Autor Thema: Der heilige Rosenkranz  (Gelesen 8257 mal)

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Der heilige Rosenkranz
« am: 07. Oktober 2016, 12:59:52 »
Der heilige Rosenkranz
Das wunderbare Geheimnis
der Bekehrung und des Heiles

Hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort

 
Über Würde und Wert des Rosenkranzgebetes, sowie über den Gebrauch dieser himmlischen Waffe kann uns niemand besser belehren, als der Heilige Ludwig Maria Grignion von Montfort.



Inhalt:
http://www.mutterdererloesung.de/Heilige/Ludwig%20Maria%20Grignion%20von%20Montfort/Der%20Heilige%20Rosenkranz/0%20Einleitungen/Inhhalt.htm

Vorwort:
http://www.mutterdererloesung.de/Heilige/Ludwig%20Maria%20Grignion%20von%20Montfort/Der%20Heilige%20Rosenkranz/0%20Einleitungen/vorwort.htm



Der heilige Rosenkranz,
das wunderbare Geheimnis
der Bekehrung und des Heiles.


Die weiße Rose
(für die Priester)

Diener des Allerhöchsten, Prediger der Wahrheit, Verkünder des Evangeliums, erlaubet mir, euch die weiße Rose dieses Büchleins darzureichen, um die Wahrheiten, welche einfach und ungeschminkt darin niedergelegt sind, euch ins Herz und in den Mund zu legen. In euer Herz, damit ihr die heilige Übung des Rosenkranzes annehmen und ihre Früchte verkosten möget. In euern Mund, damit ihr die Vorzüglichkeit dieser heiligen Übung prediget und sie durch dieses Mittel bekehren möget.

Hütet euch wohl, diese Übung als klein und unbedeutend zu betrachten, wie die gedankenlose Masse und selbst manche stolze Gelehrte es tun; sie ist wahrhaft groß, erhaben und göttlich. Der Himmel selbst hat sie euch gegeben; er gab sie euch, um die verstocktesten Sünder und hartnäckigsten Irrlehrer zu bekehren. Gott hat die Gnade in diesem Leben und die Glorie in der Ewigkeit daran geknüpft. Die Heiligen haben sie geübt, und von den Päpsten wurde sie gutgeheißen.

O wie glücklich ist ein Priester und Seelenführer, dem der Heilige Geist dieses den meisten Menschen unbekannte oder nur oberflächlich bekannte Geheimnis geoffenbart! Hat er einmal die praktische Kenntnis dieses Geheimnisses erlangt, so wird er selbst den Rosenkranz täglich beten und andere anleiten, ihn täglich zu beten. Gott und seine heiligste Mutter werden die Gnade im Überfluß in seine Seele ergießen, um ihn zu einem Werkzeug ihrer Ehre zu machen; und er wird durch sein, wenn auch einfaches Wort, in einem Monat mehr Früchte zeitigen als die übrigen Prediger in mehreren Jahren.

Begnügen wir uns also nicht damit, meine lieben Mitbrüder, das Rosenkranzgebet anderen anzuraten, wir müssen es selbst üben. Wir können innerlich von der Vortrefflichkeit des heiligen Rosenkranzes überzeugt sein, aber solange wir ihn nicht beten, wird man sich sehr wenig Mühe geben, zu tun, was wir raten, denn niemand gibt, was er nicht hat. Coepit Jesus facere et docere (Apg 1,1). Ahmen wir Jesus nach, der damit begonnen hat, zu tun, was er lehrte. Ahmen wir den Apostel nach, der nichts kannte und predigte als Jesus, den Gekreuzigten (1 Kor 2,2). Das werdet ihr tun, indem ihr den heiligen Rosenkranz predigt, der, wie ihr nachher sehen werdet, nicht nur eine Zusammensetzung des Vaterunsers und Ave Maria ist, sondern ein göttlicher Abriß der Geheimnisse des Lebens, Leidens und Sterbens und der Glorie Jesu und Mariä.

Wenn ich glaubte, die Erfahrung, die mir Gott von der Wirksamkeit der Verkündigung des heiligen Rosenkranzes für die Bekehrung der Sünder gegeben hat, könnte euch bestimmen, trotz der gegenteiligen Gewohnheit der Prediger, den Rosenkranz zu verkünden, so würde ich euch von den wunderbaren Bekehrungen erzählen, welche ich bei der Predigt des Rosenkranzes mit eigenen Augen geschaut; aber ich begnüge mich, euch in diesem Abriß einige alte und wohlbezeugte Beispiele anzuführen. Nur euretwegen habe ich mehrere lateinische Stellen bewährter Autoren eingefügt, die beweisen, was ich dem Volke in seiner Sprache erkläre.

GOTTES HANDELN IST IMMER LIEBE,
AUCH WENN WIR IHN NICHT VERSTEHN.

ÖFFNET AUGEN, OHREN, HERZ UND SEELE
FÜR GOTTES HERRLICHKEIT!

