Autor Thema: Was die Kirche durch ihr Lehramt wirklich sagt  (Gelesen 18327 mal)

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Anemone

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Re:Was die Kirche durch ihr Lehramt wirklich sagt
« Antwort #20 am: 04. Juni 2011, 18:46:20 »
V DIE SCHÖPFUNG


1) GOTT ALS VATER UND SCHÖPFER

Im Glaubensbekenntnis sprechen wir: "Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde". Das Glaubensbekenntnis nennt hier Gott den allmächtigen Schöpfer des Himmels und der Erde. Mit dem "Himmel" ist die unsichtbare, geistige Welt der Engel gemeint, bei der "Erde" handelt es sich um die sichtbare Welt. Bei diesen Worten des Glaubensbekenntnisses fällt sofort auf, dass Gott in einem Atemzug als Vater und Schöpfer bezeichnet wird. Dieser Zusammenhang zwischen Gott dem Vater und Gott dem Schöpfer weist uns darauf hin, dass die Schöpfung nicht auf ein namenloses Urprinzip, sondern auf einen Vatergott zurückgeht. Hinter der Schöpfung steht also nicht ein unpersönlicher göttlicher Urgrund oder eine unpersönliche göttliche Energie, sondern die Person Gottes. Auf diese Weise ist die Schöpfung nicht durch einen blinden Zufall, sondern durch einen bewussten Willensakt von Gott, dem Vater, zustande gekommen.

2) EINE SCHÖPFUNG AUS LIEBE

Wenn Gott ein Vater ist, dann können wir auch begreifen, warum er die Welt erschaffen hat. Das Wesen eines guten Vaters besteht nämlich darin, dass er Kindern das Leben schenkt und sie glücklich sehen möchte. Und so hat auch Gott den Himmel und die Erde aus Liebe erschaffen: Er die Engel erschaffen, um diese geistigen Wesen an seiner Herrlichkeit teilnehmen zu lassen, und er die Menschen erschaffen, um sie zu lieben und glücklich zu machen. Somit ist also die väterliche Liebe Gottes der eigentliche Grund für die Schöpfung. Gott hätte es in seiner Vollkommenheit nicht nötig gehabt, andere Wesen zu schaffen. Gott hätte sich auch selbst genügt. Aber weil er ein Gott der Liebe ist, hat er eine Schöpfung hervorgebracht, die auch anderen Wesen die Möglichkeit gibt, glücklich zu werden.


3) EINE SCHÖPFUNG AUS DEM NICHTS

Der allmächtige Gott hat den Himmel und Welt aus dem Nichts erschaffen. Diese jüdisch-christliche Lehre einer Schöpfung aus dem Nichts ist zunächst unfassbar. Die Antike kannte keine Schöpfung aus dem Nichts, aber auch die Moderne tut sich schwer, an eine Schöpfung aus dem Nichts zu glauben. Aber vielleicht ist es doch möglich, die Notwendigkeit einer Schöpfung aus dem Nichts verständlich zu machen. Wenn wir uns einmal die Frage stellen, woher der Kosmos kommt, der vor etwa 13 Milliarden Jahren seinen Anfang nahm, dann müssen wir zunächst ganz einfach feststellen: Wenn der Kosmos einen Anfang hat, dann kann er nicht aus sich selbst stammen. Er braucht dann eine Ursache, die ihn hervorgebracht hat. Wenn wir uns nun nach der Ursache des Kosmos fragen, dann gibt es dafür nur zwei Möglichkeiten: Die erste Möglichkeit besteht darin, dass der Kosmos und die Natur aus Gott selbst hervorgegangen sind (Emanation). Das würde aber bedeuten, dass der Kosmos und die Welt ein Teil Gottes und daher selbst göttlich sind. Der Kosmos und die Welt haben aber ihre Grenzen und können daher nicht göttlich sein. Daher ist die erste Möglichkeit auszuschließen. Wenn nun aber der Kosmos und die Natur nicht ein Teil Gottes sind, dann besteht nur noch die Möglichkeit, dass der Kosmos und die Natur von Gott erschaffen worden sind. Und da sie nicht aus Gott selbst hervorgehen konnten, müssen sie von Gott aus dem Nichts erschaffen worden sein.

4) DIE SCHÖPFUNG DER UNSICHTBAREN WELT

Wir wollen uns nun der Schöpfung des Himmels zuwenden. Das Glaubensbekenntnis meint mit dem "Himmel" die unsichtbare, geistige Welt des Himmels, die von den geistigen Wesen der Engel bewohnt wird.

a) Die Existenz der unsichtbaren Welt

Es stellt sich nun die Frage, ob es wirklich eine solche geistige Welt mit geistigen Wesen gibt. Viele moderne Menschen glauben nicht an die Existenz von Engeln. Aber auch viele aufgeklärte Theologen behaupten, dass es keine Engel gibt. Sie sehen in den Engeln nur Bilder oder "Personifikationen", die die Gegenwart und das Wirken Gottes zum Ausdruck bringen sollen. Auf der anderen Seite kehren aber "die Engel, und leider auch die Dämonen, in allerlei Gestalten wieder, im New Age und in der Anthroposophie (= philosophisch-esoterische Strömung des 19. / 20. Jahrhunderts), im Pandämonium (= Gesamtheit aller Dämonen) der heutigen Comics- und Rockwelt." (Kardinal Christoph Schönborn) Wie steht es nun wirklich um die geistige Welt und um die Engel? Gibt es sie überhaupt? Und wenn es sie gibt: Wozu sind sie eigentlich da?

b) Die Urerfahrung von Geistwesen

Die Forschungen im Rahmen der Religionsgeschichte haben gezeigt, dass es in allen Völkern, Kulturen und Religionen Kenntnisse von einer geistigen Welt gegeben hat. So finden wir bei den alten Ägyptern, Babyloniern und Assyrern, aber auch bei den Kanaanäern, Syrern und Phöniziern einen ausgeprägten Glauben an personale Geistwesen. Besonders entwickelt war der Glaube an solche Wesen in der persischen Religion des Parsismus. Aber auch im Hinduismus und Buddhismus (Mahayana) wurde die Verehrung von Geistwesen gepflegt. Im fernen China vertrat der Philosoph Mo-tse im 5. Jh. v. Chr. den Glauben an Gott und an die ihm untergebenen Geister, die die guten Menschen belohnen und die bösen Menschen bestrafen. Im Abendland gibt es sehr frühe Zeugnisse vom Glauben an höhere Geistwesen. So schreibt der griechische Dichter Hesiod bereits um 800 v. Chr. in seiner "Theogonie" von den "Unsterblichen": Diese geistigen Wesen bevölkern unsichtbar ("in Luft gekleidet") jeden Erdenwinkel und sind von Zeus dazu bestellt, um über die rechten und unrechten Taten der Menschen zu wachen. Ebenso finden sich in der Philosophie der Griechen mehrere  Hinweise auf rein geistige Wesen. Aber auch die Römer verehrten die guten Schutzgeister der "Genien". Und schließlich findet sich in allen späteren außerchristlichen Religionen der Glaube an geistige Wesen. Es scheint sich bei diesem weltweit verbreiteten Glauben an die Existenz von personalen Geistwesen um eine Urerfahrung der Menschheit zu handeln. Freilich handelte es sich dabei oft um einen sehr undifferenzierten Glauben an Geistwesen, der z. T. auch sehr problematische Züge annahm und oft zu argen Formen des Aberglaubens führte. Es war noch ein langer Weg bis zu den christlichen Engeln...

c) Die Aussagen der Heiligen Schrift

Zur entscheidenden Einsicht und Klärung im Hinblick auf die geistigen Wesen kam es durch die jüdisch-christliche Heilsgeschichte. Im Alten und Neuen Testament finden sich sehr viele Stellen, die über die Erscheinungen und das Wirken von Engeln berichten. Die Engel kommen in der Heiligen Schrift so häufig vor, dass wir sie nicht einfach als ein Rand-Element abtun können. Wenn man die Engel in der Heiligen Schrift streichen würde, würden viele zentrale Stellen davon betroffen sein. Die Heilige Schrift berichtet, wie Engel als Boten Gottes in Erscheinung treten und den Menschen den Willen Gottes kundtun. Die Heilige Schrift weist aber auch darauf hin, dass Engel erscheinen, um den Menschen in verschiedensten Schwierigkeiten zu helfen. Die Engel sind in besonderer Weise dazu berufen, Gott zu loben und ihm zu dienen.

d) Die Engel im Alten Testament

Das Alte Testament enthält eine Fülle von Engelberichten. Diese setzen vor allem ab der Zeit der Patriarchen ein. Engel erscheinen bei Abraham und seiner Frau Sara (vgl. Gen 18), sie "beschützen Lot (vgl. Gen 19), retten Hagar und ihr Kind (vgl. Gen 19), gebieten der Hand Abrahams Einhalt, bevor er seinen Sohn Isaak tötet (vgl. Gen 22, 11), sie führen das Gottesvolk in das Feindesland (vgl. Ex 23, 20-23), sie kündigen Geburten (vgl. Ri 13) und Berufungen (vgl. Ri 6, 11-24; Jes 6, 6) an, sie stehen den Propheten bei (vgl. 1 Kön 19, 5), um nur einige Beispiele zu nennen." (KKK, § 332)

Die Engellehre macht im Alten Testament eine längere Entwicklung durch. Es lässt sich feststellen, dass "schon in den ältesten Schichten des Alten Testaments der Engelglaube gegeben ist. Aber er ist dort spärlich und wird erst in den späteren Schriften (Ijob, Zacharias, Daniel, Tobias) ausgebaut..." (Karl Rahner) Im Alten Testament gilt es auch zu beachten, dass nicht alle Berichte von Engeln gleich zu verstehen sind. Es gibt einige alte Stellen, an denen nicht genau zwischen Jahwe und den Engeln unterschieden wird. An manchen Stellen erscheint zuerst der "Engel Gottes" und sobald es zum Gespräch zwischen der Erscheinung und dem Menschen kommt, spricht Jahwe selbst (vgl. Gen 16, 7-13; 18, 2-10; 22, 11 f. Ex 3, 2 f.). Hier vertritt die sichtbare Erscheinung des Engels den unsichtbaren Gott Jahwe (Augustinus). Bei den meisten Berichten über Engelerscheinungen im Alten Testaments wird aber klar zwischen Gott und den Engeln unterschieden. So lässt sich also sagen, dass mit den Engeln "zwar nicht an allen, aber doch an sehr vielen alttestamentlichen Stellen nicht Jahwe selbst gemeint (ist), sondern ein kreatürlicher Bote, der im Namen und im Auftrag Gottes handelt." (Ferdinand Holböck) Und schließlich gibt es im Alten Testament auch Texte über Engelerscheinungen, die von einem historischen Kern ausgehen, aber als Lehrgeschichte über das Wirken der Engel ausgestaltet wurden (z. B. das Buch Tobias). Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es im Alten Testament verschiedene Arten von Engelberichten gibt. Die Mehrheit dieser Berichte bezieht sich aber auf Erscheinungen von Engeln, die als eigenständige personale Wesen den Menschen begegnet sind.

