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Die
Zehn Gebote GOTTES sind das Grundgesetz des
Lebens.

Das
erste Gebot Gottes
-
Wie lautet das erste
Gebot Gottes ?
Das
erste Gebot Gottes lautet:
"Ich bin der
Herr, Dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben."
/
"Du sollst an EINEN Gott glauben und IHN ALLEIN anbeten"
- Was
gebietet das erste Gebot ?
Das
erste Gebot gebietet uns, religiös zu sein. Das
heißt: an Gott zu glauben, ihn zu lieben, ihn anzubeten und ihm
zu dienen als
dem einzigen wahren Gott, Schöpfer und Herrn aller Dinge.
- Welche
ist die einzig wahre Religion ?
Das
Zweite Vatikanische Konzil sagt in seiner Erklärung
über die Religionsfreiheit: "Gott selbst hat dem
Menschengeschlecht
Kenntnis gegeben von dem Weg, auf dem die Menschen, ihm dienend, in
Christus erlöst
und selig werden können. Diese einzige wahre Religion, das glauben
wir, ist
verwirklicht in der katholischen, apostolischen Kirche, die von Jesus
dem Herrn
den Auftrag erhalten hat, sie unter allen Menschen zu verbreiten."
- Was
verbietet das erste Gebot ?
Das
erste Gebot verbietet uns die Pietätlosigkeit,
den Aberglauben, die Irreligiosität; ferner den Abfall (Apostasie)
vom Glauben,
die Irrgläubigkeit (Häresie), das freiwillige Zweifeln und
die schuldhafte
Unwissenheit hinsichtlich der Wahrheiten des Glaubens.
- Was
ist die Pietätlosigkeit ?
Die
Pietätlosigkeit ist die Verweigerung jeder
Verehrung gegenüber Gott.
Aberglaube
ist die Ausübung eines widergöttlichen
Kultes oder die Anbetung gegenüber einer Sache, die nicht Gott
ist, die
Zuflucht zum Teufel, zu den bösen Geistern und zu jedem Mittel, um
menschlich
Unerreichbares zu erlangen.
- Was
ist die Irreligiosität ?
Die
Irreligiosität ist die Unehrerbietigkeit gegenüber
Gott und den göttlichen Dingen: die Versuchung (Herausforderung)
Gottes, das
Sakrileg (Frevel) oder die Profanierung (Schändung) heiliger
Personen oder
Gegenstände.
- Was
ist vom versteckten Kampf gegen die Kirche zu halten ?
Diese
im 18. Jahrhundert entstandene internationale
Bewegung, die sich Freimaurerei" nennt, arbeitet auf äußerst
raffinierte
und heimtückische Weise gegen die katholische Kirche. Weil eine
offene
Verfolgung der katholischen Kirche wenig aussichtsreich erscheint,
arbeiten die
Freimaurer eifrig an der inneren Aushöhlung der Kirche, indem sie
Kleriker und
Laien anstiften, alles zu tun, damit die katholische Religion nicht
mehr als die
einzig wahre erscheint. Diese müsse vielmehr gleichberechtigt als
eine unter
vielen Religionen gelten. Obwohl Politik, Wissenschaft und Wirtschaft
weitestgehend in den Händen der Freimaurer sind und ihre
Machtposition
verlockend erscheint, sollte Kontakt und erst recht jede Mitgliedschaft
gemieden
werden.
- Welche
sind die modernen Götzen unserer Zeit ?
Der
Mensch
ist in unserer Zeit wie zu allen Zeiten in der Gefahr, sich selbst zum
Maßstab
aller Dinge zu machen und sich über Gott zu stellen. Damit wird er
zum ersten
und wichtigsten Götzen überhaupt. Gleichzeitig werden
menschlichen Erfindungen
und Errungenschaften vergöttert, die über den einzigen wahren
Gott gestellt
werden. Das heißt, man opfert unverhältnismäßig
viel Kraft, Zeit und
Intelligenz für diese vergänglichen Dinge. Demnach
gehören das Geld, das
Fernsehen, der Sport, das Auto, die Karriere, das Hobby, der Urlaub
u.v.m zu den
modernen "Göttern" unserer Zeit. All diese Dinge sind
ursprünglich
gut und sinnvoll; werden sie aber wichtiger genommen als Gott und
über ihn
gestellt, oder führen sie durch zu grossem Zeitaufwabnd mit
ihnen von
Gott weg, entwickeln sie sich zu Götzen. Der lebendige
Glaubensvollzug
(Messfeier, Sakramentenempfang, Gebet, Mitarbeit in der Kirche usw.)
kommt dann
in der Regel zu kurz.

