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Geheimnisse aktueller Marienerscheinungen

   
   




 

  

Die Geheimnisse aktueller Marienerscheinungen 

Hinweise auf die Wiederkunft Christi?

Um Medjugorje, den Ort zahlreicher und noch anhaltender Marienerscheinungen zu verstehen, muss man die endgültige Bedeutung Fatimas, aber auch Garabandals verstehen. Als kirchlich anerkannt, teilte die Gottesmutter den Sehern in Fatima drei Geheimnisse mit, die seit dem Jahr 2000 jedermann zugänglich sind. Die amtliche Interpretation des zuletzt veröffentlichten 3. Geheimnisses lässt, wie der frühere Vorsitzende der Glaubenskongregation in Rom, Kardinal Ratzinger und jetzige Papst Benedikt XVI betont, ebenfalls individuelle Schlüsse zu. Die Ereignisse dieses Geheimnisses beziehen sich nach den Aussagen der verstorbenen Seherin Lucia eindeutig auf Johannes Paul II. Dass es nicht zu dessen Ermordung kam, verdankte dieser dem direkten Eingreifen Gottes (nach Sr. Lucia). Da die Visionen im Jahr 1917 stattfanden, also während des Ersten Weltkriegs und des damaligen Umbruchs in Russlands (Oktoberrevolution, Machtergreifung der Kommunisten) und eine (gültige) Weltweihe an das Herz Mariens erst 1984 unter Johannes Paul II stattfand, konnte der Zweite Weltkrieg aus mariologischer Sicht auch nicht verhindert werden. Mit dem Tod Paul VI 1978 trat eine Wende ein. Das Pontifikat Johannes Paul I war, wie man weiß, von sehr kurzer Dauer. Der darauf folgende Pontifex, Johannes Paul II, erfüllte, nach dem Attentat vom 13. Mai (!) 1981, die Aufforderung der Gottesmutter, die Welt ihrem Unbefleckten Herzen zu weihen. Nach einem nicht als gültig angesehenen Versuch (Bedingung: unter Mitwirkung möglichst aller Bischöfe), vollendete er diesen Auftrag zwei Jahre später. Die politischen Folgen, angefangen im Heimatland Wojtilas bis hin zu den Ereignissen im gesamten Ostblock, sind bekannt. Beweisen lassen sich die überirdischen Einflüsse jedoch nicht. Gegner lehnen diese, wie zu erwarten war, aus den unterschiedlichsten Gründen ab. Die angekündigte Bekehrung Russlands steht allerdings noch aus. Ansätze einer mittlerweile weitgehend vorhandenen Religionsfreiheit werden aber sichtbar. Was es mit der geforderten Bekehrung im christlichen Sinn auf sich hat, wird die Zukunft, in der die Geheimnisse Medjugorjes eine entscheidende Rolle spielen, zeigen. Doch zuvor sei auf die Bedeutung der Linie Fatima – Garabandal – Medjugorje, sowie auf eine Vielzahl von Prophezeiungen, insbesondere den Dritten Weltkrieg und die unmittelbare Zukunft betreffend, hingewiesen.

 