e) Die Engel im Neuen Testament

Auch im Neuen Testament gibt es viele Berichte über Engelerscheinungen. Von den Evangelien bis zur Geheimen Offenbarung des Johannes finden sich zahlreiche Stellen, an denen von Engeln die Rede ist. In ganz besonderer Weise kommen die Engel in den Berichten über das Leben Jesu vor. Von der Menschwerdung bis zur Himmelfahrt kommt es im Leben Jesu immer wieder zu Erscheinungen von Engeln. "Sie beschützen Jesus im Kindesalter (vgl. Mt 1, 20; 2, 13. 19), dienen ihm in der Wüste (vgl. Mt 4, 11), stärken ihn in der Todesangst (vgl. Lk 22, 43)..." (KKK, § 333) "Die Engel sind es auch, die ... die frohe Botschaft der Menschwerdung (vgl. Lk 2, 8-14) und der Auferstehung (vgl. Mk 16, 5-7) verkünden. Bei der Wiederkunft Christi, die sie ankündigen (vgl. Apg 1, 10-11), werden sie ihn begleiten und ihm bei seinem Gericht dienen (vgl. Mt 13, 41)." (KKK, § 333)
Von entscheidender Bedeutung ist auch die Tatsache, dass Jesus selbst mehrere Male von den Engeln spricht. Er weist darauf hin, dass die Kinder ihren eigenen Engel haben (vgl. Mt 18, 10); er spricht davon, dass die Engel die Seele des Verstorbenen in den Himmel geleiten (vgl. Lk 16, 22); er ist sich dessen gewiss, dass sein Vater ihm jederzeit die Engel zu Hilfe schicken würde (vgl. Mt 26, 53). Jesus hält auch gegenüber den Sadduzäern, die nicht an die Engel glauben, an der Existenz dieser Geistwesen fest (vgl. Mk 12, 24-26). Für Jesus Christus sind also die Engel eine selbstverständliche Realität. Wenn wir Jesus Christus als Sohn Gottes ernstnehmen, werden wir auch seine Aussagen über die Engel ernstnehmen müssen.

f) Die Unterscheidung der Geister

Die Berichte der Heiligen Schrift sprechen aber auch davon, dass es neben den Engeln auch Dämonen gibt. Die Heilige Schrift führt damit zu einer klaren "Unterscheidung der Geister"! Sie hebt deutlich hervor, dass es gute und böse Geister gibt: Es gibt die Engel, die Gott und den Menschen dienen, und es gibt die Teufel und Dämonen, die Gott hassen und die Menschen verderben wollen (vgl. Apk 12, 7-9; 1 Ptr 5, 8; 2 Kor 11, 14). Durch die Offenbarung Gottes in der Heiligen Schrift erfahren wir, dass diese geistigen Wesen einer Prüfung unterzogen wurden und sich frei für Gott entscheiden sollten. Die Heilige Schrift berichtet, dass sich ein Teil der Engel von Gott abwandte (vgl. Jud 6). Es kam zu einem mächtigen Kampf zwischen den guten und bösen Engeln. Die guten Engel kämpften unter der Führung Michaels gegen Luzifer und seinen Anhang (vgl. Apk 12, 7-9). Die bösen Engel verloren ihre Gemeinschaft mit Gott und wurden zu Dämonen (vgl. 2 Ptr 2, 4). Christus spricht selbst wiederholt von der Gefährlichkeit des Teufels (vgl. Joh 8, 44; Lk 22, 31; Joh 17, 15) und bekämpft die Dämonen bei verschiedensten Gelegenheiten (vgl. Mt 4, 10; Mt 8, 28-34; Mk 1, 21-28; Lk 10, 18; Joh 12, 31).

g) Die Heilige Schrift spricht von realen Geistwesen

Die verschiedenen Berichte der Heiligen Schrift lassen klar erkennen, dass es sich bei den Engeln nicht einfach um Bilder und "Personifikationen" handelt. Trotz einer differenzierten Betrachtung von einigen Stellen des Alten Testaments muss daran festgehalten werden, dass die Berichte der Heiligen Schrift von realen Geistwesen sprechen. Die Berichte von den Engeln sind so zahlreich und meistens auch so konkret, dass sie in den meisten Fällen nicht nur in einem bildhaften Sinn verstanden werden können. Es ist offensichtlich die Absicht der biblischen Verfasser, den Adressaten mitzuteilen, dass es personale Geistwesen gibt, die im Auftrag Gottes für das Heil der Menschen tätig sind. "Auch ein modern-kritisches Denken darf das eindeutige Zeugnis der Bibel in dieser Sache nicht einfach 'entmythologisieren'." (Hans Urs von Balthasar)

h) Spätere Erscheinungen von Engeln

Neben den Berichten der Heiligen Schrift gibt es auch viele andere Berichte von Engelerscheinungen. Es ist bekannt, dass zahlreiche Heilige und Mystiker Erscheinungen von Engeln hatten. Aus der großen Schar dieser gottbegnadeten Menschen wollen wir nur einige sehr bekannte Gestalten nennen: Martin von Tours, Benedikt von Nursia, Bernhard von Clairvaux, Hildegard von Bingen, Franz von Assisi, Thomas von Aquin, Brigitta von Schweden, Katharina von Siena, Francisca Romana, Jeanne d'Arc, Angela Merici, Teresa von Avila, Philipp Neri, Rosa von Lima, Margareta Maria Alacoque, den Pfarrer von Ars, Katharina Labourè, Don Bosco und Gemma Galgani. Schließlich wollen wir noch auf einige Gestalten aus dem 20. Jahrhundert hinweisen. Wir denken da an die drei Seherkinder von Fatima, Lucia, Francisco und Jacinta, die vor den Erscheinungen der Muttergottes im Jahr 1917 mehrmals die Erscheinung eines Engels hatten. (In Fatima werden heute noch die Stellen gezeigt, wo der Engel den Seherkindern erschienen ist!). Weiter erinnern wir an die große Mystikerin Schwester Faustina, die mehrmals Kontakte mit Engeln hatte. Sehr bekannt ist auch die deutsche Mystikerin Theresia von Konnersreuth, die ihren eigenen Engel und die Engel ihrer Besucher gesehen hat. Sie erhielt von ihrem Engel immer wieder Botschaften, die sich in der Folge als zutreffend erwiesen. Von besonderer Bedeutung sind auch die zahlreichen Zeugnisse von Pater Pio. Dieser wohl größte Mystiker unseres Jahrhunderts stand in ständigem Kontakt mit der Welt der Engel. Zahlreiche Menschen, die mit ihm in Berührung kamen, bezeugen, dass sie durch seine Vermittlung die auffallende Hilfe der Engel erfahren haben. Wer die große Fülle von gut dokumentierten Zeugnissen der Heiligen und Mystiker und die zahlreichen unerklärlichen Zeichen, Botschaften und Erhörungen aufmerksam studiert, muss auch als kritischer Mensch zur Einsicht gelangen, dass es tatsächlich Engel gibt! Aufgrund dieser vielen Zeugnisse dürfen wir aber auch glauben, dass Gott eine unsichtbare Welt erschaffen hat.



Anemone

  • Gast
Re:Was die Kirche durch ihr Lehramt wirklich sagt
« Antwort #21 am: 05. Juni 2011, 09:55:24 »
5) DIE SCHÖPFUNG DER SICHTBAREN WELT

Nach diesen Überlegungen über die Erschaffung der unsichtbaren Welt wollen wir uns nun der Erschaffung der sichtbaren Welt zuwenden. Mit der sichtbaren Welt sind der Kosmos, die Welt, die Pflanzen, Tiere und der Mensch gemeint.
Es ist für manche Menschen immer noch schwierig, daran zu glauben, dass hinter dieser Welt ein Schöpfer steht. Nicht wenige Menschen sind der Ansicht, dass sich die Welt auch ohne Schöpfer erklären lässt. Es wurde auch von philosophischer und naturwissenschaftlicher Seite immer wieder versucht, die Welt allein aus sich heraus zu erklären. Vor allem während des 19. Jahrhunderts, aber auch im 20. Jahrhundert gab es immer wieder Denker und Wissenschaftler, die die Entstehung der Welt ohne einen Schöpfergott erklären wollten. Durch die vielen Entdeckungen der letzten Jahrzehnte ist man aber viel vorsichtiger geworden. Die Welt weist so viele großartige Dinge auf, dass man sich kaum mehr vorstellen kann, alle diese Dinge nur aus sich selbst erklären zu können.


 a) Das Atom

Bereits im Atom begegnet uns ein Gebilde von überragender Genialität. Das Atom ist ein universales Bauelement, mit dem alle Dinge aufgebaut werden können: Die Moleküle, die Pflanzen, die Tiere, der Mensch, die Sonne, die Sterne... Das Atom ist aber auch ein ideales Mehrzweckgerät: Es ist ein Mini-Elektrizitätswerk (infolge der kreisenden Elektronen), es schafft  das elementarste Magnetfeld und kann auch als Sender funktionieren. Es ist schließlich eine ungeheuere Energie- und Wärmequelle. Das Atom ist so genial gebaut, dass die größten Atomphysiker Jahrzehnte gebraucht haben, um seine Grundstrukturen zu begreifen.

b) Die Zelle

Ein Wunderwerk begegnet uns auch in der Zelle. Sie ist ein chemisches Laboratorium und kann fremde Stoffe in sich aufnehmen. Die Zelle ist aber auch imstande, sich selbst zu teilen: durch die Zellteilung kommt es zur Entstehung von zwei gleichen Zellen und damit zum Wachstum des Organismus. Die Zelle enthält aber auch die Information des gesamten Organismus: in den Chromosomen sind alle Daten des gesamten Bauplans gespeichert. Kein Biologe ist imstande, ein ähnliches Wunderwerk wie die Zelle zu konstruieren.

c) Die Pflanzen

Auch im Bereich der Pflanzen können wir großartige Konstruktionen feststellen. So ist schon der Stängel einer Blume wunderbar gebaut: Er muss einerseits stabil sein, um das Gewicht einer Blumenblüte tragen zu können; gleichzeitig muss er aber auch elastisch sein, um nicht vom Wind geknickt zu werden. Erstaunlich sind aber auch die biochemischen Leistungen der Pflanzen wie z. B. die Photosynthese, durch die die Pflanzen die Sonnenenergie für ihren Bedarf umwandeln können. Besonders faszinierend ist die Pflanzenwelt aber auch durch ihre phantasievolle Schönheit: Die einzigartige Pracht der Blumen, das stilvolle Gewand der Bäume, die Exotik der tropischen Pflanzen - das alles zeugt von einer unerreichten Phantasie und einer wunderbaren Ästhetik. Kein Ingenieur und kein Designer hat bisher ähnliche Leistungen vollbracht.

d) Die Tiere

Einmalige Fähigkeiten lassen sich auch bei den verschiedensten Tieren beobachten. So verfügt z. B. die Fledermaus über ein optimal funktionierendes Radargerät. Die Spinne baut ein genial konstruiertes Netz, das es ihr erlaubt, die verschiedensten Insekten zu fangen. Die Mücke kann eine Blutentnahme vornehmen, ohne dass wir das Geringste spüren. Die Zugvögel haben einen Orientierungssinn, der es ihnen erlaubt, nach einem Flug von Tausenden von Kilometern genau an die gleichen Stellen zurückzukehren. Unsere Technologie ist gegenüber diesen Glanzleistungen der Natur noch recht stümperhaft. Erstaunlich sind auch die höchst komplizierten Systeme in der Natur, die zum Zusammenwirken verschiedenster Pflanzen und Tiere führen. Unsere Wissenschaftler erkennen erst allmählich die Zusammenhänge dieser komplexen Systeme in der Natur.

