Autor Thema: Bischöfe in unserer Zeit  (Gelesen 5920 mal)

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velvet

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Bischöfe in unserer Zeit
« am: 12. Juli 2012, 09:16:48 »


10. Juli 2012 - 19:26 Uhr

Kirchenexperte Paul Metzger: „Bischof Müller passt in keine Schublade“


Von Cornelia Breuer-Iff

Kirchenexperte Paul Metzger über die Entscheidung des Papstes, den Bischof von Regensburg nach Rom zu holen.
Bischof Gerhard Ludwig Müller – der 64-Jährige ist umstritten, klar positioniert und weltgewandt.


Bischof Gerhard Ludwig Müller – der 64-Jährige ist umstritten, klar positioniert und weltgewandt.

Düsseldorf. Künftig wacht wieder ein Deutscher darüber, was es für Katholiken weltweit zu glauben und wie es zu leben gilt. Papst Benedikt XVI. berief dafür Ludwig Gerhard Müller, zuletzt Bischof von Regensburg, nach Rom. Wir sprachen mit Dr. Paul Metzger, Catholica-Referent des Konfessionskundlichen Instituts Bensheim, über die Entscheidung.

Herr Metzger, wofür steht dieser neue, mächtige Präfekt der Glaubenskongregation?

Metzger: Zunächst ist Ludwig Gerhard Müller ein katholischer Bischof, der vorher Professor war. Müller ist ein überragend zu nennender Theologe, der sich streng auf der römisch-katholischen lehramtlichen Linie bewegt.

„Müller ist breit aufgestellt – und polyglott.“

Paul Metzger, Lehrbeauftragter

Was begründet seinen konservativen Ruf?

Metzger: Eben diese überzeugte Lehramtstreue. Doch man sollte sich hüten, Gerhard Ludwig Müller in eine Schublade zu stecken. Dass er sich für seine Doktorarbeit bei Karl Lehmann intensiv mit dem evangelischen Theologen und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer auseinandergesetzt hat, ist schon ungewöhnlich. Manchen irritiert auch, dass er offen mit der von Rom beargwöhnten kapitalismuskritischen lateinamerikanischen Befreiungstheologie sympathisiert und mit deren geistigem „Vater“, dem Peruaner Gustavo Gutiérrez, befreundet ist. Überdies soll einer der Bischöfe der traditionalistischen Piusbruderschaft Müller jüngst als „Häretiker“ (Irrlehrer) bezeichnet haben. Denen erscheint er als zu liberal. Sie sehen: Müller ist breit aufgestellt – und polyglott.

    Paul Metzger
    Institut

Pfarrer Dr. Paul Metzger (38) ist Wissenschaftlicher Referent für Catholica-Fragen am Konfessionskundlichen Institut in Bensheim und Lehrbeauftragter der Universität Koblenz-Landau. Metzger ist verheiratet, Vater von zwei Kindern.

In Deutschland hat der künftige Kardinal scharfe Kritiker.

Metzger: Unbeliebt ist er bei denen, die mehr wollen, als das kirchliche Lehramt derzeit hergibt. Müller duckt sich nicht weg, er bezieht theologisch Position, immer mit vatikanischer Rückendeckung. Gegen die Ordination von Frauen. Gegen eine Lockerung des Zölibats, die wegen des akuten Priestermangels bei uns gefordert wird. Gegen die Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zur Kommunion.

Nimmt Müller die Sorgen der Menschen denn nicht ernst?

Metzger: Doch. Nur ist der Blick aus dem deutschsprachigen Raum ein besonderer. Weltweit gesehen steigt die Zahl der katholischen Priester, global betrachtet wächst der Katholizismus.

Warum ist die Wahl für das dritthöchste Amt in der Kurie auf Bischof Müller gefallen?

Metzger: Sicher weil er eine persönliche Beziehung zum Papst hat. Benedikt XVI. hat ihm schon vor Jahren sein komplettes wissenschaftliches Werk anvertraut. Und dann braucht die Glaubenskongregation einen respektierten Theologen, der weltgewandt ist.

