Autor Thema: FÜR JEDEN NEUEN TAG  (Gelesen 55459 mal)

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Re:FÜR JEDEN NEUEN TAG
« Antwort #28 am: 21. März 2012, 13:09:54 »
 kz12)

Herr Jesus Christus,
wie viele Male wurde ich ungeduldig,
wollte verzagen, wollte alles aufgeben,
wollte den furchtbar leichten Ausweg suchen:
die Verzweiflung.
Aber du verlorst die Geduld nicht.
Ein ganzes Leben hieltest du aus und littest,
um auch mich zu erlösen.

Sören Kierkegaard  ;qfykkg


Alles fügt sich und erfüllt sich,
mußt es nur erwarten können
und dem Werden eines Glückes
Jahr und Felder reichlich gönnen.

Bis du eines Tages jenen
reifen Duft der Körner spürest
und dich aufmachst und die Ernte
in die tiefen Speicher führest.

Christian Morgenstern





Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott, und Gott bleibt in ihm.
1. Joh. 4.16

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Re:FÜR JEDEN NEUEN TAG
« Antwort #29 am: 22. März 2012, 11:05:37 »
T R E U


Um sich selbst treu zu bleiben,
muß man lebendig bleiben.


Wie kann ich mir, wie kann ich anderen treu bleiben? Wer-
de ich mir untreu, wenn ich Abschied nehme von einem
Bild von mir, das mir nicht mehr entspricht? Werde ich
meinen Freunden untreu, wenn ich ihnen als ein Verän-
derter begegne? Oder gehört die Wandlung zur Treue hin-
zu? Es wäre ja einfacher, zu bleiben, wie man ist. Aber ge-
rade da fängt wohl die Untreue an. Ich muß mich wandeln,
wenn ich mir treu bleiben will.

Otto und Felicitas Betz


Dränge mich nicht, dich zu verlassen und nach Hause zu
gehen, weg von dir! Wo du hingehst, da will ich auch hin-
gehen. Wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist
mein Volk, und dein Gott ist mein Gott. Wo du stirbst, da
sterbe ich auch, da will ich auch begraben werden. Möge
der Herr mir tun, was immer er will: Derr Tod nur soll dich
und mich scheiden!

Ruth 1,16-17


Ich will mit dem gehen, den ich liebe.
Ich will nicht ausrechnen, was es kostet.
Ich will nicht nachdenken, ob es gut ist.
Ich will nicht wissen, ob er mich liebt.
Ich will mit ihm gehen, den ich liebe.

Bertolt Brecht


Für Gottes ewige Treue gibt es zeitliche Zeichen. Eines
von ihnen ist die Ehe, wo eine Frau und ein Mann einander
als verläßlich erfahren und miteinander Verläßlichkeit ein-
üben dürfen durch Krisen, Zweifel, Entfremdungen hin-
durch. Inmitten einer Gesellschaft, die auf ständigen
Wechsel, auf schnellen Konsum und ebenso schnelles
Wegwerfen aus ist, bietet die Ehe - in welcher Form im-
mer - Dauer und Verläßlichkeit an, mitmenschliche Heimat
sozusagen.

Kurt Marti







Eines Nachts hatte ich diesen Traum: Ich ging mit Gott,
meinem Herrn, am Strand entlang. Vor meinen Augen zo-
gen Bilder aus meinem Leben vorüber, und auf jedem Bild
entdeckte ich Fußspuren im Sand. Manchmal sah ich Ab-
drücke von zwei Fußpaaren im Sand, dann wieder nur von
einem Paar.
Das verwirrte mich, denn ich stellte fest, daß immer dann,
wenn ich unter Angst, Sorge oder dem Gefühl des Versa-
gens litt, nur die Abdrücke von einem Fußpaar zu sehen
waren. Deshalb wandte ich mich an den Herrn: "Du hast
mir versprochen, Herr, du würdest immer mit mir gehen,
wenn ich dir nur folgen würde. Ich habe aber festgestellt,
daß gerade in den Zeiten meiner schwierigsten Lebensla-
gen nur ein Fußpaar im Sand zu sehen war. Wenn ich dich
nun am dringendsten brauchte, warum warst du dann
nicht für mich da?
Da antwortete der Herr: "Immer dann, wenn du nur ein
Fußpaar im Sand gesehen hast, mein Kind, habe ich dich
getragen."
Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott, und Gott bleibt in ihm.
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Re:FÜR JEDEN NEUEN TAG
« Antwort #30 am: 23. März 2012, 11:06:31 »
ZUVERSICHT


