Autor Thema: FÜR JEDEN NEUEN TAG  (Gelesen 50985 mal)

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FÜR JEDEN NEUEN TAG
« am: 03. Januar 2012, 11:09:40 »
LEIDEN SPÜREN

Es gibt kein fremdes Leid.

Konstantin Simonow


Je unfähiger wir werden, das eigene Leid zu spüren,
desto leichter fällt es uns, fremdes Leiden zu ertragen.

Leszek Kolakowski


Ein Ehepaar, beide berufstätig, hastet kurz vor Weihnach-
ten in ein Spielwarengeschäft und erläutert der Verkäufe-
rin: "Wir sind den ganzen Tag von zu Hause weg und haben
eine kleine Tochter. Wir brauchen etwas, das die Kleine
erfreut, sie lange beschäftigt und ihr das Gefühl des Allein-
seins nimmt." - "Tut mir leid", lächelt die Verkäuferin freund-
lich, "Eltern führen wir nicht im Sortiment."


Martin ist kürzlich 14jährig gestorben. Von Geburt an kör-
perbehindert, war er seit acht Jahren gelähmt. Er kannte
viele Kliniken und Krankenhäuser. Er kannte die Welt der
Rollstühle, der Sauerstoff-Flaschen, der Stethoskope. Mar-
tin hatte einen hellen Verstand. Er hat alles begriffen. Er
wußte, was ihm bevorstand.
Und genau so, wie wir es immer befürchtet hatten, daß sein
Ende einmal sein würde, so war es dann auch. Sein Sterben
war sehr mühsam. Es bestand darin, daß er langsam erstickte.
Ich frage dich, Herr, warum mußte dieser Junge mit den
freundlichen, sanften Augen so lange leiden? Warum sagst
du uns nicht, warum dies alles so sein muß? Ich frage dich
immer wieder, was war der Sinn dieses Lebens und dieses
qualvollen Sterbens?
                                     
                                    ***

Es ist wichtig, sich Menschen vor Augen zu stellen, die
bewußt gelitten haben; Leute, die wir kennen, die im Leiden
gütiger und nicht bitterer geworden sind,solche, die freiwil-
lig Leiden auf sich genommen haben um anderer willen. Es
gibt solche Menschen, und die Stärkung, die von ihnen aus-
geht, ist der Trost der Heiligen.

Dorothee Sölle
« Letzte Änderung: 06. Januar 2012, 16:31:14 von amos »
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Re:FÜR JEDEN NEUEN TAG
« Antwort #1 am: 06. Januar 2012, 16:48:49 »
SPANNUNG AUSHALTEN

Widersprüche sind kein Zeichen von Schwäche.

Marcel Jouhandeau


Ich bin außer mir vor Wut, aber ich darf es nicht zeigen.
Jeder findet mich übertieben, wenn ich nur den Mund auf-
tue, lächerlich, wenn ich still bin, frech, wenn ich eine Ant-
wort gebe, raffiniert, wenn ich mal eine gute Idee habe, faul,
wenn ich müde bin, egoistisch, wenn ich mal einen Löffel
mehr nehme, dumm, feige, berechnend. Den ganzen Tag
höre ich nur, daß ich ein unausstehliches Geschöpf sei, und
wenn ich auch darüber lache und so tue, als wenn ich mir
nichts daraus machte, ist es mir wirklich nicht gleichgültig.
Ich möchte den lieben Gott bitten, mir eine Natur zu schen-
ken, die nicht alle gegen mich aufbringt. Das geht jedoch
nicht. Meine Natur ist mir gegeben, aber ich bin nicht
schlecht, ich fühle es. Ich bemühe mich mehr, es allen recht
zu machen, als sie es nur im entferntesten ahnen. Ich lache
mit ihnen, um meinen tiefen inneren Kummer nicht zu zei-
gen.

Anne Frank


Herr, mein Gott: Wir Menschen und Meere -
sollen wir denn stets zwischen Ebbe und Flut schwingen?

