Autor Thema: Der geistliche Kampf  (Gelesen 15332 mal)

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Antw:Der geistliche Kampf
« Antwort #10 am: 29. Oktober 2014, 23:26:21 »
11. Kapitel: Erwägungen, die den Willen anspornen, in allen Dingen das Wohlgefallen Gottes zu suchen

Um deinen Willen mit größerer Leichtigkeit dahin zu lenken, daß er in allen Dingen nur das Wohlgefallen Gottes und seine Ehre suche, erinnere dich häufig daran, daß Gott dich zuerst auf mannigfache Weise bevorzugt und geliebt hat:

durch die Erschaffung, indem er dich aus dem Nichts zu seinem Ebenbild gemacht und alle anderen Geschöpfe zu deinem Dienste bestimmt hat;

durch die Erlösung, indem er nicht einen Engel, sondern seinen eingeborenen Sohn sandte, um dich nicht mit einem vergänglichen Preise von Gold und Silber zu erkaufen, sondern durch sein kostbares Blut und einen qualvollen und schimpflichen Tod.

Jede Stunde, ja jeden Augenblick beschützt er dich bereitwillig vor deinen Feinden, streitet für dich mit seiner Gnade und hält zu deinem Schutz und zu deiner Stärkung im Sakrament des Altars seinen vielgeliebten Sohn beständig bereit.

Ist dies alles nicht ein Zeichen einer unbeschreiblichen Hochachtung und Liebe, die der unendliche Gott für dich hegt?

Kein Mensch vermag zu begreifen, wie hoch dieser erhabene Herr uns arme Menschenkinder achtet, wie er sich unseres Elends und unserer Niedrigkeit annimmt, und wie sehr wir deshalb seiner unaussprechlichen Majestät gegenüber verpflichtet sind, die für uns so Vieles und so Großes getan hat.

Wenn die Großen dieser Welt sich verpflichtet fühlen, die ihnen von anderen, wenn auch armen und kleinen Leuten erwiesenen Ehrenbezeugungen dankbar zu erwidern, wie müssen erst wir Armselige uns dem höchsten König des Weltalls gegenüber verhalten, von dem wir uns so hoch geehrt und so innig geliebt sehen?

Außerdem mußt du in dauernder und lebendiger Erinnerung behalten, daß die göttliche Majestät schon in sich selbst unserer Verehrung und unserer Dienste, weil es ihr so gefällt, unendlich würdig ist.
...Kinder, Jesus hat mich als Regenbogen zwischen die Erde und den Himmel gestellt, und ich werde stets meinen Schutz über euch am Leben erhalten....
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Antw:Der geistliche Kampf
« Antwort #11 am: 29. Oktober 2014, 23:38:14 »
12. Kapitel: Von den verschiedenen sich widerstreitenden Willensneigungen

Man kann wohl sagen, daß in diesem Kampfe der Wille von zwei verschiedenen Seelenkräften bewegt werden kann. Wird der Wille von der Vernunft geleitet, nennt man ihn den vernünftigen oder höheren, da er der höchsten Seelenkraft folgt. Die andere Willensneigung folgt den niederen Seelenkräften, die man auch als Begierlichkeit, Fleischeslust, Sinnlichkeit oder Leidenschaft bezeichnet.

Die letztere verdient im eigentlichen Sinne nicht die Bezeichnung Wille, denn da wir durch die Vernunft zu Menschen erhoben sind, kann man nicht behaupten, daß wir das wirklich wollen, was die Sinne uns vorhalten, solange wir nicht mit dem höheren Willen zustimmen.

Unser ständiger geistlicher Kampf hat infolgedessen hauptsächlich darin seine Ursache, daß unser vernünftiger Wille zwischen dem höheren Willen Gottes und dem niederen, sinnlichen hingestellt ist und fortwährend von beiden bestürmt wird, da jeder ihn auf seine Seite zur Unterwürfigkeit und zum Gehorsam zu ziehen versucht.

Deshalb erleiden Anfänger, die noch mit verkehrten Gewohnheiten behaftet sind, viele Mühen und Beschwerden, wenn sie sich entschließen, ihr sündhaftes Leben zu bessern, der Welt und der Sinnenlust zu entsagen und sich ganz der Liebe und dem Dienste Jesu Christi hinzugeben. Denn die Angriffe, die ihr vernünftiger Wille vom göttlichen Willen und von ihren sinnlichen Willensneigungen, die einander beständig bekämpfen, zu ertragen hat, sind überaus heftig und empfindlich und nicht ohne große Pein.

So ergeht es jedoch nicht denen, welche bereits an die Tugend oder ans Laster gewohnt und entschlossen sind, ihren Weg fortzusetzen. Denn die Tugendhaften gehen leicht auf den Willen Gottes ein, während die Lasterhaften ohne Widerstand der Sinnlichkeit nachgeben.

Niemand soll sich aber einbilden, er werde eine echte, christliche Tugend erlangen und dem lieben Gott auf echte Weise dienen, wenn er nicht entschlossen ist, sich energisch Gewalt anzutun und tapfer das Weh zu ertragen, das der Mensch empfindet, wenn er nicht nur auf die größeren, sondern auch auf die kleinen Genüsse verzichten muß, in die er durch seinen erdhaften Sinn verstrickt ist.

Daher kommt es, daß nur sehr wenige das Ideal der Vollkommenheit erreichen.

Viele, die mit Mühe die größeren Laster überwunden haben, wollen sich nicht beständig Gewalt antun und das Unangenehme der andauernden Kämpfe mit den unzähligen kleineren Gelüsten und Leidenschaften auf sich nehmen, die dann in ihnen derartig wachsen, daß sie schließlich die Oberhand gewinnen und die Herrschaft und Gewalt über ihr ganzes Herz an sich reißen.

Unter ihnen befinden sich solche, die allerdings kein fremdes Gut anrühren, aber mit Leidenschaft an ihrem Besitz haften. Oder solche, die sich zwar nicht mit unerlaubten Mitteln Ehrenstellen verschaffen, jedoch dieselben nicht gebührend verachten und nicht aufhören, nach denselben zu verlangen und sie auf anderem Wege zu suchen. Wieder andere, die zwar die vorgeschriebenen Fasten beobachten, aber sonst ihre Gaumenlust nicht abtöten, sondern sich der Unmäßigkeit im Essen hingeben und mit Gier nach ausgesuchten Speisen ausschauen. Ebenso jene, die wohl ein enthaltsames Leben führen, aber gewissen Vergnügen nicht entsagen, welche der Vereinigung mit Gott und einem geistlichen Leben sehr im Wege stehen und für jede auch noch so heilige Seele, besonders aber für jene, die dieselben weniger fürchtet, von großer Gefahr und darum von jedermann möglichst zu meiden sind.

Infolgedessen werden auch ihre übrigen guten Werke im Geiste der Lauheit verrichtet und sind von starker Ichsucht und geheimer Unvollkommenheit begleitet, namentlich von einem gewissen Ehrgeiz und dem Verlangen, für die guten Werke von den Leuten gelobt und geachtet zu werden.