 Vergleicht man die unübersehbare Vielfalt von Prophezeiungen, die einen möglichen Dritten Weltkrieg betreffen, mit der Hysterie, wie sie um die Jahrtausendwende Blüten trieb, und schaut man sich die geschichtliche Entwicklung derartiger Visionen genauer an, muss man, bei aller Skepsis und Kritik, nicht zuletzt auch an kirchlich anerkannten Erscheinungen, trotz allem zugeben, dass die Möglichkeit eines Dritten Weltgeschehens zumindest theoretisch weiterhin  besteht. Nicht zuletzt in der Hl. Schrift sind die Endzeitbedingungen exakt beschrieben (vgl. Mk 13, Lk 21, Mt. 24). Nach dem, was eben gesagt wurde, bahnt sich jedoch eine Sensation an. Durch die 1984 praktizierte Weltweihe an Maria wurde dieser Massenvernichtung Einhalt geboten. Als Belege mögen gelten: Mitteilungen der verstorbenen Seherin Lucia, dass ein Dritter Weltkrieg 1985 hätte stattfinden sollen. Die damalige weltpolitische Lage wies absolut darauf hin (Höhepunkt des „Kalten Krieges“, hochtechnisierte Aufrüstung der beiden Blöcke etc). In den Mitteilungen von Medjugorje kursieren ebenfalls Äußerungen der Seher, dass exakt diese Jahreszahl zutrifft. Im Zusammenhang mit dem übernatürlichen Geschehen dieser Pilgerstätte findet sich auch hier die Aussage: „Der Dritte Weltkrieg findet nicht statt“.1) Dies lässt allerdings wiederum Tür und Tor für gerechtfertigte und ungerechtfertigte Kritik offen. Trotz der nicht von Amts wegen beglaubigten Vorgänge, zu denen auch die persönlichen Äußerungen von Sr, Lucia gehören, klingen diese Feststellungen absolut glaubhaft. Lässt man amtliche Stellungnahmen erst einmal beiseite 2), tut sich hier ein tiefer Graben auf zwischen den Anhängern dieser Thesen und zahlreichen „Forschern“, für die die Fiktion eines Dritten Weltkrieg weiterhin existiert. Nun möchte man auf Grund der heutigen weltpolitischen Lage einen möglichen neuen, alles vernichtenden Krieg nicht ausschließen. Betrachtet man die globale Situation genauer, wäre dies zumindest denkbar. Lokal gebundene Kriege sind an der Tagesordnung. Aus der Sicht bestimmter fundamentalistischer Kreise steht sogar das „Ende der Welt“ vor der Tür, die entscheidende Endschlacht (Meggido, Armageddon, Hermageddon) eingeschlossen. Ein Spekulieren auf derartige Ereignisse, auch was gerade deren Ablauf und Terminierung betrifft, muss allerdings scharf abgelehnt werden. Die Bibel selber verlangt dies („Niemand kennt den Tag noch die Stunde …“).

 

 Was hat es nun mit den Geheimnissen dieser drei Erscheinungsorte auf sich? Wie erwähnt, ereigneten sich die Erscheinungen von Fatima im weltgeschichtlich bewegten Jahr 1917. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass es der Gottesmutter im weiteren Sinne um die Bekehrung des ehemals gläubigen Russlands ging. Konnten die letzten beiden Weltkriege noch als Folge menschlichen Ungehorsams gegenüber Gott verstanden werden, so tut sich hier eine neue Dimension auf. Geht man davon aus, dass das gesamte Weltgeschehen immer schon in das Heilshandeln Gottes eingeschlossen war, bereiten Kriege als solche auf die Apokalypse bezogen keine so großen Schwierigkeiten. Wie bei Katastrophen aller Art trifft es jedoch meist Unschuldige. Dies stellt wiederum ein theologisches Problem dar. Kennt man sich in der mariologischen Entwicklung etwas genauer aus – Maria wurde eindeutig eine entscheidende Rolle am Ende der Zeiten zugeteilt -, sind Erscheinungen zumindest auf katholischer Ebene kein großes Problem. Doch zurück zur Ausgangslage. Nach katholischer Auffassung ist diese Auswirkung der Weltweihe an das Herz Mariens, die Verhinderung des Dritten Weltkriegs, durch Johannes Paul II in diesem Rahmen durchaus denkbar. Geht man einmal davon aus, stehen jedoch schon die nächsten Erwartungshaltungen ins Haus. Eine zeitliche und inhaltliche Abfolge weltweiter Marienerscheinungen ist via Internet heute jedem zugänglich. Eine Vielzahl von Analysen und Kommentaren ermöglicht bei einer unvoreingenommenen Einstellung einen einigermaßen fundierten Überblick. DieserArtikel beruft sich außer auf Fatima desweiteren auf Medjugorje, sowie auf das spanische Garabandal. Letzteres bildet, obwohl äußerst umstritten, eine Brücke zwischen den beiden genannten. Warum, soll hier kurz erläutert werden.

