Autor Thema: Durch die Eucharistie zur Dreifaltigkeit  (Gelesen 5218 mal)

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Offline Caelum

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Re: Durch die Eucharistie zur Dreifaltigkeit
« Antwort #24 am: 12. November 2019, 07:48:59 »
2. Hauptbedingung des Lebens der Vereinigung: Die Sammlung.

Das Ideal des Kommunizierenden besteht also darin, ohne Unterlaß mit Gott in Gott zu leben. Und dieses Ideal, den Wandel in der Gegenwart Gottes, zu erreichen, ist vor allem die Übung der Sammlung notwendig. Die Seele sammelt sich, indem sie sich, alle ihre Kräfte zusammenraffend, in sich selbst zurückzieht, um dort Gott zu finden.
Für den, der als vollkommener Christ leben will, ist es notwendig, unabweisbar notwendig, unnötige Unterhaltungen zu vermeiden, weltliche Zerstreuungen zu fliehen und lange Stunden des Schweigens zu beobachten. Es ist Illusion, gefährliche Illusion, zu vermeinen, zu gleicher Zeit das Leben der Frömmigkeit und das Leben der Welt führen zu können. Es gibt nur die Wahl: Gott oder die Welt. "Ich ziehe die Seele in die Einsamkeit: dort werde ich zu ihr in ihrem Innersten sprechen".
Aber das äußere Schweigen allein genügt nicht. Was nützt es, der Sprache Schweigen aufzuerlegen, wenn die inneren Stimmen lärmen? Es ist notwendig, sich im innerlichen Schweigen zu üben, d.h. alle nutzlosen Gedanken und Träumereien, die ganze nichtige Arbeit der Einbildungskraft zu bannen, die das Herz oft tiefer aufregt und verwirrt als lange Unterhaltungen. Seine Einbildungskraft gewähren lassen, sich mit Erinnerungen an das vergangene Leben abgeben, in nutzlosen Gedanken verweilen, die Verwirklichung eines naturhaften Wunsches verfolgen, Luftschlösser bauen, sich wegen der Zukunft beunruhigen: all das wirft einen Schleier zwischen Gott und die Seele, setzt der vollkommenen Vereinigung ein Hindernis.
Leider gibt es Seelen, die, obgleich sie die wesentlichen Pflichten des christlichen Lebens erfüllen, bloß ein mittelmäßiges Leben führen, wenig Frucht aus ihrer Vereinigung mit Gott gewinnen und zuletzt ihren Beruf zur Heiligkeit verlieren - aus Mangel an Sammlung und Schweigen. Gott ist in ihnen, aber sie können nicht in ihm bleiben. Der Psalmist sagt: "Meine Seele trage ich immer in meinen Händen, und dein Gesetz vergesse ich nicht". Ein lichtvolles Wort! Es beleuchtet eine grundlegende Verpflichtung: im vollen Besitz seiner selbst in Gegenwart der hhl. Dreifaltigkeit zu bleiben.
Der Christ soll mit eifersüchtiger Sorgfalt wachen, soweit möglich niemals, auch nur einen Augenblick, die Herrschaft über seine inneren Kräfte aufzugeben. Die nichtige Arbeit der Einbildungskraft hat die Zersplitterung der Kräfte der Seele zur Folge, die, geschwächt und nach allen Richtungen gezerrt, unfähig wird, sich, wie sie sollte, der alleinigen Übung der Liebe hinzugeben. Ziel der Sammlung ist, diese zerstreuten und verschleuderten Kräfte wieder zu ergreifen und zu Gott zurückzuführen. Wieder zum Besitze ihrer selbst zurückgeführt, kann sich die Seele mit ihren Gästen, den drei göttlichen Personen, unterhalten, die sie immerfort zu traulichen Unterredungen locken möchten: "Höre, o Tochter, und schaue und neige dein Ohr und vergiß dein Volk und das Haus deines Vaters. Dann sehnt sich der König nach deiner Schönheit; denn er ist der Herr, dein Gott, und ihm huldigt man". Willst du Gott hören? - Laß die Geschöpfe schweigen und wende dich ihm zu" "Der Vater hat ein Wort gesprochen; das ist sein Sohn. Er spricht es ewig und in ewigem Schweigen aus. Und im Schweigen hört es die Seele".
"Das Gesetz des inneren Gebetes ist die Einheit", sagt die selige Angela von Foligno. "Gott verlangt den ganzen Menschen und nicht einen Teil davon. Das innere Gebet fordert das ganze Herz, und wenn man nur einen Teil davon gibt, erhält man nichts... Macht euch klar, daß nichts euch nottut, gar nichts als Gott. Gott finden, in ihm eure Kräfte sammeln, das ist das einzig Notwendige. Um dieser Sammlung willen muß man jede überflüssige Gewohnheit aufgeben, jede überflüssige Neugierde, jede überflüssige Beschäftigung und Wirksamkeit. Mit einem Wort: der Mensch muss sich von allem loslösen, was ihn teilt."
Ach, daß jeder Christ den Rat der hl. Katharina v. Siena befolgen möchte, die ihren Schülern anzuempfehlen pflegte, sich in ihrem Inneren eine Zelle zu errichten, wo sie mit dem einen Notwendigen beschäftigt, mit Gott allein lebten! - Hier trägt der Christ seine Seele allzeit in seinen Händen. Ach, daß er wie die Braut im Hohen Liede auf der Suche nach dem Vielgeliebten immer sagte: "Nescivi: ich weiß nichts mehr", ich habe alles vergessen außer Gott und die Sache Gottes. Oder wie Sankt Paulus sagt: "Was mir nicht als Gewinn galt, habe ich um Christi willen für Verlust erachtet. Ja, ich erachte immer alles für Verlust, weil die Erkenntnis meines Herrn Christus Jesus, für den ich alles preisgegeben habe, bei weitem wertvoller ist. Ich erachte es geradezu für Kehricht, um Christus zu gewinnen und in ihm befunden zu werden".
Wenn jemand zum Stande der Vereinigung gelangen will, muß er sich unbedingt von Grund auf von allen Dingen freimachen, sodann sich vollständig in seinem Innern sammeln: hier habe ich keinen anderen Gegenstand vor seinem Geistesauge als den mit Wunden über und über bedeckten Heiland; nun befleiße er sich sorgsam und aus allen Kräften, durch ihn in ihn einzudringen; durch ihn als Menschen; in ihn als Gott, durch die Wunden seiner heiligen Menschheit hinein in das innerste Heiligtum der Gottheit.