Wer in einem derartigen Zustand lebt, macht nicht nur keine Fortschritte auf dem Wege des Heiles, sondern geht sogar rückwärts und schwebt in großer Gefahr, in die alten Sünden zurückzufallen. Ein solcher liebt keineswegs die wahre Tugend und erweist sich wenig dankbar gegen den Herrn, der ihn der Tyrannei des bösen Feindes entrissen hat. Zudem ist er unwissend und blind; er will die Gefahr nicht sehen, in welcher er schwebt, indem er sich fälschlich einredet, er sei in einer guten Seelenverfassung.

Hier offenbart sich eine umso gefährlichere Selbsttäuschung, je weniger sie beachtet wird. Viele, die sich dem geistlichen Leben widmen, sich selbst aber mehr lieben als sie sollten (obwohl sie nicht einmal sich selbst wahrhaft zu lieben verstehen), verlegen sich meistens auf jene Übungen, die ihrem Geschmack zusagen, und unterlassen dann jene, welche sie in ihren natürlichen Neigungen und sinnlichen Trieben empfindlich treffen würden. Und doch sollte vernünftigerweise gerade gegen diese ihre ganze Kampfesbegeisterung gerichtet sein!

Und darum ermahne ich dich, meine christliche Seele, recht eindringlich, die Mühe und das Weh, welches die Selbstüberwindung mit sich bringt, liebzugewinnen. Denn hierauf kommt alles an.

Der Sieg wird umso sicherer und näher sein, je entschlossener du die Schwierigkeiten auf dich nimmst, die der Kampf um die Tugend den Anfängern verursacht.

Wenn du die Mühen und Opfer des Kampfes mehr liebst als den Sieg und die Tugendkrone, dann wirst du alles umso schneller erlangen.
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Antw:Der geistliche Kampf
« Antwort #12 am: 29. Oktober 2014, 23:51:25 »
13. Kapitel: Vom Kampfe gegen sinnliche Triebe und von den Akten des Willens, um in der Tugendübung Fertigkeit zu erlangen

Sooft die sinnliche Neigung einerseits und der göttliche Wille anderseits um den Sieg über deinen vernunftbegabten Willen streiten, mußt du verschiedene Übungen vornehmen, damit der göttliche Wille in dir jederzeit die Oberhand gewinnt.

Erstens: Sobald dich die sinnlichen Triebe anfallen und bestürmen, leiste ihnen energischen Widerstand, damit dein höherer Wille denselben nicht nachgebe.

Zweitens: Haben sie wieder nachgelassen, dann erwecke sie in dir aufs neue, um sie mit doppelter Energie und Kraft zu unterdrücken. Fordere sie dann zu einem dritten Kampfe auf, um dich daran zu gewöhnen, sie immer mit Entrüstung und Abscheu zu vertreiben. Diese doppelte Herausforderung zum Kampfe darf man bei jeder ungeordneten Sinnesregung tun. Ausgenommen sind jedoch die Regungen des Fleisches, von welchen an geeigneter Stelle (Kap. 19) im besonderen die Rede sein wird.

Schließlich mußt du Tugendakte erwecken, die deiner ungeordneten Neigung entgegengesetzt sind.

Angenommen, du wirst von Regungen der Ungeduld befallen. Wenn du dich innerlich sammelst und wohl acht gibst, dann wirst du bemerken, wie diese den höheren Willen ständig angehen, um ihn zur Einwilligung zu bewegen.

Durch die erste Übung widersetze dich also mit entgegengesetzten Willensakten jeder Regung und wirke nach besten Kräften dahin, daß der Wille nicht zustimme. Du darfst dann von diesem Kampfe nicht ablassen, bis du merkst, daß der Feind, gleichsam ermattet und getötet, sich besiegt gibt.

Nun aber vergiß nicht die Hinterlist des bösen Feindes! Sobald er nämlich wahrnimmt, daß wir uns der Regungen einer Leidenschaft energisch erwehren, sieht er nicht nur davon ab, sondern sucht sie sogar, nachdem sie wach geworden sind, zu beschwichtigen, damit wir uns durch diese Übung nur ja keine Fertigkeit in der jener Leidenschaft widerstrebenden Tugend aneignen und damit wir überdies in die Schlingen der Hoffart und Eitelkeit geraten, indem er uns raffiniert die Meinung beizubringen sucht, wir hätten als tüchtige Krieger unsere Feinde schnell überwunden.

Aus diesem Grunde mußt du jetzt zum zweiten Kampfe übergehen.

Rufe dir jene Gedanken, die dich zur Ungeduld reizten, wieder ins Gedächtnis zurück und erwecke sie aufs neue, damit sich dein sinnliches Begehrungsvermögen wieder erregt. Dann aber unterdrücke durch wiederholte Willensakte und mit noch größerer Gewalt als das erste Mal diese Regungen.

Freilich, so sehr wir auch unsere Feinde abweisen und damit Gutes tun und Gott gefallen, wir laufen dennoch Gefahr, bei einer anderen Gelegenheit überwunden zu werden, wenn wir die Gegner nicht aus tiefster Seele hassen. Deshalb rücke ihnen mit einem dritten Angriff zu Leibe und vertreibe sie nicht allein mit Unwillen, sondern auch mit Abscheu von dir, bis sie dir schließlich ganz verhaßt und verächtlich geworden sind.

Endlich mußt du, um deine Seele zu vervollkommnen und mit dem Kleid der Tugend zu schmücken, innere Akte erwecken, die deinen ungeordneten Neigungen gerade zuwiderlaufen.

Willst du dir beispielsweise eine vollkommene Fertigkeit in der Geduld erwerben und reizt dich jemand durch Verachtung zur Ungeduld, dann ist es nicht genug, daß du dich durch den dreifachen Kampf ertüchtigst, sondern du mußt auch die widerfahrene Geringschätzung wollen und lieben, indem du danach verlangst, aufs neue auf dieselbe Weise und von derselben Person beleidigt zu werden. Mach dich auch auf noch Schlimmeres gefaßt und nimm dir vor, es zu erdulden.

Der Grund, warum solche entgegengesetzten Akte notwendig sind, um uns in der Tugend zu vervollkommnen, liegt darin, daß die anderen Übungen, so zahlreich und wirksam sie auch sein mögen, gar nicht hinreichen, um auch die Wurzel auszurotten, aus der die Laster hervorsprießen.

Willigen wir bei der uns zugefügten Kränkung nicht in die Regungen der Ungeduld ein und bekämpfen wir dieselben auf die im vorigen angegebene dreifache Weise, so werden wir uns trotzdem niemals von dem Fehler der Ungeduld, der in unserer Neigung zur eigenen Hochschätzung und unserer Scheu vor Verachtung seine Wurzel hat, freimachen, wenn wir uns nicht durch häufige und öfters wiederholte Akte daran gewöhnen, die Geringschätzung selbst liebzugewinnen und uns ihrer zu erfreuen.