e) Der Mensch

Auch beim Menschen lassen sich großartige Fähigkeiten feststellen. Der Mensch hat einen aufrechten Gang und ist dadurch imstande, der Welt gegenüberzustehen. Seine Hände sind universale Werkzeuge, die sich zu verschiedensten Tätigkeiten eignen. Sein Geist befähigt ihn zu abstrakten Erkenntnissen, er kann sich über Raum und Zeit erheben, er ist auch zu schöpferischen und künstlerischen Leistungen fähig. Der Mensch hat aber auch die Möglichkeit, über sich selbst nachzudenken. Mit Hilfe der Sprache kann er seine Gedanken auch anderen Menschen mitteilen. Wie konnte sich dieser wunderbare Körper des Menschen entwickeln? Wie kam es zu diesem überragenden Geist des Menschen?

f) Das Universum

Zu ehrfürchtigem Staunen zwingt uns schließlich auch das Universum: Millionen von Sonnensystemen, Milliarden von Sternen, die sich alle seit undenklichen Zeiten auf exakten Bahnen bewegen. Es braucht gigantische Fernrohre, um einen kleinen Blick in die unendlichen weiten des Weltalls zu werfen. Es braucht höhere Mathematik, um die Bahnen der Himmelskörper zu berechnen. Woher kommt dieses Weltall, das vor ungefähr 8 Milliarden Jahren entstanden ist! Woher kommen diese Gesetze, die wir erst langsam begreifen?

g) Ein kosmischer Stufenbau

Wenn wir alle diese Dinge und Vorgänge in der Natur und im Kosmos betrachten, so stellen wir fest, dass sie von einer wunderbaren Ordnung bestimmt sind. In allen Bereichen der Natur beobachten wir das Wirken von spezifischen Gesetzen, die die physikalischen, chemischen und organischen Vorgänge steuern. Wir entdecken dann auch, dass die gesamte Natur einen Stufenbau bildet, der von den Atomen über die Moleküle, Zellen, Pflanzen, Tiere bis zum Menschen reicht. Wir erkennen schließlich, dass die ganze Welt auf eine planetarische Einheit angelegt ist: Die einzelnen anorganischen und organischen Bereiche der Natur bilden miteinander den Natur-Haushalt der Erde; die einzelnen Menschen, Völker und Rassen bilden miteinander die Menschheit. Und auch die Erde als ganze ist ein Teil von einem Sonnensystem, und dieses Sonnensystem ist wieder ein Teil von einer Galaxie...

h) Innerweltliche Erklärungen reichen nicht aus

Wir können also feststellen, dass der gesamte Kosmos eine zielgerichtete Evolution durchgemacht hat und auf eine universale Einheit zustrebt. Es stellt sich nun die Frage, ob diese Evolution und diese kosmische Synthese sich nur innerweltlich erklären lässt. Es gibt sicher innerweltliche Faktoren, die zur Evolution beigetragen haben. Es besteht kein Zweifel, dass es bei der Entwicklung im organischen Bereich die Faktoren Mutation, Adaptation, Selektion und Reproduktion - also Faktoren wie zufällige Veränderungen, Anpassung an die Umwelt, Auswahl der tüchtigsten Organismen und Vererbung von neuen Eigenschaften gegeben hat. Aber die Frage ist, ob diese Faktoren ausreichen. Es gibt bei dieser Evolution noch eine Menge offener Fragen: Woher kommt das Universum, das vor 8 Milliarden begonnen hat? Woher kommen die intelligenten Naturgesetze, die erst eine Evolution ermöglichen? Ist es möglich, dass die Evolution durch lauter positive Zufälle erklärt werden kann? Woher kommt die Vererbungsfähigkeit, die ja schon vor der Evolution gegeben sein muss? Und vor allem: Wie kann sich aus etwas Niedererem  etwas Höheres entwickeln, wenn jede Wirkung immer eine entsprechende Ursache voraussetzt? (Ist es wirklich denkbar, dass sich aus den ursprünglichen kosmischen Gasen (Wasserstoff und Helium) allein durch eine zufällige Evolution ein Adlerauge mit seiner genialen Optik, ein menschliches Gehirn mit seinen millionenfachen Vernetzungen und der menschliche Geist mit seinen abstrakten und kreativen Fähigkeiten entwickelt hat?)

Wir müssen uns auch die Frage stellen, wie dieser zielgerichtete Plan, der der Evolution offensichtlich zugrunde liegt, sich auf rein materielle und mechanische Ursachen zurückgeführt werden kann. Alle diese Kräfte reichen nicht aus, um die vorausschauende und universale Planung zu erklären, die von Anfang an die Entwicklung des Kosmos bestimmt haben muss. Alle diese Kräfte reichen nicht aus, um die gesamte Entwicklung zu erklären, bei der bereits die ersten Schritte so gesetzt wurden, dass sie auf höhere Stufen der Entwicklung ausgerichtet waren. Eine solche vorausschauende, universale und aufbauende Entwicklung des Kosmos setzt eine planende Instanz voraus, die bereits vor dem Kosmos und der Zeit existiert hat. Sie verlangt dann auch eine Instanz, die über eine unendliche Vernunft und über einen allmächtigen Willen verfügt.


j) Das Zeugnis großer Naturwissenschaftler

Die tiefen Einblicke in die genialen Gesetzmäßigkeiten und Systeme der Natur haben viele große Naturwissenschaftler der letzten Jahrzehnte zur Überzeugung gelangen lassen, dass es einen Gott geben muss, der die Welt erschaffen hat. So haben z. B. Guglielmo Marconi, der Entdecker der Radiowellen, Otto Hahn, auf den die erste Atomspaltung zurückgeht, Werner Heisenberg, der die Unschärferelation formuliert hat; Wernher von Braun, der die V 2 Raketen entwickelt und später die erste Mondrakete gebaut hat; Friedrich von Weizsäcker, einer der Väter der modernen Physik; Andrej Sacharow, der Vater der russischen Atombombe, und John Eccles, der große Gehirnforscher, darauf hingewiesen, dass es zur Erklärung der Welt einen Schöpfergott braucht. Ein bekannter Arzt meinte sogar, es brauche "eine viel größere Glaubenskraft, um an diesen blinden Zufall zu glauben, als für den Glauben an Gott den Schöpfer..." (Siegfried Ernst)

Anemone

  • Gast
Re:Was die Kirche durch ihr Lehramt wirklich sagt
« Antwort #22 am: 07. Juni 2011, 17:44:04 »
6) DER BIBLISCHE SCHÖPFUNGSBERICHT

Nach diesen Überlegungen, die uns die Notwendigkeit eines Schöpfergottes verständlich machen sollten, wollen wir uns nun dem biblischen Schöpfungsbericht zuwenden. Zum Verständnis des biblischen Schöpfungsberichts müssen zunächst einige Dinge gesagt werden:

a) Die religiöse Zielsetzung

Der biblische Schöpfungsbericht hat eine religiöse Zielsetzung und will dem Menschen offenbaren, dass Gott die Welt erschaffen hat und dass der gesamte Kosmos eine Schöpfung Gottes ist. Die Bedeutung des Schöpfungsberichts liegt also in seinen Aussagen über das Verhältnis von Gott und Schöpfung sowie über das Verhältnis von Gott und Mensch.

b) Das Weltbild der damaligen Zeit

Der Schöpfungsbericht bediente sich für seine religiöse Botschaft des Weltbildes, das zur damaligen Zeit vorherrschend war. Damals glaubte man, dass die Erde eine Scheibe sei, die auf dem Urozean schwimmt. Man war auch der Ansicht, dass sich über der Erdscheibe die Kuppel des Firmaments erhebe. Über dieser Kuppel dachte man sich den "Himmelsozean", aus dem der Regen auf die Erde fiel.

c) Schöpfung in sechs Tagen

Das Buch Genesis berichtet, dass die Welt in sechs Tagen erschaffen wurde. Bei diesen sechs Tagen handelt es sich nicht um eine zeitliche Dauer, sondern um ein Einteilungsschema, mit dessen Hilfe der Verfasser die verschiedenen Entwicklungsstufen der Schöpfung besser darstellen konnte. Und wenn der biblische Verfasser schreibt, dass Gott am siebten Tag geruht habe, so wird damit auch der Sabbat als der von Gott geheiligte Ruhetag des Menschen begründet (vgl. Gen 2,2-3).


7) DIE ERSCHAFFUNG DER WELT

Im Schöpfungsbericht heißt es, dass Gott im Anfang Himmel und Erde erschaffen hat (vgl. Gen 1,1). Die Erschaffung der Welt beginnt mit dem Licht (vgl. Gen 1,3) und wird dann mit der Erschaffung des Firmaments und der Himmelskörper, von Land und Meer, von  Pflanzen und Tieren fortgesetzt (vgl. Gen 1,6-25). Den Höhepunkt der Schöpfung bildete schließlich die Erschaffung des Menschen (vgl. Gen 1,26) Der Schöpfungsbericht will den Menschen lehren, dass alles von Gott erschaffen worden ist. Gott hat das Firmament und die Gestirne, die Pflanzen, die Tiere und den Menschen erschaffen. Als der Schöpfungsbericht geschrieben wurde, gab es viele Völker, die glaubten, dass die Natur selbst etwas Göttliches sei. Sie verehrten Sonne, Mond und Tiere als etwas Göttliches. Der Schöpfungsbericht verkündet aber, dass auch Sonne, Mond und Tiere Geschöpfe Gottes sind. Daher darf es auch zu keiner Anbetung der Gestirne und der Tiere kommen.

8)DIE ERSCHAFFUNG DES MENSCHEN

a) Der Mensch als Abbild Gottes

Der wichtigsten Aussagen des Schöpfungsberichts betreffen aber die Erschaffung des Menschen. Im Buch Genesis heißt es, dass Gott beschloss, den Menschen nach seinem Abbild zu schaffen (vgl. Gen 1,26): Mit "Abbild" ist gemeint, dass der Mensch eine gewisse Ähnlichkeit mit Gott aufweist. Diese Ähnlichkeit des Menschen mit Gott lässt sich an folgenden Merkmalen erkennen: Der Mensch verfügt wie Gott über Geist, Freiheit und Kreativität (= schöpferische Fähigkeiten). Trotz dieser Ähnlichkeit bleibt aber der Unterschied zwischen Gott und Mensch bestehen: Bei Gott sind nämlich Geist, Freiheit und Kreativität unendlich, beim Menschen dagegen sind Geist, Freiheit und Kreativität endlich.

