Autor Thema: Warum sollen wir beichten?  (Gelesen 2619 mal)

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Offline Joel

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Warum sollen wir beichten?
« am: 27. Juni 2013, 11:08:31 »
Warum sollen wir beichten?
Pater Pio beim ausüben des Bußsakramentes
Weil wir alle sündige Menschen sind.
Wer kann sich der Täuschung hingeben, er habe noch nie gesündigt? Was besagt das schon, wenn du bestimmte Verbrechen und Frevel nicht begangen oder nach außen hin stets eine gewisse Korrektheit und Anständigkeit bewahrt hast. Es gibt zehn Gebote Gottes, nicht drei oder vier nach dem eigenen Geschmack.
Man kann auch im Verborgenen Gott beleidigen. Zahlreich sind die Tugenden, die du verletzen kannst. Man fehlt nicht nur, wenn man Böses tut, sondern auch, wenn man das Gute, das man vollbringen könnte oder sollte, unterläßt.
Weil Gott es so will.
Da gibt es Prahlhänse, die sich an die Brust klopfen und sagen: "Das mache ich direkt mit meinem Herrgott aus."
Fehlgeschossen! Der Herr ist nämlich der Beleidigte, und wenn er uns in seiner Barmherzigkeit verzeihen will, hat er es zu bestimmen, auf welche Weise wir seiner Barmherzigkeit teilhaftig werden können. Nun wissen wir aber, daß Jesus Christus als Sohn Gottes und Erlöser der Menschheit das Sakrament der Buße für alle Christen als allgemeingültiges Mittel zur Sündenvergebung eingesetzt hat. Sagte er doch zu seinen Aposteln und Nachfolgern: "Was Ihr auf Erden lösen werdet, wird auch im Himmel (von Gott) gelöst sein."
Weil die Kirche es befiehlt.
Jeder Getaufte ist als Kind der Kirche ihr untertan. Er muß ihr also gehorchen. Die Kirche gebietet: "Wenigstens einmal im Jahr mußt du beichten. Natürlich ist das nur die äußerste Grenze. In Wirklichkeit will sie die Gläubigen mehrmals jährlich um den Beichtstuhl scharen.
 
Um ein für allemal von seinen Sünden erlöst zu werden.
Um gegen Rückfälle gefeit zu sein.
Um üble Gewohnheiten zu überwinden.
Um die heiligmachende Gnade, das übernatürliche Leben der Seele wieder zu erlangen.
Um wieder in den Genuß verlorener Verdienste zu kommen.
Um sich von Gewissensbissen zu befreien und den Seelenfrieden wieder zu gewinnen.
Um Tröstung und Freude zu empfangen.
Um die Zahl der guten Menschen zu erhöhen. Das aber kommt der ganzen menschlichen Gesellschaft zugute.
 
"Rettet eure Seele!"
Ein gottloser alter Mann fluchte und wütete noch mit 80 Jahren wie ein Berserker herum, so daß schon sein Anblick genügte, um die Menschen zu erschaudern zu lassen. Mit einem Wort: er war ein Teufel in Menschengestalt.
Wehe, wenn ein Gutgesinnter auch nur versucht hätte, den lieben Gott ins Gespräch zu bringen oder den Pfarrer von Ars zu erwähnen. - Aus dem Mund des Alten wäre wie aus einem Höllenkrater ein ganzer Schwall von Lästerungen hervorgebrochen. Abbé Vianney, der als lebendes Abbild der Güte von allen wie ein Heiliger verehrt wurde, war in seinen Augen nur ein alter Hexenmeister, ein feiger Heuchler.
Da beschloß der Pfarrer von Ars, den Wüterich aufzusuchen. Er betrat sein Zimmer und warf sich vor ihm auf die Knie. Dabei vergoß er heiße Tränen, als sei er der reumütige Sünder, der da kam, um wegen irgend eines Verbrechens Verzeihung zu erflehen. Aber sah das nicht wie eine gut gespielte Komödie aus? Hatte der Verstockte jetzt nicht einen schlagenden Beweis, daß Vianney ein Scheinheiliger war? War das der richtige Augenblick zum Räsonnieren? Nein! Man mußte es miterleben, wie der Heilige in tiefer Sorge und mit tränenerstickter Stimme hervorstammelte: "Rettet Eure arme Seele! Rettet Eure arme Seele!"
Da verlor auch der alte Frevler die Fassung und betete zerknirscht ein Ave Maria.
Er fand sein Heil in der Beichte. Solange er in Ars verblieb, empfing er sehr häufig das Bußsakrament. Seine Seele hatte wieder Frieden gefunden.
 
