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Hemma

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Warum die Kirche die Erdbestattung empfiehlt
« am: 08. November 2011, 00:38:33 »






Erde oder Asche?

Warum die Kirche die Erdbestattung empfiehlt


v. Pfr. Mag. Christoph Haider
Fels XI/2009



Geschichtlicher Überblick


Die Toten würdig zu bestatten gehört zu den Urbedürfnissen des Menschen.
In der Art und Weise der Bestattung unterscheiden sich allerdings Kulturen und Religionen.
Grundsätzlich und vereinfachend kann in der Geschichte zwischen Feuer- Erdbestattung unterschieden werden. Für beide Formen gibt es frühgeschichtliche Zeugnisse, wobei die Erdbestattung wohl die ursprünglichere war.
Feuer- und Erdbestattung wechselten sich in einzelnen Epochen ab und überlagerten sich zeitweise.
Die Festlegung auf eine bestimmte Bestattungsform wurde motiviert durch religiöse Anschauungen, aber auch durch praktische Gründe.
Im außereuropäischen Raum sind Indien und der vom Hinduismus geprägte Kulturkreis die klassische Region der Leichenverbrennung.

Für den christlichen Bestattungskult standen sowohl die jüdische Tradition als auch das Begräbnis Jesu Pate.
Umberto Fasola stellt im Lexikon für Theologie und Kirche (2. Auflage) fest: „Bleibendes Kennzeichen der christlichen Grabstätten war überall und ausnahmslos der Brauch der Erdbestattung in Befolgung der jüdischen Tradition und in Nachahmung der Bestattung Christi“.

Über den Totenkult in frühchristlicher Zeit geben uns vor allem die Katakomben detaillierten Aufschluss; solche gab es in größerem Ausmaß in Rom, wir finden sie aber auch in Neapel, Syrakus, Malta und Tunesien.
Eindrucksvoll bezeugen diese unterirdischen Grabanlagen das Bedürfnis, den Leichnam der Verstorbenen in die Erde zu legen, auch wenn der zur Verfügung stehende Raum sehr beengt war.
Die Kraftanstrengung, weitläufige Begräbnisstätten unter der Erde zu errichten, um dadurch dem christlichen Glauben Ausdruck zu verleihen, überzeugt umso mehr, als der Trend rund um die Zeitenwende im Römerreich die Feuerbestattung war.

Im abendländischen Raum setzte sich in Folge der Christianisierung die Erdbestattung flächendeckend durch und blieb durch alle Jahrhunderte bestehen.
Bis auf einzelne Gegenstimmen war sie unumstritten.
Erstmalig in der französischen Revolution wurde der massivere Versuch unternommen, sie in Frage zu stellen.
Die Einführung einer obligatorischen Feuerbestattung für Freidenker war gedacht als bewusste Provokation des christlichen Auferstehungsglaubens.
Freidenkerische Kreise des 19. Jahrhunderts forcierten – teils durch Gründung eigener Vereine – die Feuerbestattung als ausdrückliches Zeichen, um sich von der katholischen Tradition abzusetzen.
Zeitgleich setzte ein Werben von medizinischer Seite mit hygienischen Gründen ein.
1876 in Mailand und 1878 in Gotha wurden erstmals Krematorien in Betrieb genommen.
Für Katholiken blieb die Feuerbestattung weiterhin durch das Kirchenrecht verboten. Erst als die kämpferische Förderung der Leichenbestattung als ein Anti-Zeichen zum Auferstehungsglauben an Bedeutung verlor und vorwiegend hygienische, ästhetische und finanzielle Gründe für die Leichenverbrennung angeführt wurden, hob die katholische Kirche ihr ausdrückliches Verbot in all den Fällen auf, wo nicht ein Abfall vom Glauben ausschlaggebend für die Wahl ist.
Als es 1964 zu dieser Lockerung kam, wurde argumentiert, dass immer mehr Christen in Kulturkreisen leben, wo eine Erdbestattung nur unter großer Mühe durchzuführen oder gar unmöglich ist.
Der heute aktuelle Standpunkt der Kirche kann im Codex Juris Canonici 1176 § 3 nachgelesen werden: „Nachdrücklich empfiehlt die Kirche, dass die fromme Gewohnheit beibehalten wird, den Leichnam Verstorbener zu beerdigen; sie verbietet indessen die Feuerbestattung nicht, es sei denn, sie ist aus Gründen gewählt worden, die der christlichen Glaubenslehre widersprechen.“


Begründung aus dem Glauben


In einem zweiten Teil geht es um eine positive, glaubensmäßige Begründung für den Wert der christlichen Form der Erdbestattung.
Eine trotz ihrer Dichte verständliche und hervorragende Darstellung der Zusammenhänge findet man in einem Artikel des Lexikons für Theologie und Kirche (2. Auflage) unter dem Stichwort „Leichnam“, verfasst
vom damaligen Professor Josef Ratzinger:
„Das christliche Verhältnis zum toten Leib des Menschen ist wesentlich bestimmt durch die Art des christlichen Heilsglaubens, der nicht an ein Heil der Seele allein, sondern an die Auferstehung des Fleisches und an die jetzt schon von Christus her begonnene Erlösung des Leibes glaubt... Der Leichenverbrennung, deren geistige Grundlage in der Religionsgeschichte wohl der Gedanke der Loslösung der Seele vom Leib oder die Verhinderung einer Wiederkehr war, setzt die Kirche damit eine ganzheitliche Auffassung des Menschen und seines Heils entgegen.

