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Schock der Katastrophe von Japan

   
   




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In der Zeit, da das Römische Reiche von Innen her in Morallosigkeit  und Genuss zerfiel, tauchten zwei philosophische Bewegungen auf, charakteristisch für den verzweifelten Versuch des Menschen, Einhalt zu gebieten oder wenigstens einen ausgesparten Bereich zu schaffen. Auf der einen Seite war es die Stoa, auf der anderen die Kunst, das Leben noch besser zu genießen. Ähnliches beobachten wir heute bei uns, auf unterster Ebene bis hinauf ins Religiöse, wo die Pharisäer und Modernisten einander im Besserwissen übertreffen. Immer geht es um ein Wissen. Kein Bekenntnis, es sei denn der Mensch werde dazu gezwungen, wie in der Oktoberrevolution in Russland, wo die enteigneten Aristokraten versuchten, stoisch ihrem Todesurteil entgegen zu sehen. 

Kant wollte den Abbruch christlicher Lebensordnung geistig entgegen sehen und einen Ersatz liefern, der Stoa nahe. Wie kann der Mensch ohne eine geistige Ordnung leben. Wo keine mehr zu finden war, musste man abhelfen. Die Nachfolger haben radikaler den politischen Lösungen bis hin zum Kommunismus den Weg bereitet. Wo GOTT als letzter Anker ausgeschieden muss, muss der Mensch sich selbst helfen. Westlich hat die mildere Lösung der Demokratie abzuhelfen versucht, doch der weiße nähert sich schon heute dem roten. Je mehr lebensgemäße Ordnung zerfällt, um so mehr bleibt nur noch die Lösung der Gewalt. Die  Besserwisser, welcher Art auch immer, werden bei Überflutung schon durch den ersten Wasserschwall weggeschwemmt. Was bleibt, denken wir nur an Japan, von dem Versuch, die Weltwirtschaft zu bestimmen? Wird nicht gerade in diesem Land jetzt offenbar, auf wie wackligen Füßen unsere Wirtschaftsordnung steht? Da braucht es nicht einmal mehr einen Atomkrieg! Die Superstrukturen unserer „selbstgefertigten Welt“ fallen, da sie durch die moralische Unordnung unterminiert sind. Die Schöpfung ist ein Ganzes, wo ihre Mitte, der Mensch wankt, kommt sie aus dem Gleichgewicht.

Dass die Heiden, den stärkeren Rückstoß der Elemente auffangen, wir aber im Fernsehen noch unbewegt zuschauen, verdanken wir nur dem Rest christlicher Ordnung die uns im Westen noch zu tragen scheint. „Wissenschaft“ und nicht endende Beratungen versuchen zu flicken. Ein Leck nach dem anderen bricht auf, der westliche Luxusdampfer sinkt, da sie sich noch an Bord in Vergnügungen betäuben. Der Glaube ist kaum mehr eine fromme Reliquie, von der Jugend über Bord geworfen. Sollten hier „Tatsachen“ uns eines Besseren belehren? Wem sollte aufgehen, dass ohne GOTT die vordergründige Welt nur eine Täuschung ist, wie es schon die Nominalisten  im Anbruch der Neuzeit feststellten? Wir sind es die den Dingen ihren Namen geben, wie es uns gefällt. Hat sich hier nicht wie in einem Wolkenkratzer die Weltwirtschaft emporgearbeitet? Wer erkennt in stillem Beten, dass die Welt zerfällt, wenn sie GOTT verliert? Nicht mit Besserwissen kannst Du hier entscheiden, Du musst zu DEM stehen, der sie geschaffen hat und erhält gegen alle Zerstörungswut des Feindes.

In der Frage nach je „Unserem Kreuz“ müssen wir bescheidener und dort nieder knien wo die Welt unbelehrbar ins Loch fällt, das da im Pazifik aufgebrochen ist. Wir müssen vor GOTT auch für die Uneinsichtigen unsere Schuld bekennen: wer hat die arme Menschheit im Osten durch die Großtaten der Technik verleitet, hier mit dem Westen mitzuhalten? Wenn irgendwie von Schuld die Rede sein sollte, besser in Demut nicht, dann ist dies der konkrete Anruf der Katastrophe, dem wir stehen müssen. Wer hat die „Wohltaten“ der Technik mehr genossen als der Westen? Im Osten haben sie nur Tag und Nacht geschuftet, um den Westen einzuholen!