+ + +
Man darf den Augenblick der Gnade, der göttlichen Barmherzigkeit, nicht ungenutzt verstreichen lassen.
Wenn wir den Ruf Gottes reuigen Herzens beantworten, verzeiht uns der Herr sogar ein langes Sündenleben. Die göttliche Barmherzigkeit hat ihre Arme so weit ausgebreitet, daß sie alle Bittenden umfängt. Nutze diesen Augenblick, denn es könnte sein, daß er nicht mehr wiederkehrt.
 
Von der Madonna geschickt
Pater Francesco De Geronimo berichtet: Eines Morgens hörte ich in der Kirche Beichte, da kam ein Mann in reiferen Jahren zu mir und sagte mit einem Unterton der Rührung in der Stimme:
"Pater, die Madonna hat mich geschickt. Ich habe seit 27 Jahren nicht mehr gebeichtet, obwohl ich viele Strafen Gottes miterlebt habe. Oft und oft habe ich Sie predigen hören und mich zum Beichten entschlossen, doch ebenso oft bin ich wieder umgefallen und habe mir gesagt "Morgen ist auch ein Tag!" oder ich ließ mich von einem Freund abspenstig machen. Und so geriet ich immer wieder in die Fallstricke des Teufels.
Zuletzt kapitulierte ich vor der Versuchung und schwor mir, überhaupt nicht mehr zur Beichte zu gehen, da ich mich bereits von Gott verlassen fühlte. Viele Jahre hindurch blieb ich der Messe fern und verzichtete auf jede religiöse Betätigung. Ich war schlimmer als ein Heide. Nur eine einzige kleine Andachtsübung hatte ich beibehalten: Jedesmal, wenn ich durch die Straßen von Neapel ging und ein Madonnenbild an einer Hauswand sah, betete ich zu Ehren der Gottesmutter insgeheim ein Salve Regina (= Gegrüßet seist du, Königin!).
Es mag ungefähr einen Monat her sein, als ich nachts im Traum von der Erscheinung einer großen, wunderschönen Dame überrascht wurde, die streng zu mir sagte: "Warum beichtest du nicht? Ich befehle dir, gleich morgen früh zur Beichte zu gehen."
Das Traumgesicht und die Worte, die die schöne Frau gesprochen hatte, bewegten mich so, daß ich unmittelbar darauf erwachte und in meiner freudigen Verwirrung den Entschluß faßte, am nächsten Morgen zur Beichte zu gehen.
Als es aber so weit war, suchte ich, vom Satan verblendet, nach billigen Ausflüchten; ich redete mir ein, man dürfe auf Träume nichts geben, und dachte nicht mehr daran, meine Lebensweise zu ändern.
Wenige Tage später kam die Traumerscheinung noch einmal und tadelte mich barscher als zuvor: "So also mißachtest du meine Gnaden! Worauf wartest du eigentlich? Daß mein Sohn dich züchtigt, wie du es verdienst? Auf, morgen gehst du beichten!"
Nach dieser Warnung erwachte ich wiederum ganz verstört und nahm mir fest vor, den Wunsch der Dame bei Tagesanbruch zu erfüllen, da ich immer mehr den Eindruck gewann, mit solchen Dingen sei nicht zu spassen.
Am folgenden Morgen hatte mich der Teufel wieder in seinen Fängen. "Träume sind Schäume", flüsterte er mir zu, "was hast du damit zu schaffen? Warum denn beichten?"