Konsequente Personalpolitik also.

Metzger: Benedikt XVI. schielt nicht danach, wen er bedienen kann oder wo ihm applaudiert wird. Er richtet sein Pontifikat theologisch aus. Da passt Erzbischof Gerhard Ludwig Müller.

Was heißt das konkret?

Metzger: Es ist diesem Papst wichtiger, dass die Kirche heilig ist, als dass sie sich auf die Welt einlässt.

Fraglich, ob das ankommt.

Metzger: Ja, da sind wir mit Prinzipien von Hierarchie und Autorität konfrontiert, die schwer zu vermitteln sind in unserer demokratisierten Gesellschaft.

Wird die Berufung Müllers Auswirkungen auf die katholische Kirche in Deutschland haben?

Metzger: Es wurde Zeit, dass wieder ein hochrangiger Vertreter der italienisch geprägten Kurie aus Deutschland kommt. Es ist gut, dass im Vatikan jemand ist, der die deutsche Problematik versteht.

Das bedeutet für die Ökumene. . .

Metzger: Bischof Müller vertritt klare katholische Positionen. Er hat sich als Fachmann für evangelische Theologie profiliert. Das ist nicht schlecht für den Dialog mit den Kirchen der Reformation.

. . . der als nächstes welches Thema angehen muss?

Metzger: Von evangelischer Seite besteht der Wunsch nach einer gemeinsamen Erklärung zu Amt und Abendmahl. Wenn die Taufe mittlerweile gegenseitig anerkannt ist, warum sind wir dann im Abendmahl noch getrennt?

velvet

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Antw:Bischöfe in unserer Zeit
« Antwort #1 am: 12. Juli 2012, 09:21:04 »
http://www.swp.de/ulm/nachrichten/politik/Raetsel-um-verschwundenen-Bischof;art4306,1539354,C::pic4323,862161
Autor: FELIX LEE | 12.07.2012 SÜDWESTPRESSE
Peking.  In China ist der vatikantreue Bischof Ma verschwunden. Er wird vermisst, seitdem er am Samstag bei seiner Weihe zum Bischof von Shanghai seinen Austritt aus der chinesischen Staatskirche verkündet hatte.

Es ist in den vergangenen Jahren sehr selten vorgekommen, dass sich Vatikan und Peking auf einen gemeinsamen Bischof verständigt haben. Die römisch-katholische Kirche erkannte die von Chinas Führung auserkorenen Bischöfe meistens nicht an. Die regierende Kommunistische Partei in der Volksrepublik duldete keinen Kandidaten, der sich nicht ihr unterstellte. Auf Thaddeus Ma Daqin hatten sich beide Seiten nach langem Gezerre geeinigt. Der 44-Jährige wurde vergangenen Samstag zum neuen Bischof des Bistums Schanghai geweiht. Womit die chinesische Führung nicht gerechnet hatte: Ma erklärte nach seiner Weihe den Austritt aus der chinesischen Staatskirche. Seitdem ist er verschwunden.

Wie das unabhängige katholische Nachrichtenportal ucanews berichtet, sind chinesische Sicherheitskräfte nur wenige Stunden nach Mas Austrittserklärung vor der Sankt Ignatius-Kathedrale in Schanghai vorgefahren, haben ihn festgenommen und verschleppt. Offiziell verweigern die Behörden seitdem jede Auskunft. Ucanews vermutet, dass Ma im Priesterseminar von Sheshan, rund 30 Kilometer von Schanghai entfernt, unter Hausarrest gehalten wird. Ma selbst soll sich seitdem nur einmal kurz bei Angehörigen mit einer Textnachricht gemeldet haben. Er sei erschöpft, benötige eine Pause und habe sich deshalb zurückgezogen.

