Hl. Therese von Lisieux 

Kirchenlehrerin

 

 

 

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Therese zeigt uns den schnellen Weg zur Heiligkeit:

"Wir leben in einem Jahrhundert der Erfindungen... Ich möchte auch einen Aufzug (Lift) entdecken, der mich zu JESUS emporträgt, denn ich bin zu klein, um diese mühsame Treppe zur Vollkommenheit emporzusteigen.... Der Aufzug, der mich bis zum Himmel emportragen wird, sind Deine Arme, o JESUS !"

"Ich brauche nicht zu wachsen, im Gegenteil, ich muss klein bleiben, ich muss es immer mehr werden." Jesus allein, kein Buch, kein Theologe hat mich diesen Weg gelehrt."
 

  
Lebenslauf von der Heiligen Therese
Das Kindsein vor Gott

Am 14. Dezember 1927, ziemlich genau 30 Jahre nach ihrem Tod, hat Papst Pius XI. Therese von Lisieux zur Patronin der Missionen in der ganzen Welt ernannt. 

"Kleine" Heilige Therese

"Ich versichere Dir,

der Liebe Gott ist viel gütiger als Du denkst"

Papst Johannes Paul II. sagte am 19. April 1993, anlässlich der Seligsprechung von Schwester Faustyna Kowalska in Rom, dass Gott unserer Zeit zwei Heilige geschenkt hat, in denen Er (Gott) uns die geistigen Heilmittel für die größten Wunden unseres Jahrhunderts offenbaren will: Schwester Faustina und mit ihr die Offenbarung der göttlichen Barmherzigkeit und Theresia von Lisieux und mit ihr den Weg des Kindseins. Und eben über die „Kleine“ Heilige Theresia wie sie auch genannt wird, will ich einige Gedanken schreiben. Dabei ist mir, und es sollte auch euch Lesern klar sein, dass ich nur einige wenige Teilaspekte ihrer Spiritualität anschneiden kann.

1. Thérèse Martin, so ihr Mädchenname, wurde als 9. Kind am 2. Januar 1873 in Alencon in der Normandie (Frankreich) geboren. Zur Zeit ihrer Geburt stand Frankreich einerseits immer noch unter den Nachwehen der Französischen Revolution, andererseits wurde die gesellschaftliche bzw. kirchlich-religiöse Situation auch von der Niederlage im Deutsch-Französischen Krieg (1870/71) bestimmt. Für viele Zeitgenossen war dieser Krieg eine Strafe Gottes gerade wegen des Kampfes der gegen die Kirche geführt wurde: Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit wurde auf die Fahnen geschrieben, viele Kirchen wurden geschändet, Tausende treuer Priester und Gläubige landeten auf dem Schafott. Es regierten die Republikaner, Freimaurer und Nihilisten. „Die Kirche war endgültig in Verteidigungsstellung gerückt, sie hatte nicht abgedankt, sie war abgesetzt worden, sie war auf dem Weg, eine Privatangelegenheit einzelner oder von Gruppen zu werden". Eine Folge davon war, dass sich das Bekenntnis der Gläubigen zur Kirche in der Wiederentdeckung und Entfaltung des Wallfahrtswesens ausdrückte. Hinzu kommen als weitere Konsequenz die Verheerungen des Jansenismus, das ist Angst vor einem strafenden Gott, Skrupulosität bezüglich des eigenen Würdig-Seins zum Empfang der Kommunion und ein überzogener Moralismus. Ein Beispiel kann dies gut verdeutlichen: Abbé Youf, der Hausgeistliche des Karmels von Lisieux, sagte einmal zu Schwester Therese de Saint-Augustin, die eine strenge und sehr regeltreue Schwester war, dass sie bereits einen Fuß in der Hölle habe und wenn sie so weitermache auch den zweiten dort haben werde. Gaucher, selbst Karmelit und Weihbischof in Lisieux führte dieses Beispiel an um zu zeigen, dass diese strenge Praxis selbst vor den beschaulichen Klöstern keinen Halt machte und folglich die „überlebensnotwenige“ Dynamik der Liebe dahinschmelzen ließ, weil jeder und jede allein auf sich, auf das eigene Heil zu schauen hatte. Und so „erschreckte die Furcht vor einem Gott, der nur Richter ist, mehr als nur eine Karmelitin." Ja, so dachten viele Menschen, dass es relativ schwierig sei, einst in der Ewigkeit einem Gott gegenüberzutreten, der seinem Wesen nach Liebe sein sollte. In diese geistige Situation hinein wird Therese Martin geboren und auch erzogen! Sie schreibt selbst einmal darüber: „Während der Einkehrtage auf meine zweite Kommunion aber wurde ich von der schrecklichen Krankheit der Skrupeln befallen ... Man muss dieses Martyrium durchgemacht haben, um es recht zu verstehen. Unmöglich könnte ich wiedergeben, was ich während anderthalb Jahren gelitten habe."