(persönliche Anmerkung: das kann ich bestätigen, da bei mir 30 Lenzen durchs Land zogen, bevor ich wieder den Beichtstuhl aufsuchte. Bis es soweit war, kreisten auch meine Gedanken sehr vernebelt. Auf der einen Seite, schrie meine Seele aus der Tiefe, und auf der anderen Seite regten sich Gedanken wie "du brauchst doch nicht beichten, was soll denn das, schließlich ist das alles menschlich, und außerdem ist das sowieso nicht deine Schuld. Gott sieht und weiß eh alles, er vergibt dir auch ohne die Beichte." Solche innerlichen Kämpfe hatte ich zu überstehen. Die ganzen Vernebelungen habe ich beiseite geschoben, d. h. ich habe denen keine Bedeutung gegeben. Ich wußte, mein Heil finde ich in der Beichte, und da führt kein Weg daran vorbei. Diese Vernebelungen dauerten genau solange, bis ich dem Beichtvater gegenüber saß (ich nahm nach 30 Jahren ein Beichtgespräch in Anspruch), dann war es schlagartig vorbei.)
In der dritten Nacht erschien mir die gleiche Dame noch einmal im Traum und sprach unerbittlich: "Willst du als Verdammter sterben? Zweimal hast du schon meine Warnung in den Wind geschlagen. Du verdienst ja meine Gnade gar nicht und ich schenke sie dir nur wegen der armseligen Ehrenbezeugung, die du meinen Bildern bekundest. Du Saumseliger! Nimm dich endlich zusammen! Bereite dich vor und geh schleunigst zum Beichten!"
Diese Worte weckten in mir Gefühle der Beschämung und kindlichen Vertrauens zugleich und ich entgegnete: "Signora, ich habe doch 27 Jahre nimmer gebeichtet, wer soll mir denn die Beichte hören?"
Da versetzte die Mutter der Barmherzigkeit voller Güte:
"Geh zum Hause meines Sohnes (ich erkannte sofort, daß sie Jesus damit meinte!) und du findest dort Pater Francesco De Geronimo. Bei ihm sollst du beichten."
Sie entschwand meinen Augen, und ich beschloß, von Staunen und Rührung übermannt, Sie, Hochwürden, aufzusuchen. Ich habe mein Gewissen erforscht und den festen Vorsatz gefaßt, ein anderer Mensch zu werden. Nun knie ich zu Ihren Füßen und bitte Sie inständig: "Helfen Sie mir, Pater!"
Und er begann mit dem Sündenbekenntnis.
Derselbe Sünder vertraute später eine weitere Einzelheit einem Sodalen der Marianischen Kongregation namens Fiorillo an. Demnach habe die Madonna auf seinen Einwand, er befürchte, nicht absolviert zu werden, da er schon so lange Jahre nicht mehr gebeichtet habe, unter anderem erwidert: "Sobald Pater Francesco hört, daß du 27 Jahre nicht mehr beim Beichten warst, wird er dich umarmen."
Und in der Tat, kaum hatte er diese Unterlassungssünde eingestanden, erhob sich der Heilige, verließ den Beichtstuhl, umarmte ihn und versicherte, Gott werde ihm verzeihen.
 
+++
Viele Seelen verdanken ihre Umkehr und Rettung einer außerordentlichen Gnade, die ihnen die Gottesmutter wegen irgend einer besonderen marianischen Andachtsübung erbittet. Die allerseligste Jungfrau ist die Mutter der Barmherzigkeit, die Zuflucht der Sünder und unsere Hoffnung. Mag dein Gewissen auch noch so schuldbeladen sein, vertraue auf sie! Ihre mütterliche Fürbitte kann dich erretten.
 