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Die rote Rose
« Antwort #1 am: 08. Oktober 2016, 11:29:45 »
Der heilige Rosenkranz,
das wunderbare Geheimnis
der Bekehrung und des Heiles

Hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort



Die rote Rose
(für die Sünder)


Euch, ihr armen Sünder und Sünderinnen, bietet ein noch größerer Sünder eine vom Blute Jesu Christi gerötete Rose dar, um euch damit zu schmücken und euch zu retten.

Die Gottlosen und die unbußfertigen Sünder rufen täglich: Coronemus nos rosis! "Bekränzen wir uns mit Rosen (Weish 2,8)!" Singen auch wir: "Bekränzen wir uns mit den Rosen des heiligen Rosenkranzes!" O wie verschieden sind ihre Rosen von den unsrigen!

Ihre Rosen sind fleischliche Vergnügen, eitle Ehren und vergängliche Reichtümer, die bald verwelken und verfaulen; die unsrigen aber, nämlich unsere andächtigen Vaterunser vereint mit unseren Bußwerken, werden nie verwelken noch verblühen, und ihre Pracht wird in hundert Jahren ebenso glänzend sein wie jetzt.

Ihre angeblichen Rosen sind nur Scheinrosen, im Grunde sind sie nichts als in diesem Leben stechende Dornen der Gewissensbisse, im Tode durchbohrende Dornen der Reue, und durch die ganze Ewigkeit hindurch brennende Dornen der Wut und Verzweiflung.

Wenn unsere Rosen Dornen haben, so sind es Dornen Jesu Christi, der sie in Rosen verwandelt. Wenn unsere Rosen stechen, so stechen sie nur eine Zeit lang, und dann nur, um uns von der Sünde zu heilen und uns zu retten.

Bekränzen wir uns denn um die Wette mit solchen Paradiesesrosen, indem wir täglich einen Psalter beten, d.h. drei Rosenkränze von je fünf Zehnern, oder drei Blumenkronen:

1. um die drei Kronen Jesu und Mariä zu ehren: die Gnadenkrone Jesu in seiner Menschwerdung, seine Dornenkrone im Leiden und seine Strahlenkrone im Himmel sowie die dreifache Krone, die Maria von der heiligsten Dreifaltigkeit im Himmel empfangen hat;

2. um von Jesus und Maria drei Kronen zu empfangen, nämlich die Krone der Verdienste im Leben, die Krone des Friedens im Sterben und die Krone der Herrlichkeit im Himmel.

Wenn ihr trotz der Größe eurer Sünden treu in diesem Gebete bis zum Tode fromm verharrt, so werdet ihr, glaubet es mir, eine unverwelkliche Krone der Herrlichkeit empfangen. Percipietis coronam immarcescibilem (1 Petr 5,4). Stündest du schon am Rande des Abgrundes, und hättest du schon einen Fuß in der Hölle, oder hättest du wie ein Zauberer deine Seele dem Teufel verkauft, wärest du ein verhärteter, wie ein Dämon verstockter Irrlehrer, so wirst du dich früher oder später bekehren und gerettet werden, vorausgesetzt, ich wiederhole es, und beobachte gut die Worte und Ausdrücke meines Ratschlages, daß du bis zum Tode jeden Tag andächtig den Rosenkranz betest, um die Wahrheit zu erkennen und die Reue und Verzeihung deiner Sünden zu erlangen.

Ihr werdet in diesem Buche viele Beispiele von großen Sündern sehen, die durch die Kraft des heiligen Rosenkranzgebetes bekehrt wurden. Leset sie und betrachtet sie aufmerksam!

Gott allein!
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Der mystische Rosenstrauch
« Antwort #2 am: 09. Oktober 2016, 13:06:31 »
Der heilige Rosenkranz,
das wunderbare Geheimnis
der Bekehrung und des Heiles

Hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort


Der mystische Rosenstrauch
(für die frommen Seelen)

Ihr werdet es mir nicht verargen, ihr frommen und vom Heiligen Geiste erleuchteten Seelen, daß ich euch einen vom Himmel stammenden mystischen Rosenstrauch überreiche, um ihn in den Garten eurer Seele zu pflanzen. Er wird ja die duftenden Blumen eurer Betrachtungen nicht schädigen. Er ist sehr wohlriechend und ganz göttlich und wird in der Ordnung eurer Gartenbeete nichts verderben. Er ist sehr rein und wohlgeordnet und bringt in alles Ordnung und Feinheit. Wenn man ihn jeden Tag sorgfältig begießt und pflegt, wächst er in solch wunderbare Höhe und breite, daß er nicht nur alle anderen Andachtsübungen nicht hindert, sondern sie sogar unterstützt und vervollkommnet.

Da ihr innerliche Seelen seid, versteht ihr mich wohl: der Rosenstrauch ist Jesus und Maria im Leben, im Tode und in der Ewigkeit.

Die grünen Blätter dieses mystischen Rosenstrauches drücken die freudenreichen Geheimnisse Jesu und Mariä aus, die Dornen die schmerzhaften, die Blumen die glorreichen.

Die Rosenknospen bedeuten die Kindheit Jesu und Mariä, die offenen Rosen stellen Jesus und Maria im Leiden dar, die ganz entfalteten Rosen zeigen Jesus und Maria in ihrer Glorie und Verherrlichung.