 

 Garabandal ist einer der umstrittensten Erscheinungsorte. Obwohl die Vorgänge in den 60er

Jahren des letzten Jahrhunderts phänomenologisch denen anderer Erscheinungsorte gleichen, hat die Entwicklung dieses Ortes einen anderen Verlauf genommen. Kirchlich nicht anerkannt, sind die dortigen Prophezeiungen bisher quasi im Sande verlaufen. Da man geneigt war, die prophezeiten Ereignisse terminlich festzulegen, was nicht zuletzt auch bei den Sehern Probleme mit sich brachte – Conchita Gonzales beispielsweise äußert sich nur noch zurückhaltend, wenn überhaupt zu den Abläufen – ist Garabandal gewissermaßen in der Versenkung verschwunden, was dem Wahrheitsgehalt jedoch keinen Abbruch tut. Denkt man an die Aufdeckung des dritten Geheimnisses von Fatima, so kann man dieses, wenn die amtliche Interpretation zutrifft, erst seit dem Attentat auf Johannes Paul II verstehen. Die Gefahr eines neuen Krieges wurde durch die Weihe als Folge eines Angriffs auf Leib und Leben des Stellvertreters Christi gebannt. Eine zwar unbeweisbare These, aber vor einem heilsgeschichtlichen Hintergrund, bei dem Maria die entscheidende Rolle spielt, ist diese Version jedoch durchaus vertretbar. Wurde mit dieser Weihe des gesamten Erdballs die Forderung von Fatima zur Verhinderung dieses letzten und furchtbarsten Krieges überhaupt vollzogen, so scheint zwar die Gefahr eines Atomkrieges gebannt, der eigentliche Auslöser, das extrem zunehmende sündhafte und damit gottwidrige Verhalten des Menschen oder der Menschheit hat sich keineswegs gebessert, stattdessen ist es sprunghaft angestiegen. Was sollte oder wollte die Weihe also bewirken? Aus eschatologischem Blickwinkel geht es Gott und dem (gläubigen) Menschen letztendlich um die (Er-) Rettung vom Bösen. Da Kriege nie die endgültige Lösung sein können, die Kleinkriege, vor allem im zwischenmenschlichen Bereich, aber weiterhin bestehen und drastisch zunehmen, hat Gott durch Seine Mutter in Garabandal und Medjugorje sowie über eine Reihe anderer Seher und Orte ein Phänomen angekündigt, welches alles Bisherige bei weitem übertrifft.

 

 Betrachtet man die Menschheitsgeschichte, besonders die des vergangenen Jahrhunderts genauer, haben gewalttätige Konflikte bis hin zu atomaren Vernichtungsstrategien massiv zugenommen. Sei es im Großen oder im Kleinen, die blinde Zerstörungswut Einzelner oder ganzer Gruppen, freiwillig oder gezwungenermaßen, geht ihrem Höhepunkt entgegen. Was ist aus der Sicht gutmeinender Menschen, was ist aus der Verantwortung christlich überzeugter Gemeinschaften heraus zu tun? Die Zentren marianischer Frömmigkeit bieten es an: Umkehr, Buße, Gebet (Rosenkranz), Fasten etc. In Bezug auf Fatima und jüngst auch auf Medjugorje ist hier Einiges in Bewegung gekommen. Doch reicht dies als weltumwandende Kraft? Nicht zuletzt Medjugorje hat eine Vielzahl von Bekehrungen vorzuweisen, die alle auf der Basis des Sakramentenempfangs, besonders des Bußsakramentes, beruhen. Im Kreise dieser Bekehrten – auch wenn gewisse kirchliche Kreise dem nicht die angemessene Bedeutung beimessen 3) – hat ein mehr oder weniger radikales Umdenken eingesetzt, welches sich auch auf örtliche Pfarrgemeinden etc. bezieht. Ohne die Beter und Praktizierenden des Rosenkranzes wäre die Welt um Einiges ärmer. Man denke vor allem an die Früchte, die für jedermann sichtbar sind, nicht zuletzt im Andrang zum Sakrament der Buße, wovon im normalen Alltagsleben ja kaum die Rede sein kann

 

 Die Geschichte der Ereignisse in Nordspanien lässt sich überall nachlesen. Wichtig erscheinen mir folgende Hinweise: Es wird zu Warnungen an die Menschheit kommen, Wunder und/oder Zeichen werden stattfinden, es erfolgt ein Strafgericht, das abmildernd formuliert, eine Reinigung der Erde darstellt. Dem folgt die Wiederkunft Christi. Was hat es nun erst einmal mit diesen Warnungen auf sich?