"Nehmen Sie dort Platz!"
Er war ein Mann mit feinen Manieren und gepflegter Sprache, kurzum ein Weltmann.
Der Pfarrer von Ars empfing ihn mit taktvoller Zurückhaltung und deutete auf den Betschemel, da er den Zweck dieses Besuches zu erraten glaubte.
"Herr Pfarrer, ich komme nicht, um zu beichten. Ich möchte mit Ihnen diskutieren."
"Oh, mein Lieber, da haben Sie sich aber einen schlechten Partner ausgesucht. Das liegt mir nicht. Falls Sie aber irgend einen Trost brauchen, nehmen Sie dort Platz! (Und er deutete auf den Betstuhl).
Glauben Sie mir, schon viele andere sind vor Ihnen dort gekniet und brauchten es nicht zu bereuen."
"Herr Pfarrer, ich hatte doch bereits die Ehre, Ihnen zu sagen, daß ich nicht zum Beichten gekommen bin, und zwar aus einem sehr einfachen Grund: Ich bin glaubenslos."
"Sie sind glaubenslos, mein Freund? Das tut mir aber leid. Sie leben ja in der Finsternis. Ein achtjähriger Bub, der seinen Katechismus kennt, weiß mehr als Sie. Ich hielt mich für sehr unwissend, doch Sie sind es noch weit mehr, wissen Sie doch nicht einmal über die wichtigsten Dinge Bescheid. - Sie haben keinen Glauben. Nun gut. Knien Sie nieder, ich höre Ihre Beichte. Hinterher werden Sie bestimmt glauben."
"Herr Pfarrer, soll ich denn eine Komödie mit Ihnen aufführen?"
"Tun Sie, was ich Ihnen sage!"
In dieser dreimaligen Aufforderung lag soviel Bestimmtheit und Güte zugleich, daß man ihr einfach nicht entrinnen konnte. Widerstrebend kniete er sich nieder und schlug ein Kreuz, was er seit langen Jahren nicht mehr getan hatte. Dann bekannte er demütig seine Sünden.
Als er sich erhob, hatte er den inneren Frieden und seinen Glauben wiedergefunden. Er hatte den Beweis erbracht, daß der kürzeste und sicherste Weg zum Glauben in der Abkehr von schlechten Werken und der Hinwendung zu guten besteht. Darum konnte er auch auf den eigentlichen Zweck seines Besuches verzichten: das Diskutieren! -
Beim Verlassen der Sakristei konnte er seine Freude, die er lange und vergeblich anderswo gesucht hatte, nimmer verbergen.
"Was für ein Mann!" sagte er bewundernd. "Hätte mich einer schon früher so angefaßt, wäre ich wohl längst zum Beichten gegangen."
 
+ + +
Oftmals sind angeblich glaubenslose Menschen nicht aufrichtig! Sie sträuben sich ja nur gegen die Religion und ihre Wahrheiten, weil diese beständig ihr sündiges Gewissen beunruhigen.
Sobald sie den Mut aufbringen, in sich zu gehen und mit Gottes Hilfe im Bußsakrament ihre Schuld zu tilgen, fühlen sie sich gläubig und frei.
 
