Barbara Weigand Offenbarungen Band 3        Seite 4

© Copyright by Wolfgang E. Bastian

Index aller Seiten    Aktuelles   Gästebuch   Suche    Forum   Kontakt 
    
   




 
Band 3    Seite 1     Seite 2       Seite 3     Seite 4 

Inhaltsverzeichnis Band 3

289 Zweiter Freitag im Mai 1899

„So wahr Ich bin und deine Seele an Mich ziehen will, so wahr ist es aber auch, daß Satan um deine Seele streitet.“

Lied: Heute ist gefahren Gottes Sohn ...

Barbara: „Ich danke Dir, mein Jesus, für das unaussprechliche Glück, das Du den Armseligsten zuteil werden läßt. Ich danke Dir im Namen meiner beiden Freundinnen und all derer, die sich an uns anschließen. O Liebe, Du wirst nicht geliebt; o unendliche Liebe, Du wirst nicht geliebt, du wirst gehaßt, verachtet und verfolgt. O komme, Dein armes Kind heimzusuchen. Ja, ja, Du wirst noch geliebt, Du wirst es noch! Mein Jesus! Ich bin Dir noch zu großem Dank verpflichtet für das große Glück, das Du mir heute früh erwiesen, das Du mir zuteil werden ließest in dem Augenblick, als Du Dich würdigtest, in meine arme Seele zu kommen unter den sakramentalen Gestalten. O wie glücklich dieser Augenblick, von dem nur Deine heiligen Engel Zeugen sind.

Du zeigtest mir meine liebe, kleine Nichte Anna. O ich danke Dir, mein Jesus. Warum war ich doch so glücklich, sie zu sehen? Mein Jesus, ja, unaussprechlich ist die Wonne der Seligen, unaussprechlich ist die Wonne der Seligen! Auch wir sollen teilnehmen an dieser Glückseligkeit. Dieses kleine Geschöpf, das Du in so jungen Jahren zu Dir beriefst, wie ist sie doch jetzt so vollkommen, wie eine schöne, ausgewachsene Jungfrau.

Ja, wenn ihr doch wüßtet das Glück, das uns erwartet, das wir jetzt nur durch einen Schleier sehen, noch verhüllt, in den Schönheiten der Kirche eingeschlossen, o wie würde die Welt uns anekeln. Wunderbar bist Du in Deinen Werken, o Herr! Wunderbar schön hast Du diese Welt, Deine Schöpfung ausgestattet. Alles lobt und preist Dich in der ganzen Schöpfung; nur der Mensch, den Du als König der Schöpfung geschaffen, hineingestellt in dieses Denkmal der Liebe, er allein preist Dich nicht. Denn alle Deine Werke zielen nur darauf ab, Dein Lob zu verkünden, und der arme Mensch, ihn hast Du erschaffen mit freiem Willen, begabt mit Verstand; Du gabst ihm ein Gedächtnis, damit er überlegen könne, wozu er erschaffen, und er allein erniedrigt sich unter alle Deine Werke. Ein Herz hast Du ihm gegeben, damit er Dich lieben könne, und er haßt Dich. Mein Jesus! O komme, komme in meine Seele, o komme doch, o komme doch! Für alle Menschen will ich Dich lieben. Ein Herz hast Du mir gegeben, einen Leib hast Du mir gegeben, damit ich Dir dienen könne. Wohlan, mein Geliebter, nimm ihn in Besitz, besitze diese Seele, besitze diesen armseligen Leib. Ja, mein Jesus, wohl ist er oft nur der Anlaß zur Sünde. O dieser armselige Körper! Wann werde ich einmal ausgehen aus dieser Hülle, die mich noch von Dir trennt, daß ich mich ewig mit Dir vereinigen könne? O mein Jesus, wahrhaft Du bist es. O wie bist Du so gut! O mein Geliebter! Ich danke Dir, mein himmlischer Bräutigam! Gelobt sei Jesus Christus!“

Ich sehe meine lieben Eltern und dich wieder, meine liebe Anna!

Anna: „Du bist die Braut des großen Königs geworden. Aber liebe Tante, glaube, glaube, glaube bis zum Ende deines Lebens! Siehe, der Herr hat Sich gewürdigt, dir meinen Todestag zu zeigen, zu verkünden. Er gab dir dieses Zeichen, um deine Vorgesetzten zu überführen, deinen Beichtvater zu belehren. Ich mußte mein Leben hingeben in der Blüte meiner Jahre. Ich mußte dir und meiner lieben Mutter einen großen Schmerz verursachen. Aber siehe, meine Tante, welchen Tausch ich gemacht habe.

Sieh dieses herrliche Kleid, das ich jetzt trage, es ist das Kleid der Unschuld. Siehe diese herrliche Krone! Zwar habe ich sie noch nicht verdient, ich habe noch wenig gelitten. Aber weil mein Leben ein Opfer sein mußte, um den Willen deines himmlischen Bräutigams zu bekräftigen, habe ich eine weit schönere Krone erlangt, als die anderen Kinder meinesgleichen, die in diesem Alter sterben; doch ist es noch bei weitem nicht die Krone der Jungfrauen, die dem Lamme folgen. Ich habe dir heute früh schon gezeigt und gesagt, daß es dreierlei jungfräuliche Seelen gibt.

Die ersten Jungfrauen, das sind jene Seelen, die das Kleid der Unschuld noch nicht befleckt mit einer schweren Sünde, die die Erde nur mit den Fußspitzen berührten, die aber ihrem himmlischen Bräutigam zuliebe schon viel gelitten, rein und unschuldig aus Liebe zu Ihm geblieben sind. Dies sind jene Seelen, die du siehst, die Ihm folgen, die ein Lied singen, das niemand singen kann, außer diesen Jungfrauen.

Die zweiten Jungfrauen sind jene jungfräulichen Seelen, die ihrem himmlischen Bräutigam zwar auch verlobt sind, die aus Liebe zu Ihm den jungfräulichen Stand betreten, Ihm ihre Keuschheit opfern von der Zeit an, wo sie es erkannt haben, daß der Herr sie zum jungfräulichen Stand berufen hat, die Ihn aber trotzdem doch schon durch schwere Sünden beleidigt haben. Die Kronen dieser Jungfrauen sind nicht so herrlich wie die der ersten, nicht so glänzend. Auch hat das Kleid nicht den Glanz wie das Kleid jener Jungfrauen, doch sind sie nicht viel weiter zurück. Sie folgen den ersten auf dem Fuß. Und zu diesen gehört auch deine Nichte. Obwohl sie das Kleid der Unschuld noch nicht verloren und befleckt, hat sie aber auch nicht viel gebüßt und gelitten. Sie hat noch nicht ihrem himmlischen Bräutigam viel geopfert, sie hat gleichsam den Himmel gestohlen, sie hat ihn erschlichen wie ein Dieb, weil sie ganz unerwartet und schnell, ohne es zu vermuten, von Ihm abgerufen wurde.

Zu der dritten Art Jungfrauen gehören die Kinder, die in der Taufunschuld sterben, die aber noch nichts verdient haben, die der Herr nur geschaffen hat als ein reines Geschöpf, und als ein reines Geschöpf nach der Taufunschuld wieder zu sich berief, in der Taufunschuld, sage ich. Diese sind auch Jungfrauen.“

Barbara: „O liebe Anna! Erzähle mir noch ein bißchen was von heute früh. O du hast mir so schön erzählt, wie die Feste im Himmel gefeiert werden. Du warst so fröhlich. Es muß doch gar so herrlich sein.“

Anna: „Kein Auge hat es gesehen, kein Ohr hat es gehört, in keines Menschen Brust ist es gestiegen, was Gott denen bereitet hat, die Ihn lieben. Ja, die Ihn lieben! Groß, erhaben, majestätisch ist die Liebe!“

Jesus: „Meine Kinder! Seht die Liebe eines Gottes! Ihr wollt müde werden, ihr wollt erschlaffen in der Liebe, ihr, Meine armseligen Würmchen, die Ich erschuf zu Meiner Freude, die Ich liebe mit unendlicher Liebe. Ich werde nicht müde, euch zu lieben, und ihr wollt erschlaffen? Nein, nein, Meine Kinder! Dreiunddreißig Jahre bin Ich unter euch gewandelt, um euer Bruder zu sein und sein zu können. Seht, Ich bin es aber jetzt noch, Ich bin jetzt noch euer Bruder. Zwar bin Ich wieder eingegangen in Meine Freude, in Meine Herrlichkeit, zu Meinem Vater zurückgekehrt, aber um euch zu beweisen, daß Ich euer Bruder jetzt noch bin, genügt es Mir nicht, mit Meiner Gnade euch zuzusprechen, euch zuzusetzen, euch alle zu ermahnen, zu warnen, zu trösten, wenn ihr schwach werden wollt, nein, das alles genügt Meiner Liebe nicht. Ich will euch beweisen, daß Ich noch euer Bruder bin. Deswegen komme Ich zu einem Meiner Geschöpfe, lasse Mich herab in ein sterbliches Wesen, um als Bruder zu euch zu reden, wenn Ich eine Seele in Besitz nehme, die Mir ihre Einwilligung gab, denn ohne den freien Willen eines Menschen verlange Ich nichts von ihm.

Ich bin ein gar vorsichtiger Gott! Ich habe den Himmel erschaffen zu Meiner Ehre und Verherrlichung und den Himmel mit Geschöpfen gefüllt. Ich habe die Welt erschaffen zu Meiner Ehre und Verherrlichung und den Menschen als König dieser Schöpfung gesetzt. Dieser Mensch, der Mein Ebenbild in sich trägt, soll aber wissen, daß er ein Geschöpf ist, daß Ich ihn erschuf zu Meiner Ehre und zu Meiner Verherrlichung, und daß er nicht nur diese kurze Zeit Mir dienen soll, diese ist ja nur die Prüfungszeit, er soll dereinstens ewig, ewig, durch die ganze Ewigkeit mit Mir herrschen, nicht mehr dienen, nein, herrschen sollst du, du armes Geschöpf. Ist es da zuviel verlangt, wenn Ich dir deinen freien Willen lasse, wenn Ich dir sage, daß Ich dich prüfen muß? Aber du hast deinen freien Willen, Ich beeinträchtige ihn nicht. Hier hast du die Wahl:

Du kannst Mir dienen und ewig mit Mir herrschen; du kannst Mir nicht dienen, dann herrsche Ich die ganze Ewigkeit über dich. Wenn du Mir aber dienst, wie Ich will, dann belohne Ich es dir, wie du willst. Wenn du Mir aber dienst, wie du willst, dann belohne Ich es dir, wie Ich will. Verstehst du Mich, Mein Kind? Stoßt euch nicht an all den Geschöpfen, die um euch her sind, an den eitlen, niedrigen Dingen dieser Welt. Wenn man euch sagt, man glaubt nicht mehr solche Dinge, längst ist die Welt über solche Dinge eins geworden, dieses ist längst veraltet, vermodert, in Staub zerfallen, die Menschheit ist jetzt aufgeklärt, man muß sich an das Evangelium halten. Ja, das alles ist recht. Die Nackten, die ganz abgestreift sind von allen religiösen Anschauungen, die sagen, diese Dinge sind längst vermodert und veraltet, so was hat man geglaubt, als das Volk noch dumm war und sich von den Pfaffen beherrschen ließ. Die Besseren, ja die Besten sagen, man muß sich an das Evangelium halten, das von der Kanzel herab verkündet wird, und die Gebote Gottes und der Kirche beobachten, dieses ist der sicherste Weg zum Himmel.

Ja, ja, Meine Kinder, für das allgemeine Wohl ist diese Sprache gut, denn die Schwachköpfe nehmen daran keinen Anstoß und kein Ärgernis. Starke Seelen aber, Seelen, wie Ich sie brauche und haben muß in allem und jedem Zeitalter, von der Erschaffung der Welt angefangen bis hinauf zum letzten der Tage, die wissen und glauben auch, daß Ich die Macht besitze, Mich herniederzulassen und durch Meine Geschöpfe zu reden. Diese Seelen sind es aber auch, um derentwillen Ich die Schwachheiten aller Menschen ertrage.

Im Alten Bund waren es die Propheten, die Patriarchen und alle jene frommen Israeliten, die sich nicht abwendig machen ließen von dem Glauben an den einen, wahren Gott. Diese glaubten auch, wenn Ich dann durch einen Menschen zu ihnen redete. Alle übrigen aber überhäuften diese Meine Diener nur mit Spott und Hohn. Ja, man schleppte sie hinaus, man steinigte sie. Im Neuen Bund sind es Meine Diener und Dienerinnen, die alle, möget ihr lesen, wo ihr wollt, möget ihr nachschlagen in den Büchern, wo das Leben einer solchen Seele verzeichnet ist, in allen habe Ich auf außergewöhnliche Weise gehandelt mit ihnen, sie alle mußten glauben und glaubten es auch, daß Ich wunderbar bin, daß Ich ein wunderbarer Gott bin.

Wenn Ich nun in der ganzen neuen Zeit so sehr verkannt bin in Meinen Geschöpfen, wenn man solche Seelen so mit Spott überhäuft, daß es fast unmöglich ist, daß eine Seele sich noch anschließt und glaubt, daß Ich gut bin, daß Ich es bin, Der in einer Seele wirkt, Der sie leitet, so müßt ihr aber auch wissen, daß Ich deswegen, weil solche Seelen so mißhandelt werden, traktiert von allen Seiten, Ich die sonstigen Bußübungen, die sich Meine früheren Diener und Dienerinnen zugute taten, nicht mehr haben will, nicht mehr verlange; denn die Menschheit ist um vieles schwächer geworden, je näher sie ihrer Auflösung entgegengeht. Darum, Meine Kinder, das Allernotwendigste, was Ich von euch verlange, ist nichts anderes als ein tiefer, lebendiger Glaube!“

Barbara: „Mein Jesus! Mein Beichtvater ist wieder anders gesinnt. Es scheint mir, daß er dableiben will. Er will jetzt wieder, daß ich mit ihm rede über die Dinge, über die ich sonst zu niemand spreche. Ach, da bin ich doch manchmal so ängstlich, weil ich doch gar nicht weiß, was ich tun soll, und weil ich doch mit der Kirche Schritt für Schritt gehen will, habe ich gar so große Angst. O diese Woche hast Du mich ganz davon befreit, aber ich weiß, wenn Du Dich zurückziehst, dann kommt Satan wieder mit allerlei Ängsten und Zweifeln. O sage mir doch, was ich tun soll?“

Jesus: „Du Närrin! Habe Ich dir nicht einen Seelenführer gegeben? Du brauchst keinen Anstoß zu nehmen, wenn Ich hie und da einen Meiner Diener beauftrage, und er sich zurückzieht. Siehe, Meine Gnade biete Ich allen Menschen an, aber keiner, der die Hand an den Pflug legt und noch zurücksieht, taugt zum Reiche Gottes; keiner, dem Ich Meine Gnade anbiete, der aber zögert, das Angebotene zu tun; in diesem Fall ziehe Ich Meine Gnade zurück und lasse dem freien Willen seinen Lauf; weil ich den freien Willen eines Meiner Geschöpfe nicht beeinträchtigen will. Wenn Ich nun einen Auftrag gebe, sich deiner anzunehmen und mit der ganzen Zärtlichkeit Meines liebenden Herzens ihm entgegenkomme, und er es nicht tut, dann ziehe Ich Mich zurück; wenn Ich aber drohend komme, wenn Ich warne, dann soll er dies nicht so übel deuten, denn Ich habe die Macht in Meiner Hand. Alle Menschen, auch diejenigen, die Ich mit einer Würde bekleidet, sind immer noch Menschen. Die Würde, die Ich ihnen gab, ausgenommen, haben sie ihr persönliches Heil selbst zu wirken, jeder in seiner Weise.

Du und dein Beichtvater und dein Bischof sind sehr verschiedene Personen. Aber im Streben nach Heiligkeit, im Mehren der Verdienste ist keine Ausnahme, und dein Bischof hat die Pflicht, so gut nach Heiligkeit zu streben wie du; und dein Beichtvater so gut wie du. Wenn Ich ihnen also eine Gnade anbiete, und sie dieselbe nicht annehmen wollen, haben sie die Gnade so gut verscherzt wie du auch, wenn Ich sie dir anbiete und du sie nicht annimmst. Aber weil du Mir zu der angebotenen Gnade deine Zustimmung gegeben, habe Ich von deinem Herzen sofort Besitz genommen, und es gefällt Mir, hie und da in dich herabzusteigen und durch dich zu Meinen Geschöpfen zu reden. Darum, Meine Kinder, freut euch, die ihr das Glück habt, in die Nähe zu kommen, an der Quelle zu sitzen. Seht, Ich habe Meiner Dienerin heute früh gezeigt, welche große Zahl sich euch anschließt, ein hübsches Häuflein, eine herrliche Prozession, wie sie alle wachsen in der Liebe zu Mir, wie sie die Akte, die sie von Tag zu Tag verrichten, öfter verrichten, als wenn sie nichts wüßten von der Gnade, die Ich in dir gewirkt.

Sieh, all die Tugendakte, die Tag für Tag erweckt werden in den Herzen der einzelnen Glieder, die sich an euch anschließen, werden wie eine Kette Glied an Glied sich anreihen und durch die ganze Ewigkeit euch allen besondere Freuden bereiten, wie Ich dir gezeigt heute früh an deiner kleinen Nichte, wie sie eine besondere Krone erlangte, und wie sie immer und immer teilnimmt an der Gemeinschaft, an der Gnadengemeinschaft und an der Gütergemeinschaft, die Ich über euch ausgieße, und so ihre Freuden jedesmal vermehrt werden, sie sich jedesmal mitfreut, wenn Ich Mich euch nahe.

Und wie alle die Mitglieder deiner Familie, die eingegangen sind in Meine Herrlichkeit, weil sie dasselbe Blut durchströmt, jedesmal erfreut werden, sogar die Kinder, die Ich in der Taufunschuld abrief, so sollen alle diejenigen, die sich anschließen an euch, in der Gnade und Liebe wachsen. Und sooft eine Seele in späteren Zeiten die Liebesakte erweckt, die sie in den Schriften liest, soll eure Freude vermehrt werden im Himmel und die der Kette, der Gemeinschaft, die sich an euch anschließt.

Wie bei einer Kette, wenn man an dem ersten Glied eine Bewegung macht, diese Bewegung sich hinaufzieht bis ins letzte Glied, so soll, wenn eine Seele, die sich an euch anschließt in späteren Zeiten, auch wenn ihr schon eingegangen seid in Meine Herrlichkeit, jedesmal eine neue Freude sich erfüllen von Ewigkeit zu Ewigkeit. Saget dieses Meinem Diener, daß er nicht müde werde; denn daran ist die Verheißung geknüpft, daß ihr ausharrt bis ans Ende. ‚Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Christi!‘ Seht, dieses kleine Wörtchen, das ihr in den letzten Abenden in den Maipredigten gehört, wird so wenig beherzigt, und doch sind die Verheißungen, die Ich dort Meinen Jüngern gab, Meinen Aposteln, für alle Menschen gegeben, auch für euch.

Und die Verheißungen, die Ich jetzt gebe für dich, Meine Kleine, sind dieselben Verheißungen, und sie werden so gewiß in Erfüllung gehen, so gewiß alle diese in Erfüllung gehen, die Ich damals Meinen Jüngern gab, und die sich erfüllen werden, solange ein Mensch auf Erden lebt. Und doch werden diese Verheißungen von so wenigen beachtet und beherzigt. Daran nehmt euch ein Beispiel. Seht, Ich war der Eingeborene Sohn des Ewigen Vaters, Gott von Gott, das wahre Licht, das da hereinkam in die dunkle Erde. Und doch sind es so wenige, die dieses Licht in sich aufnehmen, die es verstanden, die Meine Worte verstanden. Wundert euch also nicht, wenn selbst Meine Apostel, die Tag für Tag mit Mir umgingen, auch wenn Ich ihnen noch so schöne Belehrungen gab, wenn Ich ihnen die Schönheiten des Himmels, die Glückseligkeit eines Seligen offenbarte, Mich mit großen Augen anschauten, sobald Ich das letzte Wort gesprochen, und alles wieder vergessen hatten und einen ganz anderen Begriff von der Verheißung hatten, die Ich ihnen gab.

Also wundert euch nicht, wenn so wenige euch verstanden, selbst diejenigen nicht, die Meine Apostel auf Erden sind, und doch ist es wahr, daß Ich es bin, und doch ist es wahr. Wenn der Schleier fällt, werden sie alle es erkennen, für euch aber ist und bleibt das Verdienst des Glaubens. Glauben, sonst verlange Ich nichts von euch! Deine Nichte hat dir nicht umsonst gesagt: ‚Liebe Tante, wie glücklich, daß du geglaubt hast. Sieh meine Glückseligkeit, und die deine und die deiner Freundinnen wird eine viel größere.‘“

Barbara: „Mein lieber Jesus! Umschließe doch N. fest mit Deiner Liebe, gib ihr doch die Gnade der Beharrlichkeit.“

Jesus: „Mein liebes Kind! So wahr Ich bin und deine Seele an Mich ziehen will, so wahr ist es aber auch, daß Satan um deine Seele streitet, daß er die Liebenswürdigkeit Meines Dienstes dir verleiden will und verleiden möchte, daß alles, was er dir vorstellt, nichts ist. O ergreife die Gnade, die Ich dir anbiete, und du wirst sehen, wie die Schuppen dir von den Augen fallen.

Ich verlange nicht zu viel von dir, nicht, daß du deine Stellung wechseln sollst, nicht wie die Einsiedler bei Wasser und Brot hinausgehen sollst aus der Welt. Ich verlange nur ganz wenig, und was Ich verlange, ist nicht zu viel. Ich muß Opfer verlangen von den treuen Kindern, von den Kindern Meines Herzens. Siehe, als der Jüngling zu Mir kam und Mich fragte: ‚Herr, was soll ich tun, um das ewige Leben zu erlangen‘, und Ich ihm sagte: ‚Halte die Gebote‘, da antwortete er Mir: ‚Diese habe ich von Jugend auf beobachtet‘. Als Ich ihm dann weiter sagte: ‚Willst du Mir treuer dienen, so gehe hin und verkaufe alles, was du hast, und gib es den Armen, und dann komme und folge Mir nach‘, da ging er traurig hinweg; denn er war reich und konnte dieses nicht. Du aber, Meine Kleine, sollst nicht traurig hinweggehen. Ich verlange nicht, daß du alles verlassen sollst. Aber wenn Ich eine Kleinigkeit von dir verlange, dann sei dir dies nicht zu viel. Ich werde dir alles ersetzen, was dieses kleine Opfer dich kostet.

Siehe, Satan malt dir alles so vor, weil er dich umstricken will, weil er dieses Licht dir nehmen will. Im übrigen, ihr alle Meine Kinder, ist doch Mein Joch süß und Meine Bürde leicht. Werdet nicht mutlos, ihr alle, die ihr euch anschließt. Seht nicht auf jene, die eine Zeitlang Mir folgen und dann wieder zurücktreten. Nehmt euch an Meinem Diener N. ein Beispiel.

Seht, das glaubte man nicht. Und doch habe Ich es Meiner Dienerin gezeigt, als er noch in vollster Blüte seiner Herrlichkeit strahlte, als er noch stand in der ganzen Würde, daß er am Pförtchen stand, um einzugehen in Meine Wohnung, aber er schaute zurück. Durch diesen Rückblick wollte Ich Meiner Dienerin zeigen, wie gefährlich es ist, wenn man sich einer Gnade entzieht. Seht, was aus ihm geworden ist. Er geht nicht verloren um deines Gebetes willen, um der Tränen willen, die du vergießest. Wehe aber denjenigen, die die Gnade nicht ergreifen; denn alle, die mitgeholfen, daß er dahin kam, sie alle werden es büßen. Ich werde sie es fühlen lassen, denn die Finsternis, die ihren Geist umlagert, daß sie nicht sehen, ist auch eine Strafe, obwohl sie ihr Heil wirken, aber sie müssen es in Furcht und Zittern viel mehr als andere wirken. Und nun lebt wohl, Meine Kinder, und freuet euch am heutigen Fest. Lieschen, Ich tadle dich!“

Barbara: „Warum denn, mein Jesus? Ja, Du tadelst uns alle, ja, ich weiß, wir haben alle unsere Fehler, und ich, o mein Jesus, ich weiß es, verzeih, o verzeih. Gelt, wir sind manchmal nicht einig genug?

Jesus: „Ja, das ist es, was Ich tadeln will. Dreifach in Personen, aber einfach im Wesen. Versteht ihr Mich? Einfach in der Gesinnung wie der Vater und Ich und der Heilige Geist, dreifach in Personen. Man tadelte das Wort, als ob ihr euch als die Dreifaltigkeit hinstelltet. Und doch ist es so, daß, wenn Ich drei Personen zusammenführe und eines und dasselbe mit ihnen vorhabe, die Gesinnung ein und dieselbe sein muß. Ich tadele euch alle drei. Aufrichtig müßt ihr sein gegeneinander, nicht anders reden, als wie das Herz denkt. Und auch du, Meine Luise, und auch du, Meine Kleine! Man tadelt an dir, daß du so offen, so frei redest. Unter anderen Menschen sollst du dich wohl hüten, aber daß du offen und frei redest unter deinen Freundinnen, daß sie sich auskennen, ist nicht zu tadeln, und so sollst du auch bei deinem Beichtvater und Seelenführer nicht anders reden, als wie das Herz denkt.

Merkt es euch, ihr sollt vielen Menschen zum Vorbild werden. Deswegen verlange Ich so wenig. Weniger kann Ich als Gott nicht verlangen. Ich verlange nicht, daß du dein Vermögen verschleudern sollst, was Ich aber verlange, kannst du tun; etwa wenn Ich dir sagen lasse durch Meine Kleine, daß du dir manchmal ein Vergnügen versagest – es ist auch ein Vergnügen, wenn du so viel Geld umsonst ausgibst, was die Leute nicht beachten –, um dir dieses Geld zu ersparen und zu verdienen für einen Zweck, den Ich dir sage. Im großen Ganzen werde Ich sonst nichts verlangen, wie Ich auch bisher nie tat, und auch Meine Dienerin wird dir nie lästig sein. Sie wird in ihrer Familie stehen, wie Ich es haben will, ebenso Lieschen und du. Im übrigen aber will Ich alles geregelt wissen. Und nun lebt wohl! Wenn Ich auch manchmal eine ernste Sprache rede, bin Ich doch derselbe liebende Vater, derselbe liebende Bräutigam, Der Seine Kinder liebt mit unaussprechlicher Liebe, Der Seine Braut umarmt mit dem Kuss des Friedens.“

Barbara: „Mein Jesus! Ich danke Dir für das unaussprechliche Glück. O nimm mich ganz hin, reiß mich los von allem, was in der Welt ist. Wie verlangst Du gar so wenig von uns. O nimm mich hin; meine Seele mit all ihren Kräften, meinen Leib mit seinen fünf Sinnen, mein Herz mit seinen Neigungen. Ich danke Dir auch im Namen meiner zwei Freundinnen. O ihr heiligen Jungfrauen, ich grüße euch alle durch das süßeste Herz Jesu Christi, besonders Dich, Du Königin der Jungfrauen! O liebe Mutter Gottes! Sage Dank meinem Jesus für alle die Gnaden, die Er mir an diesem Abend wieder erwies. Ja, ich will ausharren, mit Deiner Gnade ausharren. O steht mir bei, und ihr alle, ihr Diener Gottes, seid mir gegrüßt! O mein Jesus! Gib mir ein Herz so groß und weit wie die ganze Welt, zerteile es in so viele Stückchen, als es Menschenherzen gibt. Gib mir eine Zunge wie die der Seraphim und so viele Zungen, wie es Menschenzungen gibt, um Dein Lob zu verkünden. O gib mir so viele Akte des Glaubens, als böse Gedanken heute wieder erweckt werden, um alle die bösen Gedanken zu übertönen durch all die guten Gedanken des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe. O mein Jesus, im Allerheiligsten Sakrament wahrhaft gegenwärtig, ich bete Dich an. Nimm hin meine Seele mit all ihren Kräften, mein Herz mit all seinen Neigungen, meinen Leib mit seinen fünf Sinnen.

Niemals werde ich mich Deiner Gnade entziehen. Komme nur! Im Namen aller Menschen werde ich mich Dir opfern. Niemand soll ausgeschlossen sein von meiner Liebe, wie auch kein Mensch ausgeschlossen ist von Deiner Liebe. Ganz besonders empfehle ich Dir die Seelen, die sich uns anschließen, und die Dich auf besondere Weise zu lieben verlangen, und alle Verwandte und Bekannte und alle, die uns noch fernstehen, die nicht begreifen, wie gut Du bist. Ganz besonders bitte ich Dich für meine Neffen und Nichten, die jetzt hinaus müssen. O erbarme Dich, erhalte doch den guten Sinn! O mein Jesus! Der arme Junge muß seine Heimat verlassen, o wie hat er mir doch so lieb geschrieben. Laß nicht zu, daß sein Herz verdorben geht. Du hast ihnen so viele Kinder gegeben, die können sie unmöglich alle zu Hause behalten. Darum sorge Du für sie. Ich vertraue auf Dich. Ja, ich weiß, daß Du für sie sorgst.“

Maria: „Meine Tochter! Habe keine Angst! Die Kinder deiner Geschwister sind brav, gut und fromm und sind fleißig. Sie wollen ihr Brot verdienen und verdienen es auch. Und wo der Fleiß mit Frömmigkeit gepaart ist, da kann eine Seele nicht irregehen. Habe keine Angst um sie. Ich habe dir längst versprochen, daß sie alle unter Meinem Schutzmantel geborgen sind. Keiner von ihnen wird je darben, auch wenn sie noch so zahlreich sind. Brigitte ist eine brave Ehefrau.“

Barbara: „O liebe Mutter! O nimm doch auch N. unter deinen Schutzmantel. Du hast ihr auch die Gesundheit versprochen und wirst Wort halten, nicht wahr?“

Maria: „Ganz gewiß, Mein Kind! Der Kummer und die Ängste, die Satan dir beibringt, machen dich krank. Je freier aber dein Herz wird, desto gesünder wirst du. Ich verspreche es dir, Meine Tochter! Schließe dich an deine Freundin an; siehe, nicht umsonst hat Mein Sohn dich herbeigeführt. Du wirst zu einer Freiheit des Herzens gelangen, und diese Freiheit wird bewirken, daß du viel gesünder wirst. Geh über alles hinweg. Erst mußt du verdienen, Mein Kind.

Siehe, du hast Meinen Sohn beleidigt, und du mußt erst verdienen, erst Verdienste dir erwerben, und dann, Mein Kind, bedenke, wie groß die Glorie und Freude deines Herzens sein soll, wenn du dich einmal ganz angeschlossen, wenn Ich dich mit Meiner Gnade besuche. Und du wirst noch fühlen, wie gut Ich bin, daß Ich wirklich und wahrhaft deine Mutter bin, daß Ich dir Vater und Mutter und Bruder und Schwester ersetze.

Grüßt Mir auch Mein Lieschen und N., die Jungfrauen in Neuwied, in Bayern droben, in Ehrenbreitstein, in Aachen und alle, die eifern für Meine Ehre. Denn im Maimonat wird Mir viel mehr Ehre erwiesen von allen denjenigen, die wissen, daß Mein Sohn es wünscht, daß Ich, Seine Mutter, von den treuen Kindern, die Ihn lieben, recht geehrt werde. Singt Mir noch ein liebes Liedchen zu Meiner Ehre; denn der Himmel ist heute sehr erfreut. Es ist ja das Freudenfest, wo Mein Sohn eingezogen ist in die lichten Räume.“

Inhaltsverzeichnis Band 3

290 Vigil vor Pfingsten 1899

„Einer nach dem anderen wirft sich auf in der Kirche und gibt vor, eine Erneuerung, eine Kirchenerneuerung herzustellen, einen Schafstall und eine Herde zu bilden, aber nur, um seine Interessen an den Mann zu bringen.“

Lied: Heiliger Geist ...

Barbara: „Ich danke Dir, mein Jesus, für das unaussprechliche Glück, daß Du mich heimsuchst in dieser heiligen Stunde. Ich bete Dich an aus dem Abgrunde meines Nichts, ja, wirklich aus dem Abgrunde meines Nichts. O warum bin ich denn so traurig? Hast Du doch so oft gesagt, daß das Pfingstfest ein Freudenfest sei, weil heute die junge Kirche gegründet wurde. O verzeihe mir bitte, daß ich Dir heute so wenig Liebesakte entgegenbrachte. Ich weiß nicht, woher es kommt, daß ich gar so armselig bin. O mein Jesus, verzeihe mir! Gelobt sei Jesus Christus!“

Jesus: „Kommt, Meine Kinder, mit Mir in den Abendmahlsaal, wo Meine heilige Mutter und die Apostel und die Mir treu gebliebenen Jünger versammelt sind. Warum haben sie sich wohl hierher geflüchtet und zusammengeschart? In erster Linie freilich, um sich vorzubereiten auf die große Gnade, die ihnen zuteil werden soll, aber auch, weil sie sich fürchteten, weil Schrecken sie erfaßte. Verfolgt, verachtet und geschmäht von allen Seiten, von klein und groß, von hoch und niedrig, fühlen sie sich eingeengt, und der Gedanke regt sich in ihnen, ob sie wohl, weil sie doch die einzigen seien in der ganzen Welt, die an Jesus, den Nazarener, glauben, sich nicht auch auf einem Irrweg befänden. Seht, Meine Kinder, dies ist auch die Ursache, warum ihr so mutlos seid. Ein Sinnbild der jungen Kirche. Wie damals Meine heiligen Apostel und Meine Jünger, die Mir treu anhingen, von allen Seiten nur Schmach und Verachtung und Verfolgung zu ertragen hatten, warum soll es denjenigen, die Ich bestimmt habe, das Glaubensleben zu erneuern in so vielen, vielen vom rechten Weg abgewichenen Christen, warum sollte es ihnen anders gehen? Werdet nicht mutlos, Meine Kinder, vertraut auf Mein Wort. Niemand kann sagen ‚Herr Jesus‘ außer im Heiligen Geist.

Wenn Ich Mir nun ein Werkzeug erwähle, dem Ich die Schätze Meiner Liebe offenbaren will, dann ist dieses eine außerordentlich große Gunstbezeigung Meinerseits, und für ein so unwürdiges Geschöpf eine große Gnade, eine große Gnadenerweisung. Darum muß ein solches Wesen geübt sein im Leiden, geübt werden, damit es nicht etwa sich selbst die Ehre gebe, die Ehre sich aneigne. Seht hinein in die Gesellschaft, in die alte Kirche, nicht in die junge Kirche wie damals, als das erste Pfingstfest gefeiert wurde. Zwar ist die Kirche längst gegründet, veraltet ist sie in der Weltgeschichte, aber nicht allein in der Weltgeschichte, auch unter denjenigen, die heute noch Christen sein wollen. Sie fangen an, allmählich sich mitreißen zu lassen in den Strom der Zeit, den Ich euch längst schon vorhergesagt.

O tut doch die Augen auf, Meine Kinder, und seht euch um unter euren liebsten Freunden, wie der Geist der Welt in sie hineindringt, ohne daß sie es merken, wie er sie unbemerkt mit sich fortreißt. Wo soll da noch eine tiefe Frömmigkeit sein, ein tiefer, lebendiger Glaube? Seht hinein in Meine Kirche: Die große Verwirrung der Geister! Fast scheint es, als wollte sich alles auflösen, alles sich widersprechen. Aber werdet nicht mutlos, vertrauet auf Mich. Dieses, was Ich schon längst vorhergesagt, geht nach und nach in die Wirklichkeit über. Es braucht nicht Blut zu fließen und doch wird Krieg sein. Wie der erste Streit, der im Himmel vor sich ging, der furchtbarste war, der je sich in der Schöpfung vollzog; so ähnlich ist der Kampf, der entbrannt ist in der Welt unter den Geistern. Der Geist der Finsternis streitet mit dem Engel des Lichtes, und die guten, gläubigen Katholiken können und dürfen sich nicht viel nach rechts und links umsehen, sonst werden sie irre!

Einer nach dem anderen wirft sich auf in der Kirche und gibt vor, eine Erneuerung, eine Kirchenerneuerung herzustellen, einen Schafstall und eine Herde zu bilden, aber nur, um seine Interessen an den Mann zu bringen. Was sie beabsichtigen, stellt sich bald heraus. Sobald sie anfangen sollen, das Kreuz zu tragen, da ist es aus mit ihrer Erneuerung, dann fallen sie ab; aber ein abgetötetes, zurückgezogenes Leben führen, Verachtung und Verspottung zu ertragen, am letzten Platz sein wollen, dazu will niemand mehr sich hergeben, und doch ist es das, was Ich euch lehren will und warum Ich gerade über euch so vieles kommen lasse, so viel Unangenehmes, so viel Kreuz, um allen, die sich an euch anschließen, ja allen, die noch gute Christen sein wollen, den Weg zu zeigen, den Ich gegangen bin. Aufwärts die Herzen, dunkel ist der Weg, und je mehr die Welt abgewichen, je mehr die guten Christen sich mit hineinziehen lassen in den Strom der Zeit, desto dunkler wird er.

Aber gerade dieses ist es ja, was euch Sicherheit geben soll. Ich habe euch gezeigt, in Meiner kleinen Dienerin, welches Kreuz Meine Kirche schleppt, und daß Ich euch und allen, die sich anschließen, dieses Kreuz auf die Schulter legen will. Ich habe ihr aber gesagt, daß Ich es ohne ihren Willen nicht tun werde. Ich verlangte ihre Zustimmung, weil der Weg ein gar dunkler und harter ist; aber Mein Wohlgefallen ist es, daß ihr ihn geht. Seid ihr zufrieden, Meine Kinder?“

Barbara: „Ja, liebster Jesus, mit Freuden!“

Jesus: „Pfingstfest ist ein Freudenfest, aber eure Freude soll nicht sein wie die der Weltkinder. Darum ist sie so getrübt mit Leiden und Wirren, innerlich und äußerlich. Ihr müßt das Kreuz schleppen helfen, das Meine jungfräuliche Braut schleppt. Seht, ihre Kinder, wie sie sie treulos verlassen, Meine hochheilige Braut; seht, wie ihre Kinder in diesen Tagen nach allen vier Winden hin sich bewegen, wie sie nur ihre Vergnügen suchen, wie sie an alles denken, nur nicht an Mich. Wo bleibt der Dank, der Mir gezollt werden soll, daß Ich ihnen nicht nur Mich Selbst, Mein heiliges Fleisch und Blut zum Pfand dahingab, nicht nur, daß Ich bei ihnen sein will alle Tage bis ans Ende der Welt, habe Ich noch Meinen Geist gesandt vom Himmel herab. O dieses undankbare Geschöpf!“

Barbara: „O mein Jesus, o mein Jesus! Du bist so traurig! O verzeihe mir, daß ich Deine Sprache immer noch nicht verstehe, daß ich immer, wenn solche Zeiten kommen, so mutlos bin und nicht weiß, daß Du es bist, daß ich nur das Kreuz Dir tragen helfen muß. O ich undankbares Geschöpf! O wie erkenne ich heute abend, daß dies der Schmerz ist, den Du mich fühlen läßt! O ihr alle, die der Herr erwählte, teilzunehmen an der Freude in dieser heiligen Stunde, o kommt und tragt den Schmerz mit mir. O der Herr ist bedrängt. O mein Jesus, wie ist Dein Herz so bedrängt über Deine treulosen Kinder!“

Jesus: „Deswegen verlange Ich von euch, Meine Kinder, daß ihr euch um alles, was euch heilig ist, nicht in Verwirrung bringen lasset. Solange ihr nichts suchet als Mein Wohlgefallen, Meine Freude, Meine Ehre, braucht ihr euch nicht zu ängstigen. Nur dann fangt an, euch zu ängstigen, wenn ihr eure Bequemlichkeit, eure Ehre, eure Freude suchen wolltet, was Ich von euch nicht erwarte. Deshalb will Ich nicht, daß ihr noch einmal etwas bei einem Meiner Diener verlauten lasset, außer bei deinem Seelenführer. Es muß erst eine andere Zeit kommen. Die Gesinnungen der Menschen werden sich ändern; sie werden alle glauben, wenn einmal die Früchte gereift sind, sowohl Meine Frucht, wie die Früchte der Weltkinder. Jene reifen, Meine Frucht reift aber auch. Meine Frucht, die Ich in euch niederlege, die jetzt erst in die Erde gelegt wird, dann aufsproßt und grünt und blüht und zur Reife kommt. Die Früchte der Weltkinder sind aber schon aufgesproßt. Sie liegen schon längst in der Erde und sind jetzt größer geworden; sie sind schon an der Reife, und man wird bald Ernte halten.

Versteht es nur! Durch die Gewalttätigkeit der Menschen, womit sie alles Gute aus den Herzen der Menschenkinder herausreißen wollen und wollten, ist das Menschengeschlecht verderbt worden, und alles will nichts mehr nützen. Wenn Ich jetzt noch den Himmel verließe und herabstiege auf die Erde, und wenn Ich Mein Kreuz nach Golgotha hinaufschleppte und an demselben Mich annageln ließ und sterben würde für dieses Menschengeschlecht, man würde dennoch nicht glauben. Es ist das neue Heidentum, in das ihr hineingestellt seid, und das alte Judentum: Das neue Heidentum, indem man nichts sucht als nur den Himmel auf Erden in der Vergnügungssucht, in Geld und Gut; das alte Judentum, indem man die Lehre vom Gekreuzigten nicht annehmen will, weil man es für zu kleinlich hält, Meinen Geist zu erkennen, da wo Er weht.

Die Juden erwarteten wohl einen Messias, aber einen Messias nach ihrer eigenen Meinung, der sie zu Glanz und Ehre bringen sollte; ebenso erwartet man auch jetzt noch unter den besten Kindern Meiner Kirche, daß es Heilige gibt, aber man malt sich diese Heiligen so aus, wie sie einem passen sollen. Sie sollen sich einem jeden anpassen nach seinem Geschmack und nach seinem Willen; dann wollte man schon glauben, daß Ich noch dieselbe Macht habe, wie seit der Erschaffung der Welt, und daß Ich noch derselbe gute Gott bin wie seit Erschaffung der Welt, Der die Menschen retten will, Der Sich durch Seinen Geist vervielfältigt in den Herzen der Menschen, aber dann soll eine solche Person aus vornehmer Familie stammen. Sie soll eine gebildete Person sein, niemand soll ein schiefes Licht auf sie werfen können, sie soll an einem Ort wohnen, wo niemand sie schauen und beobachten kann. Gerade dies alles ist aber verkehrt wie bei den Juden die Erwartung des Messias.

