Autor Thema: Vorbereitung zum Tode — fromm leben, selig sterben  (Gelesen 11302 mal)

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NEU: Vorbereitung zum Tode — fromm leben, selig sterben
« Antwort #90 am: 28. September 2017, 17:21:25 »
Vorbereitung zum Tode
oder Betrachtungen über die ewigen Wahrheiten
um fromm zu leben und selig zu sterben

vom Heiligen Alphons Maria von Liguori


30. Betrachtung
Von dem Gebete
 
3. Punkt
Betrachten wir endlich die Eigenschaften des Gebetes. Viele beten und erhalten nichts, weil sie nicht beten, wie man beten soll. Ihr bittet und erlanget nichts, weil ihr schlecht betet. (Jak 4,3) Um gut zu beten, ist erstens Demut erforderlich. Gott widersteht den Hoffärtigen, den Demütigen aber gibt er seine Gnade. (Jak 4,6) Gott erhört die Bitten der Stolzen nicht, keineswegs aber weist er die Bitten der Demütigen ab, ohne sie zu erhören. Das Gebet des Demütigen wird durch die Wolken dringen, es wird auch nicht abweichen, bis der Allerhöchste es anschaut. (Eccl 35,21) Und dies geschieht, wenn sie auch bisher Sünder gewesen wären: Ein zerknirschtes und gedemütigtes Herz wirst du, o Gott, nicht verachten. (Ps 50) Zweitens, ist Vertrauen erforderlich. Niemand hat auf den Herrn gehofft und ist zu Schanden geworden. (Eccl 2,11) Deswegen lehrte uns Jesus Christus; wir sollen, wenn wir Gott um Gnaden bitten, ihn nichts anders nennen, als Vater! „Vater unser!", damit wir ihn mit jener Zuversicht bitten, mit der sich ein Kind an seinen Vater wendet. Wer demnach mit Zuversicht bittet, der erhält alles. Alles, was ihr in eurem Gebete verlanget, glaubet nur, daß ihr es erlangen werdet, so wird es euch gegeben werden. (Mk 11) Und wer kann wohl fürchten, sagt der heilige Augustinus, daß ihm das fehlschlagen solle, was ihm von der Wahrheit selbst, welche Gott ist, versprochen wird? „Wer fürchtet etwa, getäuscht zu werden, wenn die Wahrheit etwas verheißt?" - Gott ist ja nicht, wie die Menschen, sagt die Schrift, die versprechen und dann nicht Wort halten, weil sie entweder lügen, wenn sie versprechen oder weil sie hernach ihren Willen ändern. Gott ist nicht wie ein Mensch, daß er lüge, und nicht wie eines Menschen Sohn, daß er sich verändere. Er hat es also gesagt - und wird er es nicht tun? (Num 23,19) Und wozu würde denn der Herr, sagt der heilige Augustinus, uns so dringend auffordern, um Gnaden zu bitten, wenn er sie uns nicht verleihen wollte? Er würde uns ja nicht zureden, daß wir bitten sollen, wenn er nicht geben wollte. (De Verb. Dom. Serm. 4) Durch seine Verheißung verpflichtet er sich, die Gnaden uns zu verleihen, um die wir ihn bitten. „Durch das Versprechen machte er sich zum Schuldner." (S. Aug. ibid. Serm. 2)
Aber, ich, wird jemand sagen, ich bin ja ein Sünder und deswegen verdiene ich nicht erhört zu werden. Allein der heilige Thomas antwortet, zur Erlangung der Gnaden, um die wir bitten, komme es nicht auf unsere Verdienste, sondern auf die göttliche Barmherzigkeit an: „das Gebet stützt sich bei Erlangung der Gnaden nicht auf unsere Verdienste, sondern auf die göttliche Barmherzigkeit." (2.2. qu. 178. art. 2 ad 1) Jeder, der bittet, empfängt. (Lk 11,10) Der Verfasser des unvollendeten Werkes erklärt dieses also: „Jeder, er mag gerecht oder Sünder sein." (Hom. 18) Und hierin benahm uns unser Erlöser selbst jede Furcht, indem er sagt: Wahrlich, wahrlich sage ich euch, was ihr immer meinen Vater in meinem Namen bitten werdet, das wird er euch geben. (Joh 16,23) als wollte er sagen: „Sünder! wenn ihr kein Verdienst habt, so habe ich es doch bei meinem Vater; bittet also in meinem Namen und ich verspreche euch, ihr werdet bekommen, so viel ihr begehret." Hiebei muß man jedoch verstehen, daß dies Versprechen nicht für zeitliche Gnaden, für Gesundheit, für Glücksgüter und dergleichen gegeben sei; denn diese Gnaden versagt uns öfter der Herr mit Recht, indem er sieht, sie würden uns zum ewigen Heile nur schädlich sein. Was dem Kranken nützlich sei, das weiß der Arzt besser als der Kranke; so äußert sich der heilige Augustinus (tom. 3, c. 212) und er setzt bei, Gott schlage dem einen aus Barmherzigkeit dasjenige ab, was er einem andern aus Zorn zugesteht: „Gott versagt aus Gnade das, was er aus Zorn gewährt." Daher müssen wir die zeitlichen Güter immer nur bedingungsweise verlangen, nämlich unter der Bedingung, wenn sie zum Heile unserer Seele gereichen. Die geistlichen Gnaden hingegen, wie z.B. die Verzeihung der Sünden, die Beharrlichkeit die göttliche Liebe und dergleichen, muß man durchaus mit der festen Zuversicht nach Gewährung, begehren. Wenn ihr, die ihr doch böse seid, sagt Jesus Christus, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, um wie viel mehr wird euer Vater denen den guten Geist geben, die ihn darum bitten? (Lk 11,13)
Vor allem aber ist endlich das Ausharren im Gebete nötig. Cornelius a Lapide sagt über Lukas (Kap. 11): „Der Herr will, daß wir im Gebete bis zum Ungestüm ausharren." Und dies deuten jene Schriftsteller an: Man muss allzeit beten. (Lk 18,1) Wachet also und Betet zu jeder Zeit. (Lk 21,36) Betet ohne Unterlass. (1 Thess 5,17) Dies bedeuten auch jene wiederholten Worte: Bittet und es wird euch gegeben werden; suchet und ihr werdet finden; klopfet an und es wird euch aufgetan werden. (Lk 11,9) Hinsichtlich des Gebotes wäre es genug gewesen zu sagen: Bittet; doch nein, der Herr wollte uns zu verstehen geben, wir sollten es machen, wie die armen Leute, welche so lange nicht aufhören zu bitten und vor der Türe stehen zu bleiben und zu klopfen, bis sie ein Almosen bekommen. Hier ist zu bemerken, daß die Gnade der Beharrlichkeit bis ans Ende eine besondere Gnade ist, die man nur durch beständiges Gebet erlangt. Diese Beharrlichkeit können wir uns keineswegs verdienen, allein durch das Gebet verdient man sie gewissermaßen: „Diese Gabe Gottes kann man nur bittweise, daß heißt, durch demütiges Bitten erlangen." (De dono persev. Cap.6) Laßt uns also immer bitten und laßt uns nicht aufhören zu bitten, wenn wir selig werden wollen. Und wer Beichtvater oder Prediger ist, der unterlasse ja nicht zum Gebete zu ermahnen, wenn er will, daß die Seelen zur Seligkeit gelangen. Und wie der heilige Bernardus ermahnt, so wollen wir auch immer Maria um ihre Hilfe bitten: „Verlangen wir Gnade und verlangen wir sie durch Maria; denn, was sie sucht, findet sie und man kann nicht getäuscht werden. (Serm. de Aquaeduct.)
 
Anmutungen und Bitten
Mein Gott, ich hoffe, du habest mir bereits verziehen: allein meine Feinde werden nicht aufhören, mich bis zum Tode zu bekämpfen; hilfst du mir nicht, so werde ich wieder ins Verderben stürzen. Ach, ich bitte dich um der Verdienste Jesu Christi willen um die heilige Beharrlichkeit. Laß mich nur nicht von dir getrennt werden. Und um die nämliche Gnade bitte ich für alle jene, die sich jetzt in deiner Gnade befinden. Ich bin voll des Vertrauens auf dein Versprechen, daß du mir die Beharrlichkeit geben werdest, wenn ich dich stets um dieselbe bitten werde. Aber ich befürchte eines, nämlich daß ich es unterlasse, in meinen Versuchungen zu dir zu fliehen, und so neuerdings zurückfalle. Darum bitte ich dich um die Gnade, daß ich um dies zu bitten nie unterlasse. Mache, daß ich mich in den Gelegenheiten des Rückfalls immer dir anempfehle und die heiligsten Namen Jesu und Maria immer zu Hilfe rufe. Mein Gott! dies nehme ich mir vor und dies hoffe ich zu tun mit deiner Gnade. Erhöre mich doch Jesu Christo zu Liebe. — O Maria, meine Mutter! erflehe mir, daß ich in den Gefahren, Gott zu verlieren, stets zu dir und deinem Sohne meine Zuflucht nehme.
GOTTES HANDELN IST IMMER LIEBE,
AUCH WENN WIR IHN NICHT VERSTEHN.

ÖFFNET AUGEN, OHREN, HERZ UND SEELE
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ANGEBETET SEI OHNE END JESUS CHRISTUS
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NEU: Vorbereitung zum Tode — fromm leben, selig sterben
« Antwort #91 am: 03. Oktober 2017, 22:51:26 »
Vorbereitung zum Tode
oder Betrachtungen über die ewigen Wahrheiten
um fromm zu leben und selig zu sterben

