Autor Thema: offener Brief an Sarah / Heike: Liebervoller "Exorzismus" ist Geschwisterdienst  (Gelesen 29508 mal)

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CSPB

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In einer der heutigen Lesungen ist etwas relevantes zum Thema Sühneleiden enthalten:

1Petrus 2, 20-23
Ist es vielleicht etwas Besonderes, wenn ihr wegen einer Verfehlung Schläge erduldet? Wenn ihr aber recht handelt und trotzdem Leiden erduldet, das ist eine Gnade in den Augen Gottes.
Dazu seid ihr berufen worden; denn auch Christus hat für euch gelitten und euch ein Beispiel gegeben, damit ihr seinen Spuren folgt.
Er hat keine Sünde begangen, und in seinem Mund war kein trügerisches Wort.
Er wurde geschmäht, schmähte aber nicht; er litt, drohte aber nicht, sondern überließ seine Sache dem gerechten Richter.


Grüße, CSPB

Offline Winfried

  • ****
  • Beiträge: 682
  • Geschlecht: Männlich
Vermutlich meinst Du Kol 1,24:

Jetzt freue ich mich in den Leiden, die ich für euch ertrage. Für den Leib
Christi, die Kirche, ergänze ich in meinem irdischen Leben das, was an den
Leiden Christi noch fehlt
.
(Einheitsübersetzung)


Auch wenn man mit erfahrenen Theologen über den Sinn bzw. die Möglichkeit eines Sühneleidens (hier: Sühnebesessenheit) spricht, kommen diese arg ins Wanken, dabei steht es doch so, wie oben zitiert, in der Hl. Schrift. Ich verstehe nicht, wie man das dann noch leugnen kann. Entweder haben diese noch nie gelitten oder ihr Leiden nicht aufgeopfert. Kein Wunder, dass es um die Kirche - siehe Zitat - heute so schlecht steht.


 ;tffhfdsds
In hoc signo vinces.

CSPB

  • Gast
P. Wallner OCist über das Sühneleiden , Predigt anlässlich Maria Namen am 14.9.2008, organisiert vom Rosenkranz-Sühnekreuzzug:

http://de.gloria.tv/?media=13200

Schear-Jaschub

  • Gast
Lieber Erich!
Ich fürchte, mein Eintrag kommt jetzt viel zu spät und du wirst ihn nicht mehr lesen... aber was solls:

Zum Thema:
Nein, ich glaube nicht, dass die Hölle ewig ist. Es heißt doch in der Bibel, dass nur Gott allein ewig ist.

In der Offenbarung des Johannes heißt es, dass der Drache (Satan), das Tier (Antichrist) und der falsche Prophet (die Diener des Satans, alle Dämonen... kurz: der ganze Rattenschwanz, der dem Satan und seiner Lehre folgt) ins Feuermeer geworfen werden. UND: Dort werden sie für ewig gequält werden. Für immer. (Offb 20,14)

Auch ich hatte lange Zeit ein Problem damit. Das wäre doch ein unerbittlicher Gott, einer der keine Gnade kennt... etc...

Aber da kommen wir zum zentralen Problem: Warum gibt es die Hölle? Ist Gott kein Gott der unendlichen Liebe? Gott ist doch DIE LIEBE, oder nicht? Es dreht sich um den Freien Willen des Menschen. Gott will freiwillig, ohne Zwang geliebt werden. Sonst wären wir Roboter. Wenn wir nicht die Möglichkeit zum bösen Handeln hätten, dann wären wir Marionetten die - NICHT FÄHIG WÄREN ZU LIEBEN.

Also wieder: Wir haben also einen Freien Willen. Warum nun gibt es die Hölle? Angenommen, jeder käme in den Himmel, ganz gleich was er tut, dann gäbe es 1. keine Gerechtigkeit und, viel wichtiger, 2. keinen Freien Willen! Unser Handeln, das sich gegen Gott richtet, hätte keine Konsequenz. Das ist so wie wenn ich Gott beleidigen will , und es aber gar nicht kann, weil es Gott wurscht ist. Gott liebt uns so sehr, wir können tun und lassen was wir wollen, er wird uns trotzdem alle zu sich holen. ERGO: Unser Handeln wäre Gott egal. ERGO: Wir wären Gott egal. ERGO: Gott wäre für uns tot, weil er uns - zumindest hier auf Erden - egal sein kann.

