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  • Heiliger Gabriel Possenti: 27. Februar 2013

Autor Thema: Heiliger Gabriel Possenti  (Gelesen 3522 mal)

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velvet

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Heiliger Gabriel Possenti
« am: 23. Februar 2013, 16:52:52 »

Heiliger Gabriel Possenti

   
Hl. Gabriel von der Schmerzensmutter  27. 2.   


Am 1. März 1838 wurde im Palast des päpstlichen Gouverneurs ein Junge geboren. Seine Eltern waren Sante Possenti aus Terni, Stadtoberhaupt des damals zum Kirchenstaat gehörigen Assisi, und seine Frau Agnese, die aus Civitanova/Marche stammte. Es war ihr elftes Kind. Am Abend desselben Tages wurde das Kind im nahegelegenen Dom S. Rufino in dem gleichen Taufbecken getauft, in dem Jahrhunderte vorher der große Franziskus die Taufe empfangen hatte. Von ihm erhielt das Kind auch seinen Namen: Francesco.

Als Francesco dreieinhalb Jahre war, zog die Familie nach Spoleto um.  Am 9. Februar 1842 starb seine Mutter im Alter von 41 Jahren. „Checchino“, wie Francesco im Kreis seiner Familie genannt wurde, erwählte sich Maria zu seiner Mutter.

Da er ein lebendiger und intelligenter Schüler war, wurden seine schulischen Leistungen wiederholt mit Preisen belohnt. Er achtete auf elegante und modische Kleidung, liebte die Jagd und besuchte das Theater und andere Gesellschaften. Bei Schulaufführungen war er oft gefeierter Mittelpunkt. Er war geboren für die Freundschaft und die Seele der Jugend Spoletos. Wo er hinkam, säte er Freude aus. Er hatte eine große Karriere vor sich.

Zu Beginn des Jahres 1854 erkrankte Francesco an einer gefährlichen Halsentzündung. Sein Zustand war sehr kritisch, doch die Familie versammelte sich, wie jeden Tag, zum Gebet und flehte Gott um Heilung an. Als großen Fürsprecher wählte man den damals jüngst seliggesprochenen Andreas Bobola. Dieser Heilige hatte schwerste Qualen in seinem Martyrium erlitten. Francesco betete zu diesem Märtyrer und versprach, sich ganz Gott zu weihen, wenn er wieder gesund würde. Gott erhörte ihn, und er wurde von seinem Leiden geheilt.

Kaum hatte sich Francesco erholt, erreichte die Familie die nächste schreckliche Nachricht. Der 27 jährige Lorenzo, ein Bruder von Francesco, hatte Selbstmord begangen. Er hatte Kontakte zu den Freimaurern und diese drängten ihn zu einem Mord. Als der Druck für ihn zu groß wurde, nahm er sich das Leben.

All diese Ereignisse veranlassten den jungen Francesco tiefer über den Sinn seines Lebens nachzudenken. Immer weniger Gefallen fand er an den unzähligen Zerstreuungen, dem Theater und den Gesellschaften. Der Sechzehnjährige vertraute seine inneren Regungen einem jungen Jesuitenpater namens Pietro Tedeschini an, welcher ihn in dieser Zeit geistlich begleitete.

Am 7. Juni 1855 starb nun auch seine Lieblingsschwester Maria Luisa plötzlich an Cholera. Gerade aber in den Krisenzeiten reifte der Glaube Francescos, und seine Liebe zu Gott vertiefte sich. Eine Stimme in seinem Inneren wurde immer lauter, die nach einem anderen Leben rief als dem, das er bisher führte. Die Möglichkeit eines Ordenseintritts rückte mehr und mehr in das Blickfeld seiner Träume und Zukunftsvorstellungen.

Hl. Ikone von Spoleto
Manchmal bedarf es jedoch eines einschneidenden Erlebnisses, bevor ein lang andauernder Entscheidungsprozess zum Abschluss kommt. Ein solches Erlebnis hatte Francesco am 22. August des Jahres 1856. Es war der Oktavtag des Festes Mariä Himmelfahrt. Die „Hl. Ikone“, das hochverehrte Marienbild Spoletos, wurde von Erzbischof Arnaldi in feierlicher Prozession durch die Straßen und Gassen der Stadt getragen. Auch Francesco befand sich unter den Menschen, die die Wege säumten. Als das Bild an ihm vorübergetragen wurde, glaubte Francesco, die Augen der Madonna würden plötzlich lebendig und schauten ihn an. In seinem Innern hörte er zu gleicher Zeit eine Stimme, die sprach: „Auf was wartest du? Folge deiner Berufung!“ Wie betäubt entfernte sich Francesco aus der Menge der Umstehenden, die kaum wahrnahmen, was mit ihm vorging. Nun war er fest entschlossen, alle Hindernisse zu überwinden und ins Kloster einzutreten.