Helder Camara


Laß, o Welt, o laß mich sein!
Locket nicht mit Liebesgaben,
laßt dies Herz alleine haben
seine Wonne, seine Pein!

Was ich traure, weiß ich nicht,
es ist unbekanntes Wehe;
immerdar durch Tränen sehe
ich der Sonne liebes Licht.

Oft bin ich mir kaum bewußt,
und die helle Freude zücket
durch die Schwere, die mich drücket,
wonniglich in meiner Brust.

Laß, o Welt, o laß mich sein!
Locket nicht mit Liebesgaben,
laßt dies Herz allein haben
seine Wonne, seine Pein!

Eduard Mörike
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Re:FÜR JEDEN NEUEN TAG
« Antwort #2 am: 07. Januar 2012, 20:02:55 »
NÄHE ERFAHREN

Wenn ein Mensch nicht spürt,
daß er geliebt und angenommen ist,
nützt alle Weisheit nicht, ihn glücklich zu machen.

Barbara Herzog


Wir erzählen ein bißchen von uns,
du zeigst mir die Stadt
bei einem Einkaufsbummel,
und es ist schön,
mit deinen Augen zu sehen.
In einem Caféhaus schreibst du
ein paar verrückte Worte
und ein Ich-mag-Dich
auf einen Bierdeckel,
und unser Tisch ist eine Insel
im Gemurmel des Mittagsbetriebes.
Wir wollen Freunde sein,
miteinander reden,
es gibt so vieles,
was wir nicht
voneinander wissen,
so viele Bierdeckel,
auf die wir schreiben können
ich liebe Dich.

Bert Metzkow


Man braucht nur eine Insel
allein im weiten Meer.
Man braucht nur einen Menschen,
den aber braucht man sehr.

Mascha Kaléko


Wo ich gehe Du.
Wo ich stehe Du.
Du, Du,
wieder Du,
immer Du,
Du, Du, Du.
Ergeht's mir gut,
Du.
Wenn's weh mir tut,
Du.
Du, Du,
wieder Du,
immer Du,
Du,Du, Du.
Himmel: Du,
Erde: Du,
Oben: Du,
Unten: Du.
Wohin ich mich wende,
an jedem Ende: nur Du,
wieder Du,
immer Du,
Du, Du, Du.

Martin Buber


Am Sabbat lehrte Jesus in einer Synagoge. Dort saß eine
Frau, die seit achtzehn Jahren krank war, weil sie von einem
Dämonen geplagt wurde; ihr Rücken war verkrümmt, und sie
konnte nicht mehr aufrecht gehen. Als Jesus sie sah, rief er
sie zu sich und sagte: "Frau, du bist von deinem Leiden
erlöst." Und er legte ihr die Hände auf. Im gleichen Augen-
blick richtete sie sich auf und pries Gott.

Lukas 13, 10-13
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Re:FÜR JEDEN NEUEN TAG
« Antwort #3 am: 09. Januar 2012, 12:30:22 »
SCHWÄCHE ZULASSEN

Man fällt nicht, weil man schwach ist,
sondern weil man meint, stark zu sein.

Jüdisches Sprichwort


Tagsüber darf er keine Schwäche zeigen.
Tagsüber muß er sich korrekt verhalten.
Tagsüber muß er gepanzert sein.
Tagsüber darf er sich kein Gefühl erlauben.
Erst am Abend,
im Kreis der Freunde,
hört man, wie ihm die Steine
vom Herzen fallen.
Erst nach Mitternacht sagt er ganz leise:
"Wenn ich ehrlich bin..."

