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Das Leben von Pater Pio
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«In den Büchern suchen wir Gott, im Gebet finden wir ihn» erklärte Pater Pio immer wieder.

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Pater Pio Dokumantarfilm

Audio Pater Pio

DIE KINDHEIT IN PIETRELCINA  

Das ganze Leben des Padre Pio's war ein geheimnisvoller Aufstieg zu unserem Herrgott. Es war ein langer Weg, der in Pietrelcina begann und in San Giovanni Rotondo endete. Sein Leben war übersät mit Momenten des Bündnisses und der perfekten Identifikation, angefangen mit den Opfern Christi bis hin zum Leiden und Schmerz. Er respektierte stets die Regeln des Kapuzinerordens, dessen bewundernswerter Vertreter er war.

Pietrelcina ist ein kleines Dorf, das zwischen den Tälern der Provinz Benevento liegt. Die gesunde Luft ist sein einziger Reichtum. Die wenigen Einwohner, Schäfer oder Bauern, bearbeiten ergebend die kleinen Landstücke und bringen die wenigen Schafe auf die Weide. Hier wurde Francesco Forgione, der spätere Padre Pio, am 25. März 1887 als Kind von Grazio Forgione und Maria Giuseppa Di Nunzio, in einem modrigen Haus mit zwei Zimmern gleich allen anderen des Dorfes, geboren. Das neugeborene Kind wurde nur 13 Stunden nach seiner Geburt getauft, weil die Eltern befürchteten, es könne sterben wie es bereits den zwei Kindern widerfuhr, die vor Francesco auf die Welt gekommen waren.

Die ersten Lebensjahre des kleinen Francesco verliefen normal ohne nennenswerte Ereignisse, obwohl eine gewisse Ruhelosigkeit und Ungestüm seines Wesens auffallend war. Nachts hielt er die ganze Familie mit seinen Tränen wach und der Vater verlor oft die Geduld und schimpfte ihn heftig aus. Francesco hatte noch fünf weitere Geschwister und die Familie war sehr fromm; Sie beteten regelmäßig vereint am Herd und beachteten die Gebote und die Bräuche der Kirche.

Die Eltern achteten sehr darauf, ihren Kindern den Glauben einzuimpfen und oft griffen sie auf die Drohung zurück, nachsichtig, es versteht sich, jede Missetat dem Beichtvater zu erzählen, wenn sie sich nicht schicklich benehmen würden. Im Laufe der Zeit wurde Francesco ein immer ruhigeres und folgsameres Kind. Mit ungefähr sechs Jahren schickte ihn der Vater zusammen mit einem anderen Schäfer, namens Baldino Vecchiarino, der einige Jahre älter war als er, auf die Weide.

Es ereignete sich tatsächlich, daß Francesco während der lang andauernden Stunden zwischen den Feldern mit Beten anfing. Er betete lange, einmal kniend auf der Erde, nachdem er ein großes Kreuz auf den Boden gemalt hatte; ein anderes Mal stehend und zum Himmel aufschauend. Sein Begleiter blieb die ersten Male bestürzt und vielleicht erschreckt durch Francescos ungewöhnliches Verhalten, so daß er sich stets beeilte, jede Einzelheit den Eltern zu erzählen, die ihm jedoch nicht Glauben schenken wollten. Manchmal setzte auch er sich mit dem Freund zum Beten hin, aber er unterbrach sein Gebet immer wieder und hielt es nicht soviele Stunden aus wie hingegen Francesco.

Man weiß nicht viel über die Kindheit des Padre Pio. Wir wissen nur, daß er die Grundschule des Stadtteils Castello besuchte und daß er ein eifriger Schüler war; er zog es oft vor, zu lesen anstatt mit seinen Altersgenossen zu spielen. Nur ungern nahm er an gewaltsamen Spielen teil und ein wenig grausamen, die typisch für Kinder sind. Wenn er einige Schimpfwörter oder schlimmer, einige Flüche hörte, brach er in Tränen aus. Es wechselten sich Momente der ausgeglichenen Unbeschwertheit mit Momenten der großen inneren Verwirrungen ab. Wenn ihn etwas tief im Inneren betrübte, verfinsterte sich sein Gesicht und es schien, als ob er litte.

Mit zehn Jahren ging er zur ersten Heiligen Kommunion und mit zwölf Jahren erhielt er das Sakrament der Konfirmation. Schon früh lernte er in der hl. Messe zu dienen, mit solch einer Andacht, daß jede Mutter seinen engelhaften Ausdruck und seine tiefe Gläubigkeit bewunderte, die durch sein Äußeres und durch seine Gestiken sichtbar wurde.

In allen Biographien des Heiligen berichtet man die Episode des Wunders in der Wallfahrtskirche von Altavilla Irpina, die er als Kind besucht hatte. An diesem Ort begleitete er seinen Vater eines Sonntags auf Wallfahrt und eben an diesem Tag vollzog sich die Heilung eines verkrüppelten Kindes, das die Mutter in einem Akt der Verzweiflung auf den Altar drückte, so als ob sie es dem Herrgott zurückgeben wolle. Padre Pio blieb verwirrt durch diesen Vorfall, bestärkte aber in seinem Glauben und eben dort machte er den Glaubensschwur, der während des ganzen Lebens nie schwankte. Ein anderer bedeutender und bestimmender Moment für seine Berufung war die Begegnung mit Bruder Camillo, ein Kapuzinermönch mit einem langen weißen Bart, der sich in Pietrelcina befand, um Allmosen zu sammeln. Er beeinflußte den zukünftigen Bruder insofern, daß er ihn überzeugte, den Kapuzinerorden zu wählen.

 


   

NOVICE IN MORCONE

 

Nach Beendigung der Schule, verkündete Francesco der Mutter, daß er vorhabe, Mönch zu werden; In Wahrheit wunderte sich die Mutter nicht sehr über das Vorhaben des jungen Sohnes, es schien eher ein voraussehbares Ereignis zu sein und er beschloß, es nur den nächsten Verwandten mitzuteilen.

Am 6. Januar 1903 trat er in das Kloster von Morcone ein, das nur wenige Kilometer von Pietrelcina entfernt lag.

Mit 15 Jahren verließ er für immer die Welt, in der er geboren war und bereitet sich darauf vor, Kapuzinermönch zu werden. Bruder Camillo in Person empfing ihn und er war auch das Instrument Jesu, durch den ihm die Berufung zur Priesterschaft ins Herz gelegt wurde. Am 22. Januar 1903 entledigte sich Francesco unter dem Namen Bruder Pio seiner Kleider vor dem Provinzialvater Pio von Benevento, um sein ganzes Leben dem Herrgott zu widmen.

Die Jahre des Noviziats waren hart, die Zelle in der er schlief war so klein, daß sie mit Mühe sein Bett, einen Strohsack, einen Stuhl und ein Tischchen faßte. Die Kälte war durchdringlich und das Essen spärlich. Aber es schien, daß Bruder Pio diese Entbehrungen nicht bemerkte. Er verbrachte seine Tage in vollkommener Einsamkeit und im Gebet vertieft.

Wenn er mit den Mitbrüdern zusammenkam, in Momenten der Erholung, beteiligte er sich nicht an den Diskussionen und den Unterhaltungen. Er zog es vor, mit Meditation und Gebet fortzufahren, fast eine mystische Besessenheit.

Gegen Ende des Jahres 1903, hatte Bruder Pio eine Vision, die er seinem Beichtvater erzählte und die sehr gut seine geistige Einstellung über das Leben, seine Nächstenliebe, sein tiefer christlicher Glaube und die große Aufopferung für alle Leidenden und Schwachen beschreibt. In dieser Vision hatte er an seiner Seite einen wunderschönen Mann, der ihn anspornte, mit Würde und Tapferkeit zu kämpfen: Sie befanden sich vor einer weiten Fläche, wo auf einer Seite in einer Reihe Männer ganz in weiß gekleidet und mit außergewöhnlich schönen Anblick aufgestellt waren. Diesen gegenüber waren Männer ganz in schwarz gekleidet und mit widerwärtigem Anblick. In der Mitte der zwei Scharen befand sich ein riesengroßer Mann, schrecklich anzusehen, gegen den der junge Francesco kämpfen sollte, mit Hilfe seiner Wundertätigkeit. Das Gefecht fand statt und hatte schreckliche Ausmaße, aber am Ende konnte er alle Bösen und Häßlichen besiegen und in die Flucht schlagen. Der Bruder erhielt eine wunderbare Krone und es wurde ihm eine andere versprochen, wenn er sein ganzes Leben gegen die Bösen kämpfen würde. In dieser Vision triumphierte das Gute über das Schlechte und das ganze Leben von Padre Pio war von diesem Ziel bestimmt.

Am 22. Januar 1904, in Anwesenheit der Eltern und der ganzen Gemeinde, versprach Bruder Pio Gott in Gehorsam, in Armut, in Keuschheit, nach dem Beispiel des Bruders von Assisi zu leben.

 


 

 

DIE NÄHERUNG AN DIE PRIESTERWÜRDE

 

Vom Kloster Morcone ging Bruder Pio in das von Sant' Elia in Pianise, wo er bis 1906 blieb. Hier begann er mit dem Studium der Philosophie und machte sich auf, Priester zu werden. Darauffolgend ging er in das Kloster von San Marco La Catola in der Provinz von Foggia. Während dieser Jahre war der Unsrige stets ein leidenschaftlicher Student und ein inbrünstiger Verfechter der Regeln seines Ordens. Es war aber auch in dieser Periode, daß sein körperlicher Zustand kränklich wurde; seltsame Symptome überfielen ihn wie plötzliches Erglühen und Totenblässe, Schwäche, die ihn niederwarfen zum Punkt der totalen Essensverweigerung. Er litt auch unter Schmerzen in der Brust, unter dauernden Husten, unter Schweißausbrüchen und von Zeit zu Zeit unter hohem Fieber, von dem man die Ursache nicht kannte.  

 

Eines Abends im Juli 1907 stand einer seiner Betbrüder ihm bei, nachdem er klägliche Laute aus seiner Zelle hörte; man dachte, daß ein Aufenthalt in seinem Geburtshaus, in den Tälern, wo die Luft derart sauber war, seinen gesundheitlichen Zustand verbessern könnten. Tatsächlich kehrte Bruder Pio für einige Monate nach Pietrelcina zurück und es schien, als ob er eine gewisse Erleichterung gefunden hätte. Am Jahresende zog er nach Serracapriola und dann, im Februar 1908, wurde er in das Kloster von Montefusco, in der Provinz von Avellino geschickt. Am 10. August wurde er im Dom von Benevento zum Priester geweiht, in Anwesenheit seiner Mutter und Geschwister, der Vater war abwesend, weil er nach Amerika ausgewandert war. Francesco war zu diesem Zeitpunkt 23 Jahre alt.

Vier Tage später sang er seine erste Messe in der kleinen Kirche von Pietrelcina und er schrieb wie folgt auf die Gedenktafel, die an sein Heiliges Werk erinnern soll:

Jesus, mein Atem und mein Leben

heute, daß ich ängstlich dich erhebe

in ein Geheimnis der Liebe

mit dir sei ich für die Welt

Weg, Wahrheit, Leben

und für dich heiliger Priester

vollkommenes Opfer.

 


 

 

DIE GÖTTLICHEN VISIONEN UND DIE SELTSAMEN UNBEHAGEN

 

In dieser Periode wurden Padre Pio zahlreiche göttliche Visionen gegeben, aber er wurde auch von teuflischen Qualen heimgesucht: Seine Haltung solchen Phänomenen gegenüber war sorglos; wie die Haltung eines Mannes, der aus Liebe zu Gott alles auf sich nimmt. Er sprach über diese Erscheinungen mit seinem geistlichen Vater, Padre Benedetto aus San Marco in Lamis und mit seinem Beichtvater, Padre Agostino. Er sprach auch manchmal von akuten Schmerzen in der Herzgegend, die bis in die Hände und in die Füße zu gehen schienen und ihn die ganze Woche von Dienstag bis Samstag quälten.

Wir erfuhren aus einem Brief, den Padre Pio an seinen geistlichen Sohn schrieb, von einer solchen Erscheinung, als sich ihm Jesus direkt nach der Heiligen Messe näherte.

"Mein Sohn, laß nicht ab, aufzuschreiben, was du heute aus meinem Mund vernimmst, weil du es nicht vergessen mögest. Ich bin wahrheitsgetreu. Keine Kreatur wird sich verirren, ohne es zu wissen. Ganz anders ist das Licht der Finsternis.

Die Seele, mit der ich sprechen will, werde ich immer anziehen; die List des Teufels hingegen strebt danach, sie von mir abzuhalten. Die Befürchtungen um die Gesundheit, die die Seele in bestimmten Momenten des Lebens fühlt, sie haben mich als Urheber. Man erkennt sie am Frieden und an der Seelenruhe, die sie nach sich ziehen, wieder. "

Padre Pio betete viel, auch neben den Gebetstunden der Bruderschaft. Er betete viele Rosenkränze, bis zu 15 Stück an einem einzigen Tag.

Er blieb in Pietrelcina für sechs Jahre und verbrachte sein Leben zwischen den Gebetstunden damit, den Armen beizustehen, mit hilfsbedürftigen Familien zusammenzukommen, um ihnen Trost zu spenden und die Kleinen des Dorfes zu unterrichten.

In Foggia lebte eine edle Dame, namens Raffaelina Cerase, franziskaner Tertiarierin, die durch ihren Beichtvater, Padre Agostino aus San Marco in Lamis von Padre Pio gehört hatte. Padre Pio begann mit dieser Dame einen sehr regen Briefwechsel, mit dem er sein religiöses Wissen erweitern wollte und er wollte sie mit seinen Ratschlägen geistig bereichern. Unterdessen ging Padre Pio in das Kloster von Sant' Anna, von wo aus er sich jeden Tag nach Foggia begeben konnte, um sie zu besuchen, ihr beizustehen und um ihr Trost zu spenden, da sie schwer erkrankt war. Als die Kranke am 25. März 1916 verstarb, sendete Padre Benedetto an die Kapuzinerkommune von Sant' Anna die Anordnung, Padre Pio aufzuhalten, sei es "tot oder lebendig", und Padre Pio gehorchte.

Im Kloster von Sant' Anna durchschritt Padre Pio eine Periode der Freude und Redseligkeit, indem er viel Zeit mit den anderen Brüdern verbrachte. Er betete mit dem üblichen Eifer und jeden Tag kam eine große Schar von Leuten ihn besuchen, um seine Ratschläge und seinen seelische Unterstützung zu erhalten. Auch hier fuhren die Krankheiten fort, ihn zu verfolgen, ohne daß er ein wenig Frieden finden konnte. Sein Körper war von Zittern, Schweißausbrüchen und sehr hohem Fieber gepeinigt. Er befand sich in totaler Erschöpfung.

Des Nachts geschahen in seiner Zelle unerklärliche Dinge; laute Geräusche erschreckten seine Mitbrüder. Diese fragten sich, was sich wohl zwischen den Mauern zutrage und Padre Pio antwortete, daß er unentwegt jede Nacht mit dem Teufel kämpfe und da er diese Kämpfe stets siegreich beendete, zöge sich der Teufel dann mit Getöse zurück.

Es schien schwer, diesen mittelalterlichen Phänomenen Glauben zu schenken, aber Monsignor D' Agostino, der Bischof von Ariano Irpino und Padre Paolino von Casacalenda, die in dieser Periode in der Bruderschaft waren, wurden Zeuge.


 

 

 

IM KLOSTER VON SAN GIOVANNI ROTONDO

 

Es war Padre Paolino, der um die Erlaubnis bat, Padre Pio nach San Giovanni Rotondo zu bringen, damit er die gute Luft dieses Ortes atmen könne. San Giovanni Rotondo ist ein Ort, der auf dem Berg Gargano gelegen ist, der Spor Italiens, der das Tiefland von Apulien vom adriatischen Meer trennt. 

 

 

 

Bis vor einigen Jahrzehnten gab es dort nur wenige Bewohner und einige Viehbesitzer, die ihr Vieh eifersüchtig im Haus bewachten, da es die einzige Quelle des Reichtums war. Heute ist San Giovanni Rotondo das obligatorische Ziel aller Gläubigen und die Quelle der Hoffnung und des Trostes für die Leidenden.  

Als Padre Pio sich das erste Mal nach San Giovanni Rotondo begab, befand sich das Kloster mit dem Kirchlein Santa Maria delle Grazie am Ende einer ansteigenden nicht befestigten Landstraße von vielleicht zwei Kilometer Länge. Es war ein angenehmer und einsamer Ort, der das Gebet und die Meditation begünstigte und Padre Pio fühlte sich sofort inspiriert und von tiefer Dankbarkeit erfüllt.

Padre Pio erholte sich innerhalb kurzer Zeit sowohl geistig als auch körperlich. Er sammelte Energie und war in der Lage, sein Werk des Trostes und der seelischen Hilfe für alle Gläubigen, die sich an ihn wandten fortzuführen. Er half allen, die ihn um Rat fragten oder Trost brauchten.

Im Kloster von Santa Maria delle Grazie verbrachte Padre Pio fast alle Tage im Gebet und mit der Lektüre religiöser Bücher. Am Abend unterrichtete er denen, die es wünschten, gemäß seines Beispiels zu beten. Er war großzügig mit Ratschlägen und Lehren. Er führte auch die tägliche Meditation ein und wünschte es, das seine Schüler den Gehorsam übten. tadellos und bescheiden seien.  

 

Santa Maria delle Grazie   im Jahr 1998
links der Beichtstuhl von Pater Pio

 

Padre Pio blieb in San Giovanni Rotondo von August bis Dezember 1916, als er in die Armee eingezogen wurde, während des Krieges von 1915-18.

Am 18. Dezember 1916 mußte er sich bei der 10. Sanitätskompanie des Distrikts von Neapel melden. Seine militärische Karriere war im Ganzen nur eine kurze Parenthese, weil er im Lauf des Krieges bis zu seinem Ende verschiedene Male beurlaubt wurde wegen seines extrem kränklichen Gesundheitszustandes. Die Ärzte sahen ihn dermaßen unterernährt und leidend, daß sie ihn gerne für lange Perioden beurlaubten. Am 5. Mai 1918 wurde er definitiventlassen, damit "er zu Hause in Frieden sterben könne".

Für Padre Pio war es eine große Entbehrung San Giovanni Rotondo zu verlassen, derart, daß er seinen Superior bat, dem Kloster von Santa Maria delle Grazie definitiv zugeteilt zu werden. Nur zwei Tagen nach seiner unlimitierten Entlassung kehrte er in den Gargano zurück und dieses Mal für immer, beauftragt mit seinem Amt.