Diese geistige Ähnlichkeit des Menschen mit Gott ist die grundsätzliche Voraussetzung dafür, dass der Mensch seinen Schöpfer überhaupt erkennen und mit ihm in Beziehung treten kann. Ohne diese Ähnlichkeit mit Gott könnte der Mensch nie zu einer Gemeinschaft mit seinem Schöpfer gelangen.

b) Der Mensch aus Erde

Der Schöpfungsbericht erzählt dann auch, dass Gott den Menschen aus Ackerboden geformt hat (vgl. Gen 2,7). Das bedeutet, dass der Körper des Menschen aus irdischen Stoffen gebildet ist. Dann aber heißt es im Buch Genesis, dass Gott dem Menschen den Lebensatem einhauchte (vgl. Gen 2,7). Das bedeutet, dass das Leben von Gott kommt. Somit hat also der Mensch seinen Körper von der Erde und sein Leben von Gott.

c) Der Mensch als Mann und Frau

Der Schöpfungsbericht spricht auch davon, dass Gott hat den Menschen als Mann und Frau erschaffen hat. Beide Geschlechter werden im Schöpfungsbericht im gleichen Atemzug genannt: "Als Mann und Frau erschuf er sie." (Gen 1,27 f.) Das bedeutet, dass beide Geschlechter gleichwertig, aber nicht gleichartig sind. Mann und Frau sind füreinander Gefährten und Partner, sie sollen sich gegenseitig ergänzen und einander helfen. Das Bild von der Rippe (vgl. Gen 2,21) bedeutet, dass die Frau dem Herzen des Mannes nahe sein soll. Die Beziehung zwischen Mann und Frau soll also eine Beziehung von Herz zu Herz sein. Gott gibt Mann und Frau auch den Auftrag, fruchtbar zu sein. Das Menschengeschlecht soll wachsen und sich mehren. Es soll die ganze Erde bevölkern und bewohnen (vgl. Gen 1,28).

d) Der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse

Der Schöpfungsbericht enthält schließlich noch eine entscheidende Aussage: In dem berühmten Bild vom "Baum der Erkenntnis von Gut und Böse" (vgl. Gen 2,17) wird zum Ausdruck gebracht, dass Gut und Böse bereits von Gott festgesetzt sind. Der Mensch darf nicht von diesem Baum essen, d. h. der Mensch darf nicht die Ordnung von Gut und Böse in Frage stellen. Wenn der Mensch von diesem Baum isst, dann muss er sterben (vgl. Gen 2,17): Das bedeutet, dass die Infragestellung der göttlichen Ordnung von Gut und Böse für den Menschen schädlich und tödlich ist.
e) Der Mensch soll die Welt beherrschen

Entscheidend ist dann auch das Verhältnis des Menschen zur Schöpfung. Im Buch Genesis heißt es, dass der Mensch sich die Erde unterwerfen soll (vgl. 1,26-28)  Der Mensch soll also die Welt beherrschen. Auf diese Weise wird der Mensch dazu berufen, an der Gestaltung der Welt mitzuwirken. Diese Herrschaft bedeutet allerdings nicht, dass der Mensch die Natur nach Belieben manipulieren und ausbeuten kann. Vielmehr muss der Mensch die Schöpfung mit großer Ehrfurcht behandeln. Der Mensch wird die Natur nur dann richtig behandeln, wenn er selbst nach den Gesetzen Gottes lebt.

Diese fundamentalen Aussagen des Schöpfungsberichts betreffen den Ursprung des Menschen und die Stammeseltern. Sie betreffen aber auch den Menschen im allgemeinen und beschreiben das Wesen aller Menschen.

f) Die Schöpfung ist gut

Der Schöpfungsbericht gibt uns auch klar zu verstehen, dass Gott eine gute Welt erschaffen hat. Am Ende jedes Schöpfungstages heißt es: Gott sah, dass es gut war. Nach der Erschaffung des Menschen heißt es sogar: Es war sehr gut (vgl. Gen 1,31). Die Heilige Schrift gibt uns also zu verstehen, dass die Schöpfung Gottes ursprünglich gut war.

g) Der Sündenfall

Das Buch Genesis befasst sich auch mit der Frage nach dem Bösen in der Welt. Es geht damit der Frage nach, wie es trotz einer guten Schöpfung zum Bösen in der Welt kommen konnte. Die Entstehung des Bösen in der Welt wird damit begründet, dass sich der Mensch nach einer Versuchung durch den Teufel (vgl. Gen 3,1-5) gegen Gott und seine Ordnung aufgelehnt (vgl. Gen 3,6) und dadurch seine eigenen Lebensgrundlagen in Frage gestellt hat. Ohne Verbindung mit Gott ist der Mensch ein geschwächtes Wesen, das in sich die Neigung zum Bösen verspürt (vgl. Gen 3,10). Auf diese Weise beraubte sich also der Mensch selbst seines ursprünglichen Glücks und wurde zum erlösungsbedürftigen Wesen (vgl. Gen 3,16-24).

Wenn wir diese Aussagen des Schöpfungsberichtes überdenken, dann müssen wir sagen, dass alle diese Aussagen gerade in unserer Zeit von tiefer Bedeutung sind. Das Buch Genesis lässt uns begreifen, dass Gott der Schöpfer von Himmel und Erde, der Schöpfer der unsichtbaren und der sichtbaren Welt ist. Gott hat alle Dinge geschaffen und ist daher auch der Herr seiner Schöpfung. Der Schöpfungsbericht ist aber auch für das Selbstverständnis des Menschen von größter Bedeutung. Der Mensch ist ein Geschöpf und ein Abbild Gottes. Das bedeutet, dass der Mensch auf der einen Seite ein freies Wesen ist, aber auf der anderen Seite in die Ordnung Gottes hineingestellt ist, die er nicht ungestraft übertreten kann. Dem Menschen ist die Herrschaft über die Natur anvertraut, die er aber nur als Mitarbeiter Gottes ausüben darf. Weiter ist damit zum Ausdruck gebracht, dass der Mensch als geschöpfliches und daher relatives Wesen seine letzte Erfüllung nur in der Einheit und Harmonie mit seinem Schöpfer, dem absoluten Gott, finden kann. Schließlich lässt uns das Buch Genesis auch begreifen, dass das Böse in der Welt durch die Auflehnung des Menschen gegen Gott entstanden ist.


Anemone

  • Gast
Re:Was die Kirche durch ihr Lehramt wirklich sagt
« Antwort #23 am: 08. Juni 2011, 09:06:49 »
9) NICHT-CHRISTLICHE LEHREN

Die Aussagen des Schöpfungsberichts werden heute durch verschiedene nicht-christliche Lehren vielfach in Frage gestellt. Diese nicht-christlichen Lehren dringen auch zunehmend in die christliche Theologie ein.

a) Der göttliche Urgrund

Wir erleben heute eine zunehmende Verdrängung des Schöpfergottes und der Schöpfung. Die neuheidnischen Lehren der Esoterik und der Grünen, aber auch esoterisch angehauchte christliche Theologen sprechen nicht mehr von Gott als dem Schöpfer, sondern nur mehr von Gott als dem "Urgrund". Gott wird nicht mehr als transzendentes Wesen aufgefasst, das die Natur übersteigt und schon vor der Schöpfung existiert hat. Gott ist auch nicht mehr der allmächtige Vater, der die Welt aus dem Nichts erschaffen hat. Gott ist vielmehr der  "Urgrund", der allem zugrunde liegt, er ist der "Ozean", aus dem alles hervorgeht und in den alles zurückkehrt, er ist die "Urenergie", die gleichzeitig Geist und Materie ist und sich als Kosmos und Natur manifestiert. Dieser göttliche Urgrund ist weder ein personales Wesen noch ein Vater, er ist auch kein Du, er ist nur noch das undefinierbare Göttliche.

b) Die göttliche Natur

Wenn Gott der Urgrund ist, aus dem alles hervorgeht, dann bedeutet das, dass die Natur selbst etwas Göttliches ist. Die Vertreter esoterischen Weltanschauung betrachten daher die Natur als eine Manifestation des Göttlichen, die Grünen bezeichnen deshalb die Natur als "göttliche Mutter". Die Esoteriker und die Grünen glauben deshalb auch an die göttlichen Kräfte des Kosmos und der Natur.

c) Der göttliche Mensch

Wenn Gott der Urgrund ist, aus dem alles hervorgeht, dann ist auch der Mensch ein göttliches Wesen. Die Esoteriker und Grünen betrachten sich deshalb als einen Teil des göttlichen Urgrunds und der göttlichen Natur. Mit Hilfe von verschiedenen Psychotechniken versuchen sie die göttlichen Kräfte des Kosmos zu nutzen, um ihr göttliches Wesen zu entfalten.

d 1) Die autonome Welt

Wir können dann auch beobachten, wie sich heute zunehmend ein liberales Denken breit macht, das die Welt als eine völlig autonome Größe betrachtet. Das hat zur Folge, dass die Natur nicht mehr als eine Schöpfung Gottes respektiert wird, die von der Ordnung und den Gesetzen Gottes getragen wird. Ein solches Denken birgt die Gefahr in sich, dass es zu einem autonomen Gebrauch bzw. Missbrauch der Natur kommt, der in einer hemmungslosen Ausbeutung und in einer willkürlichen Manipulation der Natur (z. B. in der Gen-Technik) seinen Ausdruck findet.

d 2) Der autonome Mensch

Dieses liberale Denken führt aber auch dazu, dass der Mensch nicht mehr ein als ein Geschöpf Gottes gesehen wird, das bestimmten Gesetzen des Schöpfers verpflichtet ist. Der Mensch betrachtet sich als ein autonomes Wesen, das selbst die Gesetze seines Menschseins festlegen kann. Dieser Mensch ist dann selbst das Maß aller Dinge, das Ziel dieses Menschen ist die autonome Selbstverwirklichung.

e) Kein Sündenfall

Weiter können wir beobachten, wie auch der Glaube an den Sündenfall und an die Erbsünde verloren geht. Verschiedene Theologen betrachten die Erbsünde nicht mehr als ein wirkliches Ereignis am Beginn der Menschheitsgeschichte. Sie sehen in der Erbsünde nur mehr ein "Theologúmenon", also eine theologische Konstruktion, die als Erklärung für das Böse dienen soll. Wenn aber der Sündenfall kein wirkliches Ereignis war, dann wird aus dem Bösen sehr bald nur noch eine menschliche Schwäche, ein unvollendeter Lernprozess, ein Mangel an Information und Bildung. Damit wird aber das Böse und auch der Böse, der nach wie vor als Versucher wirkt, nicht mehr erkannt. Es gibt dann sehr bald keine Sündhaftigkeit und damit auch keine Erlösungsbedürftigkeit des Menschen mehr. Es wird dann nicht mehr gegen das Böse und den Bösen angekämpft und gerade damit verfällt der Mensch zunehmend dem Bösen.

Wir sehen also, zu welchen schwerwiegenden Folgen die Missachtung der Lehre von der Schöpfung führt. Wenn der biblische Schöpfungsbericht nicht mehr ernst genommen wird, dann wird dadurch das Verständnis von Gott, das Verständnis der geistigen Welt, der Natur, des Menschen und des Bösen völlig durcheinandergebracht. Wir sollten uns deshalb die Mühe machen, über diesen Glaubensartikel von Gott dem Schöpfer, von der Natur als Schöpfung und dem Menschen als Geschöpf gründlich nachzudenken. Wenn wir im Hinblick auf diese Punkte eine klare Vorstellung haben, dann stimmt unser Gottesbild, aber auch unser Natur- und Menschenbild.

 

Anemone

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Re:Was die Kirche durch ihr Lehramt wirklich sagt
« Antwort #24 am: 08. Juni 2011, 09:43:33 »
VI  DAS LEBEN JESU



1) DER HISTORISCHE JESUS

Der Ausgangspunkt für die Begegnung mit der Gestalt Jesu Christi ist sein irdisches Leben. Die Theologen sprechen vom sogenannten "historischen Jesus" und meinen damit die verschiedenen Daten und Kenntnisse, die wir vom geschichtlichen Jesus besitzen. Diese geschichtlichen Kenntnisse über die Gestalt Jesu beginnen mit der Frage nach den geschichtlichen Quellen, die uns eine verlässliche Auskunft über Jesus als historische Gestalt geben.