Martin Gutl


In meinen Beziehungen zu Menschen habe ich herausge-
funden, daß es auf lange Sicht nicht hilft, so zu tun, als wäre
ich jemand, der ich nicht bin. Es hilft nicht, ruhig und freund-
lich zu tun, wenn ich eigentlich ärgerlich bin und Bedenken
habe. Es ist nicht hilfreich, so zu tun, als wüßte ich Antwor-
ten, wenn ich sie nicht weiß. Es hilf nicht, den liebevollen
Menschen zu spielen, wenn ich im Augenblick eigentlich
feindlich gestimmt bin. Es hilft nicht, so zu tun, als wäre ich
voller Sicherheit, wenn ich eigentlich ängstlich und unsi-
cher bin. Es hilft nicht, so zu tun, als sei ich gesund, wenn ich
mich krank fühle. Es ist für mich einfacher, mich als einen
unvollkommenden Menschen zu akzeptieren, der keines-
falls zu jeder Zeit so handelt, wie er handeln möchte.Man-
chen mag diese Entwicklung befremdlich erscheinen, mir
ist sie wertvoll. Denn: Wenn ich mich so akzeptiere, wie ich
bin, dann ändere ich mich.

Carl R. Rogers


Ich bin eigentlich ganz anders,
aber ich komme so selten dazu.

Ödön von Horvath
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Re:FÜR JEDEN NEUEN TAG
« Antwort #4 am: 10. Januar 2012, 07:27:51 »
VORURTEILE ABBAUEN

Vorurteile: eine Meinung, die einen Menschen hat.


Ein Mensch, der, sagen wir, als Christ
streng gegen Mord und Totschlag ist,
hält einen Krieg, wenn überhaupt,
nur gegen Heiden für erlaubt.
Die allerdings sind auszurotten,
weil sie des wahren Glaubens spotten!
Ein andrer Mensch, ein frommer Heide,
tut keinem Menschen was zu leide,
nur gegenüber Christenhunden
wäre jedes Mitleid falsch empfunden.
Der ewigen Kriege blutige Spur
kommt nur von diesem kleinen "nur".

Eugen Roth


Johannes sagte zu Jesus: Meister, wir haben gesehen, wie
jemand in deinem Namen Dämonen austrieb, und wir ver-
suchten, ihn daran zu hindern, weil er nicht mit uns zusam-
men dir nachfolgt. Jesus antwortete ihm: Hindert ihn nicht!
Denn wer nicht gegen euch ist, der ist für euch.
Und Jesus schickte Boten vor sich her. Diese kamen in ein
samaritisches Dorf und wollten eine Unterkunft für ihn
besorgen. Aber man nahm ihn nicht auf, weil er auf dem
Weg nach Jerusalem war. Als die Jünger Jakobus und
Johannes das sahen, sagten sie: Herr, sollen wir befehlen,
das Feuer vom Himmel fällt und sie vernichtet? Da wandte
er sich um und wies sie zurecht.

Lukas 9,49-50.52-55


"Gut und Böse sind die Vorurteile Gottes" -
sagte die Schlange.

Friedrich Nietzsche


An einem Baum hing eine Glocke, und wenn der Wind kam
und die Äste bewegte, so gab sie ihren Ton. Als ein Fuchs
das Getön hörte, bekam er Angst und dachte, daß es ein
starkes Tier sein müßte, das solch ein Getön von sich gäbe.
Er schlich sacht hinzu. Als er die Glocke sah, die groß, aber
ganz hohl und leer war und nichts dahinter als das Getön,
sprach er: "Nie mehr will ich glauben, daß alle Dinge, die
groß sind und laut tönen, darum auch mehr Stärke haben."

Antonius von Pforr


so ist
sagt man
ein baum zum beispiel
ist so
so ist ein baum
und ein baum ist nicht so
und alles ist nicht so
so ist es

Peter Bichsel


Ich brauche jemanden nur zu sehen -
und schon weiß ich über ihn Bescheid.
Ich brauche mit jemandem nur ein paar Worte zu
wechseln -
und schon weiß ich, mit wem ich es zu tun habe.
Ich brauche über jemanden nur dieses oder jenes zu
hören -
und schon weiß ich, was für ein Mensch er ist.
Mein Gott,
es ist erschreckend,
wie schnell ich jemanden zu kennen glaube -
und wie lange es dauert,
bis ich mein voreiliges Urteil ändere.

Petrus Ceelen
« Letzte Änderung: 10. Januar 2012, 09:33:28 von amos »
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Re:FÜR JEDEN NEUEN TAG
« Antwort #5 am: 11. Januar 2012, 06:58:22 »
WIDERSTAND LEISTEN

Tote Fische schwimmen mit dem Strom
lebendige dagegen.