vom Heiligen Alphons Maria von Liguori


 31. Betrachtung
Von der Beharrlichkeit „Wer bis ans Ende ausharret, der wird selig werden." (Mt 24,13)
 
1. Punkt.
Der heilige Hieronymus sagt, viele fangen gut an, wenige aber harren aus: „Anfangen ist die Sache vieler, Ausharren aber die Sache weniger.! (Lib. 1. contra Jovin) Gut begann ein Saul, ein Judas, ein Tertullianus; sie endeten aber übel, weil sie im Guten nicht standhaft blieben. „Bei den Christen schaut man nicht auf den Anfang, sondern auf das Ende! (S. Hieron. Ep. ad. Für) Der Herr, spricht der Heilige weiter, fordert nicht allein den Beginn eines guten Lebens, sondern auch das Ende. „Das Ende ist es, welches die Krone erhalten wird." Der heilige Bonaventura sagt, nur der Beharrlichkeit werde die Krone erteilt: „Nur die Beharrlichkeit wird gekrönt." Daher nennt Laurentius Justinianus die Beharrlichkeit die Pforte zum Himmel: „die Himmelstür." Es kann daher niemand in den Himmel eingehen, wer die Pforte, durch welche man eingeht, nicht findet. Mein Bruder, du hast gegenwärtig die Sünde verlassen und hoffest mit Recht Verzeihung derselben. Du bist also ein Freund Gottes; doch wisse, sicher bist du noch nicht. Und wann wirst du denn sicher sein? Wann du bis ans Ende wirst ausgeharrt haben. „Wer bis ans Ende ausharrt, der wird selig werden." Hast du ein frommes Leben bereits begonnen? Nun so danke dem Herrn; allein der heilige Bernardus erinnert dich zum voraus, daß dem, der da anfängt, die Belohnung bloß versprochen, und nur dem erteilt werde, welcher ausharrt: „Den Anfängern wird der Lohn versprochen, den Ausharrenden aber wird er gegeben." (Serm. 6. de modo bene viv) Das Laufen nach dem Kampfpreise ist gut, aber es genügt noch nicht; man muß so lange laufen, bis man ihn erhält. Laufet so, daß ihr ihn erreichet! sagt der Apostel. (1 Kor 9,24)
Nun hast du schon die Hand an den Pflug gelegt, du begannst gut zu leben; jetzt aber fürchte und zittere mehr, als jemals: „Mit Furcht und Zittern wirket euer Heil." (Phil 2,12) Warum? Denn wendest du - wovor Gott dich behüte - dich wieder um und schauest zurück, indem du neuerdings dein böses Leben beginnest, so wird Gott dich vom Himmel als ausgeschlossen erklären: Niemand, der seine Hand an den Pflug legt und zurücksieht, ist zum Reiche Gottes tauglich. (Lk 9,62) Nun fliehest du durch die Gnade des Herrn die bösen Gelegenheiten, empfängst oft die Sakramente, nimmst täglich eine fromme Betrachtung vor. Heil dir! wenn du so fortfährst und wenn dich der Herr also handelnd antreffen wird, wenn er kommt, dich zu richten: Selig ist der Knecht, den sein Herr, wenn er kommen wird, so handelnd antrifft.(Mt 24,46) Glaube aber ja nicht, als wären jetzt, da du dich dem Gottesdienste ergabst, deine Versuchungen schon überstanden, oder gar keine mehr übrig; höre, was der Heilige Geist dir sagt: Mein Sohn, wenn du den Dienst Gottes antreten willst, so bereite deine Seele zur Anfechtung. (Eccl 2,1) Wisse, daß du jetzt mehr als je zu kämpfen dich rüsten mußt; denn deine Feinde, die Welt, der Teufel und das Fleisch, werden sich jetzt mehr als jemals bewaffnen, um dich zu bekriegen, damit sie dich um alles bringen, was du bereits errungen hast. Dionysius, der Karthäuser, sagt, je mehr sich jemand Gott ergibt, umsomehr sucht die Hölle ihn zu bestürmen: „Je mehr sich einer Gewalt antut, um Gott zu dienen, desto heftiger wütet gegen ihn der Widersacher." Dies ist deutlich genug im Evangelium des heiligen Lukas ausgedrückt, wo es heißt: Ist der unreine Geist von dem Menschen ausgegangen, so wandelt er durch dürre Örter und sucht Ruhe; wenn er sie aber nicht findet, so spricht er, ich will in mein Haus, aus dem ich gegangen bin, wiederkehren. Alsdann geht er hin und nimmt sieben andere Geister zu sich, die ärger sind als er, und wenn sie hineinkommen, so wohnen sie allda, und so wird der letzte Zustand desselben Menschen schlimmer als der erste sein. (Lk 11,24,26) Wenn der böse Geist aus einer Seele verbannt wird, da findet er keine Ruhe, und er wendet allen Fleiß an, um wieder hineinzukommen; er ruft auch seine Gefährten zu Hilfe, und gelingt es ihm wieder, hineinzukommen, so wird für diese Seele das zweite Unglück größer sein, als das erste.
Bedenket also, welcher Waffen ihr euch bedienen müßt, um vor diesen Feinden euch zu schützen und euch in der Gnade Gottes zu erhalten. Um nicht vom bösen Geiste überwunden zu werden, gibt es kein anderes Verteidigungsmittel als das Gebet. Der heilige Paulus sagt, wir bestehen nicht gegen Menschen, die, wie wir aus Fleisch und Blut, zu streiten, sondern auch gegen die Fürsten der Hölle. Wir haben nicht wider Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern wider Fürsten und Mächte (Eph 6,12) und will nun damit aufmerksam machen, daß unsere Kräfte nicht hinreichen, um solchen Mächten Widerstand zu leisten, sondern daß wir der Hilfe Gottes bedürfen. Mit Gottes Beistand werden wir alles bewirken: Alles vermag ich in dem, der mich stärkt. (Phil 4,13) Also sprach er, und so soll jeder aus uns sprechen. Doch dieser Beistand wird nur dem erteilt, der durch das Gebet ihn verlangt: Bittet und ihr werdet empfangen! Trauen wir nicht unseren Vorsätzen; denn vertrauen wir auf unsere Entschlüsse, so wird es um uns geschehen sein; unsere ganze Zuversicht wollen wir, wenn wir vom Teufel angefochten werden, auf die Hilfe Gottes setzen, indem wir uns alsdann Jesu Christo und der allerheiligsten Jungfrau Maria anempfehlen. Und dies müssen wir vorzüglich tun, wenn wir gegen die Keuschheit versucht werden; denn diese Versuchung ist unter allen die fürchterlichste, und sie ist es, womit der böse Feind die häufigsten Siege davon trägt. Wir haben nicht die Kraft, die Keuschheit zu bewahren; Gott muß sie uns geben. Salomon sagte: Und da ich wusste, daß ich nicht enthaltsam sein könnte, wenn es mir nicht von Gott gegeben würde, so trat ich zum Herrn und bat ihn. (Weish 8,21) In dieser Versuchung muß man also ohne Zaudern zu Jesus Christus und zu seiner heiligsten Mutter seine Zuflucht nehmen, und zwar durch oftmalige Anrufung ihrer hochheiligen Namen. Wer es also macht, wird siegen, wer es nicht so macht, wird verloren sein.
 
Anmutungen und Bitten
Verwirf mich nicht von deinem Angesichte! Ach, mein Gott, verstoß mich nicht von deinem Antlitze! Ich weiß wohl, du werdest mich nie verlassen, es sei denn, ich verlasse dich zuerst; davor zittere ich insbesondere, weil ich meine Schwäche erfahren habe. Herr! du allein mußt mir die Stärke geben, die gegen die Hölle mir nötig ist, welche mich neuerdings in ihrer Gefangenschaft zu haben begehrt. Um Jesu Christi willen bitte ich dich darum. Schließe, o mein Heiland! zwischen mir und dir einen dauerhaften Frieden, der in Ewigkeit nicht mehr gebrochen werden soll. Und darum gib mir deine heilige Liebe. Wer dich nicht liebt, der bleibt im Tode: Wer nicht liebt, ist tot. Vor diesem unglückseligen Tode mußt du mich bewahren, o Gott meiner Seele! Ich war bereits verloren; du weißt es wohl. Ich verdanke es ganz und gar deiner Güte, daß ich wieder in diesen Zustand kam, in dem ich mich befinde, und hoffe, nun in deiner Gnade zu sein. Ach mein Jesu! laß es um deines bitteren, für mich ausgestandenen Todes willen nicht geschehen, daß ich mich abermals zu Grunde richte! Ich liebe dich über alles. Ich hoffe von dieser heiligen Liebe stets mich gefesselt zu sehen, und in diesen Fesseln zu sterben und ewig zu leben. — O Maria! du nennst dich die Mutter der Beharrlichkeit; dieses große Geschenk wird von dir ausgeteilt. Von dir verlange ich es und von dir hoffe ich es auch.
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« Antwort #92 am: 10. Oktober 2017, 00:20:53 »
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vom Heiligen Alphons Maria von Liguori


31. Betrachtung
Von der Beharrlichkeit
 
2. Punkt
Nun wollen wir sehen, wie man die Welt besiegen müsse. Der Teufel ist ein großer Feind, noch schlimmer aber ist die Welt. Bediente sich der böse Feind nicht der Welt und der bösen Leute, worunter man die Welt versteht, er würde nimmermehr die Siege davon tragen, deren er sich gegenwärtig erfreut. Der Erlöser gibt uns die Warnung, daß wir nicht so sehr von den Teufeln, als vor den Menschen auf der Hut sein sollen: Hütet euch aber vor den Menschen. (Mt 10,17) Die Menschen sind oft schlimmer als die Teufel, denn die Teufel fliehen beim Gebete und bei Anrufung der heiligsten Namen Jesu und Maria; wenn aber die schlechten Gesellen irgend einen zur Sünde reizen, so fliehen diese nicht, wenn er ihnen auch ein geistliches Wort erwidert, ja sie versuchen und verlachen ihn umsomehr, indem sie ihn einen gemeinen, ungebildeten Menschen schelten, der zu nichts taugt, und können sie wider ihn sonst nichts vorbringen, so nennen sie ihn wenigstens einen Heuchler, der die Rolle eines Heiligen spielen will. Und schwache Seelen, um diesen Vorwürfen und diesem Hohngelächter zu entgehen, sind dann unglücklich genug, um diesen Dienern des Luzifers sich beizugesellen, und zum Ausgespienen wieder zurückzukehren. - Mein Bruder! sei überzeugt, daß du, wenn du tugendhaft leben willst, von den Übelgesinnten ohneweiters werdest verspottet und verachtet werden. Die Gottlosen haben einen Abscheu vor jenen, die den rechten Weg wandeln. (Spr 29,27) Wer ein schlechtes Leben führt, kann nicht einmal den Anblick der Frommen ertragen, und warum? Weil ihm ihr Wandel ein beständiger Vorwurf ist, und daher möchte er, daß es alle wie er machten, um nur nicht den peinlichen Vorwurf zu haben, welchen der gute Wandel der anderen ihm verursacht.
Es gibt keinen Ausweg, sagt der Apostel, wer Gott dient, der muß allein von der Welt verfolgt werden: Alle, die in Jesus Christus ein frommes Leben führen wollen, werden Verfolgung erleiden. (2 Tim 3,12) Alle Heiligen sind verfolgt worden. Wer ist heiliger als Jesus Christus? Und doch verfolgte ihn die Welt so sehr, daß er durchstochen an einem Kreuze starb.
Dagegen ist kein Mittel vorhanden; denn die Grundsätze der Welt sind jenen Jesu Christi gerade entgegengesetzt. Was von der Welt geschätzt wird, das wird von Christus Torheit genannt: Denn die Weisheit dieser Welt ist bei Gott Torheit. (1 Kor 3,9) Im Gegenteile nennt die Welt Dummheit, was von Jesus Christus geschätzt wird, als da sind die Kreuze, Schmerzen, Verachtungen: Denn das Wort vom Kreuze ist jenen, die zu Grunde gehen, eine Torheit. Trösten wir uns aber, wenn die Bösen uns fluchen und schmähen, mit dem Gedanken, daß Gott uns segne und lobe. Jene werden fluchen, und du wirst segnen. (Ps 108,28) Ist es etwa nicht genug, wenn wir von Gott, von Maria, von allen Engeln, von den Heiligen und allen rechtschaffenen Menschen gelobt werden? Lassen wir also die Sünder reden, was sie wollen und fahren wir nur fort, Gott Freude zu machen, der gegen jenen ungemein dankbar und treu ist, der ihm dient. Je mehr Widerstand und Widerspruch, die Übung des Guten uns kostet, desto größer wird Gottes Wohlgefallen und unser Verdienst sein. Stellen wir uns vor, als wäre auf der Welt niemand außer Gott und wir. Verspotten uns die Bösen, so wollen wir sie dem Herrn anempfehlen und Gott für jene Erleuchtung danken, die er uns gibt, jenen Elenden aber verweigert, und wollen unseren Weg ruhig fortgehen. Schämen wir uns nicht, als Christen uns zu zeigen; denn würden wir uns Jesu Christi schämen, so würde auch er, seiner Beteuerung gemäß, am Tage des Gerichtes unser sich schämen: Denn wer meiner und meiner Worte sich schämt, dessen wird des Menschen Sohn sich auch schämen, wenn er in seiner Herrlichkeit kommen wird. (Lk 9,26)
Wollen wir selig werden, so müssen wir uns ein für allemal auf Leiden gefaßt halten, wir müssen entschlossen sein, Gewalt zu brauchen und ernst mit uns zu verfahren, wenn es uns auch wehe tut: Schmal ist der Weg, der zum Leben führt. (Mt 14,7) Das Himmelreich leidet Gewalt, und die Gewalt brauchen, reißen es an sich. (Mt 11,12) Wer keine Gewalt sich antut, der wird nicht selig. Es gibt keinen Ausweg, denn wir müssen gegen unsere aufrührerische Natur auftreten, wenn wir anders das Gute üben wollen. Vorzüglich anfangs müssen wir uns Gewalt antun, um die bösen Gewohnheiten auszurotten und gute einzupflanzen; ist dann das Gute einmal zur Gewohnheit geworden, so wird die Beobachtung des göttlichen Gesetzes leicht, ja sogar süß werden. Der Herr sprach zur heiligen Brigitta, daß dem, der in Übung der Tugend die ersten Dornstiche mit Mut und Geduld leidet, die Dörner selbst dann zu Rosen werden. Sei also wachsam, mein Christ: Jesus Christus spricht jetzt zu dir, was er zu dem Gichtbrüchigen sagte: Siehe, du bist gesund geworden, sündige nicht mehr, daß dir nicht etwas Schlimmeres widerfahre. (Joh 5,14) Merke wohl, lehrt wieder der heilige Bernardus, fällst du unglücklicherweise wieder, so wisse, daß dein Unglück schlimmer sein werde, als alle deine früheren Fälle: „Höre! ein Fall ist nicht so schlimm, als ein Rückfall." Wehe denen, sagt der Herr, die den Weg Gottes eingeschlagen, und dann davon ablenken. Wehe euch, ihr abtrünnigen Kinder! (Jes 30,1) Diese werden als solche, die sich dem Lichte widersetzen, bestraft. Sie haben sich dem Lichte widersetzt. (Job 24,13) Und die Strafe dieser Empörer, die mit großer Kenntnis von Gott begabt und ihm hernach untreu geworden sind, besteht darin, daß sie blind bleiben und so ihr Leben in ihren Sünden beschließen. Wenn sich aber der Gerechte von seiner Gerechtigkeit abwendet, soll er dann leben? Aller seiner Gerechtigkeiten, die er geübt hatte, wird nicht gedacht werden, in seiner Sünde wird er sterben. (Ez 18,24)
 
