Autor Thema: Vorbereitung zum Tode — fromm leben, selig sterben  (Gelesen 1796 mal)

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Offline geringstes Rädchen

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5. Betrachtung, Punkt 3
« Antwort #15 am: 27. Dezember 2016, 13:59:02 »
Vorbereitung zum Tode
oder Betrachtungen über die ewigen Wahrheiten
um fromm zu leben und selig zu sterben

vom Heiligen Alphons Maria von Liguori


5. Betrachtung
Ungewißheit der Stunde des Todes
 
3. Punkt
Seid bereit. - Der Herr sagt nicht, wir sollen dann erst uns vorbereiten, wenn der Tod schon vor der Tür ist: denn dann sollen wir schon bereitet sein. Wann der Tod kommt, dann wird es bei diesem Sturme und bei dieser Verwirrung fast unmöglich sein, ein verwirrtes Gewissen zurecht zu bringen. So spricht die Vernunft, so drohet Gott, der da sagt, daß er alsdann nicht kommen werde, zu verzeihen, sondern sich zu rächen wegen der Verachtung gegen seine Gnaden: Die Rache ist mein, ich will vergelten. (Röm 12, 19) Eine gerechte Bestrafung wird es, sagt der heilige Augustinus, für jenen sein: da er es konnte, wollte er sich nicht retten, so er dann, wenn er es wollen wird, nicht mehr im Stande sein.

„Eine gerechte Strafe ist es, daß man jenem, der recht handeln konnte und nicht wollte, es nicht zuläßt zu vermögen, da er es will." (Lib. 3 de lib. arbitr.) Allein, es dürfte jemand sagen: Wer weiß es, vielleicht bekehre und rette ich mich alsdann? - Würdest du dich wohl in einen Brunnen stürzen und sagen: wer weiß es, es kann sein, daß ich, wenn ich mich hineinstürze, am Leben bleibe und nicht sterbe? O Gott, was soll das heißen? So wie die Sünde den Verstand verblendet, so bringt sie auch um die Vernunft. Geht es den Leib an, so sprechen die Leute wie Gelehrte; handelt es sich aber um die Seele, so reden sie wie Narren. Mein Bruder, wer weiß, ob nicht diese Wahrheit, die du ließest, die letzte Warnung ist, die Gott an dich ergehen läßt? Wohlan! wir wollen uns sogleich zum Tode vorbereiten, auf daß er uns nicht unversehens dahinraffe. Der Herr verbirgt uns den letzten Lebenstag, sagt der heilige Augustinus, damit wir an jedem Tage zu sterben bereit seien: „Der letzte Tag ist verborgen, damit man jeden Tag in acht nehme". (Hom 3) Der heilige Paulus ermahnet uns, wir sollen stets darauf bedacht sein, uns zu retten, und uns nicht nur fürchten, sondern auch zittern: Wirket euer Heil mit Furcht und Zittern. (Phil 2,12) Es erzählt der heilige Antonius, ein König von Sizilien habe einen Untertan, um ihm die Furcht begreiflich zu machen, mit der er auf dem Throne säße, an seiner Tafel sitzen lassen, mit einem an einem Faden hängenden Schwerte über dessen Kopfe, so daß dieser, indem er so saß, kaum ein bißchen Speise nehmen konnte. Wir alle sind in gleicher Gefahr; denn alle Augenblicke kann das Todesschwert, von dem unser ewiges Heil abhängt, auf uns fallen.

- Es handelt sich um eine Ewigkeit! Der Bäum mag gegen Mittag oder gegen Mitternacht fallen: wohin er fällt, da wird er bleiben. (Eccl. 11,3) Befinden wir uns im Augenblicke des Todes in der Gnade Gottes: o, wie fröhlich wird dann die Seele sein, wenn sie sagen kann: ich habe alles in Sicherheit; nun kann ich Gott nicht mehr verlieren, immer werde ich glücklich sein. Trifft aber der Tod die Seele im Stande der Sünde, o, wie verzweiflungsvoll ist dann ihre Sprache: „Also irrten wir! Also habe ich geirrt und für meinen Irrtum wird in alle Ewigkeit keine Abhilfe sein!" - Dies befürchtend, sagte der ehrwürdige M. Avila, Spaniens Apostel, als man ihm den Tod ankündete: O hätte ich noch ein wenig Zeit, um mich zum Sterben zu bereiten! Ein Einsiedler, der nach einer vieljährigen Buße starb, ließ doch dem Abte Agathon sagen: Wie wird es mir ergehen? Wer weiß die Urteile Gottes? Der heilige Arsenius zitterte im Tode und, von seinen Schülern gefragt, warum er zittere, antwortete er: „Diese Furcht, meine Kinder, ist mir nicht neu: all meine Lebtage hatte ich sie".

Mehr als alle zitterte der heilige Job, indem er sagte: Was soll ich tun, wenn Gott zum Gerichte sich erhebt und wenn er Rechenschaft fordert, was soll ich ihm antworten?
 
Anmutungen und Bitten
Ach mein Gott! wo hatte ich jemals einen Freund, der mich mehr geliebt hätte als du? Und wen habe ich wohl mehr verachtet als dich ? O Blut, o Wunden Jesu! ihr seid meine Hoffnung. Ewiger Vater! Sieh nicht auf meine Sünden, schaue auf die Wundmale Jesu Christi, siehe deinen Sohn an, der aus Schmerz für mich stirbt, und dich um Verzeihung für mich bittet. Es reuet mich, o mein Schöpfer! dich beleidiget zu haben, es schmerzt mich über alles Übel. Du hast mich erschaffen, auf daß ich dich liebte; ich aber lebte, als hättest du mich erschaffen, um dich zu beleidigen. Um der Liebe Jesu Christi willen verzeihe, und gib mir die Gnade, dich zu lieben. Vorher widersetzte ich mich deinem Willen, jetzt will ich nicht mehr widerstehen: was du mir befiehlst, will ich tun. Du gebietest mir, die dir angetanen Beschimpfungen zu verfluchen: ich verfluche sie mit ganzem Herzen. Du heißest mich den Entschluß fassen, tausendmal lieber das Leben als deine Gnade zu verlieren; du gibst mir das Gebot, dich von ganzem Herzen zu lieben: ja ich liebe dich von meinem ganzen Herzen, und will nichts, als dich lieben: du sollst von heute an mein einziger Geliebte, meine einzige Liebe sein. Von dir verlange und hoffe ich die heilige Beharrlichkeit.

Um der Liebe Jesu Christi willen mache, daß ich dir getreu sei, und daß ich mit dem heiligen Bonaventura stets sage: „Einer ist mein Geliebter, Einer meine Liebe!" Nein, ich will, daß mein Leben nicht mehr dazu diene, dich zu beleidigen; ich will, daß es mir nur dazu diene, die dir zugefügten Beleidigungen zu beweinen und dich immer zu lieben.   —  Maria, meine Mutter, du bittest für alle, die sich dir anempfehlen, o bitte Jesum auch für mich!
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6. Betrachtung, Punkt 1
« Antwort #16 am: 28. Dezember 2016, 11:35:35 »
Vorbereitung zum Tode
oder Betrachtungen über die ewigen Wahrheiten
um fromm zu leben und selig zu sterben

vom Heiligen Alphons Maria von Liguori



6. Betrachtung
Tod des Sünders
„Wenn die Bedrängnis über sie kommt, werden sie den Frieden suchen und ihn nicht finden: dann wird Schrecken über Schrecken kommen."
(Ez 7,25)
 
1. Punkt
Jetzt schlagen die Sünder die Erinnerung und den Gedanken an den Tod sich aus dem Sinne und suchen so Frieden zu finden, obwohl sie ihn, solange sie in der Sünde leben, nicht finden. - Sind sie aber in Todesängsten und ganz nahe daran, in die Ewigkeit zu gehen, kommt Bedrängnis über sie: so werden sie auch den Frieden suchen und nicht finden, und alsdann können sie der Pein ihres bösen Gewissens nicht entgehen. Ruhe werden sie suchen; doch welche Ruhe kann eine Seele finden, welche sich mit Schulden belastet findet, die sie zernagen werden, wie ebensoviele Ottern! Welche Ruhe, wenn sie bedenken, daß sie über wenige Augenblicke vor Jesus Christus erscheinen müssen, dessen Gebote und Freundschaft sie bisher verachteten? Dann wird Schrecken über Schrecken kommen. Die schon erhaltene Ankündigung des Todes; der Gedanke, von allem in der Welt Abschied nehmen zu müssen; die Gewissensbisse; die verlorene Zeit; die Kürze der Zeit; die Strenge des göttlichen Gerichtes; die unglückliche auf den Sünder wartende Ewigkeit: dies alles wird einen fürchterlichen Sturm erregen, das Mißtrauen vermehren, und so wird der Sterbende verwirrt und hoffnungslos ins andere Leben schreiten. Abraham hoffte mit großem Verdienste gegen alle menschliche Hoffnung auf Gott, indem er dem göttlichen Versprechen glaubte: er hat wider alle Hoffnung gehofft und geglaubt. (Röm 4,18) Allein die Sünder hoffen zu ihrer großen Strafe und fälschlich zu ihrem Verderben nicht nur gegen die Hoffnung, sondern auch gegen den Glauben; denn sie verachten auch die Drohungen, welche Gott den Hartnäckigen macht. Sie haben Furcht vor dem Tode, doch fürchten sie sich nicht, ein schlechtes Leben zu führen. Wer aber gibt ihnen die Versicherung, daß sie nicht vom Blitze getroffen, durch Gift oder Blutsturz plötzlich dahin sterben? Und hätten sie auch Zeit zur Besserung, wer versichert sie, daß sie sich wahrhaft bekehren werden? Der heilige Augustinus hatte zwölf Jahre zu kämpfen, um seine bösen Gewohnheiten zu überwinden: wie wird nun ein Sterbender, welcher immer beschmutzten Gewissens war, in Mitte seiner Schmerzen, bei den Betäubungen des Kopfes und der Verwirrung des Todes so leicht sich wahrhaft bekehren? Ich sage „wahrhaft"; denn zu jener Zeit genügt es nicht, es nur zu sagen und zu versprechen, sondern man muß es sagen und versprechen mit dem Herzen. O Gott! von welchen Schrecken wird dazumal der arme Kranke, der um sein Gewissen sorglos war, ergriffen und verwirrt werden, wenn er sich von den Sünden und von Furcht vor dem Gerichte, der Hölle und Ewigkeit darnieder gedrückt sieht! In welche Verwirrung werden ihn diese Gedanken bringen, wenn er den Verstand verlieren, verfinsterten Sinnes von den Schmerzen des schon nahen Todes angefallen werden wird!

Er wird beichten, er wird versprechen, er wird weinen, er wird zu Gott um Barmherzigkeit flehen, ohne sich recht bewußt zu sein. Und während dieses Sturmes von Verwirrung, von Gewissensbissen, Angst und Schrecken wird er in das ewige Leben übergehen: Es wird ein Aufruhr unter den Völkern entstehen, und sie werden durchdringen. (Job 34,20) Mit Recht sagt ein Schriftsteller: Das Weinen und Versprechen des sterbenden Sünders ist geradeso, wie das Weinen und Versprechen eines solchen, der sich von seinem Feinde angegriffen sieht, welcher ihm den Dolch an die Brust setzt, um ihn ums Leben zu bringen.
 
Anmutungen und Bitten
O Wunden Jesu, ihr seid meine Hoffnung! Ich würde an der Verzeihung meiner Sünden und an meinem ewigen Heile verzweifeln, wenn ich nicht auf euch schauen würde, ihr Quellen der Barmherzigkeit und Gnade, welche Gott dazu vermochten, all sein Blut zu vergießen, um meine Seele von so vielen gemachten Schulden zu waschen. Ich liebe euch demnach, o heilige Wunden! und vertraue auf euch. Ich verfluche tausendmal und vermaledeie jene unerlaubten Vergnügen, wegen welcher ich meinen Erlöser beleidiget und auf elende Weise seine Freundschaft verloren habe. Indem ich also auf dich hinsehe, will ich all meine Hoffnung und meine Zuneigung dir zuwenden. Ach mein Erlöser! gib nicht zu, daß ich ferners dich beleidige und verdammt werde! O Gott! welche Qual wäre in der Hölle für mich der Anblick deines Blutes, deiner so großen Barmherzigkeit, die du gegen mich übtest! Ich liebe dich und verlange dich immerdar zu lieben. Gib mir die heilige Beharrlichkeit. Reiß mein Herz los von jeder Liebe, die nicht zu dir gerichtet ist, und begründe in mir ein aufrichtiges Verlangen und einen wahren Entschluß, von nun an nur dich, mein höchstes Gut zu lieben. - O Maria, meine Mutter, ziehe mich zu Gott und mache, daß ich, ehevor ich sterbe, ganz sein Eigentum werde.

