Autor Thema: aktuelle politische Situation Ukraine - Russland nun ein Vorzeichen der Warnung?  (Gelesen 23718 mal)

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Wladimir Klitschko fürchtet Dritten Weltkrieg

Box-Champ Wladimir Klitschko macht sich große Sorgen um seine ukrainische Heimat - er befürchtet sogar den nächsten Weltkrieg. In einem Interview mit der renommierten französischen Sporttageszeitung "L'Equipe" sagte der Box-Weltmeister aller Klassen: "Überall im Land ist der Tod."
Der Europäischen Union (EU) wirft Klitschko vor "zu schlafen" und warnte mit Blick auf den Ukraine-Konflikt: "So etwas kann einen Dritten Weltkrieg auslösen."

"Man muss den Tyrannen stoppen"

Der 38-Jährige kritisierte auch die deutsche Kanzlerin und den französischen Staatspräsidenten. "Halten sich François Hollande und Angela Merkel die Augen zu?" Klitschko forderte unmissverständlich: "Man muss den Tyrannen stoppen. Greift den Aggressor an." Gemeint ist der russische Präsident Wladimir Putin.
Jesus - Verzeihung und Barmherzigkeit

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Westliche Militärs besorgt 

Was will Russland mit diesen Waffen in Syrien? Jagdflugzeuge, moderne Flugabwehr: Russland hat auch Waffensysteme nach Syrien gebracht, die nichts mit dem Kampf gegen Terroristen oder Rebellen zu tun haben. Westliche Militärs sind besorgt.

Wladimir Putin hat den Westen wieder einmal überrumpelt: Der Kreml-Chef hat seit Mitte September eine beeindruckende Menge militärischen Materials in Syrien aufgefahren; am Mittwoch ließ er erste Luftangriffe fliegen. Doch das dürfte noch nicht alles gewesen sein - denn was Russland in das Bürgerkriegsland liefern ließ, deutet darauf hin, dass Putin mehr vor hat, als gegen Terroristen vorzugehen. In Russlands syrischem Militärarsenal befinden sich laut öffentlich verfügbaren Informationen Waffensysteme, die aus Sicht westlicher Experten nichts mit dem offiziellen Ziel des Kremls - der Bekämpfung des Islamischen Staats - zu tun haben. So hat Moskau etwa Abfangjäger vom Typ MiG-31 "Foxbat" sowie Luftüberlegenheitsjäger des Typs Su-27 "Flanker" nach Syrien gebracht.

"Ich habe noch nicht gesehen, dass der Islamische Staat Flugzeuge fliegt, gegen die man fortschrittliche Jagdflugzeuge bräuchte", merkte Nato-Oberbefehlshaber Philip Breedlove am Dienstag in Washington an.
Sorgen bereiten dem US-General offenbar auch die Flugabwehrsysteme, die Russland ebenfalls in Syrien stationiert hat. Er warnte vor dem Entstehen einer russischen "Luftverteidigungsblase", die einer Flugverbotszone für westliche Streitkräfte gleichkommen könnte. Militärs sprechen von "Anti Access/Area Denial" ("A2/AD"). "Wir beobachten, dass die Russen mit dem Aufbau einer A2/AD-Zone im nordöstlichen Mittelmeerraum beginnen", sagte Breedlove.

Westen befürchtet inoffizielle Flugverbotszone

Dabei sollen die Russen bisher nur die Kurzstrecken-Flugabwehrsysteme SA-15 und SA-22 nach Syrien gebracht haben. Es halten sich aber auch hartnäckig Gerüchte, Moskau könnte die Armee von Diktator Baschar al-Assad mit dem Langstrecken-Flugabwehrsystem S-300 ausrüsten, das selbst für modernste westliche Kampfjets eine enorme Bedrohung wäre. Zwar verzichtete der Kreml 2013 auf Druck der USA auf die Lieferung. Allerdings warnte Putin damals, dass er sich im Falle einer "Verletzung internationaler Regeln" anders entscheiden könnte.

