AUFERSTEHUNG UND APOKALYPSE

EINE EXEGETISCHE BETRACHTUNG

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AUFERSTEHUNG UND APOKALYPSE

EINE EXEGETISCHE BETRACHTUNG

 

Hans Alexander Eder

Ostern 2011-05-31

Dem sel. Papst Johannes Paul II

In Dankbarkeit zugeeignet

 

AUFBAU DER BETRACHTUNG (Teil I) 5

Einkreisen des Themas 5

Aufbau Auferstehung/ Apokalypse 6

Nur im DREIFALTIGEN GOTT ist die Freiheit der Kinder GOTTES gewahrt 8

Vom Einen GOTT 8

Die Versuchung des Ich 8

Von der Notwendigkeit des Gespräches 9

Der Weg vom Du zum Wir im HEILIGEN GEIST 9

GOTT, das Maß aller Dinge 10

Der Anteil der heiligen Engel 11

Kreise des Wachstums im Blick auf das Gericht, 12

Erkennen und anerkennen wir die uns gesetzten Grenzmarken 13

Notwendigkeit einer „Offenbarung“ 13

„Prüfe, das Gute behalte!“ 14

„Natürlich – übernatürlich“ 15

DREI und EINS im Anfang und im Ende, 16

Mit MARIA „kreisen“ 17

I.Teil: Erdbeben und erstes Licht 18

Anruf dieser Arbeit 19

Der ganze Mensch muss antworten 19

Exkurs: „Apfel“ 25

Kein Weg zur Auferstehung als durch das Kreuz 27

Kreuz, höchste Seligkeit in GOTT 27

Warum ist es uns Kreuz dann Leid, Schmerz, Sterben? 28

Unser je persönliches Kreuz 30

Ortsbestimmung im Kreuz 31

Ein wenig „Biographie“ 35

„Dichtung und Offenbarung“ 35

IHN finden 37

Umbruch auf allen Gebieten 37

Bitteres heilt 39

„Die heilige DREI“ 42

Auferstehung und Apokalypse 44

Die Dreifaltige Wirklichkeit der Auferstehungsberichte 44

Apokalyptische Engelhilfe 44

Erste Stufe ist das „Leere Grab“, 44

Der zweite Schritt ist, Ihm zu begegnen, Jeder auf seine Art! 45

Der dritte Schritt: die Sendung 45

Der konkrete Ort der apk. Engelhilfe 45

Aller Neuanfang beginnt im Schatten des Kreuzes 46

Die Hilfe der hl. Engel bei der Auferstehung 47

Johannes „bleibt“ 47

In drei Schritten durfte er als Erster der Apostel erkennen 47

Hinweis 50

Die Dreifaltige Erfahrung der Auferstehung CHRISTI 50

Ein Blick auf die Vier Lebenden Wesen 53

Zu III Die Entsprechung in der Geheimen Offenbarung. 55

„Neuanfang in Galiläa!“ 58

Gemeinsam mit Lukas 60

Die Sicht auf einen Neuen Anfang (=“Galiläa“) bei Johannes 60

Verheißung der „Freiheit der Kinder GOTTES“ 62

Der Weg M. Magdalenas 62

Das Braugeheimnis 63

Ernüchterung: „nicht ohne den HEILIGEN GEIST!“ 63

Angst vor der wahren Freiheit 64

Die Antwort der MUTTER 65

Hilfe des Engels, Hilfe im HEILIGEN GEIST 66

Die BEGEGNUNG mit dem Auferstandenen HERRN 67

Bei M a t h ä u s 67

Auf dem Rückweg vom Grabe 67

Der Betrug der Hierarchen 68

Die Begegnung in Jerusalem (20,36-42) 72

DIE SENDUNG 74

Bei Johannes 74

Die Sendung der Jünger bei M a t t h ä u s 74

Die Sendung bei Lukas 76

Johannes: Die Sendung ins Opfer (21,1-23) 76

Der Bericht des hl.Paulus über die Erscheinungen JESU 83

Sendung aus der Mitte des Abendmahlsaales 84

Auferstehung und Apokalypse, 89

III. Teil 89

Der Aufbau der Kirche im Zeichen des KREUZES 89

Blick hin zur Geheimen Offenbarung 89

Ein Blick in die Apostelgeschichte 90

Das einfältige Geheimnis der Ecksäulen 91

Ecksäulen in der Apostelgeschichte 94

Die Wahl des Apostels Matthias (Apg 1,15-26) 96

Exegese des Textes zu Matthias: 98

Auferstehung und Apokalypse Eine Hoffnung 99

Vorüberlegung 99

Die Entscheidung für oder gegen GOTT in der GO 100

Das Reich GOTTES ist in eurer Mitte! 102

DAS LEERE GRAB: GERICHT UND VERHEISSUNG 107

Der Bogen vom Auferstehungsbericht über das Leere Grab zur Apokalypse 107

Die gemeinsamen Elemente: 110

Dreifaches Zeugnis der Auferstehung 111

Im Blick auf die Eigenprägung der Evangelien 112

Das Kommen zum Grab 112

Der Auftrag 114

Die Erfüllung des Auftrages 115

Rückblick 115

Das Licht der „Sonnenumkleideten Frau“ 116

Es ist der HERR! 116

Exkurs: „Sieben Dämonen ausgetrieben“ 118

Die Salbung JESU durch M. Magdalena 121

Gemeinschaft in der GO 122

Die Begegnung nach dem Tod JESU 125

Begräbnis Freitag gegen Abend 126

Am nächsten Morgen 127

Erscheinung vor den Jüngern 131

GOTTES ALLMACHT muss es tun 134

Sendung/Heimkehr 135

Notwendige Unterscheidung der Berufung: 137

„Sendung“ in der GO 139

IV. Teil: „Passion MARIENS“ 140

Aus der Ohnmacht des BROTES - kommt der Sieg des Geopferten LAMMES 140

HLST. EUCHARISTIE und MARIA 140

„Lazarus“ 140

MARIAS Anteil an der Hlst. Eucharistie. 141

Brot und Jerusalem 142

„Von der Erde bist du genommen…“ 143

MARIA - Lebensbaum 143

Hlst. Eucharistie und GOTTESstadt 143

Der Sühnetod MARIAS:“Steh’ auf Jerusalem!“ 144

Das Sterben MARIENS unter dem Kreuz 144

Lösung vom Leib? 145

WANDLUNG und SÜHNE bei den Jüngern 146

Der Weg der Jünger nach Emmaus (Lk 24,13-35) 146

GOTTES Heilswille 146

Ihre Wandlung 146

Wandlung im Strom des Lebens 147

Das Kreuz muss in ihnen aufgerichtet werden 149

DER HERR in der Mitte der Jünger (Lk 24,36 - 49) 149

Die schöpferische Kraft der Auferstehung 149

Wandlung der vierfachen Wirklichkeit des Menschen 150

Zusammenfassung: 151

Sühne als Waffe 153

„Sühneseelen, Opferseelen“ 156

Kraft der Sühne 159

SÜHNE UND AUFERSTEHUNG 160

 

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AUFBAU DER BETRACHTUNG (Teil I[1])

MITTE- Das Geheimnis von Auferstehung und GO:

VERHEISSUNG EWIGEN LEBENS

Einkreisen des Themas

Übersicht

Es ist sicher ein ungewöhnlicher Weg, in ein Buch einzutreten, nicht einfach am Anfang, bei der ersten Seite, bis man durch ist und das Buch ablegt, zufrieden oder nicht zufrieden. In dieser Betrachtung versuchen wir das Thema von Außen nach Innen einzukreisen, um von Anfang an immer den Blick auf die Eine Mitte, die wir anzielen im Auge zu behalte. Mitte des Themas ist die Verheißung NEUEN LEBENS, wie sie uns gleichermaßen aus den Auferstehungsberichten wie aus der Apokalypse anstrahlt. Es soll diese Verheißung wie eine einmal angeschlagene Glocke in unserem Herzen weiter tönen hin zu Einen Großen Geheimnis unseres Lebens: GOTT.

Wenig hilft es uns, wenn wir nur biologische Nahrung zu uns nehmen, wir müssen sie uns organisch einverleiben, sie muss wie dann im heiligen Raum die hlst. Eucharistie unser Leib werden. Wir sind zufrieden, wenn das Äußere glänzt, dass wir in aller Hast unseres Lebens genau das verfehlen, was wir suchen: Wahrheit. Bert Brecht drückt es ironisch aus in einem Gassensong: „Alle laufen dem Glücke nach, doch das Glück läuft hinterher!“ Wir müssten nur einmal einen Augenblick stehen bleiben und innehalten, die Arme öffnen und das Herz. Dann käme die Wahrheit, die wir suchen, von sich aus auf uns zu .Auch die Wahrheit ist nicht zuerst eine Sache, sie ist GOTT! Die Sünde Adams und Evas war Ungeduld, nicht warten können, Neugier. Sie bleibt es bis zum Ende. Sie wird sich aufblähen wie ein Atompilz und den Himmel verdunkeln, doch sie wird im Feuer, das sie selbst ausgelöst hat verbrennen Es bleibt unsterblicher Staub. Auch die Lüge muss bezeugen, dass GOTT allein wahr ist.. Wenn wir nur täglich von den Unwahrheiten, an die wir uns gewöhnt haben, reinigen, dann bräuchte es nicht das Große Feuer am Ende. Erst aus der unter der Asche verborgenen Glut kann Neues Leben werden.

Wo immer wir in die Betrachtung eintreten, am Anfang, Ende, irgendwo zwischen drin, ist es notwendig, betrachtend zu lesen, wieder zu kauen. Wir müssen um uns schauen, fragen wie hängt das Eine mit dem Anderen zusammen, wie entfaltet sich das eine Thema, auf das wir zielen…….? Betrachten heißt eintreten in das liebende Bemühen GOTTES „Alles neu zu Hand GOTTES. Nur dies ist uns aufgegeben, wegzuräumen, was im Wege steht und uns zu öffnen für IHN. Schon dies ist harte Arbeit, die alle unsere Aufmerksamkeit und Kraft beansprucht. Wir werden dabei schwitzen, ein wenig wie der HERR in Seiner Ölbergstunde, dass sich der Schweiß mit Blutstropfen mischte. Dies Eine möchte uns das Bild vom Fegfeuer sagen. Auch dort gilt das Eiserne Gesetu: Per crucem ad lucem = nur durch das Kreuz kommen wir zum Licht. Nehmen wir es schon hier großherzig auf, das wird Drüben den Weg wesentlich verkürzen.

Doch schon jetzt muss Tag für Tag in uns die Freude wachsen, leben zu dürfen hin auf GOTT Erfüllung aller unserer Sehnsucht. Amen

 

In der Bereitung auf Pfingsten 2011

Freitag, 27. Mai 2011,

im Dank an GOTT durch MARIA

für die Seligsprechung von Johannes Paul II am Barmherzigkeitssonntag


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Aufbau Auferstehung/ Apokalypse

Hinweis für den Leser/Betrachter

Mitte und Ziel des Buches ist es,

uns zu einer tieferen Erkenntnis des Dreifaltigen Geheimnisses der Auferstehung zu führen und aus dieser Erkenntnis die Kraft zu eigener Auferstehung zu schöpfen.

 

Es gibt drei Wege in die Betrachtung dieses Buches einzutreten, den Drei GÖTTLICHEN PERSONEN zuzuordnen:

· Der nächstliegende Weg ist, dass wir die verschiedenen Teile nacheinander durchgehen: I/II/III/IV, wie die Kinder ein Buch durchblättern, in der Suche nach Bildern. Ist das Leben nicht wie ein Bilderbuch des VATERS, dass wir seinen Reichtum nie ausschöpfen können?

· Die zweite Weise ist, die Teile in kreisender Betrachtung (4 Kreise mit einer Mitte) oder als neun –armigen Leuchter zu sehen. Dreimal geht der HERR mit Seinen Jüngern nach Jerusalem hinaus. Da Er aufersteht geht ER ihnen nach Galiläa voraus. Wo sie mit IHM angefangen haben, da sollen sie in der Führung durch den HEILIGEN GEIST wieder ansetzen. Beim neunarmigen Leuchter entsprechen sich jeweils linke und rechte Seite, ähnlich in den Kreisen. Dabei sollten wir links den Anfangspunkt, rechts den Zielpunkt sehen und ihre gegensätzliche und doch ergänzende Beziehung.

· Wenn wir mit dem hl. Engel weiter betrachten, wird sich der Kreis nach oben in einer Spirale öffnen hin zum Geheimnis Seiner Auferstehung in uns, je persönlich. Dazu brauchen wir die Vermittlung unseres Schutzengels, dem das Geheimnis unserer Berufung anvertraut ist. Was der HERR in Seinem Weg nach Jerusalem nur andeutet, der HEILIGE GEIST nimmt es auf, um uns in der Spirale der Lebensbewegung anzuheben. Sie baut auf, was wir heute verlieren: eine christliche Lebensordnung , in immer enger führenden Kreisen bis hin zu unserer Berufung. Wegweisung ist hier die heilige Liturgie der Kirche in ihren verschiedenen Zyklen. Die Bewegung der Spirale erhebt über den Kreis hinaus, um in einem höheren Kreis aufzusteigen. Da alle Bewegung um Eine Mitte kreist, muss sie endlich zurückfinden zur Einen Mitte: GOTT, in den mit unserem hl. Engel einzugehen, wir berufen sind.

Eintritt durch das Kreuz

· Da das Geheimnis, das wir anzielen, das des Ewigen Lebens aus GOTT und in GOTT ist, der Weg aber zu GOTT für den Glaubenden der des Kreuzes ist, ergibt sich von dorther die Einteilung in Vier Teile, den Vier wesentlichen Eigenschaften GOTTES zugeordnet. Mitte ist dann jeweils die angezielte Tugend GOTTES.

· Immer geht der Spannungsbogen aus von den Auferstehungsberichten zur Geheimen Offenbarung. Dem Tod geweiht ist ein Leben, das hier auf Erden seine Erfüllung sucht, aufsteigt im Zeichen des Kreuzes, das nach Oben strebt.

· Hier ist Ansatz, Verheißung, dort Erfüllung, Vollendung

Die einzelnen Teile stehen in der Gegensatzspannung von Verheißung und Erfüllung, wie in den Schöpfungstagen: „Morgen und Abend“.

 

Teil I schaut auf den HEILIGEN GOTT, in der Gegensatz - Spannung:

Wachstum in der Führung des hl. Engels (im Licht der Neun Engelchöre[2]) - hin auf das Geheimnis einer Neuen Geburt (IX).

 

Teil II schaut auf den WEISEN GOTT

im Licht der Gegensätzlichkeit der Gaben des HEILIGEN GEISTES - hin auf die dreifaltige Ordnung der Auferstehung (VIII). Der Gegensatz liegt hier im Bezug auf die drei theologischen Gaben: Glaube, Hoffnung, Liebe – und zu den Vier Kardinaltugenden: Maß, Klugheit, Gerechtigkeit, Starkmut.

 

Teil III schaut auf den GERECHTEN GOTT

Hier verspricht das Opfer des Kreuzes - Heilwerden von Mensch und Schöpfung (VII)

 

TEIL IV: Aus der Ohnmacht der Hlst Eucharistie - bricht die ALLMACHT (VI) des Siegers.

 


 

Betrachten fordert, das zu Betrachtende in den Beziehungen zu durchleuchten, die seinen Ort bestimmen. Immer müssen wir auf GOTT schauen als letzten Beziehungspunkt

 

Die GO steht als letztes Buch der Bibel in der Kreuzes - Spannung Alpha (Genesis) und Omega, die sich in ihr vollenden soll, ist sie doch das Buch der Wegweisung für unseren Weg in die himmlische Heimat.

 

Ähnliches gilt für die Auferstehungsberichte im Neuen Testament, sie sind zurückzubeziehen auf den Sendungsauftrag JESU im Bezug auf die Schöpfung, den der Mensch in seinem gefallenen Zustand nicht mehr zu erfüllen vermag. So sind auch sie eingeordnet in die Heilsspannung Genesis – GO.

 

In der Mitte steht das KREUZ als Zeichen, dass wir nur in ihm heimfinden können zum EINEN und zugleich DREIFALTIGEN GOTT, der uns auf den SOHN hin geschaffen, in IHM erlöst hat und uns im HEILIGEN GEIST heimholen wird.

So erkennen wir einen vierfachen Kreis, der sich nach Oben öffnet hin zum Einen GOTT, Ursache, Weg und Ziel aller kreisenden Spiralbewegung.

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Nur im DREIFALTIGEN GOTT ist die Freiheit der Kinder GOTTES gewahrt

· Vom EINEN GOTT

· hin zum DU GOTTES in JESUS und

· zum WIR des HEILIGEN GEISTES

 

Vom Einen GOTT

Hier haben die ersten griechischen Philosophen entscheidend den Weg bereitet. Sie stellten sich die Frage: „Was ist das Bleibende in allem Wechsel der Dinge auf Erden?“ Greifen wir ein Bild heraus. Im Bild ist Manches leichter zu fassen als im Wort, nicht ohne Sinne tritt es in dieser Zeit wieder, im guten wie schlechten Sinnen nach vorne:

„Das Bleibende ist, dass sich Alles wandelt“. Nach der aristotelischen Logik ist dies ein Widerspruch, nicht so im Bild. Sie sind einem tiefen Geheimnis auf die Spur gekommen, für das wir heute in unserem Fortschrittsglauben keinen Platz mehr haben. Wir wollen zu etwas Fertigen, Greifbaren kommen, das uns in die Hand gegeben ist, auch wenn wir nichts Genaueres dazu sagen können. In unserer Ungeduld hat uns der Widerspieler in der Hand. Der Lichtträger war von seiner Lichtvollkommenheit gefesselt. Nichts blendet mehr als das Eigenlicht, jeder Gedanke an Wandlung ausgeschlossen. Und doch liegt gerade hier das tiefste Geheimnis des Lebens.

Weil GOTT im höchsten Sinne Wandlung ist, kann nur aus IHM und mit Seiner Hilfe neues Leben kommen. Wo keine Wandlung mehr zu erkennen ist, urteilen wir mit Recht:„tot“. In GOTT kann es nichts Totes geben. Selbst der Widersacher, ist vor GOTT Nichts, Staub. Doch weil er, als Geist geschaffen, bleibt er:„unsterblicher Staub“. Wer als Mensch mit Seinem ganzen Sein in der Stunde des Todes zu GOTT Ja sagt, geht ein in das Ewige Leben GOTTES,. Grenze bleibt das Maß, nach dem GOTT ihn geschaffen hat. Da der Feind erkennt, dass die Stunde seines letzten Gerichtes naht, setzt er Alles daran, unsere Maße zu zerstören und dafür sein Maß aufzurichten. Schon in der Sterbestunde JESU am Kreuz musste er erkennen, dass er sich getäuscht hatte, doch er ist festgelegt für immer. Er muss in diesem „Nein“ GOTT dienen als unsterblicher Staub. Das ist sein erster und letzter Lebenssinn, den er all denen aufprägt, die sich von ihm täuschen lassen.

Fassen wir zusammen: Leben ist: zum Geheimnis des Lebens,„Ja“ zu sagen.

Hier hat uns das Zeugnis von Johannes Paul II einen neuen Weg erschlossen!

 

Die Versuchung des Ich

Wo es nur Einen GOTT gibt, lebt nur das Ich, das Alles beherrschen und sich unterwerfen will. Hier sind wir dem Gottesfeind auf der Spur. Der Glaube an Einen GOTT im Gegensatz zur Vielgötterei, scheint ein Fortschritt. Doch er ist es nur dann, wenn er nicht bei diesem ersten Erkennen verharrt. Wer nur sich selbst will, ist Gewalt, die sich durchsetzt, die nicht duldet, dass da neben ihm noch Anderes sei, das ihm nicht unterworfen ist. Wie erleben sie bis in die eigene Stube. Es gibt kein Zuhause mehr, sie zerstört den letzten Innenraum, den wir bräuchten, um IHM zu begegnen. Die Bewegung hin auf die „Eine Weltregierung“ muss notwendig dem Einen zufallen, den der HERR als „Menschenmörder“ von Anfang an bezeichnet. Die bittere Erfahrung: die Großen werden immer größer, die Kleinen sind ihnen wehrlos ausgeliefert, müssen wir heute auf allen Gebieten, voraus in Wirtschaft und Politik aber auch in Sachen Religion erfahren.

Damit ist nicht dem Polytheismus, der Vielgötterei, der Vorzug gegeben, sie ist das andere Extrem. Dem Menschen ist es nicht gegeben, letzte Grenzen zu setzen, aber auch nicht, sich als Anarchist gegen alle Ordnung aufzustehen. Notwendig arbeiten beide einander in die Hand, wie wir es handgreiflich erfahren:: „Roter und Weißer Fünfstern“, Proletariat und Demokratie, Pharisäer und Saddzuzäer, sind Abwandlung des Griffes nach Macht. Dass wir als Christen nicht in diesem Zwang stehen, darf der wache Christ im Zeichen des Kreuzes täglich dankbar erfahren. JESU Wort von der Liebe ist nicht wie die Worte der Welt, die nur einfangen wollen. Einfach weiß es Johannes zu fassen: „So sehr hat GOTT die Welt geliebt, dass ER Seinen Eingeborenen SOHN dahingegeben hat!“ (Jo 3,16). In diesem Sinne müssen wir schmerzhaft zusehen, wie eine Kirche, die mitschwimmt mit der Zeit, nicht mehr aus dieser Wahrheit der Liebe GOTTES lebt. Die Verfolgung wird ihr diese verlorene Gnade in Einheit mit den hl. Engeln wieder schenken!

 

Von der Notwendigkeit des Gespräches

Im wahren Gespräch werden wir aus der Einsamkeit des Ich erlöst hin zum Du des Nächsten. Wo die Gesellschaft bewusst zertrümmert wird bis in die Familie hinein, wo selbst der Einzelne seelisch gespalten, wie der geheilt und erlöst im Gespräch, im Austausch, im Eingehen auf den Anderen bis hin zur Bereitschaft für ihn das Leben hinzugeben. Gespräch im DREIEINIGEN GOTT ist der tiefste Grund, dass GOTT immer neu ist. Wo es nur zwischenmenschliches Gespräch ist, ohne GOTT mit einzubeziehen, bleibt die Gefahr des Übergriffes. Wo wir nach der fortschreitenden Auflösung der christlichen Lebensordnung auch im religiösen Raum dem Gespräch Raum zu geben versuchten, war der Widersacher wie immer eine Stunde früher aufgestanden und hat es für seine Zwecke umgepolt. Ob bei den Liberalen oder bei den Traditionellen setzte Parteiung allzu enge Grenzen. Wer den Anderen nicht als Partner achtet, ist stets in der Versuchung ihm die eigene Sicht aufzuerlegen.

GOTT lässt es zu, damit wir unterscheiden und daraus lernen. Wahres Gespräch verlangt Öffnung, ja Verzicht, um dem Anderen zur Sprache kommen zu lassen. Wenn es in dieser Kampfzeit bestehen will, muss es im DREIEINIGEN GOTT gegründet sein. Wer redet muss zugleich hören, wie es uns der HERR bei Johannes lehrt. ER spricht nur, was ER vom VATER her hört, oder den VATER tun sieht. Hier wollen uns die heiligen Engel beistehen. Sie leben in höchster, GOTT gefügter Ordnung leben, zu der Jeder von ihnen im Anfang sein Ja gesprochen hat, frei in der ihm zugeteilten Aufgabe. Das mag uns besonders am Schutzengeldienst offenbar werden. Hier sind sie nicht weniger Lernende wie wir. Im Geist uns weit überlegen, müssen sie zurücktreten, wenn wir uns im Eigenen verbohrt haben.

Fassen wir zusammen: Gespräch ist nicht auf das Wort beschränkt, es muss Austausch des Lebens werden, Anerkennung des Anderen als des ganz Anderen in gleicher Weise, wie es uns in der Ehrfurcht vor GOTT gefordert ist.

 

Der Weg vom Du zum Wir im HEILIGEN GEIST

Die Bereitschaft hin zum Du des Anderen verlangt einen Schritt weiter hin zur Einheit des „Wir“. Nur in der Gemeinschaft kann das Geschöpf sich vollenden. Hier begegnen wir dem Unbekannten GOTT, dem HEILIGEN GEIST, der im Dienst an VATER und SOHN sogar auf Sein Personsein verzichtet, um ganz Dienst zu sein. In IHM wird der Kampfplatz des Gespräches Weg zur Einheit in der Liebe, zu der wir, um uns zu vollenden in dieser Zeit besonders gerufen sind. Auch hier ist uns der Feind täuschend voraus geeilt. Er verspricht Einheit unter den verschiedensten Vorzeichen, doch dahinter ist sein Wille zur Macht. Sie unterwirft, wo der Mensch sich gehen lässt, nur an sein Ich denkt und auch die Gemeinschaft nur ausnützt, weil er ohne sie nicht sein kann. Wir müssen zusehen, wie das in 2000 Jahren aufgebaute Abendland geschleift wird. Da die christlichen Ordnungen abgebaut werden, bleibt dem Staat als letzter Autorität nur noch der Weg des Zwanges. Papst Benedikt XVI geht als bewusster Christ hier auf sein Martyrium zu.

Im Geist ist Ordnung, die von GOTT kommt, nicht zu zerstören, doch nur im HEILIGEN GEIST wird uns Licht und Kraft, neu aufzubauen im Vertrauen auf die Verheißung: „SIEHE ICH MACHE ALLES NEU!“ Wo Anarchie und Egoismus eins werden, bleibt uns nur, auf diese Verheißung hin ein Neues Leben in CHRISTUS aufzubauen. Überlassen wir es dem GEIST, uns hier tiefer zu führen, denn mit menschlichem Rat und Mitteln sind wir heute am Ende, da wir GOTT selbst im religiösen Raum entthron haben. Dies muss uns wie den hl. Engeln in der Prüfung am Anfang durch St. Michael bewusst werden: „Wer ist wie GOTT“. In dieser Entscheidung kommen uns die hl. Engel zur Hilfe. Doch erinnern wir uns nüchtern: „Wird der MENSCHENSOHN, wenn ER wiederkommt noch Glauben finden?“

 

GOTT, das Maß aller Dinge

Auch wenn uns alle Ordnung wie im Chaos verloren geht, dieses können wir nicht verlieren, wenn wir selbst in der schwersten Prüfung nicht vergessen: „GOTT ist und ER wird denen, die auf IHN vertrauen zur Hilfe kommen.“ In IHM sind alle Maße, auch das unsere, das der Menschen allgemein, der dreifachen Schöpfung. Wo der Einzelne durch den hl. Engel seinen Platz findet, ist er nicht nur in der heiligen Ordnung GOTTES, er ist in GOTT selbst geborgen.

Gen 1, 26 „Dann sprach Gott: Laßt uns Menschen machen als unser Abbild, uns ähnlich. Sie sollen herrschen über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels, über das Vieh, über die ganze Erde und über alle Kriechtiere auf dem Land. 27 Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie. 28 Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar, und vermehrt euch, bevölkert die Erde, unterwerft sie euch, und herrscht über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf dem Land regen. 29 Dann sprach Gott: Hiermit übergebe ich euch alle Pflanzen auf der ganzen Erde, die Samen tragen, und alle Bäume mit samenhaltigen Früchten. Euch sollen sie zur Nahrung dienen.


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Der Anteil der heiligen Engel

Wie schnell sind wir trotz des bleibenden Zeugnisses unserer Dome und Kathedralen für die durchscheinende Ordnung der hl. Hierarchie der Engel, von dieser Wahrheit weggetrieben in der Überschätzung eigenen Wissens und eigener Kraft. Teil der Schuld fällt auf uns Priester, wo wir diese heilige Ordnung genützt haben, um uns in ihr zu bergen, statt sie mit aufzubauen und zu stärken. Heute steht der der hl. Vater Benedikt XVI als Letzter für ein sterbendes Abendland, wie es die MUTTER im Dritten Geheimnis von Fatima bestätigt. GOTT lässt zu, dass die Kirche arm werde wie der HERR am Kreuz. Wer denkt daran, dass ein hl. Engel dem HERR den Kelch der Stärkung reichte? Hier ist uns vorgezeichnet, woher allein uns Hilfe kommen kann, wenn uns der trügerische Mantel des Humanismus entrissen wird.

Im Bild des Weinstockes in Jo 15 kann uns am ersten deutlich werden, dass das „Siehe ICH mache Alles neu“ im Zeichen des Kreuzes errungen wird. Hat dies nicht der DREIEINIGE GOTT angezeigt, da JESUS vor den Augen aller Welt auf Golgotha sein Leben aushauchte? Weil ER dies für uns erlitten hat, muss es Siegeszeichen endlich über der ganzen Schöpfung aufstrahlen wird: im „Kreuz am Himmel“, sichtbar oder nur im Geist, wenn es zuerst in jedem gläubigen Menschenherzen aufgerichtet ist. Nur so kann auch sichtbar werden, dass es nicht nur ein äußeres Zeichen ist, das uns kennzeichnet. Es muss in unsere Seele gebrannt sein, nur dann sind wir wahrlich im SOHN Eigentum GOTTES.

Wie die Weinrebe sich am Weinstock empor windet, um nicht am Boden zu verdorren, so muss alles Leben, von der untersten Stufe an, sich in ähnlicher Weise hinaufrecken zum Licht, aus dem allein das wahre Leben kommt, auf welcher Stufe wir auch stehen. Daraus ergibt sich wie von selbst ein erstes Bild der himmlischen Hierarchie, wie sie uns durch den Areopagiten überliefert wurde. Die neun Chöre bauen sich um dieses innere Gerüst des Kreuzes auf. Getragen vom Stamm des Kreuzes breiten sie sich um diese Mitte in der Horizontalen aus, in heiligen Ordnungen von drei, sieben, zwölf in den verschiedenen Chorteilen. Bis in die Zahl hinein sind sie Spiegel des DREIEINIGEN GOTTES. Die heilige Baukunst der Romanik und Gothik stehen dafür heute noch Zeugnis. Das „Freimaurern“ der Moderne zeigt schon im Anfang den Zug hin zum Eigenwillen, zur Anarchie.

Jeder Chor hat seine je eigenen Aufgabe, in die sich die Aufgabe des einzelnen hl. Engels harmonisch einfügt. Letzte Ordnung sind die Drei Ringe. Schon im obersten Ring muss eine wichtige Unterscheidung deutlich werden, die durch die Drei Ströme, die von GOTT ausgehen, bedingt ist. Es sind dies:

Der Strom des Lebens kommt aus dem VATER. Aus ihm leben selbst die niedrigsten Kreaturen. Alles Leben hängt ab vom LEBEN GOTTES. bis hinein in die GOTT am nächsten stehenden Chöre des Ringes der Anbetung. Zeichen dieses Stromes ist die Statik, darum stehen hier im Ring der Anbetung die Throne GOTTES, vom Himmel herab, mit der Spitze in GOTT, oder von GOTT herunter, mit der Spitze hin zur Schöpfung. Auch dies ist uns nicht neu. Für sie stehen als Zeichen der Bemächtigung durch den Feind die Pyramiden. Was immer der Feind oder der mit ihm verbundene Mensch versucht, es wird immer zuerst gegen ihn ausschlagen, wenn er sich gegen das Leben stellt. Er tötet in sich das Leben zuerst in der Seele und dann notwendig im Leib. Wo er stirbt ist er Abfall, den man, wie heute schon geschieht, irgendwo verscharrt.

Der zweite Strom, der uns durch den SOHN und Seine Menschwerdung in Fülle zukommt, ist der des Wortes. Er ist auch in heidnischen Religionen zu erkennen, auch dort gibt es so etwas wie Propheten. Bei den Juden wächst ihre Bedeutung, wo das Volk bis in seine Führung hinein dem Bund untreu wird. Sie sind die Letzten, die gegen allen Widerstand der Menschen Sein Wort verkünden. Im obersten Ringe stehen dafür die Cherubim, den Schwertern gleich, denn sie stoßen in aller Dynamik diese Wort in das Herz des Menschen. Wo die Hierarchie versagt, muss der Prophet wie der HERR am Kreuz sein Herz durch bohren lassen. Das Kreuz ist eingepflanzt in diese Erde, bis hinunter in die Mitte der Hölle, es ragt hinauf bis in den Himmel vor den Thron GOTTES.

Der dritte Strom ist der der Liebe GOTTES. Immer, obwohl das Erste in GOTT, ist sie bei uns Menschen das Letzte, zu dem wir durchstoßen, meist erst in der Reinigung. Selbst das kleinste Blümchen, das hinauflacht zum Himmel, lebt aus dieser Liebe aus dem Herzen GOTTES, nur beim Menschen ist da ein Loch, das der Andere geflissentlich mit seiner Ichliebe stopft. Hier kreisen in der Horizontale um GOTT die Seraphim, mit der einzigen Aufgabe der Anbetung GOTTES, wie sie früher in der Kirche die kontemplativen Orden zu tragen versuchten.

An diesen drei Strömen hat notwendig auch der Zweite Ring der Allmacht der heiligen Engel Anteil. Heute, wo die Kräfte des Himmels und der Erde durch den gewaltsamen Eingriff des Menschen und seine Sünde erschüttert werden, mag uns aufgehen, welche Kräfte hier in der Schöpfung am Werk sind, von der einen wie der anderen Seite. Wenn heute sogar die Achse der Erde aus dem Gleichgewicht kommt, wird angedeutet in welcher Gewalt der geistige Kampf zwischen hl. Engel und Dämonen schon heute wogt. Der Mensch, der den Halt an GOTT verloren hat, wird ihr Spielball, wo er den Halt am Kreuz verloren hat.

In der Mitte des Zweiten Ringes der Allmacht stehen die Gewalten, in ihrem Dienst an der Schöpfung wie am Geschöpf der Mitte, dem Menschen, soweit er ihre Hilfe annimmt. Über ihnen sind die Herrschaften, dem Himmel schon näher, Brücke hinüber ins Neue Jerusalem, das nicht nur vom Himmel herunter kommt, sondern aus der Kirche der Getreuen von unten entgegen wächst. Auch der Letzte hat hier sein „Maranatha“ gesprochen. In diesem Ringe ergänzen sich sowohl im Ganzen wie in den drei Chören die Zuordnung zu VATER, SOHN und HEILIGER GEIST in heiligem Spiel des Lobpreises nach Oben wie der Hilfe nach Unten. Nur davon zu wissen, ist schon ein Stück Seligkeit, die uns GOTTES unsagbares Erbarmen schon heute schenken möchte, damit wir nicht umfallen, wenn die Kräfte des Himmels erschüttert werden und das Chaos über die Menschheit hereinbricht.

Im Dritten Ring der Menschwerdung sind wir mitten im Kampf um die Kirche als Fels GOTTES in tosendem Meer. Je mehr wir durchschauen durch allen Verfall und alles Versagen, umso mehr dürfen wir schon heute mit bauen helfen am „Zelt GOTTES unter den Menschen“. Dieser erste Blick auf die Hierarchie wird uns mit helfen die „Kreise des Wachstums“ hin zu GOTT besser in ihrer geistigen Bedeutung zu erkennen.

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Kreise des Wachstums im Blick auf das Gericht,

dem wir entgegen gehen.

Ist die Geburt aus dem Leib der irdischen Mutter schon Kreuz, so wird die in der Taufe im Zeichen des Kreuzes, das uns auf die Stirn gezeichnet wird bestätigt und doch zugleich angehoben hinein in die Anziehungskraft der Liebe des Gekreuzigten Heilands. Gegensätzlichkeit ist nichts anderes als Kreuz. GOTT setzt sie bewusst am Anfang, da er den Mensch als Mann und Frau schafft, doch mit der Forderung, dass sie eins werden! So wird Gegensätzlichkeit zum Stachel alles Wachstums.

Ob wir auf eine Aufgabe oder ein Thema zu gehen, wir sind immer versucht, es direkt, auf geradem Wege zu tun. Das tun wir auch dort, wo wir uns von Anderen dazu helfen lassen, sei es persönlich, in der Schule (Lehrzeit), im Gespräch mit Anderen. Doch wichtiger als alle Hilfe von außen ist, dass wir uns persönlich auf unseren Weg und seine Maße besinnen.

Wie erkennen wir den Weg? Versuchen wir die Grenzmarken zu erkennen, die uns durch Geburt, Anlagen, Eltern, Umgebung und entscheidende Ereignisse unseres Lebens gesetzt sind. Nicht nur zu erkennen, sondern anzuerkennen, auch hier liegt noch eine Aufgabe, der wir nicht ausweichen dürfen.

 

Erkennen und anerkennen wir die uns gesetzten Grenzmarken

Es sind im Wesentlichen drei Grenzmarken:

· Wir sind zu einem bestimmten Zeitpunkt, an einem bestimmten Ort, unter bestimmten Umständen zur Welt gekommen und werden in ähnlich dreifacher Weise diese Welt wieder verlassen.

· Dazwischen liegen Ereignisse, die wiederum dreifach unseren Lebensweg bestimmt haben, auf die hier nicht eingegangen werden soll, weil sie schon nicht mehr in solcher Bestimmtheit zu fassen sind wie Anfang und Ende unseres Lebens.

· Und doch fehlt es selbst bei diesen beiden um eine letzte Bestimmung, die wir von uns aus weder erkennen, noch auf irgendeine Weise erforschen können. Wir wissen nicht, woher wir kommen, wenn wir hier antreten und wohin wir gehen, wenn wir abtreten

 

Notwendigkeit einer „Offenbarung“

Hier müsste uns aus diesem „Ungewissen“ Mitteilung werden. Wir nennen dies „Offenbarung“. Doch GOTT überfällt den Menschen nicht. Er antwortet nur, wo ihm wenigstens eine leise, schüchterne Frage entgegen kommt. Immer baut er auf vom Boden des Natürlichen. Ohne ihn sind wir unseren eigenen Gedanken ausgeliefert und schon im Bannkreis des Widersachers.

· Offenbarung kommt deshalb zuerst aus dem „Natürlichen“, so schwer es heute bei aller Verwirrung zu bestimmen ist. Sie wird dem Beobachtenden von Außen im liebenden, betrachtenden Schauen auf die Geheimnisse der Schöpfung.

· Sie kommt uns in der Begegnung mit anderen Menschen und dem von ihnen geschaffenen Lebensraum, ihrer „Kultur“.

· Sie wird uns im direkten Anruf durch GOTT, mittels eines von GOTT gerufenen Menschen, so schon bei den Heiden, den Juden, wo die religiöse Ordnung zerfällt, wie jetzt bei uns.

Sie kommt in unüberholbarer Weise durch JESUS CHRISTUS, das Mensch gewordene WORT in dreifacher Weise:

· In Seiner Menschwerdung,

· Seiner Brotwerdung: Seiner bleibenden Gegenwart im Mystischen Leib der Kirche,

· In Seinem Kommen als Richter der Lebenden und Toten, auf die uns „in actu“ die Geheime Offenbarung hinweist.

In der ersten, Seiner Menschwerdung sind die beiden anderen eingeschlossen, notwendig müssen sie sich durchdringen und befruchten, eins sein: EINER ist der HERR mit dem VATER und dem GEIST.

Zu „in actu“. Die Geheime Offenbarung ist nicht beschränkt auf den letzten Abschnitt der Heilsgeschichte, in den wir mit der Neuzeit eingetreten sind. Sie wirkt als uns meist noch nicht erkennbares Gericht über jeder Epoche der Kirche, sie kommt zur Fülle am Ende, ohne dass wir dieses nur irgendwie absehen können.

· In der schon bei den Heiden ansetzenden und dann bei den Juden sich durchsetzenden Offenbarung in Bild, Gesetz und Wort

· In der Wortverkündigung JESU

· In der Durchsetzung des Reiches JESUS, vorbereitet durch die Kirche, Seiner Gegenwart im HEILIGEN GEIST im „Tausendjährigen Reich“.

Weil GOTT GEIST ist und sich deshalb an die wendet, die sich in ihrem Geist vom GEIST führen lassen, muss notwendig die Führung des GEISTES immer stärker nach vorne treten, je mehr die Heilsgeschichte fortschreitet.

Hier sind die als Erste angesprochenen Geschöpfe die hl. Engel, die sich in der Prüfung am Anfang, mit ihrem ganzen Sein GOTT hin gegeben haben und in das Ewige Schauen GOTTES aufgenommen wurden. Aus diesem Schauen können sie nie mehr herausfallen, auch wenn jeder hl. Engel einmal, um dem Geheimnis der Menschwerdung persönlich nahe zu kommen, als Schutzengel auf die Erde geschickt wird.

Weil es auf das Ende zu um die Vollendung der Menschwerdung CHRISTI in Seinem Mystischen Leibe geht, sind sie hier in einen zweiten Einsatz auf Erden gerufen, der über den Dienst an der Schöpfung, der ihnen schon im Anfang zugeteilt wurde, hinausgeht. In dem mit den gefallenen Engel beginnenden apokalyptischen Endkampf muss die ganze himmlische Hierarchie eintreten. Das Wie bestimmt auch hier allein der HEILIGE GEIST.

Sie sind nicht nur mit St. Michael und den sechs weiteren Erzengeln die himmlischen Heerführen im Kampf des Anfangs, da Luzifer mit seinem Anhang aus dem Himmel verstoßen wird

sie treten als Schutzengel ein in den Raum der Kirche in der Verantwortung für die Seele des ihnen aufgetragenen Schützlings,

sie sind im Zeichen einer letzten Auseinandersetzung mit dem Erzfeind GOTTES mit ihren Brüdern in den Kampf gestellt.

Als arme Sünder erfahren wir schon heute, dass wir gegen den gefallenen Geist nicht bestehen können. Eine Bastion des Glaubens nach der anderen geht uns verloren. GOTTES unbegreifliche Geduld wartet noch immer, dass wir nach der Hilfe der guten Geister rufen. Doch es ist da eine dem Tod ähnliche Müdigkeit über der Kirche, die ihr den Himmel verschlossen hat. Vertrauen wir auf den GEIST und das Maß der Opfer der Märtyrer der Kirche, das erst voll werden muss.

Offb 6,9 „Als das Lamm das fünfte Siegel öffnete, sah ich unter dem Altar die Seelen aller, die hingeschlachtet worden waren wegen des Wortes Gottes und wegen des Zeugnisses, das sie abgelegt hatten. 10 Sie riefen mit lauter Stimme: Wie lange zögerst du noch, Herr, du Heiliger und Wahrhaftiger, Gericht zu halten und unser Blut an den Bewohnern der Erde zu rächen? 11 Da wurde jedem von ihnen ein weißes Gewand gegeben; und ihnen wurde gesagt, sie sollten noch kurze Zeit warten, bis die volle Zahl erreicht sei durch den Tod ihrer Mitknechte und Brüder, die noch sterben müßten wie sie. 12 Und ich sah: Das Lamm öffnete das sechste Siegel. Da entstand ein gewaltiges Beben. Die Sonne wurde schwarz wie ein Trauergewand, und der ganze Mond wurde wie Blut. 13 Die Sterne des Himmels fielen herab auf die Erde, wie wenn ein Feigenbaum seine Früchte abwirft, wenn ein heftiger Sturm ihn schüttelt………

Damit wir erkennen, wie notwendig wäre:

· Die Zeichen der Zeit zu erkennen

· sie im Licht des Wortes GOTTES zu prüfen,

· auf die Stimme der Propheten zu hören und sie hier einzuordnen.

Ausdrücklich wird Johannes angerufen, noch einmal zu „prophezeien“. An ihm wären deshalb zuerst all die Prophezeiungen zu messen, die uns heute zukommen und von der Kirche wie nicht geschehen betrachtet werden. Schutzlos sind hier die Gläubigen ausgeliefert. Warum kann selbst die Öffnung der letzten Päpste nicht tiefer eindringen bei Bischöfen und Priestern?

Offb 18,11 „Und mir wurde gesagt: Du mußt noch einmal weissagen über viele Völker und Nationen mit ihren Sprachen und Königen.“

 

„Prüfe, das Gute behalte!“

Weil wir in einen schon von Menschen bestimmten Raum, eine Zeit, in bestimmter Weise eintreten, kommt uns von dort aus der Erfahrung Anderer erstes Licht zu. Wie immer sie sei, sie kommt von Jemand, der solche Offenbarung empfangen hat. Hier können wir nachfragen, nachforschen, wie weit immer uns die Neugier antreibt. Wir kommen an einen Punkt, wo uns nicht mehr von Außen, sondern von Innen Licht zuteil werden müsste. Es muss da, wie man es nennt, ein Religionsstifter sein. Auch wenn wir dort weiter – nach Außen nachforschen, wie uns der Erkenntnishunger antreibt. Hier wäre gnadenhafte Hilfe, wenn uns Jemand lehrte, zu unterscheiden, statt uns blind diesem Erkenntnishunger auszuliefern, der heute den Menschen nicht mehr loslässt.

Erkennen im Licht und Zwielicht

Dies ist das Nächste, was wir nach der Markierung unseres Lebens im Anfang und Ende unterscheidend erkennen müssten: es gibt ein Erkennen im Licht und eines im Zwielicht. Was damit gemeint ist, können wir aus der Natur erkennen, wenn der Tag in die Nacht übergeht oder die Nacht in den Tag: da mischen sich Licht und Dunkel in nicht von uns her aufzulösender Weise. Sie sind weder chemisch noch sonst wie zu scheiden, wie es bei Mischprodukten in der Natur oder aus Menschenhand mit einigen Schwierigkeiten vielleicht können. Doch auch hier ist Voraussetzung, dass uns ein Licht der Erkenntnis sicheren Ursprungs geschenkt ist. Freilich bleibt auch hier die Frage: Woher?

Es müsste uns, hier kann uns die Weisheit der Sprache helfen, aus dem „Ursprung“ kommen, also von dem, der Ursprung all dessen ist, was wir Dasein nennen. Gehen wir hier mit dem Wort weiter, dann kommen wir darauf: alles was hier ist, wir eingeschlossen, muss als ein Da- ein Hier-sein seinen Ursprung in einem Höheren Sein haben, das selbst die Heiden als ein persönliches Sein, nicht wie der im Materiellen verlorene Mensch als ein Prinzip, also etwas Abstraktes bestimmt, das man schlussfolgernd ableiten kann. Wo einer sich „wissenschaftlich“ so verstiegen hat, ist nur noch schwer zu helfen. Meist hat er selbst sein Person- sein Jemandsein, verloren. Er ist auch nur eine Abstraktion.

Offenbarung des „LAMMES, das geschlachtet wurde“

Hier sind wir der Erkenntnis Dessen nahe, der das eine wahre Licht mit seinem Dunkel vermischt. Doch ob Er ist und woher er ist, kann uns wieder nur in einem höheren Licht offenbar werden. Es muss von dem einzig wahren Licht kommen, das die Menschen in verschiedener Weise „Gott“ nennen. Woher dieser Name kommt, gibt uns, wo wir uns nicht auf menschliche Erkenntnis verlassen, allein wieder ER, der der Ursprung ist, rechte Antwort. Da der menschlich in seinem Äonen währenden Abstieg nach dem Sündenfall in der Gnade GOTTES langsam wieder zu dem Licht zurück fand, das ihm im Anfang geschenkt war, war ein Anker geworfen, den die Menschheit heute verliert und dem Untergang nahe bringt.

Hier muss erläutert werden: es gibt ein Erkennen, das dem Menschen gnadenhaft wieder zukam, wo er sich führen ließ, in dem sich die Menschheit zu der Höhe empor arbeiten, die er heute verliert, weil er die Unterscheidung, woher sie kam zurück, weist. Er weiß es kraft eigenen Erkennens besser.

„Natürlich – übernatürlich“

Hier muss uns deutlich werden, dass die Unterscheidung „natürlich – gnadenhaft“, so notwendig sie ist, um GOTT nicht mit der Welt zu vermischen, heute in einem anderen Lichte steht. Die hier im Humanen bleiben, sind sich nicht bewusst, dass sie sich damit aus dem Buch des Lebens streichen. Ohne die Übermacht der Gnade, wie sie uns ganz persönlich im Schutzengel zukommt, ist der Mensch der Übermacht des Feindes ausgeliefert. Der glaubende Mensch, muss täglich, um den Weg nicht zu verlieren, neu unterscheiden. Letzte Klarheit wird ihm erst, wenn er sich sterbend im wahren Licht vor GOTT erkennen kann. Gnadenhaft hat GOTT, da ER in JESUS CHRISTUS das wahre LICHT Mensch werden ließ, die Unterscheidung „natürlich – gnadenhaft“ zugestanden, um dem Menschen freie Wahl zu lassen. Heute wo er in der Kraft des Widersachers dieses LICHT leugnet, brauchen wir das Licht des Engels um im Glauben, den Nebel des Zwielichtes zu durchbrechen.

Der Mensch, der dies leugnet sagt in gleicher Weise wie der „Lügner von Anbeginn“ Nein zu sich selbst, um sich aus eigener, eingebildeter Kraft neu zu setzen, wie Dieser es in der Prüfung in der Entscheidung gegen GOTT getan hat. Wo auf diese Weise, wie wir es erfahren, die Finsternis in dieser Welt sich durchsetzt, kann nur der bestehen, der mit seinem ganzen Sein in GOTT gegründet ist. Dies ist die Entscheidung in der heute auch jeder noch irgendwie Glaubende steht. Entweder ganz zu GOTT Ja sagen oder dem Dunkeln anheimfallen. Mit der fortschreitenden äußeren wie inneren Zerstörung des Glaubens ist auch aller Erkenntnisfortschritt der Menschheit, der ihr gnadenhaft im Aufblühen der Hochkulturen geschenkt war, ausgelöscht. Wo in JESUS CHRISTUS der Glauben in die Welt kam, half ihm die Unterscheidung von „natürlich und übernatürlich“, seinen eigenen Weg in Freiheit zu gehen, da sie dem Feind in die Hand gespielt wurde, ist sie mit allem Kulturerbe der Menschheit in Gefahr verloren zu gehen, wenn sie nicht im Glauben aufgenommen ist.

So ist der Glaube das Erste und das Letzte, die uns aufgegeben sind. Wir können ihn nur in dieser Gegensätzlichkeit der Kreuzesspannung von Anfang und Ende, der wir in dieser Arbeit als Erstes nachspüren müssen.

 

DREI und EINS im Anfang und im Ende,

sie helfen uns betrachtend dem Thema näher zu kommen. GOTT fügt es so, dass er im Anfang aus Seinem LICHTE schuf das Licht der hl. Engel, sie waren wie Götter, doch untergeordnet dem Unbegreiflichen, Größeren LICHT GOTTES. Mit ihrer Erschaffung im Licht war ihnen das Licht der Erkenntnis gegeben, darum waren sie augenblicklich in die Prüfung gestellt, ob sie in ihrem Licht das LICHT GOTTES in Liebe und Dankbarkeit annahmen. Der Blick zurück auf ihre eigene Herrlichkeit täuschte und schied. Mit dieser Entscheidung kam zur GOTT eigenen Gegensätzlichkeit die sich gegen ihn auflehnende der Lüge hinzu, in der der Widersacher zum Werkzeug der Prüfung auch für den Mensch wurde. Er konnte gar nicht anders als sich schon in der ersten Begegnung mit ihm als der Verneiner zu bekennen. Er muss es durchtragen in alle Ewigkeit, selbst als unsterblicher Staub zu Füßen GOTTES. Er muss wie die Schlange das ewig zu sich nehmen, wozu er sich im Angesicht GOTTES entschieden hat. Wir können dieses Furchtbare nicht genug betrachten, um nicht in die Nähe dieser Entscheidung gedrängt zu werden.

Die Menschheit steht heute in ihrer „Reife“ in der gleichen gewaltigen Entscheidung in der alle auch die religiösen Ordnung, die GOTTES Erbarmen ihm bauen ließ, um sich abzustützen, zerfallen, hin zum Staub, wo sie nicht im Herzen des Menschen neu aufgebaut werden. Hier ist der hl. Engel zur Hilfe gerufen, so wie er einst unsichtbar mitgeholfen hat, die hl. Ordnung der Christenheit aufzubauen, so muss er sie jetzt hineintragen in das Herz der GOTTgetreuen, der Anawim der Endzeit. Wenn wir in die GO hinein finden wollen, muss die trinitarische Ordnung der Himmelschöre in der Hierarchie, auch in unserem Herzen erstehen. Wie MARIA in der Ordnung des Menschen in der Sechs (2x3) am vollkommensten das Geheimnis der HEILIGSTEN DREIFALTIGKEIT widerspiegelt, so die hl. Engel in ihrer größeren Nähe zu GOTT das Dreimal DREI der Hlst. TRINITÄT.

Wie GOTT schon in Seinem Sein den ersten Geschöpfen zur Prüfung wurde, so heute den Menschen. Wehe uns armen Sündern wenn wir im Zorngericht GOTT nach Seinen Taten bemessen wollen, dann stehen wir schon jetzt auf der Seite des Widersachers, der auf sich, als die erste Tat GOTTES blickte und von dorther entschied. Erste Voraussetzung der Begegnung mit dem DREIFALTIGEN GOTT ist die Armut des Geistes. Wenn sie uns heute mehr denn je gerade im religiösen Leben verloren gegangen ist, dann bleibt uns nur noch das lebendige Vorbild MARIENS, der Braut des HEILIGEN GEISTES und der Königin der Endzeit. Da sie über die Chöre der hl. Engel hinauf zum Throne GOTTES in ihrer Himmelfahrt gerufen wurde, ist uns in ihr auch das endzeitliche Geheimnis der hl. Engel nahe, über die sie GOTT als Königin und Feldherrin, als Siegerin in allen Schlachten gesetzt hat. Alles „Protestantische“ in unserem Glauben, das auch den katholischen Glauben zu durchsetzen versucht, muss zuerst im Feuer der Prüfung, in das jeder Einzelne gerufen ist, verbrennen, weil es dem Ruf St. Michael: „Wer ist wie GOTT“ entgegen steht.

Schauen wir in dieser nüchternen Erkenntnis von unserer Armut weg auf die Gegenzahl Neun im Leuchter, dann leuchtet uns wie von selbst das Bild der Sonnenumkleideten Frau von Offb 12 auf, wie sie in Mexiko am Beginn der Neuzeit dem armen Indio im nicht von Menschenhand gemalten Bild ihrer Herrlichkeit begegnete. Sie wird zum Banner der Getreuen im endzeitlichen Kampf des Geistes. In ihr müssen wir erkennen: nicht nur wir, sondern mit uns die stumme Schöpfung auf der einen Seite, wie die hl. Engel auf der anderen Seite, sind in diese in ihrem Bild vorgegebene Prüfung hineingestellt. Wie tief dankbar müssen wir dafür sein, dass der hl. Engel uns als unfehlbarer Helfer und Kämpfer an die Seite gestellt ist, damit wir in allem Umbruch der Dinge nicht wanken und nach der falschen Seite neigen. So schließt sich in diesem Bild der äußerste Kreis, der sich um unsere Betrachtung: Auferstehung und Apokalypse legt.

 

Mit MARIA „kreisen“

Hat sie nicht jedes Seiner Worte im Herz erwägt;

Tag und Nacht?

So ist sie eingetreten

in das Ewige Kreisen

des Lichtrings des DREIEINIGEN GOTTES

um das Eine, das nie erschöpft werden kann:

DIE LIEBE,

die nie endende Liebe GOTTES,

in Sich und hinaus in alle Weiten

im Wehen des GEISTES und Seinem Hauch,

in dem Alles wieder heimkehrt

IN SEIN HERZ.

 

Sie weidet wie ein Lämmlein auf grüner Weide

Immerfort fließen die Wasser der Gnade über sie.

Jedes Wort überlegt sie im Licht des Engels

Allzeit umhüllt sie der Brustschleier des Geheimnisses,

o wie schön bist Du MARIA!

 

 

Ein wenig mag uns dazu verhelfen, wenn wir die hier angeschnittenen Geheimnisse im Rosenkranz immer wieder neu durchbeten; zuerst in der vorgegebenen Ordnung, nur dass die Einleitung mit dem „GOTT allein“ in die Mitte hineinkommt, wie es uns die traditionellen Geheimnisse des Rosenkranzes weisen. Immer ist das Mittegeheimnis MITTE für die 2x2 umgebenden. Das sollte unsere westliche Weise des Immerwährenden Gebetes sein. Nichts haben wir heute mehr nötig. In der Kraft dieses in der Einheit mit den hl. Engel immerwährenden Gebet, das zutiefst in der Mitte auf die Anbetung zugeht, helfen wir am meisten mit, dass sich das „Siehe, ICH mache Alles neu!“ erfülle! Schauen wir nicht in den jeweils fünf Geheimnissen immer auf die Kostbaren Wunden Unseres HERRN?


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Auferstehung und Apokalypse

I.Teil: Erdbeben und erstes Licht

 

Teil I schaut auf den HEILIGEN GOTT,

in der Gegensatz - Spannung:

Wachstum in der Führung des hl. Engels

(im Licht der Neun Engelchöre[3])

- hin auf das Geheimnis einer Neuen Geburt (IX).

 

+++

 

Gebet am Anfang, da wir uns dem GEHEIMNIS nahen

 

Verhülle mich, o Herr,

da ich Dein Eigen bin

und DU verhüllt bist.

 

Lasse meine Seele leben in DIR, wie DU lebst,

nur mehr preisend den VATER,

 

in dieser tiefsten Liebe, die nimmt,

um tausendfach geben zu können. (Hymnen, MB[4])

 

+++

 

Heute wo das Kreuz leise oder laut verschwindet, müssen sich die Getreuen um so mehr an diesem Weinstock festhalten, ohne den die Weinrebe am Boden schlängelt und endlich verdirbt. Leben kann nur gedeihen, wenn es nach Oben strebt. Im Gleichnis von der Weinrebe, die der HERR auf sich bezieht, gibt ER uns nüchternen Hinweis, wie auch wir uns im Kreuz in und durch IHN aus dem Morast ein dem Verfall verurteilten Welt herauswindet, um ins Ewige Licht zu gelangen.

15:1 „Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Winzer. 2 Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab, und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt.

· Wir müssen uns nur beschneiden lassen, dafür sorgt die tägliche Gewissenserforschung mit dem hl. Engel, der uns in unserer je eigenen Berufung am besten beraten kann.

· In einer Welt die bis in die Jugend hinein dem Todeskult verfallen ist und ihm täglich Leben schon im Mutterleibe opfert, muss unsere opfernde, gehorsame Hingabe an das LEBEN reiche Frucht bringen.

· Im Opfer, das in Seines eingeht, soll unser Leben, nicht zuerst unser äußeres Tun GOTT verherrlichen, der DAS LEBEN ist.

· Damit wir in diesem Opfer der hl. Messe bleiben, den ganzen Tag hindurch (wie ein hl. P. Pio!), halten wir uns an unseren guten hl. Schutzengel, er bleibt auch mit uns in ewiger Anbetung allzeit vor GOTT. Nicht nur örtlich war er dem hl. Erzengel (in Monte Gargano) nahe, viel mehr war er es noch in seinem Herzen. GOTT braucht Kämpfer, nicht mit äußeren Waffen der Gewalt, sondern wie er kraft der Ganzhingabe: „WER IST WIE G O T T !“!

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Anruf dieser Arbeit

 

Der ganze Mensch muss antworten

Das Anliegen dieser Arbeit ist in anderen Arbeiten vorbereitet: „Einstieg in die GO.“

„Wunderkraft der Sühne“, „ An der Hand MARIENS und des hl. Engels“

Nicht um neues Wissen geht es uns, sondern um die persönliche Antwort, die GOTT von Jedem von uns fordert, spätestens wenn ER uns heim ruft.

Darum wollen wir uns in dieser Arbeit, ausgehend von den Auferstehungsberichten fragen:

 

1. Was haben die hl. Engel mit der Auferstehung zu tun, da sie in den Auferstehungsberichten im Wirken des HEILIGEN GEISTES in besonderer Weise nach vorne treten? (Gabe der Erkenntnis)

 

2. Was vermitteln sie uns, im Blick auf MARIA, die Unbefleckte und doch zugleich „Mutter der Straße“, in der allein der geistige Kampf dieser Tage bestanden werden kann? (Gabe der Weisheit)

 

3. Wie bestimmen sie den Aufbau der Kirche, auch wenn sie nach der Auferstehung zurücktreten, damit ER, der HERR, in der Mitte stehe? (Gabe des Rates)

 

4. Warum treten sie in dieser Zeit, leider zuerst von der anderen Seite ins Zwielicht gestellt, leise (um unsere Freiheit zu achten), aber umso bestimmender (da es um unser ewiges Heil geht) nach vorne?(Wissenschaft „des Kreuzes“)

 

5. Wie können sie uns in dieser Zeit des geistigen Kampfes um das Reich GOTTES das Licht und die Kraft der Auferstehung CHRISTI vermitteln?(Gabe des Starkmuts)

 

6. Wie erkennen wir sie in ihrem Anruf und Wirken in der hl. Schrift, aber auch im Alltag? (GOTTESfurcht)

 

7. Was ist das Ziel der Läuterung der Kirche, in der sie nicht nur als Werkzeuge der Gerechtigkeit, sondern vor allem als unsere stärksten Verbündeten dienen? (Gabe der Frömmigkeit >der GOTTseligkeit)

 

Halten wir uns diese Fragen in ihren Bezug auf die Sieben Gaben des Hl. GEISTES in unserem Betrachten, zu dem auch dieses Buch in erster Linie anregen soll, vor Augen.

 

Fest der Barmherzigkeit,

Seligsprechung des hl. Vaters Johannes, Paul II

durch Papst Benedikt XVI

 

In der Nähe dieser beiden Päpste zueinander ist eine tiefe Gegensätzlichkeit verhüllt. Papst Benedikt schaut zurück auf ein Europa, das die Wiege des Glaubens wurde, aufbauend auf dem Römischen Reich. Das mit die Struktur der Kirche bestimmte.

 

Papst Johannes Paul seht voraus auf eine Kirche in ihrem Auftrag alle Menschen, alle Rassen, Religionen und Nationen, die sich zu dem EINGEN GOTT und VATER JESU CHRISTI bekennen, bewusst in der Kirche, unbewusst in allen Menschen „Guten Willens“ der ganzen Erde.