2) DIE QUELLEN

Wir verfügen über zwei großen Gruppen von Quellen, die uns über Jesus als historische Gestalt berichten:

a) Die biblischen Quellen

Die erste Gruppe bilden die biblischen Quellen. Es handelt sich dabei um die vier Evangelien von Matthäus, Markus, Lukas und Johannes sowie um einige weitere Schriften aus dem Neuen Testament. Es ist im Rahmen dieser Ausführungen nicht möglich, auf die Entstehung dieser Schriften einzugehen. Wir werden aber bei den einzelnen Etappen der Lebensgeschichte Jesu auf die Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit dieser Texte eingehen.

b) Die außerbiblischen Quellen

Die zweite Gruppe bilden die sogenannten außerbiblischen Quellen. Es gibt jüdische und römische Quellen, die uns von Jesus Christus bzw. von den Christen berichten. Diese Quellen sind für uns von besonderem Interesse. Sie erbringen den Nachweis, dass es auch außerhalb der Heiligen Schrift Berichte über Jesus Christus gibt. Sie haben aber auch den Vorteil, dass bei ihnen keine Absicht einer Glaubensverkündigung oder einer Glaubensverteidigung vorhanden ist. Auf diese Weise ist bei diesen Quellen die Gefahr einer "religiösen Erfindung" von vornherein ausgeschlossen.



3) DIE JÜDISCHEN QUELLEN

Es gibt zwei berühmte jüdische Schriften, die auf Jesus hinweisen: Die "Jüdischen Altertümer" von Flavius Josephus und den Talmud.

a) Die "Jüdischen Altertümer" von Flavius Josephus (37-97 n. Chr.)

Flavius Josephus war ein jüdischer Geschichtsschreiber. Er lebte von 37 bis 97 n. Chr. Er wurde während des jüdischen Aufstands gegen die Römer in den Jahren 66-70 n. Chr. gefangengenommen, später aber begnadigt und in die kaiserliche Familie der Flavier aufgenommen. Er war also ein Jude, der mit den höchsten römischen Kreisen Umgang pflegte. Er war mit den religiösen, gesellschaftlichen und politischen Verhältnissen des jüdischen Volkes bestens vertraut. Im Jahr 93 n. Chr. verfasste er in Rom das bedeutende Werk "Jüdische Altertümer". In diesem Werk findet sich eine Stelle, an der er von Jesus berichtet:

"Zu dieser Zeit lebte Jesus, ein weiser Mann. Er tat wunderbare Werke. Viele Juden und Heiden zog er an sich. Und als ihn auf Anklage unserer vornehmen Männer Pilatus mit dem Kreuzestod bestraft hatte, ließen die nicht ab, die ihn früher geliebt hatten. Noch bis heute hat das Geschlecht derer nicht aufgehört, die nach ihm Christen genannt sind." ("Jüdische Altertümer", XVIII, 3,3)

b) Der Talmud

Eine weitere jüdische Quelle ist der Talmud. Bei dieser Schrift handelt es sich um eine Sammlung der Gesetze und religiösen Überlieferungen des nachbiblischen Judentums. Der Talmud entstand in der Zeit zwischen dem ersten und dem sechsten Jahrhundert n. Chr. In ihm gibt es auch Stellen über Jesus, in denen die Meinung der jüdischen Gegner Jesu zum Ausdruck kommt. So wird berichtet, dass Jesus das Volk durch seine "Zauberstücke" verführt habe und dass er vor dem Paschafest auf den (Kreuzes-) Pfahl gehängt wurde (vgl. "Babylonischer Talmud", 43, 67). Der Talmud berichtet also in negativer Weise über Jesus, liefert aber damit trotzdem einen Beweis für die historische Existenz Jesu.

Anemone

  • Gast
Re:Was die Kirche durch ihr Lehramt wirklich sagt
« Antwort #25 am: 09. Juni 2011, 12:09:22 »
4) DIE RÖMISCHEN QUELLEN


Neben den jüdischen Quellen gibt es auch drei bedeutende römische Quellen. Es handelt sich dabei um Stellen in den Schriften von Plinius dem Jüngeren, von Tacitus und Sueton..

a) Der Brief von Plinius dem Jüngeren (62-114 n. Chr.) an Kaiser Trajan

Plinius der Jüngere (62-114 n. Chr.) war unter Kaiser Trajan (98-117 n. Chr.) Statthalter von Bithynien in Kleinasien. Da er des öfteren mit Christen in Berührung kam, schrieb er im Jahr 112 n. Chr. einen Brief an Kaiser Trajan, in dem er den Kaiser fragte, wie er sich den Christen gegenüber verhalten solle:

"Ich habe es mir zum Grundsatz gemacht, mein Herr, alles, worüber ich im Zweifel bin, dir zu berichten. Denn wer könnte mich bei meiner Unentschlossenheit besser leiten und bei meiner Unerfahrenheit besser belehren? An Gerichtsverfahren gegen die Christen habe ich nie teilgenommen, daher weiß ich nicht, was und wie sie bestraft und untersucht zu werden pflegt... Andere, von einem Ankläger mit Namen genannt, gaben unumwunden zu, dass sie Christen seien, stellten es aber dann gleich wieder in Abrede; sie seien zwar Christen gewesen, seien es aber jetzt nicht mehr... Sie versicherten aber, ihr ganzes Vergehen oder ihr Irrtum habe darin bestanden, dass sie gewohnt seien, an einem bestimmten Tage vor Sonnenaufgang zusammenzukommen und Christus als einem Gott im Wechselgesang Lieder zu singen. ... Die Angelegenheit schien mir einer Anfrage wert, besonders wegen der Zahl derjenigen, die in einen Prozess verwickelt sein könnten. Denn viele, jeden Alters, Standes und Geschlechts, kommen und werden noch in Gefahr kommen. Nicht nur die Städte, sondern auch die Dörfer und das flache Land hat dieser ansteckende Glaube erfasst, dem wohl noch Einhalt geboten oder abgeholfen werden kann...." ("Epistolae", X, 96)

Aus diesem Schreiben von Plinius dem Jüngeren geht hervor, dass die Christen bereits am Anfang des 2. Jahrhunderts in Kleinasien verbreitet waren. Diese Christen gingen wahrscheinlich aus jenen Gemeinden hervor, die der Apostel Paulus in Kleinasien gegründet hatte. (vgl. Apostelgeschichte Kap. 13, 14 und 16; Briefe an die Galater und Epheser).

b) Die "Jahrbücher" von Tacitus (55-120 n. Chr.)

Eine bedeutende Aussage über Jesus Christus findet sich in den "Jahrbüchern" von Tacitus. Tacitus war ein römischer Geschichtsschreiber, der von 55 bis 120 n. Chr. lebte. Um das Jahr 116 n. Chr. beschrieb er die wichtigsten Ereignisse, die in der Zeit von Tiberius bis Nero (14-68 n. Chr.) stattgefunden hatten. Im Zusammenhang mit dem Brand von Rom (64 n. Chr.) unter Kaiser Nero (54-68 n. Chr.) erwähnt er auch die Christen und Christus.

"Nicht durch menschliche Hilfe, nicht durch des Herrschers Spenden oder durch Sühneopfer für die Götter ließ sich der Schimpf wegwaschen, dass man glaubte, die Feuersbrunst sei von oben her befohlen worden. Um dieses Gerücht zu unterdrücken, hat Nero diejenigen als schuldig hingestellt und mit ausgesuchten Martern bestraft, die das Volk wegen ihrer Schandtaten hasste und Chrestianer nannte. Der Urheber dieses Namens, Christus, wurde unter der Regierung des Tiberius durch den Prokurator Pontius Pilatus der Todesstrafe überantwortet. Dieser verabscheuungswürdige Aberglaube wurde für den Augenblick unterdrückt, brach dann wieder von neuem auf, nicht nur in Judäa, wo das Übel seinen Ausgang genommen hatte, sondern auch in Rom." ("Annales", XX, 44)

c) Die "Kaiserviten" von Sueton (75-150 n. Chr.)

Ein wichtiger Hinweis auf die Christen findet sich auch in den "Kaiserviten" von Sueton, der von 75-150 n. Chr. lebte. Sueton war als Sekretär unter den Kaisern Trajan (98-117 n. Chr.) und Hadrian (117-138 n. Chr.) tätig. Er hatte Zugang zu den kaiserlichen Archiven. Um 120 n. Chr. verfasste er die "Kaiserviten", d. h. die Biographien der ersten zwölf römischen Kaiser. In der Lebensbeschreibung von Kaiser Claudius (41-54 n. Chr.) berichtet er, dass dieser die Juden und die Judenchristen aus Rom vertreiben ließ; in diesem Zusammenhang erwähnt er auch den Namen "Chrestus".

Diese außerbiblischen Quellen vermitteln uns einige wichtige Aussagen über Jesus Christus: Sie nennen seinen Namen, die berichten von seiner Herkunft, sie beschreiben sein Wirken, sie berichten von der Kreuzigung Jesu durch Pontius Pilatus unter Kaiser Tiberius und von der Ausbreitung des Christentums im Römischen Reich. Wir können also sagen, dass sich die wichtigsten Aussagen über den geschichtlichen Jesus auch in außerbiblischen Quellen finden lassen.


5) DAS LEBEN JESU

Wir wollen uns nun der Biographie von Jesu im einzelnen zuwenden. Wir müssen dabei aber vorausschicken, dass die biblischen Autoren nicht die Absicht hatten, uns eine Biographie im modernen Sinn zu liefern. Die Absicht dieser Autoren war es, die Gestalt Jesu in einem heilsgeschichtlichen Sinn darzustellen. Sie haben deshalb nur das über Jesus berichtet, was in einem heilsgeschichtlichen Sinn von Interesse war. Dennoch dürfen wir sagen, dass wir über einige Daten aus dem Leben Jesu verfügen und dass diese auch historisch fundiert sind. Die Forschungen von großen Forschern (Ricciotti, Garrigou-Lagrange, Vögtle, Benoit, Blinzler, Flusser, Laurentin, Pixner, Thiede) haben gezeigt, dass die Berichte des Neuen Testaments historisch weit fundierter sind, als von früheren und neueren Kritikern angenommen wurde.

Anemone

  • Gast
Re:Was die Kirche durch ihr Lehramt wirklich sagt
« Antwort #26 am: 11. Juni 2011, 10:44:54 »
6) PALÄSTINA ZUR ZEIT JESU


Bevor wir auf die einzelnen Ereignisse und Etappen im Lebens Jesu zu sprechen kommen, wollen wir kurz das politische Umfeld betrachten, in dem Jesus aufgewachsen ist. Das Land Palästina, in dem Jesus geboren wurde, stand seit dem Jahr 63 v. Chr. unter der Herrschaft der Römer. Im Jahr 40 v. Chr. gelang es dem Idumäer-Fürsten Herodes, von den Römern die Herrschaft über Palästina zu erlangen. Herodes behielt die Herrschaft über Palästina fast 40 Jahre lang und regierte auch noch zur Zeit der Geburt Jesu. Der König blieb aber während seiner Regierungszeit stets von den Römern abhängig. König Herodes ließ den Juden und ihren obersten Vertretern eine gewisse Autonomie, soweit sie nicht seine politische Herrschaft in Frage stellten. Obwohl er selbst kein Jude war, errichtete er in Jerusalem den gewaltigen Tempelbau, der nach ihm auch der "Herodianische Tempel" genannt wird. König Herodes war aber auch ein herrschsüchtiger und grausamer Monarch. Er lebte in ständiger Sorge um seinen Thron und ließ jeden verdächtigen Gegner seiner Macht verfolgen und hinrichten. Dabei verschonte er auch seine eigenen Verwandten nicht.
 

