|
Erfahrungen mit
Armen Seelen
Gisela
schreibt über ihre außergewöhnlichen
Erlebnisse hauptsächlich in "Maria, meine wahre Mutter". Dies soll
jedoch nicht der Sensationslust dienen, sondern dafür, dass mehr
für die Armen
Seelen gebetet wird.
Meine
Freude mit den Armen Seelen: Maria, meine wahre Mutter S. 148-170
Aus großer Dankbarkeit zum lieben Heiland will ich von einer
großen, außergewöhnlichen
Gnade berichten, die mir der Heiland geschenkt hat:
Er schenkte mir die große Gnade zu lieben, viel zu beten, aber Er
schenkte mir
auch die Gnade, mit der Seele zu sehen, und zwar gute und böse
Geister. Die
Armen Seelen sind meine Freunde. Jesus wollte, dass ich viel für
sie bete, weil
heute in dieser glaubensarmen Welt so wenig für diese gebetet
wird. Es ist nur
noch eine kleine, treue Schar, die sich die Mühe macht, für
die Verstorbenen
zu beten.
Am Anfang wunderte ich
mich, dass ich so vieles sah,
zum Beispiel viele Statuen, die lebendig wurden und sich bewegten, als
wären
sie Menschen aus Fleisch und Blut. Einmal sah ich sogar, dass die
Statue der hl.
Theresia vom Kinde Jesu in der Kirche St. Rufus ihren Platz
verließ und der
Gottesmutter die Hand gab.
Als ich es nicht mehr für mich behalten konnte, da fragte ich
meinen geistigen
Vater Pater Pio: „Warum sehe ich so unglaubliche Dinge?“ Er antwortete:
„Da fragst du noch? Weißt du denn nicht, dass du alles mit der
Seele sehen
kannst?“
Als ich in einer Kirche wieder so viel schauen durfte, dass ich es
nicht mehr zu
fassen vermochte, da sagte Jesus:
„Ich habe dir die Gnade geschenkt, alles mit der Seele zu schauen.“
Ich sehe also
Verstorbene, kann jedoch nicht mit ihnen
sprechen und habe keine Macht über sie. Aber die Armen Seelen
haben eine
Zeichensprache, die ich sehr schnell lernte. Wenn etwas Schlimmes
kommt, warnen
sie mich, ich sehe dies an ihrem strengen Blick. Wenn ich krank bin,
trösten
sie mich. Sie kommen auf die Bettdecke oder auf meine Hand; dann
spüre ich sie
auch körperlich, etwa wie ein kleines Küken. Wenn sie
gesegnet werden, dann
freuen sie sich und werden ganz munter.
Ich sehe im Bild
Dinge, welche auf mich oder andere
Menschen zukommen. Als mein Mann mit der kleinen Enkeltochter einen
Ausflug mit
dem Roller machen wollte, da warnten mich die Armen Seelen: Sie zeigten
mir im
Bild, wie ein Kind durch die Luft flog und auf der Wiese landete. So
konnte ich
den Ausflug mit dem Roller verhindern.
Die Armen Seelen sind
Heilige in der Läuterung. [Der
Heiligungsprozess beginnt auf Erden, wenn die Seele dazu bereit ist; er
wird
fortgesetzt im Fegfeuer, wo alle verbleibenden Sündenstrafen
abgebüßt werden
müssen, und findet mit der Aufnahme in den Himmel seine
Vollendung] Sie sind so
sehr auf unsere Hilfe angewiesen, es sind Dürstende. Wenn wir
beten, hilft es
ihnen vergleichbar mehr als ein Becher Wasser auf Erden, diesen Durst
zu löschen.
Könnten wir ihre Qual doch erkennen, dann wären wir
erschüttert! Es ist von
den Menschen sehr liebevoll gemeint, wenn sie die Gräber der
Angehörigen auf
das Schönste schmücken, aber es nützt dem toten Leib
nichts, er verwest und
zerfällt.
Die Armen Seelen
brauchen unsere Hilfe durch Gebete,
Messstipendien und Verzichte, also Opfer.
Da Gott gerecht ist, kann Er einer Seele nicht mehr heilige Messen
zukommen
lassen, als diese zu Lebzeiten geschätzt hat. Wenn also ein Mensch
nur sonntags
zur Kirche ging, dann bekommt er die Hilfe einer heiligen Messe nur
alle sieben
Tage.
Eine Frau sagte: „Ich
habe keine Angst vor dem
Sterben. Ich habe genug Geld hinterlegt für Messopfer, so dass ich
nicht lange
zu leiden brauche.“ Da wird sich jene, die nur zu Festtagen zur Kirche
ging,
doch sehr wundern! Für solche Menschen ist es wichtig, den
Rosenkranz zu beten,
besonders den Barmherzigkeitsrosenkranz. Wenn Gott sieht, dass wir
helfen
wollen, dann hat Er Mitleid mit der so sehr gequälten Seele und
hilft ihr -
allein schon aus Liebe zum Beter.
Wie erkannte ich, dass
es gute Geister waren, die ich
sah? Das war so: Immer wenn ich abends den Rosenkranz betete, schien
mir mein
Gebetszimmer voll Wolken, so wie es früher in einer
Waschküche aussah - alles
voll Nebel. Mein ständiges Weihwassersprengen nützte nichts.
Im Gegenteil, er
wurde dichter. In meiner Not rief ich den Seelenführer an und
teilte ihm mit,
was ich erlebte. Ich sagte ihm, dass ich immerzu Weihwasser gebe, aber
der
Nebelschleier würde nur noch dichter. Er hörte sich alles an
und versprach,
mit mir zu beten. Nach einiger Zeit rief ich wieder an, denn ich wurde
mit
dieser Sache nicht fertig. Er hörte zu, dann sagte er: „Es
könnten Arme
Seelen sein.“ Es dauerte nicht lange, bis sich dieser Nebel in
Gesichter
verwandelte. Überall, wo ich im Dunkeln hinschaute, sah ich diese
weißen
Gesichter so wie menschliche Gesichter.
Die
alte,
vernarbte Frau
Es war an einem Montag, während der Anbetung in der Kirche St.
Rufus, als ich
die erste Arme Seele mit Leib sah. Diese alte Frau schien mir sehr
gequält. Sie
hielt mir den Rosenkranz hin und nickte dabei. Ihr Gesicht war
übersät mit
Narben. Ein menschliches Wesen würde mit diesem Narbengesicht
nicht unter die
Leute gehen. Ich wusste sofort, dass es eine Arme Seele war. Ich
versprach ihr,
die heilige Kommunion aufzuopfern und für sie zu beten, vor allem
den
Rosenkranz. Als ich zur Kommunion ging, schaute ich noch einmal zu ihr
hin, da lächelte
sie. Nachdem ich von dem Empfang zurückkam, war sie verschwunden.
Es war jedoch
unmöglich, in dieser kurzen Zeit die Kirche zu verlassen.
Bei der Kommunion gingen in dieser Kirche noch keine Leute hinaus, sie
blieben
bis zum Schluss. Eine Frau, die ganz hinten am Weihwasserkessel stand,
fragte
ich, ob eine alte Frau mit Narben im Gesicht die Kirche verlassen habe?
Diese
sagte: „Nein, ich habe die ganze Zeit hier hinten gestanden. Es ist
niemand
hinausgegangen.“ Im Jahre 1999 bekam ich die Erklärung. Ich
hörte im Inneren
ganz deutlich die Worte:
„Ich war die Arme Seele, die um deine Hilfe bat, ich, deine Mutter.“
Ich war sehr gerührt, es war meine leibliche Mutter! Schon einmal
hatte sie in
meinem Innern gesprochen, als meine Tante, ihre Schwägerin, starb.