Ein anderes Beispiel: Wir kennen vielleicht die Situation, wenn wir von einer Person umarmt werden/liebkost werden, die wir nicht so sehr mögen/die uns unangenehm ist. Mir wird also von einer Person (die mir sonst gleichgültig ist) eine Zuneigung/Aufmerksamkeit zuteil, die ich nicht will, die ich am liebsten verhindern möchte.
Problem! Wir lassen solche Situationen höflich, aber innerlich peinlich berührt über uns ergehen... und denken uns unseren Teil über diese Person/ diese Situation...

Und jetzt übertragen wir das ganze auf unsere Gottesbeziehung. Gott will nicht diese ungeliebte Person sein, die sich aufdrängt, uns etwas zuteil werden lässt, was wir gar nicht wollen. Gott liebt uns so sehr, dass er uns auch die Möglichkeit lässt, von ihm "nicht belästig zu werden". DAS bedeutet nun wahrhaft FREIER WILLE.

Die Hölle ist nicht geschaffen, sie ist von Gott zugelassen. Gott lässt uns die Entscheidung frei, von ihm fern zu sein. So wie ein Satanisten-Paar bei einem Prozess in Deutschland (genaueres weiß ich gerade nicht mehr) gesagt hat, sie freuten sich darauf, ewig von Gott fern zu sein. Gott verbannt niemand in die Hölle, dazu ist seine Barmherzigkeit zu groß.

Aber der Mensch, dem Gottes Wort total gleichgültig ist, sich also sein Leben lang nichts aus Gott macht, in jeder Situation seines Lebens sein Gewissen und seine Seele totschlägt, wird auch wenn er zum letzten Mal vor die Wahl gestellt wird zwischen der Gemeinschaft mit Gott (Himmel) oder der absoluten Entfernung von Gott (Hölle) sich für das entscheiden, woran er gewöhnt ist. An die Gottferne.

Was bedeutet aber das? Gottferne bedeutet Abwesenheit von Liebe. Der Mensch kann sein Leben lang ohne Liebe (geistige Liebe!) zu Gott und zum Nächsten verbringen. Diese Liebe unterwirft er deshalb immer den irdischen Prioritäten. So tötet er die Liebe in sich zuerst zu Gott, bald zum Nächsten und letztendlich bleibt nur noch die Eigenliebe, oder die Liebe zu einem Objekt, einem Götzen, einer sinnlichen Lust etc...
Was heißt das für die Seele? Die Seele, die uns Gott ähnlich macht, uns fähig macht zur Gemeinschaft mit Gott, ist bereits auf Erden IN DER HÖLLE/FERN VON GOTT. Der Folterknecht ist der Mensch selbst!

Was wird nun dieser Mensch (der nun ALS SEELE vor Gott tritt) sagen, wenn Jesus zu ihm beim individuellen Gericht sagt: Geh dorthin, wo du dein Herz hast... Wohin gehst du?
Der eine, der in seinem Leben Gott zu lieben versucht hat, wird sagen: "Zu dir, mein Herr! Aber lass mich mein Brautkleid erst im Purgatorium, also im Fegefeuer, reinigen, sodass mein Herz ganz rein werde, und es so würdig sei, dein Antlitz für immer zu schauen; sich in deine Liebe zu versenken." Schließlich will niemand, nicht einmal ein Bettler, bei einem festlichen Anlass als einziger in schlechtem Alltagsgewand, sondern festlich angezogen, erscheinen. Und dann erst, beim Hochzeitsmahl des Herrn!
Der andere, der von Gott nichts wissen will, weil er die Freuden seines irdischen Lebens nicht aufgeben will, oder es nicht akzeptieren will, dass jemand größer sei als er, wird sagen: "Dorthin will ich gehen, wo sie den Fußball anbeten, den Sex, das Geld, die Macht.. Dorthin, wo ICH Gott bin und NICHT DU!"