Das
Zweite Gebot Gottes
- Wie
lautet das zweite Gebot Gottes ?
Das
zweite Gebot Gottes lautet:
"Du sollst den
Namen Gottes nicht verunehren !"
- Was
gebietet uns das zweite Gebot ?
Das
zweite Gebot gebietet uns, stets Ehrfurcht zu
haben vor dem Namen Gottes und die Gelübde und die feierlichen
Versprechen zu
halten. Das zweite Gebot will den Namen Gottes vor Missbrauch
schützen. Dazu
gehören auch alle heiligen Namen, Bezeichnungen des Glaubens, der
religiösen
Gegenstände sowie heilige Orte und Zeiten.
- Was
verbietet uns das zweite Gebot ?
Das
zweite Gebot verbietet uns, den Namen Gottes
ehrfurchtslos zu nennen: Gott, der Heiligsten Jungfrau, den Heiligen
und den
heiligen Dingen zu fluchen; falsche, unnötige oder in
irgendwelcher Weise unzulässige
Eide zu schwören.
Der
Eid ist die Anrufung Gottes zum Zeugen der
Wahrheit dessen, was man sagt oder verspricht.
- Wann
schwört man nicht wahrheitsgemäß ?
Wenn
man etwas mit einem Eid bekräftigt, von dem
man weiß oder glaubt, dass es falsch ist, und wenn man mit einem
Eid etwas zu
tun verspricht, was man gar nicht auszuführen beabsichtigt.
- Wann
schwört man nicht vernünftig ?
Wenn
man ohne Klugheit und reifliche Überlegung
oder wegen Dingen von geringer Bedeutung schwört.
- Wann
schwört man nicht berechtigt ?
Wenn
man schwört, etwas zu tun, was nicht gerecht
oder erlaubt ist, z.B. sich zu rächen, zu stehlen und andere
ähnliche Dinge.
- Was
ist die Gotteslästerung ?
Die
Gotteslästerung ist eine schreckliche Sünde,
welche in verächtlichen oder fluchenden Worten oder Handlungen der
Verachtung
oder der Verfluchung Gottes, der allerseligsten Jungfrau Maria, der
Heiligen
oder heiliger Dinge besteht.
- Ist
die Sünde des Fluchens schwerwiegend ?
Das
Fluchen (Aussprechen der heiligen Namen im Zorn)
ist eine schwerwiegende Sünde, weil sie eine Beschimpfung,
Ehrverletzung und
Verhöhnung Gottes oder seiner Heiligen ist.
- Welche
Sünde begeht jemand, der falsch schwört ?
Wer
einen falschen Eid schwört, begeht die Todsünde
des Meineides, weil er Gott, die unendliche Wahrheit, dadurch, dass er
ihn zum
Zeugen der Unwahrheit anruft, in hohem Maß verunehrt.
Ein
Gelübde ist das gegenüber Gott gemachte
Versprechen irgend eines ihm wohlgefälligen Gutes, zu dem wir uns
im Glauben
verpflichten.
- Kann
man Gelübde auch der Muttergottes und den Heiligen machen ?
Gelübde
kann man nur Gott machen; man kann jedoch
Gott versprechen, etwas zur Ehre der Muttergottes oder der Heiligen zu
tun.
- Welche
Gelübde kann jeder Gläubige machen ?
Jeder
Gläubige kann Gelübde in bestimmten Anliegen
machen als Dank, als Bitte, zum Lobe Gottes und seiner Heiligen z.B.
Besuch der
Werktagsmesse, regelmäßige Beichte, regelmäßige
Tagesgebete, eine Wallfahrt,
Verzicht auf unnötige Dinge wie Rauschmittel und mit dem Ersparten
Gutes tun,
kein Geschlechtsverkehr vor der Ehe u.v.m. Beim Gelübde geht es
immer um das
geistlich-religiöse Wachstum, um den Weg zum Himmel konsequenter
und freudiger
zu gehen. Wer ein Gelübde machen will, soll vorher möglichst
mit einem
Priester (Beichtvater) darüber sprechen.
Das
Dritte Gebot Gottes
- Wie
lautet das dritte Gebot Gottes ?
Das
dritte Gebot Gottes lautet:
"Gedenke, dass
du den Sabbat heiligst."
- Was
hat der Sabbat mit dem Sonntag zu tun ?
Der
Sabbat ist im Schöpfungsbericht der Bibel der
siebte Tag, der Ruhetag Gottes. Deshalb wird das Volk Israel im dritten
Gebot
aufgefordert, diesen Tag durch Gottesdienst, Gebet und Arbeitsruhe zu
heiligen.
Die Christen haben das dritte Gebot ganz selbstverständlich auf
den ersten Tag
der Woche, den Sonntag, übertragen, weil Jesus Christus am ersten
Tag der Woche
von den Toten auferstanden ist.
- Was
gebietet das dritte Gebot ?
Das
dritte Gebot gebietet uns, die Sonn- und
Feiertage zu heiligen. Das heißt, an diesen Tagen die Heilige
Messe andächtig
mitzufeiern und die normale Berufs- und Werktagsarbeit zu unterlassen.
- Gibt
es Ausnahmen, bei denen jemand von der Einhaltung des dritten Gebotes
befreit ist ?
Ja,
es gibt Ausnahmen, wenn Arbeiten getan werden müssen,
die für die Gesellschaft notwendig sind wie z.B. im Krankenhaus,
bei der
Polizei, der Feuerwehr oder im öffentlichen Verkehr; weiterhin,
wenn es um die
Pflege von kleinen Kindern, Kranken oder alten Menschen geht. Was in
diesem
Zusammenhang die Mitfeier der Heiligen Messe betrifft, muss allerdings
in Erwägung
gezogen werden, ob diese nicht zu einem anderen Zeitpunkt möglich
ist (z.B. am
Vorabend). Wenn jemand aufgrund einer Krankheit nicht in der Lage ist,
die
Heilige Messe mitzufeiern, ist dies kein Verstoß gegen das dritte
Gebot.
- Welchen
Sinn hat das dritte Gebot ?
Das
dritte Gebot verlangt erstens von uns, dass wir
Gott bei der Feier der Heiligen Messe in rechter Weise verehren, ihn
loben und
ihm danken für alles, was er uns getan hat. Zweitens hat dieses
Gebot den Sinn,
dass wir geistlich, geistig und körperlich auftanken und neue
Kräfte gewinnen,
um den vielfältigen Anforderungen des Alltags gerecht zu werden.
- Welches
sind die Sünden gegen das dritte Gebot ?
Im
Hinblick auf die Mitfeier der Heiligen Messe an
Sonn- und Feiertagen sündigt derjenige, der die Heilige Messe ohne
wichtigen
Grund versäumt, andere davon abhält oder sich selber abhalten
lässt, indem er
sich z.B. seiner Umgebung anpasst. Weiterhin sündigt derjenige,
der die Heilige
Messe nur oberflächlich oder unandächtig mitfeiert, sich im
Gotteshaus
unpassend benimmt und andere stört bzw. wenn jemand ohne wichtigen
Grund oder
aus Nachlässigkeit zu spät kommt oder zu früh weggeht.
Im Hinblick auf die
Arbeitsruhe sündigt derjenige, der an Sonn- und Feiertagen die
normale
Werktagsarbeit tut, ohne dass es einen zwingenden Grund dafür
gibt. Weiterhin sündigt
derjenige, der den Sonntag ausnützt, um mehr Geld zu verdienen.
Schwer sündigt
derjenige, der andere zwingt um der höheren Produktivität
willen am Sonntag zu
arbeiten. Schließlich sündigt auch derjenige, der den
Sonntag nur der
Zerstreuung, nicht aber Gott und der eigenen Erholung widmet und
derjenige, der
andere in der Sonntagsruhe stört.
- Welche
Folgen hat die Mißachtung des dritten Gebotes für das
Zusammenleben der Menschen ?
Dadurch, dass die Mehrheit der
Menschen
und auch ein großer Teil der Christen nicht nach den Geboten
Gottes lebt, wird
auch das dritte Gebot missachtet. Wenn aber Gott nicht in rechter Weise
verehrt
wird, ist dem Unglauben Tür und Tor geöffnet; und dann
wundert es auch nicht,
dass die Würde des Menschen mit Füßen getreten wird.
Wenn der Mensch außerdem
nicht genügend Zeit findet, um sich an Seele, Geist und
Körper zu erholen,
wird er auf Dauer krank. Schließlich leidet auch der Zusammenhalt
in den
Familien, die die lebendigen Zellen für die Kirche und die
Gesellschaft sein müssten.
Wenn aber die Familien nicht intakt sind, kann weder die Kirche noch
die
Gesellschaft intakt sein.

Das
Vierte Gebot Gottes
- Wie
lautet das vierte Gebot Gottes ?
Das
vierte Gebot Gottes lautet:
"Du sollst Vater und Mutter ehren, auf dass
es
dir wohl ergehe und du lange lebest auf Erden !"
- Was
gebietet uns das vierte Gebot ?
Das
vierte Gebot gebietet uns, die Eltern zu lieben, sie zu achten und
ihnen zu
gehorchen. Das vierte Gebot verpflichtet wie alle anderen Gebote zuerst
die
Generation der Erwachsenen: die Eltern sollen ihren Kindern vorleben,
wie sie
ihre Eltern ehren, sodann sind sie verpflichtet, ihre Kinder im Glauben
und in
den Sitten zu erziehen. Und dann schließlich sind die Kinder
verpflichtet, ihre
Eltern zu ehren und ihnen zu gehorchen.
- Beinhaltet
das vierte Gebot mehr als nur das Verhältnis der Eltern zu den
Kindern ?
Ja,
das vierte Gebot beinhaltet alle rechtmäßigen Beziehungen
zwischen
Vorgesetzten und "Untergebenen". Das höchste Verhältnis ist
das
zwischen Gott und Mensch. Auch in der Kirche gibt es Beziehungen von
Autorität
und Gehorsam, wie z.B. Papst und alle Glieder Kirche, Bischof und
Priester,
Pfarrer und Gläubige der Pfarrei oder Ordensobere und Ordensleute.
In Staat und
Gesellschaft sind solche Beziehungen: Staat und Bürger,
Arbeitgeber und
Arbeitnehmer oder Lehrer und Schüler.
- Wozu
verpflichtet das vierte Gebot alle Vorgesetzten ?
Das
vierte Gebot verpflichtet alle kirchlichen und weltlichen Vorgesetzten,
die
rechtmäßigen Werte von den Vorfahren anzunehmen: das sind im
wesentlichen der
Glaube, die Offenbarung Gottes, die Zehn Gebote und alle Regeln und
Ordnungen,
die das Zusammenleben der Menschen ermöglichen und menschlicher
machen. Sodann
sind die Autoritäten verpflichtet, die Werte treu und gehorsam an
die
Nachkommen weiterzugeben.
- Wozu
verpflichtet das vierte Gebot die "Untergebenen" ?
Das
vierte Gebot verpflichtet die "Untergebenen" zum Gehorsam der
rechtmäßigen
Autorität.
- Darf
jemand seine Autorität missbrauchen ?
Nein,
die Autorität darf nicht missbraucht werden, denn sie darf niemals
zu etwas
verpflichten, was Sünde ist. Wenn man jemandem bedingungslos
gehorcht, der
etwas verlangt, was Sünde ist, begeht man "Kadavergehorsam" (vgl.
"Gehorsam" in den Konzentrationslagern). Im Zweifelsfall gilt:
"Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen." (Apg 5,30)
- Welches
sind die Sünden gegen das vierte Gebot ?
Gegen
das vierte Gebot sündigt jemand, der die
Glaubensüberlieferung, die Lehre der
Kirche oder die Gebote Gottes ablehnt oder verachtet. Wer sich gegen
rechtmäßige
Autoritäten auflehnt, vergeht sich gegen das vierte Gebot; im
besonderen, wer
sich gegen seine Eltern auflehnt, sie verachtet oder nicht für sie
sorgt, wenn
sie krank oder alt sind. Eltern sündigen, wenn sie ihre Kinder
nicht im Glauben
und in der Ordnung Gottes erziehen und ihnen kein gutes Vorbild und
Beispiel
geben, wenn sie ihre Kinder lieblos und ungerecht behandeln. Kinder
sündigen,
wenn sie ihre Eltern nicht lieben, achten, ehren und ihnen nicht
gehorchen.
- Welchen
Wert hat das Gebet in der Beziehung zwischen Vorgesetzten und
"Untergebenen" ?
Das
Gebet der Vorgesetzten für ihre "Untergebenen" ist genauso wichtig
wie das Gebet der "Untergebenen" für ihre Vorgesetzten. Wenn beide
füreinander
beten, wird auf ihrem Verhältnis Gottes Segen ruhen und man darf
darauf
vertrauen, dass es einfacher sein wird, seine jeweiligen Pflichten zu
erfüllen
wodurch ein fruchtbares Miteinander zustande kommt. Gleichzeitig wird
deutlich,
dass wir alle - in welcher menschlichen Position wir auch sind - eine
Autorität
über uns haben. Dieser höchsten Autorität, die Gott ist,
haben wir am Ende
unseres Lebens Rechenschaft abzulegen über das, was wir in unserer
jeweiligen
Stellung gedacht, gesagt und getan haben bzw. was wir
diesbezüglich unterlassen
haben. "Wem viel gegeben wurde, von dem wird viel zurückgefordert
werden,
und wem man viel anvertraut hat, von dem wird man um so mehr
verlangen." (Lk
12,48)