Die Rose erfreut durch ihre Schönheit: so Jesus und Maria in den freudenreichen Geheimnissen; sie sticht mit ihren Dornen: das sind ihre schmerzhaften Geheimnisse; sie erfreut durch die Süßigkeit ihres Duftes: so Jesus und Maria in ihren glorreichen Geheimnissen!

Verschmähet also meine so liebliche und göttliche Pflanze nicht, pflanzet sie selbst in eure Seele, indem ihr den Entschluß fasset, euren Psalter zu beten, pfleget und begießet sie, indem ihr ihn treu jeden Tag betet und gute Werke übt, und ihr werdet sehen, wie das Samenkorn, das jetzt so klein scheint, mit der Zeit ein großer Baum wird, wo die Vögel des Himmels, d.h. die auserwählten und in der Betrachtung erhabenen Seelen, ihre Nester oder Gezelte bauen werden, um unter dem Schatten seiner Blätter von der Glut der Sonne beschirmt, durch seine Höhe vor den wilden Tieren der Erde geschützt, und endlich, um köstlich ernährt zu werden von seiner Frucht, welche keine andere ist, als der anbetungswürdige Jesus, dem Ruhm und Ehre sei in alle Ewigkeit. Amen.

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Die Rosenknospe
« Antwort #3 am: 10. Oktober 2016, 19:01:46 »
Der heilige Rosenkranz,
das wunderbare Geheimnis
der Bekehrung und des Heiles

Hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort


Die Rosenknospe
(für die kleinen Kinder)

Euch, meine kleinen Freunde, biete ich eine schöne Rosenknospe dar. Es ist ein kleines Korn eures Rosenkranzes, das in euren Augen als etwas so Geringfügiges erscheint. Wie kostbar ist dieses Korn! O wie wunderbar ist diese Knospe! Wie schön wird sie sich entfalten, wenn ihr andächtig euer Ave Maria betet! Es wäre zu viel verlangt, euch für jeden Tag einen ganzen Psalter anzuraten. So betet wenigstens täglich andächtig euren Rosenkranz, den ihr als einen kleinen Kranz von Rosen Jesu und Maria auf das Haupt setzt. Glaubet mir, höret die schöne Geschichte und behaltet sie gut.

Zwei kleine Schwesterlein saßen an der Türe ihrer Wohnung und beteten andächtig den Rosenkranz. Da erschien ihnen eine schöne Frau, näherte sich dem jüngeren Kinde, das nur sechs bis sieben Jahre zählte, nahm es bei der Hand und führte es mit sich. Die ältere Schwester war ganz überrascht und suchte ihr Schwesterlein, und da sie es nicht finden konnte, kam sie ganz trostlos nach Hause und sagte, man habe ihre Schwester fortgeführt. Vater und Mutter suchten drei Tage lang umsonst. Am Schluß des dritten Tages fanden sie das Kind mit ganz fröhlichem und freudigem Antlitz in der Türe. Sie fragten es, woher es komme. Es antwortete, die Dame, zu der es den Rosenkranz gebetet habe, habe es an einen schönen Ort geführt und ihm viele gute Sachen zu essen gegeben, sie habe ihm ein schönes, kleines Kind in die Arme gelegt, das es oft küssen durfte. Die Eltern, die erst kürzlich zum Glauben bekehrt worden waren, ließen den Jesuitenpater kommen, der sie im Glauben und in der Andacht zum Rosenkranz unterrichtet hatte, und erzählten ihm, was vorgefallen war. Von ihm selbst habe ich es erfahren. Es ist dies in Paraguay geschehen.

Ahmet, liebe Kinder, diesen kleinen Mädchen nach und betet täglich euren Rosenkranz, und ihr werdet dadurch verdienen, in den Himmel zu kommen und Jesus und Maria zu schauen, wenn nicht in diesem Leben, so doch wenigstens nach dem Tode die ganze Ewigkeit hindurch. Amen.
 
***
 

Mögen also Gelehrte und Ungelehrte, Gerechte und Sünder, Große und Kleine Tag und Nacht mit dem heiligen Rosenkranz Jesus und Maria loben und grüßen! Salutate Mariam, quae multum laboravit in vobis. "Grüßet Maria, welche sich für euch so sehr abgemüht hat (Röm 16,6)."



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Erste Rose
« Antwort #4 am: 11. Oktober 2016, 14:33:31 »
Erster Zehner

Vortrefflichkeit des heiligen Rosenkranzes
in seinem Ursprung und Namen

Hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort


ERSTE ROSE

Die Gebete des Rosenkranzes

Der Rosenkranz schließt zwei Dinge in sich, nämlich das betrachtende und mündliche Gebet.
Das betrachtende Gebet des heiligen Rosenkranzes ist nichts anderes als die Betrachtung der wichtigsten Geheimnisse des Lebens, des Todes und der Glorie Jesu Christi und seiner heiligsten Mutter.

Das mündliche Gebet des Rosenkranzes besteht darin, daß man je zehn Ave Maria und ein Vaterunser fünfzehnmal wiederholt und dabei betrachtet, indem man die fünfzehn Haupttugenden, welche Jesus und Maria in den fünfzehn Geheimnissen des heiligen Rosenkranzes geübt haben, sich vor Augen stellt.