Warum aber ist diese Entscheidung beim individuellen Gericht unwiderruflich? Weil uns dort alles bewusst werden wird, alles klar und deutlich vor Augen stehen wird.    
In Wahrheit werden wir keine Entscheidung mehr treffen müssen, denn Jesus wird nur unsere Seele, unser Herz anschauen müssen, und wird wissen, was unsere Entscheidung ist. Und so wird sein Richtspruch sein: Das was wir wollen, soll uns zuteil werden! Woran wir im Leben unsere Freude gefunden haben, dass werden wir auch nacher erhalten.

Oh... das ist jetzt lang geworden! Friede mit euch!
« Letzte Änderung: 28. Juni 2011, 15:04:54 von Schear-Jaschub »

Offline Andreas777

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Hallo,

ich möchte mich in die Diskussion hier nicht einmischen aber für mich hat sich eine Frage aufgetan die mich mal interressiert. Der Dieb der links am Kreuz neben Christus hing dem wurde von Christus ja gesagt das er noch heute mit ihm im Himmelreich sein werde. Wieso blieb ihm die Läuterung im Fegefeuer erspart ? War da eventuell die weltliche Läuterung indem man ihn kreuzigte ausreichend das ihm das dann erspart blieb ?
Also das ist eine wirkliche Frage nun und keine in einer Frage verpackte Kritik an irgendwas. Nur um Mißverständnissen vorzubeugen.

Lg Andreas
 

Perdiger 1
9, Was geschehen ist, wird wieder geschehen, was man getan hat, wird man wieder tun: Es gibt nichts Neues unter der Sonne.

LoveAndPray85

  • Gast
Meine Anschlussfrage an die von Andreas777 (die ich mir seit einiger Zeit stelle):
Warum sagt Jesus "heute mit mir im Paradies", wenn er doch erst am
dritten Tage in den Himmel aufgefahren ist?
Ist das "heute" also insofern nicht wörtlich zu verstehen?

Schear-Jaschub

  • Gast
Hallo,

ich möchte mich in die Diskussion hier nicht einmischen aber für mich hat sich eine Frage aufgetan die mich mal interressiert. Der Dieb der links am Kreuz neben Christus hing dem wurde von Christus ja gesagt das er noch heute mit ihm im Himmelreich sein werde. Wieso blieb ihm die Läuterung im Fegefeuer erspart ? War da eventuell die weltliche Läuterung indem man ihn kreuzigte ausreichend das ihm das dann erspart blieb ?
Also das ist eine wirkliche Frage nun und keine in einer Frage verpackte Kritik an irgendwas. Nur um Mißverständnissen vorzubeugen.
Lg Andreas

Meines Wissens ist das Entscheidende hier wieder einmal der Glaube. Sowie der Glaube als Gerechtigkeit angerechnet wird, so muss es wohl auch bei dem linken Schächer sein. Ringsum schimpfen alle gegen Jesus (einen Verlierer, einen der am Ende ist... wie ein Aussätziger aussieht... nichts aber auch gar nichts Göttliches an sich hat...), freuen sich, ihn gekreuzigt zu sehen, lachen und verspotten ihn. Eine Frau und ein Jünger stehen weinend neben dem Kreuz. Sogar der andere Schächer verspottet Jesus.

Aber der gute Schächer glaubt trotzdem und sagt: Uns geschieht recht, wir erhalten den Lohn für unsere Taten; dieser aber hat nichts Unrechtes getan. Das ist Gerechtigkeit. Aber dass er auch an Jesus als den Messias glaubt sagte er im nächsten Satz: Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst.
Er bereut also auch. Er sieht seine Sünde ein. Er sagt: Wir, ich, verdiene es hier zu hängen. Schon im alten Testament steht: Das Opfer, das Gott gefällt, ist ein zerknirschter Geist, ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verschmähen. (Ps 51) Das ist die Reue, die der Schächer zeigt.

