Über die Zahl der Auserwählten

 

   
   





  

Predigt des hl. Leonhard von Porto Mauritio
über die Zahl der Auserwählten  
 Copyright by © Klemens Kiser 

aus dem Französischen übersetzt von Klemens Kiser

Was die größten Heiligen mit Schrecken erfüllt.
Wer sich verdammt, verdammt sich durch sein eigene Bosheit.
Es ist keine Neugier, sondern eine Vorsichtsmaßnahme.
Zeugnisse der Hl. Schrift.
Untersuchung der verschiedenen Stände.
Die zwei Wege, die zum Himmel führen.
Bekenntnisse.
Wie der Sand des Meeres... Wie die Sterne des Firmaments...
Gott ist ein gerechter Vater.
Es gibt keine Entschuldigung.
Das Schicksal der katholischen Sünder.
Wenn du willst, wirst du gerettet werden.

Der hl. Leonhard von Porto Mauritius war ein großer Volksmissionar. Er verbrachte 44 Jahre unermüdlich im apostolischen Dienst in Italien. In Rom predigte der hl. Leonhard auf der Piazza Navona eine Volksmission, an der Papst Benedikt XIV. teilnahm. Seine Predigt war äußerst wirksam.

“Meine Predigten basieren nicht auf schönen Worten, sondern auf schönen Wahrheiten... Ich werde einfache, vertraute Worte verwenden, um von den gröbsten und ungeschicktesten verstanden zu werden, ohne die intelligentesten zu ermüden.”

Sein unermüdlicher Begleiter, Bruder Jakob von Florenz, riet ihm eines Tages, seine Predigtthemen zu ändern, weil man, wenn man immer die gleichen Predigten hält, nicht so viel Früchte erntet, als wenn man abwechselt. Der Heilige antwortete mit diesem entscheidenden Argument: “Tu es, du wirst ein eingebildeter kleiner Arzt sein, der die Herrlichkeit der Welt und nicht die Gottes sucht.”

“Mit zwei oder drei Gefährten, zu Fuß, ohne Schuhe, den Stock in der Hand, reiste der hl. Leonhard von Porto Mauritius, sagt Pater Gemelli
(El Franciscanismo, VI), durch Mittelitalien, fast ganz Italien vom Norden und bis nach Neapel im Süden. Wo immer er sich aufhielt, kam eine außergewöhnliche Menge Menschen. Von den ersten Predigten an war die Kirche zu klein für die Menge, die kam. alles, er mußte auf den öffentlichen Plätzen predigen, die sich dann bis zu den Dächern füllten. Nach Beendigung der Predigt wurden die Beichtstühle belagert. Und der Missionar blieb, ohne müde zu sein, Stunde für Stunde, Tag und Nacht, mit dem Mut des Soldaten, der sich weigert, das Schlachtfeld zu verlassen, bis er den vollständigen Sieg errungen hat; ohne zu vergessen, daß es nach der Schlacht immer noch heißt, den Feind zu verfolgen.

“Gegen die Hölle”, sagte er, “sei er bereit bis zu deinem letzten Atemzug zu kämpfen.
”Papst Benedikt XIV. nannte ihn “den großen Jäger des Paradieses.”

Der hl. Leonhard ist eine berühmte und sehr beliebte apostolische Person und der Patron Volksmissionen. Was ist der Grund für diese Schirmherrschaft?
Er hat getan, was das Kirchenrecht von 1918 in Kanon 1347 befiehlt:

1. Die hl. Predigt sollte zunächst darlegen, was die Gläubigen glauben und praktizieren müssen, um sich selbst zu retten.

2. Die Prediger des göttlichen Wortes dürfen sich nicht mit weltlichen Angelegenheiten befassen, abstrakten Themen, welche die gewöhnliche Fähigkeit der Zuhörer überschreiten. Sie müssen ihren Dienst des Evangeliums nicht durch überzeugende Argumentation menschlicher Beredsamkeit oder durch profane Prahlerei oder die Verführung eitler und ehrgeiziger Beredsamkeit ausüben, sondern indem sie sich in ihrer Predigt voller Geist und der Kraft Gottes aufzeigen, daß sie nicht sich selbst predigen, sondern den gekreuzigten Christus.

Das Kirchenrecht von 1983 sagt in Can. 528, daß der Pfarrer die Pflicht hat, das Wort Gottes unverfälscht zu verkündigen. - Doch wer tut dies? In manchen Diözesen wird man pensioniert, wenn man über das Fegfeuer predigt...

Eine der berühmtesten Predigten des hl. Leonhard von Porto Mauritius war über die geringe Zahl der Auserwählten - der Geretteten. Ihr vertraute er die Bekehrung der großen Sünder an. In dieser Predigt, die wie seine anderen Schriften während des Heiligsprechungsprozesses einer kanonischen Prüfung unterzogen wurde, geht er auf die verschiedenen Lebensstände der Christen ein und kommt zu dem Schluß, daß es nur eine relative geringe Anzahl von Menschen gibt, die im Vergleich zu allen Menschen, gerettet werden.

Der Leser wird über diesen bemerkenswerten Text nachdenken und, abgesehen von einigen Ausdrücken, die für die moderne Mentalität malerisch erscheinen mögen, die Stichhaltigkeit der Argumente erfassen, welche die Zustimmung der Kirche gewonnen haben.

Jesus sagt im Evangelium:
“Viele sind berufen, aber nur wenige auserwählt.” Mt 22,14.
D.h. nur wenige werden gerettet, weil viele nicht wollen.
Auserwählung ist keine Willkür, Gott bietet jedem die Gnade an, aber viele lieben sich, das Vergnügen, das Geld, den Sport, die Karriere oder andere Menschen mehr als Gott. Das Wesen der Sünde besteht ja darin, daß man etwas Geschaffenes dem Schöpfer vorzieht und somit Gott den Rücken zuwendet.


Hier die lebendige und bewegende Predigt
des großen Volksmissionars.

Predigt für den Dienstag nach dem vierten Fastensonntag über der Zahl der Auserwählten aus dem Buch der Predigten des hl. Leonhard von Porto Mauritius.

I. Was die größten Heiligen mit Schrecken erfüllt.

Gott sei Dank ist die Zahl der Jünger des Erlösers nicht so gering, daß die Bosheit der Schriftgelehrten und Pharisäer triumphieren muß. [Gilt auch für viele heutige Schriftgelehrten - Theologen.] Obwohl sie sich bemühen, die Unschuld zu verunglimpfen und die Menge mit ihren heimtückischen Irrtümern zu täuschen. Sie machen die Lehre und den Charakter unseres Herrn schlecht, finden sogar in der Sonne Flecken, doch viele erkannten in IHM den wahren Messias und folgten ihm offen ohne Angst vor Bestrafung oder Drohungen. Trotz der Betrügereien seiner Feinde: “De turba autem multi crediderunt in Eum - Viele aus der Menge glaubten an ihn.”

Sind alle, die Christus nachgefolgt sind, ihm bis zu seiner Verherrlichung gefolgt? O, hier respektiere ich dieses tiefe Geheimnis und verehre schweigend die Abgründe göttlicher Entscheidungen, anstatt verwegen über einen so großen Punkt zu entscheiden! Es ist ein ernstes Thema, das ich heute behandeln werde. Es ließ die Säulen der Kirche zittern, erfüllte die größten Heiligen mit Schrecken und bevölkerte die Wüsten mit Anchoreten (Einsiedlern). Diese Unterweisung, in der es darum geht festzustellen, ob die Anzahl der geretteten Christen größer oder kleiner ist als die Anzahl der Christen, die sich verloren gehen, wird Sie, so hoffe ich, zu einer heilsamen Furcht vor Gottes Gericht anregen.

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II. Wer sich verdammt, verdammt sich durch sein eigene Bosheit.

Meine Brüder, ich möchte aufgrund der Liebe, die ich zu euch habe, sie durch die Voraussage des ewigen Glücks beruhigen können, indem ich jedem von Ihnen sage: Das Paradies ist Ihnen sicher. Die größere Anzahl von Christen wird sich retten, also wirst du auch dich retten. Aber wie kann ich Ihnen diese beruhigende Zusicherung geben, wenn sie, Feinde ihrer selbst, gegen die Gebote Gottes rebellieren? Ich sehe in Gott einen aufrichtigen Wunsch, euch zu retten, aber ich sehe in Euch eine Neigung, sich zu verderben. Was mache ich heute, wenn ich klar spreche? Ich werde euch mißfallen. Wenn ich nicht spreche, mißfällt mir Gott.