Sie sagte
bei der Beerdigung folgende Worte:
„Wir sind alle in dieser heiligen Messe, alle Verstorbenen: auch deine
Oma,
dein Opa, dein Vater und ich. Wenn es Verwandte sind, dürfen wir
kommen.“
Meine Mutter hatte also mein Gebet gebraucht, aber ich wusste damals ja
noch
nicht, dass sie es war, die mich darum gebeten hatte! Gott sei Dank
hatte ich es
viel für diese arme Seele mit dem Narbengesicht getan!
Doch ich kannte nicht viele Gebete für Verstorbene, nur das: „Aus
der Tiefe
rufe ich zu Dir ...“ oder „Lieber Heiland, sei so gut ...“. Da rief ich
meinen Seelenführer an und fragte ihn, was ich sonst noch beten
könne oder ob
ich andere Opfer bringen dürfe, zum Beispiel weniger trinken usw.
Ich fragte,
ob er mir das erlauben würde. Doch er riet ab, man würde
damit die Gesundheit
gefährden. Ich wollte jedoch helfen und flehte weiter. Ich sagte,
dass es mir
ganz ernst wäre, da gab er nach.
So nahm ich montags nur ganz wenig zum Trinken zu mir, etwa zweieinhalb
Tassen
über den ganzen Tag verteilt. Ich sage es nur deshalb, weil ich
weiß, dass man
durch jede Art Verzicht viel für die Armen Seelen tun kann. Nie
wurde so wenig
für diese gebetet wie in dieser unserer Zeit des großen
Glaubensabfalls.
Es ist gut und heilsam, für Verstorbene zu beten, denn ihr Dank
ist uns ganz
sicher! Sie beten für uns, damit wir die Gnade erhalten, im
Glaubensleben
durchzuhalten, nicht zu resignieren. Wenn dann der Gebende stirbt, dann
beten
diese nach ihrer Erlösung auch vom Himmel aus für ihn, denn
die Armen Seelen
sind unsagbar dankbare Seelen!
Nach dem Gespräch mit dem Seelenführer sah ich im Flur ein
Bild mit dem
dornengekrönten Heiland, das vor mir herschwebte. Es war ein
Portrait, das ich
kannte, und es gehörte ein Gebet dazu. Ich lief hinterher und
wollte es mit
meinen Händen fangen, doch das ging nicht. Ich war nicht flink
genug, es
entwischte immer. Das kleine Gebet betete ich sofort und dann
täglich immer
mehr. Es geht so:
Ewiger Vater, durch das Unbefleckte Herz Mariens opfere ich Dir Jesus,
Deinen
vielgeliebten Sohn, auf. Durch Sein bitteres Leiden, Sein kostbares
Blut und
Seinen Tod am Kreuz bitte ich: Bekehre die Sünder, rette die
Sterbenden, erlöse
die Armen Seelen aus dem Fegfeuer, heilige die Priester, die
Ordensleute und die
Familien. Darum bitten wir Dich durch unseren Herrn Jesus Christus, der
mit Dir
lebt und herrscht in der Einheit des Heiligen Geistes jetzt und in alle
Ewigkeit. Amen.
An dieser Stelle
möchte ich alle Leserinnen und Leser
anflehen: Betet, o betet doch für die Armen Seelen, ihr müsst
es tun! Ach, könntet
ihr nur einmal sehen, wie sie betteln. Ja, es sind wirklich Bettler.
Sie möchten
heraus aus dem Fegefeuer, denn sie haben Gott schon geschaut und haben
deshalb
nur den einen Wunsch: „Näher, mein Gott zu Dir, näher zu
dir.“ Es ist zu
vergleichen mit einem ständigen Heimweh, ja, sie haben ein
unvorstellbares
Heimweh nach Gott.
Sie können nicht mit mir sprechen, da ich keine Macht über
sie habe, aber oft
geht ihr Mund auf und zu, das heißt: „Bete doch für uns.“
Das kann Stunden
so gehen. Sie erzeugen auch viele Geräusche mit der Absicht, sich
bemerkbar zu
machen. Alle Zeichen und Gesten haben letztlich nur ein Ziel: Es sind
Bitten um
Gebet, Opfer, Sühne, damit sie bald zur Anschauung Gottes gelangen
dürfen. Um
die Aufmerksamkeit auf ihre Not zu lenken, fällt ihnen vieles ein.
So machen
sie zum Beispiel Lichtzeichen in der Küche an der Neonröhre,
um mich daran zu
erinnern, Weihwasser zu sprengen. Gebe ich ihnen dann sogleich das
Weihwasser,
dann hören die Lichtzeichen auf. Es ist für sie auch ein
großer Trost, wenn
ich segne. In der Zeit, da ich den Segen gebe, brauchen diese nicht zu
leiden,
denn durch das Kreuzzeichen kommt Trost, und es lindert ihre Leiden.
Arme
Seelen
helfen.
Die Armen Seelen helfen mir, wenn ich in Not bin, das heißt sie
beten für
mich. Wenn ich viel leiden muss, wenn ich stöhne, dann sind sie
sofort zur
Stelle, um mich zu trösten. Dies geschieht auch wieder durch
Gesten, durch das
Bewegen des Mundes. Sie wollen sagen: „Wir schauen nicht nur zu, wir
helfen
dir.“ Sie beten dann alle zusammen für mich. Man spürt, dass
sie erhört
werden, denn es kommt eine große Kraft über mich, dann kann
ich immer besser
aushalten. Im Sommer ziehen sie in großen Scharen über
meinen Kopf und machen
mir Wind mit der Bitte: „Jetzt hast du nicht mehr so heiß, jetzt
kannst du
doch wieder für uns beten!“
Sie sind so zutraulich und wissen, dass ich in ihrem Dienst stehe, und
wollen
auf ihre Art danken. Es ist meine größte Freude, mit ihnen
Umgang zu haben.
Sie strengen sich sehr an, um mich ganz für sich zu gewinnen. Ja,
es ist im größten
Leiden eine unsagbare Freude mit ihnen.
Die
Ordensschwester
Während der Exerzitien in Trier hatte ich auch ein Erlebnis mit
einer Armen
Seele, es war eine Ordensschwester. Am Tag der Abreise hörte ich
eine Person,
die ständig mit dem Rosenkranz klapperte. Eigentlich wollte ich
mich
beherrschen und mich nicht umdrehen, da es aber nicht aufhörte,
drehte ich mich
letztlich doch um. Sofort erkannte ich eine Arme Seele im Ordenskleid.
In meinem
Inneren vernahm ich die Worte: „Schenke mir diesen vollkommenen
Ablass!“ Am
Ende der Exerzitien gewährt der Heilige Vater einen vollkommenen
Ablass der Sündenstrafen.
Ich versprach es ihr und opferte noch die heilige Kommunion für
sie auf. Als
ich zurückkam, war sie weg. Wenn eine Tür auf- oder zugemacht
worden wäre, hätte
ich das gehört, aber nichts dergleichen war geschehen.
Nie kann ich dem lieben Heiland genug danken, dass Er mir
Unwürdigen eine
solche Gnade geschenkt hat.
Der
junge
Mann
Es war am 01.09.1997, als ich erneut eine Arme Seele mit Leib und Seele
sah.
Diesmal war es ein junger Mann. Ich ging morgens gegen 9.00 Uhr
einkaufen und
danach zu den alten Eisenbahnschienen, um einen Rosenkranz für die
Armen Seelen
zu beten. Plötzlich hörte ich ein Rascheln, als wenn ein
Mensch durch dürres
Laub liefe. So schaute ich in alle Richtungen. Plötzlich stand ein
junger Mann
vor mir, er sah sehr gepflegt aus. Er hatte eine blaue Jeanshose und
ein weißes
Hemd mit braunen Streifen an. Ich sagte zu ihm: „Guten Morgen.“ Er
antwortete ganz freundlich und sagte ebenfalls: „Guten Morgen.“ Dann
schaute
er auf mein Kreuzchen, welches ich um den Hals trug. Er blieb eine
kurze Weile
vor mir stehen. Ich hatte ein bisschen Angst, das muss er gemerkt
haben. Er ging
weiter, etwa 30 Meter, dann kam er zurück und stellte sich an die
gleiche
Stelle, wo er anfangs gestanden hatte. Traurig schaute er aus. Gern
hätte ich
ihn gefragt, ob er Kummer habe, aber ich schwieg und betete im stillen
weiter.