So schrieb er in einen Brief an seine Eltern: "Liebste Eltern,
nach einer ermüdenden Reise, bin ich in meiner Residenz San Giovanni, Rotondo angekommen. Der gute Padre Agostino von San Marco in Lamis hat mich begleitet und wir beteten den ganzen Weg mehrere Male zum Herrgott, daß er uns die Kraft geben möge, die Seelen der Leidenden zu heilen. Im Kloster bin ich mit meinen zwei Brüdern, Paolino und Nicola. Wir haben schon zusammen drei Rosenkränze für die Madonna rezitiert. Ich denke, hier für eint sehr lange Zeit zu bleiben und mich niemals wieder zu entfernen. Für mich ist es ein großer lag, auch wenn ich mich im Geist von etwas erstickt fühle, was mir Angst bereitet. Seid unbesorgt hinsichtlich meines Gesundheitszustandes. Meine Mitbrüder helfen mir und rufen Jesus stets an, damit er mir die Kraft gebe für Euch alle und die ganze Bruderschaft zu beten. Laßt Euch umarme" und betet zum Herrgott, Euer Sohn Padre Pio. "

Wenn man diesen Brief gelesen hat, ist es leicht die Emotionen zu verstehen, denen Padre Pio bei seiner Ankunft an seinem auserwählten Ort empfand. Der Ort, an dem er sein Amt ausüben sollte: Seine Seele war von der vollkommenen Hingabe zu Christus erfüllt. Und gerade hier in San Giovanni bekam er die Wundmale, dieses große unerklärte und unklärbare Wunder, das seine Leidenschaft für Christus bezeugt und die jetzt, immer mehr, ihn Christus ähnlich machen und ihm näher bringen.

 

 


 

 

DIE WUNDMALE

 

Die Wundmale sind die fünf Wunden Jesu, die sich bei Padre Pio in der Mitte seiner Hände und Füße und an der linken Seite zeigten. Die Verletzungen an seinen Händen und Füßen waren so tief daß sie von einer Seite zur anderen durch gingen, ohne daß das Blut je trocknen konnte.

Wir befinden uns tatsächlich vor einer übernatürlichen Tatsache, für die man keine logische oder wissenschaftliche Erklärung finden kann, nur lediglich eine Erklärung im Glauben findet. Die kirchlichen Autoritäten beschlossen, dieses unerklärte Phänomen zu beleuchten und glaubte, es sei nützlich, die Wunden von einem berühmten Arzt untersuchen zu lassen. 

Dabei richtete man sich an Professor Bignami, Pathologe an der Universität Rom, der behauptete, es handle sich um eine pathologische Krankheit, die mit Hilfe einer angemessenen und effizienten Behandlung kuriert werden könne. Solche Behandlungen erwiesen sich aber als unnütz. Andere Ärzte versuchten Diagnosen zu stellen, die in der Lage seien, eine Genesung herbeizuführen. Jedoch scheiterte jeglicher Versuch.

Die Wundmale waren jedoch nicht die einzigen unerklärlichen Phänomene, die Padre Pio trafen, auch wenn sie die weltweit Berühmtesten waren. Er hatte auch die Gabe der "Transverberation" .  

 

 

 

 

 

 

In einem Brief von August 1918 schrieb Padre Pio an seinen geistlichen Vater:

"Als ich am Abend des 5. Augustes unseren Jungen die Beichte abnahm, überkam mich plötzlich eine extreme Angst beim Anblick einer himmlichen Figur; die sich vor meinem irdischen Auge präsentierte. In der Hand trug sie eine Art Waffe, die einer sehr langen Eisenklinge ähnelte, mit einer scharfen Spitze. Mir schien es, als trete aus dieser Spitze Feuer aus. Es war ein einziger Vorgang, mit anzuschauen und zu beobachten, wie die Figur voller Kraft die oben erwähnte Waffe mir direkt in die Seele schleuderte. Ich sprach mühsam eine Klage aus. Ich fühlte mich sterben. Zu dem Jungen sagte ich, er möge sich zurückziehen, weil ich mich elend fühle und keine Kraft mehr habe, fortzufahren. Dieses Martyrium dauerte ununterbrochen bis zum Morgen des 7. Augustes an. Die Qualen, die ich in dieser Zeit erlitt, waren derart schmerzhaft, daß ich es Dir nicht beschreiben kann... Seit jenem Tag bin ich tödlich verwundet. Ich fühle im Innersten meines Herzens eine Wunde, die immer offen ist und die mich ununterbrochen quält. Mag dies die neue Bestrafung sein, die mir die göttliche Gerechtigkeit auferlegt?"

Also, für Padre Pio ist auch die Transverberation ein Zeichen der Bestrafung Gottes und nicht ein Zeichen der Liebe. Allerdings der geistigen Prüfung, der immer weiteren engeren Annäherung durch das Leiden an den Glauben zu Gott. Auf der anderen Seite zwang ihn aber sein menschlicher und einfacher Geist, alle außergewöhnlichen Sachen wahrzunehmen, die ihm widerfuhren. In einem anderen Brief an seinen geistlichen Vater schrieb er über die Wundmale:

'Liebster Vater,
Du Jesus, Born der Gerechtigkeit, der Du immer im Bewußtsein Eures Geistes glänzt, der umgeben ist von der mysteriösen Dunkelheit der von ihm selbst und direkt gewollten Prüfung. Vater weshalb seid Ihr so bekümmert und voller Furcht in Eurem Herzen? Beruhigt Euch, denn Gott ist mit Euch! Mir zerreist es das Herz, Euch in so großem geistigen Leiden zu wissen. Wieviele Stunden habe ich für Euch zum Herrgott gebetet ...Ihr bittet mich, von meiner Kreuzigung zu sprechen; was soll ich Euch mitteilen? Mein Gott! Welche Verwirrung und Demütigung muß ich verspüren, indem ich das kundtuen  muß, was Du Herr in diese klägliche Kreatur hineingelegt hast!

Es war am Morgen des 20. letzten Monats. Ich befand mich nach der Heiligen Messe im Chor; als ich von einer Müdigkeit überrascht wurde. Es war ähnlich eines süßen Traumes. Alle inneren und äußeren Sinne sowie der Zustand meiner Seele befanden sich in einer unbeschreiblichen Ruhe. Im Ganzen war eine unbeschreibliche Ruhe um mich herum. An die Stelle des vollkommenen Verzichts und des Zusammenbruches, trat ein großer Friede. All das kam wie ein Blitz. Und während all dessen, sah ich mich vor einer mysteriösen Gestalt, ähnlich der des 5. Augustes. Sie unterschied sich von der Ersten nur darin, daß sie an den Händen, Füßen und an der Rippengegend blutete. Ihr Blick war erschreckend. ..Das was ich in diesen Sekunden fühlte, weiß ich nicht zu sagen... ich fühlte mich sterben und ich wäre auch gestorben, wenn der Herrgott nicht eingegriffen hätte, dem Herzen beizustehen, das ich in Stücke zerspringen fühlte.

Der Anblick der Gestalt verschwand und ich bemerkte, daß meine Hände, Füße und Rippen durchbohrt waren und Blut heraussickerte. Stellt Euch die Qual vor; die ich durchlebte und die ich fast täglich durchlebte. Aus der Verletzung der Rippen fließt von Donnerstag Abend bis Samstag ständig eine Art Blut aus. Mein Vater ich sterbe vor quälenden Schmerzen und vor andauernder Verwirrung, die ich im innersten meines Herzens spüre. Ich habe Angst zu verbluten, und wenn der Herr nicht die Klage meines Herzens hört und nicht dieses von mir abnimmt.

Wird mir Jesus diese Gnade erweisen, der doch so gut ist? Wird er wenigstens diese Verwirrung von mir nehmen, die ich deswegen durchmache? Mein Vater; jetzt daß mein Innerstes Euch bekannt ist, verachtet es nicht, mir das Wort des Trostes in Mitten einer so blühenden und harten Bitterkeit zukommen zu lassen. Ich bete immer für Euch, für den armen Padre Agostino, für alle. Segnet mich immer, Euer untergebenster Sohn, Bruder Pio".

Am Abend des 5. August, hatte Padre Pio die Transverberation erhalten. D.h. die Wunden an der Rippe, ein mystisches Phänomen, das auch der Sankt Teresa D' Avila widerfuhr. Alle diese Phänomene wurden recht schnell allgemein in der Öffentlichkeit bekannt, auch wenn Padre Pio mit seiner menschlichen und diskreten Persönlichkeit nichts unternahm, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen; das geschah und in einer außerordentlichen Art und Weise, in Konsequenz der Außergewöhnlichkeit der mystischen Ereignisse, deren Objekt er in San Giovanni Rotondo war. Im Laufe weniger Jahre wurde der Wallfahrtsort eine obligatorische Etappe für alle Gläubigen, vom Glauben angetrieben und in der Hoffnung, Padre Pio zu sehen oder anzufassen.

Manchmal verwandelte sich aber die höchste Andacht in Fanatismus und der Bruder war gedrängt und gepeinigt von den unaufhörlichen Bitten der Leute.

 

 


 

ANDERE GEHEIMNISSE: DER DUFT DIE BILOKATION

 

Es wurde viel von dem intensiven Duft, den Padre Pio ausstrahlte, gesprochen. Es war ein liebliches Parfum, das den Duft von Jasmin, Rosen und Veilchen verbreitete. Dieses Parfum war natürlich nicht mit den üblichen im Handel käuflichen Düften zu vergleichen und seine Gläubigen nannten es den Duft der Heiligkeit. Für die Wissenschaft nennt sich dieses Phänomen "Osmogenesia".

Der Arzt Romanelli, der damit beauftragt war, die Wundmale zu begutachten, schrieb in einem Brief vom 7. November 1920 wie folgt: "im Jahre 1919, also begab ich mich das erste Mal nach San Giovanni Rotondo. Sobald ich Padre Pio vorgestellt wurde, ging von ihm ein bestimmter Duft aus, so daß ich dem hochwürdigen Vater E. E. da Valenzano, der mich begleitete, sagte, daß es mir als keine gute Sache erschiene, daß ein Bruder Parfum benutze.

Während der anderen zwei Tage des Aufenthaltes in San Giovanni Rotondo bemerkte ich keinen Duft mehr, obwohl ich mich in der Zelle aufhielt und immer in Begleitung von Padre Pio. Bevor ich abfuhr und das war in den Nachmittagsstunden, während des Hinabsteigens der Stufen, vernahm ich auf einmal denselben Duft wie am ersten Tag, wenn auch nur für einige Augenblicke.

Und halten sie es im Gedächtnis, Hochwürdiger Vater, daß es keine Suggestion meinerseits war; erstens, weil mir niemand von einem solchen Phänomen erzählt hat und dann, falls ich suggestiert gewesen wäre, hätte ich diesen Duft immer und nicht nur hin und wieder riechen müssen. Und ich wollte diese aufrichtige Erklärung machen, weil es eine zu übliche Gewohnheit ist, diese Phänomene der Suggestion zuzuschreiben, die sich aber nicht erklären lassen. "

Das Phänomen der Bilokation ist es in der gleichzeitigen Anwesenheit an zwei verschiedenen Orten. Offensichtlich ist diese Begebenheit derart außergewöhnlich, daß es keine rationale Erklärung dafür gibt. Die Möglichkeit dieses zu glauben und dieses zu akzeptieren ist nur im Glauben zu finden. Es gibt viele Beweise der Bilokationsfälle im Falle Padre Pio's.

Berühmt ist der Fall, als dieser neben General Cadorna stand, obwohl er sich in seiner Zelle befand, und seinen Selbstmord nach der Niederlage von Caporetto verhinderte. Oder als er sich am Sterbebett des Monsignor Schinosi zeigte, der ihn zum Priester geweiht hatte. Ferner wollen wir an das Zeugnis des Don Orione erinnern, der berichtete, er habe Padre Pio in San Pietro gesehen, zur Heiligsprechung der Heiligen Teresa der Kinder Jesu.

Mutter Speranza, die im Duft der Heiligkeit gestorben ist, erzählte, daß sie Padre Pio während eines ganzen Jahres in Rom gesehen habe. Jeden Tag, obwohl es bekannt ist, daß er nur ein einziges Mal in Begleitung seiner Schwester in Rom war.  

 


 

 

DIE GABE DIE HERZEN ZU ERFORSCHEN  

Ein weiteres geheimnisvolles Phänomen, das der Kapuzinerbruder besaß, war das Durchdringen der Herzen. Diese Fähigkeit gab ihm die Gabe, in den Herzen der Menschen zu lesen wie in einem offenen Buch. Es schien, daß dieser schon bevor er die Leute traf, in der Lage war, ihre Lebensumstände, die Tatsachen und die wichtigsten Ereignisse über sie zu wissen. Darüber hinaus wußte er zu verstehen, ob in ihren Herzen Liebe zu Christus vorhanden sei oder Gleichgültigkeit. Kraft dieses Charisma, tadelte er mal die Gläubigen, die sich ihm in schlechter Art näherten, bis soweit, daß er ihnen die Beichte verweigerte oder sie sogar eigenhändig aus der Wallfahrtskirche jagte. All dies machte er immer nur in der Absicht, damit sich die Menschen Gott und dem Glauben näherten. 

 

 

Der berühmte Beichtstuhl von Pater Pio
in der Wallfahrtskirche
Santa Maria delle Grazie

 

 

Man erzählt sich, daß sich eines Tages Cesare Festa von ihm die Beichte hat abnehmen ließ. Padre Pio, noch bevor der andere anfing zu sprechen, sagte ihm, daß er ein Freimaurer sei und in diesem Sinne die Aufgabe hätte, die Kirche von der politischen Sicht aus zu verteidigen. Also fixierte Padre Pio ihn lange mit den Augen, er nahm ihn bei den Händen und begann von der Größe und der Großzügigkeit Gottes zu sprechen und erzählte ihm die Parabel des Wundersohnes. Es ereignete sich so, daß der Freimaurer sich vor ihn hinkniete, um seine Sünden zu beichten und um Sühne zu bitten.

Padre Pio hatte auch die Gabe der Prophezeihung, wie als er dem Kardinal Montini voraussagte, daß dieser Papst werden würde, wie es auch geschah.

Alle diese übernatürlichen Gaben bewirkten aber nichts anderes, als sein Leiden zu verschlimmern. Die Wundmale quälten ihn in unbeschreiblicher Weise. Das Blut, das er ständig aus den offenen Wunden verlor, entkräftete ihn. Der zerreißende Schmerz der Wunde an den Rippen war eine tägliche Pein. Trotzdem war Padre Pio glücklich über die Leiden, da er darin das einzige Mittel sah, die Rückkehr der Menschen zu realisieren. Der Schmerz als die Buße der Weltsünden. Manchmal geriet er in Wut über die Sünder, die sich zu ihm begaben und ihn um Vergebung baten. Er verhielt sich entgegen seiner Natur und nahm eine harte Haltung ein. In einigen Fällen brachte er es fertig, am Ende die Absolution zu verweigern. 

Im Ganzen ist der Grund dieser Haltung in der Notwendigkeit zu finden, "... bestimmten Seelen einen Anstoß zu geben, weil man bei bestimmten Arten von Sünden leicht von der Beichte zur Sünde und von der Sünde zur Beichte geht. " Andere Male ist die Erklärung seiner weniger orthodoxen Methode pure Selbstverteidigung, weil die Menschen ihn erstickten, indem sie ihn immer zu berühren wollten, ihn küssen wollten, quasi daß sein Körper der kürzeste Weg sei, um die Erlösung und die Rettung zu erlangen. Und Vater Pio hatte fast Angst vor diesen Veranstaltungen, die er als zu überschwänglich und als reinen Fanatismus betrachtete.

 

 


 

 

DIE FEINDE DES GLAUBENS

Wir sprachen über die unvorstellbaren physischen Leiden des Padre Pio, die durch die Wundmale und die Transverberation hervorgerufen wurden. Recht bald darauf kommen zu diesen tiefgreifende geistige Leiden hinzu, die von einer verleumderischen Kampagne verursacht wurden, die gegen ihn von einer Partei des Klerus durchgeführt wurde, die offensichtlicht nicht erfreut über das Aufsehen waren, das um die Person Padre Pio's und um die Kirche von San Giovanni Rotondo gemacht wurde. Mit der Ausbreitung der Nachricht über die Wundmale, formierte sich eine starke Opposition, die dazu tendierte, solche Begebenheiten lächerlich zu machen und ihn als Betrüger, der in der Verkleidung eines Bruders operiert, darzustellen. Man sagte, daß Padre Pio vielleicht ein Psychopath wäre, der sich die Wunden selbst suggestiere; man sagt von allem etwas.

Padre Pio hingegen, mit seinem menschlichen und ehrbaren Charakter, intolerant gegen jeglichen kleinen Abfall der Qualität des Kirchenamtes; überzeugter Integralist bezüglich der Auslegung der Worte Gottes, hat sich nicht wenige Feindschaften im lokalen Klerus gemacht.

Es war eigens Monsignor Pasquale Gagliarde, Erzbischof von Manfredonia, der das Problem vor der Kongregation des Heiligen Amtes in Rom vorgebracht hat. Die damalig denominierte Kongregation für die Glaubensdoktrin behauptete, daß Padre Pio ein Besessener sei. Von da ab mußte der Heilige Stuhl eine Meinung einnehmen und mit dem Ziel, beauftragte er eine Reihe von Sachverständigen, um zu begutachten, was sich mit Padre Pio zutrug. Wir haben den Bericht des Professor Bignami erwähnt, der sich in dem Sinne äußerte, jegliche mystische Natur der Wunden des Padre Pio zu verneinen. 

Doktor Romanelli verkündetet eine klare Antithese hinsichtlich seines Vorgängers, indem er bestätigte: 'als ich Padre Pio das erste Mal besuchte, zeigte die Wunde der Brust einen Schnitt genau parallel zu den Rippen, 6 bis 7 cm lang und sehr blutig. Die Verletzungen an den Händen, als ich sie das erste Mal sah, waren von einer geschwollenen Haut bedeckt, die rotbraun schien. Es war die Überzeugung, vielmehr die Sicherheit, daß diese Wunden nicht oberflächlich sein konnten. Denn als ich einen bestimmten Druck mit meinen Fingern ausübte und die ganze Hand an dieser Stelle umfaßte, hatte ich den Eindruck, daß zwischen den beiden Verletzungen Leere sei. "

Der Heilige Stuhl war aber immer noch nicht zufrieden und so beauftragte er andere Experten, den Professor Giorgio Festa, der wie folgt Bericht erstattete: "während ich die Wunden an den Händen und an der Seite untersuchte, rannen schwach aber kontinuierlich Blutstropfen aus ihren Konturen. ..um die Verletzung Padre Pios gut untersuchen zu können, half ich ihm selbst, die Strümpfe auszuziehen und sofort nahm ich wahr, daß sie reichlich mit Blut gefüllt waren. "

Im Jahre 1923 beschloß der Heilige Stuhl, mit einem Erlaß des Heiligen Amtes, indem er behauptete, daß die Phänomene, die Padre Pio zugeschrieben wären keine übernatürlichen Charakters aufwiesen. Es wurden eine Reihe von Restriktionen für ihn erhoben. Er durfte nicht mehr die Heilige Messe in der Öffentlichkeit zelebrieren, nur noch in einer inneren Kapelle des Klosters. Er durfte weder die Beichte abnehmen, noch die Gläubigen in Empfang nehmen. Sogar verbot man ihm die Führung jeglicher Korrespondenz. Neben diesen restriktiven Maßnahmen und Strafen, die Padre Pio auferlegt wurden, forderte der Heilige Stuhl die Gläubigen auf, es zu unterlassen, Padre Pio in der Wallfahrtskirche zu besuchen.