Anmutungen und Bitten
Ach mein Gott! Eine solche Strafe habe ich schon öfters verdient, indem ich mittelst deiner Erleuchtung die Sünden zwar verlassen habe, aber dann wieder in selbe zurückgekehrt bin. Ich sage deiner Barmherzigkeit unendlichen Dank, daß sie mich nicht durch gänzliche Beraubung des Lichtes in meiner Blindheit gelassen hat, wie ich es verdient hätte. Ich bin daher, o mein Jesus! überaus verpflichtet und ich wäre dir allzu undankbar, wenn ich dir wieder den Rücken kehren würde. Nein, mein Erlöser! Ich will deinen Erbarmungen in Ewigkeit Lob singen. Ich hoffe in dem mir übrigen Leben und während der ganzen Ewigkeit deiner Barmherzigkeit immer Lob zu singen, dich stets zu lieben und deiner Gnade mich nicht mehr beraubt zu sehen. Meine bisherige große Undankbarkeit gegen dich, die ich jetzt verabscheue und über alles Übel verfluche, soll mir dazu dienen, das dir zugefügte Unrecht stets bitter zu beweinen und in mir die Liebe zu dir desto mehr zu entflammen, indem ich mir jene großen Gnaden vor Augen halte, die du nach so vielen von mir erhaltenen Beleidigungen mir erwiesen hast. Ja, ich liebe dich, unendlicher Liebe würdiger Gott! Von heute an sollst du meine einzige Liebe, mein einziges Gut sein. O ewiger Vater! um der Verdienste Jesu Christi willen bitte ich dich um die endliche Beharrlichkeit in deiner Gnade, und in deiner Liebe. Ich weiß zwar, daß du sie mir immer geben werdest, wenn ich dich darum bitte. Aber deshalb flehe ich zu dir, mein Gott! um die Beharrlichkeit und um die Gnade, solche immerfort zu verlangen. — O Maria, meine Fürsprecherin, meine Zuflucht und Hoffnung! erhalte mir durch deine Fürbitte die Standhaftigkeit, Gott stets um die endliche Beharrlichkeit zu bitten. Ich bitte dich, erwirke sie mir Jesu Christo zu Liebe.

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« Antwort #93 am: 12. Oktober 2017, 23:53:45 »
Vorbereitung zum Tode
oder Betrachtungen über die ewigen Wahrheiten
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31. Betrachtung
Von der Beharrlichkeit
 

3. Punkt
Nun kommen wir zum dritten Feinde, welcher der schlimmste von allen ist, nämlich das Fleisch: und wir wollen sehen, wie wir uns dagegen verteidigen müssen. Fürs erste durch das Gebet, doch hievon haben wir schon oben betrachtet. Zweitens durch Vermeidung der Gelegenheit, und diese wollen wir jetzt wohl erwägen.
Der heilige Fiernardinus von Siena sagt, der allerwichtigste Rat, ja sogar die Stütze der Religion sei jener Rat, die sündhaften Gelegenheiten zu fliehen: „Unter den Räten Christi ist einer der hervorstechendsten, und gleichsam die Grundlage der Religion, dieser: fliehe die Gelegenheit zur Sünde." (1 Toma Serm. 21. art. 3 cap. 3) Es bekannte einst der Teufel, durch Beschwörungen gezwungen, die widerlichste Predigt sei ihm die Predigt von der Flucht der Gelegenheit. Und mit Recht; denn der Teufel macht sich über alle Vorsätze und Versprechungen lustig, die ein büßender Sünder macht, so lange derselbe nicht auch die Gelegenheit zur Sünde verläßt. Die Gelegenheit ist vorzüglich in Betreff der sinnlichen Lüste wie eine Binde vor den Augen und läßt den Menschen weder seine gemachten Vorsätze mehr sehen, noch auch die erhaltenen Erleuchtungen oder die ewigen Wahrheiten; kurz, sie macht, daß man alles vergißt und gleichsam blind wird. Die erste Ursache des Falles unserer ersten Eltern bestand eben darin, daß sie die Gelegenheit nicht flohen. Gott hatte ihnen unter anderem sogar verboten, die verbotene Frucht zu berühren: Gott hat uns geboten, daß wir nicht davon essen und sie auch nicht berühren. (Gen 3,3) Allein die unbehutsame Eva sah, nahm und aß. Zuerst fing sie an, die Frucht näher zu beschauen, dann nahm sie selbe in die Hand und - aß davon. Wer freiwillig in die Gefahr sich begibt, wird darin zu Grunde gehen: Wer die Gefahr liebt, wird darin umkommen. (Eccl 3,27) Der heilige Petrus sagt: Der Teufel geht herum und sucht, wen er verschlinge. Was tut er also, um wieder in eine Seele einzukehren, aus der er bereits vertrieben worden ist? fragt der heilige Cyprianus. Er geht hin und forscht, ob er nicht irgend eine Gelegenheit finde: „Er forscht, ob es nicht vielleicht etwas gebe, wodurch er eindringen könnte." Läßt sich die Seele verleiten, zur sündhaften Gelegenheit zu gehen, so wird der Feind ohne Zweifel in dieselbe wieder einkehren und selbe verschlingen. Ferner bemerkt der Abt Guerricus: Lazarus sei gebunden auferstanden; „er ging an Händen und Füßen gebunden hervor", und indem er also aufstand, starb er wieder. Wehe dem, will dieser Schriftsteller sagen, der von der Sünde zwar aufsteht, allein, von der Gelegenheit gebunden aufsteht. Dieser wird, wenn er schon aufsteht, dennoch wieder sterben. Wer also selig werden will, muß nicht nur die Sünde, sondern auch die Gelegenheit zu sündigen aufgeben; er muß meiden z.B. jenen Freund, jenes Haus, jenen Briefwechsel usf.
Doch du wirst sagen: jetzt habe ich das Leben schon geändert und ich beabsichtige mit dieser Person nichts Böses, ja ich fühle nicht einmal eine Versuchung. Ich antworte: In Mauritanien gibt es, wie man erzählt, gewisse Bärinnen, die gegen die Affen auf die Jagd ausgehen. Wenn nun die Affen die Bärinnen erblicken, so flüchten sie sich auf die Bäume; aber was tut die Bärin? Sie streckt sich unter dem Baume aus und stellt sich tot; sieht sie dann, daß die Affen herabgestiegen sind, so steht sie auf, ergreift und frißt sie. Gerade so geht der böse Feind zu Werke; er verblendet uns, damit wir wähnen, die Versuchung sei schon ganz vorüber; begibt sich aber die Person hernach in die Gelegenheit, dann läßt er die Versuchung aufstehen, und sie verschlingt ihn. O wie viele unglückliche Seelen gibt es nicht, welche oft beteten, kommunizierten und die man heilig nennen konnte; sie wurden aber eine Beute der Hölle, weil sie sich in die Gelegenheit begaben! In der Kirchengeschichte wird folgendes berichtet: Eine heilige Frau, welche so barmherzig war, daß sie die Blutzeugen begrub, fand einst einen, der noch nicht verschieden war; sie trug ihn in ihr Haus und er genas. Was geschah? Durch die nahe Gelegenheit verloren diese zwei Heiligen, wie man sie allerdings nennen konnte, zuerst die Gnade Gottes, sodann auch den Glauben.
Der Herr befahl dem Isaias zu predigen, jeder Mensch sei Heu: Rufe, alles Fleisch ist Heu. (Jes 40,6) Hier macht der heilige Chrysostomus die Bemerkung und sagt: ist es wohl möglich, daß das Heu nicht brenne, wenn man Feuer dazu legt? „Lege Feuerfunken auf das Heu und dann wage zu behaupten, daß das Heu nicht brenne." Und ebenso unmöglich, spricht Cyprianus, ist es, im Feuer zu stehen und von den Flammen nicht ergriffen zu werden. Unmöglich ist es, von Flammen umgeben zu werden, ohne zu brennen. (De sing. Cler.) Unsere Stärke, warnt der Prophet, ist wie der ins Feuer geworfene Strohhalm: Und eure Stärke wird wie Stoppeln sein. (Jes 1,31) Ebenso, sagt Salomon, wäre jener töricht, welcher behaupten würde, er könne auf einer Glut einhergehen, ohne sich zu brennen. Kann wohl ein Mensch auf glühenden Kohlen einhergehen, ohne seine Fußsohlen zu verbrennen? (Spr 6,27, 28) Gleichfalls töricht wäre jener, der sich in die Gelegenheit begeben würde, in der Meinung, nicht zu fallen. Man muß vor der Sünde fliehen, wie vor einer Schlange: Fliehe vor der Sünde, wie vor dem Angesichte einer Schlange. (Eccl 21,2) Man muß nicht nur den Biß einer Schlange fürchten, sagt Gualfridus, man muß sich fürchten, nicht nur sie zu berühren, sondern auch ihr zu nahe zu kommen: „Fliehe sowohl die Berührung, als auch die Annäherung." Indessen erwiderst du: jenes Haus, jene Freundschaft, ist mir zu meinem Fortkommen verhilflich. Wohl siehst du aber ein, daß jenes Haus der Weg zur Hölle für dich sei: ihr Haus ist der Weg zur Hölle (Spr 7,27), so gibt es keinen Ausweg, du mußt es durchaus verlassen, wenn du selig werden willst. Wäre es auch dein rechtes Auge, sagt der Herr, so mußt du es ausreißen und weit von dir werfen. Wenn dich dein rechtes Auge ärgert, so reiß es aus und wirf es von dir. (Mt 5,29) Man merke das Wort: von dir; man muß es nicht nahe vor sich hin, sondern weit hinaus werfen, das heißt: man muß sich jeder Gelegenheit entreißen. Der heilige Franziskus von Assisi sagte, der böse Feind versuche die geistlichen Personen, die sich Gott gewidmet haben, auf eine andere Art, als er jene versucht, die ein böses Leben führen. Er sucht sie im Anfange nicht sogleich mit einem Stricke zu binden, er bindet sie nur mit einem Haare; dann bindet er sie mit einem Faden, hernach mit einer Schnur, hierauf mit einem Stricke, und so reißt er sie endlich in die Sünde mit sich fort. Wer also von dieser Gefahr frei sein will, schneide gleich anfangs jenes Haar ab, er vermeide jede Gelegenheit, diese Begrüßungen, jene Geschenke, jene Briefchen und dergleichen. Und was insbesondere das Laster der Unkeuschheit betrifft, so wird es für den, der daran gewohnt war, nicht genug sein, die nächsten Gelegenheiten zu fliehen; er muß auch die entfernteren fliehen; flieht er nicht auch diese, so wird er wieder fallen.
Wer wirklich selig werden will, muß den festen Entschluß fassen und ihn stets erneuern, von Gott nicht mehr sich trennen zu wollen und er wiederhole deshalb recht oft den Spruch der Heiligen: „Man verliere alles, nur Gott nicht." Es genügt jedoch nicht der bloße Vorsatz, ihn nicht mehr verlieren zu wollen, man muß auch die Mittel ergreifen, um diesen Verlust sicher abzuwenden. Das erste Mittel ist die Flucht der Gelegenheiten; wovon schon oben die Rede war. Das zweite ist der oftmalige Gebrauch der heiligen Sakramente der Beichte und Kommunion. In einem Hause, in welchem man oft auskehrt, herrscht die Unreinlichkeit nicht. Durch die Beichte erhält man die Seele rein und man erlangt durch sie nicht nur Nachlassung der Sünden, sondern auch Hilfe zum Widerstande gegen die Anfechtungen. Die Kommunion aber heißt mit Recht das Himmelsbrot; und so wie der Leib ohne irdische Speise nicht leben kann, eben so wenig kann die Seele ohne diese himmlische Speise leben. Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esset und sein Blut nicht trinket, so werdet ihr das Leben nicht in euch haben. (Joh 6,54) Wer hingegen dies Brot oft genießt, der ist versichert, daß er in Ewigkeit leben werde! Wer von diesem Brote essen wird, der wird in Ewigkeit leben. (Joh 6,52) Daher nennt der Kirchenrat von Trient die Kommunion eine Arznei, welche von den läßlichen Sünden uns frei macht und vor den tödlichen sichert: „ein Gegenmittel, wodurch wir von den täglichen Fehlern befreit und vor Todsünden bewahret werden." (Trid. Sess. 13, cap. 2) Das dritte Mittel ist die Betrachtung oder das innerliche Gebet. Gedenke an deine letzten Dinge und du wirst in Ewigkeit nicht sündigen. (Eccl 7,40) Wer die ewigen Wahrheiten, den Tod, das Gericht, die Ewigkeit vor Augen hat, wird nicht in die Sünde fallen. Gott erleuchtet uns in der Betrachtung: Gehet zu ihm hin und ihr werdet erleuchtet werden. (Ps 33,6) Dort spricht er zu uns und läßt uns wissen, was wir zu vermeiden und was wir zu tun haben: Ich will sie in die Wüste führen und ihr ins Herz reden. (Os 2,14) Die Betrachtung ist ferner jener schöne Ofen, worin die göttliche Liebe sich entzündet. In meiner Betrachtung hat sich ein Feuer entzündet. (Ps 38,4) Um sich endlich in der Gnade Gottes zu bewahren, ist es, wie schon öfters erinnert wurde, unumgänglich notwendig, immer um die dazu erforderlichen Gnaden zu bitten und zu flehen; wer aber das innerliche Gebet nicht übt, wird schwerlich bitten, flehen, und wenn man nicht betet, wird man zu Grunde gehen.
Man muß also unerläßlich die Mittel zur Erlangung der Seligkeit anwenden und einen geordneten Lebenswandel führen. Morgens beim Aufstehen übe die christlichen Tugenden der Danksagung, der Liebe, der Aufopferung und des Vorsatzes, nebst der Bitte zu Jesu und Maria, daß sie dich an diesem Tage vor Sünden bewahren wollen. Hierauf mache die Betrachtung und höre die Heilige Messe. Untertags hernach eine geistliche Lesung, den Besuch des allerheiligsten Sakramentes und der göttlichen Mutter. Abends den Rosenkranz und die Gewissenserforschung. Unter der Woche öftere Kommunion nach Rat des Beichtvaters, den man beständig beibehalten soll. Sehr nützlich wäre es auch, jährlich einmal in irgend einem Kloster die geistlichen Übungen vorzunehmen. Man muß auch die allerheiligste Jungfrau Maria mit einer besonderen Andacht, durch Fasten an jedem Sonnabende, verehren. Sie nennt sich die Mutter der Beharrlichkeit und verspricht solche dem, der ihr dient. Die mir dienen, werden nicht sündigen. (Eccl 24,30) Vor allem muß man Gott immer um die heilige Beharrlichkeit bitten und vorzüglich zur Zeit der Versuchungen, denn damals soll man unaufhörlich die heiligen Namen Jesu und Maria anrufen, so lange die Versuchung dauert. Wenn du es so machest, wirst du gewiß selig und wenn du es nicht so machst, gewiß verworfen werden.
 
