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Aktueller Fall einer Sühnebesessenheit

  
  




 
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Bericht eines persönlichen Bekannten von Heike

Von der Besessenheit zum Glauben  
Der Teufel wohnt in mir  
authentischer Bericht von Heike

Wie Sie vielleicht aus den Medien erfahren haben, ist ein neuer Fall von Besessenheit/Exorzismus an die Öffentlichkeit gelangt. Es handelt sich dabei um eine junge Frau aus Oberbayern, die nachweislich besessen war und von verschiedenen Priestern mit Erfolg exorziert wurde. Durch Indiskretionen entstand in der Öffentlichkeit ein widersprüchliches Bild, bei dem es nicht einfach war, dagegen zusteuern. Frau H hat ein Gelübde abgelegt, in dem sie sich verpflichtet hat, Ihre Lebensgeschichte als Glaubenszeugnis zu veröffentlichen. Bei aller Diskussion über Rechtmäßigkeit und Unrechtmäßigkeit der Exorzismen ist uns ebenfalls an der Verbreitung ihres Glaubenszeugnisses, als auch an Richtigstellungen im Sinne der Wahrheitsvermittlung gelegen.

Heike R.

Von der Besessenheit zum Glauben

Titel: Von der Besessenheit zum Glauben (der Teufel wohnt in mir)

Heike R.: 
ISBN-10: 3833494891   
ISBN-13: 978-3833494895

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Inhaltsverzeichnis

Meine Kindheit
Einleitung
Glaube und Religion waren für mich nicht wichtig
Nächtliche leichte Körperverkrampfungen mit Lähmungen
Besuch beim Neurologen
Nach vier Jahren: Anfälle häufen sich und werden stärker
Merkwürdige Dinge geschahen nachts, Aufzeichnung, Filmmitschnitt
Es stellten sich gesundheitliche Probleme ein, Arztbesuche
Wie reagierten Freunde und Schwester auf Videoaufzeichnung
Etwas Seltsames passierte
Ein Gespräch mit einem Pfarrer an meinem Wohnort
Die Angst zu beten, Beklemmung vor Kirchen
Auf der Suche nach einem Priester
Erstes Treffen mit dem Weihbischof X
Besuch bei Stefan in Z vor der Heimreise
Es ging mir immer schlechter
Ein zweites Treffen mit dem Weihbischof - Lag wirklich eine dämonische Besessenheit vor?
Das Leiden ging weiter
Ein nächstes Treffen mit dem Weihbischof und einem 2. Priester
Kleiner Exorzismus Teufel und Dämonen zeigten sich
Am nächsten Tag kam zu einem Exorzismus noch ein Vikar dazu
Viele Exorzismen an Osterfeiertagen - Der Teufel ist geschwächt
Zu Hause ging es mir wieder schlechter
Die Rede davon, in einem Kloster zu nächtigen
Die Ankunft im Kloster bei den Schwestern
Ein Exorzismus in Begleitung eines Arztes
Protokoll von Dr.Felex
Ein nächster Exorzismus – mit da bei der Bischof
Die nächsten Tage im Kloster
Die älteren Nonnen
Die Begegnung mit der Muttergottes
Ich berichtete den Schwestern von der Begegnung mit Maria
Der Gang zur Muttergottes in der Grotte, im Kloster
Die Befreiung
Ist der Teufel weg? Hat er sich nur versteckt?
Seltsame Wunden
Zurück ins Kloster, erneute Exorzismen
Es ist vollbracht, der Teufel ist besiegt
Firmvorbereitungen mit großen Hindernissen
Die Liebe zu Gott und die Firmvorbereitung
Das Wunder
Die Firmung
Ein Liebesbrief an Gott
Ein Gebet zu Gott
Nachwort-Kirche und Glaube den Menschen wieder näher bringen.
Die Stellung der katholischen Kirche in der Welt unterstützen und bestätigen
Schlußwort


 

Meine Kindheit: wurde geprägt von Kinderheimen und Pflegeeltern. Ein Schatten fiel über meine Kindheit,den mit 8Jahren bekam ich einen
Lymphknotenkrebs nun wurden Strahlen und eine Chemotherapie notwendig das bedeutete viele Krankenhaus Aufenthalte und erholungs Kuren,die Krankheit kam zum Stillstand. Heute als Erwachsene hat man bei mir eine Immunschwäche festgestellt,wohl als Folge der starken Chemoterapie.Jetzt bekomme ich viele Medikamente und regelmäßig infuionen. Mein körperliches Allgemein befinden ist stark eingeschränkt.

Die Herrlichkeit: Im Garten des Klosters erlebte ich die Herrlichkeit und die Anwesenheit der lieben Mutter Gottes. Ab hier ergab alles für mich einen Sinn.
Meine Krankheiten mein leiden, mein Auftrag. Auch ist für mich jetzt klar geworden daß das Böse der Widersacher ,Der Teufel, mich ab dieser
Stunde der liebevollen Begegnung,mit der Mutter Gottes ein leben lang bedrängen versuchen,und täuschen wird. Aber Gottes liebe läßt mich alles
ertragen und macht mich sehr glücklich.

Heike R.

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Immer wieder lese ich, daß es so etwas wie Besessenheit und den Teufel nicht gibt. Es sei alles nur religiöser Wahn, und es werden Hetzschriften gegen die Katholische Kirche geführt. Ich selber war noch vor zwei Monaten besessen, besessen vom Teufel, nicht weniger als 20 mal beteten zwei Bischofsvikare und ein Weihbischof bei mir den kleinen und großen Exorzismus im Auftrag vom Bischof. Auch er selbst war einmal anwesend um sich selbst von einer Besessenheit zu überzeugen. Auch drei Ärzte waren bei verschiedenen Segnungen dabei, auch Sie überzeugten sich davon ob eine Krankheit oder wirklich eine dämonische Störung dahinter steckt. Und es wurden keinerlei Symptome einer Neurotischen, neurologischen oder geistigen Störung festgestellt. Während der Segnungen wurden Tonbandaufnahmen und Bilder gemacht. Über Monate ging meine Besessenheit, immer wieder Gebete und Segnungen, ich glaubte schon selbst nicht mehr an einer Befreiung. Aber dann kam irgendwann der Tag der Befreiung. Ich habe vor meiner Besessenheit weder an Gott noch am Teufel geglaubt, ich war religiös nicht sehr interessiert. Die Befreiung von dem Bösen hat in mir eine große
Liebe zu Gott geweckt, eine Freude an Gott, und den Drang anderen Menschen zu helfen, und meine Erfahrungen weiter zu geben. Ich ließ mich firmen. Nun habe ich dieses Buch geschrieben über meine Besessenheit und Befreiung und die vielen Wunder die geschehen sind. Möchte damit aufzeigen, daß es das Böse und den Teufel gibt,und möchte damit anderen Menschen helfen den Glauben zu Gott zu finden. In dem Buch werden auch die Erfahrungsberichte vonden Priestern und Ärzten sein. In unserer Zeit des Glaubensabfalls ist es bedauerlicherweise leicht Menschen durch Hetzschriften gegen die Kirche zu beeindrucken. Für alles wird versucht rationale Erklärungen zu finden. Ich möchte nun der Öffentlichkeit ein positives Beispiel schildern und Zeugnis ablegen. das Böse existiert und die Kirche hat gerade durch Exorzismus vielen aus schlimmer Not geholfen möchte an dieser Stelle auch einen großen Dank aussprechen an den Priestern die mir in meiner Not zu Seite standen.

 

Inhaltsverzeichnis

Von der Besessenheit zum Glauben

Glaube und Religion waren für mich nicht wichtig

Religion war für mich nur ein Name, den ich mit Papst und schönen Kirchen in Verbindung brachte. Als Kind ging ich Weihnachten und Ostern in die Kirche und zu meiner Kommunion, danach wurden die Besuche seltener. In meinem Elternhaus wurde nie gebetet, Gott und der Teufel hatten keinen Platz in unserem täglichen Leben. In der Schule gab es Religionsunterricht; wir Kinder machten alles mögliche und so ging die Stunde um. Wir hatten andere Sachen im Kopf, Religion nein danke.

 

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Nächtliche leichte Körperverkrampfungen mit Körperlähmung

Waren meine Nächte bis jetzt normal verlaufen, so änderte sich dieses in einer Nacht, in der ich tief und fest schlief. Mein ganzer Körper wurde von einer unsichtbaren Macht zusammengedrückt. Mein Versuch, mich mit Armen und Beinen zu wehren, scheiterte daran, dass mein Körper sich in einer totalen Regungslosigkeit befand und kein Laut über meine Lippen kam. Die Angst und meine Schreie blieben in meinem Körper, mein Herz raste und meine Gedanken überschlugen sich. Luftmangel steigerte mein Befinden ins Unerträgliche. «Warum werde ich nicht ohnmächtig? Alles Alptraum!», dachte ich, als ich die Augen aufschlug und mein Zimmer betrachtete. Die Bewegungslosigkeit meines Körpers aber zwang mich, noch eine Zeit lang liegen zu bleiben. Als mein Körper sich dann unendlich langsam entkrampfte, spürte ich einen Salzgeschmack auf meinen Lippen. Haare und Körper und Bett, alles war feucht. Den Rest der Nacht verbrachte ich mit Waschen und damit, das Bett neu zu beziehen. Am Tag fühlte ich mich ausgelaugt
und ausgebrannt. Versuche, die Störungen der Nacht zu erklären, scheiterten.
Es vergingen Tage und Wochen, das normale Leben hatte mich wieder. Doch dann in einer Nacht kam alles wieder. Die Starre, die Angst brachten mich dieses Mal fast um den Verstand. Dann hörte ich meine Stimme, obwohl mein Mund stumm blieb, rufen: «Bete», und ich fing zu beten an. Zwei Vaterunser betete ich, schrie ich in mich hinein. Als ich meine Stimme hörte -ich konnte wieder sprechen -, traten mir Tränen in die Augen und die Starre wich von mir. Durchnäßt und erschöpft, aber glücklich verlief der Rest der Nacht.

 

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Besuch beim Neurologen

Mit gemischten Gefühlen suchte ich einen Neurologen auf. Nachdem ich ihm meine nächtlichen Anfälle geschildert hatte und wie diese beim Beten verschwanden, lehnte er sich erstaunt in seinem Sessel zurück und schaute mich durchdringend an. «Wir werden vorsorglich ein EEG schreiben und ein CT vom Kopf durchführen, ich würde jetzt aber schon eine Epilepsie ausschließen, weil eine Epilepsie nicht durch Beten beeinflusst werden kann.»
Als dann später die Befunde Vorlagen, ergaben sich keine Hinweise auf eine Epilepsie. Er könne mir da nicht weiterhelfen, sagte er, da keine neurologischen Auffälligkeiten vorliegen würden.
Meine Stimmung nach dieser Diagnose war Erleichterung, aber gleichzeitig Unsicherheit: Was waren das für Anfälle und wodurch entstanden sie?
Auf jeden Fall dachte ich mir dann: Egal, was das für Anfälle sind, solange sie nur sechs Mal im Jahr passieren, versuche ich halt, damit zu leben.

 

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Nach vier Jahren: Anfälle häufen sich und werden stärker.
Es war an einem Freitagnachmittag um 14 Uhr, ich weiß es noch genau, denn von da an sollte sich mein Leben dramatisch verändern.
Ich legte mich an diesem Freitagnachmittag aufs Bett und wollte ein wenig Pause machen, doch irgendwie war ich sehr müde. Mein Wolfgang war zu der Zeit im Wohnzimmer mit einem Bekannten. Ich hörte die Stimmen aus dem Wohnzimmer, sie redeten ja laut genug. Irgendwann muss ich dann vor lauter Müdigkeit eingeschlafen sein. Ich wurde aber dann auf einmal ganz übel aus dem Schlaf gerissen. Mich überkam eine ganz entsetzliche Angst. Es war, als würde eine Kraft meinen ganzen Körper zusammendrücken, als würde jemand auf mir sitzen. Ich versuchte, mich zu bewegen, es ging aber nicht, weder Arme noch Beine oder sonst irgendwas. Ich bekam sehr schlecht Luft und schrie in mich hinein, so laut ich nur konnte:
«Hilfe, Hilfe, so helfe’ mir doch jemand!» Schritte dröhnten in meinen Ohren; mein Freund war in der Küche, ich hörte, wie er sich etwas ein schüttete. Mein Körper war immer noch starr. Irgendwann konnte ich meine Augen aufmachen und ich sah meine weißen Schlafzimmerwände um mich herum. Ich schaute mit einem Blick auf das Marilyn Monroe-Bild, das neben meinem Bett an der Wand hängt. Ich schaute die Dach schräge über meinem Bett an und dachte: «Jetzt ist dieser Anfall vorbei.» Ich merkte aber schnell, dass dem nicht so war, denn ich konnte mich immer noch nicht bewegen. Aus lauter Angst machte ich die Augen wieder zu. Meine Anspannung wuchs ins Grenzenlose. Ich spürte und hörte klappernde Geräusche -meine Zähne machten sich selbstständig. Würde ich jetzt verrückt? Es war ein Luftzug, der mich von neuem erzittern ließ. Ich spürte die Kälte um mich herum und hörte, wie sich die großen Blätter von meiner Pflanze neben meinen Bett bewegten. Das Fallen des Buches, das auf meinem Schreibtisch lag, das Gefühl, es stehe jemand an meinem Bett, und dazu diese Kälte! Wie kalt kann man Kälte überhaupt ertragen? Hatte ich früher als Kind Angst vor dem Keller, vor der Heizung, die manchmal blubberte und polterte, so habe ich den Begriff Angst für mich wieder neu erfunden. Mit einem Ruck wurde mir meine Bettdecke weggerissen. Mein Herz stolperte und mein Puls überschlug sich. Niemand außer mir war im Zimmer, zumindest nicht sichtbar. Meinen Freund hörte ich immer noch im Wohnzimmer mit seinem Bekannten reden. Oh, ich hatte so entsetzliche Angst und wollte endlich, dass es aufhört, daß ich aus meinem Gefängnis der Bewegungslosigkeit herauskomme. «Bete!», schrie meine innere Stimme ganz laut und ich sagte das Vaterunser in mich hinein. Ich betete es bestimmt zehn Mal hintereinander, aber nichts tat sich. Dann wurde ich ganz unruhig, weil es nicht aufhörte.
Ich schrie dann voller Wut: «Im Namen JESUS CHRISTUS aufhören», wiederholte das nochmal und genau in diesem Moment war mir, als wenn mein ganzer Körper wie ein Schwamm ausgedrückt würde. Ich hatte richtige Schmerzen und noch mehr Angst. Ich dachte mir: «Es war wohl nicht so gut, dass ich das gesagt habe.» Dann blieb ich stumm.
Nach einiger Zeit, nachdem ich so schwer zusammengedrückt worden war, konnte ich mich endlich wieder bewegen. Nun hatte die Welt mich wieder; es dauerte dann noch eine sehr lange Zeit, bis ich aus dem Bett aufstehen konnte. Ich war geschwächt und kaputt, mein Bettzeug war völlig naß. Ich schaute auf die Uhr. Es waren zwei Stunden vergangen, zwei Stunden der völligen Körperlähmung. Dann habe ich auch mit meinem Freund darüber gesprochen. Er sagte: «Es sind schon sehr merkwürdige Anfälle, die Du da hast, und komisch ist, dass Du bei dem Namen JESUS CHRISTUS richtig Schmerzen hattest.» Von nun an hatte ich Angst, mich ins Bett zu legen und zu schlafen, vor allem nachts.
Die Tage und Wochen vergingen, meine Nächte wurden für mich zur Qual. Richtig schlafen konnte ich nicht. Die Angst einzuschlafen, war für mich bald Mittelpunkt meines Lebens geworden.

 

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Merkwürdige Dinge geschahen nachts, Aufzeichnung, Filmmitschnitt
Diese schlimmen Anfälle -sie hörten einfach nicht auf. Es war schlimm und ich dachte mir: «Vielleicht sollte ich mal eine Videoaufzeichnung machen, um mal zu sehen, wie sich so ein Anfall abspielt und was dabei mit meinem Körper geschieht.» Ich besorgte mir eine Infrarotkamera und richtete sie auf mein Bett. Man konnte nun alles genau beobachten. Am Abend stellte ich die Kamera an. Na ja, mein Freund fühlte sich nun ein wenig beobachtet, aber er tolerierte es, denn er wollte ja auch einmal wissen, was da nachts vorging. Nächte vergingen ohne Auffälligkeiten. Die Kamera und das leichte Summen des Videorecorders erzeugten ein beruhigendes Gefühl, denn wenn nun ein Anfall käme, könnte ich sehen, wie dieser ablief. Ich war sogar irgendwie gespannt auf die Aufzeichnung: Was zeichnet sie auf? Mein Freund zog es dann vor, im Wohnzimmer zu schlafen. Er sagte, er könne nicht schlafen, wenn er beobachtet würde. So schlief ich also alleine im Bett und lenkte mich von meiner Angst ab, indem ich Bücher las, Berge von Büchern verschlang, als wenn ich dadurch etwas beeinflussen könnte. Es wurde sehr spät, bis ich ein schlief, manchmal beim Lesen. Dann eines Nachts, ich muß geschlafen haben, wachte ich mit Angst und den bekannten Lähmungen auf. Hatte ich eben noch versucht zu schreien, so fühlte ich jetzt ein Vibrieren in mir. Ich versuchte, eine Erklärung zu finden, konnte aber den Gedanken nicht mehr zu Ende bringen. Eine Kraft packte mich und warf mich aus meinem Bett. Meine Schultern prallten mit voller Wucht an die Wand. Auf dem Boden liegend, vor Schmerz und Angst wimmernd, spürte ich Kälte, die durch das Zimmer zog, dann wurde mir schwarz vor Augen, meine Ohren rauschten und ich fiel in ein großes, hässlich mich angrinsendes Loch - oder Wasser? Das Nächste, was ich sah, waren das Tageslicht und die Sonne. Ich musste wohl vor dem Bett eingeschlafen sein.
Am Morgen wachte ich so erschöpft auf, als hätte ich die ganze Nacht getrunken und dadurch einen Kater. Mir fielen die Ereignisse der Nacht ein und diesmal hatte ich alles auf Video aufgenommen. Ich sprang schnell aus dem Bett und spulte das Videoband zurück.
Ich hatte aber das Bedürfnis, zu zweit das Band anzuschauen. Ich rief meinen Freund und gemeinsam starrten wir gebannt auf die Aufnahme. Nun saßen wir beide da und ließen die Nacht an uns vorbeiziehen. Obwohl lange Zeit nichts passierte, fröstelten wir. Als dann unendlich langsam die Kopfkissen anfingen, sich zu bewegen wie von Geisterhand, und meine Decke mit einem Ruck von meinem Körper gerissen wurde, sprang ich schreiend auf. Mein Freund schaute mich ganz entsetzt an und ich ihn. Wir haben wohl beide gedacht: «So etwas gibt es doch gar nicht! Das darf es doch nicht geben! Das glaubt uns keiner!» Dann sahen wir nur noch, wie ich brutal aus dem Bett geschmissen wurde. Vorher hatte ich immer gedacht, wenn ich mitten in der Nacht auf einmal auf dem kalten Kachelboden lag, dass ich einfach aus dem Bett gefallen wäre. Jetzt wurden wir eines Besseren belehrt. Ich wurde von einer unsichtbaren Kraft regelrecht aus dem Bett geschmissen... Wenn ich es nicht aufgezeichnet hätte, würde es mir kein Mensch glauben, wenn ich es erzählen würde. Sie würden mich für verrückt halten und zu einem Psychiater schicken. Ich war irgendwie erleichtert, dass ich es auf Band hatte, aber auch voller Angst, denn ich wußte nun, daß ich Besuch hatte, der nicht von dieser Welt ist. Aber was will er von mir?
Was ist es? Ein Poltergeist? Ist er auch verantwortlich für meine nächtlichen Anfälle? Ich hatte vorher nie an Geister geglaubt. Ich war zwar immer ein bißchen naiv, aber auch sehr realistisch. Was sollte ich jetzt bloß tun? Zu wem sollte ich gehen, um darüber zu reden, ohne daß ich ausgelacht oder sogar für verrückt erklärt würde?

 

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Es stellten sich gesundheitliche Probleme ein, Arztbesuche und Krankenhausaufenthalte

Ich wurde nun häufiger krank: Lungenentzündungen, chronische Bronchitis, Magenschleimhautentzündungen, Mundschleimhautentzündungen, verschiedene Pilzinfektionen, ständige Fieberschübe bei Anstrengungen, Rippenfellentzündungen, Kehlkopfentzündungen, Rachenentzündung, Lymphknotenschwellung u.v.m.
Später stellte sich ein Antikörpermangelsyndrom ein mit gehäuften Infekten und Abszessen. Es wurde nun die Gabe von Immunglobulin notwendig, erst monatlich und dann alle zwei Wochen. Es war eine Odyssee von Arzt zu Arzt, von Krankenhaus zu Krankenhaus. Man suchte nun nach der Ursache der
Immunschwäche. Man hatte mehrere Vermutungen, von Aids bis Lymphknotenkrebs und Leukämie. Aids wurde ausgeschlossen, der Krebsverdacht nicht.
Ich wollte dann keine Ärzte und Krankenhäuser mehr sehen. Arbeiten konnte ich leider auch nicht mehr. Mein Traumberuf war Altenpflegerin. Ich war mitten in einer Ausbildung und mußte dann leider feststellen, dass ich von der Gesundheit her diesen Beruf nicht ausüben konnte. Ich habe dann überlegt, was ich machen könnte. Beruflich konnte ich ja nichts mehr ausüben, denn kein Arbeitgeber hätte mich eingestellt mit der schlechten Gesundheit. Ich dachte dann, ich könnte doch das tun, was ich als Kind von Herzen schon immer tun wollte: auf der Bühne stehen und singen. Gesagt, getan: Mit einer Band hatte ich TV-Auftritte und produzierte mit einem Produzenten eigene CDs. Durch Zufall bekam ich dann sogar noch einen Job beim TV. Ich hatte dort zwei Mal pro Woche in einer Sendung eine Rolle. Ich versuchte, trotz schlechter Gesundheit stark zu bleiben mit Vitaminen, Sport (Tanzen). Ich hatte viele Freundinnen und Freunde, mit denen ich vieles unternahm, ging sogar am Wochenende am Abend weg zum Tanz, merkte aber beim Tanzen, daß ich oft schlecht Luft bekam und Fieberschübe hatte. Ich habe es aber einfach verdrängt und weiter getanzt; da ich ein starker Mensch bin, konnte ich das. Meine beste Freundin Mandy sagte oft zu mir: «Wenn man Dich so anschaut und Dir zuschaut beim Tanzen oder Singen auf der Bühne, würde keiner denken, daß Du krank bist.» Das Selbe sagten auch andere Freundinnen. Nur meine Schwester war nicht begeistert von meinen Aktivitäten. Sie hätte mich lieber im Krankenhaus oder beim Arzt gesehen.

 

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Wie reagieren Freundinnen und eigene Schwester auf die Videoaufzeichnung und die Ereignisse?
Wie ich als Schwester von Heike Die Besessenheit erlebte Vielleicht sollte ich mich erst mal vorstellen, ich bin die Nadin, die jüngere Schwester von Heike.Jetzt fragen Sie sich bestimmt was hat die mit der Besessenheit von Heike zu tun. Ich habe das Ganze von Anfang an, bis zum Schluß mitbekommen und alles was Sie hier lesen ist auch das was ich wirklich mit meiner Schwester Heike erlebt habe. Es ist nicht leicht für mich darüber zu schreiben. Dazu kommt noch das ich mit niemanden darüber sprechen kann, die Leute hätten mich ja für verrückt gehalten oder gleich zu einen Psychiater geschickt.
Schilderung:
Heike hat schon seit einigen Jahren dieses Albdrücken, das ist ja meines Wissens nach nichts Schlimmes. Unsere Oma hatte es auch. Nur bei meiner Schwester war das irgendwie anders. Lähmungen am ganzen Körper,und rasendes Herz, und ein Gefühl als würde etwas auf Sie drücken, sich auf Sie drauf setzen. Sie erzählte es mir oft. Gehe bitte zu einem Neurologen, viellicht hast du ja eine Epilepsie, oder so etwas ähnliches.
Nun vergingen Monate. Meine Schwester rief mich an einem Morgen aufgeregt an und meinte, daß ihr nächtliches Albdrücken immer schlimmer würde. Sie hatte so einen starken nächtlichen Anfall, daß Ihr Bett ganz naß hinterher war und das Bettzeug wechseln mußte. Hast du etwa in dein Bett gepinkelt? war meine erste Reaktion. Nein, es ist einfach naß geschwitzt, und es passiert mir fast jede Nacht, bei jedem Albdrücken (Anfall) und der
Neurologe hat keine neurologische Erkrankung festgestellt, erwiderte Heike. Na ja, vielleicht hat Sie einfach im Moment zu viel Streß, und ich mach mir zu viel sorgen um Heike.

 

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Etwas Seltsames passierte
Es war ein schöner sonniger Tag und ich ging mit meiner Schwester spazieren. Als wir an einer Kirche vorbei kamen blieb Sie stehen und starrte wie hypnotisiert auf die Kirchturmspitze. Mein Reden nahm Sie gar nicht war. Mit einer mir fremden, und tiefen Stimme redete Sie plötzlich : > dort wird der Blitz einschlagen in dieser Dreckskirche<. Sie ging dann einfach weiter als wäre nichts gewesen. Nach ein paar Meter stolperte Sie und fiel auf die Knie, die sofort anfingen zu bluten. Als wir uns dann in den Armen lagen hatte ich den Eindruck, daß Heike nicht gestolpert, sondern geschubst worden war. Weiter möchte ich mich jetzt lieber nicht dazu äußern.
Ich wollte mich jemandem mitteilen, weil ich Angst hatte vor diesem Unbekannten. Das, was ich da gesehen hatte, konnte ich alles nicht mehr für mich behalten, auch nicht diese Anfälle. Ich wollte es jemandem erzählen. Mit dem Gedanken aber, man würde mich für verrückt erklären, verschob ich es vorerst. Aber dann sagte ich mir, daß ich ja die Videoaufzeichnung hatte. Meine um zwei Jahre jüngere Schwester Nadin kam zu Besuch. Ihr wollte ich es erzählen, weil ich wußte, sie würde mir glauben. Sie glaubt an so was und ist sehr offen für solche Dinge und sehr neugierig auf solche Erfahrungen. Ich weiß noch, wie wir als Kinder mitten in der Nacht auf den Friedhof gingen mit der verrückten Idee, Geisterstimmen auf einem Tonbandgerät
aufzunehmen. Wir waren neugierig auf das Unbekannte. Gut, ich wußte aber, daß meine Schwester sehr ängstlich und schreckhaft ist, und dachte mir: «Soll ich ihr die Videoaufzeichnung wirklich zeigen?» Ich dachte mir dann: «Es ist Deine Schwester, Du solltest es ihr sagen.» Ich mußte doch jemanden aus der Familie auf meiner Seite haben. Außerdem fragte mich meine Schwester schon lange, was mit mir los sei, weil ich immer so schlapp und müde aussah. Sie machte sich Sorgen um mich. Also entschloß ich mich, es ihr zu sagen. Ich erzählte ihr von meinen schlimmen Anfällen in der Nacht und von dem Video. Sie war erschrocken und wurde dabei sehr unruhig. Sie wollte sich das Video anschauen. Also schob ich das Video in den Recorder und startete. Meine Schwester schaute wie erstarrt auf den Bildschirm. Ich glaube, sie hatte Angst. Ich bekam auch Angst, als ich das nochmal sah. Lange Zeit, nachdem das Video schon zu Ende war, saßen wir immer noch still, mit zusammengepreßten Händen vor dem Fernseher. Sie wollte es am liebsten nochmal sehen, um zu glauben, was sie da gerade gesehen hatte. Das wollte ich uns aber nicht nochmal antun. Dann fragte sie mich, was ich jetzt machen wollte? Ich wußte nicht, was ich antworten sollte. «Ja, was soll ich machen, gute Frage», dachte ich. Dann sagte sie mir, daß ich nicht sauer auf sie sein sollte, wenn sie nicht hier schlafe. Ich verstand ihre Angst. Aber ich war ja in den Nächten nicht mehr alleine im Zimmer, mein Freund schlief wieder bei mir. Meine Schwester fragte meinen Freund noch, ob er denn keine Angst hätte? «Nein, weil ich denke, daß es etwas Böses ist, und das Böse will nur, dass wir Angst haben. Wir sollten vielleicht beten.» Ich muß dazu sagen, daß mein Freund ein sehr gläubiger Mensch ist. Er glaubt sehr an Gott, er gehört den Siebenten-Tags-Adventisten an., praktiziert es aber nicht mehr. Meine Schwester konnte das gar nicht verstehen, daß mein Freund mit dem Geschehen so locker umging. «Hast Du denn keine Angst?», fragte bzw. schrie sie ihn erneut an. «Angst ist menschlich», erwiderte er ruhigen Tones, nur müssen wir uns überlegen, wie wir uns schützen können und was wir dagegen unternehmen.
Nun wußte es meine Schwester. Irgendwann war eine gute Freundin bei mir zu Besuch: Mandy ist ihr Name. Mandy kenne ich schon sehr lange. Ich habe sie kennen gelernt durch meinen Freund, der in der Küche arbeitet. Mandy war seine Arbeitskollegin und arbeitete in der Küche als Köchin. Sie kennt mich sehr gut. Sie hat mich oft zu Gesangsauftritten im Fernsehen begleitet in schöne Hotels und Städte. Es ist immer sehr lustig, mit ihr zusammenzusein. Sie ist für mich so etwas wie eine liebe kleine Hexe. Sie macht so etwas wie weiße Magie. Zum Beispiel: Wenn jemand eine häßliche Warze hat, bestreicht sie die Warze mit irgendwas und bespricht sie. Dann ist sie weg. Mandy legt Karten und glaubt an Orakel und Horoskope. Ich habe mit ihr oft über meine hellseherischen Fähigkeiten gesprochen. Sie wollte auch immer, daß ich ihr etwas über ihre Vergangenheit und Zukunft sage. Wir redeten oft über meine gesundheitlichen Probleme. Sie macht sich deswegen Sorgen und fragt immer: «Warst Du jetzt endlich mal beim Arzt?» Das hat mich immer sehr genervt. Als Mandy zu Besuch war, erzählte ich auch ihr von meinen Anfällen und der Videoaufzeichnung. Natürlich schaute sie sich die Aufzeichnung an und war darüber sehr erschrocken. «Du mußt irgendwas machen dagegen», meinte sie. «Ja, aber was?», dachte ich. Auch der Ex-Freund meiner Schwester wußte von den Geschehnissen, aber er lachte darüber. Er selbst war einer, der ein Pentagramm trug und Bücher über Satan las. Nein, er war kein Satanist; er glaubte nur nicht an Gott. Auch meine Nachbarin Johanna wusste meine Geschichte, auch ihr habe ich es erzählt. Auch sie ist eine sehr gute Freundin und kommt aus Italien. Sie selber hat auch schon Spuk erlebt. Als ihre Tante eines unnatürlichen Todes gestorben war, erlebte sie schlimme Dinge und hatte auch einen ähnlichen Anfall in der Nacht wie ich. Darum konnte sie mich gut verstehen und glaubte mir.