Noch einmal schaute er mich gütig, ja hilfesuchend an, dann
entfernte er sich.
Zuerst war es ein Gehen, dann ein Rennen, und dann geschah etwas
Ungewöhnliches:
Er schwebte in die Luft, wie ein Luftballon. Doch das
Außergewöhnliche, ja Unmögliche
geschah:
Nach etwa 20–25 Metern (kann ich nur schätzen) waren seine Beine
weg; dann
auch der Unterleib, er war weg! So blieben ihm nur noch Kopf und
Rücken. Er
schwebte immer höher, und sein Hemd war mit Luft aufgefüllt,
so als sei es
aufgepumpt. Doch an jenem Tag war es ganz heiß und windstill. In
meinem Inneren
war eine tiefe Ruhe, eine große Glückseligkeit. Am Anfang
dachte ich, es sei
ein feiner Herr, der spazieren ging. Doch beim Nachdenken fiel mir auf,
dass ich
ihn hätte sehen müssen, egal wo er auch hergekommen
wäre. Es waren dort ja
offenliegende Eisenbahnschienen, auf der rechten Seite Wiese und auf
der linken
ein lichtes Tannenwäldchen mit Hecken. Dann vernahm ich im Innern
die Worte:
„Ich stehe da und warte auf ein Gebet, aber es kommt nichts, man hat
mich
vergessen. So stehe ich immerzu da und warte.“ In der Nacht hörte
ich plötzlich
die Worte: „Ich habe mich vor den Zug geworfen und deshalb stehe ich
hier und
warte auf jemanden, der mir das Almosen eines Gebetes schenken will.“
Dann
sagte er: „30 Gregorianische Messen könnten mir helfen.“
Nun, ich war neu zugezogen, mir waren diese Dinge nicht bekannt, aber
ich wollte
es herausfinden, und deshalb forschte ich nach. Ich fragte eine
Bekannte, ob
sich hier schon einmal ein junger Mann vor den Zug geworfen habe. Sie
sagte ganz
spontan ja, es war in den 70´er Jahren. Sie wollte wissen, warum
ich frage. Ich
sagte, mein Cousin sei Ahnenforscher, und ich würde mich freuen,
wenn sie mir
mehr dazu sagen könne. Sie versprach mir, ihren Bruder über
Einzelheiten zu
befragen: Name, Alter und den Grund für die Tat! Am nächsten
Sonntag, nach der
heiligen Messe, sprach ich wieder mit jener Frau. Sie sagte mir den
Namen des
Mannes, dass er evangelisch war und 22 Jahre alt. Den Grund für
die Tat konnte
man nicht klären. Die Sache mit der Ahnenforschung stimmte
übrigens, aber in
diesem Fall war es nur ein Vorwand gewesen.
Arme
Seelen
aus allen Jahrhunderten
Der liebe Heiland lässt mich nie im dunkeln, er klärt mir
immer alles auf. Es
dauert oft sehr lange, aber es geschieht.
Zur Zeit sehe ich viele Arme Seelen als Gesichter in der Kirche. Einmal
sah ich
viele Kinder. Diese standen vor einem Priester mit einem weißen
Gewand, der sie
umarmte. Dies sah ich während der heiligen Messe ganz deutlich. An
der 13.
Kreuzwegstation in unserer Kirche sehe ich schon sehr lange Zeit einen
Kaufmann
aus dem Mittelalter. Dann sehe ich noch einen feinen Herrn mit einem
Schnurrbart
wie um die Jahrhundertwende. Meist sehe ich Männer, doch hin und
wieder auch
Frauen, sie sind jedenfalls immer in den damals üblichen Trachten,
woran ich
erkennen kann, wie lange sie schon leiden.
In einer Nachbargemeinde sah ich während der heiligen Messe eine
schöne, junge
Frau, etwa 35 Jahre alt. Ich weiß von einer Frau, die vor zwei
Jahren an Krebs
starb. Sie hatte drei Kinder, und weil es mir so weh tat, betete ich
viel für
sie.
Eine andere Frau sah ich sehr lange schon, sie trug einen Hut aus der
Biedermeierzeit. Darüber war ich sehr erschrocken: Ob sie schon so
lange im
Fegefeuer leiden musste? Zweimal sah ich einen Kardinal mit rotem
Mantel und
breitem Hut, den ich gut kannte.
Einmal sah ich an der Rückwand unseres Hauses eine weiße
Gestalt, die ich
fotografiert hatte. Das Bild gab ich meinem Seelenführer. Doch es
war immer das
gleiche: Wenn ich diese Bilder nachmachen lassen wollte, dann waren die
Negative
plötzlich verschwunden.[2] Heute weiß ich, dass es sich auch
um eine Arme
Seele gehandelt hatte, sie hatte eine dicke Nase, und der Mund stand
ganz weit
offen. Jetzt sehe ich ihr Gesicht in der Gebetswache vor der Statue der
Schutzmantelmadonna. Es ist eine männliche Arme Seele, der vor
Staunen der Mund
offen stand und die mich hilfesuchend anschaute. Ich weiß, dass
ich für sie
noch viel beten muss. Die Armen Seelen brauchen unsere ganze Hilfe.
Eine
andere Geschichte:
Die gottergebene Frau
Ich wusste von einer Frau, dass sie bald sterben würde. Ich gab
ihr meinen
Liebesflammenrosenkranz. Dieser Rosenkranz hilft den Kranken durch
Heilung oder
Kraftspendung, denn er ist ein Geschenk des Himmels. Jene Frau war
geschieden
und wiederverheiratet, aber während ihrer Krankheit sehr fromm.
Sie betete viel
und war ganz gottergeben.
Ich habe den lieben Heiland gebeten, ihr zu verzeihen, so wie Er mir
verziehen
hatte. Viel betete ich für sie, vor allem den
Barmherzigkeitsrosenkranz. Sie
hatte mich kurz vor ihrem Tod auch einmal angerufen. Mit ganz schwacher
Stimme
hatte sie damals um mein Gebet gefleht. Ich hatte für sie Novenen
gehalten,
neun Tage rauf und neun Tage runter, immer im Vertrauen auf Gottes
unendliche
Barmherzigkeit.
Dann war sie gestorben. In der Nacht nach ihrem Tod war sie an mein
Bett
gekommen und hatte mich ganz liebevoll umarmt. Ich spürte diese
Umarmung so
stark, als wäre es ein lebendiger Mensch gewesen. Der liebe
Heiland hatte es so
gewollt, damit ich weiß, dass Er sie gerettet hatte. Dadurch
wurde mein Bemühen
um die Rettung einer Seele verstärkt.
Doch bevor ich an jenem Abend wieder einschlief, dachte ich: „Schade,
ich hätte
sie so gern noch einmal im Sarg liegen sehen“, denn ich hatte mich mit
ihr
durch das Gebet sehr verbunden gefühlt.
Kaum war ich nun eingeschlafen, geschah ein neues Wunder: Die Armen
Seelen kamen
und zeigten mir den offenen Sarg mit der Toten: Sie lag auf einem
weißen
Kissen, sehr schön sah sie aus. Sie hatte rötliche Haare,
halblang, sehr schön.
Die Armen Seelen brachten den geöffneten braunen Sarg, der mit
Schnitzereien
verziert war. Es war kein Traum, denn ich saß aufrecht im Bett
und war hell
wach.