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6. Betrachtung, Punkt 2
« Antwort #17 am: 29. Dezember 2016, 17:36:29 »
Vorbereitung zum Tode
oder Betrachtungen über die ewigen Wahrheiten
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vom Heiligen Alphons Maria von Liguori


6. Betrachtung
Tod des Sünders
 
2. Punkt
Nicht bloß eine, sondern mehrere und viele Ängsten wird der sterbende Sünder haben. Einerseits werden ihn die bösen Geister quälen. Beim Tode bieten diese fürchterlichen Feinde alle Gewalt auf, um die Seele zu Grunde zu richten, da sie im Begriffe steht, aus diesem Leben zu scheiden. - Sie wissen es, daß ihnen wenig Zeit übrig bleibt, um sie zu gewinnen, und daß sie, wenn sie selbe jetzt verlieren, sie für immer verlieren. Der Teufel kommt zu euch mit einem großen Zorne herauf, weil er weiß, daß er wenig Zeit hat. (Offb 12,12) Und nicht bloß ein einziger Teufel wird er sein, der dann versuchen wird, sondern unzählige, die den Sterbenden umgeben werden, damit er zu Grunde gehe. Ihre Häuser werden voll Drachen sein. (Jes 13,21) Der eine wird zu ihm sagen: Fürchte dich nicht, du wirst gesund werden. Der andere wird sagen: Wie, du warst so viele Jahre hindurch taub gegen die Stimme Gottes, und jetzt soll er deiner sich erbarmen? Ein dritter wird sagen: Wie kannst du jetzt machen, daß jener Schaden, den du andern zufügtest, der gute Namen, um den du manchen brachtest, wieder gutgemacht werde?

Andererseits wird man den Sterbenden von seinen Sünden umgeben sehen. „Der ungerechte Mann wird vom Unheil zu seinem Untergange überfallen werden. (Ps 139,12) Seine Sünden werden ihn, sagt der heilige Bernardus, wie ebensoviele Häscher ergreifen, festhalten und zu ihm sagen: Wir sind deine Werke, wir werden dich nicht verlassen. Wir sind dein Anteil, wir wollen dich nicht verlassen, wir werden dich ins andere Leben geleiten und uns mit dir dem ewigen Richter vorstellen. Der Sterbende wird sich zwar von diesen Feinden losmachen wollen; um sich aber davon loszumachen, wäre vonnöten, sie zu hassen, und sich vom Herzen zu Gott zu bekehren; allein der Verstand ist verfinstert, das Herz verhärtet: (Eccl 3,27) Das Herz, sagt der heilige Bernardus, welches zu Lebzeiten hartnäckig war, wird sich anstrengen, um aus dem Stande der Verwirrung zu kommen; allein es wird nicht davon loswerden, und von seiner Bosheit unterdrückt wird es im nämlichen Zustande das Leben beschließen. Weil der Sünder bisher die Sünde liebte, liebte er zugleich die Gefahr seiner Verdammung; billigerweise also wird es der Herr zugeben, daß er in jener Gefahr umkomme, in der er bis zum Tode leben wollte. Der heilige Augustinus sagt: wen die Sünde verläßt, ehe er sie verläßt, der wird sie schwerlich verabscheuen, wie sich's gebührt; denn damals wird das, was er tun wird, gezwungen geschehen. „Wer von der Sünde verlassen wird, bevor er sie verläßt, verachtet sie nicht freiwillig, sondern nur notgedrungen."

Elend ist also der Sünder, welcher hartnäckig ist und dem göttlichen Zurufen widersteht. Sein Herz wird wie ein Stein hart werden und so fest wie der Amboss eines Schmiedes sein. (Job 41, 15) Er, der Undankbare - wird, anstatt sich auf die Stimme Gottes hin zu ergeben und zu erweichen, desto verhärteter, so wie der Amboss durch die Schläge des Hammers härter wird. Zur Strafe dafür wird er auch im Tode so sein, wenn er schon im Begriffe steht, in die Ewigkeit überzugehen. Ein hartes Herz wird er am letzten Tage haben.

Die Sünder, sagt der Herr, haben aus Liebe zu den Geschöpfen mir den Rücken zugekehrt; sie haben mir den Rücken und nicht das Angesicht zugekehrt und sie werden zur Zeit ihrer Trübseligkeit sagen: Stehe auf und rette uns. - Wo sind deine Götter, die du dir gemacht hast? Lasse sie aufstehen und dich retten. (Jer 2,27) Die Elenden werden sich im Tode zu Gott wenden und Gott wird zu ihnen sagen: Kommt ihr jetzt zu mir? Rufet die Geschöpfe nun zu Hilfe, denn diese waren eure Götter. Also wird der Herr sprechen, denn sie werden bei ihm Zuflucht nehmen, aber ohne rechten Ernst sich zu bekehren. Der heilige Hieronymus sagt, er halte es fast für gewiß und er habe es aus Erfahrung gelernt, daß nie einer ein gutes Ende haben wird, der bis zum Ende ein schlechtes Leben führte: „Das halte ich dafür, das lernte ich durch vielfältige Erfahrung, daß jener kein gutes Ende hat, der einen schlechten Lebenswandel führte". (In ep. Eus. ad Dam.)
 
Anmutungen und Bitten
Mein geliebter Heiland! hilf mir, verlasse mich nicht. Ich sehe meine Seele von Sünden ganz verwundet; die Leidenschaften, die bösen Gewohnheiten drücken mich zu Boden; ich werfe mich dir zu Füßen, habe Erbarmen mit mir. Auf dich, o Herr! habe ich gehofft, ich werde ewig nicht zu Schanden werden. Lasse meine Seele nicht zu Grunde gehen, die auf dich vertraut. „ Übergib nicht die auf dich vertrauende Seele den Bestien!" Es reuet mich, dich beleidigt zu haben. Ich habe böse gehandelt.

Ich bekenne es; ich will mich bessern, mag es kosten, was es wolle; wenn du aber mit deiner Gnade mir nicht zu Hilfe kommst, bin ich verloren. Nimm auf, o Jesu! diesen Anführer, der dich so beschimpft hat. Bedenke, daß ich dir Blut und Leben kostete. Nimm mich also um der Verdienste deines Leidens und Sterbens willen in deine Arme auf und gib mir die heilige Beharrlichkeit. Ich war verloren, du hast mich gerufen, siehe, ich will nicht mehr widerstehen; dir weihe ich mich; binde mich mit den Banden deiner Liebe und laß nicht zu, daß ich dich neuerdings durch Verlust deiner Gnade verliere. Mein Jesu! gib es nicht zu. - Maria, meine Königin! gestatte dies nicht; erlange mir den Tod und lieber tausend Tode, als daß ich die Gnade deines Sohnes wieder verlieren sollte.

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6. Betrachtung, Punkt 3
« Antwort #18 am: 30. Dezember 2016, 19:23:48 »
Vorbereitung zum Tode
oder Betrachtungen über die ewigen Wahrheiten
um fromm zu leben und selig zu sterben

vom Heiligen Alphons Maria von Liguori


6. Betrachtung
Tod des Sünders
 
3. Punkt
O wichtige Sache! Gott bedroht die Sünder so oft mit einem bösen Tode. Alsdann werden sie mich anrufen; ich werde sie aber nicht erhören. (Spr 1,19) Wird Gott sein Geschrei erhören, wenn Angst über ihn kommt? (Job 27,6) Ich will zu eurem Untergange lachen und eurer spotten. (Das Lachen Gottes heißt so viel, als sich nicht erbarmen wollen. S. Greg.) Mein ist die Rache und ich will vergelten zu seiner Zeit, auf dass ihr Fuß wanke. (Dtn 32,35)

Und in so vielen anderen Stellen droht er ihnen - und die Sünder leben so ruhig und sicher dahin, als hätte ihnen Gott für die Sterbezeit die Verzeihung und den Himmel ganz gewiß versprochen! Es ist wahr, in was immer für einer Stunde der Sünder sich bekehrt, hat ihm Gott Vergebung verheißen; allein er sagte nicht, daß sich der Sünder im Tode bekehren würde, er beteuerte vielmehr öfters, wer in der Sünde lebt, werde in der Sünde sterben. - Ihr werdet in eurer Sünde sterben. (Joh 8,21) Sterben werdet ihr in euren Sünden. (Joh 8,24) Er sagte, wer ihn erst im Tode suchen wird, werde ihn nicht finden. Ihr werdet mich suchen und nicht finden. (Joh. 7, 34) Daher muß man Gott aufsuchen, wenn man ihn auffinden kann: Suchet den Herrn, da man ihn finden kann. (Jes 55,6) Jawohl; denn es wird eine Zeit geben, wo man ihn nicht wird finden können. Arme Sünder! arme Blinde! die ihr es auf die Sterbestunde verschiebet, euch zu bekehren, wo nicht mehr Zeit sein wird zur Bekehrung! Oleaster sagt: Nie lernten die Gottlosen Gutes tun, außer wenn es nicht mehr Zeit ist, Gutes zu tun. Alle will Gott retten; doch die Hartnäckigen straft er!

Wenn irgend ein Elender, der in der Sünde sich befindet, vom Schlagflusse getroffen, der Sinne beraubt würde, welches Mitleiden würde er in allen rege machen, da sie ihn ohne Sakramente und ohne Zeichen von Reue sterben sehen! Und wie froh wäre dann jeder, wenn jener wieder zu sich kommen, um die Lossprechung bitten und Akte der Reue machen würde! Ist der aber nicht töricht, welcher, obwohl er Zeit hat es zu tun, immer im Stande der Sünde verbleibt! Oder wird wohl der, welcher im Sündigen fortfährt ungeachtet der Todesgefahr, im Tode sich wirklich ändern? Ist es nicht furchtbar, jemand jählings sterben zu sehen? und begeben sich nicht dennoch so viele freiwillig in die Gefahr eines solchen Todes, eines Todes in der Sünde!

Ein Gewicht und eine Waage sind des Herrn Gerichte. (Spr 16,11) Wir berechnen nicht die Gnaden, die der Herr uns erweist; der Herr aber führt Rechnung darüber und wiegt sie, und wenn er sie bis auf eine gewisse Zeit gering geschätzt sieht, so überläßt er den Sünder seinen Sünden und läßt ihn so sterben. O wie armselig ist jener, der die Buße bis auf den Tod verschiebt! „Die Buße, die von einem Kranken verlangt wird, ist krank!" sagt der heilige Augustinus. (Sermo 57, de temp.) Der heilige Hieronymus sagt:

„Von hunderttausend Sündern, die bis zum Tode in der Sünde verbleiben, wird kaum Einer selig werden; von Hunderttausenden, deren Leben schlecht war, verdient kaum ein einziger von Gott die Verzeihung". (S Hieronymus in Ep. Eus. de morte ejus.)

Der heilige Vincentius Ferrerius sagt (Sermo 1, de Nat. Virg.): „Ein größeres Wunder ist es, wenn solche, die einen schlechten Lebenswandel führen, gut sterben, als wenn man Tote erwecken würde. Welchen Schmerz, welche Reue wird jener im Tode über die Sünde empfinden, der bis dahin die Sünde geliebt hat?" Bellarmin erzählt, daß er einst zu einem Sterbenden kam, um ihm beizustehen, und da er ihn zu einem Akte der Reue ermahnte, so habe ihm jener geantwortet, er wüßte nicht einmal, was Reue wäre. Bellarmin suchte es ihm zu erklären; allein der Kranke sagte: „Pater, ich verstehe Sie nicht, solche Sachen begreife ich nicht". Und so starb er mit offenbaren Zeichen seiner Verdammung, wie Bellarmin schriftlich hinterließ. „Ganz billig wird der Sünder damit bestraft - sagt der heilige Augustinus - daß er sterbend sich selbst vergesse, da er lebend auf Gott vergessen hat." (Sermo 10, de sanct.) Irret nicht, Gott lässt seiner nicht spotten. Denn was der Mensch säen wird, das wird er auch ernten; wer im Fleische säet, der wird von dem Fleische das Verderben ernten, ermahnt uns daher der Apostel. (Gal 6,7) Das hieße Gott verspotten: In Verachtung seiner Gebote leben und dann Lohn und ewige Herrlichkeit von ihm ernten wollen.

Gott läßt seiner nicht spotten! Was man in diesem Leben säet, erntet man im andern. Wer verbotene Fleischeslust säet, den trifft nichts anderes, als Verderben, Elend und ewiger Tod.

Mein Christ, was man für andere sagt, sagt man auch für dich. Sage mir, wenn du nun auf dem Punkte wärest, wo die Ärzte alle Hoffnung für dich bereits schon aufgegeben hätten; wenn du der Sinne beraubt und schon in der Todesangst wärest: wie sehr würdest du dann Gott bitten, er möchte dir noch einen Monat, noch eine Woche Zeit lassen, um dein Gewissen in Ordnung zu bringen! Und Gott gibt dir jetzt diese Frist; danke ihm und mache sogleich das begangene Böse gut, ergreife alle Mittel, um dann im Stande der Gnade zu sein, wann der Tod kommt; denn alsdann wird keine Zeit zur Abhilfe mehr sein.
 
Anmutungen und Bitten
Ach mein Gott! wer hätte wohl so viel Geduld mit mir gehabt, als du gehabt hast? Wäre deine Güte nicht unendlich, so würde ich an der Verzeihung verzweifeln. Doch ich habe es mit einem Gott zu tun, der darum gestorben ist, um mir zu verzeihen und mich selig zu machen. Du befiehlst mir, daß ich hoffe, und ich will hoffen. Wenn mich meine Sünden schrecken und verdammen, so geben mir deine Verdienste und deine Verheißungen neuen Mut. Du sichertest dem, der zu dir wiederkehrt, das Leben deiner Gnade zu: Bekehret euch und lebet. (Ez 18,52) Du versprachst den zu umarmen, der zu dir sich wendet.