7) GEBURTSDATUM UND GEBURTSORT

Nach dieser kurzen Einführung wollen wir uns nun etwas näher mit den einzelnen biographischen Daten Jesu befassen. Jede Biographie beginnt mit dem Geburtsdatum und mit dem Geburtsort. Auch im Fall von Jesus gibt es Aussagen über Zeit und Ort seiner Geburt. Jeder von uns kennt die berühmte Stelle aus dem Lukas-Evangelium, die von der Geburt Jesu berichtet: "In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl, alle Bewohner des Reiches in Steuerlisten einzutragen. Dies geschah zum ersten Mal; damals war Quirinius Statthalter von Syrien. Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen. So zog auch Josef von der Stadt Nazaret in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Bethlehem heißt, denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids. Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete. Als sie dort waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war." (Lk 2,1-7) Beim Evangelisten Matthäus finden wir noch den Hinweis, dass Jesus "zur Zeit des Königs Herodes in Bethlehem in Judäa" (Mt 2,1) geboren wurde und dass dieser Herodes den kleinen Jesus töten lassen wollte. Die Geburt Jesu fiel also in die Regierungszeit des Kaisers Augustus, der von 28 v. Chr. bis 14 n. Chr. regierte. Die Geburt Jesu fiel aber auch in die Regierungszeit des Königs Herodes und fand schließlich während einer Volkszählung unter dem Statthalter Quirinius statt. Bei der Geburt Jesu galt im römischen Reich der römische Kalender, der mit der Gründung der Stadt Rom im Jahr 753 v. Chr. begann. Als aber der römische Kalender mit dem Untergang des Weströmischen Reiches seine Bedeutung und seinen Sinn verlor, entschloss man sich zur Erstellung eines neuen Kalenders, dessen Zählung mit der Geburt Jesu Christi beginnen sollte. Im Jahr 533 versuchte der Mönch Dionysius Exiguus das Geburtsdatum Jesu zu errechnen und kam dabei auf das Jahr 1 unserer Zeitrechnung. Die spätere Forschung hat dann festgestellt, dass sich der syrische Mönch um einige Jahre verrechnet haben muss. Aufgrund von römischen Berichten wissen wir, dass König Herodes Ende März oder Anfang April des Jahres 4 vor dem Beginn unserer Zeitrechnung gestorben ist. Wenn wir dann noch eine gewisse Zeitspan ne hinzufügen, die nach der Geburt Jesu bis zu seiner Verfolgung durch König Herodes vergangen ist, so kommen wir auf das Jahr 5 oder 6 vor Beginn der Zeitrechnung. Ein weiterer Anhaltspunkt für das Geburtsdatum Jesu ist die Volkszählung unter dem Statthalter Quirinius von Syrien. Langwierige Nachforschungen haben ergeben, dass eine solche Volkszählung tatsächlich im Jahr 7 oder 6 vor Beginn der Zeitrechnung stattgefunden haben muss. Jesus dürfte also mit größter Wahrscheinlichkeit schon einige Jahre vor Beginn unserer Zeitrechnung, und zwar im Jahr 7 oder 6 geboren worden sein.

Als Geburtsort Jesu wird uns in den Evangelien von Matthäus und Lukas die kleine Stadt Bethlehem genannt. Bethlehem befindet sich 9 Kilometer südwestlich von Jerusalem in Judäa. Josef und Maria waren kurz vor der Geburt Jesu nach Bethlehem gezogen, um sich dort in die Steuerlisten eintragen zu lassen. Die Römer hatten nämlich die Juden aufgefordert, sich im Geburtsort des Stammesvaters der eigenen Sippe eintragen zu lassen. Und da Josef ein Nachkomme von König David war, musste er in die Geburtsstadt Davids, nach Bethlehem, ziehen. Die Entfernung von Nazaret bis nach Bethlehem betrug etwa 120 Kilometer. Für Maria war die Reise von Galiläa bis nach Judäa bestimmt mit einigen Beschwerden verbunden. Die Stadt Bethlehem war aufgrund der Volkszählung überfüllt, und so konnten Josef und Maria keinen Platz finden. Wahrscheinlich wollten Josef und Maria nicht, dass das Kind in einer öffentlichen Gaststätte zur Welt käme. So suchten sie nach einem ruhigeren Platz und fanden schließlich in einer der vielen Grotten um Bethlehem ein notdürftiges, aber ruhigeres Quartier. Die Grotte diente als Stall und hatte eine Krippe, in die Maria das neugeborene Kind hineinlegte. - Manche moderne Theologen behaupten, dass Jesus nicht in Bethlehem geboren worden sei. Sie sind der Ansicht, dass die Evangelisten diesen Ort nur deswegen angeführt hätten, weil es beim Propheten Micha eine Stelle gebe, die Bethlehem als den Geburtsort des zukünftigen Herrschers von Israel nennt (vgl. Micha 5,1). Nach Meinung dieser Theologen wird die Stadt Bethlehem nur deshalb als Geburtsort genannt, weil man auf diese Weise die Erfüllung dieser Schriftstelle bei Micha beweisen wollte. Nun scheinen aber mehrere Gründe gegen eine solche konstruierte Ortsangabe zu sprechen. Wenn Jesus - wie diese Theologen annehmen - irgendwo in Galiläa geboren worden wäre, dann wären nicht nur die Volkszählung unter Quirinius und die Geburt in Bethlehem, sondern auch die folgenden Ereignisse wie die Darstellung Jesu im Tempel, die Flucht nach Ägypten und der Kindermord in Bethlehem in Frage gestellt. Es ist aber höchst unwahrscheinlich, dass ein Verfasser eine längere Reihe von Ereignissen mit detaillierten Angaben nur erfindet, um damit die Erfüllung einer alttestamentlichen Prophezeiung zu fingieren. Es gibt aber noch einen weiteren Grund, der gegen eine Erfindung der Geburtsgeschichte spricht: Es gibt seit der frühesten Zeit der Christenheit eine Überlieferung, die auf Bethlehem als Geburtsort Jesu hinweist. So hat Justin der Märtyrer, der im 2. Jahrhundert lebte und aus Palästina stammte, Bethlehem als Geburtsort Jesu genannt. Aber auch der bekannte Kirchenvater Origines hat im 3. Jahrhundert Bethlehem als Geburtsort Jesu bezeichnet. In seiner Schrift "Contra Celsum" weist er darauf hin, dass Bethlehem auch von Nichtchristen als Geburtsort Jesu genannt wurde. Und schließlich hat auch der hl. Hieronymus, der von 347 bis 420 gelebt hat und viele Jahre in Bethlehem verbrachte, diesen Ort als den Geburtsort Christi bezeichnet. Ein weiterer Beweis dafür, dass Bethlehem tatsächlich der Geburtsort Jesu ist, können wir auch in der Tatsache sehen, dass der römische Kaiser Hadrian nach der Niederschlagung des jüdischen Aufstands im Jahr 135 alle jüdischen und christlichen Stätten in heidnische Kultstätten umwandeln ließ. So wurde über der Stätte des Tempels in Jerusalem ein Zeus-Tempel errichtet und über der Stätte von Golgota ein Aphrodite-Tempel gebaut. Auch über der Geburtsstätte in Bethlehem wurde ein Hain zu Ehren von Adonis gepflanzt. Diese heidnischen Kultstätten wurden erst durch Kaiser Konstantin beseitigt, der dort christliche Kirchen errichten ließ. Diese heidnischen Kultstätten waren aber auch ein Beweis dafür, dass es sich bei diesen Stätten tatsächlich um die besagten Schauplätze aus dem Leben Jesu handelte. So dürfen wir heute mit Sicherheit annehmen, dass Jesus tatsächlich in Bethlehem geboren wurde.


Anemone

  • Gast
Re:Was die Kirche durch ihr Lehramt wirklich sagt
« Antwort #27 am: 18. Juni 2011, 09:43:49 »
8) BESCHNEIDUNG UND DARSTELLUNG

Am achten Tag nach Geburt Jesu erfolgte nach jüdischem Brauch die Beschneidung. Bei dieser Gelegenheit erhielt Jesus auch seinen Namen. Am 40. Tag nach der Geburt wurde Jesus nach jüdischer Sitte im Tempel dargestellt (vgl. Lk 2,21-40). Die "Darstellung" war eine besondere Weihe des erstgeborenen männlichen Kindes an Gott, die vom jüdischen Gesetz vorgeschrieben war. Die Eltern mussten das Kind in dem Tempel bringen, um es dort in besonderer Weise Gott zu weihen. Dann wurde das Kind durch bestimmte Opfergaben "ausgelöst". Auch Josef und Maria brachten also das Kind zur Darstellung in den Tempel. Dort kam es zur Begegnung mit einem Mann, der Simeon hieß. Dieser Simeon erkannte in Jesus den zukünftigen Retter und nannte ihn das Heil der Völker, ein Licht für die Heiden und den Ruhm Israels (vgl. Lk 2,29-32). Anschließend bezeichnete er Jesus auch noch als ein Zeichen, dem widersprochen wird (vgl. Lk 2,34). Er meinte damit, dass Jesus durch seine Botschaft und sein Auftreten Widerspruch auslösen werde. Maria kündigte er an, dass ein Schwert ihr Herz durchbohren werde (vgl. Lk 2,35). Anschließend trat auch noch eine betagte Frau hinzu: Es handelte sich um die Prophetin Hanna, die Tochter Penuels aus dem Stamm Ascher. Diese Frau war verheiratet gewesen, doch nach sieben Jahren hatte sie ihren Ehemann verloren. Nun war sie eine Witwe von 84 Jahren, die sich ständig im Tempel aufhielt und Gott diente. Sie pries Gott und sprach zu allen über dieses Kind (vgl. Lk 2,36-38). - Auch dieser Bericht weist erstaunlich präzise Züge auf: Er nennt die Namen von zwei Personen, denen Josef und Maria im Tempel begegnen. Vor allem die Angaben über die Prophetin Hanna sind unglaublich detailliert: So werden ihr Name, der Name ihres Vaters, ihre Stammeszugehörigkeit, die Anzahl ihrer Ehejahre und ihr genaues Alter angegeben. Diese exakten Angaben verleihen der ganzen Stelle einen hohen geschichtlichen Wahrheitsgehalt. Solch genaue Daten wären bei einem erfundenen Text unmöglich.