Solange noch die Wurzel des Fehlers lebt, wuchert sie beständig weiter, so daß sie die Tugend zum Welken bringt und bisweilen sogar ganz erstickt. Außerdem setzt sie uns der Gefahr aus, bei jeder sich darbietenden Gelegenheit wieder zurückzufallen. Daraus folgt, daß wir ohne entgegengesetzte Akte eine wahre Festigkeit in der Tugend nie erlangen werden. Des weiteren mußt du beachten, daß diese Akte so häufig und so zahlreich sein müssen, daß sie imstande sind, die üble Gewohnheit vollständig zu zerstören. Denn gerade wie eine solche durch viele sündhafte Akte von unserem Herzen Besitz genommen hat, so muß sie auch durch viele entgegengesetzte Akte mit der Wurzel herausgerissen werden, damit eine tugendhafte Gewohnheit Eingang finden kann.

Ja, ich behaupte noch mehr. Es sind viel mehr gute Akte erforderlich, um eine tugendhafte Gewohnheit zu bilden, als sündhafte zu einer üblen, weil jene nicht wie diese von einer durch die Sünde verdorbenen Natur unterstützt wird.

Zu dem Gesagten bemerke ich außerdem, daß bei einer Tugendübung auch äußere, den inneren entsprechende Akte gesetzt werden müssen, indem man sich (um bei dem angeführten Beispiel zu bleiben) zur Übung der Geduld sanfter und liebevoller Worte bedient und sich dem gehässigen Urheber des Verdrusses gegenüber möglichst entgegenkommend und gefällig erweist.

Und sollten diese inneren wie äußeren Akte tatsächlich oder scheinbar mit einer derartigen Interesselosigkeit gesetzt werden, daß es dir vorkommt, als ob du sie nur widerwillig ausführtest, so darfst du sie trotzdem nicht unterlassen. Denn, so schwach sie auch sein mögen, sie verleihen dir dennoch Kraft und Ausdauer im Kampfe und bahnen dir den Weg zum Siege.

Aber nicht bloß die großen und heftigen, sondern auch die geringfügigen sündhaften Triebe sollst du mit innerer Aufmerksamkeit bekämpfen, weil diese für jene die Bahn freimachen, woraus dann allmählich die üblen Gewohnheiten entstehen.

Gar manche ließen es sich zu wenig angelegen sein, auch die schwächeren Triebe einer Leidenschaft mit der Wurzel aus ihrem Herzen zu reißen, nachdem sie die stärkeren Gelüste derselben Leidenschaft bereits überwunden hatten. Und so kam es, daß sie, als sie es am wenigsten ahnten, von denselben Feinden heftiger und gefährlicher angegriffen wurden als zuvor.

Des weiteren gebe ich dir zu bedenken, daß du darauf achtest, bisweilen dein Verlangen in erlaubten, aber nicht notwendigen Dingen zu bezähmen und abzutöten, woraus viel Gutes erwächst. Denn dadurch wirst du immer fähiger und bereitwilliger, dich auch in anderen Dingen zu überwinden. Du machst dich stärker und erfahrener im Kampfe gegen die Versuchungen und wirst vielen Nachstellungen des bösen Feindes entgehen und dem Herrn einen überaus wohlgefälligen Dienst erweisen.

Aufrichtig sage ich es dir, christliche Seele: Fährst du in diesen guten und heilsamen Übungen in der angegebenen Weise fort, um dich zu vervollkommnen und deiner Herr zu werden, dann gebe ich dir die Versicherung, daß du in kurzer Zeit große Fortschritte machst und nicht nur dem Scheine nach, sondern in Wahrheit ein geistliches Leben führen wirst.

Auf andere Weise aber und bei anderen Übungen - mögen sie nach deinem Dafürhalten noch so vorzüglich sein und deinem Geschmack noch so stark zusagen, daß es dir scheint, als wärest du dabei in tiefster Sammlung und in süßes Zwiegespräch mit dem Herrn versunken - darfst du niemals erwarten, jemals eine Tugend und den wahren Geist zu erlangen. Dieser besteht ja nicht, wie ich dir bereits im ersten Kapitel darlegte, in Übungen, welche unseren Sinnen schmeicheln und ihnen angenehm sind; auch wird er nicht aus ihnen geboren, sondern aus solchen, welche unsere Sinne mit ihren Werken ans Kreuz heften, wodurch der in den Tugenden des Evangeliums gefestigte und erneuerte Mensch mit dem Gekreuzigten und seinem Schöpfer vereint wird.

Wie sich alle sündhaften Gewohnheiten durch viele und wiederholte Akte des höheren Willens, der den Trieben der Sinnlichkeit nachgibt, bilden, so steht es anderseits außer Zweifel, daß umgekehrt auch die Fertigkeit in den Tugenden des Evangeliums durch häufige Akte erworben wird, die mit dem göttlichen Willen übereinstimmen und von ihm bald zu der einen und bald wieder zu einer anderen Tugendübung angeregt werden.

Mag unser Wille auch noch so heftig von den niederen Trieben und der Sünde angefallen werden, er wird niemals sünd- und erdhaft, solange er weder nachgibt noch sich selbst ihnen frei zuwendet. Ebenso wird er auch nie tugendhaft und eins mit Gott, wie sehr er von göttlichen Einsprechungen und Gnadenerweisen aufgefordert und bestürmt wird, wenn er sich nicht durch innere und äußere Akte mit dem göttlichen Willen gleichförmig macht.
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Antw:Der geistliche Kampf
« Antwort #13 am: 30. Oktober 2014, 00:01:14 »
14. Kapitel: Von dem Verhalten, wenn der Wille scheinbar von den niederen Seelenkräften und anderen Feinden überwunden und unterdrückt ist

Wenn es dir zuweilen scheint, der höhere Wille vermöge nichts wider den niederen und wider seine Feinde, weil du in dir kein wirksames Wollen verspürst, dann harre dennoch ruhig aus und gib den Kampf nicht auf! Du darfst dich nämlich nicht für überwunden halten, solange du dir nicht klar bewußt bist, daß du wirklich nachgegeben hast.

Gleichwie unser höherer Wille der niederen Triebe nicht bedarf, um seine eigenen Akte zu setzen, so kann er auch niemals, trotz heftiger Angriffe, ohne seine Zustimmung gezwungen werden, sich ihnen als besiegt zu ergeben. Gott hat ja unseren Willen mit Freiheit und einer solchen Energie ausgestattet, daß - mögen sich auch alle sinnlichen Triebe, alle Teufel und die ganze Welt miteinander gegen ihn verschwören und rüsten, um ihn mit aller Macht anzugreifen und zu bedrängen - er trotz ihrer Anfeindungen vollkommen frei das wollen und nicht wollen kann, was er will oder nicht will, und zwar sooft und solange (und in solcher Weise) und in der Absicht, wie es ihm beliebt.