Bekehret euch zu mir, so will ich mich zu euch kehren. (Zach 1,7) Du sagtest, du könntest den nicht verschmähen, der sich verdemütigt und reuig ist. Gott! du wirst ein zerknirschtes und gedemütigtes Herz nicht verachten. (Ps 50)
Siehe mich, o Herr! ich kehre zu dir zurück, zu dir wende ich mich; ich bekenne, tausendmal die Hölle zu verdienen und bereue es, dich beleidigt zu haben. Ich verspreche dir, dich nicht mehr beleidigen und dich immer lieben zu wollen.

Ach, laß mich für so viele Güte nicht mehr undankbar sein! Ewiger Vater! um der Verdienste Jesu Christi willen, der da starb, um dir zu gehorchen, mache, daß ich bis zum Tode deinem Willen gehorsam sei. Ich liebe dich, o höchstes Gut! und aus Liebe, die ich zu dir fasse, will ich in allem dir Gehorsam leisten.

Gib mir die heilige Beharrlichkeit; schenke mir deine Liebe, und nichts anderes verlange ich mehr. - Maria, meine Mutter, bitte für mich!
 
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7. Betrachtung, Punkt 1
« Antwort #19 am: 20. Januar 2017, 14:33:47 »
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7. Betrachtung
Gefühle eines Sterbenden, der sorglos und wenig auf den Tod bedacht war.
„Bestelle dein Haus, denn du wirst sterben, und nicht leben."
(Isaias 38,1)
 
1. Punkt
Stelle dir vor, du wärest bei einem Kranken, der wenige Stunden mehr lebt. O armer Kranker! Schaue, wie er von Schmerzen, Ohnmächten, Beklemmungen der Brust, Atemlosigkeit, von kaltem Schweiße beschwert, und außer Sinnen ist, daß er wenig fühlen, empfinden, hören und reden kann. Doch die größte von seinen Armseligkeiten ist, daß er, obgleich dem Tode schon nahe, anstatt auf die Seele und auf die Vorbereitung zur Rechenschaft für die Ewigkeit zu denken, nur auf Ärzte und auf Mittel zur Wiedergenesung oder auf Befreiung der ihn tötenden Schmerzen bedacht ist. „Nichts genügt ihm, als auf sich zu denken," sagt der heilige Laurentius Justinianus in der Rede über Sterbende dieser Art. Wenigstens sollten ihn die Verwandten, die Freunde von der gefährlichen Lage in Kenntnis setzen, in der er sich befindet: doch nein, unter allen seinen Anverwandten und Freunden hat kein einziger den Mut, ihm den Tod anzukünden, und an den Empfang der heiligen Sakramente ihn zu erinnern; jeder weigert sich, es ihm zu sagen, um ihm nur keinen Verdruß zu machen. - O mein Gott! schon von jetzt an danke ich dir, daß du mir im Tode von meinen lieben Kongregations-Mitbrüdern wirst Beistand leisten lassen, denen dazumal an nichts anderem, als an meinem ewigen Heile gelegen sein wird, und die mir alle zu einem guten Tode verhelfen werden. Indessen, wenn ihm auch der Tod nicht angekündet wird, so sieht der Kranke doch seine Familie in Unruhe, er sieht, wie die Ärzte in ihrer Versammlung sich widerlegen, wie die Arzneimittel vermehrt, wie oft solche, und was für starke angewendet werden.

Der arme Kranke kommt in Verwirrung und Schrecken, bei den Anfällen der Furcht, der Gewissensbisse und des Mißtrauens, und sagt bei sich selbst: Ach! wer weiß, ob nicht schon das Ende meiner Tage angerückt ist? Was wird nun der Kranke dann erst für ein Gefühl haben, wenn er die Todesnachricht empfängt: Bestelle dein Haus, denn du wirst sterben und nicht leben! Welchen Kummer wird er haben, wenn er sagen hört: Herr, ihre Krankheit ist tödlich, sie müssen die heiligen Sakramente empfangen, mit Gott eins werden, und von der Welt Abschied nehmen. Von der Welt Abschied nehmen? Von diesem Hause, von diesem Landgute, von diesen Verwandten, Freunden, Gesellschaften, Spielen, Belustigungen? Ja, von allem! Schon ist der Notar gekommen und schreibt die Verlassenschaftsakte: Ich hinterlasse ..., ich hinterlasse ... Und was trägt man mit sich? Nichts anderes als einen elenden Lumpen, der in kurzem im Grabe mit vermodern wird.

O welche Schwermut und Verwirrung werden dem Sterbenden die Tränen der Hausleute und das Stillschweigen der Freunde verursachen, die in seiner Gegenwart schweigen und sich nicht zu sprechen getrauen! Noch größere Pein aber werden ihm seine Gewissensbisse machen, die er in diesem Sturme fühlen wird, wegen des bisher geführten ausschweifenden Lebenswandels, nachdem er so viele göttliche Stimmen und Ermahnungen, so viele Räte von den geistlichen Vätern erhalten, und so viele Vorsätze gemacht, aber entweder nie ausgeführt oder nachher wieder außer Acht gelassen hatte.

O ich armer Mensch! wird er sodann sagen: ich erhielt von Gott so viel Kenntnis, so viel Zeit, mein Gewissen zu ordnen und tat es nicht, und siehe, jetzt bin ich schon daran zu sterben! Was hätte es mir wohl gekostet, jene Gelegenheit zu fliehen, von jener Freundschaft mich zu trennen, oft zu beichten? Und hätte es auch sehr viel gekostet, so hätte ich dennoch alles tun sollen, um meine Seele, an der alles gelegen war, zu retten.

O hätte ich diesen dazumal gefaßten guten Entschluß ausgeführt! hätte ich das damals Begonnene fortgesetzt! wie zufrieden würde ich jetzt darüber sein! Allein ich tat es nicht und jetzt ist nicht mehr Zeit dazu. - Die Gefühle der Sterbenden, die bei Lebzeiten das Gewissen vernachlässigten, sind jenen der Verdammten ähnlich, die in der Hölle ihre Sünden, als Ursache ihrer Qual, aber ohne Nutzen und ohne Hoffnung bereuen.
 
Anmutungen und Bitten
Herr, welche Gefühle des Schmerzes würde ich haben, wenn mir in diesem Augenblicke die Nachricht von meinem ganz nahen Tode gebracht würde ? Ich danke dir, daß du mir dies Licht und diese Zeit gibst, in mich zu gehen. Nein, mein Gott! ich will dir nicht mehr entfliehen. Genug, daß du mir nachgegangen bist. Billigerweise soll ich jetzt fürchten, daß du mich verlassest, wenn ich widerstehe und mich dir nicht ergebe. Du gabst mir ein Herz, damit ich dich liebe, und ich machte so schlechten Gebrauch davon! Ich liebte die Geschöpfe und nicht dich, meinen Schöpfer und Erlöser, der du das Leben für mich hingabst! Anstatt dich zu lieben, habe ich dich so oft beleidigt, verachtet, dir den Rücken gekehrt! Ich wußte schon, daß ich dir durch jene Sünde eine große Beleidigung zufügen würde, und dennoch beging ich sie! Mein Jesus, ich bereue es; mir ist es von ganzem Herzen leid, ich will das Leben ändern. Ich verzichte auf alle Freuden der Welt, um dich zu lieben, um dir, o Gott meiner Seele, Freude zu machen. Du gabst mir große Beweise deiner Liebe; auch ich möchte dir, ehe ich sterbe, ein Zeichen meiner Liebe geben. Von nun an nehme ich alle Krankheiten, Kreuze, Verachtungen und Beleidigungen an, die mir die Menschen antun werden; gib mir Stärke, sie friedsam zu ertragen, ich will alle um deiner Liebe willen erdulden. Ich liebe dich, unendliche Güte, ich liebe dich über alle Güter. Gib mir mehr Liebe und Beharrlichkeit. - Maria, meine Hoffnung, bitte Jesum für mich!
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7. Betrachtung, Punkt 2
« Antwort #20 am: 21. Januar 2017, 21:27:16 »
Vorbereitung zum Tode
oder Betrachtungen über die ewigen Wahrheiten
um fromm zu leben und selig zu sterben

vom Heiligen Alphons Maria von Liguori


7.Betrachtung
Gefühle eines Sterbenden, der sorglos und wenig auf den Tod bedacht war.
 
2. Punkt
O, wie klar lassen sich im Tode die Glaubenswahrheiten erkennen! Doch nur zur größeren Pein für jenen Sterbenden, der schlecht gelebt hat, besonders wenn es eine Gott geweihte Person war, welche mehr Gelegenheit, Zeit, Beispiel, Einsprechungen gehabt hatte, ihm zu dienen. O Gott, welchen Schmerz wird eine solche Person haben, wenn sie zu sich sagen muß: Ich ermahnte andere und dann betrug ich mich schlechter, als sie! Ich habe die Welt verlassen und lebte dann dem Vergnügen, den Eitelkeiten und Liebeleien der Welt zugetan. Welche Gewissensbisse wird ihr der Gedanke machen, daß mit den Erleuchtungen, die sie von Gott erhalten hat, sogar ein Heide heilig geworden wäre! Wie bitter wird die Erinnerung sein, an anderen die Übungen der Frömmigkeit als Geistesschwachheiten verachtet und gewisse weltliche Grundsätze von eigener Hochschätzung oder von Eigenliebe gelobt zu haben, z. B. zu nichts Beschwerlichem sich zu bequemen und jede Belustigung, die sich nur darbietet, sich zu erlauben! Der Wunsch der Sünder wird zu nichte werden. (Ps 111,10) Wie sehr wäre im Tode die Zeit erwünscht, die man jetzt vergeudet! Der heilige Gregorius erzählt in seinen Zwiegesprächen: Es gab einen gewissen Chrysantius, der ein reicher Mann, allein von schlechten Sitten war, und da er dem Tode ganz nahe war, schrie er den Teufeln, welche ihm sichtbar erschienen, um ihn zu ergreifen, so zu: „Lasset mir Zeit, lasset mir nur bis morgen Zeit". Und sie antworteten ihm: „O, du Tor, jetzt verlangst du Zeit? Du hattest so viele, und verwendetest sie zum Sinnlichen und jetzt verlangst du Zeit? Jetzt ist keine Zeit mehr." Der Elende schrie immerfort und bat um Hilfe. Es befand sich alldort einer von seinen Söhnen als Mönch, mit Namen Maximus, der Sterbende sagte zum Sohne: „Mein Sohn, hilf mir, mein Maximus! hilf mir!" und indessen warf er sich mit einem wie Feuer glühenden Gesichte wütend von einer Seite des Bettes auf die andere, und während er sich so hin- und herwarf und wie ein Verzweifelter schrie, gab er unglücklich seinen Geist auf.

Leider lieben diese Toren im Leben ihre Torheit, im Tode aber gehen ihnen dann die Augen auf, und da bekennen sie, töricht gewesen zu sein! Dann nützt es ihnen zu nichts mehr, als zur Vergrößerung des Mißtrauens, dem verübten Bösen abhelfen zu können, und indem sie so sterben, hinterlassen sie eine große Ungewißheit über ihr Heil. Auch du, mein Bruder, der du diesen Punkt liesest, sagst, wie ich mir denke: „So ist es." Wenn es aber dem also ist, so wäre deine Torheit und dein Unglück noch weit größer, wenn du - indem du diese Wahrheiten schon im Leben erkennest - nicht bei Zeiten abhelfen würdest. Eben das, was du gelesen hast, wäre für dich im Tode ein Schwert des Schmerzes. Auf also, da du noch Zeit hast, einem so fürchterlichen Tode zu entgehen, hilf schnell ab; verschiebe es nicht auf jene Augenblicke, wo nicht mehr Zeit sein wird zu helfen. Verschiebe es nicht auf den nächsten Monat, auf die nächste Woche. Wer weiß, ob diese Erkenntnis, die Gott aus Barmherzigkeit dir leuchten läßt, nicht das letzte Licht, der letzte Ruf für dich ist? O, wie töricht ist es, an den Tod nicht denken wollen, da er doch gewiß ist, und da von ihm die Ewigkeit abhängt; allein eine noch größere Torheit ist es, daran zu denken und auf den Tod sich nicht vorzubereiten. Mache jetzt jene Betrachtungen und Vorsätze, die du alsdann machen würdest; jetzt zwar noch mit Nutzen, dann aber mit großer Ungewißheit deines Heiles. Als sich ein Edelmann am Hofe Karl V beurlaubte, um Gott allein zu dienen, fragte ihn der Kaiser, warum er den Hof verlasse: „Es ist vonnöten, antwortete er, daß zwischen dem ausschweifenden Leben und zwischen dem Tode ein Zeitraum von Buße sei."
 
Anmutungen und Bitten
Nein, mein Gott, ich will deine Barmherzigkeit nicht mehr mißbrauchen. Ich danke dir für das Licht, das du mir jetzt gibst, und verspreche dir, mein Leben zu ändern. Ich sehe schon ein, daß du mich, so wie ich bin, nicht mehr dulden kannst. Und sollte ich warten, bis du mich in die Hölle wirfst, oder mich einem ausgelassenen Leben überlassest, welches für mich eine weit größere Strafe wäre, als selbst der Tod?

