihm? Diese Überzeugung ist wie das Sonnenlicht, das den Lebenssaft fließen und die Knospen der Heiligkeit aufblühen lässt. Diese Überzeugung ist der Fels, auf dem die Heiligkeit aufbaut.
Was müssen wir tun, um zu dieser Überzeugung zu kommen? Wir müssen Jesus kennenlernen.  Jesus lieben, Jesus dienen.
Wir lernen ihn kennen durch das Gebet, die Meditation und die Erfüllung der geistlichen Übungen.
Wir lieben ihn durch die heilige Messe, die Sakramente und durch die innere Liebeseinheit.

18

Was ist unser geistliches Leben? Es ist eine Liebeseinheit mit Jesus, in der sich das Göttliche und das Menschliche vollkommen durchdringen.
Jesus möchte von mir nur, dass ich mich ihm ganz schenke in all meiner Armut und Nichtigkeit.

19

Heilig sein bedeutet: Ich werde mich von allem frei machen, was nicht Gott ist.
Ich werde mein Herz entblößen und es von allem Geschaffenen frei machen.
Ich werde in Armut und Loslösung leben.
Ich werde auf meinen Willen, meine Neigungen, meine Träume und Wünsche verzichten und ein williger Diener des Willens Gottes sein.

Ja, meine Kinder, für jeden einzelnen von uns bete ich täglich darum, dass wir Diener des Willens Gottes werden.

20

Die Kirche Gottes braucht heute Heilige.
Das erlegt uns Schwestern die große Verantwortung auf, gegen unser Ego und den Hang zur Bequemlichkeit anzukämpfen. Sonst werden wir dazu verleitet, uns für eine bequeme, unbedeutende Mittelmäßigkeit zu entscheiden.
Wir sind berufen, in unserem Leben mit Christus zu wetteifern; wir sind berufen, Krieger im Sari zu sein, denn die Kirche braucht heute Kämpfer.
Unser Schlachtruf muss lauten: Kämpfen – nicht fliehen! Und dabei mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben.

21

Jeden Tag sollten wir mit neuer Entschlossenheit und neuem Eifer leben, als wäre es der erste Tag unserer Bekehrung.
Sagen wir: „Herr, Gott, hilf mir in meinem guten Vorsatz und in deinem heiligen Dienst, gib mir die Gnade, heute neu zu beginnen, denn was ich bislang getan habe, ist nichts.“

22

Unser Ideal ist Jesus, nichts anderes.
Wir müssen denken wie er, lieben wie er und wünschen, was er wünscht.
Wir müssen es ihm ermöglichen, uns ganz in seinen Dienst zu nehmen.
Die Demut Christi ist wunderbar: „Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen…“ (Phil 2, 6ff)

23

Die Demut Jesu wird sichtbar in der Krippe, auf der Flucht nach Ägypten, in seinem verborgenen Leben, in der Schwierigkeit, sich den Menschen verständlich zu machen, im Hass seitens der Verfolger, in seinem entsetzlichen Leiden und dem Tod am Kreuz.
Heute zeigt sich seine Demut in seiner ständigen verborgenen Gegenwart im Tabernakel. Er hat sich zu einem kleinen Stück Brot gemacht, so dass der Priester ihn mit zwei Fingern halten kann.
Je mehr wir uns selbst leer machen, desto mehr geben wir Gott Raum, damit er uns erfüllen kann.

24

Achten wir darauf, dass weder Stolz noch Eitelkeit in unser Tun eindringen.
Unsere Arbeit ist Werk Gottes; die Armen sind die Armen Gottes.
Arbeitet für Jesus, dann wird Jesus mit euch arbeiten.
Betet mit Jesus, dann wird Jesus durch euch beten.
Je mehr ihr euch selbst vergesst, desto mehr wird Jesus an euch denken.
Je mehr ihr euch von euch selbst loslöst, desto mehr wird Jesus mit euch verbunden sein.
Gebt euch ganz unter den Einfluss Jesu, damit er in euch seine Gedanken denken kann und sein Werk durch eure Hände tun kann, denn mit ihm, der euch stärkt, werdet ihr alles tun können.

25

Die Kirche braucht „Erneuerung“.
Erneuerung meint nicht die Änderung von Gewohnheiten oder einigen Gebeten.
Erneuerung bedeutet Treue zum Geist unseres Werkes.

Streben wir nach Heiligkeit durch ein Leben der Armut, Demut und der aufrichtigen, geduldigen Liebe, durch spontane Opfer und Großherzigkeit, welche ihren Ausdruck in der Reinheit und Aufrichtigkeit findet.