 

In dieser Gegensätzlichkeit – in der sich zugleich ein gemeinsamer Weg kund tut, offenbart sich in anderer Weise die Prüfung dieser Zeit. Alles menschliche Besserwissen und –wollen stehen vor dem unbestechlichen Auge des VATERS unseres HERRN JESUS Christus im Gericht. Retten kann uns arme Sünder, wo immer wir stehen, nur die Größere, UNBEGREIFCHLICHE BARMHERZIGKEIT GOTTES, die Mensch geworden in Seinem SOHN, uns entgegen kommt, wie sehr wir uns auch im Dschungel dieser Welt verirrt haben. Nehmen wir alles nur menschliche Urteilen zurück und lassen uns von ihr umfangen. 1.Mai, Tag des hl. Josef, Beginn des MARIENmonates, Tag der „Ersten Posaune“[5]

 

„Verheißung und Erfüllung“

Das Buch der Geheimen Offenbarung (GO) ist das schwierigste der ganzen Bibel. In der Kirche sind es nur Wenige, die sich daran gewagt haben. Obwohl Alles, was GOTT uns als Offenbarung schenkt, angefangen vom Alten Testament bis zur GO „Offenbarung“ ist, so gilt dies noch in einem besonderen Sinne von der GO. Es geht hier um die „letzte Wahrheit“, die GOTT allein ist. Auch wenn der Mensch nach dem Willen GOTTES ein Geschöpf der Hoffnung ist und deswegen ein Suchender, er kann das, was Wahrheit im Letzten ist, nicht erreichen, wenn wir dies nicht nur intellektuell verstehen. Nicht um Wahrheit geht es bei der Offenbarung, die wir im Licht unseres Geistes verstehen können, sondern die Wahrheit, die in uns Fleisch, wirklich werden soll, wie sie für alle Menschen, die sich GOTT öffnen in JESUS CHRISTUS verheißen ist.

Gerade heute stehen wir hier in einer entscheidenden Prüfung:

Auf der einen Seite die Wahrheit, die dem Geschöpf, Engel, Mensch zugänglich ist, die dem ersterschaffenem Engel, im Rang der Seraphim, dem Lichtträger zu wenig war. Da er mit allen Engeln gerufen war, dem Menschen auf seinem Weg zu GOTT zu dienen, lehnte er sich gegen IHN auf, setzte sich selbst als „gott“ und riss mit sich die Engel, die sich ihm anschlossen.

Auf der anderen Seite die Wahrheit in JESUS CHRISTUS, dem Fleisch geworfenen WORT GOTTES, in dem der VATER uns aufweist, was das Ziel des Menschen ist und wie er es erreichen kann. Sie muss in ihm als Adoptivsohn GOTTES in JESUSCHRISTUS Fleisch werden, je nach der verschiedenen Berufung, die dem Einzelnen in der Weisheit GOTTES zugedacht ist.

Diese dem Menschen zugängliche Wahrheit kann er bis zu einem gewissen Grade, erkennen, doch sie ist vor GOTT erst dann ganz, wenn der Mensch sie aufgenommen hat und in ihm Fleisch geworfen ist nach dem Maß, das ihm im SOHN gewiesen ist.

In diesem Sinne, das mag uns überraschen, sind auch die hl Engel noch auf dem Weg. Obwohl sie nach der Prüfung das Höchstmaß der Erkenntnis im Geiste erhalten haben, das ihnen nach ihrer Stellung in der Hierarchie zukommt, letztes Maß ist auch für sie der GOTTmensch JESUS CHRISTUS, dem sie sich im Dienste am Menschen verpflichtet haben und in dem sie ihre letzte Vollendung in Einheit mit dem Menschen erfahren sollen. Das ist der tiefere Sinn schon des Schutzengeldienstes, in den jeder Engel einmal gerufen ist, um diesen Dienst praktisch zu erfahren. Im Maße wir in die letzte Zeit eintreten, in der sich der Plan GOTTES über die Schöpfung schon hier auf Erden vorbereitend erfüllen soll, sind sie gerufen, in den letzten Kampf mit ihren gefallenen Brüdern einzutreten.

Dies ist das GEHEIMNIS DER GEHEIMEN OFFENBARUNG, das in der übrigen Offenbarung der Bibel verborgen anwest. So weit sie Wort ist, gilt auch hier: sie muss notwendig „Fleisch wer-den“. Wo der HERR vor den drei auserwählten Aposteln verklärt wird, wirft der VATER auf dieses Geheimnis ein erstes Licht, um ihnen das Ärgernis der Passion zu nehmen. Dieses letzte Geheimnis wird sich nur denen öffnen, die schon hier in das Neue Leben im GEISTE im Einsein mit dem hl. Engel gerufen sind. Wie wir es in JESUS CHRISTUS leibhaft erfahren, gilt auch für sie: sie müssen das Nadelöhr der Passion, die ER auf sich genommen hat, im Zeichen des Kreuzes durchschreiten, wie ER es in der Auferstehung durchschritten hat. „Per Crucem ad Lucem“, „Durch das Kreuz ins LICHT!“. Dies ist die Prüfung in der zuerst die Kirche, mit ihr aber die ganze Menschheit heute steht. Schon zu erkennen, was in der GO aufgeschrieben ist, ist dem Menschen unmöglich, dazu bräuchte er den Geist des hl. Engels. Zu erfahren, was dies im Blick auf die Menschwerdung bedeutet, ist selbst dem hl. Engel noch verschlossen. Er muss wie im Anfang in unbedingter Unterwerfung unter den Unbegreiflichen Willen GOTTES sein Ja zu GOTT wiederholen und im geistigen Kampf, der auch von ihm das Letzte fordert, bewähren.

Letztlich gilt das auch für den Menschen, seiner anderen, erdgebundenen Natur angepasst:

· In seiner Geburt auf die Erde, die seinen Eltern im Fleisch in die Hand gegeben ist, haben diese für ihn das erste Ja, hier zum VATER alles Lebens gesprochen.

· In seiner Taufe, die im Normalfall seine Eltern von der Kirche erbeten haben („Was begehrst Du…?) haben wieder die Eltern für ihn in JESUS CHRISTUS ihr Ja gesprochen.

· Das Ja in der hl. Kommunion wie dann in der Firmung muss der Getaufte wenigstens mitsprechen und dann im HEILIGEN GEIST in seinem Leben durchtragen.

Auch wenn sich im Umbruch der Zeit Manches verändert hat, diese drei Schritten, sind dem Mensch in Verantwortung vor GOTT aufgegeben. Für ihre Erfüllung muss er im persönlichen Gericht, sein hl. Engel ist mit ihm, dafür Rede und Antwort stehen.

Die ganze Schwere solcher Verantwortung wird uns erst bewusst, wenn wir nüchtern überlegen, dass wir damit, selbst wenn wir Heiden bleiben, in den geistigen Kampf um das Reiches GOTTES stehen, der im Anfang der Schöpfung begann (Siehe die Scheidung schon am ersten Tag) und erst am Letzten Tag, dem Weltgericht beendet sein wird.

Weil der Feind heute in knirschender Nüchternheit weiß, die Zeit für ihn ist kurz, setzt er alle Kräfte ein, um sich gegen GOTT durchzusetzen. Wir können es heute handgreiflich erleben. Es geht um den Sieg des GEISTES GOTTES gegen den Geist des Geschöpfes, das sich gegen GOTT auflehnt. Der Mensch ist hier nur Spielball in der Auseinandersetzung mit Mächten, die ihm als erdgebundenen Geschöpf nicht greifbar sind. Nüchtern gesehen, kann er diesen Kampf von sich aus unmöglich bestehen, wen ihm hier die Gnade GOTTES nicht im Höchstmaß entgegen kommt. Gerade heute, wo sie bis in die Kirche hinein nicht mehr erkannt wird, weil dem Humanismus der Vortritt gegeben wurde.

Die Gnade, die er braucht, ist wieder nicht eine allgemeine. Hier werden alle Parteiungen in der Kirche scheitern, in denen der Feind sie zerspalten will. Darum hat GOTT in Seiner Weisheit in das aufbrechende Chaos in Einheit mit dem Fest des Weißen Sonntags (Erstkommunion) das Fest der BARMHERZIGKEIT gesetzt als letzten Halt für alle, die GOTT nicht einfach leichtfertig für „tot erklären“, ob bewusst oder unbewusst. Nur in der Barmherzigkeit GOTTES gibt es noch Heil, notwendig muss hier alles pharisäische Besserwollen und – wissen scheitern.

Um die vorausgehende Gnade der hl. Faustina zu wissen, ist schon ein Schritt, der zweite, den Barmherzigkeitsrosenkranz, wo möglich täglich zu beten. Doch das Geheimnis dieser letzten Gnade muss wieder in jedem auf je einmalige Weise Fleisch werden. Dazu brauchen wir das Feuer der Läuterung, das jetzt schon zu erfahren ist und bald die ganze Menschheit in der Garabandalgnade vor Gericht bringt. Nicht erst hier, doch spätestens hier muss uns der hl. Schutzengel zu Hilfe kommen, er der mehr weiß als wir um unsere je einmalige Berufung. Denn um die geht der letzte Kampf: hier kannst Du Dich nicht mehr auf Deinen Taufschein berufen, hier musst Du schon hier und jetzt in Einheit mit Deinem hl. Engel Dein je persönliches Ja vor GOTT sprechen oder wie Pilatus bei dieser Frage ausweichen auf „Was ist Wahrheit?“ und damit dem in die Hände fallen, der als Erster meinte, vor GOTT ausweichen zu können.

 

Das Anliegen dieses Buches ist, diesen Anruf der GO in ganz persönlicher Weise weiter zu geben. Das Buch soll Zeugnis sein zum Anruf: „Auferstehung und Apokalypse“. Er ist mir Lebensthema geworden. Darum schon hier ein persönliches Wort. Erster Anruf war die Zerstörung von Würzburg im März 45, da die Stadt, ohne jegliches militärische Ziel, in einem Bombenangriff zerstört wurde. Von 100 000 Menschen starben 25000, meist eines Feuertodes. Zeitbomben explodierten noch eine halbe Stunde nach dem Angriff. Wo Menschen sich aus den brennenden Häusern zu retten versuchten, wurden sie auf der Straße zerrissen. Am Rande der Stadt gelegen, mussten wir zusehen, wie unser Haus herunterbrannte.

Als der Angriff begann, flog mein Vater, der draußen frische Luft schöpfte, durch die aufgerissene Kellertüre herein. Wir waren in den letzten Kriegsmonaten daran gewöhnt, die Nächte im Keller zu verbringen. Viele waren wohl eingeschlafen, da kam die Meldung: „Fluggeschwader der Royal Air Force nahen von Westen.“ Schon fielen die ersten Bomben. Seltsamerweise erinnere ich mich nur an das, was meinem Vater passierte. Heute erscheint mir, Alles um mich herum verschwand. Es war ein Erlebnis außerhalb von Ort und Zeit .Vergaß sogar, wer ich war. Sah nur, als ich hinausging, dass die Stadt brannte vom einen Ende zum anderen lichterloh, über ihr wie eine Fackel die Feste Marienberg.

Weiß auch nicht mehr, wann ich hinausging, wohl nachdem kein Pfeifen der fallenden Bomben mehr zu hören war. Sah nur das Feuer, nicht zuerst mit den fleischlichen Augen, sondern wie von Innen. Kann dies nur so beschreiben. Sehe das Feuer noch heute, in mir und um mich. Seltsam, dass ich keine Angst hatte. Oft waren wir unter Tag auf dem Balkon gesessen und sahen wie die Fluggeschwader in Formation von der Bombardierung von Schweinfurt zurückgekehrten. Einmal haben sie in einem anderen Viertel ihre letzten Bomben abgeladen. Es war nicht einmal Voralarm. Auch damals kein Erschrecken. Nachts war es unheimlicher, wenn wir aus verdunkelter Wohnung die Treppe hinunter stiegen. Doch Angst habe ich auch da nicht erfahren. Was damals und dann auch beim Großangriff geschah, ich konnte es nicht greifen.

Wir versuchten noch Einiges aus dem brennenden Haus zu retten, meist in dem wir es zum Fenster hinauswarfen. Ich machte mit, doch wie ohne Bewusstsein, was ich eigentlich tat. Von der Straße weg brachten wir die Sachen hinüber in die Ringanlagen vor unserem Haus. Dort lagerten wir, bis wir am übernächsten Tag von einem Militärwagen aufs Land gebracht wurden. Begriff nicht, was geschehen war, als sei in mir alles Denken ausgeschaltet: sah nur das Feuer, das weiter drei Tage lang brannte. Von einem Ende der Stadt zum anderen nur Ruinen: gespenstisch. Kam mit dem Vater kaum in die Stadt hinein, wo Vater sein Geschäft hatte. Gingen den Weg am Mainquai, doch kamen nicht hinein, erst als das Feuer vorbei war. Nur der Keller war unversehrt.

Lebte damals nur wie mechanisch. Ähnlich war es mit der Flucht deutscher Soldaten, hinter ihnen die Panzer der Amerikaner, die links und rechts streuend um sich schossen, als sie in das Dorf einzogen. Auch hier hatten wir Glück, die Häuser hatten nur Lehmwände. Weiß nicht ob wir uns auf den Boden geworfen hatten. Die erste Frage, die ich mir später einmal stellte, war: „Wie kam es, dass ich nicht einen Augenblick an die Menschen dachte, die damals grausam zugrunde gingen? Sie starben fast wie KZ Häftlinge im Krematorium. Ganz im Hintergrund war die Frage: „Was ist der Mensch“. Nach GOTT konnte ich nicht fragen, denn ich war nicht getauft und kannte Kirchen nur als Museum. Wie konnte ich so gefühllos sein.

So gehen wohl bei den meisten Menschen auch entscheidende Ereignisse vorbei. Man nimmt es auf sich und vergisst mit der Zeit, auszulöschen sind sie nicht, irgendwann, wohl spätestens im Sterben müssen wir Antwort stehen, auch für das, was an uns geschehen ist. Es sollte uns etwas sagen, auch wenn sich die Frage wie bei mir erst spät, spät stellte. Zunächst waren die Folgen des Zusammenbruches des Dritten Reiches zu tragen. Hitlerjugend, drei Appells die Woche, wer nicht kam wurde von der Polizei geholt. Immer wieder kamen mir die Kriegsmeldungen in den Kopf. Nur langsam dämmerte mir, welch einem Betrug wir zu Opfer gefallen waren. Die einzig unpraktische Folgerung daraus war: „Nie mehr Krieg!“ Wir waren voll Misstrauen gegenüber jedweder Autorität, das wirkt noch heute nach bald 70 Jahren.

Selbst als ich langsam, wie auf wohl bedachten Schritten (nicht meinerseits, sondern von Oben) zum Glauben fand, hatte ich hier am Meisten zu kämpfen. Vielleicht hat das der Studentenpfarrer in Mainz, der mich 1955, zusammen mit zwei Protestanten, in drei Katechismusstunden auf die Taufe vorbereitete, gespürt: „Lass ihn seinen Weg allein finden!“ Es war Führung von Oben und nicht Nachlässigkeit. Wir haben uns später manchmal wieder gesehen. Obwohl mir inzwischen aufgegangen war, dass ein wenig mehr an Wissen um die Kirche nicht geschadet hätte, habe ich nie gefragt: „warum nur drei Stunden“. Mit der Firmung ging es dann auch so schnell, dass ich vergaß, dass ich schon gefirmt war. Damals wurde einer der Schulklassen, wo ich lehrte, zur Firmung in der Jesuitenkirche in München gerufen. Ich nahm die Gelegenheit wahr, gefirmt zu werden.

Noch seltsamer: Jahre später im Seminar in Freising fand der Präfekt mein Taufzeugnis, auf dem sehr wohl die erste Firmung eingetragen war (hatte dieses Papier nie vorher angeschaut!), bei der zweiten hat man es wohl versäumt zu fragen, auch nicht, ob ich irgendwie vorbereitet war Es war das Alles wie ein Nachklang von dem, was mir in der Bombennacht widerfahren war. Es geschah auch Dieses an mir, als hätte ich daran keinen Anteil, obwohl ich doch sehr wohl bewusst mir wenigstens einen Firmnamen vorher ausgesucht hatte. Sehr spät erst kam mir in den Sinn, dass ich einmal meinen Schutzengel in Lichtgestalt nachts im Zimmer gesehen hatte wo ich als Bub gegenüber von meiner Schwester schlief. Da ich regelmäßig böse Träume hatte: überfahren oder gemartert wurde und oft im Schlaf aufschrie, dass der Vater nebenan aufstand und nachschaute, war dieses das einzige Licht in meiner Heidenzeit. Musste erst Boden finden.

Später, schon als Priester, da ich vom Orden abgestellt, Zeit fand, mein Leben im Licht meines guten hl. Engels durchzugehen und aufzuschreiben [6]wurde mir betrachtend klar[7], wie sehr ich schon als Heide in von ihm auf all meinen Irrwegen geführt wurde. Damit war auch diesem Erlebnis alles Außerordentliche genommen. Im Dunklen Glauben, an der Hand des hl. Engels sollte ich bis heute Seine Hand erfahren – und dies obwohl ich gerade in der Zeit des Suchens, von der anderen Seite angestachelt, nach Zeichen und Wundern verlangte. Sie geschehen, doch so leise, dass ich sie wohl meist übersehe oder erst später, rückschauend erkenne. So ging ich auch in mein zweites Studium, das der Theologie, unbelastet hinein. Ist das Leben nicht ein wunderbares Abenteuer?

Ich wollte dieses Mal lernen, wie man richtig lernen soll (schielte dabei auf Sokrates!), wofür in der Schule und im ersten Studium nach dem Krieg im Ringen um den Lebensunterhalt kaum Gelegenheit war. Bleibend von aller, ersten und zweiten Studierei ist die Begegnung mit den wenigen Lehrern, die nicht zuerst durch ihr Wissen, sondern durch ihr Leben beeindruckten. Papier hat mich schon immer unsicher gemacht. Da ich im Gymnasium anfing, Bücher aus dem Amerikahaus in Nürnberg zu lesen und dabei auch in den Zwirn der Psychologie geriet, schrieb ich eine Fünf nach der anderen. Das Warum wurde mir nicht erklärt, es ging mir später auf.

Da ich den Buchstaben nicht ernst nahm, musste ich wohl in Kirchenrecht durchfallen und in Moral gerade noch so durchkommen. Das passte wenig für einen „Doktor“, der ich im ersten Studium, nach meiner Berufung suchend, geworden war. Doch wenn ich nicht darauf von Außen aufmerksam gemacht worden wäre, hätte ich wohl nicht einmal daran gedacht. Hatte ER nicht die Führung?“ Auch der „Doktor“ war nicht „mit Wissen“ verdient, sondern mehr gelebt als geschrieben[8]Da wir mit dem Studium, das zwischen Scholastik und protestantischer Theologe schwankte, wenig zufrieden waren, kamen damals Arbeitsgemeinschaften auf, in denen wir uns selbst zu helfen. Der Vorlesungszwang fiel unmerklich weg. Da mir der Sprachunterricht für die Amerikaner und Spanisch sprechenden zufiel,(vorher war die Unterrichtssprache Latein!) war mir eine Aufgabe vorgegeben. Daneben noch ein Arbeitskreis um die Gedichte von Trakl „Offenbarung und Untergang“, in dem sich mir das Thema der GO von anderer Seite zu erschließen begann.

Dieses „Daneben Studieren“ schenkte mir die wunderbare Gelegenheit, streitlustig mich mit all dem auseinanderzusetzen, was mir da an Philosophie und Theologie in der Zeit, genau in der Zeit des Vat.II bei den Jesuiten in Innsbruck vorgelegt wurde. Das tat ich, wieder still geführt, schon nach den Vorlesungen, jeweils in den Pausen. Der Weg zur Empore der Kirche war direkt bei den Hörsälen. Für die Examina versuchte ich allein oder mit Anderen durch zu arbeiten, was mir bedenkenswert schien. Nur so war die im Seminar unaufhaltsam fortschreitende Krise im Glauben wie organisch zu bewältigen. Nicht Weniges musste ins Feuer geworfen werden, was die Mitbrüder auf sich nahmen oder rebellierend von sich warfen. War jedes Mal betrübt, wenn wieder Einer aus der Dritten Welt uns verließ, die am meisten unter diesem Umbruch litten.

Wie gerne hätte ich mit ihnen vorher gesprochen. Doch dazu waren sie im Lernen zu fleißig und für uns so verschiedene Deutsche, die wir (wie unsere Amerikaner meinten) vor allem „Grundlagenforschung betrieben“, zu fremd. Gerade ihnen war ich menschlich am nächsten. Wie sehr sehnten sie sich nach Familie, wie es sich die Amerikaner bald selbst gestalteten mit ihrem durchgesetzten, eigenen Sonntagsfrühstück im Zimmer, zu dem sie sich gegenseitig einluden. Noch heute erscheint mir dieses Leben im Seminar wie unwirklich, gespenstisch; war der HERR hier nicht so wie die Jünger im Seesturm, als ER über die Wasser zu ihnen kam „wie ein Gespenst“? Wirkliches Leben schöpften wir im Winter wie im Sommer, da wir die freien Donnerstage in die Berge stiegen und aus dem gemeinsamen Leben unter einem Dach mit mehr als 24 Nationen. Hier war ein letzter Schein von Apostelgeschichte, Gelegenheit das Studium praktisch zu nutzen. Der Besuch von Aldo mit einer Gruppe von Focolarini weckte in mir Tränen der Rührung. Welch eine Gnade, lebendigem Glauben zu begegnen! Er kann nicht ausgelöscht werden, man muss ihn nur suchen!

Exkurs: „Apfel“

In allem inneren, tieferen Fragen nach GOTT drängte immer immer wieder die Versuchung, „den Weg abzukürzen. In ähnlicher Weise, wie sie Eva vorgelegt wurde. Statt das geschenkte Geheimnis des Lebens in Seiner Gnade ausreifen zu lassen, griffen sie handfest danach. Dass dafür gerade der „Apfel“ als Bild steht, hat viele uns noch verborgene Gründe. Nehmen wir drei heraus:

· er ist – auch nach Hildegard – eine besondere Frucht, die Frucht des Westens,

· er ist rund, lädt ein, hinein zu beißen

· und ihn bis auf den Stil zu verspeisen.

 

Schon diese Eigenschaften, lassen sich tiefer verstehen. Wir wollen mit dem, was uns aufgegeben ist fertig werden, um etwas Neues anzufangen. Auch wenn wir nicht wissen, was dieses Neue ist. Neues lockt unwiderstehlich. Schauen wir nur einmal einen Apfel an: er ist schön. Um besser zu verstehen, machen wir einen kurzen Sprung hinein in die Philosophie. Mit dem „Schönen“ kommen wir an die Vier Transzendentalien: Ureigenschaften des Seins, nach denen schon die Griechen frugen. Nach dem Unum=Eins, Verum=dem Wahren, dem Bonum=Guten, folgt, oft vergessen, das Pulchrum=das Schöne, Erst in ihm findet Alles seine Vollendung. Es weist geradewegs auf den „Baum des Lebens“ im Hintergrund, der dann auch beim Fall des Menschen in der Genesis erwähnt wird: Was blieb GOTT noch, um Seinen Plan mit der Schöpfung organisch zur Vollendung zu bringen? Er musste den Menschen aus dem Paradies verweisen. Er hätte sonst nach dem Baum des Lebens gegriffen.

Der Mensch sucht nichts Anderes als „Leben“, und zwar „in Fülle“, wie es JESUS verheißt, auch wenn er darin nicht das ihm von GOTT verheißene Ewige Leben erkennt. Er sucht es nicht nur material, wenn auch die Meisten schon hier hängen bleiben, sondern, wo der Geist wacher wird, vor allem im dem im Leben verborgenen Geheimnis: „GOTT“ Nicht nach einer Sache, einer lösenden Idee, einem Begriff geht sein Verlangen, sondern nach dem Antlitz, der Person. Auf der Höhe des Menschen nach dem Bild GOTTES muss das Leben personal sein, verantwortet, auf den Ursprung gerichtet, oder es zerfällt, wie wir es heute erleben. Auch hier speist uns der Böse mit billigen Lösungen ab. Im Augenblick, wo wir sie in der Hand haben, sind sie uns schon fad. Er kann um sein Ziel, die Vernichtung des Lebens zu erreichen, nur auf dem Weg der Lüge, der Vorblendung falsche „Tatsachen“ kommen. Seine Entscheidung gegen GOTT hat ihn zum Nichts gemacht. Dies ist sein Anfang, sein Weg und notwendig sein Ende.

Kinder, wenn sie nicht schon verbogen aus dem Mutterleib zur Welt kommen, wenn sie getauft sind, wissen darum.[9] Das kann man bei ihnen beobachten: am schnellsten sind die gemachten Spielzeuge erledigt, wenn sie nicht wie die CP – Sachen wenigstens den Schein des Lebens , der Bewegung mit sich bringen. Wo im erwachsenen Menschen durch das Gift der Sünde selbst der Lebensinstinkt gelöscht ist, bis hinein in die Ehe, da ist die Seele des Menschen schon tot. Gogol hat dies an den Adligen vor der Revolution in seinem Roman: „Tote Seelen“ aufgezeichnet. Aus diesen „Toten“ sollte durch den Millionenmord der Revolution in Rußlland das Neue Leben der menschlichen Gemeinschaft wachsen! Es hat mit dem Zwillingsbruder dem Kapitalismus, der die „Fülle des Lebens“ in anderer Weise verkündet (Weltmarkt) diesen toten Ursprung gemeinsam. Er lebt aus dem Tod der Sklaven, einer mechanischen Welt und der nicht endenden Zahl der Kriege. Beide vernichten die Quelle des Lebens, die Familie. Hier kommt die erschreckende Frage des HERRN:“Wird der MENSCHENSOHN, wenn ER wieder kommt noch Glauben finden?“ (Lk 18,8b).

Der Zugriff des Bösen auf das Leben, das erfahren wir mit der Geburtenverhütung und der Abtreibung geht noch tiefer. Er geht auf die Schöpferkraft GOTTES, an der er dem Mann in der Zeugung Anteil gegeben hat, im Blick auf die Zeugung des Leibes. Die Seele gibt GOTT dazu. Darum geht die Frage, haben künstlich gezeugte Kinder, wie sie heute die Wissenschaft zu erzeugen versucht, noch eine Seele. Kann GOTT hier noch eine Seele dazu geben? Sie geht über die Zeugungskraft des Mannes letztlich auf den Priester, der berufen ist, in, mit und durch JESUS CHRISTUS kraft des Opfers CHRISTI Neues Leben zu schaffen, wie es uns in MARIA und Johannes unter dem Kreuz als erster Kern der Kirche bewiesen wird. In der Christenverfolgung sind die Priester die Ersten, die gemordet werden. Am liebsten würde der Widersacher sie wie auf einen Schlag vernichten. Da es ihm materiell noch unmöglich ist, versucht er es geistig. Schauen wir in diesem Licht auf die weltweite Krise des Priestertums – und die eine Antwort GOTTES im hl. Pater Pio, dann erkennen wir besser, wohin der Böse im Letzten zielt. (Ende Exkurs). Es ist wahrlich ein „totaler Krieg!“

Viel Studieren bringt nicht wenig Fragen, das Feuer zu vergessen, das mich auf den Weg zu GOTT gebracht hatte, nur betend und betrachtend kann man von diesem lästigen Fliegenschwarm frei werden. Es waren da solche Wüsten zu durchqueren, dass es mich heute nicht wundert, dass so Viele auf dem Weg verdursten. Wo anders Brunnen graben, nur ER verspricht „Wasser ewigen Lebens“ (vgl. Jo 4). Für Scheinersatz hat der Böse in eifriger Mitarbeit in der Kirche gesorgt: wir selbst graben das Loch, in das wir gefallen sind, immer tiefer. Wer von den Priestern lebt noch allein aus der Kraft der Sakramente, Seines Wortes, dem Hauch des GEI:STES, der ihn durch den hl. Engel fürhen soll? Es kommt heute alles aus „zweiter Hand“, „prozessiert“, wie man es bei den Lebensmitteln nennt, wo sie den Geschmack nach Leben verlieren.

Das Feuer der Vernichtung 1945 hat mich immer wieder erinnert: „Licht kann nur von Oben kommen“, auch wenn es nach Außen das der Vernichtung ist. Im Geist sucht es das Innen! So ist auch das vorliegende Buch ein Versuch, dieses Licht einzufangen und „nach Hause“ zu bringen, wie ich es in meinem ersten „katholischen Jahr“ zum ersten Male an einem eiskalten, windigen Wintermorgen mit dem Feuer von Lichtmess versuchte. Es ist damals tatsächlich gelungen. Und es wird notwendig GOTT gelingen. Daran zu glauben, es in den kleinsten Funken der Liebe zu erkennen und aufzuheben, die uns noch geblieben sind, ist ein Schritt mehr hinein in dieses wunderbare Licht der Auferstehung, das uns entgegenleuchtet.

Die Frage „Was ist es um die Auferstehung?“, die in der Kirche zu einer Chiffre geworden ist, oder zu einem billigen Trost für Solche, die sich schon anderen Trost hier gesucht haben, kann nüchtern und doch zugleich leuchtend nur von der Apokalypse, dh. hier nüchtern: von der Vernichtung im Zorn GOTTES, dem wir entgegen laufen, beantwortet werden. Diesem Licht nur zu nahen, es von dem flickernden, täuschenden Licht des Widersachers zu scheiden, mag mehr als ein ganzes Leben kosten. Es ist jeden Preis wert, denn was kann der Mensch als Lösepreise für dieses Leben geben, das seine Seele und seinen Leib, auch wenn er hier sterben muss, für die Ewigkeit rettet? Was ist unsere mühseligst aufgebaute Geduld im Vergleich zu Seiner, die selbst vor solchem Bild der Vernichtung, die wir bereitet haben mit der Hilfe des Anderen, nicht aufhört zu lieben! Wie können wir da im Angesicht Seiner bleibenden BARMHERZIGKEIT bis zuletzt, noch streiten, Parteiungen über Parteiungen schaffen, die dem Feind in die Hände arbeiten, wie jetzt die harte Exkommunikation der beiden hl. Väter durch den Patriarchen der Orthodoxen? Bald ist die Bresche die wir in die zutiefst erschüttert Einheit der Kirche schlagen, so groß, dass die „äußeren Feinde“, denen es nur um materielle Macht geht, einfach einziehen brauchen!

 

Wenn ihr betet um den „Anderen Wind“, von dem Johannes den HERRN vor Nikodemus spricht, dann mag auch dieses Buch helfen, dem „SIEHE ICH MACHE ALLES NEU“, das mir immer mehr aus der Geheimen Offenbarung entgegen sprang, ein wenig näher zu kommen. Jetzt weiß ich endlich auch besser, warum nicht einmal eine Regung des Mitleids mit den Opfern der Bombennacht aufspringen konnte. ER wird im Feuer jeden Einzelnen ins Auge fassen. Es naht sich uns, seid bereit!

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Kein Weg zur Auferstehung als durch das Kreuz

Der Versuch auch im Glauben, geraden Weges auf die Auferstehung zuzugehen, gehört zu den Ideologien unserer Zeit, die jeweils von einer meist sehr engen Sicht her, Antwort auf alle Fragen des Menschen zu geben versuchen. In einer Welt, die immer heidnischer wird, sind sie der Versuch, sich in aller Verlorensein in dieser Welt irgendwie zurecht zu finden. Da wir immer mehr im Zeitraffertempo leben, überschlagen sich erhoffte Lösungen. Die Suche, irgendwo noch einen Halt zu finden, endet in Alkohol, Drogen Selbstmord.

Da wir als Glaubende nicht vor solcher Ansteckung gefeit sind, müssen wir uns dagegen wappnen. Glauben, der nicht immer neu geprüft wird, ist kein Glaube. Nichts untergräbt den Glauben mehr als vereinfachende Lösungen, wie sie uns über den geistigen Weltmarkt, der nicht weniger über uns verfügt wie der materielle, täglich neu zukommen. Nach der Not des letzten Weltkrieges und der Nachkriegsjahre, nach der Enttäuschung die auch der Wohlstand mit sich bringt, hat man genug des Kreuzes. Man schiebt es weg, und greift nach der Auferstehung und dem HEILIGEN GEIST. Inzwischen wird deutlicher, dass diese Versuch ernste Folgen haben kann, ja immer offensichtlicher auf eine Beseitigung des Kreuzes, sage: Verfolgung, zusteuert. Hier gibt es keine allgemeinen Lösungen mehr, hier werden sich Fronten auflösen, die sich in der Kirche gebildet haben, um nur den Modernismus und Traditionalismus zu nennen.

Es kann und darf in der Kirche keine Parteien geben. Der Anruf zum Einen Notwendigen zurück zu kehren, verlangt Umkehr jedes Einzelnen hin zum HERRN. Du musst Deine Antwort einbringen, dann wird Dich GOTTES barmherzige Führung an den Platz stellen, wo ER Dich braucht und wo Du deshalb auch Gemeinschaft finden wirst, ohne die der Mensch nicht leben kann. Nur so kann der unbehauste Mensch in allem Umbruch seinen Ort vor GOTT wie unter den Menschen finden.

 

Wenigstens erwähnt sei, wie sehr auch von der Naturwissenschaft her, das Kreuz im Makro- wie Mikrokosmos die Struktur der Welt anzeigt, die hinauf weist bis in den DREIEINIGEN GOTT. Wir könnten kein Haus bauen, keine allen Menschen verbindliche Ordnung vorlegen ohne das Kreuz. Wir tragen es in uns bis in die Zellen unseres Körpers hinein, wir erkennen es in der Ordnung der Schöpfung. Wo immer sie von uns verletzt wird, schlägt das Kreuz auf uns zurück. Wer es zurückweist wird einmal von ihm erschlagen. Die Gegensätzlichkeit, die wir im Kreuz erkennen, wird uns zur Prüfung bis in die Kleinigkeiten des Alltags, sie wird fordert zur Entscheidung: Leben oder Tod. Es gibt keinen Weg zur Auferstehung außer durch das Kreuz, nur im Kreuz erreicht der Mensch das Maß, das ihm GOTT im Anfang setzte, da ER ihn schuf nach Seinem Bild und Gleichnis. Auch wenn wir es zuerst in der Kreuzigung JESU erkennen, so ist es doch das Maß des DREIEINIGEN GOTTES. GOTT ist in sich selbst Gekreuzigte Liebe. Keiner der Drei Personen lebt für sich selbst:

Kreuz, höchste Seligkeit in GOTT

· Der VATER lebt für den SOHN, ER will sich im SOHN erkennen.

· Der SOHN ist Antwort auf die Hingabe des VATERS und schenkt sie IHM zurück.

· Der HEILIGE GEIST ist das Band der LIEBE zwischen den Beiden.

IHR „Kreuz“ ist die Hingabe ohne Ende, am deutlichsten ist dies im HEILIGEN GEIST, der diese Hingabe ist, da Er um ihretwillen sogar auf sein Personsein verzichtet. ER will nur Band sein, das die Beiden bindet die sich zueinander verlieren. Hier muss aufleuchten, dass Kreuz höchste Vollendung, höchste Seligkeit bedeutet, dass uns der VATER in der Teilnahme am Sterben des SOHNES am Kreuz in IHM alle Seligkeit für alle Ewigkeit verheißt. Das kann dem Menschen nur im Glauben aufgehen, denn GOTTES Maße sind anders. Hier geht es auch nicht um einen nach gesprochenen Glauben, sondern um die dunkle Hingabe an die allein schöpferische Kraft GOTTES. Denn wahrlich ein Neuer Mensch soll aus uns werden.

 

Warum ist es uns Kreuz dann Leid, Schmerz, Sterben?

· Es ist Leid weil wir kurzsichtig sind und die Weisheit GOTTES uns verhüllt bleibt, bis wir zu IHM heimfinden. Hier leuchtet auf die erste Herausforderung des HERRN in Seiner Nachfolge: „Verleugne dich selbst!“

· Es ist Schmerz, weil wir uns selbst suchen, uns nicht von uns selbst lösen und darum nicht hinüber, nicht zu GOTT, nicht zum Nächsten finden. In der Verdammnis schließt sich dieses Gefängnis, das wir uns selbst schaffen. Wir haben die Zeit unseres Lebens nicht genutzt, weder um uns zu verschenken, um uns im Anderen zu finden, noch waren wir bereit, dem Anderen in uns Platz zu geben. „Nimm dein Kreuz auf dich!“ kann uns nichts bedeuten, weil wir es auch in der Kirche kaum mehr erkennen und nie darüber nachgedacht, was unser je eigenes Kreuz ist, an dem wir wachsen könnten nach oben wie der Weinstock.“Nimm Dein Kreuz auf Dich!“

· Es ist Sterben, weil der Alte Mensch in Adam dem Neuen Menschen in CHRISTUS weichen muss. Als Christen, nicht nur als Mönche, müssen wir wissen, das jede Stunde, jeder Tag ein „Unssterben“ sein muss, wenn wir unser Leben hin auf GOTT, den DREIFALTIGEN leben. „Folge Mir nach!“

Dieses „ABC“ müssen wir uns täglich neu vorsagen, besonders dann, wenn wir in dem, was das Unsere ist erschüttert werden. Genau dies geschieht heute mit der ganzen Menschheit. Die Erdbeben und inneren Erschütterungen, die wir erleiden, sind dafür Zeiche: Mensch kehre um!

LEBEN IN FÜLLE – oder – TOD FÜR IMMER!

Der Mensch hin auf GOTT geschaffen, hat, verführt durch den Bösen, mit ihm das Nein gegen GOTT gewählt, und damit sein Leben schon im Anfang verspielt. GOTTES Erbarmen hat ihm den SOHN geschickt, damit er in IHM wieder das Leben finde und den Tod, den er in seinem Nein gewählt hatte, überwinde. SEIN LEBEN unter uns fasst unser aller Leben vom Anfang der Schöpfung bis zu ihrem Ende.

 

Vor GOTT kann nur ein Mensch bestehen: Sein SOHN, der für uns Mensch geworden ist und für uns diese Forderung bis ins in Letzte, im Sterben am Kreuz, erfüllt hat. In IHM ist die Erfüllung, die wir verführt durch den Bösen im Anfang an uns reißen wollten und dadurch verloren haben. In eins in, mit und durch den SOHN muss endlich die ganze Menschheit wieder wie Eins, das ist in den Einen GOTT zurückkehren, nach dessen Bild sie ins Leben gerufen wurde. Am einfachsten ist dies im einfältigen Wort der Hirten auf dem Feld von Betlehem gefasst: „Lasst uns hinüber gehen, um zu schauen, was die Engel uns verkündet haben!“ Immer neu musst Du hinüber. Denn nur in diesem Hinüber kannst Du etwas von Deiner Geburt erkennen, wie schrittweise, organisch. Es ist nicht zufällig, dass die Welt im Suchen nach mehr Gesundheit da und dort Antwort gefunden. Wo sie sich darauf versteift und eine Gesundheitsindustrie aufbaut, hat sie das Heilsangebot GOTTES ausgeschlagen. Auch wenn er hier auf Erden mit einem gesünderen Leben beginnt, es muss die Sehnsucht: „heil zu werden“ ein Gnadenweg werden, den allein GOTT eröffnen kann. Bei GOTT ist es nicht nur ein Heilen, es verspricht ein Neues Leben in Seiner Gnade. Heilen heißt bei GOTT heilig werden wie GOTT heilig ist!

 

Die hl. Engel, schon in ihrer Erschaffung auf den Dienst am Menschen gerufen. Der Mensch als umfasst als Mitteglied die beiden anderen Schöpfungswelten, den Engel als Geist wie die Materie. Hier wurden die Engel schon im Anfang in ihrer Bereitschaft zu dienen geprüft. Die Prüfung des Menschen geht durch die Zeit, bis sie endlich im Letzten Gericht in die Ewigkeit zurückkehrt. Diese Prüfung steht über jedem Menschen und wird spätestens im Sterben offenbar, sie stand im Anfang über den Engeln, die in ihr geschieden wurden. Sie steht heute, wo der Mensch mündig geworden ist, über der ganzen Menschheit. Weil der Mensch Materie und Geist umfasst, sind die beiden anderen Schöpfungswelten, die Engel, wie die Materie in diese Prüfung, wie sie uns in JESUS CHRISTUS auf Golgotha geoffenbart wurde, mit hinein gestehen. Sie stehen dem, was in dieser Zeit als Prüfung über uns gekommen ist, nicht in ihrer Seligkeit unberührt und unbeteiligt gegenüber. GOTT schickt sie uns als in harter Prüfung bewährte Helfer zur Hilfe.

 

Weißt du, wann ER kommen wird und vor dir stehen?

Ich weiß nicht die Stunde - und weiß sie doch,

ich weiß nicht den Ort - und weiß ihn doch,

selig ist diese Zeit des Wartens!

Kein Leid ist mehr da, der Trennung,

denn schon sind die Boten des Himmels um uns.

Das Herz hat die Augen der Liebe,

und die Liebe hat IHN bereits entdeckt!

 

Da der hl. Engel die erste Prüfung in Seinem unbedingten Ja zu GOTT schon bestanden hat, geht er um des Menschen willen erneut mit der materiellen Schöpfung hinein in diese dritte Prüfung. Er kann nicht mehr wie der Mensch aus dem Willen GOTTES herausfallen, doch auch er muss in der Hilfe an seinem Bruder Mensch, „dem Verlorenen Sohn“ noch einmal dieses sein erstes Ja zu GOTT in der Bereitschaft bestätigen. ER soll in der Nachfolge CHRISTI auf seine Weise (im GEIST) helfen, den „Verlorenen Sohn“ als seinen Bruder zu GOTT heimzuholen bewähren. Die Liebe zu GOTT, die der getreue Engel in seiner ersten Entscheidung gegen das Nein seiner Brüder, in Treue durchgetragen hat, muss in der erbarmenden Bereitschaft des SOHNES, den Verlorenen Sohn heimzuholen. Das Wort: „Was ihr auf Erden bindet, ist gebunden im Himmel“ hat deswegen im konkreten Fall: Einsetzung des Festes der Barmherzigkeit, auch im Himmel seine Geltung. Nicht umsonst erinnert uns das Gleichnis vom Verlorenen Sohn bei Lukas im zu Hause gebliebenen Sohn an den Engel, für den es nicht so leicht ist, sich der unbegreiflichen Barmherzigkeit des VATERS zu beugen. .

 

Die Liebe zum Nächsten, die dem Menschen näher liegt und sich auf alles Geschaffene ausweiten soll, muss sich in letzter Hingabe wie sie der SOHB am Kreuz vorgelebt hat vollenden. Wunderbar ergänzen sich beide Geschöpfe: Engel und Mensch, in dieser verschiedenen Ausrichtung hin zu letzter Vollkommenheit in GOTT. Die größere Weisheit GOTTES umfasst aber auch noch den Rebellen, sei es im Engel, sei es im Menschen. Wer sich bewusst wie sie gegen GOTT gestellt hat, muss in diesem unabänderlichen Nein zu GOTT verbleiben bis zuletzt, bis in alle Ewigkeit, wenn GOTT ihn nicht zu „unsterblicher Asche“ werden lässt.

· Durch die hl. Engel soll uns nach dem Maß unseres Glaubens

· in der uns gestellten Prüfung in der Vermittlung des HEILIGEN GEISTES

· die KRAFT zukommen, die uns in den Auferstehungsberichten verheißen ist.

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Unser je persönliches Kreuz

 

Helfet uns anbeten, heilige Engel,

durch eure Augen durch euer Licht!

 

Wir geben das Herzblut dazu

und die Tränen der Reue!

 

Es genügt nicht, wenn wir nur allgemein, im besten Falle philosophisch über die Weisheit des Kreuzes nachgedacht haben. Damit wir die Prüfung des Kreuzes, in der heute die Kirche und mit ihr die Menschheit steht, bestehen, müssen wir wissen um unser je persönliches Kreuz. Nur dann werden wir auch aus den folgenden Überlegungen zu der Umkehr kommen, die jetzt und hier von uns gefordert ist.

Nicht wenig Hilfe ist Sein Bild in uns. GOTTES Erbarmen mit uns verlorenen Schafen kommt uns helfend entgegen in den „wahren Ikonen“ („Ver- onika!“) des Leichentuches von Turin und Manupello, ergänzt durch das von Oviedo. Je länger wir sie betrachten und im Wort das Bild JESU im Neuem Testament, je mehr dieses Bild unseren bis in den Alltag hinein bestimmt, um so mehr prägt es sich uns ein in Seele und Leib. Weil es sich zuerst in MARIA ausgeprägt hat, gehört hier notwendig auch die einzig authentische Ikone MARIENS im Bild von Guadalupe dazu und nicht weniger die Ikonen der Ostkirche, die auch bei uns das oft zu menschliche Bild JESU wie der Heiligen ergänzen. Das Bild von Guadalupe, das die MUTTER in Mexiko 1531 in der Tilma Juan Diegos hinterlassen hat, kann uns in Bild und Zeichen Hinsicht in ihrer endzeitlichen Sendung als „Sonnenumkleidete FRAU. Sie weist auf das SIEGENDE LAMM der GO, der mit Seinen hl. Engeln im GEISTE die Schöpfung bereitet auf Sein letztes Kommen als Richter der Lebenden und des Toten. Es gibt keinen Weg zu IHM außer in und durch MARIA. Der SOHN sucht wie der VATER auch in uns zuerst MARIA, denn in Ihr hat ER dem SOHN von Ewigkeit her ein Zuhause in dieser Schöpfung bereitet.

 

Das Schauen auf das äußere Bild muss ergänzt werden durch das INNERE SCHAUEN AUF IHN, wie ER in uns lebt und wirkt, wie ER mit uns geht, wie ER uns leitet, und dies in ganz persönlicher Weise durch unseren Schutzengel. Weil wir Menschen im Geist schwach sind, uns leicht versteigen und täuschen lassen, ist der heilige Schutzengel mit MARIA, nicht nur nächster Mittler hin zu GOTT, er ist als solcher unser bester, nächster und getreuester Freund. Diese Freundschaft muss wie unter Menschen erst errungen werden. Sie ist für beide Teile keine leichte Schule. Die folgende „Ortsbestimmung“ will in je persönlicher Weise verstanden werden, nur dann wird sie Dir helfen, Dein Kreuz klarer zu erkennen. Sie muss in der täglichen Gewissenserforschung weiter wachsen, und das Bild JESU tiefer in Dir prägen.

Jeden Tag von Neuem

töne unser Lob!

Heute ist es anders, als es morgen sein wird.

Denn das Kleid der Liebe, -

heute heißt es "Kommet,

ihr Gesegneten des VATERS"!

- Wie es morgen heißen wird,

sonnenüberglänzt, voll blanker Tränen?

D U weißt es, mein GOTT!

 

Ein schönes Beispiel solcher Ortsfindung, sei im Evangelium des dritten Fastensonntags aufgezeigt, damit uns an ihm zugleich deutlich werde, wie um- und tiefgreifend sie sich auswirken kann.

Die Samariterin findet ihren „Ort“. Nur bei Johannes ist solche Durchsicht möglich, wie sie uns hier in der Perikope von der Begegnung JESU mit der Samariterin erschlossen wird. Sie wird in den beiden folgenden Versen wie zusammengefasst, doch es empfiehlt sich, sie noch einmal als ganze betend durchzugehen. 24 Gott ist Geist, und alle, die ihn anbeten, müssen im Geist und in der Wahrheit anbeten. 25 Die Frau sagte zu ihm: Ich weiß, dass der Messias kommt, das ist: der Gesalbte (Christus). Wenn er kommt, wird er uns alles verkünden. 26 Da sagte Jesus zu ihr: Ich bin es, ich, der mit dir spricht.

Der HERR kommt ermüdet zum Jakobsbrunnen, die Samariterin ist gerade dabei Wasser zu schöpfen. Er bittet um einen Trunk: „Bettler der Liebe“, der doch nur LIEBE verschenken will, die gerade auch hier weite Kreise zieht, bis zurück den Patriarchen: Isaak, Jakob, notwendig Joseph, den Nährvater einschließend und die ganze Geschichte hin auf das Gelobte Land, wie sie im Buch Genesis und Exodus nach zu lesen ist, wo JAHWEH das Fundament legte für Sein Auserwähltes Volk. Notwendig ist in diese Begegnung auch all das hinein genommen, wo wir menschlich kaum durch schauen: die vier Frauen um Jakob, die Geschichte der Kinder, nicht ausgeschlossen die Gewalttat an Dinah. All dies nimmt der HERR hier auf in Seine Erlösersendung hin zum Kreuz und durch die Auferstehung zurück zum VATER. Es ließe sich darüber ein ganzes Buch schreiben, wir müssen nur lernen, die Schrift wie die Väter im GEIST zu lesen, niemand ist uns hier mehr Helfer als unser hl. Engel.

 

Die „Ortsbestimmung“ wie sie die Samariterin durch den HERRN erfährt, lässt sich in vier Punkten umreißen:

- Weil der HERR immer im Gespräch ist, auch wo niemand ihm antwortet, nimmt er den Hinweis auf Jakob als Erstes auf. Für die Frau ist es nicht mehr als Tradition, die sie übernommen hat. Der HERR aber nützt sie, um sie darauf aufmerksam zu machen, dass sie für ihre Ortsbestimmung im Kreuz nicht unerheblich ist. Sie darf erkennen, woher auch sie schon gnadenhaft kommt. Auch als Samariterin, abgetrennt von den Juden, lebt sie an einem heiligen Ort in der Heilsgeschichte des jüdischen Volkes. Es gibt Nichts, was im Blut CHRISTI nicht eingebunden werden könnte. Auch wenn Du wenig von Deinen Ahnen weist, oft genügt schon ein kleines Lichtlein, das Du nur betrachtend aufnehmen muss, um auch zurück Deinen Weg zu finden.

- Die nächste Bestimmung, die die Frau erfährt ist, dass sie erkennen darf, wer sie ist. Sie hat fünf Männer, doch keiner ist ihr Mann. Zu erkennen, dass wir keinen Ort haben, kann ein erster Schritt, ihn suchend zu finden. In GOTT ist er allezeit zu erkennen, wenn wir nur darum bitten.

- Die dritte Bestimmung: ER muss wohl ein Prophet sein, dass ER so durchschaut. Auch wenn sie IHN noch nicht als Messias erkennt, sie weiß sehr wohl, was es um den Messias ist. Doch jetzt ist es nicht nur ein Aufschauen „Irgendwie“ auf etwas Höheres: ER steht da plötzlich vor ihr. ER ist ihr Ort!

- Die vierte Bestimmung: ohne dass sie es weiß, steht sie schon in Seiner Sendung, da sie ins Dorf zurück geht. Man hört sie an, weil ER hinter ihr steht und sie mit trägt. Nicht mehr aufgrund deiner Aussage glauben wir, sondern weil wir ihn selbst gehört haben und nun wissen: Er ist wirklich der Retter der Welt. (4,42) Wie einfach wird Alles, wenn ER führt. Spalten schließen sich, neue Kraft, Freude und Zuversicht erwachsen, die Einheit wächst! Hier sollten auch wir kraft der Auferstehung einsteigen, wenn wir das Kreuz, das uns aufgeladen ist, fester umgreifen!

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Ortsbestimmung im Kreuz

Wenn Du heute im Navigator in jedem Augenblick erfahren kannst, wo Du Dich gerade befindest, so verdankst Du auch diese „neue Errungenschaft“ dem Kreuz, denn das Kreuz ist die Erste und Letzte Gestalt dieser Schöpfung und unsere sicherste Orientierung in aller Weglosigkeit. Sie ist es zuerst im GEIST GOTTES, dann im Blick auf den SOHN und letztlich im Anruf des VATERS, heimzukehren. Immer ist die Schöpfung „Vier“, sei es in den Vier klassischen Elementen, sei es in den Vier Himmelsrichtungen, sei es in unserem aufrechten Stehen vor GOTT, sei es wo immer.

 

Stumm bin ich vor DIR und ausgebrannt.

Zünde D U das Feuer an in meiner Hütte,

wo ich doch vergeblich jahrelang gewartet habe,

dass der Ostermorgen flamme!

Streiche über meine Augen

und hebe mich empor,

dass das Wunder Deiner Liebe

auch mich auferstehen lasse!

 

Gewöhne es Dir langsam durch Deinen hl. Engel an, wo immer Du bist, Dich zu fragen, „in welcher Kreuzung“ befinde ich mich?“ – materiell, lokal, geistig…..,? nur so kommst Du als armes Sandkorn aus dem Sandsturm heraus, der immer heftiger durch unsere Zeit weht. Nur so wirst Du auf dem Weg des Kreuzes einmal in die GOTTESstadt gelangen, Vollendung der Maße des Kreuzes in vier Dimensionen! Diese Übung: „Ortsbestimmung" solltest Du keinen Tag unterlassen und abends in Deine Gewissenserforschung nehmen.

Bereitschaft zu Gespräch, Fragen und Antworten

Wir sind hier nicht in einem Klassenzimmer, wo der Lehrer vom Pult aus bestimmt oder zuhause, wo Du schluckst, was man Dir im Fernsehen vorlegt. Von GOTT her bist Du in jedem Augenblick zum Gespräch gerufen. Auch im stummen Aufschauen zu IHM, Denn nur im Gespräch kann mit der Zeit deutlicher werden, wo Du, wo wir stehen und wie Wir am besten zusammen arbeiten können. Je nachdem ergibt sich ein Ja oder Nein, ein Mehr oder Weniger, kurz ein rechtes Zusammen, wie wir es einmal in der GOTTESSTADT in Vollkommenheit erleben dürfen. Hier ist kein Großmarkt mit Massenabfertigung, sondern hier will der HERR, wie ER es uns vor allem im Evangelium von Johannes weist: persönliche Begegnung, persönliche Ansprache, persönliche Antwort. Weil wir beschränkt sind, bleibt der tröstliche Hinweis, dass es GOTT nicht ist. ER ist immer zu erreichen und wird nie müde, uns zu antworten und zu helfen. Auch dies sollten wir stets bedenken und berücksichtigen.

Unser STANDORT

Wo immer wir etwas Neues anfangen, müssen wir zuerst unseren Standort bestimmen. Der „Durcheinanderwürfler = diabolos macht es uns hier nicht leicht. Darum zuerst kleine Schritte, bis wir festen Boden unter den Füßen haben. Beim Klettern heißt es nüchtern: drei Punkte müssen immer sicher sein. Füße oder Hände allein genügen nicht, es braucht eine Diagonale zwischen den Vieren. Dies sei uns ein vereinfachender Hinweis. Wir sind nicht gerufen von dem Einen GOTT Mohammeds (welcher Art Gott er ist, wäre erst zu bestimmen) sondern, der uns ruft, ist der DREIEINIGE GOTT durch das WORT, das unter uns Fleisch wird und nicht aufhört im Sakrament des Altares BROT zu werden („wahrer Leib und wahres Blut“) bis ER den letzten Sünder in Seinem Erbarmen heimgeholt hat. Ist es uns bewusst, dass wir nur in Seiner BARMHERZIGKEIT in dieser Zeit Stand finden? Wenn sich die verschiedenen Parteien streiten um ihre jeweils andere Gerechtigkeit, dann ist schon Feuer der Reinigung für Alle, die in diesen unbegreiflichen Zeiten es besser wissen wollen als ER.

Gib unsern Augen, Herr, die rechte Klarsicht,

zu erkennen, wo Deine Hilfe nötig ist!

Hast DU nicht unsere Sehkraft heute gesegnet,

als DU uns angeschaut im Heiligen Opfer, -

und willst, dass wir mit D e i n e n Augen schauen

und D e i n e Strahlen weitergeben,

damit die Dunkelheit verschwinde, im Raum der Kirche

und die Augen Deiner Priester wieder klarer werden!

Lass darum diese Sehkraft, Herr, wir bitten DICH,

auf unsren Sühnewegen sich verzweigen

und alle blinden Priester finden

und helfen, dass der Nebel weiche

 

Dies ist also die erste Bestimmung: Wenn wir im Nebel dieser Zeit Standort haben wollen, so müssen wir zuerst nach Oben schauen. Weil dieses Oben Fleisch, ja Brot in unseren Händen wird, ist hier bei aller äußeren Bestimmung ein Innen! Sie hilft uns, damit Oben, Unten und „Umuns“ nicht durcheinander kommen. Darum hat ER, der DREINIGE GOTT das Kreuz auf Golgotha in einen Felsen gerammt. Dieser Fels muss auch in uns werden! Nur in der Tiefe des Innen wird auch das Außen immer mehr durchsichtig auf IHN allein.

 

Dies wird in der zweiten Bestimmung verdeutlicht: Wo der SOHN ist, ist notwendig der VATER. Auch hier gibt uns Johannes den deutlichsten Hinweis. Doch nicht nur dies: der SOHN ist der „Zweite“ nach dem VATER, der allein der „ERSTE“ sein kann, ER ist das „DU“: Wer keinen Bezug zum Nächsten hat, kann auch nicht zu GOTT finden. Er fällt wie von selbst dem in die Hand, der nur und ausschließlich „Ich“ ist. Der VATER könnte ohne den SOHN nicht sein. Ermessen wir, dass ER IHN um unsertwillen preisgibt den Schergen? Wo der SOHN ist, ist der VATER und umfängt IHN der HEILIGE GEIST. So wird der SOHN (auch in uns) durch und aus dem VATER ewig neu: „Heute habe ICH DICH gezeugt!“ ER muss in uns wachsen, wie ER auf Erden gewachsen ist, bis hin zum Kreuz. Das ist unser Weg das ist unsere Bestimmung. Nur so kommt ER auch in uns zum Leben.

Die dritte Bestimmung ist: Die DREI ist EINS, der DREIFALTIGE GOTT allein ist der Wahre GOTT. Darum gibt es für IHN auch keinen Widerspruch, keine Gegensätzlichkeit, die nicht zu lösen wäre im HEILIGEN GEIST. Er verzichtet auf Sein Angesicht, um ganz im Dienste von VATER und SOHN aufzugehen. Der GEIST ist „nur“ Band. Das ist das Unbegreifliche: ER ist wie die beiden Anderen Person gerade dadurch, dass ER auf dieses Personsein verzichtet. Am nächsten kommt diesem Geheimnis MARIA in ihrem Magdsein. Die Einheit von VATER und SOHN steht für die Untrennbarkeit der beiden ersten Gebote: der GOTTES- und Nächstenliebe. Auch wenn die GOTTESliebe das Erste ist, sie verlangt notwendig als Beweis ihrer Wahrheit die Liebe zum Nächsten. In Wahrheit ist sie nur im HEILIGEN GEIST zu erreichen, vorher sind wir noch immer auf dem Wege. Weil sie ein Geschenk des GEISTES ist, muss ER es tun in unserem Nichtsein. Nur dann kann auch der Mensch „Alles“ werden in GOTT. Deutlich weist der HERR darauf im Gleichnis der „Böcke und Schafe“ hin: „Wann haben wir DICH gespeist, besucht……….?“ Erst wenn wir heimkehren dürfen wir darum wissen. Wie wichtig ist es deshalb, auch um den HEILIGEN GEIST als den Verborgenen GOTT zu wissen und IHN anzurufen. Im Schutzengel haben wir den besten Vermittler. Vertrauen wir ihm unser Anliegen an, er wird es, wenn es dem Willen GOTTES entspricht, nicht nur weitergeben, sondern auch unterstützen.

 

Die vierte Bestimmung ist das KREUZ, das in dem Maße, wie es aus dem Außen unseres Lebens immer mehr verschwindet, im Innen des Menschen neu auferstehen muss. Nur dieses Kreuz trägt durch alle Prüfungen, sogar des Todes. Es muss ebenso tief in unser Sein, unseren Leib und unsere Seele gerammt sein wie das Kreuz auf Golgotha, dass es den HERRN und alle Last der Sünde, die ER mit hinauf trug, tragen kann. Paulus sagt theologisch: In Adam und Eva haben Alle gesündigt! Wenn wir hier weiter fragten, müsste uns das Geheimnis der Sünde, aber auch der einzig möglichen Abhilfe: „Blut CHRISTI“ aufgehen. Wenn wir nur bereit sind, nimmt uns der HERR in Seine Sühne hinein, denn keiner kann von sich aus weder die eigene, noch die Sündenlast der Anderen tragen. Hier öffnet sich ein wenig das Geheimnis der Sühneseelen und des Wirkens JESU’ durch sie. Für Millionen Seelen ist P. Pio eingestanden! Lässt sich dies nicht auch im Bild und Gleichnis der Fülle der Chromosomen, die wir in uns tragen deuten? Wird uns dies nur ein wenig klar, dann tragen wir die ganze Menschheit in uns, vor, um und nach uns. Genau dies musste JESUS am Ölberg als den Berg erkennen, der IHN zu erschlagen drohte. Selbst die Kirche weiß seit Luther immer weniger davon zu sagen: „Hat nicht ER für uns genug getan?“ Kein Zweifel, doch leise, schweigend, verborgen lädt ER die Wenigen ein, die ihr Leiden im GEIST hin in Seines geöffnet haben.

 

Halten wir hier für einen Augenblick inne, anbetend vor dem hl. Kreuz, es steht für die Ordnung GOTTES – einfach und doch Alles umfassend!

 

Wo das KREUZ ist , da ist das BROT, da ist das WORT. Da die Hirtenkinder in Fatima mit St. Gabriel anbeten, ahnen sie etwas von dieser Dreiheit[10]. Nur in ihr kann uns schon jetzt etwas von dem Ziel, zu dem wir gerufen sind, das Neue Jerusalem, aufleuchten.

Hier mag uns von Außen auch helfen, wenn wir etwas von der ordnenden Kraft der Zahlen, wie sie schon die Pythagoräer erkannten, lernen. Dafür steht schon die Gegensätzlichkeit von „Eins“ als Ursprung und Ziel, und die „Zwei“ für alle Vielfalt, die einmal in die „Eins“ zurückkehren muss.