 

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Ein Gespräch mit einem Pfarrer an meinem Wohnort
Lange überlegte ich, was ich denn bloß machen sollte. Immer die schlimmen Anfälle und dann der Gedanke an die Videoaufzeichnung: So konnte es nicht weitergehen. Meine Angst wuchs von Nacht zu Nacht. Mein Freund riet mir, einen Pfarrer aufzusuchen. «Ich bin mir sicher, daß da etwas Böses dahinter steckt», meinte er. «Okay», dachte ich, was sollte ich auch noch anderes tun? Gleichzeitig hatte ich ein unangenehmes Gefühl -ob der mir auch glauben würde, oder mich für verrückt hielte, wenn ich ihm von diesen Dingen erzählte? Ich habe einmal in einem Bericht gelesen, daß die Pfarrer einer Schweigepflicht unterliegen. Das gab mir Mut. Entschlossen machte ich mit der Sekretärin einen Termin aus für ein Gespräch mit dem Pfarrer. Tage später saß ich im Büro des Pfarrers und wartete, daß er zur Tür hereinkam. Ich überlegte mir, wie ich ihm meine Erlebnisse schildern könnte. Ich hatte ein richtig unangenehmes Gefühl. Dazu kamen dann noch diese Bilder von Jesus überall im Raum. Ich mochte sie einfach nicht. Der Pfarrer trat ins Zimmer. Ich kannte ihn überhaupt nicht, weil ich nie in die Kirche gehe. Auf jeden Fall war er mir gleich sehr unsympathisch. Er war ein älterer Mann und sah sehr unfreundlich aus in seiner ganzen Art. Doch was sollte ich jetzt tun? Wieder gehen und dann, was sollte ich dann tun? Nein, ich musste es sagen und tat es dann auch. Er fragte mich, in welchem Raum ich bin, wenn ich diese Anfälle habe, und wie lange ich sie schon habe. Dann sagte er: «Vielleicht haben Sie einfach nur Albträume?» «Nein», sagte ich, denn ich wußte, daß es keine waren.
Mit den Worten «wenn es schlimmer wird, dann kommen sie nochmal zu mir und meine Sekretärin gibt ihnen eine Adresse von einem Psychologen», gab er mir rasch die Hand und begleitete mich zur Tür. Draußen dachte ich: «Na toll, der hält Dich für verrückt.» Ich ging verzweifelt nach Hause. Was sollte ich jetzt bloß machen? Der war mir ja keine Hilfe gewesen. Mein Freund meinte dann später zu mir: «Versuch doch mal, im Internet einen Priester zu finden, der Dir glaubt, und vor allem, der auch an den Teufel glaubt.»

 

Inhaltsverzeichnis

Die Angst zu beten, Beklemmung vor Kirchen
Es war nun wieder eine lange Zeit vergangen und mir ging es gar nicht gut. Es kamen weitere schlimme Anfälle. Durch die nächtlichen Anfälle bekam ich viel zu wenig Schlaf. Ich hatte jetzt jede Nacht Angst einzuschlafen, weil ich ja nie wusste, was als Nächstes passieren würde. Nachts ließ ich das Licht an und drückte mich im Bett immer ganz nah an meinen Freund. Es störte ihn schon, weil er sich selber dann nicht richtig rühren konnte. Ich zog mir auch die Decke so weit über den Kopf, daß ich kaum Luft bekam und so schwitzte, daß das Bett naß wurde. So war es gar nicht mehr möglich, richtig zu schlafen, geschweige denn, am nächsten Tag ausgeruht zu sein. Somit wurde es auch schwierig, der Arbeit im Studio nachzugehen, oder das zu tun, was ich so gerne tat, aus vollem Herzen singen. Alles wurde schwieriger. Dann versuchte ich sogar zu beten, was ich vorher nur bei den Anfällen versuchte, damit sie aufhören sollten. Ich versuchte es jetzt aus einem Gefühl heraus, daß es vielleicht helfen könnte. Ich versuchte es, obwohl ich nicht so richtig an Gott glaubte. Ich war mir in meinem Glauben sehr unsicher, aber ich dachte mir, es könnte ja nicht schlechter gehen, wenn ich betete. Beim «Vater unser im Himmel» kam das Wort «geheiligt werde Dein Name». Als ich das Wort «geheiligt» aussprach, spürte ich in mir eine schlimme Angst. Mir war so, als würde ich keine Luft mehr bekommen und mein ganzer Körper würde zusammengedrückt. Mit großer Angst betete ich weiter. Was war bloß los mit mir? Ich erzählte es meiner Nachbarin und Freundin Johanna, denn sie wußte ja von der ganzen Sache mit mir. Ihr Vorschlag war: «Wollen wir mal in die Kirche gehen und versuchen, da zu beten?» Auch sie war lange nicht mehr in der Kirche gewesen, glaubte aber trotzdem sehr an Gott. Ihr Problem war, daß sie in der Kirche immer traurig wurde und dann weinen mußte. Warum, das wußte sie nicht. Sie vermied es deshalb, in die Kirche zu gehen. Zusammen gingen wir mit einem komischen Gefühl zur Kirche. Angekommen an der großen Kirchentür, konnte ich keinen Schritt weitergehen. Meine Beine wurden schwer und ich war wie gelähmt. Ich konnte keinen Fuß vor den anderen setzen. Mich überfiel wieder eine große Angst und eine innere Wut. Ich dachte: «Was soll ich da, ich hasse Gott.» Mir wurde richtig schlecht. Ich wußte auch nicht, was mit mir los war, warum hatte ich auf einmal so eine Wut auf Gott, den ich eigentlich nie richtig kennen gelernt hatte? Meine Freundin bemerkte meine Reaktion und nahm meinen Arm. Sie zog mich von der Kirche fort. «Nur schnell weg von hier», so schrie es in mir. Wir rannten, als wenn der Leibhaftige hinter uns her wäre.

 

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Auf der Suche nach einem Priester
Es konnte so nicht mehr weitergehen. Irgendwo mußte es doch jemanden geben, der sich aus kannte mit dem Bösen und mir glaubte, was mir täglich passierte. Meine Suche begann nun im Internet und ich fand einen Priester in einem anderen Land. Er war auch ein Exorzist. «Was ist das», dachte ich, «ein Exorzist?» Ich las dann, daß das jemand sei, der besessene Menschen von dem Bösen befreit mit Exorzismus-Befreiungsgebeten. Na ja, wenn der so etwas macht, dann würde er mir bestimmt glauben, was mit mir passierte. Er könnte mir vielleicht sagen, was ich tun sollte, wie ich diesen bösen Geist loswerden konnte in meiner Wohnung und vor allem, was das Böse von mir wollte. Ich habe diesem Priester dann gleich eine Mail geschrieben und ihm ausreichend geschildert, was mir jeden Tag widerfuhr. Seine Antwort kam überraschend schnell. Er sei leider nicht für meine Gegend zuständig, da er im Ausland ziemlich weit weg sei. Ich sollte mich doch an das Bischöfliche Ordinariat meiner Diözese wenden. Gott würde mir Kraft geben, den richtigen Ansprechpartner zu finden. Ich war enttäuscht. Ob die mir da weiterhelfen könnten? Ich war nicht begeistert von dieser Antwort und weiter ging die Suche.
Oh, da ist ja noch jemand, ein Pater Amorth aus Italien, auch Priester und Exorzist. Er hatte schon vielen geholfen, die vom Teufel besessen waren. Wenn er Besessenen hilft, könnte er mir vielleicht auch helfen. Aber er ist weit weg und spricht er überhaupt deutsch? Ich mußte mich an jede Hoffnung klammern, denn solche Leute wird es nicht wie Sand am Meer geben. Ich versuchte, die Adresse zu bekommen, fand sie aber nirgendwo. Da kam mir die Idee, verschiedene Diözesen und Bistümer anzuschreiben mit der Frage, ob sie eine Adresse hätten von jemandem, der sich mit dem Bösen auskennt, z.B. von Pater Amorth? Mehr schrieb ich da lieber nicht. Auch hier bekam ich schnell eine Antwort von einen Bistum; man teilte mir die Adresse von Pater Amorth mit. So, nun hatte ich die Adresse. Der erste Schritt war getan, doch da tauchte ein neues Problem auf: Ich konnte nicht Italienisch sprechen, geschweige denn schreiben. Johanna, fiel mir ein, konnte beides. Mit ihr schrieb ich dann einen Brief an Pater Amorth mit der Bitte, mir zu helfen, und brachte diesen Brief gleich am nächsten Tag zur Post. Ich hatte eine kleine Hoffnung, daß er mir zurückschrieb. In der Zwischenzeit bekam ich eine Mail von einem anderen ausländischen Bistum. Es schrieb mir eine Frau, ich sollte mich mit meiner Frage an den Weihbischof in X wenden. Er kenne sich damit gut aus und er könnte mir da vielleicht auch weiterhelfen oder mir die Adresse von Pater Amorth geben. Weil es mir gut schien, wenn mir dieser Priester helfen könnte, schrieb ich ihm sofort. Ich bekam auch schnell eine Antwort, die warmherzig und vertrauensvoll wirkte. Er schrieb: «Sie werden ja sehr geplagt. Aber um zu wissen, ob Sie da wirklich von etwas Bösem geplagt werden oder etwas anderem, müsste ich schon etwas mehr über Sie wissen. Möchten Sie mal vorbeikommen?» Nun hatte ich endlich jemanden gefunden, der mir glaubte. Ich dachte: «Es ist weit weg, wenn ich nach X fahre. Aber Pater Amorth ist ja noch weiter weg.» Ich war froh, jemanden gefunden zu haben, der mir Hoffnung gab. Nach einem Gespräch mit meinem Freund machte ich einen Termin aus.

 

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Erstes Treffen mit dem Weihbischof X
Nun hatte ich ein Treffen mit dem Weihbischof. abgemacht. Wo aber schlafe ich dort, es ist ja sehr weit weg? X, das ist eine Stunde von Z entfernt. Fast sechs Stunden Zugfahrt: Da kann ich nach diesem Termin nicht am selben Tag zurückfahren. Da fiel mir ein, dass ich ja einen sehr guten Freund in Z habe, den Stefan, ein ganz lieber Mensch. Er ist Arzt, hat aber aus gesundheitlichen Gründen zum Banker gewechselt. Ich habe ihn damals übers Internet kennen gelernt. Stefan ist 45 Jahre alt und lebt alleine. Er freut sich immer, wenn ich ihn besuche. Ich habe Stefan am Abend angerufen und ihn gefragt, ob ich zwei Tage bei ihm in Z schlafen dürfte? Stefan freute sich und sagte natürlich ja. «Aber was willst Du denn so Wichtiges in X?», fragte er. Ich überlegte, was ich ihm sagen sollte. Ich konnte ihm doch nicht sagen, was mit mir los war. Vielleicht hielte er mich für verrückt, wenn ich ihm alles erzählen würde. Eigentlich kannte ich Stefan recht gut, aber wie würde er bei so einem Thema reagieren? Also verblieben wir so, daß ich kommen würde. Nun war es auch schon so weit, der Termin beim Weihbischof stand an. Am Nachmittag um 16 Uhr musste ich in X sein. Am Morgen um 6 Uhr setzte ich mich in den Zug nach München der eine Stunde lang fährt. Von München ging es dann fünf Stunden weiter nach Z. Im Zug machte ich mir Gedanken darüber, ob der Weihbischof mir glauben würde. Ich dachte mir: «Hoffentlich hält er mich nicht für total verrückt. Hoffentlich kann er mir helfen.»
Herauszufinden, von welchem Spuk ich da belästigt wurde, das war mein Wunsch. Mir war während der ganzen Fahrt richtig schlecht vor Angst. Ich hatte eine unwahrscheinliche Abneigung vor dem Weihbischof und wußte nicht einmal warum. Um 14.30 Uhr bin ich dann in Z Hauptbahnhof eingetroffen, von hier war es dann noch eine Stunde mit dem Zug nach X. Hier endete meine Reise. Nun war es bald so weit, mein Termin stand an und ich suchte nun den Weg zum Haus des Priesters. Es dauerte nicht lange und ich stand vor seinem Haus. Nur noch eine Eisenpforte und ein Hof trennten mich von diesem ein bißchen streng wirkenden Gebäude. Mich überfiel auf einmal eine große Angst. Die Beine begannen zu zittern. Sie waren auf einmal schwer, als wenn sie aus Stein wären. Es war mir, als wenn mich eine unsichtbare Kraft zurück drückte. Ich konnte keinen Schritt vorwärts gehen. Dazu war mir richtig schlecht. Was sollte ich bloß machen? Sollte ich wieder nach Hause fahren? Die Sonne spiegelte sich in einigen Fenstern, als wenn das Haus mir zuzwinkern würde. Ich mußte da hineingehen. Also nahm ich meinen ganzen Mut zusammen und kämpfte gegen diese Kräfte an. Ich klingelte schnell, bevor ich es mir anders überlegen konnte. Es dauerte nicht lange, da machte eine Frau die Tür auf. «Ich bin die Heike R. und habe einen Termin beim Weihbischof» «Kommen Sie doch rein!» Sie führte mich in einen Raum, wo ich auf den Herrn Weihbischof sollte.
Es dauerte nicht lange, da betrat der Weihbischof den Raum und begrüßte mich sehr nett. Er wollte mir zur Begrüßung die Hand geben, aber ich konnte nicht. Ich habe mich davor geekelt, ihm die Hand zu geben. Ich habe ihn gehaßt. Ich wußte nicht einmal, woher dieser Haß kam. Ich habe doch eigentlich Hilfe vom Weihbischof erwartet. Er war auch sehr nett und sympathisch. Er bemerkte meine Unsicherheit. Es war schrecklich, überall christliche Bilder. Es war schlimm für mich, wäre am liebsten wieder hinausgelaufen aus diesem schrecklichen Haus mit diesen furchtbar vielen christlichen Bildern. Ich mochte diese Bilder einfach nicht und wußte nicht warum. Wir kamen dann in einen großen Raum an mit einem langen Tisch und vielen Stühlen. Das Zimmer sah irgendwie historisch aus. Eigentlich sah das ganze Haus historisch aus. In diesem Zimmer waren auch Bilder von irgendwelchen Heiligen. Ich habe versucht, sie still zu ertragen, ohne daß der Priester etwas merkte. Nun setzten wir uns, er sagte: «Nun erzählen Sie mal, was los ist.» Ich schämte mich sehr, ihm diese Dinge zu erzählen, weil ich Angst hatte, er würde denken, ich sei krank. Ich erzählte dem Weihbischof dann von meinen furchtbaren nächtlichen Anfällen und erzählte ihm auch von diesem Geistervideo. Der Weihbischof saß da mit einem Zettel und schrieb mit, was ich alles sagte. Er fragte mich auch, wie meine Kindheit war. Ich habe ihm auch aus meiner Kindheit erzählt. Dann fragte er, ob die Anfälle nicht vielleicht Albträume sein könnten. Es könnte sich ja so viel im Unterbewußtsein abspielen, die unmöglichsten Dinge passierten dort. Als er das sagte, war ich so wütend, daß ich sagte: «Sie glauben mir nicht, stimmts? Nein, nein, das ist nicht mein Unterbewußtsein, denn mein Unterbewußtsein kann mich nicht von hinten packen und mit voller Wucht aus dem Bett schmeißen. Schon gar nicht kann das Unterbewußtsein Dinge wie von Geisterhand bewegen. Auf meiner Videoaufzeichnung ist es zu sehen, wenn Sie mir nicht glauben, bringe ich sie mit», sagte ich. «Nein, ich glaube Ihnen schon», sagte er, und fragte, ob wir gemeinsam beten würden. Als er das sagte, war sie wieder da, diese schlimme Angst. Mir war, als würde mir die Luft abgedrückt, und ich fühlte wieder diesen Hass auf den Weihbischof. Meine Gedanken riefen: «Spar Dir Dein Scheiß-Gebet!» Ich sagte dann: «Ich bete nicht.» «Soll ich für Sie beten?», meinte er dann. Ich dachte, wenn ich jetzt nein sagte, würde er mir nicht aus meiner Lage helfen. «Also gut, beten Sie.» Er fing an zu beten. Es war schlimm für mich, aber ich war froh, daß das Gebet fast nur auf mich bezogen war. Er sprach die Worte «Jesus» und «Gott» nicht aus, denn ich hätte es nicht ertragen, wusste aber nicht warum. Nach zwei Stunden Gespräch bedankte sich der Weihbischof bei mir, daß ich so weit gereist bin, um mit ihm zu reden. «Werde mal sehen, wer Ihnen helfen kann, vielleicht ein Priester vom Bistum Y.» Das fand ich nicht so gut, denn in München würde ich das dann alles noch einmal erzählen müssen, und ob der mir dann glauben würde? Der Weihbischof sagte: «Ich werde den Theologen in München alles erzählen, was Sie mir gesagt haben. Haben Sie keine Angst, er wird ihnen glauben. Ich werde mich nur an jemanden wenden, der Ihnen glauben wird.» Dann verabschiedete sich der Weihbischof von mir mit den Worten: «Wir bleiben in Kontakt per Mail.» Nun war ich froh, daß ich dieses Haus verlassen konnte mit all diesen schrecklichen Heiligenbildern. Aber auf der anderen Seite machte ich mir Gedanken: Glaubte der Weihbischof mir wirklich, und was wird nun?

 

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Besuch bei Stefan in Z vor der Heimreise
Darauf bin ich von X nach Z gefahren. Da stand auch schon Stefan am Bahnhof. Er begrüßte mich freundlich. Wir sind mit dem Auto zu ihm nach Hause gefahren. Unterwegs muß er wohl meinen knurrenden Magen gehört haben. Unsere Blicke trafen sich und er drehte Richtung Imbiß um. Während wir unseren Hunger stillten, erzählte er von sich. Bei einem Gläschen Wein fiel langsam meine Anspannung ab und ich fühlte mich wohl. Ein bißchen angeheitert fing ich an, ihm zu erzählen, warum ich den Priester besucht hatte. Stefan hörte mir interessiert zu. Ich hatte das Gefühl, daß er mir alles glaubte, was ich ihm erzählte. Er war nur ein wenig erstaunt und etwas unsicher. Seine Augen wurden immer größer, als ich ihm vom Video erzählte. «Das will ich sehen», platzte es aus ihm heraus. «Ja klar, wenn Du möchtest.» Dann sind wir irgendwann nach Hause zu Stefan gefahren und haben da noch ein wenig geplaudert. Stefan spielte mir noch etwas auf dem Klavier vor, er kann ja so wunderbar spielen. Mozart und Bach. Nun wollten wir schlafen gehen. Ich sollte im Wohnzimmer schlafen alleine, hatte aber so eine Angst, alleine zu schlafen, wegen meiner Anfälle und fragte Stefan, ob er auch im Wohnzimmer schliefe. Er hatte gleich Verständnis und baute sein Nachtlager auch im Wohnzimmer auf. Es dauerte nicht lange und
Stefan war eingeschlafen. Ich lag da mit meiner Angst. Irgendwann bin auch ich vor Müdigkeit eingeschlafen. Mitten in der Nacht wurde ich dann wieder von einer Kraft von hinten gepackt und heftig aus dem Bett geschmissen. Stefans Kopf tauchte aus den Kissen auf und blickte mich verstört und fragend an. Sein Trost tat gut. Meine Gedanken fingen wieder an zu rasen. Sie war wieder da, diese unheimliche Macht. Gleichmäßige Atemzüge von Stefan beruhigten mich ein wenig. Oder machte ich mir selbst etwas vor? Wurde ich auch hier von dem Bösen bedroht? Dann bin ich wohl eingeschlafen. Träumte ich, oder war ich wach? Ich hörte mein Herz schlagen, nein halt, mein Herz? Es wurde immer lauter, mein Herz! Nein, da klopfte etwas überall um mich herum, ich zog mir die Bettdecke über den Kopf und hoffte, dass dieses Klopfen bald aufhören würde. Doch es
wurde immer lauter. Zu Hause hatte ich dasselbe Klopfen auch öfter wahrgenommen. Irgendwann konnte ich dieses Klopfen nicht mehr ertragen und weckte Stefan. Stefan fragte, was denn los sei. «Hörst Du nicht dieses Klopfen?» «Ja, doch, von wo kommt das denn?» Er stand auf und schaute überall nach, wo das denn herkommen könnte. Doch auch er konnte keine Ursache dafür finden. «Weiß auch nicht, das ist ja sehr merkwürdig», wunderte er sich, «komm, laß uns jetzt versuchen zu schlafen und hab keine Angst.» Dann bin auch ich eingeschlafen und der Rest der Nacht verlief ruhig. Am nächsten Morgen war ich sehr müde von diesen nächtlichen Störungen und nass geschwitzt. Stefan mußte zur Arbeit und ich wieder nach Hause. Also brachte er mich zum Bahnhof. Wir drückten uns sehr fest. «Laß Dir helfen, bitte, ich habe große Angst um Dich. Du kannst jederzeit wiederkommen, wenn Du willst, es würde mich freuen.» Wir gingen zum Bahnsteig und ich setzte mich in den Zug. Als sich der Zug in Bewegung setzte, winkte Stefan noch von weitem. Würde ich ihn wiedersehen?

 

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Es ging mir immer schlechter
Die Zeit zu Hause wurde immer schlimmer. Es war auch eine Zeit des Hoffens, dass der Weihbischof jemanden im Bistum Y finden würde, der mir helfen konnte und mir glaubte. Fast jeden Tag schrieb ich dem Weihbischof eine Mail, ob er denn schon jemanden habe, der mir helfen könnte. Er hatte da einen Priester gefunden, den er telefonisch aber nicht erreichte. Er sagte: «Bewahren Sie noch ein wenig Ruhe.» Einfach gesagt, wenn es einem jeden Tag schlechter geht. Ich hatte jede Nacht so schlimme Anfälle. Es war inzwischen schon so, dass ich nachts auf dem harten Boden schlief, weil ich Angst hatte. Jedes mal, wenn ich in meinem Bett lag, wurde ich von jemandem, der eigentlich gar nicht da war, von hinten gepackt und brutal aus dem Bett geschmissen. Ich mochte mich auch nicht mehr mit der Bettdecke zudecken, weil sie mir jedes mal weggerissen wurde.
Ich fing auch an, mich mit meinem Freund zu streiten, weil er es nicht richtig fand, daß ich nicht mehr betete. Er betete dann öfter laut und ich wurde sehr wütend. «Hör auf zu beten», schrie ich meinen Freund an. Er sagte: «Ich lasse mir von Dir doch das Beten nicht verbieten. Zeig doch mal Stärke und bete, anstatt vor dem Bösen Angst zu haben.» Ja, er sagte das so einfach. Ich fragte, ob er denn keine Angst hätte. «Nein, die habe ich nicht, denn das Böse will ja nur, daß wir Angst haben.» Na ja, ein Trost war das nicht für mich. Dann hatte ich auf einmal jeden Tag so schlimme Freßanfälle, man kann echt «Fressen» dazu sagen. Ich verschlang alles wie ein Tier, riesige Mengen. Danach war mir übel und ich mußte mich übergeben. Manchmal hatte ich auch drei Tage nichts gegessen, weil ich einfach keinen Hunger mehr hatte. Wie sollte das bloß weitergehen? Ich würde noch in der Psychiatrie landen, wenn das so weitergehen sollte. Irgendwann schrieb ich dann wieder den Weihbischof an und fragte, ob er den Priester in München jetzt erreicht hätte. Leider nicht. Aber der Weihbischof meinte: «Könnten Sie noch mal zu mir kommen zum Sprechen?» Ja, ich würde gerne kommen. So machten wir per Mail einen neuen Termin aus.

 

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Ein zweites Treffen mit dem Weihbischof
Lag wirklich eine dämonische Besessenheit vor?