Zelle des Heiligen in Morrovalle
Trotz der Frömmigkeit seines Vaters Sante Possenti war dieser das größte Hindernis, das es nun zu überwinden galt. Für Francescos Vater war es ein harter und schmerzlicher Kampf mit seinen Gefühlen. Er musste aber schließlich erkennen, dass es seinem Sohn wirklich ernst war, und so willigte er ein. Luigi sollte seinen jüngeren Bruder am Morgen des 6. September 1856 nach Loreto begleiten, wo ihr Onkel Don Cesare Aquacotta die Berufung Francescos noch einmal prüfen sollte. Wenn sein Urteil positiv ausfiele, sollten sie ihren Weg nach Morrovalle (Macerata) in das Noviziat der Passionisten fortsetzen.
Bereits am 21. September 1856 wurde er mit dem Habit der Passionisten bekleidet und erhielt den Ordensnamen Gabriel von der schmerzhaften Muttergottes. P. Norberto Cassinelli (1829 – 1911) führte Francesco in die neue Umgebung ein.
Confr. Gabriel und P. NorbertoIm Ordensleben fand er sein Glück, so sehr, dass er an seinen Vater schrieb: „Mein Leben ist eine einzige Freude. Die Zufriedenheit, die ich verspüre, ist einfach unaussprechlich. Ich würde nicht einmal eine Viertelstunde dieses Lebens eintauschen.“ An anderer Stelle schrieb er: „Die Zufriedenheit und die Freude, die ich innerhalb dieser heiligen Mauern fühle, ist einfach unaussprechlich im Vergleich zu dem eitlen und leichtfertigen Zeitvertreib, den man in der Welt auskostet.“

Am 20. Juni 1858 wurde Confrater Gabriel in das Kloster Sant´Agostino in Pievetorina versetzt, um dort seine philosophischen Studien zu beginnen. Er erkrankte jedoch bald wiederum an einer gefährlichen Halsentzündung mit Bronchitis, von deren Folgen er sich nie mehr richtig erholen sollte. Diese Krankheit ließ zum ersten Mal den Verdacht auf Tuberkulose aufkommen.

Die Tage des Studiums und des Gebetes waren aber für Gabriel und seine Mitstudenten bald gezählt. Die politische Situation begann sich bemerkbar zu machen. Italien geriet durch die diplomatische Taktik Cavours in seinen zweiten großen Unabhängigkeitskrieg (1859). Piemontesische Truppen waren im Begriff, in den Kirchenstaat einzumarschieren. Deshalb sollen die Studenten in ein anderes Kloster übersiedeln, das ihnen größere Sicherheit versprach. Der Konvent von Isola zu Füßen des Gran Sasso d´Italia, im Königreich Neapel, wurde dazu auserwählt. Dort verbrachte Confrater Gabriel die letzten zweieinhalb Jahre seines Lebens und verstarb am 27. Februar 1862 an Lungentuberkulose.

Nach der Erhebung seiner Gebeine 1892 verbreitete sich sein Ruhm wie ein Lauffeuer, und es ereigneten sich die ersten Wunder.

Gran SassoAm 31. Mai 1908 wurde er von Papst Pius X. selig- und am 13. Mai 1920 von Papst Benedikt XV. heiliggesprochen. Das Geheimnis seiner Heiligkeit bestand darin, den Alltag außerordentlich gelebt zu haben, als wahrer Liebender Gottes, des Kreuzes und der Schmerzhaften Mutter. „Er hat mit dem Herzen gearbeitet“, pflegte sein Seelenführer zu sagen.

Dieser junge Mann, der zur Ehre der Altäre erhoben wurde, war ein Suchender gewesen. Er suchte nach letztem Glück, nach einer besseren Welt und wahrer Lebensfreude. Darin gleicht er vielen jungen Menschen unserer Zeit. Auf dem Weg der Liebe zum Gekreuzigten und seiner Mutter Maria hatte Gabriel dies alles gefunden. Deshalb kann dieser jugendliche Heilige all denen Fürsprecher und Helfer sein, die auf der Suche sind nach einer Freude, die nie vergeht.

Reliquienschrein des Heiligen

 

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Wenn das im TV gezeigt werden würde, bestünde ein Funken Hoffnung


 


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