Um den Westen an Flügen über Syrien zu hindern, müsste Russland nicht einmal offiziell eine Flugverbotszone erklären, geschweige denn mit dem Abschuss westlicher Flugzeuge drohen. Moskau, so ein Beobachter, müsse nur zweierlei tun: Eine Luftverteidigungszone aufbauen und sich der Kommunikation mit den westlichen Streitkräften verweigern.

Derartige Befürchtungen kursieren offenbar auch im Brüsseler Nato-Hauptquartier. Es bestehe die Gefahr, dass das syrische Krisengebiet für die Alliierten "nicht mehr erreichbar" werde, sagte ein Nato-Insider. Bislang haben die USA, Großbritannien und Frankreich Luftangriffe in Syrien geflogen.
Ein ehemaliger Kampfpilot der Bundeswehr bestätigt das: "Selbst wenn Russland und der Westen die gleichen Ziele angreifen wollten, wäre das unglaublich schwierig." Ein Luftraum werde im Konfliktfall straff durchorganisiert und in Korridore aufgeteilt. "Alles, was außerhalb dieser Korridore fliegt, ist erst mal verdächtig". Doch die Unterscheidung zwischen Freund und Feind sei zwischen Nato und Russland "weder technisch noch prozedural" vereinheitlicht. Sollte Russland nicht zu enger Kooperation bereit sein, wären Einsätze westlicher Kampfflugzeuge vermutlich zu riskant.

Wird Russland Angriffe mit Alliierten koordinieren?

US-Verteidigungsminister Ashton Carter hat seine Mitarbeiter am Mittwoch angewiesen, mit Russland Kontakt aufzunehmen, um die Einsätze von Kampfflugzeugen abzusprechen. "Wir wollen nicht, dass es zu einem Unfall kommt", erklärte ein Pentagon-Sprecher. Entsprechende Gespräche könnten nach Angaben der US-Regierung noch am Donnerstag stattfinden.

Doch ob die Russen kooperieren, erscheint fraglich. So hat Moskau den Westen nur eine Stunde vor seinen ersten Luftschlägen in Syrien informiert - indem ein General in die US-Botschaft in Bagdad ging und dem dortigen Personal Bescheid sagte. Auf die Koordinierung mit den Alliierten ("deconfliction") legte der Kreml schon zu diesem Zeitpunkt offenbar nur wenig Wert. Der russische General soll den Amerikanern geraten haben, während der russischen Angriffe den syrischen Luftraum zu verlassen.

Zudem deutet derzeit vieles darauf hin, dass Russland nicht in erster Linie den Islamischen Staat bekämpfen, sondern Syriens Diktator Baschar al-Assad helfen und zugleich seinen Einfluss in der Region ausweiten will. "Merkwürdig, aber sie haben den Islamischen Staat nicht angegriffen", sagte Frankreichs Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian. Russlands Außenminister Sergej Lawrow widersprach: Man habe in Zusammenarbeit mit dem syrischen Militär "ausschließlich" IS-Ziele beschossen. Breedlove dagegen sagte, Moskau wolle Assads Regime "vor denjenigen schützen, die es unter Druck setzen" - also auch vor den westlichen Streitkräften.

"Höchst explosive Situation" möglich

Sollte das zutreffen, dürfte Moskau wenig Interesse an Absprachen haben, die es westlichen Kampfflugzeugen erlauben würden, weiterhin in Syrien zu operieren. In diesem Fall dürfte schon die Angst vor einem verheerenden Zwischenfall die Alliierten davon abhalten, in die russische Luftverteidigungszone einzudringen. Sollte Russland auf offizielles Bitten der syrischen Regierung den Luftraum des Landes schützen, wäre die Lage noch schwieriger.

Ein Eindringen westlicher Kampfflugzeuge, so ein Insider, könnte dann eine "höchst explosive Situation" bedeuten.

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