 

 In einer „Botschaft an einen marianischen Priester über die Warnung“ (Melvin Doucette, Kanada 4)) kommt es zu folgenden Äußerungen: „Mein Volk, es kommt bald eine Zeit, da euer Geistleib (d.i. die Seele – d. Verf.) aus eurem Leib durch einen Tunnel gezogen wird, um mich (d.i. Jesus Christus – d. Verf.) als helles Licht zu sehen. Ihr habt dies in früheren Botschaften als die Warnung beschrieben gesehen, ähnlich jener, die Nah-Tod-Erfahrungen gemacht haben. Jedermann in der Welt wird dies zur gleichen Zeit erleben, und ich werde mich euch als die Zweite Person der Dreifaltigkeit offenbaren.“

Vergleicht man diese Aussagen mit ähnlichen in Garabandal und Medjugorje – die 10 Geheimnisse von Medjugorje liegen noch nicht offen, jedoch sind Andeutungen über einzelne Inhalte nach außen gedrungen –,  treten hier eindeutige Parallelen auf. Als Fortsetzung von Fatima beinhalten die „Offenbarungen“ der zuletzt genannten Orte eindeutige Warnungen an die Menschheit. Nach dem, was oben über den Zustand der gegenwärtigen Menschheit gesagt wurde, sind derartige Warnungen eigentlich überfällig. Andererseits kommen diese Warnungen von Gott und sind so ausschließlich dem Willen und Wirken des allmächtigen Gottes anheim gestellt. An anderer Stelle wird in diesem Zusammenhang von einem Ereignis gesprochen, welches in seiner Monumentalität nach Aussagen der Seher nur mit der Erschaffung der Welt verglichen werden kann. Wie aber auch in allen anderen Fällen von Prophetie und Vorhersage, lässt sich aber erst endgültig darüber urteilen, wenn das Ereignis eingetreten ist. Im Falle eines Krieges ist, wie oben beschrieben, eine solche Katastrophe durchaus vermeidbar. Im Falle einer weltweiten Umkehr, die aus rein menschlichem Antrieb niemals zustande kommen würde, ist es allein der Gnade Gottes vorbehalten, ein solches „Wunder“ zu wirken. Als Erläuterung und Intensivierung der Ereignisse von Garabandal und Medjugorje fährt der Autor, der sich auf direkte Mitteilungen Jesu beruft, im weiteren Verlauf seiner Prophezeiung fort:

„Ihr werdet für kurze Zeit den Frieden und die Freude des Himmels kosten, um zu erfahren, wonach ihr strebt. Danach werde ich euch durch all eure Lebenserfahrungen führen und euch eure guten und schlechten Taten vor Augen führen und wie sie die Leute durch deren Augen beeinflussten. Dann werde ich euch zeigen, wohin ihr gehen würdet, wenn ihr an jenem Tag nach unserem Urteil sterben würdet. Einige werden das Fegfeuer sehen, einige die Hölle und ganz wenige den wahrhaftigen Himmel. Ihr werdet sehen, wie mich eure Sünden verletzen, und ihr werdet ein großes Schuldgefühl für eure Sünden haben […] Dann werdet ihr in euren Leib zurückkehren und ihr werdet eine zweite Chance erhalten, euer Leben zu ändern und mich und euren Nächsten mehr zu lieben. Diese Erfahrung der Warnung (hervorgehoben vom Verf.) ist eine Gnade meiner Barmherzigkeit […] Jene, die weltliche Bequemlichkeiten und Vergnügungen über mich stellen, werden der tatsächlichen Hölle auf Erden gegenüberstehen und der Hölle, die sie in ihrer Warnungserfahrung gesehen haben Dies mag der letzte Akt der Liebe für die zu rettenden verlorenen Seelen  sein. Weisen sie mich ab, werden sie die Folgen ihrer Taten erleiden.“