2. Doch dann kommt Gott ihr zu Hilfe und schenkt ihr die sogenannte „Weihnachtsgnade“. „Von den Skrupeln und der übermäßigen Empfindlichkeit befreit, begann sich mein Geist zu entwickeln.“ Und weiter schreibt sie:

„Schimpft ein Vater mit seinem Kind, wenn es seine Schuld selbst bekennt? Bestraft er es dann? (...) Ein König, der auf die Jagd gegangen war, verfolgte einen weißen Hasen. Seine Hunde hatten ihn schon fast eingeholt. In diesem Augenblick kehrte der kleine Hase, der sich bereits verloren glaubte, plötzlich um und sprang in die Arme des Jägers. Dieser war über so viel Vertrauen betroffen und wollte sich von dem weißen Hasen nicht mehr trennen. Niemandem erlaubte er ihn anzupacken, und behielt sich die Sorge für seine Nahrung vor. Genauso wird sich Gott uns gegenüber verhalten, wenn wir verfolgt von der Gerechtigkeit - versinnbildlicht durch die Hunde – Zuflucht in den Armen unseres Richters suchen ...“

Therese erkennt: „Vater unser, der du bist im Himmel? Oh! Wie tröstlich ist diese Wort, welch unendlichen Horizont eröffnet es unseren Augen.“ „Es tut so gut, Gott unseren Vater zu nennen.“ „Ich versichere Dir, der Liebe Gott ist viel gütiger als Du denkst.“ „Er hat mit Sicherheit alle wünschenswerten Vollkommenheiten. Aber – wenn ich es so sagen darf – er hat zugleich eine große Schwäche: er ist blind! Und es gibt eine Wissenschaft die er nicht kennt: das ist das Rechnen (...) Um ihn aber so blind zu machen und ihn daran zu hindern, auch nur die kleinste Rechnung zu schreibe, muss man verstehen, ihn beim Herzen zu nehmen. Dort ist seine schwache Stelle.“ Was heißt das konkret für die Praxis? Ein Beispiel: Marie, ihre Cousine leidet unter schrecklichen Skrupeln und wagt sich nicht, zur Kommunion. Therese gibt ihr darauf eine Antwort, die alles weitere erübrigt: „ Du hast auch nicht den Schatten von etwas Bösem getan. ... Ist es dem Teufel gelungen, eine Seele von der Hl. Kommunion fernzuhalten, dann hat er alles gewonnen ... Sie (Therese) versichert Dir, dass Du ohne Furcht Deinen einzigen wahren Freund empfangen kannst ... Was Jesus verletzt, was sein Herz verwundet, ist der Mangel an Vertrauen! ... Geliebtes Schwesterchen, kommuniziere oft, sehr oft.“ Es ist gerade gegen Ende ihres Lebens hin, als sich der Tod schon als unausweichliches Faktum abzeichnete, dass Therese ihr Vertrauen auf die unendliche Barmherzigkeit Gottes setzte: „Ja, ich fühle es, hätte ich auch alle begehbaren Sünden auf dem Gewissen, ich ginge hin, das von Reue gebrochen, mich in die Arme Jesu zu werden, denn ich weiß, wie sehr Er das verlorene Kind liebt, das zu Ihm zurückkehrt.“