Das
Fünfte Gebot Gottes
- Wie
lautet das fünfte Gebot Gottes ?
Das
fünfte Gebot Gottes lautet:
Du sollst nicht töten.
- Was
gebietet uns Gott im fünften Gebot ?
Gott will, dass wir den Nächsten lieben wie
uns selbst, ihm helfen und ihm nichts Böses tun. Wir sollen das
eigene und das
Leben des Mitmenschen schützen. Wir sollen es nicht unnötig
in Gefahr bringen,
nicht schädigen oder gar vernichten. Gott möchte, dass wir
das Leben als sein
Geschenk annehmen und die Gesundheit erhalten.
- Die
Werke der Barmherzigkeit
Das fünfte Gebot will uns nicht nur vor der
Sünde bewahren, sondern auch dazu auffordern, das Gute zu tun und
uns für das
Leben einzusetzen. In diesem Zusammenhang sind die sieben leiblichen
und
geistigen Werke der Barmherzigkeit besonders wichtig. Die leiblichen
Werke der
Barmherzigkeit heißen: 1. Hungrige speisen 2. Durstige
tränken 3. Nackte
bekleiden 4. Fremde beherbergen 5. Gefangene befreien 6. Kranke
besuchen 7. Tote
begraben. Die geistigen Werke der Barmherzigkeit heißen: 1.
Sünder
zurechtweisen 2. Unwissende lehren 3. Zweifelnden richtig raten 4.
Trauernde trösten
5. Lästige geduldig ertragen 6. denen, die uns beleidigen, gerne
verzeihen 7. für
Lebende und Tote beten.
- Was
verbietet uns Gott im fünften Gebot ?
Gott verbietet im fünften Gebot, Leib, Leben
und Ehre eines anderen Menschen zu verletzen. Gott verbietet die
bewusste und
geplante Tötung eines Menschen (Mord). Niemand darf sich das Leben
selbst
nehmen (Selbstmord), Gott allein gibt und nimmt das Leben. Ebenso
verbietet Gott
die Tötung eines ungeborenen Kindes im Mutterleib (Abtreibung).
Auch die Schädigung
und Zerstörung der Natur stellt ein schweres Vergehen gegen das
fünfte Gebot
dar.
-
Was
sagt der Katechismus der Katholischen Kirche zur Abtreibung ?
"Seit dem ersten Jahrhundert hat die Kirche es für moralisch
verwerflich
erklärt, eine Abtreibung herbeizuführen. Diese Lehre hat sich
nicht geändert
und ist unveränderlich. Eine direkte, das heißt eine als
Ziel oder Mittel
gewollte, Abtreibung stellt ein schweres Vergehen gegen das sittliche
Gesetz
dar." In der frühchristlichen Didache´ 2,2 heißt es:
„Du sollst ...
nicht abtreiben noch ein Neugeborenes töten“. Das Zweite
Vatikanische Konzil
sagt: „Gott der Herr des Lebens, hat nämlich den Menschen die hohe
Aufgabe
der Erhaltung des Lebens übertragen, die auf eine
menschenwürdige Weise erfüllt
werden muss. Das Leben ist daher von der Empfängnis an mit
höchster Sorgfalt
zu schützen. Abtreibung und Tötung des Kindes sind
verabscheuungswürdige
Verbrechen“ (GS 51). (KKK 2271)
-
Wie
steht die Kirche zur Sterbehilfe ?
Die Kirche unterscheidet die aktive von der
passiven Sterbehilfe. Die aktive Sterbehilfe bedeutet, dass einem
schwerstkranken oder sterbenden Menschen ein Giftstoff verabreicht
wird, der
sein Leben innerhalb kürzester Zeit beendet. Die aktive
Sterbehilfe ist
abzulehnen, weil kein Mensch das Recht hat, über das Lebensende
eines Menschen
zu entscheiden. Die passive Sterbehilfe hingegen ist vertretbar. Sie
bedeutet,
dass bei einem schwerstkranken oder sterbenden Menschen Medikamente
abgesetzt
oder medizinische Geräte abgeschaltet werden können, um den
Leidens- oder
Sterbeprozess nicht unnötig zu verlängern.
-
Kann
man auch mit Worten verletzen oder töten ?
Ja, man kann
auch mit Worten
verletzen oder töten. In diesem Fall spricht man von
Rufschädigung oder
Rufmord. Wenn jemand verleumdet wird, indem Unwahrheiten über ihn
verbreitet
werden, kann es zu weitreichenden inneren Verletzungen kommen, die
oftmals
mindestens genauso schmerzhaft sind wie körperliche Verletzungen.