Offline Caelum

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Re: Durch die Eucharistie zur Dreifaltigkeit
« Antwort #25 am: 12. November 2019, 08:58:06 »
3. Festhalten der Vereinigung in der Arbeit.

Unser Vorbild. - Jesus ist auch auf die Erde gekommen, um zu arbeiten. Sein ganzes Leben verfloß in der Erfüllung einer Aufgabe: "Ich bin arm und von Jugend an bei der Arbeit". Er hat sich ihr ohne Schonung gewidmet; niemals hat ihn etwas abhalten können, sein Werk zu vollenden, nichts, selbst nicht die kindliche Liebe, die er zu seiner hl. Mutter trug. "Warum suchtet ihr mich? Wußtet ihr nicht, daß ich im Hause meines Vaters weilen muß?" Er liebte seine Arbeiten, und um sie erfüllen zu können, wollte er sie in heiliger Freiheit verrichten.
Meinung bei der Arbeit. - Seine Arbeit war eine Anbetung des himmlischen Vaters, eine Anerkennung dessen unumschränkter Rechte. Vor allem wollte Jesus Gott dienen, weil das die Pflicht jeglicher Kreatur ist. "Der Menschensohn ist nicht gekommen, sich bedienen zu lassen, sondern zu dienen". Ehre und Freude war es ihm, sich dem göttlichen Dienste zu widmen. Was auch immer die Form seiner äußeren Tätigkeit war: mit seinem Pflegevater das Holz zu bearbeiten, der Volksmenge zu predigen, weite Strecken zurückzulegen, das Kreuz zu tragen: immer ward seine Arbeit vollbracht mit einer Gewissenhaftigkeit voller Liebe, einer unaussprechlicher Demut und in der Absicht, Gott zu verherrlichen.
Daher konnte er auch am Vorabend seines Leidens seinem Vater gegenüber sich das Zeugnis ausstellen: "Ich habe dich auf Erden verherrlicht: ich habe das Werk vollbracht, das zu vollbringen du mir aufgetragen hast". Für den Vater arbeitete er, weil er ihn liebte. Die Liebe beherrschte ihn. "Die Welt soll erkennen, daß ich den Vater liebe und den Auftrag des Vaters ausführe. - Wohlan, laßt uns aufbrechen", sagte er in dem Augenblick, als er sein großes Werk, die Passion, begann.
Für ihn bedeutete Arbeit: die Gerechtigkeit erfüllen. Zunächst, damit seine hl. Menschheit sich im Dienste dessen verzehre, der sie so reich und freigebig ausgestattet hatte; sodann weil er hienieden als Wiederhersteller und vollendeter Büßer erschienen war. Da er unsere Sünden auf sich nahm, wurde die Wiedergutmachung sein Werk, die Arbeit sein Los, die schwierige, rauhe, schmerzvolle Arbeit. Auch empfand er eine unrmeßliche Freude, sich grenzenlos hinzugeben, ohne Erleichterung zu arbeiten. Die Arbeit war seine Nahrung, ein Festmahl für seine Seele: "Meine Speise ist es, den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat, und sein Werk zu vollbringen".
Der Christ sei "so gesinnt, wie es Christus Jesus war", er soll seine Meinung mit der des göttlichen Arbeiters vereinen. Vor allem: lieben wir die Arbeit, weil sie Gottesdienst ist: sei sie nun ein Akt der Gerechtigkeit, ein Werk der Frömmigkeit, ein Ausdruck der Demut und Abhängigkeit oder die Anerkennung der höchsten Rechte des Schöpfers über sein Geschöpf.
