Autor Thema: Vorbereitung zum Tode — fromm leben, selig sterben  (Gelesen 11882 mal)

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Vorbereitung zum Tode — fromm leben, selig sterben
« Antwort #80 am: 21. Juni 2017, 17:03:39 »
Vorbereitung zum Tode
oder Betrachtungen über die ewigen Wahrheiten
um fromm zu leben und selig zu sterben

vom Heiligen Alphons Maria von Liguori


27. Betrachtung
Ewigkeit der Hölle
 
2. Punkt
Wer einmal in die Hölle kommt, wird in Ewigkeit nicht mehr herauskommen. Dieser Gedanke machte David zittern: Lass mich von der Wasserflut nicht ersäufen, mich von der Untiefe nicht verschlingen, noch den Abgrund über mich schließen. (Ps 68, 16) Ist der Verdammte in diesen Abgrund von Qualen gestürzt, so schließt sich dessen Mündung und wird sich nimmermehr öffnen. In der Hölle gibt es wohl ein Tor zum Eingange, allein keine Pforte zum Ausgange. Hinunter wird man wohl kommen, nicht aber herauf, sagt Eusebius von Emessa, und erklärt die Worte des Psalmisten also: „Laß den Abgrund sich nicht schließen über mich; denn hat dieser sie aufgenommen, so wird er von oben geschlossen und von unten geöffnet werden." So lange der Sünder lebt, kann er immer noch Rettung hoffen; wird er aber vom Tode in einer Sünde dahingerafft, so ist für ihn alle Hoffnung verschwunden: Stirbt der Mensch in einer Sünde dahin, so hat er nichts mehr zu hoffen. (Spr 11,7) Ach, könnten sich doch die Verdammten wenigstens mit einer falschen Hoffnung schmeicheln und so in ihrer Verzweiflung einige Erleichterung finden! Dieser arme Verwundete, hingebannt auf sein Bett, ist zwar von den Ärzten aufgegeben; allein er schmeichelt und tröstet sich noch mit den Worten: wer weiß, ob nicht in der Folge ein Arzt oder ein Heilmittel zu finden sei, wodurch ich genese? Jener zum lebenslänglichen Schiffsdienste verurteilte Verbrecher macht sich ebenfalls Hoffnung, indem er sagt: wer weiß, was sich ereignen, was mich von diesen Fesseln erledigen kann? Ach, könnte der Verdammte, sage ich, wenigstens auch so reden: Wer weiß, ob ich nicht eines Tages aus diesem Kerker entkomme? so könnte er mit dieser falschen Hoffnung sich wenigstens täuschen. Doch nein; in der Hölle gibt es weder eine echte, noch eine falsche Hoffnung, es gibt gar keine; auch nicht einmal ein „Vielleicht". - Ich will es dir vor Augen stellen. (Ps 49) Dem Elenden wird immer sein Verdammungsurteil vor Augen schweben, worin geschrieben steht, daß er für immer in diesem Abgrunde der Qualen zu bleiben habe. Einige werden zum ewigen Leben, andere zur ewigen Schmach aufwachen, die sie immer vor Augen haben werden. (Dan 12,2) Daher leidet der Verdammte nicht nur, was er in jedem Augenblicke wirklich leidet, sondern ihn quält nebstbei auch die Qual der Ewigkeit mit dem Gedanken: was ich jetzt leide, das habe ich ohne Ende zu leiden: „Sie sind mit der Last der Ewigkeit beladen", sagt Tertullianus. Bitten wir also den Herrn, wie der heilige Augustinus ihn bat! „Herr, hier brenne, hier schneide, hier schone meiner nicht, damit du mich in der Ewigkeit verschonest." Die Leiden dieses Lebens vergehen. Deine Pfeile fuhren vorüber, die Stimme deines Donners hat das Rad zerschmettert. (Ps 76,18) Allein die Leiden des andern Lebens enden niemals. Vor diesen Leiden wollen wir uns fürchten; fürchten wollen wir jenen Donner, die Stimme deines Donners im Rade, das heißt, jene Donnerstimme des Urteils zur ewigen Verdammnis, welches bei dem Gerichte aus dem Munde des Richters gegen die Gottlosen erschallen wird: Hinweg von mir, ihr Verfluchten! in das ewige Feuer. Er sagt „im Rade"; das Rad ist ein Sinnbild der Ewigkeit, von welcher man kein Ende findet: Ich habe mein Schwert aus der Scheide gezogen und es soll nicht wieder in die Scheide kommen. (Ez 21,5) Groß wird die Strafe der Hölle sein; allein was uns noch mehr erschrecken muß, ist dies, daß diese Strafe unwiderruflich ist.
Aber wie? wird ein Ungläubiger hier einwenden, wie könnte dies gerecht sein, eine augenblickliche Sünde mit einer ewigen Pein bestrafen wollen? Ich antworte: Wie darf ein Sünder es wagen, einen Gott von unendlicher Herrlichkeit wegen eines elenden augenblicklichen Vergnügens beleidigen zu wollen? Selbst vor dem weltlichen Gerichte, bemerkt der heilige Thomas (1,2. qu. 87. art. 3), mißt man die Strafe nicht nach der Dauer, sondern nach der Art des Vergehens: „Nicht weil die Mordtat in einem Augenblicke begangen wird, wird sie mit augenblicklicher Strafe abgestraft. ..." Wenig ist eine Hölle für eine Todsünde: für die Beleidigung einer grenzenlosen Majestät gebührt eine grenzenlose Strafe, sagt der heilige Bernardinus von Siena. „Durch jede Todsünde wird Gott eine unendliche Beschimpfung zugefügt: einer unendlichen Unbild aber gebührt eine unendliche Strafe." Weil aber, sagt der englische Lehrer, das Geschöpf keiner unendlichen Strafe der inneren Heftigkeit oder Intensität nach fähig ist, so macht Gott gerechterweise, daß dessen Bestrafung in der Ausdehnung oder Dauer unendlich werde.
Überdies muß die Strafe notwendig ewig sein, weil fürs erste der Verdammte für seine Schuld nicht mehr genugtun kann. In diesem Leben kann der Sünder durch die Buße genugtun, insofern er sich der Verdienste Jesu Christi teilhaftig macht. Allein von diesen Verdiensten ist der Verdammte ausgeschlossen; da er also Gott nicht versöhnen kann und seine Sünde ewig währt, so muß auch seine Pein ewig währen. Nimmermehr wird er Gott versöhnen, er wird unaufhörlich leiden. (Ps 48,8,9) Daher sagt Vincentius von Beauvais (lib. 2. pag. 3): Die Schuld muß dort immer bestraft werden, und es wird keine Versöhnung stattfinden können, weil nach dem Zeugnisse des heiligen Antonius der Sünder dort nicht bereuen kann; und deshalb wird der Zorn des Herrn über ihn nimmer getilgt: Ein Volk, über das der Herr ewig erzürnt ist. (Mal 1,4) Zudem verlangt der Sünder, gesetzt auch, daß ihm Gott verzeihen wollte, keine Verzeihung, weil sein Wille verhärtet und im Hasse gegen Gott verstockt ist. Innocentius III. sagt: „Die Verworfenen werden sich nicht demütigen, sondern die Bosheit des Hasses wird in ihnen erstarren." Und der heilige Hieronymus: „Unersättlich sind sie im Verlangen zu sündigen." (In Spr 27) Und deshalb ist fürwahr die Wunde des Verdammten unheilbar, weil er selbst durchaus nicht genesen will. Sein Schmerz währt immerdar und seine Wunde will er nicht heilen lassen. (Jer 15,18)
 
Anmutungen und Bitten
Ach, o mein Erlöser! Also würde ich dich, meinen Gott, der du für mich gestorben bist, hartnäckig hassen, wenn ich in der Hölle wäre, die ich oftmals verdient habe! O Gott! und welche Hölle wäre dies für mich, dich hassen, der du mich so sehr geliebt, und in dir selbst das endlose, unendlich liebenswürdige Gut bist! Wäre ich jetzt in der Hölle, so befände ich mich demnach in einem so unglücklichen Zustande, daß ich nicht einmal Vergebung verlangen würde, die du mir doch jetzt gnädig anbietest? Mein Jesu! ich danke dir für diese unverdiente Barmherzigkeit, und da ich jetzt Verzeihung erhalten kann, so will ich dich lieben. Du bietest mir die Vergebung an, und ich bitte dich darum und hoffe sie auch durch deine Verdienste. Ich bereue alle Beleidigungen, die ich dir, o unendliche Güte! zugefügt habe, und ich hoffe, du verzeihest mir. Ich liebe dich mit ganzer Seele. Ach Herr! Und was hast du mir denn Übles getan, daß ich dich für immer als meinen Feind hassen sollte? Welchen besseren Freund hatte ich je, der das für mich tat und litt, was du, o mein Jesus! für mich getan und gelitten hast? Ach laß mich nicht mehr in deine Ungnade fallen, und deine Liebe verlieren: laß mich sterben, ehe mir dies allergrößte Unglück begegnet. - O Maria! verberge mich ganz unter deinem Schutzmantel und laß mich davon nicht entweichen, um mich gegen Gott und dich abermals zu empören.
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Vorbereitung zum Tode — fromm leben, selig sterben
« Antwort #81 am: 26. Juni 2017, 20:53:07 »
Vorbereitung zum Tode
oder Betrachtungen über die ewigen Wahrheiten
um fromm zu leben und selig zu sterben


