Autor Thema: Thomas von Aquin - Lehre des Heils  (Gelesen 7608 mal)

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Re: Thomas von Aquin - Lehre des Heils
« Antwort #24 am: 17. Dezember 2019, 07:50:22 »
DAS HERRENMAHL IM ORGANISMUS DER SAKRAMENTE

Das Leibesleben bedarf der körperlichen Nahrung, nicht nur damit es zur vollen Größe weiterwachse, sondern auch um das natürliche Leben des Leibes zu erhalten, damit es sich nicht infolge der ständigen Beeinträchtigungen auflöse und seine Kraft hinschwinde. Ebenso mußte man auch im geistlichen Leben eine geistliche Speise haben, durch welche die Wiedergeborenen in ihrem Tugendleben erhalten werden und darin wachsen.

Und weil die geistlichen Wirkungen uns passenderweise unter dem Gleichnis sichtbarer Dinge übergeben werden, so wird uns auch diese geistliche Nahrung unter den Gestalten jener Dinge gespendet, welche die Menschen am meisten zur Ernährung des Leibes zu gebrauchen pflegen. Von dieser Art sind aber Brot und Wein, und darum wird uns dieses Sakrament unter den Gestalten von Brot und Wein dargereicht.

Dabei muß man sich vor Augen halten, daß im Bereich der leiblichen Wesen der Erzeuger in einer andersgearteten Verbindung mit dem Erzeugten steht als die Nahrung mit dem Ernährten. Der Erzeuger braucht sich mit dem Erzeugten nicht mit seinem Wesensbestand, sondern nur in der Ebenbildlichkeit und der Kraft zu verbinden. Die Nahrung muß jedoch in ihrem Wesensbestand mit dem Ernährten verbunden werden. Damit nun den körperlichen Zeichen die geistlichen Wirkungen entsprechen, verbinden sich uns das Mysterium des menschgewordenen WORTES in der Taufe, die eine geistliche Wiedergeburt ist, in anderer Weise als in diesem Sakrament der Eucharistie, das eine geistliche Nahrung ist. Denn in der Taufe ist das menschgewordene WORT nur seiner Kraft nach erhalten, aber im Sakrament der Eucharistie ist er selbst - das bekennen wir - in seinem Wesensbestande enthalten.

Und weil die Vollendung unseres Heiles durch Christi Leiden und Sterben geschehen ist, wodurch sein Blut von seinem Fleische getrennt ward, so wird uns in getrennten Gestalten das Sakrament seines Leibes, unter der Gestalt des Brotes, und seines Blutes, unter der Gestalt des Weines, dargereicht. So sollten wir in diesem Sakramente das Andenken und die Vergegenwärtigung des Herrenleidens haben. Und damit gehen die Worte des Herrn in Erfüllung: "Mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise, und mein Blut ist wahrhaft ein Trank" (Joh 6,56).

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Re: Thomas von Aquin - Lehre des Heils
« Antwort #25 am: 17. Dezember 2019, 08:46:08 »
DAS HERRENMAHL IST OPFER

Aus zwei Gründen wird die Feier dieses Sakramentes eine Hinopferung Christi genannt. Erstens weil, wie Augustinus sagt, "die Bilder mit den Namen jener Dinge bezeichnet werden, deren Bilder sie sind. So sagen wir, wenn wir ein Tafelbild oder ein Wandgemälde sehen: 'Der ist Cicero' und: 'Der ist Sallust'"

Die Feier dieses Sakramentes ist aber ein Abbild, das uns Christi Leiden vergegenwärtigt, welches seine wirkliche Hinopferung ist. Und deshalb bezeichnet man die Feier dieses Sakramentes als die Hinopferung Christi. Darum sagt auch Ambrosius in seiner Erklärung zum Hebräerbrief: "In Christus ist einmal die Opfergabe geopfert worden, die ein ewiges Heil dauernd zu wirken vermag. Und was tun wir also? Opfern wir denn nicht an jedem einzelnen Tag? Jawohl, aber wir tun es zum Gedächtnis des Todes Christi" (Zu Hebr 10,1).

Zweitens wird die Feier dieses Sakramentes als Hinopferung Christi bezeichnet im Hinblick auf die Wirksamkeit des Leidens Christi, denn durch dieses Sakrament werden wir teilhaftig der Frucht des Herrenleidens. In diesem Sinne heißt es in einem sonntäglichen Stillgebet (am 9. Sonntag nach Pfingsten): "Jedesmal, wenn das Gedächtnis dieses Opfers gefeiert wird, wird das Werk unserer Erlösung gewirkt."