 

Auf dieses noch globale Schuldbekenntnis muss unsere je persönliche Gewissenserforschung folgen, die uns nicht weniger Mühe kosten wird und ohne das Licht der Gnade kaum einen Schritt weiter kommt. Hier sind wir nach der Vorbemerkung wieder ganz bei der Sache!

Wo ansetzen?

Selbst wenn wir hier irgendwo ein Schema aufstellen, jeder muss hier seinen Weg vor GOTT finden, vor allem zuerst den rechten Ansatz.

Mit unserem Schutzengel

Der Blick auf das Trümmerfeld in Japan, es ähnelt sehr dem unseren nach dem Zweiten Weltkrieg, doch wer erinnert sich noch, auch wenn wir bis heute die Folgen tragen? Gehen wir nur mit diesem traurigen Bild vor den HERRN hin, versuchen wir es auszuhalten, bevor sich wie beim Fernsehen dauernd neue Bilder vorschieben, die uns ablenken. Um uns mund- und denktot zu machen stopft man uns voll mit „Wissen“, auch im Religiösen, statt dass wir wenigstens jetzt merkten, da sind wir ja noch im Dienst des Anderen, der im Besserwissen die Welt heute in der Hand hat. Also weg vom Wissen! Erkenne im Trümmerfeld zuerst, was hier auch von dem Deinen zu erkennen ist.

Hast Du nicht im Genuss des Fortschrittes Dir tausend Dinge zugelegt, die jetzt wie in Japan zerstört und zerbröckelt am Boden liegen? Hier räume zuerst auf. Mehr bringen wir als Tatsachenmenschen wohl nicht auf, wenn es auch danach unbedingt weiter gehen müsste auf dem geistigen Trümmerfeld. Beim Aufräumen wird uns der Abschied von all’ dem, „was wir unbedingt brauchten nicht ohne Schmerz geschenkt.

Noch um Einiges schwieriger wird es wenn Du geistig aufräumen musst mit all den falschen Vorstellungen und Ideen, mit denen Du dein noch waches Gewissen zu beschwichtigen suchtest. Hast Du da nicht zuerst Dich von den Media leiten lassen, ohne je persönlich nachzudenken, ob das richtig war, und dann von der Meinung der Anderen um Dich, die unablässig durch Handy an Dich herandrängten. Die Media haben ein eisernes Netz um uns gelegt, das erst zerrissen werden müsste,  um atmen zu können. Nur GOTTES GEIST, kann Dich hier anheben, dass Du nicht kleben bleibst. Müsste da nicht zum Beispiel der aufwendige Fernseher verschwinden und Anderes mehr?

Wie soll Neues werden, wie der HERR verspricht, wenn nicht das Alte, das nur Sperrgut ist, vorher weggeräumt wird. Ist nicht in dieser furchtbaren Katastrophe von Japan der Hoffnungsstrahl: die zuerst gerüttelt werden, werden auch als Erste das Evangelium annehmen, wenn es nach der Reinigung noch einmal verkündet wird…. Denn erst dann kommt das Ende! Und wir……? GOTTES Gerechtigkeit ist größer und weiser als unsere nur eigensüchtige, die zuerst auf Rechtfertigung schaut: die Ersten werden die Letzten sein!

Warum Gewissenserforschung?

„Wer nicht hören will, muss büssen!“ Mit diesem einfachen Wort ist für uns das Geheimnis des Fegfeuers umrissen. Nennen wir es lieber Reinigung, hier haben wir vom Bild her in aller peinlichen äußeren Ordnung, die sich durch die Wohlstand durchgesetzt hat, mehr Erfahrung. Wenn sie nur auch nach Innen dringen würde, doch da ist das Gegenteil, bis hin zum Chaos.

Wer immer den Weg durch die Schleuse der Gerechtigkeit GOTTES gehen darf, kann nur dann aufsteigen zu GOTT, wenn auch das letzte Stäubchen weg geblasen ist. Der Himmel ist nicht, wie es sich die Griechen vorgestellt haben, wo die Götter in den gleichen Lastern leben wie wir auf Erden.