Anmutungen und Bitten
Mein lieber Erlöser! ich danke dir für die Erleuchtungen, die du mir gibst und für die Mittel, die du mir anzeigst, um mich selig zu machen. Ich verspreche dir, sie standhaft in Ausübung zu bringen. Hilf mir, daß ich dir treu bleibe. Ich sehe ein, daß du mich selig machen willst, und ich will selig werden, vorzüglich, um dem Wunsche deines Herzens, das mein Heil so sehnlich wünscht, zu willfahren. Nein, mein Gott, ich will deiner Liebe, die du zu mir hegst, nicht mehr Widerstand leisten. Diese Liebe war es, die mich mit so großer Geduld ertrug, während ich dich beleidigte. Du forderst mich zur Gegenliebe auf und sieh, ich wünsche nichts anders, als dich zu lieben. Ich liebe dich, o unendliche Güte, ich liebe dich, o unendliches Gut! Ach, daß ich dich innigst liebte! Um der Verdienste Jesu Christi willen, laß mich nicht mehr undankbar gegen dich sein! mache, daß ich entweder aufhöre dir undankbar zu sein oder laß mich mein Leben beschließen. Herr! du hast das gute Werk begonnen, vollende es auch: Bestätige dies, o Gott! was du in uns gewirket hast. Gib mir Licht, gib mir Stärke, gib mir Liebe. — O Maria! die du die Bewahrerin der Gnadenschätze bist, komm mir zu Hilfe, erkläre mich für deinen Diener, wie ich es sein will, und bitte Jesum für mich. Meine Seligkeit hängt vorerst ab von den Verdiensten Jesu Christi, dann aber auch von deiner milden Fürsprache.

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NEU: Vorbereitung zum Tode — fromm leben, selig sterben
« Antwort #94 am: 17. Oktober 2017, 19:13:42 »
Vorbereitung zum Tode
oder Betrachtungen über die ewigen Wahrheiten
um fromm zu leben und selig zu sterben


vom Heiligen Alphons Maria von Liguori


32. Betrachtung
Von dem Vertrauen auf den Schutz der allerseligsten Jungfrau Maria „Wer mich findet, findet das Leben und wird vom Herrn das Heil erlangen." (Spr 8,35)
 
1. Punkt
Wie viel haben wir nicht der Barmherzigkeit unseres Gottes zu verdanken, indem er uns Maria zur Fürsprecherin gab, die durch ihre Bitten alle Gnaden, die wir nur wünschen, uns zu erlangen vermag? O überaus wunderbare Gütigkeit unseres Gottes! ruft der hl. Bonaventura aus, die seinen Schuldnern dich, o Frau! zur Sachwalterin gibt, damit du, was immer du willst, ihnen zu erlangen vermögest! (In Salve Reg.) O Sünder! — Meine Brüder, finden wir uns schuldig vor der göttlichen Gerechtigkeit und wären wir auch durch unsere Sünden bereits zur Hölle verdammt, o so verzweifeln wir dennoch nicht; laßt uns fliehen zu dieser göttlichen Mutter und uns unter ihren Schutzmantel begeben, und sie - wird uns retten. Wir brauchen nur den guten Willen, unser Leben zu ändern: einen guten Willen und ein großes Vertrauen auf Maria, und wir werden in Sicherheit sein. Und warum? Weil Maria unsere Fürbitterin ist, und zwar eine Fürbitterin, welche mächtig und barmherzig ist und welche alle selig zu machen verlangt.
Wir wollen Maria zuerst betrachten als eine mächtige Fürsprecherin, die beim Richter zu Gunsten ihrer Verehrer alles vermag. Dies ist ein besonderer Vorzug, welcher ihr von eben diesem Richter, der ihr Sohn ist, verliehen wurde. „O großes Vorrecht, wodurch Maria bei ihrem Sohne so überaus mächtig ist!" (S. Bonav. in Spec. Lect.6) Johannes Gerson sagt (Tract. sup. Magn.): Die seligste Jungfrau verlange von Gott nichts, ohne es auch wirklich zu erhalten, und sie sende als Königin ihre Engel aus, um ihre Diener zu erleuchten, sie rein und vollkommen zu machen. Daher lässt die Kirche, um uns Vertrauen zu dieser großen Fürsprecherin einzuflößen, sie uns mit dem Ehrennamen: „Mächtige Jungfrau!" anrufen. Du mächtige Jungfrau! bitte für uns. Und weshalb ist denn der Schutz Maria so vielvermögend? Weil sie Gottes Mutter ist. „Das Gebet der Gottesgebärerin - sagt der heilige Antonius - hat etwas Gebietendes an sich, daher ist es unmöglich, daß es nicht erhört werden sollte." (Part. 4 tit.25.c. 17 §4) Die Bitten Mariä haben, weil sie seine Mutter ist, eine gewisse gebietende Macht bei Jesu Christo, und deshalb ist es nicht möglich, daß sie, wenn sie bittet, nicht Gehör finde. Daher spricht der heilige Gregorius, Erzbischof von Nicomedia, unser Erlöser erhöre alle ihre Bitten, um sich, sozusagen, seiner gegen diese Mutter ihm obliegenden Verbindlichkeiten zu entledigen, weil sie das menschliche Dasein ihm gab: „Dein Sohn erfüllt deine Bitten, gleichsam als zahlte er seine Schuld dadurch ab." (Oreat. de exitu Mariae) Und so lesen wir auch in den hinterlassenen Schriften des heiligen Theophilus, Bischofs von Alexandria: „Der Sohn genehmiget die Bitten seiner Mutter, denn er will alles, was sie von ihm verlangt, zugestehen, um so die Wohltat zu belohnen, die er von ihr erhielt, indem sie ihm ihr Fleisch gegeben hat." Darum rief der heilige Blutzeuge Methodius aus: „Erfreue dich, die du deinen Sohn zum Schuldner hast! Denn wir alle sind Gottes Schuldner, dein Schuldner aber ist er selbst!" (Orat. Hyp. Dom.) Frohlocke, o Maria! frohlocke, du hast das Glück, deinen Sohn zum Schuldner zu haben; wir aber sind alle seine Schuldner.
Deswegen sagt Cosmas von Jerusalem, die Hilfe Maria sei allvermögend: „Allmächtig ist deine Hilfe, o Maria!" Und fürwahr, bestätiget der heilige Laurentius, sie ist allvermögend, denn es ist billig, daß die Mutter an der Macht ihres Sohnes Anteil habe; der Sohn also, welcher allmächtig ist, macht die Mutter allmächtig: „Da aber die Macht des Sohnes und der Mutter eben dieselbe ist, so ist die Mutter durch ihren allmächtigen Sohn allmächtig geworden." (Lib. 4 de laud. Virg.) Der Sohn ist von Natur aus allmächtig, die Mutter ist es durch die Gnade; das heißt, sie erhält durch ihre Bitten, so viel sie verlangt, gemäß jenen berühmten Worten: „Was Gott durch seine Macht vermag, das bewirkest du, o Jungfrau, durch deine Bitte." Und eben dies wurde der heiligen Brigitta geoffenbart. (Rev. üb. 1. Cab. 4) Eines Tages hörte die Heilige Jesum im Gespräche mit Maria zu dieser also sagen: „Verlange von mir, was du immer willst; denn keine deiner Bitten kann fruchtlos sein." Meine Mutter, begehre von mir, so viel du willst; denn keine deiner Bitten kann von mir unerhört bleiben. Und dann fügte er die Ursache bei: „Denn weil du mir auf Erden nichts versagtest, so will auch ich dir im Himmel nichts versagen. Du schlugst mir auf der Welt nichts ab, so ist es denn billig, daß auch ich dir jetzt, da du bei mir im Himmel bist, nichts abschlage."
Kurz, es gibt keinen, und wäre er auch noch so lasterhaft, den Maria durch ihre Fürsprache nicht retten könnte. „Du hast eine unübertreffliche Macht," sagt der heilige Gregorius von Nicomedia, „so daß nicht einmal die Menge der Sünden ihre Huld übertrifft; nichts auch widersteht deiner Macht, denn dein Schöpfer hält deine Ehre für seine eigene." (Orat. de exitu B. V.) O Mutter Gottes! nichts kann deiner Macht widerstehen; denn dein Schöpfer schätzt ja deine Ehre für seine eigene. Alles vermagst du, also spricht der heilige Petrus Damianus zu ihr, weil du sogar die Verzweifelten zu retten vermagst: „Nichts ist dir unmöglich, da du sogar die Verzweifelten zur Hoffnung der Seligkeit wieder aufrichten kannst." (Serm. 1. denativ. B.V.)
 