Nichts soll dich ängstigen,
nichts dich erschrecken.
Alles vergeht.
Gott bleibt derselbe.

Teresa von Avila  ;qfykkg


 ;mloda

Sei nur stille zu Gott, meine Seele; denn er ist meine Hoff-
nung. Er ist mein Fels, meine Hilfe und mein Schutz, daß
ich nicht fallen werde. Bei Gott ist mein Heil und meine Eh-
re, der Fels meiner Stärke, meine Zuversicht ist bei Gott.
Hoffet auf ihn alle Zeit, liebe Leute, schüttet euer Herz vor
ihm aus; Gott ist unsere Zuversicht.

Psalm 62,6-9  ;qfykkg


In jeder Nacht, die mich umfängt,
darf ich in deine Arme fallen.
Und du, der nichts als Liebe denkt,
wachst über mir, wachst über allen.
Du birgst mich in der Finsternis,
dein Wort bleibt noch im Tod gewiß.

Jochen Klepper


Man kann in dieser Welt, wie sie ist,
nur dann weiterleben,
wenn man zutiefst glaubt,
daß sie nicht so bleibt,
sondern werden wird,
wie sie sein soll.

Carl Friedrich von Weizsäcker


Es kommt die Zeit,
in der die Träume sich erfüllen:
wenn Friede und Freude
und Gerechtigkeit
die Kreatur erlöst.
Dann gehen Gott und die Menschen
Hand in Hand.

Gerhard Schnath




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Re:FÜR JEDEN NEUEN TAG
« Antwort #31 am: 24. März 2012, 10:11:31 »
GLÜCKLICH


Die wahren Lebenskünstler sind bereits glücklich,
wenn sie nicht unglücklich sind.

Jean Anouilh


Manchmal, da fallen mir die Bilder ein
von einem Stück Brot in verstümmelten Händen,
von einer Alten, die sie allein
hervorzerren unter berstenden Wänden.
Vor verbrannten Gesichtern, in Händen vergraben:
Manchmal schäm ich mich,
trotz allem so glücklich zu sein!

Reinhard Mey


Am Ende der Tage wird es geschehen:
Der Berg mit dem Haus des Herrn
steht fest gegründet als höchster der Berge;
er überragt alle Hügel.
Zu ihm strömen die Völker.
Viele Nationen machen sich auf den Weg.
Sie sagen:
Kommt, wir ziehen hinauf zum Berg des Herrn
und zum Haus des Gottes Jakobs.
Er zeige uns seine Wege,
auf seinen Pfaden wollen wir gehen.
Denn von Zion kommt die Weisung,
aus Jerusalem kommt das Wort des Herrn.
Er spricht Recht im Streit vieler Völker,
er weist mächtige Nationen zurecht.
Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern
und Winzermesser aus ihren Lanzen.
Man zieht nicht mehr das Schwert, Volk gegen Volk,
und übt nicht mehr für den Krieg.
Jeder sitzt unter seinem Weinstock
und unter seinem Feigenbaum,
und niemand schreckt ihn auf.
Ja, der Mund des Herrn der Heere hat gesprochen.

Micha 4,1 -4
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Re: FÜR JEDEN NEUEN TAG
« Antwort #32 am: 25. März 2012, 12:23:19 »
SICH WAHRNEHMEN


Siehe zuerst, was du bist und was du hast
und was du kannst und weißt,
ehe du bedenkst, was du nicht bist,
nicht hast, nicht weißt und nicht kannst.