 

 Vieles könnte über diese Mitteilung gesagt werden, sei es aus traditioneller, spiritueller oder aus persönlicher Sicht. Der Unterschied zu anderen „Prophezeiungen“ ergibt sich aber daraus, dass diese Mitteilung nicht mehr umkehrbar ist. Wie aus der kirchlichen Lehre eindeutig hervorgeht, hat derjenige, der in schwerer Sünde, der Todsünde, stirbt, keine Chance, der göttlichen Gerechtigkeit zu entkommen, auch wenn namhafte Theologen anderer Meinung sind. Dieses Schicksal ist zwar niemandem zu wünschen, wer allerdings nicht zu Gott will, den zwingt Gott auch nicht dazu 5). In unserem Zusammenhang sind die Parallelen in den Aussagen verschiedener Seher interessant, wobei man die Ereignisse vor 1984 und nach 1984 (s.o.) betrachten muss. Was den Wahrheitsgehalt der zitierten Aussagen betrifft, so muss man sie erst einmal so lesen, wie sie da stehen. Voreingenommenheiten, aus welchen Gründen auch immer, bringen niemanden weiter. „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“ gilt auch und insbesondere für diese Thematik. Nur wäre es besser, nicht abzuwarten und unnütz Zeit verstreichen zu lassen, sondern sich jetzt schon um positive Früchte, wie sie der Herr im Evangelium fordert, zu bemühen.

 

 Die Menschen werden ihre Seele so sehen wie Gott sie sieht.“ Diese Worte beschreiben die Warnung am deutlichsten. In einer weltweit für alle Menschen gleichen Vision, erkennen die Menschen ihren Seelenzustand und damit ihre persönliche Chance auf Heil oder Unheil. Hier wird die persönliche Todesstunde gleichsam vorweggenommen. Wenn es zu diesem, nur den Sehern bekannten Zeitpunkt, zum wirklichen Todesfall käme (wobei Einzelne schon vor Schreck sterben werden), würde für viele auf Grund ihrer Sünden ein ewiges Leben bei Gott nicht mehr infrage kommen. Die Alternative wäre grauenvoll. Von einer kleinen Schar Erwählter abgesehen, die direkt zu Gott gelangen würden, tritt für die meisten die Realität des Fegfeuers in den Vordergrund, über dessen Eigenschaften hier nicht diskutiert werden soll. Letztendlich bedeutet es ein Zwischenstadium, das früher oder später zu Gott führt. Über den – ewigen – Zustand der Hölle möchte ich hier nicht philosophieren. Das abgrundtiefe Grauen der Realexistenz dieses Ortes der Verdammnis ist mit menschlichen Worten nicht zu beschreiben. Menschliche Phantasien sind hier nicht gefragt. Als Ort der Gerechtigkeit gegenüber Unbußfertigen, die ihren bösen Willen bis zuletzt bewahrt haben, stellt die Verdammnis das Gegenteil zur Vollendung dar. Mit einer zeitlich begrenzten Dauer oder einer Milderung der Qualen ist hier nicht zu rechnen. Analog zur ewigen Seligkeit in der Anschauung Gottes steht der Hass gegen sich und andere, das (sinnlose) Leiden als solches. Der Himmel stellt ein Glücksgefühl unbeschreiblichen Ausmaßes dar, welches hier auf Erden nicht einmal ansatzweise erfahren werden kann („Kein Ohr hat je gehört und kein Auge je geschaut, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben.“ (vgl. 1 Kor 2,9)

 