Wenn Ich dir, Mein Freund, eine Seele vorstelle, die Ich herausgenommen aus der untersten Klasse von Menschen, die Ich mitten in die Welt hineingestellt, in das Getriebe der Weltkinder und sie mit Meiner Gnade überhäufe, so daß sie in Meinen Augen Mir ein angenehmes Opfer ist, so will Ich dadurch euch zeigen, daß Ich gerne alle Menschen retten möchte, nicht nur die, die in den Palästen wohnen, die sich hinter die Klostermauer zurückgezogen, die Ich mit einer Würde bekleidet habe, nein, nein, Mein Freund: Ich will alle Menschen retten, und damit niemand eine Ausrede habe und niemand sagen kann, das Christentum verlangt zu viel, ich kann dies nicht.“

Barbara: „O mein Gott, wie glücklich!“

Eben fängt die Musik an zu spielen. Barbara sang: Ehre sei Gott in der Höhe, Friede den Guten auf Erden.

„Lob, Ehre und Preis und Anbetung, Dank Dir, Du großer Begnadigter, König des Himmels, Allmächtiger Herr, Eingeborener, Jesus, Gesalbter, Gott, Du Lamm Gottes, des Vaters Sohn.“

Ein Freudenmahl wird bereitet, ein Thron wird hergerichtet. O mein Gott! Der ganze Himmel beteiligt sich an der Festlichkeit.

„O glorreiche Himmelskönigin, o Du allerreinste Braut des Heiligen Geistes! Ich grüße Dich im Namen aller Geschöpfe. Ich grüße Dich in Vereinigung mit den Cherubim und Seraphim und dem ganzen himmlischen Hof. O Du allerreinste Braut des Heiligen Geistes, o gewähre mir doch die ganz besondere Gnade, daß ich nicht wanke in all den Finsternissen, die mich noch überfallen. O glückseligste Mutter meines allerliebsten Jesus! O ich danke Dir, mein Jesus! Ist es wirklich wahr, daß Du so gut bist? Also waren es lauter Geschenke Deiner Liebe. O ich danke Dir!

O mein Jesus, o mein Jesus! Du würdigst Dich, mir zu nahen. O betet mit mir an! Ich will nichts von Dir, mein Geliebter, als die Beharrlichkeit und Dich die ganze Ewigkeit, und für alle, die sich mit mir vereinigen, die Gnade der Beharrlichkeit und Deinen Besitz in alle Ewigkeit. Führe mich in den tiefsten Abgrund, aber bleibe Du bei mir. O ihr glücklichen Menschen, die ihr glaubt, daß der Herr gut ist. Er ist wirklich gut. Unaussprechlich gut bist Du, mein Jesus! O meine Seele ist eingegangen in die Geheimnisse Deiner Liebe, sie ist eins geworden mit Dir. O Maria, o meine Mutter, Du allerreinste Braut des Heiligen Geistes, glückselig bist Du, daß Du geglaubt hast!“

Maria: „Glückselig bist auch du, daß du geglaubt hast, und alles, was der Herr dir sagen wird, wird in Erfüllung gehen. Glückselig seid ihr alle, Meine lieben Kinder, wenn ihr euch anschließt, aber vernachlässigt keine eurer Pflichten, keine, auch nicht die geringste Religions- und Standespflicht.

Seht auf Mein Beispiel. Ich war die Mutter und bin die Mutter des Erlösers, und kommt in das kleine Häuschen, das Ich bewohnte, was ihr da findet: Häuslichkeit und Frieden, Tag für Tag. In der Nähe Meines Sohnes verlebte Ich Meine Tage, aber niemand brauchte es zu wissen, daß Ich in der Nähe Meines göttlichen Sohnes war. Wie still und verborgen zog sich Mein Leben dahin, still und verborgen soll auch das eurige dahinfließen: Gutes tun, wo ihr könnt, wenn Mein Sohn ein Scherflein verlangt von euch, es Ihm nicht versagen. Wenn Er verlangt, wenn die Nächstenliebe es erheischt, ein Werk der Barmherzigkeit zu üben, dann tut, was in euren schwachen Kräften steht.

Wenn ihr jemand eine Freude, auch wenn sie noch so gering ist, machen könnt, dann setzt eure Bequemlichkeit hinten an. Seht, das ist das Familienleben des kleinen Häuschens von Nazareth, dessen Vorbild Ich bin, jetzt, wo man schreit in allen vier Himmelsrichtungen: Nieder mit allem Übernatürlichen, nieder mit Offenbarungen und Wunderglauben! Laßt diesen Sturm vorübergehen, es wird bald anders werden.“

Lied: Hochpreiset ...

Jesus: „Freuet euch, Meine Kinder! Freuet euch! Morgen, wenn ihr zum Tisch des Herrn geht, dann legt alle Trauer ab; denn die Novene ist vorüber, die Vorbereitung auf das hochheilige Pfingstfest. Die Kirche hat eine eigene Novene eingeführt, um die Gläubigen hinzuweisen auf das große Glück, das Ich ihnen am Pfingstfest übergab, und weil so wenig Menschen sich erinnern an diesen glücklichen Tag und diesen Freudentag so wenig schätzen, darum hat Mein Statthalter, der römische Papst, alle Kinder der katholischen Kirche aufgefordert und sie genötigt, sich zu erinnern an dieses hochheilige Fest. Und weil aber weitaus die meisten Christen sich doch nicht beteiligen und der Stimme Meines Stellvertreters Gehör schenken, müssen diejenigen, die eng mit Mir verbunden sind, Meinen Schmerz mitfühlen.

Nun geziemt es sich aber nicht, daß die treugebliebenen Kinder immer trauern sollen; sie sollen auch hie und da ein Freudenfest mitfeiern. Und ihr alle, Meine lieben Kinder, sollt teilnehmen an diesem Freudenfeste. Darum geht hin, morgen früh, laßt es euch nicht zuviel sein, eure Sünden euch abzuwaschen im Beichtstuhl und am heiligen Tisch zu erscheinen. Ich verspreche euch ganz besondere Vergünstigung. Ihr sollt alle die Gnade des Heiligen Geistes in wirksamer Weise fühlen. Auch werde Ich niemals zulassen, daß eines von euch in solche Verwirrung gerät, daß es sich nicht mehr erinnern könnte und glauben könnte, daß Ich es bin, Der in Meiner kleinen Dienerin redet; auch wenn noch so viel euch zugeredet wird und es euch scheint, als könntet ihr nicht mehr glauben, wird immer noch ein kleines Flämmchen bleiben.

Wo alle abfallen werden, werdet ihr nicht zurücktreten; denn die nächsten Angehörigen sind immer die ersten, in erster Linie nehmen sie teil an den Gnadenschätzen, die der Himmel ausgießt über Seine Schöpfung, wie auch Meine heilige Mutter, Mein heiliger Nährvater am reichsten mit Gnaden überschüttet worden, und wie an all denjenigen, in denen Ich noch Großes wirken wollte, ihre nächste Umgebung den meisten Anteil hatte, so auch ihr, die Ich euch dazu gestellt. Es ist wahr, daß Ich es bin, wenn es auch noch so unscheinbar vor sich geht.“

Barbara: „Mein Jesus! Ich bitte Dich noch für die lieben Armen Seelen. Gib mir doch auch eine Freude. Schenke mir den armen, jungen Menschen, der die vorige Woche gestorben ist. Mein Jesus! Mache doch auch N. wieder gesund; gib ihn seiner Mutter wieder. Sieh, wie sie so ganz und gar umgestellt sind, wie offen all ihr Kummer gelegt ist. O mein Jesus! Ich bitte Dich, hilf ihm auch, wie Du auch den anderen Kranken geholfen hast.“

Jesus: „Ja, weil Ich sie retten will, weil Ich sie an Mich ziehen will, deswegen muß Ich mit Kreuz kommen.“

Barbara: „O gib mir die Armen Seelen, die meinem Gebet empfohlen sind. Gib mir Weihwasser für die Armen Seelen. O Jesus, durch Dein teures Blut und durch das geweihte Wasser reinige sie von ihren Strafen. Ich opfere Dir auf den ganzen Gnadenschatz der heiligen Kirche und alle die Verdienste, die Deine heilige Mutter sammelt, wenn die Gnaden von den Christen nicht benutzt werden in der heiligen Messe. Ich bitte Dich, meine liebe Mutter, nimm diese Gnaden heraus und teile sie unter den Armen Seelen aus, und so viele, als Gnaden fließen und als heilige Kommunionen empfangen werden, so viele Arme Seelen bitte ich, daß Du mir schenken wollest. Schenke mir besonders die Arme Seele N.“

Jesus: „Den kann Ich euch nicht schenken; er hat noch viel, viel zu leiden. Ihr müßt wissen, Meine Kinder, wenn Ich freigebig bin, sind nicht alle gemeint; ihr müßt nicht glauben, daß damit das ganze Fegefeuer leer wird, wenn Ich sage, alle Seelen vom Deutschen Reich will Ich dir schenken; das sind diejenigen, die am nächsten an der Erlösung stehen, die sich Meiner Gnade und Liebe durch gute Werke würdig gemacht haben, diese Seelen sind gemeint. Und wenn jemand zweifeln und Anstoß nehmen wollte, wenn Ich sage, alle Seelen vom ganzen Deutschen Reich, dann sind daran noch viele Hindernisse, noch viele Häkelchen hat dieses Wort, wie am Evangelium, worin für euch auch manches unverständlich ist.

Darunter sind viele, an die niemand mehr denkt, und sie aus dem Fegefeuer befreit. Weil aber niemand da ist, der für sie bittet, so erwähle Ich Mir eine Seele, die die Gnaden hinüberleitet, und diese muß für alle anderen bitten und beten, und der Gnadenschatz fließt dann über alle diese Seelen, und sie gehen ein in Meine Freude. Ich schenke euch alle diejenigen, die ihr Mir genannt, alle, die sich Meiner Gnade würdig gemacht haben, und die in diesem Festkreis gestorben sind von Ostern bis Pfingsten, alle Seelen im ganzen Deutschen Reich, aber nur diejenigen, die Ich euch genannt, damit ihr nicht irre werdet und glaubet: Alle ohne Unterschied.“

Dienstmädchen Anna: „Schenke uns auch den Bischof Krementz von Köln.“

Jesus: „Recht so, Mein Kind!“

Barbara: „O ein Kirchenfürst! O welche Wonne ist es doch, so ausgießen zu können Deinen Geist. Liebe Mutter, wie bist Du doch so gut! Wie ist Sie so eifrig, die Gnaden auszuteilen, die Sie gesammelt. O wenn ihr wüßtet, was für Gnaden geknüpft sind an die Feste der Kirche. O wie glücklich seid ihr! Der Himmel ist geöffnet, und wie ein milder Regen, so strömen die Gnaden herab über uns und über den Reinigungsort, über die leidende Kirche. Die leidende Kirche ist zu einer triumphierenden Kirche geworden. Die streitende Kirche hat sich vereinigt mit der triumphierenden Kirche, und die streitende Kirche feiert das Fest, das seinen Anfang genommen, fort, bis die Festoktav vorüber ist, und die triumphierende Kirche vervollkommnet das Fest.

Und die leidende Kirche, wie freut sie sich, nimmt sie teil an dem Gnadentau. O himmlischer Gnadentau, o falle über uns herab! O liebe Mutter, jetzt teile aus, jetzt sei freigebig, alle die Ave, die Rosenkränze, die gebetet wurden, o leite sie hinein, befreie sie, all die Armen Seelen vom ganzen Deutschen Reich, die sich der Gnade und Liebe Gottes würdig gemacht haben im Leben. O gib uns N. und N.“

Maria: „Meine Kinder, sagt Mir: ‚Gib uns jene Seelen, die Du befreien kannst und willst, die Dir am liebsten sind‘, und übt so einen Akt des Gehorsams. Seht, das ist Mir lieber, als wenn ihr euren Eigenwillen durchsetzen wollt.“

Barbara: „O gib uns doch den Kirchenfürsten. O meine liebe Mutter, führe ihn heraus.“

Jesus: „Seht, Meine Kinder, dies ist das große Geheimnis, woran viele noch irre werden. Man will nicht begreifen, daß Ich so freigebig bin. Man sagt, die Kirche habe doch den größten, den mächtigsten Arm, das heilige Meßopfer sei doch das vorzüglichste Opfer. Ja, ja, Meine Kinder, das ist alles wahr und richtig. Aber seht, welch ein Unterschied ist zwischen einem recht lebendigen Glauben und einem phlegmatischen Glauben. Das heilige Meßopfer ist und bleibt das größte Opfer und das einzige, wodurch der Menschheit Gnaden erwiesen werden können, und der leidenden Kirche im Fegefeuer geholfen werden kann. Meine Verdienste allein reichen hin.

Wenn aber keine Seele da ist, die mit lebendigem Glauben Mir die Güte herauszwingt aus Meinem Herzen, die die Gnaden herausleitet, die Meine Barmherzigkeit hervorlockt und ihr Gewalt antut, dann bleiben die Gnaden unbenutzt. Man muß Mir Gewalt antun, man muß die Gnaden hinzuleiten und zu opfern wissen, und nicht nur ein Opfer, sondern alle heiligen Meßopfer, die in der ganzen Welt Mir dargebracht werden, zusammen Mir aufopfern und durch Maria, Meine Mutter, Mir opfern. Dies ist der Grund, warum Ich so freigebig bin in dieser heiligen Stunde. Hier habt ihr alle diese Seelen. Dieser Bischof dankt ganz besonders der Anna.

Bischof: „Mein Kind, du wirst Jungfrau bleiben. Eine jungfräuliche Seele gefällt dem Herrn, und ich werde dich nicht vergessen.“

Barbara: „O welche Herrlichkeit! In einem Strahlenkranz sehe ich ihn eingehüllt. Mein Gott, ich kann nichts mehr sehen, keine andere Seele mehr sehen vor lauter Glanz. O welche Herrlichkeit!“

Lied: Großer Gott ...

Inhaltsverzeichnis Band 3

291 Vierter Freitag im Mai 1899

„Alles, was Ich hier wirke, ist nicht eine Neuerung, ist nichts Neues, ist nur eine Bekräftigung der Lehre Meiner heiligen katholischen Kirche.“

Zwei geweihte Jungfrauen aus der Ferne waren zugegen.

Barbara: „Ich danke Dir, Vielgeliebter meines Herzens, für das unaussprechliche Glück, das Du meiner Seele zuteil werden läßt in dieser heiligen Stunde. Ich danke Dir im Namen aller derjenigen, die sich mit mir vereinigen, besonders meiner Freundinnen, Geschwister und Verwandten und aller, die glauben, wie gut Du bist. Ich danke Dir im Namen Deiner lieben Kinder, die von der Ferne herkommen, Dich zu lieben, anzubeten und zu verherrlichen. Ich bitte Dich um Verzeihung meiner Sünden. O mein Jesus! Ich armseliges Wesen, ist es möglich, daß Du Dir ein so unwürdiges Werkzeug erwählt, um durch dieses große Dinge zu wirken, anderen Menschen zu beweisen, wie gut Du bist? O mein Jesus, von Herzen bereue ich alle Sünden meines Lebens, besonders aber alle, die ich begangen habe in dieser Woche.

Du hast mich hineingestellt in eine Familie, wo so viel zu tun ist, wo ich mit so vielen Menschen zusammenkomme, und ich lese und höre immer, man soll keine Sonderbarkeiten machen; denn auch Deine heilige Mutter habe keine Sonderbarkeiten geübt. Darum will ich auf meinem Posten stehen und wie jede andere arme Dienstmagd arbeiten und will mit den Menschen verkehren. So mußt Du mir aber auch verzeihen, wenn ich hie und da einen Fehltritt mache, wenn ich mich aufrege, wenn so viel zu tun ist und jedes seine Launen anbringt, dann komme ich auch mit meinen Launen. O verzeihe mir!“

Jesus: „Meine Kinder! Ich will euch hier ein Wesen vorstellen, das ihr alle nachahmen könnt; denn ihr alle, reich und arm, verheiratet und unverheiratet, Ordensleute und Weltleute, Priester und Laien, alt und jung, leidet an Ängstlichkeit, an Schwerfälligkeit. Der arme Körper, das Fleisch zieht abwärts und macht den Menschen kleinmütig. Er sieht seine Schwäche, auch wenn er sich bemüht und bestrebt, ist er immer doch der arme, schwache Mensch, wie Ich ihn hineingestellt habe in die Schöpfung seit Adams Sündenfall. Kein Mensch aber soll mutlos werden und glauben, es sei unmöglich, Mir zu dienen und Mir zu gefallen in den Ständen, in den verschiedenen Ständen, die Ich den Menschen angewiesen habe in der Schöpfung. Denn um eine Harmonie zu bilden, um dieses Weltall recht zu verschönern und den Menschen angenehm zu machen – damit niemand eine Ausrede habe, wenn Ich sie einmal alle zu Mir berufen werde –, habe Ich verschiedene Stände erschaffen, verschiedene Berufe, damit alle Menschen sich beschäftigen können und einer dem anderen dienen kann und soll. Es soll der Reiche da sein, damit er viele arme Menschen beschäftigen könne; es soll der Arme da sein, damit er dem Reichen dienstbar sei.

Der Reiche soll den Armen ernähren, und der Arme soll das Ganze zusammenhalten, damit eine schöne Harmonie sei wie dort im Jenseits, im Himmel, wo ihr alle auch einstens teilnehmen sollt an dieser Schöpfung. Und damit diese Harmonie zustande komme, müssen alle Menschen zusammenwirken, die Ich erschaffen habe, jetzt erschaffe und noch erschaffen werde. Da gibt es nun freilich auch Fehler und Unvollkommenheiten unter diesen Geschöpfen.

Und weil jetzt eine Zeit gekommen ist, wo die Verhältnisse gar zu schlimm stehen, wo die Guten vereinzelt sind, wo die Wasser der Trübsale steigen von Tag zu Tag, um den Guten die Last zu erschweren, die Last und Bürde, die Ich ihnen auferlegt – und doch habe Ich gesagt, daß Mein Joch süß sei und Meine Bürde leicht –, darum will Ich selber kommen und will diesen Guten, diesen vereinzelten Seelen ihre Bürde erleichtern. Wundert euch also nicht, Meine Kinder, wenn Ich ein so armseliges Werkzeug Mir erwählte, um durch sie euch alle zu ermuntern, zu ermahnen, zu trösten und zu tadeln, wo es notwendig ist, damit ihr alle nicht mutlos werdet, wenn ihr euch so unvollkommen seht, wenn der Kleinmut das Herz beschleichen will, dann nehmt die Schrift und lest. Nichts ist umsonst, was darin steht. Kein Wort ist umsonst geschrieben, gesprochen. Jede Woche, wenn Ich Mich würdige, sie heimzusuchen, um zu euch zu reden, muß Ich vorerst ihr Sündenregister aufzählen, damit ihr alle seht, daß sie ein armseliges Geschöpf ist. Wenn aber einer versucht sein soll, voraus einer von jenen Kritikern, die alles zerschneiden wollen, und sagen: Diese Seele ist keine von jenen Vollkommenen, durch die der Herr solche Dinge wirken könne, dann sagt ihnen, daß jeder in sich selbst hineinschauen soll; und doch bin Ich mit jedem zufrieden, wenn er nur Meine Gebote hält und Meinen Willen tut und den Stand, den Ich ihm angewiesen, ausfüllt nach Meinem Willen. Warum sollte es nicht möglich sein, daß Ich in diesem Wesen wirken will? Wer hat Mir zu gebieten?

Meine Kinder! Recht so, daß ihr kommt, um euch zu überzeugen von der Wirklichkeit. Ja, ja, geht hin, es soll euch nicht gereuen, daß ihr hierher kommt; denn ihr gehört zu jenen glücklichen Seelen, die berufen sind, am Mahle des Lammes teilzunehmen. Ihr gehört zu den Jungfrauen, seid also bestimmt, viel, viel zu wirken in Meinem Reich; denn die Jungfrauen sind diejenigen, die das Priestertum am meisten unterstützen und helfen sollen, das Reich Gottes auszubreiten hier auf Erden. Was der Priester im Beichtstuhl und auf der Kanzel nicht fertigbringt, das müßt ihr durch euer Gebet, durch Opfer und Sühnungsleiden zuwege bringen. Und Ich sage euch, daß überall, wo in einer Gemeinde solch jungfräuliche Seelen sich befinden, die mit gläubigem Herzen, mit Bußgeist das Priestertum unterstützen, selten, ja, Ich sage dieses und betone es, selten eine Seele verlorengeht in der Gemeinde, es müßte absolut jemand sich von Mir abwenden, absolut verlorengehen wollen, den Glauben ganz über Bord geworfen haben.

Darum freut euch, Meine Kinder! Ich bin unendlich gut. Unendlich weit ist Mein Herz, und der Schoß Meiner Erbarmungen ist nicht zu erschöpfen. Erweitert auch ihr eure Herzen, die Gnaden in Empfang zu nehmen, die Ich an dieser Stelle über euch ausgießen werde. Seht, wenn man euch sagen will, was hier geschieht sei Glaubenserneuerung oder gar Ketzerei, dann sagt, daß niemand wagen wird, diejenigen zu tadeln, die tiefgläubige Seelen sind, die das Leben der Kirche leben, die sich anschließen an das Leben der heiligen katholischen Kirche. Ich habe noch niemand getadelt, der seine Schuldigkeit tut, sei er Priester oder Laie, sei er im Ordensstand oder verheiratet, oder eine Jungfrau in der Welt; alle, die ihre Schuldigkeit tun, auch wenn sie nichts wissen von dem, was Ich hier rede, oder wenn sie die Schriften lesen, es aber nicht glauben können, tadle Ich nicht, weil es kein Glaubenssatz ist.

Der Priester, der ein Priester ist nach Meinem Herzen, steht ja dabei, ist ja in den Liebesbund mit einbegriffen, ohne es zu wissen. Alles, was Ich hier wirke, ist nicht eine Neuerung, ist nichts Neues, ist nur eine Bekräftigung der Lehre Meiner heiligen katholischen Kirche, und für die Priester, die nach Amt und Würde leben, die ein zweiter Christus sind auf Erden, nur eine Bestätigung, daß es wirklich wahr ist, daß Ich im Allerheiligsten Sakramente wohne, daß alles, was sie tun, von Mir ausgeht, und daß alles Gute, was sie wirken, wieder auf Mich zurückströmt. Daß Ich hier Mich auf außergewöhnliche Weise zeigen will, muß und soll alle guten Christen nur trösten und freuen; denn das Leben der ersten Christen soll erneuert werden.

Ja, diese Erneuerung möchte Ich einführen, aber keine Glaubenserneuerung, wie einige sagen wollen, die annehmen, es könne dieses noch schlimm ausgehen. Nein, nein, Meine Kinder! Niemals wird etwas schlimm ausgehen, wo Ich dabei im Spiele bin. Überall, wo solche Dinge bewirkt werden von einem anderen Geist, da war auch ein anderes Leben dabei. Ihr müßt das Leben dieser Person prüfen. Seht, wo Arbeitsamkeit und Frömmigkeit miteinander Hand in Hand gehen, da ist kein Irrtum möglich. Tretet in diese Familie ein, wenn ihr wollt, ihr werdet sie nie müßig finden. Deswegen ist es aber auch für Meine Diener das sicherste Zeichen, daß sie nichts zu fürchten haben. Wohlan, Meine Diener, ergreift die Schriften und leset und handelt danach. Das Band der Liebe will Ich schlingen um alle, die sich anschließen.

Und seht, ob jene Diener, die nach diesem Geiste handeln, wie Ich Ihn angebe, nicht mehr wirken als jene, die so hoch hinaus wollen mit ihrem Studium, die alles nur aus den Büchern studieren wollen, die den Wunderglauben nicht mehr annehmen wollen. Ja, ja, Wunder hat es gegeben zu allen Zeiten, und je tiefer der Glaube gesunken ist, je mehr Gefahr für die Guten vorhanden ist, desto mehr muß sich der Wunderglaube erneuern.

Seht, in den ersten Zeiten, als es notwendig war, Mein Reich auf Erden auszubreiten, da war es auch notwendig, Wunder zu wirken. Warum meint ihr wohl, hat Meine heilige Mutter Sich gezeigt in Lourdes, an dieser Gnadenstätte? Um das Leben der ersten Christen zu erneuern. Dort in Lourdes, wo Meine heilige Mutter erscheint, könnt ihr Wunder finden alle Tage, Wunder, wie sie gewirkt worden in den ersten Zeiten, wo der Glaube sich ausbreiten sollte in der ganzen Welt. Nun ja, Meine Kinder, sollte es Mir nicht möglich sein, den Wunderglauben zu erneuern? Wenn Meine Diener auch sagen wollen, so etwas paßt nicht für unsere Zeit, dann weist sie hin nach Lourdes.

Seht, daß der frühere Papst, Mein Diener, Meine Mutter aus Dankbarkeit zu dieser Ehrenstelle erhob, dies ist aber nicht der einzige Grund; der erste Grund ist, daß das Leben des Glaubens wieder soll erneuert werden soll und darum müssen Wunder gewirkt werden, Wunder geschehen in der Kirche. Alle Konfessionen in der ganzen Weltgeschichte sollen hinschauen nach Lourdes und sollen prüfen, ob unter ihrem Glauben ein Wunder geschieht. Daran sollen alle erkennen, daß die heilige katholische Kirche die einzig wahre Kirche ist auf Erden, und durch den Wunderglauben soll und wird ihre Strafe eine viel strengere werden, wenn sie den Wunderglauben sehen und nicht annehmen. Ich habe schon vieles zu euch gesprochen, Meine Kinder. Nicht wahr, wenn dieses Wesen diese Worte aus Büchern herauslesen wollte oder sich alles selbst zusammendenken wollte, dann wäre das Grübchen längst erschöpft; denn der armselige Ameisenverstand eines jeden Menschen ist schnell erschöpft und gar kurzsichtig. Prüft euch nur selbst, jedes für sich, wenn ihr aufgefordert werdet, eine Ansprache zu halten und dazu eine Ansprache, die auch für jeden Menschen einen Sinn haben soll, dann kämet ihr gewiß in große Verlegenheit.

Nun seht, dieses armselige Wesen, wie sie gehetzt ist Tag für Tag; wie Ich auch, wenn Ich Mich wieder zurückziehe, Mein ganzes Licht wieder mitnehme und ihr Verstand wieder dunkel ist, so daß sie mit vielen Zweifeln und Ängsten zu kämpfen hat, Tag für Tag! Wie wäre es also möglich, eine lange Rede zu halten und dazu eine Rede mit Verstand und mit Vernunft? Es wird noch lange Zeit dauern, bis Meine Kirche überall anerkannt und ausgebreitet ist; aber sie steht im Begriff aufzusteigen. Sie steigt auf, denn es wird viel getan, viel gearbeitet, viel gelitten und gestritten in der Schöpfung. Ja, ja, Meine Kinder, Ich bin zufrieden.

Deswegen wißt: Man sagt, daß es keine Mißjahre mehr gibt, daß seit längerer Zeit immer alles in Hülle und Fülle da ist. Man wundert sich darüber, weil in früheren Zeiten manchmal große Hungersnot herrschte, voraus in eurem Vaterland. Ja seht, den Geist des Antichrist kann und will Ich nicht vertreiben, weil die Zeit noch nicht gekommen. Aber um des Gebetes so vieler Gerechten willen kann und will Ich auch den strafenden Arm noch aufhalten, und um des Gebetes und des Lebens so vieler frommen Seelen willen, lasse Ich Meine Sonne scheinen über Gute und Böse. Um der Guten willen erhalte Ich auch die Bösen und gebe ihnen Nahrung und Kleidung und alles, was sie brauchen, aber um der Fortschritte im Guten, und um des Eifers Meiner Diener willen, geht es doch allmählich, wenn auch langsam voran, in jenen Gemeinden, wo die heilige Eucharistie mehr verehrt wird; wo man Meine Kinder herbeiführt an diesen Gnadenstrom, den Ich ausgieße vom Allerheiligsten Sakramente aus, da steht es überall gut. Geht nur hin in die Heimat Meiner Dienerin, welche Zufriedenheit, welch eine Eintracht, welche Liebe!

Hast du nicht gesehen, Meine Kleine, das Leben der ersten Christen dort? So soll es aber überall werden in allen christlichen Gemeinden, wo ein eifriger Diener steht, wo ein Diener steht, ein Priester, der sich selbst vergißt und Mir dient, der ein zweiter Christus ist. Meine Kinder! Ich will euch noch sagen, seid bescheiden und setzt die Klugheit voraus, wenn ihr etwas sagt. Wenn ihr eifern wollt für Meine Ehre, dann seid nicht allzu aufdringlich. Wo ihr merkt, daß es nicht angenommen wird, dann seid ganz zurückhaltend und im stillen betet aber; durch euer Beispiel, durch eure opferwillige Liebe gewinnt ihr die Herzen, und so könnt ihr mehr fertigbringen als durch zudringliche Reden. Ihr müßt nicht direkt sagen: ‚So und so will es der Herr‘. Nein, ihr müßt das ganz umgehen bei solchen, die noch nicht so weit eingeweiht sind, die nicht so tiefgläubig sind wie ihr.

Denn merkt es euch, Meine Kinder, eine Seele, die ohne Zweifel glaubt und ohne Häkelchen, ist schon in der Vollkommenheit voraus, ist schon eine vollkommene Seele. Ihr dürft nicht stolz darauf sein, wenn Ich euch lobe. Es ist Meine Sitte, daß Ich hie und da auch die Menschen lobe, nicht, daß sie annehmen sollen, sie seien schon vollkommen, Ich sage dieses nur, daß sie es werden sollen. Aber diejenigen, die Ich herbeiführe, die Zeuge sein sollen, was Ich hier wirke, sind schon vorangeschritten. Sie müssen deshalb Geduld haben mit jenen, die zweifeln und spötteln, wenn ihr so tiefgläubig eure Sprache vorbringt. Mit diesen müßt ihr klug vorgehen, die Klugheit voranstellen überall, wo Meine Diener glauben, wo sie die Sache verbreiten. Auch hier wird es angenommen und verbreitet; nur, ihr wißt es nicht; euer Bischof hat die Sache auch gelesen und glaubt auch; wenn er euch auch bearbeitet, als glaube er nicht. So wird es gemacht im ganzen Deutschen Reich, wo man davon gehört und gelesen hat.

Der Priester kann es allein ausnützen, ihr Jungfrauen könnt es nur unterstützen durch Gebet, Opfer und Sühnungsleiden, und darum müßt ihr auch den Spott, die Schmach und Verachtung, die man euch hie und da zuwirft, diese müßt ihr ertragen, und wißt, das ist in erster Linie euer Verdienst, und damit allein könnt ihr Seelen retten. Diese Sünder, die im Bösen verhärtet, sind nur zu retten durch überfließende Genugtuung, die ihr leistet für andere; denn Meine Gebote halten und Meinen Willen tun, den Stand, in den Ich ihn hineingestellt habe, halten, so wie es Gott verlangt, ist jedes Christen Pflicht, und er kommt in den Himmel, wenn er ganz einfach darin lebt; aber mehr tun als dieses, Mir gefallen wollen, Mein Leben in sich verwirklichen wollen, in Meine Fußstapfen eintreten, dazu verlange Ich etwas mehr, und dazu seid ihr alle bestimmt, die Ich euch herbeiführe. Dazu sind die Jungfrauen bestimmt, die müssen mehr tun als die Eheleute, die nur einfach in den Himmel kommen wollen, die den letzten Platz einnehmen wollen. Ihr müßt wissen, daß ihr dem Lamme folgen sollt, wohin es geht, und daß ihr ein Lied singen sollt, das niemand mitsingen kann, außer den Jungfrauen, die dem Lamme folgen. Da heißt es Opfer und Sühneleiden mit Mir auf sich nehmen. Wundert euch nicht, wenn ihr Schmerzen leiden müßt, Schmerzen des Leibes und der Seele.

Du, Meine Kleine, du hast wenige Tage, wo du nichts zu leiden hast, und ihr alle habt wenige Tage. Ja, ihr steht im geistigen Ehestand und der Ernst des Lebens ist an euch herangetreten. Es wird mit euch nicht mehr gespielt, wie ein Bräutigam tut, wenn er seine Braut an sich ziehen will. Nein, nein, die Flitterwochen sind längst vorüber. Du wunderst dich, Meine Kleine, daß du so wenig Trost und Freude mehr hast, wenn du Mich empfängst. Du brauchst dich gar nicht zu wundern. Ich mache keine Späße mehr mit dir. Weißt du, du sollst Mir Seelen gewinnen, Kinder gewinnen, du sollst das Kreuz schleppen, das Ich dir gezeigt, und das du aufgenommen, auf dich genommen mit deiner Einwilligung, und die dicken Schweißtropfen, die du auf Meiner Stirne sahest, sollen jetzt auf deiner Stirne stehen. Merk dir es wohl, und merkt es euch alle, Meine Kinder!“

Barbara: „Mein Jesus! Sollen wir diese Summe zur Verschönerung des Herz-Jesu-Bildes in der Kirche verwenden oder zu dem anderen Zweck? Es würde doch zu Deiner Ehre gereichen, wenn es ein rechter Anziehungspunkt würde.“

Jesus: „Nein, es sind noch Damen hier in der Stadt, die ihre milde Hand auftun sollen, die alle das Herz Jesu verehren.“

Barbara: „Mein Jesus! Manche Deiner treuen Kinder sind so ganz verwirrt, daß von den geistlichen Vorgesetzten der Verehrung des Prager Jesuskindes so entgegengearbeitet wird.“

Jesus: „Diese Gewalt habe Ich niedergelegt in Meine Diener, und ihr hängt ab von den Bischöfen und Priestern. Darum unterwerft euch. Ich habe euch ja letzthin zu verstehen gegeben, wie alles, was Mir dargebracht wird, auch wenn es Mir mehr Ehre eintrüge, wenn aber Meine Diener dagegen sind, dann trete Ich zurück und nehme das Mindere an, das Mir der fromme Sinn der Gläubigen darbringt. Niemals werde Ich von dieser Stätte aus Meinen Dienern entgegentreten in einer Sache. Ich werde nie ihren Willen beeinträchtigen. Nur in dem, was Ich hier wirke, will Ich beweisen, daß Ich es bin, weil Ich die Macht habe, mit Meinen Geschöpfen zu tun, was Ich will, und weil Ich immer so getan. Die armen Geschöpfe freilich, die Ich dazu Mir erwählte, müssen viel leiden; aber dafür werden sie auch belohnt. Ja, in bezug auf alles andere, die Andachtsübungen, die das Volk halten will, und die Meine Stellvertreter nicht annehmen wollen, habe Ich nichts dareinzureden. Dies gehört zu der Gewalt, die Ich ihnen übertrug. Ich gab ihnen die Gewalt, zu binden und zu lösen nach Belieben, als Ich aufstieg zu Meinem Vater. Was sie nicht für gut finden, dürfen sie verwerfen.

Deswegen wundert euch nicht, wenn Gebete, die Ich hier Meine Dienerin lehre, nicht angenommen werden, weil dieses in ihre Gewalt hineinzweigt. Aber, daß Ich die Macht habe, in einem Geschöpfe zu wirken, das kann Mir niemand abstreiten, selbst nicht der Papst auf dem Stuhle Petri, auch wenn sie Anstoß nehmen, wenn sie es nicht glauben wollen. Es ist eben eine gar gottlose Zeit, wo alles sich danach richten muß. Harret aus, Meine Kinder, es ist noch nicht aller Tage Abend. Es ist noch vieles zu wirken und vieles zu leiden.“

Barbara: „Meine süße Mutter, ich danke Dir!“

Maria: „Meine Kinder! Ihr habt Mir in diesem Maimonat viele Freude gemacht, überall, wo ihr hingeschrieben, wo ihr den Geist befördert, da wurde Mir eifrig gedient, da wurde Ich eifriger verehrt, ein Maialtärchen in den ärmsten Hütten gebaut, und Mein Sohn, weil Er wünscht, daß Ich gerade in jetziger Zeit recht geehrt werde von Meinen Kindern, läßt die Ströme Seiner Gnade, Seiner Liebe und Barmherzigkeit viel reichlicher fließen als sonst. Seht, wie die Jugend dort, wo Ich geehrt werde, sittenrein bleibt, wie die Eheleute ihre Pflicht erfüllen, wie der Himmel sich freut und die Erde getröstet wird, das Fegefeuer wird entvölkert, viele Arme Seelen feiern ihren Einzug in diesem Maimonat, und bis nächsten Freitag sollst du sehen, wie viele befördert werden und befördert worden sind in diesem Maimonat, wie viele Arme Seelen. Grüßt Mir alle recht herzlich, besonders alle die Priester, die die Schriften gelesen, auch wenn sie jetzt tun, als glaubten sie nicht. Ein Aufstand ist in der ganzen Welt; dieses alles legt sich wieder, es muß so sein. Werdet nicht irre, weil es so viele falsche Propheten gibt. Einen herzlichen Gruß an alle Meine Kinder!“

Inhaltsverzeichnis Band 3

292 Vigil vom Fronleichnamsfest 1899

„Wenn einmal die Menschheit reif geworden ist, werden viele zur Einsicht kommen, und man wird die verstaubten Schriften hervorziehen und wird sie lesen.“

Jesus: „Räumt die Hindernisse hinweg, Meine Kinder!“

Barbara: „O mein Gott! Alle meine Sünden sind mir von Herzen leid, weil ich dadurch Dich, das höchste Gut, beleidigt. Ich hasse und verabscheue alle meine Sünden und nehme mir ernstlich vor, jeden Gedanken, jede Gelegenheit, wo ich Dich beleidigen könnte, sorgfältig zu meiden. Gib mir, o Herr, Deine Gnade dazu. Amen.

O Herr, ich grüße Dich in Vereinigung mit Deiner lieben, heiligen Mutter, mit allen lieben Engeln und Heiligen, besonders denen, die beim Letzten Abendmahl zugegen waren, den heiligen Aposteln und Frauen, die das Glück hatten, in demselben Haus zu wohnen, wo Du das Heiligste Sakrament eingesetzt hast, und wo sie dasselbe zum ersten Mal aus Deinen heiligen Händen empfingen. Ich grüße Dich im Namen aller Menschen, besonders meiner lieben Angehörigen, die hier gegenwärtig sind, aber auch im Namen aller meiner lieben Geschwister, die so sehr nach Dir verlangen. Ich erinnere Dich an meine Schwester in A., die so sehnlichst verlangt nach Dir. O führe sie noch einmal hierher. O wenn es Dir recht ist, so gib ihrer Oberin es ein, da Du doch so gern hast, wenn zwei oder drei in Deinem Namen versammelt sind. O so gib doch, daß meine liebe Schwester, die eines Herzens und Sinnes mit mir war, daß wir uns noch einmal sehen und besprechen können. Ich grüße Dich im Namen aller der Lieben, die auch so gern ein liebes Wörtchen hören und verlangen, etwas zu lesen, im Namen aller Menschen und Armen Seelen im Fegefeuer; denn Du hast uns versprochen, daß Du uns recht viele Arme Seelen schenken willst. Mein Jesus! Es scheint, als seiest Du recht freudig gestimmt, weil Du so auf und ab gehst, wie wenn Du Dich heimisch fühltest, als wenn Du unter Freunden weilen würdest.“

Jesus: „Ja, das ist so, Meine Kinder! Darum hinweg alle Hindernisse, die in irgendetwas eure Freude trüben könnten. Seht, Ich habe gesagt, als Ich auf Erden wandelte, daß, wo zwei oder drei in Meinem Namen versammelt seien, Ich mitten unter ihnen sei. Damit wollte Ich damals schon andeuten, wie sehr Ich Mich sehne, unter den Menschenkindern weilen zu können, und wie gerne Ich als Bruder unter ihnen weile. Deswegen siehst du Mich auf und ab gehen, wie ein guter Freund tut, wenn er bei seinen Freunden ist und es ihm recht wohl gefällt, er sich recht behaglich fühlt. Nicht wahr, es ist zum Erstaunen, daß der große Gott so klein wird, so kleinlich tut, und doch ist es so. Ihr alle sollt einstens Erben, Brüder und Schwestern, also ein Erbe mit Mir sein; nicht wie Stiefgeschwister behandle Ich euch, sondern ihr alle seid Meine Brüder und Schwestern.

Es freut Mich sehr, daß Ich doch noch Seelen finde in der Welt, trotz der schlechten Zeitperiode, der schlechten Luft, in der sie sich bewegen, noch viele, gute, treue Kinder habe, die Mir Freude machen. Ja, mit Stolz sage Ich es, und stelle sie den Himmelsbewohnern vor. Morgen bei der Fronleichnamsprozession, wo die ganze Welt, die ganze katholische Welt wetteifert, Mich zu bekennen, ihren Glauben zu bekennen, da zeige Ich mit Stolz herab auf diese unwirtliche Erde, auf diese verfluchte Erde, die so mit Gottlosigkeit überschwemmt ist, daß Ich möchte eine Sintflut hereinbrechen lassen, um alles Fleisch zu vertilgen. Aber seht, Meine Kinder, mitten unter diesem gottlosen Geschlecht leben Meine Guten, Meine Auserwählten, die Mir doch noch viele Freude machen, ja mehr Freude als je zu jener Zeit im Heidentum; als die Christen zerstreut lebten unter den Heiden und Juden, war die Gefahr bei weitem nicht so groß, als sie jetzt ist. Die Christen wußten ja, mit wem sie es zu tun hatten, sie wußten, welchem Feind sie gegenüberstehen, und alles war noch zu neu und frisch.

Das Erdreich war noch aufgelockert in den jungen Christengemeinden; denn Ich hatte noch nicht lange diese Erde verlassen, und die Spuren Meiner Fußstapfen waren ja noch sichtbar. Aber jetzt in diesem neuen Heidentum ist es anders geworden. Jetzt weht der Wind, der damals wehte, um die Kirche zu vernichten in ihrem Entstehen. Derselbe Wind weht wieder von allen Seiten; von den vier Weltgegenden ist man nur bemüht, die eine, wahre Kirche zu unterdrücken und von der Erde zu vertilgen. Die guten und treuen Katholiken, die da leben in der Welt unter diesem gottlosen Geschlecht, haben bei weitem größere Gefahr als die Christen der ersten Zeit, wegen der vielen, vielen bösen Beispiele, die sie überall sehen und in sich aufnehmen. Worte bewegen, aber Beispiele ziehen.