Ich werde dieses Thema daher in zwei Punkte aufteilen: Zum einen werde ich, um euch mit Schrecken zu erfüllen, die Theologen und die Kirchenväter die Frage entscheiden lassen und sagen, daß die Mehrheit der erwachsenen Christen sich verdammt; und wenn ich dieses schreckliche Geheimnis still betrachte, werde ich meine eigene Meinung verborgen halten.

Im zweiten Punkt werde ich versuchen, die Güte Gottes gegen die Gottlosen
verteidigen, indem ich Ihnen beweise, daß jene, die sich selbst verdammen, sich durch ihre eigene Bosheit verdammen, weil sie sich selbst verdammen wollen. Hier sind zwei sehr wichtige Wahrheiten. Wenn euch die erste Wahrheit erschreckt, glaubt mir nicht, als wollte ich euch den Weg zum Himmel verengen. Weil ich in dieser Frage neutral sein möchte: halten Sie es lieber mit den Theologen und den Kirchenvätern, die aus guten Gründen diese Wahrheit in Ihr Herz einprägen werden. Wenn Sie sich im Augenblick irren, danken Sie Gott, der nur eines will, daß Sie Ihm Ihr Herz ganz geben. Wenn Sie mich schließlich zwingen, klar zu sagen, was ich denke, werde ich es zu Ihrem Trost tun.

Es ist keine Neugier, sondern eine Vorsichtsmaßnahme.

Es ist keine vergebliche Neugier, sondern eine heilsame Vorsichtsmaßnahme, bestimmte Wahrheiten von der Kanzel zu erklingen zu lassen, die wunderbar dazu dienen, die Unverfrorenheit der Liberalen zu überwinden, die immer von der Barmherzigkeit Gottes und der Leichtigkeit sich zu bekehren sprechen, die in alle Arten von Sünden versunken leben und mit Selbstvertrauen auf dem Weg zur Hölle schlafen. Um sie zu entwaffnen und aufzuwecken lassen Sie uns heute diese große Frage untersuchen:

Ist die Zahl der Christen, die gerettet werden, größer als die, die sich verdammen? Fromme Seelen, zieht euch zurück, diese Predigt ist nichts für euch. Ihr einziger Zweck ist es, den Stolz dieser Liberalen zu überwinden, die aus euerem Herzen die heilige Furcht vor Gott verjagen und sich mit dem Dämon zusammen- schließen, der nach Meinung des
hl. Eusebius († 340), Seelen verdammt, indem man sie beschwichtigt “Immittit securitatem ut immittat perditionem - Er gibt Sicherheit um sie ins Verderben zu senden”.

Um diesen Zweifel zu lösen, stellen wir auf der einen Seite alle Kirchenväter, sowohl griechische als auch lateinische, auf die andere die am meisten gelehrten Theologen, die am meisten gelehrten Historiker und stellen Sie die Hl. Schrift in die Mitte, damit es alle erkennen können.

Hören Sie also nicht darauf, was ich Ihnen sagen werde, weil ich Ihnen gesagt
habe, daß ich nicht für mich sprechen oder die Frage entscheiden will, sondern was diese großen Köpfe, die Leuchten in der Kirche Gottes sind, Ihnen sagen werden, um andere zu erleuchten, damit sie den Weg zum Himmel nicht verfehlen. Auf diese Weise werden wir, geleitet vom dreifachen Licht des Glaubens, der Autorität und der Vernunft, diese ernste Frage sicher lösen können.

Beachten Sie, da es hier nicht um die gesamte Menschheit oder um alle Katholiken ohne Unterschied geht, sondern nur um erwachsene Katholiken, die mit freiem Willen in der großen Aufgabe ihrer Erlösung mitarbeiten können. Lassen Sie uns zuerst die Theologen zu Rate ziehen, die anerkanntermaßen die Dinge genauer untersuchen und in ihrer Lehre nicht übertreiben. Hören wir zwei gelehrte (hl.) Kardinäle,
Cajetan und Robert Bellarmin: Sie lehren, daß sich die Mehrheit der erwachsenen Christen selbst verdammt, und wenn ich Zeit hätte, die Gründe zu erklären, auf denen sie beruhen, wären Sie selbst davon überzeugt.

Ich werde hier nur Suarez zitieren, der nachdem er alle Theologen zu Rate gezogen hatte und die Frage aufmerksam studiert hatte, schrieb:
“Die häufigste Vermutung ist, daß es unter Christen mehr Verdammte als Gerettete gibt.”

Wenn Sie sich zur Autorität der Theologen und der griechischen und des lateinischen Kirchenväter anschließen möchten, werden Sie feststellen, daß fast alle dasselbe sagen. Es ist die Meinung des
hl. Theodor († 460), des hl. Basilius († 379), des hl. Ephrem († 373) und des hl. Johannes Chrysostomus († 407). Noch mehr, nach dem Bericht Baronius, war es eine gemeinsame Meinung unter den griechischen Vätern, daß diese Wahrheit dem hl. Simeon dem Säulensteher ausdrücklich offenbart worden war und, daß er als Ergebnis dieser Offenbarung beschlossen hatte, um seine Erlösung zu sichern, vierzig Jahre lang auf einer Säule stehen (leben), allen Widerwärtigkeiten des Wetters ausgesetzt, als Vorbild der Buße und Heiligkeit für alle. [Diese Säule gibt es heute noch nach 1500 Jahren.]

Wenden wir uns jetzt den lateinischen Väter zu, und Sie werden hören, wie der
hl. Gregor der Große († 604) Ihnen klar sagt: “Viele kommen zum Glauben, aber nur wenige ins himmlische Königreich.”

“Es gibt nur wenige, die gerettet werden”, sagt der hl. Anselm, und der hl. Augustinus sagt noch deutlicher: “Es gibt daher nur wenige, die gerettet werden, im Vergleich zu denen, die verloren sind.” Am beängstigten ist jedoch der hl. Hieronymus, der am Ende seines Lebens in Gegenwart seiner Jünger diesen erschreckenden Satz aussprach:

 
“Von hunderttausend, deren Leben immer schlecht war, werden Sie kaum einen finden, der Vergebung verdient.“

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III. Zeugnisse der Hl. Schrift.

Aber warum die Meinungen der Väter und Theologen einholen, wenn die Hl. Schrift die Frage so klar entscheidet? Wenn Sie das Alte und das Neue Testament durchgehen, werden Sie eine Menge von Bildern, Symbolen und Aussagen finden, die diese Wahrheit deutlich machen: Es gibt nur sehr wenige, die gerettet werden.

Zu Noes Zeiten wurde die gesamte Menschheit von der Flut überschwemmt, und nur acht Menschen wurden in der Arche gerettet. “Nun, diese Arche”, sagt der hl. Petrus, “war das Bild der Kirche”, “und diese acht Menschen, die gerettet wurden”, fährt der hl. Augustinus fort, “bedeuten, daß nur sehr wenige Christen gerettet werden, weil nur sehr wenige, die aufrichtig auf die Welt entsagen und daß jene, die nur mit Worten entsagen, nicht zu dem Geheimnis gehören, das diese Arche darstellt.”

Die hl. Schrift sagt uns auch, daß nur
zwei von zwei Millionen Hebräern das verheißene Land betraten, nachdem sie Ägypten verlassen hatten; daß nur
vier Menschen dem Feuer von Sodom und den anderen berüchtigten Städten, die damit umkamen, entkommen sind. All dies bedeutet, daß die Zahl der Verdammten, die wie Stroh ins Feuer geworfen werden müssen, die der Auserwählten, die der himmlische Vater eines Tages als einen kostbaren Weizen in seinen Getreidespeicher sammeln muß, bei weitem überwiegt.