Schlaft nicht, während die Ordner der Welt geschäftigt sind!
Seid mißtrauisch gegen ihre Macht, die sie vorgeben, für
euch erwerben zu müssen! Wacht darüber, daß eure Her-
zen nicht leer sind, wenn mit der Leere eurer Herzen
gerechnet wird.
Tut das Unnütze, singt die Lieder, die man aus eurem Mund
nicht erwartet! Seid unbequem, seid Sand, nicht das Öl im
Getriebe der Welt!

Günter Eich


Du. Mann an der Maschine und Mann in der Werkstatt.
Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst keine Wasserrohre
und keine Kochtöpfe mehr machen - sondern Stahlhelme
und Maschinengewehre, dann gibt es nur eins: Sag nein!
Du. Forscher im Laboratorium. Wenn sie dir morgen befeh-
len, du sollst einen neuen Tod erfinden gegen das alte
Leben, dann gibt es nur eins: Sag nein!
Du. Mann auf dem Dorf und Mann in der Stadt. Wenn sie
morgen kommen und dir den Gestellungsbefehl bringen,
dann gibt es nur eins: Sag nein!
Mütter in allen Erdteilen, Mütter in der Welt, wenn sie mor-
gen befehlen, ihr sollt Kinder gebären, Krankenschwestern
für Kriegslazarette und neue Soldaten für neue Schlachten,
Mütter in der Welt, dann gibt es nur eins: Sagt nein! Mütter,
sagt nein!

Wolfgang Borchert


Der Oberste Priester und die Sadduzäer ließen die Apostel
verhaften und ins Gefängnis werfen. Doch gleich in der
ersten Nacht öffnete ein Engel des Herrn die Gefängnis-
tore, führte die Apostel heraus und sagte zu ihnen: Geht in
den Tempel und verkündet allen die Botschaft von dem
Leben, das Jesus gebracht hat! Die Apostel gehorchten,
gingen früh am Morgen in den Tempel und sprachen zu den
Menschen.
Der Kommandant ging mit den Tempelwachen hin, um sie zu
holen. So brachten sie die Apostel vor den jüdischen Rat,
und der oberste Priester hielt ihnen vor: Wir haben euch
deutlich genug befohlen, nicht mehr öffentlich von diesem
Mann zu sprechen und seinen Namen bekanntzumachen.
Und was tut ihr? Ihr redet und redet, bis auch der letzte in
Jerusalem es gehört hat. Uns macht ihr für seinen Tod ver-
antwortlich und wollt die Strafe Gottes über uns bringen!
Aber Petrus und die anderen Aposteln antworteten: Man
muß Gott mehr gehorchen als den Menschen.

Apostelgeschichte 5,17-32(in Auswahl)

Wolfgang Borchert
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Re:FÜR JEDEN NEUEN TAG
« Antwort #6 am: 12. Januar 2012, 10:00:20 »
VERTRAUEN WAGEN

Kontrolle ist gut,
Vertrauen ist besser.


Ein junger Mann und ein Mädchen liefen auf zwei verschie-
denen Landwegen. Als die zwei Wege zusammenkamen,
liefen der Junge und das Mädchen gemeinsam weiter. Der
Junge trug einen Kupferkesse auf seinem Rücken. In der
einen Hand hatte er ein lebendes Huhn und einen Stock,
während er an der anderen Hand eine Ziege führte. Nach
einer Weile kamen sie an eine Bergschlucht. Da blieb das
Mädchen stehen und sagte: "Durch diese Schlucht gehe
ich nicht mit dir." "Warum nicht?", wollte der Junge wissen.
"Du könntest mich dort umarmen und küssen?", antwortete
sie. "Wie soll ich dich denn umarmen und küssen? Ich habe
einen Kupferkessel auf dem Rücken, an der einen Hand
habe ich eine Ziege und in der anderen Hand ein lebendes
Huhn und einen Stock." Aber das Mädchen beharrte auf sei-
ner Meinung: "Du könntest mich die Ziege halten lassen,
danach den Stock in den Boden stecken, das Huhn auf den
Boden setzen und den Kessel darüberstülpen, und dann
könntest du mich umarmen und küssen." Lange starrte der
Junge das schöne, nette Mädchen an. Endlich sagte er:
"Allah segne deine Weisheit." Worauf sie gemeinsam durch
die Schlucht gingen.