Seht, Worte: Wie werden sie in Schrift und Wort hinausgeschleudert, und Meine Guten hören und lesen die Worte und nehmen das Gift in sich auf. Beispiele ziehen: Die Guten und Besten, auf die alles gebaut wurde und alles hinschaute, sie fallen ab. Die Zedern vom Libanon fallen, und wie viele nehmen sie mit sich fort und erschlagen sie, wenn sie fallen. Da ist es an der Zeit, festzustehen. Ja, wundert euch nicht, daß Ich Mich dir heute abend zeige, lustwandelnd unter euch.

Seht, stolz bin Ich darauf, stolz bin Ich auf Meine guten Kinder. Ist ja der Vater, wenn er seine Söhne betrachtet, seine Töchter betrachtet, die gut geblieben, gut erzogen sind, stolz darauf. Warum sollte nicht auch Ich stolz sein auf Meine Kinder, und Ich feiere mit dem ganzen himmlischen Hof das Fronleichnamsfest herzinniglich mit ihnen. Der ganze Himmel vereinigt sich mit den guten und treuen Kindern der Welt, um ihnen Mut einzusprechen, um sie zu begeistern an dieser Feier, und die Schutzengel, wie sind sie beschäftigt, wie stolz schreiten sie einher neben ihren Schützlingen, die teilnehmen an der Fronleichnamsprozession. Und diejenigen, die so gern sich anschließen möchten, und deren Pflichten sie abhalten davon, wie gehen die Schutzengel dieser Seelen mit und vertreten die Stelle dieser Schützlinge, zwar traurig, weil sie wissen, daß ihre Schützlinge so gerne sich beteiligen möchten und können es nicht, aber um so eifriger stimmen sie ein in den Lobgesang, den die übrigen Mir darbringen. Darum freuet euch; denn auch Ich freue Mich und Ich bin stolz auf Meine Kinder.

Fahret fort, wenn auch nach rechts und links sie fallen, bleibet stehen, ihr alle, die ihr euch mit Mir vereinigt, bleibet stehen. Schaut nicht auf die bösen Beispiele, hört nicht auf die lockenden Worte; seht, schönere Worte, als ihr sie hören könnt aus Meinem Mund, höret ihr nirgends in der Welt. Wenn auch Satan euch zusetzt innerlich und äußerlich in Menschengestalt und auch sichtbar, nichts wird er euch anhaben, da ja eine Woche gar nicht lang ist, wo Ich euch immer wieder ermuntere. Um dieses kleine Häuflein zu bestärken im Glauben, habe Ich dieses Werk unternommen. Und es kommt eine Zeit, wo jedes Meiner Worte wird wohl beherzigt werden.

Wenn einmal die Menschheit reif geworden ist, werden viele zur Einsicht kommen, und man wird die verstaubten Schriften hervorziehen und wird sie lesen und wie Meine Apostel sagen: ‚Ja, jetzt begreifen wir‘. Als Ich zu ihnen von Meinem Leiden und Tode sprach, als Ich ihnen Mein künftiges Reich erklärte, da verstanden sie Mich nicht. Ich hatte noch das letzte Wort auf den Lippen, und sie fragten schon wieder. So ist es mit allem, wo Ich wirke und was Ich wirke, man versteht Meine Sprache nicht, bis die Zeit erfüllt sein wird.

Seht, Meine Kinder! Ich habe schon vieles mit euch gesprochen, drohend und warnend, liebreich und zärtlich wie ein Vater, und es scheint, als werde denjenigen, die Meine Drohungen gelesen und gehört, die Zeit zu lang, bis sie sich erfüllen. Wißt ihr nicht, daß es einem Vater weh tut, wenn er sein Kind strafen muß, daß er die Zuchtrute, solange es geht, zurückhält, und nur in der äußersten Not sie herbeiholt? Bin Ich doch der zärtlichste Vater, der beste Freund, den je die Welt gesehen, und Mir sollte es nicht leid tun, mit der Zuchtrute dreinzuschlagen, das Schwert zu schwingen, solange es Menschen gibt, die sich Meiner Gerechtigkeit entgegenwerfen? Und in jetziger Zeit gibt es viele, die Mir noch recht treu dienen. Um der Guten willen verschone Ich die Welt. Deswegen aber ist es nicht gesagt und ausgemacht, daß alles vorüber ist und daß man Meiner spotten könne.

Niemals werde Ich es ungeahndet lassen, wenn eine gläubige Seele sich erdreisten wollte, zu spötteln gegen die Worte, die Ich in einer Seele rede. Ich habe an verschiedenen Stellen schon gesprochen, und weil es sich nicht verwirklicht, wird man wieder frech und erhebt stolz das Haupt. Aber, obwohl es immer abwärts geht, stehen auch die Guten und Treuen enger zusammen. Es werden Mir mehr Opfer gebracht als jemals zuvor, wenn man auch nicht mehr hinauszieht in die Einöde und bei Wasser und Brot fastet. Es gibt in jetziger Zeit unter den jetzigen Kindern Meiner Kirche andere Mittel, womit sie sich heiligen können; denn die guten und treuen Kinder Meiner Kirche werden mehr verfolgt als die heiligen Märtyrer jener Zeit. Obwohl sie ihr Blut nicht zu opfern brauchen, so haben sie alle ein unblutiges Martyrium durchzumachen. Seelenleiden sind die größten Leiden. Die einen haben zu kämpfen mit der Not des Lebens; durch Arbeit und Mühe müssen sie ihr Brot verdienen, sind aber gute, treue Katholiken, gute Familienväter und Mütter. Und weil sie nichts als Not und Elend dafür ernten für all ihre Mühe, so muß Ich einen gnädigen Blick auf sie werfen, und sie gehören zu den liebsten Kindern Meines Herzens, die Tag für Tag Meinen Zorn besänftigen. Wenn Ich hinschaue auf die vielen Ordensgenossenschaften in der Welt, worunter sehr viele und gute Ordenspersonen sind, Heilige, und was ernten sie von der Welt für all ihr Gebet und Hinopfern und Darben? Nichts als Spott und Hohn. Wie manche jungfräuliche Seele in der Familie steht, still und verborgen, verkannt, verachtet und verspottet, sogar von denjenigen, die sie in Schutz nehmen sollten.

Seht, um dieser willen verschone Ich die Welt, um dieser treuen Seelen willen, die da inmitten des Stromes, der sie zu verschlingen droht, mutig darauf losgehen. Darum laßt euch nicht verdrießen, wenn alles nicht so glatt geht. Leiden müßt ihr; durch Leiden müßt ihr die Krone verdienen, und im Leiden müßt ihr sie verdienen. Ihr sollt vielen zur Erbauung und zum Vorbild werden, ihr alle, die Ich euch hierher und zusammengeführt habe. Ein Herz und eine Seele sollt ihr untereinander sein, wie die ersten Christen. Die ersten Christen waren auch Menschen wie ihr. Wenn ein kleiner Unmut sich regt, die Ungeduld, was unter Menschen, weil sie schwache und gebrechliche Geschöpfe sind, nicht zu vermeiden ist, dann will Ich euch ja gerne verzeihen, wenn ihr, sobald der erste Unmut vorüber ist, euch hinwegsetzt, euch durch einen Blick auf Mich abwascht und wieder von neuem anfangt, die Ruhe des Herzens in euch herzustellen.

Ich habe Verschiedenes in diese Familie hineingestellt, um allen Familien ein Vorbild zu sein. Niemand soll sich fremd fühlen, weil ihr alle Kinder eines Vaters seid, in der Familie. Und wenn es so in der ganzen Welt, wenigstens unter den Christen wäre, wie viel Unglück und Unheil könnte erspart werden! Die Dienstboten hätten überall ein Heim, wenn diejenigen, die Ich gesetzt habe über die Familie, das Oberhaupt, Nachsicht hätte mit den Fehlern und Schwächen seiner Untergebenen, wenn die Dienstboten wüßten und erkennten, welche Pflichten sie haben, und die Kinder sich erinnern, daß sie Kinder christlicher Eltern sind. Wie könnte da überall der Verein der Heiligen Familie blühen!

Seht, so war es im Häuschen zu Nazareth, wo Ich wohnte. So ist es in dieser Familie, und so soll es überall sein, wo die Schriften gelesen werden, und wo sie noch nicht gelesen werden, da sollten sie doch gelesen werden. Hütet euch, daß etwas hinausdringe aus diesem Haus, was Ärgernis erregen könnte. Wenn ihr merkt, daß unter eurem Dach ein Feuer sich entzündet, denn die Leidenschaft ist ein Feuer, dann setzt alle Hebel in Bewegung beim ersten Entstehen, wenn auch hie und da ein kleiner Nachteil daraus hervorgehen könnte. Scheut ihn nicht! Ich werde auf andere Weise ihn wieder ersetzen. Habt ihr es ja schon oft gesehen. Aber hütet euch alle, daß nichts hinausdringt aus diesem Haus, weil es ein Vorbild für viele werden soll, weder in der Familie noch in der Wirtschaft. Frieden will Ich wissen, Frieden, soweit es von euch abhängt. Deinem Schwesterlein in A. sage einen herzlichen Gruß und Meiner Tochter, Meiner vielgeliebten Tochter, die Ich gestellt habe in diesem Hause zur Oberin, sie lasse Ich bitten, sie möge dieses Kind noch einmal hierher kommen lassen, weil es sonst vor Heimweh stirbt und sich verzehrt. Es ist ja nichts Böses, daß sie so verlangt nach ihrer Schwester, sie ist ein Engel im Fleische, niemals bin Ich von ihr gewichen, und darum ist sie frei von allem Vorurteil.

Die Schwester N. sowie ihre Leidensgefährtin lasse Ich herzlich grüßen. Nichts verlange Ich von ihr, als daß sie leide und dulde. Täubchen brauche Ich; sie sind für dieses Haus ein Blitzableiter durch ihr Gebet und durch ihr Sühnungsleiden. Und alle, auch Meinen treuen Diener ganz besonders, lasse Ich herzlich grüßen, und alle, die an Mich glauben, die auf Mich vertrauen. Sie sollen feststehen in all den Prüfungen. Warum sollte es nicht möglich sein, daß Ich noch derselbe Gott wäre, Der Ich war und sein werde. Immer waren es Menschen, mit denen Ich verkehrte und keine Engel. Warum zögerst du, warum fürchtest du, Meine Kleine?“

Barbara: „Wegen meiner Unvollkommenheiten, o Herr, weil ich so unvollkommen bin.“

Jesus: „Alle Menschen sind unvollkommen, ausgenommen Meine heilige Mutter. Sie war heilig schon vor Ihrer Geburt. Alle übrigen sind unvollkommene Geschöpfe und sollen und müssen noch Heilige werden! Ihr alle sollt Heilige werden und müßt es werden, wenn ihr Anteil an Meiner Herrlichkeit haben wollt.“

Barbara: „O Herr! Mit Entsetzen sind wir erfüllt über den Tod der Frau N., die Dich bis zum Todesbett verspottete. Wie wirst Du sie denn wohl empfangen haben?“

Jesus: „Es ist nicht Mein Wille, euch Aufschluß zu geben über eine Seele, die sich Meiner Gnade unwürdig gemacht. Laßt Mich in Ruhe fernerhin mit dieser Seele.“

Barbara: „O Herr! Ich bitte Dich für alle, die sich an mich wenden, daß Du ihnen besondere Gnaden zukommen lassest. Wenn Du mir auch die übernatürlichen Sachen nicht zu erkennen geben willst, wenn die Seelen in Deiner Gnade abgeschieden sind, ist es ja gut. Erbarme Dich besonders ihrer noch lebenden Kinder, weil die Gefahren so groß sind. Ich habe so viele Briefe bekommen; o könnte ich sie alle umfassen und Dir zuführen. Ich empfehle Dir besonders N. O führe ihn wieder in die Arme seiner Mutter.“

Jesus: „Es kommt eine Zeit, wo er zur Einsicht kommt. Er stirbt nicht in der Ungnade, aber er hat vieles, vieles zu büßen hier auf Erden.“

Barbara: „O Herr, Frau N. läßt fragen, ob Du zufriedener jetzt seiest.“

Jesus: „Ja, Ich bin zufrieden, denn Ich schaue auf das Herz, die Gesinnung. Ich will diese Frau auf den rechten Weg bringen, und weil sie Mir fortwährend Vorwürfe machte, muß Ich hie und da eine scharfe Sprache reden, wie ein Vater tut, wenn er seinen Sohn zurechtweist. Wenn er ihm auch zürnt, ist er doch sein Sohn und bleibt es. Wenn er sich wieder umwendet, ist der Vater wieder besänftigt. So mache Ich es allen Meinen Kindern. O wüßten sie doch, wie gut Ich bin.“

Barbara: „Ja, Du bist gut, unendlich gut, o Herr! N. hast Du mit einem schweren Kreuze bedacht.“

Jesus: „Sie soll nur leiden. Leiden ist der königliche Weg zum Himmel.“

Eines der Dienstmädchen bat für ihre Schwester.

Jesus: „Deine Schwester geht nicht verloren. Sie ist arm, sehr arm, eine arme Frau; aber sie kennt Mich noch. Sie büßt ihren Leichtsinn hier auf Erden; dort oben wird sie wieder mit dir vereinigt.“

Mein lieber Freund ist gekommen, mein lieber Führer, der heilige Johannes.

Johannes: „Die Liebe spricht die Sprache aller Sprachen; da spricht man nicht viel.“

Barbara: „Glückselig ist dieser Augenblick, zu ruhen an Deinem Herzen, o Herr! O könnte ich doch alle Menschen Dir zuführen! O könnte ich ihnen das Glück verschaffen, das ich genieße in diesem Augenblick. Es gibt nur noch einen Ort, und das ist der Himmel. Dort liebe ich Dich, ohne je wieder aufzuhören. Hier liebe ich Dich gebrochen; denn die Liebe hört wieder auf, und ich beleidige Dich wieder. O nimm mich weg von dieser Erde, nimm meine Seele auf, durchbreche die Hülle, damit ich nicht wieder von Dir getrennt werde.“

Lied: Hochpreiset meine Seele ...

Inhaltsverzeichnis Band 3

293 Erster Freitag im Juni 1899

„Ich bin dieses lebendige Wasser. Ich bin die unendliche Liebe, die nie erschöpft werden kann und nie zu erschöpfen ist.“

Lied: O Schöpfer, dessen Allmachtswort ... Hochgelobt und angebetet sei Jesus im Allerheiligsten Sakrament des Altares, von nun an bis in Ewigkeit. Hochpreiset meine Seele. Gelobt sei Jesus Christus!

Jesus: „Meine Kinder! Freude erfüllt Mein Herz, wenn Ich das Leben und Streben Meiner guten Kinder betrachte, wenn Ich hineinschaue in den eucharistischen Strom, der sich dahinwälzt über die ganze Erde, über die Strömung, die heilige Eucharistie zu verehren und anzubeten. Ja, es wird Meinem Willen entsprochen, den Wunsch, den Ich äußerte schon über ein Jahrzehnt. Meine Diener bestreben sich, ihn zu erfüllen, und überall, wo eine Kirche steht, wo ein guter Priester sich befindet an der Spitze, da kommen die treuen Schäflein und versammeln sich um Meine Altäre, um Mir Ersatz und Sühne zu leisten für die Schmach und Verachtung, die ein anderer Strom über die Erde ergießt, eine andere Strömung.

Seht, dies ist es, was Mich auch bestimmt, Meinen Zorn zu verbergen, niederzuhalten. Wie ein Vater tut, der ungeratene Söhne oder Töchter hat, der, wenn er weiß, daß unter diesen seinen Kindern sich welche befinden, die sich alle Mühe geben, ihm zu ersetzen, was seine ungeratenen Kinder ihm verdarben, und diese Kinder den Schmerz des Vaters so sehr mitfühlen, daß sie vergehen von Leid, wenn die übrigen gestraft werden, wie der Vater dann seinen Zorn beherrscht, solange er kann, um nur diesen guten Kindern den Schmerz zu ersparen. Seht, so geht es dem himmlischen Vater, so geht es Mir. Um der Tränen, um des Gebetes, um des Eifers der treuen, guten Christen willen, die überall jetzt in der ganzen Welt sich aufraffen und hinströmen, um Mich zu trösten, halte Ich Meinen Zorn zurück.

Seht, wie Ich die Sonne scheinen lasse über Gute und Böse, über Gerechte und Ungerechte, wie ein Jahr um das andere sich herrlicher gestaltet, aber nur um des Gebetes der Gerechten willen, um des Opfers willen, das dargebracht wird auf dem Altar, das fortwährend um Sühne hinaufruft zum Thron der Heiligsten Dreifaltigkeit. Obwohl Ich überall neues, reges Leben finde, um Mir zu dienen, und Ich Mich getröstet fühle von Meinen treuen Kindern, und Ich ihnen wieder dafür Tröstungen zukommen lassen möchte und sollte, von Rechts wegen, findet ihr doch überall, wo ihr euch hinwendet, am meisten in euch selbst, viele Leiden und Widersprüche.

Aber werdet nicht irre, Meine Kinder! Seht den unendlichen Lohn, der euer wartet. Ihr müßt das Leben eures Erlösers nachleben und in Seinen Fußstapfen wandeln. Seht, ihr alle, die ihr so viel schon getan, manche Seele aufgeweckt und mit neuer Liebe zu Mir erfüllt durch die Bemühungen, die ihr euch gebt, Meine Worte niederzuschreiben und hinauszusenden unter Meine treuen Kinder, dies ist es, was Ich euch gestern zeigen wollte, Meine Kinder!“

(Barbara hatte uns das, was der Herr gezeigt, verschweigen wollen, aber der Herr befahl ihr, es uns jetzt zu erzählen.)

Barbara: „Meine lieben Mitschwestern! Gestern sah ich auf dem Altare den Herrn in unaussprechlicher Glorie und Herrlichkeit, nachdem ich Ihn empfangen hatte in der heiligen Kommunion. Weil ich nichts verschweigen darf, muß ich es euch heute sagen: Er war so liebeerfüllt, so freudig, so getröstet, weil doch hier in Mainz und überall in der Welt die Leute so eifrig waren, Ihm Freude zu machen und alles, wenn es auch manche Unordnung war, war aber doch darauf abgesehen, Gott zu dienen. Und alle erfüllte ein heiliger Schauer, eine heilige Freude im Herzen, wenn sie auch noch so armselige Christen sind. Selbst Andersgläubige beteiligten sich an dieser Feier, und das erfreute Ihn so sehr, daß Er in unaussprechlichem Strahlenglanz Sich zeigte auf dem Altar. Von Ihm ging ein Strom kristallen glänzendes Wasser aus auf mein armes, sündiges Herz.

Und mein Herz wurde zu einem Quell, der sprudelte. In meiner Geburtsgegend habe ich oft solche Quellen gesehen, ich will nur einen Vergleich machen, die, weil sie nicht geöffnet waren, fortwährend mit solcher Gewalt das Wasser emporsprudelten, daß das Erdreich davon aufgewühlt wurde. So war es hier. Es ergoß sich ein Strom aus meinem Herzen, der nach allen Richtungen hin sich verteilte, und ich verstand nicht, was dieses zu bedeuten habe.“

Jesus: „Meine Kinder! Dies will Ich dir heute erklären. Meine Worte sind lebendiges Wasser, das Ich euch geben will. Wenn Ich nun dieses Wasser hineinleite in eine Quelle, in eine Seele nämlich, eine Seele ist eine solche Quelle, diese Seele aber ist ein armer, sündiger Mensch, wie alle Menschen sind. Das Erdreich überschüttet die Quelle. Es wird um die Seele herum gearbeitet, gesündigt, gefehlt durch böse Neigungen und Begierden, die jeder Mensch in sich hat. Dadurch wird die Quelle oft zugeschüttet, verschüttet und getrübt das Wasser. Wenn Ich nun aber Meine Liebe so sehr hineinleite in diese Seele, daß die Quelle sich nicht mehr verbergen kann, dann durchbricht sie dieses Erdreich, diese Fehler, diese Unvollkommenheiten und ergießt sich nach allen Richtungen hin, und alle, die da kommen und dürsten, kommen und schöpfen aus der Quelle, und leiten so dies reine Wasser in ihr Herz hinein. Seht, Meine Kinder, du bist eine solche Quelle, durch die Ich Mein lebendiges Wasser hineinleite, Mein göttliches Wort. Du hast aber dabei nichts, was dir zukommen könnte, als daß du das Erdreich aufwühlst und herbeischaffst durch deine Sünden und Unvollkommenheiten und dadurch die Quelle verunreinigst, trübst und verschüttest, so daß sie manchmal vertrocknet scheint und zugeschüttet ist. Wenn dann Meine göttliche Liebe so sehr hineinscheint, dann durchbricht diese Liebe dieses Erdreich wieder, die Quelle erkämpft sich Bahn und sprudelt mit solcher Gewalt in die Höhe, daß alle davon trinken können, wer nur will.

Ich bin dieses lebendige Wasser. Ich bin die unendliche Liebe, die nie erschöpft werden kann und nie zu erschöpfen ist; denn die Liebe hat dieses alles erschaffen. Die Liebe hat das Paradies auf Erden erschaffen, das Paradies, das diejenigen genießen, die Mir treu dienen; denn alle die Leiden, die Ich über eine Seele kommen lasse, die Mich liebt, sind für nichts zu achten, und diese Seele achtet sie für nichts, denn sie liebt Mich und weiß, daß ihr Erlöser nur geliebt werden kann, wenn man Ihm auch nachfolgt, wenn man auch in den Spuren wandelt, die Er gewandelt ist.

Meine liebe kleine Dienerin N. möge sich doch recht anschließen und recht mit Freuden trinken aus der Quelle und auch ein lebendiges Wasser in sich, eine lebendige Quelle in sich aufnehmen, eine Quelle, die da überströmt in heiligen Worten und Begierden; denn erst muß sie verlangen und dann dieses Verlangen in Worte kleiden, und so viele ihrer Freundinnen, die den besseren Ständen angehören, teilnehmen lassen und trinken lassen an der Quelle. Ich werde nicht sparen, um sie von Zeit zu Zeit mit Tröstungen zu überhäufen; denn was ist all der Flitter, der Moder, der einstens nur auf dem Grabeshügel den Leib drücken und die Seele quälen wird in der Ewigkeit. Wißt, Meine Kinder, viel Geld und Gut besitzen ist nur der Stein auf dem Grabeshügel, der den Leib zerquetscht und zerdrückt und die Seele belastet in der Ewigkeit. Wandelt darum diesen Stein um zu Edelsteinen in eurer Krone. Seht, alle Menschen sind berufen und bestimmt, dafür zu sorgen, daß sie ihren Leib zu unterhalten haben durch Fleiß, durch Arbeitsamkeit.

Aber um Reichtümer zu sammeln, zu prassen und zu schwelgen, wie es die Reichen tun, und mitunter auch die Armen, die, wenn sie dieselben nicht haben, auf unrechte Weise sich verschaffen wollen, dieses ist gar nicht Meine Absicht. Deswegen habe Ich die Welt nicht so bereichert und verschönert, damit die Menschen sich die ewige Verdammnis zuziehen. Nein, nein, ihr Reichen, die ihr die Güter in Überfluß besitzet, euch habe Ich Gelegenheit gegeben hier auf Erden, um diese Güter, diesen Stein, der euch in der Ewigkeit drücken wird, falls ihr Meine Worte nicht beachtet, in Edelsteine umzuwandeln in eurer Krone, das heißt, ihr sollt in erster Linie Meine Ehre befördern, Mir Tempel bauen, wie Salomon tat, der alles Gold in Israel sammelte, um seinem Herrn einen Ihm ebenbürtigen Tempel zu bauen, damit das ganze Volk Israel in diesem Tempel den einen, wahren Gott anbetete.

Und keine Freude hatte Israel außer an dem Tage, wo es hinaufzog in den Tempel, um den einen, wahren Gott dort anzubeten. Ihr seid bestimmt, mit dem Reichtum, den ihr besitzt, die Wünsche Meiner Kirche zu befriedigen, soweit ihr könnt. Ihr Armen seid bestimmt, durch Arbeitsamkeit und Fleiß euer Brot zu verdienen und im Frieden Mich anzubeten und Mir zu dienen, vor Meinem Altar zu erscheinen, nicht mit Groll im Herzen, sondern mit Freude. Seid ihr ja bestimmt, Meine Altäre zu zieren durch eure Gegenwart, indem ihr Mir ein freudiges, fröhliches Herz entgegenbringt; denn Arbeit macht das Leben süß, macht es nie zur Last; der nur hat Bekümmernis, der die Arbeit haßt. Also, niemals wirst du gehört haben, Mein Freund, Meine Freundin, daß ein Mensch hungerte, der eine fleißige, arbeitsame Hand gehabt hat in seinem Leben. Wenn Ich ihm hie und da Leiden zuschicke oder ein Glied seiner Familie wegnehme, das ihm notwendig gewesen wäre zu seinem Lebensunterhalt, so ist dieses nur, um seine Krone zu verschönern; denn durch das geduldige Ertragen seiner Leiden, nebst seinem Fleiße, wird seine Krone von Tag zu Tag verschönert. Dieses sind bei dem Armen die Edelsteine, womit seine Krone soll geziert werden, wie bei dem Reichen die Abgabe seines Überflusses, so bei dem Armen das geduldige Ertragen der Leiden. Darum, Meine Kinder, freut euch, daß ihr gewürdigt werdet, sooft Meine süßen Worte zu hören, die süßer sind als Balsam und Honig für das Herz, das sie versteht; denn nur noch eine kleine Weile, und alles ist vorüber, und ihr werdet Mich sehen und Meine Worte verstehen. Ihr werdet von einer Verwunderung in die andere fallen, von einem Ausruf der Freude in den anderen. Jubelnd und frohlockend werdet ihr sagen: ‚Hochgelobt sei der Herr! Wie wahr ist es doch, was Er uns gesagt, wie glücklich sind wir doch, daß wir Ihm geglaubt.‘ Lebet wohl, Meine Kinder! Grüßet Mir alle, die sich mit euch vereinigen.“

Barbara: „Mein lieber Jesus! Wenn anstatt eines Priesters ein Seminarist den Rosenkranz vorbetet, schenkst du uns denn auch einen Sünder, weil er doch Priester wird?“

Jesus: „Ein Seminarist, der die höheren Weihen schon empfangen, ist schon Priester, wenn auch noch nicht ganz bestätigt, aber in den ersten Anfängen; wo sie in das Seminar eintreten, sind sie es noch nicht. Es ist die Gnade, die Ich euch da versprochen habe, an das Gebet der Kirche geknüpft und an die Weihe der Kirche. Das Gebet der Kirche, der von Gott geweihten Personen, hat eine solche Kraft. Deswegen ist auch das Gebet, das die Ordensmänner verrichten, die Priester sind dazu noch Ordensleute, von solcher Kraft, von solcher Wichtigkeit für die menschliche Gesellschaft, daß es unmöglich wäre, den Zorn zu besänftigen, den Zorn Gottes, wenn nicht diese gottgeweihten Priester in der Welt überall ihr Gebet zum Himmel schickten. Solche Priester, und noch dazu Ordenspersonen, sind für die Welt ein geheimnisvoller Schatz, der nicht erkannt, der begraben liegt, verstaubt und verschüttet. Aber in der Ewigkeit werden sie sehen, welche Edelsteine sie nicht geachtet und verworfen haben. O die Toren! Aber auch wie glücklich die Seelen, die das Glück haben, dem heiligen Ordens- und Priesterstand anzugehören. Zwar sind die Jungfrauen, die gottgeweihten Jungfrauen, eine große Stütze für die Kirche, aber ein gottgeweihtes Priestertum ist der Kanal der Kirche, durch welchen alle Gnadenschätze hineingeleitet werden in die gottlose Welt, aber auch wieder hineingeleitet werden in das Herz Gottes. In die gottlose Welt, sage Ich, weil Ich um ihretwillen die Welt verschone, und ihre Gebete, ihre Opfer und Sühnungsleiden hineingeleitet werden in das Herz Gottes.

Weil dieser verborgene Schatz so verkannt ist von der Welt, ruht Mein Auge mit besonderem Wohlgefallen auf ihm. Es ist wahr, die Welt ist gottlos, sie ist aber auch auf der anderen Seite, auf der Lichtseite in glänzenden Strahl versetzt; denn das kirchliche Leben blüht allenthalben still empor, wenn auch jetzt noch der Welt verborgen. Aber in allen klösterlichen Genossenschaften gibt man sich mehr Mühe. Der alte Schlendrian wird abgelegt und ein reges, eifriges Ordensleben wird überall zu Tage gefördert, und dieses geht Hand in Hand mit dem Weltleben.

Die guten, treuen Christen raffen sich auf, und es ist überall ein Streben nach dem Heiligsten Sakrament, und wo das Heiligste Sakrament verehrt wird, steht es gut in der Welt. Die junge Kirche, wo schöpfte sie ihre Kraft? Nur in der heiligen Eucharistie, weil sie täglich das Heiligste Sakrament empfing. In jetziger Zeit empfangen viele täglich das Heiligste Sakrament, und dieses ist es, warum ein Glanz verbreitet ist über die Kirche, ein neuer Glanz. Zu neuem Leben entfaltet sich die Kirche, Ich muß sagen, die junge Kirche; denn obwohl Meine Kirche nie veraltet, war aber das Glaubensleben sehr verstaubt, sehr veraltet, es ist so in der jetzigen Zeit. Deswegen schickte Ich viele Leiden über die Kirche; Ich machte sie los von allem, was nicht ihr gehört. Arm mußte sie werden, am Bettelstab mußte sie sich ernähren eine Zeitlang, weil Ich sie demütigen wollte. Aber jetzt fängt sie an aufzublühen, sie gefällt Mir, und sie wird in kurzer Zeit, in Bälde, auf einen Höhepunkt gestellt sein, von wo aus die ganze Welt sie schauen wird, und alle Konfessionen auf der ganzen Erde werden mit Ehrfurcht auf sie schauen. Darum auf, Meine Kinder, auf zum Kampfe! Durch Kampf zum Sieg, durch Sieg zur Krone.

Krönen sollt ihr Meine Kirche mit der Siegeskrone der Märtyrer, denn geistige Märtyrer sollt ihr werden: Kämpft gegen Fleisch und Blut, gegen Welt und Hölle! Auf zum Kampfe, Meine Diener, denn Ich bin nicht gekommen, den Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Nicht sollt ihr hadern und zürnen; denn diejenigen, die euch anhören, die euren Worten, eurer Predigt beiwohnen, wollen sich Mir hingeben und gehören zu den guten, eifrigen Christen. Darum sprecht ihnen Trost und Mut zu und muntert sie auf zum Kampf. Geht Hand in Hand mit dem armen Volk. Und du, du kleines Volk, schaue hinauf zu deinem Priester, deinem Pfarrer, Männer, die Ich euch gesetzt und gestellt als Leiter und Führer. Steht zu euren Bischöfen, zu eurem Papst, ein Herz und eine Seele untereinander, ein Schafstall und eine Herde.“

Barbara: „O liebe Mutter! Ich grüße Dich durch das allersüßeste Herz Jesu Christi, meines vielgeliebten Bräutigams. O sage Du doch Dank statt meiner, ich armes, unwürdiges Geschöpf, für all die lieben Worte, die Er mir heute wieder gab; fühle ich mich doch wieder so glücklich, wenn ich zur heiligen Kommunion gehe und ich mich Dir übergeben habe. O so komme doch auch heute mir in meiner Schwachheit zu Hilfe. Siehe, der Herr hat versprochen, wenn wir im Maimonat Dich recht fleißig verehrten, uns viele Arme Seelen zu schenken. Etwas wollten wir gern dem lieben Jesus bringen, um Seine Krone zu verschönern, Sein liebendes Herz zu beglücken; denn je mehr Anbeter Er um Sich sieht, desto glücklicher ist Er. Ja, schenke mir all die versprochenen Armen Seelen, die im Maimonat gestorben oder schon länger im Fegefeuer sind, die aber noch zu leiden haben. Ich mache Dir keine Vorschriften mehr, Du weißt es besser, ich unterstelle meinen Willen Seinem göttlichen Willen. Diejenigen Seelen, die auf Erden Ihm nicht gedient, die Ihn verachtet und verspottet, dann aber aus Gnade und Barmherzigkeit zur Einsicht gekommen und noch gerettet sind, wenn Du sie nicht befreien kannst, auch wenn es Seelen sind von meinen allerliebsten Freunden und Bekannten, will ich meinen Willen unterwerfen dem göttlichen Willen.“

Der Bruder von Fräulein St. hat noch zu leiden, er hat noch schwarze Flecken. Die Schwester von Fräulein Sch. sehe ich auf einem blauen See, ist aber eine sehr schöne Jungfrau; sie ist wie im Paradies, so schön ist die Landschaft, so sehe ich sie. (Lange Aufopferung des kostbaren Blutes Jesu Christi.) Ich sehe die liebe Mutter Gottes hinaufsteigen, wie wenn Sie aus einem Abgrund geht. O nimm den Bruder von Fräulein St. mit. O wie wunderschön! Das Paradies, in dem ich die Seele schaute, ist der liebliche Maimonat. Der blaue See ist die Demut Mariens. Um Ihrer Demut willen werden sie befreit und wird all der Stolz hinweggenommen, womit die Seele Gott gedient, nachlässig gedient. O jetzt steigen sie auf. Diese schönen Treppen, die ich geschaut, sind der schöne Übergang von dem Maimonat zum Monat des heiligsten Herzens Jesu, meines geliebten Bräutigams. O so zieht denn hin, vergeßt uns nicht. O noch so viele kommen mit Kränzen auf dem Kopf; das sind Kinder, Jungfrauen mit rosaroten und weißen Rosen. Das ist die Unschuld, die Reinheit und die Liebe.

„Schenke uns N.N., die armen Mädchen aus dem Hospital.“

Die sind dabei, die tragen die Kronen aus Liebe zu Jesus. Alle sind nicht dabei, aber ein guter Teil.

„Schenke uns auch die verstorbenen Schwestern dieser Klöster.“

Jesus: „Es sterben auch Ordensleute, die noch recht an der Welt hängen, die dann auch längere Zeit zu büßen haben, wie die Weltkinder. Die Frau, die dir wegen ihrer Eltern geschrieben hat, die sollen noch beten, noch hie und da eine heilige Messe lesen lassen und selbst recht fleißig in die heilige Messe gehen; das ist das Allerwichtigste. Eine Mutter, die Tag für Tag sich neue Kraft schöpft im heiligen Meßopfer, deren Kinder gehen nicht verloren.“

Barbara: „Ist denn der Bruder von Fräulein N. gerettet, der eine gemischte Ehe eingegangen ist?“

Jesus: „Ja, um des Gebetes seiner frommen Schwester willen und durch das Leiden, das sie an sich hat, weil ihr das Augenlicht genommen ist, muß sie sühnen für die Familie, weil sie sich dem wahren Licht abgewendet und sich mit Irrlichtern besudelt, durch Irrlichter hat verleiten lassen. Dieses muß die Schwester durch ihre Blindheit sühnen. Seht, Meine Kinder, man begreift nicht, warum Ich manchmal Leiden in eine Familie sende, außergewöhnliche Leiden. Dadurch muß eines der Glieder der Familie gerettet werden. Du hast auch nicht begriffen, nicht wahr, Meine gute Liese, als deine Mutter verarmte, obwohl sie doch so eine wahre brave Christin war und obwohl ihr alle gut und wohlerzogene Kinder gewesen. Denn Ich wußte schon im voraus, weil Ich alles weiß, daß eines ihrer Kinder sich dem Lichte entziehe würde. Dadurch, daß er sich in eine gemischte Ehe begab, entzog er sich das Licht des Glaubens in seinen Kindern. Dafür mußte Ich euch alles entziehen, und durch diesen zeitlichen Schaden wurde die Seele dieses Bruders noch gerettet, am Rande des Grabes.

Aber es liegt immer noch ein dunkler Schatten auf dieser Familie; denn solange ein Mitglied lebt, solange wird derjenige, der die Anleitung dazu gab, die Rückwirkung fühlen. Siehe, dein Bruder ist zwar gestiegen in ein höheres Licht, in eine bessere Seligkeit nicht, in ein Licht. Er ist aber noch nicht in der Anschauung, in der Glorie, und kann nicht dahin kommen, solange eines seiner Kinder noch lebt, weil er schuld ist, daß seinen Kindern das Licht des rechten Glaubens fehlt. Er floh dich, als du ihn im Traume sahest, weil er sich schämt vor dir. Der Ort, den du dort geschaut, ist die Verbannung, in der er sich befindet, wo er Meines Angesichtes beraubt ist. Es gibt verschiedene Orte der Qualen im Reinigungsort, von wo aus eine Seele durch das Gebet und das Opfer ihrer Angehörigen kann befreit und versetzt werden an einen besseren Ort. Aber noch gar lange nicht ist dieses die glückselige Ewigkeit, die für die Seele bestimmt ist. Sie haben nur weniger Leiden und mehr Trost, das Gebet der Kirche dringt besser hin und tröstet sie, und das Opfer und Sühnungsleiden, die dargebracht werden von ihren Angehörigen, trösten diese Seele. Du verstehst manchmal nicht alles, wenn du so Seelen siehst, wie sie ausziehen, wie sie aus einer Grube heraufsteigen. Deswegen sind sie aber nicht alle in die höheren Räume des Himmel versetzt, sie sind nur in einen besseren Ort versetzt, der aber noch zu dem Weltall gehört; denn der Ort der Reinigung ist ein Ort, der nur geschaffen ist zu dem Weltall und verschwindet mit dem Verschwinden des Weltalls. Deswegen ist er auch in der Welt, und die Seelen sind nur unsichtbar, ihr könnt sie nicht sehen.

Aber mitunter leiden die Seelen an eben dem Ort, wo sie sich versündigt, in ihrer eigenen Wohnung oder ihrer Gemarkung, in ihrer Heimat, wo sie gelebt. Sie schauen, was ihre Angehörigen tun, sehen es mit an, freuen sich, wenn sie Gutes tun, auch wenn sie nicht daran denken, daß es für sie getan wird, daß sie es ihnen aufopfern. Sie freuen sich doch, weil sie Gott als das höchste Gut über alles lieben; denn die Seelen des Reinigungsortes sind heilige Seelen. Sie hängen nicht mehr an dem Staub und Kot dieser Erde, sie sind enthoben all der Kleinigkeiten, an denen die Seele auf dieser Erde hängt.

Darum ist ihr Schmerz ein unendlich großer, wenn sie sehen, daß von ihren Angehörigen Gott beleidigt wird, den sie so sehr lieben, und groß ist der Schmerz, weil sie so sehen, wie groß die unendlich erhabene Majestät ist, der die Beleidigung zugefügt wurde. So freuen sie sich, wenn ihre Angehörigen auf dem rechten Weg Gott dienen, und sie nehmen teil an der Freude, die Gott erwiesen wird durch Menschen in der Welt. Darum, Meine Kinder, werdet nicht müde. Immer und immer werdet ihr wieder Neues erfahren, aus dem alten Schatz werde Ich euch immer noch Neues hervorbringen, das ihr bis jetzt noch nicht begriffen und verstanden habt.“

Lieschen: „O liebe Mutter, soll ich die Kinder taufen lassen?“

Maria: „Du mußt den Mann bearbeiten, du mußt an den Mann gehen und mußt ihn an unsere heilige katholische Kirche erinnern, deren Mitglied er ist, und ihm offen und frei sagen, wie es sich mit deinem Bruder verhält, und was du schon getan, und ihm sagen, daß ihm dasselbe bevorsteht. Wenn er noch einen Funken Glauben habe, möge er sich wohl besinnen, diesen Stein auf sich zu wälzen, der ihn in der Ewigkeit schwer belasten und drücken wird. Solange ein Tropfen Blut von ihm noch die Adern seiner Nachkommen durchströmt, kann er nicht berufen werden, wenn er auch die Gnade erlangt, daß er nicht verlorengeht auf ewig; aber diese Strafe ist eine unendlich schwere und harte. Dies sollte doch überlegt werden. Sprich doch offen und frei mit ihm; erinnere ihn an die Armseligkeit dieser Welt, wie kurz die Zeit ist, wie die Tage schwinden und wie niemand helfen kann als allein Gott.

Frage ihn, warum er sich fürchte vor den Protestanten, die weit unter ihm stehen, er soll sich schämen als Katholik. Nimm deine Freundin Luise mit. Geht an einem Tag hin, wo du weißt, daß er zu Hause ist, und schämt euch nicht. Sprecht offen und frei, und geht hinweg und schüttelt den Staub von euren Füßen. Aber tut es! Seht, was Satan tut, um die Seelen zu würgen. Darum tut ihr auch alles, um die Seelen von diesen Klauen freizubringen.“

Inhaltsverzeichnis Band 3

294 Herz-Jesu-Fest am zweiten Freitag im Juni 1899

„Dann leset die Bulle, die Mein Stellvertreter (Leo XIII.) an euch alle ergehen ließ, und ihr werdet in kurzen Zügen zusammengefaßt finden, was Ich hier schon jahrelang gesprochen habe.“

Lied: Singet laut in schönen Weisen ...

Barbara: „Mein Jesus! O Du Bräutigam meiner Seele! Ich bete Dich an aus dem Abgrund meines Nichts und danke Dir für alle Gnaden, die Du mir seit meinem Leben, besonders in den letzten zehn Jahren, erwiesen hast. O verzeihe mir armen, elenden Sünderin all die Vergehen meiner Jugend und die Sünden der letzten Zeit, besonders der letzten Woche, all die Nachlässigkeiten und Fehler, die ich wieder begangen. Im Namen aller Menschen bete ich Dich an in Vereinigung mit der heiligen Kirche, besonders Deinem Stellvertreter, Papst Leo XIII., mit allen Priestern der ganzen Welt, besonders mit dem Bischof von Mainz, und empfehle Dir alle Anliegen der Diözese und des Bischofs. Vielleicht ist es ihm auch ein Anliegen, wenn er meine Schriften liest. O mein Jesus! Vielleicht hat er doch auch manchmal Bedenken, daß er so darüber weggeht. Wenn es so ist, so bitte ich Dich um Nachsicht für ihn. Ich bitte für alle, die je gegen Dich waren, Du mögest ihnen verzeihen. Ich danke Dir, o Herr! Ist es auch vielleicht Dir manchmal ein Schmerz gewesen, daß ich so abstoßend behandelt worden bin, und wenn es einer geglaubt, so hat er sich doch gefürchtet nach außen hin, es zu zeigen.