Ich käme an kein Ende, wenn ich hier alle Zahlen darlegen müßte, durch die
die Heiligen Bücher diese Wahrheit bestätigen: Laßt uns damit begnügen, dem lebendigen Orakel der menschgewordenen Weisheit zuzuhören. Was antwortete
Unser Herr auf diesen merkwürdigen Mann im Evangelium, der ihn fragte: “Herr, sind es nur wenige, die retten werden?” Hat er geschwiegen? Antwortete er zögernd? Hat er seine Gedanken versteckt, aus Angst, die Menge zu erschrecken? Nein: Von einem befragt, richtetete er sich an alle Anwesenden. Du fragst mich, sagte er, ob es nur wenige gibt, die gerettet werden. Hier ist meine Antwort: “Bemüht euch, durch die schmale Tür einzutreten, denn viele, ich sage euch, werden versuchen einzutreten und werden es nicht können.” (Lk 13,24)

Wer spricht hier? Es ist der Sohn Gottes, die ewige Wahrheit, der bei einer anderen Gelegenheit noch deutlicher sagt:
“Viele sind berufen, aber nur wenige sind auserwählt”. (Mt 20,16) Er sagt nicht: Alle sind berufen, und unter allen Menschen sind nur wenige auserwählt. Aber er sagte: Viele sind berufen, das heißt, wie der hl. Gregor erklärt, daß unter allen Menschen viele zum wahren Glauben berufen sind, aber unter ihnen gibt es nur wenige, die gerettet werden.
Diese Worte, meine Brüder, stammen von unserem Herrn Jesus Christus. Sind
sie klar? Sie sind wahr. Sagen Sie mir jetzt, ob es Euch möglich ist, in Eurem Herz Glauben zu haben und nicht zu zittern.

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IV. Untersuchung der verschiedenen Stände.

O, ich sehe, daß ich mein Ziel verfehle, wenn ich so von allem im Allgemeinen spreche: Lassen Sie uns diese Wahrheit daher auf die verschiedenen Lebensstände anwenden, und Sie werden verstehen, daß es notwendig ist, Vernunft, Erfahrung und gesunden Menschenverstand der Gläubigen aufzugeben oder einzugestehen, daß die meisten Katholiken verloren gehen.

Gibt es auf der Welt einen Stand, der für die Unschuld günstiger ist, in dem die
Errettung leichter zu sein scheint und von dem man eine höhere Vorstellung hat als die der Priester, die die Offiziere (Stellvertreter) Gottes sind? Wer würde nicht auf den ersten Blick glauben, daß die meisten von ihnen nicht nur gut, sondern auch vollkommen sind; und doch bin ich entsetzt, wenn ich den
hl. Hieronymus höre, zu behaupten, daß, obwohl die Welt voller Priester ist, es kaum einen von hundert gibt, der in einer Weise lebt, die seinem Stand entspricht.
Wenn ich höre, wie ein Diener Gottes bezeugt, daß er durch Offenbarung erfahren hat,
daß die Zahl der Priester, die täglich in die Hölle fallen, so groß ist, daß es ihm nicht möglich erschien, daß auf Erden so viel übrig blieb: wenn ich den hl. Chrysostomus mit Tränen in den Augen rufen höre:

 
“Ich glaube nicht, daß es viele Priester gibt, die gerettet werden, aber ich glaube im Gegenteil, daß die Zahl derer, die verloren gehen, viel größer ist”.

Schau noch höher; sieh die Prälaten der hl. Kirche, die Priester, die für die Seelen verantwortlich sind: Ist die Zahl derer, die unter ihnen gerettet werden, größer als die Zahl derer, die verloren gehen?

Hören Sie
Thomas von Cantimpré. [† 1270. Er war Schüler des hl. Albert,
wie der hl. Thomas von Aquin.]
Er wird Ihnen eine Begebenheit erzählen. Es liegt an Ihnen, die Konsequenzen zu ziehen. In Paris fand eine Synode statt: Eine große Anzahl von Prälaten und Priestern, die für die Seelen verantwortlich waren, waren dort; Der König und die Fürsten kamen, um durch ihre Anwesenheit zur Pracht dieser Versammlung beizutragen. Ein berühmter Prediger wurde eingeladen zu predigen; und während er seine Predigt vorbereitete, erschien ihm ein schrecklicher Dämon und sagte ihm:
“Leg alle deine Bücher beiseite; Wenn Sie diesen Fürsten und Prälaten eine nützliche Predigt halten möchten, sagen Sie ihnen einfach von uns:

“Wir Fürsten der Finsternis danken Euch, Fürsten, Prälaten und Hirten der Seelen, daß durch Eure Nachlässigkeit die größte Anzahl der Gläubigen verloren geht. Deshalb behalten wir uns das Recht vor, sie für diesen Dienst zu belohnen, wenn Sie bei uns in der Hölle sind.”

Wehe euch, die ihr anderen befehlt: Wenn es so viele gibt, die durch eure Schuld verdammt werden, was wird mit euch werden? Wenn von denen, die an erster Stelle in der Kirche Gottes stehen, nur wenige gerettet werden, was wird dann aus Euch? Nehmen Sie alle Stände, alle Geschlechter, alle Verhältnisse, Ehemänner, Ehefrauen, Witwen, junge Mädchen, junge Leute, Soldaten, Kaufleute, Handwerker, Reiche, Arme, Adlige, Einfache; Was werden wir über all diese Menschen sagen, die schlecht leben?

Der
hl. Vinzent Ferrier († 1419) wird Ihnen anhand der Tatsache zeigen, was
Sie darüber denken müssen. Er berichtet, daß ein Erzdiakon von Lyon, der seine Würde aufgegeben und sich um Buße zu tun, in die Wüste zurückgezogen hatte, am selben Tag und
zur selben Zeit wie der hl. Bernhard starb. Als er nach seinem Tod seinem Bischof erschien, sagte er zu ihm:

“Wisse, Monsignore, daß zu der Stunde, da ich starb, 33.000 Menschen starben. Von dieser Zahl stiegen Bernhard und ich unverzüglich in den Himmel auf, drei kamen ins Fegfeuer, und alle anderen fielen in die Hölle.”

Unsere Chroniken erzählen eine noch entsetzlichere Tatsache. Einer unserer
Ordensleute, berühmt für seine Lehre und Heiligkeit, predigte in Deutschland und schilderte die Häßlichkeit der Sünde der Unreinheit so eindringlich, daß eine Frau aus lauter Angst vor allen tot umfiel. Als sie wieder zum Leben erwachte, sagte sie:

“Als ich vor das Gericht Gottes gestellt wurde, kamen gleichzeitig 60.000
Menschen aus allen Teilen der Welt dorthin. Von diesen wurden drei durch das Fegfeuer gerettet, und alle anderen waren verdammt.”


O Abgrund der Urteile Gottes! Von 33.000 nur fünf gerettet! Von 60.000 gab es nur drei, die in den Himmel kamen! Sünder, die ihr mir zuhört, bei welchen wirst du sein?... Was sagst du?... Was denkst du?... 

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V. Die zwei Wege, die zum Himmel führen.

Ich sehe, daß fast alle von Euch von Sprachlosigkeit und Entsetzen ergriffen den Kopf senken. Aber legen Sie Ihre Angst ab, und anstatt uns zu schmeicheln, versuchen wir, unserer Angst einen Vorteil zu entziehen. Stimmt es nicht, daß es zwei Wege gibt, die zum Himmel führen: Unschuld und Umkehr?

Wenn ich Ihnen jetzt zeige, daß es nur sehr wenige gibt, die einen dieser beiden Wege einschlagen, werden Sie bei vernünftigen Menschen zum Schluß kommen, daß es nur sehr wenige gibt, die gerettet werden. Und um zu den Beweisen zu kommen, welches Alter, welchen Beruf, welchen Stand werden Sie finden, wo die Anzahl der Bösen nicht hundertmal höher ist als die der Guten, und von denen wir sagen können: “Gute sind dort selten und sehr viele böse?”

Wir können von unserer Zeit sagen, was der hl. Salvian von Marseille († 475)
selbst gesagt: “Es ist einfacher, eine unzählige Menge von Sündern zu finden, die in alle Arten von Missetaten versunken sind, als ein paar unschuldige Menschen. Wie viele gibt es unter den Dienern, die in ihrem Amt vollkommen treu und treu sind? Wie viele der Kaufleute sind fair und gerecht in ihrem Handel? Wie viele Handwerker sind genau und ehrlich? Wie viele der Händler sind selbstlos und aufrichtig? Wie viele unter den Juristen, die keine Gerechtigkeit verraten? Wie viele Soldaten, die die Unschuld nicht mit Füßen treten? Wie viele Meister, die die Löhne derer, die ihnen dienen, nicht ungerecht einbehalten oder nicht versuchen, ihre Untergebenen zu beherrschen?