Die Verwandlungen einer alten Krankenschwester
Pio Bossi war alles andere als fromm. Im Blütenalter von 23 Jahren hatte er bereits den Glauben verloren und seine Gesundheit eingebüßt. Kein Priester durfte den Fuß über seine Schwelle setzen.
"Den ersten Pfaffen, der hereinkommt, mache ich kalt!" drohte er. Und er meinte das ernst, da er unter dem Kopfkissen immer eine geladene Pistole verbarg.
Es war am Vorabend des Festes der Unbefleckten Empfängnis. Der Vater des Kranken suchte den heiligen Vinzenz Pallotti auf und sagte ganz niedergeschlagen:
"Sie sind jetzt meine letzte Hoffnung."
Da machte sich Don Vinzenz auf den Weg. Seine einzige Waffe war ein unbegrenztes Vertrauen zur Madonna. Mutter und Schwester von Pio Bossi erschraken zutiefst, als sie den Priester erblickten und beschworen ihn, er solle doch um Gottes Willen nicht zum Kranken hineingehen.
Pallotti erwiderte nur: "Gebt mir eine Haube und einen Schal."
Die Frauen wußten mit dieser Antwort nichts anzufangen, aber sie gehorchten.
Vinzenz Pallotti befestigte die Haube unter dem Kinn und legte den Schal um. In diesem Aufzug sah er aus wie eine brave alte Frau, die, um die Angehörigen zu entlasten, eine Nachtwache übernimmt.
"Ich werde Sie nicht belästigen. Ich setze mich in diese Ecke, und wenn Sie mich brauchen, bin ich da!" sprach Don Vinzenz mit verstellten Stimme zum Kranken. Er schüttelte ihm das Bett auf und ließ bei dieser Gelegenheit eine Muttergottesmedaille zwischen die Kissen gleiten. Dann wartete er zu, geduldig und voller Vertrauen, denn der Grundstein zur Bekehrung war gelegt. Die Nacht war lang, aber sie ging vorüber.
Was in dieser Nacht geschah, weiß niemand. Wir wissen nur, daßdie Familie Bossi am nächsten Morgen den Kranken mit einem Kruzifix in der Hand und Don Vinzenz ohne Haube und Schal vorfand, wie er gerade seinem Schützling, der gebeichtet hatte, Mut zusprach.
Dieselbe List wandte der Heilige in Velletri bei einem rabiaten Antiklerikalen an, der eine geladene Waffe neben dem Krankenbett stehen hatte, um jeden Priester, der es wagen würde, ihn zu besuchen, entsprechend zu empfangen.
Don Pallotti verkleidete sich also als harmlose alte Frau, die eine Nachtwache übernehmen wollte.
Die komische Pflegerin begnügte sich mit der frommen Empfehlung, der Patient möge doch an seine Seele denken. Trocken erwiderte dieser, er wünsche keinen Priester, außer es handle sich um Don Pallotti, der könne kommen.
Da verwandelte sich die alte Tante augenblicklich in Don Pallotti mit seinem gütigen Lächeln im elfenbeinernen Gesicht. Wie die Geschichte weiterging? Das kann sich jeder leicht selber ausmalen.
 
 
+ + +
Der Seeleneifer heiliger Priester, der weder Hindernisse noch Opfer scheut und sogar zur List greift, damit uns das Gottesgeschenk der Sündenvergebung zuteil werde, ist eine Ermutigung für alle Mißtrauischen und Ängstlichen.
Der Priester im Beichtstuhl ist immer ein liebevoller Vater und Freund, wenn einer vom rechten Wege abgekommen ist und sich an ihn wendet.
 