vom Heiligen Alphons Maria von Liguori


27. Betrachtung
Ewigkeit der Hölle
 
3. Punkt
Die Sünder fürchten in diesem Leben den Tod am meisten, in der Hölle aber wird er ihr sehnlichster Wunsch sein. Die Menschen werden den Tod suchen und ihn nicht finden; sie werden zu sterben verlangen, und der Tod wird vor ihnen fliehen. (Offb 9,6) Daher schrieb der heilige Hieronymus: „O wie süß wärest du denen, welchen du so bitter warst!" (Ap. S. Ben. Sohl.) David sagt, der Tod werde an den Verdammten sich weiden: Der Tod wird sie verzeihen. (Ps 48,15) Der heilige Bernardus erklärt dies und sagt: „Gleichwie die Ziege auf der Weide an den Gesträuchern das Laub frißt, die Wurzeln aber stehen läßt, ebenso weide der Tod sich an den Verdammten; jeden Augenblick töte er sie zwar, doch lasse er ihnen das Leben, um sie fortwährend durch die ewige Pein in Ewigkeit zu töten: Sowie die Tiere das Gras abweiden, die Wurzeln aber zurückbleiben, so werden die Elenden in der Hölle vom Tode verzehrt, aber stets zu neuen Peinen aufbewahrt." Demnach behauptet der heilige Gregorius, sterbe der Verdammte jeden Augenblick, ohne jedoch jemals zu sterben: „Den rächenden Flammen preisgegeben, wird er stetsfort sterben." (Lib. Mor. cap. 12) Jedermann trägt Mitleid mit einem Menschen, der von Größe des Schmerzes dahinstirbt. Hätte der Verdammte nur einen einzigen, der ihn bemitleidete! Aber nein, der Elende stirbt alle Augenblicke vor Schmerz und hat niemand und wird nie jemand haben, der mit ihm Mitleid trüge. Der Kaiser Zeno, in einem Grabe eingeschlossen, rief unaufhörlich: „Tuet mir doch um Himmels willen auf!" Er wurde aber nicht erhört und man fand ihn in Verzweiflung verstorben und sogar das Fleisch an seinen Armen von den Zähnen zerfleischt. Die Verdammten schreien aus dem Abgrunde der Hölle, sagt der heilige Cyrillus von Alexandria, allein niemand kommt, um sie frei zu machen, und kein Mensch trägt Erbarmen mit ihnen. „Sie jammern, und niemand befreit sie; sie weinen, und niemand hegt Mitleid."
Und wie lange wird dies ihr Unglück dauern? Immer und ewig! In den geistlichen Übungen des P. Segneri des Jüngern, die Muratori geschrieben hat, wird erzählt: Zu Rom sei der Teufel, als er in dem Leibe eines Besessenen hauste, gefragt worden, wie lange er in der Hölle bleiben müßte. Wütend gab er zur Antwort, indem er mit der Hand jenes Menschen auf einen Stuhl schlug: „Immer, immer!" Das Entsetzen der Umstehenden war so groß, daß viele Jünglinge des römischen Seminariums, die sich dabei befanden, eine allgemeine Lebensbeichte ablegten und in Folge dieser großen Predigt von zwei Worten ihr Leben änderten. - Der arme Judas! Es sind nun mehr als achtzehnhundert Jahre verflossen, seitdem er in der Hölle brennt, und doch ist seine Hölle noch wie im Beginn. Armer Kain! Er schmachtet über fünftausendachthundert Jahre schon im Feuer, und seine Hölle ist noch wie im Beginn. Ein anderer Teufel wurde gefragt, wie lange es schon sei, seit seinem Sturz in die Hölle? Seit gestern! Wie, seit gestern? entgegnete man. Wie ist das möglich, da du doch schon über fünftausendachthundert Jahre verdammt bist? Er erwiderte abermals: Seit gestern! - O wüßtest du, was das Wort „Ewigkeit" sagen wolle, du würdest dann begreifen, daß tausend Jahre in Bezug auf sie nicht mehr als ein Augenblick seien. Würde ein Engel zu einem Verdammten sagen: Du wirst aus der Hölle herauskommen nach Verlauf von so vielen Jahrhunderten, als es Tropfen im Wasser, als es Blätter auf den Bäumen und als es Sandkörner im Meere gibt, so hätte der Verdammte eine größere Freude, als ein Bettler bei der Nachricht, er sei König geworden. Und fürwahr! denn alle diese Jahrhunderte werden vorübergehen und sich unendliche Male wiederholen, und die Hölle wird dennoch immer wieder wie von vorne beginnen. Jeder Verdammte würde mit Gott diesen Vertrag schließen: Herr! vergrößere meine Qual, so viel du nur willst, laß sie so lange dauern, als es dir gefällig ist; nur bestimme eine gewisse Zeit, und ich bin zufrieden. Doch nein, es wird keine Zeit mehr sein; die Posaune der göttlichen Gerechtigkeit wird in der Hölle nicht anders ertönen als: „Immer, nimmer! — immer, nimmer!" Die Verdammten werden die Teufel fragen: Hüter! wie spät in der Nacht? (Jes 21) Wie weit ist es in der Nacht? Wann endet sie? Wann hören diese Posaunen, dies Geschrei, dieser Gestank, diese Flammen, diese Qualen endlich auf? Und sie bekommen zur Antwort: Nimmer, nimmer! Und wie lange werden sie dauern? Immer, immer! — Ach Herr! erleuchte doch jene Verblendeten, welche denen, die sie bitten, sich nicht selbst zu verdammen, entgegnen: Je nun, wenn ich in die Hölle fahre, muß ich's ertragen und leiden. O Gott! Sie, die nicht einmal ein wenig Kälte ertragen, die es nicht aushalten, in einem zu warmen Zimmer länger zu verweilen, die bei jedem kleinen Anstoß oder Mißhandlung die Geduld verlieren — diese wollen es aushalten, dann in einem Feuermeere zu wohnen, unter die Füße der Teufel getreten zu werden, und verlassen von Gott und allen! — durch die ganze Ewigkeit!
 
Anmutungen und Bitten
Ach, Vater der Erbarmungen! Du verläßt den nicht, der dich sucht! Du, o Herr! hast diejenigen nicht verlassen, die dich gesucht haben. (Ps 9,11) Ich habe dir vorher so oft den Rücken gekehrt und du hast dennoch mich nicht verlassen; du verlassest mich auch jetzt nicht, da ich dich suche. Es reuet mich, o höchstes Gut! deine Gnade so wenig geachtet zu haben, daß ich sie für eitel Nichts dahingab. Sieh auf die Wunden deines Sohnes, erhöre seine Stimme, die dich um Verzeihung bittet, und vergib mir! Und du, o mein Erlöser! erinnere mich immer an die Leiden, welche du für mich gelitten hast; an die Liebe, die du zu mir getragen hast, und an die Undankbarkeit, womit ich dir bezahlte und dadurch die Hölle verdiente, damit ich stets das Unrecht, das ich dir antat, beweinen und immer von Liebe zu dir erfüllt leben möge. Ach, mein Jesus! wie sollte ich nicht von Liebe zu dir brennen, wenn ich bedenke, daß ich schon seit so vielen Jahren und dann in alle Ewigkeit in der Hölle brennen sollte, und wenn ich bedenke, daß du starbst, um mich zu befreien, um mich mit so großer Liebe davor zu bewahren? Wäre ich jetzt in der Hölle, so würde ich dich hassen und auf immer hassen; aber nun liebe ich dich und immer will ich dich lieben! Dies hoffe ich von deinem Blute. Du liebst mich und ich liebe dich ebenfalls. Du wirst mich stets lieben, wenn ich dich nicht verlasse. Ach mein Erretter! bewahre mich vor dem Verderben und tue dann mit mir, was du immer willst. Ich verdiene jede Strafe und nehme sie auch an, auf daß du mich vor jener Strafe bewahren wollest, einer Liebe beraubt zu werden. — O Maria, meine Zuflucht! wie oft verdammte ich mich selbst zur Hölle, und du hast mich davon errettet! Ach, mache mich doch von der Sünde los, die allein mich der Gnade Gottes berauben und in die Hölle bringen kann.
 