Das
Sechste Gebot Gottes
- Wie
lautet das sechste und das neunte Gebot Gottes ?
Das
sechste Gebot lautet:
"Du sollst nicht die
Ehe brechen." Das neunte Gebot lautet: "Du sollst nicht begehren
deines Nächsten Mann oder Frau."
- Was
gebietet Gott im sechsten und neunten Gebot ?
Das
sechste und neunte Gebot will die Begegnung von
Mann und Frau im geschlechtlichen Bereich ordnen und regeln, wobei das
neunte
Gebot bis in den Bereich der Gedanken vordringt. Jesus Christus hat die
Ehe zu
einem Sakrament erhoben, damit Mann und Frau ein ganzes Leben lang in
Liebe und
Treue zusammenleben und den Bund Gottes mit den Menschen bzw. den Bund
Christi
mit der Kirche darstellen können. Die Ehe ist der schützende
Raum für die
geschlechtliche Liebe zwischen Mann und Frau. Einheit und
Unauflöslichkeit gehören
zum Wesen der Ehe.
- Was
verbietet Gott im sechsten und neunten Gebot ?
Gott
verbietet den vor- und außerehelichen
Geschlechtsverkehr bzw. den Ehebruch. Vergewaltigung, Prostitution und
Zuhälterei
gehören zu den schweren Vergehen gegen diese beiden Gebote.
Bigamie (Doppelehe)
und Polygamie (Mehrehe) stellen einen vor Gott untragbaren Zustand dar.
Blutschande (Geschlechtsverkehr unter Familienangehörigen) ist
eine Perversion
der Geschlechtlichkeit. Weitere Sünden gegen das sechste und
neunte Gebot sind
Pornographie durch unsittliche Filme oder Zeitschriften, der Gebrauch
künstlicher
Verhütungsmittel sowie die Masturbation (Selbstbefriedigung).
Perversionen wie
Geschlechtsumwandlungen sind ebenso wie homosexuelle Praktiken strikt
abzulehnen. Unkeusche Gedanken und unkeusches Begehren sind Vergehen
gegen das
neunte Gebot und bilden die Vorstufe für Tatsünden.
Keuschheit
ist die gottgewollte Beherrschung des
Geschlechtstriebes vor und in der Ehe. Die Tugend der Keuschheit macht
uns
stark, die Gebote und Ordnungen Gottes im Bereich des Geschlechtlichen
anzuerkennen und danach zu leben.
- Was
ist Schamhaftigkeit ?
Schamhaftigkeit
ist die ehrfürchtige Scham vor der
Preisgabe der eigenen und der fremden Intimsphäre im
geschlechtlichen Bereich.
Die Schamhaftigkeit ist gleichsam wie ein Schutzwall um die Tugend der
Keuschheit zu bewahren.
- Wie
steht die Kirche zu "wiederverheirateten" Geschiedenen ?
Der
Ausdruck "wiederverheiratet geschieden" ist irreführend und
täuscht
über die Tatsache hinweg, dass kirchlich gültig geschlossene
Ehen, die vom
Staat "geschieden" werden, vor Gott bestehen bleiben. Mann und Frau
dürfen
demnach nicht in einer neuen Verbindung wie Eheleute zusammenleben. Tun
sie das
dennoch, so leben sie im Ehebruch und laden daher dauernd schwere
Schuld auf
sich. Wenn sie nicht bereit sind, diese Lebensweise aufzugeben,
können sie auch
nicht zur Beichte gehen, denn die Beichte setzt den Vorsatz zur
Besserung
voraus. Deshalb können sie, da sie im
Zustand einer schweren Sünde sind, nicht die heilige Kommunion
empfangen. Aber
sie sind nicht von der Kirche getrennt, sie können als Getaufte an
ihrem Leben
teilnehmen, ja sie sind sogar dazu verpflichtet; z.B. zum
sonntäglichen Besuch
der hl. Messe. Da der
Kommunionempfang nicht möglich ist (man würde sich selbst
schaden, vgl. 1 Kor
11, 27-29), besteht doch die Möglichkeit, Jesus Christus geistig
zu
"empfangen" (sog. "Geistige Kommunion"). Wenn jemand seine
Lebenssituation ehrlich betrachtet, und die Schlussfolgerung daraus
zieht, nicht
zur Kommunion zu gehen, zeigt er damit seine hohe Achtung vor diesem
Sakrament.
Sicherlich ist zu beachten, dass manche Menschen schuldlos in eine
Situation
gekommen sind, dass sie sich von
ihrem Ehepartner trennen mussten. In diesem Zusammenhang ist es oft
besonders
schwer, aber eine christliche Aufgabe, erlittenes Unrecht als Kreuz in
der
Nachfolge Christi anzunehmen.
Das
6. Gebot zur Ehe
„Ihr sollt rein sein, auch in der Ehe!“
„Die größte Sünde
ist, wenn ein Ehepaar keine Kinder haben will! Sie
wollen nur genießen, aber keine Verantwortung tragen.
Sie sündigen schwer, sehr schwer!"
Es hat sich ergeben, daß
den Menschen angesichts einer Unzahl von Ehebrüchen,
Scheidungen und Trennungen die Gebote GOTTES zur Ehe
noch einmal vor Augen geführt werden müssen. GOTT
sprach durch Moses in den ZEHN GEBOTEN
(2
Mose 20,14 und und 5 Mose,5,18): Gott „Zerstöre
keine Ehe!“ Diese Ausdrucksweise des völligen
Treuegebots ist mit folgenden Worten von JESUS in den
Evangelien zu vertiefen: „ Wer sich von seiner Frau
trennt, (...) der zerstört ihre Ehe!“ (Evang. von
Matth. 5, 32) „Deshalb verläßt
ein Mann seinen Vater und seine Mutter, um mit seiner
Frau zusammen zu leben. Die zwei sind dann eins, mit
Leib und Seele! Sie sind also nicht mehr zwei, sondern
eins! Und was GOTT gebunden hat (zusammengefügt), sollen
Menschen nicht scheiden (trennen, auflösen)!“
(Evangelium von Matthäus 19,5-6)
„Wer sich von seiner
Frau trennt und eine andere heiratet, begeht Ehebruch
gegenüber seiner ersten Frau!“
(Evangelium
von Matthäus 10,8-12) In einigen dem Verfasser
dieser Zusammenstellung zugegangenen Worten machte der
HERR deutlich, daß man in seinem Leben nur ein einzige
Mal das JA-Wort geben kann. Später sprach ER:
„Handlungen gegen den Treuebund sind ein Werk des Teufels!“
Das Eingehen der Ehe ist ein Sakrament, wenn es
kirchlich geschieht,
ein Heiliger Bund, ein
Treuebund, wie es die vorstehenden Worte
GOTTES bezeugen. Das Versprechen ist ein Gelöbnis,
welches vor GOTT in der Person des Priesters bei einer
sakramentalen Handlung vollzogen wird. Zur Erinnerung
werden die üblichen Gelöbnisworte hier wiedergegeben:
„die Treue halten alle Tage des Lebens, bis der Tod
uns scheidet.“ „Ich will dich lieben, achten und
ehren solange ich lebe.“ Es ist die unwiderrufliche
Wahrheit, wenn die Kirche dann von der Unauflöslichkeit
der Ehe spricht, denn aus den Worten des HERRN im
vorstehenden Text aus dem Evangelium nach Matthäus geht
der Mensch mit Leib und Seele einen Treuebund ein, so daß
auch nach dem Tod eines Ehegefährten die Seelen
miteinander verbunden bleiben. Aus den Geboten GOTTES
durch Moses geht auch hervor, daß ein vor GOTT
gegebenes Versprechen unwiderruflich ist, da ER Treue
von uns in allen Lebensbereichen erwartet.

Das
Siebente Gebot Gottes
- Wie
lautet das siebente und zehnte Gebot Gottes ?
Das
siebente Gebot Gottes lautet:
"Du sollst
nicht stehlen."
Das zehnte Gebot
Gottes lautet:
"Du sollst nicht
begehren deines Nächsten Hab und Gut."
- Worin
besteht der Sinn dieser beiden Gebote ?
Das
siebente und zehnte Gebot ordnet im menschlichen
Zusammenleben den Bereich der materiellen Güter, Eigentum und
Besitz, sowie den
Bereich des geistigen Eigentums.
- Gibt
es ein Grundrecht auf Privateigentum ?
Ja,
jeder Mensch hat ein Grundrecht auf
Privateigentum. Doch jedes Privateigentum beinhaltet auch eine soziale
Verpflichtung. Im äußersten Notfall ist alles
Lebensnotwendige Gemeineigentum,
denn dann steht die Sozialverpflichtung über dem Privatrecht.
- Was
gebietet uns Gott im siebenten Gebot ?
Im
siebenten Gebot gebietet uns Gott, das von
anderen geraubte Gut zurückzuerstatten, die schuldhaft
angerichteten Schäden
wieder gut zu machen, die Schulden und den gerechten Lohn der Arbeiter
zu
bezahlen. Es fordert uns auf, jegliches Eigentum eines anderen zu
respektieren
sowie die Natur als die Schöpfung Gottes zu nutzen und zu
schützen.
- Was
verbietet uns das siebente Gebot ?
Das
siebente Gebot verbietet uns, den Nächsten an
Hab und Gut zu schädigen. Daher verbietet es uns die
Diebstähle, die Beschädigungen,
den Wucher, die Erpressung, die Betrügereien in Verträgen und
im Handel und
den Beistand zu solchen Schädigungen. Ebenso verbietet es die
unsachgemäße
Ausbeutung der Natur bzw. deren Beschädigung.
-
Was gebietet uns Gott im
zehnten Gebot ?
Im
zehnten Gebot gebietet uns Gott, gerecht und mäßig
zu sein im Streben nach Verbesserung der eigenen Verhältnisse und
mit Geduld
die Beschränkungen und die übrigen Nöte zu ertragen, die
vom Herrn zu unserem
Verdienst zugelassen werden, da wir "durch viele Drangsale in das Reich
Gottes gelangen müssen" (Apg 14,21).
- Was
verbietet uns das zehnte Gebot ?
Das
zehnte Gebot verbietet uns die unmäßige
Begierde nach Reichtümern ohne Rücksicht auf die Rechte und
das Wohl des Nächsten.
Es verlangt, den Neid aus dem Herzen der Menschen zu verbannen. Der
Neid ist
eine Hauptsünde. Er besteht darin, dass man traurig ist, weil es
einem anderen
gut geht, und maßlos danach verlangt, sich dessen Gut selbst auf
ungerechte
Weise anzueignen. Wer aus Neid dem Nächsten ein schlimmes
Übel wünscht,
begeht eine Todsünde.
- Was
sagt der Katechismus der Katholischen Kirche zur "kirchlichen
Soziallehre" ?
"Die
Kirche fällt auf wirtschaftlichem und sozialem Gebiet ein
sittliches Urteil,
„wenn die Grundrechte der menschlichen Person oder das Heil der Seelen
es
verlangen“ (GS 76). Im Bereich der Moral hat sie eine andere Sendung
als die
staatliche Gewalt: Die Kirche kümmert sich um die zeitlichen
Belange des
Gemeinwohls, weil diese auf das höchste Gut, unser letztes Ziel,
hingeordnet
sind. Sie ist bestrebt, die richtige Einstellung zu den irdischen
Gütern und
den gesellschaftlich wirtschaftlichen Beziehungen zu verbreiten." (KKK
2420)
- Worin
besteht der Sinn des Wirtschaftslebens ?
"Die
Entfaltung des Wirtschaftslebens und die Steigerung der Produktion
haben den Bedürfnissen
der Menschen zu dienen. Das wirtschaftliche Leben ist nicht allein dazu
da, die
Produktionsgüter zu vervielfachen und den Gewinn oder die Macht zu
steigern; es
soll in erster Linie im Dienst der Menschen stehen: des ganzen Menschen
und der
gesamten menschlichen Gemeinschaft. Die wirtschaftliche Tätigkeit
ist — gemäß
ihren eigenen Methoden — im Rahmen der sittlichen Ordnung und der
sozialen
Gerechtigkeit so auszuüben, dass sie dem entspricht, was Gott mit
dem Menschen
vorhat." (KKK 2426)