Wahrscheinlich war die kirchlich römische Autorität von dem Fanatismus beunruhigt, der sich um die Person des Bruders und das Phänomen der Wundmale formiert hatte. Man fürchtete, daß die Andacht in Vergötterung ausarten könnte. Hier ist anzumerken, daß die Gläubigen sich bestimmt nicht von den Anweisungen des Heiligen Stuhls einschüchtern ließen, inso­fern, daß ein tumulthaftes Gedränge ausgelöst wurde, als sie davon erfuhren, daß sie Padre Pio ins Kloster von Santa Maria transferieren könnten.

Welche auch immer die Leiden Padre Pios sein mögen, vor dem Hintergrund all dieser Fakten, kommt der sofortigen Intuition nahe: Er war bestürzt und niedergeschlagen über allem, weil die Strafe von seiner Kirche aus kam, von denselben Brüdern, die ihm den Rücken zugekehrt hatten. Padre Pio fand Trost während dieser schmerzlichen Jahre, nur im Gebet und dies was ihn mehr zerriß war, daß er nicht mehr seine Hilfe an all die Seelen geben konnte, die sich an ihn richteten, um Mitleid zu erlangen:

Er schrieb folgendermaßen an Padre Bernardo von Alpicella: "Ich habe ihren Brief gelesen vor Jesus geheiligt und nur er weiß wieviele Tränen ich vergossen habe. Aber welche Tränen waren es? Ich weiß nicht, ob sie aus Freude oder aus Schmerz waren. Bestimmt ist, daß ich mich nicht wenig verletzt fühlte. Es war seit gestern, daß mein Geist sich alleine fühlte, völlig alleine, nur gegleitet von einer sehr innigen Überzeugung, gegen meinen Willen von allen verlassen zu sein. Vergeblich habe ich mich bemüht, mit Gott übereinzukommen, umsonst zu ihm zurückzukehren, alles verschweigend, alles, den Himmel selber nicht ausgeschlossen, der für mich aus Bronze geworden war. Ich habe ein halbes Inferno gelitten: Ich sage ein halbes, weil auch in Mitten eines so herzzerreißenden Martyriums fühlte ich mich noch nicht ganz verzweifelt. "

Ein weiterer Brief von ihm:

"Mein hochwürdiger Vater Bernardino hat mir Ihren Brief übergeben und ich überlasse Euch die Vorstellung, welche Qual er in meinem Herzen hervorgerufen hat. Ich fühle, daß meine Seele zerreißt und zerbricht, daß ich es nicht mehr ertragen kann. Mein Vater, welche Schmach haben Sie Euch geschrieben, obwohl sie wissen, daß sie nicht die Wahrheit sagen werden und verleumderisch lügen wollen. Dies ist also der Dank, den Sie mir erweisen, nachdem ich mein ganzes Leben meinem Heiligen Amte widmete. Nennt mir die Personen, sie sich nie erlaubt haben, zu meinem Beichtstuhl vor Ablauf von 8 Tagen zu gehen, und noch viel weniger habe ich anderswo mit ihnen besprochen, wie sie euch fälschlicher Weise berichteten. ..was dann das Küssen meiner Hände während der Beichte betrifft, das weiß Gott und das wissen all diejenigen, die sich in unserer Kirche befanden, wieviele Male ich sie deswegen gescholten habe. Und, daß wenn ich es nicht schaffte sie davon abzuhalten , welche Schuld trage ich daran? Hätte ich sie etwa Ohrfeigen sollen? Wenn wenigstens meine Hände gut gewesen wären, hätte ich es vielleicht auch getan. Wenn dann die Personen, von denen ihr mit berichteten, mir sagen ließen oder mir oder ihnen das sagten, was man sich hätte nie träumen lassen zu sagen, was soll man dann tun? Sie Gott anvertrauen und hoffen, daß Gott wieder alles gut werden läßt? Ihr sagt auch daß ich der Grund für den Unfrieden meiner Mitbrüder sei. Oh mein Vater; dieses zerreißt mir die Seele bis zur grausamsten Todesangst. Welchen Friede, habe ich denn je gestört? Mein Gott, verkürze mein Exil, welches ich nicht mehr ertragen kann. Ich bin so darauf bedacht, niemanden Frieden zu stören und keinen der da sei zu belästigen. Was meinen Frieden betrifft, sage ich, daß diese der härtesten Prüfung ausgesetzt ist. Aber deswegen beschuldige ich niemanden bis auf den Teufel. Ich lasse alle meinen Seelenschmerzen freien Lauf vor Gott und bemühe mich alles in meinem Herzen zu begraben. Und jetzt würde ich gerne, im Angesicht einer solchen Menge von ,Schmach, Verleumdungen und Zeugenaussagen die soviele sind, daß man aus ihnen einen Sargdeckel fabrizieren könnte, bin ich kurz davor; das ganze Inferno hinauszuschreien und zu fragen, welches Wort zu Gunsten der Wahrheit und der Unschuld gesprochen wurde? Hinsichtlich dessen, könnte ich tatsächlich die Geduld und den Kopf verlieren, wenn der barmherzige Herrgott nicht wäre und mir mit seiner reinen Gunst beistehen würde. Und jetzt, mein Vater, verzeiht mir, wenn ich euch traurig besorgt gestimmt habe. Es war nicht meine Absicht und ich will nichts mehr davon hören und Ihr seid mir Vater und ich wollte Euch nur einen Teil meines Seelenschmerzes zuteil werden lassen. "

Als das Bistum von Manfredonia dem Erzbischof Mons. Andrea Cesarano anvertraut wurde, änderte sich auch endlich für Padre Pio etwas. So erreichte das Kloster in der Tat, am 14. Juli 1933 die Nachricht daß Padre Pio erneut die Messe lesen könne.

Doch alsbald kam ein neuer Schmerz auf Padre Pio zu: es war der Tod seiner Mutter, die er immer innigst geliebt hatte.

Sie hatte sich für die letzten Jahre ihres Lebens nach San Giovanni Rotondo begeben um ihrem Sohn den sie wie einen Heiligen anbetete und verehrte näher sein zu können. Durch diese körperliche Nähe war es ihr möglich jeden Morgen die heilige Messe, die von ihm gelesen wurde zu besuchen. Wegen ihres nicht mehr so jungen Alters hatte sie Mühe die kleine Straße, die zur Kirche von Santa Maria delle Grazie führte, hinaufzusteigen, um das zu tun was alle Gläubigen taten, nämlich um ihm die Hände küssen zu können. Doch Padre Pio wollte niemals daß seine Mutter ihm die Hände küsse, und er wiederholte ihr immer wieder, er sei es der ihr die Hände küssen müsse und nicht umgekehrt.

In der Nacht des Weihnachtsfestes von 1928, es war eine kalte Nacht, voller Schnee, geschah es zum letztenmal, daß diese heilige Frau ihrem Sohn zuhören konnte. In der Tat erkrankte sie an einer schweren Lungenendzündung an der sie nach wenigen Tagen starb. Es war Padre Pio persönlich der ihr die letzte Ölung brachte, denn er sah den nahen Tod kommen. Und jener Schmerz dieses zu wissen war für ihn so zerreißend und niederschmetternd, daß die Ärzte die zu seinem Bett gerufen wurden, ernsthaft um sein Leben besorgt waren, denn er war drei Tage lang in Tränen aufgelöst, betend in seinem Bett geblieben.

 

 


 

 

DIE GRÜNDUNG DES HAUSES

"SOLLIEVO DELLA SOFFERENZA" 
(ERLÖSUNG DER LEIDEN)

Als es das erste mal geschah, daß Padre Pio von seinem Vorhaben sprach ein großes Krankenhaus zu gründen, um die bedürftigsten Kranken zu heilen, befand er sich in seiner Zelle, zusammen mit einem Gemeindearzt, dem Doktor Gulielmon Sanguinetti, einem Apotheker, Carlo Kisvaroaj, einem Agronom und Mario Sanvico, die alle seine geistigen Söhne waren. Es war ein kalter Januarabend des Jahres 1940 und es war Krieg. Und so sagte Padre Pio: "Von diesem Moment an wird mein großes Werk auf dieser Erde seinen Anfang haben.", und so legte er als erster eine Spende hierfür hin, eine Goldmünze, die er von einer alten Dame als Opfergabe empfangen hatte.

Diese großartige Idee Padre Pio's erwuchs aus seiner enormen Güte und aus seinem tiefen Wunsch die Schmerzen der Leidenden erleichtern zu wollen. Er hatte den körperlichen Schmerz und die Aufruhr die eine Krankheit verursachte kennengelernt. Und genauso kannte er die nicht immer geeigneten Behandlungen die den Kranken im Krankenhaus zuteil wurden, denn er hatte direkte Erfahrungen damit gemacht. Das was er gründen wollte war ein Ort, an dem man nicht nur die Krankheiten heilen könne, sondern auch den Geist des Erkrankten heilen könne. Er pflegte immer wieder zu wiederholen, daß man um die Sünden zu heilen den Glauben brauche, aber daß man um die körperlichen Leiden zu heilen sowohl gute Ärzte brauche als auch einen guten Ort brauche an dem der Kranke Unterstützung, Komfort und Respekt gegenüber seiner Krankheit erfährt.

Er träumte von einem großen Krankenhaus in der nähe seiner Kirche, ein Zufluchtsort für bedürftige Kranke, welchem er den Namen "Casa Sollievo della Sofferenza" geben wollte. Eine so großartige Idee fand sofort Unterstützung und alsbald fingen Spendengaben für ihre Verwirklichung einzutreffen. Der Bürgermeister von New York, der ursprünglich aus Foggia stammte, spendete 250 Millionen, und seinem Beispiel folgten sofort andere Personen. Sie schickten aus allen Teilen der Welt Spenden zur Verwirklichung dieses Traumes der Güte. Im Mai 1947 begannen die Bauarbeiten, und neun Jahre später, am 5. Mai 1956 wurde dieser große Gebäudekomplex von Kardinal Giacomo Lercaro eingeweiht. Er sagte: "Die Hand Gottes Befindet sich hier. Habt ihr es gemerkt in San Giovanni Rotondo? die ganze Welt hat es gemerkt. "  

 

 

Casa Sollievo della Sofferenza
Europas modernstes 
1.000 Betten-Krankenhaus

 

Es wurde ein großartiger Gebäudekomplex errichtet, der mit den modernsten medizinischen Geräten ausgestattet war. Von einigen Personen wurde er als zu luxuriös angesehen und das war der Grund weswegen ihm seine Gegner Vorwürfe machten, und ihn kritisierten... Vor allem warfen sie Padre Pio vor, zu kostbare Materialien, wie etwa Marmor verwendet zu haben, weswegen das Hospiz mehr nach einem großen Hotel, als nach einem Krankenhaus aussah. Aber nach der Meinung Padre Pio's sollte dies ein Ort sein, "...an dem sich die Menschheit wiederfinden soll wie mit Jesus Christus: wie eine geschützte Herde unter dem Schutz des Hirten. " alle sind gleich im Angesicht Christus', die Reichen wie die Armen. Bald kamen die größten italienischen und ausländischen Ärzte um ihren Dienst umsonst der Klinik zu Verfügung zu stellen.  

 

 

 

Hauskapelle für die Ärzte und Besucher 
des Krankenhauses
Casa Sollievo della Sofferenza

 

Heute nach über dreißig Jahren des Betriebes, funktioniert das Casa della Sofferenza immer noch, und es wird weiter ausgebaut, denn die Anzahl der Betten ist immer ungenügend, und die Kranken kommen in großen Mengen aus allen Teilen Italiens.

 

 


 

 

DIE BETGEMEINSCHAFTEN

 

Der zweite Weltkrieg wütete gerade, Italien war zerstört, und alle Völker litten unter dem Hunger. Pabst Pio XII Appellierte ohne Unterbrechung, daß man beten solle, denn das Gebet wäre die ein­zige Lösung die existiere um den Frieden herbeizuschaffen, und das Blutbad und die Zustände der Unordnung zu beenden. Und so richtete der große Pabst sein Wort an die Gläubigen : "Betet, betet, und betet nochmal. Das Gebet ist der Schlüssel zum Schatze Gottes. In jedem Kampf für das Gute und gegen das Böse ist es die Waffe des Kampfes und des Sieges. Kann man denn nicht anders als das Gebet anzuhimmeln? Ihm günstig gestimmt zu sein, mit ihm Gott anzuflehen und für es zu danken? Wir brauchen starke geschlossene Schlachtreihen von Männern und Jungen, die fest zu Christus halten und die jeden Monat das Brot des Lebens erhalten und andere dazu anhalten ihrem Beispiel zu folgen. "

Dieses war der Aufruf Pabst Pio's XII. Man sollte Betgruppen gründen, um das Wort Gottes anzuwenden und es zu verbreiten, um die Botschaft von Liebe und Brüderlichkeit der katholischen Religion in die Tat umzusetzen. Padre Pio erschuf die erste Betgemeinschaft schon im weit entfernten Jahr1940, als sich um ihn herum seine geistlichen Söhne versammelten, gab ihnen der Ordensbruder vom Gargano mit diesen Worten den Rosenkranz auf: "Betet, betet mit mir zusammen zum Herrn weil die ganze Welt das Gebet braucht. Und jeden Tag wenn euer Herz noch mehr die Einsamkeit dieses Lebens spürt, dann betet, betet zum Herrn, denn auch Gott braucht eure Gebete. "

Sehr langsam verbreiteten sich die Betgemeinschaften im Laufe der Jahre über die ganze Welt, weil jene die San Giovanni Rotondo verließen, nach­dem sie Padre Pio gesehen hatten und mit ihm gebetet hatten, gründeten sie nachher eine neue Betgemeinschaft.

Es ist nicht schwierig eine Betgemeinschaft zu gründen. Es reichen wenige Leute und ein Priester, der die Gruppe leiten möchte, sowie die Segnung des Bischofs. Zusammen betet man, und verbreitet die Lehren Padre Pio's und die Christus'. Man trifft sich ein oder zweimal im Monat.

Schon 1968 gab es 726 Betgruppen, von denen 668 in Italien, 21 in Frankreich, 8 in Australien, 6 in der Schweiz, 5 in Belgien, 5 in den USA, 3 in Deutschland, 2 in Luxemburg, 1 im Reich von Monaco, in Marokko, in Süd Afrika, Tunesien, Türkei, und EI Salvador.

 

 


   

 

ANDERE EHRLOSIGKEITEN: DER FALL "DER BANKIER GOTTES"

 

Padre Pio sah die Verwirklichung seines Traumes in der Gründung des Hauses " Sollievo della Sofferenza" (Erlösung des Leidens).

Leider begann Anfang der sechziger Jahre für den armen Ordensbruder eine neue Serie von Skandalen und Verfolgungen. Seinem Krankenhaus flossen große Summen von Geld zu; gestiftet von Gläubigen, die so mit dieser konkreten Hilfe ihrem Enthusiasmus für das wundervolle Werk Pafre Pio's Ausdruck verliehen. In großen Mengen floß Geld in die Kassen der Kirche von San Giovanni Rotondo und skrupellose Personen stürzten sich darauf. Unter ihnen befanden sich auch Geistliche verwirrt von Machtbesessenheit und Begierde.

In dieser Zeit verursachte der Skandal um den Bankier Giuffre viel Aufruhr. Sein Spitzname war "Bankier Gottes". Als Finanzangestellter verlieh er Gelder, zu übertrieben hohen Zinsen für die Verwirklichung von Wohltätigkeitswerken in Norditalien.

Wegen einer Reihe falscher Spekulationen wurde der Bankier also bald in einen Finanzzusammenbruch mit hineingezogen. Unzählige kirchliche Stiftungen, Betriebe und Handelsgesellschaften wurden davon beeinträchtigt. Wie auch die Geistlichen aus der Provinz von Foggia in den Skandal verwickelt durch ihre Beteiligung an Arbeiten, die durch die Vermittlung Giuffre zustande kamen, wandten sie sich an Padre Pio, der ihnen schon große Summen von Geld hatte zukommen lassen, um ihre Schulden auszugleichen. Und Padre Pio in seiner Güte und Großzügigkeit, hielt nicht inne in Verweigerungen und gewährte ihnen weitere Gelder. An diesem Punkt der Verwicklungen entbrannte ein großer Skandal in Bezug auf das Haus Sollievo della Soffrenza" und der Verwendung und Verwaltung der Gelder, daß seine Kassen aus allen Teilen der Welt zuflossen.

Selbst Padre Pio wurde in die Verwicklungen mit reingezogen. Der Vatikan beauftragte Kardinal Maccari, Licht in den Stand der Dinge zu bringen und festzustellen, ob die umgehenden Gerüchte auf Tatsachen beruhen oder nicht. So begann der Kardinal mit einer Art Inquisition des Ordensbruders vom Gargano mittels eines Untersuchungsgespräches mit all den Personen, die mit der Kirche und dem Krankenhaus zu tun hatten. Einige Ordensbrüder wurden gar an andere Orte versetzt, weil sie Padre Pio zu heftig verteidigten.

Der gesamte Schriftwechsel wurde geöffnet und untersucht, um einen sicheren Anklagepunkt herauszufinden. Nie konnte etwas Falsches nachgewiesen werden, noch konnte bewiesen werden, daß die Gelder aus Padre Pio's Krankenhaus für nicht legitime Bestimmungszwecke ausgegeben wurden. Nichts desto trotz war Padre Pio sehr erbittert über die Unruhen und die üblen Nachsagen, die ihm zu Last gelegt wurden.

Emanuele Brunatto, einer seiner geistlichen Söhne verfasste eine umfassende Beschreibung der Vorfälle, die Padre Pio verteidigen sollte und präsentierte sie den Vereinigten Nationen. Genauso war er es, der in einem Brief an den Vatikan sein ganzes Bedauern ausdrückte über die unwürdige Behandlung Padre Pio's.

Wegen den üblen Nachreden gegenüber der Figur des Ordensbruders und seines Lebenswerkes verurteilte Emanuele Brunatto den Vatikan und warf den von ihm geschickten Abgesandten vor, verantwortlich zu sein für die Anklagevollstreckung Padre Pio's und seiner Vertrauten; ebenso war es geschehen, daß auf einer Pressekonferenz Zweifel und Verdachtsmomente, ohne die geringsten Beweise dafür zu haben verbreitet wurden.

Und so schrieb er: "... Das angerichtete Übel ist unermeßlich. Nach fünfzig Jahren Erfahrung im Dienste der Kirche, nach ertragenen körperlichen Leiden und unaufhörlicher Sittenlehre, nach vergossenem Blut (an Menge zehn mal dem Gewicht eines Mannes entsprechend), nach 50 Jahren Gleichgerechtigkeit, Liebe und Intelligenz im Dienste der Kirche. ..soll all das in Frage gestellt sein, erniedrigt, verunstaltet sein, von einem "Minus-Habens" der vorgibt, im Namen des obersten Kirchenhauptes zu sprechen und in jedem Fall aber auf Anordnung und mit dem Einverständnis und der Toleranz gewisser kirchlicher Autoritäten gehandelt hat, von diesen nicht zuletzt das hochwürdige Sekretariat ".