Siehe, ich werfe mich dir zu Füßen, nimm mich zu Gnaden auf. Ich verdiene es nicht; doch du sagtest: Wann immer der Gottlose sich von seiner Gottlosigkeit bekehren will, soll ihm die Ungerechtigkeit nicht schaden. (Ez 33,12) Wenn ich also bisher dich, mein Jesu, als die unendliche Güte beleidigte, so bereue ich es jetzt mit ganzem Herzen und hoffe von dir Verzeihung. Ich will mit dem heiligen Anselmus sagen: Ach gib nicht zu, daß meine Seele ihrer Sünden wegen zu Grunde gehe, denn du hast sie ja mit Deinem Blute erlöst. Schaue nicht auf meine Undankbarkeit, sondern auf die Liebe, die dich dazu vermochte, für mich zu sterben. Wenn ich deine Gnade verlor, so verlorst du ja nicht die Macht mir sie wieder zu geben. Erbarme dich also meiner, o mein lieber Erlöser! Verzeihe und gib mir die Gnade, dich zu lieben; denn ich verspreche dir, von nun an niemand andern, als dich zu lieben. Unter so vielen Geschöpfen erwähltest du mich, daß ich dich liebe: ich erwähle dich, o höchstes Gut! um dich über alle anderen Güter zu lieben. Du gehst mir mit deinem Kreuze voran: ich will nicht ermangeln, dir mit jenem Kreuze nachzufolgen, das du mir zu tragen geben wirst. Alle Leiden und Mühseligkeiten, die von dir kommen werden, nehme ich an. Wenn du mich nur nicht deiner Gnade beraubst, so bin ich wohl zufrieden. - Maria, meine Hoffnung, erlange mir von Gott die Beharrlichkeit und die Gnade ihn zu lieben; um nichts anderes mehr bitte ich dich.

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7. Betrachtung, Punkt 3
« Antwort #21 am: 22. Januar 2017, 20:40:02 »

Vorbereitung zum Tode
oder Betrachtungen über die ewigen Wahrheiten
um fromm zu leben und selig zu sterben

vom Heiligen Alphons Maria von Liguori


7. Betrachtung
Gefühle eines Sterbenden, der sorglos und wenig auf den Tod bedacht war.
 
3. Punkt
Dem Sterbenden, der in seinem Leben um sein Seelenheil sorglos war, wird alles, was ihm vorkommt, verdrießlich sein. Zum Mißmute gereichen ihm die genossenen Unterhaltungen, die gehabte Ehrsucht und Pracht; Unwillen werden ihm die Freunde verursachen, die ihn zu besuchen kommen, nebst allem, an was sie ihn erinnern werden; ein Dorn in seinem Auge werden ihm die geistlichen Väter sein, die wechselweise ihm beistehen werden; zum Anstoße werden ihm die heiligen Sakramente der Beicht, der Kommunion und letzten Ölung, die er empfangen muß; zum Ärgernis wird ihm das Bildnis des Gekreuzigten sein, das man neben ihm hinstellen wird, indem er an diesem Bilde deutlich erkennen wird, wie schlecht er jenem Gott entsprochen hat, der um seiner Rettung willen gestorben ist. - O, welcher Tor war ich! wird dann der arme Kranke sagen. Mit so vieler Erkenntnis und Gelegenheit, die mir Gott gab, hätte ich heilig werden, ein in der Gnade Gottes glückliches Leben führen können; und nun finde ich, so alt ich bin - nichts als Pein, Mißtrauen, Furcht, Gewissensbisse und eine Rechenschaft, die ich bald vor Gott ablegen muß. Und schwerlich werde ich selig werden. - Und dann wird er dies sagen?

Wenn die Lampe schon zum Auslöschen ist und das Schauspiel dieser Welt sich endet, und schon hat er die zwei Ewigkeiten vor Augen, die glückliche und die unglückliche, und bald wird er zum letzten Mal den Mund öffnen, und von diesem Augenblicke dann hängt es ab, ob er für immer selig, oder für immer, so lange Gott - Gott sein wird, in Verzweiflung sein werde. Wie vieles würde er geben, wenn er noch ein Jahr, ein Monat oder wenigstens eine Woche lang bei gesundem Verstande leben könnte. Denn da er im Tode bei jener Betäubung des Kopfes, bei jener Engbrüstigkeit und Atemlosigkeit nichts tun kann, und weder zum Nachdenken, noch zur Übung eines guten Aktes fähig ist, so befindet er sich gleichsam in einer finsteren Grube von Verwirrung, wo er nichts begreift als jenen großen Sturz, der ihm bevorsteht, und wogegen er sich hilflos sieht. Daher möchte er einen Aufschub haben, allein es wird zu ihm gesagt werden: Reise alsogleich ab, bringe in dieser kurzen Zwischenzeit alles bestmöglichst in Richtigkeit, und reise ab; weißt du nicht, daß der Tod nicht wartet und auf keinen Rücksicht nimmt? O, welchen Schrecken wird ihm dieser Gedanke und diese Worte machen! Heute früh lebe ich, heute abend bin ich vielleicht tot! Heute bin ich in diesem Zimmer, morgen werde ich in einer Grube sein! Und wo wird meine Seele sich befinden? Welcher Schrecken, wenn man die Sterbekerze zubereiten sehen wird, wenn man den kalten Todesschweiß wird erscheinen sehen, wenn man zu den Verwandten wird sagen hören, sie sollen aus dem Zimmer gehen und nicht mehr hereinkommen! Welcher Schrecken endlich, wenn man nun die Kerze anzünden wird, weil der Tod bereits vor der Tür ist! O Kerze, o Sterbekerze, wie viele Wahrheiten wirst du alsdann entdecken! O wie wirst du die Dinge ganz anders sehen lassen, als sie jetzt erscheinen! Wie wirst du zu erkennen geben, daß die Güter dieser Welt Eitelkeit, Torheit und Täuschungen sind! Was wird es aber nützen, diese Wahrheiten zu verstehen, wenn die Zeit der Hilfe vorbei sein wird?
 
Anmutungen und Bitten
Ach mein Gott! du willst nicht meinen Tod, sondern daß ich mich bekehre und lebe. Ich danke dir, daß du bisher meiner harrtest, und danke dir für die Erleuchtung, die du mir gibst. Ich erkenne den Fehler, den ich beging, indem ich deine Freundschaft so niedrigen, elenden Gütern nachsetzte, wegen welcher ich dich verachtete. Es reuet und schmerzet mich von ganzem Herzen, daß ich dir ein so großes Unrecht antat.

Ach, lasse dies in meinem mir übrigen Leben nicht zu, stehe mit deinem Lichte und mit deiner Gnade mir bei, damit ich das zur Besserung meines Lebens Nötige erkenne und tue. Was wird es mir nützen, diese Wahrheiten zu begreifen, wenn die Zeit, mir helfen zu können, mir dann wird benommen werden ? Übergib die auf dich vertrauenden Seelen nicht den Bestien. Wenn der Teufel mich versuchen wird, dich wieder zu beleidigen, ach, dann bitte ich dich, mein Jesu, um der Verdienste deines Leidens willen, strecke deine Hand aus und rette mich, daß ich nicht in die Sünde falle und nicht neuerdings ein Sklave der Feinde werde. Mache, daß ich alsdann mich zu dir wende und nicht aufhöre, mich dir anzuempfehlen, solange die Versuchung währet. Dein Blut ist meine Hoffnung und deine Güte ist meine Liebe. Ich liebe dich, mein Gott, unendlicher Liebe würdig. Mache, daß ich dich recht liebe. Laß mich erkennen, wovon ich mich losreißen soll, um dein zu sein, denn ich will dein sein! Du aber gib mir die Gnade dazu. O Königin des Himmels, o Mutter Gottes! bitte für mich armen Sünder, lasse mich in den Versuchungen nie aufhören, zu Jesu und zu dir zu stehen, die ihr jeden vor dem Falle bewahret, der zu euch sich wendet.
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8. Betrachtung, Punkt 1
« Antwort #22 am: 23. Januar 2017, 21:06:54 »
Vorbereitung zum Tode
oder Betrachtungen über die ewigen Wahrheiten
um fromm zu leben und selig zu sterben

vom Heiligen Alphons Maria von Liguori


8. Betrachtung
Tod der Gerechten „Kostbar ist vor dem Angesicht des Herrn der Tod seiner Heiligen."
(Ps 115, 15)
 
1. Punkt
Den Sinnen nach betrachtet ist der Tod schreckbar und fürchterlich; doch dem Glauben nach ist er tröstlich und wünschenswert. Furchtbar erscheint er den Sündern, liebenswürdig aber und kostbar zeigt er sich den Heiligen. „Kostbar", sagt der heilige Bernardus, „weil das Ende der Mühsale, die Vollendung des Sieges, die Tür des Lebens". (Trans. Malach.) „Das Ende der Drangsale." Jawohl ist der Tod das Ende der Mühseligkeiten und Trübsale. Der vom Weibe geborene Mensch lebt kurze Zeit und ist voll Elend. (Job 14,1) Siehe, wie unser Leben beschaffen ist: kurz ist es und voll von Elend, Krankheiten, Furcht und Leiden. Was suchen die Weltkinder, die ein langes Leben wünschen, wohl anderes, sagt Seneka, als eine lange Pein? „Durch den Wunsch der Lebens-Verlängerung verlangt man gleichsam die Verlängerung der Pein." (Ep 10,1) Was heißt das Leben fortsetzen anders, als fortfahren zu leiden, sagt der heilige Augustinus. „Was heißt lange leben anders, als lange gepeinigt werden?"

(Serm. 17 de verbo Dom.) Und so ist es; nach der Lehre des heiligen Ambrosius ist uns das Leben nicht gegeben um zu ruhen, sondern damit wir uns bemühen und durch die Bemühungen das ewige Leben uns verdienen. „Dies Leben ist dem Menschen nicht zur Muße, sondern zur Arbeit verliehen." (Serm. 43) Mit Recht sagt daher Tertullianus, daß Gott einem durch Abkürzung des Lebens die Pein abkürze: „Gott nimmt eine lange Qual weg, wenn er ein kurzes Leben verleiht".

Obwohl also der Tod den Menschen zur Strafe für die Sünde gegeben ist, so sind die Armseligkeiten dieses Lebens dennoch so groß, daß der Tod, wie der heilige Ambrosius sagt, uns zur Erleichterung, nicht zur Strafe gegeben zu sein scheint, somit der Tod eine Hilfe, nicht eine Strafe zu sein scheint. Gott nennt jene selig, die in seiner Gnade sterben; denn es enden ihre Arbeiten und sie gehen zur Ruhe. Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben, von nun an, spricht der Geist, sollen sie von ihren Arbeiten ruhen. (Offb 14, 13) Die Peinen, welche die Sünder im Tode bestürzen, beängstigen die Gerechten nicht: Die Seelen der Gerechten sind in der Hand Gottes und die Pein des Todes wird sie nicht berühren. (Weish 31) Die Heiligen betrübten sich nicht ob jenem: „Reise ab", welches die Weltkinder so sehr erschreckt. Die Heiligen werden nicht traurig, wenn sie die Güter dieser Welt verlassen müssen; denn sie haben ja ihr Herz davon losgerissen. Immer gingen sie mit diesen Worten einher: Gott ist in Ewigkeit der Gott meines Herzens und mein Anteil! O, ihr Seligen, schrieb der Apostel seinen Jüngern, die ihr Jesu Christi wegen eurer Güter beraubt wurdet! Ihr habt den Raub eurer Güter mit Freuden ertragen, wohl wissend, daß ihr ein besseres und bleibendes Gut habet. (Hebr 10)

Sie betrüben sich nicht, daß sie die Ehren verlassen müssen; denn sie verachteten sie vielmehr und hielten sie für das, was sie sind, für Rauch und Eitelkeit; sie schätzten nur die Ehre Gott zu lieben und von Gott geliebt zu werden. Sie betrüben sich nicht, indem sie die Verwandten verlassen müssen: denn sie liebten solche in Gott; sterbend überlassen und empfehlen sie solche jenem himmlischen Vater an, der dieselben mehr liebt, als sie, und in der Hoffnung, selig zu werden, denken sie, ihnen besser helfen zu können vom Himmel aus, als auf dieser Welt. Kurz, die im Leben immer sagten: „Mein Gott und mein Alles!" wiederholen es im Tode mit desto größerem Troste und umso zärtlicher.

Wer in der Liebe zu Gott stirbt, beunruhigt sich nicht wegen der Schmerzen, die der Tod mit sich bringt, sondern sie sind ihm vielmehr lieb, indem er denkt, sein Leben sei am Ende und es bleibe ihm keine Zeit mehr übrig, für Gott zu leiden und andere Beweise seiner Liebe ihm zu geben; daher opfert er mit Liebe und in Freuden diese letzten Überreste seines Lebens ihm auf und tröstet sich, indem er das Opfer seines Todes mit jenem Opfer vereint, welches Jesus Christus einst am Kreuze seinem ewigen Vater dargebracht. Und so stirbt er glücklich mit den Worten: Im Frieden will ich entschlafen und ruhen. O, welcher Friede, mit Ergebenheit und in den Armen Jesu Christi ruhend, zu sterben, der bis in den Tod uns liebte und eines bitteren Todes sterben wollte, um einen süßen und fröhlichen Tod uns zu erlangen!
 
