Autor Thema: 1. Maria im biblischen Offenbarungszeugnis  (Gelesen 6070 mal)

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1. Maria im biblischen Offenbarungszeugnis
« am: 01. Mai 2012, 17:25:34 »






1. Maria im biblischen Offenbarungszeugnis

Als Kritik gegen die kirchliche Glaubenslehre von Maria hören wir immer wieder, sie sei in weiten und erheblichen Teilen nicht biblisch begründbar. Die katholische Kirche habe aus Maria im Laufe der Zeit eine Gestalt gemacht, die ihr den Status einer Göttin verleihe und den Boden des Schriftgemäßen verlassen habe. Die Auskunft der Hl. Schrift über Maria sei viel spärlicher als die katholischen Spekulationen über sie: Hier erscheine Maria lediglich als schlichte Magd des Herrn und Mutter Jesu, die sich Gott als Werkzeug erwählen konnte, weil sie geglaubt habe.
Fragen wir also nach dem Zeugnis der Hl. Schrift über Maria. Die Bibel vermittelt uns ja einen authentischen Ausdruck dessen, was die Kirche von den Aposteln angefangen auf das Offenbarungshandeln Gottes hin bekannt und geglaubt hat. Dabei ist ein wichtiges theologisches Erkenntnisprinzip: die Einheit der beiden Testamente aufgrund des einen Heilshandelns Gottes, der die Geschichte der Menschen zum Ort seiner Selbstenthüllung gemacht hat.
 
 
1. a. Im Alten Testament

Was ist also mit dem Alten Testament? Es ist natürlich unabhängig von der neutestamentlichen Glaubenserfahrung der Apostel. Wir haben im AT zunächst einmal den Ausdruck des Glaubens und der Gotteserfahrung Israels, bei der der Bundesschluß im Mittelpunkt steht. Aber vergessen wir nicht: Der Alte Bund trägt in sich selbst Verheißungscharakter. Er besitzt eine Dynamik auf die Erfüllung seiner Heilshoffnungen. Diese Erfüllung der göttlichen Erlösungsverheißungen und der jüdischen Messiashoffnung, die Vollendung also des Alten Bundes selbst, sieht die Kirche in Jesus Christus gegeben. Im Hinblick auf Israel ist Christus kein neuer, kontinuitätsloser Religionsstifter. Er ist vielmehr das Ziel der Geschichte Israels. In seiner vollmächtigen Verkündigung des Reiches Gottes, in seinem Tod und seiner Auferstehung vollendet sich der Exodus in das gelobte Land - nicht als irgendein Stück Erde, sondern als Gottes Leben selbst. Wir haben also nur eine Bibel in der unauflöslichen Einheit beider Testamente. (Ich muß dies voranschicken, bevor wir zu den Schriftstellen kommen, die wir auf Maria deuten können, da heute all das in Frage gestellt wird. Es ist immer die Frage: Welches Wirklichkeitsverständnis setze ich bei der Schriftauslegung voraus?)
Der Zusammenhang von AT und NT berechtigt uns zu einer typologischen Schriftauslegung: Damit ist gemeint, daß wir die uns vom NT her bekannten Motive im AT wiederfinden. Gestalten und Ereignisse des NT haben im AT ihren Typos, ihre Vorprägung. Und umgekehrt: Wir können die theologisch bedeutsamen Motive des AT in den Schilderungen des NT in erfüllter Weise wiederentdecken, d.h. das AT ist auf das NT hin zu lesen und das NT vom AT her zu verstehen. Z.B.: Die Taufe ist vorgebildet im Durchzug durch das Rote Meer, die Eucharistie im Manna, das vom Himmel geregnet kam, der Tag des Herrn im Sabbath usw. Der Tod Jesu steht in innerem Zusammenhang mit der jüdischen Paschatradition, die Kirche ist die Vollendung des israelitischen Volk-Gottes-Gedankens, Christus hat seinen Typos in "dem Opfer deines Hohenpriesters Melchisedek" (1. Meßkanon).
Diese Sicht der Hl. Schrift öffnet uns in der Mariologie auch die Perspektiven:
Gott bereitet die Menschen des Alten Bundes auf die Annahme des Wortes vor. Maria nimmt hier eine immer deutlichere Gestalt an. In Gen 3,15 haben wir das sogenannte Protoevangelium. Das II. Vatikanische Konzil bezieht diese Aussage eindeutig auf Maria, so wie auch die ganze Tradition diese Stelle - anknüpfend an die Vulgata-Übersetzung - deutet. Dann können wir Maria auch als Typus Israels, Tochter Zion, Tempel des Heiligen Geistes und als Bundeslade deuten, in der Gott als Erlöser inmitten seines Volkes gegenwärtig ist (Vgl. Zef 3,14-17; Joel 2,21-27; Sach 9,9). Maria ist nicht in erster Linie Privatperson. Sie ist Anfang und Repräsentantin der erlösten Schöpfung. Maria repräsentiert vor Gott das neue Gottesvolk. Sie ist die fruchtbare Mutter des Lebens, die sich in Umkehrung der Verweigerung Evas dem Wirken der Gnade öffnet, das göttliche Leben in sich aufnimmt und zur Welt bringt. Maria ist die neue Eva. Wir haben im AT die großen Mütterpaare, Sarah und Hagar, Anna und Penina, Rachel und Lea. In ihnen treten sich Fruchtbare und Unfruchtbare gegenüber, und in einer merkwürdigen Umkehr erweist sich schließlich die Unfruchtbare als die Gesegnete und Fruchtbare. Die Gnade erwählt sich eine Frau, um sie für alle Welt zur Mutter des erlösten Lebens und zum Geburtsort des neuen Israel zu machen.
Sodann finden wir im AT den Typos der Retterfrauen: Esther und Judith. Was dort als ohnmächtige Gestalt gezeichnet wird, die durch die Kraft Gottes emporgehoben wird, um die unzerstörbare seelische Kraft Israels darzustellen und dem Volk neue Hoffnung zu schenken, geht ein in die neutestamentliche Schilderung Marias: Sie ist Gottes Hoffnungszeichen für uns, da in ihr und durch sie der Erlöser erscheint. Sie ist die Repräsentantin des neuen Bundesvolkes, die Verkörperung der Kirche, des vollendeten Israel, in dem Gott endgültig Wohnung genommen und sich mit der ganzen Welt unwiderruflich vermählt hat.
 