Nichtsdestotrotz, dem unterstützenden Eingreifen verschiedener Personen zur Verteidigung Padre Pio's, hatte er bis 1963 unter moralischen Lynchjustizen und Demütigungen zu leiden, und nur vom Jahr 1964 an konnte er wieder dazu übergehen alle Funktionen in seinem Büro auszuü­ben. Es war ein Zeitabschnitt gefüllt mit Sorgen und zerreißenden Leiden in dem er jedoch nie müde wurde zu beten und an die Güte des Herrn zu glauben.

Sein Tagesrythmus war immer gleichbleibend. Jede Nacht um halb drei Uhr erhob er sich, Sommer wie Winter, weder Kälte noch Hitze spürend aus seiner feuchten Zelle, ohne Heizung, betete und bereitete sich auf die Heilige messe vor, die jeden Morgen um halb vier Uhr pünktlich gelesen wurde.

Viel ist geredet worden über diese Messe, gelesen von Padre Pio. Der Grund dafür ist, daß sie einen besonderen Moment der Annäherung an den Herren darstellte, auf Grund der besonderen Fähigkeit dieses Priesters, sich in die Liturgie hineinzufühlen und sie zu interpretieren. Zur Lesung dieser Messe kamen Pilger aus ganz Italien. In demütiger Stille wurde der Lauf des Ritus verfolgt, bei dem sich Padre Pio schwer wankenden Schrittes dem Altar näherte. Demütig laß er den Confteor und schlug sich so fest auf die Brust, daß es Anschein hatte er wolle sich für all das Übel dieser Welt bestrafen. Während langsam die Zeit vorbeistrich und der Zeitpunkt der Verteilung der Hostie kam erleuchtete sich sein Gesicht.

Die Durchdringung Christi brachte ihn in Momente der Extase und alle Gläubigen nahmen in demütiger Andacht teil.

Padre Pios Messe war sehr lang und sie bedeutete die Grundlage seines Tagesablaufes. Sie brachte Glaube und Rührung in die Herzen. Jemand fragte ihn, warum er während der Heiligen Messe weine und vor allem, warum dieses während der Lesung des Evangeliums passiere. Padre Pio antwortete folgendermaßen: "Nicht kleine Tränen, sondern Sturzbäche von Tränen würde ich vergießen wollen des unglaublichen Wunder Gottes Opfers wegens. Er scheint es euch wenig, wenn sich ein Gott mit seinen Schöpfungen bekehrt? Und daß ihm von ihnen widersprochen wird? Und daß er von ihnen unaufhörlich verletzt wird durch ihre Undankbarkeit und Ungläubigkeit?"

 

 


 

 

DIE WUNDERSAMEN GENESUNGEN

 

E s ist unmöglich all das zu schreiben, was im Leben Padre Pio's passierte. Für den Gläubigen ist es nicht schwierig, In den vorhandenen Wundmalen den Hauch der Größe Gottes zu erkennen, die sich durch die Person des Priesters in allen Gläubigen wiederspiegelt. Hier nach einer gültigen, begründeten wissenschaftlichen Erklärung zu suchen, ist abgesehen vom Glauben nicht menschenmöglich. Heute ist uns keine Wissenschaft bekannt, die uns diese Wundmale erklären kann, die so tief sind und die niemals heilen und die währen der Messe heftig bluten.

Gleichermaßen gibt es keine wissenschaftlichen Erklärungen der Bilokation, das heißt, für die Eigenschaft gleichzeitig an zwei verschiedenen Orten zu sein wie es Padre Pio des öfteren unwiederlegbar gelang. Das selbe gilt für die Phänomene des Parfüms und der unerklärbaren Heilung von schwer Kranken, Verunstalteten, Krüpeln und Blinden, die alle von Padre Pio geheilt wurden.  

 

 

 

Wachsfigur in einem Hotel von 
San Giovanni Rotondo

 

 

 

Auf der anderen Seite ist sein aufreibendes Leben zu betrachten, gequält von unsagbaren Leiden, die ihn die Wunden, die Entbehrungen sowie die von ihm selbst gewollten Umstände unter denen der Priester lebte zufügte. Sie stehen jenseits jeglicher menschlicher Vorstellungskräfte und sind als unerklärliche, wundersame Vorkommen anzusehen, die aber wirklich passiert sind. Es gibt viele Zeugen für die von Padre Pio vollbrachten Heilungen und nach seinem Tod kommen immer neue dazu. Die Anzahl der wundersamen Heilungen, die er an leidenden Menschen vollbracht hat ist so groß, daß es unmöglich ist sie alle aufzuzählen. Wir werden nur einige als Beispiele nennen.

Ein Arbeiter, der aufgrund eines Unfalles an einer Lähmung der Beine litt, fühlte in der Nacht des 12. Dezembers 1968 wie ihn jemand an der Schulter berührte, er sah Padre Pio, der ihm sagte, er solle sich erheben und versuchen ohne Stock zu gehen. Und so geschah es, daß er nach so vielen Jahren wieder vollkommen gesundete.

Eine Frau, die einen Tumor im fortgeschrittenen Stadium am linken Schienbein hatte, es war ihr vollkommen unmöglich sich zu bewegen; und sie härte die Amputation des Beines erleiden müssen. Jedoch vor der Operation entschloß sie sich, das Grab des Heiligen aufzusuchen. Sie trug ein Taschentuch bei sich, daß in Kontakt mit Padre Pio's Herzgegend gewesen war und sie legte es auf ihr kranken Bein. Später träumte sie von ihm und er sagte ihr, sie könne ihre Krücken stehen lassen, denn sie werde normal gehen können und so geschah es. Später ließ sie sich ärztlich untersuchen. Hieraus ging hervor, daß sich der Knochentumor zurückgebildet hatte und der kranke Knochenteil anfing sich neu zu bilden. Es gibt tausende von solchen Beispielen, die alle gemeinsam haben, daß die Krankheit wirklich geheilt wurde durch die Fürbitte Padre Pio's.

 

 

 


 

 

PADRE PIO UND SEINE FESTE VERBUNDENHEIT MIT DER KIRCHE

 

Der hier vorgeführte Buchauszug stammt aus dem Buch Antonio Pandiscia's über Padre Pio. Es ist ein intelligentes und interessantes Buch über das Leben des Heiligen. Hier stellen wir die Rede des Kardinal Giacomo Lercaro vor, die er vor einer Gruppe von Gläubigen hielt, die sich am 8. Dezember 1968, wenige Monate nach dem Tode Padre Pio's , in Bologna versammelt hatte:

"Mit dem Geiste tiefer Demut spreche ich zu euch, Ordensangehörige, Gläubige aus den Betgruppen und ihr da, ihr allen Brüder. Dieser Geist tiefer Demut wird mir aufgelegt von der Figur Padre Pios, dessen erwarteter und doch so plötzlicher Jod ihn jenseits der irdischen Geschehnisse befordert hat und es uns allen, selbst den verbittertsten Gegnern, ermöglicht hat, in seinen Geist einzusehen.

Ich werde schweigen über die einzelnen Tatsachen, die es geschafft haben, auf diesen demütigen Mönch aus einem Kloster des Gargano die Aufmerksamkeit der Welt zu ziehen: Die Wundmale, das wundersame Parfüm, die Gabe zu Prophezeihen, die Gabe die Herzen zu erforschen... Ihre Existenz leugne ich nicht ab, noch bezeuge ich sie, noch lege ich Urteil und Einsicht in die Hände der Kirche. Ich glaube zusammen mit San Paolo, daß nicht dieses die Geistesgaben sind, aus denen man den Ruhm ziehen sollte, denn wie alle Charismen sind sie kostenlose Gaben, die der einzige Herr verteilt wie er will, sind es Gaben, die zum Wohle des mystischen Körpers, der kirchlichen Gemeinschaft dessen Oberhaupt Christus ist, vergeben werden. 

Im Angesicht dieser Darstellung des Geistes Gottes, bleibt uns nichts, als der Güte Gottes zu danken für die Größe dieser Erleuchtung, für die Bekehrung, für die Ermutigung zum Guten, für den Zuspruch und die Hoffnung, die sie in die wundersame Welt der Seelen bringt. Sie schafft es gar, verhärtete Herzen zu erweichen, in dunkelste Winkel zu dringen und auf wegen, die noch bis gestern ausgetrocknet waren durch geistige Spröde und Sünde, Energien der brennensten Großzügigkeit zu streuen.

Aber ich bin dazu berufen, an Padre Pio zu erinnern, ich liebe es mehr seinen Verdienst, als seinen Ruhm zu beschreiben. Für ihn sind alle charismatischen Erscheinungen nicht mehr als eine Umrahmung und ein widerrufbares Element, daß die Menschen viel zu oft ablenkt und kurzsichtig macht, obgleich es ihre Blicke, ihre Aufmerksamkeit und ihre Verehrung auf das eigentliche Ziel des Christentums lenken sollte, das Gestalt in Jesus Christus annimmt. Der einzig wahre Sohn Gottes, in dem der Vater sein Wohlgefallen findet -und wir unseren Meister und oberstes Vorbild haben. Paulus bestätigt, daß diejenigen gerühmt werden, welche aus göttlichem Zeichen der Güte, der Herr dem Bild seines Sohnes für ebenbürtig hält.

Diese Aufgabe, die er dem Apostel Paulus auferlegte, in seinem ganzen faszinierendem Wortlaut, bedeutet auch für ihn, den so mächtigen Herrn, dieselben Gefühle Christi spüren zu können und doch fest zu verankern, daß es er Paulus war der lebte aber er war es doch nicht, weil Christus in ihm lebte. ..

Padre Pio bemühte sich ständig in seiner Askese und wie auch der Apostel Paulus, hatte er seine erleuchtende Versieglung in der Teilung des Kreuzes; wie Paulus konnte Padre Pio zustimmen, daß er zu Christus gehörte, daß er mit Christus gekreuzigt wurde und daß er mit Christus mitlebte... So füllte er mit seinem Leiden das Fehlende in Passion Christi.

Leider ist es mit nicht möglich, das scheinbar so gleichtönige, monotone Legen des

Ordensbruders in sich ziemender Art zu erforschen, um euch sein dem Herrn gegenüber so liebendes und großmütiges Wesen darzulegen. Ich werde es beruhen lassen auf drei Elmente, die mir und ich denke wohl auch euch heute besonders wichtig erscheinen.

Es ist vor allem der Geist zum Gebet, der die Seele des Apostels ausmacht; Padre Pio ist wie Jesus, ein Mann, der mit dem Herrn spricht, ein Mann des Gebetes.

Ich erinnere mich an mein erstes Zusammentreffen mit ihm, es war nunmehr in längst vergangenen Jahren: Ich fand ihn im Hof der antiken Kirche "delle Grazie': an seinem Gebetsort. Ich war darüber zufrieden gestimmt, auch wenn es meine Unterredung mit ihm verzögerte; natürlich wollte ich sie nicht vor das Gespräch mit Gott stellen. Es scheint mir; daß man eine Unterhaltung, genauso, im Gebet wiederfindet. Die Messe vor Tagesanbruch, inmitten der geballten Menge so alles zusammenfassend und berührend und ebenso das stille Gebet im verlassenen Klosterhof waren in der Tat die Wurzeln jener übernatürlichen Kraft, die seine erleuchtenden, mürrischen, manchmal harten, aber doch so überzeugenden und stärkenden Worte kräftigten.

Padre Pio fühlte zutiefst die übermenschliche Kraft, die ihm das Beten gab. Er wollte es seinen geistlichen Brüdern, die jeden lag mehr wurden, in der ganzen Welt, erleichtern und es ihnen überlassen, diesen wertvollen Nachlaß anzutreffen und fortzufahren sich in konstanter Eifrigkeit mit der Zukunft des Reich Gottes zu befassen und so wie es sich in den Seelen und in der Welt widerspiegelt. Und so wurden die Gebetsgruppen gegründet, die periodisch ihre geistlichen Söhne vereinigten um zusammen zu beten und um über die versorgende Genüge der unersetzbaren Kraft Gottes für all das Gute dieser Welt nachzudenken.

Es ist überraschend und es wäre uns heute unverständlich, wenn uns das Evangelium nicht Nachricht überbracht hätte von der Torheit der Menschen, daß die Gebetsgruppen genau da, wo sie eigentlich hätten Ermutigung, Gelingen hätten finden sollen, auf große Schwierigkeiten und Hindernisse gestoßen sind. und doch, wenn man tiefgründet, ist es der selbige Herr Jesus gewesen, der sie dazu ermutigte, sobald sich zwei oder drei Menschen in seinem Namen trafen. Er würde unter ihnen weilen und was auch immer sie dem Herrn fragen würden, würde er ihnen gestatten.

Aber es ist um so überraschender und sogleich erbitternd, daß man wirklich bisher noch keine Wachposten aufgestellt hat, nach dem Ebenbild Jsaias, die in der Nacht des Tempels wachen sollen, und nicht die Aktualität dieses Aufrufes zum Lichte und zur Kraft Gottes wahrnehmend, in einer Welt leben, die unter dem Vorwand der Jahrhundertverläufe Gott verneint oder ignoriert, während sein Werk, das nicht in die Höhe baut, sondern den Horizont für jegliche Hoffnung außerhalb dieser Welt öffnet, denn es ist diese Aussicht auf diese selbige Welt, die mit aller Kraft ihrer wissenschaftlichen Forschung und den Energiequellen ihrer fortgeschrittenen Technologie so fürchterlich mit Blut befleckt hat und mit Kriegen zerstört hat, so niedergedrückt hat vor Hunger und so vergiftet hat mit den explodierenden Keimen der Teilung, des Hasses und der Gewalt. ..Auf diesem Panorama, daß so traurigbeherrscht wird, was paradoxer weise und nicht ohne den bitteren Anklang der Wahrheit die Technologie des Todes Gottes genannt wird, hat sich das Messiastum des Marxistmus angewurzelt, als einzige Hoffnung für die Welt, die so zerrissen ist, von sozialen Ungleichheiten: 

Ein sofortiges Messisatum, das die Erlösung der Dinge zum Ziel hat und sie mit dem Kampf und nicht mit der Liebe zu erreichen sucht. Als wenn es möglich wäre, den Anspruch des Geistes zu befriedigen mit der einzigen Üppigkeit der Wohlstandsgesellschaft; es ist als wenn Haß aufbauend sein könne. In einer Welt, die so beschaffen ist, sind Gebetsgruppen der Rückruf des nach dem Evangelium lebenden Menschen, nach der Notwendigkeit Gottes nach seien Sicherheiten und Hoffnungen nach seiner Erbarmung und seiner Gnade für ein Leben nach dem Leben; Sie sind eine gemeinsame Berufung auf die Errettung in der liebenden Väterlichkeit des Herrn und zur gleichen Ziet bedeuten sie für die Teilnehmenden ein Stückchen Brüderlichkeit, daß über Unglück, Elend und Leiden hinaus bestehen bleibt.

Wie auch Christus so war Padre Pio arm und das nicht nur Aufgrund seines Armutszeugnisses, sondern in der Tat verbrachte er sein Mönchsdasein in einer feuchten Zelle eines Klosters im Süden Italiens. Nie verließ er sie um etwa seinen Blick auf weitere Horizonte zu werfen. ..

Im Kloster "delle Grazie" besaßer eine Zelle, ein Bett, ein Kopfkissen, aber um zu reden ließ er sich auf den Anemonenbewachsenen Hügeln nieder; er erklomm die Berge, er durchquerte den See auf dessen Oberfläche der Wind das Wasser kräuselte...

Fast war er ein Poet und er ersann das Haus "Sollievo della Sofferenza" und wollte es verwirklichen trotz der ganzen realen Schwierigkeiten. Er baute es in funktioneller Art und Weise, ausgestattet mit all dem was uns heute Wissenschaft und Technik bieten können, es ist schön, schmuckvoll, reich und nobel in seiner Verwirklichung.

Für die Armen ist der Aufendhalt gratis, für die Wohlhabenden ist er nicht zu überteuert, die Behandlungen und die liebevolle Assistenz ist gleich für alle.Dieses Werk für das Padre Pio soviel Leiden mußte, und das in vielen Herzen den großen Herzschlag des großzügigen Christentums hervorrief ist die glücklichste und reinste Verwirklichung der Caritas nach dem Evangelium.  

 

 

 

Lieber guter Pater Pio, bitte für uns, bete mit uns
und segne uns und die ganze Welt.
Segne auch diese Homepage
und schenke uns Nette Leute
die uns mit Berichten 
und Bilder unterstützen.

AMEN

 

 

Und so hatte sich nach dem Vorbild Jesus Padre Pio arm und demütig gemacht, um den Armen zu geben und im Sinne der Brüderlichkeit den Reichen die Erleichterung ihres Reichtums darzulegen. Er hatte dem Weltgeist die soziale Fruchtbarkeit der Gnade Christus und seiner Armut vorgeführt. Aber die Verbindung Padre Pios mit Christus wird vor allen Dingen leuchtend durch seine Leiden. ..Sein Leben ist eine Passion und nur zu einsichtig sind die Ähnlichkeiten mit den Leiden des Erretters! Angefangen mit genau diesen Ungläubigkeiten und Verfolgungen genau derjenigen, die als erste hätten kapieren müssen und können, während die demütige ehrliche Menge der Gläubigen die Kirche "delle Grazia" aufsuchte und zum Ordensbruder in Beichte ging. Sie kamen aus aller Welt um ihm zuzuhören, um sich Krankheiten von ihm heilen zu lassen, und alle versuchten ihn zu berühren, weil von ihm eine Kraft ausging die alle heilte.

Man kennt in Padre Pios Leben zwei besonders intensive Momente: Einer war als sein Name in weiteren Kreisen bekannt wurde. Die außerordentlichen Fenomäne, die auf den Mönch vom Gargano die Aufmerksamkeit zogen, wurden diskutiert, während die Würde seiner Demut ins Leben gerufen wurde, störten der Eifer seiner Worte und sein verborgener Mythus die einheimischen Hirten, und beschworen eine Krise herauf in der Kirche in Manftedonia, vergiftet von Ungläubigkeit und aus der Bahn geworfen von durch Mißbräuche diese heiligen Ortes, bedeckt mit monströsen Mittäterschaften und Komlizenhaftigkeiten.

Die Verurteilung der oberen Kircheninstanzen und das Urteil, daß aus ihr hervorging ohne jegliche objektive Untersuchung, dieser setzte Padre Pio entgegen, was er ihr immer entgegensetzen wird, bereit zur stillen Pflichterfüllung: " ...Jesus autem tacebat"

Die Ruhe! Ist der Bestandteil des asketischen Lebens: Sie ist die Vorraussetzung für ein Gespräch mit Gott und für ein inneres Leben. Sie ist ein Versprechen für jedes vernünftige Wort, das den Menschen Licht und Kraft bringen kann. Für ihn war es die mythische Propädeutig für alle großen Missionen von Elias, Moses und Giovanni Batista ...Jesus, der das Lebende und ewige Wort des heiligen Vaters darstellt, war es ein einziges Wort der Wahrheit, des Lebens, das er dreissig Jahre innehielt. Aber die Stille wird zum Heldentum wenn sie im Angesicht der Verleumdung schweigt, wenn sie sich nicht gegen üble Nachreden verteidigt, nicht das gute Recht zurückfordert, nicht den Mißbrauch, die Ungerechtigkeit, das Delikt anklagt ...Und so kam es zum zweiten Teil des mysteriösen Dramas.   