Sodann: lieben wir die mit der Arbeit verbundene Ermüdung und Qual, weil es recht und billig ist, daß der Sünder seine Fehler büßt. Wenn Jesus, das Lamm ohne Makel, sich so sehr abgemüht hat, bloß weil er den Schein eines Sünders angenommen hatte, wieviel muß dann erst der wirkliche Sünder arbeiten!
Wie arbeiten? - Es ist sehr wesentlicht, festzustellen, daß Jesus im Vater verblieb, wenn er sich zur Arbeit anschickte. Es wäre ein schwerer Irrtum, anzunehmen, daß Jesus den großen Anteil, den er dem Gebete vorzubehalten pflegte, verkürzt hätte, als er beim Antritte seines apostolischen Amtes Nazareth verließ. Nein, niemals hat sein tätiges Leben sein beschauliches Leben beeinträchtigt. In seiner heiligen Seele war immer die Anschauung des Vaters und die Liebe zu ihm als bleibender innerer Untergrund, worauf alle seine Zustände beruhten und woraus alle seine Geheimnisse hervorgingen. Der Anteil, den er seinem Vater während der dreißig Jahre seines verborgenen Lebens widmete, war wohl abgeschlossener, aber nicht weniger fruchtbar als derjenige während seines öffentlichen Lebens. Als er Nazareth verließ, übernahm er wohl neue harte Arbeiten, aber er ließ nicht ab vom inneren Leben.
So sollen auch wir bei unseren Arbeiten bei Gott bleiben. Soviel als möglich sollen wir den Unterschied zwischen der Gebets- und der Arbeitszeit aufheben, uns immerfort mit den Gästen in unserem Inneren unterhalten. "Was ihr auch tun mögt in Wort oder Werk, das tut im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott dem Vater durch ihn".
Die Art der Beschäftigung ist nebensächlich: ob wir uns abmühen oder studieren oder sprechen oder essen - wenn wir nur nicht aufhören, Gott zu lieben.
Wenn es sich darum handelt, dem Nächsten Gutes zu tun, so verlassen wir nicht Gott, um zu unseren Brüdern und Schwestern zu gehen, sondern wir tragen vielmehr Gott zu ihnen. Bedenken wir das Fundamentalgesetz des christlichen Handelns: jedwedes Apostolat, das nicht in der Beschauung seinen Ursprung hat, ist unfruchtbar und kann sogar dem, der es ausübt, zum Schaden gereichen. Jedes aktive Leben, das sich zum Nachteil der Beschauung entwickelt, ist gegen den Willen Gottes. Niemals darf die Hingabe an den Nächsten die Hingabe an Gott mindern. Niemals darf sich unsere Tätigkeit von unserer Beschauung trennen; sie soll vielmehr unsere nach außen tretende Beschauung sein. die sich in die Seele des Nächsten ergießt.
Wenn also jemand, von einem übermäßigen Tätigkeitsdrang getrieben - und wäre es auch in der Absicht christlicher Nächstenliebe - sich mit einem Übermaß von Geschäften belüde und sich Arbeiten auferlegte, die ihn zuständlich die innere Sammlung verlieren ließen und sein inneres Leben erstickten, er müßte sich bestreben, sie einzuschränken, eingedenk des Wortes des hl. Bernhard: "Maledicta occupatio quae te retrahit a Deo: verflucht die Beschäftigung, die dich von Gott entfernt!"
Tätigkeit ist in der Kirche notwendig, aber Beschauung ist es noch viel mehr.