Ich war nun sehr froh, dass ich doch noch einmal einen Termin beim Weihbischof hatte. Könnte er mir jetzt wirklich helfen? Ich fragte meinen Freund, ob er denn nichts dagegen hätte, wenn ich noch einmal fahren würde. Nein, er hatte nichts dagegen. Denn er wollte ja auch gerne, daß alles wieder gut würde. Ich benachrichtigte nun auch gleich Stefan in Z, dass ich wiederkommen würde und ob ich wieder bei ihm schlafen könnte. Das war wieder kein Problem für Stefan.
Eine Nacht vor meiner Abreise hörte ich auf einmal eine Stimme. Es war, als wenn diese Stimme sich in meinen Kopf drückte. Es war, als wenn diese Stimme alle anderen Gedanken wegdrückte. Diese Stimme war sehr merkwürdig. Sie war männlich und hatte einen italienischen Akzent. Sie sagte: «Du gehst nicht zu diesem Scheiß-Priester, denn der kann Dir auch nicht helfen.» Das klang irgendwie ironisch, wie diese Stimme sich ausdrückte. Ich dachte, jetzt wirst Du total verrückt. Jetzt hörst Du schon Stimmen. Ich hatte vorher noch nie Stimmen gehört. Na ja, dachte ich, vielleicht habe ich nur geschlafen, obwohl es für einen Traum zu real war. Aber ich ließ es dann offen. Am nächsten Tag sollte die Reise dann losgehen. Wieder ab in den Zug Richtung München Von München wieder nach Z und von Z wieder nach X.
Auf dem Weg nach X geschah im Zug dann etwas, was bis jetzt noch nicht so passiert war. Ich war im Zug auf der Toilette und wollte mir gerade die Hände waschen. Plötzlich wurde ich zu Boden gedrückt von dieser Kraft. Ich hatte solche Angst. Ich versuchte, vom Boden wieder aufzustehen, doch es ging einfach nicht. Dabei gingen mir Gedanken durch den Kopf. «So etwas wie Du, Du sollst doch verrecken. Du alte Sau», und dann kam noch so etwas wie «Deine Scheißdrecks-Priester da». Ich glaubte, das waren nicht meine Gedanken. Mir war, als wenn ich bedroht würde. Nach einiger Zeit konnte ich dann wieder aufstehen. Es war einfach schrecklich, was da mit mir geschah. Ich hatte Angst, ich würde verrückt werden .
Nun hielt der Zug in X. Ich hatte nun auch nicht mehr viel Zeit bis zu meinem Termin beim Weihbischof. Es dauerte nicht lange, da stand ich wieder vor dem großen Tor zum Ordinariat des Weihbischofs. Schon wieder überfiel mich die Angst, da hineinzugehen. Wieder hatte ich ein Gefühl, als würde ich zusammengedrückt werden. Mir war wieder so schlecht. Nun stand ich endlich vor diesem Gebäude und mußte nur noch klingeln. Genau das tat ich dann auch. Es dauerte nicht lange, da öffnete sich die Tür und da stand wieder diese Frau von meinem letzten Besuch. «Ach Sie wollen bestimmt zum Weihbischof. So kommen Sie doch herein.» Ich mußte dann wieder in diesem Raum warten, wo ich beim letzten Mal auch gewartet hatte. Ich mußte nicht lange ausharren, da kam auch schon der Weihbischof und begrüßte mich freundlich. Er wollte mir wieder die Hand geben und ich sagte ihm «nein». Da war er wieder, dieser Haß und Ekel. Jetzt führte er mich in einen anderen Raum. Er sah genauso aus wie der Raum, in dem wir beim meinem letzten Besuch gewesen waren. Nur hingen dort keine Bilder von irgendwelchen Priestern oder Heiligen, sondern von der Gottesmutter. Das war für mich sehr schwer zu ertragen. Ich hätte sie am liebsten von der Wand gerissen. Wir setzten uns und er fragte, wie es mir ginge. Ich erzählte ihm dann, wie es mir zu hause ergangen war und wie schwer es war, zu ihm zu kommen. Er sagte dann auf einmal: «Wollen wir beten?» Oh, was für ein schreckliches Wort. «Nein, ich bete nicht», war meine Antwort. Oh, ich habe den Weihbischof deswegen so gehaßt. Er sagte: «Dann werde eben ich für Sie beten.» Ich versuchte, mich zusammenzureißen und dieses Beten über mich ergehen zu lassen. Dann fing er an, laut zu beten. Am Anfang ging es ja noch, aber dann fing er an, immer wieder «Gott» und «Jesus» auszusprechen. Es war für mich eine richtige Qual. Jedes mal, wenn er «Jesus» sagte, fuhr es mir durch den Körper wie ein Stromschlag. Es schmerzte richtig. Ich spürte Haß und Ekel vor dem Namen Jesus! Ich hatte Probleme damit, nicht wütend zu werden. Irgendwann machte er ein Kreuzzeichen. Oh das schmerzte. Ich habe dann einfach weggeschaut, damit ich es nicht sehen musste. Dann war das Beten endlich vorbei. Ich war erleichtert. Nach dem Beten sagte er auf einmal: «Ich glaube, Sie sind besessen von dem Bösen oder Teufel.» Ich dachte: «Was ist das, besessen zu sein?» Dann fragte der Weihbischof : «Wollen wir ein wenig auf die Terrasse gehen? Es ist schönes Wetter draußen.» Das war eine gute Idee von ihm. So konnte ich raus aus diesem Haus, weg von diesen schrecklichen Bildern. Ich konnte endlich eine Zigarette rauchen. Er holte Stühle und wir setzten uns auf die Terrasse. Schön war es dort: ein Garten mit einem Springbrunnen. Wir schauten in den schönen Garten und redeten miteinander. Ich konnte dabei rauchen. Dann sagte er noch: «Sie sind wirklich besessen von dem Bösen.» Ich fragte: «Was ist das: besessen?» «Besessen ist, wenn ein Dämon in Ihnen ist, der Sie in Besitz nimmt, Sie besetzt und benutzt, Sie plagt und auch Ihre Gedanken beeinflussen und Ihnen Angst machen kann.» Ich meinte dann zu ihm: «Aber an den Teufel glaubt doch sowieso keiner.» Da
sagte der Priester: «Sehen Sie, das kommt jetzt auch vom Teufel, was Sie da gesagt haben. Der Teufel will, daß wir nicht an ihn glauben, weil er dann Schaden anrichten kann, ohne dass wir es merken.» Ich fragte ihn: «Und was kann man jetzt machen, daß ich den Teufel wieder los werde?» «Vielleicht einen Exorzismus.» Ich fragte: «Was ist das, Exorzismus?» «Das sind Befreiungsgebete. Der Teufel erträgt keine Gebete und Segnungen. Er ist gegen alles, was heilig ist.» Ich war ein wenig skeptisch gegenüber dem, was er sagte. Ich besessen vom Teufel? Mir lief ein Schauer über den Rücken. Es könnte sein, daß es stimmte, daß ich besessen war. Mir fiel ein, daß ich nicht beten konnte und gegen alles Heilige war. Nach drei Stunden Reden meinte er: «So, jetzt habe ich noch zu tun. Wir machen dann per Mail einen neuen Termin aus.» Ich war froh, dass er mir helfen wollte. Vor allem war ich erleichtert, daß er mir glaubte. So haben wir uns verabschiedet. Ich bin dann direkt wieder nach Z gefahren zu Stefan.
Er stand auch schon am Bahnhof, um mich abzuholen. Stefan ist echt lieb. Als wir bei ihm zu Hause waren, haben wir uns etwas Schönes gekocht und zum Essen ein Glas Wein getrunken. Wir haben uns unterhalten, wie es beim Weihbischof war. Ich erzählte ihm davon, dass der Weihbischof vermutete, daß ich besessen sein könnte. Stefan meinte: «Dann könnte ich mal den Weihbischof anrufen und mit ihm reden.» Ich fragte ihn, warum. Stefan meinte, er würde das gerne mal vom Weihbischof hören und Genaueres darüber erfahren.
Ich wollte das nicht so gerne und sagte zu Stefan: «Ich überlege es mir.» Stefan war damit einverstanden. Nun redeten wir über meine Gesundheit, meine Immunschwäche. Ob ich auch regelmäßig zum Arzt ginge. Stefan machte sich immer Gedanken über meine Gesundheit, weil ich als Kind Lymphknotenkrebs hatte. Er hatte Angst, daß ich es nochmal bekommen und es nicht bemerken könnte. Stefan war ja Arzt und ein Arzt macht sich halt schnell Gedanken, schon bei dem kleinsten Husten. Auf jeden Fall hatten wir einen schönen Abend. Die Nacht war wieder eine Qual. Wieder dieses Klopfen und dazu die Lähmungsanfälle. Ich wurde mehrmals aus dem Bett geworfen. Am nächsten Tag bin ich völlig müde und kaputt nach Hause gefahren. Im Zug konnte ich ein wenig schlafen.

 

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Das Leiden ging weiter
Wieder waren drei Wochen vergangen seit dem Besuch beim Weihbischof. Von zuhause schrieb ich ihm viele Mails: wie es mir ging und die aktuellen Geschehnisse. Es gab auch einen ekligen Gestank, von dem ich nicht wußste, woher er kam. Ich versuchte, diesen Gestank von mir abzuduschen. Aber er ging nicht weg. Sogar mein Freund bemerkte diesen Gestank zu Hause und im Auto. Er versuchte herauszufinden, woher dieser Gestank kam. Ich kannte diesen Geruch nicht. In einer Nacht um drei Uhr wachte ich plötzlich auf und roch einen eigenartigen Brandgeruch, der mir in die Nase stieg. Ich stieg gleich aus dem Bett um nachzusehen, ob irgendwo ein Brand sein könnte. Ich konnte aber nichts finden. Ich wollte wieder ins Bett gehen. Da spürte ich auf einmal hinter mir eine Kälte. Mir lief ein richtig kalter Schauer über den Rücken und ich hatte ein Gefühl, als stehe jemand hinter mir. Ich wollte mich auf keinen Fall umdrehen aus Angst, mein Gefühl könnte stimmen. Ich beeilte mich jetzt, schnell ins Bett zu kommen. Im Bett angekommen, zog ich mir die Decke über den Kopf und schaute nicht mehr unter der Bettdecke hervor. Es war einfach alles so verrückt, was da passierte. Mir war auch aufgefallen, daß ich ständig über meine eigenen Beine stolperte und mich dabei verletzte. Jeden Tag passierte mir ein kleiner Unfall. Dabei trug ich immer eine kleine Verletzung davon. Einmal brach ich mir sogar zwei kleine Zehen. Ich glaube sogar, ich war irgendwie angeschubst worden. Eigentlich war ich nicht unachtsam. Meine Gesundheit war nicht die beste. Aus einer Erkältung entwickelte sich eine akute Bronchitis. Drei Wochen nahm ich verschiedene Antibiotika. Doch das Einzige, das ich erreichte, war, daß es nicht schlimmer wurde.

 

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Ein nächstes Treffen mit dem Weihbischof und einem zweiten Priester
Warum ging alles nur noch schief und warum wurde ich so geplagt? Warum ließ Gott es zu, dass sich der Teufel an mir versuchte? Ich war doch ein Kind Gottes. Ich war doch kein schlechter Mensch. Warum bloß? Das ging mir immer wieder durch meinen Kopf. Der einzige, der mir jetzt noch helfen konnte, war der Weihbischof. Und der schrieb mir auch bald eine Mail und fragte, ob ich wieder zu ihm kommen würde. Er hätte da jemanden, der mir helfen könnte, einen guten älteren Priester, der sich mit dem Bösen auskenne. Ich war da irgendwie skeptisch. Was mochte das für ein Priester sein? Würde er mir glauben? Andersherum dachte ich mir, der Weihbischof sagte doch einmal, er würde sich an niemanden wenden, der mir nicht glauben würde. Na ja, schlimmer konnte es ja nicht werden. Ich sagte schließlich zu, dass ich kommen würde. Ich machte dann schnell einen Termin aus und rief gleich bei Stefan in Z an und sagte ihm, daß ich kommen würde. Von ihm aus gab es auch keinen Einwand, daß ich bei ihm übernachtete. Am nächsten Tag setzte ich mich dann in den Zug Richtung München und die Endstation war dann wieder Bahnhof X. Zu Fuß ging es zum Ordinariat des Weihbischofs. Dort angekommen, spürte ich wieder diesen Widerstand. Ich sollte nicht hineingehen zu diesen Priestern. Ich hatte wieder sehr große Angst und schlecht war mir auch wieder. Nach einer Zeit ging ich aber dann doch zum Haus. Ich brauchte gar nicht zu klingeln, denn der Weihbischof hatte schon auf mich gewartet. Er bat mich höflich, dochhereinzukommen. Ängstlich schaute ich durch die Tür in das Haus hinein und dachte mir: «Wo ist denn dieser Priester, der heute kommen wollte?» Ich konnte ihn nirgends sehen. Der Weihbischof fragte mich: «Wollen wir wieder auf die schöne Terrasse gehen?» «Ja, gerne», war meine Antwort. Ich war sehr froh, daß er das fragte. Denn draußen auf der Terrasse ist es sehr viel angenehmer als in diesem Haus mit diesen schrecklichen, christlichen Bildern. Dann noch dieses riesige Kreuz mit Jesus, das direkt im Eingangsbereich hing. Ich hätte es am liebsten zerstört. Der Weihbischof holte nun Stühle und wir setzten uns auf die Terrasse. Es dauerte auch nicht lange, da kam dieser Priester dazu, von dem mir der Weihbischof erzählt hatte. Er stellte sich bei mir vor. Er setzte sich zu uns. Es war anscheinend auch ein sehr freundlicher Mensch. Ich hatte aber ein Gefühl von Hass auf ihn. Jedenfalls fragte mich dann der Priester, ob ich ihm ein bißchen erzählen würde, wie ich geplagt wurde. Ich berichtete ihm alles. Irgendwann sagte der Priester dann zum Weihbischof: «Sollen wir jetzt mal mit ihr beten?» Dann beratschlagten sie sich, in welchen Raum wir gehen könnten. Die Frage war: «Sollten wir in die Kapelle gehen und dort beten?» Als er das fragte, überfiel mich wieder diese schreckliche Angst. Meine schlimmen Gedanken überschlugen sich. Meine Gedanken waren: «Steck Dir Deine Scheiß-Gebete in den Arsch, Du alte Drecksau.» Diese Gedanken waren aber irgendwie nicht meine. Ich versuchte, gegen diese Gedanken anzukämpfen, um meine Gedanken wieder selbst zu beherrschen. Es gelang mir dann schließlich auch. Da war aber immer noch die Angst vor dem Gebet. Ich sagte zu dem Priester, daß ich Angst davor hätte zu beten. Er meinte: «Haben Sie doch keine Angst! Vertrauen Sie auf Gott. Und außerdem sind das nicht Sie, die Angst hat zu beten, sondern der Böse, der in Ihnen ist, will Ihnen Angst machen und Sie beeinflussen, damit Sie nicht mehr beten.» Ich wollte aber diesen Teufel oder Dämon loswerden, wenn wirklich einer in mir war. «Also gut, einverstanden. Gehen wir beten!»
Aber in die Kapelle wollte ich auf keinen Fall. Ich hätte da keinen Fuß hineinsetzen können. Ich bin dann schließlich mit den beiden Priestern ins Haus gegangen. Meine Beine zitterten richtig, als es dort die Treppe hoch ging. Denn ich wußte, da waren die Räume mit diesen Ekel erregenden christlichen Bildern. Wir sind dann in einen anderen Raum gegangen. Dieser Raum war nicht ganz so schlimm. Da waren nur große Bilder von irgendwelchen Personen. Dieser Raum war auch viel kleiner als die beiden Räume zuvor. Dort war ein Kamin und ein kleiner Holztisch mit vier Stühlen. Unter dem Tisch lag ein großer, altmodischer Teppich. Der Boden war Parkett. Der ganze Raum wirkte ziemlich düster. Wahrscheinlich dadurch, daß dort die Wände und sogar die Decke und die doppelten Türen aus altem Holz waren. Zusätzlich hatte ich noch das Gefühl, als ich den Raum betrat, daß dort mal etwas Schlimmes passiert war. Ich sah Bilder vor meinen Augen. Bilder von einem altertümlichen Gerichtsaal, wo man Gefangene mit einem Strick gefesselt hineinführte vor den Richter. Wir setzten uns alle drei um den Tisch. Und nun sollte es losgehen, das, wovor ich so große Angst hatte: Beten. Ich versuchte, mit irgendwelchen anderen Themen vom Beten abzulenken und es hinauszuzögern. Nun meinte der Priester: «Nein, wir fangen jetzt an. Versuchen Sie doch einfach, mitzubeten.» Nun fingen sie auch gleich an, laut den Rosenkranz zu beten. Ich versuchte, es still zu ertragen. Nach einem Vaterunser kam dasselbe nochmal von vorne. Der Rosenkranz wurde langsam unerträglich. Ich bekam wieder so eine Angst, so einen Haß und Ekel. Besonders schlimm war es für mich, wenn sie sagten «geheiligt werde Dein Name», dabei fuhr mir ein Schmerz durch den ganzen Körper. Es war, als würde mir Strom durch den ganzen Körper gejagt. Ich habe es zum Schluß gar nicht mehr ertragen können. Ich sagte zu den beiden, sie sollten aufhören damit, aber sie ignorierten es und beteten weiter. Ich sagte dann: «Bitte hören Sie auf damit. Ich kann es nicht mehr ertragen.» Jetzt hörten sie endlich auf zu beten. Ich war nun froh und erleichtert. Der Priester meinte dann zu mir: «Wir müssen weiter beten, damit der Böse Sie verlässt.» «Könnten Sie morgen wiederkommen? Dann versuchen wir es nochmal.» Ich sagte «ja» dazu; es fiel mir sehr schwer, aber ich wollte ja, dass mir geholfen wurde. Auch der Priester war einverstanden, daß wir drei uns am nächsten Tag für die Gebete treffen würden. Dann sagten wir uns Auf wiedersehen. Bin dann gleich mit dem Zug nach Z gefahren. Von Z aus setzte ich mich in die Straßenbahn und fuhr zu Stefan. Stefan hatte schon auf mich gewartet und freute sich, als ich kam. Wir tranken dann ein Glas Wein und Stefan erkundigte sich, wie es beim Weihbischof war. Ich erzählte ihm alles und sagte ihm auch, daß ich am nächsten Tag wieder einen Termin haben würde und wieder nach X müsste. Für Stefan war das alles kein Problem. Er meinte, daß ich bei ihm bleiben könnte, so lange ich wollte. Wir hatten noch einen schönen Abend. Er spielte wieder auf seinem Klavier und ich lauschte, wie wunderbar Stefan auf seinem Klavier spielen konnte. Ich dachte mir dabei, daß Stefan großes Talent hatte. Er sollte mehr daraus machen. Irgendwann sind wir dann ins Bett gegangen. Meine Nacht war nicht so gut. Ich bin wieder mehrmals aus dem Bett geworfen worden. Der Böse plagte mich wieder sehr.

 

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Kleiner Exorzismus
Teufel und Dämonen zeigten sich

Am nächsten Tag mußte Stefan zur Arbeit. Ich fing an, Stefans Wohnung zu putzen und auch ein wenig Ordnung zu schaffen. Stefan ist, was den Haushalt betrifft, ein wenig unbeholfen, ein Junggeselle halt. Ich konnte mich mit dem Putzen gut ablenken von meiner Angst. Ich hatte am Nachmittag wieder einen Termin bei den beiden Priestern. Sie wollten wieder mit mir beten. Die Zeit verging schnell. Jetzt mußte ich auch schon los zu meinem Termin. Ich setzte mich in den Zug nach X. Dort angekommen, hatte ich nicht mehr viel Zeit. Als ich ankam, empfingen mich der Weihbischof und der Priester gleich an der Tür. Sie begrüßten mich freundlich und fragten, wie es mir ginge. Wir stiegen gleich die Treppe hinauf in den selben kleinen Raum wie beim letzten Mal. Wir setzten uns um den kleinen Tisch und plauderten nett miteinander. Ich erzählte ihnen auch ein wenig von mir, von meinem Freund und von meiner Familie; daß ich einen älteren Bruder habe, der nicht hören und sprechen kann. Ich erzählte auch von meiner jüngeren Schwester und Freundinnen. Natürlich erzählte ich auch von Stefan. Wir sprachen auch über meine Arbeit beim TV. Wir redeten auch darüber, daß ich sehr gerne singe und bald wieder einen Gesangsauftritt im TV hätte. Ich hatte aber das Problem, daß ich wahrscheinlich nicht auftreten könnte, da ich eine Kehlkopfentzündung hatte. Wir redeten sehr viel. Für mich war es ein beruhigendes Gefühl. Dadurch hatte sich das Beten noch ein wenig verzögert. Irgendwann sagte der Priester: «Jetzt sollten wir aber wirklich beten.» Ich fragte: «Kann ich nicht vorher noch eine
Zigarette rauchen dort am Fenster?» Das Rauchen würde meine Angst ein bißchen beruhigen. «Ja gut», meinte er. «Aber dann fangen wir wirklich an.» Für mich war das Rauchen auch damit verbunden, ein bisschen Zeit zu schinden. Aber dann ging es wirklich los. Die beiden holten ihre Gebetbücher aus ihren Aktentaschen. Oh, ich hatte solche Angst. Dann fingen sie an: «Vater unser im Himmel, geheiligt werde Dein Name.» Ich konnte das nicht sehr lange ertragen. Da forderte ich sie schon auf, damit aufzuhören. Da meinte der Priester zum Weihbischof: «Nein, wir müssen weitermachen.» Er hätte das Buch von Pater Amorth, einem Exorzisten aus Italien, gelesen, und da stand drin, daß eine vom Teufel besessene Person nicht beten will. Doch es sei eigentlich der Teufel, der das nicht will. Darum sollten sie jetzt weiter beten. Wieder ging es los: «Vater unser im Himmel, geheiligt werde Dein Name, Dein Reich komme.» Es wurde immer schlimmer für mich, das zu ertragen. Wieder forderte ich sie auf, sofort aufzuhören. Sie ignorierten mein Fordern. «Gegrüßt seist Du Maria», so ging es immer weiter. Es war schlimm. Ich hatte das Gefühl, mein ganzer Körper würde zusammengedrückt wie in einer Auto presse. Es schmerzte so. Mir war auch, als würde mir die Luft abgedrückt werden. Ich hätte sie töten können, damit sie endlich schwiegen. Dann war es auf einmal sehr merkwürdig. Ich lag auf einmal völlig entkräftet auf dem Boden. Wie kam ich da hin? Vom Stuhl auf den Fußboden? Ich fragte die beiden. Da meinte der Priester: «Haben Sie denn gar nichts mitbekommen?» «Nein, was denn, was ist passiert?» Ich war sehr verwundert. Da sagte der Weihbischof: «Als wir gebetet haben, haben Sie sich verändert. Sie hatten auf einmal eine andere Stimme, eine dunkle Stimme, und Sie brüllten sehr laut. Als wir mit den Weihwasser kamen, brüllten Sie ‹hau ab mit dem Dreckszeug› und Sie flüchteten vor dem Kreuz und beschimpften uns sehr böse.» Als ich das hörte, konnte ich es nicht glauben. Ich habe mich so geschämt, als ich hörte, was ich da gesagt haben sollte. Es war außerdem für mich sehr beängstigend, daß ich nichts mitbekam von dem, was ich tat. Der Priester meinte: «Sie müssen sich nicht schämen, das waren nicht Sie, sondern ein Dämon oder Teufel. Wir wissen es noch nicht. Denn der benutzte Ihre Stimme und Ihren Körper.» Ich dachte: «Oh je, was wird der Böse noch alles mit mir anstellen?» Er hatte mich ja vor den Priestern so blamiert. Ich fragte die Priester: «Meinen Sie nicht, ich bin vielleicht doch verrückt? Werde ich noch im Irrenhaus landen?» «Nein, Sie sind nicht verrückt und werden auch nicht im Irrenhaus landen. Vertrauen Sie doch auf Gott. Das Böse muß und wird Sie mit Gottes Hilfe verlassen. Wir werden unser Bestes dazu beitragen. Aber Sie müssen natürlich auch mitarbeiten. Können Sie morgen und die weiteren Tage wiederkommen? Wir werden dann weitere Segnungen und Gebete mit Ihnen vornehmen.» -«Ja, ich werde kommen, ich möchte ja auch, daß der Böse mich verläßt.»

 

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Am nächsten Tag kam zu einem Exorzismus noch ein Vikar dazu
Ich schlief dann eine weitere Nacht bei Stefan und war am nächsten Tag wieder pünktlich bei dem Weihbischof, der mich auch gleich an der Tür empfing. Bei ihm standen der Priester von den letzten Malen und dann stand noch einer da, den ich nicht kannte. Der Weihbischof stellte ihn mir vor. «Das ist unser Vikar. Er würde heute auch gerne dabei sein und helfen.» Ich war erst sehr verunsichert und fragte: «Wird der mir denn glauben? Was wird er denken, wenn ich bei den Segnungen wieder nicht mehr ich selber bin, brülle, oder wer weiß, was ich sonst noch mache? Es wäre mir sehr peinlich.» Da sagte dieser Vikar. «Nein, Sie brauchen sich nicht schämen und es muß ihnen nicht peinlich sein. Ich kann damit sehr gut umgehen, was da mit Ihnen passieren könnte. Der Priester hat mir alles erzählt.» Es war mir ein wenig unangenehm, daß der Vikar bei den Segnungen dabei sein würde. Aber ich wollte nicht unfreundlich sein und war schließlich damit einverstanden, dass er mit dabei war. Wir sind dann alle vier die Treppe hoch gestiegen in den Raum vom letzten Mal. Wir setzten uns um den Tisch. Um mir wieder die Angst vor den Gebeten zu nehmen, sprachen wir erst lange miteinander. Wir sprachen über lustige Dinge und schmunzelten ein wenig. Wir sprachen auch über meine hellseherischen Fähigkeiten, die ich als Kind schon hatte und die sich in letzter Zeit verstärkten. Meine Fähigkeiten äußerten sich oft in Bildern. Damit ist gemeint: Ich schaue z.B. eine Person intensiv an und dann erscheinen auf einmal Bilder in meinen Kopf, Bilder von der Vergangenheit oder Zukunft der Person. Die andere Fähigkeit: Ich betrete manchmal Räume oder Zimmer, und wenn da etwas nicht stimmte, z.B. wenn jemand nicht eines natürlichen Todes gestorben ist, spüre ich das sofort. Der Weihbischof meinte dann: «Können Sie bei uns auch irgendetwas spüren oder sehen?» «Ja, das kann ich, aber ich möchte mich jetzt nicht darauf konzentrieren, denn sonst kommen Bilder in meinen Kopf und verschwinden nicht mehr.» «Schade», meinte der Priester. «Für uns wäre es ja schon sehr interessant gewesen. Na gut, jetzt wollen wir anfangen mit den Gebeten und Segnungen.» Kaum hatte er das gesagt, fuhr mir diese schlimme Angst vor dem Beten wieder durch den Körper. Ich wollte davon ablenken und fragte, ob ich vorher noch eine Zigarette rauchen könnte. Sie waren damit einverstanden und ich tat es auch. Dann ging es wirklich los. Die Priester öffneten ihre Aktentaschen und ich entdeckte, daß sie kleine Fläschchen in ihren Taschen hatten. Ich spürte sogleich einen Ekel vor dem Inhalt dieser Flaschen. Ich dachte mir: «Bleibt mir bloß vom Leib damit.» Dann holten sie auch noch ihre Stollen heraus. Das war so widerlich für mich. Mir ist richtig schlecht geworden. Ich konnte es gar nicht ertragen. Als die Priester es bemerkten, packten sie die Stollen gleich wieder weg. Auch das fürchterliche Kreuz mußten sie aus dem Raum entfernen. Nun zündeten sie eine Kerze an. Ich dachte mir: «Wozu das?» Dann fingen alle drei an, laut das Vaterunser zu beten und das immer wieder von vorne. Oh, habe ich die Priester in diesem Moment gehaßt. Ich spürte, wie der Dämon meinen ganzen Körper zusammendrückte.
Mir kamen die Gedanken: «Sag Deinen Scheiß-Priestern, sie sollen schweigen. Sofort aufhören damit, sonst werde ich Dich Miststück noch viel mehr quälen.» Aus lauter Angst schrie ich die Priester an: «Hören Sie auf zu beten, sofort!» Das Gebet ging weiter und weiter. Dann weiß ich nichts mehr, weiß nur, daß ich auf einmal am Boden in einer Ecke lag. Völlig geschwächt und durchnäßt, durchnäßt vom Weihwasser, sagten die Priester. Mir war, als wenn ich aus einem Tiefschlaf erwachte. Die Priester saßen auf ihren Stühlen und schauten zu mir hinüber. «Wie geht es Ihnen?», hörte ich sie von Weitem fragen. «Na ja, eigentlich geht es mir gut, ich bin nur etwas geschwächt. Aber warum liege ich schon wieder am Boden? Was hat der Dämon jetzt schon wieder mit mir gemacht? Etwas, was mir wieder peinlich ist?» Der Priester antwortete: «Ihre Stimme hatte sich wieder sehr verändert und Sie haben wieder sehr laut gebrüllt. Ihr Gesicht war dabei sehr verändert, verzogen zu einer Grimasse. Aber das waren wieder nicht mehr Sie selber. Wir denken, daß es der Teufel ist, der Sie benutzt. Er hat geschrien, er sei Luzifer. Einige Male bestritt er dann wieder, daß er Luzifer sei. Der Teufel ist halt ein großer Lügner. Wir werden schon herausfinden, wer es ist, der in Ihnen steckt. Auf jeden Fall hat der Böse große Angst vor dem Kreuz und dem Weihwasser. Denn wenn wir damit kamen, hat er fürchterlich gebrüllt. Für uns ist das alles eine sehr interessante Erfahrung. Wir lernen daraus und erkennen, wie stark Gott doch sein muß, wenn der Böse sich so gegen das Kreuz und Weihwasser wehrt. Wie ist es denn, fühlen Sie sich schon etwas befreiter?» «Ja, ich fühle mich im Moment wie neu geboren, wie wenn der Böse nicht mehr in mir wäre.» «Könnten Sie denn jetzt das Wort ‹heilig› sagen? Oder ‹Jesus Christus›?» «Ich weiß nicht.» «Versuchen Sie es doch mal.» Ich versuchte es, aber es kam nur ein Stottern über meine Lippen. Mir war, als würde mir der Mund dabei zugedrückt. Da sagte der Priester: «Sehen Sie, Sie sind noch nicht ganz befreit.» Der Priester meinte: «Der Böse, der in Ihnen ist, ist sehr hartnäckig und kann sich auch gut verstecken.» Ungeduldig fragte ich, wie lange es noch dauern würde, bis der Böse endlich ginge. «Das kann ich nicht sagen. Ich habe schon von Fällen gehört, wo es Monate gedauert hat. Das kann
natürlich bei Ihnen anders sein.» Dann fragte der Weihbischof: «Wäre es Ihnen möglich, dass Sie jetzt über die Osterfeiertage noch in X bleiben? Es wäre ganz gut, denn gerade an diesen Osterfeiertagen würde das Beten mit Jesus Christus noch mehr Wirkung haben. Vielleicht können Sie dann ganz befreit werden.» Ich überlegte nicht lange und sicherte zu, daß ich bleiben würde. Denn immerhin hatten die Gebete jetzt schon eine große Wirkung gezeigt. Wir haben dann Termine abgesprochen. Erst einmal für drei Tage, jeden Tag zu verschiedenen Uhrzeiten. Ich fragte den Priester noch:
«Warum machen Sie denn eigentlich keinen Exorzismus? Sie sagten doch mal, daßs Exorzismus gut wirkt bei einer Besessenheit.» Erstaunt antwortete der Priester: «Was meinen Sie denn, was wir hier die ganze Zeit machen? Heute haben wir doch einen Exorzismus über Sie gesprochen, Segnungen und Gebete.» «Ach so, das wußte ich nicht. Ich habe ja davon keine Ahnung.» Nun verabschiedeten wir uns bis zum nächsten Tag.