Das klang nach der Weihe am Samstag noch ganz anders. Noch während des feierlichen Hochamtes soll er Augenzeugen zufolge unter Applaus der mehr als 1000 Gläubigen offiziell seinen Austritt aus der Katholisch-Patriotischen Vereinigung erklärt haben. Dabei handelt es sich um die von der kommunistischen Führung anerkannte katholische Staatskirche auf dem Gebiet der Volksrepublik. Der Vatikan lehnt diese Gemeinschaft ab, sieht er darin den Versuch der chinesischen Machthaber, staatliche Kontrolle über den Katholizismus in China zu erlangen. Peking wiederum verbietet Katholiken die Ausübung ihrer Religion, wenn sie kein Mitglied der Staatskirche sind.

Als Begründung für seinen Austritt gab Ma an, dass er wegen seiner neuen Pflichten nicht mehr Mitglied in der Staatskirche sein könne. Er ist damit der erste Bischof der Volksrepublik, der die Staatskirche verlassen hat.

Zwischen dem Heiligen Stuhl in Rom und der chinesischen Führung schwelt der Streit um Priester- und Bischofsweihen schon seit geraumer Zeit. Gegen den Willen des Vatikan hatte die chinesische Staatskirche zuletzt vergangenen Freitag Pater Yue Fusheng zum Bischof der nordchinesischen Stadt Harbin ernannt. Der Papst persönlich bezeichnete die Weihe als "illegitim" und drohte mit der Exkommunizierung aller teilnehmenden Priester.

Offiziell zählt die Volksrepublik ohne Hongkong derzeit rund fünf Millionen Katholiken. Die meisten sind Mitglied der staatlich registrierten Kirchen. Es gibt jedoch eine große Dunkelzahl, die sich dem verweigern und dem Papst treu sind.

velvet

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Antw:Bischöfe in unserer Zeit
« Antwort #2 am: 12. Juli 2012, 09:36:33 »

Flächenbrand droht Rebellische Priester bringen Bischof Zollitsch in Bedrängnis


Montag, 18.06.2012, 10:50

dpa Bischof Robert Zollitsch steht arg unter Bedrängnis

Katholische Priester verweigern ihrer Kirche den Gehorsam. Sie bringen damit Deutschlands obersten Bischof in Bedrängnis. Der Freiburger Konflikt facht einen alten Streit neu an – und könnte zum Flächenbrand werden.
Die Rebellen in den eigenen Reihen finden großen Zuspruch – die Liste der Unterschriften wird täglich länger. Immer mehr Priester und Diakone aus der zweitgrößten Diözese Deutschlands unterstützen die „Freiburger Erklärung“. Sie fordern, dass wiederverheiratete Geschiedene in der katholischen Kirche nicht länger ausgeschlossen werden. Sie kratzen am Kirchenrecht und am Grundverständnis der katholischen Kirche. Der Konflikt ist brisant, er strahlt weit über die Grenzen der Erzdiözese Freiburg hinaus.

Es ist das erste Mal in Deutschland, dass eine aus aktiven Priestern bestehende Initiative gemeinsam und derart öffentlichkeitswirksam zum Ungehorsam aufruft – und innerhalb kurzer Zeit so viele Unterstützer findet. Ein Fünftel der Priester und Diakone im Erzbistum haben bereits unterschrieben.

„Wir wollen einen jahrzehntelangen Stillstand beenden und wünschen uns Barmherzigkeit“, sagt der Freiburger Pfarrer Hansjörg Rasch. Sein Kollege Konrad Irslinger aus der Nachbargemeinde ergänzt: „Das Gebot der Nächstenliebe muss auch für jene gelten, die mit ihrer ersten Ehe gescheitert sind und es nun noch einmal versuchen.“
Zollitsch will Konfrontation vermeiden
Rasch und Irslinger sind zwei von rund 200 Priestern und Diakonen, die in den vergangenen Tagen unterschrieben haben. Sie gewähren Mitgliedern ihrer Gemeinde das Abendmahl, auch wenn diese geschieden sind und erneut geheiratet haben. Das ist vielerorts Praxis und wird stillschweigend geduldet, nun aber rufen die Pfarrer erstmals offensiv dazu auf.