 

Prüfung in der Gegensätzlichkeit

D i e Prüfung des Geschöpfes ist, dass GOTT es in die Gegensätzlichkeit einer Schöpfung stellt, die ER endlich in Sich heimholen will. In tausend Weisen, wie immer sie uns hier entgegen tritt, ist sie Herausforderung, sie in SEINEM LICHT auf IHN zu durchdringen, sie wieder zu ihrem Einen Ursprung zurück zu führen, aus dem auch wir gekommen sind: GOTT. Eines Tages, da dieser letzte Tag in die Ewigkeit eingehen wird, wird sie der SOHN zum Hochzeitsmahl mit dem VATER nach Hause bringen. Weil diese Prüfung, wie wir es Alle auf dem Pilgerweg über die Erde erfahren, so schwer ist, muss sie in „Einem“ Menschen schon gelöst sein. Dieser Eine Mensch, auf den Alles zuläuft, ist MARIA. Wo sie dem hl. Engel ihr Ja zur Menschwerdung des SOHNES spricht, ist sie im Keim schon bestanden, wenn sie auch noch durch das Feuer der Kreuzigung gehen und in der Himmelfahrt alle Erdenschwere überwinden muss.

Erst in ihr wird uns auch greifbar, was es um das Innen im Menschen ist, in dem Himmel und Erde einmal eins werden sollen. Sie gibt aus der Tiefe des Innen ihr JA: „Siehe ich bin eine Magd des HERRN“, sie hält es durch bis unter das Kreuz, in diesem Ja wächst sie hinein in die Himmelfahrt, sie ist nur der letzte Schritt, den GOTT mit ihrer Zustimmung an ihr tut. Prägen wir uns dies tief ein: denn ER allein kann es vollbringen! Das größte, zugleich aber das schwerste Geschenk, das GOTT uns gemacht hat, ist die Freiheit. Sie geht in MARIA wie organisch ein in den Unbegreiflichen Willen GOTTES über Seine Geschöpfe. Ihr Ja, das unseres werden muss, schließt die beiden anderen Schöpfungsteile ein, die Welt der hl. Engel wie der stummen Schöpfung.

 

Der fünfte Schritt kann bezeichnenderweise nur aus der Fünf kommen, der Herzwunde des HERRN. Der HEILIGE GEIST kommt nicht erst zu Pfingsten über die Apostel, ER tritt schon in der Durchbohrung aus dem Herz des HERRN aus. Halten wir mit durchbohrtem Herzen unter dem Kreuz mit MARIA aus, dann werden auch wir das geheime Wehen des GEISTES (denke an Nikodemus!) erfahren. Nur weil DER GEIST in MARIA den HERRN untrennbar mit Ihr verbindet, kann Er über und durch Sie dann auch wie von Außen über die Apostel und die wartende Menge kommen. Wie wenig ist dies den meisten Gläubigen noch bewusst, dass wir JESUS nur im HEILIGEN GEIST begegnen können. Sonst ist es Einer der Theologen, die es besser wissen! Immer ist das Ziel des GEISTES, die Einheit von Innen und Außen, wie es ja schon die ersten Philosophen in der Bestimmung der Wahrheit als Übereinstimmung von Wort und Aussage fest zu halten versuchen.

 

Der sechste Schritt: In solcher Erfüllung wird MARIA zum vollkommenen Spiegel der HEILIGSTEN DREIFALTIGKEIT. Die Zahl Sechs will uns in einfachster Weise daran erinnern. Wo wir sie auf den Kopf stellen, haben wir die Neun, Hinweis auf unseren irdischen Geburtsweg aus dem Leibe unserer Mutter wie auf dem himmlischen Geburtsweg durch die Neun Chöre der hl. Engel hin zu GOTT.

 

DER dies wirkt, im siebten Schritt, ist der „VERBORGENE GOTT = DER HEILIGE GEIST, zeichenhaft dargestellt in den Sieben Gaben wie im Bild der Taube. Der eine Flügel steht für die ersten drei Gaben, der zweite für die zweiten drei. In der Mitte leuchtet die Botschaft: „Dies ist das Ewige Leben, dass sie DICH erkennen!“

Im achten Schritt ist angedeutet, was schon im sechsten durch MARIA angedeutet wird: in MARIA wird alle Schöpfung vollkommen und darf einkehren in GOTT: zweimal vier. Die Zwei steht hier jeweils für den SOHN in Seiner doppelten Natur.

Im neunten Schritt erfahren wir, dass die neun Chöre der hl. Engel in die Vollendung der Schöpfung von Anfang an mit hinein genommen sind. Im Anfang durch ihre Prüfung, in der Durchführung durch ihre Mithilfe. Von ihr sind auch die gefallenen nicht ausgeschlossen, sie helfen uns zu der notwendigen Prüfung.

Im zehnten Schritt sind wir bei GOTT, von dem Alles ausgegangen ist! Alleluja!

Prüfe mit dem Maß des Lebens, das auch Leitmaß unserer Exegese sein soll: „Wer mein Wort tut, wird erkennen, dass es wahr ist!“

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Ein wenig „Biographie“[11]

Der Anruf zum Thema geht zurück auf den Brand meiner Heimatstadt im letzten Kriegsjahr 1945 im März, sie folgte der ähnlichen barbarischen Zerstörung von Dresden. Sie brannte drei Tage und drei Nächte!

„Dichtung und Offenbarung“

Ohne Glauben aufgewachsen, „gottgläubig“ sagte man im „Dritten Reich“, war es schon damals ein Suchen an der Hand des hl. Engels. Das konnte ich nur viel später erkennen. Nach langem Zaudern und Überlegen hatte ich mich nach dem Abitur 1951 am humanistischen Gymnasium in Fürth/Bay. für das Studium der Philologie entschieden. Auch dies war sicher Hilfe des hl. Engels. Journalist u.ä., war nicht mein Weg, dies durfte ich bei zwei Zeitungen nüchtern erfahren. Später sollte mir deutlich werden: woher soll uns Erkenntnis kommen als durch das Wort? Da mir Sein Wort fremd war, suchte ich in der Literatur, es war nicht mehr als eine Ahnung, ein Spürsinn, der mich auf diese Fährte führte; erst über Trakl und seine Gedichte, war mir nach aller Enttäuschung über das Theologiestudium dies ganz klar geworden. Muss das Wort GOTTES nicht notwendig schön sein, aufleuchten, wie die erste Verkündigung des HERRN aufleuchtete, nicht nur in dem, was ER kündete, sondern auch in der Art und Weise, wie ER sprach.

Da war die ganze Natur um IHN mit herein genommen mit ihren Elementen: die Wüste wie das Meer, die Sonne und die Sterne, Wind und Sturm. Die Örtlichkeiten, wo Er sprach, es waren ja immer mehr Menschen, die ihn umdrängten, sorgten dafür, dass Sein Wort auch noch die Entferntesten erreichte. Welch’ eine Sprache, das erkannten die einfachen Menschen besser als die Gescheiten. Welch’ ein Gegensatz zum Papierwort der Pharisäer! Schon damals begann die Schule des Lebens an der Hand des guten Begleiters, der nie nach vorne drängt. Ist ihm nicht aufgegeben, in Allem auf unsere Freiheit zu acht, die wir heute auf dem Jahrmarkt der Welt verschleudern? Kein Wunder, dass solche Schule ein versteckter Schatz bleiben musste. Wie leicht hätte in einem geordneten Schulsystem der Ehrgeiz auf falsche Wege geführt. Neun Jahre Latein, fünf für Griechisch, es langte im Studium der Theologie gerade als dürftige Basis für ein ehrliches Weiterarbeiten. Ein Schuljahr nach dem Krieg war meist ausgefallen, die übrigen wurden von Lehrern unter schwierigsten Umständen durchgetragen, die „kv“ = für den Krieg nicht taugten, dazu eine verwilderte Jugend. Als wir anfingen, stiegen sie beim Fenster ein und aus, spielten Karten oder lasen Zeitung. Entweder Arbeit oder Schule, sonst gab es keine Marken, um Essen zu kaufen!

Nicht Sprache als solche trat zuerst nach vorne, sondern das Wort, in dem sie sich zu erkennen gibt. Und da wurde ich wieder zuerst auf die moderne Literatur verwiesen. Auch hier wie ein Ahnen, irgendwie hat sie am ehesten die Hand am Puls dieser Zeit. Kirche kannte ich nur, um mit Trakl zu sprechen, von den „leeren Vorhöfen“ vor den Kirchen. Bei Besuchen vor Kriegsende, durfte ich unsere Gäste in ihnen herumführen, ohne zu wissen: wofür? Da Bücher damals nicht zu haben waren, nützte ich die Gelegenheit, mit englischer Literatur anzufangen im „Amerika Haus“. So wurde ich der beste Schüler in den letzten drei Jahren Englisch. Obwohl ich ein ganzes Jahr Schule auf dem Bauerndorf verloren hatte, konnte ich in den „Discussion Groups“ der „German Youth Activities“ um beim Lesen bald nachholen. Als erstes Buch kam mir wohl nicht zufällig die „Mutiny on the Bounty“ unter die Hand. Die Enttäuschung des „1000 jährigen Reiches“ öffnete uns für den Keim des Revolutionären. Schade, dass ich nicht beim protestantischen Pastor Hebräisch genommen habe. Da ich mich bald in der amerikanischen Psychologie verfing, kam ich nicht wenig durcheinander.

So viel wie damals habe ich in meinem ganzen Leben nicht mehr gelesen, in all den Sprachen, die mir langsam zugänglich wurden. Hängen blieb ich bei der modernen Literatur; hier war ein erstes Licht für die drängende Frage: „Wo stehen wir?“ Sie hat mich nicht mehr losgelassen. Im Studium hat mir Romano Guardini in seinen „Weltanschaulichen Vorlesungen“ am meisten weiter geholfen. Hier ist mir zum ersten Male das Thema aufgeleuchtet, das mich bis heute beschäftigt. Wäre ich nicht Priester geworden, es wäre wohl eine Habilitationsschrift geworden “Dichtung und Offenbarung“ – diese Formulierung kam mir zuletzt, als wir in der Not des Umbruches hin zum Vat II im Canisianum in Innsbruck bei den Jesuiten im eigenen Arbeitskreis. Erst viel später erfuhr ich dass die Malertochter von Mutter Gabriele dem Expressionischen Kreis um Herrn Ficker angehörte, dem auch Trakl nahe stand. Nicht Zufall, gnadenhafte Führung!

Da ich zum Pastoraljahr, ernüchtert vom Studium ins Heimatseminar umkehrte, hatte ich mehr an ein Jahr der Stille und Überlegung als eine letzte Bereitung auf die Priesterweihe gedacht und deswegen auch die Gelegenheit genützt, mit dem Romanisten Prof. Rheinfelder in München ein erstes Mal mein „Thema“ zu besprechen. Wenn Garabandal und P. Pio nicht auf wunderbare Weise vermittelnd dazwischen gekommen wären, wäre wohl daraus etwas geworden….. es blieb ein Stachel im Fleisch. Sie haben Jahre vorher gespürt, was auf uns jetzt wie eine Lawine zukommt, die uns zu erschlagen droht in unserem satten Leben. Im Raum der Kirche hat R. Guardini geantwortet. Wo er in der Ludwigskirche zum GOTTESdienst die Psalmen auslegte, war sie bis auf den letzten Platz gefüllt, zur Opferung halb leer. Seine Vorlesungen zu R. M. Rilke und Dostojewsky bestätigten, dass ich mit meinem Philologiestudium auf dem rechten Weg war. Wo etwas heute als „neu“ auftritt, geht es meist nur darum, das Einerlei eines absterbenden Glaubens aufzulockern. Wie sehr werden wir im Besserwissen wir im Suchen nach Freiheit vom Weg der Wahrheit abgetrieben: auch hier ist Weltmarkt, sei es materiell, sei es geistig. Die „Enge Pforte“ des KREUZES muss täglich neu bestanden werden.

Zur heiligen Schrift kam ich, als ich nach fünf Jahren Unterricht ins Seminar in Freising eintrat, nur in den Ferien. Mein schwaches Latein und Griechisch kamen aus der Schublade. Da das Latein von selbst in der Kirche zurück trat, halfen mir die Briefe des hl. Paulus miteinem Wortschlüssel aufzuholen und langsam das NT in der Ursprache zu lesen. Wunderbar, die Geduld GOTTES in der Wirrsal unserer Tage! Auf vielen Umwegen bringt ER uns durch die treue Führung des hl. Engels endlich dorthin, wo ER auf uns wartet. Dafür soll auch diese, wohl letzte Arbeit ein dankbares Zeugnis sein. Die Tage von Aranjuez gehen zu Ende!

So nahe ich auf verschiedenen Wegen der Pfingstbewegung gekommen bin, besonders als dann auch das Werk der hl. Engel unter den Boden musste, bin ich nichz hängen geblieben. So sehr mich einige seiner namhaften Vertreter, denen ich begegnete, beeindruckten. Es fehlte am Angesicht, wo es bei der „Bewegung“ blieb – mit heiligen Ausnahmen, denen ich begegnen durfte. Sie waren im HEILIGEN GEIST gerufen, das war schon an ihrem Einsatz zu erkennen, doch wie schnell versandet, was nicht tiefer im Herzen eingedrungen ist. Es wird ein Rezept, das man nachmacht. Bei den Focolarini, dann den „Seligpreisungen“ war es ein echtes Miterleben, da ich Zeuge der Anfänge wurde. Doch der hl. Engel führte weiter, in einer inneren Bewegung, die ich nicht erkannte.

IHN finden

Wonach mein Herz dürstete, war IHM zu begegnen. Wunderbar still und verschwiegen hilft hier vermittelnd der heilige Engel, der uns auch auf unseren Irrwegen nicht verlässt. Wo können wir einen treueren Freund finden? Wenn ich auch das Meiste aus der Philosophie nicht mehr gegenwärtig habe, die eine Frage nach der „Individuation“: „Wie komme ich nach aller Abstraktion zum Einzelnen, zur Person, die einmalig ist“? hat mich im Studium mehr bewegt als alle nicht endenden Versuche, „System“ zu schaffen, die als Ideologien enden. Sang – und klanglos ist in Innsbruck bei den Jesuiten die Scholastik abgetreten. Wie mussten meine Doktorandenbrüder über den 180 Thesen, über die geprüft wurden, schwitzen. Wer war P. Karl Rahner gewachsen? Nicht einmal der „Magister“ hat damals im Studium verlockt.

Auch dieses Mal verwelkte bald die Hoffnung, als ich vom Katheder zur Schulbank zurückkehrte, ein „ordentliches Studium“ zu machen? Schon das Vat II machte in seiner Auswirkung hier einen dicken Strich durch die Gelehrtenrechnung. Betend bin ich in der Jesuitenkirche nach den Vorlesungen oben vor dem Allerheiligsten gekniet, um unterscheidend zu erkennen, was mir in meinem Suchen nach GOTT weiter helfen konnte. So habe ich dann auch die damals noch recht rigorosen Examen vorbereitet. In Kirchenrecht und Moral, wo noch lateinische Definitionen verlangt wurden, musste ich demütig nachsitzen. Das Latein als Lehr- und Lernsprache verschwand schon im ersten Jahr. In der Exegese wurde der alte Stil im Dienst der Dogmatik treu zu bleiben, bald durch die Protestanten überrannt. Auch hier galt es den eigenen Weg zu finden. Schon damals erfuhr ich dankbar, wie sehr das betrachtende Gebet nährte..

 

Umbruch auf allen Gebieten

Es war nicht leicht, den Umbruch nach dem Konzil in der Seelsorge ohne Schaden durchzustehen. Von Heute auf Morgen stand der Priester am Altar wie am Pranger: die Gläubigen streckten nicht nur die Hand aus nach „neuem Brot“, wo immer es möglich war, wurde bis zum Unmöglichen Alles durchprobiert. Die Reihen lichteten sich zusehends. Bei der Priesterweihe waren wir noch 25, im nächsten Jahr, das „Provinzseminar“ in Freising, gerade erst renoviert mit großem Aufwand, sollte bald eine Bildungsburg werden. Wir zogen ins Gregorianum in die Stadt zu ziehen: Ergebnis nur noch sieben Weihekandidaten im folgenden Jahr. In Garmisch, meiner ersten Kaplansstelle hatten die Amerikaner mit ihrem „Health Resort“ schon Jahre vorher aufgeräumt. Es blieb uns nur noch die Seelsorge an den Alten, die mehr als verlassen, dankbar einen Besuch empfingen.

Musste ich nicht die Hand der MUTTER suchen, um in diesem Seesturm nicht zu kentern. Da halfen auch die Berge nicht mehr wie in Innsbruck. Eine Nachtpilgerfahrt zu Mamma Rosa nach Italien ist mir schlecht bekommen, zu viel zugemutet. Doch der Hinweis der MUTTER an Rosa auf ihr Reich, das SEIN Wiederkommen bereite, hat tief gewurzelt. Hier flammte „Auferstehung“ auf in mitten allem vordergründigen Zerfall. Der GEIST weht, wo ER will, es war wie Sein Säuseln?

„Auferstehung“

Wenn das Wort heute nicht so abgenutzt wäre, wäre hier ein Treffpunkt wie am Flugplatz, wo man sich so leicht verliert. Doch auch hier fordert der Glaube zuerst: „Was sagst Du dazu?“ In den Auferstehungsberichten öffnet sich uns über die uns Menschen gegebene Grenze unseres Menschseins eine Sicht „Hinüber“. Hier ist der ganze Mensch gefordert, der um die Untrennbarkeit von Kreuz und Auferstehung weiß und sie täglich neu leben muss. Auch hier ist zuerst unser Bekenntnis gefordert ist und nicht „Wissenschaft“ im Schlepptau des modernen Humanismus. Hier am wenigsten kann es der Mensch, mit den Mitteln, die ihm heute gegeben sind, allein schaffen. Die Hilfswissenschaften sind damit nicht zur Seite geschoben. Es braucht das LICHT des HEILIGEN GEISTES! Es braucht den Kompass des Kreuzes, um festzustellen, wo stehen wir? Wir haben keinen Ort mehr, wenn wir das Kreuz verloren haben!

Man studiert darauf los mit nicht wenig Eifer und Fleiß, das Gedächtnis ist noch jung, schafft die Examen und hängt dann in der ersten Begegnung mit dem anderen Geschlecht den Priesterberuf an den Nagel. Wie oft musste ich dies bitter erleben. Seit der Bombennacht im März 1945 bin ich auf der Suche. Wie dankbar, bin ich da R. Guardinis Buch: „Vom Ende der Neuzeit“ und seinem Hinweis, wie notwendig wir als Christen nüchtern leben müssen in dieser Welt und demütig wissen, wo uns GOTT uns ruft. Das Ende der Neuzeit ist heute sehr wohl zu bestimmen. Doch wo sind wir jetzt, was sagen die Zeichen der Zeit, die am ersten in der Studierstube verblassen?

In meinem mehr „privaten Studium“ der Modernen Literatur und Kunst bin ich unermüdlich dieser Frage nachgegangen. Schon hier wurde mir über Holthusens „Unbehauster Mensch“ eine erste Unterscheidung der Geister noch vor aller Entscheidung im Glauben, war ich doch nicht einmal getauft. Die Notwendigkeit, den Zusammenbruch des „Dritten Reiches“ zu verarbeiten, belastet mich noch heute. Dankbar bin ich für die harten Jahre des Pfadfindens nach dem Krieg. Nicht selten ist das Licht des Suchens in aller Dunkelheit, die zu durchstoßen war, in „Bitternis“ umgeschlagen, wenn es Richtung jugendlichem Besserwissen und Protest zu flackern begann. Wie nahe ist dem jungen Menschen gerade in der Krisis dieses „Alles umsonst!“, das in der ersten Zeit laut aus der Seele nicht Weniger heraus schrie. Kann den Titel eines Buches über diese Not noch heute nicht vergessen: „Es schreit in mir?“ Was da schreit, sollte ich bei meinem ersten Einsatz bei den Gut Hirtinnen, deutlicher erfahren. Erst da wurde mir bewusst, dass es nicht weniger in mir geschrieen hatte. Nicht zufällig kam als Lehrer der Gedanke eines Notrufes für junge Menschen. Schon der erste Einsatz weckte in mir die priesterliche Berufung. Wo dieser Schrei erstickt wird, wird der Mensch krank und kann bald nicht mehr ohne Drogen, welcher Art auch immer, leben!

In dieses Dunkel fiel eines Tages das Licht der hl. Engel als die mir von GOTT zugedachte Hilfe. Vier Jahre hatte ich in Innsbruck studiert. Die Gemeinschaft mit 25 Nationen unter einem Dach, die Berge vor der Tür, hielten die Krise zurück, die dann im Heimatseminar durchbrechen musste. Nie habe ich nur ein Wort von dem stillen Licht hinaus gegeben, das dort im Verborgenen für mich in der nächtlichen Anbetung, meist um Mitternacht, brannte. Das „Hinaus“ mit dem Schrei in der Seele wollte auch in Freising täglich neu verarbeitet werden. Mit Fasten und Beten war dem allein nicht bei zu kommen. Nicht wenig half mir in der schweren Krise meiner ersten Priesterjahre ein geistlicher Ausflug nach Assisi, Collevalenza und eine stille Zeit in der Nähe des hl. Hauses von Loreto. Hier kam mir auf Entfernung das Licht der hl. Engel in der Person von Mutter Gabriele Bitterlich entgegen. Wie tief ist mir in Familiennamen letzter Trost aufgebrochen: „Nomen est omen! = Namen ist Zeichen!“

 

Bitteres heilt

Bitternis, „Absinth, Wermut“ ist der Name der Dritten Posaune! Bitternis heilt. Nichts Süßes hat die Begegnung mit dem hl. Engel. Wir können keinen nüchternen Begleiter und Lehrmeister finden als diesen stillen, heute vergessenen Freund, den GOTT uns persönlich in der Taufe mit auf den Pilgerweg über die Erde zur Seite gegeben hat. Wenn auch die Freundschaft geschlossen war und in mancher Not sich bewährt hatte, es war eine noch bittere Prüfung zu bestehen. Da wir nicht hinauf wuchsen in dieses Licht, wie es uns die Mutter vorlebte, hat die Kirche nüchtern für eine Zeit das Licht vom Leuchter genommen. In der GO heißt es im Brief an die erste der Sieben Gemeinden in Ephesus. Sie ist Anerkennung und Mahnung zugleich:

2:1 „So spricht Er, der die sieben Sterne in seiner Rechten hält und mitten unter den sieben goldenen Leuchtern einhergeht: 2 Ich kenne deine Werke und deine Mühe und dein Ausharren; ich weiß: Du kannst die Bösen nicht ertragen, du hast die auf die Probe gestellt, die sich Apostel nennen und es nicht sind, und hast sie als Lügner erkannt. 3 Du hast ausgeharrt und um meines Namens willen Schweres ertragen und bist nicht müde geworden.“

Wie nüchtern wird hier die Krise erkannt, in der wir stehen, unserer Anstrengung, sie zu überwinden nicht vergessend und doch auf das eine fehlende hingewiesen: die Erste Liebe, wie sie die Mutter brennend bis zu ihrem letzten Atemzug lebte! Wie sollten wir das Ziel erreichen, das uns mit dem hl. Engel in Allem überfordert, wenn wir im Geist dieser Zeit nur eine „bessere Lösung“ suchen? 4 „Ich werfe dir aber vor, dass du deine erste Liebe verlassen hast. 5 Bedenke, aus welcher Höhe du gefallen bist. Kehr zurück zu deinen ersten Werken! Wenn du nicht umkehrst, werde ich kommen und deinen Leuchter von seiner Stelle wegrücken.“ Offb 2,1- 5.

Der Tod der Mutter nahm uns die Säule weg, die uns noch zu sehr von Außen gestützt hatte. Man vergleiche den Brief an die siebte Gemeinde. Es fehlte, was uns heute Allen fehlt, letzter Einsatz hin zu GOTT aber zugleich hin zum Nächsten. Die Kirche konnte nur von Außen helfen, Innen blieben wir verantwortlich. Die Entscheidung der Kirche wurde zur Scheidung, in der wir bis zur Stunde stehen. Das letzte Urteil steht allein GOTT zu. „Wer steht“, zu stehen glaubt, wo und wie immer, „sehe zu, dass er nicht falle. Notwendig muss die Reinigung, die heute die Kirche und die ganze Menschheit ergreift, die am ersten treffen, die der HERR zu Hilfe mit den hl. Engeln gerufen hatte. Nichts steht heute so im Kampf wie das Ringen um Einheit. Wo der Blick auf GOTT getrübt wird, hat der Feind jeweils eine billigere Lösung bereit. Nüchtern geben uns hier gerade die beiden letzten Briefe an die Gemeinden in der GO einen Hinweis, der unser Gewissen treffen muss. Weil es um Sein und Nichtsein geht, müssen sie in der Tiefe der Seele getroffen werden.

Wenn wir auf den Abschluss des sechsten und auf den siebten Brief schauen, mag uns aufgehen, wo wir gefehlt haben. Der hier verheißene Sieg kann nur in Einheit und durch die Kraft GOTTES werden. 12 „Wer siegt, den werde ich zu einer Säule im Tempel meines Gottes machen, und er wird immer darin bleiben. Und ich werde auf ihn den Namen meines Gottes schreiben und den Namen der Stadt meines Gottes, des neuen Jerusalem, das aus dem Himmel herabkommt von meinem Gott, und ich werde auf ihn auch meinen neuen Namen schreiben. 13 Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt.“

Mutter Gabriele ist der Überforderung gestanden, die im Anruf des HERRN am 25. März, im Jahr der Verkündigung der Leiblichen Himmelfahrt MARIENS in der Offenbarung der Hilfe der hl. Engel an sie ergangen ist. Einfache Hausfrau, kaum verheiratet, mit drei Kindern. Die Priester, die sie führen durften, der Bischof der ihr damals vorstand, waren nicht weniger überfordert. Sie musste es allein auf den HERRN hin wagen wie eine hl. Therese von Avila. Dies blieb auch ihr Leitsatz: „GOTT allein genügt!“ in allen inneren und äußeren Schwankungen, die sie durchstehen musste. Sie starb an der Überlast der Sühne, in erster Linie für uns Brüder und Schwestern, dann aber für den hl. Vater, die Bischöfe, die Priester. Die Hilfe der hl. Engel sollte in erster Linie eine Hilfe sein für die Hierarchie in dem sich steigernden geistigen Kampf, dessen Höhepunkt wir in diesen Tagen erreichen. GOTT kann hier nicht mit halbem Einsatz, mit Taufscheinchristen arbeiten. An der Seite seiner hl. Engel braucht ER Heilige, die nichts anderes wollen als dies: die größere Ehre GOTTES und die Rettung der Seelen. Alles was nach Unten zieht, alle Lauheit und Mittelmäßigkeit, an der wir uns oft bis zuletzt, sogar im religiösen Leben festhalten, muss in diesem Anruf dem Feuer übergeben werden.

14 „An den Engel der Gemeinde in Laodizea schreibe: So spricht Er, der «Amen» heißt, der treue und zuverlässige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes: 15 Ich kenne deine Werke. Du bist weder kalt noch heiß. Wärest du doch kalt oder heiß! 16 Weil du aber lau bist, weder heiß noch kalt, will ich dich aus meinem Mund ausspeien. 17 Du behauptest: Ich bin reich und wohlhabend, und nichts fehlt mir. Du weißt aber nicht, dass gerade du elend und erbärmlich bist, arm, blind und nackt. 18 Darum rate ich dir: Kaufe von mir Gold, das im Feuer geläutert ist, damit du reich wirst; und kaufe von mir weiße Kleider, und zieh sie an, damit du nicht nackt dastehst und dich schämen mußt; und kaufe Salbe für deine Augen, damit du sehen kannst.19 Wen ich liebe, den weise ich zurecht und nehme ihn in Zucht. Mach also Ernst, und kehr um!“

Wer weiß heute in der Kirche noch etwas von „Zucht!“, da sie im Dritten Reich so schmachvoll missbraucht wurde. Millionen haben im Krieg einem Götzen ihr Leben geopfert, der armes Werkzeug dunkler Schachzüge war. Heute ist es ein anderer, nicht weniger gewaltsamer Götze: der Wohlstand und in besseren Kreisen der Humanismus. Wer hört im Lärm dieser Welt noch die lautlose Stimme des hl. Engels, der für den HERRN an die Türe unseres Herzens klopft? Wer ist sich noch bewusst, dass er in der hl. Eucharistie zum „Mahl“ mit dem HERRN geht? Ist das im Zeichen des Fünfsterns geeinte Europa bereitet für die Prüfung, in der wir stehen? Wird es dort noch Zeugen und Bekenner geben, die wie Säulen stehen? 20 „Ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wer meine Stimme hört und die Tür öffnet, bei dem werde ich eintreten, und wir werden Mahl halten, ich mit ihm und er mit mir. 21 Wer siegt, der darf mit mir auf meinem Thron sitzen, so wie auch ich gesiegt habe und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe. 22 Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt.“ (Offb 2,14 - 21)

Die Sekten sind, wenigstens dem Buchstaben nach offen diesem Wort, wagen es mit dem „Wachturm“ an den Straßen zu stehen, während wir uns im Babylon unserer vielen Worte verirren. Es bleibt dem Erbarmenden GOTT nichts anderes, als auf den Einzelnen zu warten, der die allgemeinen Lösungen, woher immer sie kommen, durchschaut und mit MARIA und an der Hand seines hl. Engels Tag und Nacht als Knecht um ein „Adsum = Hier bin ich!“ oder als Magd um ein „Ecce = Siehe ich bin eine Magd des HERRN“ ringt.

„GOTT ist größer“, dieses Zeugnis war schon in der Bombennacht im März 45, da ich als armer Heide nicht einmal den Namen „GOTT“ kannte, ahnend in meinem Herzen. In der Begegnung mit P.Pio, in Fatima, Garabandal, Guadalupe wurde die Ahnung zur Erkenntnis: ER ruft! Der Fels der Kirche muss aus vielen kleinen „Felsblöcken“, die ER selbst behauen hat, neu gefügt und im Feuer der Prüfung in Eins geschmolzen werden. Dieses Feuer, das ER selbst ist, ist nicht auszulöschen, da die MUTTER es uns mit auf den Kreuzweg gegeben hat.

 

Lobpreis

„Ressurrexi et adhuc sum

tecum posuisti manum tuam super me

mirabilis facta est Scientia”

(Introitus der Ostersonntagmesse, Ps. 138, 18, 5f)

 

ICH bin auferstanden und bei DIR!

DU hast Deine Hand auf mich gelegt!

Wunderbar ist diese Wissenschaft (dieses Wissen)°!

 

Was ist diese „Wissenschaft, Wissen, Weisheit“, wie verschiedene Übersetzungen „scientia“ übersetzen? Wie ein Posaunenstoß will uns dieses Wort schon am Anfang der Ostermesse aufmerksam macht, dass der HERR uns Großes zu künden hat. Was ist diese Wissenschaft, die wir an diesem Hochfest der Kirche lernen sollen, wie unter der Hand GOTTES, des VATERS, der den SOHN aus tiefster Schmach der Sünde hinein hebt in die Herrlichkeit, die IHM von Ewigkeit her zu eigen ist? Was ist es um die Auferstehung, die wir wie andere große Glaubenswahrheiten eingebaut haben in die Kapelle unserer Frömmigkeit, dass wir nicht mehr zu sagen wissen, was sie eigentlich bedeutet? Bevor wir beginnen, darüber nachzudenken, sind wir schon dabei „Alleluja“ zu singen mit den Anderen, die es ebenso wenig wissen.

Die Glaubenswahrheiten werden dort, wo sie nicht mehr gelebt werden, zu Hieroglyphen, die niemand mehr recht zu entziffern weiß und zu denen doch Jeder, der etwas zu verstehen meint, seinen Kommentar zu geben für nötig findet. Wenn da nicht Einer durchstößt in der Frage des Herzens: „was ist diese Wissenschaft?“, die uns der SOHN in Seiner Auferstehung lehrt, dann wird die Kirche mit all ihren heiligen Wahrheiten zu einem Museum von Denkwürdigkeiten, die uns verschlossen sind. Wir müssen an einem anderen Lobgesang ansetzen, um besser zu verstehen. Das Benedictus, das der Vater des Johannes des Täufers anstimmt.

Hier nimmt der Vorläufer des HERRN die Sendung CHRISTI voraus, die ER zur Vollendung führen wird: „Du aber Knabe wirst vorausgehen, um dem Volk die Wissenschaft von der Vergebung der Sünden zu künden“. Der Mensch, der wach ist hin zu GOTT, versteht: das ist die einzige Wissenschaft, auf die alles ankommt. Wer sie lebt, geht ein in den Himmel, wer sie verwirft, ist verworfen. Von dieser Wissenschaft kündet uns die Kirche im Aufblick auf die Auferstehung CHRISTI. Ein ganzes Leben, wie unseres, hat ER unter und gelebt und lebt es noch jetzt in Seinem Mystischen Leibe der Kirche mit uns, eingesperrt, Gefangener. Wenn ER doch wenigstens Gefangener der Liebe wäre! Ja ER lebt auch unser Leben, das Leben aller Menschen, die schon waren, die noch kommen werden. Auch als Mensch blieb ER GOTT! Ja noch weniger ist Er geworden: ein Stückchen Brot, eine Brotkrume, die der Priester vom Tisch fegt. Um unserert- um Deinetwillen!

In Nichts will ER uns fremd sein, darum lässt ER es zu, bis in den Staub erniedrigt zu werden. ER muss unser, Dein Menschsein mitlernen, von der Pike an bis zum bitteren Sterben am Kreuz, bis in die letzte auch geistige Verlassenheit des „Mein GOTT, warum hast DU Mich verlassen!“ Um die Jünger auf dem Kreuzweg zu stärken, schenkt IHM der VATER den Augenblick der Verklärung mit den drei Auserwählten, die doch nichts verstehen. Erst da ER aufersteht, bricht durch, was dort angekündigt wurde. Nein, es war nicht in drei Hütten zu fassen, wie wir sie eifernd heute aus Beton bauen! Die Auferstehung erst hat alle Finsternis des Todes durchbrochen. Sie ist nicht vor IHM, wie ein Gegenstand, den man erkennt, sie ist in IHM für alle Ewigkeit, dass Jeder sie erlernen kann, der mit, in IHM zu IHM aufschaut. Nur im Kreuz kann die Schuld des Menschen, die zurück reicht auf den Ungehorsam Adams und Evas, überwunden werden!

Hier ist uns der Schlüssel zu dieser Wissenschaft gereicht: im Kreuz! Wo immer wir eine Not, eine Bedrängnis, ein Leid, kurz ein von GOTT gewolltes oder zugelassenes Kreuz auf uns nehmen, ihm ins Antlitz schauen, statt auszukneifen und den bequemeren Weg zu suchen, gehen wir aus dem alten Menschen, der zum Tod ist, hinüber zu JESUS, der uns das Ewige Leben verheißt. In der Annahme des Kreuzes haben wir teil an der Großen Wandlung, die der MENSCHENSOHN in Seiner Auferstehung am Ostertag erfährt. Hier dürfen wir am eigenen Leib, in unserer Seele, im Geist erfahren, was konkret Auferstehung bedeutet. Wenn es auch nur ein kleines Wissen ist, wie ein erste Nachplappern des ABC, so hilft es uns doch menschlich besser zu verstehen, was es um das gewaltige Mysterium der Auferstehung CHRISTI ist.

Nicht nur die Katastrophe des Kreuzes ist gewaltig, dass sie die Jünger in die Winde verstreut, nicht weniger gewaltig ist das Erdbeben der Auferstehung, vor dem nicht nur die Wächter des Grabes wie tot zur Erde fallen, sondern auch die Frauen nach Markus in Erschrecken und Entsetzen davon laufen, ohne einen Gedanken an den Auftrag, den der Engel im Grab ihnen im Namen des HERR an die Apostel übermitteln will. Kreuz und Auferstehung sind wahrhaft die e i n e Katastrophe, an der der Mensch aufwachen sollte. Wenn er ihr nur einen Augenblick mit seinem guten Schutzengel ins Auge schaut, wird das schön gefügte Häuschen unserer selbst gebastelten Frömmigkeit wie im Wirbelwind mitgerissen.

Auferstehung ist die eine, die heilige Seite des Glaubensabfalls, den wir heute über die ganze Welt hin erleben; es ist die der Welt verborgene: wir müssen geschüttelt werden in diesem Sturm, ja vielleicht müssen wir sogar für einen Augenblick irrewerden im Glauben: an der Kirche, ihren Priestern, ihrer Lehre. Wie sollen wir sonst die Verheißung erfahren, die das Dunkel der Zeit durchbricht: „Siehe, ICH mache Alles neu!“? Die andere Seite, die den Blätterwald der Kommunikationsmittel bewegt, verbirgt den Tod der Seele, die keinen GOTT mehr braucht. Sie wird noch einmal gewaltig aufschreien und dann verstummen für Immer! Notwendig müssen Katastrophen über die Erde kommen, wie die immer heftigeren Posaunenstöße der Engel, die aus diesen Katastrophen ertönen. Nur in einem durchbohrten Herzen kann offenbar werden, was der Mensch eigentlich nach dem Plan GOTTES sein sollte.

„Die heilige DREI“

Dies ist die Oster-Botschaft, die für still betrachtende Seelen zur Wissenschaft wird, vor der aller aufblähender Stolz unserer Wissenschaft nur Staub ist. Wer ist je von all dem Wissen, mit dem schon die Kinder tot gefüttert werden, satt geworden? Selig der die Osterbotschaft in seinem Herzen hört und von nun an behutsamer seinen Weg durch diese dunkle Zeit geht, um wach zu sein, für den leisesten Anruf des Kreuzes, denn nur im Kreuz kann er gewandelt werden zum Neuen Menschen in JESUS CHRISTUS und so erlernen die Wunderbare Wissenschaft der Auferstehung.

 

Dreißig Jahre Sich bereitend in der Stille

Drei Stunden Blut schwitzend am Ölberg

Drei Abschnitte grausamen Quälens bis zum „Es ist vollbracht!“

 

Dies ist die Wissenschaft des Kreuzes,

die das Alleluja der Auferstehung weckt und uns mit ihm!

 

Auch wenn die Auferstehung nur e i n Abschnitt in den Evangelien ist, so ruht sie doch auf, auf den Dreißig Jahren der Stille des HERRN, auf Seinen Drei Jahren der Verkündigung des Wortes, auf den drei Abschnitten Seiner Passion, am Ölberg, auf dem Kreuzweg, in den drei Stunden am Kreuz. Der Gnadenstrom, eröffnet in der Durchbohrung Seines HERZENS, wird in uns „zum Quell, der in uns aufspringt ins Ewige Leben“. Aus ihm können wir immer neu schöpfen können, mag stündlich um uns die Wüste wachsen. Nichts ist für uns, die wir im Kampf stehen, notwendiger, als die Welt, Satan und unser Ich überwindende Kraft der Auferstehung In ihr wird noch einmal das Evangelium über die Welt gehen, erst dann kommt das Ende. Es ist nicht Kraft des Menschen, die die Welt als ihren Bauplatz nützt zu eigenem Nutzen und zu eigener Verherrlichung, sondern die Kraft aus der Gnade GOTTES, die unserer Bereitschaft, IHM nachzufolgen, entgegen kommt.

Wir dürfen erfahren, wie über die Bindung an den hl. Engel in der Auferstehung JESU auch unsere Auferstehung beschlossen ist. In ihr wird uns die Einheit mit GOTT, mit der MUTTER, den hl. Engeln, ja der ganzen Schöpfung. Sie ist nicht mit unseren Augen zu erkennen, sie verlangt, täglich neu gelebt zu werden. Was uns in dieser Prüfung rettet, ist Sein Zeugnis in uns!


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Auferstehung und Apokalypse

 

Zweiter Teil

 

Die Dreifaltige Wirklichkeit der Auferstehungsberichte

Teil II schaut auf den WEISEN GOTT

im Licht der Gegensätzlichkeit der Gaben des HEILIGEN GEISTES

- hin auf die dreifaltige Ordnung der Auferstehung (VIII).

Der Gegensatz liegt hier im Bezug auf die drei theologischen Gaben: Glaube, Hoffnung, Liebe – zu den Vier Kardinaltugenden: Maß, Klugheit, Gerechtigkeit, Starkmut.

 

 

Der Glaube wächst auf dem Boden der Gnade

und nicht auf dem der Gelehrsamkeit!

Wohl greift er gern nach dem Beweis durch Wunder,

das aber ist Zuckerbrot,

und Gnade ist armes und lauteres Kornbrot,

das im Geheimnis der Wandlung

zum Wunder der Liebe erblüht.

 

Apokalyptische Engelhilfe

Die vorliegende Arbeit ist ein Versuch, das über Jahre hin Aufgeschriebene über die GO zusammen zu fassen und im Licht der GO zu sichten und zu betrachten. Exegese, Auslegung der Schrift, bleibt die Grundlage, um nicht in den Text hinein zu deuten. Weil die GO Wort an die Kirche ist, ergeht dieses Wort notwendig an Jeden von uns, der über die Zeichen unserer Zeit betend nachdenkt. Dies muss schon „am Leeren Grab“ deutlich werden. Es sei versucht Schritt für Schritt an der Hand unseres guten hl. Engels in dieses Thema hinein. Zuerst heißt es die Schrift, lesen, wieder lesen, sie zu betrachten und sich zu fragen, was sagt sie mir für diese Zeit, für mich persönlich?

Erste Stufe ist das „Leere Grab“,

Wir müssen es sehen in Einheit mit dem „Grab“, das Johannes in apoklayptischer Weise in der Höhle von Patmos erfährt. Der Mensch kann nicht GOTT schauen, ohne vorher zu sterben. In einer Zeit, die über die Erde nicht hinauskommt, sie aus eigener Kraft ewig machen will, hilft uns der Feind, mit „guten Gründen“ die Furcht vor dem Grab zu löschen. Spätestens, doch dann zu spät, müssen wir ihr im eigenen Sterben stehen.

Offb 1,10 Am Tag des Herrn wurde ich vom Geist ergriffen und hörte hinter mir eine Stimme, laut wie eine Posaune….7 Als ich ihn sah, fiel ich wie tot vor seinen Füßen nieder. Er aber legte seine rechte Hand auf mich und sagte: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte 18 und der Lebendige. Ich war tot, doch nun lebe ich in alle Ewigkeit, und ich habe die Schlüssel zum Tod und zur Unterwelt. 19 Schreib auf, was du gesehen hast: was ist und was danach geschehen wird.

Der GEIST, den JESUS mit Seinem menschlichen Geist im Sterben aushaucht, sucht nach dem Leib der Kirche, der aus der Katastrophe aus dem Grab auferstehen soll. In der Durchbohrung mit der Lanze wird ER frei. Er nähert sich, schon jetzt den Getreuen, Johannes, MARIA und den Frauen nähert. Von Innen ER sie ansprechen und zugleich „sichtbar“ werden. Es hat dieses Hören und Sehen schon hier auf Erden Teil am Schauen GOTTES in der Ewigkeit. An dieser Gnade will uns der VATER Anteil geben, wo immer ER im Mystischen Leib im Sohn ein Charisma weckt. Wo immer eine Berufung im GEISTE sich öffnet, lebt sie aus der Kraft der Auferstehung. Verantwortend müssen wir einmal für sie vor dem Richterstuhl GOTTES gerade stehen.

Wir müssen uns wie die Apostel der Erfahrung des Leeren Grabes stellen. Was bedeutet sie für uns hier und jetzt? Sie muss uns mehr sagen als das Schlagwort: „GOTT ist tot“, das Bischof Robinson in die Arena geworfen hat, um uns herausfordern. Die Bequemen haben es auf ihre Art genutzt, um sich auf Erden einzurichten. Nur wenn wir ihr nicht ausweichen, haben wir den rechten Einstieg. Standen die Apostel nach der Katastrophe nicht vor dem Trümmerhaufen ihrer messianischen Hoffnungen? Wer weiß um Johannes in Patmos im Exil, um seinen sicheren Tode entgegen zu gehen? Woher kam ihnen die Kraft, aus der Tiefe dieser Enttäuschung, die ihnen der HERR nüchtern vorausgesagt hatte, wieder aufzustehen, zuzupacken, wo ER sie anrief? Ohne den Kristall MARIA, wären sie wie die Emmausjünger auf den Wegen der Welt weiter gegangen. Hören wir es nicht noch aus dem Worte Petri, als er die Jünger zum Fischfang einlud: „Ich gehe fischen!“

Jo 21,3 Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot. Aber in dieser Nacht fingen sie nichts. 4 Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger wußten nicht, daß es Jesus war. 5 Jesus sagte zu ihnen: Meine Kinder, habt ihr nicht etwas zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. 6 Er aber sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus, und ihr werdet etwas fangen. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es. Nüchtern erfahren sie hier, sie können nur anfangen im unbedingten Gehorsam auf das Wort des Herrn, den sie hier zu lernen beginnen. Nur im Gehorsam bis hin zum Tod wird uns Auferstehung. Dies erfahren wir schon. wenn wir dem Geheimnis Seiner Allgegenwart schon in der Schöpfung nachspüren im „Stirb’ und Werde auch des materiellen Lebens, In der Erlösung ist Voraussetzung dafür das „Leere Grab“.

Der zweite Schritt ist, Ihm zu begegnen, Jeder auf seine Art!

Wie sind die Apostel, die Frauen, die am Kreuz durchgehalten haben, dem Auferstandenen begegnet? Sie weisen auch uns den Weg. Müssen wir ihn heute nicht auch wieder suchen, zuerst einzeln, dann in der auch jetzt im Verborgenen um MARIA wachsenden Gemeinschaft der Getreuen?

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Der dritte Schritt: die Sendung

Die Drei Schritte, in denen der HERR ihnen vorausgegangen war, müssen auch unsere werden. Im HEILIGEN GEIST stehen auch wir in einer dreifaltigen Sendung. Jeder muss sie auf die Art seiner Berufung im HEILIGEN GEIST durchschreiten.

· In der Sicht von Mk/Mt dort, wo ER mit ihnen angefangen hatte: in Galiläa,

· bei Lukas ausgehend von Bethanien, wo sie zuletzt in Gemeinschaft zusammen

· Sie müssen brennen im Feuer der Liebe, mit dem HERRN geopfert zu werden.

Es sind die drei klassischen Schritte:

„Verleugne Dich selbst!“, „Nimm Dein Kreuz auf Dich!“,„Folge mir nach!“

 

Der konkrete Ort der apk. Engelhilfe

Weil in dieser Arbeit immer wieder auf die GO geschaut wird, gehen wir auch im zweiten Teil „Aufbau der Kirche“ dieser Frage nach. Je mehr wir heute mitten in der Wirksamkeit der GO stehen, umso mehr bedürfen, um aus der immer drückenderen „babylonischen Gefangenschaft“ in der scheidenden Kraft des GEISTES befreit zu werden. Wir können sie nur erfahren, wenn wir wie die Apostel und die Frauen durch die Katastrophe des Kreuzes gegangen sind und alle unseren eigenen Vorstellungen und Erwartungen im Feuer Seiner Liebe verbrennen lassen. Den Weckruf der Posaunen wird nur der recht aufnehmen, der in der Prüfung: „Kreuz/Auferstehung“ demütig erkennt, dass der Mensch hier überfordert ist. Bis in die Kirche hinein hat uns im Westen der Wohlstand abgeschirmt, blind und müde gemacht. Noch sind die Christen des Ostens allein ausgeliefert noch müssen sie die Prüfung des Kreuzes allein tragen.

Johannes, kraft seiner Nähe zu JESUS, dann zu MARIA und zuletzt in der Führung durch den hl. Engel durfte als Einziger schon auf Erde zu seiner Vollgestalt in CHRISTUS im HEILIGEN GEIST heranwachsen. Ihm wurde im Zeichen des LW Adler die Gnade des Durchschauens, mit dem hl. Engel und durch ihn. Als Menschen einer im Materiellen gesättigten Zeit stehen wir der Gegenwart GOTTES im dreifaltigen Geheimnis des KREUZES, des WORTES, des BROTES fremd gegenüber. Notwendig muss eine Hilfe der hl. Engel, die uns gnadenhaft zugesagt ist uns „fremd“ erscheinen und abgelehnt werden. Wir vergessen, dass auch die Engel im Anfang der Zeit im Zeichen des Kreuzes, des Wortes, des Brotes, geprüft wurde um unsertwillen. Den Dienst hat am Menschen hat Luzifer abgelehnt und sich gegen GOTT gestellt. Die getreuen Engel haben sich in dieser Prüfung für den Dienst an GOTT und damit auch am Menschen entschieden. Sie sind uns näher als Vater und Mutter. GOTT hat sie bestellt, uns, die das Heil in JESUS CHRISTUS erben, nicht nur als Schutzengel auf unserem Pilgerweg über die Erde zu geleiten, sondern im Geisterkampf der GO. Ohne ihre gnadenhafte Hilfe können wir die Prüfung, in der wir stehen, nicht schaffen.

Die billige Lösung: „ER allein hat für uns gut getan!“ öffnet der Ansteckung durch die Selbstherrlichkeit des Feindes GOTTES Tür und Tor. In einem seichten Humanismus wollen wir selbst über uns entscheiden. Wie sollen wie ihren endzeitlichen Einsatz im geistigen Kampf erkennen und annehmen? Die gnadenhafte Offenbarung ihrer Hilfe durch Frau Gabriele Bitterlich wird von der Kirche als „fremd“ zurück gewiesen, denn sie überschreitet in ihrer apokalyptischen Ausrichtung den Rahmen der traditionellen Engellehre. Ein wesentlich intellektueller Glaube ist in Gefahr, sich selbst zu genügen. Hier offenbart sich der Pferdefuss des Widersachers. Wo GOTTES Erbarmen noch das Herz des Menschen treffen will, muss ER zu den Kleinen und Zurückgebliebenen hinunter steigen.

Die Armen im GEISTE wie die Hirten auf dem Felde von Betlehem, die im Schweigen der Nacht aufschauen auf den gestirnten Himmel, gehen voraus. Woher sonst soll ihnen Hilfe kommen? Die Frauen mit MARIA sind es, die unter dem Kreuz ausgehalten haben, da die Apostel in entscheidender Stunde flohen. Sie sind, gestärkt durch MARIA, die Ersten, die die Botschaft der Auferstehung weitergeben, da die Apostel noch darum ringen, mit ihrer Enttäuschung fertig zu werden. Ohne die Sühne MARIENS und der Frauen, ihnen das Licht zu ihr eigenes Versagen zu erkennen und sich dem größeren Erbarmen GOTTES zu öffnen. Petrus ist hier vor den Anderen, angesprochen. Die dreimalige Frage bei der Erscheinung am See Tiberiades, muss seinen dreimaligen Verrat am Wachtfeuer löschen. Sie wird ihn bis zuletzt gebrannt haben, wie auch uns aller Verrat brennen muss, wenn der HERR mit uns neu anfangen soll.

 

Aller Neuanfang beginnt im Schatten des Kreuzes

Weil heute die äußere Ordnung der Kirche zerbricht, kann sie nur durch behauene Steine, Bekenner und Märtyrer neu aufgebaut werden. MARIA hat unter dem Kreuz ihr Unbeflecktes Herz dem Schwert des Leides entgegen gehalten, mit ihr die getreuen Frauen, die von Galiläa mit dem HERRN hinauf nach Jerusalem gezogen waren. Ähnlich hat die Botschaft der apokalyptischen Hilfe der hl. Engel unter dem Kreuz wie ein Schwert das Herz von Frau Gabriele Bitterlich getroffen. Im Sühneeinsatz für die Priester hat sie der HERR für diese Aufgabe von Kindheit her vorbereitet. Doch sie blieb unter dem Schleier MARIENS, bis sie als Mutter von drei Kindern (drei musste sie verlieren) für die Wucht des Kreuzes, das ihr hier auferlegt wurde, reif war. Schon im Einsatz für die Priester, durfte sie erkennen, dass die Kirche in der Bedrängnis dieser Zeit solcher Hilfe von Oben bedürfe.

Der HERR nannte die kleine Gemeinschaft getreuer Schwester, die zu ihr standen: „Gemeinschaft der Armen Sünder für die Rettung der Armen Sünder“. Sie wurde zum Betlehem für das Werk der Heiligen Engel. Sie hat als das Samenkorn, das in die Erde gefallen ist, den Weg für die Kirche, für Alle, die sich nach dem Licht der Wahrheit ausstrecken, welchen Glaubens sie auch heute seien bereitet. Ihr Sterben war Apokalypse. Mit ist von Anfang an die Sühne der Grundstein des Werkes der hl. Engel von unserer Seite. Schon die erste Weihe an die hl. Engel die der HERR schenkte, sollte diesen Einsatz unter dem Kreuz stärken, wie der HERR am Ölberg durch den hl. Engel gestärkt wurde, um menschlich sein Letztes hinzugeben. Wenn wir diesem Geheimnis nachsinnen in, mit und durch MARIA, dürfen wir etwas von der Weisheit der Wege GOTTES erkennen, die notwendig der Welt Torheit sind.

 

Die Hilfe der hl. Engel bei der Auferstehung

An kaum einer Stelle wird das Eingreifen der hl.Engel in die Heilsgeschichte so deutlich wie in den Perikopen der AUFERSTEHUNG JESU. Hier leuchtet auf: DIE AUFERSTEHUNG JESU IST EIN ENDZEITLICHES GEHEIMNIS. Sie weist in ihrer Gewalt und Größe hinüber auf die LETZTEN DINGE, wie sie in der Geheimen Offenbarung enthüllt werden. Es sind «ENGELGEHEIMNISSE», nicht nur, weil die hl. Engel im HEILIGEN GEIST diesem Geschehen näher stehen, sondern auch, weil sie als Geistwesen IHM als Knechte im Kampf zugewiesen sind.

Ohne ihre Vermittlung kann sich der Mensch diesem Geheimnis weder nahen, noch es aufnehmen! Es braucht dazu im apokalyptischen Kampf das Einswerden! Dabei kann die Weise der Vermittlung, wie wir sehen werden, verschieden sein. Der Normalfall ist, dass der Engel an den Menschen herantritt, wie es besonders die Auferstehungsberichte der Synoptiker darlegen. Die Gegenwart des Engels macht den Menschen aufmerksam, dass er der Wirklichkeit der Auferstehung nur im GEISTE begegnen kann. Dazu hin muss der Mensch gewandelt werden, wie wir es am Sühneleben der M.Magdalena erkennen dürfen. Allein die Bereitschaft zur Sühne öffner die Türe. Hier war die MUTTER Beispiel und Wegweisung. Nicht umsonst durfte sie, da MARIA, da sie noch in Jerusalem war, wie später, als sie (nach der Tradition der Ostkirche) mit nach Ephesus gehen in anderer Weise als Johannes ihre Nähe erfahren. Da wir mitten im apokalyptischen Kampfe stehen sind wir auf beider leuchtende Wegbereitung gewiesen.

 

Johannes „bleibt“

Johannes bleibt ein Ausnahmefall als Lieblingsjünger des HERRN. Wie ein nacktes Kind lief er in panischem Erschrecken der Mutter GOTTES in die Arme. Musste er nicht mehr als die Anderen bis ins Innerste erschüttert sein, da ihm DER entrissen war, an dessen Brust er wie ein Kind gelegen hatte? Im Wechsel vom Herz des HERRN hin zum Herzen der MUTTER hat er die tiefste Wandlung unter den Jüngern erfahren. Mehr als der Vermittlung durch den hl. Engel bedurfte er der Gegenwart der MUTTER. In der Einsamkeit des Exils durfte er in Patmos in geistiger Einheit mit der MUTTER die Vollendung seiner Sendung erfahren. Er allein durfte eintreten in den Spannungsbogen Alpha – Omega im Geheimnis der endzeitlichen Hilfe der hl. Engel entgegen wachsen. Lesen wir daraufhin das Sigillum OA = Opus Sanctorum Angelorum in hebräische Leseweise, von hinten nach vorne: „A – O!“

Wo M. Magdalena den langsamen Weg der Buße gehen musste, durfte er sich in der Nähe MARIENS und in kindhafter Reinheit dem Geheimnis des Auferstandenen nahen. Auch er war notwendig zuerst von Außen angestoßen, da er über das schweigende Zeugnis der Tücher erfuhr: “ER ist wahrhaft auferstanden!“ Er war in Bethanien, einziger irdischer Heimat des HERRN, in der Kopflosigkeit der Flucht als zu Hause! In, mit und durch MARIA müssen sich auch heute die Priester der letzten Zeit um MARIA sammeln. Der hl. Louis Maria Montfort hat um sie vor mehr als 300 Jahren in seinem „Feuergebet“ mit dem HERRN gerungen. Johannes hat ihnen den Weg bereitet.

 

In drei Schritten durfte er als Erster der Apostel erkennen

· Über die Ordnung der Leintücher und das zusammengelegte Schweißtuch im Grabe hörte er im Unbefleckten Herz MARIENS das HERZ des HERRN schlagen und er weiß: («sehen = wissen: eidenai»), der HERR ist auferstanden.

· In der Nähe MARIENS nach der Auferstehung, zuerst in Jerusalem, dann in Ephesus, wächst er tiefer hinein in die mystische Dimension der Gegenwart des HERRN in Seiner Kirche durch die Hlst. Eucharistie.

· Er beschließt sein Leben in Patmos, da ER die Vollendung dieses Geheimnis in der Schau der Apokalypse zu bezeugen gerufen ist.

In den Gemeindenbriefen der GO wird deutlich, die Kirche wird an Haupt und Gliedern durch die hl. Engel geführt. In, mit und durch sie stößt sie durch zu einer immer vollkommeneren Erfüllung des hl. Willens GOTTES, auf die es im letzten Kampf gegen den Widersacher, der sich verzweifelt aufbäumt, ankommt. Wer anders sollte die «Tücher» in Ordnung gebracht haben als die hl. Engel, die durch den HEILIGEN GEIST geistig im Pulsschlag der Liebe GOTTES leben. Was den hl. Engeln fehlt, ist die geist - leibliche Erfahrung Seiner Gegenwart, die uns in der Hlst. Eucharistie geschenkt wird. Sie kann ihnen gnadenhaft (weil der HERR es so will!) durch uns vermittelt werden, wenn wir uns der Engelreinheit nähern. Im Schutzengeldienst wird der hl. Engel dafür bereitet. Als getreuer Begleiter des Menschen erlebt er an seinem Schützling das Geheimnis der Menschwerdung JESU. Wo der Mensch den HERRN in der hl. Kommunion empfängt, wirft er sich geistig vor diesem Geheimnis zu Boden. Seine hl. Kommunion ist im GEISTE, da der Hl. GEIST durch ihn zieht.

Wo der HERR die hl. Engel[12] uns in der geistigen Auseinandersetzung unserer Tage in, mit und durch MARIA zur Hilfe sendet, treten nach und nach alle hl. Engel ein in den Kampf um das Reich GOTTES mit und im Menschen. Nicht mehr nur von Außen kommen sie dem Menschen nahe, wenn er sie anruft. Immer mehr wächst in ihnen die Sehnsucht an diesem mystischen Hochzeitsmahl teilzunehmen. Sollte der HERR diesem Sehnen nicht gnadenvoll entgegen gehen, um so Mensch und Engel in Sich zu eins zu verbinden? Hier muss die hlst. Eucharistie vermitteln und zum „Brot der Engel“ werden, anders als in der geistigen Teilnahme im Wehen des HEILIGEN GEISTES. Über den HERRN und in Seinem Dienste dürfen sie jetzt den Menschen von Innen führen. Im Blick auf IHN sind beide, Engel und Mensch Lernende.

Wir begegnen hier einem Endzeitgeheimnis, das sich nur im HEILIGEN GEIST betend erschließen lässt. Hier darf nicht nur der reine Mensch aufsteigen zur Engelerkenntnis[13], wie es angeldweise de MUTTER und dem hl. Johannes geschenkt wurde. Auch der hl. Engel darf jetzt nicht nur von Außen, sondern im Menschen tiefer erkennen, was es ist um das Geheimnis der Menschwerdung JESU in Seinem Mystischen Leib der Kirche. Das ist die schweigende Revolution (in MARIA!) die das Werk der hl. Engel wie einen Fehdehandschuh in die Arena der Diskussionen um die Sendung der Kirche in dieser Zeit wirft. Die Posaune Absinth, Bitternis (vgl. Offb 8,10ff), die mit dem Werk wie ein Stern auf Erden fällt, ist eine Herausforderung, die scheidet wie am ersten Schöpfungstag.

In den hl. Engeln durchbricht das Licht der Auferstehung JESU das Dunkel der Katastrophe des Kreuzes, in das die Kirche als Mystischer Leib des HERRN hineingerufen ist. Die hl. Engel sind schon in der historischen Auferstehung JESU Vermittler nicht nur der Botschaft Seiner Auferstehung, sondern auch Seiner Gegenwart in der Kirche im HEILIGEN GEIST. Dass Johannes, nach MARIA, der Mutter des HERRN, der Zweite ist, der dem AUFERSTANDENEN HERRN im GEISTE begegnen durfte, kann nur von der größeren Liebe des HERRN zu diesem ihm besonders nahen Jünger her verstanden werden. Diese Liebe ist uns, durch alle Gebote hindurch und über sie hinaus, gegenwärtig in der Hlst. Eucharistie. Sie bereitet wie in Johannes diese Endzeitgnade der Einung beider so verschiedenen Geschöpfe vor. Dreifaltig ist sie in Johannes gewachsen:

· über das Zeichen der Tücher im Grabe,

· in Vermittlung durch MARIA[14]

· im Anruf der Geheimen Offenbarung.

Zu dieser dreifaltigen Sicht sollen in schwerer Prüfung die Getreuen durch die hl. Engel geführt werden. Über das Unbefleckte Herz MARIENS, wie neu geboren im Feuer von Golgotha, nur in, mit und durch sie, wird sie uns zuteil, wenn wir uns nach ihr als arme Sünder ausstrecken. Wie wenig wird hier Fatima noch verstanden, da doch die Kinder, bereitet durch den hl. Engel, diesen Weg weisen! Der hl. Vater Johannes Paul II hat im Feuer der Prüfung bestanden und dafür am 13. Mai 2000 in Fatima sein Zeugnis abgelegt. Wie sollen wir ohne die tiefere Erfahrung der Hlst. Eucharistie in uns den dritten endzeitlichen Schritt mit dem Engel hinein in die Apokalypse dieser Zeit tun? Hier mag uns deutlich werden, warum uns der VATER MARIA als die Mutter der Straße auf den Weg schickt, um uns eine Brücke zu bauen. Nur über die Mutter der Straße finden wir die Hand des hl. Engels. Wurde sie ihr nicht „als Mutter der Straße“ auf dem blutigen Kreuzweg hinauf nach Golgotha in ähnlicher Weise zuteil wie dem HERRN in der Not des Ölberg die Stärkung des Engels? Sinnen wir diesen Geheimnissen nach und es wird uns Licht werden!