Im Hinblick auf die erstgenannte Weise (der obigen Begründung) kann man sagen, Christus sei auch in den Vorbildern des Alten Testamentes geopfert worden. So spricht die Geheime Offenbarung von denen, "deren Namen eingeschrieben sind im Lebensbuche des Lammes, das seit Anbeginn der Welt geschlachtet wurde" (Offb 13,8). Im Hinblick auf die zweite Weise aber ist es einzig diesem Sakramente eigen, daß in seiner Feier Christus hingeopfert wird.

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Re: Thomas von Aquin - Lehre des Heils
« Antwort #26 am: 18. Dezember 2019, 08:14:53 »
DAS OPFER DER HEILIGEN MESSE IST VERGEGENWÄRTIGUNG DES HERRENLEIDENS

Paulus schreibt den Korinthern: "Ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch überliefert habe: Der Herr Jesus nahm in der Nacht, da er verraten wurde, Brot, dankte, brach es und sprach: 'Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Andenken.' Ebenso nahm er nach dem Mahle den Kelch und sprach: 'Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blute. So oft ihr ihn trinket, tut dies zu meinem Andenken'" (1 Kor 11,23-25)...

Das Blut Christi im Sakramente vergegenwärtigt unmittelbar das Leiden, durch das es vergossen ward, und durch das alle Vorschriften des alten Gesetzes beendet wurden. Deshalb heißt es auch im Hebräerbrief, daß Christus "mit seinem eigenen Blute ein für allemal in das Allerheiligste hineinging: er, der eine ewig gültige Erlösung bewirkt hat" (Hebr 9,12)...

Nun sind einige der Ansicht, daß nicht alle Worte, die die Kirche bei der Konsekration des Blutes anwendet, notwendigerweise zu den formgebenden Worten gehören, sondern nur die folgenden: "Das ist der Kelch meines Blutes"; nicht aber das übrige, das sich daran anschließt: "des neuen und ewigen Bundes, Mysterium des Glaubens, das für euch und für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden".

Diese Ansicht scheint jedoch diesem Sachverhalt nicht gerecht zu werden: Alles folgende ist eine nähere Bestimmung des Ausgesagten und gehört deshalb zum Sinn und zur Bedeutung dieser Aussage mit hinzu. Und weil, wie schon oft dargelegt, das Formgebende des Sakramentes dadurch wirksam ist, daß es bezeichnet, so gehört auch das Ganze mit zur Wirkkraft der formgebenden Worte. Dem steht auch nicht die Begründung entgegen, welche die anderen anführen: Bei der Konsekration des Leibes genügen die Worte: "Das ist mein Leib". Denn das besonders konsekrierte Blut vergegenwärtigt in besonderer Weise das Leiden Christi, durch das sein Blut vom Leibe getrennt wurde. Deshalb mußte bei der Konsekration des Blutes die Kraft des Leidens Christi zum Ausdruck gebracht werden, die mehrere Beziehungen aufweist:

Die erste im Hinblick auf unsere Schuld, die durch Christi Leiden aufgehoben wird. Davon sagt die Geheime Offenbarung: "Er hat uns von unseren Sünden reingewaschen in seinem Blute" (Offb 1,5). Und diese Beziehung ist in den Worten ausgesprochen: "Das für euch und für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden..."

Die zweite im Hinblick auf ihr Verhältnis zum Leben der Gerechtigkeit, das die Kraft des Herrenleidens durch den Glauben bewirkt. Das bezeugt der Römerbrief: "Durch seine Gnade werden sie ohne Verdienst gerechtfertigt kraft der Erlösung in Christus Jesus. Ihn hat Gott in seinem Blute als Sühnopfer durch den Glauben hingestellt" (Röm 3,24f.). Und diese Beziehung kommt zum Ausdruck in dem Worte "Mysterium", das heißt: Geheimnis "des Glaubens". Denn der Glaube an das Leiden Christi war - wie die Wahrheit im Zeichen - geheimnisvoll verborgen in allen Opfern des Alten Bundes. Die Bezeichnung hat die Kirche aus apostolischer Überlieferung, denn im Kanon der Heiligen Schrift ist er nicht enthalten.