Laut Kirchenrecht dürfen geschiedene Wiederverheiratete keine Sakramente erhalten und keine kirchlichen Ämter – etwa im Pfarrgemeinderat – übernehmen. Viele Katholiken finden dies nicht mehr zeitgemäß. Doch Rom hält unbeirrt am Gebot der „unauflöslichen Ehe“ fest: Wer kirchlich heiratet, der bindet sich vor Gott. Die eheliche Treue soll ein Bild der unverbrüchlichen Treue Gottes zu den Menschen sein. Die Kirche beruft sich dabei auf Aussagen Jesu in der Bibel, zum Beispiel im Matthäus-Evangelium (19,6): „Was Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen.“

Dem Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch kommt der öffentlich ausgetragene Streit ungelegen. Er ist Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz und hatte das Thema im vergangenen Jahr selbst in einem Interview angesprochen. Dabei äußerte Zollitsch die Hoffnung, dass eine Änderung der Regeln in den nächsten Jahren möglich wird. Damit war er bei Bischofskollegen und im Vatikan auf Widerstand gestoßen, seither hat er sich Zurückhaltung auferlegt. Er will das Problem im Konsens lösen und eine Konfrontation vermeiden.

Keine disziplinarischen Schritte gegen Priester und Diakone
Am Donnerstag trifft sich Zollitsch mit der Initiative erstmals zum Gespräch. Dem Aufruf seiner Diözese an alle Geistlichen, nicht zu unterschreiben oder die Unterschrift wieder zurückzuziehen, ist bislang kaum jemand gefolgt. Disziplinarische Schritte gegen Priester und Diakone sind laut Bistum derzeit kein Thema.
Die Reformbewegung „Wir sind Kirche“ ruft die Bischöfe auf, den Freiburger Thesen zu folgen. Sie sieht die österreichische „Pfarrer- Initiative“ mit ihrem „Aufruf zum Ungehorsam“ ebenso als Vorbild an wie eine aus Priestern bestehende Aktionsgemeinschaft im Nachbarbistum Rottenburg-Stuttgart. Sie alle wollen Reformen und hoffen durch die „Freiburger Erklärung“ auf den Durchbruch. Alle bisherigen Versuche, die Regeln zu ändern, sind aber gescheitert.
mp/gx/dpa  FOCUS online

velvet

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Antw:Bischöfe in unserer Zeit
« Antwort #3 am: 12. Juli 2012, 09:42:36 »

Ein Wunder ist in der Kirche geschehen,ein Bischof sagt die Wahrheit

Donnerstag, 12. Juli 2012

Als ich heute in der Zeitung gelesen habe das sich der Bischof von Eichstätt sich gegen die Caritas ausgesprochen hatte,so darf man es als ein Wunder ansehen.Seit wann hat sich schon ein Bischof sich gegen die Caritas als eine Kirchliche Einrichtung so offen seine Meinung geäußert.  Der Sachverhalt ist, das sich die Caritas als eine Kirchliche- Einrichtung sich gegen das Betreuunggeld  ausgesprochen hatte,was aber nicht im Sinne vom Bischof von Eichstätt sein kann.

Mit der Begründung das das Betreuunggeld besser in der Familie aufgehoben ist ,als wie in einem Kinderheim kann man dem Bischof nur recht geben.BischofGregor Hanke wandte sich auch mit einem Brief an den Prälaten und Präsidenten der Caritas Peter Nehr das er sich für das Betreuungsgeld ausspricht und nicht die Meinung der Caritas sein kann,die ihre Pfründe davon schwimmen sehen.Da fragt man sich  schon warum   die Caritas gegen das Betreuungsgeld für Familien ist,doch die Caritas denkt nur an sich,und an des Kindeswohl ist sie nicht so interessiert könnte man meinen

Das ein Kind in einer Familie besser aufgehoben ist als in einem Kinderheim steht außer frage,und damit hat der Bischof von Eichstätt mit seiner kritischen Meinung was die Caritas anbelangt völlig recht. Das Betreuungsgeld  von 100 Euro ist in einer Familie besser investiert ,als bei der Caritas.