Nie wird dieses Geschaute aus meiner Erinnerung weichen, so wie Ich
auch ein
verlässliches Erinnerungsvermögen habe für alles andere,
was von Gott
gekommen ist; es ist ein Geschenk meines göttlichen Freundes. Er
schenkt der
Seele, die Ihn über alles liebt, Gnaden, ohne zu zählen. O
wie gut ist der süße
Jesus! Einmal sagte Jesus:
„Ich gehe jetzt Seelen suchen, begleite Mich durch dein Gebet!“
Jesus hat so eine unvorstellbare Liebe zu uns; Er ist, wenn Er von
ganzem Herzen
geliebt wird, so göttlich großzügig, um möglichst
alle Menschen für das
Himmelreich zu retten! Ich möchte auch an die Worte der lieben
Mutter von
Fatima erinnern, die sagte:
„Es kommen so viele in die Hölle, weil niemand da ist, der
für sie betet und
sühnt.“
Wer kann da noch gleichgültig bleiben? Für einen liebenden
Menschen gibt es da
doch nur eine Antwort: Beten, beten! Beten und keine Zeit verschenken!
Jesus schenkte mir auch die Gabe der Unterscheidung der Geister. Ich
erkenne
sofort, ob es sich um eine Arme Seele handelt oder um den Feind:
Die Armen Seelen sind so liebevoll, der Feind dagegen hektisch,
nervös und
unruhig. Wie ein Gehetzter springt er hin und her, wenn er im Zimmer
ist. Meine
Ruhe ist dann dahin, denn er macht unruhig und wühlt die Seele
auf. Wenn der
Feind kommt, sind die Armen Seelen entweder unsichtbar oder
verschwinden. Ich
weiß es nicht, aber sie sind nicht mehr zu sehen, obwohl er ihnen
ja gar nicht
mehr schaden kann. Wenn ich für die Armen Seelen die
Flüssigkeitszufuhr
einschränke, dann ist es oft so, dass diese mich am Ende des Tages
gegen 24.00
Uhr aufwecken, damit ich dann etwas trinke. Sie wissen, dass der Mensch
genügend
Flüssigkeit haben muss. Sie stehen dann in Scharen im Zimmer.
Einige haben
einen kleinen Becher und ein kleines Schüsselchen. Sie zeigen mir,
dass ich
jetzt etwas trinken muss. Sie führen dann selbst den Becher zum
Mund. Das ist
sehr lustig, wenn man bedenkt, dass es Verstorbene sind.
Sicher ist das, was ich berichte, für manchen kaum zu verstehen
oder auch
unglaubwürdig, doch ich schwöre: Es ist die Wahrheit. Wenn
ich viel leiden
muss, dann sind sie da, ob Tag oder Nacht, sie trösten mich. Als
ich einmal große
Schmerzen hatte, da standen sie an der Decke im Kreis und machten einen
kleinen
Ringeltanz, um mich abzulenken. Das hieß: „Es ist nicht so
schlimm, wir
helfen dir, es geht vorbei.“ Sie wechseln dann ständig die Farbe,
ganz
verschieden - mal rot, grün oder blau.
Die Armen Seelen sind treue, wahre Freunde. Wenn sie mir einmal
genommen würden,
wäre ich mehr als traurig, denn ich habe sie in mein Herz
geschlossen, ich habe
sie sehr lieb. Doch wenn es Gottes heiliger Wille wäre, so
gäbe ich natürlich
mein Fiat, denn ich habe kein Recht, etwas von Ihm zu fordern, das hat
keiner.
Es ist ein Geschenk Seiner Liebe, an dem wir uns erfreuen dürfen,
solange Er
will.
In der Bibel steht:
„Als Gläubige gehen wir unseren Weg, nicht als Schauende.“
Wenn Er es doch schenkt, dann nur, weil wir schwach sind. Früher
hatte ich oft
Angst, in der Dunkelheit in den Keller zu gehen. Heute kann ich sogar
auf das
Licht verzichten, denn dort, wo die Armen Seelen sind, ist es hell. Es
ist oft
so, dass sie in Scharen als eine weiße Wolke kommen. Sie haben
auch ein helles
Licht, welches sie an- oder ausmachen können, wie es ihnen
gefällt. Wollen sie
ein Gebet, so machen sie das Licht an, um mich zum Beten anzuregen. Es
kann auch
sein, dass die Arme Seele in ihren Konturen sich selbst wir eine
Lichtreklame
ein- oder auszuschalten vermag. So ist es oft ganz hell im Raum, denn
je mehr es
sind, umso mehr leuchten sie. Wenn sie Gebet brauchen, kann es auch mit
Klopfen
oder Geräuschen zum Ausdruck gebracht werden. Das ist verschieden.
Die Armen Seelen können an mehreren Orten gleichzeitig sein. Ist
zum Beispiel
eine Seele auf der Bettdecke und ich sage: „Komm auf meine Hand“, dann
kommt
sie, aber auf der Decke ist sie immer noch. Wie das möglich ist,
kann ich nicht
sagen, aber es ist so. Manche Arme Seelen haben ganz heiß. So
kann es
vorkommen, dass meine Hand schmerzt.
Noch etwas ist mir
wichtig zu sagen:
Die Armen Seelen sind Wesen, die man spüren kann: Manche sind ganz
leicht,
andere sind wie ein Küken, wieder andere wie ein Federflaum. Jedes
Gesicht ist
anders, doch alle bewegen pausenlos den Mund, was heißt: „Bete, o
bete
doch.“ Mit absoluter Sicherheit darf ich sagen: Wenn Gott einer solchen
Seele
erlauben würde, wieder auf die Erde zurückzukehren,
würde keine, aber
wirklich keine wieder so leben wie früher; sie sind zur Erkenntnis
gelangt! Das
Leid der Armen Seelen ist wohl dadurch entstanden, dass sie Gott
geschaut haben
und nun voll Sehnsucht nach dem Himmel sind, aber wegen ihrer
ungesühnten Sünden
noch nicht mit Seiner unendlichen Liebe vereint leben dürfen. Sie
möchten sich
vor Verlangen und vor Liebe verzehren, was vielen Menschen hier auf
Erden wohl
unverständlich bleiben wird, solange sie nicht die Liebe Gottes
kennen gelernt
haben.
Ich möchte eine kurze Betrachtung einblenden: Heute haben viele
Menschen häufig
noch nicht einmal die Geborgenheit und zärtliche Liebe im
Elternhaus,
insbesondere von der eigenen Mutter kennen gelernt! Wenn diese dann
aggressiv
gegen Gott und taub gegen die Muttergottes sind, so weiß Jesus in
Seinem
liebevollen Erbarmen um die Not ihrer Seele und fordert sie auf, doch
in Seine
Arme zu kommen, alle Hoffnungen auf Ihn zu setzen, sich über die
Verletzungen
und Enttäuschungen mit ihrem blutenden Herzen an Seinem Herzen
auszuweinen und
alles Vergangene loszulassen! Es wird alles gut!
Ich darf noch etwas zu meinen Erfahrungen mit den Armen Seelen
hinzufügen: Am
Anfang war es manchmal schwer, immerzu vor ihrem Angesicht zu leben,
vor allem,
wenn ich schlafen wollte. Ich sah sie immer, auch wenn ich ein Kissen
auf die
Augen legte. Es nützte auch nichts, vor ihnen die Augen zu
verschließen: Ich
sah sie mit geschlossenen Augen noch besser als mit offenen! Aber heute
bin ich
immer glücklich, sie zu sehen, da ich sie kenne, verstehe und
liebe. Sie sind
meine besten Freunde.
Der
Schwiegervater meiner Tochter
Als der Schwiegervater meiner Tochter im Sterben lag, spürte ich
im Inneren:
„Bete für ihn.“ Es war gegen 11.00 Uhr. So betete ich den
Barmherzigkeitsrosenkranz und Sterbegebete bis 12.00 Uhr. Er starb
plötzlich.
Ich wusste es, denn wenige Tage zuvor vernahm ich einen starken
Leichengeruch.
Er war ein sehr weltlicher Mensch, er hatte nur gearbeitet und sich
keine Ruhe
gegönnt. Als dann das Telefon klingelte, sagte ich vorbereitend zu
meinem Mann:
„Du, warte noch, hebe nicht ab. Es geht um den Schwiegervater unserer
Tochter,
er ist tot.“ Als mein Mann dann erfuhr, dass es stimmte, wurde er ganz
fahl.