In der Liebe, wo sie vom HL. GEIST angehoben wird, wie es MARIA in der Verkündigung geschah, kann der Mensch Erden «hinüberreichen» in das Reich der Himmel und so schon hier Drüben sein, ohne den Boden der Erde zu verlieren. Nur in solcher Liebe, wie sie Mutter Gabriele geschenkt war, können wir die hl. Engel als Träger und Vermittler der endzeitlichen Liebe GOTTES im HL. GEIST erfahren. Darum kann das Werk der hl. Engel, mit dem endzeitlichen Auftrag der Rettung von Kirche und Welt, auch nicht von einer Theologie verstanden werden, in der das verstandesmäßige Denken vorherrscht. Es wird sich aber dem öffnen, der GOTT liebend mit dem HERRN leidet um den immer mehr offenbar werdenden Verfall und die Verflachung in der Kirche. In der Sehnsucht des GEISTES wird er ausschauen nach der nie ausbleibenden Hilfe GOTTES. Sie wurde den Jüngern zuteil durch Vermittlung der Engel, sie soll uns nicht weniger durch die Engelhilfe des Werkes gnadenhaft zuteil werden.

Je mehr wir dem Engel im HL. GEISTE begegnen, umso weniger bedürfen wir ihrer sichtbaren Gegenwart. Sie wird notwendig heute, wo der Mensch ohne Ehrfurcht nach dem Geheimnis: GOTT greift, zum Ausnahmefall. Denn «GOTT IST GEIST - und die IHN anbeten, müssen IHN im GEISTE und in der WAHRHEIT anbeten! » (Jo 4,24). In dieser Sicht wird auch deutlich, warum wir uns nicht auf das Wissen um die hl. Engel beschränken können, wie sie in der Schrift und Tradition der Kirche geborgen ist. Wir sind herausgefordert, sie im Licht des hl. Engels tiefer zu durchdringen, dann nähern wir uns der engelhaften Erkenntnis, in die auch der hl. Johannes an der Hand der MUTTER erst hineinwachsen musste. Sicher ist es eine der Aufgaben dieser Zeit für das geistige Erbe der Kirche einzustehen, da es heute weitgehend geleugnet wird. Doch GOTT will mit dem OA mehr: ER will durch die hl. Engel als Diener der Sonnenumkleideten Frau dem Drachen den Kopf zertreten. Nicht der Mensch ist der erste, sondern wie es auch in Fatima in der der Erscheinung der Mutter GOTTES vorausgehenden Erscheinung der Engel deutlich wird, der Engel muss den Weg bereiten. Am leichtesten ist ihm dies in kindhaften Herzen wie bei den Hirtenkindern. Nur im Hl. GEIST kann die Geisterschlacht gewonnen werden!

Wo die Verwirrung des Geistes uns jeder Richtung zu berauben droht, müssen wir einen letzten unbeirrbaren Halt. Nicht nur als allgemeine Weisung wie in den Geboten GOTTES GOTT, sondern je persönlich, wie ihn uns der hl. Engel vermittelt, wenn wir nur lernen im GEIST auf ihn zu hören. Wir müssen mit dem Engel und durch ihn lernen, GOTT anzubeten und für IHN zu kämpfen, wo immer uns GOTTES weise Vorsehung hinstellt. Es geht hier nicht um eine weitere Frömmigkeitsübung, sondern um die Hilfe, die wir brauchen, um uns nicht zu verlieren. Der engelhafte Weg, den schon die ersten Väter der Kirche in der Wüste bewusst eingeschlagen haben, ist Weg zu GOTT, der uns durchträgt auch, wenn aller äußerer Halt verloren geht. Sein Licht muss uns durchdringen, damit wir wahrhaft „Kinder des Lichtes“ werden. im schweigendem Horchen und Gehorchen auf die Stimme des Gewissens, durch die sich der hl. Engel zuerst kund tut.

Der Mensch muss sich und seinen Wünschen sterben, um GOTT wahrhaft im GEIST und der Wahrheit zu begegnen. Dieser Anruf ist nicht tief genug in uns eingedrungen. Wo wir bereuen und in der Stille neu anfangen, wird nach aller Prüfung Neues werden. Das Wie bleibt in Seiner Hand, auch die hl. Engel müssen sich hier im Dunkel durch kämpfen im bleibenden Licht GOTTES, das sie in sich tragen und uns Innen vermitteln wollen. Schauen wir auf die Hirtenkinder in der Vorbereitung ihrer Sendung mit dem Engel, sie weisen uns den Weg, den sie heroisch bis zu Ende gegangen sind. Ohne ihr Einssein im Gebet mit dem Engel von Portugal, da er mit ihnen am Boden geworfen den HERRN anbetet, wäre wohl schon damals die Sendung MARIENS als Sonnenumkleidete Frau der Geheimen Offenbarung (wie 1531 in Mexiko!) in frommer Weise umgedeutet worden, wie es heute in Fatima und an anderen MARIENorten verflachend geschieht.

Weil wir als Menschen an die Erkenntnis durch die Sinne gebunden sind, schickt uns die LIEBE GOTTES die MUTTER auf den Weg, dass sie uns helfe. Auch wenn es nicht in der Schrift steht, sie durfte als Erste dem Auferstandenen begegnen. Darum hat der HERR ja auch ihr in besonderer Weise das Werk der hl .Engel anvertraut und durch sie einer einfachen Familienmutter. Wir müssen es nur immer wieder in Demut und dankend aus ihren Händen empfangen, dann werden wir wie Johannes der WIRKLICHKEIT DES AUFERSTANDENEN schon jetzt im Zeichen begegnen und so mit dem Engel die Botschaft Seiner endzeitlichen Hilfe hinaustragen können.

 

Hinweis

Versuchen wir, uns langsam in die Auferstehungsberichte einzulesen, betrachtend sie mit uns zu tragen in MARIA. Das ist nüchterne Vorarbeit, wenn wir tiefer kommen wollen und den Honig aus ihnen schöpfen. Manches das hier einführend gebracht wird, wird später in anderer Weise wieder aufgenommen. Wiederholung gehört zum Betrachten dazu, denn über Vieles gehen wir leicht hinweg. Wer aufmerksam liest, wird bald jeweils das Neue erkennen, das notwendig im Rahmen des schon Erkannten gebracht werden muss.

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Die Dreifaltige Erfahrung der Auferstehung CHRISTI

Drei Schritte

In allen vier Evangelien sind es drei Schritte hin zum Geheimnis der Auferstehung des HERRN in der dem jeweiligen Evangelium eigenartigen Sichtweise des dahinter stehenden Lebenden Wesen. So ergibt sich auch hier eine zwölffache Sicht. Die z w ö l f T o r e des Himmlischen Jerusalem sind damit schon in den Evangelien angedeutet, durch die einmal alle Menschen einziehen werden.

So wie die zwölf Stationen des Kreuzweges diese Tore auf Erden gegenwärtig setzen im Erbarmen des VATERS durch die Erlösungstat des SOHNES im HL. GEIST, so werden in der Auferstehung diese Tore im SOHN geöffnet, durch die alle zum Ewigen Leben Berufenen im HEILIGEN GEIST in den Himmel eintreten können.

Die d r e i S c h r i t t e , in denen sich die AUFERSTEHUNG den Jüngern kundtut, sind ein Hinweis auf die trinitarische Struktur alles Heilgeschehens.

Der e r s t e Schritt ist die Erfahrung des leeren Grabes.

Der z w e i t e Schritt ist die Erkenntnis des AUFERSTANDENEN HERRN im HL. GEIST.

Der d r i t t e Schritt ist die SENDUNG.

Immer ist da ein inneres, wie organisches Erkennen im Herz des Menschen, erinnernd und im Geiste MARIENS betrachtend. So durften die Apostel, die Frauen voran langsam tiefer in dieses Unbegreiflich nicht nur eindringen, sondern hinein wachsen. Der Anstoß war von oben, so hat wohl Jeder die Auferstehung in besonderer Weise erlebt, auch wenn sie ihm mitgeteilt wurde. Hier wird jeweils der hl. Schutzengel mit geholfen haben. Wo der Mensch nicht betend eindringt, ist er jeweils versucht, seinem eigenen Denken und Willen zu viel Raum zu geben. So entstehen, schon zur Zeit der Urkirche die Sekten. Ohne die Hilfe der Väter in der Wüste und der Kirchenväter – lehrer, geführt vom HEIIGEN GEIST wären solche Einbrüche nicht mehr abzuriegeln gewesen. Der Feind ist der beste Psychologe und findet die schwachen Stellen im Einzelnen wie einer Gemeinschaft heraus, stellt sich mit seinem Wissen dahinter und versucht so die Bresche auszuweiten.

Da wir heute wahrhaft am Ende der Neuzeit stehen, muss die MUTTER auf die Bedeutung des Gebetes, der Umkehr, der Betrachtung und Sühne drängen. Genau hier ist in einem zu vordergründigen Verständnis der Feind in die Reihen der Gläubigen eingebrochen und hat die Einfalt des Glaubens in Besserwissen aufgelöst, gleichzeitig die äußere Ordnung durch die beiden Weltkriege gebrochen, die mit getragen hatte. Das ist schon in der Bereitung des jüdischen Volkes auf das Erste Kommen JESU hin zu erkennen: Zersetzung von Außen durch die Fremdherrschaft, von Innen durch die Verführung der Verantwortlichen im Glauben, Spaltung in „modern“ und traditionell: wie heute. Der Spaltpilz tut das Übrige: Auflösung nach Innen wir nach Außen. Hier stand nach kurzer Überraschung dem HERRN eine Front gegenüber, die nicht mehr zu durchbrechen war. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Prophetien treten nach vorne, wo die Führung der Kirche nicht erkennt und im Angriff des Feindes das Feld räumt. Notwendig fehlt in Sachen Prophetie die Unterscheidung der Geister. Es bleibt das einfältige Volk allein, ausgeliefert den Wölfen. Wenn der HERR die Zeit nicht abkürzte, werden wie bei der Verurteilung JESU selbst die Letzten mitgerissen, auch wenn sie wunderbar vorher geheilt wurden. Nur dort, wo Einer betend der Gnade der Heilung tiefer sein Herz geöffnet hatte – dafür stehen die Frauen, die JESUS folgten – war über die Erschütterung von Kreuz und Auferstehungng der Boden für den HEILIGEN GEIST bereitet. Wie sehr drängt die MUTTER in all ihren Erscheinungen auf die Notwendigkeit des Betrachtens.

Wie viel wird da den Getreuen zuerst von Innen, wo sie zusammenhalten, auch in Gemeinschaft (Versiegelte Gemeinden) an neuer Widerstandskraft im HEILIGEN GEIST geschenkt werden! Wer vertrauend auf den eigenen Geist die Zeichen der Zeit übersieht, wird ausgeschieden. Hier erleben wir schon heute das Wirken des HL. GEISTES, wie beim ersten Kommen des HERRN. Wo der Glaube geschwunden ist, muss der Feind durch sein immer unverhüllteres Wirken die Sache des Glaubens von der negativen Seite her nach Vorne bringen. Die vom HERRN ausgetriebenen Geister mussten hier ein erstes Zeugnis geben, das wir nur dann überhören, wo wir schon in seiner Hand sind. Die GO spricht hier von der Scheidung in Dritteile:

· Das erste Drittel: die verstehen, dieser Gnade nachbeten. Sie erkennen, wo der HERR auf sie wartet.

· Das zweite Drittel: die auf der Gegenseite stehen.

· Das dritte Drittel, um die noch von beiden Seiten gekämpft wird.

Hier liegt die Aufgabe der Posaunen.

 

In der Auseinandersetzung und Deutung der Zeichen der Zeit, sind wir vorbereitet, die Schrift zu befragen Sie soll uns nicht nur in einem allgemeinen, über die heilsgeschichtliche Koordinaten von Ort, Zeit, Umstände belehren und sie durchleuchten. Der einzelne Gläubige muss im Licht seines hl. Engels erkennen, welche Antwort der HERR von uns in MARIA erwartet.

Unterschiede bei den Synoptikern

Auf Johannes wird später hingewiesen. Der Auftrag an die Jünger, nach Galiläa zu gehen ist Mt und Mk gemeinsam, auch der Auftrag, davon den Jüngern zu berichten. Nur Mt spricht ausdrücklich von der «Auferstehung von Toten». Sein ist im LW Engel die Torheit des Kreuzes, in der die Engel am Anfang auf Sein oder Nichtsein geprüft wurden. Sie greift zurück auf Gen 1 („Priesterhandschrift“[15]): in dieser Scheidung von Licht und Finsternis hat die Schöpfung begonnen Im „Ersten Tag“, in der Scheidung von Licht und Finsternis, liegt der Hinweis auf die Engelprüfung. Diese Scheidung bleibt im Kreuz bis zum Ende. Der Hl. GEIST wird sie über die LW zur Vollendung bringen, sie legen das Kreuz über die ganze Schöpfung. Die beim Tod des HERRN gesehen werden. Die falsche Gegensätzlichkeit ist im Sieg CHRISTI im Kreuz überwunden, doch dieser Sieg muss sich erst im Mystischen Leib CHRISTI in der Zusammenarbeit von Engel und Mensch durchsetzen. In der Sicht Mts sind die die Toten, die nach der Auferstehung gesehen werden Zeichen dafür, dass sich die Kraft der Auferstehung auswirkt und Alles ergreift. Sie wartet nur darauf, dass wir erkennen, in JESUS beginnt ein Neues:

· Mt erinnert, da er von den Toten spricht, die gesehen werden, dass der Tod, der über den alten Adam herrschte, überwunden ist. Vertrauen wir der Führung unseres hl. Engels, dann werden wir es je persönlich erfahren.

· Bei Mk tritt Petrus nach Vorne in der ihm vom HERRN verliehenen Autorität, die unseren Gehorsam der Kirche gegenüber verlangt.

· Bei Lk erinnert uns der HERR an das Wort der Schrift von der «Notwendigkeit des Leidens», von dem der HERR auf dem Weg nach Jerusalem gesprochen hat. Er hebt hervor, dass ER «schon in Galiläa» (vgl. Lk 24, 44) darauf hingewiesen hat. Lk bindet damit wie die beiden andern Evangelien das Ende zurück an den Anfang.

 

Ein Blick auf die Vier Lebenden Wesen

Der Hinweis auf die LW wurde ahnend zuerst von den Griechen in den Vier klassischen Elementen, her und den Himmelsrichtungen erkannt, da sie philosophisch nach dem „Einen Bleibenden in allem Wechsel“ forschten. Sie ist wie eine erste Erkenntnis des Kreuzes als der Struktur der Schöpfung.

Die nächst höhere, dem Menschen zugeordnete Sicht ist die der Vier Erkenntnisfähigkeiten des Menschen:

Wille, Gefühl, Geist, Sinne.

In übernatürlicher Sicht werden die Vier Kardinaltugenden zu „Geistigen Richtungen“ die dem Menschen helfen, sich im Leben zurecht zu finden. Sie weisen hinauf zu den Vier Eigenschaften GOTTES.

In graphischer Darstellung:

 

Elemente

Feuer

Wasser

Luft

Erde

Himmelsrichtg.

Osten

Norden

Süden

Westen

Erk. Fähigkeiten

Wille

Gefühl

Geist

Sinne

Tugenden

Maß

Klugheit

Gerechtigkeit

Tapferkeit

Lebende Wesen

Engel/Mensch –

Matthäus

Stier - Lukas

Adler - Johannes

Löwe – Markus

Eigenschaften GOTTES

Heiligkeit

Weisheit

Gerechtigkeit

Allmacht

Vier Grundrichtungen des geistl.Lebens

Anbetung

Betrachtung

Sühne

Sendung

 

Das Wort der Erlösung ist Leben und muss gelebt werden, es gibt Richtung, es baut uns auf im HEILIGEN GEIST durch die Sakramente. Es will uns anheben, weg von der Erdenschwere und der Sünde, es hebt uns wie in einer Spirale. Wo es nur Wiederholung ist, hat es seine Kraft verloren, nur im seinem Lichte lebend, können wir seine Wahrheit und schöpferische Kraft erfahren. Wie tief der HEILIGE GEIST ansetzt, um menschliches Erkennen zu heben, wird uns deutlich in der Bemerkung, dass die Botschaft der Frauen an die Jünger „ihnen als leeres Geschwätz“ erscheint. (vgl. Lk 24,10). Wo der Mensch das Wort GOTTES nach seinen irdischen Maßstäben einzureihen versucht, verliert es die Kraft der Torheit des Kreuzes. Im Zeichen des Kreuzes baut sich die Schöpfung auf. Sie wächst wie die Weinrebe an ihm empor bis sie in JESUS CHRISTUS eingehen darf in GOTT. Wer die Torheit des Kreuzes wie unsere Zeit verkennt, ja ablehnt, weil er dem menschlichen Geist allein vertraut, hat sich der Auflehnung des Widersachers am Anfang der Zeit angeschlossen und muss endlich mit ihm fallen. Dies ist die KREUZUNG, in der die Menschheit heute steht. Sie wird blind für das Kreuz, wo sie der Ansteckung des „Humanismus“ dem Ungeist : „Wir schaffen es allein!“ vertraut. Sie wird es schaffen, wo der Mensch sich mit dem hl. Engel verbindet, der sich als Erstes Geschöpf GOTT als Knecht Seiner Pläne bekannt hat.

Hier erkennen wir, dass wir in einer Prüfung des Geistes stehen. Was ihm an Überheblichkeit anhängt, muss erliegen beim Aufstieg nach Golgotha. Im Bild der himmlischen Hierarchie, die sich nach der Prüfung im Bild der „Weinrebe“ am Kreuz empor rankt ist allem Aufbau der dreifachen Schöpfung der Weg gewiesen. Wer sich nicht im GEIST GOTTES an der Hand des hl. Engels nach GOTT ausstreckt, weil es ihm zu mühselig ist, verfällt der Schwerkraft der Sünde, scheidet sich von selbst aus. Denken wir an Pilatus’ hämische Bemerkung „Was ist Wahrheit?“, aber auch an das Besserwissen der Apostel gegenüber den Frauen. Notwendig sind wir Alle in diese Prüfung gerufen. Bestehen kann nur, wer im GEISTE entscheidet. Mk zeigt auf, dass auch die Frauen, als der hl. Engel sie im Grabe anspricht, erschrocken weglaufen. Sie müssen ihren Auftrag an die Jünger erst nach einer Zeit der Besinnung weiter gegeben haben.

Mk, mit dem Lebenden Wesen „Löwe“ nach Westen, in den Endkampf gestellt, weiß es besser in Seinem GEIST. Auch in uns muss erst die ALLMACHT GOTTES siegen, nach aller Erschütterung des Kreuzes und aller nachfolgenden Enttäuschung. Wie hart urteilt er über den „Unglauben“ der Jünger. Nur so hat das schneidende Wort: „Wer nicht glaubt, ist verdammt!“ Darüber steht nicht das unangreifbare Urteil eines Machthabers, sondern die Gerechtigkeit GOTTES, die dem Irrenden in Barmherzigkeit hilft, den rechten Weg des Kreuzes zu wählen und zu gehen. Die Auferstehung wirft den Menschen aus der Bahn, stellt ihn vor eine Wirklichkeit, die ihm fremd ist, fordert eine Antwort, die der Mensch von sich aus nicht geben kann. Dies wird bei ihm dreifach = trinitarisch angedeutet:

· im Hinweis, dass die Frauen in Schrecken weglaufen,

· durch den weg gewälzten Stein,

· in der Gestalt des Jünglings mit der weißen Stola.

In M. Magdalena wird uns dies noch deutlicher werden. Im Kreuz ist nicht nur Gesetz für die Schöpfung, es ist letztlich das Wesen GOTTES in der Gegensätzlichkeit von VATER und SOHN, die nur im HEILIGEN GEIST gelöst werden kann. Dieser GEIST macht sich wie der HERR klein im Schutzengel, zum Diener des Menschen, damit er an diesem Dienen für seinen Weg lerne. M.M. hat wir Keiner sonst diesen Anruf aufgenommen. Nur im Gehorsam finden wir zu GOTT. Die Erschütterung über das leere Grabe, die Sehnsucht nach IHM allein machen blind für alles Andere, auch den Engel. Sie ist nicht geringer als die über sein grausames Sterben am Kreuz Sie weist zurück auf das Geheimnis Empfängnis/Geburt JESU und voraus auf das endzeitliche Geschehen der Geheimen Offenbarung. Weil der Mensch nach dem Ebenbild GOTTES geschaffen ist, kann er nur im Kreuz selig werden. Hier stehen heute in der Kirche an vorderster Front die Sühneseelen.

Der den drei Zeugnissen gemeinsame Nenner ist: hier bricht in den in sich geschlossenen Lebensraum der Menschen eine Macht ein, die dem Menschen fremd ist und nur von ihm erfahren und aufgenommen werden kann, wenn er sich ihrem Licht öffnet. Dieses Licht ist der HEILIGE GEIST, der Jedem Glaubenden in der Person des hl. Engels persönlich zu Hilfe kommt, nicht nur unmittelbar, sondern, wenn er still geworden ist, in der Hilfe, diese Erfahrung aufzuarbeiten, anzunehmen und im Leben wirksam werden zu lassen.

 

Diese Grundstruktur umfasst auch unseren Weg zu GOTT:

I.1 Sie findet sich bei Lk wegweisend in der Verkündigung an MARIA:

Sie zeigt sich dreifach:

I,1a: in der Befremdung MARIENS über den Gruß des Engels. besonders über die gnadenhafte Erwählung, die ihr im Gruß zugesagt wird: „Du bist gebenedeit unter den Frauen…“: 29 Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Es ist bei MARIA nicht ein Erschrecken wie bei den Frauen (MK), sondern ein Sichwundern, Überraschtsein im Blick auf die ihr zugesagte Gnade. MARIA, dies ist Teil ihrer Erwählung, erschrickt nicht, wie wir es schon im AT erfahren. Sie lebte von Anfang an in ihrer Gegenwart.

Wo der Glaube nicht mehr überrascht, ist er schon gestorben. Die Wunder, die der HERR wirkt, sollen dies nach Außen kund tun. Sie sind wie eine erste, allgemeine Anrede JESUS, an den, der hören will. Weil der Glaube hier auf Erden nie am Ende ist, muss er in Jedem immer neu die Frage wecken: „Wie soll das geschehen?“

I,1b: In Demut wundert sie sich darüber, dass gerade ihr diese gewaltige Gnade zuteil werden soll, um die sie für ihr Volk wohl immer gebetet hat. 32 „Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. 33 „Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft wird kein Ende haben.Hat ihr hier GOTT nicht zu Großes zugemutet?“ Wie soll sie Solches tragen? Sie erinnert an den Fels vor dem Grab. - Sie kann es nur in, mit und durch JESUS.

I,1c: Da sie darüber nachsinnt, kommt dazu die beunruhigende Frage: da sie als Tempeljungfrau Jungfräulichkeit gelobt hat, wie soll dies geschehen? 34 Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?“ Auch der Hinweis des hl. Engels auf das Wirken des HEILIGEN GEISTES in ihr muss sie befremden und will bedacht werden.

Weil der Glaube hier auf Erden nie am Ende ist, muss er immer neu die Frage wecken: „Wie soll das geschehen?“ Genau hier übernimmt der hl. Engel die Antwort auf der Brücke zwischen dem Sichtbaren und Unsichtbaren.

 

In diesen drei Schritten begegnet sie den Drei Göttlichen Personen.

Der vierte Schritt bringt ihr Ja. Die vier Schritte weisen hin auf die Vier Eigenschaften GOTTES und damit auch auf die Vier Ecksäulen der Kirche als ihre Grundstruktur. GOTT der im SOHN Mensch geworden ist, will sich in uns ein Haus bauen. Die Pfeiler werden gesetzt, im Kreuz aufgerichtet, am Ende als Zeichen des Gerichtes über die Schöpfung, Die Kirche ist bei Johannes geboren unter dem Kreuz, wo MARIA und die Frauen ausgehalten haben, sie wird sichtbar im Wunder von Pfingsten, sie wird sich im Zeichen des Neuen Jerusalem vollenden in der Geheimen Offenbarung. Man vergleiche dazu die Dreierstruktur in den Auferstehungsberichten.

 

Zu III Die Entsprechung in der Geheimen Offenbarung.

I. Der Auftrag – entsprechend dem Gruß in der Verkündigung

I,1. Die Sendung an Johannes, übermittelt durch den hl. Engel – Johannes ist wie überfallen.

I,2. Sein Auftrag an den Sieben Gemeinden von Asien, das Evangelium umfasst Himmel und Erde.

I,3 Die Botschaft entfaltet sich, verschieden an jede der Sieben Gemeinden - MARIA bedenkt den Auftrag = was der Gruß bedeute?

 

Zu II. Bereitung der Sendung,

Die Vier Lebenden Wesen breiten das Kreuz über die ganze Schöpfung, ausgehend vom Thron GOTTES (Offb 6) Vgl. „wird ihm den Thron seines VATERS David geben“ - St. Gabriel erläutert den Anruf an MARIA. Er steht im Zeichen des Kreuzes wie hier durch die Lebenden Wesen.

II,1 Hinweis auf die Folgen (sie nehmen das weitere Wirken der GO voraus!)

II.2 Die Versiegelung der Getreuen

II.3 Die drei Posaunen als Weckruf

(II.4) Zusammenfassung in der „Sonnenumkleideten Frau“ in ihren Geburtswehen (entspricht dem „Ja“ MARIENS als Antwort an GOTT über St. Gabriel.

In diesem Ja, wie hier in den Geburtswehen MARIENS, ist der Vollzug des Gerichtes über Kirche und Menschheit zusammengefasst, Im Bild der von der Sonne umkleideten Frau ist der Sieg CHRISTI zu erkennen.

 

Zu III. Vollzug des Gerichtes = entspricht der Erlösungstat GOTTES durch die Menschwerdung CHRISTI = „Wer dieses BROT isst ohne Unterscheidung, isst sich das Gericht!“ Der HERR wirkt kraft Seiner Gegenwart in der Hlst. Eucharistie in Seinem Mystischen Leib der Kirche, wie zuerst im Schoß MARIENS. Ohnmacht wird zur Allmacht!

III.1 durch die Gerichts- und Ernteengel

III.2 Durch die Sieben Zornschalenengel

III.3 Durch den HERRN selbst auf Weißem Ross mit den Seinen

 

(III.4) Sieg CHRISTI und Verheißung des Neuen Jerusalem, das vom Himmel herabsteigt, gerufen durch das Ja MARIENS in der Verkündigung

 

Zusammenfassung

Diese trinitarische Ordnung soll uns darin erinnern, Aussage, Form und Struktur sind ein Ganzes. Wenn wir über Weinreb noch auf die Wortwahl und durch sie zurück auf das Hebräische schauten, müsste selbst dem Zweifler etwas von der HEILIGKEIT DES WORTES, wo immer wir ihm begegnen, aufgehen. Notwendig muss diese Ordnung des WORTES, das der VATER uns sandte und in MARIA Mensch werden ließ, erfüllen, was die Geheime Offenbarung verheißt: „SIEHE ICH MACHE ALLES NEU!“

Sie soll auch weiter verfolgt werden, damit uns bewusst werde:

· es ist das EINE WORT, gesandt vom VATER, in dem allein Heil zu finden ist.

· Es ist in den Evangelien Anruf, wie er schon im AT vorbereitet ist und in den Propheten die Brücke zum Neuen Bund schlägt.

· Es wird in den Auferstehungsberichten Kraft des Neuwerdens.

· Es bringt durch die hl. Engeln in der Geheimen Offenbarung die Vollendung der ganzen Schöpfung. WORT aber fordert Antwort – die allein in MARIA vollkommen gegeben ist. In diese Antwort müssen wir eingehen, wenn wir des Ewigen Lebens teilhaftig werden wollen. Weil der Mensch durch die Sünde das Nein des Widersachers aufgenommen hat, muss nicht nur die Macht des Widersachers über ihn gebrochen, es muss auch das verhärtete Herz des Menschen aufgebrochen und weich werden. Dies wird uns deutlich in den Auferstehungsberichten. Auch die Apostel sind hier nicht ausgenommen. Sie müssen erst durch MARIA wieder zurück finden.

Das Wort des Engels an sie kann erst dann in ihnen aufgehen, wenn sich die Erschütterung, die sie bis in den Leib hinein schüttelt («tromos») gelegt hat. Es ist wahrhaft und wirklich Entsetzen (auch so kann man «ekstasis», übersetzen), das sie gepackt hat bei Mk. Sie sind aus der Bahn geworfen, sie müssen erst wieder zu sich selbst zurückfinden. Das Geheimnis und die Größe des Lebens, das uns GOTT geschenkt hat und in JESUS CHRISTUS neu schenkt, muss ihnen im HEILIGEN GEIST neu aufgehen. Zu wenig haben wir in den Auferstehungsberichten auf das Wirken des Hl. GEISTES geschaut, als sei es beschränkt auf das Pfingstwunder.

ER ist schon dort geheimnisvoll wirksam, wo der HERR von der Lanze des Zenturions durchstochen wird: Blut und Wasser kommen heraus – und unsichtbar der HEILIGE GEIST. ER tritt schon hier im Verborgenen Seine Herrschaft in denen an, die sich IHM mit und in MARIA öffnen. Der HERR wird ihnen, da ER sich lebend zeigt, im Wort deutlich machen, was an ihnen geschehen soll, damit sie neu werden.

Von der GO geht unser Blick betrachtend zurück auf die Geburtshöhle von Betlehem, wo das JESUSkind geboren wird in Armut, umhüllt vom unsichtbaren Glanz der Herrlichkeit des HEILIGEN GEISTES. Ja er sollte noch weiter zurück gehen bis zur Höhle von Mamre, wo Abraham begraben wurde: 9 „Seine Söhne Isaak und Ismael begruben ihn in der Höhle von Machpela bei Mamre, auf dem Grundstück des Hetiters Efron, des Sohnes Zohars (Gen 25,9).In Mamre waren die drei Engel zu Abraham gekommen um ihm den Sohn Isaak zu verheißen. Dort war auch seine Frau Sarah begraben. Später wird es das Heiligtum von Hebron. Es ist eine ganze Geschichte, die dieser Ort aufzuweisen hat. Wie tief ist das Heil in dieser Erde verankert. Die Eichen von Mamre sind schon Hinweis auf das Kreuz. Wo der hl. Engel im Auftrag des Gekreuzigten, Auferstandenen HERRN an den Menschen herantritt, muss die Erde erbeben. Der Riss des Erdbebens ist noch heute in der Felsenhöhle von Patmos zu erkennen, wo der hl. Engel an Johannes herantrat um ihm zu zeigen „was bald geschehen wird“.

 

Hier setzt L u k a s mit seiner Erzählung an. Der «Schrecken», der die Frauen gepackt hat, scheint überwunden. Die Frauen gehen in aller Stille zum Grabe. Das «ganz früh», das bei Markus die Erregung der Frauen auf diesem morgendlichen Wege kennzeichnet, ist weggefallen - auch die Erwähnung der «aufgehenden Sonne» (Mk 16,2), die wie ein Zeichen der Auferstehung des HERRN gedeutet werden kann, fehlt bei Lukas, wie auch der wie hilfesuchende Blick nach oben, hin zum Stein vor dem Grabe, der Stein ist ja schon weggewälzt! (24,2) - nicht nur vom Grabe, sondern auch von ihrem Herzen. All dies hat schon das tiefere Betrachten, für das Lukas steht, gebracht. Der Blick der Frauen geht mehr nach unten, wie es dem Wesen des LW Stier entspricht! Von der plötzlichen Erscheinung des Engels aufgeschreckt, «neigen sie ihr Angesicht zur Erde», mehr aus Ehrfurcht vor der Lichtgestalt des Engels. Die Botschaft des Engels: «Was sucht ihr den Lebenden unter den Toten, ER ist nicht hier, ER ist a u f e r s t a n d e n !» muss erst durch den folgenden Hinweis auf das prophetische Wort von Seinem Leiden, verarbeitet werden, bevor sie ihren Blick wieder zum Himmel erheben können.

Im vollen Sinne wird das erst beim zweiten Kommen des HERRN «auf den Wolken des Himmels» sein - wie es Lukas ausdrücklich in der apokalyptischen Rede des HERRN ausspricht: «wenn all dies geschieht, dann streckt euch und erhebt eure Häupter, denn die Zeit eurer Erlösung ist nahe» (21,28). Der HERR sieht schon bei Lukas w e i t e r bis ans Ende der Zeit, wo erst die ganze Fülle der Erlösung sich ausgewirkt haben wird und ER als AUFERSTANDENER mit der Beute der erlösten Menschheit und der heimgeholten Schöpfung, in die Herrlichkeit des VATERS eingehen wird.

Die von außen einbrechende Nachricht von der Auferstehung des HERRN - wie sie durch den Engel bei Mk vermittelt wird, muss erst - in, mit und durch MARIA, im Menschen betrachtend erarbeitet werden, um Frucht zu bringen. Dies ist die Lukas e i g e n e Botschaft, die bei Johannes, im Blick auf die RECHTFERTIGUNG des Menschen noch einmal vertieft wird: das Heil ist für uns erst wirklich, wenn wir es in uns aufgenommen haben und in JESUS CHRISTUS gerecht geworden sind. Vor der Betrachtung der Botschaft vom Leeren Grab bei Johannes, müssen wir noch einen Blick auf den «unechten M a r k u s schluss» (16.9f) werfen.

 

In der Sicht der LW gibt es keinen «unechten Markusschluss (16,9f) –

weil wir hier das Evangelium nicht von unten, mit menschlichen Maßstäben betrachten, sondern mit dem Engel auf die Auferstehung in der von den Evangelisten aufgezeichneten dreifachen Sicht schauen.

Im ersten Mkschluss ist uns nur die erste Sicht auf das Leere Grab gegeben - es fehlen die Sichten auf die Begegnung mit dem HERRN und die Sendung durch IHN, wie sie sich in den drei anderen Evg. finden. Die Evangelien rufen uns an, legen uns aber auch die Antwort nahe, die der HERR für uns alle dem VATER gegeben hat. Die Antwort, die das Evg. nach Mk in der Sicht des ALLMÄCHTIGEN GOTTES von uns fordert, ist die des G l a u b e n s . Der Glaube kann aber in uns nur wirksam werden, wenn wir unseren Platz vor GOTT finden: als Seine Geschöpfe und zugleich, von Adam her, als arme Sünder.

Wir müssen dem GRÖSSEREN GOTT begegnen. Das Erschrecken der Frauen in der Begegnung mit dem Engel im Grabe ist dazu der erste Schritt: ANRUF DES ALLMÄCHTIGEN GOTTES an uns arme Sünder zur Umkehr, zum Ausgehen aus dem alten Adam («ekstasis»), damit wir eingehen können in den NEUEN MENSCHEN IN JESUS CHRISTUS.

Im «zweiten Schluss» wird in aller Nüchternheit die «Grabwirklichkeit» des Menschen gekennzeichnet: «M. Magdalena, aus der der HERR sieben Dämonen ausgetrieben hat» (und noch ist sie nicht «leer» für IHN!) - das Weinen und Klagen der mit ihr Klagenden und Weinenden (es waren wohl nur Frauen - die Jünger waren ja geflohen!) und nicht zuletzt der Unglaube gegenüber der Botschaft von Maria Magdalena zeichnen die dreifach traurige Wirklichkeit des Menschen. Er bleibt im Alten gefangen, findet von sich aus nicht hinüber zum AUFERSTANDENEN, der Glaube muss in ihm erst durch den HEILIGEN GEIST geweckt werden. Der HEILIGE GEIST muss ihn lösen aus allem Klagen und Weinen und seinen Blick erheben in Hoffnung auf die Verheißungen der Schrift, um in JESUS den Neuen MENSCHEN zu erkennen. Wenn da etwas von Liebe zu JESUS in ihm war, so muss diese Liebe wie bei M. Magdalena erst geläutert werden und wachsen im HEILIGEN GEIST.

 

Markus berichtet von zwei weiteren Erscheinungen, wohl der vor den Jüngern von Emmaus und der im Abendmahlsaal, wie sie auch bei Lk u. Jo aufgezeichnet sind. In einem dritten Teil dieses «zweiten Schlusses» folgt dann die Sendung der Jünger. Auch dieser zweite Schluss zeigt die trinitarische Ordnung der Auferstehungsberichte der anderen Evangelien:

· in GOTT SOHN, Den der VATER vom Himmel sendet (Anfang des Evg. - zugleich Anruf an den Menschen)

· Der vom Tode des alten Lebens umkehrt (Erfahrung des Leeren Grabes)

· Und uns ein NEUES LEBEN schenkt.

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Neuanfang in Galiläa!

Es ist dieser Abschnitt eine nicht sichtbare Unterteilung des Ersten Abschnittes: des Leeren Grabes. Er gehört zu ihm und ist doch in der vom Engel erteilten Weisung, besonders bei Johannes ein Schritt hinüber zum nächsten Schritt: der Begegnung mit dem HERRN und darüber hinaus ein erster Hinweis auf die Sendung, die die Jünger erwartet.

Es geht hier um die BEGEGNUNG MIT DEM GRÖSSEREN, DEM UNBEGREIFLICHEN GOTT UND SEINER UNANTASTBAREN MAJESTÄT, wie sie, vorbereitend schon in der heidnischen Philosophie eines Plotin aufscheint. Wir «Christen» haben in unserer Lauheit und Gleichgültigkeit viel dazu beigetragen, dass dieser Begriff des GRÖSSEREN GOTTES der Menschheit immer mehr verloren gegangen ist. GOTT ist für die «Gescheiten» eine «Chiffre» geworden (Jaspers), für die, die IHN zu besitzen glauben, eine seichte Selbstverständlichkeit Wie notwendig ist für die ganze Christenheit die Erfahrung des LEEREN GRABES, wie sie besonders Markus in der Erschütterung der Frauen am Grabe aufzeigt (16,8). Sie ist nüchterner Anruf: „Wenn das Samenkorn nicht stirbt, kann es keine Frucht bringen. Nur aus der Asche, in der noch die Glut der Sehnsucht nach GOTT glüht, gibt es ein Neues!

 

Entlässest DU, Herr, nun Deinen Diener in Frieden,

weil seine Augen Dein Heil gesehen haben?

Noch entlasse ICH dich nicht, spricht der Herr,

da du noch sieben Häutchen wie Tobias

über deinen Augen hast,

obschon du schon besser sehen kannst

und trotzdem noch nicht siehst.

Aber jedes Häutchen muß mit der ganzen Schöpfung

und aller Geschöpflichkeit erlitten und erstorben werden!

Dann erst kannst du das unfaßbare Licht

Meiner Augen als Unsterblicher,

als Mein Gerufener und ohne Tod ertragen.

 

M a t t h ä u s

scheint in seinem Bericht vom Leeren Grabe anzudeuten, dass die Frauen Zeugen der Auferstehung waren. Doch wenn wir den Text näher betrachten, muss dieses «Schauen» näher bestimmt werden. Das griechische Wort «theorein» (26, 1) legt uns nahe, dass dieses «Schauen», angestoßen durch die Erfahrung des Leeren Grabes, wohl vor allem in der Betrachtung gewachsen war. Es ist nicht die unmittelbare Erfahrung eines Augenzeugen, sondern vielmehr die betende Durchdringung der Erfahrung des Leeren Grabes im Lichte des Engels. Es ist ein «geistiges Bild», das (cum fundamento in re) die für uns ungreifbare Wirklichkeit der Auferstehung «erfahrbar» wiedergibt: „Und siehe, es war da ein gewaltiges Erdbeben. Ein Engel des HERRN (KYRIOU) stieg vom Himmel, trat heran und wälzte den Stein weg und setzte sich darauf“ (28,2).

Auch dieses Geschehen ist dreifaltig zu deuten:

· Der Engel kommt vom VATER im Dienst des SOHNES (kyriou = der durch Sein Sterben am Kreuz zum HERRN der Schöpfung wurde).

· ER wälzt in der Kraft der Auferstehung den Stein weg. Alles Wirken der Engel ist auf den SOHN und damit auf Kreuz und Auferstehung bezogen.

· Dass er auf dem Stein sitzt, ist Zeichen, dass der HEILIGE GEIST durch den SOHN die Herrschaft angetreten hat.

Der Engel weist nicht nur auf den Ort hin, an dem der HERR gelegen hat, er weist ihnen auch den Ort, wo sie IHM wieder begegnen werden: GALILÄA, wo der HERR sie berufen und mit ihnen Seine Sendung begonnen hat. Wenn sie damals mehr hinter dem HERRN her gelaufen sind, jetzt muss ER in ihnen den Weg des Kreuzes gehen, den sie als Torheit vorher nicht fassen konnten. Ihre Vorstellung vom MESSIAS war wie die der meisten Juden ihrer Zeit in politischen Begriffen befangen; darum muss notwendig das Bild das sie sich von IHM im Laufe der drei Jahre gemacht haben, im GEISTE, d.h. von SEINER AUFERSTEHUNG her berichtigt und «gefüllt» werden. Sie müssen im GEISTE neu anfangen. Ähnliches gilt für uns: selbst die Feste sind Feste, weil sie als solche übernommen werden, nicht weil wir IHN suchen.

Der HERR beginnt, in der Kraft des HEILIGEN GEISTES dort anzufangen, wo ER vor drei Jahren mit ihnen begonnen hat (Mt 28,7): „Dort werdet ihr IHN sehen ...“(aa0). Hier verwendet Matthäus nicht mehr das Wort «theorein», das am Anfang, am Weg der Frauen zum Grabe stand: um zu schauen, hier steht das für das ganz normale Sehen gebräuchliche Wort: 'opsesthai', denn der HERR will ja mit ihnen sein bis in den Alltag hinein. Überall müssen sie IHM jetzt begegnen können, denn, wie wir im dritten Teil sehen werden: ER will ja i n ihnen Seine Sendung fortsetzen. Das Außerodentliche tritt zurück! „Die Frauen eilten vom Grabe weg, mit Schrecken und großer Freude zugleich, um es den Jüngern zu melden“ (28,8). Markus berichtet in der Parallelstelle (16, 8) vom Zittern und Entsetzen» (ekstasis = Außersichsein) der Frauen. Sie müssen auf den Boden der Tatsachen zurück. Der Weg mit dem HERRN muss ein Weg im HEILIGEN GEIST werden, an der Hand des hl. Engels, der ja mit ihnen war, schweigen und leiden musste bis….!

Bei Mt ist durch das Licht des Engels schon der Lichtstrahl der Freude durchgebrochen. Die Auferstehung ist wie eine Hefe, die langsam den Teig durchsäuert: die Finsternis des Alten Menschen muss dem Licht des NEUEN MENSCHEN weichen. Hier hat Mt verkürzt und doch das Entscheidende festgehalten. Das Licht der Auferstehung durchbricht die Finsternis der Sünde. So hat das Evangelium angesetzt, im Blick auf das Kommen des HEILANDES auf Erden (vgl. Mt 4,15 f) - so endet es im Blick auf die Erlösung des Menschen: DIE MACHT DER FINSTERNIS IST GEBROCHEN - auch wenn es noch Zeit brauchen wird, bis der g a n z e Mensch, die Kirche, von diesem Licht der Erlösung durchstrahlt sein wird. In den zu den Jüngern eilenden Frauen hat die FROHBOTSCHAFT JESU ihren Siegeslauf angetreten!

Markus ist auch hier konkreter: er spricht von «vier Frauen» (16,1), vom Einkauf der duftenden Salben und ihrem Wunsch, mit ihnen den Leib des HERRN zu salben (bei Lukas zusammenfassend erwähnt, s. 24,1!). Erinnern wir uns im Blick auf das LW Löwe: in den kleinen, konkreten Dingen offenbart sich die ALLMACHT GOTTES, nicht wie in der Gnosis ein Höheres Wissen um GOTT oder Geistiges! Schon auf dem Weg denken sie an die Unmöglichkeit ihres Unternehmens - wie sollen sie den Grabstein wegwälzen? (16,3). Doch da «schauen sie» (theorein): er ist schon weggewälzt! Lukas berichtet ähnlich: sie fanden den Stein weggewälzt! - 24,2.

 

Gemeinsam mit Lukas ist:

und sie gingen hinein. Statt eines Engels sehen sie einen Jüngling, zur Rechten, mit einer weißen leuchtenden Stola» (16,5). Lukas spricht von «zwei Männern» in blitzstrahlendem Gewand (24,4). Übereinstimmungen und Unterschiede zugleich weisen darauf hin, wie sehr die Augenzeugen vom Geschehen der Auferstehung getroffen waren, Jeder auf seine Weise: das Geheimnis ist unauslotbar. Die Schrift gibt nur die vier entscheidenden Blickrichtungen an, in denen der Gläubige weiter betrachten soll, um tiefer in dieses Geheimnis einzudringen soll, Jeder auf seine Weise!

· Der Engel bei Mt,

· der Jüngling bei Mk,

· die zwei Männer bei Lk

stehen für das e i n e Geheimnis der Vermittlung, ohne die uns die Auferstehung des HERRN verschlossen bleiben müsste.

· Der Engel sagt an, dass es ein GEISTgeheimnis ist,

· der «Jüngling» ist Hinweis auf das NEUE LEBEN, das aus dem Grabe erwächst,

· der «Mann» ist Hinweis auf die schöpferische Kraft GOTTES, die hier wirkt.

Durch das LEERE GRAB soll den Gläubigen die wahre Dimension der Auferstehung offenbart werden: sie müssen neu anfangen in „Galiläa“, dh. dort wo der VATER IHN aufwachsen ließ, wo ER begonnen hat. Nur in diesem vom VATER vorgegebenen «Rahmen» kann Offenbarung geschehen - von sich aus kann der Mensch nur schweigen ... ! Immer ist solcher Anfang wie in Betlehem, Nazareth vor der Welt verborgen, nur im GEIST zu erkennen. Wenn Du ihn finden willst musst Du versuchen, diesen Anfang in Deinem Leben zu erkennen. Wenn Du betest, bittest, betrachtest, wirst Du ihn finden. Der gute hl. Engel wird Dir weiterhelfen.

Während Lukas die «Verlegenheit» (aporia) der Frauen herausstellt, als sie den «Leib des HERRN» nicht vorfinden (24,4), weist Markus auf ihr abgrundtiefes Erschrecken hin (exethambäsan), als sie im Grabe den Engel zur Rechten sitzend erblicken. Alle drei Evangelisten berichten das Wort des Engels vom «Suchen», Mt und Mk sprechen vom «Gekreuzigten», Lk: «den Lebenden unter den Toten». Gemeinsam ist allen Dreien der Hinweis: ER ist nicht hier. Lk gibt in der Sicht des LW Stier dem menschlichen Fragen mehr Raum: darum auch der Hinweis auf ihre «Verlegenheit». Erst dann spricht er von der Furcht, die die «Männer» den Frauen einflößen, so dass sie sich vor ihrer Lichtgestalt anbetend beugen. Lk ist ja das «liturgische Evg.»!

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Die Sicht auf einen Neuen Anfang (=“Galiläa“) bei Johannes

Johannes schaut auf die Auferstehung CHRISTI über die Zeichen (siehe Vorbemerkung!). M. Magdalena geht im Dunkel hinaus zum Grab in früher Stunde. Die LIEBE sucht, auch wenn sie noch blind ist für die Wirklichkeit. Sie sucht den HERRN, wie sie IHN gekannt hat, und der Engel geht mit ihr, wie der HERR mit den Jüngern von Emmaus mitgeht. Der Wille sucht, was noch fehlt, ist das LICHT DES GEISTES, der den Willen des Menschen aufhellt und emporhebt. Hier will der Schutzengel helfen, unsere erdgebundene Schwere zu lösen und unseren Blick nach Oben zu richten, ohne den Boden unter den Füßen zu verlieren!

Wie schwer diese Arbeit für den Engel ist, werden wir ihm einmal danken. Kaum hat sie das Leere Grabe gesehen, ist ihr Urteil gefällt: sie eilt zu Petrus und Johannes und teilt es ihnen mit. Auch blind tut sie menschlich das Richtige. Es ist nicht allein ihre Sache! «Sie haben den HERRN aus dem Grabe weggeholt und wir wissen nicht, wohin sie IHN gelegt haben» (20,2). Ihr Urteil ist fertig, Zeugnis obwohl allein meint sie die Dinge zu sehen, wie sie sind und sieht doch nur die Oberfläche. Nur dies kommt ihr in den Sinn, sie erinnert sich an Petrus. Der HERR hat ihn eingesetzt gegen alle Versuchung, eigene Wege zu gehen. Da ist noch eine kleine Einheit: Johannes blendet ein den «Lauf der Jünger zum Grabe». Es ist nicht allein die äußere Autorität der Kirche, die hier entscheidet, ihr untergeordnet sind die Propheten. Wo sie wirklich solche sind, fällt es ihnen nicht schwer, sich der äußeren Ordnung zu fügen. Äußere Autorität, wo sie noch gilt, schützt vor Spaltung. Wo sich der Führung des GEISTES unterwirft, ist Einheit. Disziplinarentscheidungen werden nicht selten korrigiert.

M. Magdalena «geht zum Grab» im dunklen Drang ihres Herzens. Die beiden Jünger «gingen hinaus, um sich überzeugen. Für sie ist, so gut sie M.M. kennen, ihr Wort nicht nur Sache von Frauen. Es gilt ihren Bericht zu prüfen (20,3). Sie schauen nach, so verschieden dieses „Schauen“ auch ausfällt. Der zuerst eintretende Petrus «schaut» (theorei) die Tücher und das Schweißtuch. Da ist noch ein Überlegen gefordert. Schauen ist mehr als das bloße «Sehen» M. Magdalenas, es ist darin etwas von Verwunderung, von möglichem Fragen. Es ist auch mehr als das erste flüchtige «Sehen» (beide Male «blepein») des Johannes, der, als Erster ankommend, die auf die Seite gelegten Totentücher sieht. Das Sehen Johannes‘ unterscheidet. Es will nichts als den HERRN, doch anders als M.M.. Petrus ist noch nicht so weit, wie es am See Tiberíades offenbar wird: „Gehen wir fischen!“

Dass Johannes Petrus vor lässt und erst nach ihm eintritt, ist nicht nur eine Sache der äußeren Autorität. Der HERR weiß, warum er Petrus bestimmt hat und nicht Johannes. Erkennen wir schweigend die Weisung: Schauen kann man recht nur im Abstand von den Dingen, doch in der Not braucht es ein weisendes Wort, auch wenn es später korrigiert werden muss. „Tut Alles gemeinsam in Liebe!“ Keiner sieht die ganze Wirklichkeit, selbst einer Sicht von Oben ist dies nicht gegeben. Sie muss auf den Boden der Tatsachen. Es braucht Verständigung, Gespräch miteinander, dass verschiedene Sichten in Eins kommen. Johannes findet in der Spanne vom ersten «Ausgehen» bis zum zweiten «Hineingehen» die Antwort, nicht nur von Innen: DER HERR IST AUFERSTANDEN! Da ist das Zeichen der Tücher. Liebe, die im Abstand in der GOTTESfurcht bleibt, sieht weiter und tiefer.

Sie kommt dem Erkennen des Engels nahe, der nicht nach Sinneseindrücken urteilt, sondern die Dinge nach dem Bilde GOTTES sieht, nach dem sie geformt sind. Der Jünger, der an der Brust des HERRN lag, trägt das geistige Bild des HERRN, das ihm hilft, durch zu schauen. Er spürt Seine Gegenwart, haben die Tücher ihn nicht eingehüllt? Etwas von IHM muss geblieben sein. Zeichen verbergen, um zu enthüllen. Auferstehung muss mehr sein als ein Sinneseindruck, etwas, das man unbedacht übernimmt und weitergibt. Die Ordnung der Tücher weist auf Jemand hin, der sie geordnet hat. Dem gilt es betend nachzudenken. Wo wir dies nicht tun, sind auch die Sakramente nur etwas Äußeres. Wie sollen sie da wirken, die uns doch umgestalten sollen in Neue Menschen, nicht nur einmal. Sie sind nicht nur Weisung, nicht nur Weg zu IHM, sie stehen für IHN selbst. Über ihnen steht die Immerwährende Hilfe, die MUTTER, der hl. Engel.

Die reine Liebe ist in der Führung des GEISTES. Die Erkenntnis in Johannes: «der HERR ist auferstanden!» ist Erleuchtung durch den Engel, die ansetzt am Sinneseindruck der in Ordnung gefalteten Tücher. Sie sind nicht nur einfach Tücher, sie haben den HERRN berührt, sie sind von ihm durchatmet. Johannes sieht jetzt nicht nur wie beim ersten Bücken die Tücher, er bleibt auch nicht wie Petrus beim Wundern stehen, das der Wirklichkeit noch wie fragend gegenüber steht. Nur die Liebe wird «wissend sehen» (eidenai) und das Unsichtbare erschließen, das in Allem, das von GOTT kommt, webt. Das Zeichen ist einfach: die Ordnung der Tücher auf «einen Ort» hin (7). Das Eine Notwendige zu erkennen ist Vorrecht der Liebe - je weniger einer «in e i n s » sieht, in der Kraft der Liebe, umso mehr verliert er sich in seinem Sehen in der Vielfalt der Dinge und kann zu keinem wirklichkeitsgerechten Urteil kommen.

Die letzte Wirklichkeit aller Wirklichkeiten, auf die Alles ausgerichtet ist, ist GOTT. Je mehr wir deshalb in Allem auf IHN allein schauen, um so mehr werden wir Wirklichkeit wirklich erkennen und so selbst ein Stück w i r k l i c h e r werden! Hier wird deutlich: dass allein die Liebe im Glauben schon jetzt angeldweise zum Schauen über die Zeichen kommt: «ER SAH UND GLAUBTE». Der Glaube, auf den geliebten HERRN ausgerichtet, ist schon ein Stück Schauen! Nur in ihm allein ist uns geschenkt, das Wort GOTTES nicht nur irgendwie zu hören oder zu lesen, sondern es auch zu verstehen (vgl. 20,9).

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Verheißung der „Freiheit der Kinder GOTTES

Der Weg M. Magdalenas

Schrittweise wächst das Erkennen auch im blinden Suchen M. Magdalenas. Sie muss wie die Jünger von Emmaus zuerst von ihrem blinden Suchen umkehren, bevor sie erkennen darf. Hier wird ihr das Licht des Engels den Weg weisen. Sie darf nicht stehen bleiben in ihrem so schnell gefällten Urteil: „sie haben den HERRN weggetragen“. Damit würde sie ja letztlich den Betrug der Juden, die die Wächter bestechen, bestätigen. Wie leicht ist das falsche Sehen und das mit ihm verbundene vorschnelle Urteilen in die Hand des Bösen gegeben! Da heute der Böse als der Vater aller Lüge die Öffentlichkeit beherrscht, ist die Gefahr solchen falschen, vorschnellen Urteils viel größer als je zuvor, wo der Mensch von den Ordnungen christlichen Lebens getragen war. Auch darum braucht er heute mehr denn je das Licht des Engels, um in allem Zwielicht der Verwirrung der Meinungen die Wahrheit herauszufinden. Voraussetzung ist freilich auch hier, dass er zuerst von sich selbst und seiner «Meinung» zurücktritt und bewusst um das Licht des Engels bittet.

Dieses Licht wird M. Magdalena in der Begegnung mit den beiden Engeln angeboten. Sie stehen zu Kopf und Füßen, wo der HERR gelegen ist, um Sein NEUES MASS anzugeben. Verwundert (wie Petrus) schaut sie diese beiden Lichtgestalten; doch sie kommt nicht darauf zu fragen: was haben die Engel hier am Grab zu tun? So wie sie zuerst weinend vor dem Grabe stand (11), so ist sie auch jetzt noch so sehr in ihrer Trauer um den Verlust des HERRN befangen, dass für sie die Engel mehr Hindernis als Hilfe bei ihrem Suchen bedeuten. Wie man heute „gescheit“ bemerkt: sie stellen sich zwischen GOTT und den Menschen und verhindern dadurch den «direkten Kontakt mit GOTT». Mit M.M. ist es freilich anders und doch gleich, weil sie „ohne Umwege“ direkt zum HERRN, sie will Ihn berühren, nicht loslassen, auch wenn es nur Sein lebloser Leib wäre. Und doch ist sie mit dem HERRN schon ein Stück Weg zum Neuen Leben gegangen. Wie viel blinder war sie, als sie IHM das erste Mal begegnete und nach IHM zu greifen versuchte. Dumpf wußte sie schon damals: ER ist es, den meine Seele sucht. Diese Ahnung muss immer mehr durchbrechen.

Diese tiefste Sehnsucht im Menschen zu befreien,

zu heben, zu lichten, dafür hat der HERR am Kreuz Sein Herzblut hin gegeben! Wo sie aus ungelichtetem Leid zu schnell urteilt, schneidet sie sich den Weg zur geistigen Wirklichkeit des Auferstandenen HERRN ab. Sie bleibt mit ihrem falschen Urteil allein - sie findet nicht hinüber in die WIRKLICHKEIT DES AUFERSTANDENEN! So können auch ihre Ohren die Frage der Engel nicht vernehmen, so wenig wie ihre Augen richtig sehen können (13). Sie ist fixiert auf ihr erstes Urteil: «Sie haben den HERRN weggetragen und ich weiß nicht, wohin sie IHN gelegt haben.» Mit diesem falschen Urteil im Kopf muss sie den HERRN, der ihr jetzt begegnet ist, verkennen. Auch wenn sie ihn verwundert schaut (theorei)!- wie vorher Petrus die Tücher - sie hört Seine Frage nicht: «Warum weinst du». Als der HERR in diese Szene eintritt, meint sie, in IHM den «Gärtner» zu erkennen und verdächtigt ihn, den HERRN weggetragen zu haben. Er möge ihr doch zeigen, wo er IHN hingelegt habe, damit sie IHN mitnehme.

Der HERR fragt sie wie vorher der Engel nach der Ursache ihrer Tränen und dem Ziel ihres Suchens. Doch sie hört auch die liebende Frage des HERRN nicht, der sie zur Umkehr führen will. Ihr Schmerz um den Verlust des HERRN ist so groß, dass er sie gänzlich gefangen hält. Sie ist von Außen nicht zu befreien! Da spricht der HERR das Schlüsselwort, das sie befreit: „ MARIA“. Wozu anders schickt uns der HERR heute die MUTTER als Mutter der Straße auf die Erde? Doch wer hört Sie, wer vertraut ihr? Der Böse hat uns den letzten Rest Innerlichkeit gestohlen. ER spricht sie in, mit und durch MARIA, und damit mit dem Namen an, der in MARIA alle Berufung in JESUS CHRISTUS umschließt, auch wenn er hier noch verborgen bleibt, er ist ja zuerst Auftrag! Doch schon andeutend rührt er an das letzte Geheimnis ihrer Seele, dem die meisten Sterblichen erst in der Stunde ihres besonderen Gerichtes begegnen.

 

Das Braugeheimnis

Dieses «letzte Wort» kann wohl nur der HERR sprechen - auf den hin alle Seelen vom VATER hin geschaffen sind. Es ist im tiefsten Sinne ein Brautgeheimnis, bewahrt zwischen GOTT und der Seele! Hier bleibt auch der Engel «vor der Tür“, er ist «nur» Wegbereiter für diese höchste, gnadenhafte Begegnung des Geschöpfes mit GOTT! Wie sehr müssten wir Priester um dieses Wort bitten, dass wir, in und durch den HERRN die Seelen aufschließen können für IHN. Hat der HERR dies nicht denen verheißen, die wahrhaft Sein HERZ verehren! Weit sind wir entfernt von der wahren Verehrung Seines Herzens, wenn wir auf Johannes schauen, dem dies geschenkt war! Nur die MUTTER kann uns dazu helfen! M.M. kehrt auf dieses Wort des HERRN hin um: im buchstäblichen wie im geistigen Sinne, hatte sie sich doch schon, auch äußerlich, von IHM abgewendet, da sie IHN für den Gärtner hielt!

Solche Umkehr aus der Tiefe aber ist Anfang aller Heilung. Im Anruf an ihre Seele hat der HERR die tiefste Sehnsucht der Frau nach Liebe angerührt. Und doch ist das «Alte» - der Zugriff - in ihr noch stärker als die Kraft der Umkehr. Sie darf IHN noch nicht berühren, wie es doch den Jüngern erlaubt ist (vgl. Thomas!). Der HERR ist noch nicht in ihr von Innen durchgebrochen. Gilt nicht hier konkret das Wort: „Nur GOTT kann SICH erkennen?“ nach dem Leitsatz der ersten Philosophen: „Nur das Ähnliche vermag Ähnliches zu erkennen = Simile simili cognoscitur“. Es braucht ein langes Büßerleben , damit sie einholt, was ihr in diesem Augenblick geschenkt wurde. Der Sauerteig des Neuen Lebens muss ihr ganzes Sein durchsäuern. In M.M. leuchtet eine Sinngebung der Buße auf, die wir tiefer durchdringen müssen.

Wie Vieles in der Kirche ist einer gedankenlosen Praxis geworden. Es fehlt das Eine Notwendige: die unbedingte Ausrichtung auf IHN. Nur so kann sie wieder aufwachen, lebendig, wahr werden, in IHM der die WAHRHEIT IST. Aus brennendem Feuer ist Licht geworden von Seinem LICHT. Nur IHN hatte sie gesucht in aller Ausschweifung, nur IHM will sie jetzt ganz gehören. Erst jetzt ist sie so weit, den Auftrag des HERRN an die Jünger weiterzugeben. Was sie zu sagen hat, werden weder diese noch sie zunächst verstehen: die Unterscheidung zwischen «MEINEM und eurem VATER». (18). Doch es geht hier ja auch noch nicht zuerst um dieses Geheimnis, sondern zunächst um das HEIMGEHEN des HERRN, das von ihnen allen die Lösung vom bloß irdischen Bild des JESUS VON NAZARETH verlangt!