26

Wenn wir beten, sollten wir Jesus immer wieder bitten:  Heilige mich, wie du heilig bist, mach mich gütig und von Herzen demütig.
Er bestand darauf: „Lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig“ (Mt 11, 29).
Wir lernen Jesus kennen durch Bibelstunden und Meditationen über das Evangelium, aber haben wir seine Demut verstanden? Fasziniert uns die Demut? Zieht sie uns an?

27

Wir sollten uns selbst gut kennen, die guten wie die schlechten Seiten.
Jeder von uns hat viel Gutes und viel Schlechtes in sich.

28

Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte (vgl. Mt 13, 45). – Wir haben Großes versprochen, aber noch Größeres ist uns verheißen.
Seid Christus treu und betet um Standhaftigkeit.
Sagt euch immer wieder: Ich bin für Größeres geschaffen. Geht nie hinter euer Lebensideal zurück.
Gebt euch mit nichts anderem zufrieden als mit Gott.

29

Danken wir Gott für all seine Liebe zu uns, die sich so vielgestaltig und an vielen Orten zeigt.
Als Antwort auf seine Liebe und zum Zeichen dankbarer Verehrung wollen wir den Entschluss fassen, heilig zu werden, denn er ist heilig.
Jedes Mal, wenn Jesus den Menschen seine Liebe erweisen wollte, wurde er abgewiesen. Schon als seine Eltern vor seiner Geburt eine einfache Bleibe suchten, fanden sie keine.

30

Jesus tritt in unser Leben ein als das Brot des Lebens. Er gibt sich uns zur Speise, er lässt sich von uns verzehren. So sehr liebt er uns. Und er kommt in unser Leben als einer, der Hunger hat. Er hofft, dass wir ihm das Brot unseres Lebens, unseres liebenden Herzens und unserer dienenden Hände geben.
Wenn wir lieben und dienen, bezeugen wir, dass wir als Abbild Gottes geschaffen sind. Denn Gott ist die Liebe, und wenn wir lieben, sind wir ihm ähnlich.
Das meinte Jesus, als er sagte: „Ihr sollt…vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist“ (Mt 5, 48).

Hemma

  • Gast
Re:Gedanken von Mutter Teresa für jeden Tag
« Antwort #9 am: 21. Mai 2011, 21:54:25 »


Mai


1

Wir müssen eine tiefe Liebe zu Marie haben, denn sie war es, die Jesus lehrte zu gehen, zu beten, sich zu waschen, all die Kleinigkeiten zu tun, die unser menschliches Leben verschönern. Sicher hat sie ihm all das beigebracht. Und so wird es auch heute sein: Sie ist immer bereit uns zu helfen.
Sie lehrt uns, ganz allein Jesus zu gehören, nur ihn zu lieben, ihn zu erkennen, wenn er sich im Leid verbirgt, ihn zu  berühren und ihm zu dienen.

2

Maria war eine echte Missionarin. Sie fürchtete sich nicht, die Magd des Herrn zu sein. Eilends machte sie sich auf den Weg zu Elisabeth, um für sie die Arbeit einer Magd zu verrichten.
Marias Demut wurde konkrete Liebe. Wir wissen, wie das Kind in Elisabeths Schoß darauf reagierte: Es hüpfte vor Freude in ihrem Leib (vgl. Lk 1, 41.44).
Es war das erste Geschöpf, das Christi Kommen erkannte. Die Mutter des Herrn sang daraufhin voll Freude und Dankbarkeit das Magnifikat als Lobpreis auf den Herrn.

3

Marias Größe besteht in ihrer Demut. Es ist kein Wunder, dass Jesus, der in ihrer Nähe aufwuchs, so sehr darauf bedacht ist, dass wir von ihm und seiner Mutter dieses Eine lernen: gütig und demütig von Herzen zu sein.

4

Niemand hat so wie Maria verstanden, was Demut ist. Als Magd des Herrn war sie ganz leer von sich selbst, und Gott erfüllte sie mit Gnade.
„Voll der Gnade“ bedeutet voll von Gott. Eine Magd steht ihrem Herrn ganz zur Verfügung, sie lässt sich von ihm voll Vertrauen und Freude in Dienst nehmen, wie er will. Sie gehört ihm ohne Vorbehalt. Dies ist ein Kernpunkt der Spiritualität unserer Gemeinschaft.

5

Ganzhingabe – das ist Verfügbarkeit für Gott, die Bereitschaft, sich von ihm in Dienst nehmen zu lassen, wie er will, seine Magd zu sein, ihm zu gehören.