Laß uns vertrauen dem seltenen Verständnis,
das ärgerlich Schwache und Fremde einbezieht
in unsere vertrauten Kreise.
Laß uns vertrauen der seltenen Freiheit,
die für das Wohl und das Recht der Gegner eintritt
und so dem Frieden Brücken baut.
Laß uns vertrauen der seltenen Liebe,
die verkümmertes Leben behutsam zum Blühen bringt.

F.K. Barth/G. Grenz/P.Horst



Auf meinen lieben Gott
trau ich in Angst und Not;
der kann mich allzeit retten
aus Trübsal, Angst und Nöten,
mein Unglück kann er wenden,
steht alles in seinen Händen.


Diesen Tag, Herr, leg ich zurück in deine Hände,
denn du gabst ihn mir.
Du, Herr, bist doch der Zeiten Ursprung und ihr Ende,
ich vertraue dir.
Kommen dunkle Schatten über die Welt,
wenn die Angst zu leben mich plötzlich befällt:
Du machst das Dunkel hell.

Martin Gotthard Schneider
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Re:FÜR JEDEN NEUEN TAG
« Antwort #7 am: 13. Januar 2012, 07:12:35 »
GOTT SUCHEN

Wir können Gott mit dem Verstand suchen,
aber finden können wir ihn nur mit dem Herzen.


Einer ist da, der mich denkt.
Der mich atmet. Der mich lenkt.
Der mich schafft und meine Welt.
Der mich trägt und der mich hält.
Wer ist dieser Irgendwer?
Ist er ich? Bin ich Er?

Mascha Kaléko


Gott, wer bist du?
Ich kenne dich nicht und möchte dich lieben.
Gott, wo bist du?
Ich finde dich nicht und suche dich doch.
Gott, hab Erbarmen!


sehnsucht

ich hab dich
verloren
du großer fund
klein wie
die perle
im ackergrund

ich such dich
in allem
versuche dich
und wo ich
dich suche
da finde ich
mich

ich bin
nach dir
süchtig
ich suche dich
ich kann dich
nicht finden
finde du mich

ich hab dich
verloren
du großer
fund
klein wie
die perle
im ackergrund

Wilhelm Willms
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Re:FÜR JEDEN NEUEN TAG
« Antwort #8 am: 14. Januar 2012, 09:53:31 »
VERGEBUNG EMPFANGEN

Vergib uns unsere Schuld
wie auch wir vergeben unsern
Schuldigern.


Du sagst was du angerichtet hast -
willst dem anderen wieder unbe-
fangen begegnen.
Der hat längst gespürt, daß etwas
nicht stimmt.
So kann es geschehen,
daß der andere mit dir zusammen
erleichtert ist.
Manchmal wird uns vergeben,
und wir können dann wieder lachen.

F.K. Barth/G. Grenz/P. Horst


Glücklich, wem die Übertretungen vergeben sind,
wessen Sünde bedeckt ist.
Wohl dem Menschen,
dem der Herr seine Schuld nicht zurechnet,
in dessen Geist kein Trug ist.
Denn als ich es verschweigen wollte,
wurde ich krank und elend
unter meinem täglichen Stöhnen.
Denn schwer lag deine Hand auf mir
Tag und Nacht,
meine Zunge verdorrte
wie in den Gluten des Sommers.
So bekannte ich dir meine Verfehlung
und verhehlte meine Schuld nicht.
Ich sprach: Bekennen will ich dem Herrn
meine Übertretungen.
Da hast du die Schuld vergeben,
die aus meinem Ungehorsam kam.