Schon in diesem «ersten Schritt» am leeren Grab sind bei Johannes die folgenden Begegnungen mit IHM und die Sendung mit angedeutet. Notwendig ist alles Erkennen GOTTES trinitarisch, auch wenn einmal der VATER, ein zweites Mal der SOHN, ein drittes Mal der Hl. GEIST unter den DREIEN besonders hervortritt, immer sind die anderen BEIDEN mit dabei! (actiones SMAE. TRINITATIS ad extra sunt unum!). Im Dunkel des Leeren Grabes ist das Licht Neuen Lebens aufgeleuchtet, in ihm muss Seine Sendung weiter geführt werden. Wie schwer ist dies dem Menschen: dem Sein vor dem Tun den Vorrang zu geben. Die Prüfung, in der wir stehen, weist in diese Richtung.

Nur der Verlorene, der dennoch den letzten Funken Hoffnung nicht aufgibt, wird es langsam verstehen. War der Jüngste, der am Ölberg vor Angst sogar sein Oberkleid zurück ließt nicht bis in den Leib der Verlorenste. Immer ist unser Urteilen zuerst auf Rangunterschiede gerichtet. Der HERR aber lässt gerade den am tiefsten fallen, der IHM am nächsten schien. Nur so kann er – für IHN stehend – Anderen Vorbild werden. Als Jüngster ward er berufen, als Ältester findet er heim: in ihm ist das Maß des wahren Jüngers voll geworden

 

Ernüchterung: „nicht ohne den HEILIGEN GEIST!“

In den Auferstehungsberichten begegnen wir nicht nur den vier verschiedenen Sichtweisen der Evangelisten, wie sie die Lebenden Wesen verkörpern. Im Zeichen des verheißenen GEISTES wird daraus eine schon in den feurigen Zungen von oben und den verschiedenen Sprachen von unten sich immer mehr entfaltende Vielfalt der Antwort, je nach der Eigenart der Menschen, die hier im GEIST angesprochen sind. Im HEILIGEN GEIST muss die Botschaft JESU wirksam werden, wohin immer sie kommt. Genau dies macht die Größe und den Vorrang der hl. katholischen Kirche vor allen anderen christlichen Bekenntnissen und anderen Religionen aus. Sie will von jedem Getauften je eine eigene, einzigartige Antwort. Wir können dem Vat. II nicht genügend danken, dass dies in einer Welt in aller Klarheit ausgesprochen ist, die die Menschheit durch Wirtschaft und Politik auf einen Nenner bringen will, um sie dem Einen, der sich gegen den Einen, Dreieinigen GOTT stellt, in die Hand zu liefern.

 

Angst vor der wahren Freiheit

In der Angst des Menschen in allem Umbruch der Zeit, geht die Freiheit der Kinder GOTTES verloren. Für sie ist unter den Aposteln der hl. Paulus aufgestanden, für sie ist er eingetreten, und hat gewagt, selbst den hl. Petrus – ohne Respekt der Person und formalen Autorität – zu Recht zu weisen, da sie durch ihn gefährdet war. Was hier schon im Anfang der Kirche notwendig war, musste immer neu durch Bekenner aufgenommen und verteidigt werden.

Schonungslos nimmt Dostojewsky im Roman „Die Brüder Karamassow“ den Übergriff einer kirchlichen Autorität in der Person des Großinquisitors auf die Zielscheibe. Hart ist hier die Gegensätzlichkeit aufgerissen: Der Großinquisitor erhebt sich zum Anwalt der kirchlichen Ordnung, die notwendig sei, um den Menschen von der Last der freien Entscheidung zu lösen. „Sie sind dafür nicht reif!“ JESUS, der für diese Freiheit als ein unverlierbares Geschenk GOTTES an den Menschen auftritt, wird der Scheiterhaufen angedroht, wenn er nicht den Platz räume.

Dostojewsky stand am Vorabend der Oktoberrevolution in Russland. Mit anderen liberalen Geistern war er vom Zaren des Aufruhrs angeklagt. Er stand am Hinrichtungspfahl, die Gewehre der Soldaten waren schon auf ihn gerichtet, als eine Depesche des Zaren eintraf und ihn freisprach. Der Münchner Russische Geisteswissenschaftlich Fedor Stepun, der selbst noch die Revolution miterlebt hatte und dann den Kommunisten entkommen war, weist darauf hin, dass der Schock, den Dostojewsky erlitt, in ihm eine Tiefsicht in die Hintergründe der Revolution geweckt hat, die in der Weltliteratur seines Gleichen sucht. Hier ist Dichtung und Prophetie eins geworden, sie reicht hinein in unsere Tage. Sie weist auf die tiefere Wurzel im Umbruch dieser unserer Zeit. Der Feind will mit allen Mitteln die GOTTebenbildlichkeit des Menschen zerstören? Im Roman „Die Dämonen“ bringt er die dunkle Macht, die immer unverblümter vorstößt, ans Licht.

Was sind dagegen die „humanen“ Verheißungen der Charta der Menschenrechte? Was geschieht unter der Decke? Wir sind blind, bis in die Kirche hinein. Die Weltkriege, mehr noch der künstliche Wohlstand haben ganze Arbeit getan, wir können es in unseren Tagen erfahren. Die Gesetzlosigkeit, von der der HERR in der apokalyptischen Rede bei Mt spricht, hat heute schon die Machtübernahme des Antichristen vorbereitet. Die Moslem Anarchisten sind hier nur die Spitze! Wer hilft dem verwalteten Menschen, gegen die Vermassung seine je einzigartige Berufung durchzuhalten? Wir sind als Kinder dieser Zeit mit den Mitteln dieser Zeit in den Wettlauf eingestiegen, die Kirche ist dabei, ihren Kurs zu verlieren. Ratlosigkeit auf allen Ebenen – Gespräche und Konferenzen vermögen kaum in einzelnen Punkten Klarheit zu bringen. Wo die Vertikale auf unserer Seite betont wird, wird auf eine vergangene christliche Lebensordung zurückgegriffen.

Die Ratlosigkeit der wenigen Getreuen nach der Kreuzigung JESU spiegelt die unsere – mit dem entscheidenden Unterschied, dass dort die Frauen die Passion durchgestanden und zurück zum Grab gekehrt sind. Sie lassen den HERRN nicht, auch dort nicht, wo sie ihn materiell verloren haben. Hier kommen den Suchenden die hl. Engel als die Hilfe entgegen, um ihren Blick von Außen nach Innen zu lenken, um dieses „Ich lasse DICH nicht HERR, bis DU mich segnest“ eines Jakob anzuheben ins Licht der Weisheit GOTTES, wie es besonders der hl. Lukas tut. Da sie in die Leere des Grabes schauen, tritt ihnen der Engel entgegen. Sie müssten sonst in die Tiefe dieser Leere fallen, wie es denen geschieht, die nicht wie die Frauen mit letzter Kraft um den Glauben in aller Verzweiflung ringen. Genau dies ist uns heute abverlangt, genau hier fallen die Meisten zurück, denn wir sind an einfache Lösungen gewöhnt.

 

Nicht allgemeine Lösungen

werden in den Auferstehungsberichten angeboten. Besonders bei Johannes sind sie jeweils personale Antwort an den Suchenden, die seine Not, sein Dunkel, seine Verzweiflung aufnehmen und lichten, besonders deutlich in Maria Magdalena. Auch wenn sie den hl. Engel großzügig übersieht, weil sie den HERRN will und keine ablenkende Vermittlung - wie wir den Engel heute deuten – der HERR selbst führt sie Schritt für Schritt zurück, bis sie so weit ist, dass sie sich selbst der Führung des hl. Engels überlässt. Weil unsere christliche Lebensordnung zerbricht, geht es uns wie M. Magdalena und den getreuen Frauen. Es muss unser Herz wie bei ihnen nach IHM allein rufen, IHN allein suchen. Weist die MUTTER der Straße nicht diesen Weg, da sie den verlorenen Kindern dieser Zeit nachgeht, wo die Kirche sie aus dem Blick verloren hat? Ist es nicht seltsam, dass in Medjugorje, das so Vielen, besonders jungen Menschen zur Umkehr geholfen hat, die hl. Engel in keiner Weise aufscheinen?


Die Antwort der MUTTER

Die Not dieser Zeit verlangt die Antwort der MUTTER, sie bemächtigt sich nicht nur unseres Geistes, sie ergreift den ganzen Menschen. Hier kann nur die MUTTER selbst antworten, so wie das verlorene Kind alle andere Hilfe, die sich dazwischen drängt zurückweist. Es will und es braucht allein die MUTTER! Sie sind wie M. Magdalena, die verlorenen Kinder unserer Zeit. Sie sind nicht mit schönen Worten abzuspeisen, sie brauchen die Milch der MUTTER wie neugeborene Kinder. Welche Wunder hat da die MUTTER schon getan, sie werden einmal in Dank und Lobpreise in den versiegelten Gemeinden verkündet werden, Einer wird den Anderen stützen, in der Gnade, die ihm zuteil wurde. So werden sie lebendige Gemeinde in JESUS CHRISTUS, die auch die schwersten Prüfungen bestehen.

Wo bleibt der hl. Engel, den GOTT doch jedem Einzelnen von uns zur Seite gegeben hat? Ehrfurchtsvoll tritt er vor der MUTTER zurück. Auch wenn wir das nicht recht verstehen, er muss seine Aufgabe durch die MUTTER wie neu empfangen, verstehen und leben lernen in all der äußeren Unordnung dieser Zeit. Wie falsch ist da das Abziehbild, das wir vielleicht noch von unserem hl. Engel haben. Mehr denn je ist er in das Chaos dieser Welt hinein gestellt, muss es auf sich nehmen, durchleiden, wie der HERR seine Passion durch gelitten hat, bevor ER den ratlosen und aus der Bahn geworfenen Jüngern Antwort stehen konnte. Wie notwendig ist. es dem hl. Engel konkret in unserer Not zu begegnen, über die MUTTER, über den HERRN, die notwendig die Ersten sein müssen, auf die wir schauen. Er hilft uns in homöopathischen Dosen unsere geistige und leibliche Gesundheit aufzubauen. Demütig tritt er in die Fußspuren, die der HERR und die MUTTER vorgetreten haben.

Das können wir auch bei M. Magdalena beobachten. Erst im Anruf des HERRN an sie „MARIA“ erwacht sie zu der Begegnung mit dem HERRN im HEILIGEN GEIST. Immer ist das Erste – wenn auch vermittelt – der HERR. Sonst sind wir auf dem Weg zu einem falschen „Engelkult“, wie ihn der Hebräerbrief im ersten Kapitel zurückweist. Der Mensch muss im HEILIGEN GEIST lernen, den HERRN mit den Augen des Herzens zu schauen. Diese Gnade wird nur den Betrachtenden, die tiefer fragen, die IHN mehr lieben, die weiter wachsen wollen im Geheimnis der GOTTESfreundschaft. Auch hier zeigt sich: der hl. Engel, von sich aus, drängt nicht nach vorne. Er bleibt eher wartend im Hintergrund, bis der Mensch selbst auf ihn aufmerksam wird. Nicht die Begegnung im “Fleisch“ – im übertragenen Sinne gemeint, wie sie Paulus im Blick auf den HERRN nennt – führt weiter, sondern die im GEISTE. Und auf die kommt es an, wenn wir dem hl. Engel begegnen wollen.

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Hilfe des Engels, Hilfe im HEILIGEN GEIST

Weil die Hilfe des hl. Engels ganz aus dem Geistigen kommt, hilft sie, unseren Geist aufzurichten, dass er sich von der Erden- und Sündenschwere löse, dass er frische Bergluft atme, dass sich sein müder an die Asphaltstraßen gewöhnter Schritt kräftige. In der Tradition ist deshalb die Hilfe des hl. Engels außerordentlicher Art, in Not, Gefahr und Bedrängnis, in der Stunde des Todes, des persönlichen Gerichtes. Doch all dies ist heute Teil unseres Alltags, den wir nach Weisung der Medien leben, weil wir zu eigener, persönlicher Entscheidung nicht mehr fähig sind. Aus dieser anonymen Führung will der hl. Engel lösen. Nur in der Begegnung mit dem persönlichen GOTT, können wir selbst Person werden. Wir erfahren, dass ER auf uns schaut bis in die Kleinigkeiten unseres Alltags. Da die äußere Ordnung, die uns im Glauben früher gestützt hat, wegfällt, müssen wir mit seiner Hilfe uns eine Ordnung aufbauen, die uns trägt, auch wenn wir in Bedrängnisse kommen.

 

Stiller Sang MARIENS

Wann ich IHN sehen werde,

mit den Augen des Leibes,

das liegt an Dir, VATER!

Gehe ich doch, damals wie heute

mit dem Kind meines Herzens,

Das ich im Brot genau so empfangen

wie damals in Nazareth,

durch meine stillen Stunden.

Letztes Geheimnis bleibt immer verhüllt.

 

Der hl. Engel im Verzicht des Hl. GEISTES

Wie der HEILIGE GEIST, um dem VATER und dem SOHNE zu dienen auf Sein Personsein nach Außen verzichtet, so ist es in der Nachfolge JESU auch den hl. Engeln aufgegeben, wo der HERR sie in den geistigen Kampf dieser Zeit ruft. Die hl. Engel drängen in den Auferstehungsberichten nach vorne drängen, doch sie ziehen sich dort, wo der HERR und Seine MUTTER dem Hunger nach menschlicher Begegnung entgegen kommen, solange zurück, bis der Mensch selbst nach ihrer Hilfe greift und es lernt an ihrer Hand sein Leben zu meistern und auf den HERRN auszurichten. Nüchtern heißt es im Hebräerbrief: 1,4 „Sind sie nicht alle nur dienende Geister, ausgesandt, um denen zu helfen, die das Heil erben sollen?“

Wir stehen hier an der Schwelle einer Zeit, die im Materiellen zu ersticken droht, die den Menschen selbst zu Materie macht, über den die Großen dieser Welt großzügig für ihre Pläne verfügen. Wie sollen wir diesem Sog entgehen, wenn wir die je persönliche Hilfe des hl. Engels, der uns gegeben ist, damit wir unsere Berufung leben, nicht nützen? Notwendig werden auch wir Masse, auch wenn wir unseren religiösen Hunger noch für eine Zeit in frömmelnder Weise zu decken versuchen.

Der HEILIGE GEIST will im Mystischen Leibe der Kirche die Führung übernehmen, doch nicht nur von Oben her. ER sucht Menschen, nicht nur in der Verwaltung, die sich bemühen, ihre je einzigartige Berufung im Aufbau der Kirche zu erkennen und bis in den Alltag hinein zu leben. Heute kommen solche Anstöße auch von der Hierarchie, doch da wir nicht miteinander von uns aus im Gespräch sind, finden sie wenig Echo. Damit ist nicht einer Art „protestantischem Individualismus“ das Wort geredet. Der hl. Schutzengel bleibt ach in seinem Dienst an uns, Teil einer heiligen, hierarchischen Ordnung steht, die er uns wie organisch vermitteln will.

GOTTES nüchterne Weisheit muss uns von einer „Ordnung“ befreien, die unterwandernd in die Kirche eingedrungen ist, weil wir mehr nach Sicherheiten als nach GOTT suchen. Hier ist auch der Feind, selbst dort, wo er zerstört, nur Werkzeug GOTTES. GOTT will Dich, je Dich allein, nicht die Ordnungen, die Du um Dich aufgebaut hast und Dich hindern, IHM persönlich zu begegnen. Was die Kirche als mitleidige und verstehende Mutter in ruhigeren Zeiten den Glaubenden als Rückhalt vermittelt, damit sie auf ihrem Weg zu GOTT nicht auf Nebenwege kommen, das muss ER ihnen, um ihrer je persönlichen Heiles willen heute nehmen. Zeichenhaft werden die Geleise der Kleinbahnen abgebaut! Entscheidung für GOTT, wie bei jedem Menschen in der letzten Stunde will, dass Du schon jetzt bewusst auf IHN schaust, ihn fragst, was Er von Dir erwartet. Das ist Teil des Umbruches unserer Zeit, von GOTT gewollt, den wir uns stellen müssen.

Wo die Kirche die Zügel der äußeren Führung loslässt , mit denen sie bisher führte, die Laien aber zurückstehen, dringt der Feind täglich ein Stück mehr vor, um unser Leben an sich zu reißen. Damit ihm nicht Alles in die Hand fällt, muss GOTT endlich mit Gewalt eingreifen, um die Seinen aus der Übermacht der Bedrängnis in die Freiheit der Kinder GOTTES zu retten. Dies ist nicht mehr möglich, wenn Alles über uns zusammen bricht. Wir müssen uns daraufhin bereiten, Tag für Tag und Stunde für Stunde und dies an der Hand unseres guten Begleiters, der mit uns diesen dunklen Weg teilt und doch zugleich allzeit in der Anschauung GOTTES bleibt. Er kann uns den Willen GOTTES in jedem Augenblick vermitteln und wird uns, zurecht gehauen als Baustein dort einfügen, wo es die Weisheit GOTTES beschlossen hat. So hat sich im Wehen des GEISTES die Kirche zuerst aufgebaut, so muss sie heute wieder wie von unten anfangen.

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Die BEGEGNUNG mit dem Auferstandenen HERRN

Schon im ersten Abschnitt, Leeres Grab und Auftrag ist eine erste Begegnung mit dem HERRN, doch sie ist nur wie ein Anstoß, sich darüber Gedanken zu machen, was diese Erscheinung wie die Anrede bedeuten, sei sie durch den hl. Engel oder den HERRN.

 

Bei M a t h ä u s

Auf dem Rückweg vom Grabe

Da die Frauen dem HERRN auf dem Rückweg begegnen, stehen sie noch unter der Erfahrung des Leeren Grabes. ER selbst begrüßt sie: «Freuet euch!» (chairete) 28,9. „Sie hielten IHN an den Füßen fest und beteten IHN an» (ds). Hier zeigt sich deutlich die Spannung zwischen Furcht und Freude; Furcht, der HERR werde ihnen wieder genommen, Freude: IHN wieder zu sehen. Sie fallen wie anbetend nieder, hier drängt sie wohl der Engel. Sie spüren etwas von der höheren, geistigen Wirklichkeit des HERRN. Das Wort des HERRN: «Fürchtet euch nicht», hilft die Spannung zu lösen, bringt sie näher.

Die Jugend, die oft auf wunderbarem Wege aus dem Dunkel und der Verwirrung dieser Zeit zum Glauben findet, findet wie von selbst den Weg zur Anbetung, sie ahnen, erkennen, es ist ihnen da etwas Großes geschenkt, das weiter wachsen will. Anbetung ist dazu der nächste Weg, es ist der nächste Weg zum HEILIGEN GOTT, den wir in aller Gleichmacherei heute verloren haben. Dies ist die erste Ecksäule des Hauses GOTTES, die der HEILIGE GEIST in der Urkirche aufbaut, als ER an Pfingsten über die Apostel und Gläubigen kommt. Es ist die erste Frucht, die die Kinder von Fatima in der Anbetung mit dem hl. Engel erfahren. Luzia hat es aufgeschrieben: „Erst jetzt wussten wir „Wer GOTT ist und wie sehr ER uns liebt!“ Es soll uns schon dieses Wort in allem Zusammenbruch Halt. Hier muss die Gewissheit wachsen: „GOTT ist“, nicht als philosophische Wahrheit, sondern als beginnende Erfahrung: „ER schaut auf mich“, wenn ich nur zu IHM aufschaue.

Wie der ersten gesprochenen Erscheinung in Fatima drei „undeutliche“ im Jahr vorher vorausgehen, so ist die erste Anbetung noch undeutlich. Sicher ist der eigene hl. Engel maßgeblich mit dabei, doch erst wenn er bewusst erkannt und gerufen wird, kann er persönlich zur Hilfe. Es ist so wie bei Freunden, sie sind uns immer nahe, doch muss diese Nähe auch immer wieder durch eine ganz persönliche Begegnung aufgefrischt und gestärkt werden. Wenig oder Nichts wissen die wenigen Jugendlichen, die zum Glauben gefunden haben vom hl. Engel. Wer wird ihnen helfen, seltsam bleibt, dass in der Charismatischen Bewegung dieses Licht im HEILIGEN GEIST noch nicht aufgegangen ist, hier müssten die Brüder im Werk ansetzen. Es scheint ein Hinweis zu sein, dass sie noch nicht zu einer persönlichen Begegnung mit dem HERRN im GEIST durchgestoßen sind.

Wo sie sich der Führung des Engels übergeben und sie wachsen lassen, sind sie an sicherer Hand. Es war die Hilfe des hl. Engels die sie schon damals stark machte gegen allen Zweifel von Außen und alle Unsicherheit. Dabei war das Miteinander, in dem sie gerufen waren, nicht gemindert, sondern im Gegenteil gefestigt worden. Das Gebet und die Sühne von Jacintha und Franzisko, haben Luzia zurückgeholt. Wie kann da Einer sich der ganz persönlichen Liebe JESU öffnen, wenn er nur von Anderen mitgerissen wird. Da wird das Handy bald zum einzigen Band. Der HERR wiederholt den Auftrag für die Jünger, nach Galiläa zu kommen: «dort werden sie MICH sehen.» Der Hl. GEIST wird ihnen beistehen, die Spannung zwischen dem «irdischen JESUS» und dem Auferstandenen zu bestehen. Paulus wird dies später drastisch aussprechen:

«So kennen wir denn von nun an niemand mehr nur dem Fleische nach. Selbst wenn wir einmal Christus nach dem Fleisch gekannt haben sollten, j e t z t kennen wir IHN nicht mehr als solchen» (2 Kor 5,16). Dies ist die den Jüngern schon jetzt aufgegebene Scheidung von Licht und Finsternis. Sie geht weiter auch unter den Jüngern, da sie IHM in Galiläa begegnen. «da sie IHN sahen (idontes), fielen Sie IHM zu Füßen, Einige aber zweifelten (edistäsan)», 26,17. Es gibt keinen Weg vom äußeren Sehen (opsesthai) zum «wissenden Sehen» (eidenai) außer im Hl. GEIST! In dieser Scheidung steht heute die ganze Kirche. Die den HERRN nur im «Fleische kennen», werden vom Antichristen mitgerissen werden, der ihnen alle irdische Glückseligkeit verspricht!

Der Betrug der Hierarchen

Wir haben auf „den Betrug der Hierarchen“ mit dem Auferstandenen bei Mt schon in anderem Zusammenhang hingewiesen. Das Licht der Auferstehung zwingt den Willen des Menschen nicht. Der Kampf zwischen Licht und Finsternis geht auch nach dem Kreuzessieg des HERRN weiter, bis die ganze Schöpfung Licht im LICHTE GOTTES geworden ist. Wo der Mensch nicht glaubt und seinen Zweifeln nachgibt, fällt er wie von selbst auf die Seite des Widersachers, der als erster an der Güte GOTTES gezweifelt und diesen Zweifel den Menschen weitergegeben hat.

Die Finsternis, die den HERRN zum Tode gebracht hat, muss sich immer mehr als Finsternis bekennen, bis sie endlich von der letzten täuschenden Vermischung mit dem Licht geschieden ist. Hier sind die hl. Engel uns unentbehrliche Helfer, ohne die wir Gefahr laufen, uns in dieser Zeit zunehmender Verwirrung im Zwielicht zu verlieren. GOTT verlangt von jedem Einzelnen wie von der ganzen Kirche (und jeder Gemeinschaft) ein klares, eindeutiges JA zum LICHT. Auch die Macht der Finsternis steht hier im Dienste dieses Willens GOTTES, der Feind zwingt uns durch sein Nein, Stellung zu nehmen: für oder gegen GOTT. Die Hierarchen nützen den «Schleier der Nacht»: sie sollen sagen, «die Jünger hätten den HERRN in der Nacht gestohlen, als sie (die Wächter) schliefen» (19) Sie bestechen sie mit Geld - und bringen so dieses Gerücht in die Welt, das noch heute zu hören ist. Abhängigkeit, Lüge, Bestechung erweisen sich auch hier wieder als drei Schritte satanischer Weisheit. Um hier zu bestehen, braucht es nüchterne Unterscheidung und Kraft des Willens, die in jeder weiteren Sünde geschwächt werden.

 

M a r k u s

berichtet im «zweiten Schluss» von den drei Begegnungen, auf die wir schon im Blick auf das Leere Grab gesprochen haben. Es sind die Begegnungen:

am Grab mit M. Magdalena,

mit den Jüngern von Emmaus,

im Abendmahlsaal, wo der HERR sie wegen ihrem Unglauben und ihrer Hartherzigkeit tadelt (16,14).

Es ist Sendung der Engel, uns im G l a u b e n, und der Liebe zu stärken, uns im HEILIGEN GEIST die Augen zu öffnen und unseren Willen zu schmieden, dass wir zum Licht der Auferstehung stehen. Da sie selbst die Prüfung am Anfang der Zeit bestanden haben, wissen sie besser um ihre Schwere und unsere Verantwortung. In der ersten Schutzengelweihe bitten wir in besonderer Weise um Glaube und Liebe: „Ich bitte dich, hl. Engel GOTTES, um die ganze Kraft der LIEBE, dass ich von ihr entzündet werde; um die ganze Kraft des Glaubens, damit ich nicht mehr strauchle!» Um die Hoffnung können wir den Engel nicht bitten, da er schon in der Anschauung GOTTES lebt. Der Mensch, hineingebunden in diese materielle Welt, in Zeit und Raum, kann sich nur in der Hoffnung vollenden. Hier wurde er deshalb vom Bösen Feind schon im Garten Eden versucht: die Zeit zu überspringen, um sofort zur Vollkommenheit, «wie GOTT» zu gelangen.

Der Engel war schon in seinem natürlichen, vorprüflichen Zustand als Geistwesen vollendet, er hatte eine dieser Natur entsprechende vollkommene GOTTESschau, darum war auch seine Prüfung unwiederholbar, einmalig. Er musste sich über diese natürliche GOTTESerkenntnis hinaus im blinden Glauben zu einem GOTT entscheiden, der von ihm das «Unmögliche» des Dienstes an einem, im Vergleich zu ihnen minderwertigen Geschöpf verlangte. Wenn die Liebe zu GOTT nicht größer war als diese «Zumutung» GOTTES, musste der Engel fallen. Da GOTT die Nacht der Prüfung über den Engel aufhob, waren die, die sich für IHN entschieden hatten, eingegangen in die übernatürliche Schau GOTTES und damit vollendet. Die freie einmalige Entscheidung für GOTT hat ihnen die Ewige Seligkeit verdient, um die wir in jeder Entscheidung auf dem Erdenwege neu ringen müssen.

 

L u k a s

spricht, entsprechend der Eigenart seines Evangeliums als «Weg hinauf nach Jerusalem» zuerst von der Begegnung der Jünger mit dem HERRN auf dem Weg von Jerusalem. Ihr folgt, als die beiden Jünger im Obergemach angelangt sind, eine zweite in der Mitte der versammelten Jüngern (24,33-43). Jerusalem bleibt auch in den Auferstehungsberichten für Lukas das Ziel auf das wir im Glauben zugehen.

 

Auf dem Weg nach E m m a u s (24,13-35)

Die Bewegung der Jünger, die von Jerusalem weggehen, läuft der der Frauen, die zum Grabe eilen, von der auch Lukas zuerst berichtet, entgegen. Die Frauen wissen besser, wo sie den HERRN suchen sollten, sie sind, auch in ihrem blinden Suchen wie M. Magdalena, dem HERRN näher. Die Männer sind zu sehr in ihrer politischen Enttäuschung befangen, als dass sie auf den HERRN zugehen könnten. Es kommt ihnen wohl nicht einmal der Gedanke, dem Grab des HERRN einen pietätvollen Besuch zu machen. Es fehlt ihnen die Brücke des Gebetes, die der HL.GEIST schlagen muss. Sie tauschen ihre Enttäuschung aus und bleiben doch in ihr gefangen, wem sollen sie öffnen in ihrer Not und doch hoffen sie noch auf einen Ausweg aus der «Sackgasse», in die sie mit dem HERRN geraten sind.

«Es geschah, da sie miteinander plauderten und rätselten (syzätein: 24.15) «dass JESUS sich ihnen nahte und mit ihnen ging». Der HERR geht in ihr «trauriges Gespräch» mit ein, versucht den verlorenen «Faden» aufzunehmen. Er gibt Unwissenheit vor und bringt sie so dazu, IHM alles nach ihrer Sicht vorzulegen: «und wir hofften so sehr, dass ER es sei, der Israel befreien werde» (21). Ihre Hoffnung ging auf eine politische Sendung JESU. Wie leicht sind Männer in Plänen und Ideen der Weltverbesserung verfangen und blind für die wirkliche Not, in der sie wenigstens dem Bruder helfen sollten. Die Botschaft der Frauen, die sie empfangen haben, muss solchen „Politikern“ wie leeres Geschwätz erscheinen, «Frauendratsch», auf den man besser nicht hört (22).

Erst als sie sich ausgeredet haben, nimmt der HERR das Wort an sich. Das Neue kann nur beginnen, wo das Alte an seine Grenze gekommen ist. Erst jetzt kann der HERR sie weisen: «Wie seid ihr ohne Vernunft (= tieferes Verstehen - eidenai) und langsam von Herzen, all dem zu glauben, was die Propheten angesagt haben!». Besser: « Wie wenig sinnt - (nous) ihr den Dingen nach!». Durch die Sünde ist das der innere Mensch verschüttet, er sucht des Außen. Heute mehr denn je geht es um den „Messias“, die Diktatoren wissen es zu nützen. Doch nicht zuerst von Außen kann die Erneuerung des Menschen kommen. Darauf weist gerade Lukas immer wieder hin. Wie sehr ruft der HERR die Jünger an: „Sich zu erinnern!“ sei es gesagt, sei es geschehen. Wenig kann der Mensch aus dem Augenblick heraus erkennen.

Immer wieder muss er sich Vergangenes vor das innere Auge rufen, um es zu lichten. Auf dieses Nachsinnen zielt bei Lk die ganze Unterweisung des AUFERSTANDENEN bis zur Himmelfahrt. Sie müssen die Zeit mit IHM noch einmal durchgehen. Dies ist mit gemeint, wenn ER sich nach Galiläa zurückruft. Auch Johannes wird den HERRN vom Erinnern sprechen lassen, doch im Blick auf die GÖTTLICHE GERECHTIGKEIT, die sie vorher noch nicht erkennen konnten! «... Sie sind langsam von Herzen» = «schwerfällig, festgefahren» - wir haben schon darauf hingewiesen, wie wenig bei den Aposteln in ihrem «Suchen nach dem HERRN» das Herz mit ins Spiel kommt. Obwohl auch die Apostel über den tragischen Ausgang der Sendung des HERRN betroffen sind; sie geben dieser Erschütterung nach Innen nicht Raum. Sie versuchen das Geschehene mit ihrem Kopf, mit Reden im Schach zu halten. Letztlich ist es Angst vor dem Schmerz, dem Leiden, der Ungewissheit. Hier muss erst die größere Gnade des HERRN «anheben». Er hebt das Dunkel der Passion ins Licht: ER zeigt ihnen bei Lukas wie bei Johannes Seine Wunden. Thomas darf sie betasten. Der HERR muss die Seinen aus der Zerstreuung, dem Außen zurückholen, sie würden sonst, wie Johannes in der letzten Erscheinung andeutet, in den Alltag zurückkehren. So «kurz» ist der Sinn des Menschen durch die Sünde geworden.

Die Aufgabe, sie zurückzurufen, übernimmt der TRÖSTER, der PARAKLET (= ERMAHNER, nicht nur TRÖSTER!)» Das Heil in JESUS CHRISTUS gegenwärtig zu setzen bis ans Ende der Zeit. Alle Unterweisung des HERRN in dieser letzten Zeit mit den Jüngern ist schon Unterweisung im HEILIGEN GEIST. Seine menschliche Person tritt zurück vor dem Geheimnis SEINER GÖTTLICHKEIT. Langsam, behutsam geht er vor: hier ist IHM MARIA nahe. Er versucht die Knoten zu lösen, die Augen zu öffnen, dass sie im AUFERSTANDENEN, JESUS VON NAZARETH erkennen, der mit ihnen von Galiläa nach Jerusalem heraufgezogen ist. ER will sie zurückführen in den Verheißungen der Schrift, die sich auf IHN beziehen. Sie sollen lernen, die großen Zusammenhänge im Heilgeschehen zu erkennen. Je mehr der Mensch in der Sünde ist, um so mehr wird sein Leben punktuell, er lebt von einem Augenblick zum anderen, er ist letztlich nur ein Bündel von Reaktionen, ohne Mitte, um das Erlebte zu kristallisieren.

Die hl. Engel wollen uns aus der Welt der Schatten herausholen, hinauf heben in die höhere Sicht des Lebens und der Erlösung, wie sie in besonderer Weise im Evangelium des Johannes hervortritt. Der Mensch muss den tieferen Sinn des Leidens im Blick auf das Kreuz erkennen. Wo er ausweicht, hat er wieder eine Gelegenheit verloren in JESUS zu wachen. Der Böse steht ihm hier mit allen nur möglichen technischen, psychologischen und anderen Mitteln zur Seite. Und doch kann nur durch das Leid der Asphalt der Gleichgültigkeit und Kälte, der sich über die menschliche Seele gelegt haben, aufgebrochen werden zu neuem Wachstum. Hier zielt die Unterweisung des HERRN im HL. GEIST auf das tiefere Verstehen des KREUZES, vor dem die Jünger geflohen sind. ER prüft sie, ob sie anfangen zu verstehen, ob sie fähig sind, einen Augenblick inne zu halten. Immer ist der Mensch in Gefahr, linear seinen Gedanken nachzugehen, als könnte er in der Verlängerung seiner selbst das Heil finden. Solcher Eigensinn ist zur Umkehr unfähig und muss notwendig zur Selbstzerstörung, zum Selbstverlust führen, weil wir uns, von GOTT geschaffen, nur in IHM besitzen können. Schon in unserer Geschöpflichkeit liegt das Geheimnis der Umkehr! Das Geschöpf muss zu DEM heimkehren, von DEM es gekommen ist. Sünde Flucht ist Flucht vor GOTT, ist der Versuch, sich gegen GOTT selbst zu behaupten. Er rührt an die Ursünde Luzifers, der sich selbst als GOTT zeugen will.

Die Ankunft in Emmaus, die hereinbrechende Nacht helfen auf ihre Weise zu diesem Halt, als erstes notwendiges Moment der Umkehr. Drei in der Sünde verlorene Gesetze spielen hier zusammen: der rechte Ort, die rechte Zeit, die rechte Weise.

· Der Weg mit ihnen bis hin nach Emmaus steht für den rechten Ort,

· die hereinbrechende Nacht schließt sie ab von Außen, bringt sie zu Sich zurück.

· Da sie zusammensitzen und ER das Brot bricht, öffnen sich ihre Augen.

Da sie innehalten beginnt der DREIEINIGE GOTT in ihnen zu wirken:

· Der Ort ist des VATERS, ER ist der uns Bergende.

· Die Zeit gehört dem SOHN, ER soll sie zurückführen in die Ewigkeit.

· Die innere Bewegung der Jünger, die sie dazu antreibt, den HERRN zu bitten, bei ihnen zu bleiben, weist auf den HL.GEIST.

ER ist es, der sie über ihre hl. Engel miteinander ins Gespräch bringt, dass sie bekennen voreinander:„brannte uns nicht das Herz, als ER………..“!

Die Geborgenheit, die sie im Brotbrechen erfahren, löst die Verhärtung des Besserwissens und öffnet sie für die Begegnung mit JESUS im HEILIGEN GEIST, wie ER wirklich ist - nicht wie sie IHN sich in ihren Messiasträumen vorgestellt haben. Sie dürfen die Mitte des Kreuzes erkennen: Sein durchbohrtes HERZ. Hier bewährt sich der Satz vorsokratischer Erkenntnistheorie: «Simile simili cognoscitur»: das Gleiche will durch das Gleiche erkannt werden oder wie es später die deutsche Mystik mit Seuse sagen wird: «Was kann Einer verstehen, der nicht gelitten hat!»

In der Geste des Brotbrechens des HERRN ist den beiden Jüngern die Erinnerung an Seine Passion und ihren Verrat an IHM gegenwärtig: all das, was sie in ihren Gesprächen abgetan zu haben glauben als Männer. Der HERR spricht hier sehr nüchtern von der «Schwerfälligkeit des Herzens» (25), die das nicht wahr haben will, was man nicht mit dem «Verstande erkennen kann»! Nur im Leid kann das durch die Sünde versteinerte Herz wieder aufgebrochen werden - so wird das Leid notwendig der Weg zum tieferen Verständnis der ERLÖSERLIEBE DES HERRN, die im Herzen des Menschen den ersten Funken von Gegenliebe entzündet.

Wie nahe ist uns in dieser Erzählung das liebegeöffnete HERZ der Mutter des HERRN, die uns mit dem HERRN auf all unseren Irrwegen begleitet und nur darauf wartet, dass wir innehalten und aufschauen, wer da so still und unerkannt an unserer Seite geht. So ist auch der Engel als Schutzengel des Menschen Vertreter des GUTEN HIRTEN, wie der Guten Hirtin, wie sie der VATER heute über die staubigen Straßen der Welt schickt! Der Weg nach Emmaus ist ein schönes Beispiel, wie wir den Schutzengel verstehen sollen. Hat ihn doch der HERR, bevor ER ihn uns zur Seite stellte, durch MARIA durchziehen lassen, damit er, der reine GEIST, in MARIA zum ersten Mal erkennen dürfte, was es um den Menschen und sein in den Stoff hineingebundenes Sein ist. Der Schutzengel muss wie der HERR aus Seiner himmlischen Herrlichkeit hinein in unsere Armut und Verlorenheit absteigen, auch er ist auf diesem Weg zur Kreuznachfolge des HERRN gerufen!

In der behutsamen Zeichnung dieser Perikope können wir ein wenig erahnen, wie der HL. GEIST durch Seine Werkzeuge, die hl. Engel das Heilswerk CHRISTI über Zeit und Raum hinweg fortführt. Muss es nicht einen Engel geben, der das Gewissen des Menschen aufrüttelt, einen, der ihm das Vergangene wieder lebendig vor Augen stellt, einen, der an das steinerne Herz des Menschen um Einlass klopft, einen der ihn in seinem rastlosen Suchen zum Halten bringe, einer der ihm die Augen des Herzens öffnet? Erst im Himmel werden wir einmal das wunderbare Zusammenspiel dieser verschiedensten Engel im Heilswerk CHRISTI näher erkennen dürfen und über sie das unfassbare Geheimnis der menschlichen Seele, die vom VATER auf die Seele CHRISTI hin geschaffen ist.

Erst jetzt da sie mit dem HERRN zusammensitzen schauen sie IHN wirklich an, früher sind sie nur ihren eigenen Gedanken gefolgt und haben an IHM vorbeigeschaut. Der Mensch, der in der Sünde lebt, lebt nicht nur an der Wirklichkeit vorbei. Um sich gegen die Wirklichkeit GOTTES zu behaupten, baut er sich eine eigene «Wirklichkeit» die «Superstrukturen» (Gehlen) der modernen Welt, die mit ihrer immer weitergehenden Technisierung dem Menschen den Atem nehmen. In dem Augenblick, wo sie IHN erkennen, wird der HERR unsichtbar! Denn GOTT ist GEIST, der über die Sinne nicht zu erkennen ist! Ein Funken des GEISTES ist in ihnen entzündet. Auf dem Weg zurück beginnen sie immer besser zu verstehen. Alle Sichtbarkeit dieser Welt und ihrer Zeichen, besonders im religiösen Raum, zielt auf die UNSICHTBARKEIT GOTTES, die JESUS CHRISTUS, ABBILD DES UNSICHTBAREN GOTTES; zeichenhaft vermittelt.

Erst „umkehrend“ erkennen sie, dass ER ja schon auf dem Weg mit seinen Worten an ihr Herz rühren wollte. Seine Worte steigen im Licht des GEISTES neu auf: sie gehen noch einmal ihr Gespräch mit dem HERRN durch, und mit jedem Wort, das jetzt Licht wird, ist ihnen der HERR in Seiner geistigen Gegenwart näher. Damit sind sie aber auch schon auf dem «Weg MARIA», auf dem sich langsam alle Jünger wieder sammeln sollen. Auch wenn sie nicht ausdrücklich erwähnt wird, sie ist, wie die ihr dienenden hl. Engel, mitten unter ihnen. In ihrer Demut teilt sie schon jetzt mit dem Auferstandenen HERRN etwas von Seiner zunehmenden Unsichtbarkeit. Schon vor ihrer Himmelfahrt wird sie Brücke hinüber in DIE UNSICHTBARE WELT DES GEISTES, der sich über ihnen geöffnet hat. Wie in Genesis ist er als „Firmament“ Scheidung „der Wasser oben und unten!“. Für den Menschen der Welt, gibt es nur die „unteren Wasser“, den Menschen unterhalb des Gürtels (Sokrates), wo der Kirche diese Unterscheidung durch die Leugnung des Kreuzes = Firmament genommen wird, ist sie schales Salz auf den Straßen das zertreten wird. Und doch selbst da wird der HERR in den verlorenen Partikeln mit hineingestreut, ob Einer vielleicht doch noch erkenne?

In der Mitte MARIA treffen und beleuchten sich die verschiedenen Erfahrungen des Auferstandenen, die den einzelnen Jungem geschenkt werden, in ihr sind sie geborgen und überhöht. Sie bleibt noch eine Zeit unter ihnen, damit die Kirche an ihr wachse. Doch weil ihr Herz nur im Herz des SOHNES leben kann, wird sie zugleich Zeichen der jenseitigen Wirklichkeit des Reiches, in dem ihr SOHN jetzt zur Rechten des VATERS thront. Durch sie als Tabernakel der Hlst. Eucharistie bleibt ER in der Kirche bis ans Ende der Zeiten!

 

Die Begegnung in Jerusalem (20,36-42)

Sie ist wie bei Johannes schon eng mit der Sendung der Jünger verbunden. Sie fasst alle weiteren Begegnungen mit dem Auferstandenen HERRN zusammen. Hier gibt der HERR den überzeugendsten Beweis, dass er mit Leib und Seele ihnen nahe ist. Lukas ist Brücke hinüber zu Johannes. Die Sendung gehört in den Raum von Jerusalem, denn sie weist über das irdische Jerusalem hinüber auf das himmlische. Lk zeigt hier mehr den Weg, Jo, besonders in der Apokalypse das Ziel. Bei Mt ist sie an den Anfang in Galiläa zurückgebunden, Hinweis, dass sie aus dem VATER kommt. Bei Mk ist Galiläa der Ausgangspunkt Seiner Sendung an den die Jünger gebunden sind, wenn sie jetzt im HEILIGEN GEIST Seine Sendung aufnehmen wollen. Da wir das Urbild der Dinge in GOTT verlieren, verlieren auch die irdischen Bilder an Wirklichkeit. Wer weiß in der Jugend von Heute noch etwas von „Heimat“, „Zuhause“…..dafür steht die Disko…..“ Die Erde mit all ihren Schätzen, die der Böse verspricht und in allen täuschen Farben ausmalt, ist bei näherem Zuschauen eine Wüste, in der der Mensch geistig verdurstet.

das müsste uns im Herzen brennen, wenn Morgen der Antichrist mit seinem Zauberwort: „share = teilen“ verspricht unsAnteil zu geben an den Reichtümern des „Fürsten dieser Welt“, Hirngespinste des in sich verbrannten Widersachers, der es allein machen will! Leer in sich, kann er nur in solchen, die es in ähnlicher Weise sind!

Der HERR ist plötzlich in ihrer Mitte; als sei ER durch das Gespräch der beiden Jünger auf dem Rückweg nun auch körperlich gegenwärtig geworden. ER nimmt ihre Zweifel und Fragen auf und versucht sie von der Schrift her zu lösen. Er tadelt sie, doch nicht mit der Härte, die Markus aufzeichnet. Er passt sich ihrer Not an. Da sie jetzt mit ihren Brüdern im Abendmahlsaal gemeinsam «auf IHN zugehen», kann Er in ihrer Mitte erscheinen. Der Hl. GEIST wirkt unter ihnen, dass sich Außen und Innen angleichen. Am Ende wird sich das Innerste im Äußersten spiegeln, das Äußerste ein Spiegel des Innersten sein. GOTT wird Alles durchdringen und so werden alle Dinge in IHM wirklich werden. Dies ist das letzte Geheimnis der Apokalypse=Offenbarung Letzter Wahrheit, die uns erschlagen muss, wenn wir nicht auf sie im Leben zugewachsen sind: Wahrheit ist Wirklichkeit und vv.

Solche Vollendung beginnt in der Begegnung des Auferstandenen mit den Jüngern. Sie soll durch Maria immer mehr in der Kirche wachsen, damit nicht nur der Einzelne, sondern die ganze Kirche Spiegel des DREIEINIGEN GOTTES werde. Auch wenn der Feind durch den Spalt der Sünde immer wieder bis in das Innere der Kirche dringt und in sie seinen Spaltpilz setzt, zuletzt wird die Kirche in der Kraft des HEIILIGEN GEISTES alle innere und äußere Spaltung überwinden und so Zeugnis für den EINEN GOTT IN DREI PERSONEN geben können. Die Einheit ist ein Geschenk des DES AUFERSTANDENEN HERRN.

Im Hohepriesterlichen Gebet (Jo 17) bittet der HERR: „Die Herrlichkeit, die DU Mir gegeben hast, habe ICH ihnen gegeben, damit sie eins seien wie wir; ICH in ihnen und DU in MIR, damit die Welt erkennen, dass DU MICH gesandt hast und sie geliebt hast, wie Du MICH geliebt hast (7,22f). Nur Seine Herrlichkeit kann endlich alles Dunkel verbrennen. Hier muss deutlich werden, worum die Theologie nicht wenig gestritten hat: Alles von GOTT her ist letztlich Gnade, doch nur die können sie aufnehmen, die sich nach ihr ausstrecken: Das ist das Werk, das GOTT erwartet: der Glaube. Dieses Wort steht am Anfang der Eucharistischen Rede. Wo der HERR, den wir in der hl. Kommunion aufnehmen in uns Raum findet, steht ER in Seiner Menschwerdung auch in uns für den Glauben. Da die hl. Engel Licht sind vom LICHTE GOTTES, sind sie es, die uns diese Herrlichkeit als Kraft zur Überwindung von Ich, Welt und Teufel je persönlich vermitteln. Wer möchte nicht nach dieser Gnade greifen, wenn sie ihm angeboten wird?

MARIA hat aus diesem Glauben gelebt, die Qual der Passion durchstanden und ist endlich in ihr aufgefahren. Darum ist sie berufen, sie den Jüngern zu vermitteln, auch und besonders in dieser letzten Zeit. Damit wird sie aber auch zum Zeichen der Scheidung wie am Anfang in der Engelprüfung. Ihre Gegenwart ist heilige Verheißung und leuchtet über aller Prüfung der Kirche. Wer in ihr ist, hat sie schon bestanden., wie in ihrer Nachfolge die heiligen Engel, darum sind sie die Gegenmedizin gegen alles Gift des Bösen. Sie wissen besser, was Prüfung bedeutet! Zum ersten Mal spricht sie von dieser Sendung in ihrer Erscheinung in Mexiko (Guadalupe): «Ich bin die Mutter aller, die auf Erden in EINS sein wollen» im SOHN! Die hl. Engel als erste Zeugen der Auferstehung sind ihre Werkzeuge. Sie verheißen in ihrer Vielfalt, dass Einheit in der Weisheit GOTTES Jedem seinen Platz zuweist.

Die Nüchternheit des Evangelisten verschweigt nicht, dass auch in dieser Erscheinung in Jerusalem die Jünger zuerst erschrecken. Wie bei der Überfahrt über den See glauben sie in JESUS einen Geist zu sehen! Wieder geht der HERR liebend auf sie zu (38): «Seht an meinen Händen und Füßen, dass ICH es BIN! ...» (39). ER lässtt sie beschauen und betasten, sie sollen sich persönlich überzeugen. Nicht nur Thomas braucht diesen «Tatsachenbeweis», er ist allen angeboten, denn sie sind alle noch wie kleine Kinder vor dem Geheimnis der Auferstehung. Ja, bei Lukas, dem «Erdgebundenen» (dem LW «Stier» verpflichtet!) geht der HERR sogar noch einen Schritt weiter! Jetzt ist es auch nicht mehr so sehr der Unglauben, der sie hindert, als das Staunen, das Nicht - Fassen-können dieser Neuen Wirklichkeit, die ihnen hier begegnet: «Da sie noch mit dem Unglauben zu kämpfen hatten vor Freude und Staunen» ... «da nimmt ER aus ihrer Hand ein Stück Fisch und aß es vor ihren Augen“.

In zwei Handschriften wird auch von «einem Stück „Honigwabe» (42) gesprochen! Mit dem «Fisch» wird das OPFER CHRISTI, mit der Honigwabe das HIMMLISCHE JERUSALEM angedeutet, das uns der HERR durch Seinen Opfertod am Kreuz verdient hat! Es leuchtet ein, dass bei Lukas, dem Evangelisten des «Weges hinauf nach Jerusalem», dieser Bezug auf die Himmlische GOTTESstadt nicht fehlen darf. Es ist auch hier, wie beim Gang nach Emmaus eine MAHLGEMEINSCHAFT, die der HERR in dieser Seiner Erscheinung unter den Jüngern stiftet, begründet in Seinem Opfer, gegenwärtig gesetzt in der Hlst. Eucharistie, ausgerichtet auf ihre Erfüllung im Himmlischen Jerusalem. Bei Johannes in der Mahlszene am See Genesareth weist sie, ähnlich der DREIFALITIGKEITSikone Rubljews, hin auf ihre Mitte im DREIFALTIGEN GOTT. Mit dieser Nahrung nimmt der HERR all ihre Sehnsucht, die inzwischen in ihnen durch den HEILIGEN GEIST gewachsen ist, in sich auf, damit sie weiter wachse und so der Seinen begegnen kann: «mit SEHNSUCHT habe ich verlangt, dieses Mahl mit euch zu essen!» (22,15).

 

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DIE SENDUNG

Bei Johannes

Auch bei Johannes tritt der HERR «bei verschlossenen Türen» in ihre Mitte («aus Furcht vor den Juden»!) - mit dem Wort: «DER FRIEDE SEI MIT EUCH!» bereitet ER sie für die Sendung. Dreimal wird dieses Wort wiederholt, doch immer in einer anderen, tieferen Bedeutung:

· Vom VATER her bedeutet es: dass sie angenommen sind, geborgen in der Liebe des VATERS. Sie haben die GERECHTIGKEIT DES VATERS nicht mehr zu fürchten, da der SOHN sie sterbend für unsere Sünden am Kreuz auf sich genommen hat. Wie als Beweis dafür zeigt ER ihnen seine durchbohrten Hände und Seine geöffnete Seite (19). «Und die Jünger freuten sich, dass sie DEN HERRN sehen durften» (20) - es ist hier das Wort «Kyrios = HERR» in besonderer Weise betont: ER IST DER HERR auch über den Tod, den die Menschen um ihrer Sünde willen verdient hätten.

· Im Blick auf den SOHN: nur auf dem Frieden mit dem VATER stehend, können sie ihre Sendung vom SOHN her übernehmen. Sie sind mit diesem zweiten Wort des HERRN hineingenommen in das TRINITARISCHE GEHEIMNIS DER SENDUNG: «Wie der VATER MICH gesandt hat, so sende ICH euch!» (22) Wirksames Zeichen ihrer Sendung ist, dass der HERR sie anhaucht im HEILIGEN GEIST. Wir werden daran erinnert, dass die Seele bei der Zeugung des Menschen eingehaucht wird. GOTT hat uns dieses Leben geschenkt schon im Hinblick auf unsere Sendung in und mit und durch den SOHN. Wie ihnen vom VATER her die Sünden nachgelassen sind, um DES STERBENS des SOHNES willen, so wird ihnen in der Sendung die Vollmacht der Sündenvergebung gegeben, in und durch den HERRN im HEILIGEN GEIST.

· Vom H E I L I G E N G E I S T E her spricht der HERR das Wort des FRIEDENS an Thomas, der bisher allen Zeugnissen der Auferstehung widerstanden hat. Die Gewalt des Leidens CHRISTI wird nur im HEILIGEN GEIST offenbar. Thomas steht hier für die anderen Jünger, die wohl nicht weniger zu kämpfen hatten, doch mit ihrem Zweifel zurückhielten. Bei Lukas hat der HERR sich an alle Jüngern gerichtet (24,40): «Betastet mich und seht, dass ein Geist kein Fleisch und keine Knochen hat, wie ihr es bei seht!» (4 1). Der HERR tritt in die Mitte des Unglaubens (Jo 20,26). Unglaube ist letztlich Unfrieden, der Mensch hat in seinem Dasein noch nicht den Boden gefunden, auf dem er allein feststehen könnte. In diese Unsicherheit hinein, die durch den Eigensinn und den Selbstdünkel des Menschen sich verhärtet, spricht der HERR sein d r i t t e s «DER FRIEDE SEI MIT EUCH! » ER bietet Thomas den Beweis an: GOTT läßt sich an Großmut nicht überbieten. Thomas hat klein gedacht, GOTTES Großmut hebt ihn aus der Enge in die Höhe: «MEIN HERR UND MEIN GOTT!»

Dies ist der Friede: DIE ANERKENNUNG GOTTES! Der Mensch kann sich, seine Not und seine Zweifel in der Erkenntnis der GRÖSSEREN LIEBE GOTTES vergessen. Er ist beim HERRN, geborgen in Seiner MILDEN HERRSCHAFT. Das Wort des Friedens ist ein Wort an uns Alle, die wir immer wieder über allen Unglauben hinaus müssen - hinein in den HERRN. Hier ist das ZIEL angezeigt, dem wir auf dem Weg des Glaubens zustreben: die vollkommene Anerkennung der KÖNIGSHERRSCHAFT GOTTES durch SEINEN SOHN JESUS CHRISTUS! In diesen Frieden dürfen wir alle einmal eingehen, wenn wir im Glauben über uns selbst hinaus gewachsen sind - aufgegangen im DU des HERRN! Der Mensch muss verbrennen in der Liebe GOTTES! Denn wie es Johannes nicht müde wird zu wiederholen: GOTT ist die LIEBE - und das Zeichen für solche brennende LIEBE ist das FEUER, das die Jünger nach dem wunderbaren Fischfang am Ufer des Sees Tiberias erwartet!

Die Sendung der Jünger bei M a t t h ä u s

Sie folgt der Perikope vom Betrug der Hierarchen und ist so hineingenommen in die SCHEIDUNG VON LICHT UND FINSTERNIS. Die sollen sie weiterführen, bis alle Finsternis endgültig ausgeschieden ist. „Die elf Jünger zogen nach Galiläa, auf einen Berg, wie es ihnen der HERR aufgetragen hatte» (28,16). Der Berg, auf den sie der HERR bestellt hat, wird Zeichen dafür, dass sie «höher» ansetzen müssen. Ihre erste Berufung war am galiläischen Meer. Es ist nicht nur ein Kreis, der sich hier schließt hin zum Anfang ihrer Berufung, sondern sie bewegen sich in einer S p i r a l e. Wir werden an den «Berg der Seligpreisungen» erinnert, wo der HERR Seinen Jüngern die Magna Charta seines Reiches verkündet hatte. Durch Seine Auferstehung sind die Jünger «angehoben», ein Stück näher der Gnade der Verkündigung an MARIA, die sie in den DREIEINIGEN GOTT entrückte. Bei Johannes ist diese Gnadenerhebung bei der Fußwaschung angedeutet, als Er im Blick auf Petrus sagte: «wer gewaschen ist, braucht nur noch die Füße zu waschen und er ist ganz rein!» Die Fußwaschung wird zum sakramentalen Zeichen für die Ablösung vom Irdischen, die in den Jüngern durch die Passion und Auferstehung des HERRN wirksam wird.

Keine Gnade ohne vorhergehende Scheidung: «Als sie IHN sahen, fielen sie IHM zu Füßen, doch einige zweifelten». Die Scheidung, die sie selbst im Namen des HERRN im HEILIGEN GEIST weiterführen sollen, trifft zuerst sie selbst: vgl. 1 Peter 4:17 „Denn die Zeit ist gekommen, dass das Gericht anfange beim Haus Gottes; wenn aber zuerst bei uns, was wird das Ende derer, die dem Evangelium Gottes nicht gehorchen?“ Immer ist in der Liebe GOTTES der f r e i e Wille des Menschen gewahrt: GOTT hat Ehrfurcht vor seinem eigenen Geschöpf, das sich nur dann in Liebe zu IHM entscheiden kann, wenn es frei ist. Diese Freiheit ist den Jüngern auch nicht durch die verschiedenen Erscheinungen des HERRN genommen. Lukas hat dies im Gang der Jünger nach Emmaus in aller Feinsinnigkeit angedeutet: der HERR ginge weiter, wenn sie nicht, im Herzen angerührt, um Sein Bleiben bäten. Bei Matthäus genügt die nüchterne Feststellung des Zweifels.

Es ist diese Perikope wie eine ferne Andeutung des letzten allgemeinen Gerichts: der HERR auf dem Berge thronend: so wie Er vom Himmel aus Seine Engel voraus gesendet hat, den Weg des SOHNES zu bereiten, zuletzt im «Engelhaften Johannes dem Täufer», so sendet ER jetzt von seinem irdischen Thron aus (wir dürfen hier an das Kreuz auf Golgotha denken) seine Jünger aus, alle Völker vom Reiche GOTTES zu belehren, denn: «ES IST MIR ALLE MACHT GEGEBEN IM HIMMEL UND AUF ERDEN!» Es ist keine Belehrung «von oben herab», denn Mt lässt den HERRN weiterfahren: «Und taufet sie auf den Namen ... ». Alle Belehrung muss hinfuhren auf die «Taufe», auf das EINSEIN MIT DEM HERRN, das Johannes in der letzten Begegnung mit dem HERRN hervorhebt. Der Weg dazu ist, nüchtern bemerkt, die Gebote zu halten, die dem Himmelreich eigen sind. Sie sind unsichtbar in der Himmlischen Hierarchie gegenwärtig, auf die die Kirche in besonderer Weise ausgerichtet ist. Die Kirche steht als Fels durch das letzte Wort des HERRN: «und Ich werde bei euch sein alle Tage bis ans Ende der Welt! »

Das Reich GOTTES ist durch die HEILSTAT CHRISTI ein für alle Mal verankert in dieser Erde. Es muss sich nur, und hier sind wir aufgerufen «unseren Teil» beizugeben, immer mehr durchsetzen, bis der in Armut im Tabernakel «thronende» HERR endlich vor allen Augen, nicht nur von den Jüngern, sondern von Allen, die auf Seinen Namen getauft sind, als KÖNIG ALLER KÖNIGE anerkannt sein wird. Dies wird auch in dem griechischen Wort für «Ende - synteleia» angedeutet = wenn sich Alles in IHM durch den HEILIGEN GEIST vollendet haben wird.

 

Die S e n d u n g bei M a r k u s Sie soll in der ALLMACHT GOTTES die ganze Schöpfung umfangen (16,15): «gehet und kündet aller Kreatur die Frobotschaft. Ihre Zusammenfassung ist nüchtern: «Wer glaubt, wird gerettet, wer nicht glaubt, ist verworfen.» Das Wort GOTTES, das uns Mk überliefert, ist G e w a l t , denn diese Welt ist durch die Sünde für GOTT verschlossen. Wer das Angebot der LIEBE GOTTES nicht ergreift, muss mit dieser Welt verloren gehen (= «ist mit ihr verurteilt» - katekrithäsethai).

V i e r f a c h sind die ZEICHEN, die die Sendung begleiten. Sie weisen wie im Johannesevangelium die fünf Verheißungen des HG in den Abschiedsreden darauf hin, dass sich die Kirche in den Vier E c k s ä u l e n aufbauen muss.

Zeichen der HEILIGKEIT GOTTES ist ihre Macht, Dämonen auszutreiben.

Zeichen der Weisheit GOTTES: dass sie in neuen Sprachen reden werden.

Zeichen der GERECHTIGKEIT GOTTES, dass kein Gift ihnen schaden wird.

Zeichen der ALLMACHT GOTTES, dass ihr Segen Kranke heilen wird.

Der HERR hat in der immer unsichtbar anwesenden Mutter GOTTES die Kirche auf Erden gefestigt, sie kann von den «Pforten der Hölle» nicht mehr überwältigt werden. ER ist im ZEICHEN DES KREUZES bei ihr, auch wenn ER jetzt zum VATER im Himmel auffährt und zu Seiner RECHTEN thront! Das Werk der Erlösung, das der HERR schon am Anfang des Evangeliums begonnen hat: er heilt in der Allmacht GOTTES die drei wesentlichen Folgen der Erbsünde (siehe das erste Kapitel!), ist in der Aufrichtung des Kreuzes der Ecksäulen (überall, wo wir die Vier treffen, treffen wir auch das Kreuz), vollendet; die Jünger sind Träger dieser Vollendung in dem Maße wie sie sich von der Kraft des Kreuzes tragen lassen.

Die Sendung bei Lukas

Sie findet sich im zweiten Teil der Perikope Seiner Erscheinung in der Mitte der Jünger. Der HERR weist noch einmal in der WEISHEIT GOTTES auf die Erfüllung aller Weissagungen der Schrift hin (24,44) und schenkt ihnen zugleich die Gnade, die Schrift zu v e r s t e h e n . «ER öffnete ihnen den SINN für DAS VERSTEHEN DER Schrift.» «SO ABER STEHT GESCHRIEBEN: Dass DER GESALBTE LEIDEN UND AM DRITTEN TAGE VON DEN TOTEN AUFERSTEHEN MUSS.» «In SEINEM NAMEN» soll allen Völkern die UMKEHR gekündet werden zur Nachlassung der Sünden - «angefangen von Jerusalem»: Der Mensch muss sich einordnen IN DIE PLÄNE DER WEISHEIT GOTTES und abwenden von der Torheit der Sünde und ihren Verirrungen. Dies kann nur in der Kraft des HEILIGEN GEISTES geschehen, den der HERR vom VATER zu senden verspricht. Darum sollen sie auch in der «Stadt» bleiben, bis sie SEINE KRAFT VON OBEN erhalten (vgl.Lk 24,49).