An seinem offenen Grab hörte ich die Worte:
„So würde ich nie mehr leben, wenn ich noch mal kommen
könnte.“
Die
Frau im Krankenhaus
Ich habe einmal eine junge Frau im Krankenhaus kennengelernt, die wegen
eines
Gehirntumors nur noch kurze Zeit zu leben hatte. Man brachte sie zu mir
ins
Zimmer. Ich spürte, dass ich mich um sie kümmern und für
sie beten sollte, da
sie nicht mehr lange leben würde. Sie hatte noch ein Kind von acht
Jahren. Nach
meiner Entlassung besuchte ich sie noch einmal, aber nicht aus eigenem
Antrieb
heraus: Gott schenkte mir nämlich schon vor meiner Bekehrung die
Gnade zu
wissen, wann jemand Hilfe brauchte.
Zwei Tage vor ihrem Tod fuhr ich also in jenes Krankenhaus, obwohl ich
noch
nicht einmal wusste, ob sie noch dort geblieben war. Aber das war auch
nicht
notwendig, da mein Schutzengel mich immer an die richtige Stelle
führte. An der
Rezeption fragte ich, wo Frau P. liege, dann ging ich in ihr Zimmer.
Die
Schwester sagte mir, dass sie im Koma liege.
Ich antwortete: „Das macht nichts, ich will sie nur sehen.“ Da sie
allein
war, konnte ich den Barmherzigkeitsrosenkranz ungestört beten. Als
ich sie
segnete, atmete sie ganz tief aus, als wolle sie mir Dank sagen. Zwei
Tage später
rief mich total überraschend ihr Ehemann an und teilte mir mit,
dass seine Frau
verstorben sei. Das war wieder ein Zeichen, das mir der liebe Heiland
schenkte;
etwas, was man nur im spirituellen Leben verkosten durfte.
Der
Pater
Gott führte mir einen ganz modernen Pater zu, und ich wollte sogar
in den
dritten Orden eintreten. Er lud mich zu einem Vortrag ein, den er
selber hielt.
Voll Erwartung hörte ich ihm zu - und war zutiefst bestürzt:
Jener Pater
glaubte nicht an die heilige Wandlung! Was mir am meisten weh tat,
waren die
Worte: „Brot bleibt Brot.“ Das heißt, er leugnete die
Wesensverwandlung mit
der Begründung, dass wir andernfalls ja alle Kannibalen
wären... Mir rollten
die Tränen die Wangen runter. Nach dem Vortrag unterhielt ich mich
mit ihm
unter vier Augen. Ich sagte ihm, dass er so nicht sprechen dürfe,
da es gegen
die Lehre der römisch-katholischen Kirche sei. Ich wiederholte ihm
die heiligen
Worte Jesu:
„Wer Mein Fleisch isst und Mein Blut trinkt, der bleibt in Mir und Ich
in
ihm.“
Ich sagte ihm, dass ich zwar kein Theologiestudium hätte, aber
wüsste, dass
diese Worte Gottes heilig seien und Gott nicht lügen könne.
Ist es nicht viel
schwerer, aus nichts Himmel und Erde zu schaffen (denn es lag kein
Urstoff vor),
als in der heiligen Hostie zu sein? Dann sagte ich noch, dass Gott
allmächtig
und bei Ihm kein Ding unmöglich sei. Ich erinnerte ihn an das
Abendmahl.
Danach war noch eine heilige Messe, und ich war die einzige, die kniend
den
Heiland mit dem Mund empfing. Nach ihr sagte ich zu jenem Pater: „Ich
möchte
Ihnen meine Freundschaft anbieten.“ Da lächelte er und sagte: „Ja,
wenn Sie
wollen.“ Dann bin ich wiederholt zu ihm gegangen und habe ihn ermahnt,
um
seines ewigen Heiles willen umzukehren. Einmal sagte ich zu ihm:
„Bitte, Herr
Pater, segnen Sie mich.“ Er tat es sofort, mit allem Segen des Himmels.
Beim
Abschied sagte er: „Beten Sie für einen armen Sünder. Immer
will ich
umkehren, aber ich schaffe es nicht.“
Dann habe ich ihm mit Gottes Hilfe drei Briefe geschrieben. Beim
dritten Brief
sagte ich: „Nun will ich Ihnen zum letztenmal schreiben und Sie erneut
ermahnen: Kehren Sie um, es ist um Ihres ewigen Heiles dringend
erforderlich!
Ich habe mit Ihnen gesprochen, ich habe Sie immer wieder ermahnt. Seien
Sie
sicher, dass es nicht aus Zeitvertreib, nicht aus Freude am Schreiben
war. Ich
tat es aus geschwisterlicher Liebe, denn Ihre Seele liegt mir am
Herzen, und
wenn Sie plötzlich stürben, wäre es zu spät. Man
muss zu Lebzeiten seinen
Acker bestellen, denn keiner weiß, wann Gott das Amen spricht.“
Alles war vergebens, er war so stolz, so mit sich selbst
beschäftigt, dass er
nicht zum Nachdenken kam. Ich ahnte seine Sünden, deshalb betete
ich viel für
ihn. Um ihm näherzukommen, ging ich oft in seine heiligen Messen.
Einmal wollte
er mir die Mundkommunion nicht geben. Doch ich blieb wie angewurzelt
stehen, bis
die Leute hinter mir unruhig schauten, da gab er mir sie dann doch.
Der liebe Heiland wollte ihn retten. Einmal sagte Er zu mir:
„Er kann sich noch so wehren, Ich habe ihn in Mein Herz geschrieben. Er
wandelt sich bald.“
Das konnte ich nicht verstehen, weil ich sah, wie weit weg er von allen
himmlischen Dingen war. Wenn er die heilige Messe feierte, war nichts
richtig,
nichts gut, aber ich urteilte eben nur menschlich. Ich fragte den
lieben Heiland
- ganz naiv, wie ich bin: „Lieber Heiland, ist das wahr, dass er sich
bekehren
wird?“ Da sagte der süße Jesus:
„Mein Kind, zweifle nicht an Meinen Worten.“
Da bin ich bald umgefallen. Nach einiger Zeit meldete sich Jesus mit
den Worten:
„Schreibe, Mein Kind, schreibe an Pater B.“
Er diktierte mir einen Brief an diesen Priester:
„Heilige Worte Jesu. Ich habe dich, Mein Sohn, in Mein Herz
geschrieben. Mein
bist du!
Doch in Meinem Herzen ist eine tiefe, schmerzliche Wunde wegen deiner
Schwäche.
Mein Sohn, kehre um, lass diese Wunde heilen! Fliehe nicht vor Mir,
deinem Erlöser,
denn ohne Mich kannst du dein Heil nicht finden, nicht glücklich
werden. Wann
schüttest du Mir dein Herz aus? Habe keine Angst, Meine
Barmherzigkeit ist
abgrundtief. Ich selbst will dir Vergebung schenken.
Wie wertvoll ist Mir eine auserwählte Seele. Mein Sohn, warte
nicht länger,
kehre zurück in dein Vaterhaus. Alles werde Ich vergessen, alles
verzeihen, hab
keine Angst, zweifle nicht an Meiner unendlichen Barmherzigkeit. Ich
selbst
stehe an deiner Herzenstür und klopfe an. Keine Sünde
überbietet Meine
Barmherzigkeit. Kehre zurück, Ich liebe dich, doch Ich verspreche
dir den
morgigen Tag nicht. Sei wachsam, Ich komme oft wie ein Dieb in der
Nacht, Ich
komme oft, wenn man Mich nicht erwartet.“
Ich sagte: „O mein geliebter Jesus, wer kann Deine Liebe verstehen, wer
kann
das, was Du in göttlicher Liebe austeilen willst, in seinem armen,
schwachen,
menschlichen Herzen verstehen und begreifen?“ Nach diesen Worten des
lieben
Heilandes rief ich meinen Seelenführer an und fragte ihn, ob ich
diesen
vertraulichen Brief jenem Pater schicken dürfe. Als er ja sagte,
war ich mehr
als überrascht, da dieser sonst immer sehr zurückhaltend war.