Anmutungen und Bitten
Meine liebe Königin und Mutter Maria! Mit dem heiligen Germanus will ich dir zurufen: „Du bist allmächtig, um die Sünder selig zu machen, und bedarfst keiner weiteren Empfehlung bei Gott, weil du die Mutter des wahren Lebens bist." (Serm. 3. in dorn. B. V.) Fliehe ich also zu dir, o meine Frau, so können mir alle meine Sünden die Hoffnung der Seligkeit nicht benehmen. Du erlangst durch deine Bitten, so viel du verlangst; bittest du also für mich, so werde ich gewiß selig werden. Ach, bitte für mich Elenden! Mit dem heiligen Bernardus will ich zu dir rufen: „O große Mutter Gottes! dein Sohn hört dich und alles gewährt er dir, um was du ihn bittest; so rede denn für mich, o Frau! denn dein Sohn hört dich, und was du immer begehrest, das wirst du erlangen." Es ist wahr, ich bin ein Sünder; allein ich verlange mich zu bessern, und ich rühme mich, einer aus deinen besonderen Dienern zu sein. Ich bin zwar deines Schutzes unwürdig, allein ich weiß, daß du noch niemand verlassen hast, der auf dich sein Vertrauen setzte. Du kannst und willst mich selig machen, denn ich vertraue auf dich. Als ich verloren und deiner uneingedenk dahinlebte, gedachtest du meiner und erhieltst mir die Gnade, daß ich wieder in mich ging; um wie viel mehr muß ich nun Hoffnung fassen, da ich mich deinem Dienste gewidmet habe und auf dich hoffe und vertraue? O Maria! bitte für mich und mache mich heilig. Erhalte mir die heilige Beharrlichkeit, erflehe mir eine inbrünstige Liebe zu deinem Sohne und zu dir, meiner so liebenswürdigen Mutter. Ich liebe dich, meine Königin, und ich hoffe dich immer zu lieben. Liebe auch du mich und mache mich durch deine Liebe aus einem Sünder zu einem Heiligen.
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NEU: Vorbereitung zum Tode — fromm leben, selig sterben
« Antwort #95 am: 21. Oktober 2017, 22:23:05 »
Vorbereitung zum Tode
oder Betrachtungen über die ewigen Wahrheiten
um fromm zu leben und selig zu sterben

vom Heiligen Alphons Maria von Liguori


32. Betrachtung
Von dem Vertrauen auf den Schutz der allerseligsten Jungfrau Maria
 
2. Punkt
Betrachten wir zweitens Maria als eine Fürsprecherin, die zugleich ebenso barmherzig ist, als mächtig, und die daher ihren Schutz keinem versagen kann, der zu ihr flieht. Die Augen des Herrn, sagt David, sind auf die Gerechten gerichtet;allein diese Mutter der Barmherzigkeit richtet, wie Richardus vom heiligen Laurentius versichert, ihre Augen auf die Gerechten und auf die Sünder zugleich, damit jene nicht fallen und damit diese, nachdem sie gefallen sind, mittelst ihrer Fürbitte vom Falle sich aufrichten. „Die Augen der Herrin schauen auf die Gerechten sowohl als auf die Sünder, gleichwie die Augen einer Mutter auf ihr Kind geheftet sind, damit es ja nicht falle, oder um es, wenn es schon gefallen ist, aufzuheben." Der heilige Bonaventura sagte, bei dem Anblicke Maria habe ihn gedünkt, als hätte er die Barmherzigkeit selbst gesehen: „Gewiß, o Frau! wenn ich dich anschaue, sehe ich nichts als Barmherzigkeit." Daher ermuntert uns der heilige Bernardus, in allen unseren Anliegen uns dieser mächtigen Fürsprecherin mit großer Zuversicht anzuempfehlen: denn ganz liebreich und huldvoll ist sie gegen jeden, der sich ihr anempfiehlt: „Warum soll sich die menschliche Gebrechlichkeit fürchten, zu Maria hinzutreten? An ihr ist nichts Strenges, nichts Abschreckendes, sie ist ganz voll Milde." Und daher wird Maria ein Ölbaum genannt: Wie ein schöner Ölbaum auf dem Felde. (Eccl 24,19) So wie aus dem Ölbaume nichts als Öl fließt, das Sinnbild der Barmherzigkeit, ebenso strömt aus den Händen Mariä nichts als Gnade und Erbarmen hervor, die sie allen jenen ausspendet, welche unter ihren Schutz fliehen. Deshalb nennt sie Dionysius, der Karthäuser mit Recht die Fürsprecherin aller zu ihr sich wendenden Sünder: „Du Fürsprecherin aller Ungerechten, die bei dir Hilfe suchen." O Gott! welchen Schmerz wird eine Seele im Augenblicke der Verdammnis fühlen, wenn sie bedenkt, wie leicht sie zu dieser Mutter der Barmherzigkeit hätte fliehen und also selig werden können; sie aber habe es leichtsinnig vernachlässigt, und nun sei keine Zeit mehr, die Sache gut zu machen!
Die seligste Jungfrau sagte einst zur heiligen Brigitta: Man heißt mich die Mutter der Barmherzigkeit, und ich bin es auch, denn Gottes Barmherzigkeit hat mich dazu auserwählt: „Ich werde von allen Mutter der Barmherzigkeit genannt, und wahrlich hat mich seine Barmherzigkeit barmherzig gemacht." (Revel. lib. 1, cap. 6) Und in Wahrheit, wer anders hat diese Fürsprecherin zu unserer Verteidigung uns gegeben als die Barmherzigkeit Gottes, weil sie uns selig haben will? „Armselig wird also jener sein, fügt Maria bei, der sich, da er doch kann, nicht zu der Barmherzigen begibt." Unglückselig wird in Ewigkeit derjenige sein, sagte sie, der, obwohl er sich in diesem Leben mir anempfehlen kann, die ich doch gegen alle so gütig und mitleidig bin, in seinem Unglücke dennoch nicht Hilfe sucht und verdammt wird.
Oder fürchten wir etwa, fragt der heilige Bonaventura, wenn wir bei Maria Hilfe suchen, sie möchte uns selbe versagen? „Nein, spricht der Heilige, denn sie kann nicht ohne Mitleid sein, und nie auch konnte sie die Armen unbefriedigt entlassen." Nein, niemals kann und niemals konnte Maria was immer für einen Armseligen, der zu ihr floh, Mitleid und Hilfe versagen. So was verträgt sich nicht mit ihrer Milde, und sie ist durchaus unfähig, solches zu tun; denn sie ist uns ja von Gott zur Königin und Mutter der Barmherzigkeit angewiesen worden; als Königin und Mutter der Barmherzigkeit ist sie zur Obsorge für die Armen verpflichtet: Du bist die Königin der Barmherzigkeit, sagt der heilige Bernardus zu ihr, und wer sind die Untertanen der Barmherzigkeit, als eben alle Armseligen?" Daher sprach dann der Heilige aus Demut noch also zu ihr: Da du also, o Gottesgebärerin! die Königin der Barmherzigkeit bist, so mußt du für mich am meisten Sorge tragen, da ich unter allen der elendeste Sünder bin. Du bist die Königin der Barmherzigkeit, und ich bin der allerelendeste Sünder, der letzte deiner Untertanen, lenke uns also, o Königin der Barmherzigkeit!" Als Mutter der Barmherzigkeit muß sie ferner Sorge tragen, ihre kranken Kinder von dem Tode zu retten, denen sie nur durch ihre Barmherzigkeit Mutter wird. Darum nennt sie der heilige Basilius ein allgemeines Krankenhaus, „ein öffentliches Hospital". Die öffentlichen Krankenhäuser sind nur für arme Kranke errichtet, und je ärmer einer ist, umsomehr hat er Anspruch, dort aufgenommen zu werden; ebenso muß Maria, nach dem Ausspruche des heiligen Basilius, die großen Sünder, die zu ihr fliehen, mit desto größerer Erbarmung und Aufmerksamkeit aufnehmen.
Laßt uns ja keinen Zweifel hegen an der Barmherzigkeit Maria. Einst hörte die heilige Brigitta den Heiland zu Maria sprechen: „Du würdest sogar dem Teufel Barmherzigkeit erweisen, wenn er dich demütig bäte." Nie zwar wird der stolze Luzifer sich herablassen, dies zu tun; würde sich aber der Elende vor dieser göttlichen Mutter demütigen und um Hilfe bitten, so würde ihn Maria wahrlich aus der Hölle durch ihre Fürbitte herausziehen. Jesus Christus wollte uns dadurch das zu verstehen geben, was Maria selbst dann zur Heiligen sagte: Wenn auch ein noch so großer Sünder zu ihr fliehe, so sehe sie nicht auf die Sünden, womit er beladen ist, sondern auf den Willen, womit er kommt; kommt er mit dem guten Willen, sich zu bessern, so nehme sie ihn gerne auf, und heile alle seine Wunden: Mag ein Mensch noch so viele Sünden auf sich haben, wenn er sich jedoch mit wahrem Verlangen nach Besserung zu mir wendet, so bin ich auf der Stelle bereit, den Rückkehrenden aufzunehmen, und ich sehe nicht an, wie viel und groß seine Sünden seien, sondern mit welchem Willen er komme. Ich werde mich nicht scheuen, seine Wunden zu salben und zu heilen, denn ich heiße und bin ja wahrhaftig die Mutter der Barmherzigkeit." Und deswegen spricht der heilige Bonaventura den Sündern Mut zu: „Seufzet zu ihr, ihr verlorenen Sünder und sie wird euch in den Hafen einführen." (In Ps 8) Arme Sünder, verzaget nur nicht, erhebet eure Augen zu Maria, und seufzet vertrauungsvoll auf die Barmherzigkeit dieser guten Mutter. Wir wollen denn also, ermahnt uns der heilige Bernardus, die verlorene Gnade suchen, und zwar durch Vermittlung Mariä: „Suchen wir nun Gnade und suchen wir sie durch Maria." (Serm. de aquaeduct.) Diese verlorene Gnade, sagt Richard vom heiligen Laurentius, hat sie wieder gefunden, daher müssen wir zu ihr uns begeben, um sie wieder zu erhalten. „Mit dem Wunsche beseelt, Gnade zu finden, wollen wir das Licht der Gnade aufsuchen." (De laud. Virg. lib. 2) Als der Erzengel Gabriel der allerseligsten Jungfrau die Botschaft von ihrer göttlichen Mutterschaft brachte, sagte er zu ihr unter anderem: Fürchte dich nicht, Maria, denn du hast Gnade gefunden. (Lk 1,30) Nun war aber Maria nie der Gnade beraubt, sie war vielmehr immer voll der Gnade: wie konnte denn der Erzengel zu ihr sagen, sie habe selbe gefunden? Hierauf antwortete der Kardinal Hugo: Maria fand sie nicht für sich, denn sie erfreute sich derselben immerdar, wohl aber für uns, da wir sie verloren hatten; daher ermahnt Hugo, wir sollen zu ihr gehen und sagen: „Frau, was man gefunden hat, muß man dem zurückstellen, der es verloren hat; diese von dir gefundene Gnade ist nicht dein, denn du hast die Gnade nie verloren; uns gehört sie, wir haben aus unserer Schuld sie verloren, folglich mußt du sie uns zurückstellen. Laufen also sollen die Sünder zur Jungfrau ; ja, zu ihr sollen sie laufen, die durch Sündigen die Gnade verloren haben, und zuversichtlich sollen sie sagen: gib uns das Unsrige zurück, denn du hast es wieder gefunden."
 