Überall sind gute Menschen selten und schlechte Menschen zahlreich. Wer weiß nicht, daß es heute so viel Zügellosigkeit unter jungen Menschen gibt, so viel Unheil unter reifen Männern, so viel Hemmungslosigkeit unter jungen Mädchen, Eitelkeit unter Frauen, Zügellosigkeit im Adel, Korruption im Bürgertum, der Niedergang unter den Menschen, so viel Unverschämtheit unter den Armen, daß man sagen kann, was David über seine Zeit gesagt hat: “Alle zusammen sind in die Irre gegangen... Es gibt niemanden, der Gutes tut nicht ein einziger.” (Ps 13 und 52). Wir sind leider angekommen in dieser von Hosea vorhergesagten universellen Flut von Lastern:
Maledictum und mendacium und furtum und adulterium inunda-verunt.
- Fluch und Lüge, Mord, Diebstahl und Ehebruch haben überhand-genommen. Hos. 4,2

Gehen Sie durch die Straßen und Plätze, die Paläste und die Häuser, die Städte und das Land, die Gerichte und die Höfe, die Tempel Gottes selbst: Wo werden Sie Tugend finden? “Ach!,” sagte der
hl. Salvian, “abgesehen von einer sehr kleinen Anzahl von Menschen, die vor dem Bösen fliehen, was ist die Versammlung der Christen, wenn nicht ein Auswurf aller Laster? Überall gibt es nur Egoismus, Ehrgeiz, Völlerei und Luxus. Der größte Teil der Menschen, ist er nicht durch das Laster der Unreinheit beschmutzt, und hat nicht der hl. Johannes recht, daß, wenn man so etwas so Verdorbenes nennen kann, die ganze Welt unter der Macht des Bösen steht? (1 Jo 5,19). Nicht ich bin es, der es dir sagt; es ist die Vernunft, die Euch zu der Annahme zwingt, daß es unter so vielen Menschen, die so schlecht leben, nur sehr wenige gibt, die gerettet werden.

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VI. Bekenntnisse

Aber kann nicht die Buße, sagt Ihr, den Verlust der Unschuld wiedergutmachen? Es stimmt, ich stimme zu: Aber ich weiß auch, daß die Buße in der Praxis so schwierig ist, daß diese Übung meist verloren gegangen ist oder daß sie unter Sündern so oft mißbraucht wird, daß dies allein ausreicht euch davon zu überzeugen, daß es nur wenige gibt, die diesen Weg gehen. O, wie steil, schmal, mit Dornen übersät, schrecklich anzuschauen, wie schwer ist er zu besteigen! Sie können überall blutige Spuren und Dinge sehen, die an traurige Erinnerungen mahnen. Wie viele sehen es nicht! Wie viele ziehen sich von Anfang an zurück! Wie viele fallen in der Mitte vor Müdigkeit, wie viele geben am Ende kläglich auf! und wie wenige halten bis zum Tod durch!

Der hl. Ambrosius [† 397] sagt, daß es einfacher ist, Menschen zu finden, die Unschuld bewahrt haben, als Menschen, die richtige Buße getan haben - “Facilius inveni qui innocentiam servaverint, quam qui congruam pœnitentiam egerint”.

Wenn Sie das Sakrament der Buße betrachten, welche verstümmelte Geständnisse, welche raffinierte Entschuldigungen, welch trügerische Reue, welch falsche Versprechen, welch unwirksame Worte, wieviel ungültige Absolutionen! Betrachten Sie das Geständnis desjenigen als gültig, der sich schändlicher Sünden beschuldigt, deren Gelegenheit er nicht meidet, oder desjenigen, der sich offensichtlicher Ungerechtigkeiten beschuldigt, ohne die Absicht zu haben, sie wiedergutzumachen, oder jemandem, der, kaum gestanden, in die gleichen Missetaten zurückfällt? O, schreckliche Mißbräuche eines so großen Sakraments!

Der eine gesteht, um eine Exkommunikation zu vermeiden, der andere, um sich den Ruf eines Büßers zu verschaffen. Dieser befreit sich von seinen Sünden, um sein Gewissen zu beruhigen, einer verbirgt sie vor Scham; der eine beschuldigt sich bewußt unvollständig, der andere bekennt sie aus Gewohnheit. Letzteres ist nicht der wahre Sinn des Sakraments; dem einem fehlt die notwendige Reue; einem anderen der feste Vorsatz.

Arme Beichtväter, welche Mühen brauchen Sie nicht, um den größten Teil der Büßer zu diesen Vorsätzen, zu diesen Taten zu bringen, ohne die das Geständnis ein Sakrileg, die Absolution eine Verdammung und die Reue eine Illusion ist!

Wo sind jetzt jene, die glauben, daß die Zahl der Auserwählten unter den Christen größer ist als die der Verworfenen, und die, um ihre Meinung zu bestätigen, deshalb sagen: die meisten erwachsenen Katholiken sterben in ihrem Bett, versehen mit den Sakramenten der Kirche, also sind die meisten erwachsenen Katholiken gerettet? O, was für eine Denkweise! Man sollte genau das Gegenteil sagen.

Die meisten erwachsenen Katholiken beichten zu Lebzeiten schlecht, umso mehr beichten sie beim Tod schlecht, also sind die meisten verdammt.

Ich sage: a fortiori, weil ein sterbender Mensch, der nicht gut gebeichtet hat, während er gesund war, es viel schwieriger dies zu tun wird, wenn er im Bett liegt, sein Herz drückt, sein Kopf wankt, der Verstand schläfrig ist; Wenn ihn auf verschiedene Weise noch lebende Objekte angreifen, noch frische Gelegenheiten, alte Gewohnheiten und insbesondere Dämonen, die alle Mittel suchen, um ihn in die Hölle zu stürzen? Wenn Sie all diesen falschen Büßern so viele andere Sünder hinzufügen, die unerwartet in der Sünde oder durch Unwissenheit der Ärzte oder durch die Schuld der Verwandten sterben, die vergiftet oder bei einem Erdbeben verschüttet werden oder vom Schlaganfall getroffen werden, bei einem Sturz oder auf einem Schlachtfeld oder in einer Schlägerei, in Gefangenschaft oder vom Blitz getroffen oder verbrannt oder ertrinken, - sind Sie nicht gezwungen zu folgern, daß die meisten erwachsenen Christen verdammt sind?

Dies ist die Argumentation des
hl. Chrysostomus. Die meisten Christen, sagt dieser Heilige, wandeln sie nicht ihr ganzes Leben auf dem Weg der Hölle? Warum sollten Sie sich wundern, daß die meisten zur Hölle fahren? Um zur Tür zu gelangen, nehmen Sie den Weg, der dorthin führt. Wie antworten Sie auf eine so zwingende Begründung? 

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VII. Wie der Sand des Meeres...  Wie die Sterne des Firmaments...

Sie werden sagen, die Antwort ist, daß Gottes Barmherzigkeit groß ist. Ja, für
jene, die ihn fürchten: “Misericordia Domini super timentes eum -
Die Barmherzigkeit Gottes ist über jenen, die ihn fürchten”, sagt der Prophet; aber seine Gerechtigkeit ist groß für jene, die sie nicht fürchten, und sie verurteilt alle hartnäckigen Sünder:
“Hinweg von mir, all ihr Übeltäter.” (Lk 13,27)

Aber für wen ist das Paradies, wenn nicht für Christen? Es ist zweifellos für Christen, aber für jene, die ihren Taufcharakter nicht entehren und als Christen leben. Und außerdem, wenn Sie zu der Zahl erwachsener Christen, die in der Gnade Gottes sterben, die unzählige Menge von Kindern hinzufügen, die nach der Taufe sterben, bevor Sie das Alter der Vernunft erreichen, werden Sie nicht mehr überrascht sein als die Apostel Johannes sagte, als er von den Auserwählten sprach: “Ich habe eine große Menge gesehen, die niemand zählen konnte.”
(Offb 7,9) [Früher gab es eine hohe Kindersterblichkeit, sehr viele starben schon früh.]

Und das ist es, was jene irreführt, die behaupten, daß die Zahl der auserwählten Katholiken größer ist als die der Verworfenen. Es ist sicher, daß, wenn Sie alle Katholiken zusammen nehmen, die meisten von ihnen gerettet werden, denn nach den gemachten Beobachtungen stirbt etwa die Hälfte der Kinder nach der Taufe vor dem Alter der Vernunft. Wenn Sie nun zu dieser Zahl jene Erwachsenen hinzufügen, die das Gewand der Unschuld bewahrt haben oder die es, nach dem sie es befleckt hatten, mit den Tränen der Buße gewaschen haben, ist es sicher, daß die größte Zahl gerettet wird; und dies erklärt die Worte des Apostels Johannes:
“Ich habe eine große Menge gesehen” und diese andere unseres Herrn: “Viele werden aus dem Osten und dem Westen kommen und werden mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen” und die andere Stellen, die wir gewohnt sind, für diese Meinung zu zitieren.