Als alte Bitterkeiten von Männern die das Leben längst überholt hatte verleumdungswütig auf unglaublich wilde und zynische Weise neue Aussichten im Geld auf sich zukommen sahen. Diese jenigen hatte der demütige Ordensbruder in der Zwischenzeit durch die Wahrheit der Fakten erleuchtet. Durch die Justiz wurde das Gute des Neuen erneut verfolgt, entwaffnet wurde die Seeligkeit der Armen.

Es schmerzte Padre Pio mit ansehen zu müssen, daß man gegen jegliches Recht versuchte über die Reichtümer des Hauses "Sollievo della Sofferenza" (Erlösung des Leidens) zu verfügen. Diese Reichtümer flossen ihm durch die Karitas seiner geistlichen Brüder zu ...Natürlich mußte er die Absichten der Spendengeber verteidigen, und sie überwachen, weswegen es ihm obgleich seines Armutszeugnisses gestattet war darüber als sein Eigentum zu verfügen. Dies tat er in dem Glauben, daß bis er sich nicht einer höheren Macht gegenüber sehen sollte, die ihm im Zeichen seiner Gehorsamkeit das so vollendete Werk entzog, er andächtig und still in seinem Werk fortfuhr...

Aber das was ihn zutiefst schmerzte, ihn leiden ließ wie den Herrn im Olievenhain, war die Tatsache daß er nicht so sehr für die Kirche litt, als es die Kirche war die ihn leiden ließ Und dieses ertrug er von Menschen die der Kirche angehörten und die in diese Gemeinschaft, die Christus mit seinem Geist befruchtet hatte, der für das Gewicht ihrer Leiden ein wunderbares Mittel der Errettung vergibt, in diese Gemeinschaft bringen sie Gier, Dürftigkeit, schlechte Absichten und Abwegigkeiten ...Mit Bitterkeit sah er diesen willkürlichen Vorgängen, den härtesten, ungerechten, schlechten Maßnahmen zu ohne zu reagieren, ohne zu reklamieren ...

Er isolierte sich von den Freunden und wie Jeses hätte sagen können: " vergebens suchte ich nach dem, der mich trösten hätte können. .." An ihren Platz traten die Gegner unterstützt in ihrer niederträchtigen Mißgunst des Mittelmäßigen, der nicht die hohe Gabe der Tugend trägt, und der aus seinem mächtigen Rückhalt die Mitbrüder selbst zu seinen Komlizen werden ließ Ihm dem als Stütze seines Alters das Kapuzienermönchtum gegeben wurde, er verriet, er trieb seinen verräterischen Kuß bis zum Sakrileg hin. "

Diese sind die Worte des Kardinal Giacomo Lercaro nach dem Tode Padre Pio's verfasst, sie beschreiben das geistige und körperliche Leben des Ordensbruders vom Gargano und bezeugen seinen tiefen Glauben in das Wort Gottes.

   

 


 

 

KURZ VOR ENDE SEINES WELTLICHEN LEBENS

 

D ie letzen Jahre Padre Pio's Leben in dieser Welt waren von seinen großen Leiden gekennzeichnet, die sich als er sich seinem Ende näherhte noch steigerten. Von 1964 bis 1968, dem Jahr seines Todes, gab es viele kritische Momente, in denen man um sein Leben fürchtete. Sein Körper war von schweren Leiden gekennzeichnet. Er hatte unerträgliche Schmerzen in der Magengegend und brachte ganze Nächte damit zu sich vor Schmerzen zu krümmen. Manchmal konnte er sich nicht aus dem Bett erheben um die Messe zu zelebrieren, so war er von Anstrengungen und Schwäche mitgenommen. Jedoch gelang es ihm immer seine wenigen Kräfte zu sammeln um seinem Charakter voll von guter Laune und Fröhlichkeit Ausdruck zu verleihen. Es war ein Born der Freude ihm zuzuhören wie er Anekdoten und Witze erzählte, die immer voll waren mit Belehrungen und prüfenden Gedanken, und es schien als ob in diesem Moment der von Schmerzen und Leiden erfüllte Mann tausende von Meilen weg wäre. 

Hier ist ein Beispiel von einer Erzählung von Padre Pio, die gut die Fülle und Ironie darstellt, mit der er begabt war. Er erzählte sie einem Rechtsanwalt um ihn davon zu überzeugen, daß er niemals ins Paradies kommen würde: "Wisst ihr warum Sankt Ivon der einzige Rechtsanwalt ist, der jemals ins Paradies gekommen ist? ich werde es Euch erzählen. Sankt Ivon befand sich seit einiger Zeit im Paradies, und er hatte noch nicht daran gedacht sich mit Rechtsfragen oder Tatsachen zu beschäftigen. Doch eines 1ages als er Sankt Petrus in der Pförtnerei zusah, fragte er sich mit welchem Recht Sankt Petrus über das Privileg des heiligen Schlüssels verfüge. " Der erste Apostel ist weder Jungfrau. ..noch Doktor ...noch Jurist. ..noch ist er der sympathischste der Aposteln, er hat doch den Herrn verraten ..."  

Und so begann diese seine Gedanken im himmlischen Hof zu verbreiten. Es wurden Grüppchen gebildet und es wurde diskutiert, und man befand, daß die Überlegungen Sankt Ivons sehr klar und vernünftig wären. "ich würde verstehen wenn Sankt Giovanni diesen Posten besetzen würde, er Jungfrau und Lieblingsapostel. ..aber Petrus verfügt über diese Privileg ohne keinerlei gerecht­fertigte Gründe dafür zu haben. "

Von diesem Moment an begann Petrus zu merken, daß ihn böse Blicke trafen, daß die Leute sich entfernten und ihn mieden. "Oh, so etwas, was mag nur geschehen sein? ", Endlich fand sich jemand der ihm offen die Angelegenheit vortrug ...

Sankt Petrus war beeindruckt davon und es kamen ihm Skrupel. Kurz gesagt, die Angelegenheit kam dem himmlischen Vater zu Ohren und er ließ Sankt Ivon und sein Opfer zu sich rufen. Sankt Ivon, aufgerufen die Angelegenheit vorzutragen, begann seine Anklage. Er zählte die Verdienste auf die Sankt Petrus fehlten, und redete lang und breit über seine Defekte ...Er zeigte wie rechtlich gesehen, Sankt Petrus keinerlei Recht hätte die heiligen Schlüssel zu verwalten, und er hob die engelhafte Reinheit, die Berufung bis zum Goigotha des Apostels Giovanni, des Apostels der Liebe her vor...

Ein zufallspendendes Murmeln ging durch die Reihen des himmlischen Hofes. Der himmlische Vater zeigte mit einem Kopfnicken sein Einverständnis. Sankt Petrus ließ die Schlüssel aus der Hand gleiten.

" Ivon hast Du zuende geredet ?': fragte der himmlische Vater.

" Oh, Allerhöchster': antwortete Ivon, "es scheint mir gezeigt zu haben,

" Jawohl, mein lieber Ivon, Du hast gezeigt, daß ..., und alles was Du angeführt hast scheint mir richtig und den Tatsachen entsprechend zu sein, aber das was mein Sohn getan hat, hat er getan, und es ist gut daß es getan wurde. " Und indem er seine Kalotte aufsetzte war die Sitzung geschlossen.

Petrus frohlockte und fühlte sich bestätigt, er nahm den Schlüssel auf und näherte sich Ivon, der sich ärgerte, er sagte ihm: "Hör zu, Du bist ins Paradies gekommen, und wohl sei es! Aber ich versichere Dir; daß Du der erste und letzte Rechtsanwalt bist, der Fuß ins Paradies setzt. "

Auch dieses war Padre Pio: Die Fähigkeit in Anekdoten und Metaphern große Lebenswahrheiten in einfacher und klarer Weise zu erzählen.

Wir haben schon gesagt, daß die letzten Jahre Padre Pio's Leben für ihn schwer waren auf Grund seiner körperlichen Leiden, und er sagte oft für ihn wäre der Moment gekommen, der Moment zu gehen, denn er könne seinen Brüdern nicht mehr helfen. Auch in einem solchen Gedanken sehen wir, wie es das einzige Ziel seines Lebens war, anderen zu helfen, sie zu trösten. Als er die Möglichkeiten dies zu tun geringer werden sah, schwand mit ihnen der Grund seines Lebens.

Es war ein andere schmerzhafter Moment, als er darauf und dran war zu sterben. Für drei Tage, zwischen dem 7. und 10. April 1968, es war sein letztes Osterfest, in der Woche der Passion Christus, daß er unter einer Verschlimmerung seiner Leiden litt. Die Wundmale öffneten sich noch mehr und fingen an stark zu bluten. Sein allgemeiner Gesundheitszustand verschlechterte sich stark. Und so schrieb Antonio Pandisca, Giornalist und Autor eines Buches über Padre Pio:

"... Wir befanden uns bei Padre Pio am Karfreitag, einem Tag an dem seine Leiden an der Schwelle des menschenerträglichen standen. Die ganze Nacht hatte er damit verbracht zu beten, auf dem Ruhelager in seiner Zelle sitzend. Der Ordensbruder, der ihm Beistand leistete, hatte ihm ungefähr zehnmal die Handschuhe gewechselt, und das Wundmal das verdreckt war von Blut und Schweiß gesäubert. Wir haben so einen anderen Padre Pio gesehen. Sein Gesicht war hager und abgemagert, der weiße Bart und seine weißen Haare unterstrichen so noch mehr den Eindruck seines Erschöpfungszustandes. 

Das erste mal haben wir dem Blick Padre Pios standgehalten und das erste mal haben seine Augen voller Licht uns nicht unsere niederschlagen lassen! Seit Jahren gehen wir Padre Pio besuchen und seit Jahren war es uns nicht gelungen, seinem forschendem Blick standzuhalten. Jetzt haben wir ihm diesen Blick voller Licht voraus, aber immer in einem schwächeren Maße. Du kannst ihm in die Augen sehen und in einem Gefühl des Erstaunens und der tiefen Milde verharren. Wir haben uns vor ihm niedergekniet und ihm die Hand geküßt, ohne sie jedoch zu berühren, in der Angst wir könnten ihm wehtun. "Hast Du es Dir etwa abgewöhnt mir die Hand zu drücken ?': fragte Padre Pio mit leiser Stimme.

" Nur dieses mal reiche ich Ihnen nicht die Hand zum Händedruck, weil ich genau weiß daß Sie am Karfreitag besonders leiden müssen. "

'Aber was, was denn weißt Du darüber ? Du glaubst immer alles zu wissen und weißt nie irgendetwas. ': antwortete Padre Pio mit einer fast genervt klingenden Stimme. Als er dies sagte schien er fast wieder der alte Padre Pio zu sein, der manchmal sogar mürrisch wurde wenn anfing über Sachen zu reden die ihn persönlich angingen, oder wenn man über seine übernatürlichen Fähigkeiten sprach.

'Padre, wie geht es Ihnen? Ich habe erfahren, daß es Euch in letzter Zeit nicht so gut ging. ': fragten wir ihn wieder Mut aufnehmend.

"Mein Sohn, wie kann es geschehen, daß es mir in meinem Alter gut geht? " 'Padre, wir wünschen Ihnen, daß Sie noch tausend Jahre leben mögen. Die Menschheit braucht Ihre Gebete. Sehen Sie denn nicht wie viele Menschen zu Ihnen kommen um ein Wort des Trostes zu hören ? ': 'Ich würde zu gerne für das Wohl der Menschheit zum Herrn beten, aber es hängt nicht von mir ab.  

Schau mit Deinen Fragen läßt Du mich Zeit verlieren, die ich nützen könnte um zum Herrn zu beten!"

"Habt Ihr von den Friedensverhandlungen in Vietnam gehört? Seit Ihr glücklich darüber?"

"Du fragst mich, ob ich glücklich bin über den Frieden in der Welt, Du fragst es mich, der für den Weltfrieden leidet? Ich bete immer dafür; daß der Herr diejenigen erleuchten möge, die die Führungen der Nationen in ihrer Hand haben, und daß er ihnen die Kraft geben möge, die Konflikte mit der Güte des Herzens zu überwinden. ': antwortete Padr Pio und wendete die Augen dem Himmel zu.

"Padre können Sie uns einige Worte für unsere Leser sagen ?"

"Das sie für den Frieden in der Welt beten mögen, für die Kranken, für die Eingekerkerten. Ich sage ihnen sie sollen gut sein, im Namen des Herrn, sie sollen die Gabe des Lebens zu schätzen wissen, im Einverständnis mit Gott leben, und sich mit Gebeten und guten Werken umgeben. "

...Während der Messe haben wir mit großer Aufmerksamkeit alle Bewegungen Padre Pio`s verfolgt. Es ist uns aufgefallen, daß während der Elevation sich sein Gesicht erleuchtete. Sein Blick ruhte auf der Hostie, die er jedoch nur einige Minuten in die Höhe hielt. Denn plötzlich fielen die Arme Padre Pio`s auf den Altar zurück; Nicht daran zu denken, daß noch bis Vor kurzem die Elevation bis zu zehn, zwanzig Minuten und manchmal Sogar noch länger dauerte. Es schien als ob Padre Pio mit der Hostie sprach, So fest war sein Blick auf sie gerichtet, fast verwandelter sie.

Padre Pio ist müde, seine Glieder halten nicht mehr dem Gewicht stand, daß ihnen Jahre und Leiden auferlegt haben. Auf einmal fingen Tränen an zu fließen aus Padre Pio`s Augen. Ein unterdrücktes Schluchzen, das ihn bis zum Schluß der Messe begleitete. "

 


 

 

PADRE PIO'S TOD

 

A m 20. September war der fünfzigste Jahrestag der Erscheinung der Wundmale Padre Pio's. Die Kirche San Govanni in Rotondo befand sich im Inbegriff des Feierns, und aus allen Teilen Italiens waren die Gläubigen angereist um an diesem Ereignis teilzuhaben. Auch an jenem Tag zelebrierte Padre Pio die heilige Messe und er ging ans Fenster um die Segnung auszusprechen. Er war vollkommen erschöpft und hatte große Schmerzen und doch fand er noch die Kraft seinem Amte nachzukommen. Am 22. September empfing er die Gebetsgruppen. Er segnete sie alle, und dies war auch der letzte Abend an dem er am Fenster erschien um all die Gläubigen zu segnen, die dort im Gebet versammelt waren.

Zwischen 21.00 Uhr und 2.30 Uhr gab es ein Kommen und Gehen von Mitbrüdern und Ärzten, die in seine Zelle kamen um zu versuchen ihn dem doch nun schon so nahen Tode zu entreißen. Sein Atem wurde immer keuchender, das Herz schlug immer langsamer, und doch war Padre Pio bis zuletzt bei klarem Verstand. Von seinen Lippen hörte man den so schwachen Klang seiner Stimme, die unaufhörlich zu Jesus und Maria betete, Jesus und Maria. Padre Paolo verabreichte ihm die letzte Ölung und allen Mitbrüdern um ihn herum wurden die Augen feucht vor Rührung. Um 2.30 Uhr zeigte ein röchelndes Stöhnen seinen Übertritt ins ewige Leben.

Die Glocken der Kirche wurden so mitten in der Nacht geläutet und so verbreitete sich sehr schnell die Nachricht vom Tode Padre Pio's über das ganze Land. Ununterbrochen klingelte das Telefon des Klosters. Sie riefen aus allen Teilen Italiens an.

Es wurde beschlossen die Salme Padre Pio's in einen mit einem Kristalldeckel versehenen Sarg zu legen, so daß ihn alle ein letztes mal grüßen könnten.

Vier Tage dauerte dieser Abschied, zwischen Szenen der Verzweiflung, des Schmerzes, des Mitfühlens und des Weinens aller Gläubigen, aller seiner geistlichen Brüder die zu seinem Begräbnis gekommen waren. Alle sie hatten den Zuspruch Padre Pio's und seinen Segen erhalten. Es war eine unglaublich große Menge. 

Das Begräbnis fand am 26. September um 16.00 Uhr statt. Langsam wurde der Sarg unter einem Blumenregen durch die Straßen des Dorfes getragen. Er wurde von Ordnungshütern begleitet, die verhindern sollten daß es zu Szenen des Fanatismussees käme. 

Zum Schluß wurde der Sarg in der Krypta des Klosters Santa Maria delle Grazie beige setzt.

 

 

 

Letzte Ruhestätte von Pater Pio in der

Krypta des Klosters Santa Maria delle Grazie

1998

 

 


 

 

DER BEGINN DER SELIGSPRECHUNG

Kurz nach dem Tode Padre Pio's kam es zu Anfragen von Gläubigen an den Papst, aus allen Teilen der Welt, in Bezug auf die Seligsprechung Padre Pio's. Dies geschah solange bis die Seligsprechung in die Wege geleitet wurde. Eine Prozedur die lange Jahre der Forschung und der Studien über die Tugenden des künftigen Heiligen voraussetzen.

Im November 1969 begann Monsignor Antonio Cunal, apostolischer Verwaltungsangestellter einleitende Untersuchungen durchzuführen, die die Eröffnung des Prozesses zur Seligsprechung Padre Pio's darstellten. Es wurden alle Schriftstücke des Ordensbruders gesammelt und alle verlangten Unterlagen wurden der Sagra Congregazion, die für die Angelegenheiten der Heiligen zuständig ist, vorgelegt.

1973 wurde die Genehmigung zur Einführung des Seligationsprozesses veranlaßt. 1982 leitete Pabst Wojtyla den offiziellen Festakt ein, der den Beginn der Anerkennung des Lebens, der Tugenden, d. h. der Wunder darstellt, die Padre Pio in seinem Leben vollbracht hat. (Für eine Heiligsprechung ist es notwendig daß mindestens zwei Wunder bestätigt wurden.) 

Dieser Prozess der Anerkennung geht nunmehr seit vielen Jahren voran und ist noch nicht beendet. Es muß noch Zeit verstreichen bevor der Ordensbruder aus Pietralana selig gesprochen wird. Und doch ist der ununterbrochene Strom der Gläubigen die zu seinem Grabe pilgern seit seinem Todestage nie abgerissen. Unverändert ist die Liebe und die Andacht diesem Mann gegenüber geblieben, der mehr als jeder andere die Leiden Christus auf der Erde dargestellt hat.

 


 

 

EINE ZEUGENAUSSAGE VON GANZ BESONDEREM WERT

Aus dem Werk "Die Abenteuer eines armen Christen" Von Padre Nazareno Fabbretti.

"Padre Pio ist arm gestorben, so wie er bauch gelebt hat. Durch seine Hände gingen Millionen, aber er besaß keinen Pfennig. Und diese Armut ist es gewesen, die wie bei allen wahren Freunden Gottes ein Zeichen innere Freiheit ist und ihn in die Lage versetzt hat allen das zu sagen was er dachte, und es so zu sagen, wie er es glaubte. Während seines langen Lebens hat er alles mit einer dermasenen Klarheit gesagt, das es ein "Zeichen des Wiederspruches "war. Er hatte die Gabe in den Seelen zu lesen, das Gute und das Böse im Konflikt miteinander in den verstecktesten Winkeln des Bewußtseins zu sehen. Und deswegen geschah es auch, daß Millionen von Menschen in diesen fünfzig Jahren seiner Einsiedelei auf den Gargano stiegen, zu der Kirche San Giovanni Rotondo, um sich in ihrem Inneren lesen zu lassen, um die Straße zu finden und sie wiederzufinden.