Anmutungen und Bitten
Siehe, o erhabene Gottesmutter! dir zu Füßen einen armen Sünder, der nicht einmal, sondern vielmal die göttliche Gnade verlor, die ihm dein Sohn durch sein Blut erkauft hatte. O Mutter der Barmherzigkeit! ich komme zu dir mit einer Seele voll Wunden und Geschwüre. Ach verstoß mich nicht, sondern laß um so mehr zum Mitleide dich bewegen und hilf mir. Sieh an das Vertrauen, das ich zu dir trage und verlaß mich nicht. Nicht um irdische Güter bitte ich dich, nein, ich fliehe zu dir um Gottes Gnade und um Liebe zu deinem Sohne. Meine Mutter, bitte für mich und höre nicht auf, für mich zu bitten. Die Verdienste Jesu Christi und deine Fürbitte müssen mich retten. „Deine Sache ist es, für Sünder Fürbitte einzulegen; erfülle also, du unsere Fürsprecherin!" will ich mit dem hl. Thomas von Villanova zu dir sagen, „erfülle deine Pflicht; verwalte dein Amt als Sachwalterin, empfiehl mich Gott und verteidige mich." Es gibt ja keinen Rechtsstreit, der, wäre er auch noch so verzweifelt, verloren gehen kann, wenn du die Verteidigung übernimmst. Du bist der Sünder Hoffnung, du bist meine Zuversicht! o Maria! Ich werde nicht aufhören, dir zu dienen, dich zu lieben und immer zu dir meine Zuflucht zu nehmen; aber höre auch du nicht auf mir zu helfen, besonders wenn du mich in Gefahr siehst, die Gnade Gottes wieder zu verlieren. O Maria, o erhabene Gottesmutter, erbarme dich meiner!


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Vorbereitung zum Tode — fromm leben, selig sterben
« Antwort #96 am: 24. Oktober 2017, 00:02:24 »
Vorbereitung zum Tode
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32. Betrachtung
Von dem Vertrauen auf den Schutz der allerseligsten Jungfrau Maria
 
3. Punkt
Betrachten wir drittens Maria als eine so barmherzige Fürsprecherin, daß sie nicht nur jenem hilft, der zu ihr flieht, sondern sogar die Armseligen aufsucht, um sie zu beschützen und zu erretten. Sehet, wie sie uns allen zuruft und Mut macht, alles Gute zu hoffen, wenn wir uns zu ihr wenden: „Bei mir ist alle Hoffnung des Lebens und der Stärke. Kommet her zu mir alle." (Eccl 24,25,26) Bei dieser Stelle sagt der fromme Pelbartus: Allen ruft sie zu, den Gerechten und Sündern. Der Teufel geht immer herum, warnet der hl. Petrus, und sucht, wen er verschlinge: Er geht herum und sucht, wen er verschlinge. (1 Petr 5,8) Diese göttliche Mutter aber, sagt Bernardus von Bustis, sucht, wen sie selig machen könne: „Stets geht sie umher und sucht, wen sie selig mache." (Marial. pat. 3. serm. 3) Maria ist eine Mutter der Barmherzigkeit; und die Teilnahme, die sie mit uns trägt, macht, daß sie mit uns Mitleid hat und fortwährend für unser Heil besorgt ist, gleich einer Mutter, die es nicht übers Herz bringen kann, ihre Kinder in der Gefahr des Unterganges zu erblicken und sie hilflos zu lassen. Und wer hat je, sagt der hl. Germanus, nach Jesus Christus mehr Sorge um unser Heil, als du, o Maria der Barmherzigkeit? Wer ist nach deinem Sohne um das Menschengeschlecht so sehr bekümmert, wie du? (Serm. de zona Virg.) Der hl. Bonaventura sagt: Maria sei in der Fürsorge für die Elenden so eifrig, daß sie kein größeres Verlangen zu haben scheint, als dieses. „Also bist du für die Armseligen besorgt, nur nach Werken der Barmherzigkeit scheinst du Verlangen zu haben." (Super Salve Reg.)
Ganz gewiß wird sie uns helfen, wenn wir uns zu ihr wenden und nie wird jemand von ihr verstoßen werden. „So groß ist ihre Güte", sagt Idiota, „daß niemand von ihr zurückgewiesen wird." (Praefat in Cantic.) Doch hiemit begnügt sich das mitleidige Herz Maria noch nicht, fügt Richardus vom heiligen Victor hinzu; sie kommt unseren Bitten sogar zuvor und verwendet sich für unsere Hilfe, ehe wir sie bitten: „Mit größerer Eile eilt ihr Mitleid zu Hilfe, als man sie anruft, und kommt den Anliegen der Armen zuvor." (In Cant. cap. 23) Weiters sagt der nämliche Schriftsteller: Maria sei voll der Barmherzigkeit, so zwar, daß sie beim Anblick unserer Armseligkeiten alsogleich zu Hilfe kommt und die Not irgend eines Menschen nicht ansehen kann, ohne zu helfen: Daher bist du so voll Barmherzigkeit, daß du durch die Kunde über das Elend eines Menschen betroffen, die Milch der Barmherzigkeit ergießest, und daß du von keinem Elende wissen kannst, ohne demselben zu steuern. So machte sie es, so lange sie auf dieser Welt lebte, wie wir aus dem was auf der Hochzeit zu Kana in Galiläa vorging, abnehmen können, indem sie bei Ermanglung des Weines nicht so lange abwartete, bis sie gebeten würde, sondern in Mitleid mit der Betrübnis und Beschämung jener Brautleute ihren Sohn bat, er möchte sie doch trösten und daher sagte: Sie haben keinen Wein? und - sie erlangte, daß ihr Sohn durch ein Wunder das Wasser in Wein verwandelte. Wenn! sagt der hl. Bonaventura, das Mitleid Maria mit dem Betrübten schon damals so groß war, als sie noch auf der Erde lebte, so ist ihr Mitleid gewiß noch viel größer, womit sie jetzt hilft, da sie im Himmel ist, von wo aus sie unser Elend besser erkennt und uns noch mehr bedauert: Groß war die Barmherzigkeit Mariä gegen die Elenden, als sie noch auf der Welt verbannt lebte, weit größer aber ist sie, da sie in dem Himmel herrscht. (In spect. B.A. cap. 8) Und Novarinus fügt bei: wenn Maria sich sogar ungebeten zur Hilfe so bereitwillig zeigte, um wie viel mehr wird sie den zu trösten bereit sein, der sie bittet? „Wenn sie ungebeten mit ihrer Hilfe beispringt, was wird sie erst leisten, wenn sie gebeten wird?"
Lasset uns nur nie ermangeln, in allen unseren Nöten zu dieser göttlichen Mutter zu fliehen, die sich immer bereit finden läßt, dem zu helfen, der sie bittet: „denn stets finde ich sie zur Hilfe bereit", sagt Richardus. Und Bernardinus von Bustis versichert, sie wünsche sehnlicher uns Gnaden zu erweisen, als wir von ihr zu erhalten begehren: „sie hat ein größeres Verlangen, dir Gutes zu tun und Gnade zu spenden, als du zu erhalten verlangst." (Marial. 1. Serm. 5 de Nom. MARIAE) Daher sagt er: Wenn wir zu ihr fliehen, werden wir sie immer die Hände voll Gnaden und Erbarmen finden; du wirst sie die Hände voll Barmherzigkeit und Freigebigkeit finden. So heftig ist das Verlangen, sagt der hl. Bonaventura, welches Maria hat, uns Gutes zu tun und selig zu sehen, daß sie sich für beleidiget hält, nicht nur von dem, der ihr absichtlich eine Unbild antut, sondern auch von jenen, die sie nicht um Gnaden bitten: Gegen dich, o Frau! sündigen nicht nur jene, welche dir eine Unbild antun, sondern auch diejenigen, die dich um nichts bitten. (S. Bon. in spect. Virg.) Dagegen aber behauptet der Heilige, daß jener, welcher sie anruft (es versteht sich immer, mit dem Willen, sich zu bessern), schon selig sei, daher ruft er aus: „O du Heil der dich Anrufenden, Heil desjenigen, der dich anruft!" - Wenden wir uns demnach zu dieser göttlichen Mutter und sagen wir zu ihr immer das, was dieser Heilige zu ihr sprach: „Auf dich, o Frau, habe ich gehofft, ich werde in Ewigkeit nicht zu Schanden werden." O Frau, o Mutter Gottes Maria! nein, ich werde nicht verdammt werden, denn ich habe alle meine Hoffnung auf dich gesetzt.
 
Anmutungen und Bitten
O Maria! siehe zu deinen Füßen einen elenden Gefangenen der Hölle, der dich um Barmherzigkeit anfleht. Es ist wahr, ich verdiene nichts Gutes. Du aber bist der Barmherzigkeit Mutter und Mitleid übst du auch gegen den, der es nicht verdient. Die ganze Welt nennt dich die Zuflucht und die Hoffnung der Sünder; sei also auch meine Zuflucht und meine Hoffnung. Ich bin ein verlorenes Schäflein; das ewige Wort kam aber vom Himmel hernieder und wurde dein Sohn, um die verlorenen Schäflein zu retten,und er will, daß ich mich zu dir wende und daß du mir helfest mittelst deiner Fürsprache. Heilige Maria, Mutter Gottes! bitte für uns arme Sünder. O erhabene Gottesmutter! Du bittest ja für alle, o so bitte denn auch für mich bei deinem Sohne. Sage ihm, ich sei dein Verehrer, und du seiest meine Schutzfrau. Sage ihm nur, daß ich alle meine Hoffnung auf dich gesetzt habe. Sage ihm, er möchte mir verzeihen, es reueten mich alle ihm zugefügten Beleidigungen. Sage ihm, er möchte mir um seiner Barmherzigkeit willen die heilige Beharrlichkeit verleihen. O rede mit ihm, er möchte mir die Gnade geben, ihn aus meinem ganzen Herzen lieben zu können. Sage ihm mit einem Worte, du wollest mich selig haben, er tut ja, was du von ihm verlangst. O Maria, meine Hoffnung! auf dich baue ich, habe Mitleid mit mir.
 