Abschließend kann also gesagt werden, dass alleiniger Dreh- und Angelpunkt das Kindsein vor Gott ist. „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder ...“ sagte Jesus einmal und Therese versuchte dies, in ihrem Leben zu verwirklichen. „Er zeigt uns, dass es die kleinsten, aus Liebe getanen Handlungen sind, die sein Herz gewinnen ... Ah! Wenn es darauf ankäme, große Dinge zu vollbringen, wie sehr wären wir zu bedauern? ... Aber wie glücklich sind wir, weil Jesus sich durch die kleinsten Dinge fesseln lässt.“ Gott will uns alles schenken! Alles, gar alles. Es liegt nur an uns, dieses Geschenk auch dann von ihm anzunehmen und es nicht auszuschlagen. Und auf dieses Ja-Wort, dieses Annehmen kommt es an.

Vor wenigen Jahren wurde Theresia von Lisieux, die nie studiert hatte, zur Kirchenlehrerin ernannt. Dieser Umstand zeigt eindrücklich, wie aktuell und bedeutend ihre Lehre ist. Und diese lässt sich mit drei Worten zusammenfassen: Gott ist die Liebe. 

 

 

Lebenslauf von der Heiligen Therese 

Auf ihre eigene Art und Weise nutzte die heilige Therese von Lisieux die Reise ihres Reliquienschreines durch Kanada im Herbst 2001, um die Botschaft zu wiederholen, daß wir Glauben in Gottes Gnade und Liebe haben müssen.

Millionen Menschen als "Die Kleine Blume" bekannt, wurde Therese Martin als jüngste von fünf Schwestern im Jahr 1873 in einer kleinen Stadt in der Normandie geboren und verlor ihre Mutter in jungem Alter. Noch immer sehr jung, wollte sie entgegen aller Regeln eine Karmeliter Nonne werden. Sie bestand darauf, bis ihr Papst Leo XIII. im Jahre 1888 erlaubte, eine Nonne mit 15 Jahren zu werden.

Therese wechselte dann von einer beschützten Familienumgebung in ein abgeschiedenes Karmeliter Kloster. Therese hatte Verstand und Herz, welche keine Grenzen kannten. Sie erklärte, daß sie die Seele in der Kirche sein würde: "Im Herzen der Kirche möchte ich die Liebe sein!" Im Kloster war sie für die Betreuung der neuen Schwestern verantwortlich, die in den Orden eintraten.

 

Der Leidensweg

In ihren frühen 20ern erkrankte sie an Tuberkulose. Eine der größten Prüfungen von Therese war der Verlust, die Heilige Eucharistie zu empfangen. Das letzte Mal empfing sie die Kommunion am 19.August, etwas mehr als einen Monat vor ihrem Tod. Sie starb am 30. September 1897 im Alter von 24 Jahren, nach langem Kampf mit der Tuberkulose.

Seit einigen Monaten leidet Schwester Theresia unter Halsschmerzen, die man vergeblich behandelt, und erleidet während der Karwoche 1896 zwei Bluthustenanfälle. Weit davon entfernt, darüber zu erschrecken, sieht sie hierin vielmehr einen Ruf des Bräutigams und freut sich, bald zu ihm gelangen zu können. Aber plötzlich aus der Fassung gebracht, überkommt sie in Ostern eine tiefe innere Nacht, ein "Kellergewölbe", "Nebel".