GOTT ist LICHT und in diesem Licht muss zuerst Alles verbrennen, was in uns noch Dunkelheit ist. Dies ist die erste, den Todeserfahrungen gemeinsame Erkenntnis: GOTT ist Licht, und es kommt auf uns zu mit der Geschwindigkeit, die dem Licht eigen ist. Zugleich aber wird dieses Licht erfahren als Liebe: der Mensch tritt nicht nur, wenn er die erste Schleuse des Dunkels hinter sich hat, in einen unendlich weiten Raum, der nichts ist als Licht. Dieses Licht wird in eins erfahren als Liebe. Schon diese erste noch unpersönliche Begegnung mit GOTT ist Hilfe, dass der Mensch sich, da alle Angst überwunden ist, in diesem Licht erkenne. Wann er dann GOTT von Angesicht zu Angesicht begegnen wird, wird in den Nahtoderfahrungen nicht erwähnt. Es muss wohl zwischen GOTT und der Seele bleiben!

Doch diese zunächst „allgemeine“, den ganzen Menschen durchdringende Erfahrung: Licht/Liebe genügt uns, um uns ihr in unserer Gewissenerforschung zu stellen.

Stufen

Reinigung des GOTTESbegriffes

Bevor sich unsere Augen für Einzelheiten öffnen, muss unser Begriff von GOTT gereinigt und geläutert werden. Was im herkömmlichen Katechismusunterricht von der Majestät und Größe GOTTES gelehrt wurde, dürfte heute weitgehend vergessen sein. Damit sind auch die Schattenseiten dieser Belehrung gelöscht, die nicht Wenigen mehr Schreck als wahre Ehrfurcht vor GOTT gebracht hat. Dass in ländlichen Gegenden absterbend das Sterbesakrament auf den letzt möglichen Augenblick geschoben wird, ist dafür noch ein deutliches Zeichen. Es ging den Priestern leider mehr um praktische Moral und damit um äußere Ordnung als um die Letzten Dinge, in denen GOTT in Seiner Größe und Unbegreiflichkeit entgegen tritt. Statt aufzuschauen, wurde der Mensch auf sich selbst und seine Erbärmlichkeit zurück geworfen. Der Strafende GOTT war schon im Elternhaus und in der Schule eine willkommene Erziehungshilfe. Heute sind wir in das andere Extrem geworfen. GOTT ist uns so ferne geworden, dass ER in unserem Leben fremd ist. Er passt nicht mehr dazu. Notwendig musste die Beichte verschwinden. Wie kann ich beichten, was ich nicht mehr erkennen kann?

Es bedarf wohl der Gewalt der Reinigung, die schon jetzt über uns hereinbricht, um uns hier wieder wie aus dem Todesschlaf: „GOTT ist tot!“ zu erwecken. Wem bleibt in der Hektik unseres Lebens wie Sterbens die Zeit, die beiden Extreme, die etwas Wahres an sich haben, zu versöhnen? Wer hilft dazu, da die Priester selbst die Beichte verloren haben und sich deshalb nicht nur arbeitsersparend zurückziehen, sondern nicht wissen, wie sie es anfangen können. Wie viel wird darum geforscht und geredet. Wo da plötzlich ein Priester ist wie P. Pio wissen die Menschen einfachen Herzens wenigstens um die Notwendigkeit der Beichte. Was ihnen noch fehlt, hat ihnen gnadenhaft P.Pio vorgesagt. Die Folgenden wussten damit schon mehr. Nur so kann die Beichte wieder lebendig werden, denn sehr wohl kann der Schock der Katastrophen den Menschen die Sprache nehmen. Auch hier: es muss neu angefangen werden. Nicht wenig wird die jetzt missbrauchte allgemeine Lossprechung den Boden bereiten, in der in solcher Not Jeder erfahren wird, welche Last ihm dadurch genommen wird. Wo dann die Hilfe des hl. Engels dazu kommt, wird die Nacharbeit schon leichter. Es werden wohl auch dann noch die Priester fehlen, denn das Priestertum auszurotten, ist auf welche Weise auch immer, erstes Ziel des Feindes. Wie sehr es ihm auf Hinterwegen schon gelungen ist, muss nüchtern in der äußeren Verfolgung offenbar werden.

Wo in China der auf dem Dach der Tempel brütende Drache den Blick nach Oben abgeschnitten hat, ist er bei uns im Wohlleben erstickt. Der wache Christ muss deshalb auch hier immer neu seine Gewissenserforschung ansetzen. Keiner kann ihm mehr helfen, als sein eigener hl. Schutzengel.

