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Obsession 

Eine Form okkulter Belastung

   
   




 

  

Obsession –  eine Form okkulter Belastung

 Es ist gemeinhin bekannt, dass es sich bei der Obsession um eine Form der okkulten Belastung handelt, die sowohl aus humanwissenschaftlicher Sicht als auch aus theologischer Sichtweise als ein Einflussbereich übersinnlicher Mächte angesehen werden kann, wobei die International Classification of Diseases der WHO (vgl. ICD 10 F 44.3 ) religiöse Elemente eigentlich ausschließt. Bevor ich allerdings auf Einzelheiten eingehen kann, bleibt als Erstes zu klären, was es mit der Existenz dieser Faktoren auf sich hat, und welche Belastungen infrage kommen, bzw. was unter Okkultismus und dessen Praktiken zu verstehen ist.

 Das Feld okkulter, sprich esoterischer Praktiken ist riesig. Es bedarf keiner ausführlichen Auflistung seriöser oder, was wesentlich weiter verbreitet ist, unseriöser Literatur oder irgendwelcher Einblicke ins Internet, um sich zumindest einen Einblick zu verschaffen. Geht man von der Begriffserklärung aus, so bedeutet okkult so viel wie geheim. Der Reiz dieses Wortes geheim erstreckt sich ebenfalls auf eine Unzahl verschiedenster Veröffentlichungen. Es ist einmal von Geheimbünden, geheimen Bruderschaften, Weltverschwörungstheorien etc. bis hin zu Datumsangaben, die ein Ende der Welt betreffen, die Rede. Ein anderes Mal wird von Geheimnissen gesprochen, deren Inhalt jedoch jedem Interessierten zugänglich gemacht wird. Hier fragt man sich, was an einer Veröffentlichung dann noch geheim ist.

Als christliches Beispiel für eine absolut seriöse Darstellung sei an dieser Stelle auf das letzte Buch der Bibel, die Geheime Offenbarung des Johannes verwiesen. Hier kommt es zu einer Übereinkunft zwischen „geheim“ und „Offenbarung“. Geheim deshalb, weil bis zum heutigen Tag nach ca. 2000 Jahren noch keine endgültige Entschlüsselung erfolgt ist, Offenbarung deshalb, weil nach christlicher Überlieferung auf Grund einer Vision das Geschaute vom Verfasser so aufgeschrieben wurde, wie er es seinerzeit geschaut hat. Da Visionen bekanntlich in Bildern sprechen, werden sie vom Verfasser auch als solche geschildert. Ihr Wahrheitsgehalt und die damit verbundenen Ereignisse können aber zwangsläufig nur auf die Zukunft hindeuten, da das dort beschriebene Geschehen en detail noch auf seine Auflösung wartet.1) Okkult bedeutet aber ebenso dunkel. Soweit es sich um Verborgenes handelt, kann man dies noch als wertneutral auffassen. Dunkel heißt aber in unserem Zusammenhang der Wahrheit gegenüber verdunkelt und stellt damit eine negative Komponente dar. Wenn die Wahrheit als hell oder erhellend aufgefasst werden muss, so bleibt ihr Gegenteil, die Unwahrheit oder Lüge im Dunkeln. Hier zeigt sich der wahre Charakter dunkler oder auch esoterischer Kräfte.

 

 Esoterik wird gemeinhin als positiv oder zumindest neutral empfunden. Dies klingt besser als okkult und sorgt für eine geheimnisumwitterte Aura. Als Beispiel möge die weiße und schwarze Magie dienen. Weiß steht für positiv, schwarz für negativ. In Wirklichkeit ist Magie in all ihren Auswirkungen negativ, selbst wenn manche vorgeben, schwarze Magie mit weißer besiegen zu können. Dies würde wirklich bedeuten, den Teufel mit Beelzebub auszutreiben, was auf dieser Ebene im wahrsten Sinne des Wortes geschehen kann, nur dass dann Beelzebub zurückbleibt. Ohne an dieser Stelle näher auf einzelne magische Praktiken eingehen zu können, stellen diese Formen okkulter Betätigung eindeutig negative Vorgehensweisen dar. Die Esoterik schließt sich diesem Beispiel an. Hier wird versucht, auf der Basis scheinbar positiver Elemente auf das Gegenüber einzuwirken, wobei man nicht unbedingt von einem bösen Willen des Anbieters ausgehen muss. Das Bibelwort „an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“ gilt insbesondere hier, nur dass sich die „Früchte“ mitunter sehr spät einstellen. Für einzelne Opfer kommt jede Hilfe dann jedoch zu spät.

 

 In der Esoterik wird alles benutzt, was sich in irgendeiner Form zu Geld und Ansehen machen lässt. Dass ein großer Teil durchaus seriöser Mitmenschen darauf hereinfällt, ist keinesfalls verwunderlich. Wenn kurzfristige Hilfe angeboten wird, greifen die Suchenden sofort zu, zumal man auf medizinische oder zwischenmenschliche Unterstützung oft längere Zeit warten muss, wenn sie überhaupt infrage kommt. Esoteriker versprechen sofortige Hilfe, sobald das Geld über den Tisch gegangen ist. Aber nicht die Finanzierung ist das Problem, sondern der Glaube oder besser gesagt der Unglaube des Einzelnen. Statistisch und moralisch gesehen gilt der Satz: In dem Maße, wie der Glaube abnimmt, nimmt der Aberglaube zu. Aberglaube bedeutet etymologisch „Afterglaube“, was eindeutig auf dessen Ursprung hinweist. Sobald der wahre Glaube an Gott und die von ihm geschaffenen Selbstheilungskräfte des Körpers schwinden, tritt eine andere Kraft auf, die im Endeffekt alles negiert und zu zerstören sucht, was einstmals an Positivem vorhanden war. Diese Kraft scheut sich nicht im Geringsten,  alles Positive in sein genaues Gegenteil zu verkehren. „Ich bin die Kraft, die stets verneint“ heißt es schon im Faust. Selbst wenn die Handlanger dieses Einflussbereichs bewusst oder unbewusst auf ihre Qualität und ihre Seriosität pochen und ausschließlich positive Elemente propagieren, vollzieht sich hier, um einmal Friedrich Nietzsche zu zitieren, eine „Umwertung aller Werte“. Je nach Zugehörigkeitsgrad wird dies auch bewusst betrieben. Das Spektrum reicht von sich bekennenden satanistischen Zirkeln über Scharlatanerie jeglichen Ausmaßes, bis hin zu christlichen Gruppen, welche glauben, den Heiligen Geist für sich gepachtet zu haben (Pseudocharismatische Gruppierungen). „Sehet zu, dass euch niemand verführe“ (Lk 21,8) sagt die Bibel. In Zeiten einer mehr oder weniger stark ausgeprägten Abkehr vom Christentum tauchen analog dazu antichristliche Tendenzen auf. Unter dem Deckmäntelchen eines neuen und wahren Christentums können sich diese negativen Tendenzen breitmachen. Bekanntlich ist es Satan erlaubt, auch als „Engel des Lichts“ (vgl. 2. Kor 11,14) aufzutreten. Diese Erlaubnis hat aber ihren bestimmten Sinn. Man soll das Böse in Gestalt des (scheinbar) Guten erkennen können. Hierzu gibt es bestimmte Kriterien, die z.B. in den Grundlagen der Mystik ihren Ausdruck finden (Teresa von Avila, Johannes vom Kreuz, Ignatius von Loyola u.a.)