Therese von Lisieux, ein Jahr vor ihrem Tod

Der Himmel scheint ihr verschlossen. Diese Prüfung des Glaubens und der Hoffnung, die sie an der Passion Jesu teilhaben läßt, dauert mit einigen Atempausen bis zu ihrem Tod an. Erlösende Prüfung: sie nimmt es an, alleine in der Nacht zu bleiben, damit das Licht die Gottlosen erreichen kann. Im Laufe des Sommers, quälen sie beim Gebet seltsame "große Wünsche": sie möchte Priester, Prophet, Kirchenlehrer, Missionar, Märtyrer werden ... Sie stößt auf eine Stelle bei Paulus und entdeckt endlich - sie ist 22 Jahre - ihre eigentliche Berufung: "Im Herzen der Kirche, meiner Mutter, werde ich die Liebe sein. Auf diese Weise werde ich alles sein." Indem sie ihre Geheimnisse für Schwester Maria vom Heiligsten Herzen, ihrer Patin, im September 1896 niederschreibt, hinterläßt sie der Welt ein geistliches Meisterwerk (Manuskript B). ihr Wunsch, "Seelen zu retten", verfolgt sie ständig: ihre Abreise in den Karmel nach Saigon, der vom Karrnel von Lisieux gegründet wurde, wird in Betracht gezogen, Aber die immer noch nicht festgestellte Tuberkulose schreitet fort. Anfang 1897 spürt Schwester Theresia, daß "ihr Lauf nicht lang sein wird". Im April muß sie erschöpft das gemeinschaftliche Leben aufgeben. Sie bleibt in ihrer Zelle oder im Garten. In Juni wird sich Schwester Agnes ihres bevorstehenden Todes bewusst. Entsetzt spricht sie bei Mutter Maria Gonzaga vor, damit ihre junge Schwester ihre Erinnerungen vervollständigt. Fiebrig schreibt Theresia noch 36 Seiten in ein kleines schwarzes Heft. Völlig erschöpft wird sie am 8. Juli in die Krankenabteilung gebracht. Einen Monat lang spuckt sie Blut, schläft wenig, kann sich nicht ernähren. Die Tuberkulose erreicht die Eingeweide. Doktor de Cornière behandelt sie nach den mangelhaften Möglichkeiten der Zeit. Ihre Schwestern wechseln sich im den Krankenzimmer ab, um bei ihr zu wachen. Mutter Agnes schreibt seit April die Worte ihrer Schwester auf. Mehr als 850 aufgezeichnete Worte werden später zu den "Letzten Gesprächen". In diesem kleinen Zimmer leidet, betet, weint Theresia oder scherzt, um ihre Schwestern zu zerstreuen, und bringt ihr kurzes Leben zur Sprache. Aber bis zum Ende lebt sie im Vertrauen und der Liebe. Sie identifiziert sich mit dem leidenden Jesus und opfert alles "für die Sünder" auf. Es überkommt sie der große Wunsch, "nach ihrem Tode Gutes zu tun". Sie schreibt noch mühsam einige Briefe als Testament an ihre beiden Brüder Bellière und Roulland. Schreckliche Schmerzen erschöpfen sie, ohne ihr das Lächeln oder ihren tiefen Frieden zu nehmen. Auf einen Zeitraum der Linderung folgt ein 48 Stunden dauernder Todeskampf.



Die letzten Worte der kl. Therese: (30. September 1897)

"Oh! Das ist wirklich das reine Leiden, denn es gibt keinen Trost dabei. Nein, nicht einen! O mein Gott!!! Und doch liebe ich Ihn, den lieben Gott ... O liebe Heilige Jungfrau, komm mir zu Hilfe! Wenn das der Todeskampf ist, was ist dann der Tod? ... O Mutter! Ich versichere Sie, der Kelch ist voll bis zum Rand! Ja mein Gott, soviel Du willst ... Aber hab´ Mitleid mit mir! ... Mein Gott, mein Gott, hab´ Mitleid mit mir! Ich kann nicht mehr ... Ich kann nicht mehr! Und doch muss ich durchhalten ... Ich bin ... Ich bin am Ende ... Nein, nie hätte ich geglaubt, dass man so leiden kann ... Nie, nie! O Mutter ich glaube nicht mehr an den Tod für mich ... Ich glaube nur noch an das Leiden! Morgen wird es noch schlimmer sein! Nun gut, um so besser! Gut! Weiter! Weiter! Oh! Ich möchte nicht weniger leiden! ... Oh! Ich liebe Ihn ... Mein Gott ... ich ... liebe Dich!"

