HI. Paul vom Kreuz

Der Gründer der Passionisten

 

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Audio Paul vom Kreuz - Kontemplation und Mission

Der predigende Einsiedler

HI. Paul vom Kreuz

*3. Jan. 1694  - 18. Okt. 1775

Wo sich heute Touristen tummeln, nahe beim Lagunenstrand von Orbetello in der Toscana, steht die Wiege des Passionistenordens. Von ihm sagte Papst Benedikt IV., als er die gemilderte Ordensregel anerkannte:  

«Der Orden, der als erster hätte gestiftet werden müssen, wurde als letzter gegründet.» Bis zur Errichtung des 1. Klosters auf dem Monte Argentario lebte Paul v. Kreuz teils als Eremit, teils als Wanderprediger. Er unterrichtete das Volk, predigte Busse und erzählte vom Leiden Christi und gilt als erfolgreichster Prediger seines Jahrhunderts. Seine Kongregation besitzt in der Schweiz keine Niederlassung und ist hierzulande kaum bekannt.

Papst Klemens XIV. wies den Passionisten 1773 das nahe beim Kolosseum gelegene Kloster St. Johannes und Paul zu. Hier starb Paul v. Kreuz 81 jährig beim Lesen der Leidensgeschichte nach Johannes. Sein Leib ruht in der Basilika und das Sterbezimmer im Generalhaus der Passionisten ist heute noch im Original zu besichtigen.

Bei seinem Tod am 18.10.1775 zählte seine Kongregation bereits 200 Mitglieder in 12 Häusern und ist heute in über 200 Häusern weltweit tätig, v.a. in N-Amerika.

Paul v. Kreuz wurde als ältestes von 16 Kindern einer verarmten Adelsfamilie am 31.1694 zu Ovada (Piemont) geboren Im Dezember 1720 schrieb er als Laie die Ordensregel der «Armen Jesu», der künftigen Passionisten. 1121 wurden er und sein Bruder von Papst Benedikt XIII. zum Priester geweiht. 1737 entstand auf dem Argentaroberg bei Orbetello die 1. Niederlassung des Passionistenordens. 33 Jahre durchzog er die Toscana und den Kirchenstaat als Missionür und Wundertäter.
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Seligsprechung am 1. 10. 1852
Heiligprechung am 29. 6. 1867
Festtag:   19. Okt. (vor 1968 28. April)

Zwischen Kartäusern und Jesuiten— zwischen Beschaulichkeit und Aktion

Mit 19 Jahren erlebte Paul seine «Bekehrung». Von der Erbschaft seines geistlichen Vaters nahm er nur dessen Brevier an. Er wollte nur für GOTT in völliger Armut leben. Vom Verlangen für den Glauben zu sterben, meldete er sich 1715 für einen Feldzug der Republik Venedig gegen die Türken. In einer Vision wurde ihm seine Lebensaufgabe gezeigt: die Grün­dung des «Ordens vom Leiden Christi“. Er wollte eine Gemeinschaft gründen, die das beschauliche Leben eines kartäusers oder Trappisten mit dem tätigen der Jesuiten oder Lazaristen verbindet. Noch als Laie schrieb er nach 40 Tagen Fasten in der Einsamkeit die strenge Ordensregel auf:

«Ich fing an, diese HI. Regel zu schreiben am 2. Dez. 1720 und war zu Ende am 7. desselben Monats. Als ich am Schreiben war, ging es so schnell voran, als wenn jemand von einem Lehrstuhl diktiert hätte. Ich fühlte die Worte mir aus dem Herzen kommen... Durch das andächtige Betrachten der Passion des göttlichen Heilandes werden die Herzen der Menschen am wirksamsten von der Sünde gelöst und am leichtesten zur christlichen Vollkommenheit geführt.»  

Symbol der  Passionisten. Die Tracht besteht aus schwarzwollendem Habit mit Passionistensympol und Ledergürtel und Rosenkranz

   

Die Hauptaufgabe der Passionisten liegt in der Förderung der Andacht zum Leiden Christi durch Volksmissionen und geistliche Übungen. (Pauls Exerzitien-Tagebuch von 1720 ist nebst über 2000 Briefen mit Fragen der Seelenführung erhalten).  