Das
Achte Gebot Gottes
- Wie
lautet das achte Gebot Gottes ?
Das
achte Gebot lautet:
"Du sollst kein
falsches Zeugnis von dir geben wider deinem Nächsten."
- Was
gebietet Gott im achten Gebot ?
Gott
gebietet uns im achten Gebot, überall und
jederzeit die Wahrheit zu sagen und die Taten des Nächsten wenn
immer möglich
positiv auszulegen, damit ein vertrauensvolles Zusammenleben unter den
Menschen
möglich wird.
- Was
verbietet uns das achte Gebot ?
Das
achte Gebot verbietet uns jede Falschheit und
den ungerechten Schaden am Ruf eines anderen. Daher verbietet es uns
neben dem
falschen Zeugnis: die Verleumdung, die Lüge, die Herabsetzung, die
üble
Nachrede, die Schmeichelei, das vorschnelle Urteil und den vermessenen
Verdacht.
- Welche
Bedeutung haben Verleumdung und üble Nachrede für das
alltägliche Zusammenleben?
Verleumdung
und üble Nachrede haben für das alltägliche
Zusammenleben der Menschen verheerende Folgen, weil durch falsches und
ungeprüftes
Weitererzählen von Behauptungen der Ruf und die Ehre eines
Menschen geschädigt
bzw. ruiniert werden kann. Dadurch kann die Glaubwürdigkeit einer
Person
angegriffen oder vernichtet werden, was einem schwerwiegenden Eingriff
in die Würde
des Menschen gleichkommt.
- Wozu
ist der verpflichtet, der dem guten Ruf des Nächsten geschadet
oder ihn ruiniert hat ?
Wer
dem guten Ruf des Nächsten durch Verleumdung
und üble Nachrede geschadet oder ihn ruiniert hat, muss den
begangenen Schaden
nach Kräften wieder gutmachen. Oft ist dies aber gar nicht mehr
möglich, weil
die Rufschädigung weite Kreise gezogen hat oder dem
Geschädigten
unwiederbringlichen Schaden zugefügt hat. Deshalb sollte man sich
vorher gut überlegen,
was man über andere verbreitet und vor allem dann, wenn
Behauptungen ungeprüft
und unsicher sind. Man darf sich im nachhinein nicht auf andere
berufen, nur
weil diese etwas erzählt haben. Für das, was man selber
weitererzählt, ist
man auch selber verantwortlich.
- Was
sagt der Katechismus der Katholischen Kirche über den Gebrauch der
Massenmedien ?
"In der modernen
Gesellschaft spielen die Massenmedien bei der Weitergabe von
Information, der Förderung
der Kultur und in der Bildung eine bedeutende Rolle. Infolge der
technischen Fortschritte, des Umfangs und der
Vielfalt der übermittelten Inhalte sowie aufgrund ihres Einflusses
auf die öffentliche
Meinung wird diese Rolle immer wichtiger. Die Information durch Medien
steht im
Dienst des Gemeinwohls (vgl. IM
11). Die Gesellschaft hat das Recht auf eine Information, die auf
Wahrheit,
Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität gründet. „Der richtige
Gebrauch dieses Rechtes fordert aber, dass
die
Mitteilung inhaltlich stets der
Wahrheit entspricht und bei Beachtung der durch Recht und menschliche
Rücksichtnahme
gezogenen Grenzen vollständig ist. Auch in der Form muss sie
ethisch
einwandfrei sein, das heißt beim Sammeln und Verbreiten von
Nachrichten müssen
die ethischen Grundsätze sowie die Rechte und Würde des
Menschen beachtet
werden“ (IM 5)." (KKK 2493-2494)
"Weil
der
Mensch nach dem Bilde Gottes geschaffen (vgl. Gen 1,26) ist, bringt er
die
Wahrheit seiner Beziehung zu Gott, dem Schöpfer, auch durch die
Schönheit
seiner Kunstwerke zum Ausdruck. Die Kunst ist eine dem Menschen
eigentümliche
Ausdrucksform. Sie geht über das allen Lebewesen gemeinsame
Streben nach dem
Lebensnotwendigen hinaus; sie ist ein freies Überströmen des
inneren Reichtums
des Menschen. Einem vom Schöpfer geschenkten Talent und der
Anstrengung des
Menschen entstammend, ist die Kunst eine Form der praktischen Weisheit.
In ihr
vereinen sich Erkenntnis und Können (vgl. Weish 7,17), um der
Wahrheit einer
Wirklichkeit in einer dem Sehen oder dem Hören verständlichen
Sprache Gestalt
zu verleihen. Soweit sich die Kunst von der Wahrheit der Geschöpfe
und der
Liebe zu ihnen inspirieren lässt, weist sie eine gewisse
Ähnlichkeit mit der Tätigkeit
Gottes in der Schöpfung auf. Wie jede andere menschliche
Tätigkeit hat die
Kunst ihr absolutes Ziel nicht in sich selbst, sondern empfängt
ihre Ordnung
vom letzten Ziel des Menschen und wird durch dieses veredelt." (KKK 2501)
.
.
.
Das
neunte Gebot
Siehe
auch
Erläuterungen
zum neunten und zehnten Gebot
(Diese 2
Gebote sind auch unter dem 6. und 7. Gebot beschrieben.)
Du
sollst nicht die Frau Deines Nächsten begehren.
Im biblischen
Original heißt es:
Exodus 20, 17: Du sollst
nicht nach dem Haus deines Nächsten verlangen. Du
sollst nicht nach der Frau deines Nächsten verlangen,
nach seinem Sklaven oder seiner Sklavin, seinem Rind
oder seinem Esel oder nach irgend etwas, das deinem Nächsten
gehört. (Hier sind 9. + 10. Gebot miteinander
verbunden)
Deuteronomium 5, 21: du
sollst nicht nach der Frau deines Nächsten verlangen,

Das zehnte
Gebot
Siehe
auch
.
Du
sollst nicht das Hab und Gut Deines Nächsten begehren.
Im biblischen Original heißt
es:
Exodus 20, 17: Du sollst
nicht nach dem Haus deines Nächsten verlangen. Du
sollst nicht nach der Frau deines Nächsten verlangen,
nach seinem Sklaven oder seiner Sklavin, seinem Rind
oder seinem Esel oder nach irgend etwas, das deinem Nächsten
gehört. (Hier sind 9. + 10. Gebot miteinander
verbunden)
Deuteronomium 5, 21: und
du sollst nicht das Haus deines Nächsten begehren,
nicht sein Feld, seinen Sklaven oder seine Sklavin, sein
Rind oder seinen Esel, nichts, was deinem Nächsten gehört.

Praktische Beichthilfe
Die
5 Gebote der Kirche
|
1. |
|
Du sollst an allen
Sonn- und Feiertage eine heilige Messe mit Andacht
mitfeiern, |
|
|
|
Der Sonntag ist GOTT geweiht,
dient also nicht zuerst dem Menschen, seinem Erwerb
oder Vergnügen. Das 1. Kirchengebot legt eigentlich
das 3. Gebot genauer aus. Die gebotenen Feiertage
sind zu halten wie ein Sonntag: Heiligung,
Arbeitsruhe, Mitfeier der Hl. Messe und gute Werke.
Leider werden viele christliche Feste immer mehr
verweltlicht. Die Heiligung der Seele, die
Hauptsache, wird vergessen. Nebensachen werden zum
Fest: Essen, Geschenke, Vergnügungen... Das
Sprichwort bewahrheitet sich: «GOTTES Feiertag ist
des Teufels bester Werktag!» |
|
2. |
|
Du sollst
wenigstens einmal im Jahr deine Sünden beichten, |
|
|
|
Die Kirche wünscht, dass wir
die heiligen Sakramente oft empfangen, damit wir
unser Leben im Stande der Gnade halten. Das 2.
Kirchengebot sichert die Vorbereitung auf die
Eucharistie durch den Empfang des Sakramentes der
Versöhnung, das die in der Taufe erfolgte Umkehr und
Vergebung weiterführt. Die Bussfeier hilft, die
Gesinnung der Reue zu wecken, ohne die es kein
göttliches Verzeihen gibt. Statt die Einzelbeichte
zu verdrängen, sollte sie darauf vorbereiten. |
|
3. |
|
Du sollst
wenigstens einmal im Jahr die heilige Kommunion
empfangen, und zwar zur österlichen Zeit. |
|
|
|
Beichte und Kommunion sind
Sakramente, d.h. von Christus eingesetzte Mittel zu
unserer Heiligung: «Amen, Amen ich sage euch: wenn
ihr das Fleisch des Menschen¬sohnes nicht essen und
sein Blut nicht trinken werdet, so werdet ihr das
Leben nicht in euch haben» (Joh 6,54). Wie oft wir
die HI. Kommunion wenigstens empfangen sollen, hat
er nicht festgelegt. Das tat die Kirche mit dem 3.
Kirchengebot (1215, IV. Laterankonzil). |
|
4. |
|
Du sollst die
gebotenen Feiertage halten, |
| |
|
Das 4. Gebot vervollständigt
das Sonntagsgebot durch die Teilnahme an den
liturgischen Hauptfesten, welche die Mysterien des
Herrn, der Jungfrau Maria und der Heiligen ehren.
Die heute allgemein noch geltenden Feiertage (das
Industriezeitalter hat «rationalisiert»), die nicht
auf einen Sonntag fallen, sind nur noch Weihnachten,
Neujahr und Christi Himmelfahrt. Der Gläubige
richtet sich wegen der unterschiedlichen
Feiertagsregelung nach der Ordnung des Wohn- oder
Arbeitsortes. |
|
5. |
|
Du sollst die
gebotenen Fast- und Abstinenztage halten, |
| |
|
Das 5. Gebot sichert die
Zeiten der Entsagung und Busse, die uns auf die
liturgischen Feste vorbereiten. Früher schrieb man
51 Fasttage vor und dazu als Abstinenztage alle
Freitage. In der Schweiz gab es bis 1957 noch 14
Fasttage. Seit 1967 gelten nur noch Aschermittwoch
und Karfreitag als Fasten- u. Abstinenztage. An den
Fasttagen darf man sich nur einmal satt essen (eine
kleine Stärkung morgens und abends ist gestattet).
«Durch das Fasten des Leibes unterdrückst Du die
Sünde, erhebst Du den Geist, spendest Tugendkraft
und Lohn.» (Präfation der Fastenzeit). |