Offline Caelum

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Re: Durch die Eucharistie zur Dreifaltigkeit
« Antwort #26 am: 12. November 2019, 13:14:25 »
4. Festhalten der Vereinigung in der Versuchung.

Ist es schwieriger, die Vereinigung in der Versuchung festzuhalten?
Nein, wenn wir im Glauben fest stehen und uns erinnern, daß sich Gott bisweilen in der Finsternis verbirgt! Er verbirgt sich in unserem Herzen und erlaubt dem Teufel, sich uns zu nahen. Aber er bleibt in uns.
Aus dem Leben der hl. Katharina von Siena kennen wir eine aufschlußreiche Begebenheit. Katharina war außerordentlich demütigenden und unerhört heftigen Versuchungen gegen die hl. Reinheit unterworfen gewesen. Als der Sturm vorüber war, erschien ihr der Heiland. "Herr," rief sie, "wo warst du denn, während mein Herz von solcher Unreinheit gequält war?" - "Ich war in deinem Herzen." - "O Herr, du bist die Wahrheit selbst, und ich beuge mich vor deiner Majestät. Aber wie war es möglich, daß du in meinem Herzen warst, als es von solchen abscheulichen Gedanken erfüllt war? - "Verursachten diese Gedanken und Versuchungen dir Freude oder Trauer, Vergnügen oder Qual?" - "Eine große Traurigkeit und eine große Qual." - "Siehe, meine Tochter, du littest deshalb, weil ich mitten in deinem Herzen verborgen war. Wäre ich abwesend gewesen, so wären diese Gedanken in dich eingedrungen und hätten dich erfreut; aber meine Gegenwart hat sie dir unerträglich gemacht. Ich handelte in dir; ich verteidigte dein Herz gegen den Feind. Niemals war ich dir näher."
Diese göttlichen Worte zeichnen uns die Verhaltensmaßregel, die wir in der Versuchung beobachten sollen: sich eng an Jesus anzuschließen. Wenn der Teufel unser übernatürliches Leben angreift, wen greift er letztlich an, wenn nicht Gott selbst? Christus in uns verfolgt er, und er möchte ihn von neuem kreuzigen. Das Leben Christi in uns will er auslöschen. Das Geheimnis des Sieges besteht nicht darin, uns aufzuregen, direkt die Einflüsterungen des Bösen zurückzuweisen oder seine Kunstgriffe zu bekämpfen, sondern darin, uns mit ganzem Willen dem anzuschließen, der ihn bereits besiegt hat und dem mehr als uns selbst darum zu tun ist, das Leben, das er uns verliehen hat, zu retten. Mehr denn je gilt es, in diesem Augenblicke den Rat des heiligen Paulus zu befolgen: "Wandelt in ihm. In ihm faßt Wurzel, auf ihm baut euch auf; festigt euch im Glauben". Wer, ohne sich beunruhigen zu lassen, bei Christus bleibt, sich in ihn versenkt und ihm vertraut, kann durch den Teufel nicht besiegt werden. "Denn mächtiger ist der, der in euch ist, als jener, der in der Welt ist". - "Wenn ein Heer sich wider mich aufstellt, fürchtet sich mein Herz nicht. Wenn sich ein Kampf wider mich erhebt, will ich auf ihn hoffen... Denn er birgt mich in seinem Zelte".
Die hl. Gertrud rief aus: "Ich danke dir für deinen Schutz, hochheilige und unbegreifliche Dreifaltigkeit, die du nicht erlaubst, daß wir über unsere Kräfte versucht werden, obgleich du zuweilen zulässest, daß wir versucht werden, damit wir in der Tugend voranschreiten. Und da du siehst, daß unsere ganze Hoffnung sich auf deine Hilfe stützt, übernimmst du unseren eigenen Kampf und zwar durch eine Großmut ohnegleichen so, daß für dich die Anstrengung des Kampfes bleibt, uns aber der Preis des Sieges."
Nachdem sie um die Gnade gefleht hat, immer mit Gott vereinigt zu bleiben, fügt die hl. Theresia hinzu: "Alsdann habe ich nur Geringschätzung und Verachtung für alle Dämonen; nun haben sie Angst vor mir. Ich begreife nicht jenen Furchtausruf: der Teufel, der Teufel!, wenn wir sagen können: Gott, Gott!"
Die vertrauensvolle Vereinigung mit unseren inneren Gästen ist also das Heilmittel in der Versuchung, denn keine Macht ist imstande, Gott eine Seele zu entreißen, ohne daß diese es selbst will: "Wer wird uns scheiden von der Liebe Christi? Trübsal oder Bedrängnis oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder das Schwert?... In all dem bleiben wir siegreich durch ihn, der uns geliebt hat. Denn ich bin überzeugt: Weder Tod noch Leben, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, noch Mächte, weder Hohes noch Niedriges, noch sonst etwas Erschaffenes wird uns scheiden können von der Liebe Gottes, die da ist in Christus Jesus, unserem Herrn".