O ich danke Dir für all die harten Behandlungen, die mir widerfahren, weil es mir doch gar großen Nutzen brachte. O ihr alle, die ihr das Glück habt zu wissen, wie gut Gott ist, o freut euch über die Verdemütigungen; denn seht, wie auf einer Leiter steigt man hinauf zum Herzen Gottes; nur sie sind es, die mich befähigt haben, in dieses Herz zu steigen. O wie glücklich ist hier meine Wohnung, und ihr alle, die ihr teilnehmt an den Verdemütigungen, ein Platz ist euch bereitet hier in diesem lieben, süßen Gottesherzen. O es ist groß und weit wie die ganze Welt. Für alle Menschen wäre Platz in diesem Herzen.“

Jesus: „Meine Kinder! Ich habe euch am heiligen Fronleichnamsfest, wo die Kirche Meinen Fronleichnam ehrt, Der am Kreuze hing, Der ins Grab gelegt wurde, Der aber nach drei Tagen siegreich aus demselben hervorging und Sich mit Seiner Seele wieder vereinigte, um wieder hinaufzusteigen zu Meinem und eurem Vater, um Besitz zu nehmen von der Herrlichkeit, die Ich um euretwegen verließ, und die Ich jetzt wieder im Triumph einnehmen wollte; an diesem Fest, das Meine Kinder Mir bereiteten, wollte Ich euch schon einführen und zeigen, wie beglückt Mein Herz ist, wie es Sich freut, weil es schon damals wußte, was auf dieses Fest folgen werde. Meine Kinder zogen aus, um Meinen Fronleichnam zu ehren, den Leib, den Meine Seele besaß.

Heute aber wird ein anderes Fest gefeiert, das Mich noch viel mehr freut und beglückt, ein neues Fest Meines Herzens. Ja, Meine Kirche tut recht, Mein Herz zu verehren. Und ihr alle, glücklich seid ihr, glücklich bist du, du neuer Sprößling Meines Herzens, du frische Blume Meines Herzens, du sollst aufsprossen, du bist noch eine Knospe. Aufbrechen soll sie und sich entfalten wie eine tausendblättrige Rose, du Meine kleine Dienerin! Darum freue dich an Meinem süßen Gottesherzen; denn Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu bringen, und was will Ich anders, als daß es brenne. Du sollst Mir aber noch recht viele herbeiführen, noch viele deinesgleichen, alle, alle sollen teilnehmen an dem Wohlgeruch, der ausströmt aus Meinem Herzen. Von der Quelle, die da sprudelt, sollen alle betaut, bewässert und benetzt werden, von dem Gnadenstrom, den Ich ausgießen will über die sündige Welt.

Seht, Meine Kinder, wie der Strom des Unglaubens, der Gottlosigkeit, der Sittenlosigkeit die ganze Welt überflutet, zu einer Sintflut macht, so soll dieser Sintflut entgegen ein Gnadenstrom fließen, und gerade in letzter Zeit, in dieser Zeit, in der ihr lebt, soll dieser Strom geöffnet werden, und wie der Unglaube dahinströmt über die ganze Welt und alles mit sich fortreißt, so soll dieser zweite Strom dahinströmen über die ganze Welt und alles mit sich fortreißen.

Wie Satan eifert und schürt, um alles zu umstricken und umgarnen, so soll und will Mein Herz eifern und umstricken alle, die sich da noch fangen lassen; auch wenn sie schon in dem Strom stehen bis zum Hals, bis zum Ersticken in dem Morast des Unglaubens, der Sittenlosigkeit, Ich will sie retten, Ich will sie herausziehen. Sie sollen bewässert und befeuchtet werden aus dem Strom, der da ausfließt aus Meinem süßen Gottesherzen. Und dadurch, daß Leo XIII., mit dem Ich gerade so spreche wie mit dir, Meine Kleine, dieses Rundschreiben an alle Bischöfe der ganzen katholischen Welt ergehen ließ und sich richtet an alle gläubigen Christen, ist dieser Strom geöffnet worden, und er wälzt sich dahin und reißt mit sich alle die guten, eifrigen Seelen. Sie stehen zusammen zu einem Bund, und was Ich euch schon jahrelang vorausgesagt, es ist plötzlich mit einem Mal in Erfüllung gegangen.

Seht, Meine Kinder! Kein Wort, das Ich mit euch besprochen, ist unerfüllt. In der Bulle, die Mein Stellvertreter eröffnete, ist in kurzem Inhalt alles mit einbegriffen, was Ich seit Jahren mit euch besprochen habe, euch klar und deutlich auseinandersetzte. Und wenn sich auch manchmal deine Sprache ausdehnt, und du etwas mit eingemischt, weil dein Geist mit Meinem Geist verbunden ist und hie und da etwas undeutlich ist, so ist und bleibt aber die Hauptsache immer dasselbe. Es ist die eine Sprache, die Ich rede in Meinem Diener, in dem Statthalter, der dort auf dem Stuhle Petri sitzt. Ein Band will Ich schlingen um die ganze Menschheit. Die Guten sollen zusammenstehen und einen Eifer entfalten, der da die gottlose Welt in Staunen setzen soll. Niemand darf sich fürchten und schämen wegen seiner Religion. Ja, die Spötter sollen und müssen verstummen ob des Eifers Meiner Kinder. Und wer sich nicht anschließen will, weil er Meine Gerichte fürchtet, so muß er sich anschließen, wenn er sieht, mit welcher Entschiedenheit, mit welcher heiligen Freude Meine guten Kinder all den Spott und die Verdemütigungen ertragen, die man ihnen allenthalben zufügt.

Darum merkt es euch, Meine Kinder, ihr alle, die Ich euch herbeiführe, und die ihr schöpfen sollt aus der Quelle, die da ausströmt, wie Ich es Meiner kleinen Dienerin zeigte am heiligen Fronleichnamsfest; ihr alle müßt Verdemütigungen annehmen, wenn auch nicht direkt suchen; denn das arme Menschenherz ist gar zu schwach. Wenn sie aber an euch herantreten, dann wißt, daß ihr diejenigen seid, die bestimmt sind, vielen voranzugehen. Und du, Meine Kleine, bist bestimmt, in den Kreisen zu wirken, die da in der Welt die besseren Stände genannt werden; das ist zwar ganz verkehrt, denn die Besseren sind nur die Guten und Frommen, auch wenn sie die Allerärmsten sind, die im Dachkämmerchen wohnen, diese soll man die Besseren nennen, auch wenn es in der Weltsprache so ist, daß man die Begüterten die Besseren nennt. In diesen Kreisen sollst du wirken.

Ich habe dich herbeigeführt, damit du teilnehmest an den Gnadenschätzen Meines lieben Gottesherzens, und weil Ich dich gefunden habe als eine treue Seele. Du hast ein gutes Herz, Mein Kind! O laß dich bearbeiten und beeinflussen. Gehe hin und wirke in den Kreisen, schäme dich nicht, da kannst du dich zeigen. Da werden Verdemütigungen an dich herantreten, da zeige, daß du eine starke Seele hast, daß du zu jenen gehörst, die in der Schrift genannt werden ‚das starke Weib‘, das in der einen Hand die Spindel dreht und mit der anderen starke Dinge verrichtet. Verstehst du Mich, Mein Kind?

In der einen Hand sollst du verrichten die Dinge, die Werke, die Ich dir aufgetragen. Du sollst emporbringen den Verein, den Ich dir übertrug, du sollst vorausgehen und keine Mühe scheuen, wenn es gilt zu schreiben, zu lesen, zu sprechen. Du sollst aber nicht nur die Spindel führen, du sollst auch mit der anderen Hand starke Dinge verrichten. Du sollst, wenn Ich Verdemütigungen an dich herantreten lasse, wenn du verspottet und verhöhnt wirst, denn das sind starke Dinge, wenn diese ein Weib verrichtet, dann gehörst du zu den Starken, die sich nicht verwirren lassen. Da gilt es nicht zu erschrecken, mutig das Haupt zu erheben und dich zu freuen, wie diese Meine drei Dienerinnen, die Ich Mir erwählte, denen es auch weh tut, wenn sie durch die Straßen gehen und sehen, wie man über sie lächelt, sonst wäre es ja auch kein Opfer mehr. Es muß auch dir weh tun, damit es ein Opfer ist, aber gehe ruhig weiter, denn dann freust du dich, wenn du ausharrst und ruhig weitergehst auf der Bahn, die Ich dir vorgezeichnet habe. So sollen es alle tun, auch die Damen, die gekommen sind von E. und N. und alle, die Ich herbeiführen werde, sie sollen sich gefaßt machen auf Verdemütigungen; denn Ich führe sie nicht herbei, um sie vor der Welt zu Ehren zu bringen. Nein, nein!

Vor der Welt müßt ihr verachtet und verspottet sein; denn dies ist der Weg, den Ich gewandelt und auf dem Ich in Meine Herrlichkeit eingegangen bin. Verachtet und verdemütigt müssen alle diejenigen sein, die in Meine Fußstapfen eintreten, mögen sie in der Welt oder im Kloster sein, mögen sie auf dem bischöflichen Stuhl sitzen oder auf dem Stuhl Petri, mag es sein ein Ordensmann, eine Ordensfrau oder der arme Laie, der arme Hausbursche, die arme Dienstmagd. Sie alle können teilnehmen an den Gnadenschätzen, die Ich ausströmen lasse hier aus dieser Quelle, in die Ich hineinleite Meine süßen Worte, die Worte, die ausströmen aus Meinem Mund. Ich will euch zeigen, Meine Kinder, da Ich doch gesagt, welche Freude Ich empfinde, so daß Ich dich an dieser Freude schon teilnehmen ließ am Fronleichnamsfest, die Meine Kinder Mir bereiteten in diesen Tagen.

Seht, lange hat es gedauert, bis die ganze Welt es annehmen will. Weißt du noch, Meine Kleine, es ist noch gar nicht so lange her, als ein alter, erfahrener, ergrauter Priester dir sagte, daß man da etwas Neues aufbringen wolle mit der Andacht zum Herzen Jesu, daß da nichts dahinter sei, daß das die Sprache der verzärtelten Menschheit sei, die da nur von Süßeleien träumen wollten? Erinnerst du dich noch, wie er sagte: ‚Wir glauben an einen Gott, damit ist alles eingeschlossen! Mit der Süßlichkeit, was ist denn damit? Alle, die da die Zeitschriften halten, die solche Süßelei bringen, möchte ich hinausschleudern‘. Erinnerst du noch diese Worte?

Selbst Meine Diener, die Priester, die Ich berufen habe, um die Andacht in erster Linie zu pflegen, haben sie nicht angenommen, auch wenn sie diese nach außen, weil es so befohlen wurde, geübt haben, waren sie im Herzen doch abgeneigt. Seht, dies alles hört jetzt auf, weil Mein Statthalter auf Erden die Andacht empfiehlt, erhebt und befördert. Er führte sie in der ganzen Welt ein und befahlt den Bischöfen der ganzen Welt, daß sie an alle Pfarrer ein Hirtenschreiben ergehen lassen, um die Gläubigen herbeizuführen zu Meinem lieben Gottesherzen.

Ja, in Wahrheit bin Ich dieses süße Gottesherz, das man damals noch zu einer Süßlichkeit machte. Süßigkeit und Trost sollen alle empfinden, die dieses Herz verehren und anbeten. Jener Herr, der dieses zu dir sagte, hat diesen glorreichen Tag, diesen Triumphtag, nicht erlebt. Er ist eingegangen, und hätte er es geglaubt und befördert, statt dich abzuhalten und dir die Schrift (Sendbote des Heiligsten Herzens Jesu) zu verbieten, er hätte eine größere Glorie erlangt. Dieses sage Ich allen den Priestern, die so speien und schimpfen auf das, was Ich hier rede. Sie alle würden eine weit größere Glorie erreichen, wenn sie glauben, was in diesen Schriften niedergelegt ist; denn der Geist, Der da ausströmt, ist der Geist Meines süßen Gottesherzens. Es ist die dritte Person in der Gottheit, die dieser Seele mitgeteilt ist, und sie alle schaden sich und schaden ihren Untergebenen, denn wenn ihr jetzt noch nicht glaubt, dann leset die Bulle, die Mein Stellvertreter an euch alle ergehen ließ, und ihr werdet in kurzen Zügen zusammengefaßt finden, was Ich hier schon jahrelang gesprochen habe.

Ihr aber, Meine Kinder, du und Lieschen, tut, was ihr euch beide vorgenommen habt, auch wenn keines von euch noch recht weiß, was das andere tun soll. Tut es, Meine Kinder! Schämt euch nicht, besonders du, Meine Kleine Barbara, fürchte nichts, ob es Mir recht oder unrecht sei. Es gefällt Mir, wenn du es tust, gerade, weil deine Natur sich so dagegen sträubt. Tut es nur, Ich werde euch beide erhalten (barfuß sich an der Wallfahrt zu den Vierzehn Nothelfern, eineinviertel Stunde von hier weg, zu beteiligen). Überhaupt verlange Ich von euch ein uneingeschränktes Wesen über alles, was Ich in euch niederlege, uneingeschränkt sollt ihr alles befolgen. Ihr dürft euch keine Schranken setzen, denn Ich verlange nicht zu viel. Was Ich verlange, könnt ihr tun, denn ihr sollt der Welt ein Vorbild werden, den Spott und Hohn der Welt nicht scheuen, und wenn es diejenigen wären, die Ich euch zu Vorgesetzten gegeben habe.“

Luise: „O Herr! Wenn Du willst, so will ich auch gern mitgehen.“

Jesus: „Aber nicht wie diese zwei. Dieses verlange Ich von diesen zweien. Du sollst mitgehen, sie begleiten – aber nicht barfuß, nein, du bist noch nicht stark genug –, damit die Welt euch sagt: ‚Seht, diese Narren!‘, wie man auch Meinem Diener Franziskus sagte. Seht, Heilige will Ich bilden, Heilige in diesem Jahrhundert, Menschen, die starke Dinge verrichten, die sich nicht schämen.“

Barbara: „O Herr! Soll ich denn auch von unserem Haus so gehen? Sieh, das ist noch ein großer Haken und die Meinigen sind nicht so stark am Ende.“

Jesus: „Gehe zu Lieschen oder zu Luise, deinen Freundinnen. Ich will den Kleinen nicht zu viel aufladen, um der Kleinen willen mußt du Rücksicht nehmen. Verstehst du Mich? Die Kleinen, das sind all diejenigen, die noch zu kleinlich sind, um so Großes zu erfassen, die da rückwärts gingen, wenn Ich mit solcher Sprache kam. Ihr habt schon ziemlich Kieselsteine regnen lassen, denn wenn man von der Kanzel herab eine Seele beschimpft, dann vergeht vielen der Mut. Merk es dir auch du, Meine Kleine, du gehörst noch eher zu den Kleinen, du sollst aber groß werden, du sollst noch die Schuhe ausziehen, du hast schon vieles abgelegt. Verstehst du Mich?

Du willst noch nicht die Verdemütigungen auf dich nehmen, du willst dich noch schämen, wenn man sagt: ‚Diese gehört zu den Frommen.‘ Das mußt du Mir noch bringen. Doch bin Ich schon zufrieden, du hast schon viel Opfer gebracht, und es freut Mich immer, wenn der erste Freitag kommt; denn du bist das Werkzeug, durch das Ich die Sache durchführte. Schon lange hatte Ich es Meiner Dienerin aufgetragen, und es kam nicht zustande, weil keiner Meiner Diener sich dazu herbeiließ. Als Ich aber dich herbeibrachte, als Ich dich herbeizog, da du Mir mit deinem guten Willen die nötigen Opfer brachtest, kam die Sache sogleich in Gang und der Verein zustande. Ich werde es dir zu belohnen wissen. Ich gab dir den Entschluß, die Anregung, daß du dich anschlossest an Meine Dienerin, und von Ewigkeit habe Ich dich erwählt, um diesen Gebetsgeist zu erwecken unter dem Volk hier in Mainz. O wie tut es so not dieser Zeit.

Seht, wie der Segen hineinströmt in alle die Familien, die sich da beteiligen; denn obwohl man sagt, es wären Andachten genug hier, tut man aber gar nie zu viel. Immer etwas Neues will das Volk, immer eine neue Anregung, wie Ich ja auch erfinderisch sein muß in Meiner Liebe, um immer von neuem anzulocken das Volk. Ich muß Mich abmühen und absinnen gleichsam, wie Ich wieder etwas herbeibringen kann, um Mein Volk zu wecken, weil es immer Neuigkeiten hören und wissen will. Ja, wie Mein Diener sagte, es sei nur Neuigkeitshascherei der Frommen, so wie sie die Neuigkeiten des Tages suchen und hören, so auch die der Frömmigkeit, der Tagesfrömmigkeit. Ja, ja, da hat Mein Diener recht gesprochen, es ist in Wirklichkeit so; die Menschheit seufzt nach Neuigkeiten, so auch nach neuer Frömmigkeit, und dieses Suchen nach Neuigkeit muß man ausnützen, um das Volk herbeizuführen. Wenn es auch eine Neuigkeit ist, so ist es doch eine fromme und gibt eine gute Anregung. Ich tadle niemand, der etwas Neues aufbringt, um das Volk zum Guten anzuregen. Es stimmt immer mit der alten Lehre überein und bleibt immer in demselben Rahmen, wie Ich gesagt, als Ich auf Erden lebte, daß der Hausvater unter dem Schatz, den er auffand in seinem Acker, immer wieder etwas Neues hervorbringe, aus dem alten immer wieder etwas Neues. Damit ist gemeint das Evangelium, daß aus dem alten Evangelium immer wieder Neues hervorzubringen sei und hervorgebracht wird bis zum Ende der Welt. Denn wie die Zeit voranschreitet, so schreiten die Menschen voran, und siehe, so muß auch die Andachtsübung voranschreiten, denn wißt, je mehr das Menschengeschlecht dem Weltuntergang entgegengeht, desto schwächer wird es in allen Beziehungen.

Es nimmt ab in seiner Kraft in allen Fasern. Da muß es nun allerlei Anregungen geben, andere Regeln müssen aufgebracht und aufgestellt werden. Zum Beispiel die Kraft, die die Menschen hatten im Mittelalter, haben sie jetzt nicht mehr, und selbst die besten unter Meinen Kindern, die hinausziehen, die Heiden zu bekehren, die Gut und Blut aufopfern für den Glauben, für Meine Liebe, haben doch die Kraft nicht mehr, wie sie hatten in den ersten Zeiten und im Mittelalter. Sie müssen essen und trinken und schlafen, sonst reiben sie sich vor der Zeit auf und können Meine Befehle nicht ausführen. Darum habe Ich ganz andere Maßregeln getroffen, weil in jetziger Zeit die Menschheit gar zu krank ist. In religiösen Dingen bin Ich schon zufrieden mit den Werken, die Meine Kinder üben, wenn es nur hie und da ein Werk der Gottesliebe, der Nächstenliebe, ein außergewöhnliches Bußwerk ist.

Sie sollen sich nicht aufreiben bei Wasser und Brot, wie dies Meine Diener früher taten; aber die Bußwerke, die Ich hie und da von denjenigen verlange, die zu Meinen Auserwählten gehören wollen und sollen, die können und sollen sie üben, damit andere sehen, was Ich von Meinen Auserwählten verlange. Alle aber, die sich anschließen an den Liebesbund, sollen das befolgen, was Ich angegeben habe. Das können und müssen sie tun, sonst gehören sie nicht zu den liebsten Kindern Meines Herzens; denn darin ist alles so leicht gemacht, daß kein Christ, mag er stehen, wo er will, es nicht befolgen könne.“

Barbara: „O Herr, darf N. ihre Freundinnen besuchen?“

Jesus: „Du kannst sie besuchen mit dem Vorsatz, sie auf bessere Gesinnung zu bringen. Das ist es ja, was Ich dir sagte von Anfang an, weswegen Ich dich erweckt habe und erwählt habe, daß du unter besseren Kreisen wirken sollst. Du sollst aber, wie Ich dir angab, mit der einen Hand die Spindel drehen, das heißt, das gesellschaftliche Leben üben, in der anderen Hand aber starke Dinge vollbringen, frei und offen deinen Glauben bekennen, zeigen, daß du eine andere geworden bist und nicht teilnehmen willst an den Vergnügungen, die sie dir anbieten. Nein, nein, Meine Tochter! Ein ehrbares Vergnügen sei dir gestattet, aber nicht, wie es die Welt bietet.“

Barbara: „Darf sie denn, o Herr, eine Erholungsreise machen?“

Jesus: „Geh nur, Meine Tochter, denn du bist in diesem Jahr schon kräftiger geworden als voriges Jahr, im geistigen Leben. Voriges Jahr war es für dich nicht gut, es wäre sehr nachteilig für dich gewesen, aber Versuchungen wirst du genug haben. Sei stark, Meine Tochter, und komme zurück, wie du gegangen bist.

Du, N. (Schwester von Barbara), sollst die Stelle Meiner Dienerin vertreten. Ich habe von ihr eine Verdemütigung verlangt, und die Familie braucht Stütze und Hilfe. Du sollst ihre Stelle ausfüllen am Sonntag, weil Ich bestimmt habe, einen Wallfahrtsgang zu machen, und mit großer Verdemütigung zu machen.“

Barbara: „O Herr! Soll ich denn fragen im Beichtstuhl, weil doch ein außergewöhnliches Bußwerk, mit Gehorsam verbunden, besser ist? Er wird es mir aber nicht erlauben.“

Jesus: „Du kannst fragen, Ich habe nichts dagegen, mach dich aber schon gefaßt auf eine Verdemütigung im Beichtstuhl.“

Barbara: „O Herr! Soll ich N. einen Vormund setzen lassen?“

Jesus: „Laß es gehen, kümmere dich nicht um unnötige Dinge. Laß sie kommen, wie sie kommen.“

Barbara: „O Herr! Bist Du denn mit Schwester N. zufrieden?“

Jesus: „Siehe, Ich habe ihnen ja gezeigt, daß sie schwimmen in den Wonnen Meines lieben Gottesherzens. Sie sollen sich doch nicht beeinflussen lassen. Alle Beängstigungen, alle Engherzigkeit kommt nicht von Mir, ist nicht Wirkung Meines Geistes; sie sollen alle ihr Herz erweitern und sich freuen wie Mein Diener. Ich bin zufrieden mit allen Menschen, die guten Willens sind. Auch bei dir, Meine Kleine, und bei euch allen schaue Ich nur auf den guten Willen. Deswegen, wenn ihr euch hie und da mal verfehlt, und ihr vergeßt euch, seht, wie Ich da wieder zufrieden bin, wenn ihr nur zu Mir kommt und Abbitte leistet.

Wenn ihr etwas miteinander beratet, dann müßt ihr nicht glauben, daß Ich unzufrieden bin, aber ihr müßt dabei bleiben, was ihr unter euch miteinander redet, das ist wie ein Ratschluß, den ihr miteinander beratet. Ihr sollt, wie Ich gesagt am Anfang, am Fronleichnamsfest vor vier Jahren, alles miteinander gemeinschaftlich haben; all euer Wissen soll ein Wissen sein. Hierin sollt ihr uns ähnlich werden, daß ihr, obwohl drei Personen, eins sein müßt in Gedanken, Wollen und Wünschen. Eure Gedanken sollen ein Gedanke sein. Ihr alle drei müßt wünschen und verlangen, daß Mein Herz erkannt, geliebt und verehrt werde in der ganzen Welt, und darauf hin muß all euer Sinnen und Trachten gerichtet sein. Wenn euch nun Böses gesagt wird von einem Meiner Diener oder von irgend jemand, da dürft ihr euch darüber besprechen, aber nur, um diesen Fehler zu sühnen, damit ihr Sühne und Abbitte leistet, und dann für die Betreffenden beten könnt. Darum verzeihe Ich alle Fehler, die ihr in dieser Beziehung gemacht, aber mit anderen darüber zu reden ist und bleibt euch untersagt.“

Barbara: „O Herr! Ich empfehle Dir besonders N. und N.“

Jesus: „Sie alle sind ja eingeschlossen in Meinem lieben Gottesherzen. Deine Rosa ist bestimmt, alle ihre Kinder für Mich zu erziehen, und wie Ich ihren Mann gewonnen, wie sie ihren Mann gewonnen vielmehr, so soll und muß sie auch ihre Schwiegereltern gewinnen und die Geschwister. Diese Erdscholle, um das sich alles dreht und wendet, ist und bleibt vergänglich, sie soll und braucht nichts zu fürchten. Für was fürchten? Ruhig soll sie stehen und auch ihr Mann, der sich da so grämt um so nichtige Dinge. Nur noch ein paar Jährchen, und alles ist vorüber, und das Haus gehört ja ihm. Für was sich grämen? Deine liebe Schwester Karoline macht Mir große Freude und alle deine Geschwister, wie ihr alle, die ihr euch anschließt, gehört ja zu den liebsten Kindern Meines Herzens, aber das Kreuz kann Ich nicht hinwegnehmen, aus keiner Familie.

Ja, alle, die da kommen, sie wollen vom Kreuze befreit sein. Ja seht, bin Ich denn vom Himmel herabgestiegen, um auf Rosen zu wandeln? Bin Ich etwa in das Paradies hineingestiegen? Habe Ich etwa das Paradies erst wieder erschaffen, um in dem Paradies zu wandeln? Nein, nein, Meine Kinder! Meine Fußstapfen waren blutige Fußstapfen. Blut und Schweiß bedeckten alle Pfade Meines Lebens. Als Ich Mein öffentliches Leben begann, da gönnte Ich Mir kaum einige Stunden Schlaf, und als Ich schlief, da wachte Mein Herz, dessen Pulsschläge ihr hören sollt, wenn ihr Mich lieben wollt. Dieses Herz sagte Mir: Steh auf, laufe, laufe, um Seelen zu retten, laufe, laufe, um Seelen Meinem Vater zuzuführen, und Ich stand auf in früher Morgendämmerung und durchlief die Städte und Orte Palästinas, und Ich wäre die ganze Welt durchlaufen, wenn Ich nicht diesen schwachen Leib mit Mir herumgetragen hätte; denn Ich war ein Mensch wie ihr, aber Gottmensch, und mußte darum wandeln, wie alle Menschen gehen, aber Ich lief, soweit Ich wandeln konnte, um Seelen zu retten. Und wie schmerzlich war Mein letzter Gang! Nicht nur, daß Ich zermalmt wurde wie ein Wurm an der Geißelsäule, die Dornenkrone auf Meinem Haupte, mußte Ich noch auf Meinem Rücken dieses schwere Kreuz halten und tragen, das Mir Mein Fleisch zerquetschte und die Wunde bis auf den Knochen Mir drückte.

Und ihr wollt vom Kreuze befreit sein? Warum schleppte Ich das Kreuz hinauf und wollte am Kreuze sterben? Um euch allen ein Vorbild zu werden und zu zeigen, wie groß der Lohn ist, dem ihr entgegengeht. Um euch zu zeigen, daß Ich, euer Bruder, keinen anderen Weg wandeln wollte als den Kreuzweg, daß ihr dereinst mit Mir durch die ganze Ewigkeit herrschen sollt, ewig triumphieren mit Mir, ewig jubilieren mit Mir, ewig herrschen und im Entzücken euch freuen von Ewigkeit zu Ewigkeit. Seht, Meine Kinder, ist es da zuviel verlangt, wenn Ich euch allen, die Ich hineingestellt in dieses Leben, den Kreuzweg vorgezeichnet? Sage deinen guten Schwestern und allen, die die Schriften lesen, der Weg, den sie gehen, die Haushaltung, die Familie, in die Ich sie hineingestellt, sei der Weg, den Ich ihnen vorgezeichnet, sei die Stelle, an die Ich sie gestellt, und nicht sollen sie weichen und nicht sich grämen.

Alles, was vorkommt, alle die Kreuze, die da von irgendeiner Person ihnen bereitet werden, sind die Leiden, die Ich wünsche, daß sie sie tragen, und womit sie sich die ewige Herrlichkeit verdienen sollen. Die eine hat die Last mit ihren Kindern, die andere hat die Last mit anderen Personen; und ihr, die Ich euch bestimmt habe, Mir als Jungfrauen in der Welt zu dienen, ihr habt eure Leiden, verschiedene Leiden. O wie sind es so kleine Kreuzchen, die Ich auf eure Schultern gelegt! O wenn ihr einmal in der Ewigkeit mit Mir herrscht und triumphiert, und ihr schaut zurück auf eure Leiden, wie lächerlich kommt es euch vor, daß ihr manchmal geseufzt unter der Last eurer Leiden. Dann werdet ihr erst sehen, wie klein das Leiden war.

Denn seht, Meine Bräute haben alle einen leichten Weg, wenn es auch hie und da eine Verdemütigung kostet, wenn sie auch hie und da zurückgesetzt sind von anderen Menschen, wenn es heißt: ‚Diese alte Jungfer‘, oder in dem Kloster, wenn man manchmal sich gegenseitig feindselig begegnet, seht, Meine Kinder, sind das nicht lauter Kleinigkeiten?

Darum sage deiner Schwester einen herzlichen Gruß von Mir, sie möge alles als Kleinigkeit ansehen, was sie manchmal grämt, und daß Ich mit ihr zufrieden bin, und daß Ich ihr diesen Stand angewiesen, und weil Ich weiß, wie viel Gutes sie wirkt in ihrem Stand als Oberin, wie viele Seelen sie schon zurückgeführt hat in Meine Arme, und weil sie doch weiß, daß Krankenpflege und überhaupt die Pflege älterer Personen zu den Werken der Barmherzigkeit gehört, die Ich ja schon in den acht Seligkeiten gepriesen, was braucht sie denn da noch neue Ermunterung Meinerseits? Ein liebes Wörtchen verlangen alle Menschen, und Ich gebe es allen Menschen, die da glauben. Siehe, Meine Tochter, es ist doch ein wenig Stolz dabei, wenn man sagt, man wolle ein liebes Wörtchen. Man muß da so zufrieden sein, wenn man im allgemeinen mit gemeint ist. O Ich habe zu tadeln an allen Menschen. Aber seht, sie sind ja Adamsgeschöpfe, Evaskinder. Adam, der Schwachkopf, Eva, die stolze Eva, sie will Gott gleich sein, die stolze, sinnliche Eva. Aber seht, das Paradies soll erneuert werden, das Paradies, aus dem Ich den Menschen hinausstieß, weil er Mich verachtet, Meine Gebote von sich stieß. Es soll aber erneuert werden, und es ist erneuert worden.

Als Ich hinaufstieg an das Kreuz und Meine Kirche geboren war, da wurde das Paradies erneuert auf Erden, und in diesem Paradies wohnen alle diejenigen, die in Meiner heiligen katholischen Kirche sich befinden und die Meine Wege wandeln, den Kreuzweg wandeln; die ihn aber wandeln in vollem Bewußtsein, die wissen, daß sie Meine Wege gehen. Versteht ihr Mich, Meine Kinder? Verstehst du Mich? Du bist bestimmt, viele nachzuziehen, viele zu lehren, wie das Paradies auf Erden aufzurichten ist. Das Paradies auf Erden gehen nur die Kreuzträger und haben nur die Kreuzträger, diese, weil sie wissen, daß sie auf Meinem Weg wandeln, die diesen Gang hindurch zu dem überirdischen Paradies gelangen, Meine Wege gehen und darum auch wissen, daß sie im Paradies sind; denn sie achten das Kreuz nicht anders, als daß der Kreuzweg der Weg zum Siege ist, der Weg zum Himmel.

Freut euch, Meine Kinder, denn ihr steht an der Wende eines glückseligeren Jahrhunderts. Viele werden sich euch anschließen, und der Damm ist im Entstehen. Dadurch, daß Papst Leo XIII. Hand anlegt und allen seinen Kindern die Bulle in die Hand gibt, ist das Band geschlungen um die ganze katholische Welt. Sie alle, die da teilnehmen an Meinem Tisch, die hineilen zu Meinem Tisch, sie alle sind Mitglieder des Liebesbundes, wenn auch jetzt noch unbewußt. Wenn ihr einmal eingegangen sein werdet und die Schriften allenthalben gelesen werden, dann ist der Liebesbund in der ganzen Welt begründet, sowohl unter den Ordensleuten wie in der Welt. Alle werden einstehen in den Liebesbund, und es wird ein Schafstall und eine Herde sein, und die ganze Welt wird schauen auf den Thron, auf welchem Petrus sitzt, das heißt, auf den Papst, den Statthalter, der auf dem Stuhl Petri in Rom sitzt. Und man wird sich verwundert fragen: ‚Wer ist denn die, die da heraufsteigt aus der Wüste, schön wie die Morgenröte, aufgehend wie die Sonne am Mittag?‘ Seht, das ist Meine heilige katholische Kirche! Schön wird sie aufsteigen wie die Morgenröte, und alle werden verwundert an ihr hinaufschauen und sie bewundern ob ihrer Schönheit. Darum freut euch, Meine Kinder, die ihr jetzt das Kreuz tragt, die ihr am Wendepunkt steht, wo es aufwärtsgehen soll. Aber seht, der Weg ist noch steil und hart, es kostet noch vielen Schweiß und Tränen, bis die Spitze des Berges erreicht ist, von wo aus die ganze Welt Meine Kirche schauen und sehen soll. Auf den Berg soll sie gestellt werden, auf den heiligen Berg. Und nun lebt wohl, Meine Kinder! Kämpfet, ringet, weichet nicht!“

Barbara: „O liebe Mutter! Ich bitte Dich um ein kleines, liebes Wörtchen für die Armen Seelen im Fegefeuer, die alle so sehnlichst warten auf so hohe Feste. O erbarme Dich ihrer, und noch einmal rufe ich alle die frommen Gebete zurück, die in der ganzen katholischen Welt verrichtet worden, alle die Ablässe, die gewonnen worden sind in den letzten Wochen. O öffne Deine Hand und lasse den Segen hinüberströmen, gib uns doch alle die Seelen, die in letzter Zeit gestorben sind, die Dich verehrten und das göttliche Herz Jesu.“

Maria: „Meine Kinder! Wenn ihr Mir nachfolgen wollt, dann müßt ihr auch die Tugenden euch recht aneignen, die Ich geübt habe im Leben; das war aber in allererster Linie der Glaube. Der Glaube erzeugt alle Tugenden, die Demut treibt die Wurzel, aber der Glaube gebiert sie. Der Glaube ist die Mutter aller Tugenden. Aus ihm gehen sie hervor wie das Kind aus dem Mutterschoß; aber die Demut treibt die Wurzeln, daß sie hineinschlagen in den tiefen Abgrund, daß sie der größte Sturm nicht mehr entreißen kann aus den Herzen der Menschen. Darum, Meine Kinder, der Glaube war Mir zwar schon eingegossen mit der Vernunft, weil Ich bestimmt war, die Mutter des Messias zu werden. Ich beförderte aber auch diesen Glauben Mein ganzes Leben, indem Ich ihm alle Nahrung zuführte, die Ich nur konnte.

Jedes Wort, das Ich las in der Heiligen Schrift, jedes Wort, das Ich hörte aus dem Munde eines Menschen, mochte es auch der geringste Knecht oder Magd gewesen sein, das sich bezog auf den Sohn Gottes, Ich erwog es, Ich dachte darüber nach und nährte so den Glauben von Tag zu Tag. Und Meine tiefe Demut hatte keine Hinterhäkelchen, keine Zweifel. Ich ließ diesen Glauben hineinsenken bis ins innerste Mark Meines Herzens.

Als die Hirten kamen und sagten, daß sie eine Erscheinung gehabt hätten in der Luft und einen Gesang gehört, der ihnen schien, als sei es ein überirdischer Gesang und keine Geschöpfe gewesen, da überlegte Ich in Meinem Herzen und dachte: Ist dieses der Himmel, der da bezeugt, daß der Sohn Gottes auf die Welt gekommen, ist dieses das erste Wunder, das Mein göttliches Kind wirkt? Und Ich dachte darüber nach, wie doch die Menschen, wenn sie es alle gehört hätten, diesen Gesang und die Worte des Engels, wie sie alle herbeiströmen und Mein liebes Kind anbeten möchten. Sooft Ich diese Worte erwog, kam die Sehnsucht, als wollte Ich hinaustreten unter alle Menschen und sagen, daß dieses Mein Kind ein göttliches Kind sei, und daß es Sich bei Seiner Geburt so geäußert, als vom Himmel stammend. Aber die Demut sagte Mir, daß Ich schweigen solle, da es noch nicht Zeit sei, und daß, wenn Es eingegangen sei in Seine ewige Herrlichkeit, wenn Es wieder hinaufgestiegen, dann erst die Menschen es verstehen und es verkündigt werde.

Wißt ihr, was Ich sagen wollte: Seht, ihr seid bestimmt, viele, viele zu belehren, und es wandelt euch oft die Lust an und der Gedanke, als möchtet ihr alle Menschen herbeiführen und alle Menschen teilnehmen lassen an dem Glück und sagen, daß der Herr es sei, Der mit euch rede. Die Demut aber muß euch halten, daß ihr es nicht tut. Nein, nein, ihr dürft es nicht tun! Erst wenn ihr eingegangen seid in die Herrlichkeit, dann erst verstehen es die Menschen, was hier der Herr in euch wirkt; denn wenn die Menschen zu damaliger Zeit an die Krippe gekommen wären, die weltlichen, die sinnlichen Menschen, diese Welt, die nur Eitelkeit und Üppigkeit in sich aufgenommen, die einen Messias wähnten aus einem Palast, aus einem Stammschloß des Königs David, die hätten nie und niemals geglaubt, daß dieses Kind der Sohn Gottes sei, und man wäre hinausgegangen und hätte nur gespöttelt und gelächelt, manche vielleicht eine Zeitlang geglaubt, aber die Zweifel, die Satan über die Seele ausbreitet, hätten gewuchert, und alles hätte nichts genützt.

Darum erwog Ich die Worte in Meinem Herzen, aber Ich glaubte felsenfest, daß alles, jedes Wort seine große Bedeutung hätte für Meinen lieben Sohn und für das Reich Jesu Christi auf Erden. Lernt, Meine Kinder, lernt alles tief glauben, was sich bezieht auf die Lehre Jesu Christi, Meines Sohnes. Alles, was euch befördern könnte in der Liebe, das glaubet fest und unumwunden. Laßt euch von keinem Zweifel beherrschen, mag Satan kommen, mag die Welt kommen, laßt euch nie von einem Zweifel beirren, es ist und bleibt Mein Sohn. Aber nicht eher wird die Welt glauben, selbst diejenigen nicht, die der Herr um euch gestellt hat, bis ihr eingegangen seid in Seine Herrlichkeit. Darum soll die Demut euch halten, die Demut soll so tief in euch gewurzelt sein, daß ihr euer ganzes Leben in Verborgenheit leben wollt. Wollt ihr das, Meine Kinder?“

Barbara: „O ja, liebste Mutter, von Herzen gern.“

Maria: „Und jetzt tretet hin, wo Mein Sohn geehrt wird, das Herz des Sohnes Gottes, und wenn ihr heute mittag euch beteiligt an der Andacht in der Kirche, dann sagt von ganzem Herzen Meinem Sohn Dank, und erwägt die Worte, die Ich euch gesagt habe, überlegt sie, damit kein Zweifel in eure Herzen kommen kann, und singt recht aus tiefstem Herzensgrund ‚Großer Gott, wir loben Dich!‘ Damit ihr aber auch für all die Mühe einigermaßen entschädigt seid und um der Opfer willen, die Meine Kinder tun wollen, die sie sich vorgenommen haben, will Ich euch alle die Seelen schenken, die im Maimonat gestorben sind; nicht alle, aber die, die Mich verehrten als ihre Mutter, und die Mein Sohn ganz besonders liebt, weil sie Mich verehrten, denn es ist der Wille Meines Sohnes, daß Ich in jetziger Zeit von allen Menschen recht geehrt und geliebt werde.“

Und Sie steigt hinab in das Fegefeuer. Und ich sehe, wie Sie so beschäftigt ist, wie geht Sie dahin von einem Ort zum andern, wie eine besorgte Mutter. Es ist doch zu schön, wenn ich Dich so sehe, o Mutter, wenn Du so beschäftigt bist. O wenn es doch die Menschen begriffen! O nimm sie alle mit! O Jesu, durch Deinen Tod und Blut, erlöse die Armen Seelen aus der heißen Glut! O ewiger Vater! Ich opfere Dir auf das kostbare Blut Jesu Christi, die Tränen und Schmerzen der lieben Mutter Gottes und des heiligen Josefs und alles, was Dir heute im Himmel und auf Erden zu Deiner Ehre dargebracht wird, zum Troste für diese Armen Seelen. Eben ziehen sie ein, alle in weißen Kleidern ziehen sie dahin.

Barbara: „Ist der Bruder von K. aus Schippach auch dabei?“

Jesus: „Nein, die muß noch mehr büßen für ihn, er war ein Weltmensch, er war leichtsinnig und gleichgültig. Nur diejenigen, die Mir gedient, sind lauter Verehrer Mariens, die im Maimonat gestorben sind in der ganzen Welt.“

Barbara: „O mein Gott! Wie erhaben ist unsere Religion, wie groß und erhaben! Ja, man will nicht begreifen, daß Du so gut bist, und siehe, diese große Prozession, die da hinzieht, sind nur vom Monat Mai die eifrigsten, frommen Christen. Es sind aber auch welche dabei, eben kommen sie, die nicht so hell und glänzend sind.“

Jesus: „Das sind Andersgläubige. Jetzt sieh mal an, die sind dunkler, sind nicht so hell, kommen auch nicht an den Ort wie diese. Aber es gibt doch unter ihnen solche, die auch glauben, und die auch die Mutter Gottes verehren.“

Barbara: „Gelobt sei Jesus Christus!“ Darauf bat Barbara den lieben Heiland abermals für obigen Bruder von K. in der heiligen Kommunion. Sie sah ihn dann sitzen auf einem Meer ohne Grund; er kam auf einer Eisscholle dahergeschwommen und richtete seinen Blick nach dem Dörfchen, wo seine Schwester wohnt. Barbara fragte den Herrn, was das bedeuten solle.