9) DIE STERNDEUTER AUS DEM OSTEN

Die Heilige Schrift berichtet dann auch von den Sterndeutern, die aus dem Osten kamen, um Jesus zu huldigen (vgl. Mt 2,1-12). Diese Sterndeuter kamen zu König Herodes und fragten ihn: "Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen. Als König Herodes das hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem." (Mt 2,2-3) König Herodes erkundigte sich bei den Priestern und Schriftgelehrten, wo der Messias geboren werden solle. Man antwortete ihm, dass der Messias laut dem Propheten (Micha) in Bethlehem geboren werde (vgl. Mt 2,5-6). Darauf schickte der König die Sterndeuter nach Bethlehem, um dort nach dem Kind zu forschen. Er forderte die Sterndeuter auf, ihm Nachricht zu geben, damit er auch nach Bethlehem gehen könne, um dort dem Kind zu huldigen (vgl. Mt 2,8-9). Die Männer verließen die Stadt Jerusalem und sahen plötzlich wieder den Stern vor sich herziehen. Schließlich blieb der Stern über dem Haus stehen, in dem Josef, Maria und der kleine Jesus wohnten. Die Sterndeuter gingen in das Haus und huldigten dem Kind und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar. In der Nacht wurde den Männer im Traum geboten, nicht zu Herodes zurückzukehren, und so zogen sie auf einem anderen Weg in ihr Land zurück (vgl. Mt 2,9-12). - Auch dieser bekannte Bericht bedarf einiger Klärungen: Zunächst wollen wir darauf hinweisen, dass die Schrift von Sterndeutern spricht und nicht von Königen. Die Heilige Schrift berichtet auch nicht, wie viele Männer es waren und nennt auch keine Namen. Die Vorstellung, dass es sich bei den Sterndeutern aus dem Osten um Könige gehandelt habe, geht auf eine spätere Tradition zurück. Die Namen Kaspar, Melchior, Balthasar werden zum ersten Mal im 6. Jahrhundert genannt. Wir werden also gut daran tun, dass wir uns an die nüchternen Angaben der Heiligen Schrift halten. Von Bedeutung ist dann auch, aus welchem Land diese Sterndeuter gekommen sind: Die moderne Forschung nimmt an, dass die Sterndeuter wahrscheinlich aus Mesopotamien und Persien kamen. Die persischen Sterndeuter waren möglicherweise Anhänger von Zarathustra. Es gab in Persien auch eine Prophetie, dass aus Israel ein großer Herrscher hervorgehen werde. Auf der Fassade der ersten christlichen Kirche über der Geburtsgrotte fand sich auch eine Abbildung der Magier aus dem Osten, wobei einer der Magier als Perser dargestellt war. Diese Abbildung mit einem persischen Magier bewahrte übrigens die Kirche vor der Zerstörung, als im Jahr 614 n. Chr. ein neupersisches Heer in Palästina einfiel. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang auch ein kurzer Bericht von Marco Polo in seinem Buch "Il Milione": Der berühmte venezianische Kaufmann, der bei seiner Reise nach Asien bis nach Peking kam, berichtet, dass er in Persien in eine Ortschaft gekommen sei, aus der nach alter Überlieferung einer der Sterndeuter stammte. Ein weiteres Problem bei dieser Bibelstelle über die Sterndeuter ist auch der bekannte "Stern von Bethlehem", der vor den Männern herzog und sie zum Haus von Josef und Maria führte. Es wurde mehrmals versucht, diesen Stern mit einem der bekannten Kometen in Verbindung zu bringen. Aber keiner dieser Kometen lässt sich mit den Erscheinungen und Bewegungen des Sterns von Bethlehem in Einklang bringen. Der bekannte Astronom Tycho Brahe erklärte, dass es sich um keinen gewöhnlichen Stern handelte. Der große Astronom Kepler  hingegen glaubte, dass es sich bei diesem "Stern" um ein besonderes Zusammentreffen der Planeten Jupiter und Saturn handelte, die sich im Jahr 7 v. Chr. dreimal wiederholte. Die Bewegungen des Sterns von Bethlehem waren aber so außerordentlich, dass sie sich auch mit einem Zusammentreffen von zwei Planeten unmöglich erklären lassen. Wir müssen also annehmen, dass es sich hier um eine außerordentliche Himmelserscheinung gehandelt haben muss. Zusammenfassend dürfen wir annehmen, dass auch dieses Ereignis einen historischen Kern hat und nicht nur erfunden wurde, um die Bedeutung Jesu hervorzuheben. Für die Geschichtlichkeit dieses Ereignisses spricht auch noch der Umstand, dass der christliche Autor in diesem Fall die Sterndeutung gelten ließ, obwohl sonst das Judentum und das Christentum jede Art von Astrologie strikt ablehnte. Offensichtlich war der Autor dieses Berichtes der Überzeugung, dass sich Gott in diesem Fall der Astrologie bedient habe, um auch die Heiden die Bedeutung dieses "neugeborenen Königs der Juden" erkennen zu lassen.

Anemone

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Re:Was die Kirche durch ihr Lehramt wirklich sagt
« Antwort #28 am: 20. Juni 2011, 10:20:13 »
10) DIE FLUCHT NACH ÄGYPTEN

Im Matthäus-Evangelium wird weiter berichtet, dass Josef nach dem Besuch der Sterndeuter im Traum ein Engel erschien und ihn zur sofortigen Flucht nach Ägypten aufforderte: "Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter, und flieh nach Ägypten; dort bleibe, bis ich dir etwas anderes auftrage; denn Herodes wird das Kind suchen, um es zu töten." (Mt 2,13) Josef musste also versuchen, so schnell wie möglich das Herrschaftsgebiet von Herodes zu verlassen. Von Bethlehem war eine Flucht nach Ägypten die einzige Möglichkeit, um sich vor Herodes in Sicherheit zu bringen. Noch mitten in der Nacht brach die heilige Familie mit einem Esel nach Süden auf. Josef wählte wahrscheinlich den Weg über Hebron und Berscheeba. Von dort zog er dann mit seiner Familie zur Mittelmeerküste, um auf der alten Karawanenstraße von Palästina nach Ägypten in Richtung Nildelta weiterzuziehen. Dabei musste er zunächst ein trockenes Steppengebiet durchqueren und dann durch eine Sandwüste ziehen. Die Karawanenroute führte über Rhinocolura bis nach Pelusium. Insgesamt betrug die Strecke von Bethlehem bis nach Ägypten etwas mehr als 300 km. Josef und seine Familie waren wahrscheinlich eine gute Woche unterwegs. Der Evangelist berichtet uns nicht, wo sich die heilige Familie in Ägypten niedergelassen hat. Josef und Maria mussten aber mit dem kleinen Jesus bis zum Tod des Herodes in Ägypten bleiben.

11) DER KINDERMORD IN BETHLEHEM

In der Zwischenzeit kam es in Bethlehem zum berüchtigten Kindermord. Der Evangelist Matthäus berichtet: "Als Herodes merkte, dass ihn die Sterndeuter getäuscht hatten, wurde er sehr zornig, und er ließ in Bethlehem und in der ganzen Umgebung alle Knaben bis zum Alter von zwei Jahren töten... " (Mt 2,16) Auch diese Begebenheit wird heute von vielen modernen Theologen in Frage gestellt. Sie weisen darauf hin, dass ein solches Blutbad kaum vorstellbar sei, und dass in keiner anderen historischen Schrift davon berichtet wird. Nicht einmal bei Flavius Josephus sei ein Hinweis auf dieses Massaker zu finden... Dagegen ist aber zu sagen, dass Herodes sehr wohl zu einer solchen Tat fähig war. Es ist uns eine lange Reihe von Verbrechen bekannt, die Herodes in seiner Regierungszeit begangen hat. So ließ er politische Gegner und auch Mitglieder des Hohen Rates hinrichten. Er ließ seinen erst sechzehnjährigen Schwager Aristobul in einem Schwimmbad ertränken; er ließ sogar seine eigene Frau Mariamne und seine zwei Söhne Alexander und Aristobul hinrichten. Selbst Kaiser Augustus war über die Grausamkeit von Herodes entsetzt und sagte: "Es ist leichter, ein Schwein von Herodes zu sein als ein Sohn von ihm." Während der Regierungszeit von Herodes kam es zu Hunderten von Hinrichtungen. Vor allem in der Zeit vor seinem Tod wütete Herodes entsetzlich und ließ dabei viele Menschen umbringen. Wenige Tage vor seinem Tod befahl er, seinen ältesten Sohn Antipater zu töten. Herodes war also durchaus zu einem solchen Kindermord in Bethlehem fähig. Wir müssen uns auch über die Größenordnung dieses Kindermords Gedanken machen. Neueren Schätzungen zufolge war die Stadt Bethlehem und ihre Umgebung zur damaligen Zeit von etwa 1000 Personen bewohnt. Bei dieser Einwohnerzahl dürften etwa 20 bis 30 Knaben unter zwei Jahren getötet worden sein. Die Zahl der getöteten Kinder war also viel geringer als gewöhnlich angenommen wird (was freilich nichts an der Brutalität des Verbrechens ändert!) Die Zahl von zwanzig toten Kindern, die noch dazu von einfachen Hirten stammten, war gegenüber den vielen Kapital-Verbrechen von Herodes nichts Besonderes, und so findet sich von diesem Kindermord auch keine Notiz in den historischen Quellen.

Nach dem Tod von Herodes zog Josef mit seiner Familie zurück nach Palästina. Als er dort erfuhr, dass Archelaus die Herrschaft über Judäa übernommen hatte, fürchtete er sich, in Bethlehem zu bleiben, und zog daher mit seiner Familie nach Nazaret in Galiläa (vgl. Mt 2,19-23)

 
12) DER ZWÖLFJÄHRIGE JESUS IM TEMPEL

Der Evangelist Lukas berichtet uns noch von einem weiteren Ereignis aus der Kindheit Jesu, nämlich vom Gespräch des zwölfjährigen Jesus mit den Schriftgelehrten im Tempel von Jerusalem (vgl. Lk 2,41-52). In Israel war es Brauch, dass die Gläubigen anlässlich der großen Feste - wie etwa beim Paschafest oder beim Laubhüttenfest - aus ganz Palästina nach Jerusalem zogen. Ab dem zwölften Lebensjahr war jeder Israelit zur Teilnahme an diesen Festen verpflichtet. So zogen auch Josef und Maria mit dem zwölfjährigen Jesus von Nazaret zum Paschafest nach Jerusalem. Sie unternahmen diese Wallfahrt nicht allein, sondern mit ihrer ganzen Sippe. Während der Reise wurden religiöse Lieder gesungen und Gebete gesprochen. In der Nacht schliefen die Wallfahrer auf großen Rastplätzen unter freiem Himmel. Die Reise von Nazareth bis Jerusalem dauerte etwa 3 bis 4 Tage. In Jerusalem waren die Pilger bei Verwandten untergebracht. Nach dem Paschafest, bei dem Zehntausende von Pilgern zusammengeströmt waren, machten sich Josef und Maria und die ganze Sippe wieder auf den Weg in die Heimat. Maria und Josef waren offensichtlich der Überzeugung, dass Jesus sich bei einer Gruppe der weitläufigen Verwandtschaft befinde. Als sie aber am Abend beim ersten Rastplatz ankamen, mussten sie feststellen, dass Jesus nirgends zu finden war. Da kehrten sie nach Jerusalem zurück. Erst nach drei Tagen fanden sie Jesus im Tempel. Dort hörte er den Schriftgelehrten zu und stellte ihnen Fragen. Der Evangelist Lukas schreibt: "Alle, die ihn hörten, waren erstaunt über sein Verständnis und über seine Antworten. Als seine Eltern ihn sahen, waren sie sehr betroffen, und seine Mutter sagte zu ihm: Kind, wie konntest du uns das antun? Dein Vater und ich haben dich voll Angst gesucht. Da sagte er zu ihnen. Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört? Doch sie verstanden nicht, was er damit sagen wollte. Dann kehrte er mit ihnen nach Nazaret zurück und war ihnen gehorsam. Seine Mutter bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen." (Lk 2,47-52) Diese Stelle ist nicht nur wegen des Gesprächs zwischen Jesus und den Schriftgelehrten von Bedeutung, sondern vor allem wegen der Antwort, die Jesus seiner Mutter Maria gibt: "Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört?" Der zwölfjährige Jesus gibt damit seinen Eltern zu verstehen, dass er in erster Linie seinem himmlischen Vater verpflichtet ist und dann erst seinen Eltern auf Erden. - Kritische Theologen stellen auch dieses Ereignis in Frage und behaupten, dass der Evangelist es nur erfunden habe, um das besondere Wesen von Jesus hervorzuheben. Aber auch bei dieser Stelle müssen wir uns fragen, ob man ein solches Ereignis einfach erfinden kann. Diese Stelle erweist sich in mancher Hinsicht als paradox: Zunächst geraten Josef und Maria fast in Verdacht, dass sie zuwenig auf den zwölfjährigen Jesus aufgepasst hätten. Jesus selbst erweckt den Eindruck, als habe er sich mehrere Tage lang nicht darum gekümmert, ob seine Eltern etwa seinetwegen in Sorge sein könnten. Dieses, rein menschlich gesehen, völlig unverständliche Verhalten Jesu führt auch zur bangen Frage von Maria: "Kind, wie konntest du uns das antun?" Die ganze Episode hat also fast einen peinlichen Beigeschmack und erhält erst durch die Antwort des jungen Jesus ihre Rechtfertigung. Jesus muss seine Eltern damit vertraut machen, dass er zuerst dem Ruf seines Vaters folgen muss und erst dann ihnen gehorchen kann. Dieser ganze Bericht ist also zunächst im höchsten Maß paradox und wird erst zum Schluss verständlich. Es ist fast unmöglich, dass ein so paradoxer Bericht nur eine Erfindung sein soll.