 

 Wie eben erwähnt, ersetzt der Aberglaube den Glauben und zwar in einem Maße, welches sich absolut entgegengesetzt zum Ausgangspunkt verhält. Wo soll man aber die Ursachen suchen? Wenn ich von Glauben spreche, meine ich den christlichen Glauben und keine selbst gebastelte Religion, wie das z.B. bei New Age der Fall ist, nach dem Motto, von allem die Rosinen herauspicken und schauen, was mir selber am meisten nützt. Wie bei allen okkulten bzw. esoterischen Praktiken stehen eigene Wünsche und Begehrlichkeiten im Vordergrund und damit das eigene Ich. Dies hat mit Religion im eigentlichen Sinne nichts zu tun. Endpunkt und Ziel sind letzten Endes eine Selbstvergötterung, die mit Gott und dem Mitmenschen nichts mehr zu tun hat oder haben will. In den meisten Fällen dient hierbei der Mitmensch als Mittel zum Zweck. Wo das eigene Ich ausschließlich im Mittelpunkt steht, hat alles andere sich unterzuordnen. Dies kann sehr direkt und sehr subtil geschehen. Im Endeffekt wird man dabei das Werkzeug von anderen Mächten, ob man dies will oder nicht.

 

 Okkult Tätige versprechen eine Beherrschung derartiger Kräfte. Sie geben vor, sich diese dienstbar machen zu können, um ihre eigenen Bedürfnisse und die Anderer zufrieden stellen zu können. Ob es der Glaube an diese oder jene Methode ist oder der Glaube an übersinnliche Mächte allgemein, sei dahin gestellt. Ob ich mich voll und ganz bewusst oder mehr oder weniger unbewusst diesen Mächten öffne und damit ausliefere, spielt im Grunde keine Rolle. Hier gilt ebenfalls Goethes Wort: „Die Geister, die ich rief, ich werd’ sie nicht mehr los.“ Es stellt sich also die Frage, welche Geister werden gerufen bzw. gibt es solche?

 

 Die landläufige Esoterik ist ein Sammelbecken aller denkbaren Erscheinungen, die das sog. Wohlbefinden des Einzelnen betreffen. Gegen Wohlergehen als solches kann man nichts sagen. Auch die Bibel spricht davon (Deut 5,16). Wohlergehen hat mit körperlicher und geistiger Gesundheit zu tun. Für den Körper ist die Medizin zuständig, für die Seele der Psychologe oder der Seelsorger („Die Kranken bedürfen des Arztes“ (Lk 5,31)). Wenn ich mich auf den momentan aktuellen Gesundheitstrip begebe, so muss man entweder davon ausgehen, dass man krank ist, oder es handelt sich um Vorbeugung. Auch bei Letzterem gilt: Eine(n) Fachmann/-frau aufsuchen! Geben sich Nichtfachleute als Menschen vom Fach aus, wird es gefährlich. Ein Wust von sog. alternativen Heilmethoden überschwemmt nicht nur den Blätterwald. Bei aller teilweise berechtigten Kritik an der Schulmedizin wird hier der Wunsch nach sofortiger Heilung spürbar. Diesem Wunsch nehmen sich Pseudoheiler und Scharlatane jeder Art an. Wenn man den Betroffenen auch in seiner Angst, Schmerzen erleiden zu müssen, verstehen kann, wird die Sache in Bezug auf seelische Vorgänge noch schwieriger, um nicht zu sagen heikel. Wenn es um die nackte Existenz Betroffener geht, hören alle Argumente auf. Je nachdem, was man unter geistigem oder seelischem Wohlbefinden versteht, sobald die Substanz des Menschen angegriffen wird, ist totale Vorsicht geboten.  Was es mit dieser „Substanz“ auf sich hat, soll im Folgenden kurz erläutert werden.

 

 Während das Thema Okkultismus in den Medien mittlerweile etwas verflacht und die Argumentation gegenüber Jugendsekten und –religionen  teilweise erschöpft ist, stehen esoterische Ratgeber weiterhin hoch im Kurs. Man darf die Bedeutung okkulter Praktiken keineswegs verharmlosen. Im Gegenteil. Bei diesen handelt es sich um rein negative Wirkweisen. Betrachtet man bspw. die Neugier von Kindern und Jugendlichen, was sog. „Spiele“ wie Tarot, Pendeln, Tischrücken etc. betrifft, so muss man konstatieren, dass ein Großteil der Erwachsenen gar nicht weiß, auf was sich ihre Kinder einlassen. Hierzu gibt es eine Reihe von Untersuchungen, welche in den meisten Fällen zum selben Ergebnis führen: Ängste, depressive Zustände, Panikattacken u.v.m. Die Reaktionen in der Praxis sind fatal. Manche meinen aber, dass solche „Spiele“ viel interessanter und unterhaltsamer sind als andere, zumal sie auch „funktionieren“. Ohne an dieser Stelle eine ausführliche Behandlung okkulter Wirkweisen vornehmen zu können, sei darauf hingewiesen, dass Gedankenkraft allein keine „Wunder“ vollbringen kann. Wo natürliche Kräfte nicht nachgewiesen werden können, kann oder muss es sich um andere Kräfte außerhalb des normalen menschlichen Wirkungskreises handeln. Es ist eine Vielzahl an Literatur über Spiritismus, Kontakt mit „Verstorbenen“, „Geistheilung“, Magie etc. auf dem Markt. Angefangen von Artikeln in Zeitschriften über Pseudofachliteratur bis hin zu akademischen Abhandlungen geht es nicht nur um verkäufliche Produkte, sondern letztlich um das Seelenheil. Was hat dieses zu bedeuten?

Da ich diesen Artikel aus christlicher Sicht schreibe, sei es mir erlaubt, auch die betreffenden Komponenten aus christlichem Blickwinkel anzusprechen. D.h. dem Aberglauben muss der (wahre) Glaube entgegengesetzt werden. Aberglaube muss mit Glauben bekämpft werden. Hierzu stehen ausreichend Mittel zur Verfügung.

 

 Seit dem letzten Jahrhundert, aber auch schon davor, gibt es ein Phänomen mit dem Namen Satanismus. Dieses ist zwar äußerst vielschichtig, hat aber eines gemeinsam: den Glauben an die Existenz negativer übersinnlicher Mächte. Von Modeerscheinungen und Mitläufertum abgesehen, herrscht hier der Glaube an eine Macht vor, mit der man nur entsprechend umgehen muss, um das zu erhalten, was man auf natürlichem Wege nicht bekommen kann. Dies ist in erster Linie Macht über andere. Was auch immer einen Menschen bewegen mag, eine solche Macht anzustreben oder sich einer solchen auszuliefern, immer ist dabei Gewalt im Spiel. Ob man sich aus Neugierde oder gezwungenermaßen in Kontakt mit derartigen „Sekten“ begibt, eine Loslösung davon wird fast unmöglich. Je nachdem welche Intention hinter derartigen „Einrichtungen“ steht, Tieropfer allein genügen den Anhängern nicht mehr.2) In unserem Zusammenhang interessieren mehr die phänomenologischen Hintergründe.

