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Therese Neumann und die aramäische Sprache
« am: 11. Juli 2012, 23:39:51 »



Therese Neumann und die aramäische Sprache

v. Dr. Joseph Parecattil, Kardinal-Erzbischof von Ernakulam, Indien (+1987)




Ich hatte das Glück, das erregende Leben der Therese Neumann durch das Buch von Johannes Steiner kennen zu lernen, das mir Seine Exzellenz, Dr. Rudolf Graber, Bischof von Regensburg, in der englischen Ausgabe schenkte. Meine Aufmerksamkeit richtete sich besonders auf die aramäischen oder syro-chaldäischen Worte und Sätze, die sie aus den Visionen vom Leiden unseres Herrn wiedergeben konnte, die, wie man glaubt, sie zu sehen auserwählt war.
Ich kann mehrere Einzelheiten hinzufügen, da ich zweimal mit ihr über dieses Thema gesprochen habe.

Ich habe Therese Neumann zweimal besucht, das erste Mal am 27. Mai 1958 und ein zweites Mal am 6. Dez. 1960.
Bei beiden Gelegenheiten drehte sich unser Gespräch um die aramäischen Worte, die sie aus dem Gedächtnis wiedergeben konnte.

Aramäisch oder syrochaldäisch ist unsere liturgische Sprache. Es ist die Sprache, die von Unserem Herrn, der Hl. Jungfrau Maria und den Aposteln gesprochen wurde.
Der hl. Thomas, der Apostel, der den christlichen Glauben nach Indien brachte, führte diese kirchliche Sprache bei uns ein, die in unserem Land weiterhin als die liturgische Sprache unseres Ritus fortbestand. Unser Ritus ist bekannt als der syro-malabarische Ritus.
Obwohl wir seit dem Konzil unsere Liturgie meistens in Malayalam, unserer Muttersprache, feiern, gestalteten wir zu der Zeit, als ich Therese Neumann besuchte, alle unsere liturgischen Gottesdienste in aramäischer oder syrochaldäischer Sprache.

Bei der Gelegenheit meines ersten Besuches fragte ich sie, ob sie einige der Sätze zu wiederholen vermöchte, die sie während der Visionen hört. Sie bejahte es, fügte aber hinzu, dass sie vielleicht nicht richtig sein könnten, da sie sich nur auf ihr Gedächtnis verlassen müsste.
Natürlich ist es nicht leicht, die Sätze einer völlig fremden Sprache aus dem Gedächtnis heraus zu wiederholen. Aus diesem Grunde bedauerte sie ihre Unfähigkeit, die Sätze korrekt zu sagen. Ich konnte jedoch die aramäischen Worte und Sätze, die sie aussprach, verstehen.

Zuerst fragte ich sie über die Worte unseres Herrn am Kreuz. Die allerersten Worte, die sie wiederholte, sind folgende: ABA BEEDAK APPAKETH RUHI, was „Vater in deine Hände empfehle ich meinen Geist“ bedeutet.

Dann SHALEM KOLHON – alles ist vollbracht.

Nach der Auferstehung begrüßte unser Herr die Apostel mit den Worten SLAM LAHON – Friede sei mit euch. (Sch(e)lam l(a)chon auf Schallplatte – phonetisch, in unserer Aussprache. V.)

Die Juden schrien zu Pilatus: SLOWAI SLOVAI – Kreuzige ihn, kreuzige ihn.

Außerdem konnte ein anderer Priester, der sie besuchte und von meinem Besuch gehört hatte, ebenfalls folgend Sätze nieder schreiben.

Nach der Auferweckung der Tochter des Jairus sagte Unser Herr: Thalitha KOOMI (OO, englische Aussprache U, wir hören lt. Tonband Kum) – Steh auf Mädchen.

Als er Lazarus zum Leben erweckte: LAASAAR ALLA – Komm zu dir, Lazarus.

Nach der Dornenkrönung: SLAM LAK MALKA D´YOO-DAYE – Heil dir, König der Juden.

Zu dem guten Schächer sagt Jesus: AMEN AMEN…BPARDA-YISA – Wahrlich ich sage dir…im Paradies (Sie sagte, sie hätte die Worte dazwischen vergessen).

Am Kreuz: ELOI, ELOI LMA SABAKTHANI – Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

ZKE – mich dürstet (lt. Tonband Äs-che).

HA EMEEK, HA BREEK – siehe da deine Mutter, siehe da dein Sohn.

Nach der Auferstehung ANA LA THEDELOON – ich bin es, fürchtet euch nicht.

Der hl. Thomas MARI ELOI – mein Herr, mein Gott.
Am Ölberg KOMO – Steht auf.

Diejenigen, die am Fuße des Kreuzes standen: BAR ELO – Sohn Gottes.


Als ich Therese Neumann 1958 besuchte, fragte ich sie, ob die hl. Jungfrau Maria etwas zu ihr spricht, was das Leiden unseres Herrn betrifft. Die Antwort war, dass sie nur schweige.

Therese hatte ihre Nichte, ein kleines Mädchen namens Marie, neben anderen bei sich zu Hause.
Ich nannte sie „Mariam“ auf aramäisch. Dann korrigierte mich die Stigmatisierte und sagte „Miriam“. Aber sie fügte hinzu, dass unsere Frau (Maria) auf zwei etwas verschiedene Arten angeredet wurde. Im Tempel wurde sie Miriam genannt, aber der hl. Joseph pflegte sie Mariam zu nennen.