Es waren gar nicht so sehr die wundersamen Wundmale, die er an dem weit entfernten 20. September 1918 empfing, (letzten September war der fünfzigste Jahrestag dieses Ereignisses) die die Leute zu seinem Altar und seinem Beichtstuhl zogen. Die Wundmale waren außerdem mehr eine Bestätigung für das Andere, für seine Gabe im Inneren der Menschen lesen zu können.  

 

 

 

 

 

Nur die Kirche wird es zu Zeiten sagen ob Padre Pio ein "Heiliger" ist, nach dem katholischen Sinn dieses Wortes (wurde am 16.Juni 2002 von der katholischen Kirche Heilig gesprochen). Aber es steht außer Zweifel daß er immer ein großer Freund Gottes und der Menschen war. Und um diese s zu sein, hatte er von Anfang an geglaubt, daß er aus Prinzip nicht auf seine ländliche Natur des wortkargen Bergmenschen verzichten müsse. Er gebrauchte keine halbseidenen Ausdrücke und vergoldete niemandem sein Wort. Entweder liebte man ihn oder man haßte ihn. Viele waren es die ihn geliebt haben, bis zur Übertriebenheit hin, bis zum Aberglauben und das ist das Übelste was man einem Heiligen antun kann. 

Er scheint ein Anachronist zu sein, außerhalb unserer Zeit zu leben. Das Gute war gut und das Böse war böse: Er ließ keine Mittelwege zu. Er hatte einen instinktiven ländlichen Scham mit dem er die unsicheren Episoden seines Lebens verdeckte, wie es zum Beispiel die Wundmale waren, aber er zweifelte nicht daran daß Gott einen wichtigen Anteil an seinem Leben und an seinem Verhältnis zu den Seelen habe.

Denen die ihn seit fünfzig Jahren zu seinen Wundmalen befragten, antwortete er nur: "Sei beruhigt, ich bin sicher daß es sich nicht um ein Werk des Teufels handelt. "

Und doch war sein Leben so bewegt wie kaum das eines anderen.

Richtigerweise war die Kirche besorgt keinerlei Erscheinungen des Fanatismusses Gewicht zu geben, auch nicht indirekt, irgend eine Irrationalität, von der der Ordensbruder umgebeben war zu rechtfertigen. Und so wurden ihm harte Kontrollen, strenge Befragungen und sehr genaue Grenzen für sein Wirken vorgeschrieben. Aber sowohl Papst Pio XI als auch Papst Pio XII ehrten ihn wie einen Heiligen.

Während dessen war es ein andere Heiliger Papst Giovanni XXIII, der wollte oder es zuließ daß jene religiöse Finanznachforschung, die dem hellsehenden Ordensbruder so viele Schmerzen verursachte durch die Art und Weise in der sie durchgeführt wurde, leitete.

Doch all dies war von zu vielen seiner Gläubigen abhängig, von seinen geistlichen Söhnen, die oft fanatisch, intolerant, Analphabeten waren und unter die sich oft Profitjäger aller Arten mischten.

Auch die "Betgruppen" wurden in vielen Bistümern verboten, während sie dann vom Vatikan kurz vor dem Tode Padre Pio's offiziell anerkannt wurden. Er selbst stand immer außerhalb jeglicher Anzweiflungen, aber er war kein Askete außerhalb unserer Zeit, er war ein Mythos ohne irdische Dimensionen.

In diesen letzten Jahren war er mehr eine Reliquie als eine reale Presenz. Er konnte nur wenige Leute empfangen, und konnte nur Männern die Beichte abnehmen. Niemand beklagte sich über die immensen Warteschlangen, die man überwinden mußte um ihn zu sehen oder um sich ihm nähern zu können.

 

Und wenn kurz vor Sonnenaufgang in der mit dicht aneinander gedrängten Menschen gefüllte Kirche "delle Grazie" , die Hostie von seinen mit schwarzen Wollhandschuhen bedeckten Händen in die Höhe emporgehoben wurde, verschwanden alle Gegensätze und Zweifel. Tausenden von Menschen wurde auf einmal bewußt wer er war und was dieser unheimliche Ordensbruder für eine Bedeutung hatte. Er war einer der wirklich daran glaubte, einer der dafür jeden Tag seines Lebens gab, der Tropfen für Tropfen, für jene Hostie, für jene Plagen, und vor allem für diese Menschen, die aus aller Welt kamen um ihre Sünden zu beichten, für all dieses, um all dieses zu segnen. Sie waren bereit Szenen und Beschimpfungen von ihm zu akzeptieren, die sie von niemand anderem akzeptiert hätten. Der Aberglaube und der Fanatismus der sich um ihn herum gebildet hatte, war nicht durch seine Handlungen begründet, die immer gegen Pietismus und die oberflächlichen Emotionen der Leute agierten.

Er ist ein "Heiliger'; und die Leute haben dies auf eigene Kosten, den eigenen Ängsten und Hoffnungen folgend versucht auszudrücken. Weil es genau dieser Aberglaube, dieses süßliche Christentum war, der es verhinderte und ohne Gnade niedermachte. Zusammenfassend war er ein einfacher Mann, auch wenn er vielen als schlau erschien, hätte er sie nie betrügen können und solange auf seinen Namen spekulieren können. Er der in den Seelen lesen konnte merkte es noch nicht einmal, daß sie in seinem Empfangszimmer, wo er die teuersten Freunde empfing, ein Mikrofon versteckt hatten, und vielleicht ist es richtig so, denn ein "Heiliger" ist immer das Gegenteil eines "Schlauen".

Jetzt werden die Polemiken geringer werden, die Widersprüchlichkeiten werden abfallen. Sein reiner einzigartiger Charakter wird immer klarer werden, isoliert in seiner gewaltigen Heiligkeit, und das Gute das er in die Herzen brachte, den Unsicheren helfend, den Zweifelnden, und den Verzweifelten zusprechend, von ihrem Zorn abzulassen und sich in dem selben Moment der Güte Gottes zuzuwenden, all das wurde nur noch klarer. Weil es geschieht immer aus diesem Grund daß Gott die Heiligen, die mit oder ohne offiziellen Heiligenschein, auszeichnet in der Kirche und in der Welt.

 


 

 

DIE WUNDER  Karol Wojtyla und Padre Pio  

 

Im Jahr 1947 hatte ein junger polnischer Priester Padre Pio kennen gelernt und war zutiefst beeindruckt. Sein Name war Karol Wojtyla.

Er war alleine auf der Welt, er hatte in jungen Jahren seine Mutter und seinen älteren Bruder verloren, und mit 21 Jahren verlor er auch noch seinen Vater. Mit brennensten Eifer fuhr er in seinen Studien fort, er wurde Universitätsprofessor, und bald darauf wurde er Bischof von Krakow.

Er hatte zwei große Freunde, ein verheiratetes Paar, die oft mit ihm zusammen arbeiteten, indem sie Bücher über das Problem der Familie schrieben. Sie, Wanda und Andrej, stellten für Wojtyla jene liebevolle Familie dar, die ihm gefehlt hatte. Deswegen geschah es daß der junge Bischof erschreckte als er einen Brief erhielt der ihm die schwere Krankheit Wanda's mitteilte. Die junge Frau Mutter von vier großartigen Mädchen hatte einen Tumor und die Ärzte mußten einen Eingriff wagen, der jedoch keinerlei Resultat garantierte. Karol Wojtyla erinnerte sich an den Ordensbruder den er einige Jahre vorher kennen gelernt hatte, er schickte ihm einen Brief, in Latein geschrieben, in welchem er Padre Pio bat für die junge Frau zu beten, die nicht sterben durfte weil sie Töchter hatte die sie noch zu sehr brauchten. Der Brief wurde Padre Pio übergeben der sich an den jungen Priester erinnerte, dem er den Namen des Papstes vorrausgesagt hatte. "Dazu kann man nicht nein sagen.", rief Padre Pio aus, als Angelo Battisti ihm den Brief vorlas.

Nach einigen Tagen, erreichte ein neuer Brief S. Giovanni, er kam von Wojtyla: Es war ein Dankschreiben, für die Gebete Padre Pio's für die junge 44 Wanda, die auf wundersame Weise geheilt war ohne daß es nötig war medi­zinisch einzugreifen.

Ein mißgebildeter Junge

im Alter von vier Jahren hatte Antonio d' Onofrio den Typhus gehabt und von da an litt er unter einer Form der Rachitis, die ihm zwei Mißbildungen auf dem Rücken verursacht hatten. Im Jahr 1919 kam er zu Padre Pio um bei ihm zu beichten, der ihm mit seinen mit den Wundmalen bedeckten Händen seinen Rücken berührte. Als sich der Junge aus dem Niederknien erhob, war er nicht mehr mißgebildet.

Das Mädchen ohne Pupillen

Ohne Zweifel war Gemma di Giorgi ein außergewöhnlicher Fall. Sie war blind, ohne Pupillen geboren. Alsbald bemerkten die Eltern die Mißbildung der Kleinen, und sie beteten, denn nur ein Wunder hätte dem Mädchen das Augenlicht wiedergeben können. Eines Tages riet ihnen eine befreundete Ordensschwester sich an einen Ordensbruder der Wundmale hatte zu wenden, denn er vollbrächte mit seinen Gebeten Wunder. Die (Großmutter des Mädchens klammerte sich sofort an diese Hoffnung und bat die Ordensschwester Padre Pio zu schreiben. Sie schrieb doch erhielt sie keine Antwort, jedoch erschien ihr der Ordensbruder eines Nachts irm Traum; er wollte das Mädchen kennenlernen. Und immer in diesem Traum machte Padre Pio das Zeichen des Kreuzes über die Augen des Mädchens.

Am Tag danach erhielt die Ordensschwester die Antwort Padre Pio's, die seine Gebete für das Mädchen bestätigten. Und so ermutigte sie die Familie dazu mit dem Mädchen nach San Giovanni zu reisen, obgleich die Reise lang und anstrengend sein sollte, reiste auch die Großmutter voll mit Hoffnungen mit ihnen.

Gemma schien es als könne sie Schatten erkennen, aber die skeptische Großmutter wiedersprach ihr, denn es währe nicht möglich, weil ihre Augen noch keine Pupillen hätten.

Die Großmutter setzte dem Mädchen zu, sie solle Padre Pio um die Gnade der Heilung bitten, aber das Mädchen blieb so vollkommen starr vor Erstaunen den Priester, der ihr mit geschlossener Hand die Augen segnete, zu sehen, daß sie es vollkommen vergaß. Die Großmutter weinte darüber, denn sie dachte daß diese Reise zu nichts führen würde. Doch als es ihr gelang mit Padre Pio zu sprechen, beruhigte er sie denn das Mädchen könne jetzt sehen.

Die Freude der Großmutter war so groß, daß sie das Mädchen ihre erste Kornunion in der Kirche von San Giovanni machen ließ, wo sie die Gnade erhalten hatte. Während der Rückreise erkrankte die Großmutter und sie waren gezwungen sich in Cosenza aufzuhalten. Bevor sie ihre Reise wieder aufnahmen, schickte sie das Mädchen zum Augenarzt, der sich nicht erklä­ren konnte wie es möglich sei daß das Mädchen sehen könne. Dank Padre Pio konnte das Mädchen Gemma ein normales, ernsthaftes Leben führen.

Eine schlechte Vorahnung

Aurelio Fierro, ein napolitanischer Sänger, war ein teurer Freund Padre Pio's und er kam ihn oft grüßen bevor er auf Tournee ging.
Und so geschah es auch bevor er nach Brasilien aufbrach, doch als Padre Pio ihn sah schien er beunruhigt, er segnete ihn und sagte: "Du brauchst keine Angst zu haben, denn ich werde bei Dir sein." Diese Worte beunruhigten ein wenig den Sänger, doch er brach desgleichen auf zu seiner Reise. Am Flughafen von San Paolo, holte ihn ein Freund ab. Er kam mit einem schönen komfortablen Auto und zu sechst machten sie sich auf den Weg in die Stadt. Doch auf ein mal merkten sie, daß die Bremsen des Autos nicht mehr funktionierten. 

Das Auto fuhr den Berg runter und wurde immer schneller. Auf der einen Seite war die Felswand und auf der anderen der Abgrund. Besorgt nahm Fierro die Krone in die Hand, die ihm Padre Pio vor seiner Abreise geschenkt hatte, als auf einmal das Auto stoppte. Alle verwirrt aus. Das Auto war in einem Punkt gegen die Felswand gefahren, wo sich Sand am Boden befand, und der Sänger dankte Padre Pio im Geiste. Nachdem er seine Tournee beendet hatte, und wieder nach Italien zurückgekehrt war, ging er sofort nach San Giovanni, um Padre Pio zu danken, doch der sagte noch bevor er ihn sprechen hörte: "Ich hatte Dir doch gesagt, Du sollst keine Angst haben denn ich würde bei Dir sein."

 


 

 

DIE BEKEHRUNGEN  

 

Ohne Zweifel sind die Bekehrungen, die größten Wunder die Padre Pio vollbrachte, denn man kann sie nicht konkret erklären weil es bei ihnen um das innere Leben jedes Menschen geht. Für den Blick des Bekehrten ändert sich alles, jede alltägliche Realität wird neu gesehen. Der Mensch lebt in einem Zustand der gewährten Gnade, die er bisher nicht kannte.

Diese Entwicklung ist langsam und voller Leiden, er ist überschüttet mit Ängsten, und schafft es die alte Welt so zu verändern, daß er sich in ihr nicht mehr wiedererkennt. Das Wunder das Padre Pio vollbrachte ist daß er es in kurzer Zeit schaffte den Geist eines Menschen so zu verändern, daß er in jenen Zustand der Gnade, des Glaubens versetzt wurde. Padre Pio verbrachte Stunden damit Menschen die sich in einem Zustand geistiger Leiden befanden die Beichte abzunehmen, und fast immer kamen aus dem Beichtstuhl Menschen die wie neu geschaffen waren durch ihren wiedergefundenen Glauben. Eine unglaubliche Bekehrung, auf die andere folgten, war die des Rechtsanwaltes Cesare Festa. Cesare Festa war als junger Bursche den Freimaurern beigetreten und hatte es zu einer wichtigen Position bei ihnen gebracht. Er kämpfte mit großer Entschiedenheit gegen die katholische Kirche.

Sein Ciusin, Doktor Giorgio Festa hatte die Wundmale Padre Pio's studiert und er forderte ihn öfters auf nach San Giovanni zu gehen um sich des neuen zu bekehren.

Eines Tages neugierig geworden, ging er zu Padre Pio, der ihn jedoch als er ihn sah, ihn fragte :

"Sind sie nicht ein Freimaurer?" Verwirrt bejahte Festa diese Frage. Und so gab ihm Padre Pio zu verstehen daß ein Freimaurer keinen Grund hätte in die Kirche zu gehen. Doch dann sprach Padre Pio lange und freundlich mit dem Rechtsanwalt, so daß dieser das Bedürfnis hatte sich die Beichte abnehmen zu lassen, aber dieser Moment war noch nicht gekommen. Er ging nach Gemma zurück und war zutiefst verändert, er wollte nicht mehr den alten Zielen dienen. Eine Woche später kam er erneut zu Padre Pio. Wie er ihm geraten hatte ging der Rechtsanwalt nach Lourdes, er sagte der Freimaurerei ab, und wurde ein Apostel Padre Pio's, der mit seiner Überzeugungskraft reihenweise Bekehrungen vollbrachte.  

Zeuge des Übernatürlichen

 

Mit Pater Pio lebte ein Mönch in dieser Welt, der in allem konsequent war. Sein Versprechen der Nachfolge Christi erfüllte er ganz und glaubwürdig. Ruhm und Ansehen war ihm zuwider, obwohl er weltbekannt war, und er verzichtete auf alle irdischen Güter, obwohl man ihm Millionen schenkte. Pater Pio strebte in erkennbarer Heiligkeit nach dem Himmlischen. Daß ihm dabei außerordentliche Gnaden geschenkt wurden, "ertrug" er - und setzte sie unermüdlich für das Heil der Menschen ein.

Pater Pio war ein Apostel. Einer der lehrte, ermahnte und heilte. Er heilte die Seelen tausender Menschen, die zu ihm in den Beichtstuhl kamen, führte sie zu Gottvertrauen, Hoffnung und Umkehr. Er heilte aber auch die körperlichen Leiden vieler Menschen. Sein Ruf als Wundertäter war weltbekannt und beruhte auf dem Zeugnis vieler.

 

 

Pater Pio: Er hat in der Nachfolge Jesu gelebt und
war ein glaubwürdiger Zeuge Christi

 

 

Pater Pio war wie ein "zweiter" Christus. Er trug die Wundmale des Herrn und wurde zum "Zeichen dem widersprochen wird". Die Menschen folgten ihm nach. Zu Tausenden. Doch sie verfolgten ihn auch. Vor 30 Jahren starb dieser außergewöhnliche Mensch, dessen Eltern nicht einmal lesen und schreiben konnten. Vergangenes Jahr hat ihn die Kirche zur " verehrungswürdigen Person" erklärt; ein Akt, dem die Seligsprechung folgt.

Mit Pater Pio hat die Kirche einen Zeugen, der in einer Zeit lust­ und gewinnorientierten Denkens, ganz in die Dimension des Übernatürlichen weist. Einen, den in der Moderne des 20. Jahrhunderts, Himmel, Engel und Wunder wie selbstverständliche Realitäten begleiten. während die Russen und Amerikaner begannen, den Weltraum zu erobern, und dabei keinen Gott "fanden", bezeugte dieser einfache Kapuzinermönch am Rande des Gargano-Gebirges die Wirklichkeit des Glaubens und des Himmels. Genau das hat ihn zu einem Heiligen unserer Zeit gemacht, zu einem, dem die Menschen vertrauten und den sie über seinen irdischen Tod hinaus verehren und um Beistand bitten.

»Ich aber will mich allein des Kreuzes Jesu Christi, unseres Herrn, rühmen« (Gal 6, 14).

Pater Pio von Pietrelcina hat wie der Apostel Paulus das Kreuz des Herrn als Kraft, Weisheit und Ruhm in den Mittelpunkt seines eigenen Lebens und Apostolates gestellt. Er hat Jesus Christus glühend geliebt und sich ihm in voller Selbsthingabe für das Heil der Welt gleichförmig gemacht. In der Nachfolge und Nachahmung Christi, des Gekreuzigten, war er so hochherzig und vollkommen, da$ man hätte sagen können: »Ich bin mit Christus gekreuzigt worden, nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir« (Gal2, 19). Die vielen Gnaden, die Gott ihm in so einzigartiger und reichhaltiger Weise geschenkt hatte, teilte er durch seinen Dienst aus, indem er die immer zahlreicher herbeiströmenden Männer und Frauen aufrichtete und eine unübersehbare Schar von geistlichen Söhnen und Töchtern hervorbrachte.