Jesus: „Das Meer ist die Welt, der Zeitgeist; er ist mit dem Zeitgeist fortgeschwommen. Er war zwar ein Christ, aber ein kalter Christ, und seine Frau und Kinder beten nicht viel für ihn. Es ist alles kalt und gleichgültig, aber die Schwester hat schon viel für ihn getan, und deshalb schließt er sich ihr an, deswegen sieht er so nach seiner Schwester.“

Barbara: „O Herr, was soll die Schwester tun?“

Jesus: „Weil er so sündige Wege gegangen ist, so soll sie einige Wallfahrten gehen, und zwar im Geiste der Buße. Und für die Gleichgültigkeit, die er hatte, soll sie sich inniger anschließen an die heiligen Messen. Und für das, was er gefehlt durch unabgetötetes Leben, soll sie all die Hitze und Durst und Hunger aufopfern. Der Bauer braucht gar nicht mehr zu fasten, als er ohnehin tut, und bis das Jahr herum ist, will Ich ihn freigeben.“

Inhaltsverzeichnis Band 3

295 Fronleichnamsprozession in der Stadt

„Mach Mir Platz in deinem Herzen, denn es ist alles so kalt.“

Als die Prozession sich in der Pfarrkirche von Barbara aufstellte, sah sie eine unzählige Schar Engel, die alle über die Prozession hinweg vorauszogen zum Allerheiligsten, das vom Dom aus erst getragen wurde. Es zitterte die Luft, wie wenn die Sonne in Tautröpfchen hineinscheint. Die Schutzengel ihrer Pfarrangehörigen blieben jedoch bei ihren Schützlingen, die sich an der Prozession beteiligten. Barbara schaute dann in großer Herrlichkeit einen goldenen Tabernakel verschlossen mit dem Lamm. Um denselben herum waren der erste Chor der Engel und all die hohen Kirchenfürsten. Die Geheimnisse, die ein unendliches Licht verbarg, durfte sie aber nicht schauen. Danach folgte die liebe Mutter Gottes mit unabsehbaren Scharen von Jungfrauen. Dann kamen die verschiedenen Stände und ein Anführer voraus. Der heilige Josef führte die Männer an, die heilige Mutter Anna die Frauen. Dann kam noch eine gemischte Schar.

Jesus: „Dieses Fest verherrlicht Mich mehr als alle die Hauptfeste, die von Meinem Leben und Leiden gefeiert werden, weil das Fest ganz und gar aus dem Herzen Meiner Kinder herausgewachsen ist. Es ist ein Dankfest. Wohl habe Ich es angeregt durch eine fromme Jungfrau, aber wenn es Meine Diener nicht bestätigt hätten, hätte Ich es nicht aufgedrängt. Die Unordnung, das Durcheinander, das hie und da bei der Prozession stattfindet, sei ein Sinnbild, wie Ihm von den verschiedenen Konfessionen gehuldigt werde. Wenn sie nichts anderes wüßten, und hätten das höchste Ziel im Auge, so nähme Er auch ihren Gottesdienst an. Aber bei allem Durcheinander ist doch eine Harmonie, und die Andersgläubigen können der Gewalt nicht widerstehen.“

Bei der am Sonntag danach stattfindenden Prozession in der Vorstadt sagte der Herr zu Barbara:

Jesus: „Wage nicht aufzuschauen. Wenn du es fertigbringst, kannst du große Gnaden erlangen. Ihr müßt mehr durch Beispiele als durch Gebet die Welt belehren. Gerade weil die Fronleichnamsprozession dazu angeordnet ist, um der Welt Meine Macht und Herrlichkeit zu zeigen, darum sollt ihr euch daran beteiligen. Die Prozessionen in der Kirche und die Bittprozessionen sind nicht so wichtig wie die, welche zur Sühne eingesetzt sind, und deshalb habt ihr auch dabei nicht die großen Verdienste, weil Mir die Sühne nicht geleistet wird, weil niemand da ist, der ihrer spottet, weil lauter Gläubige in der Kirche sind. Aber wenn Ich auswärts getragen werde, und es so viele Spötter gibt, habe Ich Verherrlichung durch den Glauben von diesen Leuten, und ihr habt Verdienst, weil ihr euren Glauben offen und frei bekennt.

Danket Mir für die Gnade, die Ich ausgieße, weil hier so wenig daran gedacht wird. Mach Mir Platz in deinem Herzen, denn es ist alles so kalt. Es ist ja wahr, daß es Mir ein Zuwachs von Verherrlichung ist, daß dies Fest hier eingeführt ist; aber es ist gar zu traurig, denn nur einige Priester und Ordensfrauen, aber keine innerlichen Seelen sind hier, die tiefgläubig fest an Mich glauben. Alles ist ein Schlag: Die Reichen sind ganz versunken ins Geld, und die Armen sind Sozialdemokraten. Es wäre Mir sehr lieb, wenn da mehr getan würde; deshalb halte Ich so viel an um innerliche Seelen, die sich mit Mir hingeben, weil Ich in ihnen allein noch wirken kann.“

Als der Segen gegeben wurde, befahl der Herr Barbara, niederzuknien, wiewohl sie weit vom Allerheiligsten war und nichts sehen und hören konnte davon. Der Herr ließ Barbara den ganzen Tag Seine Nähe fühlen. Weil Lieschen das große Opfer gebracht, anstatt Barbara die Arbeit zu verrichten, ließ die liebe Mutter Gottes Lieschen sagen:

Maria: „Sage Lieschen einen herzlichen Gruß, und Ich danke ihr, daß sie das Opfer gebracht. Ich habe sie bearbeitet, weil Ich wußte, daß Mein Sohn verlangte, Sein Herz auszugießen in dich. Er wollte dir Seine Not klagen, und weil Ich dies wußte, habe Ich ihr keine Ruhe gelassen. Sage ihr, daß Mein Sohn es ihr doppelt lohne.“

In diesen Tagen sagte der Herr:

Jesus: „Um euch die Zweifel zu ersparen, will Ich, daß ihr bei keinem Priester mehr etwas sagt; denn vom Bischof ist ihnen aufgetragen, daß sie nichts annehmen dürfen; damit sind die Priester gedeckt. Darum will Ich euer Führer sein, und solange der Geist euch die Abtötung und Selbstverleugnung anrät, solange kann es kein unrechter Geist sein, und solange ihr Spott und Hohn erntet von den Menschen, ist nicht zu fürchten, daß ihr stolz werdet. Darum habt ihr nichts zu fürchten, Ich bin es. Weil alle Theologen und geistliche Lehrer es niedergeschrieben und eingeschärft haben, daß eine Seele alles offen sagen muß, und weil ihr das getan habt, so nutzen sie es aus, um euch Zweifel und Ängsten beizubringen. Das ist aber verkehrt, und deshalb will Ich, daß ihr nichts mehr sagt.“

Als Barbara den Beichtvater fragte, ob sie barfuß die Wallfahrt machen dürfe, sagte er, mit Schuhen ohne Sohlen, aber er wolle nichts Auffallendes.

Am folgenden Morgen fragte sie abermals den Herrn in der heiligen Kommunion, was sie machen solle. Er sagte, um dem Beichtvater zu gehorchen, solle sie in der Stadt und in dem Wallfahrtsort die Schuhe anziehen, in der Zwischenzeit aber barfuß gehen. Barbara fragte, ob denn Luise mitgehen solle, um Ihm Freude zu machen, gekleidet wie Lieschen und Barbara. Jesus sagte mit großer Entschiedenheit:

Jesus: „Ja, Ich verlange von ihr dieselben Demütigungen wie von euch zwei. Ein Büßer darf nicht stolz sein. Sie soll die demütige Tracht aufopfern für jene stolzen, frommen Damen, die so mit der Welt liebäugeln und der Kleiderpracht frönen.“

Als wir vor das Stadttor kamen, begegnete uns eine Bekannte, schlug die Hände über dem Kopf zusammen und rief lachend: „Sie haben sich aber einmal schön herausgeputzt!“ Viele wagten aber nichts zu sagen, sahen uns aber mit Staunen an. Eine vornehme Dame sagte: „Ich habe schon Tränen vergossen, so hat es mich erschüttert.“ Andere stießen sich an und machten einander darauf aufmerksam. Als die Haushaltshilfe von Luise es hörte, sagte sie: „Wenn das Fräulein so fortfährt, kommt die ganz gewiß noch ins Narrenhaus.“

Während des Hochamtes am Wallfahrtsort sah Barbara den lieben Heiland so schön und in solcher Majestät wie noch nie, daß sie sich fürchtete. Bei der heiligen Wandlung kam aus der Seitenwunde ein Strahl, der sich bildete rund wie eine Monstranz. Daraus gingen sehr viele Strahlen nach allen Richtungen hin. Der liebe Heiland nahm uns drei und zog uns in Sein Herz hinein. Dann kamen die heiligen Vierzehn Nothelfer auf einer Lichtstraße daher und scharten sich um Jesus. Darauf versetzte Jesus Barbara wieder auf die Welt zurück, die ganz umgestaltet war. Alles prangte in lieblichem Frühlingsgrün. Der Herr sagte, das bedeute das Emporblühen der Kirche. Auch sämtliche Lichter sah Barbara auf ganz andere Art. Jedes bildete ein großes Herz mit einem grünen Kranz rund herum. Der Herr sagte, das bedeute, daß in der Kirche jetzt viele Heilige lebten und noch viele mehr dazu kämen.

Inhaltsverzeichnis Band 3

296 Dritter Freitag im Juni 1899

„Habe Ich nicht den Armen wie den Reichen erschaffen und ist nicht der Arme mein Liebling ebenso wie der Reiche, der Mir mit freudigem Herzen dient?“

Lied: Selig sind, die arm im Geiste ...

Barbara: „Gelobt sei Jesus Christus!“

Jesus: „Recht so, Meine Kinder! Seht, wie Meine Jünger und Meine Apostel sich vereinigten und mit Meiner heiligen Mutter einschlossen, um auf die Ankunft des Heiligen Geistes zu warten; wie sie es aus freien Stücken taten, weil es kein Gebot war; wie sie von der Welt abgeschieden in stiller Einsamkeit Mir dienten in frommen Gesprächen und Gebeten; wie sie sich gegenseitig erbauten und die Worte, die Ich zu ihnen gesprochen, beherzigten und erwogen, um sie dann in sich zu verwerten und sich zu vervollkommnen. Weil sie ja bis dahin nicht wußten, daß die ganze Welt ihnen glauben werde und sich ihnen zu Füßen legen werde, wollten sie bis zur Ankunft des Heiligen Geistes in sich selbst arbeiten, sich selbst recht vervollkommnen. So tut ihr jedesmal, wenn ihr euch versammelt, um Meines Geistes zu harren. Die Zeit, die ihr dafür benutzt, ist die beste Zeit eures Lebens. So wie ihr in dieser Stunde eure Geschäfte beiseite setzt und die Welt mit Füßen tretet, so müßt ihr dereinst, ob gern oder ungern, die ganze Welt verlassen, alle eure Geschäfte bleiben liegen, und die Welt bleibt die Welt, ob ihr noch in derselben arbeitet oder nicht. Ihr aber habt euch unterdessen viele Verdienste für die Ewigkeit gesammelt, weil die Vorbereitung auf Meine Ankunft doch immer mit Gebet ausgefüllt werden soll und muß, und die Gespräche, die ihr da führt, sollen nur eine Ermahnung, eine Zurechtweisung für euch sein, daß ihr euch stärkt in der Erfüllung alles dessen, was Ich von euch verlange.

Darum, Meine Kinder, müßt ihr nicht hören auf die Stimme der Welt, welche euch vorwirft, daß ihr die Arbeit liegen laßt, besonders du, Meine Kleine, die du in einer Familie stehst, wenn man dir Vorwürfe macht, daß du so wenig Sorge für die Welt hast. Ja, ja, es ist aber so Mein Wille, ihr Kinder der Welt. All Meine Diener und Dienerinnen, die Ich Mir erwählte, haben die Welt mit Füßen getreten, haben die meisten weitaus ihre Geschäfte verlassen und haben andere Geschäfte auf sich genommen, Geschäfte des ewigen Heiles.

Und wenn Ich auch hie und da eine Seele mitten in der Welt, in der Beschäftigung, zur Heiligkeit führte, so soll dieses nur den übrigen Weltmenschen ein Beweis sein, daß man auch im Getöse der Welt, im Trubel der Welt und in den Bekümmernissen sich heiligen kann, wenn man alles dies Mir zuliebe tut und aufopfert, wie eine heilige Zita, eine heilige Notburga, die Dienstmägde waren, ein heiliger Isidor, der Bauer war, ein heiliger Wendelinus. Sie alle waren in der Welt beschäftigt mit vielen Arbeiten, aber nur, um anderen ein Vorbild zu sein. Die meisten aber habe Ich herausgeführt aus ihren Geschäften und Arbeiten, entweder in ein stilles Kloster, wo sie mehr ein beschauliches Leben als ein arbeitsames Leben führten, oder Ich habe ihre Verhältnisse so gestellt, daß sie Mir mehr dienten als der Welt und wenig Bedürfnisse dieses armseligen Lebens zu haben brauchten; denn eine Seele, die Ich Mir erwähle, braucht nicht viel, weil sie gar wenige Bedürfnisse hat. Sie hat die Welt mit Füßen getreten, und das Allernotwendigste, das sie braucht, verschaffe Ich ihr von Tag zu Tag.

Also, Meine Kinder, dieses nur zur Einleitung, weil man euch allerlei nachsagt, so viel, als sei das für die Welt nicht passend, man müsse so tun, wie andere tun, damit man kein Sonderling sei, man verbietet euch das, was Ich von euch verlange, weil man keine Sonderlinge ziehen will, und doch sind alle Meine Diener und Dienerinnen Sonderlinge gewesen, von Meiner heiligen Mutter angefangen bis hierher zu dieser Stunde, zum letzten Meiner Diener, der in Meine Herrlichkeit schon eingegangen ist. Auch ihr müßt Sonderlinge werden gegenüber der Welt, die da nur genießen und besitzen will, die da nur Vergnügen sich verschaffen will, Freude über Freude.

Aber da diese Freude, diese sinnlichen Freuden der Weltmenschen nur zu Bitterkeiten führen und dann schließlich zum unglücklichsten, zum bittersten Tode, so will Ich durch euch den Weltmenschen zeigen, daß die wahre Freude nur zu finden ist, indem man die Welt mit Füßen tritt, sich ihr gegenüberstellt wie ein Tor, wie ein Narr, wie die Welt sagt. Dann hat man die wahre Freude gefunden, die nie endende Freude, die keine Bitterkeit mit sich führt, die nicht zu einem unglücklichen Tode führt. Nein, nein, Meine Kinder! Glücklich soll der Tod sein, den ihr dereinst empfinden werdet, glücklich, um allen zu zeigen, wie wahr es ist, was Ich in euch bewirke.

Wenn Ich euch sage, daß ihr euch öffentlich zeigen sollt vor der genußsüchtigen, putzsüchtigen Welt in einem armen, geringen Aufzug, und man euch darüber verspottet, dann freut euch. Denn seht, warum tadelt man nicht diejenigen, die arm in der Welt stehen, die keine besseren Kleider haben, als ihr sie tragt an diesen Tagen, die Ich euch angebe. Nicht wahr, diese tadelt man nicht, weil man ihnen nicht zu besseren Kleidern verhelfen will. Wozu tadelt man euch, wenn ihr euch den Armen gleichstellen wollt? Habe Ich nicht den Armen wie den Reichen erschaffen, ist nicht der Arme mein Liebling ebenso wie der Reiche, der Mir mit freudigem Herzen dient? Im Himmel sollen alle diejenigen, die jetzt euch gegenübertreten, sehen, welcher Unterschied war in der Welt, ob Ich den Unterschied schuf, oder ob es ein Erzeugnis der Weltmenschen ist.

Wahrhaftig habe Ich den Unterschied nicht erschaffen, denn als Ich den Menschen in das Paradies hineinstellte, war er nackt, ein Mensch wie der andere, und weil Ich ihn in der Unschuld erschuf, sah keiner, ob der andere nackt sei. Seht, ein Vorbild für alle, die da glauben, man müsse einen Unterschied haben in der Person. Der Reiche, der Geld besitzt, müsse sich als solcher zeigen und mit Verachtung auf den Armen herabsehen. Diesen Unterschied möchte Ich ausgleichen, indem Ich bessere, reichere Glieder der menschlichen Gesellschaft den Armen gleichstelle, indem Ich ihnen eingebe, sich zu kleiden wie die Armen, um der Welt zu zeigen, was Ich halte von diesem Moder und Staub. Darum freut euch, Meine Kinder; denn das ist eure Ernte, daß man euch verlacht, verspottet und sich vor euch fürchtet.

Nun aber kommt mit Mir! Seht, Meine Kinder, die erste Hälfte des Kirchenjahres ist vorüber. Die herrlichen Feste, die Meine Kirche in der ersten Hälfte Meinem Leben, Meinem Leiden und Meiner Wirksamkeit widmete, habt ihr jetzt wieder hinter euch. Nun führt sie euch hinein, um euch zu zeigen, wie sie Meine Diener und Freunde ehrt. Seht da, wie weise diese Mutter ist, eure heilige katholische Kirche, wie sie, vom Heiligen Geist geleitet, alles so anordnet, daß alles sich um Mich dreht und wendet. Die Erstlinge der Früchte Meines Leidens und Sterbens kommen auch in erster Linie. Gleich nachdem man die hohen Feste gefeiert, die sich auf Mich beziehen, fängt Meine jungfräuliche Braut an, die Feste derjenigen Meiner Diener zu feiern, die in nächster Nähe um Mich gestellt waren, ja, die noch mit Mir lebten, in derselben Zeit lebten, als Ich diese Erde betreten. Sie feiert jetzt das Fest Meines Vorläufers, des heiligen Johannes des Täufers, der größte unter allen Heiligen. Weil sein ganzes Leben nichts war als eine einzige Vorbereitung innerlich und äußerlich, weil er Meine große Mission einleitete, kommt er am nächsten nach Meiner heiligen Mutter; denn Ich bin ja der Erlöser der Menschheit, also war Mein Leben eine einzige Mission, die Ich zu erfüllen hatte, die Mir Mein Vater auftrug, und um dessentwillen Er Mich in die Welt sandte.

Dieser Mission mußte aber eine Vorbereitung vorausgehen, damit das Erdreich aufgelockert sei, und das Herz der Menschen, wenn Meine milde Stimme erschalle, damit schon durch den ernsten Ton der vorausgehenden Stimme, einer Donnerstimme, die Welt geweckt, erschrocken und erschüttert sei. Wenn so der Mensch in Schrecken versetzt ist, wenn er sich fürchtet vor einer Strafe, dann ist er leichter zu gewinnen, wenn dann der Vater ein gutes Wörtchen spricht zu dem Kind, ist das Kind gleich gedemütigt, gleich bereit, dem Vater zu folgen. Dieses war die Aufgabe Meines Lieblingsjüngers Johannes. Mit einer Donnerstimme rief er der sündigen Menschheit zu: ‚Tuet Buße, das Himmelreich ist nahe! Wacht auf, ihr Schläfer, das Gericht kommt!‘ Und die erschrockene Menschheit, die sich da einander zuflüsterte, was will wohl dieser Abgetötete, dieser Mensch, der da vor uns aufsteigt wie eine Erscheinung aus der anderen Welt; sie wußten nicht, woher er sei und wohin er gehe, sie hielten ihn für einen Engel Gottes. Diesem folgte Ich mit der milden, zärtlichen, süßen Stimme eines Gottmenschen. Darum, weil Johannes so innig verknüpft ist mit Meinem Leben, muß er gleich gefeiert werden, nachdem die Kirche das Herz-Jesu-Fest gefeiert hat, die ja fortwährend Mein Leben mitlebt; in ihr lebe Ich fort und fort bis zum Ende der Zeiten. Wer das Leben der Kirche mitlebt, führt Mein Leben fortwährend mit; denn Meine Kirche ist Mein Leben.

Darum hat der Heilige Geist angeordnet, daß dieser jungfräuliche Johannes sogleich, nachdem die Festoktav vorüber ist, wo Meine Kirche den Schlußstein setzt auf die Feste, auf die hohen Feste, die sie Mir eingesetzt der Reihe nacheinander: Das Osterfest, das Fest Meiner Auffahrt in den Himmel; das heilige Pfingstfest; das hochheilige Fronleichnamsfest und das allerneueste Fest Meines liebenden, göttlichen Herzens, dies liebe, schöne, eigene Fest, das Mir die Kirche gesetzt; gleich darauf das Fest dieses Meines Vorläufers gefeiert wird. Alles nicht ohne Grund, Meine Kinder, denn dies alles leitet der Heilige Geist, Der da weht und waltet in Meiner Kirche, so, damit sich die treuen, die liebsten Kinder Meines Herzens, fortwährend erfreuen sollen, weil sie darin erkennen, wie nahe Ich will, daß diejenigen stehen, die Mir am nächsten stehen auf der ganzen Welt, Ich der Welt zeigen will, daß so, wie sie Mir am nächsten stehen im Himmelreich, auch schon hier auf Erden nahestanden, weil dadurch der Welt gezeigt wird, daß sie Mir nahestehen, weil sie Mir in allernächster Nähe gefolgt sind, um Meinen Kindern und allen in späteren Jahrhunderten zu zeigen und Mut einzuflößen, wie man Mir dienen soll und muß, um Mir zu gefallen.

Es kommt in diesen Tagen das Fest, das liebe Fest Meiner heiligen Apostelfürsten Petrus und Paulus, weil Ich dem Petrus die Schlüssel des Himmelreiches übergeben, und Paulus, weil aus diesem Verfolger ein treuer Nachfolger Meines lieben Herzens geworden ist, weil er mehr wirkte als alle übrigen Apostel. Darum wollte der Heilige Geist, daß dies Fest sogleich gefeiert werde, nachdem Meine heiligen Feste aufhörten.

Seht, auch nicht umsonst ist es, daß das Fest Meines heiligen Nährvaters, der doch auch mit Mir in so nahe Verbindung getreten ist, gewöhnlich vor Ostern oder um die Osterzeit gefeiert wird, weil dieser Mein guter Nährvater zu schwach gewesen wäre, weil er eine solche Liebe zu Mir hatte, daß er es nicht über sich gebracht hätte, unter dem Kreuz stehen zu müssen; das Herz wäre ihm zersprungen. Darum mußte er, bevor Ich in dieses Leiden eingeführt wurde von Meinem himmlischen Vater, diese Welt verlassen. Seht, wie lieb, wie gut Meine Kirche dieses aufgefaßt. Darum feiert sie auch, bevor sie anfängt, Meine Leiden zu begehen, das Fest Meines Nährvaters. Diese sind so die Nächsten, die Mir aufs innigste verknüpft standen hier auf Erden. Das Fest Meiner heiligen Großmutter feiert man auch in diesen Tagen, an den übrigen Tagen die Feste der Millionen und Milliarden Meiner Diener und Dienerinnen, die da eingegangen sind in Meine Herrlichkeit.

Aber, Meine Kinder, sie alle waren Sonderlinge, sie hielten es nicht mit der Welt. Darum freut euch, freut euch, daß ihr den Stein gefunden habt, den Stein der Weisen, und geht hin und verkündigt allen, die mit euch verkehren wollen, daß sie in allernächster Nähe euch nachfolgen müssen und nachfolgen sollen, wenn auch nicht in dem Grad, wie Ich es von euch verlange. Jedes hat seine eigenen Wege. Der Ehegatte, die Ehefrau hat wieder ihre eigenen Wege; sie ist gestellt in die Familie, und kann nicht wie ihr, sich losreißen, wenn sie will. Die Klosterfrau, der Ordensmann kann nicht wie ihr; er hat seine Statuten, seine Regeln, und diese muß er befolgen, aber er muß sich losreißen von dem großen Haufen, er muß glauben, daß Ich ihm alles belohne, was er tut aus Liebe zu Mir, auch wenn er hie und da einen Tadel einstecken muß von seinen übrigen Mitgenossen oder von seinem Oberen.

Dieses alles gehört zu den Sonderlichkeiten; denn diese werden getadelt. Was aber der Mensch tut aus Liebe zu Mir, und um Mir Freude zu machen, werde Ich ihm überaus belohnen, auch wenn es manchmal scheint, es sei besser gewesen, wenn er getan hätte wie alle übrigen Menschen; denn Ich bin ein gar guter Gott, ein gar reichlicher Bezahler. Ich habe ein Gedächtnis, das nichts vergißt. Jeder Schritt und Tritt, den ihr tut aus Liebe zu Mir, er bleibt in Meinem Gedächtnis, und in der Ewigkeit führt dieser Schritt euch um so näher, je mehr ihr um Meinetwillen und für Mich getan habt.“

Barbara: „Mein Jesus! Ich bitte Dich auch für alle Anliegen meines Herzens, Du weißt sie. Meine arme Schwester in A., o tröste Du sie, da sie mich nicht besuchen darf. Lenke und leite das Herz der Oberin, daß sie doch Mitleid mit meiner armen Schwester hat, die Dich so liebt und ein liebes Wörtchen von Dir hören möchte. O erbarme Dich ihrer. Sieh, wir sind Zwillingsschwestern, wenn auch nicht leiblich, sondern geistig. Du hast uns zusammen an Dich gekettet, ein Herz und eine Seele unter uns gebildet. O laß sie teilnehmen an den Gnadenschätzen, welche Du über uns ausgießest, damit sie, nachdem sie keine andere Freude mehr kennt, doch auch die Freude mit mir genießen darf. O ich grüße Dich in ihrem Namen.“

Jesus: „Dein liebes Schwesterchen soll nur noch ein wenig Geduld haben. Sie wird dich hienieden noch einmal sehen, und in der Ewigkeit werdet ihr wahrhaftig Zwillingsschwestern werden. Grüße mir auch recht herzlich ihre Oberin. Sie hat ein gutes Herz und guten Willen, aber sie hat eine Bürde zu tragen, die ihr viel Sorge und Kummer bereitet. Sie soll aber überzeugt sein, daß Ich Freude an ihr habe, daß sie eingegangen ist in die Rechte Meiner Bräute. Verstehst du Mich? Die Rechte Meiner Bräute sind, daß sie einen vertrauten Umgang mit Mir haben, daß sie nichts fürchten, auch wenn es manchmal scheint, es sei sehr viel zu fürchten, fürchten Meine Bräute nichts, weil sie wissen, daß sie Mein Herz bewohnen. Und eine Braut, wenn sie auch sieht, wie Ihr Bräutigam die Stirne faltet und Unwillen auf Seiner Stirn sich zeigt, sie fürchtet sich dennoch nicht vor Ihm, weil sie weiß, daß sie mit einem einzigen, zärtlichen Wort diesen Unwillen wieder besänftigt und wieder an Meinem Herzen ruhen darf.

Dies sind die Rechte Meiner Bräute, auch wenn sie sich verfehlen, wenn sie auch hie und da, weil sie schwache Geschöpfe sind, Mir den Unwillen auf die Stirne treiben, so wissen sie, wie dieser allsogleich besänftigt ist; wenn sie Mir entgegenkommen mit einem reumütigen, gedemütigten Herzen, dann ist alles wieder vergessen. Der Blick ist wieder freudig auf sie gerichtet, und sie ruhen wieder an Meinem Herzen. So diese Oberin, die Ich euch nur schildern wollte, damit ihr auch wißt, daß sie mit deiner Schwester Hand in Hand geht. Sie hat noch viele Seelen zu leiten und darunter auch kleine Seelen. Versteht ihr Mich? Die Kleinen, die noch mit Milch müssen genährt werden, die noch nicht an harte Brotkrusten gewöhnt sind. Also seid zufrieden, wenn es auch noch einige Jahre dauert. Dein liebes Schwesterlein soll die Freude noch einmal erleben, an deinem Herzen und mit deinem Herzen an Meinem Herzen zu ruhen. Fahret fort, Meine Kinder, Mich zu lieben und Mir zu dienen.

Fahret fort, auch wenn man euch verfolgt und verlacht, auch wenn wieder ein Platzregen kommen sollte. Seht, der Eichbaum fürchtet sich nicht; er bietet dem Platzregen, dem Sturmwind und dem Wolkenbruch seine Stirn. Er bleibt stehen, wenn ihm auch hie und da der Blitzschlag einen Ast abschlägt. Er bleibt dennoch stehen, weil sein Stamm eingewurzelt ist in tiefer Erde. So müßt auch ihr stehen wie Eichbäume, womit Ich die Priester schon so oft verglich, daß sie die Eichbäume sein sollen in Meiner Kirche; aber auch ihr müßt sie sein, indem Ich Großes von euch verlange.“

Barbara: „O mein Jesus! Ich bitte Dich noch für die Klosterfrau, die heute beerdigt worden ist. O mein Jesus! Siehe diese Bräute Deines Herzens, obwohl sie tun, als glaubten sie nicht, daß Du auch mit einer armen, von der Welt zurückgestoßenen, verachteten Person verkehrst. Du weißt aber, daß es meine Sitte ist, für alle Menschen zu beten, alle Menschen in mein Herz einzuschließen, am allermeisten aber die liebsten Bräute Deines Herzens.

Siehe, Du hast mir einmal gezeigt, wie durch dieses Haus (Schwestern von der ewigen Anbetung) viel Segen fließt über die Stadt Mainz, weil sie Tag und Nacht vor Dir auf den Knien liegen und Dich anbeten. Siehe, diese sind auch von der Welt so gehaßt und verfolgt, weil man sagt, sie seien Faulenzer. O darum bitte ich Dich, weil sie teilnehmen müssen an Deiner Schmach und Verachtung, darum zeige mir, daß Du ihnen mehr Huld zukommen lässest als anderen, die nicht so verachtet sind vor den Menschen, wie die Orden, die Werke der Nächstenliebe üben. O mein Jesus! Barmherzigkeit für alle, die in Deiner Gnade sterben. Gegrüßet seist Du, Maria!“

Ich sehe diese Schwester weiß, ganz weiß gekleidet wie eine Braut Jesu Christi, aber sie steht noch vor der Türe. Der Raum, wo die Seligen sich befinden, ist ihr noch nicht geöffnet. Sie wartet noch vor der Türe.

„Mein Jesus Barmherzigkeit! Warum hältst Du sie zurück? O Jesus, durch Deinen Tod und Blut, erlöse sie aus der heißen Glut!“

Jesus: „Ja, sie ist nicht in der heißen Glut! Nein, nein, Meine Kinder! Sie darf Mich aber noch nicht sehen. Meines lieben Angesichts ist sie noch beraubt, weil sie doch nicht ganz vollkommen ihren Willen Meinem göttlichen unterworfen; ein einziger Willensakt fehlte noch. Seht, Meine Kinder, euch allen rufe Ich zu, ihr, die ihr vor Meinem Thron kniet wie die Seraphim, und die Engel auf Erden sein sollt, und weil Ich die Welt anlocken und anziehen will, weil Ich die ganze Welt, alle guten, treuen Christen herbeiführen möchte vor das Allerheiligste Sakrament, weil es Mein Wille ist, und Ich diesen Willen Meiner Kirche kundtue, daß Ich die Christen um Mich geschart wissen will, um Meine Altäre, und ihr die Stellvertreter all dieser Christen seid, ihr seid die Vertreter der Menschheit in der Schöpfung.

Wie die Engel im Himmel Mich anbeten Tag und Nacht, so seid ihr um Meine Altäre geschart Tag und Nacht, um die sündige Menschheit zu vertreten. Darum sollt ihr das ganz besondere Privileg haben – falls ihr euch unumwunden Mir schenkt, mit freiem Willen Mir schenkt, das heißt, wenn ihr euch einmal in diesem Orden befindet, den Versuchungen des bösen Feindes kein Gehör mehr schenkt, auch wenn der Versucher euer ganzes Leben euch zusetzt, denn dieses alles kann euch noch kein Haar krümmen, wenn euer guter Wille nicht mit einstimmt, wenn ihr mit freiem Willen, wenigstens mit gutem Willen vor Mir kniet, um Mich anzubeten, wie die Seraphim es tun vor Meinem Angesicht, und in dieser Gesinnung dann euer Leben Mir zum Opfer bringt, sei es früh oder spät, wenn Ich dann an euch herantrete durch den Tod, und ihr durch euren Willensakt ganz eingegangen seid in Meinen göttlichen Willen –, daß ihr sofort von diesem Leben hinweg zu Meiner Anschauung gelangen sollt. Dies soll ein besonderes Privileg sein für euch, daß ihr alle Sünden, die ihr begangen, abbüßen könnt durch diese fortwährende, immerwährende Anbetung, weil ihr Vertreter der sündigen Menschheit seid und sein sollt, und wenn ihr dann bei eurem Tod diesen Willensakt erneuert, so daß ihr vollständig euch hingebt Meinem göttlichen Willen, so wie im Leben jetzt auch im Sterben, dann ist alles getilgt.

Darum freuet euch, nehmt teil an diesen Gnadenschätzen, die Ich ausgieße über Meine kleine Dienerin. Seht, wenn Ich durch euch gesprochen hätte zu der Welt, man hätte wahrhaftig es nicht geglaubt. Man hätte gesagt: ‚Ja, diese tun nichts, als daß sie über solche Dinge nachdenken‘, und niemand hätte ein Gewicht darauf gelegt. Da Ich mir aber eine Seele erwählte, die mit schwerer Arbeit zu kämpfen hat, die nie Zeit hat, um nachzudenken über solche Dinge, hat niemand, auch nicht der Bischof, dem Ich sie unterstellt, eine Ausrede. Wenn er auch sagt und tut, als glaube er nicht, wenn er aber der Sache auf den Grund schaut, muß er bekennen, daß es unmöglich ein Menschenwerk ist, daß es nur ein Werk Meiner Gnade sein kann und ist.“

Barbara: „O mein Jesus! Ich opfere Dir auf alle Gebete, Werke und Leiden dieses Tages in jener Meinung, in der Du unablässig betest und Dich auf unseren Altären opferst, besonders für die heilige Kirche, für unseren Heiligen Vater, den Papst, und die Armen Seelen. O schenke uns diese Schwester, die da gestorben ist, o laß sie eintreten, sie steht vor der Pforte des Himmels.“

Jesus: „Meine Kinder! Seht, damit alle, die Ich einführe, glauben, daß Ich es bin, ja damit alle sehen, daß Ich wirklich derjenige bin, Der die Macht hat über alle Seine Geschöpfe, Der aber auch die Güte besitzt, alles Gute anzuerkennen um des Gebetes dieser frommen Klosterfrauen willen und um der heiligen Meßopfer willen, die heute gelesen werden, um der heiligen Kommunionen willen, die heute, besonders aber in den beschaulichen Orden, empfangen worden sind, will Ich sie euch schenken.“

Barbara: „So bitte ich Dich denn, mein Jesus, und opfere Dir dies alles zur Sühne für diesen Fehler, der dieser Klosterfrau noch angerechnet wird, und schenke uns auch das verstorbene Mädchen. O mein Jesus! O mein liebster Jesus! O Du Bräutigam meiner Seele! Gelobt sei Jesus Christus! Gelobt sei Jesus Christus! Gelobt sei Jesus Christus!“

Die Klosterfrau ist eingegangen, sie hat ein Kleid an, ganz durchschimmernd wie mit lauter Kristallgläschen besetzt. Jedes Gläschen hat einen eigenen Glanz.

Jesus: „Das sind alle die Stunden, die sie vor dem Tabernakel zugebracht hat; mit den Stunden wird ihr Kleid geschmückt, die ganze Ewigkeit hindurch.“

Barbara: „O mein Jesus, o schenke uns doch auch das Mädchen.“

Jesus: „Den ersten Freitag im Monat; für heute noch nicht. Sie hat noch allerlei Mäkelchen und Flecken an sich und ist gestorben ohne allen Zuspruch und hat, weil sie ganz allein war, sich nicht helfen können. Aber den ersten Freitag im Juli sollt ihr sie haben; sie war eine recht gottinnige Seele, hat viel Gutes getan, auch eine gläubige Seele.“

Barbara: „O liebe Mutter! Tröste sie doch. O mein lieber, heiliger Schutzengel, ich grüße dich durch das allersüßeste Herz Jesu Christi. Gehe hin und sage ihrem Schutzengel einen recht freundlichen Gruß, wir wollen alle Tage für sie beten; die Beängstigungen müssen von ihr weichen.“

Jesus: „Es ist gar so wichtig die Sterbestunde. Deswegen, wenn eine fromme Seele es auf sich nimmt, dem Kranken beizustehen, so ist dieses etwas Großes. Und wenn auch Ich, der Herr über Leben und Tod, jeden glücklich machen will, so muß der freie Wille eines Menschen doch ganz übereinstimmen mit Meinem göttlichen Willen, und der freie Wille ist in ihm, solange der Atem in ihm aus- und eingeht, und Ich darf diesen freien Willen nicht beeinträchtigen, nicht beeinflussen, Ich darf es nicht tun, Meine Gerechtigkeit verlangt es so, weil ihr die ganze Ewigkeit mit Mir herrschen und triumphieren sollt. Solange der Atem aus- und eingeht, hat der Mensch seinen freien Willen, und wenn er ihn nicht ganz zum Opfer bringt, muß er die Fehler abbüßen im Reinigungsort.

Seht darum, wie notwendig es ist, daß ein Priester dabei ist, oder der Sterbende hat eine fromme Seele, die ihm zuspricht, damit er sich an Mich erinnert und sich von sich selbst nicht so beeinflussen läßt, von seinen eigenen Gefühlen und Schmerzen und Satan ihm nicht so viel anhaben kann. Wohl mache Ich eine Ausnahme bei Fällen, wo er schnell stirbt, oder wo es gar nicht möglich ist, auf ihn einzuwirken; aber wo es tunlich ist, sollte man doch dafür sorgen, daß andere gutgesinnte Menschen dem armen, leidenden Sterbenden zu Hilfe kommen. Dieses noch zum Schluß, Meine Kinder! Und nun lebt wohl!“

Barbara: „Mein Jesus! Macht es Dir Freude, wenn wir einen solchen Bußgang machen nach Mombach oder nach Wiesbaden?“

Jesus: „Geht nicht nach Wiesbaden, wie Lieschen meinte. Diese üppige Stadt würde nichts Gutes daraus ziehen; geht in dem Aufzug nach Mombach. Ich will aber, daß ihr unter solche Menschen treten sollt, denen ihr nützen könnt; denn beeinflussen könnt ihr durch solchen Aufzug nur die guten, treuen Seelen. Die Weltmenschen verhärten sich um so mehr, je mehr sie sehen, wie die Guten sich beherrschen. Ich werde euch sagen, wann ihr wieder gehen sollt. Für jetzt seid zufrieden und geht ruhig nach Mombach in demselben Aufzug. Wenn ihr am Bahnhof aussteigt, dann geht ungeniert durch das Dorf und zieht so ein in Mombach, unbekümmert über andere; denn ihr müßt wissen, daß ihr da nicht eure Freude suchen sollt. Wenn ihr in Wiesbaden auch mehr Predigt und Andacht für euch hättet, wo bleibt aber Mein Gewinn? Ich will gewinnen und da müßt ihr alles hintansetzen, und wenn ihr keine Predigt hören könnt dort, so ist das Opfer Mir mehr wert, als wie wenn ihr mehr Genuß für euch hättet.

Seht, als Mein Diener Franziskus auf Erden wandelte, und er anfing, auf alle mögliche Weise sich abzutöten, als er von Tür zu Tür betteln ging und er in einem außergewöhnlichen Kleide sich zeigte, barfuß ging, da hielt man ihn auch für einen Narren, für einen Toren. Er verachtete die Welt, verschleuderte sein Vermögen; infolge dieses Auftretens enterbte ihn sein Vater. Da hielt man ihn auch nicht für einen Heiligen. Man hielt ihn für einen simpelhaften Menschen, der da der Welt etwas vormachen wolle. Einige hielten ihn für einen Narren, andere für einen überspannten, hochmütigen Menschen, der gerade durch diesen Auftritt jetzt der Welt zeigen wolle, wie er sein bisheriges Leben jetzt umsetzen wolle in dieses verachtete Leben, um sich der Welt als Heiliger aufzuspielen, die Rolle eines Heiligen aufzuführen. Und man verachtete ihn von allen Seiten.

Die sinnlichen, weltlichen Menschen hielten ihn für einen Narren, die anderen, bessergesinnten, hielten ihn für einen überspannten, frommen, hochmütigen Menschen. Er konnte keine großen Almosen mehr spenden, weil er selbst nichts hatte. Aber gerade durch diesen Aufzug, daß er dadurch die Blicke der ganzen Welt, aller Menschen auf sich zog, und Mir zuliebe diese Verachtung, diese verschiedenen Meinungen mit Geduld ertrug, wurde er derjenige, den ihr jetzt an ihm bewundert, ein Heiliger. Wenn Ich nun von euch verlange, daß ihr stundenlang Meiner wartet, daß die Arbeit liegen bleibt deinetwegen, wenn Ich von euch verlange, daß ihr Mir außergewöhnliche Wallfahrten machen sollt, dann müßt ihr alles hintansetzen, all das Gerede der Menschen nicht beachten und ruhig Meinen Willen ausführen. Frage deswegen nicht bei deinem Beichtvater, frage bei deinem Seelenführer, weil der Gehorsam eure ganze Aufgabe würzen soll.“

Barbara: „Gelobt sei Jesus Christus!“

Inhaltsverzeichnis Band 3

297 Vierter Freitag im Juni 1899

„Wenn der arme Mensch zu Mir kommt und um Verzeihung bittet, dann habe Ich vergessen und verziehen, und kein Fehler wird nachgezählt, wievielmal der arme Mensch gefallen ist.“

(Es war in der Familie von Barbara allerlei Mißstimmungen vorgekommen, die Barbara sehr niederdrückten, und Barbara hatte deshalb auch ihrem Unwillen Luft gemacht.)

Barbara: „Mein Jesus! O ist es möglich, in diesem Seelenzustand Dein armes Kind heimzusuchen? Ich bin ja so bedrückt. O mein Gott! Alle meine Sünden sind mir leid und reuen mich vom Grund meines Herzens, weil ich dadurch Dich, das höchste Gut, beleidigt habe. Ich hasse und verabscheue alle meine Sünden und nehme mir ernstlich vor, Dich nie mehr zu beleidigen, ja jeden Gedanken und jede Gelegenheit sorgfältig zu meiden, die Dich beleidigen könnten. Gib mir, o Jesu, Deine Gnade dazu. Ich danke Dir, o mein Jesus! O wie bist Du so gut. O Herr, ich bin nicht würdig, daß Du eingehest unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund und eine Dir angenehme Wohnung. O sprich nur ein Wörtchen, o Herr! Gelobt sei Jesus Christus!“

Jesus: „Dieses eine Wörtchen, Meine Kinder, ist: ,Ich will!’ Ich will eingehen in Deine Seele. Dieses eine Wörtchen muß aber auch dein Wahlspruch sein, Meine Kleine: ‚Ich will!‘ Ich will mit meinem Gott mich vereinigen; ich will meinen Willen Seinem göttlichen Willen unterwerfen; ich will dulden und tragen, leiden und streiten und kämpfen, vor allem mit mir selbst und mit anderen. Leiden und schweigen – das sind zwei Wörtchen, zwei kostbare Edelsteine für eine Seele, die es versteht, Mir zu dienen.