Christus sagte zu den Aposteln: «Alles,
was auf Erden binden werdet, wird auch im Himmel
gebunden sein.»
(Mt 18,18).
Damit hat er den Hirten der Kirche das Recht
verliehen, Gebote zu geben und die Übertreter zu
strafen: Entziehung der Hl. Sakramente.
Exkommunikation oder Kirchenbann, wodurch der
Exkommunizierte vieler Rechte, Gnaden und
Segnungen, die einem Glied der Kirche zukommen,
beraubt wird. Verweigerung des kirchlichen
Begräbnisses. Die Kirche hat noch andere Gebote
gegeben, die im Kirchenrecht
(CIC)
zusammengefasst sind.
«Die
Kirche ist die Gemeinschaft der gläubigen
Christen, erleuchtet und geleitet von GOTT
unseren Herrn. Darum müssen wir uns stets davon
überzeugt halten, dass der gleiche Herr,
der uns
die 10
Gebote
gegeben hat, auch
der oberste Gesetzgeber jener Gebote ist, die
wir die
Kirchengebote
nennen und die
also unmittelbar von der Kirche ausgehen, damit
wir, im dienstwilligen Gehorsam gegen Seine
göttliche Majestät, sicherer das Heil unserer
Seelen erwirken».
(Ignatius von
Loyola)
|

|
Das
Gewissen - ein Barometer
Das
Gewissen ist die Stimme GOTTES in unserer Seele.
Oft spricht GOTT durch den Schutzengel zu uns,
manchmal durch einen Mitmenschen, ja oft durch
ein Kind. Die Stimme des HI. Schutzengels
vernehmen wir deutlich, indem er uns an etwas
erinnert oder eindringlich vor etwas warnt oder
zu etwas drängt. Wer aufmerksam auf diese leise
Stimme hört und sie befolgt, bekommt ein immer
feineres Gespür, was Sünde ist. Wer sich dagegen
verschliesst, stumpft sein Gewissen immer mehr
ab.
Lassen wir uns zum Guten mahnen und vor dem
Bösen warnen!
 |
|
 |
Das
Gewissen warnt uns vor dem Bösen und
sagt:
«Tu es
nicht!»
Der
Gegenspieler, ein gefallener Engel und
Diener Satans versucht uns das Gegenteil
einzureden. Nach begangener Sünde plagt
uns das Gewissen, d.h. wir wissen, dass
wir uns von GOTT abgekehrt haben, dass
wir IHN beleidigt haben. Wir möchten
fliehen... in die schlechte Laune, ins
Vergessen durch Alkohol oder Drogen...
Wir können bereuen und Busse tun und in
der Beicht GOTTES Gnade erfahren.
ER ermöglicht uns immer einen Neubeginn! |
|
Das
Gewissen mahnt uns zum Guten und sagt:
«Tu es!»
Der Gegenspieler will uns davon
abhalten, denn erfreut sich, wenn wir
sündigen. Jesus sagt: «Liebet eure
Feinde, tut Gutes denen, die euch
verfolgen... dann werdet ihr Kinder
eures himmlischen Vaters sein... Seid
also vollkommen, wie euer Vater im
Himmel vollkommen ist»
(Mt 5, 44f).
Wer kennt nicht das beglückende Gefühl
nach einer guten Tat, nach einem Sieg
über eine Versuchung, nach einer Beicht,
in der er Gottes Gnade erfahren hat? |

GOTT gab Moses am Berge Sinai
für alle Menschen die 10 Gebote. ER hat sie nie
aufgehoben, sondern durch Seinen Sohn Jesus
Christus um zwei erweitert.
Kennst Du sie? |
Die
2 Gebote der Liebe
|
1. |
|
Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus
deinem ganzen Herzen, aus deiner ganzen Seele,
aus deinem ganzen Gemüte und mit allen deinen
Kräften! |
|
2. |
|
Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich
selbst!
(Mk. 12; 30-31 Mt. 22; 38-40) |
Die
7 Hauptsünden oder Laster
|
1. |
|
Hoffart |
|
2. |
|
Ungehorsam |
|
3. |
|
Zorn |
|
4. |
|
Geiz |
|
5. |
|
Unmäßigkeit |
| 6. |
|
Unkeuschheit |
| 7. |
|
Trägheit Link:
Die sieben Hauptsünden |
Die sieben Tugenden, die
den sieben Hauptsünden entgegengesetzt sind
|
1. |
|
Demut |
|
2. |
|
Freigebigkeit |
|
3. |
|
Keuschheit |
|
4. |
|
wohlwollende Liebe |
|
5. |
|
Mäßigkeit |
| 6. |
|
Sanftmut |
| 7. |
|
Eifer im Guten. |
Die in der hl. Schrift
besonders empfohlenen guten Werke
1. Beten
2. Fasten
3. Almosen geben.

Die
6 Sünden gegen
den Heiligen Geist
|
1. |
Vermessentlich auf GOTTES Barmherzigkeit sündigen.
Diejenigen, die allein auf Gottes Barmherzigkeit
trauen, und darum, ohne Scheue und Furcht der
strafenden Gerechtigkeit, allerlei Bosheiten begehen. |
|
2. |
An GOTTES
Barmherzigkeit zweifeln.
Es ist
die Gesinnung Kains:
«Meine
Missetat ist zu gross, als dass ich Vergebung
erlangen könnte!» |
|
3. |
Der
erkannten christlichen Wahrheit hartnackig
widerstreben.
Es
ist die Sünde der Pharisäer:
«Ihr
Halsstarrigen! Wie eure Väter, so widersteht auch
ihr allezeit dem Heiligen Geist!» |
|
4. |
Den
Mitchristen um seine Gnade beneiden.
Hier
ist nicht einfach der Neid gegen den Nächsten um der
Gnade willen gemeint, sondern der Neid und
Widerwille gegen die Gnade selbst, der sich im Kampf
gegen die Ausbreitung des Reiches der Gnade äussert. |
|
5. |
Gegen
heilsame Ermahnungen ein verstocktes Herz haben
«Sie
verstopfen ihre Ohren um die Wahrheit nicht zu hören,
und machen ihr Herz gleich dem Diamanten»
(Sach
7, 11). |
|
6. |
In
der Unbussfertigkeit vorsätzlich verharren.
Diese
Sünde ist dann gegeben, wenn der ausdrückliche
Vorsatz vorhanden ist, in der Sünde zu verharren. |
Link:
Die Sünden wider den Hl. Geist
Die
9 fremden Sünden
|
1. |
|
zur Sünde
raten |
|
2. |
|
andere zur
Sünde auffordern |
|
3. |
|
in die
Sünden anderer einwilligen |
|
4. |
|
andere zur
Sünde reizen |
|
5. |
|
die Sünden
anderer loben |
|
6. |
|
zur Sünde
schweigen |
|
7. |
|
die Sünde
nicht strafen |
|
8. |
|
zur Sünde
helfen |
|
9. |
|
anderer
Sünde verteidigen
(Hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort) |