Die Scala Sancta (HI Treppe) führt zur Sancta Sanctorum (=allerheiligste Kapelle), die Privatkapelle der Päpste bei der ältesten Papstkirche, der Basilika St. Johannes im Lateran . Kaiserin Helena liess sie 326 nach Rom bringen. Einzelne Blutstropfen auf den 28 Stufen erinnern an den gegeisselten und mit Dornen gekrönten Jesus, der über diese Treppe zu Pontius Pilatus geführt worden ist. Passionisten-Patres betreuen diese Stätte und kommen damit ihrem 4. Ordensgelübde nach, die Andacht zum Leiden Christi zu fördern. Man darf die mit Holz verkleidete Marmortreppe nur hinauf knien und soll sich dabei betend in die Passion Christi vertiefen. Damit ist ein vollkommener Ablass verbunden.

VERBREITUNG der Passionisten
Beim Tod des Gründers 1775 war die Kongregation der Passionisten nur in Mittelitalien verbreitet. Obwohl Paul vom Kreuz selbst bereits daran gedacht hatte, Mitglieder seiner Gemeinschaft in die Auslandsmission zu senden, wurde dieser Gedanke erst im Jahre 1781 verwirklicht mit der Eröffnung der ersten Mission unter den Katholiken in Nordbulgarien.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts musste das noch junge Institut die durch die napoleonischen Gesetze verhängte Klosteraufhebung erleben. Die Wiederaufnahme des klösterlichen Lebens begann im Jahre 1814. In der ersten Hälfte des 19. Jh. wurden Kommunitäten in Belgien, Frankreich, England und Irland gegründet. 1852 machten die Passionisten ihre erste Gründung in den USA. In den folgenden Jahren verbreiteten sie sich in Mexico und in anderen Ländern Lateinamerikas. 1878 wurde eine Gruppe nach Spanien geschickt und, wenig später, nach Australien.
1921 begaben sich einige Passionisten in die Mission nach China. 1922 erfolgte die Gründung in Deutschland [Bild rechts] und ein Jahr danach in Polen. 1925 kamen sie nach Österreich [Bild unten]. 1930 begannen die Passionisten mit ihrer missionarischen Tätigkeit im Kongo und 1934 in Tansania. 1946 kamen sie in Indonesien an, 1951 in Schweden, 1954 in Japan und 1981 in Indien.


GEISTLICHES TESTAMENT DES GRÜNDERS
„Vor allem empfehle ich die Beachtung jener heiligen Ermahnung, die Jesus Christus seinen Jüngern gab: Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt. (...) Desweiteren empfehle ich Euch, dass in der Kongregation immer mehr der Geist des Gebetes, der Geist der Einsamkeit und der Armut aufblühe. Seid gewiß: wenn man diese drei Dinge bewahrt, wird die Kongregation leuchten wie die Sonne im Angesicht Gottes und der Völker.“

AUS DEN KONSTITUTIONEN DER KONGREGATION VOM LEIDEN JESU CHRISTI

Die Berufung zum Passionistenleben
1. Der heilige Paul vom Kreuz sammelte Gefährten, damit sie in Gemeinschaft leben und den Menschen das Evangelium verkünden.
Im Anfang gab er ihnen den Namen: „Die Armen Jesu“. Ihr Leben sollte nämlich auf die evangelische Armut gegründet sein, welche die notwendige Voraussetzung ist, um die anderen evangelischen Räte befolgen zu können, um im Gebet zu verharren und um das Wort vom Kreuz unablässig zu verkünden.
Er wollte, dass alle, die sich ihm anschließen, wie die Apostel leben und einen tiefen Geist des Gebetes, der Buße und der Einsamkeit pflegen, um zur innigsten Vereinigung mit Gott zu gelangen und Zeugen seiner Liebe sein zu können.
Er war mit den Nöten und Leiden der Menschen seiner Zeit wohl vertraut. Als wirksamstes Mittel dagegen verkündete er mit großem Nachdruck das Leiden Christi, „das größte und überwältigendste Werk der Liebe Gottes“.

2. Die Kirche erkannte beim heiligen Paul vom Kreuz das Wirken des Heiligen Geistes. Mit höchster Autorität bestätigte sie unsere Kongregation und ihre Regel und gab uns den Auftrag, durch unser Leben und unser Apostolat das Evangelium vom Leiden Jesu zu verkünden.
Diese Sendung behält ihre Kraft und zeitlose Gültigkeit. Um sie zu erfüllen, leben wir in apostolischen Gemeinschaften zusammen und arbeiten für das Kommen des Reiches Gottes. Im Vertrauen auf Gottes Hilfe streben wir, trotz menschlicher Begrenztheit danach, dem Geist des Evangeliums und dem Erbe unseres Gründers treu zu bleiben.