 
Auszug aus:

http://stjosef.at/dokumente/maria_stickelbroeck.htm





Johannes, der Bär

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Antw:1. Maria im biblischen Offenbarungszeugnis
« Antwort #1 am: 01. Mai 2012, 19:03:11 »
"Der Zusammenhang von AT und NT berechtigt uns zu einer typologischen Schriftauslegung: Damit ist gemeint, daß wir die uns vom NT her bekannten Motive im AT wiederfinden. Gestalten und Ereignisse des NT haben im AT ihren Typos, ihre Vorprägung. Und umgekehrt: Wir können die theologisch bedeutsamen Motive des AT in den Schilderungen des NT in erfüllter Weise wiederentdecken, d.h. das AT ist auf das NT hin zu lesen und das NT vom AT her zu verstehen."
Diese Erfahrung mache ich auch gerade beim Lesen des Alten Testaments. Ich entdecke viele "Vorgriffe" auf das NT.
Beispiel (1. Samuel 2,6-10):
"Der Herr tötet und macht wieder lebendig. Er schickt Menschen hinab ins Totenreich und ruft sie wieder herauf. [--> Auferweckung, Auferstehung] Manche macht er arm, andere dagegen reich. Er erniedrigt und erhöht Menschen, wie er es für richtig hält. Dem Verachteten hilft er aus seiner Not. Er zieht den Armen aus dem Schmutz und stellt ihn dem Fürsten gleich, ja, er gibt ihm einen Ehrenplatz. Dem Herrn gehört die ganze Welt. Er hat sie auf ein festes Fundament gegründet, damit sie niemals wankt. [1. Korinther 3,11: "Das Fundament, das bei euch gelegt wurde, ist Jesus Christus. Niemand kann ein anderes oder gar besseres Fundament legen."] Er beschützt jeden, der ihm vertraut, doch wer von ihm nichts wissen will, der wird in Finsternis enden. Denn aus eigener Kraft erringt keiner den Sieg. Wer es wagt, mit dem Herrn zu streiten, der verliert. Er geht zugrunde, wenn Gott seinen schrecklichen Donner gegen ihn grollen lässt. Der Herr wird über die ganze Welt Gericht [-->jüngstes Gericht] halten. Macht und Ehre gibt er seinem König, den er selbst auserwählt und eingesetzt hat. [König=Jesus Christus]."