Dazu einige Hinweise:

Ist da überhaupt noch so etwas wie ein Begriff GOTTES in Deinem Leben?

Wo war da, von Außen oder auch von Innen ein erster Ansatz?

Wo und wann ist er versandet,

oder belebt, bereichert worden?

Wer oder was hat Dir hier geholfen oder geschadet?

Konkretere Fragen wird Dir der heilige Engel nahe bringen, wenn Du Dir nur die Zeit nimmst, vor dem Allerheiligsten auszuharren. Jede lebendige Frage weckt neue Fragen. Doch auch hier ist der Anfang schwer, eine äußerste Geduldsprobe. Hier solltest Du dann, wenn es nicht schon geschehen ist, die einschließen in Dank, die Dir geholfen, für die sühnend eintreten, die Dir hier geschadet haben, bis hinunter zu Deinen Ahnen. Auch bei der persönlichsten Gewissenserforschung geht es nie nur um Dich allein. Das führt zum Narzismus, Selbstbetrachtung in sich geschlossen. Hier musst Du wohl am meisten erfahren, wie Kreuz und Auferstehung ineinander greifen, dass Du es oft nicht zu unterscheiden vermagst. Die grenzenlose Hingabe des SOHNES an den VATER ist der Fruchtboden für sein erlösendes Leiden.

 

GOTT ist wahrhaft DER GEOPFERTE.

Doch es nützt nichts, wenn man es Dir vorsagt, Du musst es erleben, wie es die Opferseelen, die Sühnenden beglückend erfahren in aller Tiefe des mit dem HERRN geteilten Leides. Alles Gewicht liegt hier auf dem „geteilt“. Dass GOTT dem Menschen solch tiefste Teilnahme schenkt, ist nicht zu begreifen, nur zu erfahren. Ahnend um dieses Geheimnis, müsste uns langsam aufgehen, dass auch unser Leben nur im Kreuz seine Mitte finden kann. Doch was ist dieses Kreuz? Haben wir zu ihm irgendeinen Bezug oder ist es einfach an uns herangetragen? Im Grunde kann nur der tiefer Gläubige dieser Frage näher kommen.

Die Antwort darauf ist nicht, was wir uns hier vielleicht zurecht gelegt haben, sondern je unser Leben, wenn es wirklich auf GOTT ausgerichtet war. Dies ist für den Außenstehenden nur bei Heiligen irgendwo zu erkennen, doch es bleibt auch bei ihnen ein Geheimnis zwischen GOTT und der Seele und soweit wir auf JESUS CHRISTUS getauft sind, Auftrag für jeden Gläubigen, denn ER will in uns leben. Darum wird sich in dieser Seiner gelebten Gegenwart unser Leben entscheiden. Wenn der Glaube nicht ein frommes Anhängsel ist, das uns ohne unsere Zusage übergeben wurde, dann liegt in unserem Ja zu IHM Heil oder Unheil unseres Lebens. Erst hier wird deutlich, dass notwendig unser Leben Tag für Tag in diese Herausforderung gestellt ist. Wie dankbar müssen wir sein, dass uns als unschätzbare Hilfe der Schutzengel zur Seite gestellt ist. Er soll uns nicht nur begleiten, er soll uns Licht sein in dieser Frage und uns Kraft verleihen, ihr zu stehen.

Verantwortung für den Nächsten

Unser Kreuz ist notwendig auch Kreuz für unseren Nächsten, darum können wir in der Frage, „Was ist unser Kreuz?“ von ihm nicht absehen. Zunächst betrifft sie unsere Eltern, Geschwister, später alle die, die uns GOTT zuführt, für die wir irgendeine Verantwortung übernehmen, die dann Teil unseres Kreuzes sein wird. Bei aller freien Entscheidung, wem wir  uns verbinden, sind wir stets in Umstände hineingebunden, die wir selbst nicht gewählt haben, die wir betend als von GOTT gefügt anerkennen müssen. Das gilt besonders von unseren Eltern, Ahnen, Geschwistern, den Umständen, unter denen wir zur Welt kamen. All dies will im Glauben betend klarer erkannt worden sein, nur so kann es Teil unseres je eigenen Kreuzes werden. Dazu gehört auch, wie weit der Nächste uns geholfen hat, unsere Verantwortung dafür zu übernehmen, ob er dagegen stand oder bereit uns dabei zu helfen. Wie immer, auch ihre Entscheidung wird Teil unseres Kreuzes, für das wir vor GOTT Rechenschaft stehen müssen.