[Offb 7,9 ‘Darauf sah ich eine große Schar, die niemand zu zählen vermochte,
aus allen Völkern, Stämmen, Geschlechtern und Sprachen. Sie standen vor dem Thron und vor dem Lamm, angetan mit weißen Gewändern und mit Palmen in ihren Händen.’ - Man beachte: mit weißen - nicht schmutzigen Gewändern.]

Aber wenn wir von erwachsenen Christen sprechen, stimmen Erfahrung, Vernunft, Lehramt, Überlieferung und Schrift darin überein, daß die größte Anzahl sich selbst verdammt. Glaube nicht, daß das Paradies leer sein; im Gegenteil, es ist ein sehr bevölkerungsreiches Königreich;
und wenn die Verworfenen so zahlreich sind wie der Sand des Meeres, sind die Auserwählten so zahlreich wie die Sterne des Firmaments, das heißt, beide sind unzählig, wenn auch in sehr unterschiedlichen Anteilen.

Der
hl. Johannes Chrysostomus, der eines Tages in der Kathedrale von
Konstantinopel predigte und dieses Verhältnis berücksichtigte, konnte nicht anders, als vor Entsetzen zu schaudern: “Wie viele”, sagte er, “unter diesen so zahlreichen Menschen, glauben Sie, werden gerettet werden?” Und ohne auf die Antwort zu warten, fügte er hinzu:
“Unter so vielen tausend Menschen sind nicht hundert, die gerettet werden, und für diese hundert zweifle ich immer noch.”

Was für eine schreckliche Sache! Der große Heilige glaubte, daß bei so vielen
Menschen kaum hundert Menschen gerettet werden, und dennoch war er sich dieser Zahl nicht sicher. Was wird mit Euch passieren, die ihr mir zuhört? Mein Gott? Ich kann nicht daran denken, ohne zu schaudern. Das Geschäft der Erlösung ist eine sehr schwierige Sache, meine Brüder; denn nach Maximus dem Theologen, wenn ein Ziel große Anstrengungen erfordert, erreichen es nur wenige.

Aus diesem Grund kommt der engelgleiche Lehrer
Thomas (von Aqiun), nachdem er mit seiner immensen Gelehrsamkeit alle Gründe dafür und dagegen abgewogen hat, zum Schluß, daß die größte Anzahl erwachsener Katholiken verdammt ist:

“Die ewige Glückseligkeit übertrifft den Zustand der Natur, vor allem seit diese der ursprünglichen Gnade beraubt ist, daher wird nur eine kleine Zahl gerettet.”

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VIII. Gott, der gerechter Vater.

Nimm die Binden von den Augen, die blinde Selbstliebe, die Euch hindert, einer so offensichtlichen Wahrheit zu glauben, was Euch die meisten Mißverständnisse über Gottes Gerechtigkeit gibt. “Gerechter Vater! Die Welt kennt dich nicht”, sagt unser Herr Jesus Christus. Er sagt nicht Allmächtiger Vater, sehr guter, barmherziger Vater; Er sagt: “Gerechter Vater”, um uns verstehen zu lassen, daß von allen Eigenschaften Gottes keine weniger bekannt ist als Seine Gerechtigkeit, weil die Menschen sich weigern zu glauben, was sie fürchten zu erfahren. Nehmen Sie den Schleier ab, der Ihre Augen verdunkelt, und sagen Sie mit Tränen: Ach! Die größte Anzahl von Katholiken, die größte Anzahl der Einwohner dieses Ortes und vielleicht sogar dieses Publikums wird verdammt sein. Welches Thema verdient Ihre Tränen am meisten?

König Xerxes, († 465 v. Chr.) der von der Spitze eines Hügels aus seine Armee
aus hunderttausend Soldaten in der Kampfordnung stehend sah und in Anbetracht dessen, daß in hundert Jahren kein einziger Mann mehr leben würde, konnte seine Tränen nicht zurückhalten. Haben wir nicht viel mehr Grund zu weinen und zu bedenken, daß von so vielen Katholiken die größte Anzahl verdammt sein wird?

Sollte dieser Gedanke nicht Tränenströme aus unseren Augen heraustreiben oder zumindest in unseren Herzen dieses Gefühl des Mitleids erregen, das früher den ehrwürdigen Augustiner
Marcel vom hl. Dominikus bewegte? Als er eines Tages über ewige Strafen meditierte, zeigte ihm der Herr, wie viele Seelen gerade zur Hölle gingen, und zeigte ihm einen sehr breiten Weg auf dem 22.000 Verworfene dem Abgrund zuliefen und miteinander zusammenstießen. Bei diesem Anblick rief der Diener Gottes erstaunt aus: “Oh! welche Zahl! welche Zahl! und es gibt mehr. O Jesus! O Jesus! Was für ein Wahnsinn!

Lassen Sie mich deshalb mit
Jeremia wiederholen: “Wer wird meinem Kopf Wasser und meinen Augen eine Quelle von Tränen geben, und ich werde um jene trauern, die die Tochter meines Volkes verloren hat.” (Jer 8,23)

Arme Seelen! Wie rennt ihr so eifrig zur Hölle? Bitte hört, hört mir einen Moment zu. Entweder versteht ihr, was es bedeutet, sich selbst zu retten und sich für alle Ewigkeit zu verdammen, oder ihr versteht es nicht. Wenn Sie es verstehen, und wenn Sie sich trotzdem entscheiden, ihr Leben jetzt nicht ändern, um eine gute Beichte, abzulegen, die Welt zu Füßen zu treten, in einem Wort, um alle Anstrengungen unternehmen, zu jenen wenigen zu zählen, die gerettet werden, ich sage, habt ihr keinen Glauben. Wenn Sie es nicht verstehen, sind Sie entschuldbar; denn es muß gesagt werden, daß Sie Ihren Verstand verloren haben.

Für alle Ewigkeit gerettet zu sein! - für alle Ewigkeit verloren zu sein! Und nicht alle Anstrengungen zu unternehmen, um das eine zu vermeiden und das andere zu sichern, ist etwas, das man sich nicht vorstellen kann.

Vielleicht glauben Sie den schrecklichen Wahrheiten, die ich Ihnen gerade gesagt habe, immer noch nicht. Aber es sind die bedeutendsten Theologen, die berühmtesten Kirchenväter, die durch meinen Mund zu Ihnen gesprochen haben. Wie können Sie dann Beweisen widerstehen, die durch so viele Beispiele, durch so viele Worte der Hl. Schrift gestärkt wurden? Wenn Sie trotzdem immer noch zögern und Ihr Geist sich der entgegengesetzten Meinung zuwendet, reicht diese Überlegung allein nicht aus, um Sie zum Zittern zu bringen? O, Sie zeigen, daß Sie sich wenig um Ihre Erlösung kümmern? In dieser wichtigen Angelegenheit wird ein vernünftiger Mensch mehr vom geringsten Zweifel über die Gefahr betroffen, die sie in sich birgt, als vom Beweis eines völligen Ruins in anderen Angelegenheiten, an denen die Seele nicht interessiert ist.

Einer unserer Ordensleute, der
sel. Ägidius, pflegte zu sagen:
Wenn ein Mensch verdammt würde, würde er alles tun, um sicherzustellen, daß er es nicht sei.

Was sollen wir also tun, die wir wissen, daß nicht nur unter allen Menschen, sondern auch unter Katholiken die größte Zahl verdammt sein wird?
Was sollen wir machen? Beschließen Sie, zu der kleinen Anzahl derer zu gehören, die gerettet werden. Wenn Christus, sagen Sie, mich verdammen wollte, warum hat er mich dann in die Welt gebracht? - Halt den Mund, rücksichtslose Zunge: Gott schuf niemanden, nicht einmal die Türken, um sie zu verdammen.

Aber
wer verdammt wird, verdammt sich selbst, weil er es selbst will. Ich möchte mich daher jetzt verpflichten, die Güte meines Gottes zu verteidigen und sie von jeden Vorwurf freizusprechen: Dies ist das Thema des zweiten Punktes.