Der zeichenhafte Sinn solchen Verhaltens besteht unabhängig von der metaphysischen Frage, ob und inwieweit die Materie des Erdenleibes auch in den Auferstehungsleib einbezogen wird.“

Heilsglaube und Zeichenhaftigkeit sind die beiden Stichworte, an denen wir durch die Thematik weiterarbeiten wollen.
Die nachdrückliche Empfehlung der Erdbestattung ist zwar kein ‚Muss’ des Glaubens, aber wegen der Art des christlichen Heilsglaubens von starker zeichenhafter Bedeutung.
Es handelt sich um einen frommen christlichen Brauch, der deshalb zu fördern ist, weil er unsere ganzheitliche Auffassung vom Menschen zum Ausdruck bringt.

Die ganzheitliche Auffassung des Menschen und seines Heils – was ist damit gemeint?

Als Christen glauben wir an die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus.
In verschiedenen Religionen der Welt, etwa in den asiatischen Religionen, richtet sich die spirituelle Sehnsucht des Menschen darauf, sich allmählich von allen materiellen Bindungen zu befreien, um dem Göttlichen begegnen zu können.
Das Freiwerden von seinem Leib würde den Menschen erst zu sich selber kommen lassen.
Der christliche Glaube hingegen spricht davon, dass Gott selbst sich an die Materie gebunden hat. Nicht Engelsgestalt, sondern einen Leib hat der Erlöserangenommen.
Gott hat uns in Jesus Christus gezeigt, dass die gesamte Schöpfung und somit auch der menschliche Leib in seinen Heilswillen einbezogen sind.
Die Geburt Jesu in der Krippe von Betlehem und sein Tod am Kreuzesbalken von Jerusalem sind starke Zeichen dafür, wie Gott über Leben und Tod denkt. Die Auferstehung am Ostermorgen bezeugt uns, dass Jesus nach seinem Tod durchaus erkennbarer Gestalt – in einem verklärten Leib – zeigte er sich den Jüngern. Sie konnten mit ihm nach seiner Auferstehung sprechen, essen und ihn berühren.
„Caro cardo salutis“ – der Leib ist der Angelpunkt des Heils, so formulierte es der Kirchenschriftsteller Tertullian.

Was am Leib Jesu geschehen ist zwischen Geburt, Tod und Auferstehung, soll sich an den Erlösten gewissermaßen fortsetzen. Ja, es hat schon begonnen, fortzusetzen.

In unserer Taufe wurden wir zu neuem Menschsein „wiedergeboren“. Diese Erneuerung bezieht nicht nur unseren Geist, unsere Seele, sondern auch unseren Leib mit ein.

Was ist das Besondere dieses Anfangs unserer endgültigen Erlösung?

Es ist die gläubige Gewissheit, dass Geist, Seele, Leib durch die göttliche Heilkunst aus der Todesversunkenheit herausgeholt werden.
Ansatzweise in der Taufe, gestärkt durch die weiteren Sakramente, besonders die heilige Eucharistie, soll der menschliche Leib eine fortschreitende Heiligung erfahren, um am Ende nicht vollkommen unterzugehen.

Versuchen wir diese Überlegungen zu vertiefen:
Die Erlösung, die von Jesus ausgeht und uns im Glauben, geschenkt wird, verändert unser ganzes Menschsein.
Das Wasser der Taufe nimmt zwar nicht die Todeslast von uns, aber sie schenkt in einer Art „neuen Geburt“ den Anfang des ewigen Lebens.
Von innen her beginnt sich der Mensch zu erneuern und aus unserem „dem Tod verfallenen Leib“ (Röm 8,14) wird eine Wohnung des Heiligen Geistes.
Christus selber lebt in uns, um sein eigenes Schicksal von Leben, Tod und Auferstehen in uns wieder aufleben zu lassen. Das ganze christliche Leben mit seinen Glaubensvollzügen ist davon geprägt, uns diese Erneuerung bewusst zu machen, sie zu vertiefen und zu vollenden.

Wie oft hören wir im Laufe unseres Lebens Worte, die „Geist und Leben“ (Joh 6,63) sind, die „Macht haben, Tote zu erwecken“ (Hebr 11,19)!

Wie oft bekreuzigen wir unseren Leib mit dem Weihwasser, um unser Taufbewusstsein zu erneuern!

Wie oft empfangen wir Sakramente, die stärken, heilen und uns – wie in der Eucharistie – „einen Leib und einen Geist“ (vgl. 1 Kor 6, 16 ff.) mit Christus werden lassen!

Wenn wir in unserer Todesstunde die so genannten Sterbesakramente empfangen, ist dies eine letzte dichte Berührung mit Christus, der gesagt hat: „Und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben.“ (Joh 11,26).

Der Empfang des sakramentalen Leibes Christi als Wegzehrung vor unserem letzten Gang schenkt uns im Glauben die Gewissheit, dass unser eigener Leib mehr als eine Hülle der Seele ist, die sie im Tod endgültig abstreift.
Die heilige Eucharistie vermittelt uns im Augenblick des Überganges die verleiblichte Hoffnung, dass es unserem Leib so ergehen wird wie dem Leib Jesu, nämlich, dass er auferstehen wird.

Der katholische Beerdigungsritus nimmt diese Glaubenswahrheiten in mehreren Zeichenhandlungen auf und bezieht sie auf den Leib des Verstorbenen.