Ich kann es mir
nur so erklären, dass Jesus ihn, wie so oft, erleuchtet hatte. Um
jenen Pater
machte ich mir große Sorgen. Deshalb betete ich eine Novene und
den
Barmherzigkeitsrosenkranz. Ich spürte: „Bete weiter, noch eine
zweite!“ Ich
drücke das so aus: Eine Novene rauf und eine runter.
In dieser Zeit wurde ich in eine große Finsternis gehüllt.
Ich bat Jesus, mir
die Sünden jenes Paters zu übergeben.[3] Doch es war
schlimmer, als ich es hätte
erahnen können. Es war die Nacht des Geistes, die Trockenheit des
Willens und
des Gebetes wider alle Empfindungen. Pater Pio sagte einmal:
„O wie schwer muss ich für die Sünden der Brüder leiden.“
Ich war wie geisteskrank, ganz verwirrt. O ja, es ist schwer, für
anderer
Menschen Sünden zu sühnen!
Es schien mir, dass der liebe, göttliche Freund die Verwirrung des
Paters
meiner Seele schenkte, so dass ich in meiner Not den Seelenführer
zur Hilfe
rufen musste. Sein Gebet und sein Segen richtete mich wieder auf.
Dennoch, die körperlichen
Schmerzen blieben, solange die Novenen dauerten.
Ich finde, dass es kein Zufall war, als jener Pater am Fest des
heiligen
Stephanus starb, denn dieser schenkte dem lieben Heiland sein Blut
für die
Bekehrung des Saulus. Ich bat Gott, Er möge dem Pater die gleichen
Gnaden
schenken, und er möge mich die Schuld des Paters sühnen
lassen – ganz nach
Seiner Gerechtigkeit. Ich flehte Jesus an, ihm die gleichen Gnaden zu
schenken
wie mir. Im gleichen Maße möge Er messen, denn für
seine Rettung hätte ich
mich auch steinigen lassen, einzig und allein aus Liebe zum Heiland,
denn wenn
mein geliebter Jesus vom Pater sprach, dann schaute Er immer so traurig
aus.
„Koste es, was es wolle“, dachte ich, „ich will ihm helfen.“
Als er im Koma lag, konnte ich, vom Schutzengel geführt, in jene
Kirche gehen.
Durch Fügung traf ich die Küsterin, die mir erzählte:
„Er ist im
Krankenhaus, er hatte einen Gehirnschlag, es ist nichts mehr zu machen,
stündlich
wird auf sein Ableben gewartet.“ Ich hatte eine bange Frage in mir, ob
er sich
wohl bekehrt habe? Da sagte die Küsterin von sich aus:
„Vom Sommer an hat sich der Pater zurückgezogen; er ist ein ganz
neuer,
frommer Mensch geworden, ganz still und in sich gekehrt. Er hat sich
unsagbar
verändert.“
Ich wusste sofort, dass diese Worte vom lieben Heiland durch den Mund
der Küsterin
gesprochen wurden. Gott schenkte mir aber auch Gewissheit, indem der
Pater in
der Nacht nach seinem Tod an mein Bett kommen durfte.
Er hatte nichts gesprochen, doch sein gesenktes Haupt ließ mich
seine tiefe
Reue erkennen. Er streifte mich, das war sein Dank. Er war ganz dunkel
im
Priestergewand. Ich bin ganz sicher, dass er ein langes und schweres
Fegefeuer
hat. So habe ich mir sein Totenbild ans Kopfende des Bettes geheftet,
damit ich
nie vergesse, für ihn zu beten. Der liebe Heiland hatte ihn in
Seine Hand und
in Sein Herz geschrieben. Er schenkte ihm in abgrundtiefer Liebe sein
ewiges
Heil. Der liebe Heiland hatte es ja selbst so schön diktiert.
Während des
Requiems sagte Jesus zu mir:
„Wenn du zu Mir ans Kreuz kommst, dann kannst du dich nicht mehr frei
bewegen,
aber nur so wirst du Mir ähnlich.“
Da sah ich, wie der liebe Heiland mit größter Anstrengung
versuchte, Seine Hände
und Seine Füße am Kreuz ein wenig zu bewegen... In dieser
heiligen Messe
konnte ich nur noch weinen und danken!
Ein
anderer Pater
Ein anderer, mir bekannter Priester ist auch ganz plötzlich
verstorben. Er war
weltlich gesinnt und hatte Alkoholprobleme. Als er tot war, betete ich
für ihn.
Ich befand mich in einer Kirche bei der Anbetung, als ich ein Bild
dieses
Priesters plötzlich vor Augen hatte. Sein Rücken war nackt,
und um ihn herum
war dunkler Rauch. Sein ganzer Körper war dunkel, da musste ich
weinen. Ich
flehte Jesus an, Er möge mir sagen, was ich für ihn tun
solle. Doch Jesus gab
keine Antwort. Dann überlegte ich weiter: „Was soll ich tun, ich
möchte ihm
so gerne helfen!“ Da vernahm ich im Innern die Worte von Pater Pio:
„Bete viel für ihn und suche viele gute Priester, die auch
für ihn beten. Er
muss viel leiden.“
Die
Nachbarin
Eine Nachbarin versorgte meine Kinder liebevoll, als sie noch klein
waren: Sie
war Näherin, schneiderte für sie alle Kleider, war uns wie
eine Oma und für
mich eine Art Ersatzmutter. Wir hatten sie alle gern. Die Kinder
nannten sie
Tantchen. Als sie krank wurde, schrieb ich ihr viele Briefe. Alles, was
ich ihr
sagte, fiel auf fruchtbaren Boden, denn meine Briefe fand sie sehr gut.
Sie las
sie immer wieder und wunderte sich über meine totale
Veränderung zum Guten.
Ich brachte sie dazu, wieder zur heiligen Messe zu gehen und zu
kommunizieren.
Sie lernte nun von mir, so wie ich in jungen Jahren von ihr lernte. Ich
brachte
ihr viele Gebete mit, wenn ich sie besuchte, und gab ihr den
Barmherzigkeitsrosenkranz, damit sie ihn bei Sterbenden beten konnte.
Sie war
zuckerkrank und musste viel leiden. Das rechte Bein wurde ihr
amputiert. Sie
lernte eifrig, war ganz gottergeben und sagte: „Es geschehe, wie Gott
will.“
Sterbend betete sie bis zum letzten Atemzug das „Ave Maria“. Als sie
tot
war, dachte ich: „Wie gut, dass sie nicht mehr leiden muss.“, denn sie
hatte
furchtbare Schmerzen gehabt!
In der Nacht, bevor ich einschlief, dachte ich noch komischerweise:
„Jetzt
braucht sie wenigstens keine Perücke mehr.“ Gegen Morgen, es war
noch nicht
ganz hell, so in der Dämmerung, sah ich an der Wand das Gesicht
einer Armen
Seele mit Perücke. Diese Perücke schwebte auf und nieder, und
das Geistwesen lächelte
dabei. Da wusste ich sofort, dass es meine liebe „Ersatzmama“ war, was
mich
sehr tröstete. Der liebe Gott schenkte mir diese Schau, damit ich
wusste, was
das innige Gebet vermochte. Ich war sehr glücklich darüber,
denn als die
Kinder klein gewesen waren, da brauchte ich ja ihre Hilfe. Und als sie
alt war,
da brauchte sie meine Hilfe. Deshalb allein schon will ich nie
vergessen, dem
lieben Gott für meine außergewöhnliche Bekehrung zu
danken.
Die
Nächte mit Armen Seelen
Manchmal kommt es vor, dass mich die Armen Seelen die ganze Nacht zum
Gebet
auffordern. Oft schlafe ich erst im Morgengrauen ein. Wenn ich auch
etwas später
aufstehe, ich habe keine Zeit verloren, da ich ja immer bete.