Anemone

  • Gast
Re:Was die Kirche durch ihr Lehramt wirklich sagt
« Antwort #29 am: 21. Juni 2011, 16:11:30 »
13) DAS VERBORGENE LEBEN JESU

Nach diesem Bericht über den zwölfjährigen Jesus übergehen die Evangelien die nächsten zwei Jahrzehnte im Leben Jesu. Sie berichten erst wieder über das erste öffentliche Auftreten Jesu, das wahrscheinlich im Jahr 28 n. Chr. stattfand. Im Leben Jesu gibt es also einen Zeitraum von über 20 Jahren, von dem uns die Evangelisten nichts berichten. Für eine Biographie ist das höchst merkwürdig. Für das bessere Verständnis von Jesus wäre es doch sehr wertvoll, wenn uns die Evangelisten etwas von diesen zwanzig Jahren berichtet hätten. Es würde uns interessieren zu erfahren, welche Erfahrungen Jesus in seinen jungen Jahren gesammelt hat. Es wäre auch interessant zu wissen, welchen Menschen Jesus in jungen Jahren begegnet ist und welche Orte er besucht hat. Aber von all dem berichten die Evangelisten nichts. Sie wollen uns damit in nachdrücklicher Weise auf das verborgene Leben Jesu in Nazaret hinweisen. Jesus ist für die damalige Zeit sehr lange verborgen geblieben und ist erst im Alter von etwa 35 Jahren an die Öffentlichkeit getreten.

14) DAS ÖFFENTLICHE WIRKEN JESU

Wir wollen nun auf das öffentliche Wirken Jesu zu sprechen kommen. Da wir diese Abschnitte aus dem Leben Jesu in späteren Folgen noch ausführlich behandeln werden, wollen wir hier nur einige kurze Hinweise geben.

Zum besseren Verständnis für das öffentliche Wirken Jesu wollen wir zunächst auf die politischen Verhältnisse der damaligen Zeit eingehen. Nach dem Tod von Herodes im Jahr 4 v. Chr. verteilte Kaiser Augustus das Land unter seine drei Söhne Archelaus, Herodes Antipas und Philippus. Archelaus wurde Fürst von Judäa und Samaria, Herodes Antipas herrschte über Galiläa und Philippus erhielt das nördliche Ostjordanland. Als sich Archelaus, der über Judäa und Samaria regierte, als grausamer Herrscher erwies, wurde er abgesetzt und durch einen römischen Statthalter ersetzt. So kam es, dass zur Zeit des öffentlichen Wirkens von Jesus Judäa und Samaria vom römischen Statthalter Pontius Pilatus verwaltet wurde. In Galiläa hingegen herrschte weiterhin Herodes Antipas, ein Sohn von König Herodes.

Nach dieser kurzen Einführung in die politischen Machtverhältnisse in Palästina wollen wir noch einen raschen Blick in die gesellschaftlichen Verhältnisse des jüdischen Volkes zur Zeit Jesu werfen. An der Spitze des jüdischen Volkes stand der Hohepriester Kajaphas, der zusammen mit dem Hohen Rat die Geschicke des jüdischen Volkes lenkten. Der Hohepriester und der Hohe Rat hatten gegenüber den Römern eine gewisse Autonomie, waren aber in bestimmten Bereichen von den Römern abhängig (z. B. beim Fällen von Todesurteilen.) Dann wollen wir noch darauf hinweisen, dass die jüdische Gesellschaft zur Zeit Jesu von drei Gruppierungen bestimmt war: Von den Pharisäern, die sich um eine strenge Einhaltung der Gesetze bemühten und die die Römer verachteten; die Sadduzäer, die einen pragmatischen Kurs verfolgten und sich mit den Römern arrangierten, und schließlich die Zeloten, die die Römer bekämpften und sie vertreiben wollten. Die Pharisäer erwarteten einen königlichen Messias, der das auserwählte Volk zu Ruhm und Ehre erheben würde, die Zeloten hingegen erwarteten einen Messias, der sie im Kampf gegen die Römer anführen sollte. In dieser sehr komplexen geschichtlich-politischen Situation fand nun das öffentliche Wirken Jesu statt.


15) DAS AUFTRETEN JOHANNES DES TÄUFERS

Der Beginn des öffentlichen Wirkens Jesu fällt mit dem Auftreten von Johannes dem Täufer zusammen. Lukas schreibt in seinem Evangelium, dass Johannes der Täufer im 15. Regierungsjahr des Kaisers Tiberius aufgetreten sei. Dieses Jahr würde dem Jahr 28 n. Chr. entsprechen. Es könnte aber auch sein, dass Johannes bereits im Jahr 26 n. Chr. mit seinem Wirken begonnen hat. Johannes rief die Menschen zur Umkehr auf und taufte sie im Jordan in der Nähe von Bethanien nördlich des Toten Meeres. Als er gefragt wurde, ob er der Messias sei, antwortete er, dass er nur der Vorläufer eines Größeren sei, der nach ihm komme. Eines Tages erschien auch Jesus bei Johannes und ließ sich von ihm taufen. Johannes erkannte in ihm den Messias und wies seine Jünger auf Jesus hin: "Seht das Lamm Gottes!" Bald nach der Taufe begann Jesus öffentlich aufzutreten.

16) DIE BERUFUNG DER JÜNGER

Jesus berief zwölf Männer in seine Nachfolge. Die Namen dieser Männer sind uns von drei Evangelisten überliefert worden: "... an erster Stelle Simon, genannt Petrus, und sein Bruder Andreas, dann Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und sein Bruder Johannes, Philippus und Bartholomäus, Thomas und Matthäus, der Zöllner, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Thaddäus, Simon Kananäus und Judas Iskariot, der ihn später verraten hat." (Mt 10,1-4; vgl. Mk 3,16-19; Lk 6,13-15)

17) JESUS VERKÜNDET DAS REICH GOTTES

Mit diesen zwölf Männern zog Jesus mehrere Jahre lang umher. Die Zeitangaben des öffentlichen Wirkens schwanken bei den einzelnen Evangelisten zwischen eineinhalb und dreieinhalb Jahren. Das Zentrum des Wirkens Jesu war das Fischerdorf Kafarnaum am See Gennesaret (vgl. Mt 4,13). Jesus besuchte bei seinen Wanderungen die verschiedensten Orte von Galiläa, er gelangte aber auch in das Gebiet der Dekapolis östlich des Jordans (vgl. Mk 7,31) und stieß auch in das Gebiet von Tyrus und Sidon (Libanon) vor (vgl. Mt 15,21-28). In diesen Jahren kam Jesus auch mehrmals nach Jerusalem und nahm dort an den großen Festen der Juden teil. Bei seinen Wanderungen predigte Jesus den Menschen die Ankunft des Reiches Gottes (vgl. Mt 4,17). Er forderte die Menschen zur Umkehr auf (vgl. Mt 4,17). Er lehrte sie einen verinnerlichten Glauben, der sich nicht in der äußeren Erfüllung von bestimmten Gesetzen erschöpfte (vgl. Mt 6,1-18). Jesus lehrte die Menschen eine neue Moral (vgl. Mt 5-7) und zeigte ihnen, wie sie die Erlösung und das ewige Leben bei Gott erlangen konnten (vgl. Joh 3,1-13; 6,22-59). Von Jesus werden auch zahlreiche Zeichen und Wunder berichtet: Er heilte viele Kranke (vgl. Mt 9,27-31; Mk 2,1-12; 7,31-37), er verwandelte Wasser in Wein (vgl. Joh 2,1-11) und vermehrte Brot und Fische (vgl. Mt 14,13-21),  er bändigte die Naturgewalten (vgl. Mt 8,23-27) und erweckte sogar Tote zu neuem Leben (vgl. Joh 11,1-44). Diese Wunder erfüllten die Menschen mit Staunen und Hoffnung.

18) DER KONFLIKT MIT DEN PHARISÄERN UND SADDUZÄERN

Doch bald schon kam es zum Konflikt zwischen Jesus und den religiösen und politischen Mächten des Landes. Obwohl Jesus zunächst sehr behutsam auftrat und sich in neutraler Weise als den "Menschensohn" bezeichnete, führte sein Auftreten und seine Lehre immer mehr zu Spannungen mit den verschiedenen jüdischen Gruppierungen: Die Pharisäer beschuldigten Jesus, dass er das Gesetz des Moses in Frage stelle (vgl. Mt 12,1-8; 9-14) und dass er sich Gott gleich setze (vgl. Joh 5,18). Die Sadduzäer befürchteten, dass es durch Jesus als den Messias zu Unruhen und zu einem Aufstand gegen die Römer  kommen würde und dass die Römer dann das Land mit Gewalt unterwerfen würden (vgl. 11,48). Die Zeloten hingegen erwarteten sich, dass Jesus endlich als politischer und militärischer Führer gegen die Römer auftreten würde. Zu den Zeloten gehörte übrigens auch Judas Iskariot, der sich enttäuscht von Jesus abwandte, als er seine politischen Hoffnungen nicht erfüllt sah. Als Jesus immer mächtigere Zeichen und Wunder wirkte und immer mehr Leute in ihm den Messias erblickten, fürchteten die Hohenpriester, die Sadduzäer und die Pharisäer um ihre Macht und ihren Einfluss. Sie beschlossen daher, Jesus so bald wie möglich zu töten (vgl. Joh 11,45-53).

 

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