Besonders stark drückt das Inzensieren mit Weihrauch unsere Ehrfurcht vor dem Leichnam aus: „Dein Leib war ein Tempel Gottes“, spricht der Zelebrant, während er Weihrauch einlegt und mit dem Rauchfass den Sarg umschreitet.

Einen Tempel Gottes, so das gläubige Empfinden, wird man niemals zerstören, auch wenn er "ausgedient" hat.
Man legt ihn ehrfurchtsvoll in ein Grab, so wie Josef von Arimathäa und Nikodemus den heiligen Leichnam Jesu in Leinenbinden legten, salbten und
beisetzten (Joh 19,38-42).

An dieser Stelle ist es angebracht, kurz auf ein Grundprinzip unseres christlichen Lebens zu verweisen.
Alle Christen sind zur „Nachfolge Christi“ berufen. Das bedeutet: wir sollen uns im Laufe unseres Lebens seine Gesinnung immer mehr zu eigen machen, mit unserem Leben seinem Leben möglichst nahe kommen. Ein Christ wird auch in seinem Sterben danach trachten, vereint mit Christus, sozusagen Seite an Seite mit ihm, hinüberzugehen in das ewige Leben: „Wenn wir mit Christus gestorben sind, werden wir auch mit ihm leben“ (2 Tim 2,11).

Das ehrfürchtige Begrabenwerden nach dem Beispiel Jesu wäre somit letzte Tat der Christusnachfolge und ein Akt des Vertrauens in die Macht Gottes, der unseren „sterblichen Leib lebendig machen“ wird, so wie er „Christus Jesus von den Toten auferweckt hat“ (Röm 8,11).

Der Einwand: Offenbar geht unser Leib im Tod dann augenscheinlich doch zu Grunde.

Dem gilt es zu entgegnen, dass uns Christus das Geheimnis des (Joh 12,24) verkündet hat. Das Korn fällt in die Erde, stirbt dort und während es verwest, ersteht es zu neuem Leben.

Die Erdbestattung im christlichen Sinn will dieses Geheimnis ausdrücken:

Das Grab als einen Ort der Verwandlung.

Im christlichen Altertum begegnet uns eine Bezeichnung für die eigenen Begräbnisstätten der Christen, die sich von der allgemeinen Namensgebung
abhebt: „Coemeterien“. Diesem Ausdruck liegt das griechische Verb „koimao“ zugrunde, das „schlafen, ruhen“ bedeutet. Es konnte auch den Sinn von „entschlafen“ annehmen, wie er uns im Neuen Testament gelegentlich begegnet (z.B. 1 Thess 4,13).
Hinter der Bezeichnung steht der Gedanke: wer schläft, steht auch wieder auf (vgl. Joh 11,11).
Eine alte griechische Inschrift aus Thessalonich spricht ausdrücklich vom „koimeterion heos anastaseos“, was so viel bedeutet wie „Ruhestätte bis zur Auferstehung“.
Im heutigen deutschen Wort „Friedhof“ oder in den christlichen Grabinschriften „Hier ruht in Frieden“ schwingt der Gedanke an das Ruhen des Leibes im Gegensatz zu einem endgültigen Zugrundegehen noch immer mit.

Eine wichtige Frage, die in diesem Zusammenhang auftaucht, ist die nach dem „Wie“ des Auferstehungsleibes.

Die Kirche lehrt, dass die Auferweckung der Toten eine Machttat Gottes ist, der natürlich nicht gebunden ist an die materiellen Überreste eines Menschen. Insofern ist die Frage nach der Bestattungsart, ob Erde oder Asche, nicht ausschlaggebend für die Beschaffenheit des Auferstehungsleibes. Aber für das Wacherhalten unserer Hoffnung ist die Zeichenhaftigkeit der Grablegung von besonderer Bedeutung.

Der Frage, wie die Toten auferstehen werden, widmete der Apostel Paulus ein eindrucksvolles Kapitel in seinem ersten Korintherbrief.
Er argumentiert mit dem, was zeichenhaft mit dem toten Leib in der Erde geschieht.
So wie Jesus spricht auch er vom Weizenkorn:
„Was du säst, hat noch nicht die Gestalt, die entstehen wird; es ist nur ein nacktes Samenkorn, zum Beispiel ein Weizenkorn oder ein anderes.
Gott gibt ihm die Gestalt, die er vorgesehen hat, jedem Samen eine andere“ (1 Kor 15,37-38).

Paulus fährt fort: „So ist es auch mit der Auferstehung der Toten. Was gesät wird, ist verweslich, was auferweckt wird, unverweslich. Was gesät wird, ist armselig, was auferweckt wird, herrlich. Was gesät wird, ist schwach, was auferweckt wird, ist stark. Gesät wird ein irdischer Leib, auferweckt ein überirdische Leib“ (1 Kor 15,42-44).

Eine in manchen Gegenden gebräuchliche Bezeichnung für den Friedhof lautet „Gottesacker“.
Hier ist der von Paulus dargelegte Auferstehungsglaube bereits ins Langzeitbewusstsein der Menschen übergegangen.