Sollten dich bisweilen jene Feinde mit solcher Heftigkeit anfallen und dir so zusetzen, daß deinem Willen, gleichsam wie erstickt, der Atem vergeht: Laß den Mut nicht sinken und wirf die Waffen nicht zu Boden! Bediene dich in diesem Falle deiner Zunge zur Verteidigung und sprich: „Ich gebe nicht nach! Ich will nichts mit dir zu tun haben!" Mache es wie ein Krieger, der wenigstens mit dem Schwertknauf zuschlägt, wenn der Feind ihm auf dem Nacken sitzt und er ihn nicht mit des Schwertes Spitze zu treffen vermag. Und wie er dann, um den Feind mit der Spitze töten zu können, zurückspringt, so ziehe dich auf deine Selbsterkenntnis zurück: daß du nichts bist und nichts vermagst. Und im Vertrauen auf Gott, der alles vermag, versetze der feindlichen Leidenschaft mit den Worten einen Hieb: „Hilf mir, Herr! Hilf mir, o Gott! Helft mir, Jesus und Maria, damit ich ihr nicht nachgebe." Läßt der Feind dir Zeit, dann kannst du der Schwäche deines Willens zu Hilfe kommen, indem du dir verschiedene Gedanken vor die Seele führst, aus deren Betrachtung der Wille wieder Atem und Kraft wider seine Feinde schöpfen kann.

Du wirst zum Beispiel durch irgendeine Versuchung oder eine sonstige Drangsal in einer Weise von der Ungeduld bestürmt, daß dein Wille kaum zu widerstehen vermag; da kannst du ihn stärken, indem du in deinem Geiste folgende oder ähnliche Gedanken erwägst:

Erstens: Prüfe dich, ob du das Übel, das du leiden mußt, vielleicht verdienst, weil du selbst dazu den Anlaß gegeben hast. Hast du es verdient, dann mußt du eben das Harte und Unangenehme, das du dir selber zugefügt hast, wie es die Gerechtigkeit verlangt, auch geduldig in Kauf nehmen.

Zweitens: Hast du keine Schuld daran, dann denke einmal an andere Fehltritte, für die dich Gott noch nicht gestraft hat und für die du nicht genügend Buße getan hast. Erkennst du dann, daß Gottes Barmherzigkeit die Strafe, welche entweder die ewige oder die zeitliche im Fegfeuer wäre, in eine unbedeutende in diesem Leben umwandelt, so mußt du diese Strafe nicht nur gerne, sondern auch dankbar hinnehmen.

Drittens: Sollte es dir scheinen, als hättest du zuviel Buße getan und die göttliche Majestät nur ein wenig beleidigt, was du dir aber durchaus nicht einbilden darfst, so bedenke, daß man nur durch die enge Pforte der Trübsale ins Himmelreich eingeht.

Viertens: Selbst wenn du auf einem anderen Weg dahin gelangen könntest, so dürftest du schon um des Gesetzes der Liebe willen nicht einmal daran denken, da doch der Sohn Gottes und all seine geliebten Freunde nur durch Dornen und Kreuze in das Himmelreich eingegangen sind.

Fünftens: Du mußt dir bei dieser und jeder anderen Gelegenheit vor allem den Willen Gottes vor Augen halten, der bei der Liebe, die er zu dir hegt, ein überaus großes Wohlgefallen an jedem Werk der Tugend und Abtötung hat, das du, um seine Liebe zu erwidern, als treuer und hochherziger Streiter vollbringst. Sei auch überzeugt, daß, je unsinniger diese Unbill an sich ist und je unangemessener vonseiten desjenigen, der sie dir zufügt, und je lästiger und schwerer es dir daher fällt, sie zu ertragen, du desto angenehmer dem Herrn sein wirst, wenn du selbst in solchen Dingen, die außer der Ordnung scheinen und dir daher umso bitterer sind, den göttlichen Willen und die Pläne seiner Vorsehung erkennst und liebst, die jedes Ereignis – so widersinnig es scheinen mag - zu einem guten und äußerst vollkommenen Ende zu ordnen und zu lenken weiß.
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Antw:Der geistliche Kampf
« Antwort #14 am: 30. Oktober 2014, 00:37:06 »
15. Kapitel: Ratschläge für die Art des Kampfes

Du hast nun gesehen, in welcher Weise du kämpfen mußt, um dich selbst zu überwinden und mit Tugenden zu schmücken.

Außerdem mußt du dich überzeugen lassen, daß du, um über deine Feinde mit größerer Schnelligkeit und Leichtigkeit den Sieg davonzutragen, wie es sich geziemt, Tag für Tag besonders gegen deine Eigenliebe zu kämpfen hast und dich gewöhnst, die Verachtung und Widerwärtigkeiten, welche die Welt dir antut, als liebenswerte Wohltaten zu betrachten.

Vernachlässigst du diesen Kampf und legst ihm zu wenig Gewicht bei, so bleibt der Sieg schwierig und nur vereinzelt, unvollkommen und unsicher.

Auch darauf mache ich dich aufmerksam, daß du den Kampf mit Starkmut führen mußt. Die Tugend wirst du von Gott leicht erlangen, wenn du darum inständig flehst und einerseits die Wut und den unversöhnlichen Haß deiner Feinde sowie die große Zahl ihrer Schlachtreihen und Heere bedenkst, anderseits aber auch erwägst, daß Gottes Güte und Liebe zu dir unendlich größer ist und unvergleichlich mehr Engel und Heilige des Himmels mit ihrem Gebet an unserer Seite kämpfen.

Dieser Gedanke ist von solcher Wirkung, daß eine Menge schwach scheinender Personen die gesamte Macht und Weisheit der Welt, alle Angriffe des Fleisches und die ganze Wut der Hölle überwand und besiegte.

Deshalb brauchst du nie zu erschrecken und mutlos zu werden, wenn es dir auch scheint, als würde der Ansturm deiner Feinde immer heftiger und als sollte der Kampf dein ganzes Leben andauern und als drohten dir gleichsam von vielen Seiten sichere Niederlagen. Außer dem oben Gesagten vergiß nicht, daß alle Macht und List unserer Feinde in der Hand unseres göttlichen Herrn ruhen, für dessen Ehre wir ja streiten. Da dieser uns unsagbar liebt und uns selbst mit strengem Befehl zum Kampfe ruft, wird er nicht zulassen, daß wir überwältigt werden, sondern auch selbst für dich kämpfen und dir deine Feinde unterwerfen, wann es ihm gefällt und falls es dir von größerem Nutzen ist; sollte er damit auch bis zum letzten Tage deines Lebens zögern.

Deine Sache ist es also, hochherzig zu kämpfen, niemals die Waffen zu strecken und die Flucht zu ergreifen, auch wenn du verwundet wirst. Um tapfer streiten zu können, merke dir noch zum Schlusse, daß niemand dem Kampfe entfliehen kann und daß jeder, der nicht kämpft, unausweichlich gefangen oder getötet wird. Überdies haben wir es in diesem Kampfe mit Feinden zu tun, die mit einem derartigen Haß gegen uns erfüllt sind, daß wir in keinem Falle Frieden oder Waffenstillstand zu erwarten haben.
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« Antwort #15 am: 30. Oktober 2014, 00:50:59 »
16. Kapitel: Ein Streiter Christi soll sich schon in früher Morgenstunde auf dem Kampfplatze stellen

Das erste, was deine geistigen Augen beim Erwachen beobachten sollen, ist, daß du dich auf einen geschlossenen Kampfplatz gestellt siehst, wo das Gesetz gilt, daß, wer nicht kämpft, für immer stirbt.