 

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Viele Exorzismen an Osterfeiertagen
Der Teufel ist geschwächt

Auch die nächsten Tage vergingen. Jeden Tag ein Exorzismus. Es war sehr anstrengend für mich. Oft trug ich blaue Flecken davon, immer nach einem Exorzismus. Meine Frage an den Priester war: «Was ist passiert? Woher die blauen Flecken?» -«Es ist so, wenn wir die Gebete über Sie sprechen und mit dem Kreuz kommen, flüchtet der Teufel vom Stuhl auf den Boden und drückt Sie an die Wand. Oft schlagen Sie auch mit dem Kopf dagegen. Sie machten auch merkwürdige körperliche Verrenkungen. Davon haben Sie Ihre blauen Flecken bekommen. Ich denke, wir müßten Sie bei den nächsten Segnungen besser schützen. Nicht daß Sie sich noch verletzen.» Ich bekam langsam große Angst. «Was würde der Teufel oder Dämon noch mit mir anstellen?», war mein Gedanke. Und meine Frage an die Priester war: «Könnte der Teufel mich auch töten? Mich umbringen?» «Nein, der Teufel kann Sie nicht töten. Er kann Ihnen Angst machen, Sie verletzen und sogar quälen. Aber er kann Sie nicht töten.» Die Antwort hat mich ein bißchen beruhigt, obwohl ich doch noch ein wenig misstrauisch war. Mein anderes Problem war, daß ich die ganze Zeit mit einer Bronchitis zu kämpfen hatte. Ich bekam bei jeder Anstrengung Fieber. Das Schlimmste war für mich, daß ich sehr schlecht Luft bekam. Ich litt unter einer leichten Atemnot. Ich hatte jetzt jedes mal Angst, ich könnte bei einem Exorzismus ersticken und würde es nicht einmal merken. Die Priester beruhigten mich. «Sie bekommen schon noch genügend Luft. Wir werden schon aufpassen, daß Ihnen nichts passiert.» Ich vertraute den drei Priestern. Sie waren wirklich sehr nett, und sie halfen mir sehr viel. Jeden Tag nahmen Sie sich Zeit für mich, obwohl sie viel andere Arbeit zu erledigen hatten. Fast jeden Tag bemühten sie sich, den Teufel aus mir herauszutreiben. Ich hatte oft ein schlechtes Gewissen, weil ich sah, wie sie kämpften, und das fast jeden Tag. Doch der Teufel wollte einfach nicht aus mir heraus. Das kostete so viel Zeit, Zeit, die sie eigentlich nicht hatten. Ich hatte langsam Schuldgefühle und dachte: «Warum will der Böse nicht endlich aus mir herausgehen? Es ist doch Ostern und Christi Himmelfahrt. An diesen Tagen wirkt Jesus Christus doch sehr stark. Irgendetwas muß ich doch falsch machen.» Ich entschuldigte mich bei den Priestern mit den Worten, daß es mir Leid tue, daß der Teufel nicht ging. Ich fragte sogar, ob sie jetzt aufgeben und mir nicht mehr helfen würden, weil sie vielleicht dachten, es sei hoffnungslos. Der Weihbischof meinte dazu: «Nein, wir geben Sie nicht auf, wir helfen Ihnen sehr gerne und wir hatten ja auch schon einmal darüber gesprochen, daß so eine Besessenheit in manchen Fällen auch länger dauern kann, sogar Monate.» Der Vikar meinte: «Es hat sich schon eine Wirkung gezeigt. Sie sind schon ein wenig befreiter und fühlen sich besser, oder?» «Ja, das stimmt. Ich fühle mich schon viel besser.» «Sie können sogar schon ‹Jesus› und ‹Gott› sagen, Sie können die Hände zum Gebet falten. Das ging vorher alles nicht. Der Teufel ist durch die Segnungen schon geschwächt und es wird nicht mehr lange dauern, bis er Sie verläßt. Der Teufel sagte auch schon mal so etwas wie ‹ich werde gehen in drei Monaten›. Ein anderes Mal brüllte er wieder, er gehe nicht. Der Teufel sagte auch mal, Sie seien eine Hure. Haben Sie vielleicht etwas zu beichten? Eine Beichte wäre sehr wichtig für Sie. Die Beichte ist nämlich sehr wirkungsvoll gegen den Teufel.» «Ja, ich habe schon ein paar Dinge zu beichten.» «Dann sollten Sie es so schnell wie möglich tun.» Dann fragte mich der Priester, ob ich für ein paar Tage nach Hause fahren möchte, um eine kleine Pause zu machen. «Ja, ich würde gerne mal nach Hause fahren. Ich glaube, ich könnte mal eine Pause gebrauchen. Denn ich habe von den Segnungen solche Halsschmerzen und bin so kaputt.» Der Priester meinte: «Die Halsschmerzen kommen vom Brüllen. Denn der Teufel hat Ihre Stimme sehr missbraucht. Okay, dann fahren Sie nach Hause. Doch wenn Sie wieder geplagt werden, geben Sie uns bitte Bescheid. Sie können uns ab und zu eine Mail schreiben, um uns zu informieren, wie es Ihnen geht. Einer von uns kann Sie jetzt zum Bahnhof in X bringen.» Wir verabschiedeten uns und dann brachte mich der Weihbischof zum Bahnhof. Nun mußte ich erst einmal nach Z zu Stefan fahren, denn meine Sachen waren noch bei ihm. Und so spät konnte ich ja auch nicht mehr mit dem Zug nach München fahren. Ich würde noch eine Nacht bei Stefan schlafen und am Morgen heimfahren.

 

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Zu Hause ging es mir wieder schlechter
Zu Hause ging es mir eine Zeit lang sehr gut. Ich wurde von dem Bösen nicht mehr so stark gequält. Ich konnte sogar im Bett schlafen, ohne daß ich hinaus geschmissen wurde. Jetzt konnte ich wieder meine eigenen Gedanken zusammenhalten, ohne daß ich von fremden Gedanken beeinflußt wurde. Sogar meine Lähmungsanfälle wurden seltener. Mein Freund Wolfgang freute sich sehr darüber, daß es mir besser ging. Er war auch sehr stolz auf mich, daß ich so stark und mutig war. Wolfgang fragte mich: «Ist der Teufel denn jetzt ganz fort, raus aus Dir?» «Nein, er ist leider noch nicht ganz weg. Er ist durch die ganzen Segnungen nur etwas schwächer geworden.» «Aber warum bist Du denn schon nach Hause gekommen, wenn der Teufel noch da ist? Ich finde es nicht so gut.» «Ja, Du bist gut, weißt Du wie anstrengend das alles ist? Der Teufel hat immer so gebrüllt, daß ich jetzt eine Kehlkopfentzündung habe, starke Halsschmerzen und dazu noch eine Bronchitis. Ich bin zu geschwächt, um mit den Segnungen weiterzumachen. Ich mußte einfach eine Pause machen.» «Und wie ist es mit dem Beten? Kann ich denn jetzt meine Bibel wieder liegen lassen? Muß ich sie nicht mehr weg legen?» -«Ja, Deine Bibel kannst Du gerne liegen lassen. Es stört mich nicht mehr so und das Beten, na ja, ich weiß nicht so recht. Ich glaube, das laß ich lieber noch.» Wolfgang zeigte dafür Verständnis. Die nächsten Tage verliefen ruhig. Ich traf mich auch öfter mit meiner Nachbarin Johanna zu einem Kaffee. Auch sie wollte wissen, wie es mir ging und wie es denn bei den Priestern in X gewesen war. Wir sprachen über alles, was ich dort erlebt hatte. Sie war ganz erstaunt über das, was ich erzählte. Sie kannte das alles wohl nur aus dem Film. Aber daß sich so etwas auch in Wirklichkeit ereignen würde, hätte sie nie gedacht. Ich habe dann noch zu Johanna gesagt, sie solle das aber bitte alles für sich behalten. Denn wenn andere Leute das hören, würden sie es nicht glauben und mich vielleicht für verrückt halten. Eigentlich hatte ich zu Johanna viel Vertrauen. Johanna war auch sehr froh, daß es mir besser ging. Sie fragte mich einmal, ob ich mit ihr beten möchte. Genau in dem Augenblick, als sie das sagte, hatte ich wieder eine schlimme Angst und ein richtiges Haßgefühl. Aus diesem Gefühl heraus schrie ich sie an: «Laß mich doch mit Deinen Scheiß-Gebeten in Ruhe!» Johanna war darüber sehr erschrocken. Es tat mir sehr Leid. Ich wollte das gar nicht. Es war mir sehr peinlich. Aber Johanna zeigte Verständnis dafür. Mir war das Ganze so unangenehm, dass ich mich schnell bei Johanna verabschiedete. Die nächsten Wochen verliefen mit ähnlichen peinlichen Vorfällen. Zum Beispiel im Zug kam eine Nonne zu mir und fragte, ob denn bei mir noch ein Platz frei wäre. Ich musterte sie von oben bis unten. Da fiel mein erster Blick gleich auf das Ekel erregende Kreuz, das sie um den Hals trug. Ich bekam in diesem Augenblick wieder einen Haß und eine Wut, daß ich zu ihr sagte: «Steck Dir Dein Kreuz in den Arsch und hau ab von mir.» Ich glaube, das, was ich da sagte, bekamen wohl ein paar Leute im Zug mit. Die Nonne war sehr verwundert, warum ich sie so obszön beschimpfte, und fragte, was mit mir los sei. Ich sagte nur noch zu ihr, sie solle endlich abhauen. Das hat sie Gott sei Dank auch gemacht. Ich glaube, wenn sie noch länger in meiner Nähe geblieben wäre, hätte ich ihr das Kreuz vom Hals gerissen.
Langsam wurde alles wieder schlimmer. Ich bekam wieder diese nächtlichen Anfälle. Ich wurde wieder regelmäßig aus meinem Bett geworfen. Oft erwachte ich auch aus dem Schlaf durch ein Klopfen im Schrank. Dieses Klopfen kam auf jeden Fall aus dem Schrank. Das Schlimme daran war, daß im Schrank nichts war, was klopfen könnte. Auch mein Freund hörte es regelmäßig und versuchte vergebens, die Ursache dafür zu finden. Mein Freund sagte irgendwann zu mir: «Jetzt reicht es mir aber. Du mußt endlich wieder zu diesen Priestern nach X fahren. Dir geht es wieder so schlecht wie zuvor. Der Teufel muß jetzt endlich ganz raus aus Dir. Fahre dorthin und setze dem Teufel ein Ende.» «Ja, Du hast Recht. Ich werde morgen den Priestern eine Mail schreiben mit der Frage, wann ich kommen könnte, zwecks Terminen.»

 

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Die Rede davon, in einem Kloster zu nächtigen
Am nächsten Tag schrieb ich einem von den Priestern in X eine Mail, in der ich mitteilte, dass es mir sehr schlecht ging und mich der Böse wieder sehr plagte. Dann schrieb ich noch, dass es für mich ein großes Problem war, weiterhin bei Stefan zu schlafen. Weil Stefan immer, wenn ich Angst habe, bei mir mit im Bett schlief. Ich hatte einfach kein gutes Gewissen dabei, wenn ich daran dachte, daß ich zu hause einen Freund hatte. Und ein weiteres Problem war, daß Stefan für drei Wochen in den Urlaub fuhr. Wenn ich dann nach Z käme, müßte ich ganz alleine in Stefans Wohnung schlafen. Das ginge nicht, da hätte ich zu große Angst, dem Bösen völlig ausgeliefert zu sein. Es war ein schrecklicher Gedanke, daß keiner da war, der mir helfen konnte. «Was soll ich jetzt machen? Ich möchte gerne wieder zu Ihnen nach X kommen und möchte, daß Sie mir wieder helfen, denn ich werde wieder sehr geplagt. Aber wo soll ich schlafen?» Es dauerte nicht sehr lange, da bekam ich eine Mail von dem Weihbischof, in der er mir schrieb, daß er für mich eine gute Unterkunft hätte, wo ich nicht so alleine wäre mit meiner Angst. Er machte mir den Vorschlag eines Klosters in X. Dieses Kloster kannte er sehr gut. Er hatte dort mit den Klosterschwestern gesprochen über mein Problem. Sie waren damit einverstanden, dass ich ein paar Tage zu ihnen komme. Der Weihbischof meinte auch: «So wäre der Weg nicht so weit, um zu uns zu den Segnungen zu kommen.»
Zu seinem Vorschlag von diesem Kloster dachte ich: «Oh je, ich in einem Kloster! Da sind doch lauter christliche Dinge, die ich vielleicht gar nicht ertragen werde, und außerdem: Würden diese Schwestern es verstehen, daß ich diese christlichen Dinge nicht ertrage?» Ich habe den Priester nach seiner Mail angerufen und ihm meine Bedenken mitgeteilt. Er meinte: «Seien Sie unbesorgt, dort im Kloster sind ganz liebe Schwestern, die Sie verstehen und großes Verständnis für Ihr Problem haben. Ich werde auch mit den Schwestern reden, dass sie die christlichen Zeichen, so weit es möglich ist, aus Ihrer Sicht entfernen.» Nachdem er das gesagt hatte, war ich etwas beruhigt und willigte in den Vorschlag mit dem Kloster ein. Dann teilte er mir ein paar Termine für die Segnungen mit. Er schrieb mir auch noch, ich solle mit meinem Reisegepäck direkt in sein Haus kommen. «Wir würden da eine Segnung mit Ihnen machen. Und dann würde ich Sie mit dem Auto ins Kloster fahren.» Ein paar Tage nach seinem Vorschlag ging es wieder auf die Reise.

 

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Die Ankunft im Kloster bei den Schwestern
Nun machte ich mich wieder auf den weiten Weg von München nach X. Die lange Reise endete wieder im Haus des Priesters in X. Dort angekommen, erwarteten mich auch gleich wieder der Weihbischof und seine beiden Kollegen. Sie begrüßten mich freundlich und dann ging es auch gleich wieder die Treppe hoch in den Raum, wo wir immer waren. Dort haben wir wieder lange gesprochen, auch darüber, wie es mir zuhause erging. Dann wurden gleich wieder ein paar Gebete über mich gesprochen. Danach war ich wieder sehr geschwächt. Dann meinte der Priester, dass zu der Segnung am nächsten Tag ein Arzt mit dabei sein würde. Ich war darüber sehr erschrocken und fragte: «Was soll das, wozu ein Arzt? Ist das etwa ein Psychiater?» «Nein, das ist kein Psychiater, sondern ein Internist. Wir haben ein bisschen Angst um Ihren Gesundheitszustand bei den Segnungen. Sie sind danach immer so geschwächt und klagen über Kreislaufprobleme. Wir müssen uns auch absichern, daß da nichts passiert. Wir tragen schließlich eine Verantwortung für Sie. Und außerdem wäre es nicht schlecht, wenn auch ein Arzt bestätigen könnte, daß Sie wirklich vom Teufel besessen sind und daß es sich dabei nicht um eine Krankheit handelt.» Ich war überhaupt nicht damit einverstanden, daß er dabei war. Ich hatte irgendwie Angst, daß der Arzt mich für verrückt erklären könnte und die Priester mich dann im Stich lassen würden. Aber der Priester versicherte mir, daß ich davor keine Angst haben mußte, weil er den Arzt schon lange kannte und wusste, dass er auch ein sehr gläubiger Mensch war. Nun mußte ich wohl auch das über mich ergehen lassen. Wir verabschiedeten uns bis zum nächsten Tag. Ich nahm dann gleich mein Reisegepäck und fuhr mit dem Priester ins Kloster. Ich habe mir auf der Fahrt zum Kloster Gedanken gemacht, was mich wohl im Kloster erwarten würde. Ich hatte ein richtig mulmiges Gefühl im Bauch. Ich war aber auch ein wenig neugierig, wie es wohl in einem Kloster sein würde. Dort angekommen, sah ich schon die großen Mauern des Klosters und dort öffnete sich auch schon eine Tür. Aus der kam ein Mann. Ich fragte den Priester: «Wer ist das?» «Das ist ein Priester und er gehört zu dem Kloster.» Als wir mit dem Auto vor dem Kloster hielten, kam dieser Priester auch gleich zum Auto. Als wir aus dem Auto stiegen, begrüßte er mich freundlich. Er half uns, das Gepäck aus dem Auto zu holen. Dann sind wir zusammen ins Kloster hineingegangen. Da standen sieben Schwestern und ich war sehr überrascht. Mir war das alles sehr fremd und irgendwie sehr unangenehm. Sie waren so freundlich zu mir, dass ich mich bald wohl fühlte. Sie führten mich zu meinem Zimmer, in dem ich schlafen sollte. Als ich in dem Zimmer ankam, schaute ich mich erst einmal um. Es war ein kleines Zimmer mit einem Bett, einem
Schreibtisch und einem Waschbecken. Eigentlich ein sehr schönes, gemütliches Zimmer. Es gab da aber etwas, was mich in diesem Zimmer sehr störte und mir gleich wieder Angst machte. Es war das Holzkreuz an der Wand. Meine Gedanken waren: «Das Kreuz an der Wand muß sofort verschwinden.» Aber ich schämte mich sehr, das zu dem Pater zu sagen. Leise flüsterte ich zu dem Priester, mit dem ich gekommen war: «Das Kreuz muß weg.» Er sagte das gleich diesem Pater und der Schwester, die mit uns war. Darauf nahm die Schwester das Kreuz aus dem Zimmer. Mir war das so peinlich, daß sie das tun mußte. Dort im Kloster sind nun mal alle Christen. Was mögen sie fühlen, wenn sie jetzt auf einmal christliche Dinge entfernen müssen? Wir sind dann zusammen hinaus ins Nebenhaus gegangen. Dort warteten schon die anderen Schwestern. Sie standen alle um einen großen Tisch, der schon gedeckt war mit lecker riechendem Essen. Sie boten mir und dem Priester einen Platz an und etwas zu trinken. Ich war auch sehr froh, daß mich der Priester nicht gleich alleine ließ mit dem Pater und den Schwestern. Nun sprachen wir alle zusammen ein bißchen über mich. Der Pater war ein sehr lustiger, netter Mensch. Er fing an, Witze zu erzählen. Er verstand es, mich aufzuheitern. Nun mußte der Priester nach Hause fahren. Er sagte mir: «Auf Wiedersehen, bis morgen. Wir werden Sie morgen zu den Segnungen abholen. Ich wünsche Ihnen eine gute Nacht.» Dann war er auch schon weg. Ich war nun alleine mit dem Pater und den Schwestern. Jetzt fragte mich der Pater, ob ich Lust hätte, eine wenig draußen mit ihm im Garten spazieren zu gehen. Ja, warum nicht. Wir sind ein wenig hin-und her gegangen. Ich muß sagen, es war wirklich ein schöner Garten. Überall die schönen Blumen und grünen Wiesen und Obstbäume. Man konnte fast denken, man wäre in einem Paradies. Draußen regnete es leicht. Der Pater meinte: «Ist es nicht schön hier? Auch der Regen gefällt mir.» Wir sprachen beim Gehen über mein Problem. Ich muß sagen, ich hatte das Gefühl, daß er
nicht so an das Ganze glaubte. Er sagte: «Nur Du kannst das Böse besiegen. Das Böse sind Deine Gedanken. Du mußt einfach nur positiv denken. Es liegt an Dir selber.» Dann meinte er: «Komm, wir gehen auf Dein Zimmer, es regnet jetzt zu stark.» Im Zimmer angekommen, meinte der Pater auf einmal: «Laß uns zusammen beten.» «Nein, ich bete nicht, Scheiß-Beten», sagte ich wütend zu ihm. Es ist mir einfach so raus gerutscht. Ich wollte das gar nicht sagen. Der Pater war darüber sehr sauer und meinte, so etwas wolle er nie wieder hören. Ich verstand nicht, warum er so sauer reagierte. Er wußte doch, daß das Beten ein Problem für mich darstellte, denn darum bin ich ja ins Kloster gekommen. Er war sehr hartnäckig und wollte unbedingt, daß wir noch beteten. Aber ich verweigerte es. Dann fragte er, ob ich für ihn beten würde, denn auch er brauche meine Gebete. Ich war damit einverstanden, für ihn zu beten, aber nur alleine und ohne, dass ich dabei christliche Worte aussprechen würde. Er gab sich dann damit zufrieden. Dann verabschiedete er sich mit den Worten: «Was Du brauchst, ist ein wenig Ruhe, und die findest Du hier im Kloster. Du brauchst hier keine Angst zu haben. Das ganze Kloster ist gesegnet. Der Böse kann Dir hier nichts anhaben.» So verließ er das Kloster. Er schien nicht mit den Schwestern da zu wohnen. Ich war ganz froh darüber, daß er erst einmal ging. So würde er mich nicht mehr mit dem Beten belästigen. Als der Pater weg war, kamen die Schwestern und fragten, ob ich müde sei. Ja ich war sehr müde und wollte gerne schlafen gehen. Denn der ganze Tag und die neuen Eindrücke waren sehr anstrengend für mich gewesen. Ich wußte aber, daß die Schwestern im großen Nebenhaus schlafen würden. Somit würde ich wohl ganz alleine in dem kleinen Haus schlafen. In diesem kleinen Haus waren noch drei Zimmer mit Betten. Darum fragte ich ganz schüchtern mit etwas Charme, ob nicht eine Schwester mit mir in dem kleinen Haus schlafen würde. Alleine hätte ich große Angst. Eine von den Schwestern erklärte sich bereit, bei mir zu schlafen. Ich war sehr froh darüber. Sie waren wirklich sehr nett, diese Schwestern. Sie wünschten mir alle eine Gute Nacht und gingen auch schlafen. Nur die eine Schwester blieb bei mir. Die erste Nacht im Kloster verlief sehr ruhig und ich wurde vom Bösen nicht belästigt.

 

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Ein Exorzismus in Begleitung eines Arztes
Am nächsten Morgen erwachte ich im Kloster schon sehr früh. Ich zog mich gleich an und ging in das Nebenhaus zu den Schwestern. Als ich durch die Tür kam, standen da schon die Schwestern um den Tisch herum. Sie warteten schon mit dem Frühstück auf mich. Aber die Schwestern setzten sich noch nicht hin, sie standen alle hinter Ihrem Stuhl und falteten die Hände. Nun fingen sie an, ein Tischgebet zu sprechen. Für mich war das wieder sehr schlimm zu ertragen. Aber ich ließ mir nichts anmerken. Was sollte ich auch tun -den Schwestern sagen, sie sollten damit aufhören? Nach dem Tischgebet wünschten sie sich einen guten Morgen und setzten sich. Dann fragten die Schwestern, wie ich geschlafen hätte und wie es mir ginge. Sie waren sehr freundlich und hilfsbereit. Nicht einmal das Wasser für den Kaffee habe ich mir selber eingießen können, ohne daß sie mir dabei helfen wollten. Mir war das richtig komisch, denn ich war so eine Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft überhaupt nicht gewohnt. Sie waren sehr aufmerksam. Wenn sie sahen, daß ich zum Beispiel noch keine Butter auf meinem Brot hatte, reichten sie mir die Butter herüber. Sie dachten einfach an alles. Sie waren alle sehr lieb und waren auch sehr lustig aufgelegt. Die Schwestern waren noch sehr jung. Ich muß sagen, ich fühlte mich bei den Schwestern sehr wohl, obwohl ich noch nicht lange bei ihnen war. Kurz nach dem Frühstück klingelte es an der Klostertür. Eine von den Schwestern öffnete die Tür. Da stand auch schon der Vikar. Er war gekommen, um mich zu den Segnungen ins Ordinariat zu holen. Wir begrüßten uns und fuhren dann auch gleich los. Es dauerte nicht lange und wir kamen im Haus des Priester an. Ich bin dann gleich mit dem Vikar die Treppe hinaufgegangen. Beim Herauf gehen kam mir der Gedanke, ob dieser Arzt wohl schon da wäre. Ja, er war schon da. Als ich den Raum betrat, saßen da schon der Weihbischof, der zweite Priester und dieser Arzt, von dem ich mir erhofft hatte, daß er nicht kommen würde. Ich wäre am liebsten gleich wieder abgehauen. Der Priester stellte mir dann den Arzt vor und wir setzten uns. Dann stellte mir der Arzt ein paar Fragen. Er fragte mich auch nach meinem Gesundheitszustand. Ich habe ihm erzählt, daß mir oft schlecht sei, wenn ich etwas essen würde, und ich dann oft lieber gar nichts aß. Daß ich manchmal so viel essen würde, bis mir schlecht wurde. Der Arzt meinte dazu: «Es ist ja nicht so schlimm, wenn Sie mal ein paar Tage gar nichts essen. Wichtig ist nur, daß Sie ausreichend trinken. Am besten wäre da eine Hühnerbrühe.» Ich habe gemerkt, daß der Arzt eigentlich sehr freundlich war. Nach einer Zeit sagte der Priester: «Wollen wir mit den Segnungen beginnen?» Mit dieser Frage kam auch gleich wieder diese Angst in mir hoch. «Ja, wir fangen jetzt an», meinte der Priester. Nun standen sie auf, stellten den Tisch aus der Mitte weg und nahmen den darunter liegenden Teppich und legten ihn in die Ecke. Sie nahmen eine Matratze und stellten sie hochkant in die selbe Ecke. Es sollte wieder zu meiner Sicherheit dienen. Denn der Teufel hatte mir schon einmal den Kopf gegen die Wand geschlagen. Jetzt holten sie dicke, rote Bücher aus ihren Aktentaschen. Als sie die herausholten, bekam ich eine riesige Angst. Meine Gedanken - oder die des Teufels - waren: «Steckt sofort die Scheiß-Bücher wieder weg!» Ich weiß auch nicht, ich konnte diese Bücher nicht ertragen. Ich hatte irgendwie ein schlechtes Gefühl bei diesen Büchern. Nun fingen sie an, das Vaterunser zu beten; das konnte ich gerade noch ertragen. Aber nun fingen sie an mit dem Rosenkranz-Gebet. «Gegrüßt seist Du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit Dir, heilige Maria, Mutter Gottes», nun war es vorbei. Ich bin vom Teufel so entsetzlich zusammengedrückt wurden, so daß es nicht mehr zu ertragen war. Ich schrie: «Aufhören, bitte sofort aufhören!» Aber sie hörten nicht auf. Dann muß mich wohl der Teufel wieder ganz in Besitz genommen haben, denn was dann geschah, kann ich nicht mehr sagen. Ich weiß nur, daß ich wieder völlig geschwächt am Boden in der Ecke lag. Die Priester saßen auf ihren Stühlen und schauten zu mir. Sie fragten mich, wie es mir ginge. Mir ging es eigentlich ganz gut, ich war nur etwas geschwächt und hatte ziemliche Halsschmerzen. Ich merkte, daß ich wieder ganz nass war. Die Priester hatten wohl wieder das Weihwasser benutzt. Ich fragte die Priester, ob mich der Teufel denn wieder blamiert hätte. Der Priester meinte: «Eigentlich hat sich der Teufel genauso aufgeführt wie die anderen Male auch. Er hat gebrüllt, uns arg beschimpft, uns die Zunge herausgestreckt und er meinte dann noch, daß wir alle verflucht sein würden und das er sich Ihre Schwester auch noch hole. Aber haben Sie keine Angst, wir werden auch für Ihre Schwester beten, so daß sie geschützt ist.» Ich stand dann wieder vom Boden auf und setzte mich auf meinen Stuhl. Ich schaute den Arzt fragend an, wie er wohl das Ganze empfunden hatte. Ich brauchte gar nicht zu fragen. Er meinte, dass das Ganze für ihn sehr beeindruckend war. Er hatte so etwas noch nie gesehen und sagte auch, daß bei mir keine psychische Erkrankung vorliege, wie zum Beispiel eine Persönlichkeitsspaltung, da eine solche anders verlaufen würde. «Ihr auffälliges Verhalten wäre dann nicht nur bei Gebeten, sondern immer so. Ich habe es jetzt miterlebt. Sie waren vor den Gebeten ein ganz normaler, fröhlicher Mensch. Doch als gebetet wurde, änderte sich das schlagartig. Sie waren nicht mehr Sie selber. Auch Ihre Stimme war eine andere, nicht mehr Ihre. Sie sind wirklich besessen vom Bösen. Sie sind kein Fall für den Psychiater, sondern ein Fall für die Priester hier. Ich wünsche Ihnen viel Glück und Kraft dabei, daß das Böse wieder verschwindet.» Nun meinte der Weihbischof zum Schluß, daß am nächsten Tag zu einer weiteren Segnung Der Bischof kommen möchte. «Er will sich auch von Ihrer Besessenheit überzeugen.» Mir war gar nicht recht, dass er kommen würde. Ich hatte auch schon gleich einen Haß auf diesen Bischof, ohne da ich ihn vorher kannte oder je gesehen hatte. Es war einfach so ein Gefühl, daß ich den von mir fernhalten sollte. Ich erzählte das auch den Priestern. Sie meinten, daß nicht ich etwas gegen diesen Bischof hätte, sondern der Teufel. Der Teufel hätte Angst, weil er wüsste, wie stark die Gebete dieses Priesters waren. Nun verabschiedeten wir uns bis zum nächsten Tag. Der Vikar brachte mich dann gleich ins Kloster zurück.