Der verehrungswürdige Jünger des heiligen Franz von Assisi wurde am 25. Mai 1887 in Pietrelcina, Erzdiözese Benevent, als Sohn von Grazio Forgione und Maria Giuseppa De Nunzio geboren und am nachfolgenden Tag auf den Namen Francesco getauft. Im Alter von zwölf Jahren empfing er die erste heilige Kommunion und die Firmung.

Mit 16 Jahren trat er am 6. Januar 1903 als Novize in den Orden der Kapuzinerminoriten in Morcone ein, wo er am darauffolgenden 22. Januar eingekleidet wurde und den Ordensnamen Bruder Pio erhielt. Nach dem Noviziatsjahr legte er die einfachen Gelübde ab und am 27. Januar 1907 die ewigen Gelübde.

Nach der Priesterweihe am 10. August 1910 in Benevent blieb er zunächst aus gesundheitlichen Gründen bei seiner Familie. Im September 1916 wurde er in das Kloster San Giovanni Rotondo eingewiesen, wo er bis zu seinem Tod verblieb.

Pater Pio lebte in vollendeter Gottes- und Nächstenliebe seine Berufung, um zur Rettung des Menschen beizutragen. Diese sein ganzes Leben kennzeichnende besondere Sendung verwirklichte er durch die geistliche Begleitung der Gläubigen, durch die sakramentale Versöhnung der Reumütigen und durch die Feier der Eucharistie. Der Höhepunkt seiner apostolischen Tätigkeit war dann erreicht, wenn er die heilige Messe zelebrierte. Die Gläubigen, die daran teilnahmen, spürten die Tiefe und Fülle seiner Spiritualität. Im Bereich der christlichen Nächstenliebe bemühte er sich, die Leiden und Nöte zahlloser Familien zu lindern, hauptsächlich durch die Stiftung »Casa Sollievo della Sofferenza«, die am 5. Mai 1956 eingeweiht wurde.

Leben bedeutete für Pater Pio zugleich glauben. All sein Wollen und all sein Tun standen im Licht des Glaubens. Er betete unablässig. Den ganzen Tag und einen Großteil der Nacht verbrachte er im Gespräch mit Gott. Er pflegte zu sagen: »In den Büchern suchen wir Gott, im Gebet finden wir ihn. Das Gebet ist der Schlüssel zum Herzen Gottes.« Der Glaube bewog ihn, dem geheimnisvollen Willen Gottes immer zuzustimmen.

Eingetaucht in die übernatürlichen Wirklichkeiten, war er nicht nur ein Mensch voller Hoffnung, der seine ganze Zuversicht auf Gott setzte, sondern er vermittelte diese Tugenden allen, die ihn aufsuchten. Er tat dies durch sein Wort und Beispiel.

Die Liebe zu Gott, die ihn erfüllte, übertraf alle seine Erwartungen. Leitprinzip seines Tagesablaufs war die Liebe: Gott lieben und dazu beitragen, daß er geliebt wird. Seine besondere Sorge war es, in der Liebe zu wachsen und auch den anderen dazu zu verhelfen.

 

Er liebte den Nächsten bis zur Vollendung, indem er mehr als fünfzig Jahre lang unzähligen Menschen, die um seinen Dienst baten und seinen Beichtstuhl aufsuchten, durch Rat und Trost beistand. Es war fast eine Belagerung. Sie suchten ihn in der Kirche, in der Sakristei und im Kloster auf. Und er schenkte sich allen, indem er Glauben weckte, Gnaden austeilte und Erleuchtung brachte. Er sah vor allem in den Armen, Leidenden und Kranken das Bild Christi und schenkte ihnen besondere Aufmerksamkeit und Zuwendung.

In vorbildlicher Weise übte er die Tugend der Klugheit; er handelte und erteilte seinen Rat im Licht Gottes.

Sein Ziel war der Lobpreis Gottes und das Heil der Menschen. Er behandelte alle gerecht, aufrichtig und voller Achtung.

In ihm erstrahlte die Tugend der Tapferkeit. Er begriff sehr bald, daß sein Weg ein Kreuzweg werden sollte, den er sogleich mutig und voll Liebe annahm. Viele Jahre hindurch hatte er seelisch schwer zu leiden. Jahrelang ertrug er die Schmerzen seiner Wunden mit bewundernswerter Gelassenheit.

Als er Schwierigkeiten und Auflagen in seinem priesterlichen Dienst durchstehen mußte, nahm er das in Demut und Gelassenheit hin. Angesichts ungerechtfertiger Anklagen und Verleumdungen schwieg er. Er vertraute auf das Urteil Gottes, hielt sich an die Weisungen seiner unmittelbaren Vorgesetzten und blieb seinem eigenen Gewissen treu.

Er war gewohnt, sich abzutöten, um die Tugend der Enthaltsamkeit zu üben, wie es dem franziskanischen Lebensstil entspricht. Er suchte die Mitte in seinem Denken und war maßvoll im Leben.

Im Bewußtsein der mit dem geweihten Leben übernommenen Verpflichtungen beobachtete er hochherzig die Ordensgelübde. Er befolgte in allem gehorsam die Anweisungen seiner Oberen, auch wenn sie eine schwere Last bedeuteten. Sein Gehorsam war übernatürlich ausgerichtet, allumfassend angelegt und ganzheitlich gelebt. Er übte die Armut durch das totale Loslassen seiner Selbst, der irdischen Güter, der Bequemlichkeiten und Ehrungen. Er hatte immer eine ganz besondere Vorliebe für die Tugend der Keuschheit. Sein Betragen war überall und allen gegenüber bescheiden.

Er hielt sich für unnütz und der Gaben Gottes unwürdig; er glaubte von sich, voll von Gebrechlichkeiten, aber gleichzeitig mit göttlichen Gnadenerweisen überschüttet zu sein. Bei aller Bewunderung seitens der Welt wiederholte er: »Ich möchte nur ein einfacher Bruder sein, der betet«.

 Seit seiner Jugend von zarter Gesundheit, wurde er mit zunehmendem Alter immer gebrechlicher. Bruder Tod holte ihn, wohl vorbereitet und voll Gelassenheit, im Alter von 81 Jahren am 23. September 1968. Seine Beisetzung fand unter außergewöhnlich großer Beteiligung des Volkes statt.

Am 20. Februar 1971, knapp drei Jahre nach dem Tode Padre Pios, äußerte Paul VI. gegenüber den Oberen des Kapuzinerordens: »Seht, welchen Ruhm er erlangt hat, welch weltweite Gefolgschaft er um sich gesammelt hat! Und warum? Weil er vielleicht ein Philosoph war? Weil er ein weiser Mann war? Weil er bemittelt war? Weil er demütig die Messe feierte, vom Morgen bis zum Abend Beichte hörte, und weil er, schwer zu sagen, ein mit den Wundmalen unseres Herrn gezeichneter Stellvertreter war, ein Mann des Gebets und des Leidens«.

Schon während seines Lebens stand er im Ruf der Heiligkeit, die seinen Tugenden, seinem Gebetseifer, dem Opfergeist und der Ganzhingabe für das Heil der Menschen zuzuschreiben war.

In den Jahren nach seinem Tod wurde der Ruf der Heiligkeit und Wundertätigkeit zu einem Ausdruck des kirchlichen Lebens und verbreitete sich unter allen Volksschichten in der ganzen Welt.

So gab Gott der Kirche seine Absicht kund, seinen treuen Diener auf Erden zu verherrlichen. Nach nicht allzu langer Zeit unternahm der Kapuzinerorden die nach dem kanonischen Gesetz vorgeschriebenen Schritte, um den Selig- und Heiligsprechungsprozeß einzuleiten. Nach eingehender Prüfung erteilte der Heilige Stuhl gemäß dem Motu Proprio »Sanctitas Clarior« am 29. November 1982 das »Nihil obstat«. Der Erzbischof von Manfredonia konnte so das Kanonisierungsverfahren einleiten und den Ermittlungsprozeß durchführen (1983-1990), dessen rechtliche Gültigkeit von der Kongregation für die Heiligsprechungsprozesse am 7. Dezember 1990 bestätigt wurde. Nach Abschluß der Positio wurde wie üblich überprüft, ob der Diener Gottes den heroischen Tugendgrad erreicht hatte. Am 13. Juni 1997 fand die zuständige Versammlung der theologischen Berater statt und endete mit positivem Ergebnis. In der ordentlichen Sitzung vom darauffolgenden 21. Oktober bestätigten die Kardinäle und Bischöfe im Beisein des Referenten Bischof Andrea Maria Erba (Velletri-Segni), daß Pater Pio von Pietrelcina die göttlichen Tugenden, die Kardinaltugenden sowie die damit verbundenen Tugenden in heroischem Grad geübt hat.

In Gegenwart von Papst Johannes Paul II. wurde am 18. Dezember 1997 das Dekret über den heroischen Tugendgrad promulgiert.

Für die Seligsprechung von Pater Pio legte die Postulation dem zuständigen Dikasterium die Heilung von Frau Consiglia De Martino aus Salerno vor. Dieser Fall wurde in einem ordentlichen kanonischen Proze$ beim kirchlichen Gericht der Erzdiözese Salerno-Campagna-Acerno in der Zeit von Juli 1996 bis Juni 1997 geprüft. Bei der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse tagten am 30. April 1998 der medizinische Konsult und am 22. Juni desselben Jahres die zuständige Versammlung der theologischen Berater. Am 20. Oktober 1998 fand im Vatikan eine ordentliche Versammlung der Kongregation mit ihren Mitgliedern, Kardinälen und Bischöfen statt. Am 21. Dezember 1998 wurde im Beisein von Papst Johannes Paul II. das Dekret über das Wunder promulgiert. Am 2. Mai 1999 hat Papst Johannes Paul II den ehrwürdigen Diener Gottes Pio von Pietrelcina im Rahmen einer Eucharistiefeier selig gesprochen und den 23. September als Tag für die entsprechende liturgische Feier bestimmt.

Betreffs der Heiligsprechung des seligen Pio von Pietrelcina hat die antragstellende Postulation dem zuständigen vatikanischen Dikasterium den Fall der Genesung des kleinen Matteo Pio Colcha aus San Giovanni Rotondo vorgelegt. Vom 11. Juni bis 17. Oktober 2000 wurde dieser Fall in einem ordentlichen Prozess beim Gerichtshof der Erzdiözese Manfredonia-Vieste verhandelt. Mit Datum vom 23. Oktober 2001 wurde der Kongregation für die Heiligsprechung das Resultat der medizinischen Untersuchung überreicht. Am 11. Dezember fand die entsprechende Sondersitzung der theologischen Kommission statt, und am 18. des gleichen Monats die ordentliche Versammlung der Kardinäle und Bischöfe. Am 20. Dezember 2001 wurde in Gegenwart Johannes Paul II. das Dekret über das Wunder promulgiert, und am 26. Februar 2002 das Dekret zur Heiligsprechung. Quelle: http://www.heiliggeist-seminar.de

 


 

 

Pater Pio ist am Sonntag den 16. Juni 2002 von Papst Johannes den II 
Heilig gesprochen worden.

Pater Pio Litanei

Herr, erbarme Dich unser
Christus, erbarme Dich unser
Herr, erbarme Dich unser
Christus, höre uns
Christus, erhöre uns
Gott Vater im Himmel - erbarme Dich unser
Gott Sohn, Erlöser der Welt -
Gott Heiliger Geist - Heiligste Dreifaltigkeit, ein einiger Gott - Heilige Maria - bitte für uns
Seliger Pater Pio - Du glühender Nachfolger Christi -
Du Träger Seiner fünf Wundmale -
Du Meister der Gottersliebe und des immerwährenden Gebetes -
Du Opferlamm für die Sünder durch freiwilliges Leiden -
Du Ebenbild des gekreuzigten Heilandes -
Du lebendiges Zeichen für den gekreuzigten und auferstandenen
Christus am Altar -
Du in der Hl. Messe von Liebe entbranntes Herz, das selbst
Zweifler in tiefste Ergriffenheit brachte -
Du Apostel im Beichtstuhl -
Du erleuchteter Seelenführer, beschenkt mit der seltenen Gabe
der Prophetie -
Du Rettung unheilbarer Kranker durch die Gabe der Heilung -
Du Muster der Nächstenliebe -
Du Helfer in jeder Not -
Du großer Wundertäter durch Gottes Gnade -
Du außergewöhnliches Werkzeug Gottes -
Du unermüdlicher Fürbitter für die Rettung der Seelen -
Du Meister des Gebetes, erfüllt von unbegrenztem Gottvertrauen -
Du von Liebe erfüllter Verehrer der Gottesmutter Maria -
Du eifriger Beter unzähliger Rosenkränze -
Du siegreicher Überwinder der bösen Geister -
Du Vorbild in harter Askese und geistlicher Freude -
Du von tiefster Demut Durchdrungener -
Du Beispiel der Geduld -
Du Meister des Durchhaltens in Krankheit, Enttäuschung und
Leiden -
Seliger Pater Pio, du unser mächtiger Helfer und Schutzpatron -
bitte für uns
Lamm Gottes, Du nimmst hinweg die Sünden der Welt -
verschone uns, o Herr
Lamm Gottes, Du nimmst hinweg die Sünden der Welt -
erhöre uns, o Herr
Lamm Gottes, Du nimmst hinweg die Sünden der Welt -
erbarme Dich unser
Allmächtiger, ewiger Gott, um der Liebe willen, die Dein Diener,
Pater Pio, zu Dir und den unsterblichen Seelen in seinem Herzen
getragen hat, bitten wir Dich, gewähre Deine Hilfe und Gnade in
unseren schweren Anliegen ...............
Laß uns, durch sein Vorbild gestärkt und durch seine mächtige
Fürbitte getragen, Dich immer mehr erkennen und lieben - und
wachsen im Vertrauen auf Dein väterliches Erbarmen, dem nichts
unmöglich ist.
Dies erbitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Vater unser... Gegrüßet seist du, Maria... Ehre sei dem Vater...

Lieber guter Pater Pio,
bete und bitt für uns, segne uns und die ganze Welt

 

 

 

Leseempfehlung:
"Das größte Wunder - Pater Pio über das heilige Meßopfer" (Mediatrix-Verlag)
"Pater Pio hat geholfen" (Mediatrix-Verlag)
"Pater Pio, Freund Gottes, Wohltäter der Menschen", (Parvis-Verlag, Schweiz)
"Pater Pio spricht zur Welt", (Parvis-Verlag, Schweiz)

 

Webcam Pater Pio  http://www.teleradiopadrepio.it/guardatelepadrepio.php

 
 
FORTFÜHRENDER BEITRAG
von Pfarrer Andreas Fuchs

[...] Francesco Forgione wurde 1887 in Pietrelcina, einem süditalienischen Marktflecken geboren. Bereits in sehr jungem Alter wurde ihm die Gnade häufiger Visionen der Allerseligsten Jungfrau zuteil. Auch der Teufel erschien ihm, oft in der Nacht, in schrecklichen Gestalten. Bereits in seinem neunten Lebensjahr betrat er sozusagen einen Kreis schwerer Krankheiten, die erst bei seinem Tod aufhörten. Trotzdem wurde er mit sechzehn Jahren in den Kapuzinerorden aufgenommen und legte seine Gelübde unter dem Namen Bruder Pio ab. Doch die Gesundheit des jungen Mönches besserte sich nicht: Der linke Lungenflügel war schwer geschädigt; seine Fieberschübe brachten die Thermometer zum Platzen! In der Hoffnung, dass ein milderes Klima der Heilung dieser unerklärlichen Krankheit dienlich ist, ließ man ihn mehrfach das Kloster wechseln, dann kehrte er zwischen 1910 und 1916 nach Pietrelcina zu seiner Familie zurück. Am 10. August 1910 wurde er trotz allem zum Priester geweiht: «Wie war ich glücklich an diesem Tag», sagte er später. «Mein Herz brannte vor Liebe zu Jesus... Ich begann das Paradies zu schmecken.» Im Juli 1916 gelang es ihm schließlich, sich im Kloster San Giovanni Rotondo in der Nähe von Foggia in Apulien niederzulassen.

Am 20. September 1918 empfing er im Alter von 31 Jahren die Gnade der Stigmatisation, d.h. er bekam blutende Wunden an den Händen, an den Füßen und an der Seite, die denen des gekreuzigten Jesus entsprachen. Von da an verlor er fünfzig Jahre lang etwa so viel wie ein Glas Blut jeden Tag. «Er wies nicht nur Flecken auf», wie einer seiner Mitbrüder bezeugt, «sondern wirkliche Wunden, die durch seine Hände und Füße gingen. Ich konnte die Wunde an seiner Seite beobachten: Es war ein richtiger Riss, der ständig Blut absonderte.» Diese Wunden verursachten eine andauernde körperliche Schwäche, die, so süß sie ihm auch war, sich nicht weniger schmerzlich bemerkbar machte. Angesichts einer solchen Gnade fühlte sich Padre Pio zutiefst unwürdig, doch er war glücklich, äußerlich Christus gleichgemacht worden zu sein.

Seine Vorgesetzten zogen namhafte Ärzte zu Rate, um die Wundmale zu untersuchen. Die Spezialisten bestätigten die Echtheit der Verletzungen. Manche führten sie auf eine magnetische Kraft, andere auf Autosuggestion, wieder andere auf «physiologisch-pathologische Zusammenhänge» zurück; doch viele gaben zu, dass die Ursache dieser Wunden der medizinischen Wissenschaft entging. «Stigmen», schreibt der Kardinal Journet, «haben den Zweck, uns auf erschütternde Art an die Leiden des für uns zu Tode gequälten Gottes zu erinnern sowie an die Notwendigkeit für die gesamte Kirche, zu leiden und zu sterben, bevor sie in die Herrlichkeit eingehen kann... Die Stigmen sind eine blutende, tragische und zugleich glänzende Predigt. Sie lassen uns nicht vergessen, was die wahren Zeichen für die Aufrichtigkeit der Liebe sind.»

Zu Beginn des Monats Mai 1919 wurde ein kleines Mädchen plötzlich geheilt, nachdem ihr Padre Pio erschienen war. Am 28. Mai ließ sich ein junger Soldat, der während des Krieges verletzt und von den Ärzten für unheilbar erklärt worden war, zu Padre Pio transportieren, der ihn segnete: Er war augenblicklich völlig geheilt. Diese zwei Wunder, von denen auch in der Presse berichtet wurde, rührten die Massen: Ab Juni 1919 begaben sich jeden Tag drei- bis fünfhundert Pilger oder Neugierige zu San Giovanni Rotondo. Es wurde das Gerücht verbreitet, dass Padre Pio im Inneren der Seele lesen könne. Und wirklich, das kam häufig vor. Die hübsche und überaus reiche Luisa V., die aus reiner Neugier nach San Giovanni Rotondo gekommen war, fühlte sich gleich nach ihrer Ankunft von einem solchen Schmerz wegen ihrer Sünden übermannt, dass sie mitten in der Kirche in Tränen ausbrach. Der Padre ging zu ihr und sagte: «Beruhigen Sie sich, mein Kind, die Barmherzigkeit kennt keine Grenzen, und das Blut Christi wäscht alle Verbrechen der Welt hinweg. – Ich will beichten, mein Vater. – Kommen Sie erst wieder zur Ruhe. Sie können morgen wiederkommen.» Luisa V. hatte seit ihrer Kindheit nicht mehr gebeichtet. Padre Pio kam ihr bei der Aufzählung der Sünden zu Hilfe und sagte dann: «Erinnern Sie sich an nichts weiter?» Luisa erzitterte beim Gedanken an eine schwere Sünde, die sie nicht zu bekennen wagte. Padre Pio wartete und bewegte still die Lippen... Sie fasste sich schließlich: «Es bleibt noch dieses, mein Vater. – Gott sei gelobt! Ich erteile Ihnen die Absolution, meine Tochter...»