Stelle dir vor, du sähest vor dir als bewaffneten Feind die bösen Neigungen, die du zu bekämpfen dir vorgenommen hast, bereit, dich zu verwunden und zu töten; auf der rechten Seite aber deinen siegreichen Feldherrn Jesus Christus mit seiner heiligsten Mutter, der Jungfrau Maria, zugleich mit ihrem geliebten Bräutigam, dem heiligen Joseph, und vielen Schlachtreihen von Engeln und Heiligen, vor allem dem heiligen Erzengel Michael, und auf der linken Seite den höllischen Feind mit seinem Anhang, wie er die erwähnte Leidenschaft zum Nachgeben reizt.

Dabei stelle dir weiter vor, du hörtest die Stimme deines heiligen Schutzengels zu dir sprechen: „Heute hast du wider diesen und deine anderen Feinde zu kämpfen. Dein Herz zage nicht und verliere nicht den Mut. Du darfst keineswegs aus Furcht oder einer anderen Rücksicht wegen nachgeben, denn unser Herr steht dir mit seiner ganzen glorreichen Heerschar zur Seite, um gegen alle deine Feinde zu kämpfen, und er wird nicht zugeben, daß sie dich überwältigen oder überlisten. Steh unerschütterlich fest! Tu dir Gewalt an und ertrage den Schmerz, den du bisweilen unter dem Ansturm erleidest."

Aus tiefstem Herzensgrunde flehe und rufe oft zum Herrn, zur allerseligsten Jungfrau Maria und zu allen Heiligen um Hilfe. Zweifellos wirst du den Sieg davontragen. Bist du auch schwach und mit sündhaften Gewohnheiten behaftet und sind auch deine Feinde stark und zahlreich, so sind der Hilfsmittel deines Schöpfers und Erlösers ungemein viele. Ja, über alle Maßen und unvergleichlich stärker ist dein Gott, der dich mehr zu retten wünscht, als dein Feind dich zu verderben verlangt.

So kämpfe denn und laß dich durch die Mühe nicht verdrießen, denn aus der Anstrengung und Energie, die man gegen die sündhafte Neigung anwendet, und aus der Qual, die man der schlechten Gewohnheiten wegen empfindet, erwachsen der Sieg und der große Schatz, mit dem man das Himmelreich erwirbt und durch den die Seele auf ewig mit Gott vereint wird.

Im Namen des Herrn beginne dann den Kampf mit den Waffen des Mißtrauens wider dich selbst und des Vertrauens auf Gott und mit Gebet und frommer Übung. Fordere jenen Feind und jene Neigung, die du in der oben (Kapitel 13) angegebenen Weise zu überwinden dir vornahmst, zum Kampfe heraus, bald durch Widerstand, bald durch Verachtung und bald durch einen Akt der entgegengesetzten Tugend. Versetze ihm weitere tödliche Streiche, um dadurch deinem Herrn zu gefallen, der mit der ganzen triumphierenden Kirche deinem Kampfe zuschaut.

Nochmals sage ich dir: Du darfst nicht nachlassen im Kampfe! Gedenke der Pflicht, die uns allen obliegt, Gott zu dienen und ihm zu gefallen, und der Notwendigkeit des Kampfes, dem wir nicht entrinnen können, ohne uns Wunden, ja selbst den Tod zuzuziehen.

Aber noch mehr lege ich dir ans Herz: Wolltest du auch wie ein Fahnenflüchtiger Gott verlassen und dich der Welt und der Sinnenlust ergeben, du müßtest trotzdem mit endlosen Widerwärtigkeiten kämpfen, so daß Schweiß dein Antlitz bedecken und Todesangst dein Herz erfassen würden.

Darum bedenke, wie töricht es wäre, eine Mühsal und Qual auf sich zu laden, die mit dem Tod zugleich eine nie endende Pein nach sich zieht, um auf diese Weise einem Schmerz zu entfliehen, der bald endet und uns in die ewige und unendliche Glückseligkeit führt, in der wir auf immer unseres Gottes genießen.

 
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« Antwort #16 am: 30. Oktober 2014, 00:57:36 »
17. Kapitel: Von der Schlachtordnung wider unsere sündhaften Neigungen

Es kommt viel darauf an, daß man die Schlachtordnung kennt, in der man kämpfen muß, um auf die rechte Weise zu streiten, nicht unüberlegt und energielos, wie es gar viele zu ihrem größten Nachteil tun. Die Kampfordnung wider deine Feinde und ungeordneten Neigungen besteht darin, daß du dein Inneres durchforschst und sorgfältig prüfst, von welchen Gedanken und Gefühlen es umdrängt und von welcher Leidenschaft es am meisten eingenommen und tyrannisiert wird. Und dagegen mußt du dann vor allem die Waffen ergreifen und den Kampf beginnen.

Wirst du aber dabei von einem anderen Feind angefallen, dann mußt du immer wider den Gegner kämpfen, der dich gerade und zunächst bekriegt, um nachher wieder zu deiner ersten Aufgabe zurückzukehren.
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« Antwort #17 am: 30. Oktober 2014, 01:03:01 »
18. Kapitel: Vom Widerstände gegen plötzliche, leidenschaftliche Regungen

Da du bis jetzt noch nicht verstehst, dich gegen unerwartete Anwürfe von Beleidigungen oder anderen Widerwärtigkeiten zu schützen, so gewöhne dich, solche vorauszusehen, sie allmählich zu wünschen und mit vorbereitetem Herzen zu erwarten.

Um sie vorauszusehen, erwäge die Beschaffenheit deiner Leidenschaften und beachte die Personen, mit denen du zu tun hast und die Orte, an denen du dich aufhältst. Und daraus kannst du mit Leichtigkeit schließen, was dir vielleicht zustoßen wird.

Begegnet dir aber eine unvorhergesehene Widerwärtigkeit, so kannst du dir damit helfen, daß du dein Augenmerk auf andere vorausgesehene richtest und dich dabei des folgenden Verfahrens bedienst.

In dem Augenblicke, wo du die ersten Auswirkungen einer Beleidigung oder einer anderen üblen Sache zu verspüren beginnst, suche dich zu beherrschen und entschieden deinen Geist zu Gott zu erheben. Richte deinen Blick auf seine unaussprechliche Güte und Liebe zu dir, mit der er dir die Trübsal sandte, damit du sie aus Liebe zu ihm trägst und dich dadurch noch mehr läuterst und ihm auf diese Weise näher kommst und dich mit ihm vereinst.

Hast du erkannt, wie sehr es ihm gefällt, wenn du sie duldest, dann wende dich an dich selbst und tadle dich, indem du zu dir sprichst: „Ach, warum willst du dieses Kreuz nicht tragen, das nicht ein Mensch, sondern dein himmlischer Vater dir schickt?" Und zum Kreuze gewandt, umfasse es mit möglichst großer Geduld und Freude, und sprich: „O Kreuz, das die göttliche Vorsehung für mich bereitet hat, bevor ich war! O Kreuz, versüßt durch die milde Liebe meines Gekreuzigten! Hefte mich nunmehr an dich, damit ich mich ganz dem ergebe, der an dir gestorben ist und mich durch dich erlöst hat!"