Johannes: Die Sendung ins Opfer (21,1-23)

Eigentlich schließt das Evangelium von Johannes mit der dritten Erscheinung des HERRN in Jerusalem, bei der auch der heilige Thomas anwesend ist. Johannes weist ausdrücklich in den folgenden Versen darauf hin, dass noch mehr von den Erscheinungen des HERRN zu berichten sei, doch das Aufgeschriebene genüge zu beweisen, dass der Gesalbte der «SOHN GOTTES» sei: «damit ihr durch den Glauben des Ewigen Lebens teilhaftig werdet! » (20,3 1). Jo verwendet hier das Wort «sämeia = Zeichen», das gleiche Wort, das er für die Wunder des HERRN verwendet, die ihrerseits auf die Sakramente in ihrer Siebenzahl hinweisen. Der gemeinsame Nenner für diesen verschiedenen Wortgebrauch oder auch die Vielschichtigkeit dieses Wortes ist, dass die «Zeichen» an der Grenze der Sichtbarkeit zur Unsichtbarkeit liegen.

Der den Jüngern erscheinende HERR ist «auf dem Wege», unsichtbar zu werden, Er nähert sich Seiner in der Kirche bleibenden «Sichtbarkeit» in den Sakramenten. Auch hier schlägt Johannes eine «Brücke» vom «historischen JESUS» zum JESUS im Hlst. Sakrament des Altares. Erinnern wir uns, dass der HERR schon am Anfang des Evangeliums in der Verkündigung des Johannes als «LAMM GOTTES» erscheint, wie wir IHN in der Hl. Kommunion der Hl. Messe ansprechen. Was Johannes im folgenden, dem 21. Kapitel in der Perikope über die Erscheinung des HERRN am See Tiberias bringt, muss in der Tiefe der Sicht auf den Prolog im Anfang des Evangeliums zurückbezogen werden. Es ist nicht einfach eine «weitere Erscheinung», in dieser Erscheinung offenbart sich das TIEFSTE DES GEHEIMNISSES DER HLST. DREIFALTIGKEIT!

DIE SENDUNG DES HERRN endet dort, wo sie im Anfang begonnen hat: im HERZEN GOTTES: «GOTT hat niemand gesehen. DER EINGEBORENE SOHN, DER im Schoße des VATERS ist, ER hat von IHM Kunde gebracht» (1,18).

Jetzt am Ende Seiner irdischen Sendung, da der HERR sich anschickt, zum VATER zurückzukehren, bleibt als Zeichen Seiner bleibenden Gegenwart in der Kirche «das FEUER DES OPFERS, darauf der Fisch und das Brot»: Zeichen dafür, dass der SOHN sich für uns am KREUZ hingeopfert hat und dass dieses Opfer in der Kirche bleibt. Es ist ZEICHEN, dass GOTT DER DREIFALTIGE GEOPFERTE LIEBE ist.

Die S e n d u n g der J ü n g e r ist wie eingeschmolzen in die des SOHNES, der vom VATER ausgegangen ist und zum VATER zurückkehrt. Darum ist es auch ein M o r g e n m a h l , denn EIN NEUES HAT BEGONNEN. Der Mensch ist durch GOTTES ERBARMEN in JESUS CHRISTUS aufgenommen in das GÖTTLICHE LEBEN!

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Zur Exegese des „Fischfangs“:

Die Jünger scheinen noch immer nicht verstanden zu haben. Nur langsam dringt das Geheimnis der Auferstehung in sie ein. Sie müssen in ihr neu werden, das braucht ein heiliges Wachstum von Außen nach Innen, wie umgekehrt. Es ist wohl nicht einmal mit ihrem jeweiligen Martyrium zu Ende, sondern reicht hinüber, bis endlich die ganze Schöpfung im SOHN durch den HEILIGEN GEIST dem VATER unterworfen ist. Da sie Alle noch ringen, ist ihnen die Einladung des Petrus Weisung, der sie folgen. Hier ist ein erster leiser Gehorsam gegenüber der Petrus verliehenen Autorität. Sie ahnen, dass in ihm und durch ihn der HERR zu ihnen spricht. Schlicht nehmen sie die Arbeit, von der der HERR sie im Anfang weggerufen hat, wieder auf Ob sie daran denken, dass der HERR sie am Anfang zu einem anderen Fischfang gerufen hat? Hier müssen ihre hl. Engel im geschoben haben.

Schon nach Außen wird bei genauerem Zuschauen deutlich: es ist da schon ein Unterschied. Nur zum Teil sind es die gleichen Jünger, die der HERR am Anfang gerufen hat: Petrus, Nathanael und Johannes. Sie werden hier auch in anderer Ordnung genannt: Johannes und Andreas waren ja die Erstgerufenen, Nathanael, unter den ersten Fünf der letzte. Neu dazugekommen sind Thomas und zwei nicht genannte Jünger (21,2). So sind es insgesamt s i e b e n (mit Jakobus, dem Br. des Johannes).

Die Sieben ist Hinweis, wie sehr die SENDUNG DER JÜNGER im Zeichen des HEILIGEN GEISTES steht, wie die Fünfzahl im Anfang für die Fünf Wunden des HERRN, die ihnen vorausweisend und vorauswirkend das Tor ihrer Berufung eröffnen. Auch wenn sie es selbst noch nicht wissen, sie sind durch die Gegenwart des HERRN in ihnen in der Hlst. Eucharistie, die sie im Abendmahlsaal empfangen haben, in der FÜHRUNG DES HEILIGEN GEISTES. Es ist in ihnen etwas gewachsen, was am Morgen des Pfingstfestes offenbar werden wird. Vorher aber müssen sie erfahren, dass sie auf dem alten Weg, den sie auf den Ruf des HERRN hin verlassen haben, nichts mehr «einholen» können: «In jener Nacht aber fingen sie nichts!» Der zuerst vergebliche Fischfang wird Lehre für die ganze Kirche: nur wenn sie zum HERRN aufschaut und IHM allein gehorcht, kann sie ihre Sendung der Rettung der Seelen aus der Nacht dieser Welt an das Ufer der Ewigkeit erfüllen. Jeder eigenwillige Weg muss notwendig wieder in die Nacht zurückführen, aus der der HERR uns in SEIN LICHT gerettet hat.

Wieder ist der HERR der z u e r s t Fragende, damit sie, die dabei sind, sich von IHM zu entfernen, wieder zurückfinden. Er ist der «Bettler unserer Liebe»; ER bettelt, damit wir merken, dass wir keine Liebe haben, doch sie uns von IHM erbitten können. Auch hier ist es zuerst Johannes, der den HERRN erkennt. Er war mit den Anderen mitgelaufen. Doch er muss es in seinem Herzen gespürt haben, dass der Weg nicht recht war. Er muss darunter gelitten haben, denn seine Seele verlangte nach Dem, an Dessen Brust er gelegen hatte, dessen Auferstehung er in den Zeichen der Tücher im Grab als erster erkennen durfte. Warum ist er der Aufforderung Petri zum Fischfang gefolgt?

Weil der HERR ihn zusammen mit den Anderen gerufen hat, weil er mit zu ihnen gehörte, weil er nichts von sich aus tun konnte, wollte er sich nicht abspalten als ein Besserwisser oder Privilegierter. Er musste seinen Mitbrüdern gegenüber in der Liebe bleiben, freilich mit einem wunden Herzen, das nach dem HERRN verlangte, geborgen im Unbefleckten Herz MARIENS, das den HERRN herbeirief. Nach MARIA war Johannes wohl der Erste, der durch den HEILIGEN GEIST zu verstehen begann, dass er für seine Brüder eintreten müsse, denen er durch die besondere Liebe, die ihm der HERR schenkte, voraus war. Dieses AUSHARREN MIT DEN BRÜDERN, auch wenn sie offensichtlich auf falschem Wege waren (solange die Gebote GOTTES nicht verletzt sind!) haben so Viele, die wie Johannes besonderer Gnaden in der Kirche gewürdigt wurden, nicht bestanden. Sie sind ausgebrochen aus der Gemeinschaft ihrer Brüder, weil sie es besser wussten und sich für besser hielten - und so ist immer wieder ein Stück der Kirche abgebrochen.

Auch hier ist uns Johannes Wegweisung in der Not unserer Zeit, wo der Böse so viele «bessere Lösungen» heran schiebt, Sie könnten Gnaden GOTTES sein, wenn sie sich ins Ganze einordneten und der Mensch nicht aus eigenem Vermessen und eigener Selbstherrlichkeit nach ihnen griffe. Es ist dieses Ausharren, bis zuletzt, bis der HERR selbst eingreift, wohl eines der schwersten Kreuze, die GOTT uns auferlegen kann. Immer wieder werden wir versucht sein, auszubrechen, den «besseren» Weg zu wählen, wie es wohl auch Luther und Alle vor und nach ihm gemeint haben, im «besten Gewissen» - doch ohne dieses heilige Aufschauen zum LEIDENDEN HERRN UND SEINEN GEHORSAM bis ans Kreuz - in dem allein das Maß unserer Prüfung abzumessen ist. Hier braucht es nicht nur eine menschliche, sondern eine göttliche Geduld! Und der HERR hat den Gehorsam Johannes gelohnt: er durfte es den Jüngern ansagen: «es ist der HERR! » (7) - nicht als Besserwisser, sondern aus der Demut eines blutenden Herzens, das hier getröstet wurde.

Da er den HERRN erkennt, ist er auch schon bei IHM. Er braucht sich nicht erst wie Petrus bekleiden und IHM entgegen schwimmen. Die Liebe ist IHM immer nahe, auch im tiefsten Leiden, auch in scheinbarer Verlassenheit. Jetzt dürfen die Jünger von ihrem Fischfang dem Opfer dazugeben, ist es doch, durch den Gehorsam, den sie IHM geleistet haben: Sein Opfer, an dem sie Anteil halten. Dies meint der HERR in der Sendung der Jünger: die Teilnahme an Seinem Opfer. An ihr allein misst sich die größere oder geringere Nähe zum HERRN! Da der HERR sie zum Mahle ruft, sind ihnen die Augen des Herzens aufgegangen. Obwohl ER ein ANDERER ist, als sie IHN gekannt haben, wissen sie jetzt innen durch den HEILIGEN GEIST: es ist der HERR! Und keiner der Jünger wagte zu fragen: wer bist du? Denn sie w u ß t e n (eidotes - das gleiche Wort für das Erkennen Johannis im Grab!): ER IST ES! Der HERR gibt ihnen Brot und Fisch, Zeichen Seines geopferten Leibes und seiner geopferten Seele. Erst jetzt haben sie die HEILIGE KOMMUNION, die der HERR ihnen im Abendmahlsaal reichte, vollkommen empfangen. Erst jetzt ist der HERR in ihnen als DER AUFERSTANDENE!

Johannes schließt diesen ersten Teil der Perikope mit dem Hinweis, dass dies das dritte Mal war, dass der HERR den Jüngern erschienen ist. Dieser trinitarische Bezug ist noch zu betrachten. Die Erscheinung vor M. Magdalena sei ausgeklammert, sie ist Vermittlung hin zu den Jüngern. Es geht dem HERRN nach Seiner Auferstehung in erster Linie um die Jünger, sie sollen im HL. GEIST auf ihre Sendung vorbereitet werden. Den übrigen Gläubigen wird diese Gnade erst von Pfingsten an zuteil werden. In den Jüngern legt der HERR das Fundament der Kirche, in ihnen werden, wie wir schon in den Abschiedsreden sehen, die Struktur der Vier Ecksäulen gesetzt. Sie müssen sich als erste zur Erkenntnis des HEILIGEN GEISTES, der von nun an die Kirche führen soll, durchringen. Doch diese unsichtbare Führung geht über das sichtbare Oberhaupt der Kirche: Petrus (vgl.21,15).

Der «Primat» Petri wird bei Johannes anders gesetzt als bei den Synoptikern: er wir verankert in der LIEBE GOTTES, die ihnen als Ersten durch den HERRN zuteil wurde. Es ist nicht menschliche Liebe (darum die dreimalige Frage an Petrus: „liebst du MICH?). Gefordert ist die LIEBE des HEILIGEN GEISTES. Sie ist auch der Boden für die Amtsgnade der BINDE- und LÖSEGEWALT, wie der HERR sie den Jüngern in der ersten Erscheinung verleiht. Der HERR fordert nicht nur den größeren Glaubens, der b l i n d vertraut (selig, die nicht sehen und doch glauben!), sondern ER verlangt die LIEBE, in der sie allein Seine Sendung vom VATER her - im HEILIGEN GEISTE - weiterführen können.

Über Petrus geht dieser Anspruch an alle Jünger. Nur in der LIEBE DES HEILIGEN GEISTES kann die Kirche ihre Sendung vollkommen erfüllen. Darum muss notwendig die Kirche der letzten Zeit ganz in Führung des HL. GEISTES stehen. In der Geheimen Offenbarung steht dafür zeichenhaft die erste der Sieben Gemeinden von Asien. Sie sind, wie hier die s i e b e n Jünger durch die Engel, die ihnen vorstehen, dem HEILIGEN GEISTE untergeben. Hier ist auch der Bezug zum DREIEINIGEN GOTT herausgestellt:

· Der VATER spricht sie an im Namen des SOHNES, den sie, in der ihnen zugedachten Prägung darstellen sollen.

· Der SOHN ist in seiner lebendigen Gegenwart in der Kirche ihr Gericht (ihre Rechtweisung und zugleich Rechtfertigung).

· Der HEILIGE GEIST verspricht die Erfüllung, wenn dem Anspruch des SOHNES Rechnung getragen wird!

Hier lässt sich etwas vom Geheimnis der SENDUNG DER HL. ENGEL erkennen: sie sollen der Kirche helfen, wie MARIA Spiegelbild des DREIEINIGEN GOTTES zu werden. Die Kirche muss im HEILIGEN GEIST so in den GÖTTLICHEN WILLEN hineinwachsen, dass sie wahrhaft «SEINER GOTTHEIT» teilhaftig werde (2 Pt 1,4 und vgl. 1 Pt 3,5). Was aber für die ganze Kirche gilt, muss in jedem einzelnen Berufenen grundgelegt sein. Das ist die erste Aufgabe des Schutzengels, dem Menschen den Platz im Mystischen Leib JESU zu weisen und ihn dort zu verankern. Geheimnisvoll wird dadurch auch ihr Platz nach dem Letzten Gericht bestimmt. Es geht doch um „Einen Neuen Himmel und eine Neue Erde!“

Der GÖTTLICHE Anteil wird dem Geschöpf immer unbegreiflich bleiben. Er verlangt die bedingungslose, blinde Unterwerfung unter GOTT, wie der HERR sie zuerst von seinen Engeln, in der Prüfung am Anfang der Zeit verlangt hat, wie sie jetzt auch von denen gefordert die im HEILIGEN GEIST mit ihren hl. Engeln hinein in die Wandlung der Kirche hinein in das Neue Jerusalem erwartet wird. Wir sind so sehr daran gewöhnt, dass sich die Kirche an uns anpasst, dass wir heute das «aggiornamento der Kirche» umdeuten in eine «Vermenschlichung der Kirche». Wer die Zeichen der Zeit versteht, weiß, dass der HEILIGE GEIST uns ausrichtet auf den GRÖSSEREN GOTT, der uns über das bloß Menschliche hinaufheben will in SEIN GÖTTLICHES Leben. Der HEILIGE GOTT, wie ER sich im Alten Testament vor allem vor Moses und den Propheten geoffenbart hat, ist nicht einfach überholt, wie man heute leichthin feststellt. JESUS weist uns besonders bei Johannes immer wieder auf den GRÖSSEREN VATER hin. Auferstehung bedeutet deshalb für den wachen Christen: wach werden für die GÖTTLICHKEIT JESU, denn der sündige Mensch kann nur durch GOTT selbst wieder den Weg ins VATERhaus zurückfinden.

Weil die Sendung der Jünger im DREIEINIGEN GOTT durch JESUS CHRISTUS im HEILIGEN GEIST verankert sein muss, muss der HERR von Petrus und durch ihn von der Kirche diese GRÖSSERE LIEBE verlangen. Sie wird uns dort zuteil, wo wir von uns selbst leer geworden sind, wo wir um unser Nichts, unser Sündersein vor GOTT wissen. Darum die «grausam» scheinende Wiederholung derselben Frage an Petrus: «Simon Petrus, liebst du MICH mehr, über Alles?» Vergessen wir nicht, Petrus hat den HERRN verleugnet, dreimal, wie es ihm der HERR vorausgesagt hat. Er kann also wirklich nicht auf sich bauen, wenn er dem HERRN in rechter Weise Antwort stehen soll. Er muss «hinüber zum HERRN», wenn er diesen Auftrag als Oberhirte erfüllen will. NUR DER HERR in ihm kann diesen Auftrag erfüllen, erst der «sterbende Petrus» erreicht dieses Maß.

Es ist da ein Wortspiel mit den beiden Worten für «lieben»: der HERR fragt die beiden ersten Male mit «agapan» = lieben, im weitesten und tiefsten Sinn, wohl alle Bereiche der Liebe umfassend. Das dritte Mal verwendet ER «philein», mit dem auch Petrus dreimal antwortet (vgl. 21,15 ff). Philein ist die Liebe der Freundschaft, so wie der HERR zu den Jüngern in den Abschiedsreden sagt: «ICH nenne euch nicht mehr Knechte, sondern Freunde» (15,15). Petrus kann nur mit dem antworten, was der HERR ihm geschenkt hat: die GOTTESfreundschaft, zu der sie der HEILIGE GEIST hinaufheben will. Nur im HERRN kann Petrus der ihm vom HERRN übertragenen Verantwortung genügen. Petrus wird durch die dreimalige Frage des HERRN erschüttert. In sich selbst kann er keine Sicherheit für seine Antwort finden, nur im HERRN, in Seiner verzeihenden, neu schaffenden Liebe, die gerade er erfahren hat. Darum sein Wort: «HERR, Du weißt es, dass ich DICH liebe» (15f). Wohl erst bei der dritten Frage wird ihm bewusster, dass der HERR sich auf seinen dreimaligen Verrat bezieht. Gerettet im letzten Augenblick durch den Blick des HERRN und die Begegnung mit MARIA vor dem gleichen Schicksal wie Judas, weiß Petrus, dass er ganz und gar vom HERRN abhängt, nur von IHM sein Leben hat. Die nüchterne Liebe GOTTES hat es gefügt, dass ihn zeit seines Lebens der Engel des «Wachtfeuers» begleiten durfte, der ihn an diese schwerste Stunde seines Lebens erinnern sollte.

Weil die Kirche erst aus der AUFERSTEHUNG DES HERRN lebendig wird, müssen wir hier nicht nur den GEISTwesen, den hl. Engeln im GEIST begegnen, wir sind gerufen, mit ihnen eins zu werden im Lobpreis GOTTES und der Sendung der Rettung und Heimholung der Seelen. Das bedeutet nicht, dass wir mit ihnen verschmelzen. Die drei Geschöpfe GOTTES, Engel, Mensch, Materie sollen ihre Eigenart in diesem Einswerden nicht verlieren, sondern im Gegenteil klarer erkennen und in den Dienst GOTTES stellen. Ihre Erscheinung vor uns in menschlicher Form ist nicht nur Hinneigen zu unserer menschlichen Armut, er ist nur der äußere Rahmen für ihre viel weiter und tiefer gehende unsichtbare Wirklichkeit, für die sich unser blindes Auge nur langsam öffnet.

Begegnung will im HEILIGEN GEIST verstanden sein, wie wir es beispielhaft in der Begegnung von MARIA und Elisabeth erahnen. Dann öffnen sich unsere inneren Augen wie bei den Beiden für die Eine Sendung, die uns im HERRN in Gemeinsamkeit aufgetragen ist. Diese Wandlung beginnt schon dort, wo wir dem HERRN in und durch MARIA uns nahen (Marienweihe nach L.M. Montfort). Nur dann finden wir im HEILIGEN GEIST auch durch MARIA die Engelreine und zugleich Königin der hl. Engel hin zum hl. Engel. Nur so kann das „Fremde“ in der Engeloffenbarung Teil unseres Lebens und Kraft der Wandlung hin in die Neue Schöpfung werden, die uns in JESUS CHRISTUS verheißen ist. Die «Bausteine Seines Lebens», wie wir sie aus den Evangelien kennen, jetzt schon in der „Laufenden Lesung“ einander angenähert, helfen uns durch das Rundschauen des hl. Engels die Eine GEISTgestalt JESU zu erkennen, und uns ihr anzunähern. Nur in der Weise, wie ER uns anschaut, können wir eins und ganz werden.

Hier müssen sich Engel und Mensch ergänzen, wir im Blick auf GOTT-GEIST, im Blick auf den GOTTmenschen. In jeder, auch der kleinsten Begebenheit werden wir dann auch den Engel, der für diese Wirklichkeit im GEISTE steht, erkennen. Die hl. Engel geben den geistigen Hintergrund des Lebens JESU! Vorausgesetzt ist die persönliche Begegnung, wie sie einer Kirche, die über den Menschen JESUS sein GOTTsein vergisst, verloren gegangen ist. Hier muss uns der hl. Engel im GEIST lösen von der Schwerkraft der Erde und dem Gewicht der Sünde, damit die Person des HERRN wie bei der Verklärung vor den Jüngern für einen Augenblick in Seinem GOTTSein aufstrahle. ER muss der Boden sein, auf dem wir stehen, der uns festhält. Auch er muss verwandelt, verklärt werden un so mit durch uns einkehren in das Himmlische Jerusalem. Der Engel lässt uns nicht nur durchschauen auf GOTT- GEIST, er hilft uns in IHN einzugehen.

Der d r i t t e Teil dieser Perikope von der letzten Erscheinung des HERRN vor den Jüngern zeigt uns die GEGENSÄTZLICHKEIT zwischen Petrus und Johannes auf, in die jede Nachfolge des HERRN eingespannt ist. Sie ist nur im HEILIGEN GEIST zu lösen. Auch hier wird die Kirche über sich hinaus gewiesen,

· wie zuerst beim Fischfang,

· dann in der Frage an Petrus,

· hier im Verhältnis des rechten Zueinander im Geheimnis des Mystischen Leibes.

Johannes hat schon im ersten Kapitel des Evangeliums in der Berufung der Jünger die Verschiedenheit der Berufungen angedeutet - auch im Blick auf den Aufbau der GOTTESstadt, im Bezug zu ihren Toren. Dort war Petrus in die Mitte der fünf Berufungen hineingestellt, zwischen Johannes und Andreas einerseits und Philippus und Nathanael anderseits. In diesen Berufungen ergibt sich das erste Dreieck der GOTTESstadt, das sich durch die Berufung von Thomas für das zehnte Tor verdoppelt zum Viereck.

Jetzt ist Petrus der «Erste» und Johannes der «Letzte», die übrigen Jünger sind in diese Spannung eingeschlossen und von ihr umschlossen. Hier offenbart sich die heilende, ordnende und vollendende Kraft der HLST. DREIFALTIGKEIT. Die GEGENSÄTZLICHKEIT VON VATER und SOHN wird im HEIILIGEN GEIST «gelöst». Sie muss vollendend die Kirche prägen, wenn sie durch MARIA im HEILIGEN GEIST Abbild der HLST.DREIFALTIGKEIT sein soll. Petrus muss hineinwachsen, in das Geheimnis seiner Berufung als «Eckstein» der Kirche, auf dem Weg der Kreuzigung des alten Menschen, die er in seinem Martyrium einholt. Erst im Kreuz wird seine Berufung ihre Vollendung finden. Auch hier steht Petrus für den Weg der meisten Christen; für den Pilgerweg über diese Erde. Nur in ständiger Selbstverleugnung wird der NEUE MENSCH. Es ist die nüchterne Liebe GOTTES, die hier durch den HERRN zu Petrus spricht, Antwort auf sein Wort: « Du weißt es, dass ich Dich liebe.» Ja, der HERR weiß es, und er sagt es ihm ganz deutlich in Seinem Wort.

Erst in seinem Sterben am Kreuz wird er GOTT vollkommen verherrlichen, wird seine Liebe zum HERRN ganz wahr, wird er zum H i r t e n , wie ihn der HERR haben will: «Keiner hat eine größere Liebe als der, der sein Leben hingibt für seine Freunde.» Hier, in Petrus sieht der HERR in aller Nüchternheit den Weg der Kirche voraus, mit all ihrem Fallen und Wiederaufstehen, mit allem guten Willen und doch mit allem Verrat über die Jahrhunderte hinweg. Erst am Ende wird sie durch den HL. GEIST ganz das sein, was sie nach dem Willen der Liebe GOTTES sein sollte: reine Braut CHRISTI nach dem Bilde MARIENS, der Unbefleckten. Darum das letzte Wort an Petrus: «Folge mir nach!»

Petrus weiß im Innersten, dass dies ein anderer Weg ist als der des J o h a n n e s . Darum blickt er um nach Johannes, da er doch nur auf den HERRN schauen, IHM nachfolgen sollte! Irgendwie weiß er, dass sein Weg noch nicht sicher ist, und wenn er sich umschaut, ist es nicht nur aus Neugierde für diesen anderen Weg, sondern auch weil er Hilfe sucht, Hilfe braucht. Johannes ist mehr als ein «Nachfolgender». Er ist als „Kind“ von Anfang an in IHN hinein gewachsen. Das Martyrium steht bei ihm nicht nur am Ende seines Lebens, es hat ihn wie MARIA langsam durchdrungen. So wird er immer mehr ein „Bleibender“, da in ihm die Vollgestalt des Priestertums von Innen heraus im hl. GEIST heranwächst bis hinein in das Einssein mit den hl. Engeln, das ihm in der GO geschenkt wird. Darum soll er auch nicht niederfallen, vor dem weisenden hl. Engeln. Er ist zum Mitknecht in ihren Reihen geworden, Weisung und Verheißung für das Priestertum der „Letzten Zeit“.

Petrus kann nicht zurückhalten mit der Frage: «und was ist mit d i e s e m » (Johannes)? Wieder gibt der HERR eine mehr als nüchterne Antwort: «Und wenn ich will, dass dieser bleibe, bis ich wiederkomme, was geht es dich an?» D u f o l g e MIR nach!» (22). Der HERR unterscheidet den N a c h f o l g e n d e n und den B l e i b e n d e n . Auch wenn der Nachfolgende hier auf Erden als der Erste eingesetzt ist, weil er für uns alle d e n Weg der KREUZESNACHFOLGE DES HERRN angibt, es gibt doch jetzt schon einen der b l e i b t , in dem, was die Gnade ihm von Anfang an geschenkt hat. Hier wird noch einmal besonders deutlich die Nähe Johannes zu MARIA, wie wir sie im «ersten Schöpfungstag» des Evangeliums dargelegt haben! Er steht schon am Anfang wie MARIA, wie Johannes d.T. ganz im Lichte GOTTES.

Die Kirche braucht solche gnadenhafte Erwählung, dieses «Sein beim HERRN», damit sie auf dem Weg über die Erde im HERRN gegründet bleibe! Auch wenn das Charisma mit Johannes der Hierarchie, dem Petrus unterstellt ist, so darf die Hierarchie nicht vergessen, dass in solchen Bleibenden GOTT der HERR ihr in besonderer Weise nahe ist. Hier kristallisiert sich SEINE GEGENWART menschlich am stärksten. Hier sind wir der Erfüllung S E I N E S GOTTLICHEN WILLENS am nächsten. Nur dieser HEILIGE, UNANTASTBARE WILLE GOTTES wird endlich die Vollendung der ERLÖSUNG zustande bringen, die wir durch unsere Untreue, unseren Abfall hin zur Welt verhindert haben. Darum gibt es endlich nur noch die Entscheidung zwischen: heilig und verworfen. Die Kirche dieser letzten Zeit muss nach dem Vorbild des hl. Johannes, in den Priestern und GOTGEWEIHTEN eine durch und durch h e i l i g e Kirche sein, wenn sie dem Ansturm der Hölle, standhalten soll. Darum wird notwendig auch das charismatische Element in der Kirche stärker hervortreten: wie es schon bei den Propheten (besonders Joel) verheißen ist.

Auch das Nachwort, das ZEUGNIS DES JOHANNES, gehört noch zu den Auferstehungsberichten, denn nur in der Kraft der Auferstehung des HERRN ist dieses Zeugnis möglich. Überall ist Johannes, der MARIA so nahe ist, zurückgetreten: hier wo es um das Zeugnis für JESUS geht, «muss er Farbe bekennen!» Die ihm gnadenhaft geschenkte Nähe zum HERRN verlangt dieses Zeugnis im HEILIGEN GEIST: nur in IHM ist Wahrheit, letzte Übereinstimmung von Innen und Außen. Für diese Wahrheit darf er mit seinem ganzen Leben, das er dem HERRN übergeben hat, stehen, bleiben, leuchten wie kein anderer Apostel. In ihm ist das schweigende Zeugnis der Mutter GOTTES beredt geworden. Sein Zeugnis ist anders als das des Lukas, der auf die Mutter des HERRN gehört hat, um seinen «Bericht zu vervollständigen». Es erwächst aus der kindhaften Nähe seines Herzens zur Engelreinheit der Mutter GOTTES. Sie stimmen überein im S e i n, das gilt auch im Blick auf die außerordentlichen Gnaden, die dieser Jünger erhalten hat.

Diese Bevorzugung war eine nicht geringe Last. Er hat sie nicht gesucht, sie ist im gnadenhaft geschenkt worden und er steht zu ihr, denn nur so kann er die ihm damit auferlegte Verantwortung erfüllen. So wird auch sein Wort Antwort seines Herzens an die bevorzugende Liebe des HERRN. Unser GOTT ist kein Gleichmacher, sondern ein GOTT der Liebe, und Liebe muss notwendig Unterschiede machen, muss Ordnungen stiften und einhalten, die ein Außenstehender nicht verstehen kann. Liebe ist wie Hierarchie = gestufte Ordnung, denn nur in solch gestufter Ordnung kann sich der Reichtum GÖTTLICHER LIEBE entfalten und darstellen.

Seinem Zeugnis verdanken wir es, dass wir uns dem HERRN ein Stück nähern können, auf diesem unbegreiflichen Weg liebender Herablassung. Ihm verdanken wir es, dass wir das unlösbare Zueinander von GÖTTLICHER LIEBE und GERECHTIGKEIT annehmen können - denn nur so kann schon hier auf Erde ein Stück des Himmels werden: in der Gerechtigkeit GOTTES, die unbeirrbar ihre Wege geht - vor der auch die Henker zu Boden fallen (vgl. die Verhaftung des HERRN in Gethsemani!), die auch in der tiefsten Erniedrigung S i e g e r ist. Kein Evangelium strahlt so wie das des Johannes die Zuversicht der Liebe GOTTES aus, nur die Apokalypse wird diese Sicht noch einmal überhöhen

Was Johannes aufzeichnet, ist aufgezeichnet im Hauche ewigen Lebens, ist Spiegel der Himmlischen Herrlichkeit des HERRN auch in aller menschlichen Erniedrigung. ER ist hier schon Richter durch seine Welt überwindende Liebe. Wer sie annimmt, empfängt das GÖTTLICHE LICHT, wer sie zurückweist, fällt in die Finsternis (vgl. besonders die Perikope vom Blindgeborenen, Kap. 9). Weil Johannes, der Seher von Patmos, alles Vordergründige durchschaut, ist der Himmel auf Erden schon gegenwärtig. Wer immer sich mit Johannes durch MARIA dieser Sicht nähert, hat schon jetzt den Frieden des Herzens gefunden, der das deutlichste Zeugnis ist, dass ER bei uns bleibt. Denn dies ist die a n d e r e Sicht auf das B l e i b e n Nicht wir sind es letztlich, die bei IHM bleiben, sondern ER ist es, der bei uns aushält, wenn wir IHN nur aufnehmen und IHN tun lassen. Johannes ist ein Bleibender insofern der HERR ganz von IHM Besitz genommen hat, und so ist sein Zeugnis ganz und gar das des Herrn im HEILIGEN GEISTE geworden.


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Der Bericht des hl.Paulus über die Erscheinungen JESU

(1 Kor 15,3-8):

3 Denn ich habe euch vor allem überliefert, was ich auch empfangen habe: dass Christus für unsere Sünden gestorben ist nach den Schriften; 4 und dass er begraben wurde und dass er auferweckt worden ist am dritten Tag nach den Schriften ; 5 und dass er Kephas erschienen ist , dann den Zwölfen . 6 Danach erschien er mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal, von denen die Meisten bis jetzt übrig geblieben, Einige aber auch entschlafen sind. 7 Danach erschien er Jakobus, dann den Aposteln allen, 8 zuletzt aber von allen, gleichsam der unzeitigen Geburt, erschien er auch mir.

 

Was Paulus hier schreibt, «überliefert und empfangen» ist wie ein erster Ansatz zum Glaubensbekenntnis: «gestorben für unsere Sünden nach den Schriften, begraben und dann am dritten Tage nach den Schriften auferstanden ... » Petrus, hier «Kephas» genannt, wird als erster Zeuge genannt - ein Hinweis, wie sehr Petrus schon im HL GEIST in sein Amt hineingewachsen war! Dann folgen die zwölf Apostel, hier schlicht: «die Zwölf», Petrus mit eingeschlossen in das Apostelkolleg, ihm war die Führung der Kirche anvertraut: ein deutlicher Hinweis dafür, wie sich die Kirche in ihrer Struktur festigt und dies nach außen kundtut! «Zuletzt erschien er fünfhundert Brüdern auf einmal, von denen die meisten noch heute da sind, nur einige sind schon gestorben»: Der HERR ist zuletzt auch, über die Schar der Apostel hinaus, der wachsenden Kirche erschienen ist.

 

Die AUFERSTEHUNG ist Fundament der Kirche,

nicht nur im Glaubensbekenntnis,

sondern die Kirche selbst wird sie erfahren.

 

Paulus setzt noch einmal an (diese Erwähnung gehört wohl an den Platz nach Petrus?): «dann erschien er Jakobus» (wohl Jakobus dem Jüngeren, dem erste Bischof von Jerusalem). Paulus geht es um die Festigung der Kirche in ihren ersten Strukturen angezeigt!

 

1) Haupt der Kirche ist Petrus;

2) mit ihm verantwortlich für die Führung der Kirche das Apostelkolleg, dem er mit angehört: «die Zwölf».

3) Verantwortlich für die Kirche in Jerusalem ist Jakobus der als Bischof zusammen mit den Presbytern der Christengemeinde in J e r u s a l e m vorsteht. Diese Gemeinde ist das V o r b i l d für die Weise, wie die Kirche in der Mission aufbaut

4) Danach werden noch einmal die Apostel genannt - hier wohl im Sinn von «Jüngern», die dem HERRN nachgefolgt waren. Auch sie sind für die «Mission» G e s a n d t e des HERRN im HEIILIGEN GEIST!

5) Als letzter nennt sich Paulus selbst, «wie eine Fehlgeburt!» - denn auch er hat die Vollmacht der Sendung, wie die übrigen Apostel, direkt vom HERRN empfangen.

Der Auferstehungsbericht des hl. Paulus ist: SENDUNGSBERICHT in der Kraft des AUFERSTANDENEN, durch den HEIILIGEN GEIST!

Wieder fällt hier die Fünferstruktur des Berichtes in die Augen, wie sie am deutlichsten in den fünf Erwähnungen des HL. GEISTES in der Abschiedsrede des HERRN bei Johannes zu erkennen ist.

 

Petrus steht für die HEILIGKEIT DER KIRCHE,

das Kolleg der Zwölf für die WEISHEIT DER PLANUNG GOTTES,

die Fünfhundert für die GERECHTIGKEIT GOTTES,

Jakobus für die ALLMACHT GOTTES, die sich in der SENDUNG DER KIRCHE kundtut:

Wie der VATER MICH gesandt hat, so sende ich euch! (ER will ja im Geheimnis des Glaubens mit ihnen sein, wie ER es in Seinem Erdenleben war!).

Paulus aber steht als letzter in ihrer Mitte für das Zeugnis des AUFERSTANDENEN, wie es unsichtbar in MARIA die ganze Kirche trägt.

 

 
Das Zeugnis der jungen Kirche für die Hilfe der hl. Engel

Im Übrigen (in der Konkordanz nachzulesen) weiß Paulus nicht nur sehr wohl Bescheid über die Sendung der hl. Engel im Alten Bund, sondern auch aus persönlicher Erfahrung, ähnlich wie bei Petrus besonders dort, wo er gefangen ist (vgl. Apg 23,8,9; 27,23, ) , deutlich ist auch in seiner Mission nach Westen die Erfahrung der Führung durch den Engel, als sie hinüber gerufen werden nach Mazedonien, um dort ihren Weg fortzusetzen. Hier erscheint der hl. Engel als Mazedonier, wohl um ihnen deutlich zu machen, wo der HERR sie wartet (vgl. 16,9 -12).

 

Das Zeugnis der Jünger, der jungen Kirche, voran des hl. Petrus, fügen sich hier nahtlos an:

Die hl. Engel kommen den Aposteln zur Hilfe, um sie aus dem Gefängnis zu befreien, in das sie durch die Pharisäer gebracht wurden (5,19).

Hinweis auf die Vermittlung der hl. Engel bei der Gesetzübergabe an Moses am Berge Sinai (Stephanus) S. 7, 36.

Die Führung des hl. Philippus, um den Kämmerer auf dem Heimweg von Jerusalem im Glauben zu bestärken und zur Taufe zu bringen (8,26).

Die Hilfe des hl. Engels, Petrus vom Willen des HERRN zu überzeugen, dass auch die Heiden zum Glauben gerufen sind, besonders deutlich im Ruf, Cornelius zum Glauben zu bringen (S. Kap 10).

Seine Befreiung aus dem Gefängnis, heimgeleitet durch den befreienden hl. Engel (12. Kap.).

 

Darf sie sich nicht im HEILIGEN GEIST im Schatten des Kreuzes und damit der Fünf Wunden des HERRN erkennen? Diese Zeugnisse sind in einer Zeit der immer offeneren Verfolgung der Kirche mehr als historische Angaben, sie sollen uns Müde im Glauben, aufmuntern, alle Angst zu überwinden, in die Spuren unserer Väter zu treten und wie sie ohne Furcht unseren Glauben zu bekennen. Hier liegt eine eigene Aufgabe der hl. Engel, die von Zeugen der Verfolgung in unserer Zeit vielfach belegt wird. Wo der Mensch am Ende ist, wie der HERR am Ölberg, da ist ihm die Hilfe der hl. Engel besonders nahe. Sie kommen dort durch, wo kein Mensch mehr durch kann. Sie sind die besonderen Zeugen, dass GOTTES Liebe nichts unmöglich ist, wenn wir nur glauben.

Der hl. Engel wird „unsichtbar“

Je mehr wir uns zeitlich von der AUFERSTEHUNG entfernen, umso mehr treten die HEILIGEN ENGEL zurück in die ihnen von ihrem Wesen her eignende Unsichtbarkeit. Und doch sind sie nicht weniger anwesend, denn sie tragen ja die Ordnung des Reiches GOTTES, die sich schon in den zusammengelegten Leinentüchern im Grabe andeutete, an denen der hl. Johannes als erster die Auferstehung des HERRN erkannte. Dies ist ihre Sendung: die Ordnung der Kirche aufzubauen. Im Bericht des hl.Paulus zur Auferstehung ist deutlich, wie weit diese Ordnung schon gewachsen ist, ja die Grundstruktur der Kirche zu bilden beginnt - immer in Richtung auf das Kreuz und die e i n e Mitte des Kreuzes, das durchbohrte HERZ, aus dem Blut, Wasser und GEIST kamen und damit als «Zeugnis auf Erden»: die Sakramente! Die Engel treten in dem Maß zurück, wie sich die Kirche nach dem unsichtbaren Bild der Hierarchie der hl.Engel aufzubauen beginnt.

 

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Sendung aus der Mitte des Abendmahlsaales

Der P r o l o g des hl. Lukas zur Apostelgeschichte

Das Evangelium geht bis zur HIMMELFAHRT DES HERRN: H i e r beginnt die Geschichte der hl. Kirche - in der Kraft des NEUEN LEBENS, das ihr durch den HEILIGEN GEIST i m AUFERSTANDENEN geschenkt wird: «ER zeigte sich l e b e n d nach Seinem Leiden in vielen Zeugnissen und in der Unterweisung über das REICH GOTTES (1,2f). Bezeichnend ist es, dass ER während eines MAHLES den Jüngern aufträgt, in JERUSALEM zu bleiben und die Verheissung DES VATERS zu erwarten, von der sie durch IHN gehört haben (1,3).

 

Wie das Evangelium von Lukas auf das Letzte Abendmahl hinzielt, das der HERR in Sehnsucht erwartet hatte, so nimmt die Geschichte der Kirche im Heiligen Mahl mit dem HERRN ihren A n f a n g. Johannes wird dies später noch deutlicher in seinem Evangelium herausstellen. Für ihn ist es nicht mehr notwendig, eine Geschichte der Kirche wie die Apostelgeschichte zu schreiben, nicht nur weil diese ja schon durch Lk geschrieben ist, sondern weil die Geschichte der Kirche schon i m Evangelium des HERRN gegenwärtig ist. Lukas n ä h e r t sich über MARIA diesem Geheimnis, die letzte Erkenntnis ist Johannes, dem Seher, vorbehalten. Die Betrachtung, wie sie Lukas durch MARIA geschenkt war, führt im HEILIGEN GEIST zur S c h a u bei Johannes, wie in ähnlicher Weise ein Evangelium aus dem anderen hervorgeht (siehe die Vorlesung zu den Synoptikern).

 

Es sind drei Stufen im Aufbau der Kirche in Richtung auf das Himmlische Jerusalem:

· Die Zeit der Vorbereitung, da der HERR die Seinen ruft, mit ihnen nach Jerusalem hinauf zieht und dort den Tod erleidet.

· Die 40 Tage nach der Auferstehung bereiten Seine unsichtbare Führung der Kirche durch Seine Gegenwart in der Hlst. Eucharistie vor. Auf diese Mitte hin und von dieser Mitte her muss die hl. Kirche leben.

· Es sind die 50 Tage hin auf Pfingsten in der Erwartung des HEILIGEN GEISTES

 

Die 50 Tage haben eine Parallele in den „1000 Jahren“ von Offb 20. Die Engel helfen nicht nur die Kirche von Außen in ihrer Struktur aufzubauen (wie sie sich wunderbar in den mittelalterlichen Kathedralen abbildet), sie werden die Kirche immer mehr durchdringen, dass sie wahrhaft nicht nur in der Horizontale alle Völker umfaßt, sondern in der Vertikale auch die stumme Schöpfung und das Reich der Engel einschließt.

Das Reich GOTTES muss im Zeichen des Kreuzes, kraft der Auferstehung CHRISTI noch hier auf Erden sichtbar werden. Erst dann kommt das Ende, wenn der SOHN, der jetzt als CHRISTKÖNIG in der Mitte Seiner Kirche thront, Seine Herrschaft dem VATER unterwirft.

 

Die Offenbarung über den endzeitlichen Einsatz der hl. Engel, wie sie Mutter Gabriele B. geschenkt wurde, erwächst aus dem Geheimnis der GEGENWART DES HERRN in der Hlst. Eucharistie. Auch wenn die Kirche hier in einem Disziplinardekret Zurückhaltung auferlegt hat, weil ihr noch das lebendige Zeugnis ihrer Glieder fehlt, ist nicht gerade dieses Dekret Anruf zum Zeugnis, nicht zuerst durch das Wort, sondern in unserem unerschütterlichen Glauben, dass gerade die die Hilfe ist, die die Kirche im geistigen Kampf dieser Tage notwendig hat.

 

Sie ist im GEIST, so sehr sie an die Engeltradition in der Kirche anknüpft gerade im Zeugnis von M. Bitterlich zuerst Leben und dann erst Wort, das auf unser Zeugnis wartet. Doch wie kann es zu solchem Zeugnis kommen, wenn gerade denen, die die Kirche offiziell dazu erkannt hat, darüber schweigen müssen? Sie will zuerst in schweigende, betrachtende Herzen wie das MARIENS gelegt werden, bevor sie hinausgeht. Hier hat die Kirche nur Recht, wenn sie uns zur Disziplin ruft. Es braucht ein Warten, ein Reifenlassen, gerade im Umbruch dieser Zeit, wo der Feind so viel Verwirrung bis in die Kirche bringt. Notwendig muss die Kirche hier ihr Wort sprechen. Dieses Wort darf nicht zuerst in Angst als striktes Gebot verstanden werden, sondern eher als ein Anruf, mit kleinen Schritten vorwärts zu gehen, im Gespräch mit der Kirche, die aber gerade unseren Glauben an die Richtigkeit und Notwendigkeit dieser Hilfe fordert.

Nur in IHM und auf IHN hin, als DEN IN DER KIRCHE und bei der Kirche BLEIBENDEN HERRN (vgl. den Mt - Schluß!) ist die Sendung der hl.Engel in rechter Weise zu verstehen. Sie ist Sendung hin auf die Vollendung der ganzen Schöpfung. Mit ihnen und den Getreuen, die sich dem hl. Engel verbinden, wird der „achte Tag“. Das Neue Jerusalem wird schon hier Wirklichkeit, bevor es im Wachstum von HERR, Mensch und hl. Engel aufsteigen darf zu letzter Vollendung in und durch den DREIEINIGEN GOTT. Immer mehr muss sich das Hohepriesterliche Gebet, Jo 17 erfüllen! In diesem Sinne wollen auf die Offenbarungen St. Gabriel an den „Bruder Angelicus“ verstanden werden. St. Gabriel ist für den, der sich tiefer in die Geheime Offenbarung vertieft, nicht nur der hl. Engel der Verkündigung, sondern auch der „Engel mit dem Büchlein“ (Offb. Kap. 10), der von der Kirche Rechenschaft fordert: „Was habt ihr mit dem höchsten Geheimnis der Liebe der Hlst. Eucharistie gemacht?“

 

Anruf: BLEIBEN!

Das B l e i b e n , das der HERR den Jüngern hier aufträgt, will sie tiefer einwurzeln im Glauben, der in ihren Herzen durch die Gegenwart des HERRN und nicht zuletzt durch die Hilfe der hl. Engel immer mächtiger gewachsen ist. Sind sie nicht, geprüft in ihrem Bekenntnis zur Majestät GOTTES in letzter Härte geprüft worden auf ihren Glauben. Steht heute nicht die Kirche und mit ihr die ganze Menschheit in der gleichen Prüfung, da wir „mündig geworden sind“? Sie sind wahrhaft die Bleibenden im Zeugnis für den HEILIGEN GOTT; den wir vergessen haben. Erinnern wir uns: die hebräische Wortwurzel für Bleiben und Glauben ist dieselbe. Nur wenn wir uns auf diese Seine bleibende GEGENWART ausrichten, wie sie es tun, können wir den HL.GEIST empfangen und in IHM unser Zeugnis geben. Darum werden Apostel nüchtern gemahnt, in Jerusalem zu bleiben, geschart um das bleibende Zeugnis der MUTTER, um die Sendung des Auserwählten Volkes weiterzuführen. Wie sehr brauchen wir ihre Gegenwart, von der Lk am Ende dieses Abschnittes sprechen wird (1,14).

 

Der HERR erklärt ihnen die «Verheißung des VATERS» noch näher: «Johannes taufte im Wasser, ihr aber werdet in wenigen Tagen im HEILIGEN GEIST getauft werden (1,5). Der HL. GEIST aber ist es, der sie in den HERRN hinein tauft, der ihr Leben immer mehr in das BLEIBENDE LEBEN IN DER HLST. EUCHARISTIE hinein nimmt.

 

Da die Jünger noch nicht verstehen, muss notwendig die Frage aufstehen nach der Wiederherstellung des Reiches (6). Der HERR weist die Fragen zurück: nicht um ein Wissen geht es, sondern um die Sendung im Heiligen Gehorsam. Hier wird schon im Anfang der Kirche eine der gefährlichsten Häresien: die Gnosis, gebrandmarkt, die sie auch heute zu zerstören versucht. Nicht mehr wissen müssen sie, sondern sie brauchen die Kraft zur Erfüllung ihrer Sendung («dynamis»), um ZEUGNIS abzugeben über die ganze Welt hin! (8). Wo sie die Sendung erfüllen, werden sie besser erkennen.

 

Nach diesen Worten wird ihnen die Gegenwart des HERRN entzogen. Sie wissen jetzt angeldweise, dass der HERR ein ANDERER ist, dass ER in anderer Weise bei ihnen bleibt. In diese andere Gegenwart müssen sie sich mit der Hilfe des HEILIGEN GEISTES immer mehr hineinbeten - hier wird ihnen die Mutter GOTTES, die b l e i b t, die größte Hilfe sein. Nicht umsonst ist auch auf sie im Bild der Wolke, in der der HERR sich entzieht, angespielt. Aus ihr wurde der HERR geboren, in ihr bleibt ER im Geheimnis der Hlst. Eucharistie bei uns. Wo ER ist, da ist auch Sie, dh. auch wenn kein Bild von ihr in der Kirche hängt, sie ist dort, Sie ist der Tabernakel. Wo die Kirche fromme Gewohnheit wird, wird Alles immer mehr versachlicht, wir müssen an der Hand des hl. Engels und MARIENS den umgekehrten Weg gehen, wie ihn uns die Ostkirche besonders durch die Ikonen weist.

Wie am Anfang, vor dem leeren Grab, müssen die hl. Engel dem Unglauben, der Blindheit des Menschen für die geistige Gegenwart des HERRN zu Hilfe kommen. Da die Jünger ihre Augen nicht vom Himmel abwenden können, wohin ihnen der HERR entzogen wurde, kommen zwei Männer in «weißen Gewändern» auf sie zu (11) und belehren sie: «auf die gleiche Weise, wie ER von euch geschieden ist, werdet ihr IHN wiederkommen sehen (11). Wie der HERR über die Neun Chöre der Engel zur Erde herabgestiegen ist, so kommt ER in MACHT UND HERRLICHKEIT (wie sie die Chöre der Engel darstellen), wieder am Ende der Zeit.

 

Die R ü c k e h r der Jünger nach J e r u s a l e m (12ff).

Nach der letzten im Evg. des Lk erwähnten Erscheinung führte der HERR sie hinaus nach Bethanien (24,50), wo ER «Seine Hände über sie erhob und sie segnete». «Und während ER sie segnete, schied ER von ihnen.» (5 1)

Bethanien war die letzte Station vor Seinem Leiden, es liegt nach der Angabe der Synoptiker unweit vom Ölberg (vgl. zur Ortsangabe: Mt 21,17.26,; Mk 11,1, 11f, 14,3, Lk 19,29,24,50; Jo 11,1,18; 12,1). Es ist die Heimat der Familie Marias, Marthas, Lazarus - wo der HERR nicht nur Seine Liebe verschenkt hat, sondern auch Gegenliebe fand. Bethanien ist wie ein erster Hinweis auf die Kirche als familia christiana, ein Stück «Himmel auf Erden». An diesen Ort hat der HERR die Jünger zurückgeführt, nicht nur um in ihnen die Erinnerung an das Vergangene wieder aufleben zu lassen, damit sie sie im HEILIGEN GEIST besser durchdringen.

 

Die Jünger dürfen erahnen, dass in dieser Liebeseinheit mit dem HERRN in der Hlst. Eucharistie ihr K r e u z w e g hinauf zum Himmlischen Jerusalem von neuem beginnt, dass ER in ihnen diesen Kreuzweg gehen will zur gänzlichen Erlösung der Welt von allen Sündern. Für dieses Neuwerden des Menschen hat ER am nahen Ölberg Blut geschwitzt. Wenn der HERR an dieser Stelle von ihnen scheidet, so ist dies ein Hinweis, dass der HEILIGE GEIST diese Erneuerung des Menschen im Blute CHRISTI vollenden wird. Sie ist gebunden an Jerusalem - nur dass hier das Irdische immer mehr auf das Himmlische, auf das wir zugehen, transparent wird. Bethanien liegt vor Jerusalem; vor der Stadt hat der HERR gelitten, mit dem Blick auf sie ist ER gestorben am Kreuz. Wenn die Kirche das Kreuz aufnimmt, wird sie endlich heimkehren.

 

Mit «T e m p e l» (vgl.14,53 ist nicht zuerst der materielle Tempel der Juden gemeint. Tempel ist, wie es endlich Johannes in der Schau des Neuen Jerusalems aufweisen wird: die GEGENWART GOTTES unter den Menschen (vgl. Apk. 21,23). Die äußere Konstruktion des Tempels ist nur Zeichen für diese SEINE GEGENWART unter uns. Die Wirklichkeit des «Tempels» beginnt, wo GOTT in einer Menschenseele einwohnt! In der Apg. wird besonders auf das Obergemach hingewiesen - in dem HERR mit ihnen das Letzte Abendmahl gehalten hatte.

 

Am Ende des Evangeliums schauen wir auf das Ende, hin zum Himmlischen Jerusalem. Hier sind wir am Anfang: die Kirche beginnt dort, wo der HERR in der Hlst. Eucharistie SEINE GEGENWART unter ihnen und in ihnen gesetzt hat. Hier ist auch materiell der Anfang der Kirche, hier wurde die erste Heilige Messe durch den HERRN selbst gefeiert. Die Kirche muss dort ansetzen, wo der HERR sie zurückgelassen hat - in der Sehnsucht, mit IHM das MAHL zu feiern (22,15ff). «Denn wahrlich ICH sage euch, ich werde es nicht mehr mit euch teilen, bis es sich im REICHE GOTTES erfüllt haben wird» (16). Auch die Einheit mit dem hl. Engel, die in uns wachsen soll, muss dort ansetzen. Es gibt nur Eine Mitte: den HERRN, und dies in der HLST. EUCHARISTIE.

Das Reich GOTTES beginnt dort Wirklichkeit zu werden, wo die Jünger das Gedächtnis des HERRN feiern im Abendmahl, das Er in diesem Obergemach eingesetzt hat. Hier wird auch offenbar, dass das REICH GOTTES weiter reicht als die Kirche - es erfüllt sich im Hochzeitsmahl DES LAMMES, wie es uns die Geheime Offenbarung aufzeigt (vgl. 21,1ff) - Die Einladung zu diesem «Hochzeitsmahl» ergeht schon in 19,7 u. 9!). Hier wird deutlich, was G e b e t b e d e u t e t und warum sie vorher nicht wirklich beten konnten, auch wenn es der HERR ihnen im VATERunser gelehrt hatte!

 

G e b e t ist T e i l n a h m e am Gespräch des SOHNES mit dem VATER, das mit der Empfängnis des SOHNES in MARIA auf Erden wieder begonnen hatte (es war durch die Sünde des ersten Menschenpaares verloren gegangen, immer mehr hatte sich der Feind dazwischen geschoben, um es endlich ganz von GOTT abzubiegen und auf sich zu richten!) Nur im Gebet und zwar konkret im Gebet i n und durch JESUS im HEIILIGEN GEIST, können wir wieder der lebendigen Wirklichkeit GOTTES begegnen. Gebet ist nur dann wirklich, wenn es in MARIA seinen Anfang nimmt und sich auf ihr Gebet stützt - denn sie ist der erste Mensch, der mit seinem ganzen Sein GOTT Antwort gestanden hat und damit in das Gespräch des VATERS mit DEM SOHNE eingehen durfte.

 

Das Gebet in dieser ersten Gemeinde im Obergemach des Abendmahlsaales ist Gebet in dem Maße wie der HERR in MARIA und den Aposteln gegenwärtig ist im im HEILIGEN GEISTE! Darum gehört, wie es hier Lukas ausdrücklich festhält, die Einheit der Jünger in JESUS CHRISTUS DEM AUFERSTANDENEN dazu! Sie haben in, mit und durch MARIA im HEILIGEN GEISTE zu der Einheit miteinander zurückgefunden, die der HERR unter ihnen gestiftet hat: die Aufzählung der Namen der Jünger weist darauf hin; erst jetzt sind sie wahrhaft Jünger des HERRN geworden im Einsein mit dem HERRN IM HEILIGEN GEIST, mit, durch, in MARIA.

Die je persönliche Erfahrung der Hilfe des Engels, ist Voraussetzung, dass die Kirche sich nach dem Bild der Hierarchie der hl. Engel aufbaue. Die Kathedralen und Dome der Christenheit sind uns dafür heute noch ein sichtbares Zeugnis, wie sehr sich hier heilige Ordnungen aufgebaut haben, die der Feind heute nieder rennt, weil die persönliche Begegnung mit dem hl. Engel verloren ist. Notwendig müssen neue Steine in der Einheit von Engel und Mensch geprägt werden, die die Verheißung tragen: „Siehe ICH mache Alles neu!“ Es geht nicht um Menschenwerk – das wird zerfallen, sondern die je personal angenommene und gelebte Hilfe der hl. Engel. Wer die Prüfung besteht, den werden sie bergen in die ARCHE DES KREUZES, des BROTES, des WORTES.

 

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Auferstehung und Apokalypse,

III. Teil

Der Aufbau der Kirche im Zeichen des KREUZES

Blick hin zur Geheimen Offenbarung

 

Teil III schaut auf den GERECHTEN GOTT

Hier verspricht das Opfer des Kreuzes

- Heilwerden von Mensch und Schöpfung (VII)

 

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Ich trage keine Blumen mehr zu Seiner Grabestüre,

denn sie ist offen und der Duft der Lilien

liegt schon im ganzen Garten ausgegossen,

darüber Seine ewgen Augen hingeblickt.

So schmerzlich ER gegangen,

so selig wird ER kommen.

Ich habe nur zu warten, bis ER kommt.

 

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Ein Blick in die Apostelgeschichte

S t r u k t u r der Kirche ist das KREUZ, da sie Abbild der himmlischen Hierarchie ist, ist hier der Ort, wo sie den hl. Engeln begegnet: im Zeichen der vier Säulen des Hauses GOTTES, die hier wir dort aufstehen in MARIA und in MARIA ihren Abschluss finden. Sie hat das Kreuz nicht nur unter dem Kreuz gestanden mit Johannes’, sie hat es auf sich genommen. Musste sie nicht mit IHM sterbend unter dem Kreuz absteigen bis hinunter auf den Felsen, in das es gerammt wurde? Musste sie nicht hinter IHM einziehen in den Limbus, wo die Gerechten auf IHN warteten, als bleibendes Zeichen der Erlösung bis ans Ende? Hier wurde unlösbar die Verbindung der streitenden, leidenden und triumphierenden Kirche gesetzt. Der Fels aber bleibt als Zeichen des Sieges in der Mitte der Hölle, bis auch im Mystischen Leibe die Dreifache Kirche, eins in der Siegenden mit IHM heimgekehrt ist. Sie selbst ist mit Johannes Fels geworden und bleibt mit ihm bis die Kirche ihr Altersmaß in CHRISTUS erreicht hat.

Wir müssen auch in der Apostelgeschichte durch das Wort durchschauen auf die Wirklichkeit, die hier aufgerufen ist. Das stumme Zeugnis der MUTTER wird sich dem Betrachtendem im GEIST erschließen, damit er tiefer verstehe! Hier sind uns die Väter in ihrer pneumatischen Exegese wegweisend vorausgegangen. Die Goldmine, die sie hier erschlossen haben, ist fast verschüttet. Danken wir GOTT, dass unser hl. Vaters Benedikt XVI in den Fußstapfen des Franziskus und hl. Bonaventura das Zeugnis der Schrift aufgenommen hat, das bleibt, weil es Fels ist, wie das eingerammte Kreuz, wie unsere Nahrung in allem Hunger nach GOTT. Wer Sein „Fleisch isst, Sein Blut trinkt, wird leben in Ewigkeit!“ So ist es auch hier ein Dreifacher Fels, der in aller Brandung des Hasses zusieht, wie dieser Hass sich aufreibt zu unsterblicher Asche! Im Maße die hl. Engel stützen und stärken die Wenigen Getreuen, wird sie schon hier auf Erden eine triumphierende Kirche. Alle äußere Struktur, die der Feind in glühender Wut nieder reißt wird in der Wandlungskraft des Feuers nach Innen heiliges Rückgrat ihres Wachstums hinein in den Himmel.

 

Auch in der folgenden Betrachtung wird hilft uns die GO , das Geheimnis der Kirche nicht nur im Buchstaben des Gesetzes zu fassen, der uns verführt, uns zu rechtfertigen. In der GO wird es aufgerissen im strahlenden LICHT des GEISTES. Um es tiefer zu erkennen, müssen wir erst frei werden von all den Sicherheiten, die uns gegen den Größeren GOTT abschirmen, der uns heute ruft zum Kampf an der Seite Seiner hl. Engel. Hier sind wir in der Schlinge des Feindes. Nur mit dem Schwert des Kreuzes in der Kraft der Auferstehung kann die babylonische Gefangenschaft, in die wir durch unsere Sünden geraten sind, gebrochen werden. Was hier, nur wie am Rande von der Offenbarung an Fr. G. Bitterlich erwähnt wird, will das Disziplinardekret zum OA im Licht der Auferstehung anheben, ist es doch mit Anruf unseren Gehorsam GOTT und der Kirche in eins zu sehen.

Die Auferstehungsberichte sind, wo sie im Licht des Siegenden Kreuzes verstanden werden Zugang zum Geheimnis der uns unbegreiflichen Einheit von Gerechtigkeit und Barmherzigkeit GOTTES, wie sie in der GO dem Betenden offenbar wird. Das „Siehe ICH mache Alles neu!“, das über ihr steht ist Anruf, sich Seiner Gerechtigkeit zu stellen, um sie in Barmherzigkeit zu wandeln. Es weist dieses Wort zurück auf die Bergpredigt mit ihren Seligpreisungen, die zuerst eine Herausforderung sind an die immer Wenigen, die bereit sind, für die Sache GOTTES Alles und das Letzte hinzugeben. In dieser Ganzhingabe, in der die Meisten überfordert sind, stehen sie fürbittend und sühnend für die Vielen, die hier nicht mitkommen und doch in ihrem Herzen spüren, dass auch für sie dieses Wort gilt. Spätestens in der Stunde des Todes, müssen sie über den Alten Menschen hinweg den Mut aufbringen in das „Neue Land“ einzutreten, das uns der HERR in Tod und Auferstehung erschlossen hat.