Es ist erstaunlich, dass ich dann morgens ganz ruhig, hellwach und
unsagbar glücklich
bin. Wenn der Feind mich quält, dann bin ich morgens wie
erschlagen und ganz
nervös. Manchmal bete ich wenig am Tag für die Armen Seelen,
vor allem dann,
wenn ich viel schreiben muss. Dann sage ich: „Ihr Armen Seelen, helft
mir,
dass ich wach bleibe, ich will euch noch viele Gebete schenken.“ Meist
kommen
sie dann in Scharen, man kann sie nicht zählen, und es sieht durch
den
Nebelschleier wie in der Waschküche aus.
Ereignisse
Die Armen Seelen zeigen mir manchmal ein Bild von Dingen, die sich
irgendwo in
Zukunft in der Welt ereignen. Einmal sah ich viele weiße
Kindersärge. Viele Ärzte
hatten sich vorher vergeblich um das Leben dieser Kinder bemüht.
Es ist noch immer alles eingetroffen. Einmal sah ich, wie die Berge vom
vielen
Wasser wegrutschten. Einige Tage später sah ich die gleichen
Bilder aus Mexiko
im Fernsehen. Einmal sah ich, wie Brücken auseinanderbrachen. Die
Armen Seelen
wissen alles!
Anfang August, im Jahre 1999, warnten mich die Armen Seelen, indem sie
immer mit
dem Zeigefinger auf mich zeigten. Ich gab es weiter an den
Seelenführer und
sagte: „Es wird ein Unglück an mir geschehen.“ Als es dann am 4.
August
1999 wirklich geschah, da konnte ich dennoch den Armen Seelen nicht
genug
danken, denn die beteten für mich, so dass ich mich beim Hinfallen
noch drehen
konnte: Es war ein Unfall im Badezimmer, ein Trümmerbruch des
linken Armes.
Durch das Drehen ersparte ich mir eine schwere Verletzung am Kopf, denn
ich fiel
auf Steinfliesen.
Arme
Seelen und Heilige
Die Armen Seelen suchen die Nähe von Heiligen, vor allem von Jesus
und Maria.
Abends sind alle Statuen und Bilder übersät von ihnen!
Es ist so schön mit den Armen Seelen: Einmal verließ das
Jesuskind den Arm
Seiner Mutter, um dann mit den Armen Seelen zu spielen. Es streichelte
und
umarmte sie. Die Gottesmutter drückte sie an Sich. Manche suchen
unter ihrem
Mantel Zuflucht, dort finden die Armen Seelen unsagbaren Trost, denn es
nimmt
ihnen den Schmerz. Oft sage ich zur lieben Gottesmutter: „Liebes, gutes
Mütterchen,
bitte geh doch mal ins Fegfeuer, um die Armen Seelen zu trösten.
Bitte, bitte,
Du bist doch die Königin der Armen Seelen.“
Oft leide ich im Innern mit den Armen Seelen. Dies kann so schmerzhaft
sein,
dass man glaubt, man würde im Innern ausgeschabt. Habe ich
irgendwie einen
wichtigen Termin, dann nehme ich sie mit. Ich kann mich auf die Armen
Seelen
verlassen.
Als ich sonntags
einmal zu meiner Tochter fuhr,
versuchte ich dort in der Umgebung eine heilige Messe zu bekommen. Den
Armen
Seelen versprach ich diese aufzuopfern, wenn sie mir dabei helfen
würden. Als
ich in den Ort kam, hörte ich schon von weitem das
Glockengeläute!
Welche Überraschung schafften mir die Armen Seelen. Sie waren
immer vor mir,
hinter mir und über mir. So blieb es auch die ganze Messe
über. Sie kreisten
über meinem Kopf, kamen auf meine Schulter, auf meine Hand beim
Singen. Doch
bei der Wandlung standen sie ganz still. Ich dachte: „Wenn die
Erdenbürger
eine solche Ehrfurcht hätten, wie sehr würden wir Jesus und
Maria erfreuen.“
Mein
Mann
Am 2. September 1999 war mein Mann nach langer Krankheit verstorben.
Ich weiß,
dass der heilige Josef in seiner Sterbestunde bei ihm war. Als ich ins
Krankenhaus kam und der Arzt mir sagte, dass mein Mann tot sei, war ich
eigentlich sehr gefasst, weil ich wusste, dass der heilige Josef ganz
sicher bei
ihm gewesen war. Eine unfassbare Sache für einen Weltmenschen,
aber ich wäre
fast neidisch geworden auf meinen Mann, denn für ihn war der
höchste Feiertag
mit seinem Tod angebrochen, an dem er nämlich Den sehen
würde, der ihn am
meisten liebt!
Natürlich ist das Sterben nicht einfach, und Gott sei Dank hatte
ihm der
Krankenhausseelsorger noch die Generalabsolution gegeben.
Ich ging nach der Mitteilung, dass mein Mann verstorben sei, in die
Kapelle
beten. Während des „Ave Maria“ sah ich eine Arme Seele in der
Mitte der
Kapelle. Ich dachte: „Es kann doch nicht möglich sein, dass das
mein Mann
ist.“ Doch er war es. Gott wollte mich trösten. Und noch in der
gleichen
Nacht ist mein Mann zu mir nach Hause gekommen. Er stand - wie im
Leben, nun
aber mit einem Scheinleib - im Zimmer. Dennoch bin ich ganz furchtbar
erschrocken, denn neben ihm stand tatsächlich der Teufel. In
meiner Erschütterung
dachte ich: „Wie ist das möglich?“ Dann aber wurde ich beruhigt
durch die
Worte in meinem Inneren:
„Er hat nicht an den Teufel geglaubt, aber Ich ließ es zu, dass
er jetzt an
ihn glaubt.“
Viele Menschen glauben nicht an den Teufel, bis sie ihn sehen.
Inzwischen sehe
ich meinen Mann öfter im Gnadenbild. Damit macht mir Jesus eine
Freude.
Eigentlich bin ich nicht so sehr traurig. Es stimmt mich nur traurig,
weil ich
weiß, dass er noch im Fegfeuer ist. Ich habe ein bisschen Werbung
gemacht für
ihn: Immer wenn mir fromme Menschen begegnen, bitte ich diese, für
meinen Mann
einen Ablass zu gewinnen. Das Jahr 2000 war ja ein großes
Gnadenjahr. Beten,
opfern und Almosen geben, das ist doch selbstverständlich.
Die
alte Frau in der Kirche
Einmal kam eine alte Frau in unsere Kirche. Sie flehte mich im Innern
an, den
Kreuzweg, den ich zu beten gedachte, ihr zu schenken. Da willigte ich
gerne ein.
Kurz nach dem Kreuzweg war sie verschwunden. Ich glaube, dass sie
erlöst ist,
denn sonst wäre sie nicht so schnell verschwunden.
Die
Himmelfahrt Mariens
Am 15. August 2000 las ich einen Brief über die Himmelfahrt
Mariens in einer
Zeitung. Ein Priester schrieb: „Ein ganz großes Fest der
Sehnsucht, Sehnsucht
nach dem Himmel.“ Ich setzte einen Leserbrief auf, um jenem Priester zu
danken. Ich sagte zu den Armen Seelen im Zimmer: „Wenn eine Arme Seele
hier
ist, die noch einen barmherzigen Rosenkranz für ihre Erlösung
braucht, so will
ich ihn gerne beten. Dafür möge sie mir helfen, dass mein
Artikel gedruckt
wird, natürlich einzig und allein in der Absicht, Maria zu ehren.
Sogleich
wurde ich schwer krank, ich hatte eine eigenartige Lähmung der
rechten Seite,
aber ich betete. So ging es zwei Stunden lang, dann hörte ich:
„Opfere mir noch die heilige Kommunion und die heilige Messe auf!“
Gegen 17.30 Uhr war ich wieder gesund. Schnell stand ich auf und ging
in die
heilige Messe. Es dauerte noch drei Wochen, bis der Leserbrief
abgedruckt wurde.