Wenn die christliche Gemeinde am Grab eines Verstorbenen steht, gibt es den Brauch, dass jeder der Anwesenden ein paar Tropfen Weihwasser auf den und somit auf den Leichnam sprengt. Sehr sinnenfällig kommt hier zum Ausdruck, was der Glaube an die Auferstehung erhofft:
Mit demselben Wasser, durch das wir in der Taufe das Siegel der Unsterblichkeit empfangen haben, soll der Leib „begossen“ werden, damit sich wie ein Samenkorn in der Hand Gottes zu öffnen beginnt, um sich nach der Zeit der „Ruhe“ am Jüngsten Tag in jener neuen Gestalt aus dem Grab zu erheben, die Gott für ihn vorgesehen hat.


Psychologische Gründe


Neben diesen Glaubensgründen, die für die Erdbestattung sprechen, gibt es eine Reihe von menschlichen Argumenten, die durchaus hilfreich sind.
Gerade weil für die Einäscherung des Leichnams immer wieder hygienische und praktische Gründe angeführt werden, haben auch diese anthropologischen Gründe ihre Berechtigung.

Das allmähliche Abschiednehmen von einem Toten, die Totenwache, das Rosenkranzgebet der Gemeinde, die feierliche Totenmesse, der Gang zum Grab, das Hineinlegen des Sarges in das Grab... all das kommt psychologischen Zustand der Angehörigen entgegen, die einen langen Weg der Trauer hinter sich bringen müssen, um sich von ihrem Toten zu verabschieden.

Wie anders ist ein solches Abschiednehmen gegenüber dem Hineinschieben eines Sarges in das Auto des Bestattungsinstitutes auf dem Weg ins Krematorium, aus dem nach einigen Tagen nur mehr die Urne zurück kehrt.

Der Vergleich mag unangebracht scheinen, aber man kann durchaus einmal daran denken, wie Kinder schon um ihren toten Kanarienvogel trauern oder ihr Meerschweinchen beerdigen.
Viele von uns haben in ihrer Kindheit ein kleines Loch im Garten geschaufelt,
einen Totenzug nachgeahmt und dann über dem beigesetzten Tier ein kleines Holzkreuz aufgestellt. Als Kinder hätten wir es nie über das Herz gebracht, das tote Lieblingstier in einem Ofen verbrennen zu lassen.

Eine Sorge taucht immer wieder auf, gerade bei älteren, allein stehenden Leuten. Wer kümmert sich um mein Grab? Die kleine Urnennische bereitet weniger Zukunftssorgen als ein vernachlässigtes Erdgrab.
Das mag stimmen.
In solchen Fällen könnte die christliche Gemeinde, konkret eine Pfarre, Mitverantwortung für diese Gräber tragen. Es dürfte nicht soweit kommen, dass in der christlichen Gemeinschaft Graberhaltungskosten ausschlaggebend für die Bestattungsform sind. Hier sollte Solidarität den Ton angeben.
Es gehört zu den ältesten und bewährten Regeln kirchlicher Seelsorge, dass beim Totenkult kein Unterschied gemacht werden soll und dass mittellosen Menschen derselbe würdevolle Abschied zusteht wie allen anderen.
Persönlich kenne ich eine Reihe von Personen, die um Gotteslohn das Grab anderer pflegen, weil die betreffenden Angehörigen auswärts wohnen oder aus Altersgründen nicht mehr in der Lage sind, zum Friedhof zu kommen.


Der Trend


Für die Feuerbestattung wird derzeit im europäischen Raum massiv Werbung gemacht. Gerade in der Zeit um Allerheiligen wird in Zeitungen und explizit dafür geworben. Kaum jemand findet darauf eine Erwiderung.
Auch von kirchlicher Seite hört man selten eine Stellungnahme.

Mit dieser kleinen Abhandlung will ich bewusst für die altchristliche Form der Beerdigung werben. Auch wenn es sich bei der Bestattungsform um keine dogmatische Frage handelt, so geht es im letzten auch um den Inhalt, nicht nur um die Verpackung.

Was nicht verkündet wird, schläft ein. Die Kirche hat deshalb gute Argumente für die Erdbestattung zur Hand, weil sie eben eine Hoffnung hat! Der Trend geht in eine andere Richtung. Aber wenn wir uns den Trend bezüglich der Einstellung dem menschlichen Körper gegenüber ansehen, der zwischen Körperkult und totaler Verachtung des Leibes hin und her pendelt, so kann gerade die Kirche in ihrer Lehre vom Leib als Tempel Gottes eine wahre Leibfreundlichkeit vermitteln, die es in die Tat umzusetzen gilt.
Die liebevolle und doch nicht vergötzende Einstellung allem Leiblichen gegenüber soll unseren Umgang mit dem Körper prägen, ob wir leben oder entschlafen sind.

Der Glaube an die Auferstehung der Toten gibt gerade jenen Menschen Hoffnung, deren Leib nicht de „Normmaßen“ der Idole entspricht.
Die vielen, die unter ihrem Leib leiden, deren Leib verunstaltet ist, die körperlich missbraucht werden, die vom Hunger gequält sind, dürfen darauf hoffen, dass Gott in der Auferweckung der Toten seine Gerechtigkeit auch hinsichtlich der großen Unterschiede offenbaren wird.


Auf den Punkt gebracht:
Der verwandelte Leib des im irdischen Leben körperlich Behinderten wird dem der "Miss World" an Vollendung und Schönheit nicht nachstehen.


Versäumnisse der kirchlichen Verkündigung


Zum Schluss noch eine Randbemerkung.
Ganz unschuldig an dem heutigen Trend ist die Kirche nicht.
In den letzten Jahrzehnten war die Verkündigung im Bereich der Eschatologie, wie man die Glaubenslehre bezüglich des Lebens nach dem Tod nennt, mangelhaft.
Das Wort Seele überließ man großteils den Psychologen.