Johann Caspar Lavater


Ich bin ein Mensch; doch bild ich mir nicht ein,
ich könnt im Dunkeln besser sehn als Eulen,
ich könnte lauter als die Wölfe heulen
und könnte stärker als ein Löwe sein.
Ich bin ein Mensch; doch glaub ich nicht, ich sei
so glücklich wie Delphine, wenn sie springen,
so selig wie die Meisen, wenn sie singen,
auch nicht so schnurrig wie ein Papagei.
Doch bin ich Mensch in ganz besondrem Sinn.
Wenn Tiere schnurrig sind, verspielt und heiter,
dann sind sie schnurrig, heiter und nichts weiter.
Ich aber weiß es, wenn ich glücklich bin.
Was Tiere sind, das sind und bleiben sie.
Ein Wolf bleibt Wolf. Ein Löwe bleibt ein Löwe.
Doch ich kann alles sein, Delphin und Möwe.
Ich bin ein Mensch. Ich habe Phantasie.

James Krüss


Wissen Sie, daß das mit der Angst, sich selbst zu begegnen,
verbreiteter ist, als man so annimmt? Wenn Sie bemerken,
daß Sie total in Ihr Leben eingespannt sind und ihm nicht
mehr entrinnen können, daß Ihr Tag nur noch Hast und Streß
ist und Ihnen keinen Augenblick mehr für irgendetwas oder
irgendjemanden läßt, daß die vierundzwanzig Stunden des
Tages nicht mehr reichen und zwölf weitere notwendig
wären, daß Sie gereizt und elektrisch geladen sind, so daß
die Funken sprühen und die Menschen um Sie herum
Schocks abbekommen, dann ist es dringend an der Zeit,
sich um ein Treffen mit sich selbst zu bemühen.

Heider Camara


Vor Angst schrie ich auf: "Ich bin verloren! Ich bin schuldig
und unwürdig, von Gott zu reden, genauso wie das Volk, in
dem ich lebe. Und ich habe den König gesehen, den Herrn
der ganzen Welt!" Da kam einer der mächtigen Engel zu mir
geflogen. Er hatte eine glühende Kohle, die er mit der Zange
vom Altar genommen hatte. Damit berührte er meinen
Mund und sagte: "Die Glut hat deine Lippen berührt. Jetzt
bist du von deiner Schuld befreit, deine Sünde ist dir ver-
geben." Dann hörte ich, wie der Herr sagte: "Wen soll ich sen-
den? Wer ist bereit, unser Bote zu sein? "Ich antwortete: "Ich
bin bereit, sende mich!"

Jesaja 6,5-8


Immer alle Hände voll zu tun.
So kann die Stille mir nicht zeigen,
daß mir Freunde fehlen.
Den Kopf voll nüchterner Probleme.
So läßt die Sehnsucht mich nicht spüren,
daß mir Liebe fehlt.
Den Bauch voller Hektik.
So ist kein Platz für Zweifel,
ob ich mir selbst nicht fehle.
So voll und doch so dumpf und leer.

Jochen Mariss


Erst als das Davonrennen schlimmer war
als das, wovor ich davonrannte,
konnte ich einmal stehenbleiben.
Ich sah mich um:
Da stand ich mir gegenüber.

Hans-Curt Flemming
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Re: FÜR JEDEN NEUEN TAG
« Antwort #33 am: 26. März 2012, 12:14:08 »
SICH ERINNERN

Man muß in die Tiefe steigen,
um den Garten der Kindheit wiederzufinden.

Marcel Proust


Ich war elf, und später wurde ich sechzehn.
Verdienste erwarb ich mir keine,
aber das waren die wunderbaren Jahre.

Truman Capote


Der Nährboden der Seele ist das natürliche Leben. Wer die-
ses nicht begleitet, bleibt in der Luft hängen und erstarrt.
Darum verholzen so viele Menschen im reifen Alter, sie
schauen zurück und klammern sich an die Vergangenheit
mit geheimer Todesfurcht im Herzen. Sie entziehen sich
dem Lebensprozeß wenigstens psychologisch und bleiben
darum als Erinnerungssalzsäulen stehen, die sich zwar noch
lebhaft an ihre Jugendzeit zurückerinnern, aber kein leben-
diges Verhältnis zur Gegenwart finden können. Von der
Lebensmitte an bleibt nur der lebendig, der mit dem Leben
sterben will.