 
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« Antwort #82 am: 03. Juli 2017, 22:42:43 »
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28. Betrachtung
Gewissensbisse der Verdammten
„Ihr Wurm stirbt nicht." (Mk 9,47)
 
1. Punkt
Unter diesem Wurme, der nicht stirbt, versteht man nach Erklärung des heiligen Thomas die Gewissensbisse, wovon der Verdammte in der Hölle ewig geplagt werden wird. Mit mannigfachen Bissen wird das Gewissen am Herzen des Bösen nagen; allein drei werden am meisten ihn peinigen: der Gedanke an das Geringfügige und die Kürze der Lust, weswegen sie sich verdammten; der Gedanke an das Wenige, was sie hätten tun sollen, um selig zu werden; und endlich der Gedanke an das große Gut, dessen sie verlustig werden. Der erste Gewissensbiß also, den der Verdammte leiden muß, wird sein: der Gedanke, für wie weniges er zu Grunde gegangen sei. Nachdem Esau jenes Linsengericht gegessen hatte, um das er seine Erstgeburt verkauft hatte, fing er, sagt die Schrift, vor Schmerz und Reue zu heulen an: Er brüllte und schrie laut auf. (Gen 27,34) O, in welch ein lautes Geheul und Gebrüll wird erst der Verdammte ausbrechen, wenn er bedenkt, daß er wegen der Befriedigung von wenigen augenblicklichen und vergifteten Gelüsten ein ewiges Reich von Freuden verloren habe, wenn er sieht, daß er auf ewig zu einem fortwährenden Tode sich verdammt sehen muß? Weit bitterer wird er weinen, als Jonathas weinte, da er von Saul, seinem Vater, zum Tode sich verurteilt sah, weil er nur ein wenig Honig aß: Ich kostete ein wenig Honig, und siehe, deswegen soll ich sterben! (1. Kön 14,43) O Gott! welche bittere Vorwürfe wird der Verdammte sich machen, wenn er die Ursache seiner Verdammung sieht? Wie erscheint uns gegenwärtig unser vergangenes Leben? Wie ein Traum, wie ein Augenblick. Wie werden erst jenem, der da in der Hölle brennt, jene fünfzig Jahre, die er auf dieser Welt lebte, vorkommen, wenn er in der Tiefe der bodenlosen Ewigkeit sich befinden wird, wo schon hunderttausend Millionen von Jahren vergangen sein werden, und er sehen wird, daß seine Ewigkeit alsdann erst beginne? Doch was sage ich, fünfzig Lebensjahre? Waren denn diese fünfzig Jahre etwa alle voll Freuden? Wie? erfreut sich der Sünder, der ohne Gott lebt, etwa stets fort über seine Sünden? Wie lange währen denn die Freuden der Sünde? Einige wenige Augenblicke, und die ganze übrige Zeit ist für einen, der in Gottes Ungnade lebte, eine Zeit von Peinen und Qualen! Wie werden nun dem armen Verdammten jene Augenblicke vorkommen? Und wie wird ihm vorzüglich diese eine und letzte Sünde, die er begangen hat, erscheinen, wegen welcher er zu Grunde gegangen ist. Wegen eines elenden viehischen Genusses also, der einen Augenblick lang dauerte, und kaum genossen, wie der Wind vorübereilte, werde ich, wird er sagen, in diesem Feuer sein und brennen müssen, voll Verzweiflung, und verlassen von allen, so lange Gott Gott sein wird, in alle Ewigkeit!
 
Anmutungen und Bitten
Herr, erleuchte mich, damit ich die Ungerechtigkeit erkenne, die ich gegen dich verübte, indem ich dich beleidigte, und die ewige Strafe, welche ich mir dadurch zuzog. Mein Gott! ich empfinde einen heftigen Schmerz, daß ich dich beleidigte, doch dieser Schmerz tröstet mich; hättest du mich, wie ich es wohl verdiente, in die Hölle verstoßen, so wäre dieser Gewissensbiß die Hölle meiner Hölle; wenn ich bedächte, wegen welcher Kleinigkeit ich mich verdammte; jetzt aber verursacht mir, sage ich, dieser Gewissensbiß Trost, indem er mir Mut gibt, von dir Verzeihung zu hoffen, da du jenem zu verzeihen versprachst, der Reue hat. Ja, mein Herr, es reuet mich, dich beschimpft zu haben, ich nehme diesen süßen Schmerz an, ja, ich bitte dich sogar, ihn zu vergrößern, und bis zum Tode mir ihn zu lassen, damit ich immer die dir zugefügten Unbilden bitter beweine. Mein Jesu, vergib mir! O mein Erlöser! der du, um dich meiner erbarmen zu können, deiner selbst nicht schontest, indem du dich dazu verurteiltest, vor Schmerz zu sterben, um von der Hölle mich zu bewahren, erbarme dich doch meiner! Mach also, daß der Gewissensbiß über meine Sünden beständig mich quäle, und mich zugleich zur Liebe gegen dich ganz entflamme; der du mich so sehr liebtest, und mit so großer Geduld ertrugst, und nun, anstatt mich zu bestrafen, mich mit Erleuchtungen und Gnaden bereicherst. Ich danke dir dafür, mein Jesu, und ich liebe dich; ja, ich liebe dich mehr, als mich selbst, ich habe dich von ganzem Herzen lieb. Du kannst ja jenen nicht verschmähen, der dich liebt. Ich liebe dich, verstoße mich nicht von deinem Angesichte. Nimm mich wieder auf in deine Gnade, und lasse mich dich nicht mehr verlieren. — Maria, meine Mutter, nimm mich zu deinem Diener auf, und vereinige mich mit Jesu, deinem Sohne. Bitte ihn, er möchte mir doch verzeihen, und mir seine Liebe und die Gnade der Beharrlichkeit bis ans Ende verleihen.
 

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« Antwort #83 am: 25. Juli 2017, 18:00:26 »
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28. Betrachtung
Gewissensbisse der Verdammten
 
2. Punkt
Der heilige Thomas lehrt, der größte peinliche Vorwurf der Verdammten werde darin bestehen, daß sie nun einsehen, wie sie wegen eines eitlen Nichts sich in den Abgrund stürzten, und wie leicht sie dagegen die himmlische Herrlichkeit hätten erwerben können, wenn sie nur gewollt hätten. „Es wird sie vorzüglich schmerzen, daß sie wegen eines Nichts verdammt wurden, und das ewige Leben gar leicht hätten erlangen können." Der zweite Gewissensbiß wird also darin bestehen, daß sie an das Wenige denken, womit sie sich hätten retten können. Dem heiligen Humbertus erschien ein Verdammter und sagte zu ihm: Der größte Schmerz, der in der Hölle ihn plagte, wäre gerade der Gedanke an das Wenige, weswegen er verdammt wurde, und an das Wenige, das er zu tun gehabt hätte, um selig zu werden. Der Elende wird also sagen: Hätte ich mir doch den Anblick dieses Gegenstandes versagt, hätte ich nur diese Menschenfurcht besiegt; hätte ich diese Gelegenheit geflohen, diesen Gefährten, diesen Umgang, so wäre ich nicht verdammt worden. Hätte ich doch wöchentlich gebeichtet; hätte ich die Kongregation und die geistlichen Vereine fleißig besucht, täglich dieses oder jenes Buch gelesen; hätte ich mich Jesu Christo und Maria anempfohlen, so wäre ich nicht wieder gefallen. So oft nahm ich mir vor, es zu tun, allein ich tat es nicht oder ich fing es an zu tun, und unterließ es dann wieder - und darum bin ich zu Grunde gegangen.
Die Qualen dieses Vorwurfes werden vergrößert durch die Erinnerung an die Beispiele, die er an seinen übrigen guten Freunden und Gefährten gehabt, und noch mehr an die Gaben, die ihm Gott zu seiner Heiligung verliehen hatte; und zwar natürliche Gaben, als: gute Gesundheit, Glücksgüter, Anlagen, die ihm Gott gegeben hatte, um sie gut anzuwenden und heilig zu werden; und übernatürliche oder Gaben der Gnade, als: so viele Erleuchtungen, Einsprechungen, Ermahnungen, Aufforderungen und so viele zur Verbesserung des verübten Bösen verliehene Jahre; nun aber muß er einsehen, daß in seinem jämmerlichen Zustande, in den er geraten ist, keine Zeit mehr zur Abhilfe sei. Er wird hören, was der Engel des Herrn mit einem Schwure beteuernd ausruft: Und der Engel, den ich stehen sah, schwur bei dem, der da von Ewigkeit zu Ewigkeit lebt, daß keine Zeit mehr sein werde. (Offb 10,5,6)
O wie grausam werden alle diese erhaltenen Gnaden gleich Dolchstichen das Herz des Verdammten durchbohren, wenn er sehen wird, daß nun die Zeit vorüber sei, wo seinem ewigen Verderben hätte abgeholfen werden können! Heulend, gleich den übrigen verzweifelten Genossen, wird er jammern: Die Ernte ist vorüber, der Sommer hat ein Ende, und wir sind nicht errettet worden. (Jer 8,20) Er wird sagen: O hätte ich mir doch jene Mühe für Gott gegeben, welche ich anwendete, um verdammt zu werden! ich wäre ein großer Heiliger geworden; jetzt aber habe ich davon nichts als Gewissensbisse und eine Pein, die mich in Ewigkeit quälen wird! — Ach, dieser Gedanke wird den Verdammten mehr peinigen, als das Feuer und alle übrigen Qualen der Hölle, indem er zu sich selber sagen muß: Ich hätte für immer können glücklich werden, und nun bin ich unglücklich — für immer!
 