Eine stürmische Bekehrung
Schon zehn Jahre hindurch betete eine fromme Dame für die Bekehrung ihres Mannes, aber der Himmel blieb taub. Es war zum Verzweifeln. Der Augenblick, den die Vorsehung dazu ausersehen hatte, kam erst, als ihr Gatte eine Geschäftsreise nach Lyon unternahm. Von hier aus konnte man bequem nach Ars gelangen, wo der berühmte Abbé lebte. Die brave Frau fuhr mit. Sie erhoffte sich alles von dieser Reise und war überglücklich, als sie eine Begegnung zwischen ihrem Mann und dem Pfarrer herbeiführen konnte.
Der vornehme Kaufmann überhäufte den armen Priester mit einer Fülle von Komplimenten und beglückwünschte ihn zu dem hervorragenden Ruf, den er überall genoß ... usw.
Natürlich bemerkte er gar nicht, daß gerade solche Artigkeiten seinem Gesprächspartner zuwider waren
Sie unterhielten sich über harmlose Dinge. Als der Besucher Anstalten traf, sich zu verabschieden, sagte der Pfarrer, der einen solchen Hecht nicht entschlüpfen lassen wollte, freundlich besorgt: "Wie, Sie wollen schon gehen, lieber Freund? Sie haben mir doch sicher noch etwas zu sagen?"
"Entschuldigen Sie, Herr Pfarrer, ich habe nichts mehr auf dem Herzen. Ich bin nur gekommen, um Ihnen meine Ehrerbietung zu erweisen."
Der Abbé musterte ihn mit einem durchdringenden, aber sehr gütigen Blick, in dem eine stille Aufforderung lag. Dann deutete er auf den Beichtstuhl: "Nehmen Sie dort Platz!"
Der verdutzte Kaufmann suchte auszuweichen: "Herr Pfarrer, ich kann doch nicht ...! Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. So ein Schritt gehört doch überlegt!"
Und schon lag er auf den Knien und betete wenigstens das Confiteor.
Tags darauf erschien er wieder. Noch widerstand er der Gnade. Er weilte einige Minuten im Beichtstuhl und stürmte dann Hals über Kopf aus der Sakristei, ohne vor dem Tabernakel das Knie zu beugen. Seine Frau, die in der Kirche um sein Seelenheil betete, war über diesen jähen Aufbruch sehr bestürzt. Sie lief ihm entgegen und fragte:
"Was hast du denn? Ist dir nicht gut?"
"Oh doch, aber wir reisen sofort ab."
Schließlich gelang es ihr und anderen Pilgern, ihn zu besänftigen, so daß er die Heimreise verschob. Am nächsten Tag wohnte er der Messe des Pfarrers bei. Der Anblick des Heiligen am Altar erschütterte ihn so, daß er aus freien Stücken in die Sakristei ging, um die am Vortag unterbrochene Beichte zu beenden. Er war wie verwandelt. Tagelang sah man ihn in der Marienkapelle, wie er, über einen Katechismus gebeugt, die erhabenen und einfachen Wahrheiten, denen er zeitlebens kein Gehör geschenkt hatte, sich einprägte.
Zur Erinnerung an diese außerordentliche Gnade ließ die Ehefrau des Kaufmanns zu Hause einen kleinen Gebetsraum erstellen, den sie mit einer Madonnenstatue schmückte. Dort verrichteten die Eheleute gemeinsam ihre täglichen Gebete, und wenn Freunde auf Besuch kamen, führte sie der Knvertit zum Altärchen der Gottesmutter und bat sie um ein Ave Maria, damit er weiterhin in der Gnade Gottes beharre.
 
+ + +
Manchmal ist mit der Heimkehr zu Gott eine sehr persönliche, ja peinliche Tragödie verbunden. Sünde und Teufel auf der einen Seite und der liebe Gott und sein Diener auf der anderen ringen um deine Seele.
 