Siehe, Mein Kind, wenn du dieses eine Wörtchen verstehst ‚ich will‘, dann kann der Kleinmut nicht ansetzen, und ihr sollt doch vielen anderen zum Vorbild werden. Darum muß Ich anfangen, fortsetzen und vollenden mit euch. Viele, die es lesen und sehen, wie gut Ich bin, werden Mut fassen in all ihren Bedrängnissen. Sie werden, wenn sie sehen, wie armselige Geschöpfe ihr seid und mit welcher Geduld Ich euch ertrug, in sich selbst hineinschauen und sich sagen: ‚Haben die es gekonnt, warum soll ich es nicht können?‘ Und sie werden anfangen und sagen: ‚Ich will, o Herr! Ich will dieses Kreuz tragen!‘ Und Ich werde sagen: ‚Ich will zu euch kommen, Ich will euch leiten und regieren, Ich will diese, deine Seele leiten. Du sollst nicht zugrunde gehen an diesem Kreuz, du sollst dieses Kreuz Mir nachtragen. Ich habe es auf deine Schultern gelegt, und Ich will, daß du es trägst und dich dadurch heiligst; denn dieses Kreuz soll dich einführen in die ewige Herrlichkeit.‘ Und du sollst sagen: ‚Ich will es tragen!‘

Meine Kinder! Vor allem muß Ich immer wieder Meiner Kleinen eine Predigt halten; denn es braucht der Mensch Gnade und Beharrlichkeit. Die Beharrlichkeit ist eine Gnade, die der Mensch von Mir erwarten muß. Kein Mensch, kein Geschöpf hat die Verheißung und hat es schriftlich in der Hand, daß er ausharren werde bis ans Ende; auch ihr nicht, obwohl Ich euch schon so große Verheißungen gemacht habe.

Daran sind immer wieder Bedingungen geknüpft, und solange der Mensch den Atem ein- und ausgehen läßt, hat er noch diese Bedingungen zu erfüllen; denn so lange dauert die Prüfungszeit, wie der Mensch lebt. Auch wenn er eingegangen ist in Mich Selbst, in die Vereinigung mit Mir, steht er noch in der Prüfungszeit; er hat noch zu kämpfen und zu streiten gegen die niederen Neigungen seiner Natur.

Darum, wenn ihr leset von den großen Dienern Gottes, die da auf die Leuchter gestellt sind in der Kirche, in Meiner Kirche, wenn ihr aber ihr Leben genau prüfet und leset – wenn es so geschildert ist, wie es in und an sich vor sich ging, so werdet ihr finden, daß auch sie noch in Fehler gefallen sind, somit noch die Schwachheit des Menschen an sich getragen, somit auch in der Prüfungszeit gestanden sind; denn die Fehler mißfallen Mir, und der Mensch läuft immer noch Gefahr, solange er Fehler begeht, kleinmütig zu werden, und so einen Fehler auf den anderen zu häufen. Aber seht, dieses war die große Kunst, daß sie heilig geworden sind und auf die Altäre gestellt worden sind, daß sie über ihre Fehler hinweggingen, indem sie diesen Fehler beim Zopf nahmen und Mir darbrachten, und daß sie diesen Fehler benutzten und Mir sagten: ‚Ich bin gefallen, ich will aber nicht von Dir weichen, bis Du mir verzeihst. Herr, verzeihe mir!‘ Und dieser Fehler, der da kurz vorher begangen wurde, hat sich verwandelt in einen kostbaren Edelstein, den Ich in ihre Krone einfügte; denn Ich bin nicht wie die Menschen, die immer grollen und zürnen.

Wenn der arme Mensch zu Mir kommt und um Verzeihung bittet, dann habe Ich vergessen und verziehen, und kein Fehler wird nachgezählt, wievielmal der arme Mensch gefallen ist. Nein, nein, Meine Kinder! Ich will nur wissen, ob der Mensch ein kindliches Gemüt hat. Darum, Meine Kinder, Kinder sollt ihr werden.

Nicht umsonst rede Ich euch immer mit diesem Wort, mit diesem Titel an: ‚Meine Kinder‘. Damit ihr euch jedesmal daran erinnert, was Ich von euch verlange: Kinder müßt ihr werden, und euch nachfolgend sollen alle diejenigen Kinder werden, die die Schriften lesen, die eingehen in Meinen Geist, die da glauben, daß Ich mit euch verkehre.

Seht, wenn ein Kind zornig geworden ist, wenn es seinen Willen nicht durchführen kann, und es zürnt und stampft mit den Füßen, und der Vater straft es, nimmt es beim Zopf und haut es tüchtig durch, das Kind läßt sich die Strafe gefallen und schreit aus vollem Hals beim Vater; sobald es aber die Strafe eingesteckt hat, dreht es sich um und schaut den Vater lieblich an und lächelt dem Vater zu. Das ist soviel gesagt wie: ‚Gelt, du verzeihst mir, ich war böse!‘ Wenn der Vater fragt: ‚Bist du noch böse?‘, dann lächelt das Kind. Und das genügt dem Vater. So müßt ihr werden. Du bist zornig geworden wie ein Kind; du hast gestampft mit den Füßen (durch unwillige Worte) wie ein Kind, weil du deinen Willen nicht durchführen konntest, weil man dir nicht nach allen Seiten huldigte. Andere, die aber nicht so wie du bearbeitet werden, die noch viel Weltsinn in sich haben, die mehr nach dem Irdischen streben als nach dem Himmlischen, dies ist immer der Fall, deswegen bist du manchmal in der Familie überflüssig und man nimmt Anstoß an dir, weil du zu viel nach dem Überirdischen strebst; du willst in deinem Sinn fortfahren und willst das Himmlische anstreben, nach allen Richtungen hin. Da bietest du manchmal auch Anstoß und störst die Familie. Darum darfst du nicht aufgeregt sein, wenn sie dir nicht huldigen. Jene müssen Geduld haben, wenn sie wissen, daß nur der Segen von Meiner Hand ausströmt; und wenn du manchmal dich zurückziehst und anstößest, weil Ich dich ans Krankenbett fessele, oder dich für Mich verwende, geht der Segen doch über auf die Familie.

Und du, wenn du stampfest mit den Füßen und zornig wirst, dann aber Mir entgegenkommst und diesen Fehler wieder bereust, ja, so will Ich es haben, daß du wie ein Kind diesen Fehler bereust und dich hütest, deinen Angehörigen ein böses Gesicht zu machen, und die Arbeit wieder aufnimmst und die harten Worte, die man dir sagte, dann wieder vergißt, siehe, das ist dann die Strafe für dich, wenn du dich zornig äußerst, daß Ich dich gleich beim Zopf nehme und dich abstrafe. Nun aber hast du die Predigt gehört, denn sie gilt dir; denn durch dich sollen viele belehrt werden; denn jeder Mensch hat sein Kreuz zu tragen, hat seine Last, und er mag stehen, wo er will, ob er ein Familienvater ist oder im Kloster sich befindet, er hat sein liebes ‚Ich‘, und um dieses ‚Ich‘ zu bekämpfen, gehört noch das Wörtchen ‚will‘. Dieses ‚Ich will‘ will Ich betonen und will die Menschheit lehren, wie dieses ‚Ich will‘ verstanden werden muß.

Das ‚Ich‘ steht bei jedem Menschen voraus. Das liebe ‚Ich‘, das möchte sich Geltung verschaffen. Wenn nun aber das ‚Will‘ daran hängt, dann ist es nicht mehr gefährlich. Dieses ‚Ich‘, wenn es allein steht, führt es zum Verderben; wenn das ‚Will‘ dranhängt, dann führt es zur ewigen Glückseligkeit. Denn ‚will‘ ist ‚wollen‘, und ‚wollen‘ heißt ‚heilig werden wollen‘, heilig werden wollen die guten Christen. Wenn nun der Mensch das ‚Ich‘ bekämpft, muß er noch überall daransetzen: ‚Ich will mich bekämpfen, ich will diesen Fehler ausrotten!‘ Und wenn er in der Familie steht und ein Kreuz zu tragen hat, dann muß er sich sagen: ‚Ich will dieses Kreuz tragen!‘ Damals dachte Ich schon an euch, damals dachte Ich schon, welches Kreuz Ich auf eure Schultern legen wolle, und daß ihr Mir dereinst dieses Kreuz solltet nachtragen.

Meine Kinder! Ihr seid noch auf dem Weg, werdet nicht mutlos! Seht, wenn einmal der letzte Hammerschlag fällt, um euch an dieses Kreuz anzunageln, dann nur noch ein kurzes Ringen, Dulden und Leiden, und alles ist vorüber. Die Hammerschläge, womit ihr angenagelt werden sollt, sind all die üblen Nachreden, all die Spottreden, all die üblen Launen, die ihr von euren Mitmenschen zu erdulden habt, die aber auch eure Mitmenschen von euch zu ertragen haben; denn alle Menschen sollen heilig werden. Ich will, daß alle Menschen selig werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen. Darum, wenn Ich dem einen den Dienstbotenstand angewiesen habe, dem anderen, daß er herrschen soll über mehrere Personen, einem Dritten, daß er allein steht in der Familie, so habe Ich dieses so gefügt, daß dieses eine schöne Harmonie ausmacht in der Familie; denn diese kleine Familie ist das Vorbild der ganzen Schöpfung. Wie es in der Familie ist, so ist es in der großen Schöpfung, wo Ich diese Harmonie zuwege bringe, wenn jedes sein ihm auferlegtes Kreuz trägt.

Das unvernünftige Tier, die leblosen Geschöpfe, die tragen ihr Kreuz, wie Ich es ihnen auferlege. Nur der Mensch, der arme und schwache Mensch, der gottlose Mensch allein will sein Kreuz nicht tragen, und die Harmonie in der Schöpfung wird gestört nur durch diesen Menschen. Er macht Mir den Querbalken, er trägt dieses Kreuz schleppend und hinkend. Und je mehr sich anschließen und die Lehre vom Kreuz verstehen lernen, die Ich da über euch ausgieße, desto mehr wird die Harmonie zustande gebracht werden in der Schöpfung.

Eure Mädchen, eure Dienstmädchen haben vieles voraus, was andere Dienstboten nicht haben. Wie glücklich und zufrieden könnten sie leben, wenn sie sich hie und da nicht den Querbalken selbst auferlegten; denn in dem Stand, in den Ich sie hineingestellt, wollte Ich sie haben, und er ist für sie der sicherste Weg zur Heiligkeit. Sie sollen Mir wie eine heilige Zita, eine heilige Notburga, eine heilige Armella dienen und sich heiligen in diesem Haus und Mir dienen in diesem Stand. Wie unrecht tun sie manchmal, wenn sie glauben, die Bürde sei zu schwer.

Deine Verwandte, die Ich dir beigestellt, wie leicht kann sie und könnte sie sich heiligen, wollte sie ja doch den ersten Weg nicht gehen, auf den Ich sie gestellt, und Ich habe sie jetzt auf diesen gestellt und bin zufrieden mit ihr, wenn sie auch den minderen Weg gehen will, der Mir nicht so viel Freude bereiten kann; denn der Ehestand steht so weit unter dem jungfräulichen Stand, wie der Himmel von der Erde verschieden ist. Nun aber hat sie diesen Stand erwählt, denn auch der Ehestand ist ein heiliger Stand, und man kann Mir hier recht gut dienen und ein großer Heiliger werden, wenn man das Wort ‚Will‘ zu dem ‚Ich‘ setzt. Nun aber habe Ich sie hierher geführt, weil sie Mir eine treue Dienerin war und Ich große Freude an ihr hatte in ihrer Jugendzeit; aber ihr Stolz mußte bestraft werden. Nun hat sie aber alles, was sie sich nur wünschen kann und mag. Vielen, vielen geht es schlechter. Ein Kreuz mußt du tragen, ein Kreuz! Ich bitte dich darum, setze das ‚Ich‘ nicht voraus bei allen deinen Handlungen, setze das ‚Will‘ dazu. ‚Ich will mein Kreuz tragen, ich will auch ein Kreuzchen tragen‘, und dieses kleine Kreuzchen trägst du, wenn du bei den Leiden, die du hast von deinem Geschäft, auch noch die Leiden trägst, die Ich dir bereite durch diese Meine Dienerin. Es sollte dir aber Freude bereiten, Freude soll es dir bringen!

Wenn du dich aber nicht fügen willst, werde Ich ein anderes Mittel ersinnen; denn Ich will niemand über seine Kräfte versuchen. Ich will, daß eine Harmonie bestehe in Meiner Schöpfung. Diese Harmonie in der Schöpfung ist noch niemals so gestört gewesen von der Zeit an, da Ich auf Erden wandelte bis zu dieser Stunde, wie gerade jetzt in dieser Zeit. Niemand will mehr dienen, alles will herrschen. ‚Ich will herrschen‘, nicht, ‚Ich will dienen‘, so sagen die Menschen. Dieses ‚Ich will‘ will Ich aber in die rechte Bahn einlenken. Darum müßt ihr Mir euren guten Willen entgegenbringen und nicht müde werden, wenn es auch noch so hart wird. Solange Ich nicht müde werde zu kommen, euch zu belehren, dürft auch ihr nicht müde werden, Mich anzuhören, und die Welt soll dereinst, solange sie die Schriften liest, die Harmonie bewundern, die in diesem Haus stattfindet. Darum muß Ich es rügen, wenn diese Harmonie gestört ist, und öffentlich rügen. Es ist der böse Feind und nicht Mein Geist, der sich hie und da durchschlüpft. Hinaus mit ihm, hinaus aus der Familie, hinaus mit ihm, hinaus! Ihr Dienstmädchen, laßt euch nicht betören, hinaus mit ihm!

Du, Meine Freundin, du hast in der Tugend Fortschritte gemacht, mache keine Rückschritte. Fahre fort, den Eigensinn zu bekämpfen; denn es ist Eigensinn, wenn du tagelang Haß nachträgst. Du darfst nicht grollen, wie auch Meine Kleine nicht grollen darf, Ich verbiete es Mir.

Seht, Meine Kinder, welch eine Geduld Gott haben muß mit Seinen Geschöpfen. Ihr gehört zu den besten Meiner Kinder, und welche Schwäche seht ihr da, welche Armseligkeit. Jetzt nehmt euch all die Geschöpfe in der ganzen weiten Welt, geht mit Mir hinein in die Klostermauern, geht mit Mir in das Priestertum, überall, überall, wie viel, wie vieles habe Ich zu rügen und zu tadeln, ‚Ich will‘ sagt man, aber nicht ‚Ich will mein Kreuz tragen‘, sondern ‚Ich will dieses Kreuz los sein!‘ Der Priester klagt, der Ordensmann klagt, die Ehefrau klagt, der Ehemann klagt, die ganze Welt, nichts als Unfriede.

Wenn die Menschen es so haben, wollen sie es anders haben; wenn sie ihr gutes Auskommen haben, wollen sie Überfluß; diejenigen, denn Ich rede hier nur von den guten, von den treuen Seelen, diejenigen, denen Ich es gegeben und gelegt, daß sie Mir dienen könnten nach Herzenswunsch, wenn Ich dann in ihrem Gottesdienst eine kleine Störung eintreten lasse, welche Klagen, welche Mutlosigkeiten, weil Ich ihnen etwas in die Quere schicke. Oder wenn Ich sie auf das Krankenlager hinlege, welche Mutlosigkeit. Alle die Priester ach, sie möchten Mir alle ihre Gemeinden, ihre Untergebenen zuführen; aber welche Mutlosigkeit, wenn sie sehen, daß man nicht auf ihre Worte achtet, daß man sie überhört. Ja, du Mein Freund! Sieh, dies ist der große Haken, und warum Ich so eine Sprache rede in die Welt hinein, die niemand verstehen will. Du sollst das ‚Ich‘ umsetzen in das ‚Ich will!‘ Du sollst dazusetzen: ‚Ich will mein Kreuz tragen‘, Mein lieber Freund, alles, was Ich dir zusende, du Mein treuer Freund, denn Ich rede hier in dieser Schrift nur zu treuen, nur zu frommen Seelen, Ich will mein Kreuz tragen, das Kreuz, das Du mir auferlegt. Ich will den Stand, den Du mir gegeben, an den Du mich angewiesen, ausfüllen in der Absicht, in der Du mich hineingesetzt!‘

Es war und ist verkehrt, wenn jemand davonlaufen will. Nur dann, wenn das Heil der unsterblichen Seele gefährdet ist, dann billige Ich es, daß jemand seinen Stand ändern darf, oder, wenn er von einem geringeren Stand in einen höheren hinauftritt, das heißt, wenn er in einen Stand treten will, wo er Mir mehr dienen kann, mehr Fortschritte machen kann auf dem Weg zur Heiligkeit. Im übrigen gestatte Ich nicht, daß er den Stand ändere, in den Ich ihn hineingesetzt habe.

Darum soll der Priester zufrieden sein in einer Gemeinde, wo er meint, nicht viel wirken zu können; er soll wirken durch sein Beispiel, indem er Tag für Tag seine Pflicht erfüllt und ruhig weitergeht, ob er sieht, daß man seine Worte beachtet oder nicht. Ja, wenn es vorkommen sollte, daß man ihn verachtet und mit Füßen tritt, und er dennoch ruhig weitergeht, setze Ich ihm die Krone des Martyriums auf, und in seiner Gemeinde, die sich ihm entgegengestellt, soll er viel, viel ernten nur durch seine große Geduld. Durch seine Geduld soll er sie dann retten.

Ebenso verhält es sich mit klösterlichen Genossenschaften. Die Seele, die darum weiß, wie deine Schwester, wie vieles kann sie verdienen, wie viele Seelen kann sie retten, wenn sie auch glaubt, sie könne nichts wirken, weil sie die Schriften nicht verbreiten kann, mit niemand darüber reden kann. Siehe, Meine Tochter, Mein Liebling, durch deine Geduld, durch die Tränen, die du Mir darbringst, wirst du sehen, wie viele Seelen du Mir rettest, so viele wie Meine Dienerinnen hier durch die Verbreitung der Schriften; denn du bist mit eingegliedert in die Kette, in das Band eingeschlossen, und auch deine Oberin, wenn sie es auch noch nicht verbreiten darf, weil die Kirche hier in Mainz es jetzt noch nicht bestätigt hat. Sie kann im stillen viel wirken, wenn sie die Schriften liest und es im stillen für sich und für viele verwertet. Sie kann viel Nutzen daraus ziehen für ihre Leitung. Ebenso auch deine Schwestern, Meine Lieblinge; denn sie alle nehmen teil an den Früchten, die Ich daraus wirken will.

Ebenso auch du, N.; wenn die Mutlosigkeit kommt und dich niederdrücken will, dann setze diese vier Wörtchen zusammen und sage: ‚Ich will mein Kreuz tragen!‘ Und ihr alle, ihr Liebesbundmitglieder, wo ihr auch steht, wenn ihr diese Zeilen in die Hand bekommt, dann stellt euch tapfer unter das Kreuz, das Ich Meiner Dienerin gezeigt, daß selbst ihr Beichtvater, der doch dagegen ist, mit einstimmte: ‚Das war ein guter Gedanke‘, sagte er, ‚das ist wirklich schön.‘

Seht, dort zeigte Ich ihr, welche Früchte diejenigen tragen, die die Schriften lesen und die Schriften befördern. Ich zeigte ihr dort, wie Ich Mich ihr gezeigt, als Ich ihr dieses Kreuz aufladen wollte. Diese alle sind eucharistische Kreuzträger, alle im ganzen Land, wo ihr euch befindet: Wer die Schriften aufschreibt, steht unter dem Kreuz und hat ein Glöcklein in der Hand. Damit fordert er die übrigen Menschen auf herbeizukommen, sich herbeizudrängen und sich unter das Kreuz zu stellen. Diejenigen aber, die nur die Schriften lesen und nicht verbreiten, und sich anschließen an den Liebesbund, kommen herbei und stellen sich unter das eucharistische Kreuz und helfen es Mir tragen. Seht, je mehr herbeikommen und sich darunterstellen, desto mehr wird das Kreuz Mir erleichtert, und die Ordnung in der menschlichen Gesellschaft wird nach und nach mehr gefördert; denn jetzt ist ja eine Unordnung. Was ist es denn, daß die ganze Welt so unzufrieden ist? Weil die Unordnung überhand genommen hat, und diese Ordnung kann nur hergestellt werden, wenn das Paradies hergerichtet wird auf der Welt, und dies kann nur auf dem Kreuzweg zuwege gebracht werden.

Darum ihr alle, Meine lieben Freunde und Freundinnen, wo ihr euch befindet, ihr seid eucharistische Kreuzträger, ihr sollt herbeieilen und euch unter das Kreuz stellen, möget ihr nun doppelt arbeiten oder einfach. Diejenigen, die die Schriften verbreiten, haben doppelten Gewinn, weil sie das Glöcklein in der Hand haben und fortwährend die Leute auffordern herbeizukommen. Diejenigen, die sich darunterstellen, haben den Gewinn nur für sich, daß sie arbeiten an dem großen Ziel, das erstrebt werden soll, die Kirche wieder zum Sieg zu bringen und wenigstens doch ein Steinchen, ein Bausteinchen, abgeben. Dieses Bausteinchen sind sie selbst an dem Neuaufbau der Kirche.

Darum, Meine Kinder, setzt überall die fünf Wörtchen zusammen, sobald die Mutlosigkeit sich einschleichen will, denn es ist nur Mutlosigkeit, wenn die Freude aus dem Herzen schwindet. Du N. sollst die Freude um jeden Preis erkämpfen, die Freude des Herzens, merk es dir, wenn etwas Entgegengesetztes kommt, dann ist es nicht von Mir, dann ist es von Meinem Widersacher, also setzt überall die fünf Wörtchen zusammen, wenn die Mutlosigkeit euch niederdrückt, wenn ihr zusammenzubrechen droht unter der Last des Kreuzes: ‚Ich will mein Kreuz tragen!‘

 

Barbara: „O Herr, wie soll ich es machen mit dieser Protestantin, die zwar den guten Willen hat, aber den Übertritt in die katholische Kirche so lange hinausschiebt?“

Jesus: „Zwingen kann man niemand, auch Ich zwinge niemand. Stelle es ihr vor; sie hat ein gutes Herz, aber Protestanten sind hart zu gewinnen, wenn sie es nicht tut, dann hast du deine Schuldigkeit getan. Du und Mein liebes Lieschen, seid recht kindlich, werdet Kinder, und ihr alle drei, du, Meine Kleine, werde ein Kind, werdet Kinder; niemals darf in eurem Herzen ein Tag etwas bleiben, auch wenn etwas vorkommt. Seht, ein Kreuz müßt ihr tragen; euch zwei, Lieschen und Luise, habe Ich gestellt in Meine Schöpfung, daß ihr bereits kein Kreuz mehr habt; ihr müßt euch nur umsehen in Meiner Schöpfung, unter den Mitmenschen; ihr müßt höher hinaufsehen, ihr seid ja die guten, die treuen Kinder Meines Herzens.

Aber seht, wie viele gibt es, denen Ich es nicht so gemacht habe. Ein Kreuz müßt ihr tragen. Wenn Ich euch Kreuze auflade, dann müßt ihr euren Willen beugen und sagen: ‚Ja, Herr, ich will mein Kreuz tragen‘ und nicht dagegen ausschlagen, ihr alle drei. Du, solange du hier in der Familie stehst, hast du manchmal ein schweres Kreuz zu tragen, weil deine beiden Mitschwestern ihren Willen befriedigen können. Du mußt aber manchmal sagen: ‚Ich will mein Kreuz tragen‘ in dem Punkt, wo es scheint, als sei es besser, Mir nachlaufen zu können.

Seht, ihr zwei habt eurer Mitschwester zwar dieses voraus, daß ihr eure Lust (Mir nachlaufen zu können) befriedigen könnt. Diese hat sich da noch zu bekämpfen, bis Ich es ihr anders machen werde. Darum müßt ihr mit ihr manchmal Geduld haben!“

Barbara: „Ja, o Herr, ich weiß schon, was Du sagen willst. O habe Nachsicht mit uns armen Geschöpfen; Dir muß ich immer den Kopf vollbrummeln.“

Jesus: „Ja, Ich bediene Mich eurer Sprache, Ich mache Mich klein, um euch zu belehren. Seht, nichts ist umsonst, auch wenn Ich so rede, wie ihr Menschen redet, wie es eure Muttersprache ist. Sogar bis in die Familiensprache hinein richte Ich Mich, um euch die große Demut eines Gottes zu zeigen. Demütig müßt ihr werden, kindlich, wie Ich es bin. Dieses soll euch erinnern an die Kindlichkeit, wie Ich kindlich mit euch rede, daß Ich manchmal ein Wort rede, was man in eurer Muttersprache spricht, dann merkt doch, wie kindlich Ich Mich zu euch herablasse und werdet doch einmal Kinder, ja, werdet doch einmal Kinder!“

Barbara: „O lieber Jesus! Hast Du denn auch gehört, was N. zu mir sagte, daß die Priester alle gegen uns seien?“

Jesus: „Deswegen habt ihr ja die Predigt. Ich weiß ja alles. Ich will euch nur ermutigen und ermuntern. Ich werde euch nicht verlassen. Verlasset nur ihr Mich nicht.“

Barbara: „O schenke uns auch die Seele von N. Ich opfere Dir auch all den Spott und Hohn auf. Ich freue mich, wenn auch die Natur sich sträubt. Ich will aber mein Kreuz tragen, das Kreuz, das Du mir auferlegst. Wie danke ich Dir; kein anderes können sie mir aufladen. Ich habe die heilige Kommunion und die heiligen Messen und alles, wie andere, aber doch so viele Gnaden. O komm nur, Herr! Es ist mir ein kleines Kreuz, daß mich die Priester verachten und spotten und höhnen; ihnen sollst Du die größte Glorie im Himmel verschaffen. O führe sie auf den Weg zur Heiligkeit! O laß N. eine besondere Glorie zukommen, weil er mir so viele Verdemütigungen bereitet hat, segne N. und N.! Mein Jesus, wie fürchte ich mich vor dieser Sache.“

Jesus: „Habt keine Angst, Meine Kinder!“ Dann sang Barbara das Lied: „Gott sorgt für mich, was will ich sorgen, Er ist mein Vater, ich Sein Kind; Er sorgt für heute, sorgt für morgen, so daß ich täglich Spuren find.“

Barbara: „O Herr, was soll ich machen mit dieser Summe? Soll ich es den Verwandten austeilen oder dazu, daß die Irrsinnige besser gehalten wird, oder in ihrem Namen zu guten Zwecken?“

Jesus: „Das machst du so: Das Geld behältst du für dich in Verwahr, und von Zeit zu Zeit schicke jemand hin und erkundige dich, wie es ihr gehe, und überlasse dem Aufseher ein Geschenk, damit er es für sie verwende. Solange sie lebt, verwende das Geld auf diese Weise, weil die Nächsten immer die ersten sind bei guten Zwecken, solange sie bedürftig sind; wozu es gemacht und gedacht ist von dem Stifter, dazu muß es verwendet werden. Nach dem Tode kannst du es verwenden, wie du willst.“

Auf den ersten Aloysianischen Sonntag im Juni 1899 wurde Barbara dieser Heilige gezeigt inmitten einer ganzen Schar, die ihn umringten. Es wurde ihr gesagt, daß dieses lauter Jünglinge seien, die sich zu gleicher Zeit mit dem heiligen Aloysius geheiligt hätten, die aber vor der Welt verborgen und auf dieser Erde nicht zu Ehren gelangt seien. Barbara staunte, weil sie diese noch mehr glänzen sah als den heiligen Aloysius. Der Herr sagte: „Weil Aloysius schon auf Erden so hoch geehrt sei, jene aber verborgen geblieben seien, so hätten sie den Vorzug vor ihm und glänzten vor in der Ewigkeit.“

Inhaltsverzeichnis Band 3

298 Fest St. Peter und Paul 1899

„Daß ihr in euch alle Fehler ausrottet, so daß die Liebe sich in euch vollends entfalten kann.“

Bei der heiligen Kommunion sah Barbara den Herrn vom Tabernakel herkommen, gekleidet wie ein Priester mit einem weißen Chorrock. Er stellte Sich zwischen Barbara und Lieschen, die nebeneinander knieten und ermutigte sie, die Wallfahrt zu machen.

Jesus: „Wie oft bin auch Ich barfuß gegangen. Wenn Mich ein Gewitter auf Meinen Wanderungen überraschte, und Ich deshalb Meine Schritte beschleunigte, da waren Mir Meine Sandalen hinderlich bei dem lehmigen Boden, und Ich nahm sie deshalb in Meine Hände.“

Am Wallfahrtsort sagte Er:

„Drei Schritte habt ihr zu tun: Der erste ist der, daß ihr geglaubt habt; den habt ihr gut bestanden. Der zweite Schritt ist der, dass ihr im Vertrauen, in der felsenfesten Hoffnung auf Mich, daß Ich trotz aller Anfeindungen die Sache durchführen werde, nicht wankt. Deshalb übertrage Ich euch die Bußwallfahrten, daß ihr immer mehr abgehärtet werdet gegen das Gerede der Menschen, weil solche gerade den Spott und Hohn am meisten erregen. Der dritte Schritt ist schon in diesem zweiten vielfach mit einbegriffen: Daß ihr in euch alle Fehler ausrottet, so daß die Liebe sich in euch vollends entfalten kann.“

Barbara bat den Herrn um die Gnade der Beharrlichkeit. Da breitete die liebe Mutter Gottes Ihren Mantel aus und sagte, Sie werde es nicht zulassen, daß wir nicht ausharren, und Sie umschlang uns fest mit Ihrem Mantel. Sie sagte auch:

Maria: „Seht, wie leicht euch der erste Schritt vorkam, ebenso leicht werdet ihr auch die beiden anderen Schritte tun.“

Inhaltsverzeichnis Band 3

299 Großes Gebet in der Pfarrkirche von Barbara

„Gebt Mir feurige Priester, gebt Mir feurige Priester!“

Als die Prozession aus der Kirche auszog, kam Jesus auf Barbara zu, und sagte:

Jesus: „Leihe Mir dein Herz als einen Thron und liebe Mich für alle diejenigen, die Mich nicht lieben, und die sich nicht beteiligen.“

Barbara: „Ach, so leihe mir doch Dein Herz, damit ich Dich auch so lieben kann, wie Du es verdienst.“ Der Herr gab ihr alsdann Sein Herz und sagte:

Jesus: „So liebe Mich denn mit Meinem Herzen. Siehe, keiner von all denen, die sich beteiligen, geht verloren.“

Als am folgenden Tag in der Kirche die Kinder zum hochheiligsten Sakrament geführt wurden, ging ein Strahl aus Seinem Herzen aus, vor Freude über die unschuldigen Kleinen. Der Herr sagte:

Jesus: „Vor vierzehn Jahren habe Ich dir gezeigt, wie diese Pfarrei darniederlag, und siehe, welch einen Umschwung ein eifriger Priester bewirkt. Gebt Mir feurige Priester! Gebt Mir feurige Priester! Weil der Vater der Menschheit die Verehrung Meines göttlichen Herzens angewiesen hat, hat Er Mir dieselbe gleichsam aufgebunden, und Ich bin noch mehr verpflichtet, alles zu ihrer Rettung aufzubieten. Darum ist aber auch Mein Schmerz noch viel größer, die Menschheit verdammen zu müssen. Fühle den Schmerz mit Mir, daß viele sich gar nicht beteiligen und absolut verlorengehen wollen.“

Er gab Barbara den Schmerz zu fühlen, so daß sie vor Schmerz nicht mehr atmen konnte.

„Fahret nur fort, so entschieden zu sein! Zeigten die Priester eine solche Entschiedenheit, so würde die Kirche zum Sieg gelangen, ohne Blutvergießen. Ihr könnt gar nicht glauben, welch guten Eindruck ihr auf das gewöhnliche Volk macht, wenn sie euch so entschieden eure Wege gehen sehen, insbesondere soll Luise durch Einfachheit der Kleidung vorangehen und sich um Mode gar nicht kümmern.“

Am letzten Tag der Anbetung in der Kirche der heiligen Barbara war der liebe Heiland umringt von einer großen Schar Heiliger, die alle in der Stadt Mainz gelebt, voran der heilige Bonifatius. Dieser führte das Wort. Und Barbara sah, wie in der Luft ein großer Kampf stattfand (gemeint ist ein geistiger Kampf). Er war so heftig, daß die Schwerter auf- und abgingen, wie wenn gedroschen wird. Das Häuflein der Guten war sehr klein, darunter auch Barbara und ihre beiden Freundinnen und die Heiligen der Stadt. Der heilige Bonifatius sagte:

Bonifatius: „Obwohl euer Häuflein so klein ist, braucht ihr euch nicht zu fürchten, denn alle diese Heiligen kämpfen mit euch. Den Priestern der Stadt möchte ich zurufen: Laufet, laufet im Sturmschritt, denn wenn die Priester nicht alles aufbieten, wird, wenn die alte Generation gestorben und die junge groß geworden ist, alles Gute so zertreten werden, daß es darniederliegt. Darum sollten die Priester doch nicht auf den Spott achten; denn der bliebe doch nicht aus. Sie sollten sich um gar nichts bekümmern, sondern laufen, um zu retten, was noch zu retten ist. Wehe, wehe der Stadt Mainz, wir werden mit zu Gerichte sitzen und eure Ankläger sein; denn wir haben uns auf dem nämlichen Boden geheiligt, wo ihr euer Verderben holt. Wehe jenen, die die Gnaden vorbeifließen lassen, ohne sich derselben teilhaftig zu machen!“

Barbara wurde ihre Seele gezeigt mit vielen Fehlern entstellt; sie wurde darüber sehr entmutigt und sagte:

Barbara: „Wie kann denn der Herr mit mir verkehren!“

Da kam die heilige Maria Magdalena, tröstete sie, und sagte:

Maria Magdalena: „Bedenke doch, daß ich die größte Sünderin war, und daß der Herr Sich nicht scheute, mich zu lieben und mit mir zu verkehren. Machet alle drei an meinem Festtag eine Wallfahrt zum Andenken daran, daß ich in einer Felsenhöhle Zuflucht gesucht. Und in der Oktav vom Rochusfest geht an die Gnadenstätte dieses Heiligen.“

Inhaltsverzeichnis Band 3

300 Großes Gebet in der Pfarrkirche am 3. Juli 1899

„Magst du Fehler begangen haben in deiner Jugend und dein ganzes Leben wie Sandkörner am Meere, sobald du dich in die Arme Meines Sohnes wirfst, demütig, reumütig um Verzeihung flehend, ist alles vergessen, alles verziehen.“

Barbara: „Meine liebe Mutter! Ich grüße Dich durch das allersüßeste Herz Jesu Christi und bitte Dich, ersetze Du, was unserer Armseligkeit abgeht. Noch einmal opfere ich Dir und durch Deinen lieben Sohn den Weg auf, den wir gemacht zu Deinem heiligen Gnadenbild (alle drei in gleicher Kleidung, Lieschen und Barbara barfuß). Alle die Strapazen, die wir durchgemacht, auch all den Spott, den wir freiwillig und mit Freude auf uns genommen, opfere ich Dir auf, in Vereinigung mit dem Weg, den Du zu Deiner Base Elisabeth gegangen bist. Wir haben uns nicht an dieses Geheimnis erinnert, darum bitte ich Dich, daß Du alles der Heiligsten Dreifaltigkeit darbringen möchtest, damit wir Mut und Stärke in all den Leiden und Verachtungen erlangen, auch für die Anliegen der Kirche, die Bekehrung der Sünder und zum Trost der Armen Seelen im Fegefeuer. O daß wir doch so unbekümmert durchs Leben gingen wie Du, denn Dein lieber Sohn und Du seid in die Welt gekommen, uns zum Vorbild, also muß es Menschen geben, die Euch nachfolgen.“

Maria: „Meine Kinder! Ja, freilich sind Wir da, um euch ein Beispiel zu geben. Alles, jeden Schritt und Tritt, den Ich in Meinem Leben getan und den Mein Sohn getan, jedes Wort, das Wir gesprochen, ist nur da, um euch ein Beispiel zu geben, damit ihr Uns nachfolgen könnt. Seht, von Mir spricht man in der Heiligen Schrift wenig, weil das Weib schweigt in der Kirche; aber alles, was Ich getan habe, was notwendig ist, damit viele Mir nachfolgen, ist doch niedergeschrieben und wird bei gewissen Festen euch vorgestellt, zur Nachahmung vorgestellt.

Seht nun, Meine Kinder, wenn die Kirche das Fest Meiner Heimsuchung feiert, wo Ich über das Gebirge eilte zu Meiner Base, um ihr die frohe Botschaft zu bringen, daß der Erlöser eingetreten sei in diese Welt, und daß Er bald öffentlich erscheinen werde; denn die Freude Meines Herzens war so groß, daß Ich es Meiner Base doch nicht länger hätte vorenthalten können, weil Ich durch innere Erleuchtung wußte, daß auch sie empfangen, und daß sie ein Kind gebäre, das Meinem Sohn viele Freude mache, ja, daß er die Wege einschlagen solle, die er Meinem Sohn vorbereiten solle. Denkt euch, mit welcher Freude Ich Meine Schritte beschleunigte!“

Und ich sehe Sie dahinziehen mit Ihrem heiligen Gemahl, nicht aber ein Eselchen. Sie gehen nicht wie bei der Flucht nach Ägypten; Sie gehen einsam des Weges dahin. Jeder hat ein Päckchen auf dem Arm und auf dem Rücken gerade wie wir, wenn wir nach Mainz gehen. Aber ein himmlisches Licht umfließt Sie, eine Helle geht von Ihnen aus, von der lieben Mutter Gottes, mit der der heilige Josef eingeschlossen ist, und die weithin Ihr Licht verbreiten.

Maria: „Es ist dies die göttliche Gnadensonne, Mein Kind, Die in Meinem Schoß noch eingeschlossen ist.“

O wie freudig ist das Angesicht zu schauen. Ja, da ist kein Kummer zu sehen. Das ist, als wenn Sie Beide ins Paradies eintreten, eilen müßten, um recht bald an der Pforte anzukommen. Sie singen und beten abwechselnd auf dem ganzen Weg.

Barbara: „Meine liebe Mutter! Was willst Du uns denn mit dieser heutigen Betrachtung lehren, da ja doch Großes Gebet ist, und Dein lieber Sohn uns immer so schön belehrt über die Herrlichkeit dieses Festes und Seine Freude uns kundtat, wenn die Große Gebetswoche war.“

Maria: „Das hat alles seine Bedeutung. Seht, ihr steht jetzt im Begriff, den zweiten Schritt zu tun auf dem Weg, um in allernächster Nähe Mir und Meinem Sohne nachzufolgen. Darum muß Ich euch heute belehren. Darum bin Ich gekommen, Ich, die Mutter der Schönen Liebe, um euch recht bald zu helfen, daß auch ihr den Schritt zur göttlichen Liebe ganz und vollkommen zurücklegen könnt; denn jetzt steht ihr noch in dem Zeitpunkt, den Schritt eines lebendigen Gottvertrauens zu tun. Der erste Schritt ist zurückgelegt, wie Mein Sohn dir zu wissen tat, als ihr in Mombach waret. Den zweiten Schritt habt ihr begonnen, und deshalb verlangt Mein Sohn, daß ihr außergewöhnliche Werke verrichtet, außergewöhnliche Bußübungen, und heute bin Ich gekommen, um euch zu bestärken und recht zu befestigen, besonders deinetwegen, Meine Kleine, weil du noch in einer Familie stehst, wo du viel abgehalten wirst, und wo man dir manchmal bös entgegentritt, weil du viel aus der Familie heraustrittst, um Meinem Sohn Freude zu machen.

Seht, als wir auf Erden wandelten, gehörten wir der Gesellschaft an wie alle Menschen, unseren damaligen Zeitgenossen. Damals waren schon die drei Hauptfeinde zu bekämpfen, die Augenlust, die Fleischeslust und die Hoffart des Lebens wie jetzt. Ja, es war die höchste Spitze der Zeit gekommen, wo diese drei Hauptfeinde mit aller Wut wüteten, mit aller Energie, um alle Menschen in ihre Garne zu ziehen. Satan hatte sein Reich aufgerichtet wie noch nie und glaubte, die Zeit sei gekommen, wo die ganze Menschheit sich ihm unterwerfen müsse. Da war auch die Augenlust, die Habsucht; da wollte jeder reich sein und keiner arm, und derjenige, der arm war, galt für keinen Menschen, galt als ehrlos. Darum strebte jeder, recht reich zu sein, zu glänzen in der Welt, um ja nicht zu den ehrlosen Armen herabsteigen zu müssen.

Mein Bräutigam, der heilige Josef, war doch ein gewöhnlicher Mensch wie ihr. Er war nicht schon vor der Geburt ein ganz besonderes Gnadenkind, wie dies bei Mir der Fall war, und hatte somit viel auszukämpfen, mehr zu kämpfen als Ich. Und doch hatte er es durch sein fortwährendes Streben, nur Gott allein zu gefallen, nur Ihm allein zu dienen, dahin gebracht, daß er diese drei Hauptfeinde überwand. Wenn er nun einmal merkte, es könne der Wille Gottes sein, eine Wallfahrt zu tun, dann bestrebte er sich aber auch, diese Wallfahrt ganz und voll zu tun. Dies tat er schon, ehe er mit Mir vermählt war. Wenn die Zeit kam, wo die Juden ihre Feste feierten, da schaute er nicht darauf, ob er etwas verlieren könne an seinem Vermögen, ob es auch schicklich sei, daß er fortzöge.

Nein, er beeilte sich, ließ alles, sein Handwerk liegen, und ging. Und als Ich mit ihm vermählt war, und er mehr Sorge hatte, weil er in einer Familie jetzt lebte, und deswegen für sie sorgen mußte, wenn aber die Zeit kam, wo Wir Uns Gott wohlgefälliger erzeigen wollten, und somit alles liegen und stehen ließen, um Ihm allein zu dienen, da brachte er dies Opfer auch ganz und voll. Seht, Meine Kinder, so sollt ihr euch jedesmal erinnern, wenn der Herr euch anspornt, wenn Er durch eines von euch spricht, daß Er verlange, da und dorthin zu gehen, sollt ihr euch jedesmal zu dritt in Vereinigung verbinden, damit ihr so das Geheimnis der Heiligen Familie erneuert, wie Sie Ihre Wallfahrten zurücklegte. So wie Wir der Menschheit so großen Nutzen brachten, obwohl Wir ganz still und verborgen dahinzogen, unbeachtet von anderen und unbekümmert, was sie von Uns denken, zogen Wir dahin, einzig und allein Gott lobend und preisend, und doch, welche Gnaden brachten Wir bei diesen einfachen Wallfahrten der gesamten Menschheit.