 

 Der einzige Vorteil des Satanismus ist, dass er bezüglich seines eigentlichen Ursprungs die Wahrheit sagt. Satan ist der Vater der Satanisten. Wenn einzelne sog. Orden aus welchen Gründen auch immer irgendwelche pseudohumanen Gründe in den Vordergrund stellen, die Taktik ist immer die gleiche. Ziel ist der Machterhalt oder die Machtergreifung unter Anwendung von Missbrauch jeglicher Art. In welcher Form sich Satan ihnen gegenüber offenbart, sei dahin gestellt. Bekennende Satanisten sprechen von ihm wie von einer Person. Dies tut die Hl. Schrift auch. Da es sich nach christlicher und satanistischer Lehre um Geistwesen handelt, sind diese nicht ohne weiteres dingfest zu machen. Was man nicht sehen kann, existiert trotzdem. Wie in Goethes Faust geschildert, funktioniert das Herbeizitieren problemlos. Das Fortschicken wird schon schwieriger. In satanistischen Kreisen herrscht Uneinigkeit über die Frage, ob Dämonen 3) freiwillig oder unfreiwillig den Aufrufen folgen. Freiwillig sicherlich im Sinne blinder Zerstörungswut und Hass gegenüber allen menschlichen Wesen, auch gegenüber denen, die sich ihnen mit ihrem eigenen Blut verschreiben und vorgeben, ihnen zu dienen, unfreiwillig, indem sie ihrem Erzfeind, dem Menschen, mit Hilfe bestimmter magischer Rituale und Formeln gehorchen müssen.4) In der entgegengesetzten Welt gibt es dies nicht. Gott und seine Engel können, müssen aber nicht auf Bitten und Wünsche des Menschen antworten. Wie Gott nach den Aussagen der Schrift dem Menschen seine freie Willensentscheidung überließ, so billigte er auch den Dämonen gewisse Rechte zu.

 

 Zum Thema Exorzismus gibt es die widersprüchlichsten Aussagen. Exorzismus bedeutet die Austreibung („Beschwörung“) von Dämonen aus dem Körper eines Menschen. Damit dürfte klar sein: ein Exorzismus setzt den Glauben an die Existenz von Dämonen voraus. Da Dämonen wie beschrieben Geistwesen sind, sind sie auch unsichtbar, d.h. sie können mit dem menschlichen Auge nicht wahrgenommen werden. Das gleiche gilt für Engel sowie für Gott selber. Bekanntermaßen tun sich die Naturwissenschaften und vorwiegend materialistisch eingestellte Menschen schwer mit Dingen, die sie nicht sehen. Andererseits sind auch der Geist bzw. die Seele des Menschen mit ihrer Vielzahl an Facetten nicht sichtbar. Ihre Existenz wird jedoch keineswegs geleugnet. Probleme bieten m.E. nicht die Existenz von Geistwesen allgemein 5), sondern eine unzulässige Vermischung von natürlichen und widernatürlichen Vorgängen. Hier sind wir schon mitten im Thema. Obsession bedeutet eine Art von Besessenheit durch negative Wesenheiten. Besessenheit heißt Besitzergreifung. Ein solches Wesen kann unter bestimmten Bedingungen von einem Menschen Besitz ergreifen. Was heißt das? Ein Dämon kann unter Zulassung Gottes in einen Menschen „einfahren“ (Bsp.: Die Besessenheit des Judas: „… und sogleich fuhr der Satan in ihn ein“, als es darum ging, seinen Herrn auszuliefern; vgl. Joh 13,27a). Gott lässt dies ohne weiteres zu. Grund sind die Rechte, die selbst einem verdammten Wesen zustehen. Satan bekommt sein Recht, wenn der Mensch ihn dazu auffordert oder es zulässt. Nun gibt es mehrere Möglichkeiten satanischer Anschläge. Den Glauben an die Existenz solcher Mächte vorausgesetzt, befinden sich der Teufel und seine Anhänger nicht generell in der Hölle, wie man es etwas blauäugig vermuten könnte, sondern zum Großteil auf der Erde. Hätte es keine Versuchung gegeben (Gen 3), wäre der Sündenfall mit seinen unabsehbaren Folgen ausgeblieben. Nach christlichem Glauben hat Jesus als Sohn Gottes zwar diejenigen, die an ihn glauben durch sein Martyrium erlöst, die Bedrohung durch das Böse besteht aber weiterhin. Danach können schwere Sünden eine ewige Verdammnis nach sich ziehen. 6) Das Neue Testament weist immer wieder auf die Gefährlichkeit satanischen Einflusses hin. Da sich die Zeiten nachweislich nicht zum Guten geändert haben, sind diese Hinweise und Aufforderungen aktueller denn je.

 

 Neben der Existenz von Dämonen gibt es ebenfalls Angriffe von deren Seite. Dies kann sich von einer normalen Versuchung über sog. Bedrängnisse bis hin zu Übernahmeattacken erstrecken, an deren Ende die totale Besessenheit steht. Theologen und Dämonologen nennen dies circumsessio(n), obsessio(n) und possessio(n). 7) Circumsession bedeutet Umsessenheit, Obsession Bedrängnis als eine Form der Besessenheit, Possessio(n) ist die Besessenheit selber. Dazu muss unbedingt vermerkt werden, dass die Grenzen dabei fließend (!) sind. In vielen Fällen okkulten Missbrauchs kommen diese Elemente vor. Wenn der Status der völligen Besessenheit auch selten ist, 8) in einigen klassischen Fällen 9) treten die Symptome deutlich zu tage. 10) Als klassisches Beispiel wird in der Bibel der Antichrist genannt, dessen Auftreten noch nicht stattgefunden hat. Bei der totalen Besessenheit nimmt der Teufel vom Menschen voll und ganz Besitz. Den Seelenkern, sein Innerstes, kann er jedoch nicht angreifen. Dieses ist, zumindest zu Lebzeiten, göttlich. 11)

 Bevor wir nun zum eigentlichen Thema, der Obsession, kommen, sei noch kurz auf die Umsessenheit hingewiesen. Umsessenheit kann ebenfalls eine Form der Besessenheit sein. In der Umsessenheit bewegt sich der dämonische Einfluss außerhalb der betroffenen Person. Die Angriffe finden von außerhalb des Körpers statt. Da sich bei okkulter Beeinflussung nach und nach Angriffe von außen nach innen, aber auch Tendenzen von innen nach außen entwickeln, sind die Grenzen wie gesagt fließend. Eine reine Umsessenheit kann als Ausgangspunkt einer obsessio oder possessio verstanden werden, aber auch als eine Folge der zuletzt genannten Stadien. Bei der Umsessenheit handelt es sich immer um teuflische Einflüsse.

 

 Um ein Beispiel zu nennen. Eine Person begibt sich aus bestimmten Gründen zu einem Wahrsager (Medium), um mehr über sich selbst oder Andere zu erfahren. Soweit es die eigene Person betrifft, können hier psychologische Kriterien, Menschenkenntnis, Zufälle oder auch außersinnliche Wahrnehmungen eine Rolle spielen. Was Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft betreffen, so sind Einblicke in die Vergangenheit  ohne weiteres möglich. Klammert man die Gegenwart einmal aus, so wird es in Bezug auf Zukünftiges wesentlich schwieriger. Vergleicht man den Hang Vieler zu Horoskopen etc. mit dem Wunsch, mehr – allerdings möglichst Positives – über die Zukunft zu erfahren, bieten sich vordergründig drei Möglichkeiten an. Erstens, man erfährt das, was man hören will. Dies leuchtet ein, und man ist auch gerne bereit, dafür zu zahlen. Zweitens, man erfährt nur Allgemeines. Darauf legt der Kunde keinen Wert.  Drittens, er erfährt überwiegend Negatives. Das will er zwar nicht hören, aber aus Gründen, die nicht sofort erkennbar sind, treten spätestens hier im direkten Kontakt Kräfte auf den Plan, die den weiteren Verlauf der Sitzung bestimmen können. Wie die Sache ausgeht, ist grundverschieden. Es kann, bei gefestigten Charakteren, zu einer Ignoranz des Geschehens kommen, so dass dem Betroffenen kein Schaden zufügt wird. Im schlimmsten Fall entwickeln sich allerdings psychische Vorgänge, deren Ausgang nicht abzusehen ist. Hier spielen außerdem seelische Grundvoraussetzungen eine wichtige Rolle. Andererseits suchen seelisch gefestigte Menschen selten Hilfe bei Wahrsagern, da ihr Lebensweg klar strukturiert ist. Seelisch angeschlagene Personen sind logischerweise am ehesten gefährdet. Hier spielen wiederum das Umfeld und die Vorgeschichte mit.