 

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Protokoll von Dr.Felex
Überlegungen vom 30.04.06 zum Exorzismus an Heike.R

BEOBACHTUNG
Objektiv: Bald nach Beginn der Gebete: Tachypnoe, zunehmend; Unruhe; gleitet vom Stuhl auf den Boden, schiebt und wälzt sich in den (geschützten!) Winkel zwischen Teppich und Wandschoner.
Bewegt Extremitäten, Kopf, Stamm im Liegen, verkrallt die Finger.Augen weit geöffnet, doch kein Kontakt-Blick auf Menschen.
Schreit laut,stossweise. -Nach Ende der Gebete langsam zunehmende Ruhe, Erwachen wie aus Schlaf. -Keine Selbst-oder Fremdbeschädigung, kein motorischer Angriff, keine Berührung der umstehenden Menschen. Bewegungen zwischen Teppich und Wandschoner. Kein Schlagen gegen Mauer oder Möbel. Keine Obszönität.
Vor und nach dem Anfall offener, einfühlbarer zwischenmenschlicher Kontakt.

Subjektiv: Ich fühle große Wut. Angst. Es kommt "wie elektrisch".
Schämt sich des Anfalls. Fürchtet, man glaube ihr nicht. (Darum nächtliche Video-Aufnahme des Wurfs aus dem Bett.) Sei nicht psychisch krank! Wolle nicht in Psychiatrie. Wolle keinen Psychiater.
Denn: Psychiater = psychisch krank ( Schande).

INTERPRETATION
Kein Anhaltspunkt für Warnideen, Halluzinationen.
Auslösung durch Gebet, nicht spontan (wie Epilepsie).Veränderung des Verhaltens (der Persönlichkeit?) aus unauffälligem Normalverhalten heraus.
Argumente gegen Halluzination Schizophrenie. Manie, Depression.
Vermutung: kein Krankheitsgewinn (wie bei Hysterie, Simulation), im Gegenteil beschämend.
 

Psychologisch: Eindruck einer andern Persönlichkeit statt der Persönlichkeit der Patientin. (Nicht Veränderung der Patienten-Persönlichkeit.)
 

Nicht 2 Realitäten in der gleichen Persönlichkeit (wie bei Schizophrenie).
Wechsel: Normalperson -Anfallsperson -Normalperson. Keine langsame Umwandlung von der ersten zur zweiten Person.
Versuch einer Interpretation: Durch die (körperliche) Person der Patientin äußert sich eine andere Person. Die andere Person wirkt äußerst aggressiv durch den Körper der Patientin: Atmung, Motorik, Schreien.
Hypothese: die "andere Person" ist Satan.
Beweis dieser Hypothese: naturwissenschaftlich nicht möglich.
Auslösung des Anfalls durch Beten. Also ist die "andere Person" gegen das Beten eingestellt.
Die "andere Person": gegen Beten gegen Hintergrund des Betens: Glauben
gegen Adressat des Gebets heilig gesprochene Menschen im letzten: Gott.
Wieder nicht beweisbar!
THERAPIE Gebete Vater unser: direkt an Gott den Vater gerichtet
Litanei: an Heilige als Mithelfer gerichtet Emotionelle Gestaltung: Singen
Konfrontation (mit größter Wut-Antwort): Kreuz = Symbol für Leben und Leiden Christi.
Weihwasser, Medaille, Krankenöl: Provokationen.
EINDRUCK Sofern eine "andere Person" in der Patientin angenommen wird: Bekämpfung der fremden Person durch Anrufung des Haß-Objektes der Person.Haß-Objekt des Satans ist Gott.Weder Satan noch Gott sind naturwissenschaftlich beweisbar, höchstens an ihren Wirkungen vermutbar. Die Beter sind Diener Gottes: gehorsam ihrem Auftrag, bittend, nicht autoritär.
Neues Testament über Dämonen-Austreibungen: autoritärer Befehl des Sohnes Gottes direkt an den Dämon. Befehl zum Ausfahren aus der besessenen Person.
Angebot an den Dämon (wohin soll ich gehen?): zB Fahre in die Herde Schweine.Erklärung: Wenn der böse Geist ausfährt, geht er unruhig durch leere Gegenden,sucht sich ein neues Haus, kommt mit vielen »Freunden" in das gefundene Haus.Vgl. Gotthelf in der Schwarzen Spinne: Spinne wird ins Astloch gesperrt, Zapfen drauf.
KRITIK Viele lange Gebete, Reizungen mit Weihwasser, Kreuz.
Also lange Versuche, nicht kurzer autoritärer Befehl.
Wenn der Teufel eine Autorität erkennt und anerkennt (NT: »Du bist der Sohn Gottes!"), beugt er sich knurrend.Vgl. Dompteur im Zirkus mit wilden Tieren.
Warum nicht »Teufel, geh in dieses Loch! Hier schließe ich dich ein!" Erstaunlich: Der Gute Geist (Gott) äußert sich nicht laut und lärmend. (Moses erkennt. Gott nicht im Sturm, sondern im leisen Säuseln.)
Der Böse Geist ist an seinen Wirkungen erschreckend erkennbar.Warum ein großes Ritual mit vielen Gebeten (in Fremdsprache) anstatt ein direkter
kurzer Befehl an den Bösen Geist (gefährlich!) aus großer überzeugter Autorität:
Fahre aus aus diesem Menschen! Gleichzeitig ebenso strenges Verbot: Füge diesem Menschen keinen körperlichen oder geistigen Schaden zu, wenn du ausfährst!
Im Neuen Testament sind Dämonenaustreibungen durch Christus als strenge Befehle beschrieben. Der Dämon beantwortet den Befehl: Ich weiß, wer du bist: der Sohn Gottes! Der Dämon erkennt die Autorität und muß sich ihr beugen.

01 .05.06 Dr. Felix H.

 

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Ein nächster Exorzismus – mit dabei der Bischof
Am nächsten Tag holte mich der Vikar am Kloster ab. Wir fuhren wieder in sein Haus für die weiteren Segnungen. Dort angekommen, gingen wir gleich die Treppe hoch und wieder in diesen schrecklichen Raum. Schrecklich deswegen, weil dort immer die Teufelsaustreibungen stattfanden. Es ist auch ein ungutes Gefühl, wenn dort noch die Matratze vom Vortag liegt mit den Speichelflecken drauf. So wird man doch gleich wieder an den Kampf gegen den Teufel erinnert. Ich dachte daran, daß heute der neue Priester auch kommen würde. Schon der Gedanke daran löste in mir eine große Angst aus und tiefste Haßgefühle. Ich hatte das Gefühl, er könnte eine große Gefahr für mich werden. Es dauerte nicht lange, da sagte der Weihbischof: «Jetzt kommt der Bischof!» Er hatte ihn wohl schon vom Fenster aus sehen können. Mir wurde übel, ich spürte richtig, wie er die Treppe hinauf ging und mir immer näher kam. «Nein», sagte ich zu den Priestern: «Er soll mir nicht näher kommen, der Anführer dieser Brut soll brennen.» Diese Worte sprudelten aus meinem Mund, ohne dass ich Kontrolle über sie hatte. Es öffnete sich die Tür und herein kam der dieser Bischof. Mir blieb fast der Atem weg, als er auf einmal vor mir stand und mir die Hand zur Begrüßung gab. Mechanisch begrüßten wir uns und ich starrte auf seine Hand, als wenn ich noch nie eine Hand gesehen hätte. Ich spürte seinen durchdringenden Blick. Ich hatte das Gefühl, er würde wissen, was ich gerade dachte. Aber auch er war in diesem Augenblick wie ein offenes Buch für mich. Ich konnte in ihn hinein lesen, sah seine Schwächen, Krankheiten und Probleme. Ich spürte das sehr intensiv bei ihm. So etwas hatte ich zuvor noch bei niemandem gespürt. Ich habe gemerkt, daß auch er Fähigkeiten besaß wie ich, daß er ein sehr sensibler Mensch ist und sehr viel Mitgefühl für andere Menschen hat. Ich spürte aber auch negative Dinge an ihm. Trotz meiner schlechten Gefühle fand ich den Bischof sehr nett.
Nun sollte es langsam losgehen mit den Segnungen. Wir waren an diesem Tag auch nur zu viert, ich, die zwei Priester und der Bischof, der Weihbischof war an diesem Tag nicht dabei. Nachdem wir uns gesetzt hatten, ging es gleich los. Sie fingen an zu beten. Das war das Letzte, was ich hörte und sah. Schlagartig wurde es dunkel um mich und ich fiel in ein schwarzes Loch. Ich fror, mir war kalt. Wo war ich und was war mit mir geschehen? Es war halt das Selbe wie immer.
Ich bekam leider nie etwas mit von dem Ganzen, aber vielleicht war es ja auch gut so. Aufgeregt erzählten mir die Priester wieder, wie sich der Teufel aufgeführt hatte. Sie meinten, dass der Teufel dem Bischof ziemlich übel zugesetzt hatte. Es tat mir wieder sehr Leid und ich entschuldigte mich bei ihm dafür. «Nein», sagte dieser Bischof, «Sie brauchen sich nicht zu entschuldigen. Sie können nichts dafür, das waren ja nicht Sie, sondern der Teufel. Sie sind wirklich vom Teufel besessen.» Ich glaube, der Bischof war nur da um festzustellen, ob wirklich eine Besessenheit vorlag. Er hatte sich dafür eingesetzt, daß die Priester Exorzismen durchführen durften. Schnell verabschiedete sich der Bischof. Dann haben wir gleich neue
Termine für die nächsten Segnungen ausgemacht. Mir taten alle Knochen im Leib weh, als wenn ich am Vortag zu viel getrunken hätte.

 

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Die nächsten Tage im Kloster
Jeden Tag hatte ich nun Segnungen im Haus des Priester. Den Rest der Zeit verbrachte ich im Kloster. Diese Ruhe dort und dieser wunderschöne große Garten, wo die Blumen in ihrer herrlichen Vielfalt erblühten -sogar die Bäume trugen schon kleine Früchte -, taten mir gut. Am liebsten saß ich unter einem uralten Fliederbaum mit seinem süßen Duft. Hier könnte ich Stunden sitzen und die Welt um mich herum vergessen. Ich ließ diese Eindrücke auf mich wirken und genoss dabei die Stille. Die Vögel zwitscherten aufgeregt, als lesen sie meine Gedanken. So wird das Paradies bei Gott sein, die neue Erde, natürlich größer, ohne Klostermauern! Ich fühlte mich, wie wenn ich auf Wolken schwebte. Ich träumte eine Weile vor mich hin. War da ein Gesicht am Ende des Gartens gewesen? Beobachtete mich jemand von dort? Ich war schlagartig hellwach. Was denken die oder der nur von Dir? Ich fröstelte leicht, denn der Wind war kühlergeworden. Durch den Wind beugten sich die Äste des Baumes. Mein Blick wurde starr und mein Herz tolperte für den Bruchteil einer Sekunde. Da steht Maria, die Muttergottes. «Jetzt dreh ich wohl durch», war mein erster Gedanke. Dann aber spürte ich eine unendliche Liebe, eine Sehnsucht, eine vertraute Nähe. Dann sah ich, dass dort eine Marien-Statue in einer Grotte stand, in einem Meer von bunten Blumen und Kerzen. Ein starkes Gefühl, dorthin gehen zu müssen, überkam mich. Doch auf halbem Weg wurden meine Beine schwer wie Stein. Ich konnte keinen Fuß mehr vor den anderen setzen und spürte, wie mein ganzer Körper zusammengedrückt wurde, so als würde man mich zu Boden drücken wollen. Irgendetwas hielt mich davon ab, weiter zugehen. Ich habe es schließlich auch gelassen und bin wieder zurückgegangen. Mein Gesicht muß wohl für sich gesprochen haben. Die Schwestern erschraken und wollten wissen, was mir zugestoßen war. Nachdem ich alles erzählt hatte, schwiegen sie eine Zeit lang, blickten sich an, tuschelten untereinander und plapperten dann aufgeregt durcheinander. Sie meinten: «Versuche jeden Tag, Schritt für Schritt ihr näher zu kommen.» Aber ihre Augen verrieten mir, daß sie mir nicht alles sagten. Glaubten sie mir?
Glaubten sie an Besessenheit? Denn immer wieder fragten mich die Schwestern, ob ich nicht mit ihnen beten würde, wenn ich von den Segnungen der Priester ins Kloster kam und völlig geschwächt war. Dabei hätten sie eigentlich wissen müssen, dass ich zu diesem Zeitpunkt niemals eine Kirche hätte betreten können. Ich eine Kirche betreten und dann noch diese großen Kreuze dort? Nein, schon der Gedanke daran war eine Qual für mich. Ich habe mir oft gedacht: Warum lassen die Schwestern mich nicht einfach in Ruhe mit ihren Gebeten und Kirchenbesuchen? Warum bedrängen sie mich damit?
Für mich war es schon schwer genug, daß ich den Herzenswunsch hatte zu beten, aber nicht konnte. Ich hatte es schon oft versucht, aber immer, wenn ich es versuchte, spürte ich ganz stark die Anwesenheit des Teufels. Er wollte einfach nicht, daß ich betete. Aus Angst ließ ich es schließlich. Für mich war es auch nicht einfach, jedes mal zu den Schwestern zu sagen: «Nein, ich bete nicht mit Euch», denn die Schwestern waren ja immer so lieb zu mir.
Es gab noch einen Grund, warum ich nicht beten wollte. Ich wusste ja, dass mir das passieren könnte, was mir auch bei den Priestern beim Beten passierte: daß ich nicht mehr ich selber war und der Teufel sich zeigte. Ich wollte auf keinen Fall, daß die Schwestern meine andere Seite kennen lernten, das Böse, das in mir wohnte.
Habe ich «wohnte» gesagt? So ein Wahnwitz, besser gesagt, sich in mir verkroch, mich belauerte, mich manipulierte. Ich glaube, dann hätten sie mich nicht mehr gemocht. Auch der Pater im Kloster fragte immer wieder, ob ich nicht mal in die Kirche zu seinem Gottesdienst kommen mochte. Immer wieder musste ich mich herausreden. Daß der Pater die Sache mit dem Teufel nicht so richtig ernst nahm, kam mir immer häufiger in den Sinn. Aber was hätte er denn gemacht, wenn ich mit in die Kirche gegangen wäre und auf einmal bei einem Vaterunser laut los gebrüllt hätte, gefaucht und obszöne Wörter geschrien hätte? Das wäre wohl für alle Beteiligten, aber besonders für mich, doch sehr peinlich gewesen. Nein, das wollte ich auf keinen Fall.

 

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Die älteren Nonnen
Weiter hinten auf dem Klostergelände gab es ein weiteres Klostergebäude. In dem lebten weitere Ordensschwestern. Ich hatte sie noch nicht kennen gelernt. Ich habe nur mitbekommen, dass die jüngeren Schwestern zum Mittagessen und zur Gebetstunde regelmäßig dort ins Kloster gingen. Morgens gingen sie auch zu der Messe in der klostereigenen Kirche. Auf jeden Fall erzählten die jüngeren Schwestern den anderen Nonnen wohl viel über mich, denn jeden Tag kam eine ältere Nonne zu mir, um mit mir zu reden. Ich denke, sie wollten mich persönlich kennen lernen: die kennen lernen, für die sie so oft beteten. Ich fand das schön, daß alle für mich beteten. Ich hätte auch gerne für sie gebetet, aber ich konnte es nicht. Die anderen Nonnen waren alle schon über fünfzig Jahre alt. Sie verbrachten im Kloster wahrscheinlich schon ihr halbes Leben. Darum waren sie wahrscheinlich auch so streng religiös. Ich habe das gleich gemerkt und gesehen, denn das große Kreuz, das sie um ihren Hals trugen, war nicht zu übersehen. Für mich war es jedes mal eine Qual, wenn eine Nonne zu mir kam und sie länger bei mir sitzen blieb. Ich empfand dann, als würde ich auf einer Zeitbombe sitzen, die jeden Moment hochgehen könnte. Ich habe nichts gegen die Nonnen, sie sind ja sehr nett zu mir. Ich habe nur etwas gegen dieses große Kreuz um ihren Hals. Ich hätte es ihnen am liebsten sofort vom Hals gerissen. Ich lernte auch die Frau Mutter kennen, die Oberin des Klosters. Sie wollte alles genau wissen über meine Besessenheit. Ich hatte den Eindruck, dass sie das alles, was ich ihr erzählte, nicht so recht glaubte. Sie fragte, ob ich denn schon einmal bei einen Psychologen damit war. Aha, noch jemand, der mir nicht glaubte! Aber irgendwie konnte ich es ja verstehen, dass für sie das alles verrückt klingen mochte. Alles nur ein Traum? Ich glaube, wenn ich es nicht selbst erlebt hätte, würde ich es auch nicht glauben. Bevor ich besessen war, war weder mein Glaube zu Gott stark genug, noch habe ich an den Teufel geglaubt. Aber jetzt ist mein Glaube an Gott stärker denn je. Muss ich erst vom Teufel besessen sein, damit ich den Glauben und den Weg zu Gott finde?

 

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Die Begegnung mit der Muttergottes
Im Kloster hatte ich jede Nacht Angst, denn ich schlief ja ganz alleine in einem Zimmer. Die jüngeren Schwestern schliefen im Zimmer direkt neben mir. Aber ich hatte trotzdem Angst. Ich war nicht gewohnt, alleine zu schlafen. Zuhause schlief meistens mein Freund neben mir. Im Kloster dauerte es jede Nacht lange, bis ich endlich eingeschlafen war. Ich habe dort wie zu hause auch immer mit Licht geschlafen. Ich mag einfach keine Dunkelheit. Dunkelheit macht mir Angst. Ich kann nicht sagen warum. Wieder kam eine Nacht, der Mond schob sich langsam durch die Wolken und strahlte mit seinem Licht in mein Zimmer. Fledermäuse waren in der Luft. Ich hatte sie einmal in einer schlaflosen und völlig stillen Nacht entdeckt. Sollte es heute wieder so sein? Unruhig wälzte ich mich im Bett. Meine Lippen schmeckten nach Salz. Ich fing wieder an zu schwitzen. «Na toll, dachte ich, die Nacht fängt schon gut an.» Mein Blick tastete den Raum ab, das Fenster, den Stuhl, das Mondlicht an der Wand. Eine friedliche und wohltuende Müdigkeit überkam mich und ich schloss die Augen. Dann war die Stimme da, erst ein Flüstern, dann immer klarer und lauter. Immer ein Wort, immer das selbe Wort: «Heike.» Jemand rief meinen Namen, die Schwester vielleicht? Dann hörte ich die Stimme mit sanftem Ton sagen: «Komm zu mir, Heike.» Die Stimme war im Raum, überall. Mein Herz schlug jetzt ziemlich schnell, meine Beine schälten sich wie von selbst aus dem Bettzeug und ich ging zur Tür. Die Tür öffnete sich und mit einigen Schritten war ich auch schon draußen auf der Wiese. Ich schaute zum Himmel und sah gerade noch, wie der Mond hinter einer dunklen Wolkenwand verschwand. Doch plötzlich war die Wiese hell erleuchtet! Was ich dann sah, war unbeschreiblich schön. Da unter dem großen alten Kastanienbaum stand in voller Lebensgröße die Muttergottes. Keine Statue. Das Gefühl, das ich nun hatte, ist nur schwer zu beschreiben. Es war ein überwältigendes Gefühl. Ich spürte Wärme und Geborgenheit. Um mich herum spürte ich ihre Liebe, die so überwältigend war, dass ich mich nur noch schwer auf den Beinen halten konnte, so weich waren meine Beine. Sie sah so ganz anders aus als auf Bildern oder in den Kirchen. Sie ist schön, so wunderschön, sie trug ganz lange dunkle Haare und hatte ein sehr schmales Gesicht. Ihre Augen schauten mich an, als würde sie mich kennen und auch alles über mich wissen. Dieser Blick war so, als würde sie durch mich hin durchschauen bis in meine Seele hinein. Ihre Augenfarbe war merkwürdig. Eine solche Augenfarbe hatte ich vorher noch nie gesehen. Braun mit ein wenig Grau. Jetzt erst merkte ich, daß sie die Hände zu mir streckte. «Komm, komm», sagte sie immer wieder, «hab keine Angst.» Mit leichten, wackeligen Beinen und langsamen Schritten ging ich auf sie zu und kniete mich vor ihr nieder. Ihre Hände streichelten leicht meinen Kopf. Ich spürte dabei eine Wärme durch meinen ganzen Körper fließen, es war mehr als nur Liebe. Sie gab mir ihre Hand und langsam stellte ich mich wieder hin. Dann schaute sie mich an und sagte: «Bist Du bereit? Geh jetzt und hab keine Angst!» Was meinte sie mit «bist Du bereit»? Ich konnte nur schwer klar denken, ich sah nur ihre Güte und Gnade, meine Sinne drehten sich mit einem mal. Dann hörte ich Glocken, wunderschön, und dann eine Stimme: «Heike, aufstehen, Frühstück!» «Wo bin ich, was ist los?» Dann wieder die Stimme: «Heike, Frühstück!» Die Nacht war um, sofort fiel mir der Traum der letzten Nacht wieder ein. So etwas Schönes hatte ich schon lange nicht mehr geträumt. «Heike, bist Du wach?», die Stimme der Schwester wurde jetzt lauter. «Ja», rief ich zurück, «ich bin wach, ich komme gleich.» Die Schritte der Schwester wurden dann leiser, sie ging. «Bist Du bereit?», was hatte das zu bedeuten? Ich schwang meine Füße aus dem Bett und erschrak im gleichen Moment, die Füße waren dreckig, Dreck klebte an ihnen, auch das Bettzeug war voller Dreck. Ein Traum gestern Nacht? Aber dieser Traum war ja so real. Und warum hatte ich dreckige Füße? War ich vielleicht wirklich aus meinen Bett gestiegen und bin hinaus in den Garten gegangen? Ich glaube, das wird wohl ein großes Geheimnis bleiben.

 

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Ich berichtete den Schwestern von der Begegnung mit der Muttergottes
Ich spürte wieder ein unbeschreibliches Gefühl in mir. Ich konnte es in Worten gar nicht ausdrücken. Mir liefen vor lauter Freude die Tränen übers Gesicht. Ich dachte gleich daran, den Schwestern von der Begegnung mit der Muttergottes zu erzählen. Aber dann tat sich der Gedanke in mir auf, dass sie mir wahrscheinlich nicht glauben würden und mich dann für völlig verrückt hielten. Ich wollte es mir noch überlegen, ob ich es den Schwestern erzählen sollte oder es besser sein ließ. Nachdem ich alle Spuren der letzten Nacht beseitigt hatte, ging ich zum Frühstück. Schon bei der Begrüßung schauten sie mich fragend an. Es gibt Menschen, die können ihr ganzes Leben lang keine Gefühle zeigen. Mein Gesicht muss wohl ein offenes Buch
sein; die Schwestern hingen an meinen Lippen. Mein Erlebnis der letzten Nacht war so stark, daßß ich das Essen vergaß, obwohl ich das Brot in der Hand hielt. «Heike, was hast Du?», fragten sie mich beunruhigt. Dann sprudelte es aus mir heraus. Ich erzählte ihnen von meiner Begegnung, von meinem Traum? Nein, hatte ich vielleicht Traum mit Realität verwechselt? Oder umgekehrt? Ist die Realität so überwältigend, daß es nur eine Erklärung dafür gibt: Alles nur ein Traum? Ich hatte auf einmal wieder diese Angst in mir «sie glauben Dir nicht». «Heike, Heike, Du hast die Muttergottes gesehen, gefühlt, ihre Liebe in Deinem Körper gespürt, Heike, sie hat Dich gerettet!» Mein Blick suchte einen Punkt im Zimmer. «Beruhige Dich», sagte ich mir, «beruhige Dich.» Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen, als eine Schwester aufsprang und rief: «Das müssen auch die anderen Nonnen wissen.» Dann hörte ich nur noch, wie die Tür hinter ihr zufiel. Mein Hunger war verflogen, einige Schwestern wischten verstohlen ihre Tränen weg. «Heike», rief die Schwester, «Heike, bitte geh hinüber und erzähle den anderen Schwestern Deine Begegnung mit Maria.» Meine Tränen liefen auch und ich ging hinüber. Im Saal saßen sie alle und schauten mich an. Als ich eintrat, sah ich neugierige und auch skeptische Blicke. Nachdem ich tief Luft geholt hatte, erzählte ich ihnen von der Nacht. In vielen Gesichtern sah ich Tränen. Als ich fertig war, standen sie auf und umarmten mich. Nach einer Zeit verabschiedete ich mich und ging wieder zurück. Was dachten sie jetzt von mir? Mein Körper war so leicht, ich fühlte mich wie berauscht. Im Frühstücksraum angekommen, sagten mir die jungen Schwestern, daß die anderen Schwestern nun in ihrem Glauben noch mehr gestärkt und gefestigt seien. «Heike, Du bist für sie etwas Besonderes!»