Die
4 himmelschreienden Sünden
|
1. |
|
Der
vorsätzliche Totschlag. (Mord, Abtreibung) |
|
2. |
|
Die
widernatürliche Unzucht. (Sodomie) |
|
3. |
|
Die
Unterdrückung der Armen und Hilflosen. |
|
4. |
|
Die
Vorenthaltung des gerechten Lohnes. |
.
Die
2 Hauptgeheimnisse des Glaubens
|
1.
|
|
Die Einheit und Dreifaltigkeit Gottes.
|
|
2.
|
|
Die Menschwerdung, das bittere Leiden und
Sterben unseres Herrn Jesus Christus.
|

Die 7
Geistesgaben
In der
Firmung erhält man die 7 Gaben des Hl. Geistes
um im Kampf gegen die Mächte der Finsternis
bestehen zu können. Link:
Firmung - Die 7 Gaben
des Hl. Geistes
|
1. |
|
Weisheit |
|
2. |
|
Verstand |
|
3. |
|
Erkenntnis |
|
4. |
|
Rat |
|
5. |
|
Stärke |
|
6. |
|
Frömmigkeit |
|
7. |
|
Gottesfurcht |
Die zwölf Früchte des Heiligen
Geistes
|
1. |
|
Liebe |
|
2. |
|
Freude |
|
3. |
|
Friede |
|
4. |
|
Geduld |
|
5. |
|
Freundlichkeit |
|
6. |
|
Güte |
|
7. |
|
Langmut |
|
8. |
|
Sanftmut |
|
9. |
|
Treue |
|
10. |
|
Bescheidenheit |
|
11. |
|
Enthaltsamkeit |
|
12. |
|
Keuschheit |
Die 3 göttlichen
Tugenden
|
1. |
|
Glaube |
|
2. |
|
Hoffnung |
|
3. |
|
Liebe |

Die 4 Kardinaltugenden
|
1. |
|
Klugheit |
|
2. |
|
Gerechtigkeit |
|
3. |
|
Mäßigkeit |
|
4. |
|
Starkmut |
Die
Sieben-Zufluchten
|
1. |
|
Die Allerheiligste Dreifaltigkeit |
|
2. |
|
Jesus Christus – der Gekreuzigte |
|
3. |
|
das Allerheiligste Sakrament des Altares |
|
4. |
|
die Gottesmutter Maria |
|
5. |
|
die heiligen Engel |
|
6. |
|
die Heiligen im Himmel |
|
7. |
|
die armen Seelen im Fegefeuer |

Die
7 Werke der
leiblichen Barmherzigkeit
|
1. |
|
Die
Hungrigen speisen |
| |
|
Im
Christentum ist das geistige Leben nicht
losgelöst vom materiellen. Rechtfertigung
durch den Glauben allein ist Irrlehre. Um
das Heil zu erlangen, gerügt der Glaube
allein nicht. Auch die Tat gehört dazu.
Die Werke sind in den Erlösungsplan mit
einbezogen. Unter den verdienstlichen
Werken ist Hungrige speisen vordringlich.
Alle Christen sollten bedenken, dass jeder
Hungrige Christus ist. ER selbst ist der
Hungrige, und wer dem geringsten seiner
Brüder das Brot verweigert, verweigert es
Jesus. Dem, der IHM das irdische Brot
gibt, reicht der Erlöser das
Übernatürliche Brot. |
|
2. |
|
Die
Durstigen tränken |
| |
|
Das erste Gebot der
Gastfreundschaft gebietet das Darreichen
von Wasser—für die Kehle und für die
staubigen Füsse. Der Durst ist eine der
schrecklichsten Qualen. Bei der
Kreuzigungsmarter stiess der Heiland aus:
«Mich dürstet! — Beim Brunnen von Samaria
versprach der Herr Wasser, das nie mehr
durstig macht. Das von Jesus versprochene
Wasser ist die Gnade, das Leben der Seele,
so wie das Wasser der Samaritanerin das
Leben für den Leib bedeutete. Das Wasser
der Gnade wird nicht besitzen, wer dem
andern den Trank für das natürliche Leben
verweigert. |
|
3. |
|
Die
Nackten bekleiden |
| |
|
Wer
das glorreiche Gewand der Seligkeit
empfangen will, muss die Armen bekleiden
mit dem Gewand der Barmherzigkeit. Das
Werk der leiblichen Barmherzigkeit ist
also die Voraussetzung für den geistigen
Aufstieg der Seele. Die Lilien des Feldes,
von GOTT gewandet, sind schöner gekleidet
als Salomon (Mt 6,28). Der hI. Bernhardin
v. Siena nannte jene Zwiebeln, die sich
zuviele Kleider hielten und die Armen
vergassen. Jeder Mensch kann etwas
weiterschenken und dadurch seinesgleichen
kleiden. In diesem Abbild kleidet er
eigentlich den Schöpfer der Lilien selbst. |
|
4. |
|
Die
Fremden beherbergen |
| |
|
Im
Mittelalter hatte jeder Christ die
Pflicht, wenigstens für eine Nacht einen
Pilger zu beherbergen. In jedem
obdachlosen Menschen müssen wir Christus
sehen, den Pilger. |
|
5. |
|
Die
Kranken besuchen |
| |
|
Dies heisst nicht
nur, ihnen Gesellschaft leisten, sondern
sich mit der eigenen Gesundheit zur
Verfügung stellen: Krankendienste
verrichten, die der Kranke allein nicht
vermag. Hat er behinderte Füsse, stelle
man die eigenen zur Verfügung. Hat er
schwache Augen, lese man vor oder schreibe
auf sein Diktat. Jedes kranke Organ soll
Ergänzung finden durch unser gesundes,
denn Kranke sind die Ärmsten unter den
Armen. Der Reiche spürt Gewissensbisse,
wenn er den Blick vom Armen wendet, der
Gesunde hat kaum Bedenken, wenn er dem
Kranken nicht hilft. |
|
6. |
|
Die Gefangenen besuchen |
| |
|
Es
scheint paradox, ist aber wahr: Die von
der menschlichen Gerechtigkeit
Verurteilten werden zu Richtern der
göttlichen Gerechtigkeit gegenüber allen,
die das 6. Werk der leiblichen
Barmherzigkeit ausser acht lassen. Es ist
nicht nur das undankbarste, sondern auch
das heikelste. Über die Brücke der
Gefangenenseelsorger lassen sich Kleider,
Speisen, tröstliche Bücher u.a. den
Häftlingen zur Verfügung stellen. Wehe dem
Christen, der die Gefangenen mit
Rachegefühlen oder Verachtung behandelt!
Er würde Jesus beleidigen. |
|
7. |
|
Die
Toten begraben |
| |
|
Jesus hat beteuert,
in den Hungrigen, Durstigen, Nackten,
Obdachlosen, Kranken und Gefangenen zu
sein. Nie hat ER gesagt, ER lebe in den
Toten. Aber in ihnen birgt sich sein Sieg,
die Auferstehung. Die Toten wollen
ehrfürchtig bestattet sein, nicht wegen
ihrer verblichenen Leiblichkeit, sondern
wegen ihrer kommenden Herrlichkeit. Dieses
Geheimnis der Auferstehung konnte keine
Mythologie und kein Philosoph erfinden.
Mariens Aufnahme in den Himmel wurde zum
Siegel dieses christlichen Geheimnisses —
wenn der verherrlichte Leib sich mit der
geretteten Seele vereinigt. |