 

 Geht eine normal veranlagte Person zu einem Medium 12), um mit Hilfe magischer Praktiken direkten Einfluss auf bestimmte Personen zu erlangen („Liebeszauber“, „Verfluchung“, etc.), ist in allen Fällen Magie im Spiel. 13) Das derzeitige Angebot an magischer Hexen- oder Zauberliteratur ist dermaßen groß, dass ein sinnvoller Überblick unmöglich ist. Bedenkenswert ist dabei einmal der Wunsch Einzelner nach „Magie“, andererseits die gewinnträchtige Praktizierung derartiger Geschäfte. Um zu unserem Beispiel zurück zu kommen. Wer Macht über Andere ausüben will, benötigt, wie im angesprochenen Fall, einen „Fetisch“ (Fetisch = „unecht, künstlich“), soll der Zauber auch funktionieren. Ist das Anliegen auch noch so gut gemeint, im Falle von „Liebeszauber“ bspw. ist immer Magie im Spiel. Es geht der betreffenden Person dabei nicht um selbstlose Zuwendung, sondern um Macht über eine andere Person, sei es aus gekränkter Eitelkeit, Eifersucht, Angst, jemanden zu verlieren oder um was auch immer. Bei allem unterstellten guten Willen ist dies der absolut falsche Weg. Desweiteren handelt es sich bei Liebeszauber um (weiße) Magie, die als solche wiederum magischen Ursprungs ist, d.h. vom Bösen. Wird weiße Magie auch noch so positiv hervorgehoben, Zauberei bleibt Zauberei, vergleicht man z.B. die negativen Folgen beim „Antragsteller“ und dem „Opfer“ (s.u.).

 

 Wie oben erwähnt, benötigt man einen Fetisch, also einen Gegenstand aus dem Umfeld der betreffenden Person, meistens ein Foto, um einen direkten Einfluss vornehmen lassen zu können. Selbst unter dem Deckmantel eines Liebeszaubers handelt es sich um eine Verwünschung. Ob diese jetzt bewusst oder unbewusst betrieben wird, spielt keine Rolle. Es wird unter dem Einfluss des Mediums zusätzlich über (hier:) das Foto magischer Einfluss auf das meist ahnungslose Opfer ausgeübt. Die Folgen sind für alle Betroffenen verheerend. Einzig das Medium kann mit einer „Verschiebung“ dieser Folgen rechnen, da es noch gebraucht wird. Wie es zu einer direkten Einflussnahme und damit zu einem direkten „Eingriff“ kommen kann, sehen wir später.

 

 Auf der anderen Seite der weißen steht die schwarze Magie. Wie der Name schon sagt, handelt es sich ausschließlich um Einflussnahme rein negativer Mächte. Selbst wer weiße Magie als positive verkauft, bringt sein Gegenüber ausnahmslos mit schwarzer, d.h. teuflischer Macht in Verbindung. Man muss sich keineswegs intensiv mit satanistischen Praktiken auseinandersetzen, um sich der Bedeutung schwarz-magischer Elemente bewusst zu werden. Man muss auch keine Horrorfilme anschauen, um sich solche Praktiken ausdenken zu können. Ebenso muss man auch nicht die täglichen Meldungen über Missbräuche und deren Opfer studieren. Gegen eine Verfluchung ist jedes Opfer machtlos. Auch wenn bestimmte gutmeinende christliche Kreise meinen, der Glaube allein genüge, um ein solches Phänomen zu verhindern oder problemlos zu beseitigen, so muss ich dem widersprechen. Vor Verfluchungen kann niemand sicher sein. Eine solche kann eintreten, wenn z.B. aus Liebe Hass wird. Dann kann sich Liebe zum Fluch wandeln. Medien (Wahrsager, Hexen, Magier jeder Art) bieten ungeniert beide Varianten aus ihrem Repertoire an. Beides, Liebeszauber und Fluch, funktionieren auch. Wird also ein Mensch verflucht, so kann man davon ausgehen, dass er erst einmal gar nichts davon merkt. Wie im weiß-magischen Fall, wird dazu ein Fetisch, wie z.B. ein Foto, benötigt. Aber nicht in allen Fällen ist dies nötig.

Im Falle einer Verfluchung leistet das Medium einen Dienst. Es ist gleichsam Vermittler und zwar zwischen dem Bittsteller und destruktiven Mächten. Ob das Medium an diese Mächte glaubt oder nicht, ist wie gesagt zweitrangig. Die Geister, die gerufen werden, kommen auch. Auf Vermittlung des Mediums nehmen sie, früher oder später, von dem Opfer Besitz. Es kann also zu einer Form der Besessenheit kommen. Im Allgemeinen wird sich das Opfer dieses „Einfahrens“ bewusst, wie aus mir vorliegenden Erfahrungsberichten hervorgeht. Es kann dabei zu Reaktionen kommen, die der betreffenden Person in dieser Form bisher unbekannt waren. Phänomenologisch ist es für ein Geistwesen kein Problem in einen materiellen Körper einzudringen. Religionsgeschichtlich betrachtet existiert hierzu eine große Zahl von Beispielen. 14) Aus rein christlicher Sicht geschieht dies nur unter Zulassung Gottes. Es muss daran erinnert werden, dass Gott Satan von Anfang an gewisse Rechte zugesteht, insbesondere wenn man sich bewusst mit ihm einlässt. 15)

Ein solches Inbesitznehmen wird von den Opfern wie gesagt mehr oder weniger bewusst wahrgenommen. Etwas Fremdartiges gelangt ins Innere und nimmt von ihm mehr oder weniger Besitz. Diese Inbesitznahme, in unserem Fall Obsession genannt, kann sich jahrelang im Verborgenen abspielen, d.h. die Außenwelt und eventuell auch der Betroffene selbst bekommen von der Situation kaum etwas oder auch gar nichts mit. Es ist aber in fast allen Fällen eine Frage der Zeit, bis sich das Böse offenbart. Man muss hier allerdings zwischen normalen menschlichen Regungen, zu denen auch Hass und Wut gehören und solchen Vorkommnissen unterscheiden, die auf normalem, d.h. auf medizinischem Wege nicht erklärbar sind. Es handelt sich wohlgemerkt um keine Besessenheit im eigentlichen Sinne, wie sie als klassische Form oben angesprochen wurde. Obsession bewegt sich auf einer anderen Ebene als die sehr seltene reine possessio. Auf jeden Fall handelt es sich bei unseren Beispielen um eine konkrete Infiltration durch das Böse.

 

 Obsessionen können sich verschiedenartig auswirken. Angefangen bei Verstimmungen über körperliche Schwächeempfindungen, Depressionen, bis hin zu eindeutigen psychotischen Zuständen und schizophrenen Verhaltensweisen. 16) All dies kann selbstverständlich rein krankhaften Ursprungs sein, eine Vermischung krankhafter und metaphysischer Ausdrucksweisen ist jedoch denkbar, auch wenn die Medizin und andere Wissenschaften auf einer scharfen Trennung beharren, welche von einer drastischen Ignoranz gegenüber allem Religiösen geprägt ist (vgl.: ICD 10 F 44.3).