"Maria ist die neue Eva."
Ich finde diese Aussage im Zusammenhang deswegen wenig gelungen, weil Eva bekanntlich eine Sünde (die erste Sünde, von der die Bibel berichtet) beging. Maria tritt doch nicht in diese Fußstapfen, sondern aus diesen heraus!!! Sie ist zwar fleischlich letztendlich eine Nachfahrin von Eva, aber ist sie das auch im Geistigen? Doch ohne Ansatz! Ist es denn erforderlich, Maria mit einer Sünderin zu vergleichen, bzw. logisch als "die neue Eva" zu bezeichnen?
Der Autor erklärt sich selbst (im 2. Teil; s. "1. b. Im Neuen Testament"): "Im Neuen Bund ist Maria einfach der Prototyp des neuen Gottesverhältnisses, in das wir als Menschen eintreten können." Es gibt also den Neuen Bund, der so ganz anders ist als die Bünde des AT, die doch immer mit einzelnen Personen aus oder dem ganzen Volk Israel abgeschlossen wurden. Jetzt, mit dem Neuen Bund, kann JEDER gerettet werden.
Paulus schreibt in Römer 5,16: "Man kann also die Erlösung durch Christus und die Sünde Adams nicht auf eine Stufe stellen." Ebensowenig kann man die Sünde Evas und das Wirken Marias auf eine Stufe stellen, oder?

Außerdem vergaß der Autor den Typus der "Prophetinnen". Die bekannteste im Alten Testament ist wohl die Prophetin Debora, die sogar oberste Richterin des Volkes Israel war! (s. Richter 4,4)
Nach den Ankündigungen des Engels im NT sagte Maria (Lukas 1,38): "Ich will mich dem Herrn ganz zur Verfügung stellen", antwortete Maria. "Alles soll so geschehen, wie du es mir gesagt hast."
Nicht zu vergessen die Prophetien Marias in Marias Loblied aus Lukas 1,46-55!

Offline videre

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Antw:1. Maria im biblischen Offenbarungszeugnis
« Antwort #2 am: 01. Mai 2012, 20:50:58 »


Zitat
Johannes, der Bär
"Maria ist die neue Eva."
Ich finde diese Aussage im Zusammenhang deswegen wenig gelungen, weil Eva bekanntlich eine Sünde (die erste Sünde, von der die Bibel berichtet) beging

Hallo Johannes, der Bär

Vielleicht ist es so besser zu verstehen:

Eva und Maria

Wir können Parallelen zwischen dem Dialog Marias mit Gabriel und dem Dialog Evas mit der Schlange festmachen (vgl. Gen 3,17 mit Lk 1,28–35). Der Text von Genesis 3,15 wird auch mit der Szene Marias am Fuße des Kreuzes verglichen (vgl. Joh 19,25-28a). Der Verlauf der Heilsgeschichte von Eva bis zu Maria enthält eine zweifache Bewegung: zuerst das Auseinanderbrechen des Menschengeschlechtes in viele verschiedene Individuen und dann die allmähliche Konzentration aller Heilserwartungen auf den Messias, der von Maria, der Mutter Gottes geboren wurde. Alle bedeutenden Frauen im Alten Testament sind konkrete und teilweise Verwirklichungen der Urmutter Eva, auf die alle nachfolgenden Generationen zurückgehen. Wie der neue Adam im Mystischen Leib Christi weiterlebt (die kirchliche Gemeinschaft des neuen Gottesvolkes), so verkörpert auch Maria all jene Kinder Gottes, die einst zerstreut waren, aber nun durch ihren Sohn zusammengeführt wurden.