Mit dem Ausdruck „Auferstehungsgottesdienst“, den man in den vergangenen Jahren immer wieder für die Beerdigungsmesse hören konnte, erweckte man den Eindruck, die Auferstehung erfolge gleich im Tod und sei rein geistig zu verstehen.
Damit wurde die kirchliche Lehre vom leibfreien Zustand der Seele bis zum „Jüngsten Tag“, dem dann Auferstehung folgt, verlagert bzw. verdünnt.
Zurück blieb bei vielen Christen eine diffuse Vorstellung vom Leben nach dem Tod, in die – wiederum im Trend – zunehmend fernöstliche Seelenwanderungslehren und Wiedergeburtsgedanken eindringen konnten.
Dem gilt es dadurch zu begegnen, dass wir die „Auferstehung des Fleisches“ als unsere christliche Hoffnung verkünden.

Die vom Glauben motivierte Förderung der Erdbestattung ist eine bewusste und sinnenfällige Form der kirchlichen Verkündigung.
« Letzte Änderung: 08. November 2011, 00:53:31 von Hemma »

Offline Marcel

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Re:Warum die Kirche die Erdbestattung empfiehlt
« Antwort #1 am: 08. November 2011, 02:13:12 »
(...)
Mit dem Ausdruck „Auferstehungsgottesdienst“, den man in den vergangenen Jahren immer wieder für die Beerdigungsmesse hören konnte, erweckte man den Eindruck, die Auferstehung erfolge gleich im Tod und sei rein geistig zu verstehen.
Damit wurde die kirchliche Lehre vom leibfreien Zustand der Seele bis zum „Jüngsten Tag“, dem dann Auferstehung folgt, verlagert bzw. verdünnt.
(...)

Danke, liebe Hemma, für diesen interessanten und wichtigen Text.

Nicht nur, daß heute »Auferstehungsgottesdienste« gefeiert werden,
bei denen man oft den Eindruck hat, daß der Verstorbene gleich in den
Himmel gekommen sei, finde ich bedenklich, sondern auch, daß dabei
vom Priester weiße statt schwarzer oder violetter Gewänder getragen
werden. (Ich weiß gar nicht, ob das laut Meßbuch wirklich erlaubt bzw.
vorgesehen ist. Mir scheint das eine gewisse ›Mode‹ geworden zu sein.)

Marcel
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Offline ursula

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Re:Warum die Kirche die Erdbestattung empfiehlt
« Antwort #2 am: 08. November 2011, 08:30:29 »
Gestern war ich wirklich schockiert als ich diese Meldung gelesen habe. Dass sich auch Priester kremieren lassen kann ich nicht verstehen. Wie es in in der Meldung geschrieben ist muss das auch wirklich der Fall sein.
Auch das Wort Auferstehungsgottesdienst dass immer mehr in den Todesanzeigen erscheint ist einfach nicht richtig.Der Glaube an das Fegfeuer und auch die ewige Verdamnis geht immer mehr verloren. Alle kommen in den Himmel so wird angenommen von vielen!

Im Herrn verschieden: Karl Rohrbach, Pfarrer im Ruhestand
07.11.2011
   

Ich glaube an die Auferstehung
und das ewige Leben.

In diesem Glauben hat Karl Rohrbach, Pfarrer im Ruhestand, sein Leben an Allerseelen in die gütigen Hände Gottes gelegt. Geboren wurde Karl Rohrbach am 28. September 1924 in St. Gallen-St. Fiden. Nach absolviertem Theologiestudium in Fribourg und Mainz erhielt er am 26. Februar 1954 in Mainz die Priesterweihe. In seinen priesterlichen und seelsorgerlichen Tätigkeiten wirkte er als Kaplan in Gossau und als Pfarrer in Heerbrugg. Danach war Togo/Afrika sein Wirkungsfeld. Nach seiner Rückkehr war der Verstorbene als Pfarrer in Ebnat-Kappel tätig. Seit seiner Pensionierung im Jahre 1988 leistete er in der Bruder-Klausen-Kapelle in Wienacht-Tobel priesterliche Dienste.

Der Auferstehungsgottesdienst von Karl Rohrbach findet am Samstag, 12. November 2011, um 10.00 Uhr in der Bruder-Klausen-Kapelle in Wienacht-Tobel statt. Anschliessend wird die Urne im engsten Kreis beigesetzt.

Einen gesegneten Tag Euch allen Ursula
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Offline Marcel

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Re:Warum die Kirche die Erdbestattung empfiehlt
« Antwort #3 am: 08. November 2011, 11:41:33 »
(...) vom Priester weiße statt schwarzer oder violetter Gewänder getragen
werden. (Ich weiß gar nicht, ob das laut Meßbuch wirklich erlaubt bzw.
vorgesehen ist. Mir scheint das eine gewisse ›Mode‹ geworden zu sein.)