 

 Wie gemeinhin bekannt ist, wird eine Psychose desöfteren mit Wahnzuständen und Halluzinationen in Verbindung gebracht. Dies soll auch keineswegs geleugnet werden. Darüber hinaus ist eine solche Psychose (seelische Erkrankung) Teil einer Schizophrenie. Schizophrenie wurde früher allgemein mit Geisteskrankheit gleichgesetzt, Schizophrene galten als „ver-rückt“. Ausschlaggebend ist hierbei aber die Einheit von Körper, Geist und Seele. Auch wenn die Existenz einer Seele im christlichen Sinn von vielen Human- und Naturwissenschaftlern geleugnet wird, so muss man doch anerkennen, dass der Mensch nicht nur aus stofflicher Materie besteht. Selbst der Begründer der modernen Psychoanalyse, Sigmund Freud, spricht von der Seele des Menschen. Im anderen Fall wäre der Begriff Psyche einfach falsch. Wird der Körper als reine Materie betrachtet, so ist die Seele zwar Geist (geistig), der Geist als solcher ist aber nicht unbedingt mit der Seele gleichzusetzen. 17)

 

 Das Problem, welches sich hier stellt, ist die Erkenntnis und damit die Unterscheidung von Ursache und Wirkung (Kausalitätsprinzip). Der Medizin wird desöfteren vorgeworfen, sie behandele fast ausschließlich die Symptome, also die Auswirkungen. In vielen Fällen ist dies auch so. Mit der Bekämpfung der Ursache bekämpfe ich allerdings auch die Symptome. Wer die Ursache gefunden hat, hat schon fast gewonnen. Diese Maxime lässt sich auf alle Bereiche menschlichen Lebens übertragen. In der Psychiatrie ist es üblich nach bestimmten Schemata vorzugehen: Depression, Psychose, Schizophrenie. Dies lässt  sich auch zusammenhängend erklären. Wenn im Gehirn bestimmte Botenstoffe (Transmitter) aus dem Gleichgewicht geraten, treten bestimmte Symptome auf (vgl. Anm. 16). Die ursprüngliche Ausgeglichenheit kann medikamentös wiederhergestellt werden, die Krankheit kann als behoben gelten. In den Fällen dämonischer Obsession aber sind die Wirkungen von Medikamenten annähernd null. Bei obsessiv besessenen Menschen zeigt sich meist keine Besserung. Als weiteres Beispiel möge folgender Fall gelten. Eine Person wird Opfer einer Verfluchung. Einen der schwierigsten Fälle stellen in diesem Zusammenhang Opfer satanistischer Zirkel 18) oder auch Opfer eines Fluches durch die eigenen Eltern dar. 19) Hier und in Fällen von bspw. exzessivem Drogenmissbrauch, tritt ein weiteres Phänomen zu tage, welches in der Psychiatrie unter akustischen Halluzinationen eingeordnet wird, das Hören fremder Stimmen. Hierüber existiert wiederum eine große Anzahl von Veröffentlichungen und Erfahrungsberichten. Um es gleich vorwegzunehmen, es handelt sich dabei um reale Stimmen im Inneren oder außerhalb der Betroffenen, wie diese übereinstimmend berichten, welche im Normalfall von Außenstehenden nicht wahrgenommen werden können. 20) Soweit es sich nicht um ausgeprägte Phantasievorstellungen eines Kranken handelt und keine eindeutigen Anzeichen einer klar zu klassifizierenden Krankheit wie Hysterie oder Epilepsie 21) auftreten, muss man okkulte Einflüsse voraussetzen. Am Beispiel des Stimmenhörens zeigt sich dies deutlich.

 

 Wie gesagt ist über das Hören von Stimmen viel geschrieben worden. Mit ausschlaggebend sind meiner Meinung nach in erster Linie die persönlichen Aussagen Betroffener. 22) Bei einer Reihe von psychiatrischen Diagnosen und Gutachten werden diese „Stimmen“, an die Therapeuten und Psychiater nicht glauben, dem Unter(Un-)bewussten zugeteilt. Solange es sich nicht um Verdrängungen etc. handelt, ist es schwer zu definieren, wie dieses Unterbewusste handelt oder zustande kommt. Um es ganz klar zu sagen, es ist absolut ausgeschlossen, dass eine Person sich in ihrem Unterbewusstsein exakt gegenteilig zu ihren Gedanken und Verhaltensweisen verhält. D.h. jemand, der einen Menschen unter keinen Umständen umbringen würde, würde dies auch nie ernsthaft in seinem Unterbewusstsein erwägen. Er müsste hier permanent eine 180-Grad-Drehung vollziehen. Unter dem Einfluss von Drogen oder eben diesen Stimmen ist dies jedoch durchaus möglich. Aufträge, sich und/oder andere umzubringen oder zu verletzen, stehen bei exzessiv Stimmen hörenden Menschen auf der Tagesordnung. 23)  Bekannterweise werden innere Stimmen auch als angenehm empfunden. Dies trifft durchaus zu. Nur wechseln diese Stimmen schon bald ihren Ton mit einer Intensität, die inhaltlich auf immer dasselbe hinausläuft: Angsteinflößung, Todesdrohungen, Quälereien jeder Art, Verbot von Nahrungsaufnahme etc., bis hin zu Aufforderungen zu Mord und Suizid. Bisweilen gehen diese Stimmen sogar über diese Einschüchterungen hinaus und drohen mit ewiger Verdammnis, teilweise in äußerst drastischen Bildern. Wenn es nicht gerade Phantasiegebilde sind, und es sich nicht durchweg um Stimmen handelt, die aus der Einbildung  resultieren, 24) muss von einer Form der Besessenheit gesprochen werden. Man beachte dabei die Aussagen (Inhalte) und die Ursprünge (Ursachen) einer solchen Inbesitznahme. Das Tragische an solchen Vorgängen ist die Tatsache, dass sie funktionieren, allerdings mit durchweg negativen Folgen. Eine Befreiung ist nur möglich, wenn die Ursachen genau erkannt sind. Dies setzt eine vorurteilsfreie Betrachtung voraus.

 

 Stimmen kündigen sich nicht an. Sie kommen einfach. Sind sie erst einmal da, lassen sie nicht mehr locker. Sie können einen Menschen in den Wahnsinn treiben. Wie aus dem Gesagten hervorgeht, ist von mehreren Stimmen die Rede. Ohne die Hl. Schrift hier bemühen zu müssen, spielt die Anzahl eigentlich keine Rolle. 25) Interessant ist in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass Jesus selber zum wiederholten Male Dämonen austreibt. Nicht nur in Fällen von eindeutiger Besessenheit, wie bei dem Besessenen von Gerasa (Mk 5, 1-20; Lk 26-39), der eindeutige Zeichen einer Possession aufweist, sondern auch in Fällen, in denen vordergründig keine Besessenheit vorlag (Mk 9,14-29; Lk 13,1-9) trieb Jesus durch sein Wort böse Geister aus. Nicht zuletzt im Fall von Maria Magdalena trieb er sieben Dämonen aus (Lk 8,2). „Was haben wir mit dir zu schaffen, Jesus von Nazareth?“ (Lk 4,34) fragen die Dämonen Jesus, nicht etwa der Besessene selbst. Diese Beispiele in den Evangelien lassen Rückschlüsse zu, dass Besessenheit und Krankheit vermischt sein können. Über die Ursache werden wir nicht aufgeklärt. „… und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten und trieb viele Dämonen aus“ (Mk 1,34) heißt es dort. Es ist müßig zu sagen, früher glaubte man noch an derartige Mächte, heute hilft der Psychiater. In Fällen von eindeutiger Besessenheit ist die Medizin überfordert. Eine Verwahrung, womöglich auf Lebenszeit, kann nicht die Lösung sein. Stattdessen ist professionelle Hilfe gefragt. Wenn der Stimmen Hörende nur noch den eigenen Tod als Ausweg sieht, bzw. eine Existenz nach dem Tod nur noch umso schreckhafter dargestellt wird, was ist dann noch zu tun?