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Vorbereitung zum Tode — fromm leben, selig sterben
« Antwort #97 am: 27. Oktober 2017, 14:57:30 »
Vorbereitung zum Tode
oder Betrachtungen über die ewigen Wahrheiten
um fromm zu leben und selig zu sterben

vom Heiligen Alphons Maria von Liguori

 
33. Betrachtung
Liebe zu Gott „Lasset uns also Gott lieben, weil er uns zuerst geliebt hat." (1 Joh4,19)
 
1. Punkt
Betrachte vorerst, daß Gott von dir geliebt zu werden verdiene, weil er dich früher liebte, als du ihn liebtest und er vor allen der Erste war, der dich liebte: Ich war dir mit immerwährender Liebe zugetan. (Jer 31,3) Die ersten, welche auf dieser Welt dich liebten, waren deine Eltern; allein sie haben dich erst dann geliebt, nachdem du das Dasein erhieltest; doch ehe du noch warest, liebte dich schon Gott. Es war auf dieser Welt weder dein Vater, noch deine Mutter und Gott liebte dich schon; ja, es war noch nicht die Welt erschaffen und Gott liebte dich. Und wie lange schon liebte dich Gott, bevor er die Welt erschuf? Etwa tausend Jahre, etwa tausend Jahrhunderte? Zähle die Jahre und die Jahrhunderte nicht, sondern wisse, daß Gott von Ewigkeit her dich geliebt habe. Ich war mit immerwährender Liebe dir zugetan; darum habe ich dich aus Erbarmung zu mir gezogen, (ibid.) Mit einem Worte, so lange Gott - Gott ist, hat er dich stets geliebt; so lange er sich selbst liebt, liebte er auch dich. Mit Recht sagte daher jenes Jungfräulein, die hl. Agnes: „Ich habe schon einen andern Liebhaber." Als die Geschöpfe sie um ihre Liebe baten, antwortete sie: „Nein, du Welt und ihr Geschöpfe! ich kann euch meine Liebe durchaus nicht zuwenden; mein Gott hat zuerst mich geliebt, billig ist es daher, daß ich alle meine Liebe meinem Gott allein weihe."
Wohlan, mein Bruder, von Ewigkeit her liebt dich Gott, und nur aus Liebe hat er aus der Menge so vieler Menschen, die er hätte erschaffen können, dich herausgenommen, das Dasein dir gegeben und auf diese Welt dich gesetzt. Dir zu Liebe schuf er auch so viele andere Geschöpfe, damit sie dir dienen und dich an die Liebe erinnern sollten, die er zu dir trug und die du ihm schuldig bist. „Himmel und Erde", sprach der hl. Augustinus, „und alle Wesen rufen mir zu, ich solle dich lieben." Betrachtete der Heilige die Sonne, den Mond, die Sterne, die Berge, die Flüsse, so war es ihm, als rief alles ihm zu: Augustinus! liebe Gott, denn deinetwegen hat er uns erschaffen, auf daß du ihn liebest. Wenn der Abbe Rance, Stifter der Trappisten, die Hügel, die Quellen, die Blumen betrachtete, seufzte er, daß alle diese Geschöpfe ihn unter Vorwürfen an die Liebe erinnerten, die Gott zu ihm getragen habe. Die hl. Theresia klagte ebenfalls, daß die Geschöpfe ihr ihre Undankbarkeit gegen Gott vorwürfen. Hielt die hl. Maria Magdalena von Pazzis eine schöne Blume oder Frucht in der Hand, so fühlte sie ihr Herz von Liebe zu Gott wie mit einem Pfeile verwundet und sprach zu sich selbst: „Also dachte Gott von Ewigkeit her daran, diese Blume, diese Frucht für mich zu erschaffen, auf daß ich ihn liebte!"
Betrachte ferner die vorzügliche Liebe, die Gott zu dir trug, indem er in einem christlichen Lande und im Schoße der wahren Kirche dich geboren werden ließ. Wie viele werden nicht unter Götzendienern, unter Juden und Mohammedanern oder unter den Ketzern geboren und gehen elendiglich zu Grunde! Wenige nur haben das Glück, geboren zu werden, wo der wahre Glaube herrscht; und der Herr hat unter diesen wenigen dich auserwählt! O welch eine unermeßliche Gnade ist diese Gabe des Glaubens! Wie viele Millionen Personen sind der heiligen Sakramente, der Predigten, der guten Beispiele frommer Mitmenschen und aller übrigen Mittel beraubt, die in unserer wahren Kirche zu unserem sicheren Heile vorhanden sind! Und diese großen Hilfsmittel wollte Gott dir ohne irgend ein Verdienst zuwenden, und auch dann noch zuwenden, da er deine Strafwürdigkeit im voraus sah; denn als er beschloß, dich zu erschaffen und dir Gnaden zu erweisen, sah er schon die Unbilden voraus, die du ihm antun würdest.
 
Anmutungen und Bitten
O höchster Herr des Himmels und der Erde, unendliches Gut, grenzenlose Herrlichkeit! Ach, wie bist du bei deiner unaussprechlichen Liebe zu den Menschen doch so sehr von den Menschen verachtet! Und unter diesen Menschen liebtest du, mein Gott, vorzüglich mich, indem du ganz besondere Gnade mir erteiltest, die du vielen nicht verliehest; und ich - ach, ich habe dich also noch mehr verachtet, als die anderen! O Jesu, mein Heiland! ich falle dir zu Füßen, Verstoß mich nicht von deinem Angesichte. Wegen meiner übergroßen Undankbarkeit verdiente ich von dir verstoßen zu werden; doch du sagtest, du könntest einen reumütigen Sünder, der zu dir zurückkehrt, nimmermehr verstoßen: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht zurückweisen. (Joh 6,3 7) Mein Jesu, es reuet mich, dich beleidiget zu haben. Ich erkannte dich vormals nicht, nunmehr aber erkenne ich dich als meinen Herrn und meinen Erlöser, der für mich in den Tod ging, um mich selig zu machen und von mir geliebt zu werden. O mein Jesu, wann werde ich aufhören, dir undankbar zu sein? Wann werde ich anfangen, dich wahrhaft zu lieben? Siehe, jetzt in diesem Augenblicke will ich anfangen, dich mit ganzem Herzen zu lieben und niemand anderen zu lieben als dich. O unendliche Güte! könnte ich dich für alle jene anbeten und lieben, die dich nicht lieben. Ich glaube an dich, ich hoffe auf dich, ich liebe dich, dir biete ich mich ganz dar. Hilf mir mit deiner Gnade, denn du kennst meine Schwäche. Hattest du mich aber schon damals so sehr begünstigt, als ich dich noch nicht liebte und zu lieben wünschte, um wie viel mehr kann ich jetzt auf deine Barmherzigkeit bauen, da ich dich liebe und nichts anderes als dich zu lieben verlange? Mein Herr, schenke mir deine Liebe, aber eine inbrünstige Liebe, die da bewirkt, daß ich aller Geschöpfe mich entschlage; eine starke Liebe, welche mir Kraft verleiht, alle Schwierigkeiten zu überwinden, um dir wohlzugefallen; eine beständige Liehe, die zwischen mir und dir nie mehr aufhöre. O mein Jesu, ich hoffe alles von deinen Verdiensten, und ich hoffe es mittelst deiner Fürsprache, o meine süße Mutter Maria!
 

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Vorbereitung zum Tode — fromm leben, selig sterben
« Antwort #98 am: 30. Oktober 2017, 23:41:10 »
Vorbereitung zum Tode
oder Betrachtungen über die ewigen Wahrheiten
um fromm zu leben und selig zu sterben

vom Heiligen Alphons Maria von Liguori


33. Betrachtung
Liebe zu Gott
 
2. Punkt
Gott hat nicht nur so viele schöne Geschöpfe für mich erschaffen, nein, damit war er noch nicht zufrieden: er hat sich sogar selbst uns dargegeben. Er hat uns geliebt und sich selbst uns dargegeben. (Gal 2,20) Es brachte uns die verfluchte Sünde um die göttliche Gnade und um den Himmel und machte uns zu Leibeigenen der Hölle. Allein Gottes Sohn wollte zum Erstaunen des Himmels und der Natur auf die Erde kommen und Mensch werden, um uns vom ewigen Tode zu erlösen und uns die göttliche Gnade und den verlorenen Himmel wieder zu erlangen. Müßte man sich nicht hoch verwundern, wenn irgend ein weltlicher Regent um der Würmer willen zum Wurme würde? Allein wie unendlich höher muß unsere Verwunderung steigen, wenn wir bedenken, daß ein Gott den Menschen zuliebe Mensch wird? Er hat sich selbst vernichtet, indem er die Gestalt eines Knechtes annahm. Er ward anderen Menschen gleich und zog ihre Gestalt an. (Phil 2,7) Ein Gott, mit Fleisch bekleidet! Und das Wort ist Fleisch geworden. (Joh 1,14) Doch unsere Verwunderung wird noch erhöht, wenn man erwägt, was alles dieser Sohn Gottes uns zu Liebe getan und gelitten habe. Es wäre zu unserer Erlösung ein einziger Tropfen seines Blutes oder eine Träne, eine einzige Bitte hinreichend gewesen; denn seine Bitte, als die Bitte einer göttlichen Person, wäre von einem unendlichen Werte und somit genügend gewesen, die ganze Welt und unzählige Welten selig zu machen. Doch nein, sagt Chrysostomus, was genügt hätte, uns zu erlösen, genügte nicht jener unermeßlichen Liebe, die Gott zu uns trug: „Was zur Erlösung hinreichend war, genügte nicht seiner Liebe." Er wollte uns nicht nur selig machen, sondern wegen seiner übergroßen Liebe zu uns wollte er auch von uns recht innig geliebt werden; und deshalb wählte er ein Leben voll der Leiden und Verachtungen, und den bittersten Tod, um nur die grenzenlose Liebe zu erkennen zu geben, mit der er zu dir entbrannt war. Er hat sich selbst erniedriget und ist gehorsam geworden bin in den Tod, ja, bis zum Tode des Kreuzes. (Phil 2,8) O Übermaß der göttlichen Liebe, welches die gesamte Erkenntnis aller Menschen und Engel bei weitem übersteigt! Ein Übermaß, wie es auch von Moses und Elias auf dem Berge Tabor genannt wurde, als sie vom Leiden Jesu Christi sprachen: Und sie redeten von seinem Übermaße, das er zu Jerusalem vollenden würde. (Lk 9,31) „Ein Übermaß des Schmerzes, ein Übermaß der Liebe!" sagt der heilige Bonaventura. Wäre der Erlöser nicht Gott gewesen, sondern nur einer von unseren Freunden und Verwandten, hätte er uns wohl einen größeren Beweis von seiner Liebe geben können, als den, daß er für uns starb? Niemand hat eine größere Liebe als diese, daß er sein Leben für seine Freunde gibt. (Joh 15,13)
Hätte der Sohn seinen eigenen Vater selig machen müssen, was hätte er aus Liebe zu ihm wohl mehr tun können? Wärest du, mein Bruder, Gott gewesen und der Schöpfer Jesu Christi, was hätte er für dich anderes tun können, als das Leben in einem Meere von Verachtungen und Schmerzen aufopfern? Hätte der geringste Mensch in der Welt das für dich getan, was Jesus Christus tat, könntest du wohl leben, ohne ihn zu lieben? Und was sagst du zu allen diesen? Glaubst du an die Menschwerdung und an den Tod Jesu Christi? Ja, du glaubst und liebst ihn doch nicht? Du kannst dich noch entschließen, etwas anderes zu lieben, als Jesum Christum? Zweifelst du etwa, ob er dich liebe? Er kam, sagt der heilige Augustinus, zu diesem Ende auf die Welt, um für dich zu leiden und zu sterben, und dadurch dir jene unermeßliche Liebe zu erkennen zu geben, die er zu dir trägt: „Deshalb ist Christus gekommen, damit der Mensch erkenne, wie sehr ihn Gott liebe." Vor der Menschwerdung hätte der Mensch noch zweifeln können, ob Gott ihn zärtlich liebe; wie sollte man aber nun nach der Menschwerdung und nach dem Tode Jesu Christi noch irgend einen Zweifel daran hegen können? Fürwahr, auf keine Weise hätte er uns die große Zärtlichkeit seiner Liebe besser an den Tag legen können, als dadurch, daß er sein göttliches Leben für uns opferte. Allein leider ist unser Ohr gewohnt, von Schöpfung, Erlösung, von einem Gott in der Krippe, von einem Gott auf dem Kreuzesholze reden zu hören, und weil sie daran gewohnt, bleiben wir dabei kalt und gefühllos. O heiliger Glaube, erleuchte uns doch!
 