Im ersten Teil des Rosenkranzes, der fünf Zehner umfaßt, verehrt und betrachtet man die fünf freudenreichen, im zweiten Teil die fünf schmerzhaften und im dritten Teil die fünf glorreichen Geheimnisse. So ist der heilige Rosenkranz eine heilige Verbindung des betrachtenden und mündlichen Gebetes zur Verehrung und Nachahmung der Geheimnisse des Lebens und Sterbens, des Leidens und der Verherrlichung Jesu und Mariä.



« Letzte Änderung: 12. Oktober 2016, 17:07:40 von geringstes Rädchen »
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Zweite Rose
« Antwort #5 am: 12. Oktober 2016, 17:03:59 »
Erster Zehner

Vortrefflichkeit des heiligen Rosenkranzes
in seinem Ursprung und Namen

Hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort


ZWEITE ROSE

Ursprung des Rosenkranzes

Insofern der Rosenkranz in seinem Grund und Wesen aus dem Gebete Jesu Christi und dem Engelsgruße zusammengesetzt ist, nämlich aus dem Vaterunser und Ave Maria, und aus der Betrachtung der Geheimnisse Jesu und Mariä, ist dies ohne Zweifel das erste Gebet und die erste Andacht der Gläubigen.

In der Form und Methode aber, wie er jetzt gebetet wird, ist der heilige Rosenkranz erst im Jahre 1214 der Kirche geoffenbart und von der allerseligsten Jungfrau dem heiligen Dominikus zur Bekehrung der häretischen Albigenser und der Sünder gegeben worden, und zwar auf die Art und Weise, wie ich erzählen werde nach dem Berichte des seligen Alanus de Rupe in seinem berühmten Buche: De dignitate psalterii. ("Von der Würde des Psalters Mariä.")

Als der heilige Dominikus sah, daß die Verbrechen der Menschen der Bekehrung der Albigenser ein Hindernis setzten, ging er in einen nahen Wald bei Toulouse und verbrachte dort drei Tage und drei Nächte in fortwährender Gebets- und Bußübung; er hörte nicht auf, zu seufzen und zu weinen und seinen Körper durch Geißelstreiche zu kasteien, um den Zorn Gottes zu beschwichtigen, bis er schließlich halbtot umfiel.

Da erschien ihm die Allerseligste Jungfrau in Begleitung dreier Himmelsfürstinnen und sagte zu ihm: "Weißt du, mein lieber Dominikus, welcher Waffe die heiligste Dreifaltigkeit sich bedient hat, um das Heil der Welt wiederherzustellen?"

"O meine Herrin!" antwortete er, "Du weißt es besser als ich, denn nach Deinem Sohne Jesus Christus bist Du das vorzüglichste Werkzeug unseres Heiles gewesen."

Sie fügte bei: "Wisse, daß die hauptsächlichste Waffe der Psalter des Rosenkranzes war, welcher das Fundament des neuen Testamentes ist. Wenn du deshalb jene verstockten Herzen für Gott gewinnen willst, so predige meinen Rosenkranz."

Der Heilige erhob sich ganz getröstet, und ganz von Eifer für das Heil dieser Völker entflammt, trat er in die Kathedrale ein. Sofort läuteten die Glocken, von Engelshand gezogen, um die Einwohner zu versammeln.

Bei Beginn der Predigt erhob sich ein schreckliches Gewitter; die Erde erzitterte, die Sonne verfinsterte sich; der unaufhörliche Donner und die gewaltigen Blitzschläge bewirkten, daß alle Zuhörer erbleichten und zitterten. Ihr Schrecken steigerte sich noch, als sie sahen, wie ein Marienbild, das vor aller Augen ausgestellt war, dreimal die Arme gen Himmel erhob, um die Rache Gottes über sie herabzurufen, falls sie sich nicht bekehren und unter den Schutz der Gottesmutter flüchten wollten.

Der Himmel wollte durch dieses Wunder die neue Andacht des heiligen Rosenkranzes vermehren und verbreiten. Das Gewitter hörte endlich durch die Fürbitte des heiligen Dominikus auf. Er fuhr in seiner Rede weiter und erklärte mit solchem Eifer und solcher Kraft die Vortrefflichkeit des heiligen Rosenkranzes, daß fast alle Bewohner der Stadt ihn annahmen und ihren Irrtümern widersagten. Nach kurzer Zeit nahm man eine große Veränderung in den Sitten und im Leben der Stadt wahr.

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Dritte Rose
« Antwort #6 am: 13. Oktober 2016, 17:26:01 »
Erster Zehner

Vortrefflichkeit des heiligen Rosenkranzes
in seinem Ursprung und Namen

Hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort


DRITTE ROSE

Der heilige Dominikus und der Rosenkranz

Diese wunderbare Einführung des heiligen Rosenkranzes, die etwas Ähnlichkeit hat mit der Art, wie Gott auf dem Berge Sinai der Welt das Gesetz gegeben, zeigt augenscheinlich die Vortrefflichkeit dieser himmlischen Übung. Auch predigte der heilige Dominikus, vom Heiligen Geiste erleuchtet und von der allerseligsten Jungfrau und durch seine eigene Erfahrung belehrt, sein ganzes übriges Leben hindurch den Rosenkranz mit Wort und Beispiel in Stadt und Land, vor Groß und Klein, Gelehrt und Ungelehrt, vor Katholiken und Irrgläubigen. Der Psalter, den er täglich betete, war seine Vorbereitung vor der Predigt und sein Gebet nach der Predigt.