Die gleiche Problematik ergibt sich für Drogenabhängige. Unter dem Einfluss von Drogen, deren Spektrum mittlerweile äußerst breit gefächert ist, treten Wahnvorstellungen auf, die mit Bewusstseinserweiterung im positiven Sinn nicht das Geringste zu tun haben. Das Gegenteil tritt ein, der körperliche und psychisch-geistige Verfall. Straftaten unter Drogeneinfluss stehen nicht erst seit heute auf der Tagesordnung. Die mörderische Exzessivität des Drogenrausches dürfte aus den Medien bekannt sein. Stimmenhören geht desöfteren mit Drogenmissbrauch Hand in Hand. Drogen sind im wahrsten Sinne des Wortes Teufelswerk. Unter Vorgaukelung positiver Rauschzustände entwickelt sich im Inneren eine reine Horrorwelt, aus der heraus Gewaltausbrüche und Missbrauch jeder Art unvermeidlich erscheinen. Inwieweit hier noch eine persönliche Zurechnungsfähigkeit besteht, sei dahin gestellt. Im Falle drogenbedingter Ritualmorde (vgl. Charles Manson u.a.) wird die Blutgier auf Grund abgrundtiefen Hasses dermaßen gesteigert, dass man unter dem Einfluss fremder, satanischer Mächte womöglich glaubt, es nach dämonischer Vorstellung richtig gemacht zu haben. Hier muss man allerdings zwischen Neugier und Zustimmung zum Bösen unterscheiden. Die Grenzen können jedoch fließend sein. Angehörige schwarz-magischer Kulte bezwecken jedoch dieses Ritual als Selbstzweck (s.o.). Hier wären wir wiederum in der Satanistenszene, welche als obsessives Extrem gelten muss.

 

 Um es zusammenzufassen: Den Glauben an unsichtbare Mächte vorausgesetzt, haben diese wesentlich mehr Einfluss auf Menschen, die sich ihnen leichtsinnig ausliefern, als man meinen könnte. Bei einem normalen Lebenswandel kommen solche Auswüchse im Allgemeinen nicht vor. Eine dämonische Obsession kommt nur durch direkten oder auch indirekten Kontakt mit dem Bösen zustande, wobei nach der Ursache zu fragen ist. Eine Vielzahl esoterischer bzw. okkulter Angebote verleitet zu deren Gebrauch oder Missbrauch. Die Folgen können fatal sein. Wie in der Literatur gilt der Satz: „Die Geister, die ich rief …“. Eine Befreiung davon setzt allerdings den Willen danach voraus.

 

 Auf ärztlicher Ebene existiert nach der WHO der nicht unumstrittene Index ICD 10. Diesem zufolge lässt die fachärztliche Diagnose Rückschlüsse auf biologisch nicht-erklärbare Verhaltensweisen des Patienten zu (vgl.o.). Außerhalb Deutschlands, bspw. in Italien, ist es teilweise üblich, Patienten, die mit Psychopharmaka nicht behandelbar sind, gegebenenfalls an Exorzisten weiterzuleiten. 26)  Um es so zu sagen, interdisziplinäre Übereinkünfte sind unabdingbar. Dies setzt allerdings gegenseitiges Vertrauen bei allen Beteiligten voraus. Ohne an dieser Stelle über Sinn und Zweck eines Exorzismus debattieren zu wollen, plädiere ich für eine etwas vorsichtigere Handhabung geeigneter Mittel und Umgangsformen und zwar im Sinn des Opfers. Erstens muss eine Besessenheit voll und ganz gegeben sein (s. Merkmale, a.a.O.), zweitens müssen alle anderen Möglichkeiten voll und ganz ausgeschöpft sein. Zwangsmaßnahmen fallen sowieso weg, eine Mitwirkung des Betroffenen muss möglich sein. Teufelsaustreibungen setzen die Anwesenheit von Dämonen voraus. Diese zu erkennen, ist eine Wissenschaft für sich, solange sich der Dämon nicht direkt zu erkennen gibt. Über den Glauben oder Unglauben, was Dämonen betrifft, braucht hier nicht diskutiert zu werden. Für nachweisbare Fälle ist sowieso nur ein kirchlich beauftragter Exorzist zuständig, dessen Wirken außerhalb der Öffentlichkeit stattfindet. Um sich ein realistisches Bild von Exorzismen zu machen, befragt man am besten solche Menschen, an denen er mit Erfolg praktiziert wurde. Dass dem Missbrauch auf beiden Seiten Tür und Tor geöffnet sind, ist sowieso klar. Es stellt sich im Endeffekt die Frage nach dem Vorher und dem Nachher einer „Behandlung“. Wie sieht es aber im besonderen Fall einer Obsession aus?

 

 Verfolgt man die Literatur, die sich mit persönlichen Erfahrungen betroffener Menschen auseinandersetzt, taucht unisono die persönliche Erfahrung der Inbesitznahme durch dunkle Mächte auf. Ohne dass diese bewusst diagnostiziert wurden, stellten sie sich selber als solche vor. Es bedarf schon einer  gehörigen Portion Fantasie und letztlich Ignoranz, um all dies dem Unterbewusstsein zuzuschreiben. In Einzelfällen ist eine solche Zuordnung natürlich möglich. Wer sich als nicht gefestigter Mensch exzessiv und kritiklos mit der o.g. Szene auseinandersetzt, gerät leicht in einen Strudel nicht mehr kontrollierbarer Vorgänge. Wenn sich negative Erlebnisse im Innern verfestigen, kann es selbstverständlich zu medizinisch nachweisbaren Symptomen kommen, die sich wiederum leicht nachweisen lassen. In unserem Fall verhält es sich anders. Es bleibt immer noch das Gefühl oder auch die rationale Einsicht, dass hier andere Mächte am Werk sind, die mit den bisherigen Erfahrungen nichts gemein haben. Ein plötzliches Auftauchen unerklärlicher Kälte, körperliche Beeinträchtigungen, die sich organisch und auch psychisch nicht erklären lassen, Angriffe auf das Denken, das Innerste. Es entwickelt sich ein lang andauernder Kampf gegen personale Stimmen, die wie gesagt nach anfänglicher Anpassung ins Gegenteil mutieren und nachweislich Tod und Vernichtung fordern. Menschen, die von solchen Horrorszenarien betroffen sind, sieht man auf den ersten Blick ihre innere Situation nicht an. So kann es sich bei Betroffenen auch um eine Person von nebenan handeln, die man nur von ihrem äußeren Erscheinungsbild her kennt, und der man einen solchen inneren Konflikt nicht ansieht. Letztlich landet ein solcher Mensch notgedrungen in der Psychiatrie, da er dringend Hilfe benötigt. Auch hier spielen sich nicht unbedingt Horrorszenarien ab, die auf ein derartiges Phänomen schließen lassen. Hier werden keine vom Teufel Besessene, denen man dies sofort ansehen und anmerken würde, weggesperrt, wie dies in früheren Jahrhunderten aus den unterschiedlichsten Gründen der Fall war, obwohl man sich über das Leben in geschlossenen forensische Abteilungen schon Gedanken machen sollte. 27)  Hinter der Fassade normaler Patienten erleben diese den Horror im Innern jedoch weiter. Die Wirkungen von Tabletten sind annähernd null. Als Versuchskaninchen ergeben sie sich einer Therapie nach der anderen, da sie ja wahrhaft Hilfe suchen. Wenn ihnen die Stimmen unter Androhung schlimmster Konsequenzen aber androhen, keinesfalls über sie sprechen zu dürfen, und wenn der Betreffende weiß, dass ihm sowieso nicht geglaubt wird, befindet er sich erneut in einem Teufelskreis und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Wer hier überlebt, hat entweder einen starken Charakter oder einfach Glück. Das Selbstmordrisiko ist extrem hoch. Da man keinen gefährdeten Menschen rund um die Uhr observieren kann, bleiben solche Taten nicht aus, die Gefährdung Anderer eingeschlossen. Was bleibt zu tun? Weder Ärzte noch Seelsorger noch Angehörige können im Fall des Falles diese Konsequenzen verhindern. Das Einzige, was helfen kann, ist, den Betroffenen erst einmal Glauben zu schenken. Dieses geschieht jedoch meistens nicht. Man bemüht sich nach Kräften bis zur Erschöpfung der Person zu helfen, wenn es aber um die Existenz derartiger Wesenheiten geht, tritt günstigstenfalls unverständiges Schweigen ein. Eine Situation, welche den beschriebenen Zustand des „Patienten“ bis ins Unermessliche steigert. Unter allen möglichen inneren Drohungen ist weit und breit keine Hilfe in Sicht. Was soll ein Mensch tun, der nach einem möglichen Selbstmord von seinen Stimmen die wahre Hölle erst recht prophezeit bekommt? Tod  kommt als Lösung nicht infrage, das Leben genauso wenig. Wenn diese Alternative, die keine Alternative ist, auf die Schultern eines einzigen Menschen aufgeladen wird, ist jeder es noch so gut meinende Mensch mit seinem Latein am Ende. Spätestens an diesem Punkt wären, den Glauben wiederum vorausgesetzt, kirchliche Fachleute gefragt.