Und schon bei Ez 18,21 steht: Wenn der Schuldige sich von allen Sünden, die er getan hat, abwendet, auf alle meine Gesetze achtet und nach Recht und Gerechtigkeit handelt, dann wird er bestimmt am Leben bleiben und nicht sterben. Keines der Vergehen, deren er sich schuldig gemacht hat, wird ihm angerechnet. Wegen seiner Gerechtigkeit wird er am Leben bleiben.  
Und dazu in Röm 4,2-5: Wenn Abraham aufgrund von Werken Gerechtigkeit erlangt hat, dann hat er zwar Ruhm, aber nicht vor Gott. Denn die Schrift sagt: Abraham glaubte Gott und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet. Dem, der Werke tut, werden diese nicht aus Gnade angerechnet, sondern er bekommt den Lohn, der ihm zusteht. Dem aber, der keine Werke tut, sondern an den glaubt, der den Gottlosen gerecht macht, dem wird sein Glaube als Gerechtigkeit angerechnet.

Friede!
« Letzte Änderung: 28. Juni 2011, 19:51:33 von Schear-Jaschub »

Schear-Jaschub

  • Gast
Meine Anschlussfrage an die von Andreas777 (die ich mir seit einiger Zeit stelle):
Warum sagt Jesus "heute mit mir im Paradies", wenn er doch erst am
dritten Tage in den Himmel aufgefahren ist?
Ist das "heute" also insofern nicht wörtlich zu verstehen?

Am dritten Tag ist er "von den Toten auferstanden", erst 40 Tage später "in den Himmel aufgefahren" :)

Aber das ist eine sehr gute Frage, die auch mir immer wieder zu denken gibt.
Am plausibelsten scheint mir folgendes: Jesus stirbt, steigt hinab in die Hölle, verkündete seinen Sieg über den Tod und den Satan, "predigte dort den Geistern" (wahrscheinlich denen im Fegefeuer), und führte die Gerechten aus der Vorhölle hinauf in den Himmel (besser: er öffnete ihnen die Pforte zum Paradies). Er selbst, also der mensch-gewordene Gott-Sohn, kehrt aber noch nicht zum Vater zurück. .... und erst am dritten Tag ist die physische Auferstehung.

EINES darf man nie übersehen: nach der Lehre der katholischen Kirchenväter (auch den Sci Vias von der Hl. Hildegard von Bingen) war das WORT (Jesus Christus) immer bei Gott. Das Wort hat sich nicht getrennt von der Dreieinigkeit, als Jesus Christus auf Erden war, und war doch gleichzeitig auf der Erde im menschlichen Leib.
So kommt der Schächer natürlich auch sofort zu Jesus Christus, der die 2. Person der Dreieinigkeit ist!
Der einzige Unterschied ist, dass sein Leib noch nicht verherrlicht ist.

Friede!
« Letzte Änderung: 18. Oktober 2011, 08:49:08 von Schear-Jaschub »

LoveAndPray85

  • Gast
Danke für Deine Erklärung.

Ich dachte, dass die "Armen Seelen" nicht vor Jesus
in den Himmel kamen, sondern dass Jesus zuerst dort war...

Aber Deine Interpretation mit Bezug zur Hl. Dreifaltigkeit
finde ich einleuchtend.

Aber das sind wahrscheinlich alles eher Fragen für die
Theologen  :).

Schear-Jaschub

  • Gast
Danke für Deine Erklärung.

Ich dachte, dass die "Armen Seelen" nicht vor Jesus
in den Himmel kamen, sondern dass Jesus zuerst dort war...

Aber Deine Interpretation mit Bezug zur Hl. Dreifaltigkeit
finde ich einleuchtend.

Aber das sind wahrscheinlich alles eher Fragen für die
Theologen  :).

Da hab ich mich vielleicht missverständlich ausgedrückt, aber ich meinte nicht, dass die Armen Seelen vor Jesus in den Himmel kamen. Natürlich wird es auch Arme Seelen aus dem alten Bund gegeben haben, die schon rein waren. Aber primär geht es um die Gerechten des alten Bundes (z.B. Hl. Josef), denen Jesus den Himmel öffnete.

 

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