Die dritte ist die Beziehung dieser Kraft zu jenem Leben der Herrlichkeit, in das wir durch Christi Leiden hineingeführt werden, wie der Hebräerbrief sagt: "So haben wir denn kraft des Blutes Christi zuversichtliche Hoffnung auf den Eintritt in das Allerheiligste" (Hebr 10,19). Und im Hinblick darauf heißt es: "Des neuen und ewigen Bundes." Ewig heißt dieser Bundesschluß, weil er eine Anordnung betreffs des ewigen Erbteiles darstellt; neu heißt er im Unterschied zu dem alten, der zeitliche Güter versprach. Deshalb sagt der Hebräerbrief: "Somit ist er der Mittler des Neuen Bundes, in dem die Berufenen das verheißene ewige Erbe empfangen sollten. Doch mußte er zuvor... in den Tod gehen" (Hebr 9,15).

Schließlich setzte der Herr den Gebrauch dieses Sakramentes ein mit den Worten: "Sooft ihr ihn trinket, tut dies zu meinem Andenken", das heißt zum Gedächtnis meines Leidens. Davon sagt schon der Prophet: "Wenn ich daran denke, droht das Herz mir in der Brust zu springen" (Klagel 3,20)...

Nachdem Paulus die Worte des Herrn "Tut dies zu meinem Andenken" berichtet hat, gibt er folgende Erklärung: "Denn sooft ihr dieses Brot eßt und diesen Kelch trinkt, feiert ihr den Tod des Herrn, bis er wiederkommt" (1 Kor 11,26). "Brot" sagt er deshalb, weil die Gestalten verbleiben, "dieses Brot", weil der (durch die Gestalten) bezeichnete und (in ihnen) enthaltene Leib des Herrn ein und derselbe ist. "Und (sooft ihr) diesen Kelch trinket, feiert ihr den Tod des Herrn", indem ihr seinen Tod durch dieses Sakrament vergegenwärtigt. Und das "bis er wiederkommt", das heißt: bis zu seiner letzten Ankunft. Damit gibt Paulus zu verstehen, daß dieser Gottesdienst der Kirche nicht aufhören wird bis zum Ende der Welt, wie es bei Matthäus heißt: "Sehr, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung der Weltzeit" (Mt 28,20).

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Re: Thomas von Aquin - Lehre des Heils
« Antwort #27 am: 18. Dezember 2019, 14:39:18 »
IM MESSOPFER WIRD DURCH CHRISTUS AUCH DER MYSTISCHE LEIB DES HERRN GEOPFERT

Der Priester betet (im Canon der heiligen Messe nach der Wandlung): "Allmächtiger Gott, wir bitten Dich demutsvoll: Laß diese Gaben durch die Hände Deines heiligen Engels emportragen auf Deinen himmlischen Altar, vor das Angesicht Deiner göttlichen Majestät."

Mit diesen Worten bittet der Priester weder um die Übertragung der sakramentlichen Gestalten in den Himmel noch um die des wahren Leibes Christi, der ja unaufhörlich dort weilt. Er erfleht das vielmehr für den mystischen Leib, der ja in diesem Sakramente gleichnishaft dargestellt ist. (Die Kirche setzt sich zusammen aus vielen Gläubigen, wie das Brot aus vielen Körnern hergestellt wird und der Wein aus vielen Trauben zusammenfließt)... Der "himmlische Altar" ist entweder die triumphierende Kirche, in die wir hinüber getragen werden möchte, oder Gott selbst, an dem wir bittend teilzunehmen wünschen. Von diesem Altare gilt das Wort: "Nicht auf Stufen sollst du zu meinem Altare emporsteigen" (Ex 20,26), das heißt: In der Dreieinigkeit sollst du keine Stufenfolge machen.

Auch kann man unter dem "Engel" Christus selbst verstehen, welcher der Engel des großen Heilsratschlusses ist: Er vereinigt seinen mystischen Leib mit Gott Vater und mit der triumphierenden Kirche... Christus ist die uns von Gott zugesandte Opfergabe..., und die Opfergabe ist zu Gott durch seinen heiligen Engel emporgesandt, auf daß sie Gott wohlgefällig sei.