3. Wir sind uns bewusst, dass die Passion Christi in dieser Welt fortdauert bis er wiederkommt in Herrlichkeit. Wir nehmen Anteil an den Freuden und Leiden der Menschheit, die zum Vater pilgert. Wir teilen vor allem die Not jener, die arm und verlassen sind und bemühen uns, ihnen Trost zu bringen und die Last ihrer Leiden zu lindern.
Aus der Kraft des Kreuzes Christi, die Weisheit Gottes ist, empfangen wir die Fähigkeit, mitzuhelfen, die Ursachen menschlichen Leides zu überwinden.
Durch den Dienst am Wort vom Kreuz ist unsere Sendung deshalb auf die Verkündigung des Evangeliums ausgerichtet, damit alle Menschen Christus und die Kraft seiner Auferstehung erkennen. Jeder, der an den Leiden des Herrn teilnimmt, wird ihm in seinem Tode ähnlich, um so zu seiner Herrlichkeit zu gelangen. (vgl. Phil 3, 10 – 11)
Wir alle widmen uns diesem Apostolat, jeder nach seinen Möglichkeiten und Talenten.

4. Wir nehmen bereitwillig die Verpflichtungen an, die der persönlich Anruf des Vaters zur Nachfolge des gekreuzigten Christus jedem einzelnen von uns auferlegt, nämlich:
> das fortwährende Bemühen, das Evangelium zur höchsten Norm und Richtschnur unseres Lebens zu machen;
> die ständige Bereitschaft, frohen Herzens in brüderlicher Gemeinschaft zu leben und zu arbeiten und die Konstitutionen im Geiste des heiligen Paul vom Kreuz zu beobachten;
> die starke Entschlossenheit, den Geist des Gebetes in uns zu pflegen und andere das Beten zu lehren;
> schließlich eine große Aufmerksamkeit für die Nöte der Brüder zu haben und danach zu streben, sie durch die Botschaft vom Kreuz zur Fülle der christlichen Berufung zu führen.

Der Passion des Herrn geweiht
5. Im Leiden Christi verwirklichen wir die Einheit unseres Lebens und unseres Apostolates. Seine Passion offenbart die Kraft Gottes, welche die Welt durchdringt, um die Macht des Bösen zu vernichten und das Reich Gottes aufzubauen.
Wir sind berufen an der Sendung dessen teilzuhaben, „der sich selbst entäußerte und Knechtsgestalt annahm“ (Phil 2,7). In beständigem Gebet schauen wir auf Christus, der in der Hingabe seines Lebens die Liebe Gottes zu uns Menschen offenbart und uns den Weg zeigt, den wir gehen müssen, um zum Vater zu gelangen. Dieses Schauen auf den Herrn befähigt uns immer mehr, seine Liebe zu bezeugen und anderen zu helfen, ihr Leben in Christus dem Vater zu weihen.

6. Unsere Teilhabe an der Passion Christi, die zugleich persönlicher, gemeinschaftlicher und apostolischer Natur ist, findet ihren Ausdruck in einem besonderen Gelübde. Durch dieses Gelübde verpflichten wir uns, das Gedächtnis des Leidens Christi durch Wort und Tat zu verbreiten, um ein tieferes Bewusstsein seiner Bedeutung und seiner Kraft für jeden einzelnen Menschen und für das Leben der Welt zu wecken.
Durch diese Verpflichtung nimmt unsere Kongregation ihren Platz in der Kirche ein und weiht sich ganz der Erfüllung ihrer Sendung.
Im Licht dieses Gelübdes leben wir die evangelischen Räte. Wir bemühen uns, dieses besondere Versprechen in unserem alltäglichen Leben zu verwirklichen.
Auf diese Weise werden unsere Gemeinschaften in der Kirche und in der Welt zu einem Sauerteig der Erlösung. Wir führen ein Leben, das dem Gedächtnis der Passion Christi in unserer Zeit geweiht ist.

 

Tagesgebet

Barmherziger Gott, du hast dem heiligen Paul vom Kreuz eine außergewöhnliche Liebe zum Leiden Christi gegeben. Hilf uns, nach seinem Vorbild den Erlöser zu lieben und unser eigenes Kreuz mit Geduld zu tragen. Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.

Linkempfehlung: www.passionisten.de/paul/index.htm

 

Paul vom Kreuz - Kontemplation und Mission
Gesendet auf Radio Horeb und Radio Maria

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