Als der Heilige einmal am Feste des heiligen Evangelisten Johannes in der Kirche Notre-Dame zu Paris sich in einer Kapelle hinter dem Hochaltar befand, um sich durch das Rosenkranzgebet auf die Predigt vorzubereiten, erschien ihm die liebe Gottesmutter und sprach: "Dominikus, obschon die Predigt, die du vorbereitet hast, gut ist, so bringe ich dir dennoch hier eine viel bessere." Der heilige Dominikus empfing aus ihrer Hand das Buch, worin diese Predigt stand, las es, verstand es und dankte Maria dafür.

Als die Zeit der Predigt gekommen, stieg er auf die Kanzel und sagte zum Lobe des heiligen Evangelisten Johannes nichts anderes, als daß er verdient habe, der Beschützer der Himmelskönigin zu sein. Darauf erklärte er der ganzen Versammlung der vornehmen und gelehrten Zuhörer, die nur an seltene und glänzende Reden gewohnt waren, er werde nicht mit gelehrten Worten menschlicher Weisheit zu ihnen sprechen, sondern in der Einfachheit und Kraft des Heiligen Geistes. Alsdann predigte der heilige Dominikus den heiligen Rosenkranz und erklärte ihnen Wort für Wort wie kleinen Kindern den Gruß des Engels, indem er sich der sehr einfachen Vergleiche bediente, die er auf dem von der Allerseligsten Jungfrau erhaltenen Blatte gelesen hatte. Ich lasse die eigenen Worte des gelehrten Karthagena (in lateinischer Sprache) folgen, die er dem Buche des seligen Alanus de Rupe, betitelt: De dignitate psalterii", entnommen hat:

Patrem sanctum Dominicum sibi haec revelatione iixisse testatur: Tu praedicas, füi, sed tibi caveas, ne rotius laudem humanam quaeras quam animarum rructum, audi quid mihi Parisüs contigit. Debebam in caaiori ecclesia beatae Mariae praedicare, et volebam curiose non iactantiae causa, sed propter astantium :acultatem et dignitatem. Cum igitur more meo per horam fere ante sermonem in Psalterio meo (Rosarium intelligit) quadam in capella post altare maius orarem, subito factus sum in raptum. Cernebam amicam meam Dei Genetricem afferentem mihi libellum et dicentem: 'Dominice, etsi bonum est quod praedicare disposuisti, sermonem tarnen longe meliorem attuli." Laetus librum capio, lego constanter, ut dixit, reperio, gratias ago. Adest hora sermonis, adest Parisiensis universitas tota, dominorumque numerus magnus. Audiebant quippe et videbant signa magna quae per me Dominus operabatur; itaque ambonem ascendo. (Festum erat sancti Joannis Evangelistae.) De eo aliud non dico nisi quod custos singularis esse meruit Reginae coeli. Deinde auditores sic alloquor: Domini et magistri praestantissimi, aures reverentiae vestrae solitae sunt cu- riosos audire sermones et auscultare. At nunc ego non in doctis humanae sapientiae verbis, sed in ostensione Spiritus et virtutis loquar. Tune ait Carthagena post beatum Alanum: "Stans Dominicus eis explicavit salu- tationem angelicam comparationibus familiaribus hoc modo."

Wie derselbe Karthagena nach dem seligen Alanus berichtet, erschienen der göttliche Heiland und die allerseligste Jungfrau dem heiligen Dominikus noch öfters, um ihn zu drängen und mehr und mehr zu ermuntern, den heiligen Rosenkranz zu predigen, um dadurch die Sünde zu überwinden und die Sünder und Irrlehrer zu bekehren.

Er schreibt an einer Stelle:
"Beatus Alanus dicit sibi a beata Virgine revelatum fuisse Christum Filium suum apparuisse post se sancto Dominico et ipsi dixisse: "Dominice, gaudeo quod non confidas in tua sapientia, sed cum humilitate potius velis salvare animas quam vanis hominibus placere. Sed multi praedicatores sta- tim volunt contra gravissima peccata instare, ignorantes quod ante gravem medicinam debet fieri praepara- tio, ne medicano sit inanis et vacura: quapropter prius homines debent induci ad orationis devotionem et signanter ad Psalterium meum angelicum; quoniam, si omnes coeperint hoc orare, non dubium est quin perseverantibus aderit pietas divinae clementiae. Praedica ergo psalterium meum."