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Re: Thomas von Aquin - Lehre des Heils
« Antwort #28 am: 18. Dezember 2019, 14:52:43 »
DER HERRENLEIB ALS OPFERMAHL

Dieses Sakrament ist, wie gesagt, nicht nur Sakrament, sondern auch Opfer. Denn insofern in diesem Sakramente das Leiden Christi vergegenwärtigt wird, durch welches Christus "sich Gott als Opfergabe dargebracht hat" (Eph 5,2), stellt es ein Opfer dar. Insofern jedoch in diesem Sakramente die unsichtbare Gnade unter sichtbarer Gestalt dargereicht wird, stellt es ein Sakrament dar. Und somit kommt dies Sakrament denen, die es empfangen, sowohl nach Art des Sakramentes als auch nach Art des Opfers zugute, denn es wird dargebracht für alle, die es empfangen. Im Kanon der heiligen Messe heißt es ja: "Laß uns alle, die wir gemeinsam von diesem Altare das hochheilige Fleisch und Blut Deines Sohnes empfangen, mit allem Gnadensegen des Himmels erfüllt werden."

Den anderen aber, die das Sakrament nicht empfangen, kommt es nach Art des Opfers zugute, weil es für das Heil dargebracht wird. Deshalb beten wir im Kanon der heiligen Messe: "Gedenke, Herr, Deiner Diener und Dienerinnen und aller Umstehenden, deren gläubige Opfergesinnung Du kennst. Für sie bringen wir dieses Lobopfer dar, und sie selbst opfern es Dir für sich und alle die Ihrigen, damit ihre Seele gerettet und ihre Hoffnung auf Heil gesichert werde." Und der Herr selbst hat beide Arten dieses Zugutekommens ausgesprochen mit den Worten: "Das für euch", das heißt für die Empfänger, "und für viele", das heißt für die vielen anderen, "vergossen wird zur Vergebung der Sünden" (die Einsetzungsworte des Canon Missae, vgl. Mt 26,28).

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Re: Thomas von Aquin - Lehre des Heils
« Antwort #29 am: 19. Dezember 2019, 15:12:49 »
DIE FRUCHT DES EUCHARISTISCHEN OPFERS

Wie schon gesagt wurde, wird durch dieses Sakrament das Leiden Christi vergegenwärtigt. Und darum wirkt das Sakrament im Menschen die Frucht, welche das Leiden Christi in der Welt gewirkt hat. In seiner Auslegung (des Johannesevangeliums, in der 84. Homilie) zu der Stelle "Sogleich floß Blut und Wasser heraus" gibt Chrysostomus deshalb folgende Erklärung: "Von hier aus nehmen ja die heiligen Mysterien ihren Ausgang: Wenn du zu dem ehrfurchtschauernden Kelche hinzutrittst, so nahst du dich ihm, um gleichsam aus der Seite Christi selbst zu trinken." Daher sagt auch der Herr selbst: "Das ist mein Blut, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden" (Mt 26,28: "für die Vielen").

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Re: Thomas von Aquin - Lehre des Heils
« Antwort #30 am: 19. Dezember 2019, 15:30:05 »
DIE GNADENVOLLE GEGENWART CHRISTI IN DER EUCHARISTIE

Die unermeßlichen Wohltaten, die Gott in seiner Freigebigkeit dem christlichen Volk spendet, verleihen ihm eine unschätzbare Würde. Denn es gibt und gab niemals irgendein noch so großes Volk, dem die Gottheit so nahegekommen wäre, wie unser Gott uns nahe ist. Denn der einziggeborene Sohn Gottes wollte uns an seiner Gottheit teilnehmen lassen. Darum nahm er unsere Natur an und wurde Mensch, um uns Menschen zu vergöttlichen. Zudem schenkte er das, was er von unserer Natur angenommen hatte, uns zu unserem Heile wieder. Seinen Leib brachte er als Versöhnungsopfer auf dem Altare des Kreuzes Gott dem Vater dar, und sein Blut vergoß er, um uns loszukaufen und reinzuwaschen, damit wir von der elenden Knechtschaft erlöst und von allen Sünden gereinigt würden. Damit aber das Andenken an diese große Heilstat immerfort in uns wach bleibe, hinterließ er unter den Gestalten von Brot und Wein den Gläubigen seinen Leib zur Speise und sein Blut zum Tranke.