Die erste Gnade war, als Wir eintraten in das Haus des Zacharias, Ich und Mein liebes Kind, denn Mein heiliger Bräutigam war wieder zurückgekehrt, daß die ganze Familie sich an Mir erbaute und der Herr das Wunder wirkte, Sich, ehe Ich auch ein Wort sprach, zu erkennen zu geben Meiner Base und ihrem lieben Kind, das sie noch unter ihrem Herzen trug. Seht, bedenkt dieses, wenn ihr wallfahrten geht, still, ohne euch umzusehen, ob jemand lache oder weine, ob jemand sich erbaue oder spotte, unbekümmert, ob ihr etwas versäumt oder vernachlässigt; denn ihr seid Jungfrauen, und eine Jungfrau tut das, was des Herrn ist, damit ihr eure Schritte beschleunigen könnt und mit felsenfestem Gottvertrauen die Hindernisse übersteigt, die euch noch in den Weg kommen. Die Früchte reifen doch, wenn es auch scheint, es sei dieses eine Sache der Nichtnotwendigkeit, man müsse den Kleinen keinen Anlaß geben, zu spotten und zu höhnen. So meinen wohl die Besseren, die Priester und die Gläubigen, die guten Christen.

Aber sagt ihnen, ob Wir denn Rücksicht genommen haben bei Unseren Wallfahrten? Als Ich mit Meinem heiligen Gemahl hineilen mußte, und die Stunde gekommen war, wo Mein göttliches Kind die Welt erblicken sollte, wurde Ich auch viel verspottet, Ich und Mein Gemahl, und man sagte: ‚Dieser Mann muß wohl närrisch sein, daß er eine so junge Frau hinausführt in die Welt unter solchen Umständen. Der wird wohl glauben, bei uns eine Herberge aufzuschlagen‘, und spottend und hohnlachend wiesen sie ihn ab von Tür zu Tür. Erinnert euch daran, wenn ihr seht, daß ihr verlacht und verspottet werdet. Ferner, wo Mein Sohn Sich offenbart, da braucht ihr es nicht zu tun, das heißt, wo Mein Sohn offen Seinen Willen kundtut, da geht und folgt; denn das Opfer, das ihr bringt, genügt und ist besser, als lange hin- und herzufragen, denn der arme Mensch ist von Natur aus angelegt, womöglich wenig zu opfern, und bis er das Opfer in seinem Herzen gebracht hat, ist schon ein großer Schritt getan.“

Barbara: „Liebe Mutter! Sollen wir denn in der Nähe an einen Wallfahrtsort gehen, wenn wir die dritte Wallfahrt machen, oder noch einmal nach M.? O tue es uns doch zu wissen, gern wollen wir das Opfer noch einmal bringen.“

Maria: „Mein Sohn wird es dir schon zu wissen tun; für jetzt warte es noch ab. Höre, was Ich dir sage zu deiner weiteren und zu eurer weiteren Belehrung. Dieses nur zum gestrigen Fest, das die Kirche feierte. Ihr seid nicht berufen, um Wunder zu wirken. Auch will der Herr kein Wunder an euch wirken; denn die Kirche steht in vollem Glanz. Sie ist entfaltet nach allen Richtungen hin, und darum ist es nicht mehr notwendig, außergewöhnliche Zeichen zu geben und die Menschen auf die Kirche aufmerksam zu machen.

Weil ihr aber gestellt seid, vielen zum Vorbild und so, daß alle Menschen euch nachahmen können, und weil die Zeit gekommen ist, wo die Kirche wieder zum Aufschwung, zum Sieg gelangen soll, weil ihr an dem Wendepunkt steht, und viele sich euch anschließen sollen, darum will der Herr, daß ihr den ganz gewöhnlichen Weg geht in betreff eurer Lebensweise. Oft schon hat der Herr euch gesagt, daß Er kein großes Fasten verlange, keine außergewöhnliches Fasten, und dies fühlt ihr ja, ein jedes an sich, daß dem so ist, daß es der Herr von euch nicht verlangt, sonst gäbe Er euch die Kraft dazu. Da ihr aber alle drei merkt, daß die Kräfte schwinden, sobald ihr euch zuviel auferlegt, darum will Ich euch sagen, daß solches der Herr nicht von euch verlangt, und ihr dies demzufolge auch nicht tun sollt. Um eure Kräfte zu erhalten, sollt ihr euch nähren und kräftigen, so oft und sobald es notwendig ist.

Diese Woche ist das Große Gebet hier in der Stadt, wo ihr euch aufreibt und aufreiben wollt; denn inniges und andächtiges Beten fordert Kräfte und Anstrengung. Weil ihr aber durch die Überanstrengung eurer Kräfte alle drei aufgerieben seid, die Natur verlangt nun mal ihr Recht, darum rate Ich euch, bringt das Opfer, die erste Stunde zu missen, denn dieses ist für euch ein großes Opfer, weil ihr Meinen Sohn gern zuerst begrüßen möchtet. Aber deswegen bringt dieses Opfer und wartet, bis die Zeit gekommen ist, wo ihr gewöhnlich aufsteht, damit ihr dann eure Kräfte um so mehr anstrengen könnt in der Zeit, wo andere nicht können.

Euch hat Mein Sohn berufen, außerhalb der Familie zu stehen, damit ihr Ihm Ersatz und Sühne leisten könnt für andere Menschen. Nun gibt es so viele in der Stadt und in der Welt, die gern Meinem Sohn auf den Knien dienen möchten, anbetend vor Ihm knien möchten; aber ihr Beruf und ihr Stand verträgt sich nicht damit. Es sind die Hausmütter und Väter, Jungfrauen, aber sie stehen in der Familie; sie sind im Dienstbotenstand und müssen arbeiten. Für diese alle sollt ihr den Tag über Ersatz und Sühne leisten.

Wenn ihr gekräftigt seid, dann könnt ihr euch voll und ganz Ihm hinschenken und könnt euer Herz erweitern, die ganze Welt im Geist durchwandern und zusammenscharen, und anstatt aller Menschen, Ihm eure Huldigung zu Füßen legen. Dieses aber, wenn der Mensch so abgespannt ist, fällt ihm gar nicht ein. So muß Geist und Fleisch zusammenwirkend vor Ihm knien. Seht, obwohl Mein Sohn euren guten Willen kennt, obwohl Er alles weiß, will Er aber doch wenigstens, daß ihr Ihm in euren Gedanken euch aufopfert. Wenn aber das Fleisch und Gemüt so abgespannt sind, kann man nicht denken an seine Mitmenschen, man denkt nur an seine Armseligkeit und kauert zusammen.

Um dieses die ganze Woche zu verhüten, wollte Ich euch diese Belehrung geben. Ihr werdet sehen, wie gut es ist, auch manchmal der Bequemlichkeit nachzugeben, wie andere meinen. Andere wissen nicht, wie abgehärmt ihr jetzt seid, der Körper jetzt ist; und wenn solche, die noch mehr Kraft haben, bei denen nach einer ruhigen, geschlafenen Nacht alles vorüber ist, und die dann, wenn sie diese Stunde Gott geopfert haben, weiter gehen und den Geist anders zerstreuen, wenn diese auch darüber sprechen sollten, schadet es nichts, dieses Opfer müßt ihr bringen.“

Barbara: „Ich danke Dir, liebe Mutter.“

Maria: „Jener ängstlichen Seele sage, Meinem Sohn dienen, sei das Allervollkommenste, das ein Mensch auf Erden üben könne; sich ganz Ihm hingeben, in heiliger Liebe sich mit Ihm vereinigen. Dieses könne aber nur eine Seele, die ganz aus sich herausgeht, die, weil sie ängstlich angelegt ist, sich ruhig leiten läßt von einem geistlichen Führer und in Abgang dessen, sich oft der Worte erinnert, die Mein Sohn zu Seiner Dienerin gesprochen: ‚Ich vergesse und Ich zähle nicht‘. Magst du Fehler begangen haben in deiner Jugend und dein ganzes Leben wie Sandkörner am Meere, sobald du dich in die Arme Meines Sohnes wirfst, demütig, reumütig um Verzeihung flehend, ist alles vergessen, alles verziehen. Und jetzt raffe dich auf, Meine Tochter, und beeile dich, denn nur noch kurz ist der Weg, den du zu wandeln hast. Beeile dich, den Stein von deinem Grab zu wälzen, der einstens deine irdische Hülle drücken soll, um ihn in deine Krone einzufügen. Siehe, der Herr gab dir zeitliche Güter, damit du sie, weil Er dir dazu auch eine edle Seele und ein gutes Herz gab, verwerten könnest zu Seiner Ehre und Verherrlichung und dir Schätze sammeln könnest für den Himmel mit diesem ungerechten Mammon. Schließe dich an, an Meine Freundinnen und tue, was dein Beichtvater dir sagt. Lege alles ab, was dich bisher zurückhielt, alle die Hindernisse; tue den ersten Schritt, und der zweite Schritt ist schon damit getan, und der dritte wird leicht zu tun sein, wenn der zweite getan ist.

Meine Kinder! Seht, gestern wurde Mein Sohn viel verherrlicht. Die Dompfarrei hat sich glänzend erwiesen, aber nicht allein die Dompfarrei; die Ursache ist, weil alle sich beteiligen, alle guten Katholiken in der ganzen Stadt. Heute ist das Herz Meines Sohnes wieder recht erfreut und erquickt, weil Seine Kinder sich so zahlreich um Ihn versammeln, um Sühne zu leisten. Seht dieses liebende Herz, wie genügsam Es ist, wenn nur noch einige da sind, die Seine Liebe nicht verschmähen, ist Er zufrieden. Darum freuet euch, Ersatz und Sühne zu leisten für all die übrigen, die Ihn verachten und verschmähen.

Und wenn Mein Sohn wieder ein außergewöhnliches Opfer von euch verlangt, ein außergewöhnliches, dann seht euch nicht um und fragt nicht lange, wenn das Opfer nur im Herzen gebracht ist, voll und ganz. Meine Diener, die Diener der katholischen Kirche, die Priester hier in Mainz sind gar zu ängstlich. Es sind ja recht fromme, eifrige Seelenhirten dabei; alle tun ihre Schuldigkeit, aber darüber hinaus wollen sie nichts. Jedes Gespött vermeiden – das geht nicht in dieser Welt! Wie hat die Kirche sich gedrückt und gedemütigt, nachgegeben und immer wieder nachgegeben, und doch spottet man ihrer und spottet Tag für Tag drauflos. Darum auf, Meine Diener! Nicht achten auf den Spott der Welt. Schaut hin auf Meine Kleinen, die sich nicht schämen vor dem Gerede der Menschen. Und wenn sie es ertragen können, ist es dann zuviel, wenn man euch sagt: ‚Ja, solche ziehen diese Priester!‘ Seid ihr ja doch die Schufte, die Schwarzröcke, die Pfaffen euren Feinden gegenüber, die gesonnen sind, lieber heute als morgen euch aus der Welt zu schaffen. Ein bißchen Spott mehr oder weniger; aber auf, schließt euch mit aller Entschiedenheit denen an, die es ernst meinen, die nicht nach dem Spott der Welt fragen, das wäre an der Zeit!

Was war es denn, das Meinen Sohn beliebt machte unter dem kleinen Volk, daß alles Ihm nachlief? Weil Er Strenge und Majestät und Milde mitsammen zu verbinden wußte. Dieses könnt ihr alle, ihr Priester; denn ihr seid ja ein anderer Christus. Anstatt alles zerschneiden zu wollen, um ja nichts herauszufinden, was ein bißchen Spott heraufbeschwören könnte, sollt ihr mutig und entschlossen euch mit einstellen in die Rechte der Kirche; denn diese verteidigen nur die Rechte der Kirche, der heiligen katholischen Kirche. Die heilige katholische Kirche hat von jeher Büßer, Heilige gebildet, und in jetziger Zeit erst recht. Heilige muß sie bilden, Heilige muß sie ziehen. Ja, Heilige gibt es in eurem Jahrhundert viele; viele großmütige Herzen, großmütige Seelen unter allen Klassen von Menschen.“

Barbara: „O liebe Mutter! Schenke mir doch die Seele von N. Sieh, sie hat Dich doch ihr Leben lang sehr geliebt und hatte das ganze Jahr ein Maialtärchen aufgerichtet.“

Maria: „Du mußt aber auch die andere Seite aufziehen. Ich kann sie dir nicht schenken.“

Barbara: „So sage uns zu unserer Belehrung, was sie denn jetzt am meisten bereut.“

Maria: „Weil sie noch so halb und halb mit der Welt liebäugeln wollte. Eine Seele, die der Herr mit Gnaden überhäufte, und der Er Seinen Willen kundgetan, wie dieses hier der Fall war, soll sich aber auch an Ihn anklammern und nicht so sehr der Welt anhängen. Sie hätte nicht mehr der Welt zu gefallen leben sollen und mehr dem Herrn opfern müssen; sie hat aber weder von ihrem Vermögen noch von ihrer Ehre etwas abgeben wollen. Nicht einen Pfennig, nicht einen Pfennig, hat sie von ihrem Kapital dem Herrn geopfert. Sie wollte glänzen vor den Augen der Menschen und ihr Vermögen recht zusammenhalten, nur damit ihre Familie glänze. Dafür muß sie jetzt büßen.

Anstatt sich eine große Glorie und Herrlichkeit zu verdienen, hat sie jetzt eine ganz matte Krone zu erwarten, wie sie jede Ehefrau und jeder Christenmensch zu erwarten hat, der die Gebote Gottes und der Kirche genau beachtet. Eine Jungfrau sorgt für das, was des Herrn ist, während eine Frau sucht, ihrem Mann zu gefallen. Dieses soll eine Jungfrau, die der Herr in solche Verhältnisse gestellt, daß sie es tun kann, sie soll diese Krone sich erkaufen. Die arme Jungfrau aber, die der Herr in Armut darben läßt, kann sich diese Krone erkaufen und verdienen durch ihre Geduld, ihr treues Anhängen an den Herrn und inniges Gottvertrauen. Darauf wollte euch der Herr hinzielen, als Er in Mombach dir sagte: ‚Ihr steht im zweiten Schritt!‘

Du, Meine Kleine, habe ein felsenfestes Gottvertrauen. Der Herr wird alles ersetzen, wenn du auch hie und da einen Tag versäumst. Ja, Er wird alles ersetzen, wie deine Schwägerin es merken kann. Diejenigen, die der Herr dazugestellt, haben denselben Gewinn, wenn sie nur zufrieden sind. Sage nur den zwei Dienstboten, welch herrliche Krone sie sich verdienen, wenn sie mit Geduld die Arbeit verrichten, die du hättest verrichten sollen an dem Tag, wo du abwesend bist. Sage ihnen, welche herrliche Krone der Jungfrau wartet, aber nur der Jungfrau, die Jungfrau ist nach dem eigentlichen Sinn des Wortes; nicht derjenigen, die ihre Bequemlichkeit sucht in der Welt, die Ehre sucht, wenn sie reich ist, und auch nicht derjenigen armen Jungfrau, die nur unzufrieden dahinschleicht und ihren Stand verwünscht und glänzen möchte.“

Inhaltsverzeichnis Band 3

301 Erster Freitag im Juli 1899

„Staunen wird die Welt, die Nachwelt, wenn sie liest, wie in einem armen Dorfmädchen Ich die Weisheit einer ganzen Weltgeschichte niedergelegt.“

Lied: Sei im Jubelschall erhoben ...

Barbara: „Ich bete Dich an, o göttliches Herz Jesu, im Allerheiligsten Sakrament, besonders in dieser Kirche, wo Du von so vielen angebetet und verehrt wirst, und in allen Kirchen, wo heute Dein göttliches Herz auf besondere Weise verehrt wird, in Vereinigung mit allen frommen Ehrenwächtern und Sühneanbetern in der ganzen weiten Welt.

O mein Jesus! O mein Jesus! Ich danke Dir für die unendliche Liebe und Herablassung, daß Du mich heimsuchst. Ich bin nicht würdig, daß Du eingehst unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort. O verzeihe mir alle Fehler und Nachlässigkeiten, die ich begangen habe. Reinige mein Herz und meine Lippen von allem, was Dir mißfällt, von jedem unnützen Wort, das ich gesprochen. Gelobt sei Jesus Christus!“

Jesus: „Meine Kinder! Freuet euch! Die Stunde ist gekommen, wo Ich Mich würdige, in eurer Mitte zu sein, Mich auszugießen, Meinen Geist auszugießen in euch; denn wißt, alles, was Mein Herz beschwert, sollt ihr wissen, und ihr sollt Anteil nehmen an jeder Meiner Freuden und Leiden, denn es ist Freundessitte, daß sie sich gegenseitig austauschen, Freud und Leid miteinander teilen, denn geteilte Freude ist doppelte Freude, geteilter Schmerz ist nur halber Schmerz. Es freut Mich, Seelen zu finden, in denen Ich Mich noch ergießen kann; es freut Mich, Seelen zu finden, die sich aber auch dafür hergeben, die Leiden mit Mir zu teilen, die Mein Herz in Meinem eucharistischen Leben bedrücken und belästigen.

Seht, Meine Kinder, bin Ich nicht der größte Tor, daß Ich Mich erniedrigte, bis zum letzten der Tage Mir Leiden aufzubürden? Könnte Ich nicht überselig und überglücklich sein bei Meinem himmlischen Vater, dort in dessen Schoß? Und doch ist die Liebe zu euch Menschen, zu euch armseligen Geschöpfen so groß, daß Ich es vorzog, Meine Herrlichkeit zu teilen, Meine Freude zu mindern, um nur noch etwas von diesem irdischen Leben mit Mir hineinzuziehen in diese ewige Herrlichkeit, in diese unvergänglichen Freuden. Obwohl Ich im Himmel bin, im Schoß Meines Vaters, auf ewig, wollte Ich doch auch noch auf Erden sein, um das Kreuz tragen zu können. Ja, bin Ich nicht der größte Tor aller?

Ist denn das Kreuz so süß, daß Ich es vorziehe den Freuden, der Herrlichkeit des Himmels? Ja, ja, Meine Kinder! Süß und angenehm ist das Kreuz, weil das Kreuz die Herrlichkeit des Himmels nur allein vermehren kann, die Herrlichkeit des Himmels nur allein verdienen kann. Seht, deswegen habe Ich dieses eucharistische Leben Mir geschaffen, um das Kreuz tragen zu können bis ans Ende der Welt. In diesem eucharistischen Leben nun, Meine Kinder, trage Ich ein schweres, schweres Kreuz, unter welches ihr alle euch stellen müßt, um Mir die Last und Bürde zu erleichtern.

Der Mensch, der Mein Ebenbild in sich trägt, ist Mein Bruder, Meine Schwester, also Miterbe, Tischgenosse Meines Reiches, Meines Vaters. Sie alle speisen täglich mit Mir an ein und derselben Tafel, denn sie alle ernährt Mein himmlischer Vater, alle Menschen, ohne Ausnahme: Juden und Heiden, Irrgläubige und schlechte Christen, sie alle sind Tischgenossen mit Mir an der Tafel Meines himmlischen Vaters. Wie viele sind nun unter diesen Meinen Brüdern und Schwestern, die die Rolle eines Judas spielen? Und doch muß Ich sie ertragen, und Ich ertrage sie. Aber seht, da das Kreuz Mich immer schwerer drückt, sehe Ich Mich täglich um von der Warte aus, ob nicht welche kommen, um Mir das Kreuz in etwas zu erleichtern. Alle nehme Ich an, alle, kommt nur alle, Meine Kinder, stellt euch unter dieses eucharistische Kreuz; helft Mir, helft Mir!

Du, Mein Freund, der du an der Spitze einer Gemeinde stehst, und der du siehst, wie so viele deiner Gemeinde auf Irrwegen gehen, wie alle deine Worte unnütz und vergebens sind, in den Wind gesprochen, ja komme, Mein Freund, und stelle dich unter das eucharistische Kreuz; hier klage deine Not, und trage es mit Mir; denn in so vielen Tabernakeln wohne Ich und stehe auf der Warte und rufe und warte, und niemand hört Mich. Taub und stumm gehen sie vorüber, als hörten und verständen sie Mich nicht. Komme und lerne Geduld bei Mir. Du Vater, du Mutter, du schleppst das Kreuz, das deine Kinder dir auferlegen, oder du bist in Armut und Not geraten, weil Mein Vater verschiedene Stände geschaffen und nicht alle gleich an irdischen Gütern sind.

O komme mit deinem Kreuzlein, so muß Ich es nennen, denn gar klein ist das Kreuzlein, das du für so schwer hältst; denn wisse, dieses Kreuz dauert nur wenige Tage, und dann ist es nur die Brücke zu deiner ewigen, ewigen unaussprechlichen Herrlichkeit; denn du Vater und du Mutter, die du arm bist, du bist auf dem sichersten Weg zum Himmel. Beneide darum deine Brüder nicht, die reich sind, die zeitliche Güter besitzen, denn sie sind auf dem Wege zur Hölle; jeder Schritt ist gepflastert für sie mit Gefahren zur Hölle. Wenn sie diese Pflastersteine nicht aufheben, um sie umzuwandeln in Edelsteine und in ihre Krone einfügen, sind sie alle, alle verloren, die Reichen, die so viele zeitliche Güter besitzen und sie nicht in der rechten Weise gebrauchen; denn sie sind ja nur Gefahren für sie. Du aber, du armer Vater und Mutter, die du darbst mit deinen Kindern, du hast nur am Ende deines Lebens deine Sünden zu bereuen, die du etwa begangen, und du gehst ein in die Freude deines Herrn. Ja, Ich sage dir: Durch das Tragen deiner Armut mit Geduld, gehst du ohne Fegefeuer ein in die Freude deines Herrn. Darum komme und trage das Kreuz mit Mir; denn du bist ein eucharistischer Kreuzträger.

Du Ordensfrau oder Ordensmann, du gehst freilich auf dem sichersten Weg. Aber da die Welt so gottlos geworden ist, und so viele angesteckt sind vom Geist der Welt, und die ganze Welt überflutet ist mit Unglaube, mit Gottlosigkeit, und dieser Geist auch mit hineingetragen wird in die Mauern des Klosters, da gibt es auch viele Leiden, viele Zerwürfnisse mit einzelnen Personen, die hie und da nicht den rechten Geist mit hineingebracht. Du hast ja auch ein schweres Kreuz zu schleppen. Aber komme, komme, vereinige dein Kreuz mit Meinem Kreuz. Siehe, all diese Leiden muß Ich tragen in Meinem eucharistischen Leben, und ihr sollt sie mit Mir tragen. Ihr alle, in der ganzen Welt ohne Ausnahme, die ihr euch anschließen wollt, die ihr gern bei Mir verweilt im Heiligsten Sakrament, ihr alle sollt Kreuzträger werden, eucharistische Kreuzträger.

Wollt ihr nicht noch mit dem Glöcklein in der Hand durchs Leben gehen, so stellt euch wenigstens unter das Kreuz; wenn auch die Schweißtropfen eure Stirn bemalen, schadet nichts; seht nur auf Mich, der Ich vorausgehe und den langen und den Querbalken zusammen trage. Ihr alle habt nur ein Hölzchen. Ich aber trage ein zweifaches, schweres Holz. Darum über alles hinweg, über all die Hindernisse, die euch da in den Weg gestellt werden, darüber steigen, den Fuß ein wenig anheben, aber nicht wanken und nicht weichen, wenn ihr auch hie und da zu Boden fallt, und das Kreuz ein wenig abhanden gekommen ist, steht schnell wieder auf, und setzt die Achsel wieder unter das Kreuz; denn wißt, solange ihr euch bewußt seid, daß ihr eucharistische Kreuzträger sein und bleiben wollt, wird euch nichts zu schwer, da kannst du die Schulter eines Mannes auf dich nehmen und Kinder ernähren und Kinder erziehen, da kannst du ein zänkisches Weib erdulden in deiner Nähe und mit ihr dein Brot teilen und essen. Trotz der bitteren Armut, die dich drückt, hast du dann doch noch ein liebes Wörtchen für jedermann, der dir seine Not klagt. Da hast du Mitleid mit dem armen Kranken, mit dem armen Verstorbenen, mit dem Sünder, der da taub an Ohren dahingeht und nicht hört auf deine Worte, du kannst doch noch für ihn beten.

Ja, ja, Meine Kinder, harret aus auf dem Weg, den ihr betreten, laßt euch nicht irre machen. Seht, alle die Worte, die Ich Jahre und Jahre schon mit euch sprach, sie sind bekräftigt und bestätigt am 25. Mai von Meinem ersten Statthalter in Rom; denn wie Ich gesagt, spreche Ich mit ihm wie mit dir. Ihm tue Ich Meinen Willen kund wie dir, und Hand in Hand sollt ihr gehen; denn staunen wird die Nachwelt, wenn Meine Kirche einmal auf den Leuchter gestellt sein wird und alles in Erfüllung gegangen sein wird, was Ich dir vorausgesagt; wenn das Grün, das Ich dir gezeigt am letzten Herz-Jesu-Fest, einmal härter geworden ist und in Dunkel übergegangen, dunkelgrün geworden ist, denn jetzt ist es nur noch ein blasses Grün, das heißt, der Schimmer der Hoffnung ist angebrochen, dann soll die Zeit kommen, wo alle Völker der Erde hinaufschauen, und die Strahlen dieser Sonne, die da ist Meine heilige katholische Kirche, sollen alle Völker der Erde erwärmen. Staunen wird die Welt, die Nachwelt, wenn sie liest, wie in einem armen Dorfmädchen Ich die Weisheit niedergelegt, die Weisheit einer ganzen Weltgeschichte.

Unscheinbar und doch gewaltig geht alles vor sich. Nicht wahr, Meine Kleine, als Ich dir sagte, daß Ich ein Band um die Menschheit schlingen will, daß dieses Band ausgehen soll und ausgehen wird aus Meinem göttlichen Herzen im Heiligsten Sakrament und alle, die sich an diesem Band festhalten, Mitglieder des Liebesbundes sein und werden sollen: ‚Ein Band will Ich schlingen um die Menschheit, die guten, treuen Christen sollen sich zusammenscharen‘, da ahntest du nicht, daß dieses so bald in Erfüllung gehen werde.

Siehe, dieses Band ist nun geschlungen durch Meinen Statthalter in Rom dadurch, daß er die ganze Menschheit Meinem göttlichen Herzen weihte und opferte. Nun müßt ihr aber auch wissen, daß diese Menschheit mit Mir noch in viel engere Verbindung getreten ist seit dem letzten Herz-Jesu-Fest, und Ich noch viel engere Verpflichtung mit der Menschheit eingegangen bin. Diejenigen, die da das Gelübde mitgemacht, die sich Meinem Herzen geweiht haben, sind nun Mitglieder des Liebesbundes, den Ich mit der Menschheit geschlossen, sie sind nun Arbeiter im Weinberge des Herrn; sie haben alle die Verpflichtung auf sich genommen zu arbeiten, zu ackern und zu pflügen und das Unkraut auszurotten, damit der gute Same recht üppig wuchern könne. Wißt ihr, der gute Same seid ihr, ihr alle, die ihr euch anschließt.

Damit ihr ohne Hindernis und ohne Zweifel und Ängsten ruhig euren Weg verfolgen könnt, habe Ich alle Hindernisse Selbst weggeräumt durch den ersten Statthalter in Rom; denn durch die Priester jetziger Zeit, die da gar zu ängstlich sind, wenn eine Seele einen tieferen Einblick hat in das, was Ich wirke auf übernatürliche Weise in der Seele, sind die guten, treuen Christen viel gehemmt in ihrem Fortschritt, weil dann die ängstlichen Seelen viel mehr den Priestern glauben, die sie zu leiten haben, und der Priester, wenn er sagt, es ist der böse Feind, es ist eine Krankheit, dann ist die Seele kleinmütig und geht den alten Schlendrian lieber wieder weiter, als daß sie sich in engere Verbindung mit Mir setzt. Nun aber hat Mein Statthalter in Rom in die ganze Welt hinaus gesprochen: Preis allen denen, die unter Laienkreisen Gutes anregen, gern will ich es bewilligen. Damit ist alles bestätigt, all die guten Anregungen, die Meine treuen Kinder auf Erden in ihrem Kreis bewirkt haben. Nun fahret fort, stört euch an niemand.

Was Ich von euch verlange, ist ja nur wenig, aber dieses wenige erfüllt mit Pünktlichkeit. Vor allem traget euer Kreuz mit Geduld, jeder in seinem Stand, damit die anderen nicht irre werden.

Du, Meine Kleine (eine Jungfrau, die die Kinder ihres armen Bruders erzieht), du hast, wie du meinst, ein schweres Kreuz zu schleppen. Ja, aber siehe, du mußt hinschauen auf die Früchte, die dieses Kreuz zeitigt. Du mußt hinschauen auf die unsterblichen Seelen, die du zu leiten und zu lenken hast und mußt immer bedenken, daß du jetzt eine Klosterfrau bist, die die Kinder anderer Leute erzieht; denn das, was eine Ordensfrau tut durch die Gelübde, die mit Kindererziehung beschäftigt ist, das tust du jetzt in der Familie, wo du die Kinder erziehst für Gott. Und die Früchte, die da in diesen Kindern heranreifen, indem du ein Tugendleben in sie einpflanzt, laß es dich nicht gereuen, auch wenn du von Tür zu Tür das Brot betteln müßtest für sie; dann sollst du wissen, daß es der Wille Gottes ist, daß du die Kinder erziehst, und du sollst dich nicht fürchten, mag man sprechen, wie man will; denn die Krone, die deiner wartet, ist eine unvergleichlich schöne Krone, und auf diese magst du schauen.

Sage deinen Bekannten einen herzlichen Gruß von Mir, sie sollen sich beteiligen an dem Werk, das Ich aufrichten will in eurem Dorf. Hand in Hand muß da gehen arm und reich, damit die umliegenden Ortschaften sehen, wie das Christentum blüht; wo man, jedes für sich, sein Kreuz trägt, da steht es gut um die Gemeinde. Ihr müßt aber auch das Kreuz tragen, was ihr mit euren Vorgesetzten habt. Ihr müßt ihnen doch folgen, wenn es auch manchmal schwer scheint, denn nicht jeder Meiner Diener hat die gleichen Begriffe von höherer Vollkommenheit, und ist er auch ein armseliger Mensch, deswegen aber ist er doch noch Mein Diener. Wie mag man sagen, man schimpfe über die Priester! Ja, ja, Mein Freund, nimm nur die Schrift in die Hand und lies und bedenke, ob jemals ein Wort gegen dich gesprochen ist. Im Gegenteil, alle Meine Kinder sind angehalten, dem Priester als Meinem Stellvertreter zu folgen; aber du, Mein Freund, hast auch Mir zu folgen und sollst wissen, daß du ein anderer Christus bist, und wenn dir das nicht gefällt, dann werde Ich strenge Rechenschaft von dir fordern. Meine Kinder! Alle, die sich beteiligen an dem Liebesbund, sollen reichliche Früchte ernten schon in diesem Leben. Ängstlichkeit und Kleinmut verschwinden bei allen denjenigen, die Ich mit geistigen Gütern gesegnet habe; die Gesundheit des Leibes wird gehoben werden; denn meistens gehen Leib und Seele Hand in Hand, weil die Seele dem Leib unterworfen ist, obwohl sie der höhere Teil ist im Menschen.

Wenn nun diese Seele so gedrückt und bedrängt ist von allen Seiten, durch Fehler, die sie gemacht, oder durch Gewissensbisse, die sie quälen, oder – wenn es fromme Personen sind – durch allerlei Hindernisse und Vorkommnisse, die da von außen auf sie einstürmen, sie alle tragen dazu bei, daß die Seele beängstigt ist und beklommen; und weil die Seele der höhere Teil ist, kann es nicht anders kommen, als daß der Leib mit Kränklichkeit dahinsiecht, immer zu kränkeln hat. Darum auf zum Liebesbund, ihr ängstlichen Seelen, ihr werdet sehen, wie von Tag zu Tag eure Gesundheit stärker wird und der Kleinmut verschwindet. Die Seele, die da befolgt, was Ich hier rede, sie hat den Stein der Weisen gefunden; denn sie wird, anstatt sich herauszuputzen und vor der Welt zu glänzen, an üppiger Tafel zu schwelgen, sich zurückziehen und in Mir sich erfreuen, nicht mit der Welt liebäugeln und darum ihre übrigen Pfennige, die sie sich erspart oder auch die überflüssigen Güter, die Ich ihr gegeben, benützen, um die Not des Armen zu lindern, Meine Ehre zu befördern, so daß der Arme, wenn er in der Kirche sich einfindet, um Mir Mein Lob zu singen, sich erfreuen wird an der Herrlichkeit dieses Hauses.

Ja, ja, so soll es werden in der Welt, daß ein Zusammenstehen zustande kommt, wie es war im ersten Christentum. Der Reiche gab auch nicht alle seine Güter her, so daß es eine Gleichheit gewesen wäre, wie jetzt das neue Heidentum eine errichten will. Der Reiche war und blieb doch der Reiche, aber er gab dem Armen so viel, daß er ganz glücklich und zufrieden leben konnte neben seinem Wohltäter, neben dem Reichen, der da an irdischen Gütern mehr gesegnet war. Das neue Heidentum will aber alles über Bord werfen, all die Einrichtungen, die Ich eingeführt habe schon jahrelang, um dann schwelgen zu können auf einige Zeit, dann aber wäre die neue Geschichte wieder wie die alte. Nein, nein, Meine Kinder, in dem Ort, in der Pfarrei, wo der Liebesbund errichtet ist, wird alles dieses in ganz anderer Weise hinübergeleitet werden. Der Arme wird glücklich und zufrieden leben können, der Reiche wird gutmütig und wohltätig werden. Der Priester wird unterstützt werden in seinen Unternehmungen, und er selbst wird nicht mehr besitzen wollen, als er zu seinem Lebensunterhalt nötig hat. Es ist nicht notwendig, weder bei dem Priester noch bei dem Laien, daß er reich ist. Er hat auch die Verpflichtung, nicht allzu große Schätze aufzuhäufen, und darum, wo es notwendig ist, daß eine Kirche soll gebaut werden, er auch seinen Beitrag und seine Unterstützung abgibt.

Und jetzt, Meine Kinder, will Ich euch noch einen kleinen Einblick geben in die Stadt Mainz. Es ist diese Woche das Große Gebet. Ja, ja, Ich muß gestehen, daß man alles aufbietet, um dieses Fest zu einem herrlichen zu gestalten, daß Meine Diener sich wirklich Mühe geben und einheitlich zusammenstehen, um das Volk herbeizulocken. Vieles hat sich doch schon geändert und angehoben, und man merkt so allmählich, daß es besser wird; aber es ist noch vieles zu tun. Wenn Mein Volk am Abend, in der letzten Stunde, um Meinen Thron versammelt ist, und Mir das Te Deum anstimmt, dann jubeln die Engelchöre, dann stimmen sie mit ein, und der ganze Himmel stimmt dann mit ein. Seht, welche Harmonie, wenn die streitende und die triumphierende Kirche zusammenstehen, wie es dir gezeigt worden ist in der N. Kirche.

Dieses alles ist in Wirklichkeit so, wie dir es gezeigt wird. Der arme Mensch begreift es nicht und glaubt es nicht, bis er eingegangen ist in Meine Herrlichkeit. Darum helft Mir noch recht viel, daß viele Arme Seelen aus dem Reinigungsort in diesen Tagen sich emporschwingen, damit auch das Fegefeuer, die mittlere Kirche, recht Anteil nimmt an der Freude dieser Feste, weil ja in diesen Tagen Mein eucharistisches Leben viel Zuwachs erhält. Alle, die sich da so abmühen, um sich bei Meinen Altären einzufinden, nehmen zu an Gnade, wachsen in der Liebe zu Mir, und Mein eucharistisches Kreuz wird erleichtert.“

Barbara: „Mein Jesus! So schenke mir doch das Mädchen N., das sich schon seit ein paar Tagen gemeldet hat. Du hast mir es ja versprochen, o ich bitte Dich. O Ewiger Vater, ich opfere Dir (lange Aufopferung) alle heiligen Meßopfer auf, die in der ganzen Stadt, ja in der ganzen Welt gelesen worden sind, all die frommen Gebete Deiner Kinder und die Schmerzen, die sie erdulden, um recht lange bei Dir zu verweilen. Siehe, wenn es auch fehlt, man hat doch guten Willen. O ersetze Du, was uns abgeht.

O liebe Mutter! Du hast mir mal gezeigt, wie wir beten sollen, mit welcher Ehrfurcht und Demut; aber freilich ist alles so schwach und armselig. Ich mache mein Gebet zu dem Deinigen; Du mußt alles ersetzen. Dein lieber Sohn hat es gesagt, daß wir unsere Fehler Dir vorbringen sollen, Du wollest alles ersetzen. Erbarme Dich dieser Armen Seelen.

Siehe, mein Jesus, Du hast ja gesagt, wenn es eine Seele gibt, die es versteht, Dich am rechten Fleck anzupacken, um die Gnaden herauszuleiten, so könnest Du nicht anders. Ich halte Dich beim Wort. O schenke uns die Seele, Du hast es versprochen, und Du hast gesagt, das Wort des Priesters sei Dein Wort. Du mußt sie uns schenken, ganz besonders die Seelen, die in innige Verbindung zu uns treten. Ich opfere Dir auf alle heiligen Messen, die in ganz Deutschland gelesen worden sind, all die guten Entschlüsse, die gefaßt worden sind von all den Liebesbundmitgliedern, all die guten Werke, die verrichtet worden sind.“

Jetzt kommt die liebe Mutter Gottes mit den Schutzengeln.

Maria: „Hier ist das Mädchen!“

Das hat ein ganz lichthelles Kleid an und einen Kranz von roten und weißen Rosen; das ist ihre Jungfräulichkeit und ihre Liebe zu Jesus. Mädchen: „Ich danke euch, meine Schwestern! Ja, ich habe dich nochmals daran erinnert, deswegen bin ich gekommen, damit du mich nicht vergissest. Ich werde auch dich nicht vergessen.“

Barbara: „O wie schön, wie schön! Auch du hast geglaubt!“

Kathchen: „O freut euch, o wie glücklich, o wie glücklich! O liebe Schwestern seht doch, die liebe Mutter Gottes hat mich abgeholt durch meinen Schutzengel.“

Barbara: „O liebes Kathchen! O du gehst jetzt für immer ein!“ Kathchen: „Ich habe keine Zeit mehr.“

Barbara: „O nimm doch auch Fräulein N. mit!“ Kathchen: „Nein, nein, ich habe keine Zeit mehr.“

Barbara: „O lieber Jesus! O schenke uns doch auch den Bruder von Fräulein N., der in Südamerika gestorben ist. Heiliger Schutzengel, gehe hin und hole ihn!“

Maria: „Meine Kinder! Für alle, die befreit werden durch euer fürbittendes Gebet, ohne daß sie alle ihre Schulden abgebüßt, mache Ich aber als die Mutter aller bedrängten Kinder der katholischen Kirche zur Bedingung, daß keines von den Mitgliedern, die teilnehmen an den Gnadenschätzen, die Mein Sohn ausgießt an dieser Stätte hier, zurückstehen darf und zurücktreten darf in seinen guten Werken, es darf sich nicht der Schlaffheit und Trägheit hingeben, als seien ja die Seinigen befreit; es muß mit um so größerem Eifer sich einstellen für andere, und seine guten Werke müssen weitergehen, mag es sein durch heilige Meßopfer, oder Almosen, oder sonstige gute Werke; nichts darf geschmälert werden an den Werken, die sich die Seele vorgenommen, damit die Ehre Gottes keinen Schaden leide.

Der Herr will, daß von den Mitgliedern des Liebesbundes viel, viel gewirkt werde, und die Gnadenschätze allen Menschen zugewendet werden; denn es gibt Seelen, an die niemand denkt, und die gar niemand mehr auf der Welt haben, und für diese müssen andere sich einsetzen.

Deswegen soll der Liebesbund sich einsetzen und, wo möglich, viel wirken für die Seelen, damit recht viele sich einstellen und viel hinübergeleitet werde für andere; denn alle Mitglieder sollen in sich das gemeinsame Leben der ersten Christen verwirklichen, und was ihnen an zeitlichen Gütern abgeht, sollen sie um so treuer erfüllen durch geistige Werke der Barmherzigkeit. Sie sollen ergänzen durch die geistigen Güter, was sie durch leibliche Güter nicht zu leisten vermögen.

Darum sagt der Frau N. einen freundlichen Gruß, ebenso auch ihrer Schwester. Weil sie sich doch Mühe geben, Mir zu gefallen, wollte Ich ihnen ihren Vater schenken, der wohl noch lange, lange Jahre, ja noch zwanzig, dreißig Jahre hätte zu büßen gehabt im Fegefeuer; denn er war wohl ein Christ, aber er betätigte sich allzu wenig an den Werken der Barmherzigkeit. Er hätte nach Vermögen mehr sorgen müssen für seine arme Seele, und dies tat er nicht.

Nun gebe Ich aber als die Mutter aller Armen Seelen seinen Töchtern den Auftrag, daß sie um so eifriger die Werke der Barmherzigkeit üben müssen und sollen, wenn sie ihre Krone verschönern wollen und nicht eingehen wollen, wie die Ärmsten der Armen. Wißt, Meine Kinder, die Allerärmsten sind nicht die armen Christen dieser Welt, es sind die armen Reichen, die da ihr Geld nur anhäufen, die da nur für die reichen Verwandten sorgen, die da zwar noch nicht verdammt werden können, weil sie die Gebote Gottes in aller Pünktlichkeit beobachtet, aber die Reichtümer zu sehr lieben; dies sind die armen Reichen, die dann in der Ewigkeit die Ärmsten sind. O sagt es doch allen Reichen, Meine Kinder, daß sie ihre überflüssigen Schätze verwenden, um ihre Krone zu verschönern, um Edelsteine hineinzusetzen in ihre Krone, damit das Christentum aufblühen kann; denn das Christentum kann nur aufblühen, wenn der Reiche seine Krone verschönert; denn dann nimmt er den Stein, der sein Reichtum ist, und wandelt ihn um in Edelsteine und fügt ihn ein in seine Krone: Er baut Kirchen, er stiftet Klöster, damit der Arme eintreten könne und Mir dienen könne; er unterstützt die Armen, damit sie ihre Tränen trocknen und teilt sein Brot mit ihnen.