"Wie gut ist der Herr!"
Ein gelehrter Geologe aus Lyon namens Maissiat erzählt die Geschichte seiner Bekehrung:
Vor acht Tagen verließ ich Lyon, um eine vierwöchentliche Studienreise in die Bergwelt von Beaujolais und Mâconnais zu unternehmen. Zufällig traf ich im Zug nach Villefranche einen mir wohlbekannten alten Mann, der nach Ars wollte und mich bat, ihn zu begleiten.
"Kommen Sie", sagte er, "Sie begegnen dort einem wundertätigen Pfarrer!"
"Wunder?" erwiderte ich lachend. "Ich glaube nicht daran."
"Folgen Sie mir! Sobald Sie das mitansehen, glauben Sie auch!"
"Tatsächlich? Wenn Sie mich dazu bringen, ist das wirklich ein Wunder. Nun gut, fahren Sie nach Ars! Ars ist ein schöner Name, ein Name, der mir behagt, denn ich liebe die Kunst (ars heißt auf lateinisch Kunst!). Ich will Sie begleiten.
Nach der Ankunft in Ars brachte mich mein Freund bei der Witwe Gaillard unter. Wir übernachteten im gleichen Zimmer. Am frühen Morgen weckte er mich und sagte: "Wollen Sie mir einen Gefallen erweisen? Gehen Sie mit mir zur Messe!"
"In die Messe? Das wäre das erste Mal seit meiner Erstkommunion. Wissen Sie nichts Besseres?"
"Bitte, kommen Sie doch! Sie können sich dann ein Urteil über den Pfarrer von Ars bilden. Lassen Sie ihn nur nicht aus den Augen! Ich besorge Ihnen einen Platz, wo Sie ihn gut sehen können."
In der Kirche platzierte mich mein Freund in eine Bank gegenüber der Sakristei. Wenig später ging die Türe auf und der Pfarrer erschien im Meßgewand. Er sah mich an. Es war nur ein kurzer Blick, aber er ging mir durch und durch. Ich fühlte mich wie erschlagen und verbarg mein Gesicht in den Händen. In dieser Haltung verharrte ich während der ganzen Messe.
Als ich nach dem Gottesdienst an der Sakristei vorbeikam, vor der sich die Gläubigen stauten, hörte ich den Pfarrer sagen: "Gehen Sie alle, alle hinaus!"
Gleichzeitig legte sich eine durchsichtige, schmale Hand auf die meine und ich fühlte mich im Banne einer unüberwindlichen Macht. Die Türe schloß sich hinter mir. Wieder musterten mich dieselben Augen, die mich schon vorher verwirrt hatten. Ich stammelte nur noch: "Herr Pfarrer, ich schleppe eine Last mit mir herum, die mich fast erdrückt."
"Lieber Freund, Sie müssen sich möglichst bald davon befreien. Knien Sie nieder! Schildern Sie mir Ihr Leben und der Herr wird Ihre Mühsal auf seine Schultern nehmen."
Ich wurde ruhiger. Ohne an eine Beichte zu denken, begann ich dem Heiligen die Geschichte meines Lebens zu erzählen, und zwar von der ersten heiligen Kommunion ab. Er konnte sich der Tränen nicht erwehren und rief immer wieder aus: "Oh, wie gut ist der Herrgott, wie hat er Sie geliebt!"
Meine Augen blieben trocken, aber der Druck in meiner Brust wurde immer leichter und leichter und schließlich fühlte ich ihn überhaupt nicht mehr.
"Kommen Sie morgen wieder, mein Freund", sagte der Pfarrer, "gehen Sie zum Altar der heiligen Philomena und erbitten Sie von ihr die Gnade der Bekehrung."
Da konnte ich mich nimmer beherrschen, obwohl ich in der Sakristei die Fassung bewahrt hatte. Ich brach vor dem Altar der Heiligen in bittere Tränen aus.
 
+ + +
Die Sünde ist wirklich eine große Last. Sie allein verbittert oft unser Leben und raubt uns die Lebensfreude. Leg deine Sündenlast dem Diener Gottes zu Füßen und du wirst in der Verzeihung des Herrn wieder zufrieden und froh werden.
 
Ein Rat der Vorsehung
Der große deutsche Romantiker Clemens Brentano führte ein unstetes, von Selbstvorwürfen und tiefen Depressionen überschattetes Leben. So kam es, daß die Dichterin Luise Hensel, die Tochter eines protestantischen Pastors, ihm den Rat gab: "Sie dürfen nicht so unglücklich sein! Sie sind doch Katholik und haben die Beichte!" -
Brentano nahm sich das zu Herzen. Am 17. Februar 1817 legte er im Dom zu Berlin eine Generalbeichte ab und verließ die Kirche als ein anderer Mensch. Später schreibt er darüber: Ausgerechnet die Tochter eines Protestanten mußte kommen, um mich zum Beichten zu bewegen. - Aus dem einstigen Schwarzseher und Weltschmerzler wurde dieses Erlebnis der Herold des heiligen Rosenkranzes, der Biograph der seligen Katharina Emmerich und der Sänger der Leiden Christi.
 
(entnommen aus: Ich und beichten! Wieso?, von Giuseppe Pasquali S.S.P., Imprimatur 1954)

 

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