Sollte die Leidenschaft aber zu Anfang die Oberhand in dir gewinnen, daß du dich nicht zu Gott aufzuschwingen imstande warst und verwundet wurdest, dann versuche, dies sobald als möglich zu tun, wie wenn du nicht verwundet worden wärest.

Das wirksamste Hilfsmittel gegen die plötzlichen Regungen ist, daß du sogleich die Ursache entfernst, aus der sie entspringen.

Du weißt zum Beispiel, daß du wegen einer Zuneigung, die du zu einer Sache hegst, in plötzliche Gemütsbewegung gerätst, sobald du von ihr belästigt wirst. Das Mittel, um dem vorzubeugen, ist, daß du dich eben gewöhnst, die Neigung auszurotten.

Geht aber die Beunruhigung nicht von einer Sache, sondern von einer Person aus, an der dir auch die unbedeutendste Handlung Abneigung und Unwillen erregt, weil sie dir so unsympathisch ist, dann besteht das Gegenmittel darin, daß du dich bemühst, deinen Widerwillen zu brechen, um sie lieb und teuer zu finden. Abgesehen davon, daß sie ein Geschöpf Gottes ist und gleich dir von der Hand des Herrn gebildet und durch dasselbe göttliche Blut erlöst wurde, bietet sie dir Gelegenheit, sofern du sie erträgst, deinem Herrn ähnlich zu werden, der gegen alle so liebevoll und gütig ist.
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Antw:Der geistliche Kampf
« Antwort #18 am: 30. Oktober 2014, 01:23:18 »
19. Kapitel: Vom Kampfe wider die Fleischeslust

Gegen dieses Laster mußt du auf eine besondere Weise und so ganz anders als gegen die anderen kämpfen.

Damit du zu kämpfen verstehst, mußt du drei Zeitabschnitte wohl beachten, nämlich die Zeit, bevor wir versucht werden, während wir versucht werden und nachher, wenn die Versuchung vorüber ist.

Vor der Versuchung richtet sich dein Kampf gegen die Ursachen, die diese Versuchung hervorzurufen pflegen.

Erstens: Du darfst dieses Laster nicht dadurch bekämpfen, daß du ihm die Stirne bietest, sondern du mußt soviel als möglich jede Gelegenheit und jede Person meiden, von der dir die geringste Gefahr droht.

Mußt du notgedrungen mit einer solchen Person sprechen, dann tue es möglichst kurz und mit zurückhaltender und ernster Miene. Auch deine Worte sollen dann mehr Sachlichkeit als Freundlichkeit und Zuneigung verraten.

Halte dich nur nicht für sicher, wenn du den Stachel des Fleisches nicht verspürst und sogar seit Jahren nicht empfunden hattest. Was nämlich dieses fluchwürdige Laster nicht in vielen Jahren bewirkte, bringt es oft in einer einzigen Stunde fertig. Meistens trifft es seine Vorbereitungen ganz im geheimen. Es schadet dann umso mehr und schlägt schwerer zu heilende Wunden, je freundlicher es sich gab und je weniger es Argwohn erregte.

Die Erfahrung hat es oft genug bewiesen und beweist es beständig, daß noch mehr zu fürchten ist, wenn der Umgang mit gewissen Personen unter dem Vorwand erlaubter Gründe fortgesetzt wird, wie zum Beispiel aus Verwandtschaft, einer Verpflichtung oder des tugendhaften Wandels wegen, den die geliebte Person führt. Denn mit dem übertriebenen und unvorsichtigen Umgang vermischt sich meistens das Gift sinnlichen Vergnügens, das unvermerkt nach und nach einträufelt und bis ins Mark der Seele eindringt. Dadurch wird das ruhige und vernünftige Denken immer mehr verfinstert, so daß man anfängt, Gefahren wie z.B. verliebte Blicke, gegenseitige Liebesbeteuerungen und sinnliche Freude am Beisammensein nicht zu beachten. So geht man beiderseits immer weiter und gleitet allmählich ins Verderben oder in eine heftige und schwer zu überwindende Versuchung. Drum sage ich es nochmals: Fliehe! Du bist wie Stroh beim nahen Feuer.

Verlaß dich nicht darauf, du wärest überströmt von der Flut eines guten und festen Willens und entschlossen und bereit, eher zu sterben als Gott zu beleidigen. Denn durch den häufigen Verkehr trocknet die Glut des Feuers unmerklich das Wasser des guten Willens und überrumpelt ihn, ehe man sich dessen versieht, so daß man jede Rücksicht auf Verwandtschaft oder Freundschaft außer acht läßt, Gott nicht mehr fürchtet und weder Ehre noch Leben noch alle Strafen der Hölle achtet. Deshalb: Fliehe! Fliehe, wenn du nicht wirklich überfallen, gefangen und getötet werden willst.

Zweitens: Fliehe den Müßiggang! Sei behutsam und bei deinen Gedanken und Handlungen auf die Pflichten deines Standes bedacht.

Drittens: Widersetze dich niemals deinen Vorgesetzten; sondern gehorche ihnen gerne, indem du bereitwillig ihre Aufträge ausführst, besonders aber jene, die dich verdemütigen und deinen Wünschen und Neigungen zuwider sind.

Viertens: Fälle nie ein freventliches Urteil über deinen Nächsten, namentlich nicht in bezug auf dieses Laster. Ist er offenkundig gefallen, so habe Mitleid mit ihm und ereifere dich nicht wider ihn. Verachte und verspotte ihn nicht, sondern ziehe daraus die Frucht der Demut und Selbsterkenntnis: Daß du nicht vergißt, daß du erdhaft und nichts bist. Wende dich hilferufend im Gebet an Gott und fliehe mehr als je einen Verkehr, auf dem auch nur ein Schatten Gefahr ruht.

Wenn du andere so schnell verurteilst und verachtest, wird Gott dich auf deine Kosten heilen, indem er zuläßt, daß du in denselben Fehler fällst, damit du auf diese Weise deinen Hochmut einsehen lernst, dich verdemütigst und dich um Heilmittel für beide Laster umsiehst.

Und solltest du auch nicht fallen, noch deine Sinnesart ändern, dann sei versichert, daß man an der Vortrefflichkeit deines seelischen Zustandes doch sehr zweifeln muß.

Fünftens endlich: Bemerkst du in dir irgendeine Gnadengabe und Freude an geistlichen Dingen, so gib wohl darauf acht, daß du dich nicht einer gewissen eitlen Selbstgefälligkeit hingibst und dir einbildest, du wärst wunder was und deine Feinde würden dich nicht mehr angreifen, weil du scheinbar mit Ekel, Widerwillen und Abneigung auf sie herabsiehst. Bist du hier unbelehrbar, dann kommst du leicht zu Fall.