Wir brauchen nicht so viele Kinderheime was die Caritas gerne möchte ,den in einer Familie sind die Kinder besser aufgehoben, Ich habe leider auch in einem Kinderheim leben müssen und wäre auch lieber in einer Familie groß geworden, auch wenn es nicht meine eigenen Eltern gewesen wären.

Der Bischof von Eichstätt verdient meinen Respekt, denn er hat das Wohl des Kindes im Auge ,und vertritt nicht die Meinung der Caritas.Es müste noch mehr Bischöfe in der Kirche geben,die offen ihre Meinung sagen würden,auch wenn es um Pfründe in den Kirchlichen- Einrichtungen geht.

Und übriges kann man den Brief vom Bischof Gregor Hanke von Eichstätt an den Präsidenten der Caritas im Internet nach lesen. ich habe ihn gelesen und er wahr sehr offen und der Wahrheit entsprechend.

Ich  möchte es mit den Worten Jesus, sagen, lasset die Kinder zu mir kommen haben mit Bischof Gregor Hanke wieder an Bedeutung gewonnen.Unsere Welt braucht nicht so viele Kinderheime wenn wir unsere Familien stärken würden., da ist der Staat und aber auch die Kirche gefordert. Unsere Kinder danken es uns einmal,so Gott will.


Herr Bischof Gregor Hanke meinen Dank an sie,es ist in der Kirche noch nicht alles verloren wenn es solche Menschen gibt wie Sie

Ich hoffe mein Blog hat nicht den Anschein das ich gegen die Caritas was habe,aber man darf doch  auch mal kritsch sich äusern, so wie es der Bischof auch gemacht hat.

EIN VERGELTS GOTT AN DEN HERRN BISCHOF VON EICHSTÄTT FÜR SEINE OFFENE WORTE.

Lateinisch UBI CARITAS ET AMOR

Deutsch WO ACHTUNG UND LIEBE ( SIND)   

velvet

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Antw:Bischöfe in unserer Zeit
« Antwort #4 am: 12. Juli 2012, 09:48:36 »
Vatikan
vonapa/red - 07
Montag, 2. Juli 2012
Der neue Großinquisitor

   
Papst setzt mit Bischof Müller einen Hardliner an die Spitze der Glaubenskongregation




Benedikt XVI. hat den Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller zum neuen Präfekten der Glaubenskongregation ernannt. Er übernimmt den Posten des 76-jährigen US-Kardinals William Levada, der in den letzten Jahren Joseph Ratzinger an der Spitze der Glaubenskongregation ersetzt hatte, teilte der Vatikan mit. Der deutsche Bischof übernimmt auch das Amt des Präsidenten der päpstlichen Kommission "Ecclesia Dei". Diese Kommission ist unter dem Dach der Kongregation für die Glaubenslehre für den Dialog mit der Piusbruderschaft zuständig.

Mit dem neuen Auftrag rückt der in Rom als Theologe und Ökumene-Experte hoch geschätzte Müller zum Erzbischof auf. Müller gilt als Hardliner unter den deutschen Bischöfen. Grundlegende Reformen in der katholischen Kirche lehnt der 64-Jährige ab und hält sich streng an die offizielle Linie der Amtskirche.

Reformgruppen sind "parasitäre Existenzform"
So ist er strikt gegen Frauen im Priesteramt und auch gegen eine Lockerung des Zölibats. Gegen Kritiker nimmt er kein Blatt vor den Mund. Auf dem diesjährigen Katholikentag in Mannheim bezeichnete er Reformgruppen in der katholischen Kirche als "parasitäre Existenzform", die selbst nichts zustande bringe.