Darum sollte auch unsere Berufsentscheidung in bewusster Auseinandersetzung nicht nur mit GOTT, nicht nur im Blick auf unsere Veranlagung und Talente, sondern auch in der bereiten Annahme der Umstände, in die wir hineingestellt sind, getroffen werden. Hier kommen uns drei Kategorien entgegen, die letztlich in einem verantworteten Leben immer zutreffen: „rechter Ort, rechte Zeit, rechte Art und Weise“. Sie sind uns mit unserem Kreuz mit gegeben, denn bei GOTT ist nichts, das nicht durch sie bestimmt ist. Auch wenn unser Leben mehr durch Zufall entstanden sein sollte, kurz, wenn wir ein ungewünschtes Kind sind, unser Leben ist dadurch ein für alle Mal festgelegt. Ob hier ausdrücklicher Wille GOTTES vorliegt oder nur Zulassung, ist hier auf Erden nicht zu entscheiden. Hier gelten für uns zunächst Tatsachen nicht unsere Überlegungen. Sie bilden das Gerüst unseres Lebens und bestimmen unser ganzes Leben.

Je mehr wir durch Vordergründiges durchstoßen auf den dahinter verborgenen Willen GOTTES, um so mehr haben wir Standort im Kreuz und sind nicht so leicht durch äußere Einflüsse aus der Bahn zu werfen. Je mehr der junge Mensch bewusst von GOTT her sein Leben übernimmt und zu ihm steht, um so mehr ist er im Kreuz gerichtet und sicher, dass er auf dem rechten Weg ist. Wo diese Frage nach dem Willen GOTTES ihn bewusst begleitet, wird er notwendig Wegweiser auch für Andere, die sich diese Frage nie gestellt haben. Hier mag uns deutlich werden, wie jede Art von Führung, die wir im Leben übernehmen, in bewusster Entscheidung übernommen und durchgetragen werden will. Nur so wird der Glaube Richtung in unserem Leben und für Andere.

Wie sehr ist dieses Bewusstsein in unserem modernen Leben geschwunden, wo der Glaube im besten Falle eine Sonntagsgelegenheit geworden ist, jenseits unseres konkreten Lebens. Hier muss GOTT als der zuletzt Verantwortliche bei aller unbegreiflichen Geduld eines Tages eingreifen, wie es jetzt in der Reinigung der Kirche geschieht, für die wir deshalb nur dankbar sein können. Selig wer die vorausgehenden Prüfungen auf sich genommen hat, GOTT wird ihn im Umbruch aller Werte als Säule für die Erneuerung seiner Kirche gebrauchen. Da hier selbst von der Kirche her dem Einzelnen nur wenig Hilfe zukommt, sind die wahrhaft nach GOTT Suchenden mehr denn je Einsame, die unverstanden von ihren Zeitgenossen, ihren Weg allein auf GOTT setzend gehen müssen. Sie werden Sein Arm, auch dort, wo ER von den Menschen vergessen ist.

Vorgegebene Strukturen

Wo der Glauben noch unser Leben im Außen bestimmte, waren nicht wenige Richtlinien gegeben, die dem GOTTsuchenden halfen, seinen Weg leichter zu finden. Doch weil der Mensch, belastet durch die Sünde, wie von selbst leicht vom rechten Weg abkommt, war hier auch immer eine Gefahr, sich dort zu stützen, wo eigentlich eine persönliche Entscheidung von GOTT gefordert wurde. Je mehr die Kirche seit der Neuzeit die Führung an die Welt verlor, um so mehr steht der Einzelne allein vor GOTT. Im Augenblick sind wir hier fast an einem Nullpunkt angelangt, die Führung liegt immer mehr in den Händen einer Politik und Wirtschaft, die von GOTT nichts wissen will. Der Feind wird bald den Zeitpunkt erkennen, da er die Seinen dazu zwingt, mit Gewalt vorzugehen. Die kalte Verfolgung wird zur heißen. Nur Bekenner und Märtyrer werden die Feuerprobe bestehen. Der Hinweis auf die „Ölbergstunde“ in der wir stehen, stützt sich nicht nur auf das Dritte Geheimnis von Fatima, sondern muss je eigener Erkenntnis erwachsen, wenn wir im Glauben bestehen wollen.