"Als sie diese Worte ausgesprochen hatte, sank sie plötzlich sanft zurück, den Kopf nach rechts geneigt. Unsere Mutter ließ unverzüglich die Glocke der Krankenwärterei läuten, um die Kommunität zusammenzurufen. "Öffnet alle Türen", sagte sie gleichzeitig. Dieses Wort hatte etwas Feierliches an sich, so dass ich denken musste, der liebe Gott sagt jetzt das Gleiche zu seinen Engeln. Die Schwestern hatten noch Zeit, sich rings um das Bett zu knien, und wurde Zeuge der Verzückung der kleinen heiligen Sterbenden. Ihr Gesicht hatte seine Lilienfarbe, die ihm bei voller Gesundheit eigen gewesen war, zurückgewonnen, ihre Augen blickten nach oben, strahlend in Friede und Freude. Sie bewegte den Kopf auf anmutige Weise, so als habe jemand sie mit einem Liebespfeil göttlich verwundet, dann den Pfeil herausgezogen, um sie von neuem zu verwunden ... Sr. Maria von der Eucharistie näherte sich mit einer brennenden Kerze, um ihren erhabenen Blick aus der Nähe besser zu sehen. Im Licht dieser Kerze war keine Bewegung ihrer Lider zu sehen. Diese Verzückung dauerte ungefähr wie ein Credo, dann stieß sie ihren letzten Seufzer aus. Nach ihrem Tod blieb ein himmlisches Lächeln auf ihrem Gesicht. Sie war bezaubernd schön. Sr. Theresia wurde am 04. Oktober 1897 beigesetzt."
(nach einem Bericht von Sr. Agnes von Jesus)

Nach Ihrem Tod....

Innerhalb weniger Jahre nach ihrem Tod wurde sie auf der ganzen Welt bekannt für ihren "kleinen Weg" der Einfachheit, kleine Dinge zu erledigen und tägliche Dienstpflichten zu verrichten. Sie wurde ein Vorbild an Heiligkeit für unzählige einfache Menschen auf der ganzen Welt.

Mit der Veröffentlichung ihrer Manuskripte im Jahr 1956 wurde die wirkliche Therese enthüllt, nicht wie sie eine zuckersüße Version der sentimentalen Frömmigkeit ihrer Zeit vorgeschlagen hätte, sondern als eine lebendige Zeugin zur Verkündigung des Evangeliums: "Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen" (Matthäus 5:8).

Im April 1923 selig gesprochen, wurde sie zwei Jahre später, am 17. Mai 1925 heilig gesprochen. Während des Welt Jugend Tages 1997 in Paris kündigte Papst Johannes Paul II. seine Absicht an, noch später in diesem Jahr die Heilige Therese von Lisieux als" Doktor der Kirche"(Kirchenlehrerin) zu proklamieren. Am Missions Sonntag im Oktober 1997 wurde ihr dieser bedeutendste Titel von Papst Johannes Paul II. verliehen, in Anerkennung des außergewöhnlichen Einflusses ihrer Spiritualität auf der ganzen Welt. (Am 19. Oktober 1997 wurde Therese von Lisieux von Papst Johannes Paul II. neben Katharina von Siena und Theresa von Ávila zur Kirchenlehrerin erhoben. Zur Unterscheidung von Teresa von Ávila wird diese oft als die „große heilige Theresia“ und Therese von Lisieux als die „kleine heilige Theresia“ bezeichnet.)

Es ist eine Ironie, daß der jungen Therese's Wunsch niemals realisiert wurde, sich einer Gruppe von Karmeliterinnen zum Zwecke einer Missionsgründung in Hanoi, Vietnam, anzuschließen. Vielmehr war es Gottes Plan, daß sie später von Papst Pius XI. als Schutzpatronin der Missionen verkündet wurde. Papst Johannes Paul II. verkündete die Heilige Therese von Lisieux als dritter weiblicher Doktor der Kirche, in Gemeinschaft mit der Heiligen Teresa von Avila und Katherina von Siena, die von Papst Paul VI. im Jahr 1970 verkündet wurden. Bis 1970 gab es 32 Doktoren der Kirche, alle waren Männer.