Anmutungen und Bitten
Ach, mein Jesu! Wie konntest du mich so lange ertragen? Ich kehrte dir oftmals den Rücken zu, du aber unterließest dennoch nicht, mir nachzugehen. Ich habe dich so oft beleidigt, und du hast mir verziehen; ich beleidigte dich zu wiederholten Malen, und du vergabst mir auf ein neues. Ach, laß mich teilnehmen an jenem Schmerze, den du im Garten Gethsemani über meine Sünden getragen und dadurch einen blutigen Schweiß vergossen hast. Es reuet mich, mein lieber Erlöser, deine Liebe so schlecht vergolten zu haben. O ihr, meine verfluchten Vergnügungen, ich verabscheue und verfluche euch; ihr brachtet mich um die Gnade meines Herrn. Mein geliebter Jesu! jetzt liebe ich dich über alles; ich entsage allen verbotenen Gelüsten und will lieber sterben, als dich wieder beleidigen. Ach, um jener Liebe willen, womit du mich am Kreuze geliebt und dein göttliches Leben für mich aufgeopfert hast, gib mir Licht und Stärke, den Versuchungen zu widerstehen und bei dir Hilfe in meinen Anfechtungen zu suchen! — O Maria, meine Hoffnung! du vermagst alles bei Gott; erflehe mir die heilige Beharrlichkeit, erlange mir, daß ich mich nicht mehr von seiner heiligen Liebe trenne.
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28. Betrachtung
Gewissensbisse der Verdammten

3. Punkt
Der dritte Gewissensbiß des Verdammten wird die Erkenntnis des großen Gutes sein, das er verloren hat. Der heilige Johannes Chrysostomus sagt, die Verdammten werden mehr wegen des Verlustes des Himmels gequält, als selbst durch die ärgsten Peinen der Hölle. Mehr werden sie wegen des Himmels, als der Hölle wegen gepeiniget werden. Die unglückliche Königin Elisabeth, Königin von England, sprach: Gott gestatte mir vierzig Jahre zur Regierung, so leiste ich ihm Verzicht auf seinen Himmel. Die Elende erhielt wirklich zur Regierung vierzig Jahre; allein was wird sie nun sagen, da sie bereits diese Welt verlassen hat? Gewiß ist sie nicht mehr so gesinnt. O, wie betrübt und voll Verzweiflung wird sie jetzt sein, wenn sie bedenkt, daß sie wegen vierzig Jahre eines irdisehen Reiches zwischen Furcht und Angst nun das Reich des Himmels auf ewig verloren hat!

Es wird aber den Verdammten in der Ewigkeit dies am meisten betrüben, daß er einsieht, er habe den Himmel und das höchste Gut, welches Gott ist, nicht etwa durch widriges Schicksal oder aus Mißgunst eines anderen, sondern aus eigener Schuld verloren. Er wird einsehen, daß er für den Himmel geschaffen wurde; er wird einsehen, daß Gott ihm die Wahl ließ, das ewige Leben oder den ewigen Tod sich zu erwerben: Vor dem Menschen ist Leben und Tod, und was ihm gefällt, wird ihm gegeben werden. (Eccl 15,18) Er wird also einsehen, daß es in seiner Macht gestanden habe, ewig glücklich zu werden, wenn er anders gewollt hätte; und er wird einsehen, daß er sich in diesen Abgrund von Qualen hat stürzen wollen, aus dem er nie wird herauskommen können, und aus dem ihn auch niemand zu befreien suchen wird. Er wird ferner so viele aus seinen Gefährten selig sehen, die in den nämlichen und vielleicht in noch größeren Gefahren zu sündigen waren, die aber dennoch selig geworden sind, weil sie sich zu enthalten wußten, indem sie sich Gott anempfahlen, oder, wenn sie jemals gefallen sind, sogleich sich zu erheben und Gott zu ergeben verstanden; er aber, weil er des Sündigens kein Ende machen wollte, ist unglückselig in die Hölle gekommen, um dort unterzugehen in einem Meere von Qualen, ohne alle Hoffnung irgend einer Hilfe.

Mein Bruder, warst du etwa vorher ebenfalls so töricht, das Paradies und Gott eines elenden Vergnügens wegen zu verlieren, so verbessere nun alsbald deinen Fehler, da es Zeit ist. Fahre nicht fort, töricht zu sein, und zittere, daß du nicht etwa deine Torheit in Ewigkeit beweinen müssest. Wer weiß, ob diese Betrachtung, die du liesest, nicht der letzte Zuruf Gottes an dich ist? Wer weiß, wenn du nicht jetzt das Leben änderst, wenn du noch eine Sünde begehest, ob dich Gott nicht verlasse und dich in die Hölle verstoße, damit du ewig unter jener Schar von Toren leidest, die jetzt in der Hölle sind und ihren Irrtum zwar bekennen: „Also haben wir geirrt!" - aber sie bekennen aus Verzweiflung, indem für ihren Fehler keine Abhilfe mehr stattfindet. Wenn dich der Teufel neuerdings zur Sünde anreizt, erinnere dich an die Hölle, fliehe zu Gott und zur allerseligsten Jungfrau; gedenke ernstlich an die Hölle, und dieser Gedanke wird dich vor der Hölle bewahren: Gedenke an deine letzten Dinge und du wirst in Ewigkeit nicht sündigen (Eccl 7,14), denn der Gedanke an die Hölle wird dich antreiben, bei Gott Hilfe zu suchen.

Anmutungen und Bitten
Ach, mein höchstes Gut, wie oft habe ich dich wegen eines eitlen Nichts verloren und verdient, auf ewig zu Grunde zu gehen! Doch ich tröste mich, da ich höre, was dein Prophet sagt: Das Herz derjenigen, die den Herrn suchen, soll sich erfreuen. (Ps 104,3) Ich darf also die Hoffnung nicht aufgeben, dich, meinen Gott, wieder zu finden, wenn ich dich nur von Herzen suche. Ja, mein süßester Herr! nun sehne ich mich nach deiner Gnade mehr, als nach jedem anderen Gute. Gern will ich alles, auch das Leben verlieren, ehe ich mich wieder deiner Liebe beraubt sehen sollte. Ich liebe dich, mein Schöpfer, über alles, und weil ich dich liebe, so reuet es mich, dich beleidiget zu haben. Du, o mein Gott, den ich verloren und verachtet habe, verzeihe mir sogleich und laß dich wieder von mir finden, denn nimmermehr will ich dich verlieren. Nimmst du mich neuerdings in deine Freundschaft auf, so will ich alles verlassen und meine Liebe nur dir allein zuwenden; also hoffe ich von deiner Barmherzigkeit. Ewiger Vater, erhöre mich Jesu Christo zu Liebe; vergib mir und verleihe mir die Gnade, nicht mehr von dir zu scheiden; denn wenn ich dich abermals freiwillig verlieren sollte, so habe ich die Ursache, zu befürchten, von dir gänzlich verlassen zu werden. — O Maria, o Mittlerin der Sünder! laß mich mit Gott Frieden schließen; und halte mich dann fest unter deinem Schutzmantel, damit ich dich ja nicht mehr verliere.

 
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Re: Vorbereitung zum Tode — fromm leben, selig sterben
« Antwort #85 am: 02. September 2017, 00:09:09 »
Vorbereitung zum Tode
oder Betrachtungen über die ewigen Wahrheiten
um fromm zu leben und selig zu sterben