Müller gilt als Freund des offenen Wortes und geht einer Konfrontation nicht aus dem Weg. So sieht er anders als viele seiner Bischofskollegen etwa beim Thema sexueller Missbrauch durch Priester keine Verantwortung der Kirche. "Wir haben keinen umfassenden Missbrauchskomplex, sondern wir haben verteilt über Jahrzehnte Einzelfälle", hatte Müller einmal gesagt. Nicht die Kirche, sondern die jeweiligen Täter seien verantwortlich.

Für Hans Küng "eine katastrophale Fehlbesetzung"
Müller ist aus Sicht des katholischen Theologen Hans Küng eine "katastrophale Fehlbesetzung". "Als Präfekt der Glaubenskongregation ist dieser bornierte Scharfmacher fehl am Platz", sagte Küng in Tübingen der Nachrichtenagentur dpa. Wem an einer zeitgemäßen Verkündigung des christlichen Botschaft gelegen sei, der könne an einer solchen Entscheidung verzweifeln.

"Offenbar hat Papst Benedikt nichts gelernt aus der auch in der Kurie kritisierten Fehlbesetzung des Staatssekretariats und anderer Schlüsselpositionen mit restaurativen Gesinnungsgenossen", kritisierte Küng. "Konflikte in der von Skandalen geschüttelten Kurie und römischen Kirche sind mit Müllers Ernennung vorprogrammiert." Bischof Müller besitze keinerlei Qualifikation für die wichtige Aufgabe im Vatikan. Er sei als Bischof unbeliebt, als Theologe ohne Relevanz und als Ökumene-Verantwortlicher eine Belastung. Andere Worte fand Kardinal Christoph Schönborn. Für ihn sei Müller "hervorragend geeignet und vorbereitet". Dass der Papst "einen für seine Rechtgläubigkeit bekannten Theologen für dieses Amt ernennt, sollte nicht verwundern", sagte der Wiener Erzbischof gegenüber "Kathpress".

Die Inquisition heißt heute anders
Um die Kirche vor Irrlehren zu schützen, gründete Papst Paul III. 1542 die "Congregatio Romanae et universalis Inquisitionis". Die "Kongregation für die Glaubenslehre", so der offizielle Name der wichtigsten Vatikan-Behörde seit 1965, ist die Nachfolgerin der Heiligen Inquisition, die in früheren Jahrhunderten für die Reinheit des Glaubens mit Gewalt gegen Andersgläubige und Kirchenkritiker vorging.

Papst Johannes Paul II. nannte es 1988 als Aufgabe der ältesten der neun Kongregationen der römischen Kurie, "die Glaubens- und Sittenlehre in der ganzen katholischen Kirche zu fördern und zu schützen". Ihr fällt damit auch die Pflicht zu, lehramtliche Dokumente zu schreiben gegen religiöse Abweichungen innerhalb der Kirche vorzugehen sowie Sanktionen zu verhängen. Daher geraten die Kongregation und ihr Präfekt als "oberster Glaubenshüter" immer wieder ins Rampenlicht der Öffentlichkeit. Die 23 Mitglieder der Kongregation sind Kardinäle, Erzbischöfe und Bischöfe aus 17 Ländern.

Ratzinger war ebenfalls Präfekt
Im November 1981 hatte Johannes Paul II. den damaligen Erzbischof Joseph Ratzinger und heutigen Papst Benedikt XVI. zum Präfekten der Glaubenskongregation ernannt.

Seit Jahren bemüht sich Benedikt um eine Wiedereingliederung der erzkonservativen Piusbrüder, die in seiner Zeit als Präfekt vom Vatikan gemaßregelt worden waren. 2009 hob Benedikt die Exkommunikation ihres Gründers, Erzbischof Marcel Lefebvre, und von ihm illegal geweihter Bischöfe wieder auf.

 

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