Link

Aus der »Institutio Generalis Missalis Romani« (IGMR, »Grundordnung
des Römischen Messbuchs«, Vorabpublikation), Nr. 346 (Seite 147):

346. Was die Farbe der liturgischen Gewänder betrifft, ist der
überlieferte Brauch beizubehalten:

a) Die weiße Farbe wird gebraucht in der Tagzeitenliturgie
und in den Messen der Oster- und Weihnachtszeit; darüber hin-
aus an den Feiern des Herrn mit Ausnahme jener seines Lei-
dens; an den Feiern der seligen Jungfrau Maria, der heiligen En-
gel, der Heiligen, die nicht Märtyrer sind; an den Hochfesten
Allerheiligen (1. November) und des heiligen Johannes des Täu-
fers (24. Juni), an den Festen des heiligen Johannes des Evange-
listen (27. Dezember), der Kathedra Petri (22. Februar) und der
Bekehrung des heiligen Paulus (25. Januar).

b) Die rote Farbe wird gebraucht am Palmsonntag und am
Freitag der Heiligen Woche (Karfreitag), am Pfingstsonntag, in
den Feiern vom Leiden des Herrn, an den Festtagen der Apostel
und Evangelisten und bei den Feiern der heiligen Märtyrer.

c) Die grüne Farbe wird gebraucht in der Tagzeitenliturgie
und in den Messen der Zeit im Jahreskreis.

d) Die violette Farbe wird gebraucht in der Advents- und
Fastenzeit. Sie kann auch in der Tagzeitenliturgie und in den
Messen für die Verstorbenen genommen werden.

e) Die schwarze Farbe kann, wo es Brauch ist, in den Mes-
sen für die Verstorbenen verwendet werden.

f) Die rosa Farbe kann, wo es Brauch ist, am Gaudete-Sonn-
tag (3. Adventssonntag) und am Laetare-Sonntag (4. Fasten-
sonntag) verwendet werden.

g) An Tagen von besonderer Festlichkeit können festliche
oder edle liturgische Gewänder verwendet werden, auch wenn
sie nicht in der Tagesfarbe sind.

Die Bischofskonferenzen können aber hinsichtlich der litur-
gischen Farben Anpassungen festsetzen und dem Apostolischen
Stuhl vorlegen, die den Erfordernissen und dem Empfinden der
Völker entsprechen.


Marcel
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Offline ursula

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Re:Warum die Kirche die Erdbestattung empfiehlt
« Antwort #4 am: 08. November 2011, 12:23:11 »
Als ich heute die Zeitung aufschlug sah ich wieder eine Todesanzeige eines mir bekannten Priester. Auch der wurde kremiert und hiess: Beisetzung im engsten Familienkreis statt gefunden.Sowas hört man viel aber doch nicht von einem Priester das ist mir neu.
Ja,es gibt eben alles was es nicht gibt wie man sieht.
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Anna-Maria

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Re:Warum die Kirche die Erdbestattung empfiehlt
« Antwort #5 am: 12. November 2011, 14:48:09 »
Ihr Lieben,

ich kann eure Argumente verstehen und ich möchte nicht die Feuerbestattung favorisieren, sondern habe einfach Fragen.

Frage 1:  
Die Feuerbestattung nimmt einfach weniger Platz weg. In den Städten werden wir ja immer mehr Menschen. Ist es da nicht angebracht, dass die Kirche die Feuerbestattungen mehr werden?

Frage 2:

In einem Faltblatt  mit dem Titel "Beisetzung im Kolumbarium des St. Marien-Domes"  vom Erzbistum-Hamburg
steht: " Die Einrichtung eines Kolumbariums in der Krypta des St. Marien-Domes kommt dem Wunsch nach einer veränderten Form der Bestattung entgegen. Im dom feiern wir die Eucharistie, hier bekennen wir unseren Glauben an das Leben in Christung. Über den Altar sehen wir die Aufnahme Marieens in den Himmel....Direkt unter dem Altar befindet sich das neue Kolumbarium. Seine golden gestaltete Decke verweist wie das Apsismosaik auf den Himmel und das ewige Leben in der Gemeinschaft der Heiligen. So feiern wir nach alter Tradition das Geheimnis des Todes und der Auferstehung Jesu über den Gräbern unserer Toten."  1540 Grabstätten sind da möglich, eben nur weil es Feuerbestattungen sind.

Ich selber wollte mich nie verbrennen lassen. Doch wenn ich sterbe,  wird niemand zu meinem Grabe gehen. Meine Familie, die lassen sich alle verbrennen und lehnen die Kirche ab. Somit werde ich anonym irgendwo verscharrt. Da schien mir dann doch das Angebot des Mariendomes eine Alternative. Auf den jewiligen Kolumbarien, wo die Urne ist, stünde mein Name und oben drüber wird eben jeden Tag die Heilige Messe gefeiert. Das erscheint mir als Alternative schon überdenkenswert.

Aber all dies ist ja nur not-wendig, weil das Christentum so im Verschwinden ist. Sonst würde alles so sein wie früher: Die Verwandten kümmern sich um das Grab. Aber nun ist ja alles nicht mehr so.

Bitte, ihr lieben Geschwister, mögt ihr mir dazu was schreiben?