 

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Der Gang zur Muttergottes in der Grotte, im Kloster
Seit der Begegnung mit der Gottesmutter spürte ich eine große Liebe zu ihr, die mich nicht mehr losließ. Meine Gedanken drehten sich nur noch um sie. Die Gottesmutter ging mir einfach nicht mehr aus dem Kopf. Ständig spürte ich eine Sehnsucht, zu ihr zu gehen. Hier im Kloster ist diese Grotte mit der Statue von ihr. Da zog es mich hin. Ich hatte ein starkes Gefühl, dass ich zu ihr gehen sollte. Dabei hatte ich den Gedanken: «Sie wird mich befreien vom Teufel.» Sie kam zu mir, um mich zu befreien. Nun sollte ich den Mut haben, zu ihr zu gehen. Ich hatte aber große Angst, denn ich wusste, daß das Böse in mir es niemals zulassen würde, daß ich zu ihr ging. Wenn ich trotzdem zu ihr ginge, trotz meiner Angst, was würde dann passieren? Ich mußte unbedingt dorthin gehen, nichts sollte mich aufhalten! Ich wußte, sie würde mich befreien vom Bösen. Sie würde meine Seele retten. Ich habe mir dann Gedanken gemacht, ob es nicht zu gefährlich war, wenn ich dort alleine hin ging, denn ich würde ja gegen den Willen des Teufels handeln. Mir kam der Gedanke, die Priester anzurufen und zu fragen, ob sie mit mir zur Muttergottes gehen würden. Ich setzte meinen Gedanken sofort in die Tat um und rief an. Ich hatte den Vikar am Telefon und fragte ihn aufgeregt, ob er ins Kloster kommen würde. Ich sagte ihm auch warum. Er dachte kurz nach und meinte dann: «Ich komme, aber nicht alleine. Ich bringe einen der Priester mit.» Mir kam es vor wie eine Ewigkeit, diese Warterei. Nun lief ich die ganze Zeit aufgeregt hin und her und spürte dabei wieder so eine große Angst in mir, weil ich wußte, ich würde gleich zur Muttergottes gehen. Ich wußte auch, daß mich der Böse wieder quälen würde. Die Schwestern fragten, warum ich so aufgeregt sei. Ich sagte ihnen, daß gleich die Priester kommen würden und wir zusammen zur Gottesmutter gehen wollten. Die Schwestern schauten sich an und meinten: «Das wäre doch sehr gut, wenn Du es schaffst, dorthin zu gehen. Hab keine Angst davor, die Gottesmutter wird Dich beschützen. Sie ist mit Dir, hab Vertrauen.» Ein Klingeln an der Klostertür unterbrach unser Gespräch. Der Vikar und der Priester trafen ein. Sie waren wieder sehr freundlich zu mir. Wie immer redeten sie noch ein wenig mit den Schwestern. Ich wurde dabei ganz nervös, denn ich wusste, dass es gleich wieder los ging. Dann sagte der Priester zu mir: «Wollen wir jetzt zur Muttergottes gehen?» «Ja, lassen Sie uns gehen.» Nun gingen wir los, ganz langsam, Schritt für Schritt. Meine Angst wurde dabei immer größer. Mein Herz schlug sehr schnell und ich hatte so ein Gefühl, als wenn mein ganzer Körper aus Stein wäre. Jeder Schritt war schwer wie Stein. Ich dachte auf einmal: «Wenn ich mich jetzt nicht beeile, dorthin zu kommen, ist es zu spät!» Nun lief ich los, als würde der Teufel hinter mir her sein! Es war wirklich ein Wettlauf gegen den Teufel. Ich war bei der Gottesmutter angekommen und fühlte mich auf einmal leicht wie eine Feder. Ich spürte wieder diese große Liebe, die von ihr ausgeht. Ich war wie in Trance. Auf einmal wurde mein schönes Gefühl gestört. Mich überkam ein trauriges Gefühl. Ich merkte nur noch, wie mich der Teufel mit voller Kraft zu Boden drückte. Ich konnte nicht mehr aufstehen. Dann weiß ich nur noch, daß ich mich nicht mehr bei der Gottesmutter befand. Ich war mit den Priestern auf dem halbem Weg weg von der Gottesmutter. Ich wollte aber wieder zu ihr. Ich hatte das Gefühl, sie rufe mich, ich wollte unbedingt zurück. Gleichzeitig schmerzte es in meinem Körper. Der Teufel wollte mich immer zu Boden drücken. Es war entsetzlich, ein richtiger Kampf. Der Priester hielt mich fest, er hakte mich mit dem Arm ein, damit ich nicht um fiel. «Bleiben Sie ganz ruhig, wir gehen zurück.» Das haben wir dann auch getan. Wir sind ganz langsam zurück zu den Schwestern gegangen. Dort angekommen, wollten die Schwestern auch gleich alles wissen, wie es war bei der Muttergottes. Der Priester erzählte es ihnen. Ich war sehr traurig und enttäuscht, mir liefen immer noch die Tränen. Meine Gefühle überschlugen sich. Ich hatte gedacht, dass die Muttergottes mich befreien wollte von dem Bösen. Nun war es doch nicht so. Jetzt hatte ich auf einmal wieder Zweifel, ob die nächtliche Begegnung mit der Muttergottes nicht einfach nur ein Traum war. Aber es war doch so real. Der Priester meinte: «Nun seien Sie nicht enttäuscht. Sie werden schon noch befreit, es braucht Zeit. Vielleicht klappt es schon morgen bei den Segnungen.» Dann verabschiedeten sich die Priester bei mir und den Schwestern. Ich blieb traurig mit meiner Enttäuschung zurück. Aber eine kleine Hoffnung hatte ich noch, daß es vielleicht am nächsten Tag bei den Segnungen im Haus des Priester passieren würde.

 

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Die Befreiung
Am nächsten Tag sollte sich alles zum Guten wenden. Mutlos saß ich wieder mit den Priestern zusammen in diesem Raum, wo die täglichen Exorzismen stattfanden. Ich hatte nicht so viel Hoffnung darauf gesetzt, dass der Teufel mich endlich mal verlassen würde. Aber nun kam es ganz anders, als ich dachte. Es sollte mein Glückstag sein. Die Priester sprachen gerade einen Exorzismus über mich, als ich auf einmal erwachte. Ich lag am Boden. Um mich herum standen die drei Priester, einer hielt das riesige Kreuz in der Hand, der andere eine Flasche, wahrscheinlich das Weihwasser, und einer hatte ein dickes rotes Buch, sie sprachen zusammen etwas auf Französisch. Ich verstand kein Wort, sie waren so vertieft in ihre Gebete, daß sie gar nicht sahen, dass ich wach war, und nicht nur das, ich spürte, dass ich frei war, ja frei vom Teufel. Der Teufel war gegangen. Ich fühlte mich auf einmal wie neu geboren und fand es sogar ein bisschen lustig, wie die drei Priester um mich herum standen und weiter ihre Gebete sprachen. Ich hatte so etwas vorher noch nie gesehen. Auf einmal schaute einer von den Priestern auf mich und ich schmunzelte ihm ein wenig zu. Er schaute wieder weg und betete weiter auf Französisch. Ich glaube, er hat nicht geglaubt, daß ich frei war vom Teufel. Aber irgendwann schaute er wieder zu mir. Da hat er es wohl geglaubt, denn ich lächelte und er fing auch an zu lächeln. Dann sagte er zu den andern beiden Priestern: «Ich glaube, sie ist wirklich frei, frei vom Teufel.» Nun lachten wir alle vier vor Freude. Einer von den drei Priestern weinte auch ein bisschen, ich glaube vor Rührung. Nun wollte einer von den Priestern wirklich sicher sein, dass der Teufel tatsächlich weg war. So fingen sie gemeinsam an, noch einmal zu beten. Dabei hielt einer von den Priestern das Kreuz in der Hand. Ich empfand das Beten jetzt richtig schön, es war ein sehr schönes Gefühl. Nun passierte etwas, was ich nie wieder im meinem Leben vergessen werde. Es war etwas Wundervolles, etwas, weswegen ich niemals mehr zweifeln würde, dass es Gott gibt: Ich sah Jesus. Er stand genau hinter dem Priester, der das Kreuz in der Hand hielt. Das Gefühl, das ich nun hatte, kann ich nicht richtig beschreiben, so überwältigend war es. Ich glaube, so ein Gefühl hatte ich noch nie zuvor erlebt, nur bei der Muttergottes-Begegnung, aber da war es etwas anders. Als ich Jesus sah, spürte ich Sehnsucht, Glück Freude, Liebe. Ich spürte, was Herrlichkeit bedeutet. Um mich herum war es, als wenn keiner mehr im Raum wäre außer Jesus. Das Weltliche war wie ausgeschaltet, ich spürte selbst mich nicht mehr so richtig als Mensch. Es war, als würde ich gar nicht mehr wirklich existieren. Jesus Christus - er stand auf einmal da. Er war sehr groß und sah sehr stark aus. Er hatte breite Schultern, große Hände und lange Arme, er trug ein langes, weißbräunliches Gewand. Die Farbe war ein schmutziges Braun. Oben am Hals waren Bänder zum Schließen. Er hatte Augen, die sehr strahlend waren. Sein Blick war durchdringend, die Augen sagten alles aus. In seinen Augen sah man die Herrlichkeit, die Reinheit. Jesus stand einfach da und sagte nichts. Auf einmal verschwand die ganze Herrlichkeit um mich herum, ich war wieder da, ich nahm mich wieder wahr und sah wieder die Priester dastehen mit dem Kreuz. Ich schaute sie an und fing an zu weinen, so überwältigt war ich. Jetzt war ich so glücklich. Gott hatte mir dieses große Wunder geschenkt. Gott zeigte mir, dass das Gute immer siegt, dass die Liebe Gottes stärker ist als der Teufel. Gott zeigte mir die Herrlichkeit. Ich glaube, Gott wollte, dass ich leide, damit ich dann den Weg zu ihm finde. Die Priester fragten mich, was mit mir los sei, warum ich weinen würde. Ich hatte Angst, ihnen zu sagen, daß Jesus da war. Ich hatte Angst, sie würden mir nicht glauben, was ich gesehen hatte. Aber ich musste es ihnen einfach sagen. Ich konnte so etwas Wunderbares nicht für mich behalten. Ab da hatte ich auch das Gefühl, ich müsse es allen erzählen, daß er da ist, Jesus Christus, Gottes Sohn, mitten unter uns. Gleichzeitig war ich sehr traurig, daß ich nie so richtig geglaubt hatte. Ich spürte eine sehr große Traurigkeit. Ich dachte an die vielen Menschen auf der Welt, die noch nicht mit ihrem Glauben zu Gott gefunden haben. Ich sagte dann zu den Priestern: «Ich habe Jesus gesehen.» Sie schauten mich ganz erstaunt an, aber sie glaubten mir. Ich hatte nicht gedacht, daß sie mir das glaubten. Jetzt fragte einer von ihnen: «Ja, und warum weinen Sie dann? Das ist doch ein Grund der Freude, denn nicht jeder darf so etwas erfahren.» Ich war einfach so überwältigt von dieser Erfahrung. Nun sangen wir noch voller Freude zusammen «Großer Gott wir loben Dich» und gleich hinterher «Muttergottes, wir rufen zu Dir». Dabei fielen ein paar Freudentränen, es war so schön und ich war so glücklich. Meine Seele gehörte jetzt wieder mir und der Teufel musste gehen. Nun wusste ich, wie stark Gott ist. Die Priester hatten das Böse mit Gottes Wirken besiegt. Ich wußte gar nicht, wie ich den Priestern danken sollte. Sie hatten so viel für mich getan. Sie waren immer so lieb zu mir. Sie hatten gegen das Böse wirklich gekämpft und damit Gott einen großen Dienst erwiesen. Nun schenkte mir der Priester einen Rosenkranz. Er hatte ihn während der ganzen Exorzismen in der Tasche. Nun sollte ich ihn tragen. Ich nahm ihn mit großem Dank an und hängte ihn mit großer Freude um meinen Hals. Nun konnte ich das Kreuz wieder ertragen und das sogar um den Hals. Vor lauter Dankbarkeit gegenüber Gott nahm ich das große Kruzifix, was ich nie ertragen konnte, und küßte Jesus Christus, der an diesem Kreuz hing. Später brachten mich die Priester ins Kloster zurück. Dort angekommen, lief ich gleich zu den Schwestern; sie sollten doch auch Freude haben an dieser frohen Botschaft. Auch sie hatten viel für mich gebetet und viel für mich getan. Als ich dann vor den Schwestern stand, fragten sie: «Na, wie geht es Dir? Wie war es heute bei den Gebeten?» Ich lächelte sie an und öffnete meine Jacke, so daß sie den Rosenkranz sehen konnten, den ich um meinen Hals trug. Als sie den sahen, wußten sie, dass ich befreit war, befreit von dem Bösen. Denn vorher hätte ich mir diesen Rosenkranz niemals umhängen können, geschweige denn, ihn in die Hand nehmen können. Nun sah ich die Freude in ihren Gesichtern. Zwei Schwestern weinten vor Freude, alle nahmen mich in den Arm und drückten mich. Ich hatte dann noch mit den lieben Schwestern einen sehr schönen Abend. Es gab ein sehr Gutes Essen. Und wir sprachen noch viel miteinander.
Am nächsten Morgen dann holten mich die Priester vom Kloster ab und brachten mich zum Bahnhof. Als ich im Zug war, blieben sie noch eine Zeit lang stehen und dann winkten wir uns zum Abschied zu. Dann ging es ab nach Hause, aber dieses Mal fuhr ich nach Hause ohne den Teufel, nur mit Jesus in meinen Herzen.

 

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Ist der Teufel weg? Hat er sich nur versteckt?
Eine Zeit lang konnte ich zu hause wieder ein normales Leben führen. Endlich konnte ich beten, beten zu Gott, und das mit großer Freude und aus tiefstem Herzen. Ohne Angst und Beklemmungen. Nun konnte ich meine neu gefundene Liebe zu Gott leben. Ich hatte von der Oberschwester aus dem Kloster eine sehr schöne Ikone von der Gottesmutter bekommen. Sie sollte mich an die Begegnung mit der lieben Gottesmutter erinnern. Nun hängt sie über meinem Bett. Außerdem hängt noch ein großes Holzkreuz aus dem Kloster neben meinem Bett. Eine Flasche Weihwasser steht bei meinem Bett. Das Weihwasser versprühe ich jeden Abend in meinem ganzen Zimmer, bevor ich ins Bett gehe. Damit das Böse keine Chance mehr hat, mich zu belästigen. Mein Freund erzählte mir von einem negativen Erlebnis, das sich in der Zeit zu trug, als ich gerade wieder bei den Priestern war. Eines Abends, es war schon dunkel, saß er im Schlafzimmer und las ein Buch, den Rücken zur Tür. Nur das monotone und unregelmäßige Ticken der Uhr war zu hören, als plötzlich die Konzentration zum Lesen schwand. Mein Freund fühlte, dass er nicht mehr alleine in der Wohnung war. Beim Umdrehen zur Tür überkam ihn eine Gänsehaut. Er spürte daraufhin negative Schwingungen, die immer näher kamen. Er ergriff eine alte Bibel von seinem Opa, die immer an seinem Bett liegt, und fing an zu lesen. Nach einigen Seiten merkte er, daß die Spannung von ihm ab ließ und er wieder alleine war.
Als er mir das erzählte, wusste ich, daß das Böse noch da war, zwar nicht mehr in mir, aber noch in meiner Wohnung, in meinem Schlafzimmer. Aus Angst, das Böse könnte mich wieder in Besitz nehmen, sprühte ich Weihwasser und betete. Ich betete darum, dass der liebe Gott alles Böse von mir fernhält und mich nicht im Stich läßt, daß er mir Kraft gibt. Nun ging ich auch wieder gerne in die Kirche. Ich bereitete mich auf die Firmung vor, denn ich wollte überwechseln vom evangelischen zum katholischen Glauben. Nach dem ganzen Geschehen mit der Besessenheit vertraute ich voll und ganz auf den katholischen Glauben. Für mich war jetzt die Religion ein ganz wichtiger Punkt in meinem Leben geworden. Ich freute mich sehr auf die Firmung und konnte es kaum erwarten. Einer der Priester würde mein Firmpate werden, hatte ich mir gewünscht. Ich bekam ein Buch mit nach Hause, ein Lehrbuch über den katholischen Glauben. Daraus lernte ich mit Freude. Manchmal war ich ziemlich abgelenkt, da war es mir wichtiger, zu beten und Gebete zu schreiben. Gott machte mich glücklich, so glücklich, daß ich dabei fast vergessen hätte, für die Firmung zu lernen. Aber das Glücklichsein sollte leider nicht lange anhalten. Eines Nachts passierte wieder etwas. Das Kreuz neben meinem Bett fing an zu wackeln und fiel von der Wand. Ich wollte schnell beten, aber ich hatte auf einmal zu große Angst. Ich hängte das Kreuz mit zitternder Hand wieder an mein Bett, aber es dauerte nicht lange, da lag es wieder auf dem Boden. Dann nahm ich das Kreuz und entfernte es aus meinem Zimmer. Ab da wurde es von Tag zu Tag schlimmer. Ich entfernte sogar den Rosenkranz, der immer unter meinem Kopfkissen lag. So ging es immer weiter von Tag zu Tag.
Ich entfernte alle christlichen Gegenstände aus meinem Schlafzimmer. Ich bekam wieder Angst zu beten und merkte beim Beten, wie ich immer mehr Worte verschluckte. Zuerst konnte ich nur noch mit einem Stottern das Wort «heilig» sagen, «Kreuz» und «Christus» kamen auch nur noch mit einem Stottern heraus, bis ich die Wörter dann irgendwann gar nicht mehr aussprechen konnte. Nun konnte ich es auch in der Kirche keine volle Stunde mehr aushalten. Besonders schlimm war es, wenn sie die Worte «heilig, heilig» zusammen sangen. Das klang so laut in meinen Ohren, dass es richtig dröhnte und schmerzte. Nun wusste ich, der Teufel war nicht weg. Oder war er zurückgekommen? Aber warum? Ich hatte doch nichts falsch gemacht! Ich betete regelmäßig und aus tiefster Liebe zu Gott. Was hatte ich bloß falsch gemacht? Oh lieber Gott, warum hast Du mich wieder verlassen?

 

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Seltsame Wunden
Ja, das Böse war wieder da. Aber nicht genug damit. Nun sollte ich wohl noch mehr leiden, nun passierte etwas, was alles Denkbare übersteigen sollte. In der Nacht erwachte ich plötzlich durch entsetzlich stechende Schmerzen in Händen und Füßen. Irgendwie fühlten sich auch mein Bettlaken und meine Bettdecke feucht an. Schnell knipste ich Licht an und erschrak fürchterlich. Was war das? Aus Händen und Füßen trat Blut heraus. Ich hatte tiefe Löcher in Händen und Füßen und sie schmerzten entsetzlich. Ich weinte vor Schmerzen, Angst und Entsetzen, aber dann waren die Schmerzen weg. Auch lief kein Blut mehr. «Was ist bloß passiert?», fragte ich mich immer wieder, «woher kommen diese Löcher? Habe ich sie im Schlaf selber gemacht?» Aber wie sollte ich das gemacht haben? Ich konnte es mit meinem Verstand nicht erklären. Ich mußte mein gesamtes Bettzeug und das, was ich an hatte, erst einmal von dem vielen Blut befreien. Nun war ich fertig mit den Nerven und sehr geschwächt durch den Blutverlust.
Am nächsten Tag rief ich einen mir vertrauten Priester an, den Vikar der auch gleich ans Telefon kam. Ich erzählte ihm, was passiert war, und dachte, er könnte mir etwas sagen zu den Wunden. Aber auch er war erstaunt darüber und konnte es nicht erklären. War es vielleicht der Teufel? Als ich dem Vikar dann noch erzählte, daß mich der Teufel auch wieder so plagte, sagte er: «Dann sind Sie wieder besessen.» Ich meinte dann zum Priester: «Was habe ich falsch gemacht, warum ist das Böse denn zurückgekommen?» «Vielleicht war der Teufel nie ganz weg und hatte sich in Ihnen versteckt. Er hat Ihnen nur einen Freiraum gegeben. Sie sind zu früh nach Hause gefahren. Sie hätten noch bei uns bleiben sollen, das wäre besser gewesen. Können Sie wiederkommen? Dann sprechen wir nochmal Gebete über Sie, und wenn Sie mögen, können wir auch die Firmvorbereitung machen. Es kommt natürlich darauf an, wie stark Sie wieder besessen sind.»

 

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Zurück ins Kloster, erneute Exorzismen
Nun war ich wieder bei den Priestern. Ich fühlte mich sehr schlecht, denn ich schämte mich, weil ich wieder besessen war. Ich dachte, die Priester würden denken, ich hätte irgendetwas falsch gemacht, vielleicht nicht genug gebetet. Ich machte mir sehr große Vorwürfe. Aber die Priester sahen das ganz anders. Sie meinten, ich hätte da keine Schuld, daß der Teufel noch nicht ganz gegangen war, daß er sich sehr gut versteckt hatte, oder dass der Teufel weg war und vielleicht noch ein paar Dämonen da waren, die nicht gehen wollten. Oder meine frühere Bekannte könnte damit noch zu tun haben. Sie war in einer Satanssekte. Ich wollte sie damals aus dieser Sekte herausholen, weil ich sie mochte und gemerkt hatte, dass diese Leute nicht gut für sie waren. Ich war selber aus Neugierde zweimal bei solch einem Treffen dabei gewesen. Es war schlimm und ich bekam dort große Angst. Es waren dort fünf Männer, alle schwarz gekleidet. Sie trugen alle eine komische schwarze Kopfbedeckung und die Umgebung dort war sehr gruselig. Sie führten diese Satansbeschwörungen in einer alten Gruft durch, es stank dort vermodert, dazu noch der Geruch von den Kerzen. Bei diesen Ritualen wurden auch Tiere geopfert, zum Beispiel ein Huhn. Es war für mich fürchterlich zu sehen, wie man dieses Tier opferte. Auf jeden Fall wollte ich nicht mehr hingehen. Es machte mir Angst, was diese Leute taten. Diese Leute waren sehr böse geworden, als ich sagte, ich käme nicht mehr. Sie meinten: «Du wirst schon sehen, was Du davon hast. Ungestraft kommst Du uns nicht davon.» Auch meine Bekannte war dann sehr sauer auf mich.
Weiter meinten die Priester: «Wir glauben, daß diese Leute etwas mit Ihrer dämonischen Besessenheit zu tun haben. Sie könnten Sie ja verwünscht haben.» Auf jeden Fall gingen die Priester davon aus, es könnte ja sein, dass der Teufel oder diese Dämonen nicht aus mir herauszubekommen waren, weil diese Leute aus der Ferne immer noch Einfluß ausübten. Einer von den Priestern meinte dann: «Vielleicht sollten wir einmal für diese Leute beten. Es wäre ja nicht schlecht, wenn Sie uns die Namen von diesen Satanisten sagen. Vielleicht könnten wir dann bei unseren Gebeten den Teufel fragen, ob diese Leute etwas damit zu tun haben. Wir würden das Böse damit endgültig besiegen. Es könnte sein, daß diese Leute der Grund des ganzen Übels sind.» Ich gab den Priestern die Namen. Nun wurden weiter Gebete und Exorzismen über mehrere Tage über mich gesprochen.
Während dieser Zeit schlief ich im Kloster bei den lieben Schwestern, was nicht immer einfach war. Denn ich hatte ein großes Problem. Der Pater dort war nicht damit einverstanden, daß bei mir immer eine Schwester schlief. Ich sollte lernen, auf Gott zu vertrauen, die Angst vor der Nacht, der Dunkelheit und der Stille überwinden. Er meinte, es würde nicht gehen, daß immer eine Schwester bei mir schlief. Damit würde die ganze Schwesterngemeinschaft gestört. Denn in einer Gemeinschaft gehören die Schwestern zusammen. Es wurde dann sehr schwer für mich in der Nacht. Ich wußte, würde jetzt der Teufel kommen, wäre ich ihm ausgeliefert. Natürlich habe ich sehr auf Gott vertraut, aber ich hatte trotzdem große Angst vor dem Teufel. Ich hatte Angst, meine Gebete könnten zu schwach sein. Ich habe in der Nacht dann das Radio laut laufen lassen, damit ich keine Geräusche im Zimmer hören konnte, z.B. ein Klopfen, womit mir der Teufel immer Angst machte. Es war auch gut, Menschen im Radio zu hören. So hatte ich das Gefühl, nicht alleine zu sein. Ich ließ immer das Licht im Zimmer brennen, denn auch Dunkelheit mochte ich nicht, wie zuhause. Die ersten Nächte alleine im Kloster waren sehr schwer für mich. Ich schlief immer sehr spät ein und schlief schlecht durch. Ich sah in der Nacht öfter den Teufel, der mir große Angst machte. Aber ich wurde von ihm nicht mehr körperlich belästigt. Das war schon mal gut. Ich habe aber auch öfter den Teufel am Tage gesehen und das immer, wenn ich beten wollte; ich betete oft, denn ich liebe Gott über alles.

 

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Es ist vollbracht, der Teufel ist besiegt
Nach neuen Gebeten gelang es den Priestern wieder, mich vom Teufel zu befreien. Oft hatte er sich versteckt, so daß die Priester und ich dachten, er wäre gegangen. Aber er hatte mich und die Priester nur getäuscht, was wir spätestens merkten, wenn sie mir die Hand auflegten und mich segnen wollten. Jedes mal wenn sie das wollten, ertrug ich es nicht und zog meinen Kopf weg. Wenn sie das merkten, wußten sie, daß er nicht weg war. Dann wurden erneut Gebete über mich gesprochen. Sie haben sie bei einem Exorzismus für die Leute von der Satanssekte gebetet. Die Priester vermuteten, daß diese Personen mich verhext hätten. Das muß geholfen haben, denn auf einmal war der Teufel wirklich weg. Die Priester segneten mich erneut, um zu testen, ob er wirklich weg war. Das ging jetzt ohne Probleme. Sie legten die Stola auf mich, auch das ging. Dann sprachen sie nochmal ein Gebet auf Französisch, ein Exorzismusgebet. Auch da gab es kein Problem für mich, es zu ertragen. Ja, der Teufel war jetzt endlich weg. Jetzt konnten wir uns wirklich freuen und Gott danken. Das taten wir dann auch, wir sangen zusammen «Großer Gott wir loben Dich». Ja, das war ein
langer Kampf, aus der Hölle und Dunkelheit ins Licht. Aber wir haben es geschafft. Gott, großer Gott, wir danken Dir! Jetzt hatte ich nur noch diese Wunden, aber die waren nicht vom Teufel. Sie sind ein Geschenk von Gott. Aber darüber möchte ich jetzt noch nicht berichten, damit möchte ich noch abwarten. Es ist aber ein schönes Leiden, denn ich leide mit Jesus Christus. Wie lange, ist wohl abzuwarten, das weiß wohl nur der liebe Gott alleine. Nun war ich sehr glücklich, daß ich endlich den Firmvorbereitungen nachgehen konnte, ohne daß der Teufel versuchen würde, es zu verhindern. Ich wollte schnell gefirmt werden, denn mit der Firmung würde ich mit Gott eins sein, könnte ich endlich zu Gott feierlich «ja» sagen, «ja» sagen aus Liebe. Als würde ich eine Ehe eingehen, aber nicht mit einem Mann, sondern mit Gott. Ich war nun sehr ungeduldig und konnte es kaum noch erwarten. Ich freute mich wie ein kleines Kind darauf, gefirmt zu werden. Ich blieb noch ein paar Tage im Kloster für die Firmvorbereitung.