Nebenbei sagte sie auch, dass Unser Herr im Tempel ein eleganteres Aramäisch sprach, aber in seinen Gesprächen mit den Aposteln sich einer alltäglicheren und weniger eleganten Sprache bediente. Es fiel mir damals nicht ein, sie danach zu fragen, wie sie den Stil der zwei verschiedenen Gesprächsformen unterscheiden konnte.

Therese freute sich besonders zu hören, dass die Sprache, die unser Herr, die hl. Jungfrau und die Apostel sprachen, noch in Indien erhalten ist und als liturgische Sprache verwendet wird.
(Dieselbe Freude spricht aus einem Brief, den sie mir am 12. April 1062, einige Monate bevor sie starb, schrieb.)
Sie bat mich, einige Sätze auf aramäisch zu lesen. Ich hatte nur mein Brevier bei mir. Ich schlug das Buch willkürlich auf und begann einen Absatz zu lesen, in dem das Wort „MALKA“ vorkam. Unmittelbar sagte sie „Malka, das Wort kenne ich. Nach dem Wunder der Brotvermehrung riefen die Juden: MALKA, MALKA“ (König).

Ein anderer wichtiger Punkt, den sie mir 1958 enthüllte, war, dass Unser Herr beim Letzten Abendmahl um den Tisch herumging und HALLEL vor sich hersagte. Damals verstand ich die Bedeutung von HALLEL nicht. Später, im Jahre 1961, als ich Daniel Rop´s Buch „Jesus und seine Zeit“ las, verstand ich die Bedeutung dessen, was Therese N. sagte.
HALLEL zu singen, ist eine unentbehrliche Zeremonie des Festes des „Vorüberganges“. Es ist eine berühmte Hymnie, die aus den Psalmen 113-116 besteht (Cfr. „Jesus und seine Zeit“, Band II, Seite 137, New York, 1960).

Etwas anderes, sehr Interessantes, was Therese mir während meines Besuches 1958 sagte, war, dass sie während ihrer Ekstase die Predigt des hl. Petrus am Pfingstfest in ihrer eigenen Sprache hörte – ein Phänomen, ganz im Einklang mit dem Ereignis des ersten Pfingsttages.

Obwohl ich 1959 nur eine Stunde mit Theres verbrachte, erinnerte sie sich deutlich an meinen Besuch. Als sie nämlich später ein französischer Priester besuchte, um einige Informationen über die aramäische Sprache zu sammeln, legte sie ihm nahe, mit mir Bekanntschaft zu machen.

Bei meinem zweiten Besuch 1960 erkannte sie mich sofort wieder. Als ich meine Überraschung darüber äußerte, dass sie mich nach 2 Jahren sofort wiedererkenne, trotz der unzähligen Besucher, die während dieser Zeitspanne an ihre Tür geklopft hatten, öffnete sie ihr Gebetbuch und zeigte mir die eigenhändig unterschriebenen Andachtsbildchen, die ich ihr bei meinem früheren Besuch überreicht hatte.

Dieses Mal verbrachte ich wiederum einige Zeit mit der Erläuterung eines Punktes, der die aramäische Sprache betrifft. Ich fragte sie, wie sie das Wort „Jesus“ während ihrer Ekstase hört. Sie sagte „ISCHOA“ (lt. Tonband Jeschua. V.) Das war wichtig für mich, denn wir sagen jetzt nur mehr „ISHO“ und lassen das letzte A wegfallen, obwohl wir noch „ISHOA“ schreiben.
Meine Schlussfolgerung ist, dass auch in unserem Land in früheren Zeiten alle Buchstaben ausgesprochen wurden und dass der letzte Buchstabe im Laufe der Jahrhunderte stumm geworden ist.

Ich übergehe die verschiedenen Einzelheiten, die mir Pfarrer Josef Naber über ihre eucharistische Aufopferung und ihre Erlebnisse berichtete.
Als ich sie 1960 besuchte, war er bettlägerig in ihrem Haus und ihr eigener Vater war schon tot.

Bevor ich schließe, muss ich sagen, dass ich von ihrer kindlichen Einfalt, ihrer Menschlichkeit, ihrem tiefen Glauben, ihrer Liebe zum Leiden, ihrem Gebetseifer und Gehorsamseifer sehr beeindruckt war.

Als ich sie bei meinem zweiten Besuch fragte, ob sie mir ein Stück Leinen, das mit dem Blut ihres Stigmas befleckt ist, geben könnte, antwortete sie, dass ihr Bischof es ihr verboten hätte, so etwas zu tun.

Bevor ich sie beide Male verließ, kniete sie vor mir nieder, um meinen Segen zu empfangen.

Bemerkenswert ist auch, dass sie den Elfenbeinrosenkranz und andere kleine Geschenke, die ich ihr machte, mit kindlichem Eifer annahm und einen weiteren Rosenkranz für ihre Schwester begehrte. Sie beschenkte mich mit einigen Gegenständen und Dollarscheinen für die Mission, ein deutliches Zeichen ihrer Missionsbegeisterung.

Was mich anbetrifft, so ist u.a. die Tatsache, dass Therese jene Sätze in aramäischer oder syro-chaldäischer Sprache wiederholen konnte, einer Sprache, die sie weder gelernt, noch bei irgend einer Gelegenheit gehört hatte, ein zwingendes Argument zu ihrem Vorteil.


siehe auch:
http://www.therese-neumann.net/aufsatz_berliner_hefte.pdf

 

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