Anmutungen und Bitten
O mein Jesu! du hast nicht mehr tun können, um mich in die Notwendigkeit zu versetzen, und ich sehe wohl, daß ich durch meinen Undank dich zwinge, mich zu verlassen. Deine Geduld sei immer gepriesen, die mich so lange ertrug. Fürwahr, ich verdiente eine für mich eigens geschaffene Hölle; doch dein Tod gibt mir Hoffnung. Ach, gib mir Licht, auf daß ich erkenne, wie sehr du, o unendliches Gut! geliebt zu werden verdienest und wie streng ich verbunden bin, dich zu lieben. Wohl wußte ich, daß du, mein Jesu, für mich gestorben bist, und wie konnte ich dennoch, o Gott! so viele Jahre deiner uneingedenk leben? O daß ich die verflossenen Jahre von Neuem wieder durchleben könnte, ich würde sie alle dir, meinem Herrn, weihen! Allein die verflossenen Jahre kehren nicht wieder; ach gib doch, daß ich wenigstens mein übriges Leben ganz in Liebe zu dir, und zu deinem Wohlgefallen zubringe. Mein teurer Erlöser! ich liebe dich aus ganzem Herzen; aber vermehre du diese Liebe in mir, und lasse mich gegen dich nicht mehr undankbar werden. Nein, nimmermehr will ich den Erleuchtungen widerstehen, die du mir schenkst. Du verlangst von mir geliebt zu werden; und ich verlange, dich zu lieben. Und wen anders sollte ich wohl lieben, als einen Gott, der eine unendliche Schönheit, eine unendliche Güte ist? - einen Gott, der für mich gestorben ist? - einen Gott, der mit Geduld mich ertragen hat, - der, wie ich es verdiente, die Strafen in Gnaden und Gunstbezeigungen umwandelte! - Ja, ich liebe dich, o unendlicher Liebe würdiger Gott! und ich seufze, und verlange nach nichts anderem, als ganz mit der Liebe zu dir beschäftiget zu leben, uneingedenk alles dessen, was nicht du bist. O unendliche Liebe meines Herrn! hilf einer Seele, welche sich sehnt, ganz dein zu sein. — O große Mutter Gottes, Maria! bewirke durch deine Fürbitte, daß er mich ganz zu seinem Eigentume mache.
 

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Vorbereitung zum Tode — fromm leben, selig sterben
« Antwort #99 am: 02. November 2017, 17:19:41 »
Vorbereitung zum Tode
oder Betrachtungen über die ewigen Wahrheiten
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33. Betrachtung
Liebe zu Gott
 
3. Punkt
Noch höher steigt unser Erstaunen, wenn wir das Verlangen betrachten, das Jesus Christus hatte, für uns zu leiden und zu sterben: Ich muss mit einer Taufe getauft werden, so sprach er, als er lebte, und wie werde ich geängstigt, bis es vollbracht werde. (Lk 12,50) Ich muß mit der Taufe meines eigenen Blutes getauft werden, und sterbe fast vor Sehnsucht nach meinem Leiden und Tod, damit der Mensch bald die Liebe erkenne, die ich zu ihm trage. Deshalb sagte er auch in der Nacht vor seinem Leiden: Es hat mich herzlich verlangt, dies Osterlamm mit euch zu essen. (Lk 22,15) Es scheint also, sagt hier der heilige Basilius von Seleucia, daß unser Gott in der Liebe zu den Menschen sich nicht sättigen könne: „Gott kann in der Liebe zu den Menschen nicht satt werden." (S. Bas. cap. 416)
Ach mein Jesu! die Menschen lieben dich nicht, weil sie nicht bedenken, welche Liebe du zu ihnen getragen hast. O Gott! Wie ist es doch möglich, daß eine Seele, welche bedenkt, daß ein Gott aus Liebe zu ihr gestorben, und mit so großer Sehnsucht gestorben ist, um ihr seine Liebe zu ihr zu beweisen, noch leben könne, ohne ihn wieder zu lieben? Die Liebe Christi drängt uns. (2 Kor 5,14) Der heilige Paulus will hier sagen: nicht so sehr dasjenige, was Jesus Christus getan und gelitten hat, sondern vielmehr die Liebe, mit welcher er für uns litt, verbinde uns, und tue uns sozusagen Gewalt an, ihn wieder zu lieben. Dies erwägend, rief der heilige Laurentius Justinianus aus: „Aus Übermaß der Liebe sehen wir hier den Weisen zum Toren werden." Wir sehen einen Gott, der aus übergroßer Liebe zu uns töricht geworden ist. Und wer könnte es wohl glauben, wenn nicht der heilige Glaube uns dessen versicherte, daß der Schöpfer für seine Geschöpfe habe sterben wollen! Als einst die heilige Maria Magdalena von Pazzis in einer Entzückung ein Bildnis des Gekreuzigten in den Händen hielt, nannte sie Jesum Christum ebenfalls einen Toren der Liebe, indem sie ausrief: „Ja, mein Jesus, du bist wahrhaft vor Liebe töricht." Auf gleiche Weise äußerten sich schon die Heiden, da man ihnen von dem Tode Jesu Christi predigte; sie hielten ihn für eine Torheit, die man nie glauben könnte, wie uns der Apostel bezeugt: Wir verkünden Christum den Gekreuzigten, den Juden zwar ein Ärgernis, den Heiden aber eine Torheit. (1 Kor 1,23) Und wie konnte wohl, meinten sie, ein Gott, der schon an und für sich selbst höchst glücklich ist, und keines Menschen bedarf, auf die Welt herniederkommen, ein Mensch werden und aus Liebe zu den Menschen, seinen Geschöpfen, sterben? Das wäre ja ebensoviel, als wenn man glauben würde, daß ein Gott der Menschen wegen töricht geworden wäre. Und dennoch ist es so; es ist eine Glaubenssache, daß Jesus Christus, der wahre Sohn Gottes, sich aus Liebe zu uns in den Tod hingegeben habe. Er hat uns geliebt, und sich selbst für uns dargegeben. (Eph 5,2)
Und warum hat er dies getan? Er tat es, damit wir nicht mehr der Welt, sondern dem Herrn, der für uns sterben wollte, lebten. Christus ist für alle gestorben, damit sie zwar leben, doch nicht sich leben, sondern dem, der für sie gestorben ist. (2 Kor 5,15) Er tat es, damit er durch die Liebe, die er uns bewies, alle Neigungen unserer Herzen gewinne: Denn darum ist Christus gestorben und auferstanden, daß er über die Toten und Lebenden herrsche. (Röm 14,9) Daher hielten es die Heiligen, wenn sie den Tod Jesu Christi betrachteten, für ein Geringes, ihr Leben aus Liebe eines so liebenden Gottes hinzugeben. Wie viele Vornehme, wie viele Fürsten haben Verwandte, Reichtümer, Vaterland und sogar ihre Königreiche verlassen, sich in ein Kloster verschlossen, um nur der Liebe Jesu Christi zu leben! Wie viele Blutzeugen opferten ihm ihr Leben! Wie viele zarte Jungfrauen entsagten der Verbindung mit den vornehmsten Staatsmännern und gingen freudig jubelnd in den Tod, um die Liebe eines um ihretwillen gestorbenen Gottes wenigstens zum Teil zu vergelten! Und du, mein Bruder, was hast du bisher aus Liebe zu Jesu Christo getan? Gleichwie er für die Heiligen gestorben ist, für den heiligen Laurentius, für die heilige Lucia, für die heilige Agnes, ebenso ist er auch für dich gestorben. Was denkst du zu tun, wenigstens in deinem übrigen Leben, welches Gott dir darum fristet, auf daß du ihn liebest? Betrachte wenigstens von heute an oftmals das Bildnis des gekreuzigten Gottes und erinnere dich bei diesem Anschauen an die Liebe, die er zu dir trug, und sprich bei dir selbst: Du hast also, o mein Gott! sterben wollen für mich? Tue wenigstens dieses, und tue es oft; denn machst du es also, so wirst du dich auf liebliche Weise gezwungen fühlen, einen Gott zu lieben, der dich so sehr geliebt hat.
 
Anmutungen und Bitten
Ach mein lieber Erlöser! es ist wahr, ich habe dich nicht geliebt, denn ich dachte nicht an die Liebe, die du zu mir getragen hast! Ach mein Jesu, ich war allzu undankbar gegen dich! Du gabst für mich dein Leben durch den allerbittersten Tod hin, und ich konnte gegen dich so unerkenntlich sein, daß ich nicht einmal daran denken wollte? Ach, verzeihe mir! Ich verspreche dir, du meine gekreuzigte Liebe, sollst von nun an der einzige Gegenstand meiner Gedanken und aller meiner Anmutungen sein. Und bietet mir der Teufel oder die Welt einen verbotenen Apfel dar, so erinnere mich, mein geliebter Erretter, an die Leiden, die du mir zu Liebe ausgestanden hast, damit ich nicht aufhöre, dich zu lieben, und dich nicht mehr beleidige! Ach, hätte einer meiner Knechte das für mich getan, was du für mich tatest, auf keinen Fall würde ich es wagen, ihn zu beleidigen! Und ich konnte es wagen, dir, der du für mich gestorben bist, so oft den Rücken zu kehren ? O schöne Flammen der Liebe, die ihr einen Gott dazu vermochtet, für mich das Leben zu geben! o kehret auch bei mir ein, entzündet in mir, erfüllet mich ganz mit Liebe und vernichtet alle Neigungen zu den erschaffenen Dingen in mir. Ach mein Erlöser! wie ist es doch möglich, daß ich dich in der Krippe zu Bethlehem oder am Kreuze auf Kalvaria oder im heiligsten Sakramente auf den Altären sehe und dich nicht über alles liebe? Mein Jesu! ja ich liebe dich ich liebe dich aus ganzer Seele. In den mir übrigen Lebensjahren sollst du mein einziges Gut, meine einzige Liebe sein. Genug der unglücklichen Jahre, die ich Unglückseliger in Vergessenheit an die Leiden und deiner Liebe dahinlebte! Von heute an ergebe ich mich dir ganz und gar, und weiß ich nicht recht, wie ich mich dir ergeben sollte, so nimm du mich hin, und beherrsche mein Herz ganz und gar. Zukomme uns dein Reich. Es soll von nun an niemandem dienen als dir, von nichts reden, als von dir, an nichts anderes denken, nach nichts anderem seufzen, als nach deiner Liebe und deinem Wohlgefallen. Stehe mir nur immer mit deiner Gnade bei, damit ich dir treu bleibe. Ich baue auf deine Verdienste, o mein Jesu. — O Mutter der schönen Liebe! laß mich recht innig lieben diesen deinen Sohn, der so liebenswürdig ist, und so sehr mich geliebt hat.
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