6

Maria lehrt uns durch ihr Beispiel, was Demut ist. Sie, die Mutter Gottes, dient im Haus der Elisabeth wie eine Magd.
Sie, die ohne Erbschuld Empfangene, ist bei Jesus, als er gedemütigt wird und das Kreuz trägt; sie steht unter dem Kreuz als eine von uns, wie eine Sünderin, die der Erlösung bedarf.

7

Maria ähnlich sein… Je größer die Gnade ist, die wir empfangen haben, mit desto größerer und feinfühligerer Liebe  sollten wir die Leprakranken berühren und für die Sterbenden, die Einsamen und Ausgestoßenen da sein.
Ihr ähnlich sein… Nehmen wir wie sie immer das Kreuz an, in welcher Form es uns auch trifft.

8

Möge mein Herz erfüllt werden von der Demut Marias.

"Maria lehre mich, wie du Jesus gelehrt hast, gütig und demütig von Herzen zu sein und so unseren Vater im Himmel zu ehren."

9

Maria gehorcht dem Engel: „Mir geschehe, wie du es gesagt hast“ (Lk 1, 38). Wie der Engel gesagt hat… Das Wort des Engels steht hier für das Wort Gottes. Gott hat ihn zu Maria gesandt. Und sie, die Himmelskönigin, gehorcht dem Engel.
Maria gehorcht auch dem heiligen Josef, ordnet sich ihm mit großer Liebe unter. Sie rechtfertigt sich nicht. Sie sah im heiligen Josef IHN, dessen Platz er übernommen hatte.

10

Im Evangelium lesen wir, dass Gott die Welt so sehr geliebt hat, dass er seinen einzigen Sohn hingab (vgl. Joh 3, 16).
Er gab ihn einer jungen, einfachen Frau aus dem Volk. Sie war das reinste, das heiligste menschliche Geschöpf.
Und sie sagte, als sie ihn empfing (sie wusste, wer er war): „Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast“ (Lk 1, 38).
Mutter Jesu sollte sie werden. Deshalb sage ich oft: Niemand auf der Welt hätte ein besserer Priester sein können als Maria, die reinste Jungfrau. Und doch blieb sie die Magd des Herrn. Jesus hat sie nicht zum Priester geweiht.

11

Bitten wir in dieser Zeit Maria, dass sie uns ihr Schweigen, ihre Freundlichkeit und ihre Demut lehre.
Maria, dein Schweigen soll zu mir sprechen und mich lehren, mit dir und wie du alles im Herrn zu bewahren, nichts zu erwidern, wenn ich angeschuldigt oder zurechtgewiesen werde, sondern allzeit in der Stille des Herzens zu beten wie du.

12

Bitten wir Maria, bei uns zu sein. Bitten wir sie, uns ihr wundervolles, reines, unbeflecktes Herz zu schenken – ein Herz voller Liebe und Demut, ein Herz, das bereit ist, Jesus als Brot des Lebens zu empfangen, das ihn liebt, wie Maria ihn geliebt hat, und ihm dient in der Gestalt der Leidenden und Armen.

13

Wir alle haben auf die eine oder andere Weise versucht, eine Freude für Maria zu sein. Im Laufe des Tages nennen wir sie oft „Ursache unserer Freude“. Die Freude ihres Sohnes ist unsere Kraft.
Versprechen wir, aus unserer Gemeinschaft ein „zweites Bethlehem“ zu machen, ein „zweites Nazareth“.
Lieben wir einander, wie wir Jesus lieben.
Das Haus von Nazareth war geprägt von Liebe, Einfachheit, Gebet, Opfer, harter Arbeit und besonders von großem Verständnis und gegenseitiger Wertschätzung; jeder war auf den anderen bedacht.

14

Wir brauchen ein tiefes Gebetsleben, um so lieben zu können, wie Jesus jeden von uns liebt.

Bitten wir Maria: "Liebe Mutter, lehre mich lieben und mach mich dazu bereit".

Es genügt nicht, Priester, Ordensbruder oder Ordensschwester zu werden. Wir müssen immer demütiger werden, wie Maria, und heilig wie Jesus. Wären wir demütig wie Maria, dann könnten wir heilig werden wie Jesus. Und das ist alles: heilig werden wie Jesus.

15

Weil Gott die Welt liebt, sandte er seinen Sohn.
Jetzt sendet er euch, damit ihr sein Wort seid. Es muss „Fleisch werden“ in den Herzen der Menschen. Deshalb braucht ihr die Hilfe der Muttergottes.
Als das Wort Gottes zu ihr kam und in ihr Mensch wurde, da gab sie es den anderen weiter.
Bei euch soll es ebenso sein: Das Wort Gottes ist zu euch gekommen und in euch „Fleisch geworden“. Jetzt müsst ihr lernen, seine Liebe weiter zu schenken.

 

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