Lumen Gentium 55


II. Die Aufgabe der seligen Jungfrau in der Heilsökonomie

55. Die Heilige Schrift des Alten und Neuen Testamentes und die verehrungswürdige Überlieferung zeigen die Aufgabe der Mutter des Erlösers in der Heilsökonomie immer klarer und legen sie anschaulich vor. Die Bücher des Alten Testamentes beschreiben die Heilsgeschichte, durch die die Ankunft Christi in der Welt in langsamem Voranschreiten vorbereitet wird. Diese ersten Dokumente, so wie sie in der Kirche gelesen und im Licht der weiteren und vollen Offenbarung verstanden werden, bieten Schritt für Schritt deutlicher die Gestalt der Frau dar, der Mutter des Erlösers. Sie ist in diesem Licht schon prophetisch in der Verheißung vom Sieg über die Schlange, die den in die Sünde gefallenen Stammeltern gegeben wurde (vgl. Gen 3,15), schattenhaft angedeutet. Ähnlich bedeutet sie die Jungfrau, die empfangen und einen Sohn gebären wird, dessen Namen Emmanuel heißen wird (vgl. Jes 7,14; vgl. Mich 5,2-3; Mt 1,22-23). Sie ragt unter den Demütigen und Armen des Herrn hervor, die das Heil mit Vertrauen von ihm erhoffen und empfangen. Mit ihr als der erhabenen Tochter Sion ist schließlich nach langer Erwartung der Verheißung die Zeit erfüllt und die neue HeiIsökonomie begonnen, als der Sohn Gottes die Menschennatur aus ihr annahm, um durch die Mysterien seines Fleisches den Menschen von der Sünde zu befreien.

Zitat
Außerdem vergaß der Autor den Typus der "Prophetinnen".

Aus:

Maria Prophetin - Geist und Leben

EINE STUDIE ZUR PATRISTISCHEN MARIOLOGIE

Von Aloys Grillmeier S.J., Frankfurt am Main

Zum patristisdien Bild Mariens gehört der Ehrentitel:

Maria Prophetin

Die kirchliche Tradition hat ihn zur Anrufung •Königin der Propheten" gesteigert. Doch ist
dabei der alte Inhalt vielfach für das gläubige Bewußtsein verlorengegangen. Gewiß
ist die Aussage der Väter •Maria Prophetin" nicht zentral, sagt aber doch etwas
aus über Mariens Verhältnis zu Gott und ihre Stellung im Heilswerk Christi. In sich
gesehen ist die Mutter des Herrn eine Gestalt der •Erfüllung", weil sie Organ Gottes
zur Herbeiführung der messianischen Zeit geworden ist. Darum kann die Prophetenwürde,
soweit sie im eingeengten, unvollständigen Sinne auf der begnadeten
•Vorausschau" beruht, nur etwas Begrenztes für Würde und Stellung Mariens besagen.
Die Prophetie gehört jedoch auch der neutestamentlichen Ordnung an und
darf nicht auf das •Voraussagen" als solches beschränkt werden. Sie gilt im NT geradezu
als ein besonderes Zeichen der Erfüllung und des Anbruches der messianischen
Heilszeit, wie es schon der Prophet Joel verheißen hat (2,28), auf den sich
Petrus in seiner Pfingstrede beruft (Apg2, 17 f). Ausdrücklich wird darin auch die
Frau als Trägerin dieser Geistgnade erwähnt, was manchen Vätern später zu erklärenden
Einschränkungen Anlaß gab, während andere gerade die Tatsache der
prophetischen Begnadung des Frauengeschlechtes eigens hervorhoben. Maria aber
erhält unter ihnen eine bevorzugte Stelle. Die Prophetengabe wird zum Ausdruck
des Pneumatischen in ihrem Leben und Bild • ein Zug, der wegen seines echt neutestamentlichen
Charakters nicht übersehen werden sollte. Um ihn hervorzuheben
und deutlicher zu machen, berufen sich die Väter freilich nicht selten auf die grundlegenden
Privilegien Mariens, vor allem auf ihre Gottesmutterschaft. Dennoch erlangt
die Geistbegabung der Jungfrau von Nazareth in der patristischen Theologie
eine solche Eigenfülle, daß sie als echte Ausgestaltung des Marienbildes der Väterzeit
und der kirchlichen Überlieferung aufgefaßt werden darf. Auch die christliche
Kunst hat das Bedeutsame dieses Zuges gefühlt und in dem weitverbreiteten Bild
der •Jungfrau vom Heiligen Geiste" (auf der Brust der Madonna wird die Geisttaube
dargestellt) einen tiefen religiösen Gedanken weitergegeben.
In den folgenden Ausführungen, die vor allem die Väterzeit berücksichtigen, aber
auch darüber hinausgreifen, untersuchen wir zuerst den Titel •Maria Prophetin"
und dessen Begründung und heben dann seine Bedeutung für das kirchliche Marienbild
hervor1.
1 Zu den Quellen, vgl. J.-J. Bourasse, Summa aurea de laudibus Beatissimae Virginis
Mariae, I-XIII (1862•1866), wo eine gewisse Anzahl von Stellen zum Prophetentitel Mariens
zu finden ist (s. Index). Doch wurden die Väter, und z.T. auch die Früh- und Hochscholastik,
für die vorliegende Studie neu durchsucht. Dazu war mit A. Schönmetzer S. J. in
dankenswerter Weise besonders behilflich. Einige Hinweise verdanke ich auch P. Georg
Soll.