Der selige Alanus sagt, die Allerseligste Jungfrau habe ihm geoffenbart, ihr Sohn Jesus Christus sei nach ihr dem heiligen Dominikus erschienen und habe zu ihm gesagt: "Dominikus, es freut mich, daß du nicht auf deine Weisheit baust, sondern in Demut vielmehr die Seelen retten, als den eitlen Menschen gefallen willst. Viele Prediger jedoch wollen sofort gegen die schwersten Sünden donnern und wissen nicht, daß man einen Kranken zuerst auf ein beschwerliches Heilmittel vorbereiten muß, damit er es mit Nutzen nehme. Deshalb müssen sie zuerst ihren Zuhörern die Liebe zum Gebet und vor allem zu meinem Rosenkranz einflößen; denn wenn alle anfangen, diesen zu beten, so ist kein Zweifel, daß allen, die darin ausharren, die göttliche Barmherzigkeit zuteil werde. Predige also meinen Rosenkranz!"

Der selige Alanus sagt an einer anderen Stelle:
Omnes sermociantes et praedicantes christicolis exor- dium pro gratia impetranda a Salutatione angelica faciunt. Huius rei ratio sumta est ex revelatione facta beato Dominico, cui beato Virgo dixit: Dominice, fili, nihil mireris quod concionando minime proficias. Aras enim terram a pluvia non irrigatam. Scito, cum Deus mundum renovare decrevisset. Salutationis angelicae pluviam praemisit, sicque mundo fructum salutarem protulit. Ad eundem modum tu in concionibus tuis ad Rosarü mei recitationem homines invita et magnos fructus animarum colliges. Ita S. Pater Dominicus fecit et uberes animarum fructus retulit. (Haec in "Libro miraculorum sancti Rosarü", itaüce conscripto, et in Iustino, discursu 243).

"Alle Prediger beten mit den Gläubigen bei Beginn der Predigt den Engelsgruß, um die göttliche Gnade zu erflehen. Der Grund davon liegt in einer Offenbarung der Allerseligsten Jungfrau an den heiligen Dominikus, dem sie sagte: "Mein Sohn, sei nicht erstaunt über den Mißerfolg deiner Predigten! Du bearbeitest nämlich ein Erdreich, das nicht vom Regen begossen wurde. Wisse denn, als Gott beschloß, die Welt zu erneuern, schickte er den Regen des Englischen Grußes voraus, und so wurde die Welt erneuert. Lade deshalb gleichfalls die Menschen in deinen Predigten ein, meinen Rosenkranz zu beten, und du wirst große Früchte für die Seelen daraus ernten." Dies führte der heilige Dominikus durch und erzielte so für die Seelen reiche Früchte." (Dies ist enthalten in dem in italienischer Sprache verfaßten Buche der Wunder des heiligen Rosenkranzes, und in der 243. Rede Justins.)

Ich habe absichtlich die lateinischen Stellen dieser angesehenen Autoren wörtlich anführen wollen zugunsten jener Prediger und Gelehrten, welche die wunderbare Kraft des heiligen Rosenkranzes bezweifeln könnten. Solange die Prediger nach dem Beispiele des heiligen Dominikus die Andacht zum heiligen Rosenkränze predigten, blühten Frömmigkeit und Tugendeifer in den religiösen Orden, welche diese Andacht pflegten, und in der christlichen Welt; aber seitdem man dieses Himmelsgeschenk vernachlässigt, sieht man allüberall nur noch Sünde und Unordnung.
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Vierte Rose
« Antwort #7 am: 14. Oktober 2016, 18:57:17 »
Erster Zehner

Vortrefflichkeit des heiligen Rosenkranzes
in seinem Ursprung und Namen

Hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort


VIERTE ROSE

Der selige Alanus de Rupe
und der Rosenkranz

Da alle, selbst die heiligsten Dinge, besonders wenn sie vom Willen der Menschen abhängen, dem Wechsel unterworfen sind, so muß man sich nicht wundern, wenn die Bruderschaft des heiligen Rosenkranzes nach ihrer Gründung nur ungefähr hundert Jahre lang in ihrem ersten Eifer fortbestand. So kam es, daß sie bald beinahe ganz der Vergessenheit anheimfiel.

Außerdem hat die Bosheit und der Neid des Teufels ohne Zweifel viel zur Vernachlässigung des heiligen Rosenkranzes beigetragen, um den göttlichen Gnadenströmen, welche diese Andacht auf die Welt herabzog, Einhalt zu tun.

In der Tat suchte die göttliche Gerechtigkeit im Jahre 1349 alle Reiche Europas durch die schrecklichste Pest heim, die je erlebt worden war. Sie verbreitete sich von Osten her über Italien, Deutschland, Frankreich, Polen und Ungarn und verheerte fast alle diese Länder, denn von hundert Personen blieb kaum eine am Leben. Drei Jahre lang wütete die Seuche und entvölkerte die Städte, Flecken, Dörfer und Klöster fast gänzlich. Dieser Geißel Gottes folgten zwei weitere: die Irrlehre der Geißelbrüder und im Jahre 1376 ein unglückseliges Schisma.