IX. Bevor Sie fortfahren, nehmen Sie auf der einen Seite alle Bücher und Häresien von Luther und Calvin, auf der anderen Seite die Bücher und Häresien der Pelagier, Halbpelagier und verbrennen Sie diese. Einige zerstören die Gnade, andere die Freiheit, und alle sind voller Fehler; werfen Sie diese ins Feuer. Alle Verworfenen haben den Ausspruch des Propheten Hosea in ihre Stirn eingraviert: Deine Verdammung kommt von Dir, damit sie verstehen können, daß jeder, der sich selbst verdammt, sich selbst durch seine eigene Bosheit verdammt und weil er sich selbst verdammen will.

Nehmen wir zunächst diese beiden unbestreitbaren Wahrheiten als Grundlage: “Gott möchte, daß alle Menschen gerettet werden.” “Alle brauchen die Gnade Gottes”. Wenn ich Ihnen nun zeige, daß Gott den Willen hat, alle Menschen zu retten, und daß er Ihnen dafür all seine Gnade gibt, mit allen anderen Mitteln, die notwendig sind, um dieses erhabene Ziel zu erreichen, werden Sie gezwungen sein, dem zuzustimmen, wer verdammt ist, muß es seiner eigenen Bosheit zuschreiben, und daß, wenn die größte Anzahl von Christen verworfen wird, geschieht es, weil sie es wollen. “Deine Verdammung kommt von dir; nur in Mir ist deine Rettung.” Hos 13,9.

Gott hat wirklich den Willen, alle Menschen zu retten, sagt er uns an hundert
Stellen der Hl. Schrift.
“Ich möchte nicht, daß der Sünder stirbt, sondern daß er sich bekehrt und lebt. Ich lebe, sagt der Herr. Ich will nicht den Tod der Sünder, sondern daß sie sich bekehren und leben.” (Ez 18,23)

Wenn jemand etwas sehr will, sagt er, daß er vor Verlangen stirbt, es ist eine
Übertreibung. Aber Gott wollte und will unser Heil so stark, daß er vor Verlangen starb, und er erlitt den Tod, um uns Leben zu geben: “et propter nostram salutem mortuus est -
um unseres Heiles willen ist er gestorben”. Dieser Wille, alle Menschen zu retten, ist daher in Gott kein unaufrichtiger, oberflächlicher und offensichtlicher Wille, sondern ein wahrer, wirksamer und wohltätiger Wille, weil er uns alle Mittel zur Verfügung stellt. Er gibt Sie uns, um uns zu retten, nicht damit sie ihre Wirkung nicht entfalten und auch wenn er sieht, daß Sie es nicht erreichen werden. Aber er gibt sie uns mit aufrichtigem Willen, mit der Absicht, daß sie ihre Wirkung erzielen, und wenn Sie sie nicht erreichen, zeigt er sich betrübt und beleidigt. Er befiehlt den Verworfenen selbst, sich für ihre Rettung einzusetzen. Er ermahnt sie. Er drängt sie, und wenn sie dies nicht tun, sündigen sie. Daher können sie es tun und sich retten.

Noch mehr, Gott, der sieht, daß wir ohne seine Hilfe nicht einmal seine Gnade
gebrauchen können, gibt uns andere Hilfen, und wenn sie manchmal unwirksam bleiben, liegt der Fehler bei uns; denn mit der gleichen Hilfe, in actu primo wie Theologen sprechen, mit der gleichen Hilfe, die der eine mißbraucht und mit der er verdammt wird, kann ein anderer Gutes tun und sich retten; er kann es sogar mit weniger mächtiger Hilfe. Ja, es kann vorkommen, daß einer eine größere Gnade mißbraucht und verloren geht, während der andere mit einer geringeren Gnade mitarbeitet und gerettet wird.

“Wenn jemand deshalb von der Gerechtigkeit abweicht”, sagt der
hl. Augustinus, “wird er von seinem freien Willen mitgerissen, von seiner Begierlichkeit angetrieben, von seiner eigenen Überzeugung getäuscht .” Aber für jene, welche die Theologie nicht verstehen, muß ich ihnen Folgendes sagen: Gott ist so gut, daß er, wenn er einen Sünder zu seinem Verderben laufen sieht, ihm nachläuft, ihn ruft, zu ihm fleht und ihn begleitet bis zu den Toren der Hölle; und was tut er nicht, um ihn zu bekehren? Er sendet ihm gute Erleuchtungen, heilige Gedanken, und wenn er nicht davon profitiert, ist er betrübt, ist empört und jagt ihm nach. Wird er ihn schlagen? Nein: Er vergibt ihm. Aber der Sünder bekehrt sich noch nicht: Gott schickt ihm eine tödliche Krankheit. Für ihn ist zweifellos alles vorbei. Nein, meine Brüder, Gott heilt ihn. Der Sünder bleibt im Bösen, Gott sucht in seiner Barmherzigkeit nach neuen Mitteln.

Er gibt ihr ein weiteres Jahr, und wenn das Jahr zu Ende ist, gibt er ihr ein weiteres. Aber wenn der Sünder sich trotz alledem in die Hölle stürzen will, was macht Gott dann? Verläßt er ihn? Nein: Er nimmt ihn an der Hand; und während er einen Fuß in der Hölle und den anderen draußen hat, ermahnt er wieder, er bittet ihn, seine Gnaden nicht zu mißbrauchen. Nun frage ich Sie, wenn dieser Mensch verdammt ist, ist es dann nicht wahr, daß er gegen den Willen Gottes verdammt ist und weil er sich selbst verdammen will? Kommen Sie und sagen Sie mir jetzt: Wenn Gott mich verdammen wollte, warum hat er mich erschaffen? 

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X. Es gibt keine Entschuldigung.

Undankbarer Sünder, lerne heute, daß du, wenn du dich selbst verdammst, es nicht Gott zuschreiben mußt, sondern dir und deinem eigenen Willen.

Um Dich selbst zu überzeugen, geh hinunter zu den Toren der Hölle:
Dort werde ich Dir jemanden von diesen unglücklichen Verworfene bringen, die in der Hölle brennen, damit er Dir diese Wahrheit erklären wird. Hier ist einer: “Sag mir, wer bist du?” - Ich bin ein armer Götzendiener, geboren in einem unbekannten Land; Ich habe noch nie von Himmel oder Hölle gehört oder von dem, was ich jetzt leide. - Armer Kerl! Geh weg; Ich suche dich nicht “.

Laß einen anderen kommen; hier ist es ; “ Wer bist du? - Ich bin ein Schismatiker von den Grenzen der Tartaren, ich habe immer im wilden Zustand gelebt und kaum gewußt, daß es einen Gott gibt. - Ich frage dich nicht, geh zurück zur Hölle.”. Hier ist noch einer. “Und du, wer bist du? - Ich bin ein armer Ketzer aus dem Norden. Ich wurde am Pol geboren, hatte noch nie das Sonnenlicht gesehen, noch das des Glaubens. - Das ist es noch nicht, daß ich suche, kehre zur Hölle zurück.” Meine Brüder, mein Herz ist gebrochen, wenn ich unter den Verworfenen jene Unglücklichen sehe, die nie etwas von wahrem Glauben gewußt haben. Wisse jedoch, daß das Urteil gegen sie ausgesprochen wurde, ihnen wurde gesagt: Perditio tua ex te.
Du hast dich verdammt, weil du es wolltest.

Wie viel Hilfe erhielten sie von Gott, um sich zu retten! Wir kennen sie nicht, aber sie wissen es gut und schreien jetzt: “Du bist gerecht, Herr, und deine Urteile sind gerecht.”
(Ps 119; 137).

Sie müssen wissen, meine Brüder, daß das älteste Gesetz das Gesetz Gottes ist, das wir alle in unseren Herzen tragen, daß es ohne einen Meister gelernt wird und daß es ausreicht, das Licht der Vernunft zu haben, um alle Vorschriften dieses Gesetzes zu kennen. Deshalb verstecken sich selbst die Barbaren, um ihre Sünden zu begehen, weil sie den Schaden kennen, den sie anrichten; und sie sind verdammt, weil sie das Naturgesetz, das sie in das Herz einschrieben haben, nicht beachtet haben; denn wenn sie es beachtet hätten, hätte Gott ein Wunder getan, anstatt sie verdammt sein zu lassen. Er hätte jemanden geschickt, um sie zu unterweisen, und ihnen andere Hilfe gegeben, deren sie sich unwürdig gemacht haben, indem sie nicht nach den Erleuchtungen ihres eigenen Gewissens lebten, das sie immer wieder warnte das Gute zu tun und das Böse zu meiden.