 

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Firmvorbereitungen mit grossen Hindernissen
Die Zeit der Firmvorbereitung war gar nicht so einfach. Immer wieder versuchte der Teufel, mir Angst zu machen. Ich glaube, der Teufel war gegen die Firmung. Er wusste, dass ich dank der Firmung vom Heiligen Geist erfüllt sein würde und dass ich ganz Jesus Christus gehören würde. Es war nicht so, dass ich wieder besessen war vom Teufel. Nein, die Priester nannten es Umsessenheit. Es war sehr schwer, denn immer, wenn ich beten wollte oder betete, sah ich den Teufel hinter mir oder vor mir stehen. Auch hatte ich noch ab und zu Angst, das Wort «heilig» zu sagen. Der Teufel versuchte, mir Angst zu machen, mich zu beeinflussen. Wenn der Priester ins Kloster kam zum Unterricht für die Firmung, betete er immer vorher mit mir -ich glaube, um sicher zu sein, ob der Teufel nicht wieder da war. Auch bemerkte er dann jedes Mal beim Beten, dass ich das Wort «heilig» nicht aussprechen wollte. Er merkte auch, dass ich beim Beten irgendwie noch Angst hatte. Ich sagte dann dem Priester, dass ich den Teufel ab und zu sehen würde, dass er mir Angst machte. Darum wollte ich nicht so gerne beten. Er meinte, ich solle mich vom Teufel nicht einschüchtern lassen: «Der will nur, dass Sie Angst haben und mit dem Beten aufhören.» Ich solle versuchen, das Wort «heilig» ganz auszusprechen, auch wenn ich Angst dabei hatte. Das Wort «heilig» ist sehr wichtig, denn bei der Firmung wird es oft gesprochen. Ich sollte eigentlich die Firmung richtig genießen, die Stärkung mit dem Heiligen Geist und den Gesang. Es wäre überhaupt nicht gut, wenn ich vor der Firmung Angst hätte und dann den Kopf wegziehe, wenn mir die Hand aufgelegt würde. Ich sollte es als schön empfinden und nicht Angst haben davor. «Lassen Sie nicht zu, dass der Teufel Ihnen Angst macht, es würde sonst ein großes Problem geben und wir könnten Sie nicht firmen, wenn Sie immer noch unter dem Einfluss des Teufels stehen», meinte der Priester. Ich war dann auf einmal sehr traurig, als er das sagte. «Aber ich bin doch nicht mehr besessen, der Teufel ist doch nicht mehr in mir.» «Nein, er ist nicht mehr in Ihnen, aber er wirkt noch von außen.» «Aber warum, ich bete doch sehr viel und liebe Gott über alles. Gott ist mir doch so nah. Warum lässt Gott das zu, dass der Teufel mich nicht in Ruhe lässt?» «Nein, das hat mit Gott nichts zu tun. Der Teufel versucht, Sie zu verführen, er mag nicht, dass Sie Gott so lieben und so viel beten.
Er versucht, es zu verhindern. Der Teufel möchte, dass Sie ihm wieder gehören. Lassen Sie es nicht zu und beten Sie zu Gott, dass er Ihnen die Angst vor dem Teufel nimmt. Vertrauen Sie weiter auf Gott.» Ich betete zu Gott: «Bitte, lieber Gott, ich möchte nur Dir gehören. Bitte vertreibe Satan und lass mich seinen Versuchungen widerstehen. Bitte sei nur Du bei mir.» Ich war manchmal verzweifelt und dachte, Gott hätte mich wieder ganz verlassen, weil er mich nicht erhörte. Ich war ein bisschen böse auf Gott. Aber ich glaube, der Teufel steckte dahinter, er wollte mich versuchen und ich ließ es ein Stück weit zu. Aber die Liebe zu Gott war stärker. Also betete ich: «Oh Herr, gütiger Gott, bitte vergib, dass ich Dir nicht vertraute, dass ich der Versuchung nicht widerstanden habe.» Nun blieb ich stark und betete viel. Ich hatte nur noch das Ziel vor Augen, gefirmt zu werden. Auch der Vikar gab sich sehr viel Mühe mit mir. Er hatte wirklich sehr viel Geduld. Ich vertraute sehr auf den Vikar. Ich mag ihn wirklich sehr, er war mir schon sehr ans Herz gewachsen. Ich freute mich auch darauf, dass er mein Firmpate werden würde. Denn er liebte Gott auch so sehr wie ich.

 

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Die Liebe zu Gott und die Firmvorbereitung
Die Tage im Kloster verbrachte ich nun damit, für die Firmung zu lernen, alles über den katholischen Glauben. Es machte mir sehr viel Freude, dafür zu lernen. der Vikar, den ich sehr gerne mochte, weil er eine ehrliche, offene und lustige Art hatte, führte die Firmvorbereitungen mit mir durch. Wenn ich etwas falsch machte, sagte er es mir gleich. Er kam fast jeden Tag ins Kloster, um mich abzufragen, was ich gelernt hatte aus dem Buch, das er mir gab. Er nahm sich viel Zeit für mich und wir sprachen vor dem Unterricht auch persönliche Dinge an. Wir besprachen auch Probleme, wenn es welche gab. Ich bin ihm so dankbar, denn für mich war er wie ein großer Bruder. Ich vertraute ihm sehr und wünschte mir, dass er auch mein Firmpate werden sollte. Ich fragte ihn. Er freute sich sehr darüber und sagte ja. Auch die anderen beiden der Weihbischof und der Priester kamen ab und zu ins Kloster und sprachen mit mir. Auch sie mochte ich sehr gerne. Sie waren sie mir alle drei richtig ans Herz gewachsen. Wir haben ja auch alle vier viel durchgemacht und viel Zeit damit verbracht, den Teufel loszuwerden. Ich möchte sie jedenfalls in meinem Leben nicht mehr missen. Genau wie Gott, auch ihn möchte ich nicht mehr missen, ohne Gott will ich nicht mehr sein. Ich liebe ihn so unendlich, daß ich es in Worten nicht ausdrücken kann. Ich habe eine solche Sehnsucht nach Gott, dass ich vor lauter Beten am Tage schon vergaß, für die Firmung zu lernen. Ich war oft den ganzen Tag im Kloster auf dem Zimmer und betete. Mindestens zweimal am Tag ging ich auch zur Gottesmutter-Statue. Es zog mich immer zu ihr hin, denn ich liebe sie so sehr, die Gottesmutter. Ich schrieb Gebete und Liebesbriefe an Gott. Ich liebte das, weil es mich so glücklich machte. Es war dann auch schon so, daß der Priester ins Kloster zum Unterricht kam und ich ihm sagen mußte, daß ich nicht gelernt hatte vor lauter Verlangen nach Gott. Der Priester gab mir dann zu verstehen, dass auch die Firmvorbereitung wichtig war. Aber er und die anderen drei Priester freuten sich immer über meine Gebete und meinten, daß sie schön seien. Ich könnte auch andere Menschen mit meinen Gebeten erfreuen. Aber jetzt war vorerst die Firmvorbereitung wichtig. Darauf freute ich mich schon. Ich bin dann zwischendurch auch nach Hause gefahren und habe da weiter gelernt.

 

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Das Wunder
Es war nun so, dass sich viel verändert hatte durch meine Besessenheit, und ich fühlte mich Gott sehr nahe. Ich hatte den Wunsch zu helfen, Menschen helfen, die krank sind und sehr leiden. Ich traute es mir zu und glaubte, daß Gott mir die Kraft dazu geben würde. Ich wollte Menschen heilen. Ich weiß nicht, warum ich auf einmal dachte, ich könne das. Ich glaube, Gott brachte mich auf diesen Gedanken. Wenn ein Mensch leidet, leide ich jetzt schrecklich mit. Ich möchte helfen, möchte für ihn beten. Ich möchte körperlich Kranken durch Hand auflegen und Gebet helfen, mit Gott und Gottes Wirken. Wenn es Gottes Wille ist, wird es so geschehen. Es ist nicht nur so, dass ich leide, wenn es einem anderen Menschen nicht gut geht. Ich leide auch darunter, dass viele Menschen den Glauben an Gott verloren haben. Das macht mich traurig und unglücklich in meinem tiefsten Inneren. Ich möchte den Menschen etwas abgeben von Gottes Liebe, die ich spüre. Ich wünsche mir so sehr, dass die Menschen wieder zu Gott finden, dass der Friede unter den Menschen wieder hergestellt wird durch Gottes Liebe und Herrlichkeit.

 

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Die Firmung
Nun kam der lang ersehnte Tag, der Tag, an dem ich gefirmt werden sollte. Es war Sonntag und am Spätnachmittag sollte ich vom Vikar, der auch mein Firmpate wurde, aus dem Kloster abgeholt werden. Die Firmung sollte in der Kapelle stattfinden. Ich hatte mir diesen Ort für die Firmung ausgesucht, weil ich diese Kapelle sehr schön fand. Eingeladen zur Firmung hatte ich die lieben Schwestern und eine sehr liebe Frau, die ich sehr mochte. Sie war öfter zu Besuch bei den Schwestern und auch der Pater sollte kommen. Gefirmt werden sollte ich vom Weihbischof und den Priestern, die mir die ganze schwere Zeit zur Seite gestanden hatten. Nun wollten sie alle bei meiner Firmung sein. Ich freute mich sehr darüber und war den ganzen Vormittag aufgeregt. Ich schaute ständig auf die Uhr. Oh, ich war so glücklich, denn ich wußte, mit der Firmung würde ich Gott zeigen, wie sehr ich ihn liebe, und ich würde Gott mein Ja geben. Der Heilige Geist sollte mich voll und ganz erfüllen. Nun war es endlich soweit. Als es an der Klostertür klingelte, öffnete ich schnell die Tür. Da stand der Priester auch schon. «Na, wie geht’s?», fragte er. «Wollen wir los?» «Ja gerne, ich freue mich so.» Nun fuhren wir gleich zur Kapelle. Dort angekommen, setzte ich mich ganz nach vorne in die erste Bankreihe in die Nähe des Altars. Aufgeregt wartete ich darauf, was kommen würde. Es kamen dann auch die Schwestern und die nette Frau, die ich eingeladen hatte. Sie kam mit ihrer Familie. Ich hatte nun all die lieben Menschen um mich, die ich so sehr mochte. Nun sollte es endlich losgehen. Es kamen der Weihbischof, die Priester und der Pater. Sie trugen alle ein rotes Meßgewand. Nun sollte die Firmfeier beginnen. Wir standen auf und sangen. Ich sollte nun nach vorne zum Weihbischof und den Priestern kommen. Nun fragte der Weihbischof: «Widersagst Du dem Bösen?» Ich antwortete mit: «Ja, ich widersage.» «Glaubst Du den Lehren der heiligen katholischen Kirche?» «Ja, ich glaube.» Bei diesen Antworten war ich sehr gerührt. Ich spürte Gott.
Mir rollten die Tränen übers Gesicht. Es war so wunderbar. Mein Firmpate legte die Hand auf meine Schulter und der Weihbischof legte die Hand auf meinen Kopf. Das bedeutete, der Heilige Geist will Dich beleben und beschützen. Er wird mit Dir sein. Nun strich mir der Weihbischof mit Chrisam das Kreuz auf die Stirn, ein Zeichen dafür, dass ich zu Christus gehöre und der Heilige Geist mich stärkt. Während er mir das Kreuz auf die Stirn strich, betete er: «Sei besiegelt durch Gottes Gabe, den Heiligen Geist.» Ich antwortete in Tränen «Amen». Nun wünschte mir der Weihbischof den Frieden Jesu Christi mit den Worten: «Der Friede sei mit Dir» und ich antwortete «und mit Deinem Geiste». Nun war ich gefirmt und somit in die Katholische Kirche eingetreten. Ich war überglücklich. ich wurde herzlich beglückwünscht und alle freuten sich mit mir. Dann wurden noch einige schöne Fotos gemacht. Ich bekam vom Weihbischof eine wunderschöne alte handgemalte Ikone der Gottesmutter. Nun sollte meine Firmung ausgiebig gefeiert werden. Wir fuhren alle gemeinsam mit den Schwestern und den Priestern zum Pater nach Hause. Dort angekommen staunte ich nicht schlecht. Es war alles so liebevoll für mich vorbereitet. Ich war dann erst einmal so gerührt, daß ich gar nichts mehr sagte. Es haben wohl alle geholfen, das alles vorzubereiten. Die liebe Frau, die immer die Schwestern im Kloster besuchte, schenkte mir einen großen gelben Rosenstrauß. Viele kleine Herzen aus Papier hingen dran, auf die jeder einen lieben Spruch für mich aufgeschrieben hatte. Zum Beispiel: «Gott segne Dich» oder «danke, daß wir mit Dir feiern dürfen.» Es sind alles so liebe Menschen. Daran merkt man, daß der Heilige Geist wirkt und die Liebe und das Mitgefühl unter den Menschen weckt.

 

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Ein Liebesbrief an Gott
Oh lieber Gott, wie lange suchte ich Dich. Du hast nun mein Herz erobert.
Warum gab ich Dir vorher keinen Platz in meinem Leben?
Ich möchte Dir, oh Herr, jetzt meine ganze Liebe schenken,
möchte Dir damit eine Freude machen.
Bitte, oh gütiger Gott, bleib jetzt für immer bei mir, ich bitte Dich darum.
Mein Herz empfindet große Sehnsucht nach Dir, wie man sie in Worten nicht ausdrücken kann.
Mein Gott, Du gibst mir so viel. Du steigerst mein Verlangen, ganz von vorne anzufangen.
Ich gehöre jetzt Dir voll und ganz und mein größter Wunsch bist Du, ja Du, großer Gott.
Ich habe Dich gerufen und um Hilfe gebeten.
Und Du erhörtest mich, Du hast so viel für mich getan.
Meine ganze Hoffnung bist nun Du, oh Gott. Ich weiß jetzt, Du wirst mich nie im Stich lassen.
Und will sich das Böse nochmal an mir versuchen, wirst Du mir Kraft geben.
Ich habe Dich, oh Gott, für meine Sünden und Fehltritte um Vergebung gebeten.
Ich fühle oder ich weiß, Du liebst mich jetzt noch viel mehr denn je.
Ich weiß, Du kannst mich verstehen. Ich weiß jetzt, wie groß Deine Liebe ist.
Sie ist grenzenlos und ich liebe Dich so, wie Du mich liebst.
Bitte, oh Gott, gib Du mir jetzt die Kraft, Dir zu folgen, das zu tun, was Dein Wille ist.
Nun geh ich hin und erzähle den Menschen von Dir und Deiner Herrlichkeit, Deiner grenzenlosen Liebe.
Ich werde berichten, dass Du da bist, und ich weiß, es wird nicht einfach,
denn ich werde auf Spott und Ungläubige stoßen und viele Hindernisse überqueren müssen.
Aber ich weiß, Du bist bei mir, Du hältst Deine schützende Hand über mich
und wirst mir nur das geben, was ich tragen kann.
Oh Herr, ich liebe Dich und vertraue auf Dich.

 

Ein Gebet zu Gott
Oh Herr, oh Gott, oh lieber Gott,
Nun hab ich Dich gefunden und bin mit Dankbarkeit mit Dir verbunden.

Oh Herr, oh Gott, oh lieber Gott,
Du ließest das Licht aufleuchten in meinem Herzen,
glaubte ich an Dich mit halbem Herzen,
so glaube ich jetzt an Dich mit ganzem Herzen,
nun bist Du eingezogen in meinem Herzen.

Oh Herr, oh Gott, oh lieber Gott,
und nun möcht ich gehen
und auch anderen Menschen sagen,
auch sie mögen Gott in ihren Herzen tragen.

Oh Herr, oh Gott, oh lieber Gott,

ich danke Dir, oh Herr,
Du führtest mich zu Dir
und das Glück, das ich jetzt spür,
bleibt für immer in mir.

Oh Herr, oh Gott, oh lieber Gott,
und will das Böse mich versuchen,
glaube ich ganz fest an Dich
voller Zuversicht.
 

Oh Herr, oh Gott, oh lieber Gott,
und begehe ich eine Sünde,
ruf ich Dich an,
denn ich weiß, Du bist der Vater,
der mir vergeben kann.
 

Oh Herr, oh Gott, oh lieber Gott,
Du bist Gott, der Vater der Herrlichkeit
in Ewigkeit,..........Amen

 

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Nachwort
Kirche und Glaube den Menschen wieder näher bringen.
Erfahrungs Bericht der Priester zum Exorzismus von Heike R.

Die Mehrzahl der Leute, die einen Exorzismus erbitten, sind nicht von einem bösen Geist besessen, sondern sind sonst von Unglück und Angst bedrängt. Diese Bedrängnis kann oft mit Gebet und Gottvertrauen überwunden werden. In diesen Fällen würde ein Exorzismus eher schaden, weil er die Angst vor dem Bösen verstärken könnte. Daher muß der Seelsorger immer prüfen, ob wirklich eine Besessenheit durch böse Mächte vorliegt oder eine andere Bedrängnis.
Beim ersten Kontakt mit Heike R. ist dem 1. Priester aufgefallen, wie sie keine Kreuze oder Marienbilder ertragen konnte, auch nicht die Bibel. Sie konnte nicht beten oder den Namen Jesus Christus aussprechen. Beim stillen Gebet des Priesters wurde sie sehr unruhig und sagte: "Hören sie auf damit." Sie sprach von nächtlichen Anfällen, bei denen sie aus dem Bett geworfen wird. Davon hat sie eine Infrarot-Videoaufnahme machen können. Vor zirka fünf Jahren war sie einmal bei einer Satanisten-Liturgie. Sie war daran nicht interessiert und auch nicht aktiv daran beteiligt, sondern sie wollte nur eine Freundin aus dem Satanistenkreis herausholen. Seither wird sie immer stärker geplagt. Deswegen war sie schon bei einem Neurologen und einem Pfarrer, die ihr nicht helfen konnten. Religiös war sie nicht sehr interessiert und auch nicht gebildet.Der Priester erhielt nun zusammen mit zwei anderen Priester vom Bischof den Auftrag,Segnungen vorzunehmen und den großen Exorzismus zu beten. Sie beteten ihn auf lateinisch und französisch, weil es eine offizielle deutsche Übersetzung des neuen römischen Exorzismus von 1999 noch nicht gibt. Sie erfuhren, dass die deutschen Bischöfe den großen Exorzismus nicht erlauben als Folge des Todes von Anneliese Michel im Jahre1976 während eines Exorzismus in Klingenberg. Obwohl die Frau weder französisch noch lateinisch verstand, Waren die Reaktionen sehr heftig auf gewisse Wörter und Bitten, und zwar oft bereits wenn sie von den Priestern angedacht, aber noch nicht ausgesprochen waren.Die 3 Priester beteten zum ersten Mal den großen Exorzismus. Da sie dazu nicht ausgebildet waren, lasen sie Bücher über den Exorzismus von P. Jörg Müller SAC und von Don Gabriele Amorth. Alltägliche Gebete wie das Vater Unser, der Rosenkranz, die Allerheiligenlitanei oder das Lied "Großer Gott wir loben dich" hatten bereits eine starke Wirkung, die zur Diagnose dienten.Nicht weniger als 16Mal beteten die drei Priester je etwa eine Stunde lang, die genannten alltägliche Gebete und den Exorzismus.
Dabei versuchte jeweils Frau H., sich gegen eine innere Kraft zu wehren und bat zuerst leise "hört auf". Bald darauf schrie es laut und mit veränderter Stimme aus ihr: "Aufhören!" Ihr Aussehen und Benehmen veränderten sich. Ihr Gesicht wurde fratzenhaft. Sie wurde zu Boden gedrückt und wälzte sich wild. Es wurde spürbar, dass sie nicht mehr sich selber war, sondern von einem fremden Geist besessen war. Dieser Geist beschimpfte alle. Er schrie zB "diese Hure gehört mir, sie ist verflucht",obwohl Frau R. beteuert, seriös zu leben. Heike R. bekam nicht mit, was während des Exorzismus geschah. Sie wusste nachher nur,dass sich etwas in ihr gewehrt hat. Sie erinnerte sich nachher schwach, dass aus der Ferne gebetet und gesungen wurde, konnte aber nicht sagen was. Sehr stark wehrte sich und schrie der böse Geist, wenn das Lied "Großer Gott, wir loben dich" gesungen wurde, besonders die Worte "alle Engel, die dir dienen". Ebenfalls schrie er bei den Marienliedern bei der Allerheiligenlitanei und bei den Exorzismus~.Gebeten Die Priester fragten auch den Geist, wie er heiße. Manchmal sagte er "Luzifer", dann aber auch wieder, er sei nicht "Luzifer". Sie merkten, dass sie von verschiedenen bösen Geistern besessen sein musste. Besonders deutlich wurde dies gegen Ende der letzten Segnung, als sie offensichtlich miteinander stritten und einander sagten "geh du!" Das Aufbäumen wurde immer heftiger, bis die Frau plötzlich wie in sich selber zusammen sank. Der Anführer schien zuletzt zu gehen. Vor dem Verlassen schrie er drohend: "Ich komme wieder, ich komme wieder!" Frau H. kam immer wieder zu den Priestern, auch wenn sie viele Widerstände spürte und vor dem Hause kaum mehr gehen konnte. Sie ertrug kein Kreuz im Zimmer. Es musste immer zuerst hinaus getragen werden, wenn sie kam. Wenn sie mit Weihwasser besprengt wurde,schrie der Geist auf und sagte zum Beispiel "oh das brennt!" Einmal sagte der Geist: "das ist ja nur Hahnenwasser". Darauf wurde er zum Test mit gewöhnlichen Wasser besprengt, worauf er nicht reagierte! Bei Weihwasser aber schrie der Geist auf. Er ertrug auch nicht,wenn eine Priesterstola aufgelegt wurde. Die Auflegung der Hände im stillen Gebet war ihm zuwider. Bei Salbungen mit Katechismen- oder Chrisamöl wehrte er sich stark. Nie aber griff er die Betenden handgreiflich an, er bedachte sie nur mit schlimmen Schimpfworten und versuchte, die Flasche mit Weihwasser aus der Hand zu reisen . Immer wieder schrie er Drohungen, wie: "Ihr verfluchten Priester, euch kriege ich auch noch. Steckt eure Gebete in den Arsch, ...". oder "Diese Kirche wird verrecken, Die Hälfte gehört mir schon." Beteten die Priester in der Litanei um Treue der Eheleute. höhnte er ,Treue? Ha, ha, Treue?" oder "Liebe? Ha, ha, Hass, Hass, Hass!"
Nach den Gebeten erwachte Frau H. wie aus einem Schlaf. Sie war sehr erschöpft, weil sie stark geschrien und sich wie in wildem Schmerz auf dem Boden gewälzt hatte. Die Priester luden zwei Mal einen Arzt zur Beobachtung ein. Beide Ärzte erklärten, daß es sich nicht um Epilepsie oder Schizophrenie handeln könne, weil nach dem Gebet sofort ein normales Verhalten eintrat. Während Frau H. während der Segnungen tobte und ihr Körper wild hin und her gerissen wurde, war sie nachher sehr freundlich, ruhig und normal.
Die Ärzte beobachteten auch, wie sich Frau H. auch während den Anfällen der Besessenheit nie obszön benahm.Während den Segnungen wurden auch eine Tonbandaufnahme und 30 Dias gemacht. Die heftigen körperlichen Bewegungen während der Segnungen beanspruchten die Frau sehr. Nach den Segnungen war sie daher müde. Die Priester achteten darauf, dass ihr Kreislauf nicht überbeansprucht wurde und zogen zur Beratung auch einen Arzt
bei.Schwieriger war, daß die Frau bereits seit längere Zeit chronisch an verschiedenen Krankheiten und Beschwerden litt und deswegen dauernd in ärztlicher Behandlung war.Bei den Exorzismus-Gebeten merkten die Priester, wie die bösen Geister immer schwächer wurden. Bei P. Arnorth lasen sie, dass der Sinn der Exorzismusgebete daran liege, die bösen Geister mit Gebeten und Weihwasser so zu quälen, bis sie gehen. Besonders wirksam war auch ein Kreuz, vor dem der Dämon den Körper fliehend bis in den hintersten Winkel des Zimmers drückte und beim Berühren wie in großem Schmerz aufschrie. Am 16. Gebetsabend wurde es plötzlich ruhig, Heike R. öffnete die Augen, lachte die betenden Priester an, ergriff das Kreuz und umarmte und küsste es zum ersten Mal. Die Priester hängten der befreiten Frau R. einen Rosenkranz um den Hals. Sie erhielt ein Kreuz und ein Marienbild, die sie zu hause auf hängte. Doch am Morgen lag das Bild am Boden. Bei den letzten Segnungen vor der Befreiung beteten die Priester für die Personen, welche die Frau bei einem Satansgottesdienst verflucht haben konnten. Bei der Nennung eines Namens höhnte der Geist: "Der hat sie verflucht, der hat sie verflucht!" Fortan schienen die Gebete eine stärkere Wirkung zu haben.
Die Priester blieben auch nach der Befreiung mit Frau H. in Kontakt durch Mails und Telefongespräche Dabei spürten sie, dass sie wieder Zeichen von Unfreiheit zeigte und vermuteten, daß der Geist wieder zurückgekehrt sein könnte. Heike kam wieder und erneut wurde ein Exorzismus gebetet. Nach einer halben Stunde war Heike wieder frei. Zu spüren war, wie der böse Geist immer wieder zurückkommen wollte und sie bedrängte. Es fiel auch auf, wie er sich gerne versteckte. Neue Bedrängungen waren daran erkennbar, daß Heike nicht mehr beten oder die Hände falten konnte. Sie konnte die Worte "Jesus Christus`, "Kirche" oder "heilig" nicht mehr aussprechen.
Durch Befreiungsgebete konnte sie nach kurzer Zeit wieder vom Bösen befreit werden. Heike spürt innerlich eine große Liebe zu Gott, eine große Freude am Gebet und Freude beim Schreiben eindrücklicher eigener Gebete.Allerdings sagt sie, daß sie beim Beten immer den Teufel sehe mit einem schwarzen Gesicht und schrecklichen Augen. Doch der Teufel sei nicht mehr in ihr, sondern nur noch neben ihr. Er macht ihr Angst. Vor dem Beten hat sie immer eine gewisse Angst.Doch sie will beten. Mit großer Freude ließ sie sich Firmen und sie schreibt ein Buch über ihre Besessenheit und Befreiung, um aufzuzeigen, dass es das Böse und den Teufel gibt und um andern zu helfen, den Weg zu Gott zu finden.
Sie fühlt sich gedrängt, andern zu helfen und ihnen die Hände aufzulegen. Ihrem seit Geburt taubstummen Bruder hat sie betend Lourdeswasser auf die Ohren gestrichen. Plötzlich begann er zu hören, wobei er jetzt noch lernen muß, die verschiedenen Laute besser voneinander zu unterscheiden.
Heike R. bekam überraschend Stigmata an den Händen und Füßen, obwohl sie dieses Phänomen vorher nicht kannte und es sich auch nicht wünschen konnte. Am Anfang erschrak sie und meinte, sie würde verbluten. Regelmäßig (mit wenigen Ausnahmen) bluten die Stigmata am Freitag. Dann schmerzen sie auch, was während der überigen Tage nicht der Fall ist. Mit den Blutungen erlebt sie ein starkes Mitleiden mit Christus und ein Mitleiden mitallen leidenden Menschen, zu denen eine große Liebe in ihr entsteht. Sie möchte ihnen helfen.
Die Befreiung vom Bösen hat in ihr eine große Liebe zu Gott geweckt, eine Freude an Gott und der Drang, den Not leidenden Menschen, besonders den Kranken zu helfen und ihre Erfahrungen weiterzugeben.
14. Oktober 2006

 

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Die Stellung der katholischen Kirche in der Welt unterstützen und bestätigen
Der Gedanke, alles nieder zuschreiben, was mit mir in den zurückliegenden Monaten geschah, reifte eigentlich ziemlich früh und schnell. Wenn mein Blick heute aus meinem Fenster Richtung Berge und dann zum Himmel gerichtet ist, spüre ich eine Sehnsucht und eine Freude und ein Schaudern. So viel Schönheit und Liebe wird unser Auge dort erblicken, auf der neuen Erde bei Gott. Doch wie eine dunkle Wolke am Horizont erscheint, so kommen auch die Gedanken wieder, die mir sagen, das Böse ist allgegenwärtig. Um uns und auch bei vielen Menschen, in uns versteckt. Wie kann so etwas sein? Diese zweifelnde, fast spöttische Frage höre ich oft.
Wir leben in einer modernen und aufgeklärten Welt, fliegen durchs Weltall, tauchen zu den tiefsten Stellen der Meere, können Menschen klonen und sogar Kriege (man nennt das «Operationen») berechnen.
Da soll dann noch Platz für einen Teufel sein, so einer wie aus dem Kino und dem Mittelalter? Aber es gibt ihn trotzdem, auch wenn wir Menschen ihn verdrängen. Wenn heute ein Film oder Buch erscheint, in dem behauptet wird, dass es keinen Teufel gibt, oder er verniedlicht wird, so entsteht eine große Gefahr für den Menschen.
Kein Labor der Welt hat bis heute einen lebendigen Menschen erschaffen können. Einen Menschen wie Du und ich. Es wird alles, was in der Bibel steht, von Kritikern zerpflückt. Aber die Antwort auf die Entstehung der Erde und des Menschen bleibt man uns schuldig.
Wasserstoff und hundert andere Elemente, Blitz und Donner ergeben noch keine lebensfähige Erde oder einen rational denkenden Menschen. Es wurden Tausende von Büchern zu diesem Thema «Entstehung der Erde» geschrieben. Mit welchem Ergebnis? Eine Theorie ist abwegiger als die andere.
Aber in einem Buch finden wir die logische Erklärung, in der Bibel. Die Entstehung der Erde und der Fall des Engels Luzifer. Er will uns von Gott entfremden und suggeriert uns, daß wir Gott nicht brauchen. Und darum ist es wichtig, dass die katholische Kirche durch den Exorzismus Menschen aus ihrer schlimmen Not errettet. Leider ist diese Sichtweise der Öffentlichkeit fremd. Ablehnend und sogar feindlich stehen sogar einige Gläubige dieser Problematik gegenüber.