Als jüngste Theologin der Kirche; ihre Schriften und ihr Leben betonen nachdrücklich die Liebe von Jesus und die Gnade Gottes. In seiner bewegenden Predigt anläßlich ihres "Doktorates" sagte der Heilige Vater: "Es war ihr nicht möglich eine Universität zu besuchen, auch nicht häufig organisierte Studien. Sie starb jung und heute nun wird sie als Doktor geehrt, eine eminente Anerkennung, welche sie in der Betrachtungsweise der gesamten christlichen Gemeinde emporhebt, weit mehr als es "ein akademischer Titel" hätte tun können. …In einer rationalisierten Kultur, zu oft durch tatsächlichem Materialismus verbreitet, schlug sie mit entwaffnender Einfachheit "den kleinen Weg" vor welcher, auf die grundlegenden Dinge zurückführend, zum Geheimnis jeder Existenz führt: die Himmlischen Nächstenliebe, welche uns umgibt und sich auf jeden menschlichen Bereich ausdehnt…"

Warum brauchen wir einen weiteren Doktor der Kirche (Kirchenlehrerin)?

Wir brauchen Therese als Doktor von Gottes Gnade, weil sie in der gleichen Welt lebte, in der wir auch leben, in einer Welt der Wissenschaft und Technologie, in der ein großer Prozentanteil der Menschen nicht an Gott glauben oder zumindest nicht den Anspruch Jesu auf die Herrschaft des Universums akzeptieren.

Therese spricht zu uns im Hier und Jetzt in diesem schrecklichen Augenblick der Geschichte. Sie mühte sich mit so vielen denselben Fragen ab, mit denen sich die Jugendlichen heutzutage abmühen; ihr eigener Glaube war das letzte Jahr und die Hälfte ihres Lebens ein Glauben im Belagerungszustand. Sie liebte Atheisten und sehnte sich danach, ihnen die Stärkung des Evangeliums zu geben.

Es gibt da einen anderen Weg, ihren Titel "Doktor" zu betrachten. Nicht Therese benötigt ihn, aber wir. Doktoren heilen zu allererst die Kranken, die Zerbrochenen, die Verwundeten. Wir müssen von Therese geheilt werden und ihrem kleinen Weg der Liebe und Gnade.

Indem wir sie in den Doktorstuhl setzen und um ihre Schultern den Doktor Talar legen, ruft uns die Kirche auf, zu Füssen dieser erstaunlichen jungen Frau zu sitzen, die Seiten des Evangeliums noch einmal zu lesen und um aufs neue mit seinem Licht erfüllt zu sein, sodaß wir wahrlich das Salz der Erde und das Licht der Welt werden.

 

Festtag 1.Oktober
Heilige Therese von Lisieux, Kleine Blume, Doktor der Kirche, Schutzpatronin des Welt Jugend Tages, heile uns und bete für uns, so wie Du Dein Himmelreich dazu verwendest, Gutes auf Erden zu verrichten.

"Ich werde meinen Himmel damit verbringen, auf Erden Gutes zu tun. Nach meinem Tod, werde ich Rosen vom Himmel regnen lassen..."
 
  • Mich selber größer zu machen ist unmöglich! Ich muss mich ertragen wie ich bin
  • Es ist gar nicht nötig, durch mein eigenes Bemühen wachsen zu wollen
  • Jesus verlangt von mir keine großen Taten, sondern nur Hingabe und Dankbarkeit
  • Ich habe kein anderes Mittel, um Gott meine Liebe zu beweisen, als aus Liebe zu ihm auch die allerkleinsten Dinge zu tun
  • Ich lasse mich wegen meiner Fehler nicht entmutigen

Wie groß ist doch die Macht des Gebetes! Man könnte es mit einer Königin vergleichen, die allzeit freien Eintritt hat beim König und alles erlangen kann, worum sie bittet. Es ist durchaus nicht nötig, ein schönes, für den entsprechenden Fall formuliertes Gebet aus einem Buch zu lesen, um Erhörung zu finden.

Für mich ist das Gebet ein Schwung des Herzens, ein einfacher Blick zum Himmel empor, ein Schrei der Dankbarkeit und der Liebe, aus der Mitte der Prüfung wie aus der Mitte der Freude; kurz, es ist etwas Großes, Übernatürliches, das mir die Seele ausweitet und mich mit Jesus vereint.

 

 


 

Das Kindsein vor Gott

Wie ein Kind vor GOTT sein, das war das "Programm" der Kleinen Therese von Lisieux, der Therese vom Kinde Jesu. "Die Botschaft dieser Heiligen bringt der Welt eine der geheimnisvollsten und bedrängendsten Botschaften, die sie je empfing" (Bernanos).