Anmutungen und Bitten
O, mein geliebter Jesus! der du am Kalvarienberge eines so bitteren Todes sterben wolltest, um mir einen sanften Tod zu erhalten, wann werde ich dich sehen? Das erste Mal, da ich dich zu sehen bekommen werde, werde ich dich eben da sehen als Richter, wo ich sterben werde. Was werde ich alsdann sagen? was wirst du zu mir sagen? Ich will es nicht verschieben, erst dann an dich zu denken, ich will jetzt schon daran denken. Ich werde zu dir sagen: Mein lieber Erlöser, du bist es also, der für mich gestorben ist! Es war eine Zeit, wo ich dich beleidigte und dir undankbar war, und nicht Verzeihung verdiente, doch nachher, von deiner Gnade unterstützt, ging ich in mich und beweinte in meinen übrigen Lebenstagen meine Sünden, - und du hast mir verziehen. Verzeihe mir neuerdings, da ich jetzt vor deinen Füßen liege und erteile mir selbst die Lossprechung von allen meinen Schulden. Ich verdiente es nicht mehr, dich zu lieben, weil ich deine Liebe verachtet habe; doch du hast in deiner Barmherzigkeit mein Herz an dich gezogen, welches, wenn es gleich nicht nach deinem Verdienste dich liebte, dich doch über alles liebte, indem es alles verließ, um dir zu gefallen. Was sagst du nun zu mir? Ich sehe ein, daß der Himmel und der Besitz deiner in deinem Reiche für mich ein allzu großes Gut ist; allein ich getraue mich nicht entfernt von dir zu leben, umso mehr jetzt, da du mir dein liebenswürdiges und schönes Antlitz zu erkennen gabst. Ich bitte dich daher um den Himmel; nicht um mich mehr zu erfreuen, sondern um dich besser zu lieben. Schicke mich ins Fegefeuer, sofern es dir gefällt. Nein, ich Unreiner will nicht in jenes Vaterland der Reinheit kommen und unter jenen reinen Seelen mich so beschmutzt und befleckt sehen, wie ich es jetzt bin! Schicke mich hin zu meiner Reinigung, doch verstoß mich nicht auf immer von deinem Angesichte; genug, wenn du mich dann - nach deinem Belieben - einst ins Paradies berufen wirst, damit ich in Ewigkeit deinen Erbarmungen Lob singe. Wohlan, mein geliebter Richter! erhebe deine Hand und segne mich und sage zu mir, daß ich dein sei, und daß du immer mein seiest und sein werdest. Stets werde ich dich lieben; immer wirst du mich lieben. Siehe, nun gehe ich weit von dir; ins Feuer gehe ich; aber ich gehe gern, weil ich hingehe, um dich, meinen Erlöser, meinen Gott, mein Alles zu lieben. So gehe ich gern, aber wisse, daß in jener Zeit, wo ich so fern von dir sein werde, meine Entfernung von dir meine allergrößte Qual sein wird. Ich gehe, o Herr, und werde alle Augenblicke zählen, bis du mich abberufest. Erbarme dich über eine Seele, die dich aus ganzem Herzen liebt und sich seufzend nach dir sehnt, um dich besser lieben zu können.

Also hoffe ich, mein Jesus, mit dir alsdann sprechen zu können. Daher bitte ich dich um die Gnade, so zu leben, daß ich sodann zu dir das sagen kann, was ich jetzt gedacht habe. Gib mir die heilige Beharrlichkeit; gib mir deine Liebe und komme mir zu Hilfe. - O Mutter Gottes, Maria! bitte Jesum für mich.
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8. Betrachtung, Punkt 2
« Antwort #23 am: 24. Januar 2017, 20:42:37 »
Vorbereitung zum Tode
oder Betrachtungen über die ewigen Wahrheiten
um fromm zu leben und selig zu sterben

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8. Betrachtung
Tod der Gerechten
 
2. Punkt
Gott wird alle Tränen von ihren Augen abtrocknen und der Tod wird nicht mehr sein. (Offb 21,4) Also wird der Herr seinen Dienern im Tode alle Tränen abtrocknen, die sie in diesem Leben weinten, wo sie in Mühseligkeiten, Furcht, Gefahren und Kämpfen gegen die Hölle lebten. Und das wird es sein, was eine Seele, die Gott liebte, bei Ankündigung des Todes am meisten trösten wird, wenn sie bedenkt, daß sie von so vielen in diesem Leben vorkommenden Gefahren, Gott zu beleidigen, von so vielen Gewissensängsten und von so vielen Versuchungen des bösen Geistes befreit werden wird. Das gegenwärtige Leben ist ein beständiger Krieg mit der Hölle; da sind wir in fortwährender Gefahr, die Seele und Gott zu verlieren. Der heilige Ambrosius sagt: wir wandeln auf dieser Erde zwischen Fallstricken; wir gehen immer zwischen den Schlingen der Feinde, welche uns im Leben der Gnade nachstellen. Diese Gefahr war es, wegen welcher der heilige Petrus von Alcantara, dem Tode nahe, also sprach: „Weiche Bruder (es war jener ein Ordenspriester, den es traf, ihm beizustehen), entferne dich, denn noch bin ich am Leben und in Gefahr, verdammt zu werden". Eben dieser Gefahr wegen freute sich die heilige Theresia, so oft sie die Uhr schlagen hörte; denn sie war froh, wieder eine Stunde des Kampfes überstanden zu haben; daher sagte sie: „In jedem Augenblicke des Lebens kann ich sündigen und Gott verlieren". Daher kommt es, daß sich die Heiligen bei der Nachricht des Todes alle erfreuen, da sie bedenken, daß die Kämpfe und Gefahren nun bald aufhören und sie nahe daran sind, des glücklichen Loses, Gott nicht mehr verlieren zu können, versichert zu sein.

In dem Leben der Altväter wird erzählt, daß ein Altvater in Scythien im Sterben gelacht habe, während die anderen weinten. Befragt, warum er denn lache, antwortete er: „Und ihr, warum weinet ihr denn, da ihr doch sehet, daß ich zur Ruhe gehe? Von der Arbeit gehe ich in die Ruhe, und ihr weinet!" Ebenso sagte die heilige Katharina von Siena beim Sterben: „Erfreuet euch mit mir, da ich dieses Land des Jammers verlasse und in den Ort des Friedens eingehe". „Wenn jemand," sagt der heilige Cyprianus, "in einem Hause wohnen würde, wo die Mauern abfallen, wo der Oberboden und das Dach bebt, so daß alles dem Einsturz droht: wie sehr müßte er wünschen, aus diesem herausgehen zu dürfen!" In diesem Leben drohet der Seele alles den Sturz: die Welt, die Hölle, die Leidenschaften, die aufrührerischen Sinne - Alles zieht uns zur Sünde und zum ewigen Tode. Wer wird mich befreien von diesem Leibe des Todes? rief der Apostel aus. (Röm 7,24) O, welche Freude wird die Seele empfinden, wenn sie sagen hört: „Komme vom Libanon, meine Braut, komme von dem Lager der Löwen!" (Hld 4,8) Komm, meine Braut, aus dem Orte der Tränen und aus den Höhlen der Löwen hervor, welche dich zu verschlingen und um meine göttliche Gnade zu bringen suchen. Daher sagte der heilige Paulus aus Sehnsucht nach dem Tode, Jesus Christus sei sein einziges Leben, und hielt deshalb seinen Tod für den größten Gewinn, den er machen könnte, indem er durch den Tod jenes Leben erlangen würde, das kein Ende hat: Christus ist mein Leben und Sterben ist mein Gewinn. (Phil 1,21)

Es ist eine große Gunstbezeugung, die Gott einer Seele, welche in seiner Gnade ist, erweist, wenn er sie von der Welt hinwegnimmt, wo sie sich verändern und seine Freundschaft verlieren kann: Er ist hingenommen worden, damit sein Verstand durch die Bosheit nicht verkehret würde. (Weish 4,7) Glücklich der, welcher in diesem Leben mit Gott vereint lebt. So wie aber der Schiffer nicht sicher zu nennen ist, bevor er in dem Hafen eingelaufen und dem Sturme entgangen ist, ebenso kann man jene Seele nicht vollends glücklich heißen, welche noch nicht in der Gnade Gottes aus dem Leben getreten. „Preise den Seefahrer dann erst glücklich, wenn er den Hafen erreicht hat", sagt der heilige Ambrosius. Wenn nun der Seefahrer so fröhlich ist, welcher nach so vielen Gefahren sich nahe daran befindet, in den Hafen einzulaufen, um wie viel mehr wird jener sich erfreuen, der nahe daran ist, des ewigen Heiles versichert zu werden? - Ferner kann man in diesem Leben irgend einen, wenigstens geringen Fehler nicht leben: denn siebenmal fällt der Gerechte. (Spr 24,16) Wer aus diesem Leben scheidet, hört auf, Gott zu beleidigen. „Was ist der Tod anders", sprach der heilige Ambrosius, „als das Begräbnis der Laster?" (De bono, mortis. C. 4) Das ist es auch, was den Gottliebenden den Tod sehr erwünscht macht. Mit allem diesem tröstete sich beim Sterben der ehrwürdige Vincentius Caraffa, indem er sagte: „Da ich nun zu leben aufhöre, so höre ich auf, Gott zu beleidigen." Und der erwähnte heilige Ambrosius sagte: „Warum wünschen wir dieses Leben, indem man doch, je länger man darin ist, mit desto größerer Sündenlast beladen wird?" Wer in der Gnade Gottes stirbt, wird außer Stande gesetzt, Gott zu beleidigen oder beleidigen zu können. „Der Tote kann nicht sündigen", sagte der nämliche Heilige. Daher lobt der Herr die Verstorbenen mehr, als was immer für einen lebenden Menschen und sei es auch ein Heiliger: Er hat die Toten mehr als die Lebendigen gelobt. (Eccl. 4,2.) Ein frommer Mann befahl in seinem Tode, daß, wer ihm die Todesnachricht brächte, zu ihm sagen sollte: „Freue dich; denn es ist die Zeit gekommen, wo du Gott nicht mehr beleidigen wirst".
 
Anmutungen und Bitten
In deine Hände empfehle ich meinen Geist! Du hast mich erlöst, o Herr, Gott der Wahrheit. Ach mein lieblicher Erlöser, wie stände es um mich, wenn du mich hättest sterben lassen, als ich fern von dir war? Ich wäre schon in der Hölle, wo ich dich nicht mehr lieben könnte. Ich danke dir, daß du mich nicht verließest und mir so viele Gnaden erwiesest, um mein Herz zu gewinnen. Es reuet mich, dich beleidigt zu haben. Ich liebe dich über alles. Ach, lasse mich, ich bitte dich, das Böse immer erkennen, das ich tat, indem ich dich verachtete, und die Liebe, welche deine unendliche Güte verdient. Ich liebe dich und wünsche, wenn es dir gefällt, sogleich zu sterben, um von der Gefahr, deine Gnade wieder zu verlieren und dich in Ewigkeit nicht zu lieben, befreit und davor sicher zu werden. Ach, gib mir in den Jahren, die mir noch übrigen, die Kraft, etwas für dich, o mein geliebter Jesus ! zu tun, ehevor ich sterbe. Gib mir Stärke gegen die Versuchungen und Leidenschaften, besonders gegen die Leidenschaft, die mich in der Vergangenheit am meisten verleitet hat, dich zu beleidigen. Gib mir Geduld in Krankheiten und in den Unbilden, die man mir antun wird. Ich verzeihe nun dir zu Liebe jedem, der mich verachtete, und bitte dich, jene Gnade ihm zu erweisen, die er verlangt. Gib mir Stärke, auch in Vermeidung läßlicher Sünden fleißiger zu sein, denn ich bekenne, daß ich sie bisher wenig verabscheute. Mein Heiland, hilf mir! Ich hoffe alles von deinen Verdiensten; auch vertraue ich ganz auf deine Fürbitte, o Maria, meine Mutter und meine Hoffnung!
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« Antwort #24 am: 25. Januar 2017, 17:28:22 »
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8. Betrachtung
Tod der Gerechten
 
3. Punkt
Der Tod ist nicht nur das Ende der Mühsale, sondern auch die Türe des Lebens, „das Ende der Mühsale, die Türe des Lebens", wie der heilige Bernardus sagt.

Notwendigerweise muß man durch diese Türe gehen, wenn man hingehen will, Gott zu schauen: Dies ist die Pforte des Herrn, die Gerechten werden hineingehen. (Ps 117,20) Der heilige Hieronymus wendete sich mit der Bitte an den Tod: „Tue mir auf, mein Bruder Tod! Mein Bruder, wenn du mir die Pforte nicht eröffnest, kann ich nicht hineingehen und mich des Herrn erfreuen". Als der heilige Carolus Borromäus in seinem Hause ein Gemälde sah, wo ein Totengerippe mit einer Sichel in der Hand gezeichnet war, berief er den Maler und befahl, er sollte diese Sichel überstreichen und einen goldenen Schlüssel darauf malen, denn dadurch wollte er stets die Sehnsucht nach dem Tode in sich entzünden, weil der Tod es ist, der den Himmel uns zu eröffnen hat, um Gott zu sehen.