Carl Gustav Jung







Als Jesus mit den zwei Jüngern bei Tisch war, nahm er das
Brot, sprach den Lobpreis, brach das Brot und gab es ihnen.
Da gingen ihnen die Augen auf, und sie erkannten ihn; dann
sahen sie ihn nicht mehr. Und sie sagten zueinander:
Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er unterwegs mit
uns redete und uns den Sinn der Schrift erschloß? Noch in
derselben Stunde brachen sie auf und kehrten nach Jerusa-
lem zurück, und sie fanden die Elf und die anderen Jünger
versammelt. Diese sagten: Der Herr ist wirklich auferstan-
den und ist dem Simon erschienen. Da erzählten auch sie,
was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als
er das Brot brach.

Lukas 24,30-35
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Re: FÜR JEDEN NEUEN TAG
« Antwort #34 am: 27. März 2012, 18:35:07 »
SICH SEHNEN


Alles beginnt mit der Sehnsucht.

Nelly Sachs


Die Sonne scheint, der Himmel ist tiefblau, es weht ein herr-
licher Wind, und ich habe solche Sehnsucht. Ich sehne mich
nach allem, nach Freiheit, nach Freunden. Ich sehne mich
danach, mich aussprechen zu können und allein zu sein. Ich
möchte meinem Herzen Luft machen und weiß, es würde
besser werden, wenn ich weinen könnte, aber ich weiß
auch, ich kann es nicht. Ich bin unruhig, laufe von einem
Zimmer ins andere, stehe am geschlossenen Fenster und
möchte die Luft von draußen durch die Ritzen atmen, fühle
mein Herz klopfen, als ob es sagte: Stille doch endlich
meine Sehnsucht. Ich glaube, daß es der Frühling ist, ich
fühle ihn in meinem ganzen Körper und in meiner Seele. Ich
muß mich zwingen, ruhig zu bleiben, ich bin total durch-
einander. Ich weiß nur, daß ich mich nach etwas sehne.

Anne Frank


Draußen war es ein unsäglicher Abend. Ich ging. Ich ging in
der Richtung einer Sehnsucht, die weiter nicht nennens-
wert ist, da sie doch, wir wissen es und lächeln, alljährlich
wiederkommt, eine Sache der Jahreszeit, ein märzliches
Heimweh nach neuen Menschen, denen man selber noch
einmal neu wäre, so, daß es sich auf eine wohlige Weise
lohnte, zu reden, zu denken über viele Dinge, ja, sich zu
begeistern, Heimweh nach ersten langen Gesprächen mit
einer fremden Frau. Oh, so hinauszuwandern in eine Nacht,
um keine Grenzen bekümmert!

Max Frisch


Ich warte sehnsuchtsvoll auf deine Hilfe, denn ich verlasse
mich auf dein Versprechen. Ich schaue mir die Augen
danach aus. Herr, wann löst du es ein und tröstest mich? Ich
schrumpfe wie ein Weinschlauch, der im Rauch hängt; doch
deine Regeln will ich nie vergessen. Wie lange, Herr, willst du
mich warten lassen? Wann trifft dein Urteil die, die mich ver-
folgen? In Gruben wollen mich die Feinde fangen, sie, die
vermessen dein Gesetz mißachten. Was du befiehlst, Herr,
darauf ist Verlaß. Doch sie verfolgen mich zu Unrecht; hilf
mir! Fast hätten sie mich hier im Land getötet; doch ich ver-
lasse deine Ordnung nicht. Durch deine Güte laß mich wei-
terleben, damit ich deine Weisungen befolge!

Psalm 119,81-88
Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott, und Gott bleibt in ihm.
1. Joh. 4.16

 

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