Es ist ihr Gewissen, das sie vor dem Gericht Gottes anklagte und das ihnen in der Hölle immer wieder sagt: Perditio tua ex te. - Deine Verdammung kommt von dir! Sie wissen nicht, was sie antworten sollen und müssen gestehen, daß sie ihr Schicksal verdient haben. Wenn diese Ungläubigen keine Entschuldigung haben, wie wird es einem Katholiken ergehen, der so viele Sakramente, so viele Predigten zur Verfügung hatte, so viel Hilfe zur Verfügung hatte? Wie könnte er es wagen zu sagen: Wenn Gott mich verdammen sollte, warum brachte er mich dann in die Welt? Wie könnte er es wagen, so zu sprechen, wenn Gott ihm so viel Hilfe gibt, um sich selbst zu retten? Kommen wir zum Schluß..

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XI. Das Schicksal der katholischen Sünder.

Antworte, der du in diesen Abgründen leidest. Gibt es Katholiken unter euch? Wenn ja! Und wie viel ! Laß einen von ihnen hierher kommen. Es ist unmöglich, sie sind zu weit unten, und um sie herzubringen, müßte man die Hölle auf den Kopf stellen; Es ist einfacher, einen von denen festzuhalten, die hineinfallen.

Ich wende mich daher an Sie, die in der Gewohnheit der Todsünde, im Haß, im Sumpf des unreinen Laster leben und die Sie jeden Tag der Hölle näher bringen. Hört auf, bekehrt Euch; es ist Jesus, der Euch ruft und der durch seine Wunden wie durch so viele beredte Stimmen zu dir ruft: “Mein Sohn, wenn Sie sich selbst verdammen, haben Sie nichts zu beklagen als sich selbst: Perditio tua ex te - Deine Verdammung kommt von dir “. Schau auf und schau, wie viel Gnaden habe ich Dir geschenkt, um Dein ewiges Heil zu sichern. Ich hätte dich in einem Barbarenwald zur Welt bringen können. Ich habe es für so viele andere getan, aber Dich habe ich im katholischen Glauben geboren. Ich habe Dich von einem so guten Vater erziehen lassen, von einer ausgezeichneten Mutter, inmitten der guten Anleitungen und Lehren; Wenn du Dich trotzdem verdammst, wessen Schuld wird es sein? Deine eigene, mein Sohn, Deine Verdammung kommt von dir.

Ich hätte Dich nach der ersten Todsünde, die du begangen hast, in die Hölle werfen können, ohne auf die zweite zu warten: Ich habe es mit so vielen anderen getan, aber ich habe Geduld mit dir gehabt; Ich habe viele Jahre auf dich gewartet, ich warte heute noch auf Deine Buße. Wenn du Dich trotz alledem verdammt hast, wessen Schuld ist es dann? Deine eigene, mein Sohn, Deine eigene: Deine Verdammung kommt von dir. Du weißt, wie viele vor Deinen Augen gestorben sind und verdammt wurden: Es war eine Warnung für Dich. Du weißt, wie viele andere ich wieder auf rechten Weg gebracht habe, um Dir ein gutes Beispiel zu geben.

Erinnere Dich, was dieser ausgezeichnete Beichtvater euch gesagt hat? Ich habe ihn dazu gebracht, es zu sagen. Hat er Dich nicht verpflichtet, dein Leben zu ändern, eine gute Beichte abzulegen? Ich habe ihn inspiriert.

Erinnere Dich an diese Predigt, die Dein Herz berührt hat. Ich habe Dich dorthin geführt. Und was zwischen mir und Dir im Geheimnis deines Herzens passiert ist, kannst Du nicht vergessen.
Diese inneren Einsprechungen, dieses so klare Wissen, diese ständige Unruhe Deines Gewissens, würdest Du es wagen, sie zu leugnen? All dies war so viel Hilfe von meiner Gnade, weil ich Dich retten wollte. Ich habe sie so vielen anderen verweigert und ich habe sie Dir gegeben, weil ich Dich sehr geliebt habe. Mein Sohn, mein Sohn, wie viele andere würden, wenn ich so zärtlich mit ihnen sprechen würde, wie ich heute mit Ihnen spreche, wieder auf den rechten Weg kommen! und Du drehst Mir den Rücken zu. Hör zu, was ich Dir sagen werde, das werden meine letzten Worte sein: Du kostest mich Blut. Wenn Du trotz dieses Blutes, das ich für Dich vergossen habe, Dich selbst verdammen willst, beklage Dich nicht über mich, beschuldige nur Dich und vergißt für alle Ewigkeit nicht, daß du Dich trotz allem verdammt hast. Wenn du Dich selbst verdammt hast Ich, Du verdammst dich selbst, weil Du dich selbst verdammen willst. - Deine Verdammung kommt von dir.

O mein guter Jesus, selbst die Steine würden sich bei so süßen Worten und
so zarten Ausdrücken spalten. Gibt es hier jemanden, der sich bei so viel Gnaden und Hilfe verdammen will? Wenn es jemand gibt, möge er mir zuhören und widersetze dich dann, wenn er kann.

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XII. Wenn du willst, wirst du gerettet werden.

Baronius († 1607) berichtet, daß Julian der Abtrünnige nach seinem berüchtigten Abfall vom Glauben einen solchen Haß gegen die hl. Taufe empfand, daß er Tag und Nacht nach Wegen suchte, sie zu löschen. Dafür ließ er ein Ziegenblutbad vorbereiten und ging hinein, um mit diesem unreinen Blut eines der Venus geweihten Opfers den heiligen Charakter der Taufe aus seiner Seele zu löschen. Dieses Verhalten scheint Ihnen abscheulich: Aber wenn Julian in seiner Absicht erfolgreich gewesen wäre, würde er sicher in der Hölle viel weniger leiden.

Sünder, der Rat, den ich Euch geben möchte, wird Euch zweifellos seltsam erscheinen; und doch, um es richtig zu verstehen, ist er im Gegenteil von einem innigen Mitgefühl für Sie inspiriert.
Ich beschwöre Euch deshalb auf meinen Knien, durch das Blut Jesu Christi und das Herz Mariens, um Euer Leben zu ändern, auf dem Weg zurück zu kehren, der in den Himmel führt, und alles zu tun, damit Ihr zu der kleinen Zahl der Auserwählten gehören könnt. Wenn Du trotzdem weiter auf dem Weg gehen möchtest, der zur Hölle führt, finde zumindest einen Weg, die Taufe in Dir zu löschen. Wehe Dir, wenn du den hl. Namen Jesu Christi und den heiligen Charakter des Christen in deiner Seele mitnimmst. Deine Bestrafung wird viel größer sein. Tu also, was ich Dir rate: Wenn Du dich nicht bekehren willst, bitte heute deinen Pfarrer, Deinen Namen aus dem Taufregister zu streichen, damit Du Dich nicht mehr daran erinnerst, Christ gewesen zu sein. Bitte deinen Schutzengel, die Gnaden, Einsprechungen und die Hilfe, die er Dir auf Befehl Gottes gegeben hat, aus seinem Buch zu streichen, denn wehe, wenn er Dich an sie erinnert. Sage unserem Herrn, er soll seinen Glauben, seine Taufe und seine Sakramente zurücknehmen. Bist Du entsetzt über diesen Gedanken?

Wirf Dich also zu den Füßen Jesu Christi und sage ihm mit Tränen in den Augen und zerknirschtem Herzen: “Herr, ich gestehe, daß ich bisher nicht als Christ gelebt habe, ich bin es nicht wert, zu deinen Auserwählten gezählt zu werden. Ich erkenne, daß ich Verdammnis verdient habe, aber deine Barmherzigkeit ist groß. Und voller Vertrauen in Deine Gnade versichere ich Dir: Ich möchte meine Seele retten, sollte ich mein Vermögen, meine Ehre, mein Leben opfern, vorausgesetzt, ich rette mich. Wenn ich bisher untreu gewesen bin, bereue ich es, ich bedaure, ich hasse meine Untreue, ich bitte demütig um Vergebung. Vergib mir, mein guter Jesus, und stärke mich gleichzeitig, damit ich gerettet werden kann. Ich bitte Dich weder um Reichtum noch um Ehre oder Wohlstand. Ich bitte nur eins, meine Seele zu retten.”