 

 Nach der Lehre der katholischen Kirche gibt es hier mehrere Möglichkeiten. Als Erstes die Absage der Person an frühere Praktiken und Aktivitäten. Dies geschieht am besten im Sakrament der Beichte. Gewissenserforschung, Schuldbekenntnis, Reue und praktische Abkehr von widergöttlichen und damit der (Nächsten-) Liebe zuwiderlaufenden Handlungen sind in der katholischen Praxis die grundlegende Voraussetzung für eine Umkehr zum Guten oder wahrhaft Positiven hin. Eine Vielzahl gelungener Beispiele kann man überall nachlesen. Was aber, wenn sich das Opfer keiner Schuld bewusst ist? Hier kommt es darauf an, den Schuldigen zu finden und ihm, auch wenn es naturgemäß sehr schwer fällt, zu vergeben. Dies kann sich jedoch nur auf Menschen beziehen. Wie aus den Leben von Heiligen hervorgeht, 28) treten Dämonen besonders gern dann auf, wenn man in ihre Refugien eindringt bzw. sie „zwingt“, nach Anweisung des Menschen zu agieren. Durch Befreiungsgebete kann schon viel bewirkt werden. Der Exorzismus als solcher ist aber für Laien verboten und auch dann nur sinnvoll, wenn eindeutige Zeichen und Verhaltensweisen vorliegen. Wenn ein Exorzismus gelingt, wie es bspw. in Italien hier und da der Fall ist, ist der Mensch zwar befreit, der Dämon existiert aber weiterhin 29)  Bei aller Freude über Heilung und Befreiung, insbesondere bei wirklichen Opfern okkulter Belastung, ist das Problem als solches noch lange nicht aus der Welt geschafft. Dies wird auch längerfristig nicht möglich sein. Einzig die bewusste Abkehr von allem Negativen, also Bösen, und eine Zuwendung zum Guten, Positiven, können einen individuellen Erfolg mit sich bringen. Es gibt kein Allheilmittel bei okkulter Belastung. Verständnis, Glaube, Einsicht in die Problemlage, der Glaube an die (All-) Macht Gottes und seiner Hilfsmittel, sowie ein vorbehaltloses Vertrauen in einen Gott der Liebe, sind letztendlich der einzige Weg zur wahren Befreiung. Als Bestätigung dieser Aussagen dienen Zeugnisse und Bekenntnisse betroffener Personen, deren man sich nur bedienen muss. Es gibt auf Erden keinen (andauernden) Idealzustand, der eine möglichst umfassende Heilung von Gebrechen beinhaltet. Man  muss die Heilung bzw. die endgültige Befreiung erst einmal wollen. Eine Heilung/Befreiung ohne Umkehr/Bekehrung ist unmöglich. Gerne redet man von ganzheitlicher Heilung. Eine wahre Heilung fängt aber im Innersten, im sog. Seelenkern an. Was der Mensch dort auf normalem Weg nicht vermag, vermag er aber mit der Hilfe Gottes. Auch wenn er dies nicht glauben kann oder will, vermögen Andere da für ihn einzutreten. Das Gebet, im Glauben und im Vertrauen gesprochen, kann solche „Wunder“ bewirken. Der Rest ist Eigeninitiative. Okkulte Belastung kommt nicht aus dem Nichts. Sie kann sich aber in Nichts auflösen. Winfried Zentgraf (Fulda/Deutschland)

 

 

             ANMERKUNGEN

1)      Bei allen möglichen Interpretationsversuchen und Auslegungen der „Apokalypse“ vollzieht sich der Inhalt einer Offenbarung endgültig im realen Geschehen der Menschheitsgeschichte. Die glaubwürdigsten Zeichen und Deutungen finden sich in den Evangelien selber (vgl. Mk 13, Lk 21, Mt 24).

2)      Schilderungen grausamer Einzelheiten erspare ich mir, wer jedoch über eine gute seelische Konstitution verfügt, dem empfehle das Buch von Ulla Fröhling: Vater unser in der Hölle, a.a.O.

3)      Dämonen sind nach christlicher und weltanschaulicher Lehre Geistwesen, die als gute Wesen geschaffen, durch ihren selbst verschuldeten Sturz aber auf Gedeih und Verderb der Willkür Satans (oder Luzifer, Beelzebub u.a.) ausgesetzt sind. Sinn und Zweck der Existenz Satans und seiner Dämonen ist der Kampf des Menschen gegen sie. In der Hl. Schrift wird der endgültige Sieg über den/das Böse vorhergesagt. – Vgl. Berger, Klaus, a.a.O.

4)      Diese Rituale sind immer zweckgebunden und erlauben einen direkten Kontakt mit dieser anderen Welt (Blutsverschreibung,  Schwarze Messen etc.). Vgl. Erlebnisberichte von Aussteigern. Die Folgen sind allerdings für alle Betroffenen katastrophal.

5)      In der Esoterik leben viele von dieser Vorstellung.

6)      Wie diese im Einzelnen aussehen kann, sei erst einmal dahin gestellt. Über die Tatsache dieses Zustandes besteht nach kirchlicher Lehre jedoch kein Zweifel.

7)      Darüber hinaus gibt es noch die infestatio(n), in der sich Geistwesen bestimmter Gegenstände oder Tiere bemächtigen können, wie z.B. nicht erklärbare Spukphänomene etc.

8)      Kennzeichen von Besessenheit sind u.a.: Verstehen nicht erlernter Sprachen, Abneigung gegen alles Heilige, übermenschliche Kräfte, Offenbarung unbekannter Wahrheiten. Dazu gehören weiterhin körperliche Ausdrucksweisen, die den Dämon schon optisch im Besessenen erkennen lassen wie z.B. Teufelsfratzen, Verschwinden der Pupille, in sich verdrehte Körperhaltungen, Materialisationen wie Erbrechen von metallischen Gegenständen etc. (Vgl. dazu Petersdorff, E. von, Amorth, G, Koch, K.E., u.a. a.a.O.)

9)      Vgl. Blumhardt, J.C., Rodewyk, A., a.a.O.

10)   Der Roman und der Film „Der Exorzist“ basieren auf einer wahren Begebenheit (Allen, T.B., Besessen – Die wahre Geschichte eines Exorzismus, München 1993). Bei aller teilweise berechtigten Kritik wird hier versucht, Symptome einer Besessenheit, wenn auch sehr drastisch, so doch realistisch darzustellen.