Oft hörte ich: „Habe Geduld.“ Aber dann stand er drin:
unverfälscht, mit
einem wunderschönen Marienlob!
Der
Priester mit der Zigarette
Am 1. Oktober 2000, gegen 4.10 Uhr morgens, hustete jemand in meinem
Zimmer, und
ich wurde wach. Vor meinen Augen stand ein Priester in seiner Soutane.
Darüber
trug er einen kurzen, weißen Rock mit Spitze, so wie es in
Andachten von den
Geistlichen getragen wird.[1] Er zog an einer Zigarette, und ich sah,
dass diese
glühte. Ich sah ihn wie angestrahlt, als würde ein Licht auf
ihn fallen.
Am Sonntag ging ich zum Hochamt. Kaum war ich in der Bank, da
hörte ich im
Innern:
„Ich wollte dir nur Dank sagen für dein Gebet und dein Opfer. Du
hast mir
geholfen, ich bin erlöst. Ich hatte eine große Sucht. Ich
rauchte so viel, und
deshalb musste ich so viel leiden.“
Jener Priester war von kräftiger Gestalt.
Einige Wochen später hatte ich eine ganz schlimme Nacht: Viele
böse Geister,
die aussahen wie Monster, waren im Zimmer.
Einer hatte nur ein Auge, es war so groß wie ein Gänseei.
Ein anderer hatte
eine Schlangenhaut und Schlitzaugen. Viele Schlangen hatte er in seinem
Beutel,
diese ließ er über seine Hand laufen. Tiere aller Art waren
da, es war
entsetzlich.
Einer hatte ein großes Maul, und es kamen viele Teufelsköpfe
aus seinem
Schlund. Als ich nicht mehr ein- noch auswusste, machte ich Licht und
segnete
das Zimmer mit Weihwasser. Dann machte ich das Licht wieder aus. Oft
geht dann
das böse Spiel wieder von vorne los, aber nein! Es stand da der
gleiche
Priester, welcher sich vor kurzem bei mir bedankt hatte. Er trug einen
goldenen
Brokatumhang und segnete mich dreimal mit einer goldenen Monstranz.
Dies sah ich
ganz klar, ich saß aufrecht im Bett. Dann kam kein Teufel mehr,
ich konnte
wieder schlafen. Es war wirklich ganz wunderbar.
Die Armen Seelen sind
meine besten Freunde! Täglich
danke ich Gott, dass sie kommen dürfen. Wie dumm von den Menschen,
die oft
sagen: „Es ist noch keiner zurückgekommen!“
Fußnoten:
[1] Gemeint ist ein
Rochett
[2] Sie verschwinden erst dann in ihrem Haus, wenn sie diese
vervielfältigen möchte.
Nur ihrem geistigen Begleiter ist es gestattet, die Bilder mit den
Armen Seelen
zu sehen.
[3] Stellvertretendes Sühneleiden.
Maria,
meine wahre Mutter S. 47
Immer wenn ich in der heiligen Messe ganz innig mit Jesus und Maria
verbunden
bin, dann sehe ich hinter den Statuen ein weißes Geistwesen,
womit mir Jesus
und Maria bedeuten wollen, dass Sie wirklich da sind.
Es sind auch viele Arme Seelen da. Je mehr ich für diese bete, um
so größer
ist die Schar. Wir sollten alle viel mehr für die Armen Seelen
beten!
Welche Mühe machen sich die Menschen für die Gräber! Das
ist gut und schön,
doch den Armen Seelen helfen nur Gebet, Opfer, heilige Messen und
Almosen.
Viele Jugendliche, die
durch Autounfall oder ähnliches
plötzlich abgerufen wurden, sind unsagbar traurig über
Eltern, Geschwister und
Verwandte, wenn sie sehen, wie liebevoll die Gräber gepflegt
werden, aber keine
Gebete, keine Rosenkränze kommen. Ich bete viel für solche
Armen Seelen, die
letztlich doch unsagbar glücklich sind, dass sie nicht verdammt
wurden. Wie
lang die Zeit im Fegfeuer auch immer dauern mag - und das können
Hunderte oder
gar Tausende von Jahren sein - einmal geht es dann zu Gott!
Das Fegfeuer habe ich
selbst einmal schauen dürfen,
und deshalb schreibe ich es auf. Ich sage es allen Ernstes: Der
Schwerstkranke
auf dieser Erde leidet nicht so viel wie die Arme Seele im Fegfeuer! (Anmerkung:
Die Schilderung des großen Ausmaßes der Leiden bezieht sich
auf Seelen, die
sich in den Tiefen des Fegefeuers befinden. Je höher eine Seele im
Fegefeuer
steigt, umso mehr vermindern sich ihre Leiden).
Das Leiden der Seelen ist ein geistiges Leiden, an erster Stelle ist es
die
Sehnsucht nach Gott, man spricht in der Tat vom Sehnsuchtsleiden. Und
sage hier
keiner, dass er dann ja keine Schmerzen haben werde, weil er so eine
Sehnsucht
nach Gott gar nicht nachvollziehen könne... Mit dieser Einstellung
würde er
sich noch nicht einmal im Fegfeuer wiederfinden!
1992 kam meine eigene,
verstorbene Mutter in die Kirche
St. Rufus, ich habe sie nicht erkannt. Immerzu zeigte sie mir den
Rosenkranz,
das heißt: „Bete den Rosenkranz!“ Ich habe sie nicht erkannt,
weil ihr
Gesicht mit Narben übersät war. Erst im Jahre 1999 wurde mir
die Gnade
geschenkt zu wissen, dass es die eigene Mutter war. Die Narben wurden
mir auch
erklärt: Jede Sünde, ob groß oder klein, muss
abgebüßt werden. Der
leichteste Weg ist, auf Erden zu sühnen, indem man alle Leiden aus
reiner
Gottesliebe annimmt und Ihn liebt, immerzu liebt und wieder liebt. Da
Gott ein
eifersüchtiger Gott ist, muss Er immer an erster Stelle stehen,
das heißt vor
dem Ehepartner und vor den Kindern.
Erlebnis
mit einer Priesterseele: Maria, meine wahre Mutter S. 104
Lange Zeit stand eine Arme Seele in meinem Schlafzimmer. Ich fragte
sie, was ich
für sie tun könne. Sie reagierte sofort. Sie zeigte mir ihre
Hand, auf dieser
eine Hostie. Darauf fragte ich sie: „Bist du ein Priester?“ Da schwebte
die
Hostie von alleine hoch. Die Arme Seele nahm die Hostie und gab diese
einer
Person auf die Hand. Also ein Priester, der die Handkommunion
gefördert hatte.
Er trug einen langen, schwarzen Rock. Ich vernahm im Innern:
„Opfere die heilige Kommunion auf für mich.“
Ich schenkte ihm auch heilige Messen, und bald schon kam er nicht mehr.
Maria, meine wahre
Mutter S. 104
Immer wieder erlebte ich es, dass die heilige Hostie in meinem Mund
nach dem
Kommunionempfang nicht mehr da war, und zwar dann, wenn ich Jesus bat,
zum Trost
der Armen Seelen ins Fegfeuer zu gehen. Einmal stellte ich Jesus die
Frage:
„Wo bist Du hingegangen?“ Da hörte ich die Worte:
„Du hast Mich doch gebeten, zu den Armen Seelen zu gehen.“
Maria, meine wahre Mutter S. 47
Es sind auch viele Arme Seelen da. Je mehr ich für diese bete, um
so größer
ist die Schar. Wir sollten alle viel mehr für die Armen Seelen
beten!
Welche Mühe machen sich die Menschen für die Gräber! Das
ist gut und schön,
doch den Armen Seelen helfen nur Gebet, Opfer, heilige Messen und
Almosen. Ich
werde Näheres über sie in einem gesonderten Kapitel schreiben.
|