vom Heiligen Alphons Maria von Liguori


29. Betrachtung
Von dem Himmel „Eure Traurigkeit wird in Freude verwandelt werden." (Joh 16,20)
 
1. Punkt
Streben wir, mit Geduld die Trübsale dieses Lebens zu ertragen, indem wir sie Gott für die Leiden aufopfern, die Jesus Christus aus Liebe zu uns ausgestanden hat, und machen wir uns Mut und Hoffnung auf den Himmel. Alle unsere gegenwärtigen Ängste, Schmerzen, Verfolgungen, Besorgnisse werden ein Ende haben und uns, wenn wir das Heil erlangen, zur Quelle der Freuden und Wonne werden im Reiche der Seligen. So ermuntert uns der Herr: Eure Traurigkeit wird in Freude verwandelt werden.(Joh 16,20) Betrachten wir also heute etwas von dem Himmel. Doch, was wollen wir von diesem Himmel sagen, da nicht einmal die aufs höchste erleuchteten Heiligen die Wonne uns begreiflich machen konnten, welche Gott seinen treuen Dienern vorbehält? David wußte davon nichts anderes zu sagen, als daß das Paradies ein überaus wünschenswürdiges Gut sei. Wie lieblich sind deine Wohnungen, o Herr der Heerscharen! (Ps 83,2) Aber, o heiliger Paulus! sage du uns doch etwas von dem, was du sähest, als du das Glück hattest, entzückt zu werden und das Paradies zu schauen; sage uns wenigstens nur einiges von dem, was du sähest. Nein, sagt der Apostel, es ist nicht möglich, zu erklären, was ich sah. Die himmlischen Freuden sind verborgene Worte, die kein Mensch aussprechen darf. (2 Kor 12,4) Sie sind so groß, daß man sie nicht erklären kann; nur genießen kann man sie. Ich kann euch nur so viel sagen, sprach der Apostel: Kein Auge hat es gesehen, kein Ohr hat es gehört, in keines Menschen Herz ist es gekommen, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben. (1 Kor 2,9) Kein Mensch auf Erden sah, hörte oder begriff die Schönheiten, die Eintracht, die Freuden, welche Gott jenen vorbereitet hat, die ihn lieben.
Gegenwärtig können wir die himmlischen Güter nicht begreifen, indem wir von ihnen keine Begriffe haben, sondern nur von den Gütern dieser Welt. Könnten die Pferde reden und wüßten sie, daß ihr Herr zu seiner Vermählung ein großes Gastmahl vorbereitet habe, gewiß würden sie sich einbilden, das Mahl würde in nichts anderem bestehen, als in gutem Heu, gutem Hafer und Gerste; denn die Pferde haben ja von einer anderen Nahrung keinen Begriff. Wir denken von den Gütern dieses Paradieses auf ähnliche Weise. Wir denken z.B., es ist schön, in einer Sommernacht den gestirnten Himmel zu betrachten; eine große Wonne ist es, im Frühlinge an einer Seeküste zu sein und im Meere bei großer Stille, die mit Gras bekleideten Felsen und die hin und her schießenden Fische aufhüpfen zu sehen; sehr ergötzlich ist es, sich in einem Garten zu befinden, der mit Früchten und Blumen prangt, und den frische Quellen durchfließen und der Gesang der Vögel belebt. O, ein Paradies! wird mancher sagen, o welch ein Paradies! Bei weitem anders aber sind die Güter des Himmels! Um nur von ferne etwas vom Himmel zu begreifen, stelle man sich vor, es sei der Wohnsitz eines allmächtigen Gottes, eines Gottes, der sich bestrebt, den Seelen, die er liebt, Freude zu bereiten! Der heilige Bernardus fragt: Willst du wissen, was es im Himmel gebe? Nichts ist da vorhanden, was du nicht willst; Alles ist da, was du verlangst. „Dort gibt es nichts, was mißfällt, und alles ist dort, was wohlgefällt."
O Gott! Was wird die Seele beim Eintritte in dieses Land der Glückseligkeit sagen? Bilden wir uns ein, es sterbe dieses Jungfräulein oder jener Jüngling, welcher der Liebe Jesu Christi sich geweihet hatte und nun, nachdem der Tod gekommen ist, diese Welt verläßt. Die Seele steht vor dem Gerichte; der Richter umarmt sie und erklärt ihr, sie sei selig. Da kommt ihr nun ihr heiliger Schutzengel voll Freundlichkeit und Wonne entgegen; sie dankt ihm für den geleisteten Beistand und der Engel spricht sodann zu ihr: Wohlan nun, meine schöne Seele, sei nur recht fröhlich, du bist ja selig; komm, das Angesicht deines Herrn zu schauen. Und sieh; schon eilt die Seele durch die Wolken, durch die Sphären und Sterne in den Himmel ein. O Gott! Was wird sie sagen, wenn sie das erste Mal in dies glückselige Vaterland tritt und den ersten Blick auf diese wonnenreiche Stadt wirft? Die Engel und Heiligen werden ihr entgegen kommen und jubelnd sie bewillkommen; welche Freude wird sie alsdann haben, wenn ihre Verwandten, die da schon früher in den Himmel gekommen sind, und ihre Schutzheiligen ihr entgegenkommen? Sie wird auf die Knie sinken wollen, um ihnen ihre Ehrfurcht zu bezeigen; allein diese Heiligen werden zu ihr rufen: Hüte dich, dies zu tun, denn ich bin ja dein Mitdiener. (Offb 22,9) Hierauf wird man sie hinführen, der allerseligsten Jungfrau Maria, als der Königin des Himmels, die Füße zu küssen. Welch zärtliche Liebe wird die Seele fühlen, wenn sie das erste Mal diese göttliche Mutter kennen lernt, die so große Hilfe geleistet, um sie selig zu machen; denn alsdann wird die Seele alle Gnaden erkennen, welche sie von Maria erhalten hatte, und nun wird sie sich in ihren liebevollen Armen geliebkost sehen! Hierauf wird die Seele von der Himmelskönigin selbst zu Jesus geführt werden, der sie wie eine Braut empfangen und zu ihr sprechen wird: Komme von dem Libanus, meine Braut, komme, du wirst gekrönt werden. (Hld 4,8) Sei nun fröhlich, meine Braut; vorbei sind die Tränen, die Leiden und Besorgnisse, empfange die ewige Krone, die ich durch mein Blut dir erworben habe. Sonach wird Jesus selbst zum Empfange des Segens zu seinem göttlichen Vater sie führen, der sie umarmen, segnen und zu ihr sagen wird: Gehe ein in die Freuden des Herrn. (Mt 25,21) Und mit der nämlichen Glückseligkeit wird er sie beglücken, die er da selbst genießt.
 
Anmutungen und Bitten
Siehe, o mein Gott! einen Undankbaren zu deinen Füßen. Du hattest ihn zwar für den Himmel erschaffen; allein er hat dir, elender Vergnügungen wegen oftmals ins Angesicht widerstrebt und lieber zur Hölle verdammt werden wollen. Doch, ich hoffe, du habest mir schon alle diese dir zugefügten Unbilden verziehen, die ich immer neuerdings bereuen, und bis zum Tode bereuen will, indem ich zugleich verlange, daß du sie immer wieder von neuem verzeihest. Aber o Gott! Wenn du mir auch Verzeihung gewährtest, so wird es doch immer wahr bleiben, daß ich mich erkühnte, dich, meinen Erlöser zu betrüben, der du dein Leben für mich geopfert hast, um mich in dein Reich aufnehmen zu können. Deine Barmherzigkeit, o mein Jesu! sei immerdar gelobt und gepriesen! denn mit übergroßer Geduld hast du mich ertragen, und anstatt mich zu strafen, hast du deine Gnaden, Erleuchtungen und Mahnungen noch vermehrt. Ich sehe, mein lieber Heiland, du willst mich wahrhaftig selig machen und in deinem Vaterlande haben, damit ich ewig dich liebe, du willst aber, daß ich vorher auf dieser Welt dich liebe. Nun wohlan, ich verlange dich zu lieben. Gebe es auch kein Paradies, so wollte ich dich dennoch, so lange ich lebe, aus allen Kräften lieben. Es genügt mir zu wissen, daß du, mein Gott, verlangst, von mir geliebt zu werden. Mein Jesu! Hilf mir mit deiner Gnade, verlaß mich nicht. Meine Seele ist ewig; darum werde ich entweder ewig dich lieben oder ewig dich hassen. Ach, ich begehre in Ewigkeit dich zu lieben und will dich in diesem Leben recht lieb haben, um dir im andern mit heißester Liebe zugetan zu sein! Verfüge mit mir, wie du willst, nur deiner Liebe beraube mich nicht und tue dann mit mir, was dir gefällt. Mein Jesu! deine Verdienste sind meine Hoffnung. — O Maria! auf deine Fürbitte vertraue ich ganz und gar. Du bewahrtest mich vor der Hölle, als ich in Sünden war, jetzt da ich nach Gott mich sehne, wirst du mich um so eher selig und heilig machen.


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Re: Vorbereitung zum Tode — fromm leben, selig sterben
« Antwort #86 am: 04. September 2017, 17:54:57 »
Vorbereitung zum Tode
oder Betrachtungen über die ewigen Wahrheiten
um fromm zu leben und selig zu sterben