Offline amos

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Re: Durch die Eucharistie zur Dreifaltigkeit
« Antwort #27 am: 12. November 2019, 18:07:17 »
Lieber Caelum, danke für Deinen schönen und erbauenden Beitrag!

Zitat: Die nichtige Arbeit der Einbildungskraft hat die Zersplitterung der Kräfte der Seele zur Folge, die, geschwächt und nach allen Richtungen gezerrt, unfähig wird, sich, wie sie sollte, der alleinigen Übung der Liebe hinzugeben. Zitatende

Ja, ich bin der Einbildungskraft erlegen, und habe damit das Wesentliche auf weiten Strecken meines Lebens versäumt, und somit meine Selbstverwirklichung vertan!


Herzliche Grüße und Gottes Segen. amos













































 
Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott, und Gott bleibt in ihm.
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Re: Durch die Eucharistie zur Dreifaltigkeit
« Antwort #28 am: 13. November 2019, 07:40:06 »
Lieber amos, mir erging es ebenso. Doch wichtig ist das Hier-und-Jetzt, die Erkenntnis, dass man irgendwann mal falsch abgebogen ist. Die Vergangenheit kann man nicht einholen, aber man kann zu jeder Zeit sich für den schmalen Weg entscheiden. Und das ist es, was zählt!
Für jede Seele die umkehrt, gibt es ein großes Halleluja im Himmel.

Offline Caelum

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Re: Durch die Eucharistie zur Dreifaltigkeit
« Antwort #29 am: 13. November 2019, 07:55:16 »
5. Festhalten der Vereinigung im Leiden.