Und diese Welt liegt im Todeskampf aus Mangel an Kindsein. Gegen dieses Ziel rennen die totalitären Halbgötter mit ihren materialistischen Versuchungen und ihren Kanonen und Panzern an.

 

Die folgenden Gedanken stammen aus Kinder Gottes sind wir von P. Palmatius Zilligen SS.CC. t, St. Raphael-Verlag.

Die Botschaft vom Weg der geistigen Kindheit

Die biblischen Grundlagen zeigen, dass Jesus selbst sich zum Anwalt des Kind-seins gemacht hat:
   
"Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder..." (Mt 18,2)
   
"Seht, welch grosse Liebe der Vater uns geschenkt hat: Wir dürfen uns Kinder Gottes nennen; ja, wir sind es." (1 Jh 3,1)
   
"Lasset die Kinder zu mir kommen und wehret es ihnen nicht; denn für solche ist das Reich Gottes." (Mk 19,14)
   
"Wer eines von diesen Kindern in meinem Namen aufnimmt, nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, nimmt nicht mich auf, sondern den, der mich gesandt hat." (Mk 9,37)

 

Therese legt uns den Weg der geistigen Kindheit aus

Weg des Klein-Seins vor GOTT

d.h. sein Nichts erkennen und alles vom lieben GOTT erwarten...Sich nicht selbst die Tugenden zuschreiben... und schliesslich heisst Kindsein den Weg des reinen Glaubens beschreiten: "Wir haben nur dieses eine Leben, um rein aus dem Glauben heraus zu handeln."

 

Weg der Demut und des Vertrauens

Therese sagt: "Demut ist Wahrheit. Ich weiss nicht, ob ich demütig bin, aber ich weiss, dass ich in allem die Wahrheit spüre...Lieber gestehe ich ganz einfach..., dass "der Allmächtige mir Grosses getan hat" (Lk 1,49). Das Grösste ist: Er hat mir meine Kleinheit, mein Unvermögen zu allem Guten gezeigt." Als Wegzehrung gehören auf diesen Weg:

Einfachheit - Kleinheit - Vertrauen.

 

Rückkehr zur Herzensdemut

Christus verlangt eine Bekehrung zum reinen Kindsein; denn nur dadurch geschieht die Bekehrung von Hochmut zur Demut. Das irdische Kindsein nimmt der Herr als Gleichnis: Das Kind ist aus sich nichts. Sein Dasein ist ein ständiges Geschenk an Liebe, wovon es lebt und abhängig ist. Der Mensch als Geschöpf GOTTES und erst recht als Sünder ist aus sich ebenso nichts. Schon als Geschöpf lebt er nur von der Liebe des Schöpfers; als Sünder erst recht von der unverdienten, sich seiner erbarmenden Liebe Gottes. Darin erkennt Therese das geistige Kindsein vor Gott, der uns Vater und Erlöser ist.

Nicht wir...

"Ohne mich könnt ihr nichts tun" (Jh 15,5). Noch weniger können wir uns erlösen und zur Kindschaft GOTTES in Christus emporsteigen. Beides verdanken wir der Liebe GOTTES. So löst Therese die Frage ihrer Berufung zur Heiligkeit, indem sie wünscht, was GOTT will. Sie sagt: " Der liebe GOTT flösst keine unerfüllbaren Wünsche ein. lch darf also trotz meiner Kleinheit nach der Heiligkeit streben..."

Der Spielball...

"Ich hatte mich dem Jesulein als Spielzeug angeboten und lhm gesagt, es solle ich nicht wie ein kostbares Spielzeug behandeln, das die Kinder nur anschauen... sondern als kleinen Ball von keinerlei Wert, den es auf den Boden werfen, mit dem Fuss stossen, durchbohren, in einem Winkel liegen lassen oder an Sein Herz drücken könne, so wie es Ihm Freude mache. Mit einem Wort, ich wollte den kleinen Jesus unterhalten, Ihm Spass machen, mich ganz Seinen kindlichen Unberechenbarkeiten überlassen... Er hat mein Gebet erhört."

 

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