11)   Diesen innersten Lebenskern und dessen göttlichen Ursprung verliert der Mensch nach der                   christlichen Lehre in der Verdammnis.

12)   Medium bedeutet (Ver-) Mittler. Hier wird zwischen Auftraggeber und höheren Mächten vermittelt. Von Ausnahmen abgesehen, wie sie bspw. in Heiligenleben vorkommen, handelt es sich in fast allen Fällen um negative Einflüsse, d.h. von „unten“ statt von „oben“.

13)   Magie ist hier nicht im Sinne von Spielerei gebraucht, oder wie man diesen Begriff aus der Literatur oder der Mythologie kennt. Echte Magie ist (Hexen-) Zauber, der in den meisten Fällen auch funktioniert. Dabei muss man unterscheiden, ob das Medium bewusst oder unbewusst als solches fungiert.

14)   Vgl. dazu Koch, Kurt E., a.a.O. u.a.

15)   Im Fall der Opferrolle tun sich hier Schwierigkeiten auf, doch muss man dies – leider - als Folge magisch-ritueller Verknüpfungen sehen. Nicht allen Opfern kann geholfen werden.

16)   Dabei unterscheidet man:

Exogene Psychose (Ursache kann nachgewiesen werden)

Endogene Psychose (Ursache unbekannt)

Affektive Psychose (endogene Depression, Manie, manisch-depressive Erkrankungen)

Schizophrene Psychose (Störungen des Denkens, der Wahrnehmung sowie des Gefühlslebens)

Schizo-affektive Psychose (Mischformen)

17)   Oft wird auch das Herz mit der Seele gleichgesetzt. Das Herz deutet auf die Gefühle hin. Selbst im neurobiologischen Sinne muss man die unabhängige Existenz der Gedanken gegenüber den Hirnfunktionen anerkennen. Hier stellt sich wieder die Frage nach Ursache und Wirkung. Geist wird mit Vernunft und Verstand identifiziert, die Seele hauptsächlich mit dem Gefühl. Christlich betrachtet bildet der Mensch eine Einheit aus Körper, Geist und Seele (Leib). Die „Geistseele“ verlässt im Tod den zurückbleibenden Körper.

18)    Vgl. Fröhling, Ulla, a.a.O,

19)   Im schlimmsten Falle tritt beides auf. Eine Verfluchung durch Angehörige hat von der Intensität her einen sehr hohen Stellenwert.

20)   Bei possessiv Besessenen spricht der Dämon direkt aus der Person mit deren Stimme unter Bewegung der Lippen oder auch bei geschlossenem Mund des Opfers.

21)   Die Symptome dieser Krankheiten zeigen ein ganz anderes Bild. Hysterische Personen stellen sich und ihr Verhalten grundsätzlich in den Mittelpunkt, Epileptiker bekommen von ihren Anfällen generell nichts mit, die körperlichen Reaktionen sind eindeutig krankhafter Natur. Nichtsdestoweniger können Obsession und Krankheit Hand in Hand gehen, magische Einflüsse können sogar Ursache bestimmter Krankheitsbilder sein.

22)   Vgl. dazu Schiller, Lori, a.a.O.

23)   Vgl. Schiller, L. u.a., ebd.

24)   Stimmen lassen sich nicht ohne weiteres nachweisen. Trotzdem bleibt die Frage: Sind diese Stimmen real oder nicht? Dem Betroffenen gegenüber wären Verständnis und Glaube schon angebracht.

25)   In den Evangelien steht das Wort „legion“: „Wir sind viele“ (vgl. Mk 5,9; Lk 8,30)

26)   In Deutschland ist seit dem Fall der exorzierten Studentin Anneliese Michel im Jahre 1978, der mit dem Exorzismus nicht geholfen werden konnte, dieses Thema obsolet. Dieser Fall würde eine eigene Abhandlung erfordern. Als Hinweis auf die ganze Tragik aber auch Interpretation dieses Falles aus der Sicht der Betroffenen möge das Buch der Anthropologin Felicitas Goodman dienen: Goodman, F., a.a.O. Etwas anders sieht es der Autor Uwe Wolff, der ebenfalls mit den Betroffenen gesprochen hat. Weitere Veröffentlichungen zu diesem Thema strotzen geradezu vor Polemik. In Italien, wo man die Sache traditioneller, aber auch differenzierter sieht, hat man damit weniger Probleme. Vgl. Amorth, G. a.a.O.

27)   Von der possessio Betroffene sind hierzulande äußerst selten und stehen im günstigsten Fall unter dem Schutz kirchlich beauftragter Fachleute. Dass hier ebenfalls Vieles im Argen liegt, ist bereits angeklungen, zumal die Besessenheit incl. der Existenz des Teufels von vielen dem Zeitgeist sich verpflichtet fühlenden Theologen geleugnet wird.

28)   Vgl. z.B. Athanasius, Das Leben des Hl Antonius, in seinem Kampf gegen die Dämonen. Hier zu behaupten, Heiligenleben seien durchweg Legende, wie dies gerne der Fall ist, ist nicht nur ignorant, sondern fast schon böswillig. Auch von Seiten namhafter Theologen wird eine Legendenbildung, besonders was die Evangelien, das Wort Gottes, betrifft, gerne postuliert. Die negativen Folgen für den „Konsumenten“ sind hinlänglich bekannt. Nicht umsonst geht das praktizierende Christentum in sog. aufgeklärten Ländern massiv zurück. Der Fisch stinkt vom Kopf her.

29)   Man beachte außerdem die Gefahr eines Rückfalls, was relativ häufig vorkommt (vgl. Mt 12,43-45; Lk 11,24-26).

 

             LITERATURVERZEICHNIS

1)      Amorth, Gabriele, Neue Berichte eines Exorzisten, Christiana-Verlag, Stein am Rhein 22000

2)      Dsb., Ein Exorzist erzählt, Christiana-Verlag, Stein am Rhein 42001

3)      Dsb., Exorzisten und Psychiater, Christiana-Verlag, Stein am Rhein 22006

4)      Berger, Klaus, Wozu ist der Teufel da?, Gütersloh 2001

5)      Blumhardt, Johann Christoph, Gesammelte Werke, Reihe 1: Schriften, hrsg. v. Schäfer, Gerhard, Bd.1: Der Kampf in Möttlingen („Zur Heilungsgeschichte der Gottliebin Dittus“), Göttingen 1979

6)      Fröhling, Ulla, Vater unser in der Hölle, Seelze 1996 u. Bergisch Gladbach 2008

7)      Goodman, Felicitas, Anneliese Michel und ihre Dämonen. Der Fall Klingenberg in wissenschaftlicher Sicht, Stein am Rhein 52006

8)      Gutwenger, Lisl, Treibt Dämonen aus. Vom Wirken katholischer und evangelischer Exorzisten, Stein am Rhein 1992

9)      Koch, Kurt, E., Okkultes ABC, Schwäbisch Gmünd 31988

10)   Dsb., Seelsorge und Okkultismus, Schwäbisch Gmünd o.J.

11)   Petersdorff, Egon von, Dämonologie, 2 Bde., Stein am Rhein 31995

12)   Rodewyk, Adolf, Dämonische Besessenheit – Tatsachen und Deutungen, Augsburg 41988

13)   Dsb., Der Teufel ernst genommen, Stein am Rhein 2001

14)   Schiller, Lori, Wahnsinn im Kopf, Bergisch Gladbach 42006

15)   Wolff, Uwe, Der Teufel ist in mir. Der Fall Anneliese Michel, die letzte Teufelsaustreibung in Deutschland, München 2006

 

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