Der heilige Johannes Chrysostomus sagt: "Wenn der König für einen die Wohnung in seiner Residenz bereitet, inzwischen aber ihn verbindlich gemacht hätte, in einer Hütte sich aufzuhalten, wie sehr müßte dieser wünschen, aus seiner Hütte in die Residenz zu kommen?" In diesem Leben ist die Seele, so lange sie im Leibe ist, wie in einem Kerker, um von da in die Burg des Himmels zu kommen. Daher betete David: Führe meine Seele aus dem Kerker. (Ps 141,8) Und der heilige Greis Simeon wußte - da er das Jesuskindlein auf den Armen hatte - keine andere Gnade von ihm zu begehren, als den Tod, um von dem Gefängnisse des gegenwärtigen Lebens befreit zu werden: Nun entlasse, o Herr, deinen Diener. Der heilige Ambrosius sagt: „Gleichsam notgedrungen habe er verlangt, entlassen zu werden." Die nämliche Gnade begehrte der Apostel, indem er sagte: Ich wünsche aufgelöst zu werden und bei Christus zu sein. (Phil 1,23)

Welche Freude hatte Pharaos Mundschenk, als er von Joseph vernahm, er werde bald aus dem Gefängnis und wieder in des Königs Dienst kommen. Sollte nun eine Seele, die Gott liebt, sich nicht erfreuen, wenn sie hört, bald werde sie aus dem Kerker dieser Erde und zum Genusse Gottes kommen? In diesem Leben wandeln wir als Wanderer vom Herrn entfernt. (2 Kor 5,6) So lange wir mit dem Körper vereint sind, befinden wir uns fern vom Angesichte Gottes, wie in einem von unserer Heimat weit entlegenen Lande; und deshalb sagt der heilige Bruno, man soll unser Absterben nicht Tod nennen, sondern Leben. Man soll nicht sagen „der Tod", sondern „des Lebens Anfang". Deswegen nennt man den Tod der Heiligen ihren Geburtstag; und mit Recht, denn in ihrem Tode werden sie zu jenem Leben geboren, das kein Ende mehr haben wird. „Die Gerechten haben keinen Tod, sondern einen Übergang", sagt der heilige Athanasius. Für die Gerechten ist der Tod nichts anderes als ein Übergang ins ewige Leben. O liebenswürdiger Tod, sagte der heilige Augustinus, wer sollte dich nicht wünschen, da du das Ende der Arbeiten, das Ende der Mühe, der Anfang der ewigen Ruhe bist! O wünschenswerter Tod, du Ende der Übel, du Ende der Arbeit, du Anbeginn der Ruhe! Mit Sehnsucht bat daher der Heilige: „Eja, Herr, ich will sterben, um dich zu sehen".

Mit Recht, sagt der heilige Cyprianus, muß den Tod befürchten der Sünder, der von seinem zeitlichen Tode zum ewigen übergehen wird: „Der mag das Sterben wohl fürchten, welcher von diesem Tode zum zweiten Tode übergehen wird"; nicht aber, wer in der Gnade Gottes ist und vom Tode zum Leben überzugehen hofft. In der Lebensbeschreibung des heiligen Johannes, des Almosengebers, wird erzählt, ein reicher Mann habe dem Heiligen seinen einzigen Sohn anempfohlen und ihm viel Almosen gegeben, damit er demselben ein langes Leben von Gott erflehe; allein der Sohn starb kurze Zeit darauf. Als sich der Vater über den Tod des Sohnes jammernd beklagte, sandte ihm Gott einen Engel, der zu ihm sprach: „Du verlangtest für deinen Sohn ein langes Leben; wisse, daß er dies schon auf ewig im Himmel besitzt." Das ist die Gnade, die Jesus Christus uns erlangte, wie uns durch Oseas verheißen wurde: O Tod! Ich werde dein Tod sein! (Os 13,41) Jesus bewirkte durch sein Sterben für uns, daß unser Tod zum Leben würde. Als der Märtyrer Pionius zum Richtplatze geführt und von jenen, die ihn führten gefragt wurde, wie er so freudig zum Tode gehen könnte, antwortete der Heilige: „Ihr seid irrig daran: ich gehe nicht zum Tode, sondern zum Leben." (Ap. Eus. lib. 4. cap. 14) So wurde auch der heilige Jüngling Symphorius von seiner Mutter ermuntert, indem sie bei seinem Martertod ihm ganz nahe stehend sprach: „Mein Sohn, das Leben wird dir nicht genommen, sondern nur in ein besseres umgeändert."
 
Anmutungen und Bitten
O Gott meiner Seele! ich entehrte dich vorher, indem ich dir den Rücken kehrte; doch dein Sohn ersetzt deine Ehre, indem er dir am Kreuze sein Leben aufopferte. Um der Ehre willen also, welche dein geliebter Sohn dir gab, verzeihe mir die Unbilden, die ich dir antat. Es reuet mich, o höchstes Gut! dich beleidigt zu haben, und ich verspreche dir, von heute an niemand andern als dich zu lieben. Meine Rettung hoffe ich von dir. Wenn ich gegenwärtig etwas Gutes habe, so ist es ganz und gar deine Gnade; ich erkenne, daß alles von dir ist. Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin.

Wenn ich vorher dich beleidigte, hoffe ich dich zu ehren, wenn ich dann in Ewigkeit deine Barmherzigkeit preisen werde. Ich fühle in mir ein heftiges Verlangen, dich zu lieben. Dieses gibst du mir: ich danke dir dafür, meine Liebe. Ach, fahre fort, mir zu helfen, wie du angefangen hast; ich hoffe von heute an dein zu sein, und zwar ganz dein. Ich leiste auf alle Vergnügungen der Welt Verzicht. Und welch größeres Vergnügen kann ich wohl haben, als dir, meinem so liebenswürdigen Herrn, der so sehr mich liebte, Freude zu machen? O Liebe! nur dich, o Gott, o Liebe, o Liebe, suche ich! und hoffe dich immer zu suchen, o Liebe, o Liebe, bis ich in deiner Liebe sterbend ins Reich der Liebe gelange, wo ich, ohne es mehr verlangen zu müssen, der Liebe voll sein werde, ohne je einen Augenblick aufzuhören, dich dort in Ewigkeit und aus allen meinen Kräften zu lieben. - Maria, meine Mutter, die du deinen Gott so sehr liebst, mache, daß ich dich in diesem Leben recht lieb habe, um dich im andern Leben immerfort recht sehr lieben zu können.
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9. Betrachtung, Punkt 1
« Antwort #25 am: 26. Januar 2017, 19:29:18 »
Vorbereitung zum Tode
oder Betrachtungen über die ewigen Wahrheiten
um fromm zu leben und selig zu sterben

vom Heiligen Alphons Maria von Liguori


9. Betrachtung
Der Friede eines sterbenden Gerechten „Die Seelen der Gerechten sind in Gottes Hand, und die Pein des Todes wird sie nicht berühren. Vor den Augen der Toren scheinen sie zu sterben; - sie sind aber im Frieden." (Weish3,lu.f.f.)
 
1. Punkt
Die Seelen der Gerechten sind in Gottes Hand. Wenn Gott die Seelen der Gerechten in seiner Hand hat, wer wird sie ihm je entreißen können? Es ist wahr, die Hölle unterläßt nicht, auch die Heiligen in ihrem Tode zu versuchen und zu bestürmen; doch Gott ermangelt nicht, ihnen beizustehen und seinen Dienern, je größer die Gefahr ist, desto größere Hilfe zu leisten. Je größer die Gefahr, desto größer die Hilfe; denn „Gott ist ein Helfer in der Not", sagt der heilige Ambrosius. (ad Jos. c.5) Als der Diener des Elisäus die Stadt von Feinden umgeben sah, erschrak er; der Heilige   aber machte ihm Mut, indem er sagte: „Fürchte dich nicht, denn bei uns sind mehr, als bei ihnen." (4 Reg. 6,16) und hierauf zeigte er ihm ein von Gott zur Verteidigung gesandtes Heer von Engeln. Der böse Geist wird wohl kommen, um zu versuchen; allein es wird auch der Schutzengel kommen, um den Sterbenden zu stärken; es werden die heiligen Fürsprecher, der heilige Michael kommen, der von Gott dazu bestimmt ist, seine treuen Diener im letzten Streite mit der Hölle zu verteidigen; die göttliche Mutter wird kommen, um die Feinde zu verjagen, indem sie die ihr Ergebenen unter ihren Schutzmantel nimmt: Es wird vor allen anderen Jesus Christus kommen, um vor den Versuchungen sein unschuldiges oder bußfertiges Lämmlein zu beschützen, für dessen Rettung er das Leben gab; Zutrauen und Stärke wird er ihm geben, deren es in einem solchen Kampfe bedarf; und daher wird es ganz mutig sagen: Der Herr ist mein Helfer geworden. (Ps 29,11) Der Herr ist mein Licht und mein Leben: wen soll ich fürchten? (Ps 26,1) Es liegt Gott, sagt Origenes, mehr an unserer Rettung, als dem bösem Geiste an unserm Verderben; denn Gott liebt uns weit mehr, als der Teufel uns haßt: er ist mehr besorgt, daß er uns in Sicherheit bringe, als der Teufel trachtet, uns in die Verdammnis zu stürzen.

Gott ist getreu, sagt der Apostel; er läßt uns nicht über unsere Kräfte versuchet werden: Der getreue Gott wird nicht zugeben, dass ihr über eure Kräfte versucht werdet. (1 Kor 10,13)

Ihr werdet aber sagen: viele Heilige starben mit großer Furcht um ihr Heil. Ich antworte: Klein ist die Zahl der Beispiele, die man von solchen liest, die ein gutes Leben führten, und alsdann mit großer Furcht starben. Vincentius Belluacensis sagt, Gott lasse dies bei einigen zu, um sie im Tode von manchen ihrer Fehler zu reinigen: „Die Gerechten werden, wenn sie hart sterben, dadurch in dieser Welt gereinigt". Übrigens liest man von allen Dienern Gottes, daß sie lächelnden Mundes starben. Jedermann hat im Tode Furcht vor dem göttlichen Gerichte; während aber die Sünder von der Furcht zur Verzweiflung übergehen, schreiten die Heiligen von der Furcht zum Vertrauen. Als der heilige Bernardus krank war, wurde er, nach Erzählung des heiligen Antonius, von Mißtrauen versucht; allein der Gedanke an die Verdienste Jesu Christi vertrieb alle Furcht, und er wiederholte oft: „Deine Wunden meine Verdienste!" Es fürchtete sich der heilige Hilarion; fröhlich aber sagte er alsdann: „Gehe heraus, mein Seele, was fürchtest du? Bei siebzig Jahren dientest du Christo, und du scheuest den Tod?" Er wollte sagen: Was fürchtest du, meine Seele, da du einem Gott dientest, der treu ist, und jenen nicht verlassen kann, der im Leben treu war? P. Josephus Scamacca aus der Gesellschaft Jesu, erwiderte auf die Frage, ob er mit Vertrauen sterbe: „Wie? diente ich etwa dem Mohamed, daß ich nun von der Güte meines Gottes nicht hoffen dürfte, daß er mich retten wolle?

Falls im Tode der Gedanke uns peinigen sollte, Gott einst beleidigt zu haben, so sollen wir wissen, daß Gott beteuerte, sich nicht mehr an die Sünden der Büßenden erinnern zu wollen: Wenn der Ungerechte Buße tun wird, werde ich aller seiner Ungerechtigkeiten nicht mehr gedenken. (Ez 18) Wie aber, wird jemand sagen, können wir versichert sein, daß uns Gott verziehen habe? Diese Frage stellt auch der heilige Basilius: Wie kann denn jemand für gewiß überzeugt sein, daß ihm Gott seine Sünden verziehen habe?" Und er antwortet: Wenn er nämlich sagen kann, ich habe die Ungerechtigkeit gehaßt und verabscheut." (In Reg. inter. 12) Wer die Sünde haßt, kann sicher sein, Gott habe ihm verziehen. Das menschliche Herz kann nicht sein, ohne zu lieben: Entweder liebt es die Geschöpfe oder es liebt Gott; liebt es die Geschöpfe nicht, so liebt es folglich Gott. Und wer liebt Gott? Der seine Gebote beobachtet: Wer meine Gebote hat und sie hält, der liebt mich. (Joh 14,21) Wer also in Beobachtung der Gebote stirbt, der stirbt in der Liebe zu Gott, und wer Gott liebt, fürchtet sich nicht: Die Liebe verscheucht die Furcht. (1 Joh 4,18)
 
Anmutungen und Bitten
Ach mein Jesu! an welchem Tage werde ich sagen können: mein Gott! ich kann dich nicht mehr verlieren? Wann werde ich dich von Angesicht zu Angesicht sehen, und versichert sein, dich in alle Ewigkeit aus allen meinen Kräften zu lieben? Ach mein höchstes Gut! meine einzige Liebe! so lange ich lebe, werde ich in Gefahr sein, dich zu beleidigen, deine schöne Gnade zu verlieren. Es gab eine unglückliche Zeit, wo ich dich nicht liebte, und die Liebe verachtete: jetzt reuet es mich aus ganzer Seele, und ich hoffe, daß du mir bereits verziehen hast, und jetzt liebe ich dich mit meinem ganzen Herzen und wünsche so viel als möglich zu tun, um dich zu lieben und dir zu gefallen. Ich bin aber noch in Gefahr, dir meine Liebe zu versagen und dir neuerdings den Rücken zu kehren. Ach mein Jesu, mein Leben! laß es nicht zu. Wenn mir je dies größte Unglück widerfahren sollte, so laß mich in diesem Augenblicke des härtesten dir beliebigen Todes sterben; ich bin damit zufrieden und bitte dich darum. Ewiger Vater! überlaß mich um der Liebe Jesu Christi willen diesem großen Unglücke nicht.