vom Heiligen Alphons Maria von Liguori


29. Betrachtung
Von dem Himmel
 
2. Punkt
Nachdem die Seele in die Glückseligkeit Gottes eingegangen ist, wird es nichts mehr geben, was ihr zuwider wäre oder was sie betrüben könnte. Gott wird alle Tränen von ihren Augen wischen und der Tod wird nicht mehr sein; es wird weder Traurigkeit, noch Geschrei, noch Schmerzen hinfort sein; denn was zuvor war, ist vergangen. Und der auf dem Throne saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu. (Offb 21,4,5)
Im Himmel drückt keine Krankheit, keine Armut, keine Beschwerde mehr: es wechseln nicht mehr Tage und Nächte, stets heiterer Tag, ein beständiger, immer wonnevoller Frühling. Dort wütet keine Verfolgung und kein Neid mehr: in jenem Reiche der Liebe lieben sich alle gar zärtlich und jeder erfreut sich an dem Wohlsein des andern, als wäre es sein eigenes. Dort beugt keine Furcht mehr darnieder, denn nimmermehr kann die in der Gnade befestigte Seele sündigen und ihren Gott verlieren. Siehe, ich mache alles neu. Alles ist neu und alles erfreut und sättigt sie; Alles ist dort, was sie nur will. Sie wird nach Herzenslust dort jene vollkommen schöne Stadt beschauen können, die Stadt von vollkommener Schönheit.(Thren 2,15) Welch eine Wonne wäre es, eine Stadt zu sehen, wo das Pflaster der Wege von Kristall, die Paläste von Silber mit goldenen Dächern und alles mit Blumenkränzen geziert wäre. O, wie bei weitem schöner noch wird die himmlische Stadt sein! Welchen Anblick werden die Bürger dieser Stadt gewähren, die da alle königliche Kleider tragen, weil sie alle Könige sind: „So viele Bürger, eben so viele Könige." Wie erst wird Maria anzusehen sein, die schöner noch, als der ganze Himmel erglänzen wird! Wie endlich wird das göttliche Lamm, der Bräutigam Jesus anzuschauen sein? Kaum hatte die heilige Theresia eine Hand von Jesus Christus gesehen, so erstummte sie, ob so großer Schönheit. Der Geruch wird durch jene lieblichen Düfte befriedigt werden, welche ganz himmlische Wohlgerüche sind, und das Gehör mit himmlischem Wohlklange ergötzt werden. Der heilige Franciscus Seraphicus hörte einst von einem Engel einen einzigen Lautenton und wäre beinahe vor Lieblichkeit gestorben; welch eine Freude muß es erst sein, alle Heilige und Engel in ganzen Chören die Herrlichkeiten Gottes besingen zu hören? Sie werden dich ewig loben. (Ps 83,5) Wie lieblich aber vor allem wird aus Mariens holdem Munde das Lob Gottes erklingen? Die Stimme Maria im Himmel, sagt der heilige Franciscus Salesius, wird ertönen wie die Stimme einer Nachtigall im Gebüsche, die den Gesang aller übrigen Vögel daselbst weit übertrifft. Mit einem Worte, dort gibt es alle Ergötzungen, die man sich nur immer wünschen kann.
Allein diese bisher geschilderten Freuden sind die kleinsten Güter des Paradieses. Das Gut, welches eigentlich den Himmel ausmacht, ist das höchste Gut, welches Gott ist. „Alles, was wir erwarten, sagt der heilige Augustinus, besteht aus zwei Silben: Deus, d.h. Gott." - Der Lohn, welchen der Herr uns verspricht, besteht nicht bloß in jenen Schönheiten, in den Harmonien und anderen Freuden dieser glückseligen Stadt: die vorzüglichste Belohnung ist Gott selbst; denn dort sieht und liebt man Gott von Angesicht zu Angesicht. Ich selbst bin dein überaus großer Lohn. (Gen 15,1) Der heilige Augustinus sagt: „Ließe Gott sein Antlitz den Verdammten sehen, es würde selbst die Hölle augenblicklich verwandelt in das angenehme Paradies (Tom. 9. de tripl. habit.) Er fügt bei, wenn eine von diesem Leben abgeschiedene Seele freie Wahl hätte, Gott zu sehen und in die höllischen Qualen zu kommen oder ihn nicht sehen und von der Hölle befreit zu sein, so würde sie lieber Gott schauen und in jenen Peinen bleiben wollen. Diese Freude, Gott von Angesicht zu Angesicht zu sehen und zu lieben, können wir in diesem Leben nicht fassen; wohl aber können wir etwas davon ahnen aus der Erfahrung, welche lehrt, daß die göttliche Liebe schon in diesem Leben so süß ist, daß sie auf dieser Welt nicht nur die Seelen der Heiligen, sondern sogar auch ihre Körper über die Erde erhoben. Der heilige Philippus Neri wurde einst samt der Bank, an die er sich hielt, in die Luft erhoben. Der heilige Petrus von Alcantara wurde ebenfalls so gewaltsam emporgehoben, daß er einen Baum, den er umfaßte, entwurzelte und ihn mit sich fortriß. Ferner wissen wir, daß die heiligen Blutzeugen vor Süßigkeit der göttlichen Liebe sogar unter ihren Peinen jubelten. Da der heilige Vincentius gemartert wurde, redete er nach dem Berichte des heilige Augustinus auf solche Weise, als ob ein anderer gemartert würde und ein anderer spräche. Als der heilige Laurentius auf dem Roste gebraten wurde, spottete er des Tyrannen und sprach: Wende mich um und iß:" wohl, sagt der nämliche heilige Augustinus: denn von göttlicher Liebe erglühend, fühlte der heilige Laurentius gar nichts von diesem Feuerbrande. Welche Süßigkeit fühlt ferner schon ein Sünder hienieden, wenn er seine Sünden aufrichtig beweint! Daher sagte der heilige Bernardus: „Ist es schon so süß für dich zu weinen, wie süß wird es erst sein, deiner sich zu erfreuen?" Welche Wonne muß erst eine Seele fühlen, der beim Gebete die göttliche Liebe mit einem Lichtstrahle sich offenbart und das Erbarmen, welches Jesus mit ihr hatte und noch hat! Alsdann fühlt die Seele, daß sie zerschmelze und vor Liebe vergehe. Und doch sehen wir auf dieser Welt Gott nicht so, wie er eigentlich ist, wir sehen ihn hier nur wie im Dunkeln. Wir sehen jetzt gleichsam durch einen Spiegel im Dunkeln, alsdann aber von Angesicht zu Angesicht. (1 Kor 13,12) Gegenwärtig haben wir eine Binde vor den Augen und Gott steht hinter dem Vorhange des Glaubens und läßt sich nicht schauen; wie wird es sein, wenn die Binde von unseren Augen genommen und der Vorhang weggehoben wird, und wenn wir Gott von Angesicht zu Angesicht sehen werden? Da werden wir sehen, wie schön Gott ist, wie groß, wie gerecht, wie vollkommen und wie liebreich und liebenswürdig er ist!
 
Anmutungen und Bitten
Ach mein höchstes Gut! ich bin jener Elende, der sich von dir abgewendet und deiner Liebe entsagt hat. Ich wäre daher nicht würdig, dich zu sehen, noch dich zu lieben. Du aber bist es, der aus Erbarmen gegen mich kein Erbarmen mit sich selbst hatte, indem du dich verurteiltest, in Schmerzen und Schande auf dem schmachvollen Holze zu sterben. Dein Tod also gibt mir Hoffnung, einst dein Angesicht zu schauen, darob mich zu erfreuen und alsdann aus allen meinen Kräften dich zu lieben. Nun aber, da ich in Gefahr schwebe, dich für immer zu verlieren, nun, da ich finde, daß ich durch meine Sünden dich verloren habe, was soll ich in dem mir noch übrigen Leben tun? Soll ich fortfahren, dich zu beleidigen? Nein, mein Jesu, ich verfluche und hasse vom Grunde meines Herzens die dir zugefügten Beleidigungen: es ist mir höchst schmerzlich, dich beschimpft zu haben und ich liebe dich von ganzem Herzen. Wirst du wohl eine Seele verstoßen, die voll Reue ist und dich liebt? Nein, ich weiß gut, was du gesagt hast, daß du, mein geliebter Erlöser, niemand verstoßen könnest, der mit Reue zu deinen Füßen kommt: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht verstoßen. (Joh 6,37) Mein Jesu, ich verlasse alles und wende mich zu dir: ich umarme dich, ich drücke dich an mein Herz; umarme auch du mich und drücke mich an dein Herz. Ich wage es so zu reden; denn ich rede und unterhandle ja mit einer unendlichen Güte: ich spreche ja mit einem Gott, der aus Liebe zu mir freiwillig und gern gestorben ist. Mein teurer Heiland, gib mir Beharrlichkeit in deiner Liebe. — Meine liebste Mutter Maria! erhalte mir diese Beharrlichkeit, um deiner Liebe zu Jesu Christo willen. Also hoffe ich, also sei es.
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Re: Vorbereitung zum Tode — fromm leben, selig sterben
« Antwort #87 am: 06. September 2017, 18:18:29 »
Vorbereitung zum Tode
oder Betrachtungen über die ewigen Wahrheiten
um fromm zu leben und selig zu sterben

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29. Betrachtung
Von dem Himmel
 
3. Punkt
Der größte Kummer jener Seelen, die Gott auf dieser Welt lieben und in Trostlosigkeit sind, besteht in der Furcht, daß sie ihn nicht recht lieben und von Gott nicht recht geliebt werden. Der Mensch weiß nicht, ob er der Liebe oder des Hasses würdig sei. (Eccl 9,1) Im Himmel aber ist die Seele versichert, daß sie Gott liebe, und von Gott geliebt werde; sie sieht, daß sie glückselig in die Liebe ihres Herrn versunken sei, und daß sie der Herr wie eine teure Tochter umarmt halte, mit der Gewißheit, daß sich diese Liebe in Ewigkeit nie auflösen werde. Diese Liebesbrunst der Seele entzündet sich noch mehr durch die deutliche Erkenntnis, wie groß die Liebe Gottes war, da er für uns Mensch wurde und starb; durch die Erkenntnis, welche Liebe er uns erwies durch Einsetzung des allerheiligsten Sakraments, indem sich da Gott einem Wurme zur Speise hingibt. Deutlich wird dann die Seele durch die sämtlichen Gnaden erkennen, welche er ihr spendete, indem er von so vielen Versuchungen und Gefahren des Verderbens sie befreite; sie wird auch einsehen, daß jene Trübsale, Verfolgungen und Verluste, welche sie Unglücke und Strafen Gottes nannte, lauter Züge seiner Liebe und göttlichen Vorsichtigkeit gewesen sind, um sie in den Himmel einzuführen. Sie wird besonders die Langmut Gottes bewundern, indem er sie trotz so vieler Sünden ertrug, und seine Erbarmungen die er ihr erwies, indem er ihr so viel Licht, Einladungen und liebevolle Mahnungen gab. Von jener glückseligen Höhe herab wird sie viele Seelen in der Hölle sehen, die wegen weniger Sünden, als sie begangen hatte, verdammt wurden; sich selbst aber wird sie jubelnd gerettet fühlen, im Besitze Gottes mit der gewissen Versicherung, dies höchste Gut in alle Ewigkeit nicht mehr verlieren zu können. Der Selige wird daher diese Seligkeit ununterbrochen genießen, die ihm zugleich in jedem Augenblicke der ganzen Ewigkeit stets neu sein wird, als genösse er sie in diesem Augenblicke das erstemal. Immer wird er sich nach dieser Freude sehnen, und immer wird er sie inne haben; immer zufrieden und immer darnach dürstend; immer darnach dürstend und doch immer gesättigt. Und so ist es; denn das Verlangen im Paradiese verursacht kein Leid, und der Besitz verursacht keinen Überdruß. Kurz, so wie die Verdammten volle Gefäße des Zornes sind, so sind die Seligen volle Gefäße der Freude, so zwar, daß sie nichts mehr zu wünschen übrig haben. Die heilige Theresia sagt: auch auf dieser Welt, wann Gott eine Seele in den Weinkeller, das heißt in den Genuß seiner göttlichen Liebe einführt, macht er sie glückselig trunken, so daß sie die Neigung zu allen irdischen Sachen verliert. Treten aber die Auserwählten in das Paradies ein, o, um wie viel vollkommener werden sie, wie David sagt: vom Überflusse deines Hauses trunken werden! (Ps 35,9) Dann wird es geschehen, daß die Seele, wenn sie ihr höchstes Gut unverhüllt sieht und umfängt, so von Liebe berauscht werden wird, daß sie sich glücklicherweise in Gott verlieren und an nichts anderes mehr denken wird, als wie sie dieses unendliche Gut, das sie besitzt, würdig loben und preisen möge.
Drücken uns also die Kreuze dieses Lebens, so ermutigen wir uns mit der Hoffnung auf den Himmel, damit wir sie geduldig ertragen. Als der Abt Zosimus die heilige Maria von Ägypten am Ende ihres Lebens fragte, wie sie doch so viele Jahre in dieser Wüste habe aushalten können, antwortete sie: „Mit der Hoffnung auf das Paradies." Als dem heiligen Philippus Neri die Kardinalswürde angeboten wurde, warf er sein Biret in die Luft und rief: O Paradies, o Paradies! Hörte der Franciscaner Bruder Egidius nur das Wort „Himmel" aussprechen, so wurde er schon vor Entzücken in die Luft erhoben. Werden wir von den Armseligkeiten dieser Welt geängstigt, so wollen auch wir die Augen zum Himmel erheben und in Sehnsucht mit den Worten uns trösten: O Himmel, o Himmel! Bedenken wir, daß einst, sofern wir Gott treu bleiben, diese unsere Leiden, diese Armseligkeiten und Besorgnisse ein Ende haben, und wir in jenes glückselige Vaterland eingelassen und vollkommen glücklich sein werden, so lange Gott Gott sein wird. Sehet, schon warten auf uns die Heiligen, es harret Maria und Jesus auf uns mit der Krone in der Hand, um uns zu Königen jenes Reiches zu machen.
 