«Ich bin ein Beichtvater», pflegte Padre Pio zu sagen. Mitunter widmete er in der Tat fünfzehn bis siebzehn Stunden täglich dem Anhören der Pönitenten. Sein Beichtstuhl war mehr eine Seelenklinik denn ein Richter- oder ein Lehrstuhl. Die Beichtenden wurden von ihm in unterschiedlicher Weise, je nach den Bedürfnissen eines jeden begrüßt. Dem einen streckte er mit überschäumender Freude die Arme entgegen und sagte ihm, bevor er auch nur den Mund öffnete, woher er kam. Anderen verpasste er Vorwürfe; er ermahnte und bedrängte sie sogar. Bisweilen war er einem «guten Christen» gegenüber, der seine Pflichten nicht erfüllt hatte, anspruchsvoller als einem großen Sünder gegenüber, der die Gesetze Gottes mehr oder weniger gar nicht kannte. Streng fiel sein Urteil über die Sünden gegen die Reinheit und gegen die Gesetze der Weitergabe des Lebens aus; er vergab sie nicht, bevor er sich nicht von der festen Absicht des Beichtenden überzeugt hatte, und manch einer musste Monate der Bewährung hinter sich bringen, bevor er die Absolution erhielt. Padre Pio unterstrich so die Bedeutung der Reue und des festen Vorsatzes zur Besserung vor dem Empfang des Sakraments der Buße. Doch wo er Aufrichtigkeit vorfand, war er wohlwollend, und zwar von einem Wohlwollen, der einem das Herz aufgehen ließ.

Fünf oder sechs Minuten genügten ihm, um eine ganze Existenz zu verändern und ein aus der Bahn geratenes Leben wieder auf Gott hin auszurichten. Es kam vor, dass der Pater das Beichtkind noch vor dem Ende wegschickte: «Hinaus! Geh fort! Ich will dich nicht wiedersehen, bevor...» Sein Ton wurde befehlend und streng. Er wusste, dass das «Fortschicken» eine heilsame Maßnahme war, die den Sünder erschütterte, zum Weinen brachte und ihn zu einem Anlauf zur Umkehr zwang. Die mit dieser speziellen Energie behandelten Leute fanden keinen Frieden, bis sie sich nach aufrichtiger Reue ihrem Beichtvater zu Füßen werfen konnten, der sich dann als überaus zärtlicher Vater erwies. Doch der Padre litt unermesslich darunter, wenn er zu solchen Maßnahmen greifen musste: «Wenn du wüsstest, von welchen Pfeilen mein Herz zuvor durchbohrt worden ist!», bekannte er eines Tages einem Mitbruder, nachdem er einen schlecht vorbereiteten Pönitenten weggeschickt hatte. «Wenn ich aber nicht so handle, würden sich so viele nicht zu Gott bekehren!»

Da er in außergewöhnlicher Weise leiblich wie seelisch am Erlösungswerk beteiligt war, nahm er mit besonderer Schärfe die Schwere der Sünden wahr. Eines Tages kniete ein Mann reiferen Alters, der seit dem Alter von sieben Jahren nicht mehr gebeichtet hatte, im Beichtstuhl von Padre Pio nieder. Während er sein Gewissen erleichterte, wurde der Pater zusehends immer blasser und verschwitzter. Manche Pönitenten behaupteten, sie hätten Bluttropfen auf seiner Stirn perlen gesehen, während sie ihre Treulosigkeit schilderten. «Seelen, Seelen! Welchen Preis kostet euer Heil!», rief der Pater eines Tages aus. «In den Beurteilungen von heute», sagte Papst Paul VI., «betrachtet man die Menschen nicht mehr als Sünder; sie werden als Gesunde, Kranke, Rechtschaffene, Gute, Starke, Schwache, Reiche, Arme, Gebildete und Unwissende eingestuft; doch das Wort Sünde kommt niemals vor» (20. September 1964). Es gibt indessen auch Menschen wie den Padre Pio, die nicht mit dem Bösen paktieren und angesichts der Sünde und des Unglücks derer, die im Zustand der Todsünde leben, erschüttert sind. [...] Padre Pio weinte und schluchzte, als er bei der Lektüre der Besuche bei der Allerseligsten Jungfrau Maria vom heiligen Alphons von Liguori folgende Worte sprach: «Ich danke dir für alles, was du getan hast, insbesondere dafür, dass du mich vor der Hölle bewahrt hast, die ich so viele Male verdient habe.»

Die übernatürliche Kraft, das Böse zu bekämpfen, schöpfte Padre Pio aus dem Gebet. Trotz seiner durch die fünf Wundmale verursachten Schmerzen betete er viel. Jeden Tag widmete er sich vier Stunden lang religiösen Betrachtungen. Er betete mit dem Seufzen seines Herzens, mit Stoßgebeten (kurzen Gebeten die wie Pfeile zum Himmel geschleudert werden), vor allem aber mit seinem Rosenkranz. Man hörte ihn oft sagen: «Geht zur Madonna, lasset sie geliebt werden! Betet immer den Rosenkranz. Betet ihn richtig! Betet ihn so oft, wie ihr könnt!... Seid Seelen des Gebets. Werdet nie müde, zu beten. Das ist die wichtigste Sache. Das Gebet bezwingt das Herz Gottes, es erwirkt die notwendigen Gnadengaben!»

Der Höhepunkt des Tages und des Betens von Padre Pio war die Zelebrierung des heiligen Messopfers. «In diesem göttlichen Opfer, das in der Messe vollzogen wird, ist jener selbe Christus enthalten und wird unblutig geopfert... der auf dem Altar des Kreuzes ein für allemal sich selbst blutig opferte» (Konzil von Trient; vgl. Katechismus, Nr. 1367). Durch seine Stigmen Christus ähnlich geworden, erlebte Padre Pio die Messe in inniger Verbundenheit mit der Passion Christi. Oft weinte der Pater während des Messopfers und erklärte das jemandem, der sich darüber wunderte, so: «Erscheint es Ihnen etwa von geringer Bedeutung, dass Gott mit seinen Geschöpfen spricht? Und dass ihm manchmal von diesen widersprochen wird? Und dass Er durch ihre Undankbarkeit und ihren Unglauben ständig verletzt wird?» Die Messe von Padre Pio konnte anderthalb bis zwei Stunden dauern. Ein französischer Botschafter beim Heiligen Stuhl, der einer dieser Messen beiwohnen durfte, schrieb: «Nie in meinem Leben habe ich eine so erschütternde Messe erlebt. Die Messe wurde – was sie in Wirklichkeit ja auch ist – zu einem absolut übernatürlichen Akt. Als die Glocke zur Elevation der Hostie und dann des Kelches erklang, erstarrte Padre Pio in Betrachtung. Für wie lange Zeit?... Zehn, zwölf Minuten, vielleicht mehr...»

Doch Padre Pio betete nicht nur viel, er brachte auch andere zum Beten und organisierte auf ausdrücklichen Wunsch von Papst Pius XII. Gebetsgruppen für Laien. Jeden Abend leitete er persönlich die Zeremonie, die in der kleinen Kirche des Klosters die Gläubigen zusammenführte. Es wurde der Rosenkranz gebetet und der Segen des Heiligen Sakramentes gespendet; es wurde die «unwiderstehliche Novene» zum heiligsten Herzen Jesu ebenso gefeiert wie die «Heimsuchung Mariä». Die von Padre Pio ins Leben gerufenen Gebetsgruppen breiteten sich in der ganzen Welt aus. Zu seinem 80. Geburtstag entsandten mehr als tausend dieser Gruppen Vertreter nach San Giovanni Rotondo.

So erwachte nach und nach die religiöse Inbrunst in San Giovanni Rotondo wieder, dessen spiritueller Zustand vor der Ankunft Padre Pios erbärmlich gewesen war. Doch der apostolische Eifer des jungen Kapuziners rief Widerstand hervor. Mehrere Domherrn des Landes, die sich daran gewöhnt hatten, ein liederliches Leben zu führen und ihre Amtspflichten zu vernachlässigen, fanden seine Präsenz überaus lästig. Darüber hinaus missfielen einem Teil der örtlichen Geistlichkeit sowohl die plötzliche Berühmtheit des Stigmatisierten als auch der Zustrom der Pilger und die reichlich fließenden Almosen für sein Kloster. Der Bischof des Ortes, dessen Ruf überaus schlecht war, ließ von Priestern und Gläubigen eine Anzeige über die angeblichen Skandale im Kloster San Giovanni Rotondo unterschreiben und leitete somit einen langen, in Rom geführten gerichtlichen Prozess ein. Als Folge der schweren Verleumdungen wurden von der irregeführten kirchlichen Obrigkeit ab Juni 1922 strenge Maßnahmen gegen Padre Pio verfügt: Verbot jeglicher geistlicher Korrespondenz, selbst mit seinen Beichtvätern; Verbot öffentlicher Messfeiern; Verlegung des Paters in ein anderes Kloster. Tatsächlich konnten die letzten beiden Verfügungen wegen des heftigen Widerstandes der örtlichen Bevölkerung nicht durchgesetzt werden. 1931 gipfelte dann die Verfolgung darin, dass ihm die Ausübung jeden Amtes untersagt wurde, mit Ausnahme der privaten Messfeier. Padre Pio sollte abgeschieden in seinem Kloster leben. Diese schmerzliche Situation dauerte zwei Jahre, danach erhielt der Padre alle priesterlichen Befugnisse wieder (Juli 1933). Währenddessen endete eine Untersuchung über das skandalöse Verhalten mancher dem Pater feindlich gesonnener Kleriker mit der Verurteilung der Schuldigen.

«Nach dem Sündenfall», sagte Padre Pio, «wurde das Leiden zum Hilfsinstrument der Schöpfung; es ist der mächtigste Hebel zur Wiederaufrichtung der Welt; es ist der rechte Arm der Liebe, die unsere Wiederherstellung erreichen will.» Da er jedoch Schmerz und Krankheit aus eigener Erfahrung kannte, war er eifrig bemüht, sie nach dem Vorbild des Erlösers zu lindern, der die der Heilung Bedürftigen gesund machte und seine Apostel aussandte, das Reich Gottes zu verkünden, und die Kranken zu heilen (Lk 9, 11 und 9, 2). Zu diesem Zweck fasste Padre Pio die Errichtung eines Krankenhauses in San Giovanni Rotondo ins Auge: Dort würden vor allem arme Kranke in einem bequemen und würdigen Rahmen fachkundige Aufnahme und Pflege erhalten, doch man würde sich ebenso um ihre Seelen kümmern, damit «die geistig und körperlich Erschöpften dem Herrn näherkommen und in ihm Trost finden können». 1947 wurde mit dem Bau der «Casa Sollievo della Sofferenza» (des Hauses zur Linderung von Leiden) begonnen, die eines der modernsten Krankenhäuser Italiens wurde und bis zu tausend Kranke aufnehmen kann.

Dieses Werk führte allerdings zu einer erneuten Verfolgung des Padre, der auf Grund eines ausdrücklichen Dispenses vom Armutsgelübde durch Papst Pius XII. Besitzer des Krankenhauses wurde. Denn trotz aller Warnungen des Heiligen Stuhles hatten sich mehrere Diözesanverwaltungen und religiöse Einrichtungen Italiens unvorsichtigerweise in eine Finanzaffäre verstrickt, wodurch sie all ihr Hab und Gut verloren. Angesichts der hohen Geldverluste, versuchten dann einige Kapuzinerpatres und andere Kleriker, sich an den finanziellen Reserven des Padre Pio schadlos zu halten, der sich in weiser Voraussicht nicht an der Affäre beteiligt hatte. Diskussionen, Drohungen und Pressekampagnen sollten den Padre sowie die von ihm für die Führung der Casa ausgewählten Verwalter in Verruf bringen. Im April 1960 gingen einige Geistliche in ihrer Anmaßung so weit, dass sie an verschiedenen Orten Abhörmikrophone anbrachten, um die Gespräche der Gläubigen mit dem Padre aufzuzeichnen. Dieses Manöver hatte frevelhaften Charakter, denn es wurden dabei auch während der Beichte erteilte Ratschläge abgehört, um den Beichtvater bei einem Fehler zu ertappen. Die Abhörmaßnahmen dauerten vier Monate lang; dann förderte eine rasche Untersuchung die Namen der Schuldigen und ihrer Komplizen ans Tageslicht, und sie wurden allesamt bestraft. Um das Werk des Krankenhauses vor aller Begehrlichkeit zu schützen, ersuchte der Heilige Stuhl 1961 den Padre, das Ganze ihm zu vermachen, was dieser mit beispielhaftem Gehorsam auch tat. Dennoch wurde er immer noch wie ein «Verdächtiger in Halbfreiheit» behandelt, bis Papst Paul VI. zu Beginn des Jahres 1964 ihm die völlige Freiheit zur Ausübung seines Priesteramtes wieder verlieh.

Bei all diesem Ärger übte Padre Pio heldenhaften und beständigen Gehorsam. «Den Vorgesetzten gehorchen, heißt Gott gehorchen», pflegte er zu sagen. Nie stellte er die Anordnungen seiner Vorgesetzten in Frage, mochten sie auch noch so ungerecht sein. [...] Für Padre Pio waren die Liebe zu Christus und die Liebe zur Kirche untrennbar. Einem seiner geistlichen Söhne, der seine Verteidigung in unannehmbarer, weil für die Kirche demütigender Weise betreiben wollte, schrieb er: «Wenn du in meiner Nähe wärst, würde ich dich an mein Herz drücken, ich würde mich dir zu Füßen werfen, um dich anzuflehen, und ich würde dir sagen: Lass den Herrn über das menschliche Elend urteilen und kehre in dein Nichts zurück. Lass mich den Willen des Herrn ausführen, dem ich mich völlig ausgeliefert habe. Lege unserer heiligen Mutter, der Kirche, alles zu Füßen, was ihr Vorurteile und Trauer einbringen könnte.»

In der Kirche sah er eine Mutter, die trotz der Schwächen ihrer Kinder immer geliebt werden muss. Sein Herz bebte vor Liebe für den Stellvertreter Christi, wie sein kurz vor seinem Tod an Papst Paul VI. gesandter Brief vom 12. September 1968 zeigt: «Ich weiß, dass Ihr Herz in diesen Tagen viel leidet wegen des Schicksals der Kirche, wegen des Friedens in der Welt, wegen der so vielen Nöte der Völker, vor allem aber wegen des Ungehorsams bestimmter Katholiken der hohen Lehre gegenüber, die Sie mit Beistand des Heiligen Geistes und im Namen Gottes erteilen. Ich biete Ihnen mein Gebet und mein tägliches Leiden an..., damit der Herr Sie durch seine Gnade trösten möge und Sie den geraden und schweren Weg weitergehen können, indem Sie die ewige Wahrheit verteidigen... Ich danke Ihnen auch für die klaren und entschiedenen Worte, die Sie insbesondere in der letzten Enzyklika Humanæ vitæ (über der Geburtenregelung) gesprochen haben, und ich bekennne erneut meinen Glauben und meinen unbedingten Gehorsam Ihren erleuchteten Weisungen gegenüber.»

Padre Pio erfüllte bis zum Schluss seine Mission als Beichtvater und Opfer. Im Jahre 1967 nahm er etwa 70 Personen täglich die Beichte ab. Unter seiner Ausstrahlung gab es immer mehr Wunder, Prophetien, Bekehrungen und religiöse Berufungen. Doch sein eigenes spirituelles Leben spielte sich in der «Nacht des Glaubens» ab. «Ich weiß nicht, ob ich richtig oder falsch handele», gestand er. «Und das überall, in allem, am Altar, im Beichtstuhl, überall. Ich schreite wie durch ein Wunder vorwärts, doch ich begreife nichts... So zu leben ist recht mühsam... Ich überlasse Jesus Christus die Sorge, darüber nachzudenken.» Der heilige Johannes vom Kreuz schrieb: «Die Dürre lässt die Seele auf dem Wege der reinen Liebe zu Gott vorwärtskommen. Sie fühlt sich danach nicht mehr dazu getrieben, unter dem Einfluss des Gefallens und des Geschmacks zu handeln, die sie früher an ihren Handlungen gefunden hat; sie regt sich nur noch, um Gott zu gefallen.» Die gleiche Lehre lässt sich aus den Briefen des Padre herauslesen: «Ich sage euch, liebt eure Zerstörung. Das besteht darin, in den Zeiten der Finsternis und der Ohnmacht demütig, heiter, sanft und vertrauensvoll zu bleiben; das besteht darin, euch nicht zu sorgen, sondern euer Kreuz und eure Ungewissheiten bereitwillig auf euch zu nehmen – ich sage nicht freudig, sondern entschlossen und standhaft.» Doch über all seine verschiedenen Belastungen hinweg war Padre Pio im Grunde zufrieden, glücklich und fröhlich: Darin liegt das christliche Geheimnis.

Padre Pio starb sanft am 23. September 1968 in seinem Kloster San Giovanni Rotondo. Er hatte geschrieben: «Wenn unsere letzte Stunde geschlagen hat, wenn unsere Herzschläge verstummt sind, wird alles für uns beendet sein, die Zeit, Verdienste zu erwerben, und die Zeit, sie zu verspielen... Es ist schwierig, heilig zu werden; schwierig, aber nicht unmöglich. Der Weg der Vollkommenheit ist lang wie das Leben eines jeden. Bleiben wir also nicht auf halbem Wege stehen, und der Herr wird uns unfehlbar den Trost seiner Gnade schicken; Er wird uns helfen und uns durch einen ewigen Triumph krönen.» [...]

Am 23. September 1968 betrachtete der Guardian Carmelo da San Giovanni in Galdo zusammen mit anderen Zeugen den Leichnam. Er bezeugt: Die Hände waren ganz anders als früher. "Alle Stigmen waren vollständig verschwunden ohne eine Spur von Narben.

 

Film über Pater Pio

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Alter Original- Dokumentarfilm

 

 

Der heilige Pater Pio - Heilungen

 

 

Audio Pater Pio

Ein Vortrag von  Friedrich Abresch aus dem Jahre 1968 (aus S.Giovanni Rotondo)

Teil 1  47:41 Min

 

Teil 2   48:05 Min

 

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 Erlebnisse bei Pater Pio  -  Karl Wagner berichtet
Überspielung einer alten Audio-Kassette (ca. 80min; 74,6 MB Dateigröße)
 

 

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