Nachdem durch die Barmherzigkeit Gottes dieses Elend aufgehört hatte, befahl die Gottesmutter dem seligen Alanus de Rupe, einem berühmten Gelehrten und Prediger aus dem Orden des heiligen Dominikus im Kloster Dinan in der Bretagne, die alte Bruderschaft des heiligen Rosenkranzes zu erneuern, damit diese berühmte Bruderschaft, die in jener Provinz den Ursprung genommen hatte, von einem Ordensmanne aus derselben Provinz wieder hergestellt werde. Der Selige begann im Jahre 1460 an dem großen Werke zu arbeiten, besonders nachdem noch der göttliche Heiland Jesus Christus, wie der Selige selbst berichtet, ihm eines Tages beim heiligen Meßopfer folgendes sagte, um ihn zum Predigen des heiligen Rosenkranzes anzueifern:
"Wie", sprach Jesus, "Du kreuzigst mich von neuem?" - "Wieso, Herr?" antwortete der selige Alanus ganz entsetzt. - "Deine Sünden sind es, die mich kreuzigen", erwiderte ihm Jesus Christus, "und ich möchte lieber noch einmal gekreuzigt werden, als meinen Vater durch deine früheren Sünden beleidigt zu sehen. Und du kreuzigst mich noch jetzt, denn du besitzest die Wissenschaft und die Eigenschaften, den Rosenkranz meiner Mutter zu predigen und durch dieses Mittel viele Seelen zu belehren und der Sünde zu entreißen.

Du würdest sie retten und große Übel verhüten; da du es aber nicht tust, bist du für die Sünden verantwortlich, die jene begehen." Diese schrecklichen Vorwürfe brachten den seligen Alanus zum Entschluß, unaufhörlich den Rosenkranz zu predigen.

Um ihn mehr und mehr zu ermuntern, den heiligen Rosenkranz zu predigen, sprach auch die göttliche Mutter eines Tages zu ihm: "Du warst in deiner Jugend ein großer Sünder, aber ich habe dir von meinem Sohne die Bekehrung erlangt; ich habe für dich gebetet, und wenn es möglich gewesen wäre, hätte ich gerne Leiden jeder Art erduldet, um dich zu retten, weil die bekehrten Sünder mein Ruhm sind, und um dich würdig zu machen, überall meinen Rosenkranz zu predigen."

Der heilige Dominikus zeigte ihm die großen Früchte, die er selbst durch das fortwährende Predigen dieser schönen Andacht unter dem Volke hervorgebracht hatte, und sprach zu ihm: "Vides quomodo profecerim in sermone isto. Id enim facies et tu, et omnes Mariae amatores, ut sic trahatis omnes populos ad omnem scientiam virtutum."

- "Siehe, welche Früchte ich durch die Predigt des heiligen Rosenkranzes hervorgebracht habe. Tuet desgleichen, du und alle, die Maria lieben, damit ihr durch die heilige Übung des Rosenkranzes alle Völker zur wahren Wissenschaft der Tugenden führet."

Das ist nun in kurzen Zügen die Geschichte der Einführung des heiligen Rosenkranzes durch den heiligen Dominikus und seiner Erneuerung durch den sel. Alanus de Rupe.

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« Antwort #8 am: 15. Oktober 2016, 12:20:25 »
Erster Zehner

Vortrefflichkeit des heiligen Rosenkranzes
in seinem Ursprung und Namen

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Die Rosenkranzbruderschaft

Es gibt im Grunde genommen nur eine Rosenkranzbruderschaft; ihre Mitglieder beten den Psalter von 150 Ave Maria.

Aber in Bezug auf den Eifer der verschiedenen Personen, die ihn beten, unterscheidet man drei Gruppen nämlich: den gewöhnlichen Rosenkranz, den ewigen Rosenkranz und den täglichen Rosenkranz.

Die Bruderschaft des gewöhnlichen Rosenkranzes schreibt vor, den Psalter jede Woche einmal zu beten.

Die Bruderschaft des ewigen Rosenkranzes verlangt nur einen Psalter im Jahr.
Die Bruderschaft des täglichen Rosenkranzes aber schreibt vor, daß man ihn täglich ganz, d.h. 150 Ave Maria bete.

Keine dieser Vorschriften jedoch verpflichtet unter Sünde, nicht einmal unter läßlicher Sünde, denn diese Verpflichtung ist ganz freiwillig und ein Werk der Übergebühr. Aber man soll sich nicht in die Bruderschaft einschreiben lassen, wenn man nicht den bestimmten Willen hat, ihn so zu beten, wie die Bruderschaft es verlangt und soweit man es kann, ohne gegen die Standespflichten zu verstoßen.

Wenn z.B. das Beten des Rosenkranzes eine Handlung verhindern würde, die Standespflicht wäre, so müßte man jene Handlung dem Rosenkranz vorziehen, so heilig er auch ist.

Wenn man in der Krankheit ihn weder ganz noch teilweise beten kann, ohne das Übel zu vermehren, ist man dazu verpflichtet.

Wenn man durch rechtmäßigen Gehorsam oder durch ungewolltes Vergessen, oder durch ein dringend notwendiges Werk verhindert ist, ihn zu beten, ist dies keine, nicht einmal eine läßliche Sünde. Man hört dann nicht auf, an den Gnaden und Verdiensten der Mitbrüder und Mitschwestern der Rosenkranzbruderschaft in der ganzen Welt teilzunehmen.