Ich will nicht diese Feuerbestattungen verteidigen, doch ich bin in einer Art Zwickmühle,

Anna-Maria
« Letzte Änderung: 12. November 2011, 15:48:21 von Anna-Maria »

Offline ursula

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Re:Warum die Kirche die Erdbestattung empfiehlt
« Antwort #6 am: 12. November 2011, 16:18:34 »
Liebe Anna-Maria

Das stimmt schon wie Du sagst dass Feuerbestattungen weniger Platz brauchen auf den Friedhöfen. Es gibt ja auch Länder wie z.B.in Prag wo meine Schwägerin herkommt da gibt es auch nur noch Feuerbestattungen.
Bis vor einigen Jahren durften die Katholiken sich ja auch nicht verbrennen lassen .Heute sind wir so weit dass es sehr viele gibt die das machen,da der Glaube ja so am schwinden ist.Sovieles wurde ja anders nach dem Konzil dass man sich heute fragen muss was richtig ist.  Ich für mich bin auch gegen Feuerbestattungen .Ja ich weiss auch meine Eltern wurden so bestattet aber eben der Glaube war auch nicht gross und sie meinten so habt ihr weniger Arbeit mit der Grabpflege und sei hygienischer als im Grab verfaulen und von Würmer aufgefressen zu werden.Wenn man bedenkt eigentlich eine komische Antwort.
Ich selber will auf keinen Fall verbrannt werden,wir haben ja keine Kinder und da ist die Gefahr auch sehr gross. Als Vorsichtsnahme habe ich ein Schreiben aufgestellt dass mein Mann und ich eine Erdbestattung wollen ,dieses Schreiben ist im Familienbüchlein dass man ja braucht um den Todesfallanzumelden.
Ich kann also nur hoffen und beten dass das zweite von uns so beerdigt wird.
liebe Grüsse  Ursula
Alles meinem Gott zu Ehren

Hemma

  • Gast
Re:Warum die Kirche die Erdbestattung empfiehlt
« Antwort #7 am: 12. November 2011, 23:52:24 »

Liebe AnnaMaria!


Ich kann Deine Sicht schon verstehen, es ist zweifellos ein sympathischer Gedanke ein Urnengrab unter einem Altarraum zu finden.

Es bleibt dies Deine persönliche Entscheidung, ich schließe mich Ursula an mit ihrer Meinung.

Du würdest als praktizierende Katholikin auch einmal nicht "anonym verscharrt" werden.   ;fckj


LG. Hemma

Anna-Maria

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Re:Warum die Kirche die Erdbestattung empfiehlt
« Antwort #8 am: 18. November 2011, 20:04:31 »
Liebe Ursula, liebe Hemma,

eure Antworten tun mir sehr gut.

Der Text, den Hemma hier eingestellt hat, bewegt mich und stimmt mich froh über unsere wundervolle Religion. Bitte erlaubt mir einige Punkte anzusprechen.

1.) Ich würde selber eigentlich lieber in Leinen eingewickelt bestattet werden, nicht in einem Kasten.

Aber die Bedingungen sind anders. Wenn der Dom nicht so eine Aktion gemacht hätte, dann wäre für mich gar kein Zweifel aufgekommen. Doch dadurch wurde ich in meinem Entschluss NIE eine Verbrennung machen zu lassen durcheinander gebracht. Schade, dass die Kirche in diesem Punkte nicht mehr so ist wie früher vor dem Konzil. Bitte betet für die Menschen, die durch diese Liberalisierung der Lehren der Kirche sich erst mal neu wieder finden müssen, um den Heiligen Geist.

2.)  Hemma, du sagst: "du würdest als praktizierende Katholikin auch einmal nicht "anonym verscharrt" werden.  Ich bin aus gesundheitlichen Gründen keine aktive Katholikin. Ich gehe nur regelmäßig zur Heiligen Messe. Von einer älteren Katholikin habe ich sogar gehört, dass die Kirche gar nicht immer mitbekommt, wenn jemand stirbt.  O, da habe ich traurige Sachen gehört.
Kannst du mir sagen, wie du das genauer meinst?

3.)  Ich selber gehe auf dem Friedhof mit Weihwasser und im Gebet. Und gehe gerade zu den Gräbern, die verlassen aussehen, um dort Weihwasser zu versprengen und für die Verstorbenen zu beten. Ja, schon lange vor meiner Konversion habe ich das gemacht, weil mir die Menschen so leid tun, für deren Seelen niemand mehr betet. Auch im Katholischen wird kaum noch bei uns gelehrt, für die Armen Seelen zu beten und auf Friedhöfe zu gehen. Das ist alles verflacht.

4.)  "Hemma zitiert oben "Der Einwand: Offenbar geht unser Leib im Tod dann augenscheinlich doch zu Grunde.

Dem gilt es zu entgegnen, dass uns Christus das Geheimnis des (Joh 12,24) verkündet hat. Das Korn fällt in die Erde, stirbt dort und während es verwest, ersteht es zu neuem Leben."

DANKE. Genau diesen Einwand hatte ich auch. Nun ist er ausgetrieben. Da freue ich mich sehr. Preis sei dem Heiligen Geist.

5.)  Hemma zitiert oben: "Das allmähliche Abschiednehmen von einem Toten, die Totenwache, das Rosenkranzgebet der Gemeinde, die feierliche Totenmesse, der Gang zum Grab, das Hineinlegen des Sarges in das Grab... all das kommt psychologischen Zustand der Angehörigen entgegen, die einen langen Weg der Trauer hinter sich bringen müssen, um sich von ihrem Toten zu verabschieden."

Totenwache gibt es kaum noch und man barrt den Leichnam nicht mehr auf. Das finde ich traurig. Ich kann nicht gut gehen, aber ich würde immer bereit sein, neben meiner beruflichen Arbeit, mit dort bei einem Verstorbenen niederzulassen (die drei Tage eben), um Rosenkranz zu beten.

So eine Kultur müssten wir im Katholischen wieder hinbekommen.