O kostbares, staunenswertes Gastmahl, voll des Heiles und aller Lieblichkeit! Was kann es Herrlicheres geben als dieses Gastmahl? Hier wird uns nicht das Fleisch von Kälbern und Böcken - wie ehemals im Alten Bunde -, sondern Christus, der wahre Gott, als Speise dargereicht. Was kann es Wunderbareres geben als dieses Sakrament? In ihm werden Brot und Wein wesenhaft in Christi Leib und Blut verwandelt. Und somit ist Christus als wirklicher Gott und Mensch unter der bescheidenen Gestalt von Brot und Wein gegenwärtig. Er wird also von den Gläubigen genossen, aber nicht zerteilt. Vielmehr bleibt er, wenn auch die sakramentlichen Gestalten gebrochen werden, dennoch unter jedem Bruchteile unversehrt gegenwärtig. Die Gestalten haben hier ihr Dasein ohne ein sie tragendes Wesen. Hier soll der Glaube Raum haben, da ein Sichtbares unsichtbarerweise und verborgen unter einer fremden Gestalt genossen wird. Und ferner sollen die Sinne vor Täuschung bewahrt bleiben, die nur nach den bekannten Gestalten urteilen.

Persönliche Anmerkung
 Darum heißt es auch bei Joh 20,29: Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!
« Letzte Änderung: 19. Dezember 2019, 15:46:12 von Caelum »

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Re: Thomas von Aquin - Lehre des Heils
« Antwort #31 am: 28. Dezember 2019, 09:43:42 »
DIE WAHRE GEGENWART CHRISTI IM SAKRAMENT DES ALTARES

Daß der wirkliche Leib und das wirkliche Blut Christi in diesem Sakramente sind, das läßt sich nicht sinnfällig erfassen, sondern nur durch den Glauben, der sich stützt auf Gottes Autorität. Deshalb sagt Cyrill zu Lk 22,19 "Dies ist mein Leib, der für euch hingegeben wird": "Zweifle nicht, ob das wahr sei, sondern nimm die Worte des Erlösers im Glauben an. Da er die Wahrheit ist, lügt er nicht".

Das ist aber auch angemessen, und zwar erstens wegen der Vollkommenheit des Neuen Gesetzes. Denn die Opfer des Alten Gesetzes enthielten das Leiden Christi nur im Vorbilde: "Das Gesetz enthält nur ein Schattenbild der zukünftigen Heilsgüter, nicht die Gestalt der Dinge selbst" (Hebr 10,1). Darum mußte das von Christus eingesetzte Opfer des Neuen Gesetzes etwas darüber hinaus besitzen: es mußte den durch sein Leiden hindurchgegangenen Christus selbst enthalten, und zwar nicht nur im Zeichen oder im Bilde, sondern auch in der wahren Wirklichkeit. Darum ist dieses Sakrament, das Christus selbst wirklich enthält, nach Dionysius "die Vollendung aller übrigen Sakramente", in welchen man an der Kraft Christi teil hat.

Zweitens verlangt dies die Liebe Christi, von der getrieben Er zu unserem Heile einen wirklichen Leib unserer Natur annahm. Und da es nach Aristoteles eine besondere Eigentümlichkeit der Freundschaft ist, mit den Freunden zusammen Mahl zu halten, so verspricht Er uns seine leibliche Gegenwart als Belohnung: "Wo der Leib ist, da sammeln sich auch die Adler" (Mt 24,28). Inzwischen aber beraubt er uns auch während dieser Pilgerfahrt nicht seiner leiblichen Gegenwart, sondern verbindet uns durch seinen wirklichen Leib und sein wirkliches Blut mit sich in diesem Sakramente. Deshalb sagt er Joh 6,56: "Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm". Darum ist dieses Sakrament ein Zeichen der größten Liebe und eine Stärkung unserer Hoffnung auf Grund dieser so vertrauten Verbindung mit uns.

Drittens verlangt dies die Vollkommenheit des Glaubens, der wie auf die Gottheit so auch auf seine Menschheit geht, nach Joh 14,1: "Ihr glaubet an Gott, so glaubt auch an mich". Und da der Glaube auf Unsichtbares geht, bietet uns Christus, wie seine Gottheit, so auch sein Fleisch auf unsichtbare Weise in diesem Sakrament dar.

Das haben einige nicht beachtet und behaupten, Christi Leib und Blut seien in diesem Sakramente nur wie in einem Zeichen. Darum wurde auch Berengar, der erste Erfinder dieses Irrtums, nachher gezwungen, seine Irrlehre zu widerrufen und die Wahrheit des Glaubens zu bekennen.

 

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