 

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Schlusswort:
Letzte Bemerkung, wie es mit mir weitergeht, mit dem praktischen und gelebten Glauben
Wie lebt nun ein Christ weiter, der vom Teufel besessen war und dem die Gnade widerfuhr, unseren Herrn Jesus Christus und die Gottesmutter Maria zu fühlen und zu sehen? Welche Verantwortung lastet nun, zu meiner Freude, auf mir? Immer wenn ich einem kranken Menschen begegne - Gottes Wege führen mich hin -, fühle ich mich erst unsicher und unbeholfen. Gottes Kraft wirkt aber durch mich, sein Wille geschehe.

Heike.R

 

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Das Böse in mir - Heike fühlt sich vom Teufel besessen

 

 

SF1-Club: Vom Teufel besessen – Wahrheit oder Wahnsinn? Diskussionsrunde mit Heike


 

 

HEIKE – ein aktueller Fall von Sühnebesessenheit

Bericht eines persönlichen Bekannten von Heike

 Wie in den Medien hier und da angeklungen, ist in (Süd-) Deutschland ein aktueller Fall von dämonischer Besessenheit aufgetaucht. Aufgrund von Indiskretionen gelangte dieser Fall an die Presse, welche natürlich all dies in ihrem Sinne auszuschlachten versucht hat. Von Vorteil war allerdings, dass ich dadurch auf diesen aktuellen Fall aufmerksam geworden bin. Selbige Person (HEIKE, Pseudonym) hat zu ihren Erfahrungen mit Gott und dem Teufel ein Buch veröffentlicht, in dem sie ihre e-mail-Adresse angegeben hat. Der Titel des Buches lautet: „HEIKE R.: Von der Besessenheit zum Glauben“ (Books on Demand, Neuauflage 2009).

Titel: Von der Besessenheit zum Glauben (der Teufel wohnt in mir)

Heike R.: 
ISBN-10: 3833494891   
ISBN-13: 978-3833494895

Link um das Buch zu bestellen

 Nach einer ersten persönlichen Kontaktaufnahme erfuhr ich mehr über HEIKE und die Hintergründe ihrer außergewöhnlichen Situation. Es kam zu einem regen Briefaustausch (seit Mai 2008) und eindringlichen Telefonaten, in denen es um ihre Person und ihr Leiden, aber auch um viele Wohltaten, die sie vom Himmel empfängt, ging. All diese Erfahrungen und Unterredungen sind in ein bestimmtes Anliegen gebettet, ihr persönliches Glaubenszeugnis („Von der Besessenheit zum Glauben“, s.o.).

 

 Ohne Ansehen der Person habe ich mich spontan bereit erklärt, HEIKE bei ihrem Versprechen, welches sie der Hl. Gottesmutter gegeben hat, vorbehaltlos zu unterstützen. Seitdem ist es zu einer Reihe von Ereignissen gekommen, die ihresgleichen suchen. Darüber möchte ich hier kurz berichten.

 

 Am 25. Mai 2008 wurde ich von HEIKE darauf aufmerksam gemacht, dass die Presse einen größeren Artikel über sie veröffentlicht hat. Nach der Lektüre dieses Artikels (BILD am SONNTAG vom 25. Mai 2008 und BLICK vom 02. Juli 2008) musste ich feststellen, dass der Heiland ein Einsehen hatte und die Berichterstattung so gelenkt hat, dass man dort fast schon von einem wirklichen Glaubenszeugnis sprechen konnte, welches vielen interessierten Lesern dadurch zugänglich gemacht wurde. Die Schwierigkeiten ergaben sich jedoch eher aufgrund der Hintergründe dieser Berichterstattung,  welche bestimmten kirchlichen Kreisen nicht verborgen blieb.

 

 HEIKE ist, um es vorweg zu nehmen, in ihrer Kindheit von einer Person verflucht worden, welches als solches in der heutigen Zeit – leider – keine so große Seltenheit ist. Im Alter von ca. 10 Jahren traten erste „Beschwerden“ auf, d.h. sie fühlte sich innerlich „irgendwie“ bedrängt. Als diese unerklärlichen Bedrängnisse im Laufe der Jahre zunahmen, vertraute sie sich einer Freundin an, die ihr riet, doch einmal einen kath. Priester aufzusuchen (HEIKE war zwar evangelisch getauft, führte aber bis dahin kein eigentlich christliches Glaubensleben wie so viele ihrer Mitmenschen in der heutigen Zeit). Nach einer wahrhaften Odysée, an der auch verschiedene Ärzte beteiligt waren (HEIKE ist körperlich angeschlagen, geistig und seelisch jedoch absolut stabil), bekam sie einen Termin in einer Diözese außerhalb Deutschlands (die dt. Bistümer verhalten sich gegenüber vom Bösen Bedrängten seit dem Tod der Studentin Anneliese Michel in Klingenberg (Ufr.) äußerst reserviert, um nicht zu sagen abweisend). Nach längeren Gesprächen, an denen ebenfalls, wie verlangt, auch Ärzte und Psychologen teilnahmen, diagnostizierte das dortige Gremium einen akuten Fall teuflischer Besessenheit (HEIKE ertrug ihre kirchliche Umgebung nicht, sie konnte keine heiligen Namen aussprechen, Weihwasser betrachtete sie als ein Folterinstrument, es wurde ihr übel, ihre Bedrängnisse nahmen in dieser Umgebung drastisch zu, etc.). Daraufhin leitete das Gremium die Durchführung eines von oberster Stelle genehmigten Exorzismus („Dämonenbeschwörung“) ein.

 

 Da ich selber an diesen über Tage und Wochen andauernden Exorzismen (25 an der Zahl) nicht teilgenommen habe, kann ich an dieser Stelle auch nicht über Einzelheiten berichten. HEIKE selber berichtet darüber, soweit sie sich entsinnen kann, in ihrem Buch (sie verfiel während der Gebete in tiefe Bewusstlosigkeit und erhielt ihre Informationen jeweils von den Exorzisten und den anderen Beteiligten. Es existieren dazu allerdings Tonbandaufnahmen).

 

 Nach dieser Vielzahl von Befeiungsgebeten (vom Ortsbischof genehmigte Große Exorzismen) war HEIKE von den in ihr wohnenden Dämonen befreit. Unter Tränen beteten die Anwesenden das TE DEUM, der göttliche Auftrag, „Treibt Dämonen aus“ ( Mk 10,8 ) war mit Erfolg durchgeführt worden. Doch wie im Falle Anneliese Michel sollte es aber anders kommen.

 

 HEIKE berichtet mir von ihren Bedrängnissen am Telefon. Die Dämonen waren zurückgekehrt. Wie bei Annelies Michel vermochte man sie zwar auszutreiben, kurz danach waren sie jedoch wieder da. Die Quälereien fanden meist nachts statt. Ohne Vorankündigung wird ihr Körper wie gelähmt. Sie wird innerlich gleichsam zusammengedrückt und von unsichtbarer Hand aus ihrem Bett geworfen (HEIKE hat dies mit automatischer Infrarotkamera gefilmt).

 

 Angeregt durch die Artikel in der Presse wird das Fernsehen auf sie aufmerksam. HEIKE nimmt an einer Fernsehsendung teil (SF1 v. 08. Juli 2008 – „Vom Teufel besessen – Wahrheit oder Wahnsinn?“). Dort nimmt sie zu ihrem Glaubenszeugnis Stellung. Kurz zuvor treffe ich mich mit ihr zum 33. Todestag von Anneliese Michel in Klingenberg. HEIKE betet mit den Anwesenden den Rosenkranz, muss die Kapelle aber aufgrund innerer Belästigungen frühzeitig verlassen. Das Gleiche wiederholt sich im Kloster Engelberg, wo Anneliese Michel früher viele Stunden im Gebet verbracht hat.

 

 Im November des gleichen Jahres fahren wir zu Exerzitien mit Pater R. nach W. Pater R. ist Charismatiker und war früher stellvertretender Vorsitzender der Intern. Exorzistenvereinigung, also ein enger Mitarbeiter von P. Gabriele Amorth, dem „Chefexorzisten des Papstes“, in Rom. HEIKE erhofft sich von ihm Linderung und ggf. Befreiung von ihren Leiden. Das Seminar währte von Donnerstag bis Sonntag. Es stand unter dem Titel „Gott heilt (befreit)“ und Pater R., mittlerweile weltweit für seinen Befreiungsdienst bekannt, weißt schon zu Beginn darauf hin, dass es zu außergewöhnlichen Vorfällen kommen werde, bei denen „Ruhe bewahren“ das oberste Gebot sei.

Gleich zu Beginn der ersten Veranstaltung erhebt sich aus den hinteren Reihen ein Gebrüll: „Halt Deine Fr…“ Dem schließt sich eine Kanonade wüster Beschimpfungen an. Mehrere Männer müssen die Person bändigen. „Der Mann ist besessen“ heißt es. Die Person war jedoch kein Mann, sondern eine Frau. Nur die Stimme war die eines Mannes (dies ist bei Besessenen oft so der Fall – d. Verf.). HEIKE ist zutiefst erschüttert. „Ist das auch bei mir so?“  fragt sie mich, doch ich kann es ihr nicht sagen. Kurz darauf werde ich eines Besseren belehrt.

 

 HEIKE versucht den Saal zu verlassen, so nehmen unter den Gebeten und frommen Liedern ihre Bedrängnisse zu. Man bittet sie aber, unter der Obhut mehrerer Personen, da zu bleiben. Kurz darauf geschieht es: HEIKE verkrampft sich, versucht intensiv gegen ihr Inneres anzukämpfen, doch es gelingt ihr nicht mehr „Halt Dein Maul, Du verfl… Drecks…“ tönt es aus ihr heraus. Man lässt sie gewähren. „Aufhören, aufhören, halt die Klappe“ sind die harmlosesten Ausdrücke. Pater R. fährt unbeirrt mit seinem Vortrag und Gebeten fort. HEIKE windet sich, droht vornüber zu kippen. „Aufhöre, aufhören, Du verd… Drecks…“ Heike wird zu Boden gerissen und muss von mehreren Männern, incl. mir,  festgehalten werden. Sie entwickelt Bärenkräfte. Da Pater Rufus keine Vorkehrungen trifft,  einzugreifen, fasse ich mir ein Herz und spreche einer spontanen Eingebung nach den Dämon mit seinem Namen an (nach kirchlichem Recht ist dies bei Laien nicht vorgesehen. Wenn aber der Priester seinem Auftrag nicht im gewünschten Sinne nachkommt, sollen m.E. auch Laien diesbezüglich aktiv werden dürfen. Vgl. u.). In der Meinung, vielleicht noch zusammen mit anwesenden Priestern eine Austreibung erreichen zu können, spreche ich Gebete, unterstützt von der Gemeinde und rede auf den Dämon ein. Als ich ihn beim seinem Namen, Judas, nenne, gibt er sich zu erkennen und bestätigt meine Intuition. „Er kennt meinen Namen, er kann mich austreiben“ entfährt es ihm (ich wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass es sich um ein Sühneleiden handelte und dass, wie im Falle Anneliese Michel, die Dämonen nicht aus der Person ausgetrieben werden konnten). Dann rudert er zurück. „Das kannst Du nicht, Du hast keine (priesterliche – d. Verf.) Vollmacht“, triumphierte er. Nach kurzem Hin und Her musste ich aufgeben. Er hatte Recht.

 

 Diese Vorfälle wiederholten sich nun mehrfach am Tag, besonders aber in der Nacht, wenn sich die Dämonen für die Qualen rächten, die man ihnen bei den Vorträgen, den Gebeten und insbesondere während des Gottesdienstes angetan hatte.

 

 Endlich bekommt HEIKE einen Termin bei Pater R. Nachdem er bereits mehr als zwei Stunden über eine weitere Besessene gebetet hatte (allerdings ohne durchschlagenden Erfolg – eine bischöfliche Genehmigung zum Exorzismus lag ihm nicht vor),  wurden HEIKE und ich zu nächtlicher Stunde zu ihm ins Sprechzimmer gerufen. Er erkundigte sich kurz nach ihrer Vorgeschichte, brach dann, vermutlich aus Zeitgründen, das Gespräch ab und entließ HEIKE mit der Gewissheit, er habe für sie zum Heiligen Geist gebetet, sie sei nun befreit und könne nun beruhigt zu Bett gehen, es sei alles vorbei, und es könne ihr jetzt nichts mehr passieren. Noch in derselben Nacht wird HEIKE 5 mal aus ihrem Bett geworfen. Das Kreuz in ihrem Zimmer liegt umgekehrt auf dem Boden. HEIKE hatte gespürt, dass der Pater hier nicht ganz sachgerecht vorging. Bei all seinen charismatischen Fähigkeiten, die er zweifellos besitzt, war sein Problem, dass er nicht wusste, wie er in Deutschland exorzieren sollte. Seit Klingenberg bedarf es längerer Untersuchungen, bis eine bischöfliche Genehmigung zustande kommt, ärztliche Betreuung inklusive. In Bezug auf ihre Vorgeschichte war dies aber alles bereits der Fall gewesen, trotzdem war eine Befreiung nicht möglich. Also fuhren wir unverrichteter Dinge wieder nach Hause zurück. Wie sollte es nun weitergehen? Es musste zumindest eine Linderung erfolgen, damit HEIKE wieder einigermaßen am Alltag teilnehmen und wieder eine zeitlang im Gebet verbringen konnte, wie sie es sich so sehr wünschte und wie es seinerzeit über einen gewissen Zeitraum hinweg auch der  Fall war. Was war zu tun?

 

 Neben ihren dämonischen Bedrängnissen erfährt HEIKE vom Himmel eine Reihe außergewöhnlicher Zuwendungen. Nachdem ihr während ihres Aufenthaltes in der Schweiz bereits die Gottesmutter erschienen war (HEIKE berichtet in ihrem Buch darüber), wiederholen sich diese Erscheinungen jetzt in unregelmäßigen Abständen. An besonderen Gnadentagen, den (Hoch-) Festen zu Ehren der Hl. Gottesmutter (25. März – Mariä Verkündigung; 8. Dezember – Unbefleckte Empfängnis), aber auch in der Karwoche und in der Vigil zum Weihnachtsfest erscheint ihr die Gottesmutter. In der Karwoche ist dies mit großen Schmerzen verbunden, da HEIKE die unsichtbaren Wundmale trägt, die früher einmal bluteten (Bischöfe und Priester waren Zeuge) und nun von Gründonnerstag bis Karfreitag  starke Schmerzen verursachen. Wie wir später noch sehen werden, kommt zu diesen Stigmata noch die Gabe der Heilung hinzu, worüber sie in ihrem Buch ebenfalls berichtet.

 

 Die Gottesmutter erscheint ihr und spendet ihr Trost in ihren Bedrängnissen (Heike hört die Stimmen der Dämonen, die ihr einreden, sie sei eine Schlange und deshalb auf ewig verdammt. Ein Phänomen, welches bei Besessenen, die sich zu Jesus und der Gottesmutter bekennen, häufig vorkommt). In dem Moment, in dem die Gottesmutter da ist, ist HEIKEs Umgebung wie ausgelöscht. Sie spürt nur noch die unendliche Liebe und Zärtlichkeit Mariens. Danach gefragt, ob sie bereit sei, ihre Leiden als Sühne für die Sünden anderer Menschen auf sich zu nehmen, antwortet HEIKE mit einem bedingungslosen Ja. Die Gottesmutter gewährt ihr Einblicke in ihre Zukunft und nimmt ihr Opfer an. Der Heiland ebenfalls. HEIKE befindet sich von nun an ganz in der Nachfolge des Heilandes und ist bereit, alle erdenklichen Leiden auf sich zu nehmen, die der Bekehrung der Sünder und damit der Verherrlichung Gottes und Seiner Mutter dienen. Parallel zu den weiter anhaltenden Bedrängnissen, die zeitweise zunehmen, weiß sie sich beschützt und vom Himmel geliebt. Sie vertieft sich in das Leben von Anneliese Michel, welche für sie eine bis dahin unerreichbare Heilige ist. In Visionen und bei den Exorzismen wird auch dies zur Sprache kommen. Kurz nach Weihnachten bittet HEIKE um weitere Exorzismen, von denen sie sich Linderung und kurzfristige Entlastung erhofft.

 

 Zu Beginn des neuen Jahres treffe ich mich mit HEIKE, einem befreundeten Arzt und einem Priester in einem Kloster zu einem Vorgespräch. Der anwesende Priester hat sich bereit erklärt, ggf. ein Befreiungsgebet zu sprechen. Als HEIKE den Raum betritt, merke ich, dass es ihr schwer fällt, das Kreuz auch nur anzuschauen. Sie beherrscht sich aber und erteilt dem Pater über ihre Vergangenheit und ihre Erfahrungen mit dem Bösen bereitwillig Auskunft. Nach einer etwa einstündigen Unterredung beginnt der Priester, ein kurzes Gebet zum Hl. Erzengel Michael (nach Leo XIII) zu sprechen. Kaum hat er den ersten Satz ausgesprochen, verfällt HEIKE in Krämpfe. Sie kämpft innerlich mit dem Dämon, muss ihren Kampf aber bald beenden, die Worte des Gebetes sind zu stark. Mit einem lauten Knurren, das dem eines Tieres gleicht, kündigt sich der Dämon an. „Halt Deine Fr…, Du Drecks…, aufhören …, ich antworte nicht …“ sind die gängigen Ausdrücke.  Ich selber stehe hinter HEIKE und halte sie fest, falls es zu Ausfällen körperlicher Art kommen sollte. Der Priester wiederholt das Gebet ein zweites Mal. Die Reaktionen erfolgen wie auf Knopfdruck. Mit der Beendigung des Gebetes ist auch der Dämon verschwunden und HEIKE aus ihrem „Schlaf“ erwacht (es handelt sich bei ihr um eine somnambule Besessenheit im Vergleich zu einer luziden Besessenheit, bei der die besessene Person alles mitbekommt, was in ihr und um sie herum geschieht, wie es z.B. bei Anneliese Michel der Fall war – d. Verf.). Auf die Frage, ob es ihr nun besser gehe, antwortet sie mit „nein“. Die Gebete waren zu wenig. Jetzt ist der Priester nicht mehr vorbereitet und möchte den Exorzismus abbrechen. HEIKE reagiert darauf enttäuscht. Daraufhin bitte ich den Pater, den (Laien-) Exorzismus selber beten zu dürfen. Ich wusste um die kirchenrechtliche Problematik. Da aber eine bischöfliche Genehmigung kurzfristig nicht eingeholt werden konnte, und es sich gewissermaßen um einen Notfall handelte, glaube ich es mit meinem Gewissen vereinbaren zu können und beginne mit dem Kleinen Exorzismus, den ich sicherheitshalber schon mitgenommen habe. Ein Gebet von wenigen Seiten. Nach vorausgegangenem VATER UNSER, dem AVE MARIA  und dem  Apostolischen GLAUBENSBEKENNTNIS, während denen es schon zu starken Konvulsionen der Besessenen kommt, beginne ich mit dem Gebet des Kleinen Exorzismus (nach Leo XIII auch für gläubige Laien zulässig).

 

 Die Einzelheiten der Dämonenbeschwörung erspare ich mir. Dazu nur soviel: Einen Dämon erkennt man an seinem Blick. Das was ich zu sehen bekam, war nicht der Blick eines Menschen. Wenn man ihn überhaupt beschreiben kann, dann nur so: Purer Hass. Hass ist das Element des Bösen. Satan hasst alles und jeden. Die Dämonen hassen sich gegenseitig. Menschen, die sich zu ihrem Erlöser JESUS CHRISTUS und der GOTTESMUTTER bekennen, aber am meisten. Geweihte Personen und Gläubige sind für sie ein absolut rotes Tuch. Außerdem hassen sie es, zitiert zu werden, wie das bei einem Exorzismus der Fall ist. Sie möchten unerkannt bleiben. Von der katholischen Kirche aber verfügt und von JESUS CHRISTUS so gewollt, sind sie gezwungen, auf Befehl des Exorzisten die Wahrheit zu sagen, welches ihnen äußerst schwer fällt, und die sie als solche hassen. Der Teufel ist der Vater der Lüge. In HEIKE befanden sich ca. 6 Dämonen. Ohne danach gefragt zu haben, mussten sie angeben, die gleichen zu sein, welche seinerzeit in Anneleise Michel waren. Der, welcher sich als Erster beim Exorzismus meldete, war der ranghöchste und oberste der Dämonen und bezeichnete sich als ihr „Chef“ (Luzifer). Neben ihm konnte ich lediglich Judas ausmachen, die anderen Dämonen zeigten sich erst bei späteren Exorzismen. Hervorzuheben ist folgender  Umstand: Dämonen können keine heiligen Namen aussprechen. Bei Erwähnung der Hl. Gottesmutter hält „HEIKE“ sich die Ohren zu. „Aufhören, wir ertragen das nicht“ ist „ihre“ Reaktion. Während des Exorzismus kommen Tatbestände ans Licht, die den Beteiligten Auskunft über Dinge gaben, die für sie persönlich von besonderer Bedeutung waren, und die HEIKE selber unmöglich wissen konnte. Wichtig ist ebenfalls, vor dem Exorzismus gebeichtet zu haben. Dem Priester im Bußsakrament bekannte Sünden existieren bei Gott und für die Dämonen nicht mehr. Evt. Angriffsflächen sind also verschwunden.

 

 Nach eindringlichen Gebeten und Befragungen, die sich aus dem Verlauf des Exorzismus ergeben, stellt sich mir nun die Frage: Wie und unter welchen Umständen kann ich die Situation beenden. Von den Dämonen darauf hingewiesen, dass es sich um ein Sühneleiden   ( Sühnebesessenheit) handelt (diesen Begriff können sie ebenfalls nicht aussprechen) und dass sie gezwungen seien, im Körper der Besessenen bis zu deren Tod zu verbleiben (s. Anneliese Michel), verzichte ich mit Einverständnis des Priesters auf die Austreibungsformeln. Wird der Dämon, der u.a. übrigens in fließendem Hebräisch sprach  (angeblich aramäisch – d. Verf.) und in allen denkbaren Sprachen und Dialekten agieren (s. Anneleise Michel) ausfallend und blasphemisch, spreche ich ein Segensgebet. Darauf reagierte  er jedoch bestenfalls verwirrt. „Du besitzt keine (priesterliche – d. Verf.) Vollmacht!“ schreit er mich an. In diesem Punkt kann ich ihm nicht widersprechen. „So schaffst Du das nie!“ brüllt er. In diesem Moment greife ich zu einer anderen Handhabe. „Im Namen dessen, der in mir ist und Dich in Deine Schranken weist, befehle ich Dir im Namen des VATERS †, des SOHNES † und des HEILIGEN GEISTES † sowie im Namen der HEILIGSTEN GOTTESMUTTER …!“ Die Reaktion ist überwältigend. „HEIKE“ (der Dämon) bricht vor mir zusammen. Mit abwehrender Körperhaltung, ohne dass ich Hilfsmittel wie Weihwasser oder Reliquien benutzt habe, ist der Auftritt der Dämonen abrupt beendet. Kurz danach wacht HEIKE aus ihrem tranceähnlichen Zustand auf. „Ich kann wieder das Kreuz anschauen, ja es sogar berühren“ ist ihre erste Reaktion. JESUS CHRISTUS selber hat durch einen unwürdigen Laien die Dämonen zum Schweigen gebracht. Nicht jedoch zum Ausfahren.

 

 In den ersten Wochen des neuen Jahres ereignet  sich in dieser Beziehung nichts grundsätzlich Neues mehr – die Belästigungen und Angriffe gehen jedoch weiter ihren „normalen“ Gang - HEIKE begegnet dem mit intensiver Aufopferung und Gebet –  da erscheint ihr die Gottesmutter am 25. März (Mariä Verkündigung) erneut. Sie fragt wiederum nach ihrer Bereitschaft, weiter für die Sünder zu leiden und erhält wiederum HEIKEs Zustimmung. Sofort nach dem Weggang der Gottesmutter ist der alte Zustand wieder hergestellt.

 

 Nach individuellen Leiden in der Karwoche entschließt sich HEIKE, eine Pilgerreise nach SAN DAMIANO zu unternehmen, an der ihr Seelenführer und eine kleine Gruppe Eingeweihter teilnimmt. SAN DAMIANO ist ein (noch) nicht anerkannter Wallfahrtsort ca. 80 km südwestlich von Mailand. In den 60er Jahren hatte „Mama Rosa“  dort zahlreiche Erscheinungen der Gottesmutter. Außerdem existiert dort eine Quelle, die den Pilgern aus aller Welt Linderung und ggf. auch Heilung an Seele und Körper verspricht. Anneliese Michel und ihre Begleiter erfuhren auf der Fahrt dorthin erstmals den direkten Kontakt mit dem Dämon, aber auch große Wohltaten durch die Gottesmutter („Rosa Mystica“).

 

 Nicht ohne gewisse Bedenken HEIKE gegenüber nahm ich ebenfalls an der Fahrt nach SAN DAMIANO teil. Um es kurz zu fassen. Neben den üblichen Bedrängnissen blieb HEIKE standhaft und nahm vertrauensvoll an den Prozessionen und Gebeten teil. Von der Gottesmutter zu einem Besuch im Rosengärtlein aufgefordert, erlebt HEIKE dort zur bestimmten Uhrzeit (Maria erscheint dort seit Jahren an jedem ersten Samstag im Monat) eine wiederholte Erscheinung der Mutter Jesu. Wie sie mir später anvertraut, fordert die „Rosa Mystica“, wie Maria dort genannt wird, HEIKE auf, ihre Gabe der Heilung und den damit verbundenen Heilungsauftrag in die Tat umzusetzen. „Heile, heile!“ fordert Maria sie auf. Von der Erscheinung, die nur sie sah, noch ganz überwältigt, versinkt HEIKE ins Gebet. Hier in SAN DAMIANO zeigt sich, welche Aufgabe und welcher Auftrag weit über ihren körperlichen und seelischen Leiden stehen. Nicht der Kampf gegen die Dämonen, sondern der Auftrag Jesu, „Heilt Kranke!“, steht im Vordergrund. Nur kurz vor Verlassen des heiligen Bodens schlägt der Dämon noch einmal zu. HEIKE hat größte Schwierigkeiten, sich zu bewegen. Der Anblick einer Statue von Pater Pio lässt sie erstarren. Einem kurzen Befehl meinerseits an den Dämon folgt ein kurzes Zischen, wie das einer Schlange. Mit dem Verlassen des Geländes sind die Bedrängnisse aber verschwunden. Diese treten jedoch während der Heimfahrt umso stärker auf. Die Dämonen nehmen Rache. Dies ist HEIKE aber gewohnt.

 

 Um es an dieser Stelle zusammen zu fassen. HEIKEs Glaubenszeugnis lautet: Von der Besessenheit zum Glauben. Nicht die Besessenheit als Folge einer Verfluchung steht im Vordergrund, sondern ihr Weg zu JESUS CHRISTUS und der GOTTESMUTTER, den HEIKE besonders durch diese Vorfälle der letzten Jahre auf solch eindringliche Art und Weise erfahren und beschritten hat. Im Gegensatz zu Anneliese Michel ist sie in keinem christlich behüteten Elternhaus aufgewachsen. Ihr Leben war das eines normalen Menschen der 90er Jahre. Religiös eher desinteressiert, wurde sie vom Himmel gewürdigt, zu JESUS CHRISTUS zu finden und diesen außergewöhnlichen Glaubensweg öffentlich zu bezeugen. Sie gibt Zeugnis von der Existenz Satans, aber noch mehr von denen, die den endgültigen Sieg über die Hölle errungen haben (Jesus, Maria, die Heiligen, die Engel). „Treibt Dämonen aus, heilt Kranke …“ (Mk 10,8) lautet der Auftrag des Heilands an seine Jünger, Priester und Laien gleichermaßen. Letzterem nachzukommen, fühlt sich HEIKE voll und ganz verpflichtet und wird es zu gegebener Zeit auch in die Tat umsetzen.

 

 Mir als ihrem Vertrauten hat sie Offenbarungen mitgeteilt, die nur sie und ich kennen. Ihre Bewahrheitung wird die Zukunft zeigen. Aus diesem Grund ist meine Veröffentlichung zu ihrer Person und ihrem Auftrag noch lange nicht beendet. Aber auch die nächsten Wochen, Monate und Jahre werden unter dem gleichen Motto stehen: ALLES ZUR GRÖSSEREN EHRE UND VERHERRLICHUNG GOTTES.

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