Während der Versuchung sieh zu, ob dieselbe einer inneren oder äußeren Ursache entspringt.

Unter der äußeren verstehe ich die Neugierde der Augen und Ohren, unpassende Kleidung, Umgang und Unterhaltungen, welche zu diesem Laster Anlaß geben.

Das Heilmittel in diesen Fällen sind Ehrbarkeit und Sittsamkeit, daß man nichts zu sehen, noch zu vernehmen begehrt, was zu diesem Laster reizt, und, wie oben gesagt, die Flucht.

Die innere Ursache geht entweder auf den starken körperlichen Trieb oder auf Gedanken und Vorstellungen zurück, welche von unseren schlechten Gewohnheiten oder den Einflüsterungen des bösen Feindes herrühren.

Der starke Trieb unseres Körpers muß durch Enthaltsamkeit, Selbstbeherrschung, körperliche und sonstige Abtötungen, aber nur wie sie weise Unterscheidung und der Gehorsam eingeben, im Zaume gehalten werden.

Wider Gedanken und Vorstellungen - mögen sie von irgendwelcher Seite herkommen - helfen folgende Mittel: Ernstliche Beschäftigung und Arbeit, wie sie dem einzelnen Stand entsprechen, Gebet und Betrachtung.

Das Gebet soll folgendermaßen beschaffen sein. Sobald du merkst, daß sich wenn auch nicht derartige Gedanken, sondern erst ihre Vorboten nahen wollen, wende eiligst deinen Geist zum Gekreuzigten und sprich: „O mein Jesus! Mein liebreichster Jesus, hilf! Hilf mir, daß ich nicht von diesem Feinde gefangen werde!" Umarme mitunter das Kreuz, an dem dein Herr hängt; küsse öfters die Wundmale der heiligen Füße und flehe mit heißer Inbrunst: „O herrliche Wundmale, o unschuldige Wunden, o heilige Wunden! Verwundet doch mein armes und unreines Herz und bewahret mich vor der Sünde!"

Als Betrachtung möchte ich dir dann nicht als Gegenmittel empfehlen, daß du in dem Augenblick, wo die Versuchungen der Fleischeslust sich einstellen, gewisse Erwägungen über dieses Laster anstellst, wie über seine Verwerflichkeit und unersättliche Gier, den Ekel und Überdruß, die ihm folgen, und die Gefahren und Schäden für die Gesundheit, Leben und Ehre und ähnliche Sachen.

Dieses Mittel ist nämlich nicht immer sicher wirksam, um die Versuchungen zu überwinden. Es kann sogar zum Schaden gereichen; denn während dieses Nachdenken auf der einen Seite die bösen Gedanken vertreibt, bietet es auf der anderen Seite eine gefährliche Gelegenheit, an denselben Ergötzen zu finden und in die böse Lust einzuwilligen.

Daher gibt es nur ein Heilmittel, nämlich, daß man nicht allein die Gedanken, sondern auch alles andere flieht, was dieselben wecken könnte, wie sehr es auch mit ihnen im Widerstreit stände.

Daher betrachte dieser Folgen wegen lieber das Leben und Leiden unseres gekreuzigten Herrn.

Sollten aber während der Betrachtung die Gedanken gegen deinen Willen wieder kommen und dich, was leicht möglich ist, mehr als gewöhnlich belästigen, so werde nicht verwirrt! Gib die Betrachtung ja nicht auf, noch wende dich wider die Vorstellungen, um sie zu bekämpfen, sondern fahre mit möglichst größerer Aufmerksamkeit in der Betrachtung ruhig fort und kümmere dich gar nicht um dieselben, gerade als ob sie dich durchaus nichts angingen. Es gibt kein besseres Verfahren, sich denselben zu widersetzen, als das genannte, selbst wenn die Gedanken dich andauernd belästigen würden.

Beschließe dann deine Betrachtung mit folgender oder ähnlicher Bitte: „Befreie mich, o mein Schöpfer und Erlöser, von meinen Feinden zur Ehre deines Leidens und deiner unaussprechlichen Güte!"

Denke überhaupt nicht an das Laster, denn schon die bloße Erinnerung daran ist nicht ohne Gefahr.

Bei solchen Versuchungen sollst du auch nicht weiter nachdenken, ob du eingewilligt hast oder nicht; denn dies ist unter dem Schein des Guten nur eine Hinterlist des bösen Feindes, der dich dadurch beunruhigen und mutlos oder kleinmütig machen will. Andernfalls hofft er dich zur Einwilligung in die böse Lust zu verleiten, wenn du weiter darüber nachgrübelst.

Bist du dir nicht ganz klar bewußt, eingewilligt zu haben, so genügt es bei solchen Versuchungen, daß du den Zweifel deinem Seelenführer kurz offenbarst und dich mit seinem Urteil zufriedengibst, ohne weiter darüber nachzudenken (da jedenfalls keine schwere Sünde vorliegt).

Vertraue ihm auch mit aller Aufrichtigkeit deine ganzen Gedanken an und laß dich nicht durch irgendeine Ausflucht oder falsche Scham davon abhalten.

Ist uns zur Überwindung all unserer Feinde die Tugend der Demut äußerst notwendig, dann müssen wir uns gerade in bezug auf dieses Laster weit mehr als bei einem anderen verdemütigen, weil es fast immer eine Strafe für den Hochmut ist.

Nach der Versuchung mußt du, so unbelastet und sicher du dich auch fühlst, deinen Geist vollständig von jenen Gegenständen, die deine Versuchungen verursachen, fern halten; selbst wenn du dich um einer Tugend oder eines anderen geistlichen Nutzens willen angetrieben fühlst, anders zu handeln. Das wäre nämlich nur eine Selbsttäuschung unserer verderbten Natur und eine Falle unseres schlauen Gegners, der sich in einen Engel des Lichtes verwandelt, um uns in die Finsternis zu führen.
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Antw:Der geistliche Kampf
« Antwort #19 am: 30. Oktober 2014, 01:46:59 »
20. Kapitel: Die Kampfesweise wider die Trägheit

Um nicht in die elende Sklaverei der Trägheit zu geraten, die dir nicht nur den Weg zur Vollkommenheit versperrt, sondern dich auch in die Hände deiner Feinde überliefert, mußt du die Neugierde und jede Bindung ans Irdische sowie alle Beschäftigung fliehen, die für deinen Stand nicht passen.

Ferner gib dir alle Mühe, jeder guten Einsprechung und allen Anordnungen deiner Vorgesetzten Folge zu leisten, indem du alles der Zeit und dem Wunsch gemäß ausführst, wie sie es gerne wollen.

Zögere auch keinen Augenblick damit! Denn der erste kleine Aufschub zieht einen zweiten nach sich, und dieser einen dritten und die weiteren, denen die Sinnlichkeit sich viel leichter zuwendet und nachgibt als dem ersten, weil sie von der Lust, die sie dabei empfindet, angelockt und gefangen ist. So fängt man ein Werk entweder zu spät an oder unterläßt es zuweilen aus Widerwillen ganz.