Schon hier muss der Halt am Ich und der Welt im rücksichtslosen Angriff des Feindes als Werkzeug der Reinigung in uns brechen oder uns als Feiglinge noch mehr dem Feind in die Hände treiben. Die Gefangenschaft, in die die Kirche geraten ist, wird zum KZ. In Mauthasen wurden die Meuternden in der berüchtigten„Hasenjagd“wie Freiwild abgeschossen. Vorher hatten sich die Tapfersten auf die Elektrozäune geworfen, um den Nachfolgenden den Weg zu öffnen. Heiliges Zeugnis wie immer die Wenigen den Weg in die Freiheit der Kinder GOTTES mit dem eigenen Leben bezahlen müssen, wie ER es getan hat für uns Alle! Nicht weniger laut spricht das Zeugnis vom 20 Juli, auch wenn es wie dort keine äußere Frucht brachte. In Mexiko hat die Tat eines Einzelnen, das Land von der Diktatur befreit. Der Zeugnis ist hier kein Ende.

 

Das einfältige Geheimnis der Ecksäulen

Wo es um den Aufbau der Kirche – sei es in unserem Herzen, sei es nach Außen – geht braucht es einen vorbereiteten Grund. Zeichenhaft ist es der Grundstein, der manchmal sogar heute noch gesegnet wird, einfach weil er Anfang ist. In der Kirche ist dieser Grundstein in ihrem „Fiat“ zum HERRN MARIA. In der Himmelfahrt wird sie offziell von der Kirche als der Schlussstein hingestellt. Himmelfahrt hat nicht nur Bedeutung für sie allein, hier bleiben wir gerne stehen. Dieses letzte entscheidende Dogma hat eine Bedeutung für die Kirche und die ganze Menschheit, die wir heute noch gar nicht absehen können. Sie kann uns nur im Licht der GO tastend aufgehen.

Mir dieser dogmatischen Entscheidung hat die Kirche unterstrichen, was im ihr im HEILIGEN GEIST im Laufe der Kirchengeschichte immer deutlicher geworden ist. Wenn JESUS Alpha und Omega, Anfang wie Vollendung der Schöpfung wie unseres Heiles ist, dann ist es, wie in geschöpflichem Spiegelbild auch MARIA. Im Bild ULF von Guadalupe ist dies zeichenhaft festgehalten.

Hier kommen wir dem Wort von Romano Guardini vom „Ende der Neuzeit“ entgegen. Wo MARIENS Ja zur Erlösung des Menschen von der Sünde eingeht in das JA des VATERS zu ihr, der sie mit Leib und Seele in den Himmel aufnimmt, eingeht, ist die Heilsgeschichte zeichenhaft in ihrer Person vollendet. Weil sie das JA aber im Namen der ganzen Schöpfung gesprochen hat, steht die Erfüllung im Mystischen Leib der Kirche aus. Wir, arme Sünder, können hier im Glauben mit ziehen, vollbringen kann es allein GOTT. Doch stoßen wir hier nicht, wenn wir nicht ganz blind sind, konkreter geht es nicht, auf die Verheißung der GO: „Siehe ICH mache alles neu!“ Müssen wir hier dann nicht die erschreckenden Zeichen der sich überschlagenden Katastrophen, ebenfalls in einem ganz neuen Lichte sehen?

Sie sind nicht nur Zornschalen, das sind sie für die, sich bewusst an der Seite Satans gegen GOTT stellen, sie sind für uns, neuer Beweis, dass GOTT nicht abseits steht. Doch ER lässt ihm die Freiheit der je persönlichen Entscheidung zu IHM oder gegen IHN. Bewusst hat der hl. Vater Benedikt XVI. zuerst von der Liebe, als dem einzig notwendigen gesprochen. Doch gerade die „Liebe“ schon vom Weltmarkt „aufgekauft“ ist, wer hat verstanden, was er damit meint. Sein mutiges Eintreten gegen die Empfängnismittel, hat ihn in England zum Menschenfeind Nr. 1 gestempelt, der vor das Gericht gestellt gehört. Nur in einem Inneren Kreis, den die hl. Engel in den versiegelten Gemeinden erst aufbauen müssen, ist der wuchernden, bewussten Verdrehung aller heiligen Begriffe Einhalt zu gebieten. Inzwischen gehört diese Sprachreinigung notwendig mit in unsere tägliche Gewissenserforschung. Nur so können wir der wie eine Pest um sich greifenden Vergiftung auch der Sprache entgegen arbeiten. Im Licht der hl. Engel ist uns hier eine entscheidende Aufgabe gestellt, da die Ansteckung nicht nur in den Sprachgebrauch der Theologie, sondern schon vorher in der Übersetzung der Schrift eingedrungen ist.

Nichts ist heute so in allen Farben schillernd wie der Begriff der „Liebe“ Wo GOTT für die Menschen tot ist, weil wir längst unsere eigenen götter gewählt haben, hat hier Jeder seine Deutung vom Sex bis hin zum Paradies auf Erden, das uns die Eine Weltherrschaft verspricht.. Darum macht der Eine „gott“ der Moslem heute große Beute. Man muss sich ihm fügen und doch dabei, so meinen sie, das Beste noch für sich herausholten. Diese „Beste“ aber ist nichts anderes als das „Süße Leben“, das der Feind gerne als Werbegeschenkt mit dazu gibt. Es hat in der ganzen Welt durchschlagend gewirkt. Der „Lügenprophet“, der sich vielerorts schon sichtbar gibt, hat hier in der Weltwirtschaft (wo sogar die Kommunisten mitziehen müssen!) vorgearbetet: Die GO spricht von ihm nüchtern als dem „Tier“. Er ist der Dritte im Bund der falschen dreifaltigkeit, die mit dem 12. 0Kapitel nach vorne tritt und im 13. Kapitel ins unfehlbare Rampenlicht der hl. Engel rückt. Die „Zahl“ ist uns allen bekannt, ihr Hintergrund nicht.

Offb 13,13 Es tat große Zeichen; sogar Feuer ließ es vor den Augen der Menschen vom Himmel auf die Erde fallen. 14 Es verwirrte die Bewohner der Erde durch die Wunderzeichen, die es im Auftrag des Tieres tat; es befahl den Bewohnern der Erde, ein Standbild zu errichten zu Ehren des Tieres, das mit dem Schwert erschlagen worden war und doch wieder zum Leben kam. 15 Es wurde ihm Macht gegeben, dem Standbild des Tieres Lebensgeist zu erleihen, so daß es auch sprechen konnte und bewirkte, daß alle getötet wurden, die das Standbild des Tieres nicht anbeteten.

16 Die Kleinen und die Großen, die Reichen und die Armen, die Freien und die Sklaven, alle zwang es, auf ihrer rechten Hand oder ihrer Stirn ein Kennzeichen anzubringen. 17 Kaufen oder verkaufen konnte nur, wer das Kennzeichen trug: den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens. 18 Hier braucht man Kenntnis. Wer Verstand hat, berechne den Zahlenwert des Tieres. Denn es ist die Zahl eines Menschennamens; seine Zahl ist sechshundertsechsundsechzig[16].

Wir stehen mitten in diesem Tun des Bösen, doch wer erkennt. Weil unsere Augen nur auf die Dinge dieser Welt gehen, sind wir blind für das Wirken des Feindes. „In trüben Wassern ist am besten fischen!“ Er selbst hat uns dazu gebracht. Die erkennen und nicht einstimmen, sind Feinde des Fortschrittes, die schon heute verfolgt werden. Auch wenn sie der „anderen Seite überlassen ist: die notwendige Säuberung von Kirche und Menschheit hat begonnen.

Bestehen können wir sie nur, wenn wir die flehenden Anrufe des VATERS durch MARIA um Gebet und Buße, seit Beginn der Neuzeit, das ist sei 1531 der Erscheinung ULF von Guadalupe, mit dankbarem, lobpreisenden Herzen aufnehmen. Wir werden kommen nicht weniger in die Prüfung, doch nicht wie die Welt in Sinnlosigkeit und Auflehnung gegen GOTT. Wo wir dieses unser Leiden als Sühne mit der Schmerzensmutter aufopfern, helfen wir Seelen retten, die sonst verloren gehen. Weder durch unser Wort noch unser Tun können wir etwas ändern. Bis in unsere Familien erfahren wir die Ohnmacht JESU in Seiner Passion. Wir teilen mit IHM alle Schmach, die er als Gefangener der Liebe in der Hlst. Eucharistie erleidet. Nicht umsonst hat St. Gabriel in Fatima den Kindern das Sühnegebet gelehrt und mit ihnen drei Stunden lang gebetet.

MARIA ist das rettende Schiff mit dem Mast des Kreuzes und der Hlst. Eucharistie als Segel (nach der Vision Don Boscos). Sie wird uns an Bord nehmen, wenn wir nach ihr rufen, auch wenn die Wellen schon über uns zusammen schlagen. Sie bleibt mit ihrem SOHN Anfang und Ende, darum auch Boden und Vollendung der Ecksäulen, die jedes Haus braucht, um im Sturm der Zeit zu bestehen. Die Hierarchie der hl. Engel ist nicht eine menschliche Erfindung, dies ist schon den heidnischen Neuplatonikern vor CHRISTUS aufgegangen. Sie ist das geistige Rückgrat aller Ordnung, die uns von GOTT in JESUS CHRISTUS im HEILIGEN GEIST zukommt.

In ihr ist kein Platz für allzu menschliches Beiwerk, für „freies Maurern“. In der Erschütterung, die wir erfahren, kann nur bestehen, was GOTT selbst aufgebaut hat. Nach ihrem Maß ist die Schöpfung aufgebaut, ist die Kirche gewachsen. Diese Gnade ist im Stein unsrer Kathedralen Zeugnis gegen uns. Da wir sie, verführt durch den Widersacher. Dem Fortschritt geopfert haben, zieht sie GOTT zurück und gibt sie in die Hände der Getreuen. Nur in, mit und durch die hl. Engel, auf dem Boden MARIA und aufschauend zu ihr, kann die Kirche an Haupt und Gliedern neu werden! Zeichenhaft stehen die Ecksäulen als Teil für das Ganze der uns in den hl. Engel vorgegebenen Ordnung der Schöpfung im hl. Kreuz. Sie weisen in ihren Namen auf die Vier wesentlichen Eigenschaften GOTTES, dem Vierbuchstabigen Namen JAHWE. In der Philosophie erkennen wir ihre Auswirkung in den Kardinaltugenden Maß, Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit. Sie erinnern uns an das Geheimnis der Menschwerdung GOTTES in JESUS CHRISTUS. In IHM hat sich der DREIEINIGE GOTT mit der Viergestalt der Schöpfung für immer verbunden.

Die Ecksäule HEILIGE GOTT zeigt sich im Leben und Sterben des SOHNES (FILIUS PATRIS). Diese setzt der HEILIGE GEIST als erste in der Auferstehung JESU. Sie ist nicht zu überrennen, alle täuschende Macht des Bösen wird an ihr zerbrechen: Für sie steht Das Lebende Wesen „Engel“ mit dem hl. Matthäus Im Betrug der Verantwortlichen vom „Gestohlenen Leichnam“ hat GOTT die Scheidung gesetzt bis ans Ende der Zeit. Das Licht wird die Finsternis überwinden. Das Lebewesen Engel/Mensch lässt uns nüchtern erkennen: nur wenn uns in Einheit mit dem hl. Engel neues Licht und neue Kraft zukommt, werden wir den ungleichen Kampf mit den Mächten der Finsternis bestehen.

Die Ecksäule WEISER GOTT ist angedeutet im Letzten Abendmahl. ER wird mit uns bleiben im Sakrament des Altares bis ans Ende der Welt. In den Auferstehungsberichten kommt sie uns besonders bei Lukas entgegen, da der HERR die Jünger zuerst auf dem Weg nach Emmaus und dann noch vor der Himmelfahrt auf die GOTT gewollte Notwendigkeit Seines Leidens hinweist. ER geht mit ihnen wie Einer von ihnen, hier offenbart sich das Lebende Wesen: Stier mit dem hl. Lukas, das in christlicher Sicht als Lamm gedeutet werden muss. (AGNUS DEI).

Der Ecksäule GERECHTER GOTT begegnen wir bei Johannes. Da wir IHM nicht geglaubt haben, nimmt IHN der VATER zu sich für „eine Zeit“ ER wird wieder kommen als Richter der Lebenden und Toten und uns die Einheit von Liebe und Gerechtigkeit erkennen lassen: (REX GLORIAE). Hier steht das Johannes Evangelium mit seiner Adlerschau. Der Adler durchschaut von Oben Alles hin auf GOTT, wie wir es in den Auferstehungsberichten bei ihm erkennen.

Der ALLMACHTIGE GOTT offenbart Seine Ecksäule im Wort des HERRN bei Markus ((DEUS JUDEX): „Neuer Wein braucht Neue Schläuche!“ Diese Ecksäule verschränkt sich mit der vorhergehenden. Sie trägt das Wort der GO: „ICH mache Alles neu!“ GOTTES Gerechtigkeit muss endlich triumphieren. Sie bereitet die GOTTESstadt noch auf Erden als „Stadt auf dem Berge“, „Licht auf dem Leuchter“

Die beiden letzten bilden wie das Tor, durch das die Schöpfung eingehen in den DREIEINIGEN GOTT. Die Gerechtigkeit GOTTES hat in Erbarmen auf den letzten Menschen gewartet, sie spricht in Allmacht ihr gerechtes Urteil. Sie wird die Neuordnung Himmels und der Erde für alle Ewigkeit festlegen.So ist die Kirche schon in ihrem Anfang durch das KREUZ dem VIERBUCHSTABIGEN NAMEN GOTTES zugeordnet: sie darf im KREUZ über den SOHN, Sein irdisches Abbild sein. In dieser Viererstruktur spiegeln sich die viermal drei Mächte der Kirche, die diesen Signa zugeordnet sind. Deutlich erkennen wir schon in der Apostelgeschichte, wie sich die Kirche gegen alle Widerstände von Innen und Außen in Macht aufbaut, um schon auf Erden die Große Leuchte zu sein für Alle, die das Licht suchen!

 

Ecksäulen in der Apostelgeschichte

Die Gegenwart des H E I L I G E N GOTTES erkennen wir schon im ersten Abschnitt, Apg 1, 1 - 3, im Zeugnis über das Leben JESU, wie es uns im Evangelium gegeben wird und wie es am Anfang der Apg. kurz zusammengefaßt wird. Nur durch den SOHN können wir vor GOTT heilig werden. Diese Heiligkeit aber müssen wir uns «aneignen» durch ein Leben der Nachfolge: SEIN LEBEN muss unser Leben werden, wir müssen (Adoptiv) Söhne im SOHNE werden. Dazu will uns im Chor der Mächte besonders die Gruppe der Mächte der Kirche[17] verhelfen, die die drei liturgischen Zeiten des Kirchenjahres tragen. Jahr für Jahr führen sie uns tiefer in das LEBEN JESU in der Kirche ein! Sie sind dem Signum: «FILIUS PATRIS» (SOHN des VATERS) zugeordnet, denn sie fassen das Leben JESU auf Erden zusammen. Es sind die drei Engel:

der Zeit des Advent und der Weihnacht,

der Zeit der Fasten, der Passion und Ostern,

der Zeit von Pfingsten und der Pfingstauswirkung.

Auch wenn wir nicht um ihre Namen wissen, wir erfahren ihr Wirken jedes Jahr neu in de liturgischen Zeiten. Sie setzen das Leben JESU in der Kirche gegenwärtig bis zum Letzten Tag. Welche geistige Strahlung in ihnen wirkt, beweisen die Feste der Kirche, die oft sogar die Fernsten noch herbeilocken, auch wenn sie sich ganz hinten verstecken. Wo Feste nur noch für die arbeitsfreien Tage stehen, müssen sie notwendig verschwinden. Nicht wenige sind schon gefallen, besonders die doppelten Feiertage. Der Arbeitsstress hat sie überrannt, andere „Feste“ sind an ihre Stelle getreten, um die Lücke zu schließen.

Die Gegenwart des W E I S E N GOTTES spiegelt sich in 1,4f, der HERR bleibt gegenwärtig in Seiner Kirche:

durch die Hlst. Eucharistie,

durch die Einsetzung des Priestertums,

durch MARIA.

Darum wird das Signum «L A M M E S GOTTES getragen von den drei Mächten, die stehen

für das Priestertum,

für die Struktur der Kirche, wie sie durch die Hierarchie verkörpert wird,

für MARIA als Fundament der Kirche.

Die Gegenwart des G E R E C H T E N GOTTES spiegelt sich in 1,6-11 wieder dreifach:

Im Hinweis auf Jerusalem, wo sie auf die Verheißung des GEISTES warten sollen. Von dort sollen sie ausgehen, um Zeugnis zu geben über die ganze Erde hin! Im engeren Sinne ist der Tempel gemeint, wo die Kirche versucht den Alten Bund aufzunehmen. Hier hat Jahweh, da ER unter Salomon einzog, Seine Herrlichkeit kundgetan. Auch wenn er, um der Sünde der Untreue willen, dreimal geschleift wird. Er bleibt der HEILIGE ORT, den der VATER gesetzt hat. Jetzt ist er vom Tempel der Moslem zugedeckt, den Juden bleibende Mahnung zur Umkehr. Für die Christen ist es seit seiner ersten Zerstörung durch die Römer die Grabkirche der heilige Ort geworden. In Seiner Wiederkunft wird der HERR dort vor aller Augen den Widersacher in der Kraft Seines Wortes schlagen, da er versucht, sich gerade dort als Messias auszugeben. Im «Entzug» des HERRN durch die Himmelfahrt hat das Gericht über die Juden begonnen. Seither ist Jerusalem Streitapfel der drei Großen Religionen. Doch der Engel weist bei Lukas gelegentlich der Himmelfahrt, die Jünger darauf hin, dass der HERR wiederkommen wird, wie ER jetzt aufgefahren ist: in offenbarer MACHT UND HERRLICHKEIT! (vgl.auch Jo 16,8ff).

im Hinweis des Auferstandenen, dass es ihnen nicht zusteht, die «Zeit der Wiederherstellung des Reiches» zu wissen. Sie ist dem VATER vorbehalten.

Im Aufbau der Kirche nicht nur nach der Ordnung der Ecksäulen: zuerst die des HEILIGEN GOTTES, dann die des Weisen GOTTES. dann die des Gerechten und zuletzt des ALLMÄCHTIGEN GOTTES. Dann aber auch in der sich im GEIST fügenden Ordnung der kirchlichen Hierarchie und ihrer Aufgaben. Zuerst müssen die Apostel um MARIA zueinander finden, Matthias wird an den leeren Platz Judas gerufen, dann müssen in der Ernennung der Diakone die verschiedenen Dienste geordnet, dann die Sendung der ersten Sendlinge hinaus bestimmt werden – alles in der Gemeinsamkeit der Liebe, die der HERR ihnen gewiesen hat. Hier ist ein erster Ansatz für die Stände der Kirche, wie sie heute verloren ist und nur noch als leere Tradition im Maibaum, der früher für diese Ordnung stand, erinnert wird.

Wir erinnern, dass die letzten zwei Gruppen der Mächte sich verschränken: Der Richtende GOTT wird eins mit dem Allmächtigen im Zeichen des:«REX GLORIAE» = KÖNIGS DER HERRLICHKEIT

Zugeordnet sind:

Der Engel der Wandlung - nicht die Zeit zu wissen ist wichtig, sondern dass wir alle Zeit nützen zu unserer Wandlung hinein in den HERRN!

Der Engel der inneren Struktur der Kirche durch das Kreuz, durch das sie allein Zeugnis geben können in der Verkündigung!

Der Engel der Sakramente trägt die lebendige Nahrung der Kirche im HEILIGEN GEIST, durch die die Kirche immer mehr in ihren HERRN eingewandelt wird. In den Sakramenten ist der Kirche die bleibende Gegenwart des HERRN gesichert. Auch wenn ER nach der Himmelfahrt zur Rechten des VATERS thront, im Geheimnis Seiner Menschwerdung ist ER in ihr gegenwärtig bis ans Ende der Welt!

Die Gegenwart des A L L M A C H T I G E N GOTTES spiegelt sich im letzten Abschnitt 1, 12ff,

wo von der Rückkehr der Jünger in den Abendmahlsaal, von ihrem einmütigen Gebet und der Gegenwart der Mutter GOTTES und der Frauen unter ihnen berichtet wird.

Hier zeichnen die hl. Engel der Liturgie ab: „ihrer Räume, Zeiten, Stände“.

Über ihnen steht das Signum «DEUS JUDEX» (GOTT der RICHTER) mit den drei Mächten:

Dem Engel der Heiligen Orte: wie sehr ist das Obergemach, in dem sie weilen durch das Abendmahl des HERRN geheiligt!

Es ist der Engel der heiligen (liturgischen) Zeiten - Ostern ist die Mitte aller liturgischen Zeiten!

Es ist der Engel der Stände, der Ordnung der Menschen in der Kirche und durch die Kirche, dass sich auch im weltlichen Bereich wie im Mittelalter die Heilige Ordnung der Kirche spiegle. Wesentliches Kennzeichen dieser Ordnung ist die Ausrichtung aller Stände, alles Zueinander und Miteinander der Menschen auf die eine Mitte: JESUS CHRISTUS, den ERLÖSER!

Nur in IHM kann die Kirche immer mehr Abbild des DREIEINIGEN GOTTES werden, nur in IHM ihre Sendung im Kreuz über die Erde hin beginnen, um sie endlich über die Zwölf Tore heimzubringen Wo die Ordnung nur von Außen verstanden wird, kommt sie unserer Schwäche entgegen und steht in Gefahr, von ihr hinunter gezogen zu werden. Sie wird Buchstabe, leere Form, löst sich auf. GOTT muss sie mit der Hilfe der hl. Engel und der Getreuen neu aufbauen! Die hl. Engeln sichern das Geheimnis: Kirche als Verheißung Ewigen Lebens schon hier auf Erden. Hier beginnt deswegen auch ihr Gericht über uns! Nicht nur den LEIB DES HERRN UND SEIN BLUT gilt es von der gewöhnlichen Nahrung zu unterscheiden. Die Kirche steht für die Gegenwart GOTTES unter uns, wie sie in der Menschwerdung des WORTES gesetzt wurde. Sie ist Angeld des Himmels auf Erde, des wieder geschenkten „Paradieses“. So wie der hl. Schutzengel den einzelnen Christen leitet, so soll er auch nach Außen in einem abgegrenzten Raum beschützt aufwachsen.

(4x3).[18]

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Die Wahl des Apostels Matthias (Apg 1,15-26)

Auch in der folgenden Perikope von der Wahl des Apostels Matthias wird hingewiesen auf den Aufbau des Reiches GOTTES, wie er in der Hierarchie der hl. Engel vorgebildet ist. Die Zahl Zwö1f ist eine h e i l i g e Zahl - es ist die Zahl der Bestimmung der Kirche in ihrer Vollendung im Himmlischen Jerusalem mit seinen zwölf Toren, auf die geheimnisvoll schon die 12 Stämme Israels zugehen - darum müssen es notwendig 12 Apostel sein, die das Fundament der Kirche bilden.

Dreimal muss diese Zahl in der Heilsgeschichte verwirklicht werden:

in den 12 Stämmen des Auserwählten Volkes;

in den 12 Aposteln, bestimmt durch den HERRN;

in den 12 Toren des NEUEN JERUSALEM, die die Scharen der Erlösten aufnehmen werden.

So erfüllt sich der Plan des Erbarmens GOTTES, dass sich die GOTTebenbildlichkeit im Menschen in dreifaltiger Weise auspräge: hin auf den VATER, den SOHN und den HEILIGEN GEIST. Dieses Ziel ist aber nur zu erreichen auf dem Weg des KREUZES: der Platz des Judas muss neu besetzt werden. Nur in der Annahme des Kreuzes, wie es jetzt auf Matthias fällt, hätte Judas eine Säule der Kirche werden können. Nur im KREUZ ist der Kirche der Sieg verheißen - nur im KREUZ ist GOTT mit ihr! Das Kreuz, das Judas weggeworfen hat, muss von einem aufgenommen werden, der bereit ist, es in seiner ganzen Schwere auf sich zu nehmen.

Nirgends ist bisher den Aposteln so deutlich geworden, wie sehr ihre Berufung in den Kampf zwischen Himmel und Hölle hineingestellt ist, wie im furchtbaren Schicksal des Judas, der seinen eigenen Willen, gegen den Willen GOTTES bis zur letzten Konsequenz, dem Selbstmord, durchgeführt hat in der selben eisigen Konsequenz, wie sich der erstgeschaffene Engel, Luzifer gegen GOTT gestellt hat. Auch für ihn war GOTT nur ein Mittel, um s e i n e Pläne durchzufahren. Als er sah, dass GOTT es anders fügte, ist er nicht zurückgekehrt im Bekenntnis seiner Schuld, sondern hat durch die Tat des Selbstmordes selbst den Schlussstrich unter sein verfehltes Leben gezogen.

Matthias wird auf d e n Platz gerufen, wo sich der Abgrund unter Judas aufgetan hat. Darum ist seine Berufung a n d e r s als die der übrigen Apostel, die eigentlich noch nicht recht wussten, WEM sie nachfolgten, als sie dem HERRN nachgingen. Nicht wenig hat bei jedem von ihnen der Gedanke mitgespielt, dass Er der politische Messias sei, den Israel erwartete, also derselbe Gedanke, der Judas wohl von Anfang an durchdrungen hat und um dessentwillen er gegen alle «bessere Einsicht», drei Jahre mit dem HERRN und den Jüngern ausgeharrt hat. In den Jüngern hat sich die Scheidung langsam und allmählich vollzogen. Matthias steht mit seiner Berufung im Licht der Engelprüfung des Anfangs. Nach Tod und Auferstehung des HERRN war der Traum des politischen Messias «ausgeträumt». Die Jünger müssen hinüber auf die «andere Seite»: Johannes hat diese Entscheidung in ihrer ganzen Tragweite an die eucharistische Rede des HERRN geknüpft: «Wollt auch ihr gehen?» In diesem scheidenden Zeichen steht heute jeder priesterliche Berufung, letztlich auch die der Laien in ihrem allgemeinen Priestertum. Nur als Geopferte in JESUS CHRISTUS werden wir bestehen

Der HERR macht schon hier den Juden deutlich: «Keiner kann zum VATER kommen, wenn der VATER Ihn nicht zieht!» (6,44). Dieses Gezogenwerden im Heiligen GEIST ist Grundbedingung aller Berufung. Im Zeichen des Kreuzes muss aller «Zug nach unten», des Fleisches, des «bloß Menschlichen» wie des Dämonischen, das sich unserer Schwächen bedient, überwunden werden. Nur dann kann der Gerufene immer mehr dem HERRN nachfolgen. Matthias, von dem es heißt, er sei als ein Schweigender der MUTTER GOTTES besonders nahe gewesen, hat sich in der Annahme seiner Berufung ganz und gar auf die MUTTER gestützt und damit auf ihr engelhaftes Ja des Anfanges[19]. Nur so konnte der HEILIGE GEIST ihn über den Abgrund stellen, der sich unter Judas geöffnet hatte. Es wird uns ahnend hier schon ein wenig deutlicher, wie sehr Matthias für die endzeitlichen Berufungen steht, von denen der hl. Ludwig Maria Montfort schon vor dreihundert Jahren gesprochen hat.

Die Heiligen der Letzten Zeit müssen HEILIGE MARIENS sein, wie der hl. Matthias - nur so werden sie den Kampf mit der Hölle bestehen können. Die ENTSCHEIDUNG, die hier von Matthias verlangt wird, kann nur in der Kraft des HEILIGEN GEISTES, durch die Hilfe der Heiligen Engel bestanden werden. Entscheidungen, wie die des Judas und des Matthias bedeuten nicht nur Heil oder Unheil des Einzelnen, sie stehen in einem Geisteskampf, der über das Schicksal zeigen die Polarität des Kreuzes: im „Werde, Komme und Weiche!“, das über jeder Berufung steht.

Solange die Menschheit in einem Raum der Entscheidungslosigkeit lebt, wie ihn die orientalischen Religionen mit der Wiedergeburt anbieten, kann der Engel in seiner Bedeutung nicht sichtbar werden. Wo der Mensch aber des Abgrundes bewusst wird, vor dem er steht, wo er die Entscheidung wie Matthias in aller Nüchternheit und Hellsichtigkeit des Geistes ins trifft, da wird er von selbst nach der ihm im hl. Engel gebotenen Hilfe greifen Diese Hilfe ist für uns CHRISTEN zuerst die HILFE DER CHRISTENHEIT: Die MUTTER DES HERRN und mit ihr sind es ihre Helfer, voran der hl. Schutzengel und mit und durch ihm die Hilfe der Erzengel, der Kämpfer GOTTES, ja aller hl. Engel.

Matthias war seinem Engel als Schweigender in besonderer Weise nahe, darum schaute er nicht nach unten, hin zum Abgrund, der der Teil Judas geworden war, sondern hinauf mit seinem Engel zum HERRN, der ihn im HEILIGEN GEIST an diesen Platz gerufen hat. Seine Berufung wie die des hl. Paulus haben den Ballast menschlicher Anhänglichkeit von sich geworfen. Paulus wurde davon gereinigt auf dem Weg nach Damaskus, selbst wenn der hl. Matthias von Anfang (wie gefordert) beim HERRN war, muss ihn wie Paulus diese Entscheidung tief getroffen haben.

 

Exegese des Textes zu Matthias:

Dass Petrus «aufsteht in der Mitte seiner Brüder und das Wort übernimmt» (1,15), ist ein deutliches Zeichen, wie sehr die Schar der Jünger durch das Gebet in der Führung des GEISTES steht. Auch die Zahlangabe «hundertundzwanzig» hat sicher nicht nur eine konkrete, sondern vor allem auch eine geistige Bedeutung: 10 mal 12: eingeordnet in die Berufung Israels und ausgerichtet auf die GOTTESstadt. Darauf weist auch schon der erste Satz seiner Rede hin: «Der HEILIGE GEIST hat durch David vorausgesagt ... » So wie der HL. GEIST sie zu 120 zusammengefügt hat, so muss jetzt auch ihre Zahl in der 12 wieder voll werden!

Judas ist nicht nur aus der Zahl der Zwölf heraus gefallen, auch die Weise seines Sterbens ist noch ein Hinweis für die Leere, in die er gefallen ist: «da er sich erhängte, brach sein Leib auf und die Eingeweide fielen heraus» (Apg 1,20). Da Judas den HERRN als die EINE MITTE verfehlt hat, hat er, bis in seinen Leib hinein, keine Mitte mehr, er ist nur noch Leere, wie die gefallenen Engel. Dieses GOTTESgericht ist ganz Jerusalem bekannt geworden, so dass man das Stück Feld, das mit mit dem Blutgeld gekauft wurde, «Blutacker» nennt (vgl. 19). Wehe den Berufungen, die mit dem HERRN ihr Spiel treiben. Der Böse hat sie schon überschattet. Petrus, selbst nicht wenig geprüft, kann jetzt dieser schrecklichen Wirklichkeit ins Gesicht sehen: es ist FÜGUNG GOTTES.

So wie sie durch die reine Gnade und Barmherzigkeit GOTTES auf den «Weg des Lebens» gefunden haben, so hat hier einer von ihnen in seiner Unbotmäßigkeit den Weg verfehlt. Sie haben ihre messianischen Träume gelassen und fügen sich dem Wirken des GEISTES! Petrus und die Jünger sind auf dem Wege, Neue Menschen zu werden in JESUS CHRISTUS! Nur dort ist Führung durch den GEIST GOTTES möglich, wo wir Wirklichkeit anerkennen, auch und zuerst die furchtbare Wirklichkeit der Sünde! Im Schlagschatten des Judas muss der Christ festen Stand in dieser von der Sünde zutiefst gezeichneten Welt suchen; nur so kann er Seinem HERRN und GOTT als demütiger Knecht dienen.

Nicht umsonst ist die Erkenntnis des Todes Judas' und der Macht der Hölle, die sich hier offenbart, Mahnung im Anfang, unsere Berufung ernst zu nehmen und sie täglich neu dankend ins Licht des Erbarmens zu stellen. Hier ist, schon vor der Ausgießung des GEISTES am Pfingsttag, die erste GEISTgabe der Erkenntnis am Werk. Petrus darf dafür als Erster vor den Jüngern Zeugnis ablegen. Der HEILIGE GEIST ist dabei, etwas von den Maßen DER HEILSTAT JESU CHRISTI zu offenbaren, die ihnen vorher verschlossen waren. Hier wird uns ein erster Blick auf die GEISTgaben, vermittelt durch die hl. Engel!

In der ersten GEISTgabe sind jeweils in Einem die anderen sechs wie in einem Keim enthalten:

GEISTgabe Erkenntnis: «Die Engel mit den Schalen der Gaben des HL.GEISTES» wandeln das Angesicht der Erde.

In der Sicht auf die tieferen Zusammenhängen, in denen ihre Berufung steht, wird die Gabe der Weisheit offenbar.

Im inneren Anruf, den leeren Platz des Judas zu besetzen, die GEISTgabe des Rates.

In der Sicht auf die Zusammenhänge der Schrift die Gabe der Wissenschaft.

In Anruf, über dem Abgrund fest zu stehen, die Gabe des Starkmutes.

In der Anerkennung des GERICHTES GOTTES über Judas die Gabe der GOTTESfurcht.

Im Beugen vor den Wegen GOTTES die Gabe der Frömmigkeit! (vgl. 1,21-26!)

Erst jetzt, wo es wieder zwölf Apostel sind, ist die Kirche bereit für das Kommen des GEISTES an Pfingsten. Sie hat ihre Vollzahl und Einheit in MARIA durch das Wirken des HEIILIGEN GEISTES gefunden. So ist in ihr nicht nur das Fundament gelegt, sie ist mit und durch MARIA bereit, Thron GOTTES zu werden, dass sich in ihnen wie in Ihr der Heiligste Wille GOTTES erfülle. Die Offenbarung des GEISTES zu Pfingsten tut dies auch nach außen kund..

Hier ist der oberste Engel in der Mitte der vier Ecksäulen «sichtbar», der den Willen GOTTES über Luzifer trägt, auch Thron MARIENS genannt, in dem die vier Ecksäulen im Ring der Anbetung GOTTES zusammenlaufen. Je mehr die Kirche in diesem Willen GOTTES über den Erzfeind fest wird, um so mehr wird sie unangreifbar, auch wenn sie im selben Maße wie ihr HERR immer mehr ans Kreuz kommt. Im Kreuz ist die Verheißung des Sieges! So ist schon in diesem ersten Kapitel offenbar: die KIRCHE muss sich im Kreuz und durch das KREUZ aufbauen, von dem es heißt, dass es als HEILIGSTER WILLE GOTTES in der Mitte der Hölle aufgepflanzt ist: Zeichen der Erlösung für den «verlorensten Sünder», wenn er bereut; Zeichen der ewigen Verdammnis für den, der sich gegen den Willen GOTTES auflehnt wie Luzifer und sein Anhang.

Mit der Wahl des hl. Apostels wird die Kirche im Kreuz verankert, das der HERR in Seinem Abstieg in der Mitte der Hölle aufgerichtet hat. Wo sie dieser Mitte in JESUS CHRISTUS durch den HEILIGEN GEIST treu bleibt, kann sie von den Pforten der Hölle nicht überwunden werden. Hier hat sich an Petrus mit seiner Entscheidung für Matthias das Wort seiner Einsetzung in Mt 16,19 zum ersten Male erfüllt. In seinem Kreuzestod und in dem des hl. Paulus in Rom ist der Grundstein für die HEILIGE KATHOLISCHE KIRCHE gelegt.

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Auferstehung und Apokalypse Eine Hoffnung

 

Wer sollte IHN zuerst sehen, als die Mutter!

Sie hat IHN empfangen vom Himmel

und hat IHN in Schweigen getragen,

in die Welt hineingeboren

und aus der Welt im Blut und Wasser

dem VATER wieder dargebracht.

Wer sonst IHN auch zuerst gesehen,

immer ist es die Mutter,

weil sie unter dem Kreuz

die ganze Welt in sich aufnehmen sollte.

 

Vorüberlegung

Nicht zufällig wird heute auch die Auferstehung des HERRN angezweifelt. Es geht hier um mehr als theologische Spitzfindigkeiten. Wenn der HERR nicht auferstanden ist, dann ist unser Glaube leer (vgl. 1.Kor 15:13 „Wenn es aber keine Auferstehung der Toten gibt, so ist auch Christus nicht auferweckt;), dann gibt es auch weder Gericht noch ewige Seligkeit. Schon hier dürfte deutlich werden, wer hinter diesen Zweifeln steht. “Wer die Auferstehungsberichte mit gläubigem Herzen betrachtet, findet unschwer den Bogen hinüber zur Geheimen Offenbarung, insbesondere zu den umstrittenen „1000 Jahren“ (Kap.20): Verheißung der Königsherrschaft JESU nach vorher gegangener Reinigung schon hier auf Erden, bevor das Ende kommt.

In drei Schritten wollen wir wieder das Thema angehen:

Das Leere Grab ist Gericht und Verheißung zugleich – Gericht für die die nicht glauben, Verheißung: Offb.21:5 „Und der, welcher auf dem Thron saß , sprach: Siehe, ich mache alles neu“ für den, der sich vom Engel weisen lässt.Es ist Begegnung mit GOTT- GEIST: 4:23 „Es kommt aber die Stunde und ist jetzt, da die wahren Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden ; denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter.“ Die Vier Lebenden Wesen werden das Kreuz über die ganze Schöpfung breiten: 6:1 „Und ich sah, als das Lamm eines von den sieben Siegeln öffnete, und hörte eines von den vier lebendigen Wesen wie mit einer Donnerstimme sagen: Komm!“

Dass im Reiche GOTTES Alles mit Allem verbunden ist, mag dem, der auf GOTT schaut, keine Frage sein, doch notwendig fragen wir weiter: „Wie?“, „Wo?“, „Wann? Sollten wir die Frage in diesem Sinne stellen, ist sie schon leichter zu beantworten. Fangen wir in die Mitte mit dem „WO?“ an, dann haben wir den sichersten Ausgangspunkt, so meinen wir…. Es ist ein Versuch wert.

Das „Wo?“ der Auferstehung ist durch die Auferstehungsberichte in den Vier Evangelien klar bestimmt: der HERR steht dort auf, wo man IHN nach der Kreuzigung ins Grab gelegt hat.

Das „Wann?“ ist schon nicht mehr so genau. Es muss am Sonntag sehr früh gewesen sein.

Das „Wie?“ ist am schwierigsten, weil die verschiedenen Berichte keine Berichte von Augenzeugen sind.

So wie die Wachen vor dem Grab fast vor Schrecken gestorben wären, so wäre es für die Frauen, schon durchgerüttelt durch das Mitleiden in der Passion, genau das Zuviel geworden, das sie umgeworfen hätte. Schon die Erscheinung des hl. Engels warf sie um: sie standen plötzlich vor etwas, das ihnen fremd war. Es war nicht nur Leere, sie öffnete die Enge des Grabes hinein in die Weite des Himmels. Sie verloren den Boden unter den Füßen. Kein Wunder, dass sie den Auftrag, den der hl. Engel ihnen mitteilte, überhörten und vor Schrecken davon liefen.

Schon hier berühren wir etwas von der Erfahrung Johannes in der Grotte von Patmos, die aufbrach, dass noch heute die Spalten an Decke und Boden zu erkennen ist. Musste es dort nicht ähnlich sein, da bildlich die Enge menschlichen Erfahrens aufgerissen wurde in Dimensionen von Raum um Zeit, die sie auslöschten. Freilich Keiner, wenn man so sagen darf, war besser bereitet als dieser Apostel, der wie ein Kind an der Brust des HERRN gelegen, unter dem Kreuz ausgehalten, in Ephesus mit der MUTTER war und nun als mehr als Hundertjähriger auf dieser Insel gefangen lebte und seiner Verurteilung nüchtern ins Auge sah. Hier wurde die Erschütterung der drei Stunden unter dem Kreuz gegenwärtig gesetzt, darum erstreckt sich das Geschehen der GO auch über die ganze Geschichte der Kirche. Die Erfahrung des Kreuzes ist der Schlüssel hinein in die Herrlichkeit GOTTES. Nur der Mensch, der am Kreuz vorbeigeht und doch etwas vom Licht GOTTES greifen will, ist versucht, die beiden Pole auseinander zu nehmen. Doch das Kreuz wird ihn dann auch erschlagen. Wo es nicht den Menschen umgeformt hat, fällt es notwendig von Außen auf ihn, das sehen wir in Judas.

Halten wir hier diese erste Einheit von Tod JESU und Auferstehung JESU fest. Sie ist menschlich weder von der einen noch der anderen Seite zu fassen. Sie ist das Maß, nach dem GOTT den Menschen geschaffen, dieses Maß muss je einmalig erfüllt werden. In ihm wird der Mensch heil, heilig, des Himmels fähig im HEILIGEN GEIST. Weder mit den Sinnen, noch dem Gemüt, noch im Geist kann es der Mensch aufnehmen, GOTT muss es an ihm tun, wie ER es an MARIA in Seinem SOHNE getan hat. Es sprengt nicht nur jede selbst gefügte Frömmigkeit, es stellt den Menschen mitten im Leben an die Todesgrenze, vor der er notwendig zurück schaudert. Nur in der lösenden und heilenden Gnade des GEISTES, wie sie MAR
IA vermittelt, fanden die Frauen, voran M. Magdalena in der Katastrophe des Kreuzes wieder Boden unter den Füßen.

Auch dies soll uns in der Betrachtung von Tod/Auferstehung aufleuchten. ER hat nicht nur um der Rettung der Menschen willen Seinen SOHN den Mördern ausgeliefert, ER lässt uns nicht weniger unvermittelt erfahren, dass nur so der Himmel, der durch die Sünde des Menschen verschlossen war, aufgerissen werden kann. Erbarmend hilft ER denen auf, die durchgehalten haben und wahrlich am Ende ihrer Kräfte sind, die Kraft, dieses Ungeheuren durchzustehen und ihr Ja zu sprechen, wie es MARIA unter dem Kreuz für uns Alle getan hat.

 

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Die Entscheidung für oder gegen GOTT in der GO

Im Licht der Gegensätzlichkeit „Matthias – Judas“ will die GO schon in ihrem ersten Vers, der die Berufung Johannes als Seher bringt, verstanden sein. Wo immer uns GOTT gerufen hat, wohin ER uns auch gestellt hat, sind wir in diese Gegensätzlichkeit hinein gestellt, in der sich unser Schicksal entscheidet. In der GO wird dieser Ruf durch Johannes Anruf an jeden Einzelnen von uns, ob wir uns ihm stellen oder nicht. GOTT lässt ihn durch Johannes gegenwärtig setzen über Zeit und jedem Ort, besonders aber jetzt, wo ER auf die Reinigung der Kirche drängt. ER ruft seine Himmlischen Heerscharen, die Antwort des Menschen zu erzwingen.

Offb 1:1 „Offenbarung Jesu Christi, die Gott ihm gegeben hat, damit er seinen Knechten zeigt, was bald geschehen muß; und er hat es durch seinen Engel, den er sandte, seinem Knecht Johannes gezeigt.. 2 Dieser hat das Wort Gottes und das Zeugnis Jesu Christi bezeugt: alles, was er geschaut hat. 3 Selig, wer diese prophetischen Worte vorliest und wer sie hört und wer sich an das hält, was geschrieben ist; denn die Zeit ist nahe“.

Auch für Johannes setzt dieser Anruf die oben angedeutete Polarität im Zeichen von „Werde, Weiche und Komme!“ gegenwärtig, jetzt steht das „Weiche!“ nach vorne. Erst wer sich ihm in der verfügten Reinigung stellt, wird das „Komme!“ erfahren. 1,7 Siehe, ER kommt mit den Wolken, und jedes Auge wird ihn sehen, auch alle, die ihn durchbohrt haben; und alle Völker der Erde werden seinetwegen jammern und klagen. Ja, Amen. 8 Ich bin das Alpha und das Omega, spricht Gott, der Herr, der ist und der war und der kommt, der Herrscher über die ganze Schöpfung.

Wo sich der Mensch seiner Errungenschaften rühmt und meint, er werde mit der Zeit HERR der ganzen Welt werden, wird ER schon in der Reinigung hinein gestellt in die gewaltigen Zusammenhänge der Heilsgeschichte, die auf einen Endpunkt zugeht, ohne schon das Ende der Schöpfung selbst zu bringen. Ob der Einzelne, ob eine Gemeinschaft, ob die Kirche, die Menschheit, sie müssen dieser Entscheidung stehen oder fallen. Es gibt keine Möglichkeit mehr ihr auszuweichen. Der Feind selbst, der seine letzten Mittel einsetzt, zwingt uns zum: „Ja oder Nein!“

DER HEILIGE GOTT ist ein Anderer als der unseres Humanismus, der alle Gegensätzlichkeit, an der wir wachsen sollten, einzuebnen versucht. Wie Nebel im Sonnenschein schwindet die Überheblichkeit des Menschen, die IHN nach eigenem Bild umzubilden versuchte!

4 „Sein Haupt und seine Haare waren weiß wie weiße Wolle, leuchtend weiß wie Schnee, und seine Augen wie Feuerflammen; 15 seine Beine glänzten wie Golderz, das im Schmelzofen glüht, und seine Stimme war wie das Rauschen von Wassermassen.16 In seiner Rechten hielt er sieben Sterne, und aus seinem Mund kam ein scharfes, zweischneidiges Schwert, sein Gesicht leuchtete wie die machtvoll strahlende Sonne“.

Dass es um Leben oder Tod geht, wird im folgenden Zitat unterstrichen:

1,17 „Als ich ihn sah, fiel ich wie tot vor seinen Füßen nieder. Er aber legte seine rechte Hand auf mich und sagte: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte, 18 und der Lebendige. Ich war tot, doch nun lebe ich in alle Ewigkeit, und ich habe die Schlüssel zum Tod und zur Unterwelt.“

Wenn wir versucht haben, uns eine Welt ohne GOTT zu bauen, wie es immer offenbarer wird, dann werden wir vor dem Lebendigen GOTT vor Schrecken wie tot niederfallen. In einem Augenblick werden uns alle unsere Sünden bewusst Nur wer seinen Glauben im Angesicht der über uns stehenden Reinigung gelebt hat, wird hier bestehen. Selbst Johannes ist „wie tot“, doch GOTTES rechte Hand hebt ihn wieder auf. Die in Garabandal verheißene Gnade, dass wir uns im Höhepunkt der Bedrängnis für einen Augenblick vor GOTTES persönlichem Gericht erkennen dürfen, wird nicht Wenigen, die nicht bereitet sind, den Tod bringen. Das böse Spiel, das wir bis in die Kirche hinein mit Seinem Wort und den Sakramenten getrieben haben, wird offenbar und erschlägt uns. Nicht umsonst hat der HERR das Werk der hl. Engel gerufen, um zuerst die Priester in ihrer Verantwortung anzurufen. Ist nicht dort wo die Welt uns rücksichtslos und übertreibend die Makse vom Gesicht gerissen hat, schon Sein Gericht zu erkennen ?

1 Pt 4,17 Denn jetzt ist die Zeit, in der das Gericht beim Haus Gottes beginnt; wenn es aber bei uns anfängt, wie wird dann das Ende derer sein, die dem Evangelium Gottes nicht gehorchen?18 Und wenn der Gerechte kaum gerettet wird, wo wird man dann die Frevler und Sünder finden? 19 Darum sollen alle, die nach dem Willen Gottes leiden müssen, Gutes tun und dadurch ihr Leben dem treuen Schöpfer anbefehlen.

Schon hier am Anfang der GO stehen wir vor dem LEEREN GRAB, das wir in den Texten zur Auferstehung als Erstes betrachtet haben. Auch wenn wir meinten, „GOTT sei tot!“, hier steht ER vor uns in MACHT und HERRLICHKEIT! Die Frauen im Grab haben im hl. Engel, dem sie begegneten, etwas von Seiner Herrlichkeit erfahren. Markus stellt nüchtern fest: sie flohen entsetzt!

Solches Entsetzen fällt über die Menschheit, wenn der HERR zum Gericht aufsteht. Hier passt das letzte Wort an die letzte des Sieben Gemeinden:

Offb 3,19 Wen ich liebe, den weise ich zurecht und nehme ihn in Zucht. Mach also Ernst, und kehr um! 20 Ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wer meine Stimme hört und die Tür öffnet, bei dem werde ich eintreten, und wir werden Mahl halten, ich mit ihm und er mit mir. 21 Wer siegt, der darf mit mir auf meinem Thron sitzen, so wie auch ich gesiegt habe und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe. 22 Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt.“

Es lohnt sich in diesem Licht die „Briefe“ an die Gemeinden in Asien durch zu betrachten. Sie sind insbesonders gerichtet an die Kirche, wie wir sie heute erleben. Sie muss neu werden im Blick auf den HERRN, der Sich in Seiner Anrede an sie siebenfach wandelt im HEILIGEN GEIST!

 

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Das Reich GOTTES ist in eurer Mitte!

GOTTESfurcht erst öffnet den Weg zur Begegnung, wie sie den Frauen und Johannes nach dem ersten Erschrecken zuteil wird. Der HEILIGE GEIST, verborgen wirkend, sammelt die Zerstreuten auf die ENE MITTE GOTT. Das Kreuz selbst ist diese Mitte. Gott opfert nicht nur Seinen SOHN, ER ist als der DREIEINIGE Der, Der in Ewiger Hingabe lebt, das ist Sein Ewiges: „Stirb und Werde!“. Diese Hingabe sollen wir in der Nachfolge Seines SOHNES lernen. Auf diese Mitte weist uns der HERR schon mit seinen Worten:

«verleugne dich selbst“;

nimm dein Kreuz auf dich;

und folge MIR nach!“

Markus steht für die Herausforderung des Kreuzes, uns der Allmacht GOTTES anzuvertrauen.

Auf den Weg zum Kreuz will uns das Evangelium des hl. Lukas führen (Weisheit).

Matthäus zeigt uns mehr das Kreuz als die innerste Struktur der Kirche (Heiligkeit).

Johannes lässt uns die unbegreifliche Gerechtigkeit des Kreuzes erkennen. „Kreuz, du einzige Hoffnung!

Immer ist in dieser vierfachen Weise die Ordnung des Kreuzes eine Ordnung der Liebe und damit eine Ordnung der Mitte, auf die alle Wege hinfuhren müssen. Das KREUZ ist der Kristall, den die Liebe GOTTES in die «Lauge» der Menschheit wirft, damit sie sich an dieser Ordnung kristallisiere. «Gläsernes Meer» nennt sie sie die Offb 4,5; 5,2 im Hinweis auf die Hierarchie der hl. Engel. Sie haben in der Prüfung am Anfang ihren Platz bei GOTT gefunden. Mit ihrer Hilfe werden auch wir ihn in dieser Endprüfung finden. Nicht zufällig wird diese Mitte am Kreuz in der Herzwunde des HERRN offenbar. Ohne sie wäre das Kreuz nur Marterwerkzeug, so wird es mit seinem vier Armen Anruf zur Heimkehr in die LIEBE GOTTES. Schon die Erfahrung des Leeren Grabes braucht in Annahme, im Aufnehmen, in der Verkündigung, die Hilfe des HEILIGEN GEISTES, der geheimnisvoll bei der Durchbohrung aus Seinem Herzen hervorgetreten ist, um Seine Erlösertätigkeit im Namen des SOHNES und im Auftrag des VATERS zu übernehmen.

Es sind drei Stationen, die im HEILIGEN GEIST zu durchschreiten sind, um dem DREIEINIGEN GOTT zu stehen:

Das Leere Grabe, wo wir am meisten der Unbegreiflichkeit der Wege GOTTES begegnen;

Der Anruf des hl. Engels, der ihnen im Blick auf die Menschwerdung des SOHNES das Dunkel des Grabes aufzuhellen versucht.

Die Verkündigung, die sie nur im HEILIGEN GEIST in Einheit mit den hl. Engeln, die hier vermitteln, auf sich nehmen können.

Schauen wir demütig für einen Augenblick auf uns zurück, die wir über das Leere Grab blicken auf die GO. Nüchtern muss uns aufgehen, es gibt da von der Leere des Grabes hin zum Gewaltbild der Apokalypse, wie es Johannes aufzeichnet, nur dann einen Weg, wenn wir in der Kraft des GEISTES zuerst die Leere des Grabes ertragen. Sie wird uns erschlagen, allen Mut wegnehmen, dass wir lieber ins alltägliche Leben zu unseren Aufgaben zurückkehren wie Petrus am See Tiberias: „Gehen wir fischen!“, um die Zumutung der Leere zu vergessen. Wenn es irgendwo und bei Irgendwem noch weitergeht, so kann dies nur der HEILIGE GEIST wirken.

Wer heute das Schlagwort des anglikanischen Bischofs „GOTT ist tot“ nicht nur als eine gescheite Phrase nimmt, sondern versucht, dahinter zu schauen, wird nach einigem Überlegen und Beten zugeben müssen: genau dies mutet uns GOTT in dieser Zeit zu. Das Bild vom Leeren Grab, muss wie ein brennender Pfeil in unserem Herzen stecken. Dass dies nur Wenige aushalten, wird durch den immer schnelleren Abfall im Glauben greifbar. An der Leere des Grabes müssen sich die Geister scheiden: alle billigen und nur „frommen“ Lösungen von Gestern, fallen wie die Blätter im Herbst. Es bleibt der leere Baum, das nackte Kreuz ohne Korpus.Wenn wir auf die GO schauen bekommen wir eine ähnliche Antwort: Johannes ist in die leere Höhle auf der Insel Patmos verbannt. In der Führung des GEISTES hat er dorthin mit seinem bewachenden Begleiter den Weg gefunden. Die Maße der Höhle hier und dort, dürften einander nahe kommen, doch dies ist hier nicht die Frage. Schauen wir das dreifache Zeichen der „Höhle“!

in Bethlehem, bereit für die Geburt des HERRN

nahe Golgotha als Grab eines Vornehmen unter den Juden,

als Offenbarungsstätte für Johannes in Patmos.

Halten wir diese drei Bedeutungen im Auge. Sie ergänzen und durchdringen einander, weisen hin auf Geburt in Verborgenheit und Geborgenheit wie im Schoß der Erde, wie aus ihm. Und doch greifen sie hinaus bis über die Sterne.

Text zum Grab[20]Im Grab öffnet sich in der Auferstehung JESU die Erde hinauf in die unsichtbare und doch zeichenhaft gegenwärtige Welt des Jenseits, hier ist wahrhaft Ort der Begegnung im Frieden GOTTES, die dreifache Schöpfung: Erde, Mensch und Engel treffen sich im WORT GOTTES, der unsertwillen Fleisch angenommen und damit auch die stumme Schöpfung aufgenommen hat. Es ist wie ein gegenseitiges Sich Bergen und Schützen vor allem harten Zugriff der Welt draußen, die in der Suche nach dem Einen Weg, sich zu verwirklichen, diesen stillen Anruf zur Einkehr, ja Heimkehr, überhört. Hier ist wahrhaft in aller Armut des Geistes ein Stück des Paradieses zurück gewonnen. Das spüren sogar die Suchenden, die Draußen bleiben an Weihnacht und doch von diesem warmen Licht unwiderstehlich angezogen sind. [21]

Die Fülle des Heiles, die uns der HERR gebracht hat, ist in dieser DREIFACHEN GEBURT wie in einem leuchtenden Kristall gefasst, der nicht nur die verborgene Schönheit der drei Schöpfungsteile widerspiegelt, sondern gegenwärtig setzt. Hier ist Verkündigung ohne Worte aus der Tiefe des Schweigens in der sich diese drei so verschiedenen Welten zueinander neigen. In letzter Gewalt und zugleich Schönheit soll im Schweigen des Himmels vor der Siebenten Posaune das Bild der Sonnenumkleideten FRAU aufleuchten, die in Schmerzen gebiert. Hier mag dem Einfältigen eingehen, dass aller Schmerz der Geburt nichts ist als stilles Angeld der verheißenen Geburt im „Siehe, ICH mache Alles neu!“ Kreuz, Auferstehung und Himmelfahrt schmelzen in eins! Doch immer heißt es,: die Enge Pforte des Kreuzes zu durchstehen, wie sie schon in der Öffnung der Siegel im 6. Kapitel der GO geschildert wird. Auch hier ist von Höhlen gesprochen, in die sich die Menschen vor dem Zorn GOTTES flüchten wollen. Da sie sich der Geburt im HERRN verweigert haben, gibt es für sie keine Zuflucht mehr. In Ewigkeit werden sie versuchen vor IHM zu fliehen, das ist ihre Hölle!

Offb 6:1 „Dann sah ich: Das Lamm öffnete das erste der sieben Siegel; und ich hörte das erste der vier Lebewesen wie mit Donnerstimme rufen: Komm!“ Schon in diesem ersten „Komm!“ Wird deutlich wo der Engel im Anfang und der Mensch, von ihm verführt, gefehlt haben: im Hören, im Horchen im Gehorchen auf das Wort GOTTES. GOTTES Erbarmen hat den SOHN hingegeben als Lösegeld, in IHM allein gibt es ein Entrinnen vor dem Zorn GOTTES, der schon hier in den Siegeln zusammenfassend offenbar wird. Der HERR tritt aus der Ohnmacht Seiner Erniedrigung bis zum BROT heraus als Sieger auf Weißen Ross, wie am Ende der GO, da ER mit den Seinen diesen Sieg vollendet. Das Kreuz liegt über der Schöpfung in der Polarität von Heil oder Untergang.

„6,2 Da sah ich ein weißes Pferd; und der, der auf ihm saß, hatte einen Bogen. Ein Kranz wurde ihm gegeben, und als Sieger zog er aus, um zu siegen.“ Die Plagen werden in den folgenden Siegeln angedeutet. Die Freiheit die wir heute, angestachelt vom Feind für uns und gegen GOTT nützen, gibt dem Gegner GOTTES über den Menschen ungeahnte Macht, er nützt sie kraft der Technik, um sich als HERR auch über GOTT aufzuschwingen erkennen. Im schon jetzt offenbaren Gericht (siehe Japan!) schlägt, was wir als unser Heil priesen, zerstören als Unheil auf uns zurück. Eine Katastrophe, ein Krieg löst den anderen ab. Der vom Antichristen verheißene Frieden, letzte gewaltsame Täuschung, bringt das Ende allen Friedens und doch endlich Befreiung von aller babylonischen Gefangenschaft.

Offb 6,3 „Als das Lamm das zweite Siegel öffnete, hörte ich das zweite Lebewesen rufen: Komm!

4 Da erschien ein anderes Pferd; das war feuerrot. Und der, der auf ihm saß, wurde ermächtigt, der Erde den Frieden zu nehmen, damit die Menschen sich gegenseitig abschlachteten. Und es wurde ihm ein großes Schwert gegeben. 5 Als das Lamm das dritte Siegel öffnete, hörte ich das dritte Lebewesen rufen: Komm! Da sah ich ein schwarzes Pferd; und der, der auf ihm saß, hielt in der Hand eine Waage. 6 Inmitten der vier Lebewesen hörte ich etwas wie eine Stimme sagen: Ein Maß Weizen für einen Denar und drei Maß Gerste für einen Denar. Aber dem Öl und dem Wein füge keinen Schaden zu!“

Es braucht nicht mehr viel, dann wird die aufgeblähte Weltwirtschaft zusammen brechen, das Hungertuch über die Erde breiten und letzter Gewaltherrschaft vom Osten her Tür und Tor öffnen.

6,7 „Als das Lamm das vierte Siegel öffnete, hörte ich die Stimme des vierten Lebewesens rufen: Komm! 8 Da sah ich ein fahles Pferd; und der, der auf ihm saß, heißt « der Tod »; und die Unterwelt zog hinter ihm her. Und ihnen wurde die Macht gegeben über ein Viertel der Erde, Macht, zu töten durch Schwert, Hunger und Tod und durch die Tiere der Erde.“

„Der Lügner von Anfang an“, der uns ewiges Leben auf Erden verspricht, bringt denen, die in seine Netze geraten, den Ewigen Tod. Nicht er hat das letzte Wort, sondern GOTTES Getreue!“ Offb 6,9 „Als das Lamm das fünfte Siegel öffnete, sah ich unter dem Altar die Seelen aller, die hingeschlachtet worden waren wegen des Wortes Gottes und wegen des Zeugnisses, das sie abgelegt hatten. 10 Sie riefen mit lauter Stimme: Wie lange zögerst du noch, Herr, du Heiliger und Wahrhaftiger, Gericht zu halten und unser Blut an den Bewohnern der Erde zu rächen? 11 Da wurde jedem von ihnen ein weißes Gewand gegeben; und ihnen wurde gesagt, sie sollten noch kurze Zeit warten, bis die volle Zahl erreicht sei durch den Tod ihrer Mitknechte und Brüder, die noch sterben müssten wie sie.“

Hier wird uns ins Gedächtnis gerufen, was wir in unserer Blindheit selbst als Christen nie ins Auge gefasst haben: dass die dreifaltige Schöpfung eins ist. Darum ist der Christ nicht nur für seinen Mitbruder verantwortlich, sondern auch für die stumme Schöpfung die er in Raffgier für seine Zwecke ausbeutet. Sie steht schon heute auf in nicht mehr endenden Katastrophe, die keine menschliche Hand mehr in die Grenzen weisen kann, hinter ihnen stehen die hl. Engel des Zornes GOTTES. Das folgende Bild will uns etwas vom Schrecken über das Leere Grab in Erinnerung rufen. Für den Glaubenden öffnet es sich nach Oben, für den Ungläubigen ist es Finsternis, die ihn in die Tiefe reißt, aus der es keine Rückkehr gibt.