 Was mir ebenfalls wichtig erscheint, ist die Aussage der Gottesmutter gegenüber Satan und seinem Wirken. Mit dem Eintreffen der Warnung werden die Werke Satans zerstört werden. D.h. der Teufel und seine Dämonen haben (so gut wie) keinen Ansatzpunkt mehr für ihr Handeln. Sei es aus Angst, sei es aus Überzeugung, wer seinen überirdischen Platz geschaut und gleichzeitig erlebt hat (es handelt sich bei der Warnung nicht nur um eine Schau. Der jeweilige Zustand wird ganzheitlich erlebt, d.h. mit allen Sinnen), was seine entsprechende Bestimmung ist, wird kaum mehr sündigen. Damit wäre der direkte Einfluss Satans gebrochen. Die Welt wird gewissermaßen in einen Zustand des Nachdenkens, der Umkehr und der Buße versetzt. Mit der Warnung ist das Kapitel jedoch noch nicht zu Ende. Der weitere Ablauf der Geheimnisse bleibt vorerst unbekannt. Es gibt jedoch Hinweise auf ein Wunder (Garabandal und Medjugorje) bzw. Zeichen, welches am jeweiligen Ort verbleiben wird, um die Warnung als solche zu legitimieren. Dieses Wunder wird ebenfalls der Bekehrung dienen, sowie die Menschen näher zu Gott führen.

Als eine Folge all dieser Vorgänge steht am Ende der Offenbarungen ein weiterer direkter Eingriff Gottes. Wie eingangs erwähnt, bedarf die Erde einer Reinigung, wie sie von Propheten und Sehern verschiedenster Couleur einheitlich angekündigt wurde. Reinigung bedeutet hier Wiederherstellung. Ein Zustand, welcher nicht schmerzfrei vor sich gehen kann, bedenkt man, welche „Verseuchung“ und „Verwüstung“ das Wirken widergöttlicher Kräfte auf diesem Planeten angerichtet haben. Bleibt nur noch die Frage über das Wie und den Sinn und Zweck eines solchen Eingreifens.

 

 Über die Reinigung ist viel geschrieben worden. Um es kurz zu fassen, biblisch betrachtet heißt es dort: Gott wird die Welt reinigen und zwar durch Feuer. Hier ist nicht, wie vielfach angenommen, das Feuer des Hl. Geistes gemeint. Eine Vielzahl von Bibelstellen spricht von irdischem Feuer. Neben einem Inferno, das seinesgleichen sucht, und das mit dem eines atomaren Krieges nur teilweise verglichen werden kann, stimmen die Vorhersagen darin überein 6), dass diese kosmische Katastrophe direkt auf Gott zurückgeht und einer Reinigung der Erde dient. In einer weiteren Entwicklung wird diese Reinigung mit der zweiten Ankunft Christi in Verbindung gebracht.

 

 Sinn und Ziel dieser Abhandlung ist nicht eine Interpretation der Apokalypse, sondern der Hinweis auf vorliegende Quellen. Um die gegenwärtige aktuelle Position in der (Heils-) Geschichte zu beschreiben, sei wiederholt auf die soeben behandelten Themen hingewiesen. Kann man dem Begriff Reinigung noch etwas Positives abgewinnen, so wird dies bei dem Begriff Strafgericht schon schwieriger. Reinigung wird in den Vorhersagungen generell mit Strafgericht gleichgesetzt. Strafgericht bedeutet Bestrafung der (sündigen) Menschheit durch ein direktes Eingreifen Gottes. Dies soll durch Feuer geschehen. Feuer bedeutet Vernichtung, Brand, Zerstörung. Als Folge eines (fiktiven) Weltkriegs und der Sünden der Menschen wird der Planet von Grund auf erneuert, d.h. durch Feuer gereinigt 7). Nach Verlautbarungen einzelner Seher ist dieser Vorgang unbeschreiblich katastrophal. Selbst wer nicht an Gott glaubt, muss die Macht der Naturgewalten anerkennen. Ein Entrinnen ist unmöglich. Die Bibel, insbesondere das Neue Testament, spricht seit 2000 Jahren und mehr davon. Beeinflussen oder gar ändern lassen sich die Worte der Schrift nicht.