Notwendig sind hier auch die kirchlichen Strukturen, soweit sie mehr durch die Administration bestimmt als im Glauben gelebt werden, befragt. Die Frage: „Sagst Du dies aus Dir oder weil es Dir Andere gesagt haben?“ geht quer durch jede Gemeinschaft, die hier bestehen will. In diesem Sinne muss das Vat. II als Weisung des HEILIGEN GEISTES verstanden werden, auch wenn dies nicht einfach für seine Auslegung gilt. Pius X hat hier entscheidend die Geleise gelegt, das wird vor allem aus seinem Lebenszeugnis offenbar, das in seinem Spruch: „Omnia restaurare in CHRISTO“ weit hinausreicht über zeitbedingte Bestimmungen.

Was vorher von einer zu selbstverständlichen Autorität der Kirche verurteilt wurde, offenbart in diesem Licht seinen Kern von Wahrheit. Was meist, wie schon bei Luther fehlte, war die vorher genannte dreifaltige Bestimmung: Rechter Ort, rechte Zeit, rechte Weise. Hier haben die Neuerer in ihrem Eifer gefehlt. Heute beginnt das Schwert des Kreuzes in die entgegengesetzt Richtung zu weisen.

Mehr irdische Kategorien

Statt im Lichte des GEISTES neue Weg zu finden, hat man im Sinne des von der Kirche angenommenen Humanismus in Fragen des Glaubens nicht wenige irdische Kategorien eingeschleust, deren Bedeutung nicht geleugnet werden soll, die jedoch der Entscheidung in der wir stehen in den meisten Fällen ihr Spitze gebrochen haben. Konkret geht es hier um die Hilfswissenschaften auf all den Gebieten, in denen die Kirche notwendig mit der Welt zu tun hat. In globo seien erwähnt Soziologie, Psychologie, Medizin, um nur die hervorstehenden zu erwähnen, die inzwischen in der Beurteilung von Berufungen ihren Platz gefunden haben. Dass dabei die Frage nach der je persönlichen Berufung des Einzelnen in den Hintergrund geriet, war vorauszusehen. Keine dieser Hilfeleistungen haben den Schwund von Berufungen nur am Rande geändert, so sehr sic Schwächen, die oft Jahrzehnte mit geschleppt wurden, schonungslos offenbar gemacht haben.

Der advocatus hat hier seinen positiven Teil reichlich eingebracht. Nicht nur fanden keine neue Berufungen herein, es wurde nach den neuen Kategorien auch nicht wenige ausgeschieden, die ihnen nicht entsprachen. Sie sind an den Rand gedrängt worden. Ähnliches gilt von der Erneuerung in den Orden. Hier ist immer offenbarer: die älteren Orden haben ihren Rang verloren und hinterlassen dem Staat, was sie einst mit getragen haben. Neuere charismatische Gemeinschaften haben es nicht nur schwer, ihren Platz zu finden, die meisten müssen erst noch um ihre Existenz ringen. Ausnahmen, die selten sind, bestärken die Regel. Wer mit offenem Auge und Herz in die sozialen Berufungen schaut, wird bald feststellen, dass hier nicht Wenige ihre Zuflucht gefunden haben. Wo sollten sie auch sonst gefordert sein?

Bleibt auch hier letztlich nur die Hilfe des je eigenen Schutzengels, der nicht nur von GOTT her mehr von unserer Berufung weiß als wir und doch in aller Orientierungslosigkeit nicht weniger in den Existenskampf hinein gestellt ist, den jeder Einzelne von uns bestehen muss. Wo er aus eigener Entscheidung oder in höherer Bestimmung in einer vorgegebenen Gemeinschaft seinen Weg weiter geht, ist er hier in einen Zwiespalt gestellt, der nicht leicht zu schaffen ist, wo der Mensch von sich aus dem geringeren Widerstand zuneigt. Die Scheidung geht heute quer durch die Familie, die Kirche, jedwede Gemeinschaft, die noch an einem Lebenswert festhält, sie geht letztlich durch alle Religionen, die in im HEILIGEN GEIST in CHRISTO neu werden müssen.

 

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