Liebe Grüße

videre


« Letzte Änderung: 01. Mai 2012, 21:01:19 von videre »

Offline Marcel

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Antw:1. Maria im biblischen Offenbarungszeugnis
« Antwort #3 am: 01. Mai 2012, 22:16:35 »
"Maria ist die neue Eva."
Ich finde diese Aussage im Zusammenhang deswegen wenig gelungen, weil Eva bekanntlich eine Sünde (die erste Sünde, von der die Bibel berichtet) beging. Maria tritt doch nicht in diese Fußstapfen, sondern aus diesen heraus!!! Sie ist zwar fleischlich letztendlich eine Nachfahrin von Eva, aber ist sie das auch im Geistigen? Doch ohne Ansatz! Ist es denn erforderlich, Maria mit einer Sünderin zu vergleichen, bzw. logisch als "die neue Eva" zu bezeichnen?

Also, meiner Ansicht nach schon. Sie hat ja eben nicht gesündigt – und ist damit
über die ›alte‹ Eva hinausgegangen. Sie ist die Mutter des neuen Gottesvolkes (des
Volkes des Neuen Bundes).

Der ▶ Katechismus äußert sich in Nr. 411 und 726 dazu:

411 Die christliche Überlieferung sieht in dieser Stelle die Ankündigung des ,,neuen
Adam" [Vgl.1 Kor 15,21-22.45.], der durch seinen ,,Gehorsam bis zum Tod am Kreuz"
(Phil 2,8) den Ungehorsam Adams mehr als nur wiedergutmacht [Vgl. Röm 5,19-20.].
Übrigens sehen zahlreiche Kirchenväter und -lehrer in der im ,,Protoevangelium" an-
gekündigten Frau die Mutter Christi, Maria, als die ,,neue Eva". Ihr ist als erster und
auf einzigartige Weise der von Christus errungene Sieg über die Sünde zugute gekom-
men: sie wurde von jeglichem Makel der Erbsünde unversehrt bewahrt [Vgl. Pius IX.:
DS 2803.] und beging durch eine besondere Gnade Gottes während ihres ganzen
Erdenlebens keinerlei Sünde [Vgl. K. v. Trient: DS 1573.].


726 Am Ende dieser Sendung des Geistes wird Maria zur „Frau", zur neuen Eva, „zur
Mutter der Lebendigen", zur Mutter des „ganzen Christus" [Vgl. Joh 19,25-27]. Als sol-
che ist sie, mit den Zwölfen „einmütig im Gebet" verharrend (Apg 1,14), zugegen, als
der Geist am Pfingstmorgen mit dem Offenbarwerden der Kirche die „letzten Zeiten"
anbrechen läßt.