Anmutungen und Bitten
Mein lieber Heiland, du hast mich gelehrt, dich zu bitten: Zukomme uns dein Reich. So bitte ich dich demnach, es möge dein Reich auch in meine Seele kommen, so zwar, daß sie ganz dein Eigentum werde, und sie dich, o höchstes Gut! besitze. O mein Jesu! du unterließest nichts, um mich zu retten, und dir meine Liebe zu gewinnen; mache mich demnach selig; und mein ganzes Glück wird darin bestehen, dich in diesem und in dem anderen Leben stets zu lieben. Ich kehrte dir so oft den Rücken, und dessen ungeachtet lassest du mich wissen, daß du in dem Himmel in alle Ewigkeit mit solcher Liebe mich umfassen werdest, als hätte ich niemals dich beleidigt; soll ich nun, da ich dies weiß, etwas anderes als dich lieben können, indem ich doch sehe, daß du mir, obwohl ich so oft die Hölle verdiente, den Himmel geben willst? Ach, mein Herr, hätte ich dich doch nie beleidigt! O, würde ich wieder geboren, jeden Augenblick wollte ich dich lieben! Allein, was geschehen ist, das ist schon geschehen. Nun kann ich nichts anderes tun, als diesen Rest meines Lebens dir widmen. Ja, dir schenke ich mich ganz und gar; gänzlich widme ich mich deiner Liebe. Weichet aus meinem Herzen, ihr irdischen Neigungen, räumet meinem Gott den Platz, denn ganz will er es besitzen. Wohlan denn, nimm völligen Besitz von mir, mein Erlöser, meine Liebe, mein Gott! Von nun an will ich nur bedacht sein, dir zu gefallen. Unterstütze mich durch deine Gnade, dies hoffe ich von deinen Verdiensten. Vermehre in mir immer mehr deine Liebe, und das Verlangen, dir wohlzugefallen. O Paradies, o Paradies! Wann, o Herr! werde ich dich denn einmal von Angesicht zu Angesicht schauen, und mich mit dir vereinigen, ohne Furcht, dich wieder zu verlieren? Ach, mein Gott! strecke aus über mich deine rettende Hand, damit ich dich nicht mehr beleidige. — O Maria! wann werde ich mich endlich im Himmel zu deinen Füßen sehen? Hilf mir doch, meine Mutter! laß mich nur nicht verdammt, und von dir und deinem Sohne entfernt werden.
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NEU: Vorbereitung zum Tode — fromm leben, selig sterben
« Antwort #88 am: 12. September 2017, 00:06:35 »
Vorbereitung zum Tode
oder Betrachtungen über die ewigen Wahrheiten
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30. Betrachtung
Von dem Gebete „Bittet, und es wird euch gegeben werden .... denn jeder, der bittet, empfängt." (Lk 11,9 und 10)

1. Punkt
Nicht nur in dieser, sondern auch in tausend anderen Stellen des alten und neuen Bundes verspricht Gott, den zu erhören, der ihn bittet. Rufe zu mir, und ich will dich erhören (Jer 33,3); wende dich zu mir, und ich werde dich erhören. Rufe mich an......ich will dich erretten (Ps 49,15); rufe mir, und ich will vor Gefahr dich retten. Wenn ihr in meinem Namen um etwas bitten werdet, das werde ich tun (Joh 24,14); alles, was du von mir durch meine Verdienste verlangen wirst, will ich tun. Was immer ihr wollt, bittet darum, und es wird euch gegeben werden (Joh 15,7); begehrt, so viel ihr wollt; bittet nur, und es wird euch zuteil werden. Und viele andere ähnliche Stellen. Daher sprach Theodoretus, das Gebet ist zwar nur eines, und dennoch bringt es alles zustande: „Obwohl das Gebet eine einzige Sache ist, so vermag es dennoch alles." Der heilige Bernardus sagt, lasset uns bitten, so wird er uns entweder die verlangte Gnade erweisen oder eine noch nützlichere geben: „Entweder wird er geben, was wir verlangen, oder das, was er weiß, daß es uns nützlicher sei." (Serm. 5 in fer. 4. Ciner.) Zum Beten ermuntert uns der Prophet durch die Versicherung, daß Gott gegen jene, die ihn zur Hilfe rufen, voll Barmherzigkeit sei: Du, o Herr! bist liebreich und sanft, und von großer Barmherzigkeit gegen alle, die dich anrufen. (Ps 85) Noch mehr Mut macht uns der heilige Jakobus, indem er sagt: Bedarf jemand von euch der Weisheit, so begehre er sie von Gott, der allen im Überflusse gibt und uns nichts vorwirft. (Epist 1) Dieser Apostel sagt, wird der Herr gebeten, so breite er die Hände aus und gebe mehr, als man von ihm verlangt: Er gibt allen im Überfluß und wirft nichts vor und wirft uns die Unbilden nicht vor, die wir ihm antaten; bittet man ihn um etwas, scheint er aller ihm zugefügten Beleidigungen zu vergessen.

Der heilige Johannes Klimakus versichert uns, das Gebet zwinge gewissermaßen Gott, uns zu verleihen, so viel wir verlangen: „Das Gebet tut Gott auf fromme Weise Gewalt an." Gewalt - aber eine Gewalt, die ihm lieb ist und die er von uns wünscht. „Diese Gewalt ist Gott angenehm!" schrieb Tertullianus. Und mit Recht, denn Gott hat, wie der heilige Augustinus spricht, ein größeres Verlangen, uns Wohltaten zu erweisen, als wir, sie zu erhalten: „Er will dir mehr Guttaten spenden, als du zu empfangen verlangst." Und die Ursache davon ist, weil Gott seiner Wesenheit nach eine unendliche Güte ist. „Gott, dessen Natur Güte ist!" schreibt der heilige Leo; und deswegen hat er den innigsten Wunsch, seiner Güte uns teilhaft zu machen. Daher sagt die heilige Maria Magdalena von Pazzis, Gott sei jener Seele, die ihn bittet, gleichsam verpflichtet, indem sie ihm auf diese Weise den Weg eröffnet, seinen Wunsch zu befriedigen und seine Gnaden uns auszuspenden. Und David sagte, diese Güte des Herrn im schnellen Erhören desjenigen, der ihn bittet, habe ihm zu erkennen gegeben, daß er sein wahrer Gott sei: An was immer für einem Tage ich dich angerufen habe, siehe, da habe ich erfahren, daß du mein Gott bist. (Ps 55, 10) Mit Unrecht klagen einige, bemerkt der heilige Bernardus, daß der Herr sie verlasse; mit allem Rechte aber beklagt sich der Herr, daß viele ihn verlassen, indem sie nicht zu ihm kommen, ihn um Gnaden zu bitten: „Viele beschweren sich, es fehle ihnen an Gnade; allein viel billiger würde die Gnade sich beschweren, daß es ihr an vielen fehle." Und gerade hierüber scheint einst der Erlöser bei seinen Jüngern Klage geführt zu haben, indem er sagte: Bisher habt ihr um nichts in meinem Namen gebeten; verlanget, und ihr werdet erhalten, damit eure Freude vollkommen werde. (Joh 14,24) Beklaget euch nicht über mich, schien er zu sagen, wenn ihr nicht ganz glücklich gewesen seid; klaget vielmehr über euch selbst, daß ihr nicht Gnaden von mir begehrt habt: bittet mich darum von heute an, und ihr werdet zufrieden werden. Hieraus machten die alten Mönche in ihren Unterredungen den Schluß, es gebe keine nützlichere Übung, ums selig zu werden, als immer zu beten und zu sagen: Herr, hilf mir! Herr, merke auf meine Hilfe! Der ehrwürdige P. Paulus Segneri sagte von sich selbst, er habe in seinen Betrachtungen anfangs sich damit beschäftigt, Anmutungen zu erwecken; als er aber hernach die Wirksamkeit des Bittgebetes erkannte, so habe er sich meistenteils darin zu üben aufzuhalten gesucht. Laßt uns auch dasselbe tun; wir haben ja einen Gott, der uns überaus lieb hat und für unser Heil besorgt, und daher immer bereit ist, den zu erhören, welcher ihn bittet. Die Fürsten dieser Welt, sagt Chrysostomus, geben nur wenigen Gehör; Gott aber hört jeden an, der es verlangt: „Die Ohren des Fürsten stehen wenigen offen, Gottes Ohren aber allen, die nur wollen." (Lib. 2. de Orat. ad Deum.)