 

 Vergleicht man diese parallel verlaufenden Verlautbarungen mit einer Reihe von ähnlich gearteten Prophezeiungen, vor allen Dingen mit Aussagen der Hl. Schrift zur Eschatologie (Endzeit), steht irgendwann die Wiederkunft Christi bevor. Um es vorweg zu sagen: Ein Spekulieren auf das zweite Kommen des Herrn erübrigt sich in gewissem Maße, da die persönliche Todesstunde diesem gleichkommt. Wie in Medjugorje auch immer wieder betont wird, zählt letzten Endes die individuelle Vorbereitung auf einen möglichen Tod allein, da der Einzelne „weder den Tag noch die Stunde“  wissen kann, Aus diesem Grund ruft die Gottesmutter auch dazu auf, unter den gegebenen Umständen jederzeit mit dem Ableben rechnen zu müssen. Entscheidend ist eine wahre Selbsterkenntnis, verbunden mit daraus resultierender Beichte und Buße, sowie permanente Wachsamkeit, wie es wiederholt auch von Jesus gefordert wird. Darüber hinaus werden die Ereignisse noch zu Lebzeiten der Seher angekündigt. Um es zu wiederholen: Eine genaue zeitliche Abfolge der endzeitlichen Ereignisse ist in der Schrift nicht vorgegeben. Was beispielsweise das Auftreten des Antichristen betrifft, so kann ebenfalls nur auf absolute Wachsamkeit verwiesen werden. Besonders in evangelikalen fundamentalistischen Kreisen, insbesondere der Vereinigten Staaten, treibt dieses Thema Blüten. Liest man den oben stehenden Bericht aber genauer 8), wird aber auch hier eine eindeutig apokalyptische Botschaft verwendet 9). Möglicherweise beziehen sich einzelne Geheimnisse auf die Person des Antichristen – der Antichrist ist eine konkrete Person und keine Idee! -, über deren Hintergründe vieles im Dunkeln liegt.10) Gleiches gilt für das Thema „Entrückung“. Nach evangelikaler Auslegung wird die „Gemeinde“  vom Kampfgeschehen weg „entrückt“ (Paulus), um „von oben aus“ unbeschadet zusehen zu können. Katholisch geprägte Prophezeiungen sprechen da eine andere Sprache, ebenso die Evangelien. Der Weg Christi, der nur ein Weg des Kreuzes sein kann, muss zu Ende gegangen werden, und zwar mit allen Konsequenzen. Die Version einer solchen „Entrückung“ wird in den marianischen Botschaften deutlich abgelehnt.

 

 Um es noch einmal zusammenzufassen. Ausschlaggebend ist mein persönliches Verhältnis zu Gott. Aus diesem heraus gestalte ich auch mein Verhältnis zu meinen Mitmenschen und zu mir selber. Wenn die Gottesmutter in der Geschichte auftritt, dann nur, um die göttlichen Wahrheiten zu bestätigen. Wer das Buch der Geheimen Offenbarung genau liest, erkennt die Bedeutung Mariens im Weltgeschehen (Vgl. Offb 12). Es ist keine Frage der Konfessionszugehörigkeit, ob man das Erscheinen Mariens anerkennt. Ihre Rolle im Heilsplan ist biblisch fundiert. Ansonsten gilt: An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Was also die Bedeutung der Reihe Fatima- Garabandal – Medjugorje betrifft, so sind bestimmte Früchte bereits eingetreten, andere stehen noch aus. Bei aller Kritik und möglichem Übereifer, der nicht von einer gewissen Sensationsgier getrennt werden kann, bleibt immer noch der Glaube an den persönlichen Gott und sein Wort. Ohne Werke ist dieser Glaube tot. Vertrauen wir unsere Werke dem Werk Gottes in der Geschichte an, wie er wiederum Seiner Mutter die Vorgänge in der Endzeit anvertraut hat. Der Ausgang dieses Kampfes ist allgemein bekannt. Nur muss dieser Kampf erst zu Ende geführt werden. Dass dies Opfer mit sich bringt, ist klar. Betrachtet man jedoch die Alternative, dürften irdische Schwierigkeiten, ja sogar Opfer und Leiden, wie sie angekündigt werden, keine allzu großen Probleme bereiten. All diese Leiden sind nicht zu vergleichen mit der zukünftigen Herrlichkeit. Winfried Zentgraf (Fulda/Deutschland)

 

ANMERKUNGEN.