Die
7
Werke
der geistigen
Barmherzigkeit
|
1. |
|
Die
Zweifelnden beraten |
| |
|
Der
Zweifler ist wie ein Kranker, der auf
Heilung hofft. Er tut alles um zu genesen.
Darum ist Ratgeben eine Pflicht.
Verweigere diese Hilfe nicht! Leiste sie
liebevoll. |
|
2. |
|
Die
Unwissenden belehren |
| |
|
Viele betrachten die Werke geistiger Barmherzigkeit als
weniger verpflichtend wie die der
leiblichen. Die Unwissenden wissen viele
unnütze Dinge und übersehen die
wichtigsten, die Wissenschaft vom Ewigen.
«Die Unwissenheit ist eine Art 8.
Sakrament. Viele werden gerettet ob ihrer
mangelnden Einsicht» (F.v Sales). Dies
gilt kaum für die Faulen und
Gleichgültigen, die sich mit
selbstzufriedener Unwissenheit
entschuldigen. Wer dem Dienst der
Belehrung nachkommt, handelt auf geistigem
Gebiet entsprechend dem materiellen,
-Dürstende tränken. |
|
3. |
|
Die
Sünder zurechtweisen |
| |
|
Zurechtweisen heisst nicht kritisieren,
blossstellen, verachten, Vorwürfe machen,
anklagen, verdammen...
Aufs-Rechte-weisen besagt:
unterrichten, aufmerksam machen, zum
Überlegen bringen. Es bedeutet nicht, an
den Pranger stellen, sondern warnen; nicht
vor den Kläger führen, sondern in
Sicherheit bringen. Sündigen heisst
fallen. Sünder zurechtweisen bedeutet,
liebevoll dem Fall zuvorkommen oder zur
Hilfe eilen, um aufzurichten. Die Sünde
hassen — den Sünder lieben. Die Sünde
verwerfen — den Sünder zurechtweisen. |
|
4. |
|
Die
Trauernden trösten |
| |
|
Alles bisher Gesagte ist traurig und
verlangt Trost. Hier geht es um anderes,
denn Traurigkeit ist möglich ohne zu
leiden an Hunger, Durst, Kleidern,
Obdachlosigkeit, Krankheit,
Gefangenschaft, Zweifel, Unwissenheit...
Die Betrübnisse und Leiden sind schwierig
zu entdecken und zu befrieden. Es gibt
keine allgemeine Regel, Trauernde zu
trösten (ein Blick, ein Händedruck, ein
Seufzer, eine Träne, ein mitfühlendes
Wort...). Der HI, Franziskus war in
schmerzlichster Situation fähig, andere zu
trösten. Blind, krank, nach schlafloser
Nacht stimmte er den Sonnengesang an zum
Trost aller Unglücklichen. |
|
5. |
|
Erlittenes Unrecht verzeihen
(Beleidigungen) |
| |
|
Während seines Lebens verzieh Jesus nie
aus Berechnung, aus Schwäche oder aus
Feigheit. ER verzieh aus Liebe, womit ER
ein neues Gesetz in Kraft setzte. Das
Gebot, selbst die Feinde zu lieben,
überfordert uns übermenschlich. Kein
Mensch vermag aus sich allein, solchem
Gesetz zu gehorchen. Ohne die Hilfe der
Gnade des Heilandes ist es unmöglich, zu
vergeben. Man muss sich mit IHM vereinen.
ER allein vermag und versteht zu
verzeihen. Das Gesetz christlicher
Vergeltung könnte das alttestamentliche
Auge um Auge ersetzen: Herz um Herz, D.h.
unser Herz für Jesu Herz. |
|
6. |
|
Die
Lästigen geduldig ertragen |
| |
|
Wir
ziehen den Angriff eines Löwen dem einer
Legion Ameisen vor. Zu grossen Prüfungen
sind wir bereit, rebellieren aber gegen
kleine Belästigungen. Wir haben keine
Geduld, kleine Peinen zu ertragen. Jesus
ist der Dulder. Sein Leiden wurde nur im
Hinblick auf die Erlösung von den Sünden
angenommen. Unser Dulden muss sich
folgerichtig mit dem Seinigen vereinen,
vom Ertragen in liebevolles Annehmen
verwandeln: kleine Kreuze freudig
annehmen, Jesus die Belästigungen
aufopfern, sie geduldig ertragen aus Liebe
zum grössten Dulder. |
|
7. |
|
Für
die Lebenden und Verstorbenen zu Gott beten |
| |
|
Der
Blutkreislauf der guten Werke würde bald
in einen Giftkreislauf entarten, wenn er
nicht stets mit dem Sauerstoff des Gebets
angereichert würde. Jedes Gebet, auch das
persönliche wird universell, sobald es
GOTT erreicht. Es unterstützt den Atem des
mystischen Leibes, zu dem alle
Gotteskinder
gehören. Das Gebet muss bestimmt sein für
alle Lebenden und Verstorbenen, die an den
sieben leiblichen und den geistigen Werken
keinen Anteil mehr haben; denn am letzten
und erhabensten Werk nehmen sie teil, die
Armen Seelen. |
Die goldene Regel
Alles, was ihr von
anderen erwartet, das tut auch
ihnen!
(Mt 7, 12)
Die acht Seligkeiten
-
Selig sind die Armen
im Geiste, denn ihrer ist das Himmelreich.
-
Selig sind die
Sanftmütigen, denn sie werden die Erde besitzen.
-
Selig sind die
Trauernden, denn sie werden getröstet werden.
-
Selig sind, die
hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit, denn sie
werden gesättigt werden.
-
Selig sind die
Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit
erlangen.
-
Selig sind, die ein
reines Herz haben, denn sie werden Gott anschauen.
-
Selig sind die
Friedfertigen, denn sie werden Kinder Gottes genannt
werden.
-
Selig sind, die
Verfolgung leiden um der Gerechtigkeit willen, denn
ihrer ist das Himmelreich.
(Mt 5,3-10)
Die zwölf Eigenschaften
Gottes
Gott ist ewig;
Gott ist unveränderlich;
Gott ist allgegenwärtig;
Gott ist allwissend;
Gott ist allmächtig;
Gott ist allweise;
Gott ist heilig;
Gott ist gerecht;
Gott ist wahrhaft;
Gott ist treu;
Gott ist gütig;
Gott ist barmherzig.
Die
drei letzten Dinge eines jeden Menschen:
Tod,
Gericht,
Himmel
oder Hölle!
Himmel:
Ewig
Freud ohne Leid
in
der ganzen Ewigkeit.
Hölle:
Ewig
Leid ohne Freud
in der ganzen Ewigkeit.
.
.
Du sollst
dir kein Gottesbildnis machen!
(KKK 2129-2132)
Zum Abschluss wollen wir noch auf das alttestamentliche
Bilderverbot eingehen. Gott hatte es dem Volk
Israel untersagt, irgendeine Darstellung Gottes
anzufertigen. Damit sollte der Abfall von Gott
ausgeschlossen werden, denn allzu leicht würde das Volk
den transzendenten Gott mit seiner materiellen oder
bildhaften Darstellung verwechseln und anstatt des
lebendigen und wahrhaftigen Gottes einen Götzen anbeten.
So stellt der KKK in Nr. 2129 fest:
„Die göttliche Weisung untersagt jede von Menschenhand
angefertigte Darstellung Gottes. Das Buch Deuteronomium
erklärt: ‚Eine Gestalt habt ihr an dem Tag, als der Herr
am Horeb mitten aus dem Feuer zu euch sprach, nicht
gesehen. Lauft nicht in euer Verderben, und macht euch
kein Gottesbildnis, das irgendetwas darstellt’ (Dtn
4,15–16). Der absolut transzendente Gott hat sich Israel
geoffenbart. ‚Er ist alles’, aber gleichzeitig ‚ist er
doch größer als alle seine Werke’ (Sir 43,27-28). Er ist
‚der Urheber der Schönheit’ (Weish 13,3).
Das Bilderverbot galt aber niemals absolut. Denn
„schon im Alten Testament hat Gott die Anfertigung von
Bildern angeordnet oder erlaubt, die sinnbildlich auf
das Heil durch das fleischgewordene Wort hinweisen
sollten: beispielsweise die eherne Schlange, die
Bundeslade und die Kerubim.“ (KKK 2130)
Seit der
Menschwerdung des Sohnes Gottes ist dieser Teil des
Dekalogs aufgehoben bzw. wurde er modifiziert, da uns
nun der Sohn Gottes in seiner heiligen Menschheit
erschienen ist und uns in seinem heiligen Leben, Sterben
und Auferstehen den unsichtbaren Vater im Himmel
offenbart hat. Daher hat
„(u)nter
Berufung auf das Mysterium des fleischgewordenen Wortes
… das siebte Ökumenische Konzil in Nizäa im Jahr 787 die
Verehrung der Ikonen, die Christus oder auch die
Gottesmutter, Engel und Heilige darstellen, gegen die
Ikonoklasten verteidigt. Durch seine Menschwerdung hat
der Sohn Gottes eine neue Bilder-‚Ökonomie’ eröffnet.“
(KKK 2131)
Als Christen verehren wir daher die Bilder Christi und
der Heiligen, wobei das Ziel der Verehrung nicht im Bild
als solchen zu finden ist, sondern in den dargestellten
Personen. In KKK 2132 heißt es daher:
„Die christliche Bilderverehrung widerspricht nicht dem
ersten Gebot, das Götzenbilder verbietet. Denn ‚die
Ehre, die wir einem Bild erweisen, geht über auf das
Urbild’ (hl. Basilius, Spir. 18, 45), und ‚wer das Bild
verehrt, verehrt in ihm die Person des darin
Abgebildeten’ (2. K. v. Nizäa, ‚Definitio de sacris
imaginibus’: DS 601). Die Ehre, die wir den heiligen
Bildern erweisen, ist eine ‚ehrfürchtige Verehrung’,
keine Anbetung; diese steht allein Gott zu.“
Der Kirchenlehrer Thomas von Aquin hat es so formuliert:
„Die Gottesverehrung wird nicht den Bildern als Ding
zuteil, sondern nur insofern sie Bilder sind, die zum
menschgewordenen Gott führen. Die Bewegung, die sich auf
das Bild als Bild richtet, bleibt nicht in diesem
stehen, sondern strebt zu dem, dessen Bild es ist“ (hl.
Thomas v. A., s. th. 2-2, 81, 3, ad 3).
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