Zitat
Der Autor erklärt sich selbst (im 2. Teil; s. "1. b. Im Neuen Testament"): "Im Neuen Bund ist Maria einfach der Prototyp des neuen Gottesverhältnisses, in das wir als Menschen eintreten können." Es gibt also den Neuen Bund, der so ganz anders ist als die Bünde des AT, die doch immer mit einzelnen Personen aus oder dem ganzen Volk Israel abgeschlossen wurden. Jetzt, mit dem Neuen Bund, kann JEDER gerettet werden.
Paulus schreibt in Römer 5,16: "Man kann also die Erlösung durch Christus und die Sünde Adams nicht auf eine Stufe stellen."

In der Einheitsübersetzung lautet Röm 5,16 so:

Anders als mit dem, was durch den einen Sünder verursacht wurde, verhält es sich
mit dieser Gabe: Das Gericht führt wegen der Übertretung des einen zur Verurteilung,
die Gnade führt aus vielen Übertretungen zur Gerechtsprechung.


Und in Röm 5,19 steht:

Wie durch den Ungehorsam des einen Menschen die vielen zu Sündern wurden, so
werden auch durch den Gehorsam des einen die vielen zu Gerechten gemacht werden.


Dabei erinnere ich mich an das »Exsultet« der ▶ Osternacht, in dem es heißt:

O unfassbare Liebe des Vaters: Um den Knecht zu erlösen, gabst du den Sohn
dahin! O wahrhaft heilbringende Sünde des Adam, du wurdest uns zum Segen, da
Christi Tod dich vernichtet hat. O glückliche Schuld, welch großen Erlöser hast du
gefunden!


Zitat
Ebensowenig kann man die Sünde Evas und das Wirken Marias auf eine Stufe stellen, oder?

Auf einer Stufe waren diese Frauen vor dem Sündenfall Evas (als sie noch rein
war); danach kann man sie vergleichen, aber nicht auf eine Stufe stellen. Maria
geht im Vergleich mit ihrem sündenfreien Leben über Eva hinaus. Die Mutter-
eigenschaft jedoch haben beide.

Auf ▶ kathpedia.com findet sich folgende Passage, die m. E. ganz gut paßt:

Die Idee sowohl der Ähnlichkeit als des Gegensatzes zwischen Maria und Eva.
Maria ist einerseits ein Abbild Evas in ihrer Reinheit und Unversehnheit vor dem
Sündenfall, anderseits ein Gegenbild Evas, insofern Eva Ursache des Verderbens,
Maria Ursache des Heiles ist.


Marcel
« Letzte Änderung: 01. Mai 2012, 22:21:54 von Marcel »
In te, Domine, speravi:
non confundar in aeternum.

velvet

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Antw:1. Maria im biblischen Offenbarungszeugnis
« Antwort #4 am: 02. Mai 2012, 10:50:38 »
Meine Lieben,

über das Thema Eva und Muttergottes wurde jetzt viel gepostet und gesagt, dabei ist es sehr einfach darzustellen.
Eva hat die Erbsünde verursacht und die Muttergottes war die "unbefleckte Empfängnis" d. h. sie wurde ohne Erbsünde geboren, war also schon rein bei ihrer Geburt, so war sie rein, um den Sohn Gottes zu empfangen!

velvet

Offline videre

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Antw:1. Maria im biblischen Offenbarungszeugnis
« Antwort #5 am: 02. Mai 2012, 11:53:05 »
Hallo liebe Velvet,

es ist einfach und doch nicht klar zu erkennen weil den Menschen vieles über den Hergang und Zustandekommen der Erbsünde nichts wissen.

Ist es doch so dass der Sündenfall, der Abfall aus der Göttlichen Gemeinschaft schon vor
Adam und Eva stattfand. 
 
So wissen die Menschen heute auch nicht mehr viel über die Erlösung ihrer Erbsünde,
das ist ein anderes Thema  hat jedoch Bezug zu Maria. kz12)

Liebe Grüße

videre

 

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