Züchtige mich, wie du willst, ich verdiene es und nehme es an; befreie mich aber von der Strafe, mich deiner Gnade und Liebe beraubt zu sehen. Mein Jesu, empfiehl mich deinem Vater! Maria, meine Liebe, empfiehl mich deinem Sohne! erlange mir die Beharrlichkeit in deiner Freundschaft und die Gnade, ihn zu lieben, und dann tue er mit mir, was er nur will.

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9. Betrachtung, Punkt 2
« Antwort #26 am: 27. Januar 2017, 21:03:32 »

Vorbereitung zum Tode
oder Betrachtungen über die ewigen Wahrheiten
um fromm zu leben und selig zu sterben

vom Heiligen Alphons Maria von Liguori


9. Betrachtung
Der Friede eines sterbenden Gerechten
 
2. Punkt
Die Seelen der Gerechten sind in Gottes Hand und die Pein des Todes wird sie nicht berühren. Vor den Augen der Toren schienen sie zu sterben - sie sind aber im Frieden. (Weish 3) Den Augen der Toren kommt es vor, die Diener Gottes sterben so betrübt und ungern, wie die Weltkinder: Sie wissen aber nicht, daß Gott seine Kinder im Tode zu erfreuen vermöge und auch in den Todesschmerzen sie eine große Wonne genießen lassen könne, als einen Vorgeschmack des Paradieses, das er ihnen bald geben will. So wie jene, die in der Sünde sterben, als gewisse Vorzeichen der Hölle, das, was wir oben beschrieben haben, zu fürchten anfangen - Gewissensbisse, Schrecken und Verzweiflung: Ebenso beginnen im Gegenteile die Heiligen mit den Übungen der Liebe, die sie da öfters zu Gott machen mit dem Verlangen und der Hoffnung, ihn bald zu besitzen, und fangen an, schon vor ihrem Tode jenen Frieden zu genießen, dessen sie sich dann im Himmel vollends erfreuen werden. Der Tod ist den Heiligen keine Strafe, sondern Belohnung: Wann er seinen Geliebten den Schlaf geben wird, eine Erbschaft des Herrn. (Ps 126,2) Den Tod desjenigen, der Gott liebt, nennt man nicht Tod, sondern Schlaf; so daß er mit Recht wird sagen können: „Ich will im Frieden in ihm schlafen und ruhen". (Ps 4,9)

P. Suarez starb mit so großer Ruhe, daß er sterbend sagte: ich hätte nicht gedacht, daß das Sterben so angenehm wäre. Der Kardinal Baronius wurde vom Arzte gewarnt, nicht so viel an den Tod zu denken. „Warum?" antwortete er. „Fürchte ich ihn etwa? Ich fürchte ihn nicht, sondern ich liebe ihn". Als der russische Kardinal, wie Santer erzählt, hinging, für den Glauben zu sterben, so legte er die besten Kleider an, die er hatte, indem er sagte, er gehe zur Hochzeit. Da er sonach den Richtplatz sah, warf er seinen Stab weg und sprach: Gehet, meine Füße, wir sind nicht mehr weit vom Paradiese; wohlan, meine Füße, gehet schnell! der Himmel ist nicht mehr fern von uns. Und vor dem Sterben stimmte er das „Gott, dich loben wir!" zur Danksagung an, daß ihn Gott für den Glauben als Märtyrer sterben ließ, und hierauf legte er ganz fröhlich das Haupt unter das Beil. Der heilige Franziskus von Assisi sang bei seinem Tode und forderte auch die anderen zum Singen auf. Vater, sagte der Laienbruder Elias zu ihm, wenn man stirbt, muß man weinen und nicht singen. Aber, antwortete der Heilige, ich kann nicht anders als singen, indem ich sehe, daß ich in kurzem hingehen werde, um Gott zu genießen. Eine junge Nonne aus dem Orden der heiligen Theresia sprach zu den anderen Nonnen, die weinend bei ihrem Sterbelager herumstanden, also: „O Gott! Warum weinet ihr denn? Ich gehe ja meinen Jesus Christus besuchen; erfreuet euch mit mir, wenn ihr mich liebet". (Dising. Parol. 1, §16)

P. Granada erzählt, ein Jäger habe einen aussätzigen Einsiedler getroffen, der dem Tode nahe war und sang. „Wie kannst du denn in diesem Zustande singen?" fragte dieser. „Bruder, antwortete der Einsiedler, zwischen mir und Gott ist nichts als die Mauer dieses meines Leibes; nun sehe ich sie zerfallen und den Kerker einstürzen, ich gehe nun hin, Gott zu sehen und deswegen freue ich mich und singe". Diese Sehnsucht nach Gott machte, daß der heilige Märtyrer Ignatius sagte, wenn die wilden Tiere nicht gekommen wären, ihn ums Leben zu bringen, so hätte er sie gereizt, daß sie ihn ergreifen sollten: „Ich werde Gewalt brauchen, damit ich verzehrt werde". Die heilige Katharina von Siena konnte es nicht leiden, daß einige den Tod für ein Unglück hielten und sagte: „O, geliebter Tod, wie ungern sieht man dich! Und warum kommst du nicht zu mir, da ich Tag und Nacht dich rufe?" (Vita cap. 70) Und die heilige Theresia wünschte den Tod so sehr, daß sie es für ihren Tod hielt, daß sie noch nicht sterben könne und mit solchem Gefühle verfaßte sie jenes berühmte Lied: „Ich sterbe, weil ich nicht sterbe". Also sehen die Heiligen den Tod an.
 
Anmutungen und Bitten
Ach, mein Gott, mein höchstes Gut! wenn ich dich in der Vergangenheit nicht liebte, so kehre ich mich doch jetzt ganz, zu dir. Ich gebe allen Geschöpfen den Abschied und will nur dich, meinen liebenswürdigsten Herrn lieben. Sage mir, was du von mir willst, daß ich tue: ich will es tun. Ich habe dich nun genug beleidigt. Mein übriges Leben will ich zubringen, um dir Freude zu machen. Gib mir Stärke, damit ich durch meine Liebe die bisherige Undankbarkeit ersetze. Ich verdiente schon viele Jahre im höllischen Feuer zu brennen; du aber bist mir so nachgegangen, daß du mich schon gewonnen hast; mache nun, daß ich vom Feuer deiner heiligen Liebe entbrenne. Ich liebe dich, unendliche Güte! Du willst der Einzige sein, den ich liebe, du hast das Recht dazu, denn du liebtest mich mehr als alle, und dich allein will ich lieben; ich will so viel als möglich tun, um dir wohlzugefallen. Tue mit mir, was dir gefällt. Es genügt mir, daß ich dich liebe und daß du mich liebest. — Maria, meine Mutter! hilf mir, bitte. Jesum für mich.


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9. Betrachtung, Punkt 3
« Antwort #27 am: 28. Januar 2017, 21:40:40 »
Vorbereitung zum Tode
oder Betrachtungen über die ewigen Wahrheiten
um fromm zu leben und selig zu sterben

vom Heiligen Alphons Maria von Liguori


9. Betrachtung

Der Friede eines sterbenden Gerechten
 
3. Punkt

Wie kann der das Sterben fürchten, welcher nach seinem Tode zu einem Könige im Himmel gekrönt werden hofft? „Laßt uns nicht fürchten, getötet zu werden, sprach der heilige Cyprianus, da die Krone uns gebührt, wann wir tot sind". Wie kann jener das Sterben fürchten, der da weiß, daß, wenn er in Gottes Gnade stirbt, sein Leib unsterblich werde? Dieses Sterbliche muss die Unsterblichkeit anziehen. (1 Kor 15,53) Wer Gott liebt und sich nach ihm sehnt, hält das Leben für eine Pein und den Tod für eine Freude. „Wer geduldig lebt, stirbt fröhlich", sagt der heilige Augustinus. Und der heilige Thomas von Villanova: „Wenn der Tod den Menschen im Schlafe trifft, kommt er wie ein Dieb, er beraubt ihn, bringt ihn um und wirft ihn in den Abgrund der Hölle; trifft er ihn aber wachend an, so begrüßt er ihn als ein Gesandter Gottes und sagt zu ihm: „Der Herr beruft dich zur Hochzeit; komme, ich will dahin dich führen, wonach du dich sehntest".

O, mit welcher Fröhlichkeit erwartet den Tod jener, der sich in Gottes Gnade befindet, der Jesum Christum bald zu sehen und die Worte zu vernehmen hofft: Wohlan, du guter und getreuer Knecht! Weil du in wenigem getreu gewesen bist, so will ich dich über vieles setzen. (Mt 25,21) O, wie werden alsdann die Bußübungen und Gebete, die Losreißung von den irdischen Gütern und alles, was man für Gott getan hat, uns trösten! Saget dem Gerechten, er werde das Gut, die Frucht seiner Erfindungen geniessen. (Ps 31,2) Alsdann wird, wer Gott geliebt hat, die Frucht aller seiner heiligen Werke verkosten. Daher hat P. Hippolytus Durazzo der Gesellschaft Jesu niemals geweint, wenn einer seiner Ordenspriester mit Vorzeichen der Seligkeit starb, er war vielmehr ganz fröhlich. Wie ungereimt aber wäre es, sagte der heilige Johannes Chrysostomos, an ein ewiges Paradies zu glauben und den zu bedauern, der dahin geht: „Den Himmel bekennen und über die, welche von hier dorthin gehen, trauern?" (Joan. Chrys. ad viduam.) Welchen besonderen Trost wird es alsdann gewähren, wenn man sich an die Verehrung der göttlichen Mutter erinnert, die man gegen sie trug, an die Rosenkränze, an jene Besuchungen, an jenes Fasten am Sonnabende, an die oftmaligen Besuche in ihrer Kongregation! Man nennt Maria „die getreue Jungfrau". O, wie treu ist sie, ihre treuen Diener im Tode zu trösten! Ein Verehrer der heiligsten Jungfrau sagte sterbend zu P. Binetti: Vater, sie können es nicht glauben, wie tröstlich im Tode der Gedanke sei, der göttlichen Mutter gedient zu haben. O mein Vater, wüßten sie nur, welchen Trost ich empfinde, daß ich dieser meiner Mutter gedient habe! Ich bin nicht im Stande zu erklären, welche Freude jenem, der Jesum Christum liebte, der im heiligsten Sakramente ihn oft besucht und in der heiligen Kommunion öfters empfangen hat, alsdann zuteil wird, wenn er in der heiligen Wegzehrung seinen Herrn in das Zimmer treten sieht, der da kommt, um ihn auf der Reise ins andere Leben zu begleiten! O glücklich der, welcher alsdann mit dem heiligen Philippus Nerius wird sagen können: „Sehet da meine Liebe, sehet meine Liebe! gebt mir meine Liebe!"

Pater La Colombiere hielt es für moralisch unmöglich, daß jemand, der Gott im Leben treu war, eines bösen Todes sterben sollte. Und vor ihm sagte der heilige Augustinus: „Wer gut gelebt hat, kann nicht schlecht sterben". Wer zum Sterben bereit ist, fürchtet keinen Tod und selbst den jähen nicht. Wenn auch der Gerechte vom Tode übereilt wird, so wird er doch in der Erquickung sein. (Weish 4,7) Und da wir nicht anders zum Besitze Gottes gelangen, als durch den Tod, so ermahnt uns der heilige Johannes Chrysostomos: „Wir wollen Gott aufopfern, was wir zurückgeben müssen". Und wir sollen wissen, daß, wer Gott seinen Tod aufopfert, den vollkommensten Akt der Liebe übe, den er gegen Gott üben kann; denn nimmt man mit gutem Willen den Tod an, wo es Gott gefällig ist, zu welcher Zeit oder auf was immer für eine Art es Gott will, so wird man den heiligen Märtyrern gleich. Wer Gott liebt, muß den Tod wünschen und darnach seufzen, denn der Tod vereint uns auf ewig mit Gott und bewahrt uns vor der Gefahr, ihn zu verlieren. Es ist eine Zeichen von geringer Liebe zu Gott, wenn man nicht wünscht, ihn bald zu sehen, indem man zugleich gesichert ist, ihn nicht mehr verlieren zu können. Wir wollen ihn in diesem Leben so viel lieben, als wir können. Nur zu diesem Ende soll das Leben uns dienen, um in der Liebe zuzunehmen. Das Maß unserer Liebe, in welchem der Tod uns antrifft, wird dasselbe Maß sein, mit dem wir Gott in der seligen Ewigkeit lieben werden.
 