Leiden ist notwendig.
Von unserem Haupte steht geschrieben: "Christus muß leiden". Das gilt auch von seinen Gliedern. "Alle, die in Christus Jesus fromm leben wollen, müssen Verfolgung leiden". Wir gelangen zum Himmel, wie man Kalvaria ersteigt: durch Kreuztragen. "Wer mein Jünger werden will, verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir!"
Es ist also wesentlich zu wissen, wie man leiden soll.
Nicht jedes Leiden ist wertvoll. Es gibt nutzlose und schädliche Leiden. Manche gute Seelen haben einen krankhaften Hang, das Leiden um seiner selbst willen zu suchen, zu lieben und sich darin zu gefallen. Sie handeln gegen die Absichten Gottes, da sie vergessen, daß das Leiden niemals Ziel, sondern immer nur Mittel, ein Verfahren ist, um die Liebe hervorsprühen zu lassen. Die innere Haltung des Leidenden macht das Leiden heilig und verdienstlich. Das Leiden ist nicht das Werk Gottes, sondern der Sünde. Wenn die Liebe es nicht durchdringt, um es zu Ehren zu bringen und es der Reinigung unserer sündhaften Natur dienstbar zu machen, bleibt es eine teuflische Frucht. - Auf Kalvaria befand sich zu jeder Seite Christi ein gekreuzigter Missetäter: dem einen ward das Leiden Eingang und Paradies, dem andern durch Vollendung seiner Bosheit Vorspiel der ewigen Verdammnis.
Es handelt sich also nicht so sehr darum, viel zu leiden, als vielmehr darum, gut zu leiden, also in Übereinstimmung mit dem göttlichen Willen, mit und wie Christus leiden.
Nun gibt es auf dem königlichen Wege des Kreuzes drei Stufen: körperliche Leiden, Herzensbedrängnisse und Seelenqualen.

Offline Caelum

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Re: Durch die Eucharistie zur Dreifaltigkeit
« Antwort #30 am: 13. November 2019, 13:31:04 »
Körperliche Leiden.

"Bringt euren Leib zu einem lebendigen, heiligen, Gott wohlgefälligen Opfer dar!"
Körperliche Leiden sind die erste, unterste Stufe der Teilnahme des Christen an der Passion Christi. Doch kann diese Teilnahme schon einen sehr hohen Grad erreichen; denn es gibt körperliche Leiden: Schwächen, Entkräftungen, Krankheiten usw., deren Ertragung der Natur sehr hart ist und folglich für die Seele sehr verdienstlich und der Ehre Gottes förderlich sein kann. Auf dem Wege körperlicher Leiden ist uns Jesus vorangegangen, und er ist viel weitergegangen, als wir ihm zu folgen vermöchten.
Ja, der Hl. Geist hat seine hl. Menschheit für das Leiden besonders bereitet; er gab ihm nämlich einen Körper von ausgesuchter Feinheit und außerordentlicher Empfindsamkeit, damit er fähig war, im Übermaß zu leiden. Seine Vollkommenheit erhöhte seine Leidensfähigkeit in unerhörtem Ausmaß. In der Tat war es in den Tagen der Passion wie ein Überfluten von Leiden und Qualen. Isaias kann es nicht genug schildern:
"Er hat weder Gestalt noch Schönheit; wir sahen ihn, aber das war kein Anblick, daß wir sein begehrt hätten. Verachtet war er, der letzte der Menschen, ein Mann der Schmerzen... Dem Herrn gefiel es, ihn durch Leiden zu zermalmen".
Was tun, wenn an uns die Reihe kommt, körperliche Leiden zu erdulden? Sich eng vereint mit demjenigen halten, der so viel gelitten hat.
Es gibt nichts Leichteres und gleichzeitig Tröstlicheres. Wir erinnern uns, daß wir Glieder Christi sind, und daß wir seine Passion fortsetzen sollen, indem wir zunächst an den Leiden und Wunden seines gottmenschlichen Körpers teilnehmen. Seine so teuer erkaufte Herrlichkeit macht es ihm ja nunmehr unmöglich, zu leiden. Aber was er in seiner persönlichen Menschheit nicht leiden kann, das will er in seiner erweiterten Menschheit, in uns, leiden, und so seine Passion fortsetzen. Scheint er nicht sogar die Demütigung seiner Passion über ihre Grenzen hinaus erweitern zu wollen, deren Überschreitung seine Vollkommenheit ehemals verhinderte? Während seines sterblichen Lebens war er Leiden unterworfen, denen wir niemals unterworfen sein werden, aber es gibt andere, die er niemals durch eigene Erfahrung kennen konnte, z.B. Krankheit. Was er nicht selbst erlitt, will er in uns erleiden. Er senkt sich in unser Leben, vereinigt uns mit ihm, so daß wir nicht nur für ihn, sondern wahrhaftig mit ihm und in ihm leiden können. In Wahrheit können wir sagen: "Mit Christus bin ich gekreuzigt".
Jedes richtig getragene Leiden fördert das Werk Gottes in uns. Nichts ist heiligender. Es vollendet unsere innere Ähnlichkeit mit Jesus. Es vollbringt das wunderbare Werk, von dem der hl. Paulus sagt: "Bis Christus in euch Gestalt gewinnt". "Wenn auch unser äußerer Mensch zugrunde geht, der innere wird Tag für Tag neu". Jeder Schmerz ist wie ein Neigen des Gekreuzigten zu uns und ein neuer Zug der Ähnlichkeit mit Jesus. Wer wollte nicht, auf solche Gewißheiten gestützt, nicht bloß mit Geduld sondern mit heiliger Freude die schlimmsten Prüfungen ertragen? "Ich bin voll des Trostes, bin übervoll von Freude bei all unserer Bedrängnis", sagt der hl. Paulus. "So freue ich mich der Leiden für euch, denn ich leide meinerseits an meinem Fleische die Mühsale Christi an seiner Statt für seinen Leib, die Kirche". Deshalb beglückwünschte er die Christen, die Gott prüfte: "Euch ist die Gnade verliehen, nicht bloß an Christus zu glauben, sondern auch für ihn zu leiden". Indem wir mit Jesus und in Jesus leiden, müssen wir uns jene anderen Worte des großen Apostels zu eigen machen:

"Von allen Seiten sind wir bedrängt,
doch nicht beengt,
in Not, doch nicht in Verzweiflung,
verfolgt, doch nicht verlassen,
unterdrückt, doch nicht zugrundegerichtet.
Allzeit tragen wir Jesu Todesleiden
an unserem Leibe,
damit auch das Leben Jesu an unserem
Leibe sichtbar werde.
Denn um Jesu willen werden wir,
wiewohl fortlebend,
ständig der Macht des Todes ausgeliefert,
damit auch das Leben Jesu an unserem
sterblichen Fleische sichtbar werde....
Die augenblickliche, leichte Bedrängnis verschafft uns eine überschwengliche, ewige, alles überwiegende Herrlichkeit".

Jedes Leiden ist in der Tat ein Same für Ewiges.

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Re: Durch die Eucharistie zur Dreifaltigkeit
« Antwort #31 am: 13. November 2019, 15:41:28 »
Herzensbedrängnisse

Es ist die zweite Stufe. Sehr verschieden nach Ursache und Art, erfaßt hier der Schmerz, wie Gram, Verdruß, Trennung, Verkennung, Schmähung, Traurigkeit bis zur Todesnot.
Herzeleid ist der Natur schrecklicher als körperliches Leiden, aber auch läuternder, weil es zu härtesten Verzichtleistungen zwingt, und folglich auch reicher an Früchten der Heiligkeit ist. Durch Leiden des Herzens dringt man viel tiefer in die Passion Christi ein als durch körperliche Leiden. Die körperlichen Leiden Jesu waren fürchterlich; aber wer kann die Tiefe der Leiden seines Herzens ermessen? Weil das heiligste Herz ein Abgrund der Liebe war, war es auch ein Abgrund des Leidens. Sein irdisches Leben war eine lange Todesnot, die sein Wissen, seine Heiligkeit und seine unendliche Liebe nur verstärkten. Mit der Menschwerdung begann diese erdrückende Todesnot, um in den Tagen der Passion ihren Höhepunkt zu erreichen. Unsägliches dreiunddreißigjähriges Martyrium, das stündlich seine Leidensfähigkeit erprobte: er lebte im Schmerz.
Wer nach vollkommener Vereinigung trachtet, muß mutig in das Leiden Christi eindringen und mit ihm allen Kummer, alle Schmähungen und Todesnöte ertragen. Der hl. Paulus hatte diese Gesinnung: "Ihn will ich erkennen... und die Teilnahme an seinem Leiden, und ihm will ich im Tode ähnlich werden".
Demjenigen, der glaubt, ist es also ziemlich leicht, in Gott zu bleiben; denn welches Leid er auch trägt und in welch äußerste Todesnot er gerät: immer wird er Jesus vor sich sehen, mit demselben Leid beladen, dieselbe und noch viel schlimmere Todesnot erleidend, die er heiligt und vergöttlicht, damit wenn wir im Leide bei ihm ausharren, wir auch in seiner Liebe bleiben.

 

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