Und du, o Jesus! Was sagst du? Hier ist das verirrte Schaf, das zu dir zurückkehrt, o guter Hirte. Umarme diesen reuigen Sünder, segne seine Tränen und Seufzer oder segne vielmehr diese Menschen, die so bereit sind und nichts anderes als ihre Erlösung suchen. Laßt uns, meine Brüder, zu Füßen unseres Herrn versichern, daß wir, um jeden Preis, unsere Seele retten wollen.
Sagen wir ihm alle mit Tränen in den Augen: “Guter Jesus, ich möchte meine Seele retten.” O gesegnete Tränen, O gesegnete Seufzer!

Ich möchte, meine Brüder, Euch heute alle getröstet heimschicken. Wenn Sie mich also fragen, wie ich über die Anzahl der Auserwählten denke, dann ist es dies: Ob es viele oder wenige Auserwählte / Gerettete gibt, ich sage,
daß jeder, der sich selbst retten will, gerettet wird und daß niemand verloren geht, wenn er nicht verloren gehen will. Und wenn es stimmt, daß nur wenige gerettet werden, dann gibt es nur wenige, die gut leben.

Vergleichen Sie außerdem diese beiden Meinungen:

Die erste, die besagt, daß die meisten Katholiken verdammt werden; die zweite, die im Gegenteil behauptet, daß die größte Anzahl von Katholiken gerettet wird; Stellen Sie sich vor, ein Engel, der von Gott gesandt wurde, um die erste Meinung zu bestätigen, sagt Ihnen, daß nicht nur die meisten Katholiken verdammt sind, sondern daß von all dieser Menge hier nur einer gerettet wird. Wenn Sie die Gebote Gottes befolgen, wenn Sie die Verderbnis dieses Jahrhunderts hassen, wenn Sie das Kreuz Jesu Christi im Geist der Buße umarmen, wirst Du dieser einzige sein, der sich retten wird.

Stellen Sie sich dann vor, daß dieser Engel unter Ihnen zurückkehrt und daß er, um die zweite Meinung zu bestätigen, Ihnen sagt, daß nicht nur der größte Teil der Katholiken gerettet wird, sondern daß von all diesen Zuhörern nur eine Person verdammt wird und alle anderen gerettet werden. Wenn Sie danach Ihren Wucher, Ihre Rache, Ihre kriminellen Handlungen, Ihre Unreinheiten fortsetzen, werden Sie der einzige sein, der verdammt wird.

Was bringt es zu wissen, ob es wenige oder viele gibt, die gerettet werden? “Versuchen Sie, Ihre Wahl durch Ihre guten Werke sicher zu machen”, sagt hl. Petrus.
“Wenn du willst, wirst du dich retten,” sagte der hl. Thomas von Aquin zu seiner Schwester, die ihn fragte, was sie tun soll, um in den Himmel zu kommen.

Ich sage Ihnen dasselbe: und hier beweise ich meine Behauptung.

Niemand wird verdammt, wenn er nicht tödlich sündigt, das ist Lehre des Glaubens; Niemand sündigt tödlich, wenn er nicht will, dies ist eine unbestreitbare theologische Aussage. Also kommt niemand zur Hölle, wenn er nicht will. Die Konsequenz liegt auf der Hand. Ist das nicht genug, um dich zu trösten?
Trauere um vergangene Sünden, beichte gut, sündige in der Zukunft nicht mehr, und du wirst gerettet werden.

Warum quälen Sie sich dann so sehr, denn es ist sicher, daß Sie, um in die Hölle zu kommen, tödlich sündigen müssen. Und folglich kommen sie nur in die Hölle, wenn Sie wollen. Dies ist keine Meinung, sondern eine unbestreitbare und sehr tröstende Wahrheit; Möge Gott Sie dazu bringen, es zu verstehen und Sie zu segnen. Amen”.


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Anmerkung Übersetzer

Der hl. Bernardin von Siena und der hl. Pater Pio sagen, daß die Seelen in die Hölle fallen, wie das Laub von den Bäumen.

Der Weg zur Hölle ist nur so breit, weil ihn viele gehen.

Wenn 90 % der Katholiken nicht mehr in die Kirche und zu den Sakramenten gehen und von den 9 % Kirchgängern nur wenige ihre Sünden beichten, dann können auch nur ganz wenige gerettet werden. Jesus hat uns am Gründonnerstag die hl. Messe und das Priestertum geschenkt, am Karfreitag sein Herz und seine Mutter und an Ostern die Beichte. Das gehört zum Neuen Testament - d.h. zu seinem letzen Willen.

Um sich zu retten ist notwendig, daß man wirklich glaubt (in der Tat) und getauft ist (Mk 16,16) und wenn man eine schwere Sünde getan, diese wirklich bereut, aufrichtig beichtet, den Vorsatz faßt, diese Sünde nicht mehr zu begehen und die Gelegenheit zur Sünde zu meiden, sonst ist die Beichte ungültig - eine Lüge, ein Betrug, ein Sakrileg. Bei schweren Sünden ist auch notwendig, daß man die Art, Zahl und erschwerenden Umstände bekennt. Es ist ein Unterschied einen Armen auszurauben oder einen Reichen oder eine Kirche, genauso ist es ein Unterschied, ob man nur einmal fremdgeht oder in wilder Ehe lebt oder gar in Ehebruch (sog. Zweite Ehe). Wer ungültig beichtet, darf auch nicht zur hl. Kommunion gehen, das wäre auch ein Sakrileg - eine besonders schwere Sünde.

Viele beichten aus Menschenfurcht nie gültig, weil sie gewisse Sünden verschweigen, oder sie nicht richtig bereuen, keinen Vorsatz haben sich wirklich zu bessern. Man kann nicht zu Ostern beichten und dann weiter in wilder Ehe leben, das ist Selbstbetrug. Wenn man Unrecht nicht von Herzen verzeiht, kann uns Gott auch nicht verzeihen. Wie wenige beichten, daß sie abgetrieben haben oder jemand dazu gedrängt haben, denn auch die Männer und Verwandten sind oft mitschuldig. Wenige Beichten auch Selbstbefriedigung und Verhütung.

Die Pille ist die Kommunion des Teufels, die Kinder verhindert und oft auch tötet, weil sie frühabtreibend ist. Manche Frauen haben so zig Abtreibungen und daher oft Depressionen. Die Pille danach ist bewußte Abtreibung, die auch die Exkommunikation zur Folge hat. Auch davon muß man losgesprochen werden.

Sport ist vielfach ein Kult geworden, man merkt es an der religiösen Sprache: Fußballgott, Tempel... Hier bringt man Opfer bei jedem Wetter.

Durch manche sehr schweren Sünden kann man auch umsessen oder gar besessen werden. Viele leiden heute daher unter psychischen Bedrängnissen. Nur wenige Priester kennen sich aus, z.B. nach Abtreibung auch den Geist des Todes zu binden und zu lösen, um die Gefahr der Depression und des Selbstmords zu bannen.

Es wäre gut und heilsam die Leute die Taufversprechen erneuern zu lassen, wie es der hl. Ludwig Maria schon praktiziert hat, bzw. konkret den Geistern, die hinter den Drogen, Alkohol, Sexsucht, Selbstbefriedigung, Ehebruch usw. stehen, zu widersagen, damit die Abhängigkeit - die unsichtbaren Bindungen gelöst werden. Wenn wir die heutige Gesellschaft betrachten, wo vielfach schon in der dritten Generation die Pille, Spirale und andere ‘Verhütungs-’ und Abtreibungsmittel gebraucht werden, da muß man sich über die Allergie gegen Gott, die Kirche und alles Heilige nicht wundern. Man kann nicht zwei Herren dienen.

Wenn Theolog(inn)en Priester, Bischöfe, Kardinäle, auch Ordensfrauen bis in Rom in Sünde leben, und daher Ehebruch und Sodomie gutheißen, was absolut mit den Geboten Gottes unvereinbar ist, da wir brauchen nur den hl. Paulus beachten, der kurz und klar sagt: Die solches Treiben, werden das Reich Gottes nicht erben. Gal 5,21 und ebenso 1 Kor 11,27 über die unwürdige Kommunion.

Die Bedingungen für das ewige Hochzeitsmahl, wie für das eucharistische Gastmahl sind die gleichen. Warum das Kommunionkleid, das Brautkleid, die weiße Albe? Das sind tiefe Symbole, die an die Taufversprechen erinnern und an die Reinheit des Herzen mahnen.

Wir sehen immer deutlicher: Viele sind berufen, aber nur wenige auserwählt.

Peter und Paul 2020

 

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