6.)  Dieser Vorschlag ist hervorragend:  "Eine Sorge taucht immer wieder auf, gerade bei älteren, allein stehenden Leuten. Wer kümmert sich um mein Grab? Die kleine Urnennische bereitet weniger Zukunftssorgen als ein vernachlässigtes Erdgrab.
Das mag stimmen.
In solchen Fällen könnte die christliche Gemeinde, konkret eine Pfarre, Mitverantwortung für diese Gräber tragen. Es dürfte nicht soweit kommen, dass in der christlichen Gemeinschaft Graberhaltungskosten ausschlaggebend für die Bestattungsform sind. Hier sollte Solidarität den Ton angeben."

Ja, wenn das so wäre, wäre meine Entscheidung klar gegen eine Verbrennung und FÜR eine Erd-Bestattung.

In einer Pfarrei, die ich kenne gibt es einen Ansatz davon. Eine Beerdigungsbruderschaft. Diese gehen zu Beerdigungen, wo keiner oder nur sehr wenige hingehen.

7.)  Tendenz das Fegefeuer zu verschweigen: Man will niemanden Angst machen. Auch durch das Verschweigen der Hölle. ES GIBT EINE HÖLLE, egal ob Spitzfindige sagen sie sei ohne Ende oder nicht. Hölle ist die Entscheidung OHNE GOTT zu "leben", Abwesenheit der Liebe. Davor will die Kirche uns und andere, die noch nicht glauben retten. SEELEN RETTEN. Die Modernisten denken sie sind barmherzig. Doch es ist geistige Gewalt, diese wichtige Lehre von Fegefeuer und Hölle zu verschweigen. Das will der Satan. Somit verfehlen solche Irrlehrer, die die Existenz dieser Orte verschweigen oder gar ablehnen, die Hauptaufgabe der Kirche, die Seelen zu retten.

In anderen christlichen Richtungen wird auch so eine Lehre verbreitet, dass man sofort nach dem Tode bei Gott ist.

DIE UNBARMHERZIGE FOLGE SOLCHER IRRLEHREN IST: NICHT MEHR FÜR DIE ARMEN SEELEN ZU BETEN. Das freut Ms. S.

Wir sollten wirklich immer, nicht nur im November es zur Gewohnheit werden zu lassen für die Armen Seelen zu beten.

Ich nehme manchmal den evangelischen Gemeindebrief und reiße die Totenliste raus und nehme diese Menschen mit in die Heilige Messe. Es ist so grausam, wenn man nicht für sie betet und die Evangelischen haben diesen Glauben an das Fegefeuer ja weggelassen aus ihrer Theologie.

Die Lehre von den Letzten Dingen, die uns unsere Mutter Kirche gibt, ist zum Schutz für uns und eine Barmherzigkeit. O, mögen viele Katholiken neu gewonnen werden, diese Dinge wieder in ihrem geistigen Leben erbrlühen zu lassen. Die Lehre von der Hölle sogar ist wichtig, um den Ernst der Dinge, des jetzigen Lebens zu betonen. Die Menschen mögen sich für Jesus Christus bewußt entscheiden, damit die andere Seite Seelen verliert, die ALLEIN Gott zustehen.

Das Verschweigen der Letzten Dinge ist unbarmherzig!!!!!!!!!!!

8.)  Ja, liebe Hemma, eigenlich sehe ich es genauso wie du und Ursula. Bitte betet auch für mich und andere, die noch nicht so gefestigt sind, dass sie dem Willen Gottes folgen und dem Heiligen Geist folge leisten.

9.) Einen Punkt habe ich noch: Es ist ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal unseres Glaubens von alles esoterischen und östlichen Lehren (Buddhismus/Hinduismus etc.), dass die sog. Materie im Erlösungswerk mit inbegriffen ist. Gottes Er-lösungs-Werk ist ALLUMFASSEND und nicht nur im geistig. DESHALB schon ist es gut, die altehrwürdigen Bestattungsformen beizubehalten.

Danke euch noch mal,
Anna-Maria


« Letzte Änderung: 04. Dezember 2011, 01:22:58 von Anna-Maria »

Offline ursula

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Re:Warum die Kirche die Erdbestattung empfiehlt
« Antwort #9 am: 18. November 2011, 20:45:52 »
Liebe Anna Maria
Das finde ich wunderschön was Du machst,mit Weihwasser auf den Friedhof zu gehen und besonders auch den verlassenen Verstorbenen es zu geben und beten. Ja es ist so wichtig dass man viel für die Verstorbenen betet,da die Kirche leider viel zuwenig macht in unserer Zeit. Was ich auch bsonders wichtig finde ist dass man auch für die ganz verlassenen Priesterseelen betet. Viele Menschen denken,die brauchen das doch nicht.Oh nein viele Priester sind in einem tiefen Fegfeuer und können nicht raus weil niemand für sie betet. Du hast recht man darf nicht nur im November beten sondern jeden Tag. Ich habe es zur Gewohnheit genommen jeden Tag mehrmals den Armen Seelen das Weihwasser zu spenden und für sie zu beten ,vorallem eben auch für die verlassenen Priesterseelen.Die Armen Seelen werden uns es sicher einmal sehr verdanken ,helfen uns aber auch jetzt immer wieder wenn wir sie anrufen.Beten wir füreinander  und für alle wo noch nicht so stark sind.
liebe Grüsse  Ursula
Alles meinem Gott zu Ehren

 

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