 

1)      Vgl.: Waible, Wayne: Endgültige Ernte, Gebetsaktion Medjugorje, Wien 2002; Flynn, Ted u. Maureen: Donner der Gerechtigkeit, St. Andrä-Wördern 2000.

2)      Medjugorje steht besonders stark in der Kritik. Nach einer vorübergehenden kirchlichen Ablehnung werden allerdings weitere Untersuchungen angestrebt. Aus der Sicht der Betroffenen dauern die Erscheinungen derzeit noch an.

3)      Man beachte die aus eigener Sicht massiven Bedenken des Ortsbischofs von Mostar, die Überprüfung der Erscheinungen durch kirchliche und weltliche Kommissionen, sowie die Kommentare zum Teil wohlwollender Personen, die auf dem Primat des Ortsbischofs beharren.

4)      Dt. Text im Internet: www.fatima.ch/Seiten/Seite70.htm ; Homepage: www.queenofpeace.ca/Fr_Melvin_Doucette.htm

5)      An dieser Stelle wäre es interessant, einmal darzulegen, was einzelne Theologen mit dem Thema Hölle und der diesem Zustand vorausgehenden göttlichen Gerechtigkeit verbinden, jedoch steht die persönliche Meinung auch noch so profilierter Wissenschaftler in keinem Verhältnis zu der göttlichen Wahrheit und Gerechtigkeit, wie sie von der Kirche gelehrt wird. Die im NT oft anzutreffende Erwähnung von Satan und seinem Reich wird aus populistischen Gründen umgedeutet oder gar ignoriert. Es kann nicht sein, was nicht sein darf!

6)      Vgl. auch die Vorhersage und die Bedeutung einer dreitätigen Finsternis in Verbindung  mit einem Atomkrieg und der Zeit danach bei fast allen Sehern. Hier stellt sich notwendigerweise die Frage: Haben sie sich oder gar die Gottesmutter in Bezug auf einen festgelegten Ablauf der Ereignisse (3. Weltkrieg) geirrt? Zur Beantwortung dieser Frage möge das Beispiel Jonas in Ninive angeführt werden (Jona 3,1-10).

7)      Als auslösendes Element wird desöfteren ein Kometeneinschlag genannt, der einen weltumfassenden Impakt auslösen kann, bei dem es weder einen Schutz noch ein Entrinnen gibt. Überlebensszenarien eignen sich bestenfalls für die Folgen eines Dritten Weltkriegs, wie er noch vor 1984 möglich schien. Desweiteren sei darauf verwiesen, dass Gott versprochen hat, nicht mehr durch Wasser (Sintflut) zu strafen. Stattdessen bleibt nur noch eine Reinigung durch Feuer übrig. Dies widerspricht keineswegs der göttlichen Barmherzigkeit. Im Gegenteil. Nur ist nun mal keine Barmherzigkeit ohne Gerechtigkeit denkbar. Die einseitige Auslegung des göttlichen Wirkens ist allerdings heute an der Tagesordnung.

8)      Da das Geschehen einzelner Erscheinungsorte jedermann zugänglich ist, habe ich auf  einzelne Zitate verzichtet. Die in Anm. 4 zitierte Quelle dient einzig der Vertiefung und Aktualisierung früherer Mitteilungen unter Hinweis auf die gegenwärtige Lage, die jederzeit von den angekündigten Ereignissen überrascht werden kann.

9)      Das Wirken des Antichristen wird im zitierten Text ebenfalls erwähnt. Dies wäre allerdings Stoff für eine eigene Abhandlung.

Man macht es sich einfach zu einfach, wenn man bei diesem Thema generell pauschalisiert. Es gibt nicht nur das Böse, es gibt auch den Bösen. Der Antichrist ist die Inbesitznahme eines Menschen durch Satan. Als Gegenspieler Christi bietet sich das in gewisser Weise auch an. Nach einzelnen Aussagen von Sehern soll diese Person schon geboren sein. Untrügliche Kennzeichen sind allerdings der Hl. Schrift zu entnehmen.

 

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