Auf diese Weise bildet sich allmählich der Hang zur Trägheit. Dieser führt dahin, daß wir selbst in dem Augenblick, wo wir von ihr gefesselt sind, uns vornehmen, ein anderes Mal sehr emsig und fleißig sein zu wollen, weil wir uns schämen, bisher so träge gewesen zu sein.

Die Trägheit erfaßt dann alles. Sie steckt mit ihrem Gift nicht nur den Willen an und macht ihn arbeitsscheu, sondern sie verblendet dazu noch den Verstand, daß er nicht einsieht, wie töricht und schlecht begründet der Vorsatz ist, später schnell und sorgfältig vollbringen zu wollen, was man eben jetzt tun sollte, was man aber jetzt freiwillig ganz unterläßt oder doch auf eine andere Zeit verschiebt.

Es genügt auch nicht, eine Arbeit, die du zu verrichten hast, schnell zu erledigen, sondern du mußt sie zu der nach ihrer Beschaffenheit und Art gewünschten Zeit und mit der ganzen dafür notwendigen Sorgfalt ausführen, damit sie in jeder Weise möglichst vollkommen ausfällt.

Ebenso ist es kein Fleiß, sondern eine sehr durchsichtige Trägheit, eine Arbeit vor der Zeit zu verrichten und sie mit Eilfertigkeit und ohne Sorgfalt zur Ausführung zu bringen, um nachher bequem die Ruhe pflegen zu können, mit welcher wir schon in Gedanken rechneten, als wir die Arbeit schnell zu erledigen suchten.

Dieses große Übel kommt daher, daß man den hohen Wert eines guten Werkes nicht zu schätzen weiß, das zur rechten Zeit und in der entschiedenen Absicht ausgeführt wird, sich der Mühe und Schwierigkeit zu unterziehen, welche die Bekämpfung des Lasters der Trägheit einem Neuling im Kampfe bereitet.

Darum beherzige es wohl, daß eine einzige Erhebung des Gemütes zu Gott, ja eine bloße Kniebeugung zu seiner Ehre mehr wert ist, als alle Schätze der Welt, und daß die Engel eine glorreiche Siegeskrone aus dem Himmelreiche unserer Seele bereiten, so oft wir uns selbst und unseren sündhaften Trieben Gewalt antun.

Andererseits bedenke, daß Gott den Trägen die Gnaden, die er ihnen verliehen hat, nach und nach entzieht und den Eifrigen dieselben vermehrt, um sie in die Herrlichkeit und Wonne eingehen zu lassen, die er selbst genießt.

Fehlt dir der Mut, den Mühen und Schwierigkeiten sogleich hochherzig zu begegnen, dann halte dieselben gleichsam vor dir verborgen, damit sie dir geringer erscheinen, als sie von den Trägen angesehen werden.

Um dich in einer Tugend zu üben und sie zu erlangen, bedarf es einer großen Menge von Tugendakten; es ist die Arbeit vieler Tage und die zu überwindenden Feinde sind zahlreich und stark. Fange so an, als ob du nur wenige Tugendakte zu setzen und nur kurze Zeit dich anzustrengen hättest. Kämpfe nur wider einen Feind, als müßtest du sonst mit keinem anderen kämpfen, und zwar mit dem festen Vertrauen, daß du mit Gottes Hilfe stärker seist als sie alle. Auf diese Weise wird die Trägheit allmählich zurückgehen und die entgegengesetzte Tugend Schritt für Schritt ihren Einzug halten.

Dasselbe Verfahren gilt auch vom Gebet. Deine Ertüchtigung verlangt hie und da eine Gebetsstunde, was deiner Trägheit lästig erscheint. Beginne, als wolltest du nur eine halbe Viertelstunde dem Gebete widmen, dann wirst du leicht die andere Hälfte und den übrigen Teil erfüllen.

Empfindest du aber manchmal in der zweiten Hälfte oder in der folgenden Zeit ein heftiges Widerstreben und Überdruß, so verschiebe die Übung, damit sie dich nicht ganz anwidere, und nimm sie nach geraumer Zeit wieder auf. Das nämliche Verfahren beobachte auch bei der körperlichen Arbeit, wenn du zufällig einmal mehrere zu erledigen hast, was deiner Trägheit überaus schwierig zu sein scheint, so daß du darüber in völlige Verwirrung gerätst. Gleichwohl beginne in aller Gemütsruhe wenigstens mit einer derselben, wie wenn du sonst gar nichts zu tun hättest. Läßt du es dabei nicht an Eifer fehlen, dann wirst du auch die übrigen Arbeiten mit leichterer Mühe bewältigen, als es deiner Trägheit vorkam.

Handelst du aber nicht nach diesem Verfahren und begegnest du der Mühe und der Schwierigkeit, die sich dir entgegenstellen, nicht gleich energisch, dann wird das Laster der Trägheit so in dir die Oberhand gewinnen, daß nicht allein eine gegenwärtige Mühe und Schwierigkeit, wie sie die Tugendübung anfangs zu bereiten pflegt, sondern auch eine von weitem drohende dich derartig ängstigen und peinigen, daß du immer in der Furcht lebst, gleich als wollten Feinde dich belästigen und überfallen und stände fortwährend jemand hinter dir, der dir eine neue Last aufbürde, weshalb du selbst im größten Frieden nie zur Ruhe kämest.

Merke dir, daß dieses Laster der Trägheit mit seinem heimlichen Gift nach und nach nicht allein die ersten zarten Wurzeln, aus denen die Fertigkeit in der Übung der Tugenden erwachsen soll, sondern auch die bereits erzielte Fertigkeit vernichtet.

Wie der Holzwurm, so nagt und zehrt das Laster der Trägheit ganz still am Mark des geistlichen Lebens. Gerade so versucht es auch der böse Feind, jedem, besonders denen, die ein geistliches Leben führen wollen, Nachstellungen zu bereiten und Fallstricke zu legen. Wache darum im Gebet und in guten Werken und säume nicht, das Tuch deines Hochzeitsgewandes zu wirken, mit dem du geschmückt dem Bräutigam entgegengehen sollst.

Erinnere dich jeden Tag, daß, wer dir den Morgen schenkt, den Abend nicht verspricht, und wenn er den Abend gibt, der Morgen dir nicht zugesichert ist. Verwende darum jeden Augenblick deiner Zeit nach Gottes Wohlgefallen, wie wenn dir keine weitere Zeit zur Verfügung stände, und das umso mehr, als du von jedem Augenblick wirst strenge Rechenschaft ablegen müssen.

Zum Schluß ermahne ich dich, jeden Tag für verloren zu halten - hättest du auch viele Arbeit geleistet -, an dem du keinen Sieg über deine ungeordneten Neigungen und deinen Eigenwillen davongetragen und an dem du deinem Herrn nicht gedankt hast für seine Wohltaten, besonders für sein bitteres Leiden, das er für dich erduldet hat, und für seine väterliche und liebevolle Heimsuchung, daß er dich der Teilnahme an dem unvergleichlichen Schatz verschiedener Trübsale würdigte.
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