Psalm 32,1-5


Mahatma Gandhi berichtet aus seinem Leben:
"Ich war fünfzehn Jahre alt, als ich einen Diebstahl beging.
Weil ich Schulden hatte, stahl ich meinem Vater ein golde-
nes Armband, um sie zu bezahlen. Aber ich konnte die Last
meiner Schuld nicht ertragen. Als ich vor ihm stand, brachte
ich vor Scham den Mund nicht auf. Ich schrieb also mein
Bekenntnis nieder. Als ich ihm den Zettel überreichte, zit-
terte ich am ganzen Körper. Mein Vater las den Zettel,
schloß die Augen und dann - zerriß er ihn. "Es ist gut', sagte
er noch. Und dann nahm er mich in die Arme. Von da an
hatte ich meinen Vater noch viel lieber."


Liebes Kind
Wenn du nach Hause kommen willst
dann komm bei Tag und Nacht
der Tisch ist schnell gedeckt
dein Bett gemacht
ist die Tür verschlossen
und sind wir unterwegs
du kennst das alte Schlüsselversteck
schlag notfalls ein Fenster ein
der Vater wird dir verzeihn
verzeih auch ihm
sein Zorn ist auch sein Schmerz
er kann nicht weinen
wenn du wieder nach Hause kommen willst
dann komm
wir fragen nicht viel
wir warten.

Hedwig Meutzner
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Re:FÜR JEDEN NEUEN TAG
« Antwort #9 am: 17. Januar 2012, 10:26:06 »
VERZICHT ÜBEN

Am reichsten sind die Menschen,
die auf das meiste verzichten können.

Rabindranath Tagore


Du hattes ein viereck gemalt,
darüber ein dreieck,
darauf (an die seite) zwei striche mit rauch -
fertig war das Haus.

Man glaubt gar nicht,
was man alles
nicht braucht.

Reiner Kunze


Petrus sagte zu Jesus: Du weißt, wir haben alles stehen- und
liegenlassen und sind mit dir gegangen. Was haben wir
davon? Jesus antwortete: Ich versichere euch: Wenn Gott
die Welt erneuert und der Menschensohn in seiner ganzen
Herrlichkeit auf dem Thron Platz nimmt, dann werdet auch
ihr, die ihr mir gefolgt seid, auf zwölf Thronen sitzen und über
die zwölf Stämme Israels Gericht halten. Jeder, der um mei-
netwillen sein Haus, seine Geschwister, Eltern oder Kinder
oder seinen Besitz zurückgelassen hat, der wird das alles
hundertfach wiederbekommen und dazu das ewige Leben.

Matthäus 19,27-29


Was wir brauchen
um glücklich zu leben,
ist wenig.
Aber wir steigern
die Bedingungen
für Glück
ins Endlose
und beklagen
unser Unglück.

Kristiane Allert-Wybranietz


Wir sind leer und gleichzeitig angefüllt mit überflüssigen
Waren und Gütern. Es besteht eine seltsame Beziehung
zwischen den vielen Dingen, die wir besitzen und konsu-
mieren, und der Leere unseres Daseins. Überflüssige Dinge
machen das Leben überflüssig.
Ärmer werden und mit immer weniger Gewalt auskommen,
das ist die Umkehr zur Fülle des Lebens. Der Reichtum des
Menschen liegt in seinen Beziehungen zu anderen, in sei-
nem Dasein für andere. Die Fülle des Lebens wird nicht
weniger, wenn wir sie miteinander teilen, sondern vermehrt
sich.
Christus befreit uns von der das Leben fressenden Armut
und von der das Leben aufsaugenden inneren Leere in eine
neue Gemeinschaft hinein, in der wir einander nicht mehr
Gewalt antun müssen, sondern einander glücklich machen
können.

Dorothee Sölle


Franz von Assisi wurde einmal gefragt, weshalb er und
seine Freunde ohne Besitz lebten. Er antwortete: "Hätten
wir Besitz, so müßten wir ihn verteidigen; zum Verteidigen
bräuchten wir Schwerter, und mit Schwertern müßten wir
bereit sein zum Töten."
Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott, und Gott bleibt in ihm.
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