Anmutungen und Bitten
Ewiger Vater, ich bete dich an und danke dir für die Wohltaten, die du mir erwiesen hast. Ich danke dir, daß du mich erschaffen und durch Jesum Christum erlöset hast; daß du zum Christentume mich berufen und meiner gewartet hast, als ich in Sünden war; und daß du so oft mir verziehen hast. Ach, mein Gott, nimmermehr wäre ich gefallen und hätte dich nimmer beleidigt, hätte ich mich in Versuchungen stets zu dir geflüchtet. Ich danke dir für das Licht, womit du mich erkennen ließest, daß mein ganzes Heil darin bestehe, dich um Gnaden zu bitten und anzuflehen. Siehe demnach, ich bitte dich im Namen Jesu Christi um einen heftigen Schmerz über meine Sünden; ich bitte dich um die heilige Beharrlichkeit in deiner Gnade; ich bitte dich um einen glückseligen Tod; ich bitte dich um den Himmel und vor allem um die allergrößte Gabe - um Liebe zu dir und um eine vollkommene Ergebung in deinen heiligsten Willen. Ich weiß wohl, daß ich diese Gnaden nicht verdiene; allein du versprachst ja, dem sie zu geben, der dich durch die Verdienste Jesus Christi darum bittet; ich bitte dich also darum durch die Verdienste Jesu Christi und durch selbe hoffe ich sie auch. — O Maria! Deine Bitten erhalten alles, was sie verlangen; bitte doch für mich.
GOTTES HANDELN IST IMMER LIEBE,
AUCH WENN WIR IHN NICHT VERSTEHN.

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NEU: Vorbereitung zum Tode — fromm leben, selig sterben
« Antwort #89 am: 22. September 2017, 23:57:58 »
Vorbereitung zum Tode
oder Betrachtungen über die ewigen Wahrheiten
um fromm zu leben und selig zu sterben

vom Heiligen Alphons Maria von Liguori


30. Betrachtung
Von dem Gebete
 
2. Punkt
Betrachten wir ferner die Notwendigkeit des Gebetes. Der heilige Johannes Chrysostomus sagt, so wie der Leib ohne Seele tot ist, so ist auch die Seele ohne Gebet tot. Er sagt ferner, wie das Wasser den Pflanzen vonnöten ist, damit sie nicht verdorren, so ist das Gebet uns nötig, damit wir nicht zu Grunde gehen. „Nicht minder als die Bäume des Wassers, bedürfen wir des Gebetes." (Tom. 1. Hom.77) Gott will uns alle selig machen: Er will, daß alle Menschen selig werden. (1 Tim 2,4) Er trägt Geduld um euretwillen, weil er nicht will, daß jemand verloren gehe, sondern daß sich alle zur Buße bekehren. (2 Petr 3,9) Er will aber, daß wir die zu unserer Seligmachung nötigen Gnaden von ihm verlangen; weil wir einerseits die göttlichen Gebote nicht halten, und ohne den wirklichen Beistand des Herrn nicht selig werden können, und andererseits weil er uns nach dem gewöhnlichen Laufe der Dinge die Gnaden nur dann geben will, wenn wir ihn darum bitten. Deswegen sagt der heilige Kirchenrat von Trient, Gott lege nicht unmögliche Gebote auf; denn entweder gibt er uns die nächste und wirkliche Gnade, um sie zu halten, oder er gibt uns die Gnade, ihn um die wirksame Gnade zu bitten: „Gott befiehlt nichts Unmögliches, sondern durch seine Gebote ermahnt er dich zu tun, was du vermagst, und das zu verlangen, was du nicht vermagst, und er hilft, auf daß du es vermögest." (Sess. 6.C.11) Indessen lehrt der heilige Augustinus, daß Gott mit Ausnahme der ersten Gnaden, als da sind: die Berufung zum Glauben oder zur Buße, alle übrigen Gnaden und vorzüglich die Beharrlichkeit nur dem verleihe, welcher darum bittet: „Es ist gewiß, daß Gott auch jenen, die nicht beten, etwas gebe, wie z.B. den Beruf zum Glauben, das Übrige aber nur denjenigen, die darum bitten, vorbereitet haben, wie z.B. die Beharrlichkeit bis ans Ende." (De dono persever. cap.16) Aus diesem schließen die Gottesgelehrten mit dem heiligen Basilius, mit dem heiligen Augustinus, dem heiligen Johannes Chrysostomus, dem heiligen Clemens von Alexandria und anderen, daß das Gebet den Erwachsenen unumgänglich notwendig sei, so daß es jedem unmöglich ist, ohne Gebet selig zu werden. Und man muß dies, sagt der hochgelehrte Lessius, für eine Glaubenswahrheit halten: „Es ist für Glaubenssache zu halten, daß den Erwachsenen das Gebet zur Seligkeit notwendig sei, wie man aus der Schrift ersieht." (De Just. lib. 2 cap. 37 num. 9)
Sehr klar sind in dieser Hinsicht die Schriftstellen: Man muss allezeit beten. (Lk 18,1) Betet, auf daß ihr nicht in Versuchung fallet. (Lk 22,40) Bittet, und ihr werdet empfangen. (Joh 16,24) Betet ohne Unterlass. (1 Thess 5,16) Nun drücken die obbesagten Worte: „man muß, betet, bittet" nach dem allgemeinen Ausspruche der Kirchenlehrer mit dem heiligen Thomas (part. qu. 39 art. 3) ein Gebot aus, das unter einer schweren Sünde verbindet, besonders in drei Fällen: erstens, wenn der Mensch in Sünden lebt; zweitens, wenn er in Todesgefahr sich befindet; drittens, wenn er in großer Gefahr schwebt, eine Sünde zu begehen; und für gewöhnlich behaupten die heiligen Lehrer, wer einen oder höchstens zwei Monate lang nichts betet, der sei von der Todsünde nicht frei zu erklären. (Siehe Lessius in der angeführten Stelle) Die Ursache hievon ist: weil das Gebet ein Mittel ist, ohne welches wir den zu unserer Seligkeit nötigen Beistand nicht erhalten können.
Bittet, und ihr werdet empfangen. Wer bittet, der empfängt; wer also nicht bittet, sagt die heilige Theresia, der erhält nichts. Und vor ihr sprach der heilige Jakobus: Ihr habt nichts, weil ihr um nichts bittet. (Jak 4,2) Vorzüglich aber ist zur Erlangung der Tugend der Enthaltsamkeit das Gebet notwendig: Und da ich wusste, daß ich nicht enthaltsam sein konnte, wenn es mir von Gott nicht gegeben würde, so trat ich zu dem Herrn und bat ihn. (Weish 8,21) Laßt uns also hieraus folgenden Schluß ziehen: Wer betet, wird gewiß selig; wer nicht betet, wird gewiß verdammt. Alle, die selig geworden sind, wurden durch das Gebet selig. Alle, die verdammt worden sind, wurden verdammt, weil sie nicht beteten, und dies wird sie in der Hölle am meisten zur Verzweiflung bringen, daß sie durch das Gebet, so leicht hätten selig werden können, nun aber keine Zeit mehr sei, es zu tun.
 
Anmutungen und Bitten.
Ach mein Erlöser! wie konnte ich doch so dahinleben, ohne deiner zu gedenken? Du warst bereit, mir alle Gnaden zu verleihen, um die ich dich bitten würde, du wartetest nur auf meine Bitten; allein ich dachte nur an die Befriedigung meiner Sinne, indem mir wenig daran lag, deiner Liebe und deiner Gnaden beraubt zu werden. Herr! vergiß aller meiner Undankbarkeit, und erbarme dich meiner; verzeihe mir alle Beleidigungen, die ich dir zufügte, und gib mir Standhaftigkeit: gib mir die Gnade, dich immer um deine Hilfe zu bitten, damit ich dich, o Gott meiner Seele! nicht mehr beleidige. Laß mich hierin nicht so nachlässig sein, wie ich es vorher war. Gib mir Licht und Stärke, mich dir stets anzuempfehlen, vorzüglich dann, wann die Feinde mich versuchen, dich neuerdings zu beleidigen. Erweise mir, mein Gott, diese Gnade um der Verdienste Jesu Christi und jener Liebe willen, die du zu mir hast. Ich habe dich, meinen Herrn! genug beleidigt; nun aber will ich dich in dem mir übrigen Leben lieben. Gib mir deine heilige Liebe; diese wird mich stets erinnern, um Beistand dich zu bitten, wenn ich mich in Gefahr befinde, dich durch die Sünde zu verlieren. — Maria! meine Hoffnung, von dir hoffe ich die Gnade, dir und deinem Sohne in meinen Anfechtungen mich immer anzuempfehlen. Erhöre mich, meine Königin! um deiner Liebe zu Jesu willen, erhöre mich.
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