Anmutungen und Bitten
Binde mich, mein Jesu, an dich so fest, daß ich mich nicht mehr von dir trennen kann. Laß mich ganz dein werden, ehe ich sterbe, damit ich dich, o mein Erlöser! versöhnt sehe, wenn ich dich zum ersten Male erblicken werde. Du suchtest mich, als ich vor dir floh; ach verstoß mich nicht, da ich dich jetzt suche. Verzeihe mir alle Beleidigungen, die ich dir zufügte. Von nun an will ich nur bedacht sein, dir zu dienen und dich zu lieben. Du verpflichtetest mich allzusehr. Du weigertest dich nicht, Blut und Leben aus Liebe zu mir zu opfern. Ich möchte mich also ganz für dich, mein Jesu! dargeben, da du dich für mich ganz hingabst. O Gott meiner Seele! ich will dich in diesem Leben recht lieb haben, um dich im andern recht sehr zu lieben. Ewiger Vater, ach, ziehe mein Herz ganz an dich, reiße es von den irdischen Neigungen los, verwunde, entzünde es mit deiner heiligen Liebe. Erhöre mich um der Verdienste Jesu Christi willen. Gib mir die heilige Beharrlichkeit, und die Gnade daß ich diese immer verlange. - Maria, meine Mutter, hilf! und erlange mir diese Gnade, deinen Sohn immer um die heilige Beharrlichkeit zu bitten.

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10. Betrachtung, Punkt 1
« Antwort #28 am: 29. Januar 2017, 16:38:06 »
Vorbereitung zum Tode
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10. Betrachtung
Mittel, sich zum Tode vorzubereiten „Bedenke deine letzten Dinge, so wirst du in Ewigkeit nicht sündigen." (Eccl 7,40)
 
1. Punkt
Jedermann bekennt, daß man sterben müsse und nur einmal sterbe und daß nichts von so wichtigen Folgen sei als dies; denn vom Augenblicke des Todes hängt es ab, ob man in Ewigkeit glücklich oder in Verzweiflung sein werde. Jeder weiß, daß von einem guten Leben ein guter, von einem schlechten Leben aber ein böser Tod abhänge. Und wie kommt es denn, daß der größte Teil der Christen dennoch so lebt, als hätte man nie zu sterben oder als wäre an einem guten oder üblen Tode wenig gelegen? Man lebt schlecht, weil man nicht an den Tod denkt: Bedenke deine letzten Dinge, und du wirst in Ewigkeit nicht sündigen. Wir müssen uns überzeugen, daß die Sterbezeit zur Berichtigung unserer Rechenschaft nicht geeignet sei, um das große Geschäft des ewigen Heils zu sichern. Die klugen Kinder der Welt ergreifen zur gehörigen Zeit in den irdischen Geschäften alle Maßregeln, um zu jenem Gewinne, zu jenem Amte, zu jener Verehelichung zu gelangen, und in Betreff der Gesundheit des Körpers verschieben sie die Anwendung der nötigen Mittel nicht im mindesten. Was würdest du von einem solchen sagen, der zu einem Zweikampfe oder zur Prüfung für einen Lehrstuhl gehen soll und erst dann lernen wollte, wenn die Zeit schon da ist?

Wäre jener Hauptmann nicht töricht, welcher die Herbeischaffung von Lebensmitteln und Waffen bis zur Belagerung verschöbe? Wäre jener Steuermann nicht töricht, der es unterließe, auf die Zeit des Sturmes mit Ankern, Ankertauen sich zu versehen?

Eben so töricht ist der Christ, der es bis zur Ankunft des Todes verschiebt, das Gewissen in Ordnung zu bringen: Wann sie plötzlich ein Elend überfällt und der Untergang wie Ungewitter hereinbricht, dann werden sie mich anrufen, ich werde sie aber nicht erhören... Sie werden also die Frucht ihres Wandels essen. (Spr 1,27) usf.

Die Sterbezeit ist die Zeit des Sturmes, der Verwirrung. Alsdann werden die Sünder Gott zu Hilfe rufen, aber bloß aus Furcht vor der Hölle, der sie aber sich nahe sehen ohne wahre Bekehrung, und deswegen erhört sie Gott nicht. Und deshalb werden sie alsdann nur die Früchte ihres schlechten Lebens verkosten: Was der Mensch gesäet haben wird, eben das wird er auch ernten. Es genügt nicht, die heiligen Sakramente zu empfangen: man muß sterben mit einem Hasse gegen die Sünde und mit einer Liebe zu Gott, die über alles geht. Wie wird aber jener die verbotenen Gelüste hassen, der bis zum Tode sie geliebt? Wie wird der Gott über alles lieben, der bis auf jenen Augenblick die Geschöpfe mehr liebte als Gott?

Der Herr nannte jene Jungfrauen töricht; und sie waren es, weil sie die Lampen erst richten wollten, da der Bräutigam schon vor der Türe war. Alle fürchten den jähen Tod, weil es dann nicht Zeit ist, die Rechnungen zu berichtigen. Jeder bekennt, daß die Heiligen wahrhaft weise waren, indem sie zum Tode sich bereiteten, ehe der Tod kam. Und was tun wir? Wollen wir es wagen, uns zu einem guten Tode vorzubereiten, wenn der Tod schon vor der Türe ist? Wir müssen also jetzt schon dasjenige tun, was wir im Tode wünschen werden, getan zu haben. O wie bitter wird dann die Erinnerung sein an die verlorene Zeit und besonders an die schlecht zugebrachte! Die Zeit ist von Gott gegeben, um Verdienste zu sammeln; allein die Zeit, welche vergangen ist, kommt nicht wieder. Welche Angst wird man dann haben, wenn es heißt: Jetzt wirst du nicht mehr haushalten können. Es ist nicht mehr Zeit Buße zu tun, die heiligen Sakramente zu empfangen, Predigten zu hören, Jesum Christum in den Kirchen zu besuchen, zu beten: was geschehen ist, das ist geschehen. Es wäre dann vonnöten ein gesunderer Verstand, eine ruhigere Zeit, um eine Beicht abzulegen, wie sie sein soll, um über verschiedene wichtige zweifelhafte Punkte nachzudenken und so das Gewissen zu beruhigen; allein es wird nicht mehr Zeit sein.
 
Anmutungen und Bitten
Ach mein Gott! Wäre ich in den dir bewußten Nächten gestorben, wo wäre ich gegenwärtig? Ich danke dir, daß du mir zuwartetest und danke dir für alle jene Augenblicke, wo ich hätte in der Hölle sein müssen, seit jenem Augenblicke, wo ich dich zuerst beleidigte. Ach, gib mir Licht und lasse mich das große Unrecht erkennen, das ich dir antat, indem ich freiwillig deine Gnade verlor, die du mir erlangtest, indem du für mich am Kreuze dein Leben opfertest! Ach, mein Jesus! vergib mir, es reuet mich von ganzem Herzen über alles, dich unendliche Güte, verachtet zu haben! Ich hoffe, du hast mir schon verziehen. Ach, hilf mir, o mein Heiland! daß ich dich nicht mehr verliere! Ach, mein Herr! wenn ich dich nach so vieler Erkenntnis und so vielen erhaltenen Gnaden wieder beleidigte, würde ich nicht absichtlich die Hölle mir zuziehen? Ach, laß es um der Verdienste deines aus Liebe für mich vergossenen Blutes willen nicht zu. Gib mir die heilige Beharrlichkeit, schenke mir deine Liebe. Ich liebe dich, o höchstes Gut, und ich will nicht mehr ablassen, dich bis zum Tode zu lieben. Mein Gott, erbarme dich meiner um der Liebe Jesu Christi willen! - Habe auch du Erbarmen mit mir, o Maria! meine Hoffnung! empfiehl mich Gott an; deine Anempfehlungen werden von jenem Herrn, der dich liebt, nicht abgewiesen.

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10. Betrachtung, Punkt 2
« Antwort #29 am: 30. Januar 2017, 21:58:33 »
Vorbereitung zum Tode
oder Betrachtungen über die ewigen Wahrheiten
um fromm zu leben und selig zu sterben

vom Heiligen Alphons Maria von Liguori


10. Betrachtung
Mittel, sich zum Tode vorzubereiten
 
2. Punkt
Auf also, mein Bruder! denn es ist gewiß, daß du sterben mußt; wirf dich dem Gekreuzigten zu Füßen, danke ihm für die Zeit, die er dir aus seiner Barmherzigkeit gibt, um dein Gewissen ordnen zu können, und dann überschaue alle Verirrungen deines bisherigen Wandels, besonders jene deiner Jugendjahre. Blicke auf die göttlichen Gebote, untersuche die dir obliegenden Pflichten, die Gesellschaften, die du besuchest, und schreibe deine Fehler auf und leg eine allgemeine Beicht von deinem ganzen Leben ab, wenn du es noch nicht getan hast. O wie nützlich ist die allgemeine Beicht, um das Leben eines Christen gut zu ordnen! Denke, es ist eine Rechenschaft für die Ewigkeit und, verrichte sie daher, als wärest du jetzt im Begriffe, sie vor Jesus Christus, deinem Richter, abzulegen. Vertreibe aus deinem Herzen jede böse Neigung, jeden Groll; benimm dir jetzt jeden Zweifel hinsichtlich eines fremden Gutes, einer Ehrabschneidung, gegebener Ärgernisse; und nimm dir vor, die Gelegenheiten, wo du Gott verlieren kannst, zu vermeiden. Bedenke, daß das, was dir jetzt schon schwer scheint, dann im Tode dir unmöglich vorkommen werde.

Entschließe dich endlich - was das Allerwichtigste ist - die Mittel anzuwenden, um in der Gnade Gottes dich zu erhalten. Diese Mittel sind: tägliches Meßhören, Betrachtung der ewigen Wahrheiten, oftmaliges Beichten und Kommunizieren, wenigstens alle acht Tage, der tägliche Besuch des heiligsten Sakraments und der göttlichen Mutter, geistliche Lesung nebst Fasten am Sonnabende. Vor allem nimm dir vor, dich öfters Gott und der seligsten Jungfrau anzuempfehlen und die heiligen Namen Jesu und Maria oft und besonders zur Zeit der Versuchung anzurufen. Das sind die Mittel, die dir einen guten Tod und die ewige Seligkeit erlangen können.

Wenn du dies tust, wird es für dich ein großes Zeichen der Gnadenwahl sein. Und in Betreff der Vergangenheit vertraue auf das Blut Jesu Christi, der dir diese Erkenntnis gibt, indem er will, daß du selig werdest und habe Vertrauen auf die Fürbitte Mariä, welche dir diesen Unterricht erlangt. O wie wird dir bei einer solchen Prüfung deines Lebenswandels und bei deinem Vertrauen auf Jesus und Maria von Gott geholfen werden: welche Stärke wird deine Seele erlangen! Wohlan also, mein Leser, ergib dich ganz und gar Gott, der dich ruft, und fange an, jenen Frieden zu genießen, dessen du bisher aus deiner eigenen Schuld beraubt warst. Und welch größeren Frieden kann eine Seele wohl fühlen, als wenn sie sich abends beim Schlafengehen sagen kann: Sollte diese Nacht der Tod kommen, so hoffe ich in der Gnade Gottes zu sterben! Welcher Trost ist es, das Gekrache des Donners zu hören, die Erde beben zu sehen und dabei mit Ergebenheit dem Tode entgegenzuharren, wenn ihn Gott über mich verhängt!
 
Anmutungen und Bitten
Ach, mein Herr, wie undankbar bin ich dir für das Licht, das du mir gibst. Ich verließ dich so oft und kehrte dir den Rücken; doch du verließest mich nicht. Hättest du mich verlassen, so wäre ich blind geblieben, wie ich 's vorher sein wollte; ich wäre in meiner Sünde hartnäckig verharrt und hätte weder den Willen, sie zu verlassen, noch den Willen, dich zu lieben. Jetzt fühle ich großen Schmerz, dich beleidigt zu haben und großes Verlangen, in deiner Gnade zu sein; ich habe Abscheu vor jenen verfluchten Freuden, wegen welcher ich deine Gnade verlor. Alles dies sind Gnaden, die von dir kommen und mich hoffen lassen, daß du mir verzeihen und mich selig machen wollest. Da du mich also ungeachtet so vieler Sünden nicht verlassen hast und mich selig haben willst, nun, so ergebe ich mich dir ganz. Es reuet mich über alles Übel, dich beleidiget zu haben, und ich nehme mir vor, lieber tausendmal das Leben als deine Gnade zu verlieren. Ich liebe dich, mein höchstes Gut, ich liebe dich, mein Jesus, der du für mich gestorben bist, und hoffe, um deines Blutes willen, daß du dich nicht mehr werdest von mir trennen lassen. Nein, mein Jesus! ich will dich nicht mehr verlieren. Ich will dich immer lieben, so lange ich lebe; ich will dich lieben, wenn ich sterbe; ich will dich lieben in alle Ewigkeit. Erhalte also und vermehre in mir immer die Liebe zu dir; ich bitte dich darum um deiner Verdienste willen. - Maria, meine Hoffnung, bitte Jesum für mich.
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