Dies sagt Meiner Tochter, der Frau N., und ihrer Schwester. Sagt ihnen, Ich verbiete Mir jedes weitere Gespräch mit den Damen in der Stadt Mainz. Was Ich hier spreche, soll nicht in den Kot gezogen werden, wie dein Beichtvater sagt und auch recht damit hat. Die Stadt Mainz ist übersät mit vielen guten Christen und Damen, die viel tun könnten; aber da wäre gar vieles abzuschneiden. Und wie herrlich könnte die Kirche zur Blüte gelangen, wenn alle die Reichen glaubten und verständen, was Mein Sohn verlangt, und im rechten Geist zu wirken und zu handeln wüßten.“

Barbara: „O liebe Mutter! N. läßt Dich bitten für ihren Bruder, der auf bösen Pfaden wandelt.“

Maria: „Sage diesem Mädchen, es möge sich als Opfer einsetzen für ihren Bruder, als Opfer ein Gelübde der ewigen Jungfräulichkeit dem Herrn machen, und daß es in allernächster Nähe Ihm zu dienen verlange. Er möge ihr Opfer annehmen für ihren Bruder, damit er auf bessere Wege komme; dann verspreche Ich dir auch die Befreiung seiner Mutter.“

Barbara: „Schenke uns doch auch noch N.N.“

Maria: „Für heute nicht! Da ist noch viel zu büßen.“

Barbara: „Wird diese Seele denn die Schriften verstehen?“

Maria: „Sie wird nicht alles begreifen. Es gibt solche Menschen, die können nicht aus sich herausgehen, die hängen zu viel an ihrem eigenen Ich. Merkt es euch: Skrupulanten, ängstliche Seelen, die hängen nur an ihrem eigenen Ich. Das ist nur der Stolz. Man muß aus sich herausgehen und über sich hinweggehen. Man muß es verstehen, seine Fehler ins Gute umzusetzen, seine Fehler bei der Wurzel zu packen und zu wissen, daß man ein fehlerhafter Mensch ist. Ja, ja, Mein Freund, Meine Freundin, ihr müßt wissen, daß ihr Fehler habt und diese Fehlerhaftigkeit in euch anerkennen, dann haben alle Skrupel ein Ende, und die Ängstlichkeit hört auf. Dann weiß man, daß Gott gut ist, und daß Er nur die Fehler anerkannt wissen will.“

Inhaltsverzeichnis Band 3

302 Zweiter Freitag im Juli 1899

„Aus dem Blut der Märtyrer ging der Samen des Christentums auf. Aus dem Blut und dem Opfer Meiner treuen Seelen muß Meine junge Kirche erstehen.“

Barbara: „Ich grüße euch alle, o ihr lieben Heiligen Gottes, besonders euch, unsere verbündeten Mitschwestern, die ihr uns vorausgeeilt seid und uns die Stätte bereiten helft, die wir dereinst einnehmen werden. O wir vereinigen uns mit euch. Seid uns gegrüßt durch das allersüßeste Herz Jesu, helft uns vorwärts zu kommen. Wie sollen wir es doch machen, um in eure Fußstapfen einzutreten? Wart ihr doch Menschen wie wir. Warum fühlt man sich so kalt und lau und so nachlässig, so wenig begeistert für das Gute, so weltlich, so irdisch? Wie bin ich doch so nachlässig, kalt und lau, daß ich mich vor mir selber fürchte. O mein Jesus, Barmherzigkeit! Alle meine Schulden bekenne ich vor Dir und lege Dir alle Nachlässigkeiten zu Füßen. O wie kalt bin ich bei der heiligen Kommunion und beim heiligen Meßopfer. O mein Jesus, Barmherzigkeit! O ihr lieben Mitschwestern, bittet für uns!“

Margareta: „Liebe Schwestern! Im Namen unseres und eures himmlischen Bräutigams Jesus Christus vereinigen wir uns mit euch. Die heilige katholische Kirche bekennt frei und offen eine Gemeinschaft der Heiligen; aber die in der Welt lebenden Christen, obwohl sie dieses jeden Tag beten im katholischen Glaubensbekenntnis, begreifen so wenig, wie wahr dieser heilige Artikel ist. Selbst die besten Kinder der katholischen Kirche, wenn sie diesen Glaubensartikel in Wirklichkeit übersetzen sollen, dann stehen sie da zögernd und zaudernd und glauben nicht, daß dieser Artikel die Wahrheit sei.

Wenn sie es glauben würden, würden sie nicht so viel zu kritisieren und zu tadeln wissen, wenn es hie und da vorkommt, daß dieser Artikel in die Wirklichkeit eintritt. Hier bei euch ist es wirklich der Fall, daß wir in Verbindung treten mit euch; denn alle guten, gläubigen Christen sind auf dem Weg der Heiligkeit. Auch wir waren keine anderen, als ihr seid. Wir waren Menschen und keine Engel, von Fleisch umgeben, und darum mußten auch wir essen und trinken wie ihr, schlafen und uns erholen wie ihr, beten und arbeiten miteinander verbinden wie ihr, kämpfen gegen das Böse und uns mit großer Mühe und mit Opfern die Tugend erkämpfen und erringen.

Seht, meine lieben Schwestern, auf diesem Weg seid ihr nun, und wir sind gekommen, euch zu bestärken, ich Margareta, und meine Schwester Magdalena hier, deren Fest in diesem Monat auch noch gefeiert wird. Hier bei uns ist noch unsere liebe Mitschwester Hildegard, die in diesem schönen Rheingau sich geheiligt, und eure Freundinnen Barbara und Katharina. Wir alle, wir alle sind Jungfrauen und folgen dem Lamme, wohin es geht. Auch ihr seid Jungfrauen und sollt jetzt schon dem Lamme folgen, wohin es euch ruft, und einstens, wenn der Schleier fällt, unverhüllt Ihm folgen, von selbst Ihm folgen. Jetzt muß es euch noch rufen; dort geht ihr nur Seinem Strahlenglanz nach, wohin Es Sich bewegt. Aber hört, liebe Schwestern, scheut keine Mühe und kein Opfer, das euch zur Heiligkeit führen kann; denn der Himmel ist ein gar großer Lohn. O könntet ihr doch sehen die Herrlichkeit, die wir genießen. Die Krone, die wir tragen, sollt dereinst auch ihr empfangen, und sie ist schon bereitet, und eure Schutzengel halten sie in Verwahrschaft.

Wenn euch das letzte Stündlein schlägt, dann kommt Er euch, mit der Krone in der Hand, entgegen. Darum sage ich nochmals, scheut keine Mühe und kein Opfer, um diese Krone zu verzieren und zu verschönern, um womöglich in allernächster Nähe eurem himmlischen Bräutigam folgen zu können. Deswegen rate ich euch, liebe Schwestern, in diesem Jahr, wo der Heilige Vater allen guten Christen rät, Wallfahrten zu machen, weil dieser erhabene Kirchenfürst, dieser zweite Petrus, gar wohl weiß, was der Zeit not tut. Er weiß, daß der arme Mensch so sehr am Irdischen klebt, daß er sich schwer losreißen kann und den Geist emporschwingen zu dem Überirdischen, außer er müßte einmal herausgehen aus sich selbst und der Familie, in die Ferne hinaus aus Liebe zu Gott, um dort frei und ungehinderter, fern von der Familie, von den Sorgen und Mühen des Lebens, ungehindert Gott zu dienen.

Deswegen befiehlt der Heilige Vater allen guten Christen in diesem und im kommenden Jahr, womöglich Wallfahrten zu machen, und für das Heil der Kirche zu beten. Und, liebe Schwestern, folgt diesem Ruf, folgt ihm in erster Linie; denn ihr müßt es selbst sehen und an euch erfahren, wie der Geist freier wird, wenn ihr hinauszieht in Gottes freie Natur, hin an einen Gnadenort, wo die Gnadenströme reichlicher auf das arme Menschenherz sich ergießen. Warum denn? Ei, weil ihr nähersteht dem Herzen Gottes und Seiner lieben Heiligen. Dort, an den Gnadenorten, sind beständig die Augen der Heiligen auf die Menschenherzen gerichtet, auf die Besuchenden. Die lieben Engel, die Schutzengel der Besucher, haben dort mehr zu tun mit Gott, ihrem höchsten Herrn, weil sie mehr gute Werke emporzutragen haben; denn dort ergießt sich das Herz freier im Gebet, es klagt dem lieben Gott seine Not, und die heiligen Engel, sie tragen diese Gebete empor, und die Heiligen unterstützen dieses Gebet.

Also stellen sich dort die lieben Heiligen ein und vereinigen sich dort mit den armen Menschenherzen, und die Schutzengel tragen das Gebet empor und stellen sich zur Seite, wenn auch unsichtbar, und sind so beschäftigt, weil sie mehr gute Werke emporzutragen haben als im Alltagsleben, wo der Schutzengel wenig zu tun hat und er gar betrübt ist und weinen muß, weil er nichts Gutes zu bringen hat, und vielmehr um Gnade und Erbarmung zu bitten hat für seinen Schützling. Das wollte ich euch sagen, und was meine liebe Schwester Magdalena dir am Montag zu wissen tat und dich aufforderte, eine Wallfahrt zu ihrer Ehre nach G. zu machen, um sie zu ehren, und um sich mit ihr zu verbinden, das möchte ich euch heute bitten, daß ihr noch eine weitere Wallfahrt machen möchtet. Reißt euch los, du meine Schwester Luise, geh mit und du, Lieschen, geh auch mit. Es ist gewünscht von euch, du bist eingeladen nach W. zu gehen. Geht ihr drei zusammen. Geht Montag früh los und fahrt direkt nach W. und geht den ersten Tag barfuß hinauf auf den Marienberg. Wir alle wollen euch begleiten in feierlicher Stille, wenn euch auch unsichtbar. Aber seht, liebe Schwestern, wie notwendig es ist, Buße zu tun für die Sünder, besonders für das arme, bayerische Land, das gute Bayernvolk, wo noch so viel zu retten wäre, wenn da mehr innige Seelen sich einfänden, tiefgläubige Seelen. Wie der Herr es von euch verlangt, so möchte Er in allen deutschen Gauen Seelen wissen, die sich losreißen von allem Irdischen, ungehindert um das Gerede der Menschen, ungestört und frei vom Familienleben, und vom Herrn sich anwehen lassen, von Seinem Geist. Es ist Sein Geist, der mit euch tut, was Er will. Seht, wo Er euch hinblasen will, da geht. Er hat ja gesorgt dafür, daß ihr es tun könnt; denn Ihr, Lieschen und Luise, habt die Mittel dazu.

Laßt lieber ein anderes, gutes Werk, das ihr gern verrichten möchtet, beiseite und opfert dieses Geld, das ihr für die Reise zu bezahlen habt, Gott dem Herrn auf, weil das arme Herz freier schlägt, freier für seinen Gott. Die Reise benützt dazu, um hie und da ein gutes Wörtchen anzubringen bei einem Reisepassagier, der mit euch reist, wo ihr nur könnt.

Gilt es, euren Glauben zu bekennen, dann tut es. Gilt es, eine Seele aufzurichten, wo ihr ein gutes Keimchen findet, wo der Docht noch glimmt, da flammt es zu einer Flamme, zündet an, wo ihr könnt. Ebenso macht es dort, ihr zwei. Benützet dies als eine Wallfahrt; denn wenn ihr nach Lourdes reisen wolltet, wäre es ja auch eine Wallfahrt zu Ehren der lieben Mutter Gottes; wenn ihr wollt, könnt ihr unterwegs noch einmal einen Wallfahrtsort besuchen. Aber sobald ihr die Stadt verlaßt, vielmehr das Haus verlaßt, wo ihr logiert, ziehet die Schuhe aus und gehet in demütigem Aufzug einher, damit ihr so zu dem Gebet große, außergewöhnliche Abtötungen verrichtet. Ferner nehmt euch etwas mit, damit ihr nicht allzu große Auslagen habt, und scheut nicht die Beschwernisse der Reise.

Du Barbara, hast dich gestern abend geäußert in dir selbst, als sei es doch gar zu beschwerlich, und du freutest dich, daß du nicht nach Wiesbaden zu gehen brauchtest. Aber, liebe Schwester, dies ist nicht das Richtige; wo der Herr zieht, wo Er einbläst, wo Er sichtbar auch noch Sich zu erkennen gibt wie hier, da sollt ihr keine Mühe und kein Opfer scheuen. Euer Seelenführer sagt euch, daß ihr dem Antrieb der Gnade folgen sollt, und dieses sagen auch wir euch.

Seht, wir alle, wir alle, die wir jetzt dem Lamme folgen, wir folgten Ihm aber auch schon hier auf Erden, sei es, daß Er uns führen wollte zum Richterstuhl, um uns zur Marter zu führen, oder sei es, daß wir, wie ihr auch, zum Teil den unblutigen Martertod erleiden mußten, wir uns aber alle heiligten, indem wir viele, ja täglich, Wallfahrten machten, besondere Gebete verrichteten wie an einem Wallfahrtsort.

Hildegard: „Ja, dies ist wahr, Ich habe euch schon einmal gesagt, daß ich so begeistert war für Gottes Ehre, und daß ich im Rheingau Gottes Lob, anstatt aller Bewohner im Rheingau, so zu verbreiten und zu verherrlichen suchte, daß fast kein Tag verging, wo ich nicht meine Schwestern versammelte, um mit ihnen Gottes Lob zu singen, um mit ihnen über die Herrlichkeit des Himmels, die Liebe des göttlichen Bräutigams zu sprechen und Ersatz zu leisten für so viele, die es nicht tun. Ihr seid so glücklich, im Rheingau zu wohnen, wie ich. Ihr müßt dasselbe tun, wie ich es getan, und weil ihr in der Welt lebt und könnt, wie ihr wollt, was wir Klosterleute nicht tun können, weil es die Regel nicht erlaubt, darum benutzet jede Gelegenheit, um euch loszureißen und der Gnade Gottes zu folgen, um Gottes Lob zu singen, Dank zu sagen.

Und wenn ihr an einen Wallfahrtsort kommt – und ihr könnt ohne besonderen Anstoß zu geben, denn in der Kirche, wo viel Volk versammelt ist, ist dieses nicht möglich, den Berg hinauf, den Marienberg hinauf und an allen Wallfahrtsorten, barfuß gehen, weil ihr ziemlich allein geht –, da tut abwechselnd singen und beten, wenn es auch scheint, als seid ihr nicht so dazu aufgelegt; ihr müßt euch selbst auflegen dazu. Seht, dies sind ja die Opfer der Wallfahrt, daß man nicht auf seine Launen und nicht auf die Launen der anderen hören darf; die Natur muß man übersteigen und muß auf die Ehre Gottes schauen und nicht auf sein Gefühl.

Jener Klosterfrau aber sagt, sie soll doch unbekümmert sein und nicht ängstlich, wenn es auch scheint, als könne sie nicht recht wissen, welcher Geist sie leite, wenn man ihr auch so sagen sollte. Dies sind ja die Prüfungen des Menschen. Auch sie steht in der Prüfungszeit. Solange sie nicht von der Regel abweicht und solange sie nicht von den Geboten Gottes abweicht, so lange soll sie glauben, daß es der Herr ist. Es ist der Herr, wenn Er ihr etwas sagt, wenn es auch nicht im allgemeinen von jedem getan wird im Orden, dann soll sie es doch tun, wenn sie merkt, daß die Stimme ihres himmlischen Bräutigams sie dazu antreibt; denn sie muß sich dieses erst erkämpfen mit großer Mühe und Opfern. Sie soll nur bedenken, welche Opfer es alle die kostet, die im Ordensstand heilig werden, zur besonderen Heiligkeit berufen sind. Alle Ordensleute müssen und sind berufen, heilig zu werden.

Und doch gibt es unter ihnen wieder solche, die sich mehr auszeichnen vor anderen, und diese sind dann auch berufen, mehr der inneren Stimme zu folgen und besondere Werke zu verrichten. Aber niemals soll sie glauben, daß die Ängstlichkeiten von Gott herrühren. Beängstigungen sind nicht von ihrem himmlischen Bräutigam, die sind von dem bösen Feind, der da alles verderben möchte. Sie soll diese Beängstigungen als Prüfungen betrachten und sich freuen, daß sie solche erdulden darf; denn sie werden sie in kurzer Zeit zu höherer Stufe der Vollkommenheit emportragen, wenn sie dieselben mit ruhiger Ergebung in Gottes heiligen Willen erträgt.“

Barbara: „O liebe, heilige Hildegard! Soll ich denn auch barfuß gehen?“

Hildegard: „Nein!“

Barbara: „Sollen wir denn so gehen wie bei den Wallfahrten?“

Hildegard: „Auch nicht, ihr sollt gehen wie immer, weil ihr auch vor Ordensleuten erscheinen müßt, wo eine große Feierlichkeit stattfindet; nur den Weg hinauf geht barfuß und ein Tüchlein auf dem Kopf, die könnt ihr leicht mitnehmen.“

Jesus: „Liebe Kinder! Seht, ihr habt alle so viel voraus vor anderen Menschen. Ich, Der unendlich große Gott, habe jedem Menschen einen Engel beigegeben, der ihn bewachen soll, Tag und Nacht, auf Schritt und Tritt ihm folgen soll. Also nehmt an, was Mir an einem Menschenherzen gelegen ist, was eine unsterbliche Seele Meinem Herzen gekostet. Diese unsterbliche Seele soll Mir nun und wird Mir Tag für Tag entrissen, und die Welt ist so gottlos geworden, daß wir alle, Ich, der Vater und der Heilige Geist, gleichsam Uns beraten, was Wir tun wollen, um das arme Menschengeschlecht wieder zurückzuführen, wieder einzulenken in die rechten Bahnen. Das Heidentum ist aufgepflanzt in der Welt; von einem Festtaumel in den anderen hinein wird das arme Volk gezogen. Kein Götze fehlt mehr, kein Jupiter, keine Vesta, wie sie nacheinander heißen, die alten Heidengötter, keine Venus.

Die Sinnlichkeit, die Genußsucht, alles wird auf den Thron gesetzt, nur um Mich abzusetzen. Wo bleiben und wo sind die Anbeter, die die Gottheit geschaffen? Vernichten sollte der Herr die Welt mit all ihren Geschöpfen. Ja, Mein Vater ist so erzürnt über dieses Geschlecht, daß nur Mein Arm, der Arm Meiner Mutter und die Arme der vielen Gerechten, die da Tag für Tag sich hinstellen vor Meinen Vater und Ihm sagen: ‚Halte ein, o Vater, um Deines lieben Sohnes willen, um des Opfers unserer Altäre willen. Verschone, o Herr, verschone Dein Volk!‘ den Zorn Meines Vaters noch aufhalten können, aber wie lange noch, Meine Kinder?

Deswegen scheut keine Opfer, geht hin. Nicht nur habe Ich euch Engel beigegeben, nein, alle Meine lieben Heiligen, die schon eingegangen sind in Meine Herrlichkeit, sie verbinden sich mit euch. O möchte es doch recht viele Seelen geben in der Welt, die sich euch anschließen. O möchte doch keiner Meiner Diener mehr sich erdreisten, euch Einhalt zu gebieten, etwas zu reden oder zu tun, um euch aufzuhalten auf dem Weg, den ihr betretet.

Nein, nein, Meine Kinder! Fahret fort, Meiner Stimme zu folgen und saget N., er möge doch an all den Priestern arbeiten, daß sie, anstatt die guten und treuen Seelen abzuhalten, die sich ihrer Leitung unterstellt haben, dieselben fördern und sie aufmuntern, doch für ihre armen Mitbrüder und Mitschwestern Bußwerke zu üben, Opfer zu bringen, ihre armen Mitbrüder zu unterstützen, soweit sie mit zeitlichen Gütern gesegnet, um arme, fromme Seelen an Wallfahrtsorte hinzuschicken, um zu beten für die großen Anliegen der heiligen, katholischen Kirche. Dieses sei und ist die wichtigste Angelegenheit, die nur die guten und treuen Seelen tun können.

Diejenigen aber, die es nicht können, wie du, du Familienvater und Mutter, die zu tun und zu sorgen haben für ihre Kinder, meidet, o meidet doch die schändlichen Vergnügen. Geht nicht an die Orte, wo sie stattfinden, tuet doch, o Ich bitte euch, nicht wie die Weltmenschen euch ergötzen an solchem Verderben, an solchem Sittenverderbnis. Seht doch, wie das arme Volk von Tag zu Tag herabsinkt, wie die Jugend verwildert, wie das Heidentum aufgepflanzt wird. Wo soll denn noch Hilfe kommen? Hilfe muß kommen und muß es geben, und wer soll sie bringen? Einmal war Ich auf der Welt. Dreiunddreißig Jahre bin Ich unter euch gewandelt, Ich habe Mein Herzblut daran gesetzt an dieses Geschöpf. Wo sind nun aber die Seelen, die dieses Leiden fortsetzen, wo sind sie denn? Es fehlt noch gar vieles an Meinem Leiden, weil noch gar viele Menschen zu retten sind. Fleisch für Fleisch, Geschöpf für Geschöpf, das heißt: Opfer für Opfer; denn Menschen sollen gerettet werden; da muß Meinem Vater ein Opfer dafür dargebracht werden, um Seelen zu retten.

Es müssen Menschen da sein, die sich einsetzen für ihre Brüder. Das Blut der Märtyrer floß, das Fleisch der Märtyrer wurde geopfert, um die Welt zu bekehren. Aus dem Blut der Märtyrer ging der Samen des Christentums auf. Aus dem Blut und dem Opfer Meiner treuen Seelen muß Meine junge Kirche erstehen. Also besinnt euch nicht, Meine Kinder! Opfer für Opfer! Geht hin, reißt euch los; denn Ich sehe gar zu wohl: Sobald ihr wieder in dem Alltagsleben steht, seid ihr nur halb so gut, wie wenn Ich euch hinausführe aus euch selbst. Ich habe euch nun einmal als Werkzeug für viele erwählt. Viele sollen durch euch gerettet werden, und viele sollen sich an euch anschließen. Deine Angehörigen sollen nicht mit Unwillen das kleine Kreuzlein tragen, daß du dich sooft der Arbeit entziehen mußt. Sie sollen wissen, daß du Mein bist, und daß du in Meinem Dienst stehst, und wenn sie Anteil nehmen wollen an all dem Guten, was daraus hervorgeht, daß ich dich sooft hinwegführte, dann müssen sie mit Geduld das kleine Kreuzlein tragen.

Und du, Meine Freundin (die Schwester von Barbara), mußt dich hie und da beteiligen, wenn es notwendig ist, wenigstens mittags dich ein wenig losreißen und die Stelle Meiner Dienerin versehen, und auch abends zuweilen. Gelt, das tust du Mir? Dann verspreche Ich dir, daß auch du an der Frucht Anteil nimmst und deine ganze Familie. Ihr müßt zusammenwirken, damit es Einheit bleibt und Friede; denn es soll durch euch und eure Familie vielen ein Tugendbeispiel gegeben werden, vielen christlichen Familien. Deswegen will der Herr, daß Priester und Ordensleute, Familienväter und Mütter, Jungfrauen, in der Welt alle zusammenwirken sollen an dem großen Ziel, das euch gesteckt ist. Ihr steht alle an dem Wendepunkt, ihr seid eingegliedert und müßt Mir helfen.

Seht, Meine Kinder! Mein Vater und der Heilige Geist, Sie stehen auf der Warte mit Mir und überschauen das Weltall, und jammernd sieht Mein Vater von Tag zu Tag, wie Mein Blut mit Füßen getreten wird.“

Barbara: „O mein Jesus! O mein Jesus! Wie dauerst Du mich! Verzeih mir doch alle Fehler. Ich will ja Deinen Willen tun. Ich empfehle Dir ganz besonders das junge Mädchen, das eingekleidet wird. Deswegen willst Du haben, daß ich hinkomme, an dem hast Du große Freude. Ich danke Dir, daß Du mir sie zugeführt; mich hast Du als Werkzeug dazu benutzt.“

Jesus: „Meine Tochter! Alle, die Ich dir zuführe, und dein Inneres sagt es dir schon, welches die rechten sind, führe Ich dir zu, weil Ich weiß, daß du das Werkzeug bist, durch die Ich sie Mir aneignen will. Darum sei ungeniert, wenn jemand kommt, und eifere für Meine Ehre, Mir die Seelen zuzuführen.“

Barbara: „O Herr! So habe ich doch vielleicht unrecht getan, daß ich N. und ihre Schwester so kalt abgewiesen habe. O ich fürchte das viele Gerede. Siehe, ich habe sie ja so gern wie andere auch, aber ich meine halt doch, ich habe so ein inneres Gefühl gehabt. Ich fürchte mich vor dem Bekanntwerden, nicht wegen mir, aber wegen der Geistlichkeit und dem Bischof.“

Jesus: „Diese Frau soll nur recht an sich arbeiten und das aufgeregte Wesen umsetzen. Sie hängt etwas zu viel am Irdischen, an dem Staub der Erde. O armer, armer Tor! Wie bald sind die Tage vorüber, wo das blinkende Gold umgewandelt wird in eine Hand voll Staub.

Siehe, man trägt dich hin und häuft ein Häuflein Erde auf deinen Leib, man setzt einen Stein darauf, auf dieses Häuflein Erde, und in einigen Jahren bist du schnöder Leib zu Staub geworden, wie der Staub, mit dem du bedeckt wirst, und dein Gold und Geld, es ist unter anderen Händen, die wieder Wucher treiben mit diesem Staub und sich herausputzen und Sünde auf Sünde häufen. Du armer Tor! Wenn deine Verwandten zu leben haben und nicht darben müssen, was sorgst du denn für ihren ewigen Untergang? Nehme dir ein Beispiel an Meinen Dienerinnen und schaffe diesen Stein aus deinem Herzen heraus; wie sie es machen, so tue auch du es. Setze die Güter, die Ich dir nur gegeben, damit du selig werden sollst und eine möglichst schöne Krone dir verdienen sollst, um in Edelsteine. Und nun, seid Mir alle recht herzlich gegrüßt, Meine Kinder!“

Inhaltsverzeichnis Band 3

Nachwort  

Einige Bemerkungen zur Frage nach den Privatoffenbarungen

I

Privatoffenbarungen gehören nach katholischem Verständnis zu den Möglichkeiten, durch die Gott, der Herr der Geschichte und aller Menschen, in das Leben eines Einzelnen eingreifen kann. Wird ein Mensch solcher Offenbarung gewürdigt, wird er durch sie in die Pflicht genommen. Er muß ihr im Glaubensgehorsam folgen. Dabei ist es möglich, daß sie der Glaubensvertiefung und Lebenserhellung dieses Menschen in erster Linie dient; das bedeutet, daß sie im „Material“ dieses Lebens wirksam ist und für andere zunächst verborgen bleibt. So wurde die besondere mystische Lebensführung der heiligen Theresia vom Kinde Jesu erst nach ihrem frühen Tod durch ihre Niederschriften bekannt. Andere begnadete Menschen erfahren Offenbarungen, die mit einem ausdrücklichen Auftrag in den Raum der Kirche und der gesellschaftlichen Öffentlichkeit hinein verbunden sind, wie wir es zum Beispiel aus dem Leben und Wirken der heiligen Hildegard von Bingen und des heiligen Don Bosco kennen.

Es gilt dabei zu bedenken, daß auch bei echten Offenbarungen womöglich Elemente zu finden sind, die schwer verständlich, unzulänglich und verzerrt erscheinen. Kritische Prüfung ist nötig, weil je und je die begnadete Erfahrung im Rahmen der Möglichkeiten und Begrenzungen des begnadeten Menschen, seiner Ausbildung, der geistigen, seelischen und geistlichen Weite oder Enge gemacht wird. Deshalb ist mit Unschärfen und zeitbedingten Verengungen auch bei echten Privatoffenbarungen zu rechnen.

Vom Ganzen des Glaubens losgelöste Ausbrüche des Unterbewußtseins dagegen, krankhafte Initiativen und schwärmerische Einbildungen und punktförmige Aktivitäten sind kritisch zu ordnen und – so schwierig das im einzelnen auch sein mag – in ihre Schranken zu verweisen. Den Rat des Thessalonicherbriefs gilt es für die mitunter schwer durchschaubaren Zusammenhänge von Privatoffenbarungen zu beachten: „Prüft alles, was gut ist behaltet“ (1 Thess. 5,21).

Neben vielen und oft schwierigen Fragen an die Person und die persönlichen Voraussetzungen der Visionäre, bleibt doch eine unentbehrliche erste Klarstellung für die Echtheit einer Privatoffenbarung leicht möglich. Sie lautet: bleibt das Gesagte im Rahmen der in Christus endgültig geschehenen Offenbarung? Ist dagegen der Versuch zu erkennen, diese Offenbarung des menschgewordenen Herrn zu korrigieren oder zu verbessern oder gar zu übertreffen, haben wir gewiß keine echte Privatoffenbarung vor uns. Ebenso gehört die Bereitschaft, sich dem Lehramt der Kirche, der die Verkündigung gültig übertragen ist, zu unterstellen, zur glaubhaften Gestalt des Empfängers einer Offenbarung. Niemals kann es um modische Neuheiten gehen; vielmehr muß das unausschöpfbare „Alte“ der Christusoffenbarung neu gesagt werden, als Ruf in die Zeit, als Anstoß für das, was einer Epoche nötig ist, als Verlebendigung des Handelns der Kirche aus der Kraft des einzigen und einmaligen Evangeliums. So hat sich Vinzenz von Paul für die Priestererziehung und zeitgerechte Formen in der Nächstenliebe leidenschaftlich eingesetzt, Pius X. konnte die Liturgie und die tätige Anteilnahme der Gläubigen an der heiligen Eucharistie bis zum häufigen Empfang der heiligen Kommunion beleben und Pater Maximilian Kolbe hat im grauenhaften Dunkel der Menschenvernichtung durch sein Martyrium die Würde des Menschen aufleuchten lassen.

Spätestens hier zeigt sich der „prophetische“ Charakter jeder echten Privatoffenbarung. Prophet meint hier nicht zuerst Zukunftswisser oder Zukunftsdenker. Vielmehr ist mit dieser Bezeichnung jeder Christ gemeint, der seinen Glauben lebendig hält. So werden beispielsweise heute jeder Mann und jede Frau, die ihre Ehe als endgültigen christliche Bund leben, zu stillen und unfanatischen religiösen Verkündern: zu „Propheten“. Ebenso ein Meister, der seine Auszubildenden als Menschen achtet und fördert, und jeder, der aus gläubiger Gesinnung nichts dem Gottesdienst vorzieht. Alle sagen unaufdringlich durch ihr Leben auch etwas über die Zukunft: Die Eheleute zeigen Gottes bleibende Liebe zu uns Menschen; der tüchtige Meister beweist die Gottebenbildlichkeit seinem Auszubildenden und der glaubensentschiedene Gottesdienstbesucher feiert die Nähe des ewigen Gottesreiches in unserer Welt.

Dann aber gibt es noch – neben dem Charisma, das alltagsnah die eigenen Gaben und Fähigkeiten schlicht in den Dienst des Reiches Gottes stellt – das besondere Charisma (Gnadengabe), den prophetischen Auftrag, die erwählende Offenbarung. Dieses prophetische Charisma einer besonderen Erwählung zu einem besonderen Auftrag nennt Karl Rahner: „Jene Einwirkungen des Geistes Gottes auf den einzelnen Glaubenden, die vom Menschen her niemals erzwingbar, von den amtlichen Organen der Kirche nicht vorhersehbar, durch die Setzung der Sakramente nicht erreichbar und dennoch immer und überall benutzbar sind, weil sie – wie Amt und Sakrament – zum notwendigen und dauernden Wesen der Kirche gehören“. Zu den zahlreichen Begnadeten in der Kirchengeschichte mit ihrem großen geistlichen Auftrag gehört auch Barbara Weigand (1845–1943).

II

Vor dem Hintergrund der Bemerkungen über Privatoffenbarungen lassen sich eindrucksvolle Gründe für die Echtheit der besonderen Berufung erkennen, deren Barbara Weigand gewürdigt wurde. Einige davon seien stichwortartig genannt:

Barbara Weigand wächst in einer ruhigen und das ganze Leben durchdringenden Frömmigkeit auf.

Die kränkliche Mutter, die zusätzliche Belastung des Vaters durch das Amt des Bürgermeisters und die Fürsorge für die Geschwister machen Barbara zu einem arbeitsamen und verantwortungsbewußten Mädchen mit starker Bodenhaftung.

Trotz der Aussicht auf eine gute Partie ringt sie sich zu einem jungfräulichen Leben durch.

Fast unbegreifliche körperliche Leistung vollbringt sie aus Sehnsucht nach der heiligen Kommunion: häufiger fünfstündiger Gang nach Aschaffenburg (Kapuzinerkirche) und zurück, danach schwere Haus- und Feldarbeit.

Ein Höchstmaß an Fleiß und Arbeit übt sie in Schippach, dann ab 1885 für dreißig Jahre in Mainz, wovon sie allein zwanzig Jahre in der Wirtschaft ihres Bruders und weitere zehn Jahre in der Pflege einer nahen Verwandten zubringt, und ist dann wieder, bis zu ihrem Tode, in Schippach.

Opfer, Buße und Sühne für die eigenen und die Sünden der Menschen, dazu oft auch als soziale Hilfe für Notleidende.

In Barbara Weigand wächst immer größere Leidensbereitschaft. Ihr umfassender Gebetsgeist übt ständig das glühende Dankgebet und das Bittgebet für Lebende und Verstorbene.

Zeitlebens charakterisiert innigste Marienverehrung das Leben von Barbara Weigand. Dabei fällt auf, wie glaubenssicher sie die Teilhabe am einzigen Erlöser- und Mittlertum Christi in früher Zeit bereits ausspricht.

Bei allen böswilligen Verdächtigungen und lügnerischen Unterstellungen lebt sie nach dem Wort der Bergpredigt: „Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt, und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet. Freut euch und jubelt, euer Lohn im Himmel wird groß sein“ (Mt. 5,11).

Die alles bestimmende Mitte des begnadeten Lebenswerkes von Barbara Weigand ist ihr Ringen um die eucharistische Frömmigkeit; näherhin um die tägliche heilige Kommunion. Spätestens an diesem fünfunddreißigjährigen Mühen bis zur weltkirchlichen Anerkennung durch das Kommuniondekret des heiligen Papstes Pius X. zeigt sich die beständige und allen Wechselfällen widerstehende große Berufung.

Nachdem die häufige heilige Kommunion längst liturgische Praxis geworden ist, scheint sich in einer Phase der (vorsichtig gesagt) sich abkühlenden eucharistischen Frömmigkeit, die glühende Christusliebe und eucharistisch geprägte Frömmigkeit der Barbara Weigand für die innere Reform und missionarische Stärkung der Kirche im 3. Jahrtausend eine unerwartet neue Aktualität zu bekommen.

Die zahlreichen Visionen, Auditionen und Wegweisungen, die sie geschenkt bekommen hat, liegen jetzt im Druck vor. Im Blick auf diesen geistlichen Schatz möchte man dem geneigten Leser zurufen: „Nimm und lies!“

Im September 2001

Pfarrer Pater Monsignore

Alfred Stürmer Anselm Ehmele David Nikolaus Becker

Inhaltsverzeichnis Band 3

 

Der Eucharistische Liebesbund des göttlichen Herzens Jesu

Statuten des Liebesbundes

Die Mitglieder des Liebesbundes versprechen: 1. Daß sie mutig und standhaft, offen und frei den katholischen Glauben bekennen wollen durch treue Beobachtung der Gebote Gottes und der Kirche, sowie durch standhafte Verteidigung der Rechte derselben, insoweit sie dazu berufen sind.

2. Daß sie den öfteren, ja täglichen Empfang der hl. Kommunion nach dem Wunsche des hl. Vaters und dem Rate des Beichtvaters fleißig üben und das hl. Sakrament der hl. Eucharistie mit aller nur möglichen Verehrung und Liebe umgeben wollen.

3. Da sie, sofern es ihnen die Lage gestatttet, an allen öffentlichen Kundgebungen des katholischen Glaubens (Wallfahrten, Prozessionen, Kreuzweg-, Rosenkranz- und Maiandachten) eifrig teilnehmen, um so ihren Glauben vor aller Welt zu betätigen.

4. Daß sie im übrigen ein stilles, zurückgezogenes Leben führen und dem heutigen Zeitgeist, besonders dem Geiste der Vergnügungssucht, vollständig entsagen wollen.

5. Daß sie endlich ein Opferleben führen wollen durch Beten, Sühnen und Leiden in der treuen Erfüllung ihrer Standespflichten, in Ertragung des täglichen Kreuzes und in der geduldigen Hinnahme von Schmach und Verachtung.

6. Die Mitglieder beten täglich die Vereinsgebete (Aufopferung am Morgen und am Abend) und suchen sich von dem Geiste derselben tagsüber zu durchdringen, indem sie sich selbst vergessen, ihre Fehler zu bessern und abzulegen suchen und sich einsetzen für das Wohl der Kirche und für die sündige Menschheit, auf daß bald werde eine Herde und ein Hirt, und die Kirche Gottes auf den hl. Berg gestellt werde, von wo aus sie überallhin leuchten soll.

Inhaltsverzeichnis Band 3

Weihe an das göttliche Herz Jesu

Wer in den Liebesbund aufgenommen werden will, der richte die einmalige und innige Bitte nach der hl. Kommunion an Jesus, Er möge Sich würdigen, ihn aufzunehmen in den Bund der Liebe, den Er mit der Menschheit geschlossen hat. Man kann sich dabei folgenden Gebetes bedienen:

„Jesus Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch, den ich im allerheiligsten Sakramente wahrhaft gegenwärtig glaube und bekenne, ich bitte Dich mit der ganzen Inbrunst meines Dich aufrichtig liebenden Herzens, würdige Dich, mich in die Zahl jener bevorzugten Kinder Deiner hl. Kirche aufzunehmen, mit denen Du den Bund der Liebe geschlossen hast. Ich verspreche Dir von ganzem Herzen, mit Deiner allmächtigen Gnade alle Obliegenheiten des Liebesbundes getreu und gewissenhaft zu erfüllen. Hl. Maria, Du meine Mutter und mächtige Fürsprecherin am Throne meines Erlösers, hl. Erzengel Michael, hl. Joseph, hl. Franziskus, alle lieben Engel und Heiligen Gottes, bittet für mich! Amen.“

Wer zeitweise verhindert ist, die folgenden Aufopferungsgebete zu verrichten, der spreche statt dessen am Morgen: „Ich will heute beten, leiden und sühnen nach Meinung des Liebesbundes;“ und am Abend: „Ich opfere all mein Beten, Leiden und Sühnen auf nach Meinung des Liebesbundes.“

Inhaltsverzeichnis Band 3

Aufopferungsgebet am Morgen

„O Jesus, Du Bräutigam meiner Seele, ich opfere Dir beim Beginn dieses Tages alle Leiden und Widerwärtigkeiten auf, die mir bei Ausübung meiner Standes- und Berufspflichten begegnen werden. In Vereinigung mit Dir will ich heute wieder das Kreuz meines Berufes tragen, gleichwie Du Dein schweres Kreuz den Kalvarienberg hinauf getragen hast, und ich verspreche Dir, mit Deiner Gnade auszuharren in diesem meinem Berufe bis zum letzten Atemzuge meines Lebens. Laß nie mehr zu, daß ich etwas anderes begehre, als eine Braut des Gekreuzigten zu sein. Um diese Gnade bitte ich auch für alle verfolgten und hartbedrängten Priester und Ordensleute, die um ihres Glaubens und Berufes willen so vieles leiden müssen. Indem ich mich mit ihnen verbinde, bitte und beschwöre ich Dich, uns als Schlachtopfer hinzunehmen, daß wir uns selbst ganz vergessen, unsere Fehler zu bessern und abzulegen suchen und uns einsetzen für die sündige Menschheit, auf daß bald werde eine Herde und ein Hirt. Daß Du die Feinde Deiner heiligen Kirche demütigen wollest, wir bitten Dich, erhöre uns!“

Inhaltsverzeichnis Band 3

Aufopferungsgebet am Abend

„Lieber, heiliger Schutzengel, nimm mein armseliges Gebet und Tagewerk und trage es in die Hände der lieben Mutter Gottes. Dich aber, o liebe Mutter, bitte ich, Du wollest alles, was mangelt, ersetzen und es in dem kostbaren Blute Jesu reinigen und vervollkommnen.

Mache es auch vollwertig aus dem unendlichen Wert der heiligen fünf Wunden und Deiner Verdienste und Tugenden. Vereinige es mit dem Gebet und den Werken aller Heiligen des Himmels und aller Frommen und Gerechten auf Erden und opfere es so dem himmlischen Vater auf für die Anliegen der heiligen Kirche, besonders des heiligen Vaters, für die Bekehrung der Sünder, besonders derer, die heute sterben, zum Trost der armen Seelen, für meine Anliegen und das Wohl aller meiner lieben Angehörigen. Amen.“

Nihil obstat. Jos. Hutter, Censor eccl. No. 728 Eccl. Imprimatur

Tridenti, die 6. Aprilis 1914 Eug. Mattevi, Vic. glis. Imprimatur

Monachii, die 29. Maji 1914 † Neudecker, Vic. gen.


 

Gemäß den Dekreten von Papst Urban VIII und der Heiligen Ritenkongregation wird erklärt, daß diesen veröffentlichten Darlegungen keine andere als die zuverlässig bezeugte menschliche Glaubwürdigkeit beizumessen ist und nicht beabsichtigt ist, in irgendeiner Weise dem Urteil der Heiligen katholischen und apostolischen Kirche vorzugreifen.

Das Dekret der Glaubenskongregation (A.A.S.N. 58-18 vom 29. Dezember 1966), daß die Canones 1399 und 2318 aufhebt, wurde von Papst Paul VI. am 14. Oktober 1966 gebilligt und auf seine Anordnung veröffentlicht. Auf Grund dieses Dekretes ist es nicht verboten, ohne Imprimatur Schriften über Erscheinungen, Offenbarungen, Visionen, Prophezeiungen oder Wunder zu verbreiten.

 

Alle Bände dieses Werkes dürfen nur unentgeltlich verbreitet werden.

1. Auflage 2002

Copyright und Herausgeber:

Barbara Weigand Gesellschaft e.V., D-63820 Elsenfeld-Schippach, St. Pius-Str. 27 und Wolfgang E. Bastian, Postfach: Apostolat 1319 in 50364 Erftstadt

Schriftleitung, Bestellung:

Wolfgang E. Bastian, Postfach: Apostolat 1319 in 50364 Erftstadt

 

Helfen Sie uns bei der Verbreitung dieser Schriften.

Alle Schriften und Broschüren und ihre Verbreitung wird aus Spendenmitteln finanziert.
Umfasst sieben Bände „Offenbarungen an Barbara Weigand“ und daneben weitere Bücher.

Gemäss einer Botschaft an Barbara Weigand sollen alle Schriften
unentgeltlich verbreitet werden.
Spendenkonto: Nassauische Sparkasse (BLZ 510 500 15)  Konto: 245092288
SWIFT: NASS DE 55     IBAN: DE 17 5105 0015 0245 0922 88

 

  www.kath-zdw.ch back top 
- - -

 Seiten-Aufrufe in ZDW