Christen, wenn ihr sogar aus reiner Nachlässigkeit, ohne eine förmliche Verachtung, den heiligen Rosenkranz zu beten unterlasset, auch dann, streng genommen, sündigt ihr nicht, doch verliert ihr den Anteil an den Gebeten und guten Werken und den Verdiensten der Bruderschaft, und durch eure Untreue in kleinen Dingen und in den Andachtsübungen werdet ihr unmerklich in die Untreue in großen Dingen und in wesentlichen Verpflichtungen fallen, denn: Qui spernit modica, paulatim decidet: "Wer das Kleine gering achtet, geht nach und nach zugrunde" (Ekkli 19,1).


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Sechste Rose
« Antwort #9 am: 16. Oktober 2016, 18:18:29 »
Erster Zehner

Vortrefflichkeit des heiligen Rosenkranzes
in seinem Ursprung und Namen

Hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort


SECHSTE ROSE

Der Psalter Mariä

Seit der Zeit, da der heilige Dominikus diese Andacht einführte, bis zum Jahre 1460, wo der selige Alanus de Rupe sie durch himmlischen Befehl erneuerte, nennt man sie den Psalter Jesu und Mariä, weil er ebenso oft den Engelsgruß enthält als der Psalter Davids Psalmen, und weil die einfachen und unwissender Leute den Psalter Davids nicht beten können, finden sie im Beten des heiligen Rosenkranzes eine ebenso große, ja noch eine viel reichere Frucht als beim Beten der Psalmen Davids:

1. Weil der Psalter Mariä eine edlere Frucht besitzt, nämlich das menschgewordene Wort, während der Psalter Davids dieses nur ankündigt.
2. Wie die Wahrheit das Vorbild und der Körper den Schatten, so übertrifft der Psalter Mariä den Psalter Davids, der nur dessen Schatten und Vorbild war.
3. Weil die heiligste Dreifaltigkeit den Psalter Mariä oder den aus dem Vaterunser und Ave Maria bestehenden Rosenkranz unmittelbar verfaßt hat.

Vernimm, was der gelehrte Johannes von Karthago hiezu bemerkt:
Sapientissimus Aquensis ad Imperatorem Augu- stissimum Maximilianum libro quem conscripsit de Rosacea corona erudite dixit: Salutandae Mariae ritus novitiis inventis haudquaquam adscibitur: si quidem, cum ipsa paene Ecclesia pullulavit: nam, cum inter ipsa nascentis Ecclesiae primordia, perfectiores quoque fideles tribus illis Davidicorum Psalmorum quinqua- genis, divinas laudes assidue celebrarent: ad rudiores quoque, qui modo arctius divinis vacabant, pii moris aemulatio est derivata..., rati id, quod erat, cuncta illorum Psalmorum Sacramenta coelesti hoc elogio delitescere; siquidem eum, quem psalmi venturum concinunt, hunc iam adesse haec formula nunciavit; sicque trinas salutationum quinquagenas... Mariae psalterium appellare coeperunt, oratione utique Dominica in singulas decades ubique praeposita, pro- ut a Psalmidicis observari ante adverterunt.

Das heißt auf Deutsch:
Der weise Lehrer von Aix-la-Chapelle schreibt in seinem Buch "Die Krone des Rosenkranzes", das er dem Kaiser Maximilian gewidmet hat: "Man kann nicht sagen, daß der Englische Gruß eine neue Erfindung sei, denn er hat sich mit der Kirche selbst verbreitet. So beteten in den Anfängen der Kirche die gebildeten Gläubigen zum Lobpreis Gottes die dreimal fünfzig Psalmen Davids. Bei den einfachen Gläubigen aber, die Mühe hatten, dem liturgischen Gebet zu folgen, entstand so ein heiliger Wettstreit...

Sie überlegten sich (was auch tatsächlich zutrifft), daß in diesem himmlischen Lobpreis (dem Rosenkranz) alle göttlichen Geheimnisse der Psalmen enthalten sind. Und dies besonders, da jene Psalmen das als zukünftig besingen, währenddem dieses Gebet Ihn begrüßt, der schon gekommen ist. So begannen sie die dreimal fünfzig Begrüßungen "Psalter Mariä" zu nennen, wobei sie jedem Zehner das Gebet des Herrn voranstellten, so wie sie es gesehen hatten bei jenen, die die Psalmen beteten."

Der Psalter oder Rosenkranz Mariä ist in drei Rosenkränze von je fünf Gesetzen eingeteilt:
1. um die drei Personen der heiligsten Dreifaltigkeit zu ehren;
2. um das Leben, den Tod und die Glorie Jesu Christi zu ehren;
3. um die triumphierende Kirche nachzuahmen, der streitenden Kirche zu helfen und die leitende zu unterstützen;
4. um die drei Teile des Psalters nachzuahmen, deren erster sich auf das Leben der Reinigung, der zweite auf das Leben der Erleuchtung und der dritte auf das Leben der Vereinigung bezieht;
5. um uns während des Lebens mit Gnaden, im Tode mit Frieden und in der Ewigkeit mit Glorie zu erfüllen.


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Gerhard Wisnewski spricht Klartext

Wenn das im TV gezeigt werden würde, bestünde ein Funken Hoffnung



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