6,12 „Und ich sah: Das Lamm öffnete das sechste Siegel. Da entstand ein gewaltiges Beben. Die Sonne wurde schwarz wie ein Trauergewand, und der ganze Mond wurde wie Blut. 13 Die Sterne des Himmels fielen herab auf die Erde, wie wenn ein Feigenbaum seine Früchte abwirft, wenn ein heftiger Sturm ihn schüttelt. 14 Der Himmel verschwand wie eine Buchrolle, die man zusammenrollt, und alle Berge und Inseln wurden von ihrer Stelle weggerückt. 15 Und die Könige der Erde, die Großen und die Heerführer, die Reichen und die Mächtigen, alle Sklaven und alle Freien verbargen sich in den Höhlen und Felsen der Berge. 16 Sie sagten zu den Bergen und Felsen: Fallt auf uns und verbergt uns vor dem Blick dessen, der auf dem Thron sitzt, und vor dem Zorn des Lammes; 17 denn der große Tag ihres Zorns ist gekommen. Wer kann da bestehen?“

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DAS LEERE GRAB: GERICHT UND VERHEISSUNG

Der Bogen vom Auferstehungsbericht über das Leere Grab zur Apokalypse

Das leere Grab in der Sicht Ezechiels (37, 1-14)

37,11 „Und er sprach zu mir: Menschensohn, diese Gebeine, sie sind das ganze Haus Israel. Siehe, sie sagen: Unsere Gebeine sind vertrocknet, und unsere Hoffnung ist verloren; es ist aus mit uns . 12 Darum weissage und sprich zu ihnen: So spricht der Herr, HERR: Siehe, ich öffne eure Gräber und lasse euch aus euren Gräbern heraufkommen als mein Volk und bringe euch ins Land Israel . 13 Und ihr werdet erkennen, daß ich der HERR bin, wenn ich eure Gräber öffne und euch aus euren Gräbern heraufkommen lasse als mein Volk. 14 Und ich gebe meinen Geist in euch , daß ihr lebt, und werde euch in euer Land setzen. Und ihr werdet erkennen, daß ich, der HERR, geredet und es getan habe , spricht der HERR .(Ez 37)

Versuchen wir den jetzt gegliederten Text noch einmal durchzugehen!

A) In sieben Abschnitten: Sie weist darauf hin, dass der HEILIGE GEIST hier am Werk ist°

I. Das Kommen zum Grab mit wohl-

riechenden Ölen

IHM entgegen, Bestimmung der Zeit: sehr früh

Am Sabbat, erster Tag der Woche: Ein Neues beginnt

Die getreuen Frauen: M. Magdalena, die am Kreuz ausgehalten haben

II. Hindernis, das bedrückt

Menschliche Sorgen

„Wer wird ihn weg wälzen?“

Er ist schon weggewälzt

III. Sie sind nicht die Ersten

Der Engel erwartet sie

Sein Aussehen

Furcht vor ihm

IV. Anrede des Engels

„Er ist nicht hier, ER ist auferstanden!“

„Fürchtet euch nicht“

Wo ist ER?

V. Er weist sie zurecht

Was sucht ihr IHN unter den Toten?

Seht die Stelle, wo ER gelegen

Sagt den Jüngern: ER ist auferstanden

VI. ER geht euch voran nach Galiläa

Aufnahme des Auftrages

Verlassen des Grabes

Hinweis auf ihre innere Verfassung

VII. Weitergabe der Botschaft

 

 

 

Dort wo arme Menschen nur das Dunkel des Todes sehen, bricht plötzlich durch die hl. Engel das tröstende Licht des Himmels herein,

Wieder sind es drei Abschnitte im Blick auf die Erfüllung aller Dinge im DREIEINIGEN GOTT.

I) Der Weg zum Grab

II) Die Begegnung mit dem Engel im Grab

III) Der Auftrag

Es sind sieben Elemente in ihrer Eigenprägung, die wir hier erkennen

Abschnitt

Elemente

Bei Mt

Mk

Lk

Jo

A. DAS LEERE GRAB

 

 

 

 

 

I. Das Kommen zum Grab

1.Bestimmung der Zeit: sehr früh.

Spät am Sabbat, in der Dämmerung des 1. Wochentages

Und als der Sabbat vergangen war, ganz in Frühe, in der 1. Stunde. des 1.Wtg., als die Sonne aufging

Am ersten Wochentage, in der ersten Stunde (es war noch tiefe Nachtorthou batheos) kamen sie zur Gruft

In der ersten Stunde, als es noch finster war

II. Bestimmung der Zeit

des ersten Tages

Spät am Sabbat

..am Sabbat

..am Sabbat

.. am Sabbat

III. Bestimmung

der Personen

Maria Magdalena u. die andere Maria

M.M., M.die Mutter des Jak. u. Salome

...sie..

 

IV. Ihr Beitrag

Salben (Kräuter, Duftstoffe)

Um das Grab(taphos, sonst: mnäma)zu schauen

Sie hatten Salben gekauft,..um IHN zu salben

Und sie brachten, was sie an Gewürzen bereitet hatten

---------

IV. Der weg gewälzte Stein

Wer wird ihn wegwälzen?

Und es gab eine großes Erdbeben. Ein Engel stieg vom Himmel, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf (28,2)

- Und sie fragen sich, wer wird den Stein...?

- Als sie aufschauten, sahen sie (theoreisthai), daß er schon...

- Er war aber sehr groß.

Sie fanden den Stein schon vom Grabe weggewälzt

Sie (M.M.) sieht, wie der Stein schon weggenommen ist (20,2)

III. Der Engel

1.Aussehen

Sein Aussehen aber war wie ein Blitz, sein Gewand leuchtend wie Schnee;

Als sie in das Grabmahl hineingingen, sahen sie einen Jüngling mit einer weißen Stola.

Da sie hineingingen fanden sie den Leib den HERRN JESUS nicht. Als sie darüber verlegen waren, siehe, da waren zwei Männer in strahlendem Gewand bei ihnen.

Sie sagt ihnen, sie haben den HERRN aus dem Grab weggenommen (20,2b). Petrus geht hinein...(4), der andere Jünger geht hinein(8)...M.M. geht hinein und sieht (theorei) zwei Engel in weißen Gewändern (11f)

V. Was in ihnen geschieht

Furcht vor ihm

Aber aus Furcht vor ihm bebten die Wächter und waren wie tot

Sie entsetzten sich (exethambäthäsan)

Als sie aber Furcht befiel und sie ihr Angesicht zur Erde neigten

Sie fragen sie, warum sie weint. Auseinandersetzung mit dem Engel(13).

VI. Hilfe des Engels

Anrede

Fürchtet euch nicht

Er aber spricht zu ihnen: Entsetzt euch nicht.

Sprachen sie zu ihnen:

Direkte Begegnung mit dem HERRN, den sie zuerst für den Gärtner hält.

 

Erklärung des Engels

Ich weiß, dass ihr JESUS, den Gekreuzigten sucht.

 

Ihr sucht JESUS, den Nazarener, den Gekreuzigten-

Was sucht ihr den Lebenden unter den Toten?

 

 

 

 

 

 

 

 

Zurechtweisung

ER ist nicht hier. ER ist auferstanden, wie ER gesagt hat

ER ist auferstanden, er ist nicht hier.

ER ist nicht hier, ER ist auferstanden.

 

 

Seht den Ort...

Kommt und seht die Stelle, wo ER gelegen hat.

Siehe da die Stätte, wohin sie IHN gelegt hatten,

Was sucht ihr den Lebenden unter den Toten? ER ist nicht mehr hier sondern auferstanden.

 

 

 

Sagt den Jüngern

Daß ER von den Toten auferstanden ist

Aber geht hin und sagten den Jüngern und Petrus

Gedenkt daran, wie ER zu euch geredet hat,

 

VII. Auftrag und

ER geht voraus nach Galiläa,

...dort werdet ihr IHN sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt.

Daß ER euch nach Galiläa vorausgeht. Dort werdet ihr IHN sehen, wie Er euch gesagt hat

Als ER noch in Galiläa war....Der MenschenSOHN muß leiden......

 

Erledigung des Auftrages

Verlassen des Grabes

1.Verlassen des Grabes

 

 

1.Verlassen des Grabes

 

1.Meldung an die Elf und die Übrigen

 

 

Ihre innere Verfassung

2.sie liefen in Furcht und Freude

2.zitternd und wie außer sich

2.Es waren M.M.. Johanna, Maria des Jakobus und die mit ihnen

 

 

Weitergabe

3. 1.Begegnung mit dem HERRN

3.Keine Weitergabe

3.Sie erzählen es den Aposteln

 

 

Aufnahme

4. Der HERR bittet die Jünger nach Galiläa

 

4.Doch es erschien ihnen wie leeres Geschwätz

 

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Die gemeinsamen Elemente:

Auch in den Auferstehungsberichten erweisen sich die 4 Evangelien als das eine Evangelium JESU CHRISTI; das zeigt sich in den 3 Grundelementen, die bei allen vier zu finden sind:

I. Das Kommen zum Grab und der weg gewälzte Stein,

II. Der Engel,

III. Der Auftrag an die Jünger. Sie sind auch dort zu erkennen, wo sie in der jeweiligen Sicht der Evangelisten abgewandelt werden:

I. Das Kommen zum Grab:

Die Zeitbestimmung

Die Zeit des Kommens zum Grab wird der Sache nach in der gleichen Weise, in der Aussage jedoch verschieden gegeben: „sehr früh, Dämmerung, ganz in der Frühe, als die Sonne aufging, in der ersten Stunde, als es noch finster war“. Gemeinsamer Nenner ist: es war noch sehr früh!

In der Bestimmung des Tages mag die Verschiebung des jüdischen Sabbat auf den Sonntag der Christen mitgespielt haben. Bei Mk ist der Unterschied am deutlichsten. Sabbat in der Einzahl steht für den jüdischen Sabbat, im Plural für den ersten Wochentag, den Tag der Auferstehung, wie er .in allen 4 Evangelien gebraucht wird.

Sabbat im Plural hat drei Bedeutungen: 1). Mehrere Festtage, 2) 1. Tag der Woche – wie in den Evangelien, 3. die Wochentage überhaupt. Sabbat ist der Tag, an dem GOTT von all Seinen Werken ausruhte (Gen 2,3) Er wird einmal alle Zeit der Schöpfung, die sich in „7 Tagen“ entfaltet, aufnehmen. Mit dem Erlösungstod JESU CHRISTI hat GOTT in Seiner Liebe das Letzte getan. An ihm sind wir in die Ruhe GOTTES eingetreten, wir müssen nur zulassen, dass sie an uns offenbar werde. Nicht zufällig betet die Kirche in der Einleitung zur Matutin bis heute täglich den Psalm (95/94): wir sollen versuchen: „in Seine Ruhe einzugehen“. Diese „Ruhe“ ist eine der tieferen Dimensionen des Grabes in der Auferstehungsperikope. Der HERR ist eingegangen in die Ruhe des 7. Tages – wir müssen IHM nachfolgen!

Heben wir auch hier den trinitarischen Charakter der Ruhe hervor wie er in anderer Weise im dreimaligen „Frieden“ aufscheint, den der HERR den Jüngern bei Johannes in der Erscheinung im Obergemach verheißt.

Vom VATER her:„Er ruhte am siebten Tag, nachdem ER Sein ganzes Werk vollbracht hatte. (2,2)

Vom SOHN her. ist er die Vollendung der Schöpfungstage der Erlösung, wie wir sie in Parallele zu den 7 Tagen der Genesis sehen. Sie ist das „Es ist vollbracht des HERRN“ am Kreuz.

Vom Hl. GEIST her sind es im Blick auf die Kirche die „1000 Jahre“ von Offb 20, in der die Fülle der Erlösung noch hier auf Erden im HEILIGEN GEIST offenbar wird.

Wieder reichen hier die Auferstehungsberichte hinüber in die Geheime Offenbarung. Sie sind: „Eschata“, dh. Letztes, das uns GOTT zu sagen hat und in ihrer Tiefe nur im Blick hinüber zum Ende aller Dinge zu verstehen.

Dreifaches Zeugnis der Auferstehung

Von der Schöpfung her: Der weg gewälzte Stein

Bei den Personen, die als Zeugen gerufen sind, steht Maria Magdalena im Vordergrund, bei Mt noch die „andere Maria“, wohl die Mutter des Jakobs, wie bei Mk, und Salome.

Der, (die beiden) Engel im Grab

Der „Stein“ findet sich bei allen 4 Evangelien, er wird zum dreifachen Symbol:

Überwindung des Todes,

Verheißung der Auferstehung

ferner Hinweis auf die Kirche, die Fels sein wird im Sturm der Welt.

Die vierfache Sicht der Vier Evangelisten, im Hintergrund, weist auf die Zahl 12=3x4. In der Auferstehung wird das Neue Jerusalem auf Erden und im Himmel grundgelegt, seine zwölf Tore werden geöffnet.

Ringen um das Zeugnis zwischen Engel und Mensch

Der „Engel“ ist erster Zeuge und Säule für die Auferstehung in den vier Evangelien, wenn er auch verschieden gezeichnet wird. Sein Auftrag steht in der Spannung:

leeres Grab-

Verheißung: JESUS in Galiläa zu treffen,

darum weist der Engel am Anfang noch einmal ausdrücklich auf das Grab und weckt damit die Erinnerung an die Passion und den Tod des HERRN! Bei Johannes steht für diese Spannung die Verwechslung des HERRN mit dem Gärtner durch M.M..

Die Erfüllung des Auftrages teilt notwendig diese Spannung, sie kennt vier Schritte im Kreuz:

Das Verlassen des Grabes,

Hinweis auf die innere Verfassung der Frauen

die Botschaft ist in Gefahr, missverstanden zu werden

ihre zwiespältige Aufnahme.

Aussehen des Engel

Gemeinsam ist seine Lichterscheinung, doch in verschiedener Deutung:

„wie der Blitz“: der Mensch wird davon getroffen, doch kann es nicht greifen (Strahlung)

„weiße Stola“: priesterliche Sendung in Verlängerung des Opfers CHRISTI am Kreuz

„strahlendes Gewand“, umhüllt den hl. Engel wie ein Kraftfeld

„in weißen Gewändern“: Die hl Engel haben Teil am LICHTE GOTTES (Strömung).

Die Frauen fürchten sich vor ihm, das Licht des Engels vermag noch nicht, das Dunkel der Passion zu lichten. Es ist da in ihnen noch der Kampf von Licht und Finsternis. Ausnahme ist M.M.. Sie will den HERRN, wie immer er jetzt sei. Er ist für sie nicht tot! Zu sehr ist sie noch voll von IHM Hier setzt in der Gnade MARIENS ihre lebenslange Wandlung ein. Allen ist aufgegeben, den Tod zu überwinden. Darum auch der mahnende Hinweis des hl. Engels, nicht den „Gekreuzigten“(Mt, Mk), unter „den Toten“(Lk) zu suchen, denn er sei auferstanden.

 

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Im Blick auf die Eigenprägung der Evangelien

Das Kommen zum Grab

Bestimmung der Zeit:

Bei Matthäus steht die Zeit nicht weniger wie das ganze Evangelium in der Spannung des Kreuzes: Wir meinen auf einen Widerspruch in der Bestimmung des Tages zu stoßen: „spät am Sabbat – in der Dämmerung der ersten Stunde des ersten Wochentages. Es ist als wollte Mathäus als Jude die Zeit des Sabbat ausdehnen hinein in den ersten Wochentag. Es ist hier nicht nur eine Zeitangabe, sondern schon eine theologische Deutung: die Auferstehung des HERRN ist Erfüllung des jüdischen Sabbat!

Der Sabbat, höchster religiöser Tag für die Juden, ist dabei, entthront zu werden; auch wenn die Juden noch blind sind: der Messias, den sie erwarten, ist in der Auferstehung Wirklichkeit geworden! Zeichenhaft drückt dies auch das Wort „Dämmerung“ aus. Die dunkle Erwartung des „Sabbat shalom = Gruß dir Sabbath!“, den die Juden jeden Freitagabend feiernd begehen, beginnt sich zu erfüllen. Der Plural von Sabbat =sabbaton, weist nüchtern darauf, daß die letzte Erfüllung, auf die die Juden warten, noch aussteht. Es braucht noch die Wochentage der Zeit nach Christus, bis endlich der Sabbat eingeholt ist.

Markus steht schon mehr am „anderen Ufer“: das Neue löscht das Alte, das nur Vorzeichen war: „ganz in der Frühe, in der ersten Stunde des Sabbat, des Ersten Wochentages, als die Sonne aufging.“ Auch hier müssen wir wie bei Mt die „Dämmerung“, so hier den Sonnenaufgang tiefer verstehen im Blick auf den „Sol invictus = die unbesiegbare Sonne=CHRISTUS, Sieger.

Lukas scheint die Spannung zum Alten hinter sich gelassen zu haben. Der wahre Sabbat ist für die Christen der Tag der Auferstehung. Die ersten Christen haben in der Erfahrung der Auferstehung sehr wohl gewusst, daß hier ein Neues begonnen hat! Wir haben es heute verloren.

Der weggewälzte Stein:

Die Frage: „Wer wird ihn wegwälzen“ ist nicht durchgehend ausgesprochen und doch steht sie in allen vier Evangelien im Hintergrund, am meisten ist sie in Mt zurückgenommen, wo der Himmel mit Gewalt einbricht. Mk ist der einzige, der das bedrückte Fragen der Frauen wiedergibt, das sich im „Aufschauen“ löst. Menschlich ist es unmöglich. Bei Mk hat es die Allmacht GOTTES vollbracht, du brauchst nur Glauben, dh. IHM gehorchen! Da mag in ihnen ein Ahnen sein, was einmal der „Fels der Kirche“ bedeuten wird. Keine Macht von Außen wir ihn mehr wegrücken!

Bei Mt hat der Himmel eingegriffen. Die Frage braucht nicht mehr ausgesprochen zu werden, auch wenn sie sicher im Herzen der Frauen aufgestiegen ist. Was menschlich keine Lösung hat, ist vom HEILIGEN GOTT her schon gelöst. Die dreifache Bestimmung umgreift:

von oben den Engel, Anruf,

von unten das Erdbeben. Die Erde vermag den Gekreuzigten nicht zurückzuhalten: Antwort.

Der Engel thront auf dem Stein als Zeichen des Sieges: bleibendes Zeichen:

Die Spannung zwischen Himmel und Erde, die der HERR im Kreuz durchgetragen hat, ist überwunden. Auch hier lässt der Stein im Bild den Blick auf die Kirche zu. Sie ist erst voll Kirche, wo sie mit dem Engel für den Sieg CHRISTI steht. Die Heiligkeit GOTTES überwindet als Licht alle Finsternis! Auch diese bange Frage wird im Aufschauen gelöst. Immer verlangt der Engel, auch wenn wir ihn nicht sehen, den Blick nach Oben.

Mt schaut mehr von Oben herunter: die HEILIGKEIT GOTTES hat es schon vollbracht. Der Engel hebt bei MT den Blick den Menschen weg vom Dunkel hinein ins Licht der HEILIGKEIT GOTTES: vgl.28,5: „ich weiß, daß ihr JESUS, den Gekreuzigten sucht!“ Wie könnt ihr den, der heilig ist, unten suchen?

Bei Markus ist es ein Dreischritt. Er reißt mit Löwenschrei den Blick des Menschen nach Oben im Vertrauen auf die Allmacht GOTTES.

Lk hat betrachtend in der Weisheit GOTTES die Antwort schon gefunden. Es kann nicht anders sein: sie finden den Stein weggewälzt vom Grabe. Wer ihn weggewälzt hat, steht hier nicht zur Frage. GOTTES Weisheit findet immer einen Weg.

Johannes lässt uns über M.M. erkennen, wie der HERR im Herzen des Glaubenden zur Auferstehung kommt. Auch hier muss erst ein Felsblock weg geschoben werden, bevor der Mensch wahrhaft den Auferstandenen HERRN erkennt. Der Engel ist hier nur Wegbereiter. Doch ist er der Erste, der den Blick des Menschen im Geist anzuheben versucht: die GERECHTIGKEIT GOTTES. muss den SOHN in ihr Licht heben.

 

Die „DREI“, das Maß des Engels

Je mehr wir uns dem Geheimnis der Auferstehung nähern, um so mehr tritt ihr trinitarisches Geheimnis nach vorne: es sind bei allen vier Evangelisten drei Schritte in der Begegnung mit dem Engel. Die Gewalt seiner Lichterscheinung ist am deutlichsten von Mt gezeichnet, sie lässt das Gewicht des Steines, der über dem Grab liegt, wie vergessen. Sein Lichtsein wird hier mit dem Blitz verglichen, das das Dunkel der Nacht der Passion zerreißt. Es ist für den Menschen kaum zu ertragen und erinnert an das Wort Jahwes an Mose: keiner kann GOTT schauen, ohne zu sterben. Die Wächter haben es erfahren!

Der von Mk gezeichnete „Jüngling mit einer weißen Stola“ ist menschlich schon näher, und doch sind die Frauen über seine Erscheinung entsetzt. Er gehört einer anderen Welt an, sie hat keinen Boden wie die Erde. Die Stola erinnert an den priesterlichen Dienst JESU in Seiner Aufopferung am Kreuz. Die Allmacht GOTTES reißt uns hinein in das Opfer CHRISTI, nur im Opfer des Menschen ist Antwort auf diese Großtat GOTTES!

Bei Lukas wird der Engel noch deutlicher Vermittler hinüber zu dem Unbegreiflichen, das hier im Grab geschehen ist: „als sie verlegen waren“, ist hier wohl die schwächste Übersetzung. Besser wäre: „als sie ratlos waren“. Daß es bei Lk und Jo zwei Engel sind, mag mit dem Zeugnis zusammenhängen, das hier die Engel für die Auferstehung des HERRN ablegen, vgl. Jo 8,17: “Aber auch in eurem Gesetz steht geschrieben, daß das Zeugnis zweier Menschen wahr ist.“ Die Leere des Grabes ist menschlich nicht fassbar. Sie wirft den Menschen um, nimmt ihm den Boden unter den Füßen. Er weiß nicht mehr weiter. Das tiefste menschliche Fragen ist hier aufgerufen. Die Gestalt des Jünglings bei Mk ist Antwort des Lebens, neuen Lebens. Der Jüngling steht in den Mythen für das Neue Leben des Frühlings, er ist Antwort auf die Entwaffnung des Menschen durch den Tod. Die Erscheinung des Engels in Fatima will in diesem Sinne verstanden werden.

Bei Jo greift M.M. in tiefem Schmerz zuerst ins Leere. Sie will es nicht wahrhaben, daß ihr der HERR genommen ist, sie schlägt wie um sich und trifft zuerst die beiden Engel, die sie als solche gar nicht erkennt. Weil sie den HERRN mehr vom „Fleische“ her kennt, ist es nicht verwunderlich, daß sie für die Geistwirklichkeit des Engels nicht offen ist. Wer den HERRN nicht im GEIST erkennt, kann sich nicht öffnen für die Wirklichkeit des Engels, der Träger und Werkzeug des Hl. GEISTES ist. Die Leugnung der hl. Engel in der Kirche ist Hinweis, daß wir JESUS CHRISTUS zu sehr vom Menschlichen her verstehen. Die Sendung der Engel will uns erinnern: GOTT ist GEIST und die IHN anbeten wollen, müssen IHN anbeten im GEIST und in der Wahrheit! Die zwei Engel, einer zu Füßen, einer dort wo der Kopf des HERRN war, geben das geistige Maß CHRISTI, sie erinnern an das Wort des HERRN an Nathanael, Jo1,51 vom Auf - und Absteigen der Engel über dem MENSCHENSOHN!

Die Gewalt des Lichtes

ist am stärksten bei Mt ausgesprochen im Hinweis, daß die Wächter vor Furcht fast starben. Hier ist am deutlichsten, wie sehr Auferstehung und Engel zusammengehören. Nur der hl. Engel als GEISTträger kann dem Menschen im HEILIGEN GEIST ein Licht über das Geheimnis der Auferstehung schenken. Wo dieses Licht wie heute weitgehend in der Kirche erlischt, ist die Auferstehung auch eine Chiffre des Glaubens, die der Christ übernimmt. Hier setzt der kritische Geist der Theologen an. Statt Antwort Diskussion..

Bei Mk wird das Entsetzen der Frauen vor der Erscheinung des Engels noch einmal im Wort an sie unterstrichen. Der Engel bestätigt damit, daß es nicht nur subjektiv verstanden werden darf und übertrieben ist, sondern der Wirklichkeit, die sie erfahren entspricht. Der Engel hebt uns aus der Welt heraus, die wir weitgehend selbst gestaltet haben.

Lukas in seiner liturgischen Sicht lässt die Frauen sich in Ehrfurcht vor den Engeln verneigen, ähnlich wie die Kinder von Fatima mit dem Engel beteten, mit der Stirn auf dem Boden. Hier ist in anderer, feierlicher Weise etwas von der Größe des Engels angedeutet, den wir verkitscht und verniedlicht haben.

Bei Johannes ist für die tief erdgebundene M. Magdalena der Engel Teil dieser irdischen Wirklichkeit, sie muss erst zur Wirklichkeit des GEISTES erwachen! Um dem Menschen zu helfen, muss der hl. Engel sich hinunter beugen zum Menschen. Erste Schule ist für ihn das Schutzengelamt. Er lernt es, das Fleisch geworden WORT im Menschen zu suchen, IHM entgegen zu kommen, IHM zu helfen, dass ER durchbreche durch das Dunkel des Unglaubens. Wie er den Menschen anheben soll, den HERRN im GEIST zu erkennen, so wird dem Engel Hilfe, das Geheimnis der Menschwerdung aus nächster Nähe zu erleben. Auch er als Engel lernt hier in der Schule des EINEN, der unser Lehrer ist. Er steht vor einem Geheimnis, das ihm nicht weniger unbegreiflich ist als dem Menschen: GOTT – GEIST und doch Mensch. Wunderbare Ergänzung, die erst möglich ist, wenn beide Geschöpfe herangewachsen sind zu dieser höchsten Erfüllung ihrer Berufung in GOTT.

Seine Brüder sind im Anfang dieser Herausforderung nach ihrer Seite ausgewichen. Die Prüfung im Anfang bestanden zu haben, bedeutet für den hl. Engel noch nicht, ihre ganze Spannweite in beiden Richtungen zu ermessen. Darum ist bei aller Last der Dienst am Menschen auch für sie Anruf, den Größeren GOTT bei aller ihm bleibenden Anbetung in Herrlichkeit, in Seiner Erniedrigung als Mensch zu erfahren. Der endzeitliche Einsatz der hl. Engel, den das Werk kündet, bedeutet auch für sie Vollendung ihres Dienstes in und mit CHRISTUS bedeutet. Darüber können wir betend nicht genug mit MARIA betrachten. Auch sie muss noch zur letzten Fülle des MUTTERseins im Mystischen Leib des SOHNES heranwachsen. Selbst lernend aber ist sie uns Erste Lehrmeisterin in ihrer besonderen Auserwählung, wie sie es für Johannes aber auch schon für Lukas war. Immer ist alles Heilswirken GOTTES ausgerichtet nicht nur auf Seine Größere Ehre, sondern auf das heilige Mit- und Füreinander der drei Schöpfungsteile: materielle Schöpfung, der Mensch in der Mitte und der hl. Engel.[22]

Bei Mt ist die Spanne im Blick: Mensch hin zum HEILIGEN GOTT am größten, darum unterstreicht er, dass der hl. Engel sich herunter beuge zur Armut, zum Unverstehen der Jünger, wie der HERR an Zachäus getan hat. „Ich weiß, daß ihr JESUS, den Gekreuzigten sucht“. Im Wort vom „Gekreuzigten“ nimmt er den Schmerz der Frauen bei der Passion auf und versucht ihm die Richtung nach oben zu geben. Das Wort: „ER ist nicht hier, ER ist auferstanden!“ findet sich fast wortwörtlich bei den anderen beiden Synoptikern. Mt fügt noch hinzu: „wie er gesagt hat“ – in Erfüllung der Schrift. Der HERR weist mit diesem Wort der Verkündigung der Apostel den Weg.

Johannes zeigt, wie notwendig es ist, daß der Mensch sich der Auferstehung vergewissere und zwar jeder nach seiner Weise: angefangen mit der erdschweren M. Magdalena, dem nicht weniger schwerfälligen Petrus, dem jungen Stürmer Johannes (er nimmt sich nicht aus!) bis hin zum skeptischen Thomas. Wie sich die Auferstehung erst am Ende vollendet, so gilt es für jeden Gläubigen. Keinem bleibt die Prüfung des Todes erspart – erst hier wird sich erweisen, ob die Auferstehung in ihm Leben geworden ist, das den Tod überwindet.

 

Der Auftrag

Der hl. Engel knüpft noch einmal direkt an das letzte Wort der Anrede an: „ER ist nicht hier“. Die Frauen müssen in anderer Weise wie die Männer leer werden von all den menschlichen Vorstellungen, die sie mit JESU verbinden. Nur so kann der Auferstandene im HEILIGEN GEIST in ihnen lebendig werden. Auch hier erweist sich die Wahrheit des Wortes Jahwes an Moses: „Steig hinab, warne das Volk, dass sie nicht zum HERRN durchbrechen, um zu schauen; sonst müssten viele von ihnen fallen“.(Ex 19,21). Der Engel weist sich schon hier aus als der Wegweisende, als der, der den Auftrag hat, uns zu GOTT zu führen.

Mt hebt dies mit dem „Und siehe ER geht voraus…“ noch besonders hervor.

Bei Mk geht der Auftrag noch besonders an Petrus, als Hirt der Kirche.

Lukas erinnert: sie gedachten an Seine Worte. Weitergegeben kann nur werden, was wir in, mit und durch MARIA im Hl. GEIST bedacht haben.

Jo zeigt den Engel als den, der sie im Hl. GEIST erinnert, Wort und Leben des HERRN ins Gedächtnis ruft, wie es der HERR in der Abschiedsrede verheißen hat: 14:26 „Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe!“ Wenn wir das Wort ernst nehmen, dann ist der Auftrag, den der Engel hier erteilt nur in Einheit mit dem Engel im HEILIGEN GEIST zu erfüllen. Johannes in der Sicht der Gerechtigkeit GOTTES verlangt, dass wir Wort und Leben des HERRN in uns durchkämpfen, durchleiden, bis es ganz Licht in uns geworden ist. Wir könnten hier sagen: bis wir es so vom Engel empfangen, wie er es uns übermittelt.

 

Die Erfüllung des Auftrages

Hier zeigen sich, weiter entfaltet in den Nachgeschichten, deutliche Unterschiede in der Wiedergabe bei den verschiedenen Evangelisten. Die Verarbeitung dieser erschütternden Erfahrung muss notwendig ihre ganze Tiefe offenbaren.

Schon das Weggehen vom Grab ist verschieden gezeichnet: Bei Mt zeigt es die ganze Spannung zwischen Furcht vor der Gewalt des Geschehens und zugleich Freude, den HERRN lebend zu wissen. Es ist die Mt eigene Spannung von Dunkel und Licht. Vgl wir Gen 1,1ff, wo auf die Schöpfung und die Prüfung der hl. Engel im Bild von Licht und Dunkel hingewiesen wird. Denken wir daran: „Wie im Anfang….so am Ende!“ Die Prüfung, in der wir heute stehen, steht in der Verheißung: der HERR will uns im Zeichen des Kreuzes hinauf heben in ihr Licht. Mensch und Engel sollen in dem Licht eins, das den hl. Engeln schon im Anfang wurde, da sie sich in den Dienst der Erlösung gestellt haben! Diese Engelsicht muss notwendig bei Mt nach Vorne stehen! Sie ist wohl auch für die Meisten von uns der Zugang zum hl. Engel. Doch da sind auch noch die drei anderen Zugänge.

Bei Mk verlassen die Frauen das Grab wie auf der Flucht – sie können das, was sie hier gesehen und gehört haben noch nicht fassen und deswegen auch nicht weitergeben. Es zerreißt sie; da sie weglaufen, machen sie dieser Spannung Luft. So wird uns notwendig in der Sicht des Löwen, wenn wir nur wahrhaftig mit uns selbst sind, der blinde Schrecken anfallen. Doch im Maße wir uns hinüber neigend zu Lukas an die Gegenwart MARIENS als der Sonnen umkleideten FRAU erinnern, kommen auch wir in ihr, der Schmerzhaften MUTTER, dazu, unter dem Kreuz zu stehen. Erinnert uns ULF nicht in allen Erscheinungen an die Notwendigkeit des betrachtenden Gebetes? Nur in ihr, in der Kraft des HEILIGEN GEISTES ist das Gewaltige, das auf uns zukommt zu verkraften

Lukas hat betrachtend schon verarbeitet; die Frauen sind bereit, den Elf die Botschaft weiter zugeben. Doch es zeigt sich, da sie (nochmals) die Sache erzählen, dass sie nur Unglauben und Ablehnung finden.

Johannes gibt der Auseinandersetzung, die sich im Herzen von M.M. abspielt am meisten Raum. Erst da sie den HERRN wirklich als den Auferstandenen erkannt hat, kann sie hingehen und melden.

 

Rückblick

Was uns in der Betrachtung der Berichte über das Leere Grab als „Gericht und Verheißung“ aufgehen sollte, ist die Vielfalt der Perspektiven, die hier von den Evangelisten aufgezeigt werden und doch ihre Einheit im EINEN DREIFALTIGEN GOTT. Hier ist „Wissenschaft des Kreuzes“ , „admirabilis scientia“ wie es im Introitus der Ostermesse heißt: „wunderbare Wissenschaft“, die in aller Klarheit der Aussage das Geheimnis des Geschehens nicht antastet, sondern noch mehr hervorhebt.

Die vier Perspektiven, bedingt durch die Evangelisten und die dahinter stehenden Lebenden Wesen, weisen die Auferstehung als ein Geheimnis des Kreuzes aus: aus dem Dunkel der Kreuzigung bricht das Licht der Auferstehung, über die Auferstehung fällt das Licht hinein in das Dunkel unmenschlicher Grausamkeit. Immer ist es das LICHT DES DREIFALTIGEN GOTTES, nur in ihm finden wir heim durch eine der Tore des Neuen Jerusalem.

Es sind die Auferstehungsperikopen in besonderer Weise HEILSBERICHT, an dem sich der Gläubige im HEILIGEN GEIST aufrichten soll. Es geht hier um unsere je persönliche Auferstehung in JESUS CHRISTUS, wie sie besonders an der Person der Maria Magdalena in der Sicht des hl. Johannes deutlich wird. Steht sie in dieser Sicht nicht anderen „Einzigen“ wie MARIA und Johannes besonders nahe, da sie ihren je einzigartigen Weg aus dem Chaos hin zum Bekenntnis im Schweigen ausreifen ließ?

 

 

Das Licht der „Sonnenumkleideten Frau“

Hier gilt abgewandelt das Wort bei Lukas: 21,28 „Wenn aber diese Dinge anfangen zu geschehen, so blickt auf und hebt eure Häupter empor, weil eure Erlösung naht.“ Wollen wir dieses Wort im Blick auf unsere Betrachtung deuten, heißt es für uns: Schaut in die Richtung des Lichtes, das uns in der Auferstehung JESU vermittelt wird. Nur so finden wir Zugang zur GO. Nicht die Greuel des Zornes GOTTES sind das Letzte, sondern die Herrlichkeit GOTTES, die durch alles Dunkel hindurch bricht und die stärkt, die sonst letzten Halt verlören, wenn GOTT die Zeit der Prüfung nicht abkürzte. So weisen die Auferstehungsberichte hinüber zur Geheimen Offenbarung, in der über Gericht und Verheißung diese Schöpfung ihre Erfüllung findet

In den Auferstehungsberichten ist noch Zeit für eine innere Auseinandersetzung mit dem Gewaltigen, das hier geschehen ist, in der GO ist diese Zeit vorbei: „Sie bekehrten sich nicht!“ heißt es nach der Siebten Posaune! Nur wenigstens im Funken ansetzender Glaube kann hier vielleicht noch aufflammen und Rettung bringen. Hier ist innerer Kampf, doch ohne dass das Antlitz des Bösen sichtbar wird. Im Licht der Auferstehung ist er wie ein Nichts. Dort ist der Kampf außen, wie er zwischen den Engeln des Lichtes und der Dunkelheit entbrennt und endlich ein Ende im Sieg des Weißen Reiters findet.

12:1 „Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt. 2 Sie war schwanger und schrie vor Schmerz in ihren Geburtswehen. 3 Ein anderes Zeichen erschien am Himmel: ein Drache, groß und feuerrot, mit sieben Köpfen und zehn Hörnern und mit sieben Diademen auf seinen Köpfen. 4 Sein Schwanz fegte ein Drittel der Sterne vom Himmel und warf sie auf die Erde herab. Der Drache stand vor der Frau, die gebären sollte; er wollte ihr Kind verschlingen, sobald es geboren war. 5 Und sie gebar ein Kind, einen Sohn, der über alle Völker mit eisernem Zepter herrschen wird. Und ihr Kind wurde zu Gott und zu seinem Thron entrückt. 6 Die Frau aber floh in die Wüste, wo Gott ihr einen Zufluchtsort geschaffen hatte; dort wird man sie mit Nahrung versorgen, zwölfhundertsechzig Tage lang.“

Es kommt uns hier schon etwas von dem milden Licht des Trostes über dieses Bild entgegen, wie es uns die Erscheinung in Guadalupe hinterlassen hat. So sehr auch in ihm noch das Dunkel des vorhergehenden Kampfes zu erkennen ist, sind doch die lichten Elemente im Bild vorherrschend: GOTTES Erbarmen hat in MARIA schon jetzt gesiegt, auch wenn dieser Sieg in dieser ersten Etappe erst in den Einzelnen und auf je persönliche Weise durchdringen muss. Er wird dort durchdringen, wo sich die Zerstreuten um MARIA versammeln und ihre Erfahrungen stärkend austauschen. Auferstehung ist noch Weg, GO ist Gericht!

 

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Es ist der HERR!

Größte Gnade für uns Arme Sünder!

In der GO bleibt die je persönliche Begegnung der Menschen mit dem Richter über Lebende und Tote verhüllt, sie ist Teil des je persönlichen Gerichtes wie des Weltgerichtes am Ende, in dem die Seele die Vielfalt der Beziehungen ihres eigenen Lebens mit GOTT dem HERRN der Schöpfung, Erlösung und Heimholung erkennen darf. Sie wird nach dem Maß ihrer Heiligkeit höher oder niedriger liegen, wie es für die hl. Engel schon jetzt gilt. Immer ist sie einzig, Geheimnis GOTTES, immer geht sie über MARIA, besonders die Sonnenumkleidete FRAU, die Braut des HEILIGEN GEISTES. Weil sie die ganze gerettete Menschheit umfängt, versucht sie schon jetzt ihre Kinder in ihrem Reich zu sammeln, das dem des CHRISTKÖNIGS, wenn ER kommt in Herrlichkeit, voraus geht.

Nirgendwo können wir besser erkennen, wie wir dem Gericht entgegen gehen sollen wie in der Person von M. Magdalena. GOTT hat sie über den „Goldenen Weg“ der Buße gestellt, der dem Kleinsten wie dem Größten offen steht, wenn er sich unter die Hand GOTTES stellt, wie sie es von der ersten Stunde ihrer Begegnung mit IHM getan hat. M. Magdalena hat im Blick auf diese Verheißung die uns schon jetzt nicht mehr fremde Aufgabe, sich in besonderer Weise der verirrten Sünder anzunehmen, die wie sie einen letzten Funken Sehnsucht nach GOTT in aller Verwirrung und Verdunkelung des Geistes nicht verloren haben. Weil sie sich in ihrer Begegnung mit dem HERRN vom ersten Augenblick an Seiner Gerechtigkeit übergeben hat, um sich Seiner Liebe ohne Vorbehalt zu öffnen, kommt sie der Sehnsucht Seines HERZENS, von der uns schon M.M. Alacque gesprochen hat, entgegen.

Ist ER es doch, der Sich zuerst nicht nur für die Menschheit, sondern für jeden Einzelnen der Gerechtigkeit GOTTES ausgeliefert und den bitteren Tod am Kreuz auf sich genommen hat. M.M. ist darum in besonderer Weise der Sendung MARIAS als „Mutter der Straße“, sie fügt sich ein in das geheimnisvolle Zueinander der Herzen JESU und MARIAE, auf die die GO im 11. Kapitel als Zeichen endzeitlicher Vollendung hinweist[23]: Das Herz steht für den ganzen Menschen, der in MARIA seine Antwort auf die ihm geschenkte Liebe JESU geben soll. Im irdischen Leben MARIENS ist sie vollkommen, sie muss auch im Mystischen Leibe JESU vollkommen werden. Was außerhalb dieses Liebesverhältnisses liegt, wird Beute des Feindes, der sich darüber einen Augenblick freut. Offb 1:1 „Dann wurde mir ein Messstab gegeben, der aussah wie ein Stock, und mir wurde gesagt: Geh, miss den Tempel Gottes und den Altar, und zähle alle, die dort anbeten! 2 Den Hof, der außerhalb des Tempels liegt, lass aus, und miss ihn nicht; denn er ist den Heiden überlassen. Sie werden die heilige Stadt zertreten, zweiundvierzig Monate lang. 3 Und ich will meinen zwei Zeugen auftragen, im Bußgewand aufzutreten und prophetisch zu reden, zwölfhundertsechzig Tage lang. 4 Sie sind die zwei Ölbäume und die zwei Leuchter, die vor dem Herrn der Erde stehen.“

In MARIA, der „Miterlöserin“ und „Mittlerin aller Gnaden“[24] ist der Erlösersehnsucht die Antwort gegeben, auf die der VATER in Jedem von uns wartet. Ihr wird die Fülle Seiner LIEBE im HEILLIGEN GEISTE[25]. Wie notwendig ist es uns, mit MARIA diese „über alle Maßen überschreitende Liebe GOTTES“ zu betrachten, Tag und Nacht. Dann werden wir ihr, wenn wir heimgerufen werden, nicht unvermittelt und erschrocken gegenüber stehen, wie es den Frauen bei Mk ergangen ist. Hier kann uns MM bis in den Alltag hinein helfen, den Weg mitten durch das Rote Meer der Sünden unserer Zeit zu finden.

Die Begegnung mit dem HERRN hat in MM nicht nur den Boden ihres Menschseins bis in die Tiefe aufgerissen, bis dorthin, wo sie dem Bösen in die Arme lief und mit ihm des Weges ging. Von „sieben Dämonen besessen“ besagt mehr als „Sieben“[26], es weist auf die Unzahl und Schwere ihrer Sünden, da sie sich zuerst dem Urfeind GOTTES überlassen hatte. Aus dieser Tiefe hat sie der HERR herausgeholt an der Angel des letzten Funkens Lichtes, das in ihrer Seele geblieben sein muss. Wie wir aus anderen Teufelsaustreibungen wissen, ist Besetzung durch den Feind nicht auf einen Schlag zu heilen. Der Feind hat ja nicht nur die Seelenburg umlagert, abgeriegelt, ja besetzt. da Leib und Seele eins sind, ist er auch in den Leib des Menschen eingedrungen, um seinen Besitz zu sichern. Die hl. Hildegard wusste um diese Zusammenhänge. Wo eine Austreibung notwendig war, hat sie die ganze Gemeinschaft zum Gebet gerufen. Der Feind muss zuerst durch dauerndes Gebet –nach Möglichkeit rund um die Uhr- so bedrängt werden, dass er es kaum mehr aushält. Dies ist der rechte Zeitpunkt für den Exorzismus des Priesters, um durchzuschlagen. Nicht weniger entscheidend ist die Nachbereitung, dass der Feind dann nicht mit sieben noch stärkeren Dämonen zurückkehrt, wenn das Haus gereinigt und gesäubert ist.

 

Exkurs: „Sieben Dämonen ausgetrieben“

Wer in der Konkordanz diese Stelle sucht, wird sich wundern, sie nicht im direkten Zusammenhang mit einer konkreten Teufelsaustreibung zu sehen. Darum ist es zur Deutung dieses Zitates notwendig, zuerst sein Umfeld zu bestimmen. Wir finden folgende Bestimmungen:

Auch Zeichen und Wunder wirken nicht

Schon im „Zweiten Schöpfungstag“, im Zeichen des „Firmamentes“ (Siehe Gen 1) des Evangeliums von Matthäus[27], wo es um die „Verkündung durch Zeichen und Wunder“ geht, um die die Wortverkündung des HERRN in der „Bergpredigt“ zu unterstützen, drängt der HERR auf Entscheidung. Es sind dort folgende Wunder:

Zeichen seiner Erlöserkraft. 1. Gruppe,

Zeichen, die die Nachfolge JESU bestärken, 2. Gruppe

außerordentliche Wunder, die das Neue und Unerhörte Seiner Verkündigung zusammen fassen (3. Gruppe). Sie lösen die Gegenstellung der Pharisäer aus. Die außerordentlichen Wunder sind: Erweckung der Jairustochter, die Heilung der blutflüssigen Frau, der beiden Blinden, die alles hinaustragen.

In das Dunkel, das hier ausgelöst wird, stiftet der HERR am III. Schöpfungstag Seine Familie, die das Licht des Erbarmens GOTTES in die Welt tragen soll.

Hier steht am Anfang die Jüngerunterweisung im 10. Kapitel, mit dem Hinweis, dass seine Sendung auf die „Verlorenen Schafe Israels“ beschränkt ist.

Im nächsten Abschnitt geht es um die Scheidung für oder gegen IHN (11,1-12,50). Trotz aller Wunder kann der HERR Israel nicht bekehren. Was hat er nicht alles versucht?

Mt 11,16 „Mit wem soll ich diese Generation vergleichen? Sie gleicht Kindern, die auf dem Marktplatz sitzen und anderen Kindern zurufen: 17 Wir haben für euch auf der Flöte (Hochzeitslieder) gespielt, und ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder gesungen, und ihr habt euch nicht an die Brust geschlagen. 18 Johannes ist gekommen, er isst nicht und trinkt nicht, und sie sagen: Er ist von einem Dämon besessen. 19 Der Menschensohn ist gekommen, er isst und trinkt; darauf sagen sie: Dieser Fresser und Säufer, dieser Freund der Zöllner und Sünder. Und doch hat die Weisheit durch die Taten, die sie bewirkt hat, recht bekommen. 20 Dann begann er den Städten, in denen er die meisten Wunder getan hatte, Vorwürfe zu machen, weil sie sich nicht bekehrt hatten“.

Zuerst im Wort „Wehe Chorazim und Betsaida….“(20 -24), danach der Jubelruf JESU (11,25 – 30)

Dann im Werk: Bezug auf das Sabbathgebot (Heilung der „Verdorrten Hand“), die Pharisäer beraten, wie sie IHN umbringen können.

Rückzug JESU „ER löscht den glimmenden Docht nicht aus!“, doch wie soll ER noch ansetzen?

Zuspitzung der Auseinandersetzung mit den Pharisäern (22-45) wegen der Heilung am Sabbath, 17. „Auf diese Weise sollte sich erfüllen, was durch den Propheten Jesaja gesagt worden ist: 18 Seht, das ist mein Knecht, den ich erwählt habe, mein Geliebter, an dem ich Gefallen gefunden habe. Ich werde meinen Geist auf ihn legen, und er wird den Völkern das Recht verkünden. 19 Er wird nicht zanken und nicht schreien, und man wird seine Stimme nicht auf den Straßen hören. 20 Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen und den glimmenden Docht nicht auslöschen, bis er dem Recht zum Sieg verholfen hat. 21 Und auf seinen Namen werden die Völker ihre Hoffnung setzen.“

Die Zuspitzung erreicht ihren Höhepunkt in der Heilung eines Besessenen. Man wirft IHM vor: ER treibe die Dämonen mit Belzebul aus. Hart antwortet JESUS, da er sie hinweist, dass diese Sünde gegen den Hl. GEIST nicht vergeben werden kann (31).

Die Beschuldigung der Pharisäer, die Seine Wunder dem Feind zuschreiben, wird unterstrichen, wo man ein Zeichen fordert. Sind sie so blind im Geist, dass sie auch in den Wundern, die JESUS gewirkt hat, nur einen Angriff gegen ihre wankende Autorität sehen. Schon hier stehen sie mit Herodes, der von JESUS mit Wundern unterhalten werden möchte, auf einem Boden. Ob in Politik oder in Religion, es gilt nur der Buchstabe! Die wachsende Uneinigkeit in der Kirche zeigt den gleichen Hintergrund. Da der Buchstabe abstößt, sucht dass irre geführte Volk im Außerordentlichen seine Wegweisung. 38 „Zu dieser Zeit sagten einige Schriftgelehrte und Pharisäer zu ihm: Meister, wir möchten von dir ein Zeichen sehen. 39 Er antwortete ihnen: Diese böse und treulose Generation fordert ein Zeichen, aber es wird ihr kein anderes gegeben werden als das Zeichen des Propheten Jona. 40 Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches war, so wird auch der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Innern der Erde sein. 9 Er antwortete ihnen: Diese böse und treulose Generation fordert ein Zeichen, aber es wird ihr kein anderes gegeben werden als das Zeichen des Propheten Jona.“

 

Muss der HERR nicht in „anderer Richtung“ suchen? Hier begegnet ER MM!

Sie gehört in die Gruppe der Anawim = der Armen Israels, die von Abraham her gegen alle Widrigkeiten in ihren Herzen den Begriff des Messias rein bewahrt haben.

 

Wann immer der HERR zuerst MM begegnet ist, hier ist eine Frau zur Gruppe der IHM folgenden Frauen dazu gestoßen, in der die ganze Verlorenheit Israels zum Ausdruck kommt, da es sich in den Vorstehern dem Feind ausgeliefert sieht. MM und die IHN begleitenden Frauen haben SEIN ZEICHEN erkannt und aufgenommen. Jede von ihnen hat der HERR, ähnlich wie MM aus der Flut des Bösen gerettet. Er hat sie, um im Gleichnis zu bleiben, aus dem „Bauch des Fisches“ heraus ans Licht führen dürfen, Schritt für Schritt. Denn dies hat sie den Gesetzesbesserwissern voraus, sie kann IHN nicht mehr lassen. Sie kommt Seinem Erbarmen Schritt für Schritt entgegen, sie kann ihn nicht lassen, während die Besserwisser sich immer mehr in diesem Besserwissen auf die Seite des Lichtträgers rutschen.

Wir begegnen hier wahrhaft einer apokalyptischen Finsternis, wie sie sich heute, nicht aufzuhalten, über die ganze Menschheit legt und von Jedem wie von Allen eine persönliche Entscheidung fordert, wie sie MM in jedem kleinen Schritt hin zu IHM unter Beweis gestellt hat.

 

Nicht auf einmal ist sie wie Jonas aus dem Bauch des Fisches ausgespuckt worden auf festes Land. Sie musste mit IHM und auf IHN hin jeden Schritt gegen den Feind, der sie nicht lassen wollte, erkämpfen – und dies nicht nur, da sie in Seiner Nähe sein durfte. Ihr ganzes weiteres Sühneleben ist sie auf diesem Weg geblieben. Darf man sie in diesem Licht nicht mit Recht als Wegbereiterin für die Letzten in dieser letzten Zeit bezeichnen? Ist sie nicht auf ihre Weise dem Erlösungsweg JESU bis in den „Bauch des Wales“, bis in die letzte Dunkelheit hinein Tag für Tag neu nachgegangen, in tiefster Dankbarkeit? Wer durfte näher all die Stufen des Ringens JESU am Ölberg nachvollziehen, da Er den VATER um Hilfe anfleht?

40 „Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches war, so wird auch der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Innern der Erde sein. 41 „Die Männer von Ninive werden beim Gericht gegen diese Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie haben sich nach der Predigt des Jona bekehrt. Hier aber ist einer, der mehr ist als Jona. 42 Die Königin des Südens wird beim Gericht gegen diese Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie kam vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören. Hier aber ist einer, der mehr ist als Salomo.“

Wer weiß aus Erfahrung besser, was es bedeutet, dem Feind ausgeliefert zu sein, wie sie es in ihrer „siebenfachen“ Besessenheit erfahren hat. Hier kommt sie als Hilfe in wunderbare und doch so gegensätzliche Nähe zur MUTTER des HERRN in ihrer Engelreinheit, die nie von einer Sünde getrübt wurde. Dies ist die Gegensätzlichkeit zu ihr, zugleich aber die wunderbare Ergänzung zur MUTTER der IMMERWÄHRENDEN HILFE.

43 „Ein unreiner Geist, der einen Menschen verlassen hat, wandert durch die Wüste und sucht einen Ort, wo er bleiben kann. Wenn er aber keinen findet, 44 dann sagt er: Ich will in mein Haus zurückkehren, das ich verlassen habe. Und wenn er es bei seiner Rückkehr leer antrifft, sauber und geschmückt, 45 dann geht er und holt sieben andere Geister, die noch schlimmer sind als er selbst. Sie ziehen dort ein und lassen sich nieder. So wird es mit diesem Menschen am Ende schlimmer werden als vorher. Dieser bösen Generation wird es genauso gehen.“

Sie weiß sehr wohl, was der HERR mit den „sieben anderen Geistern“ meint, die bereit sind einzuziehen…….! Nicht auf einmal werden sie die „Sieben“ verlassen haben, und immer wieder werden die Gebliebenen ihr vorgehalten haben, dass sie es mit ihnen doch nicht schaffen würde. Mit Nichts arbeitet der Feind mehr als mit Zermürben, mit dem „Umsonst“, „Du kommst nicht mehr heraus“, das ist die „Wissenschaft“ ihres Verlorensein, die sie hier weiter bringen wollen, denn dieses Wissen: „Sie kommen nie mehr heraus!“, erschlägt sie schon heute. Wer dies nur annähernd einmal erfahren hat, wird diese furchtbare Erinnerung erst verlieren, wenn er es hinüber schafft. Sie weiß was auf die zukommt, die die Wunder JESU angenommen, aber dann nicht zu innerer Begegnung heranreiften! Ist das größte Wunder, das wir erfahren haben als Christen nicht die Gnade der Taufe, die heute eine tote Zeremonie geworden ist, nach der es ein Festmahl gibt………..und das ist Alles. Wie furchtbar! Selbst wenn da im Übermaß der Gnaden Menschen im Nahtod von Drüber wieder herüber kommen um Zeugnis abzulegen…..wer lässt es sich zu Herzen gehen? Für die Meisten ist nur ein neuer Kitzel, morgen vergessen!

Auch wenn wir durch solche Hinweise wie die der „Sieben Dämonen“ ein wenig mehr Licht bringen in das Geheimnis der Liebe des HERRN zu dieser „Großen Sünderin“, das Letzte bleibt immer eifersüchtig gehütetes Eigen GOTTES allein mit der Seele. Und doch, wie notwendig ist es besonders für uns heute, für die es keine Sünde gibt, die man nicht irgendwie rechtfertigen könnte, durch arme Sünder wie diese „Große Sünderin“ belehrt zu werden, dass die Sünde, in die wir gedankenlos hineinrutschen, „weil es heute eben so ist“ wenig wiegt im Vergleich zur der des Besserwissens der Bessergestellten, die wir durch das Wirtschaftswunder irgendwo alle geworden sind. Wo gibt es noch Arme……..? nur im Fernsehen, auf entsprechendem Abstand, für die wir am Sonntag ja gerade 50 cent in den Klingenbeutel geworfen haben. Wie nüchtern kann uns dies in der Begegnung mit MM klar werden, dass dies wahrhaft die größte Sünde ist, dass wir GOTT nicht mehr brauchen, weil wir uns selbst gott geworden sind. Der Böse hat uns sehr in seine nächste Nähe gerückt: „Wozu das LICHT GOTTES, da wir uns mit unserem Besserwissen genug Licht sind?

Ist es nicht eine furchtbare Sünde, dass wir die Existenz des Bösen leugnen, für ein Märchen der Kirche halten (das sie inzwischen selbst überwunden hat!), aber die Gegenwart des LEBENDIGEN GOTTES leugnen. Haben wir nicht Alles von IHM. Den Anderen, der Nichts ist als ein aufgeblähter, gegen GOTT geworfener Gedanke (wie sie uns tausendfach im Kopf schwirren!) aber haben wir unser Haus geöffnet, dass er ein und aus gehen kann, als sei er der beste unserer Freunde. Wie sehr ist es dem Bösen gelungen, die Pole auszutauschen! In der Verfolgung werden wir bald erfahren, was es für uns bedeutet, diesem Tausch entgegen zu stehen.

 

An MM können wir erkennen, wie sehr der HERR heute auf die Ärmsten schaut, um ihnen aus den Klauen des Würgengels zu helfen!

 

Hl. M.M. bitt’ für uns, dass das Gift des Besserwissens nie in uns eindringe!“

 

Mit Johannes zusammen ist sie in der Nähe MARIAS geblieben (Tradition der Ostkirche) bis in Ephesus. Erst dann hat sie den Ort ihrer letzten Wandlung als Einsiedlerin in Südfrankreich gefunden. Wenn in einem Zeugen, dann hat sich in ihr die Gnade der Wandlung durch den Auferstandenen HERRN reifend bis zur ihrer gänzlichen Wandlung ausgewirkt. Sie ist es, die in spannungsgeladener Einheit mit der Schmerzhaften MUTTER erste Zeugin der Gnade der Sühne geworden istr. Sie ist in anderer Weise als Johannes in der Schule MARIENS gewachsen.

 

 

Die Salbung JESU durch M. Magdalena

Sie geschah im Hause Simons, des Aussätzigen. Eine nähere Verbindung zum Haus des Lazarus gegeben war durch beider Nachbarschaft zu Gethsemani gegeben oder auch durch JESUS angebahnt. Die Perikope will deshalb wie im „Kraftfeld!“ des Hauses Lazarus gesehen werden.

Jo 12,7 Jesus antwortete ihm: „Was ich tue, verstehst du jetzt noch nicht; doch später wirst du es begreifen. 8 Petrus entgegnete ihm: Niemals sollst du mir die Füße waschen! Jesus erwiderte ihm: Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Anteil an mir. 9 Da sagte Simon Petrus zu ihm: Herr, dann nicht nur meine Füße, sondern auch die Hände und das Haupt. 10 Jesus sagte zu ihm: Wer vom Bad kommt, ist ganz rein und braucht sich nur noch die Füße zu waschen. Auch ihr seid rein, aber nicht alle. 11 Er wusste nämlich, wer ihn verraten würde; darum sagte er: Ihr seid nicht alle rein.“

Wir sehen hier ab von der Unsicherheit der meisten Exegeten, die von einer „anderen Magdalena“ sprechen. Seltsam und tiefer zu betrachten ist, dass gerade Simon dem Hause von Bethanien nahe ist, wohl nicht nur äußerlich. Simon scheint sehr wohl eine Beziehung zur Familie des Lazarus gehabt zu haben. Hier geschieht nicht nur Außergewöhnliches, das alle äußeren Formen durchbricht, sondern hier geht es um Letztes, zu dem in Hingabe nur MM s

a. im Hause Simons Lk 7, 31 - 39

31 Mit wem soll ich also die Menschen dieser Generation vergleichen? Wem sind sie ähnlich?

32 Sie sind wie Kinder, die auf dem Marktplatz sitzen und einander zurufen: Wir haben für euch auf der Flöte (Hochzeitslieder) gespielt, und ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder gesungen, und ihr habt nicht geweint.

33 Johannes der Täufer ist gekommen, er ißt kein Brot und trinkt keinen Wein, und ihr sagt: Er ist von einem Dämon besessen.

34 Der Menschensohn ist gekommen, er ißt und trinkt; darauf sagt ihr: Dieser Fresser und Säufer, dieser Freund der Zöllner und Sünder!

35 Und doch hat die Weisheit durch alle ihre Kinder recht bekommen.

36 Jesus ging in das Haus eines Pharisäers, der ihn zum Essen eingeladen hatte, und legte sich zu Tisch.

37 Als nun eine Sünderin, die in der Stadt lebte, erfuhr, daß er im Haus des Pharisäers bei Tisch war, kam sie mit einem Alabastergefäß voll wohlriechendem Öl

38 und trat von hinten an ihn heran. Dabei weinte sie, und ihre Tränen fielen auf seine Füße. Sie trocknete seine Füße mit ihrem Haar, küsste sie und salbte sie mit dem Öl.

b. beim Abendmahl

Jo 12:1 - 8

Sechs Tage vor dem Paschafest kam Jesus nach Bethanien, wo Lazarus war, den er von den Toten auferweckt hatte.

2 Dort bereiteten sie ihm ein Mahl; Marta bediente, und Lazarus war unter denen, die mit Jesus bei Tisch waren.

3 Da nahm Maria ein Pfund echtes, kostbares Nardenöl, salbte Jesus die Füße und trocknete sie mit ihrem Haar. Das Haus wurde vom Duft des Öls erfüllt.

4 Doch einer von seinen Jüngern, Judas Iskariot, der ihn später verriet, sagte:

5 Warum hat man dieses Öl nicht für dreihundert Denare verkauft und den Erlös den Armen gegeben?

6 Das sagte er aber nicht, weil er ein Herz für die Armen gehabt hätte, sondern weil er ein Dieb war; er hatte nämlich die Kasse und veruntreute die Einkünfte.

7 Jesus erwiderte: Laß sie, damit sie es für den Tag meines Begräbnisses tue.

8 Die Armen habt ihr immer bei euch, mich aber habt ihr nicht immer bei euch.

 

39 „Als der Pharisäer, der ihn eingeladen hatte, das sah, dachte er: Wenn er wirklich ein Prophet wäre, müsste er wissen, was das für eine Frau ist, von der er sich berühren lässt; er wüsste, daß sie eine Sünderin ist. 40 Da wandte sich Jesus an ihn und sagte: Simon, ich möchte dir etwas sagen. Er erwiderte: Sprich, Meister! 41 (Jesus sagte:) Ein Geldverleiher hatte zwei Schuldner; der eine war ihm fünfhundert Denare schuldig, der andere fünfzig. 42 Als sie ihre Schulden nicht bezahlen konnten, erließ er sie beiden. Wer von ihnen wird ihn nun mehr lieben? 43 Simon antwortete: Ich nehme an, der, dem er mehr erlassen hat. Jesus sagte zu ihm: Du hast recht.

44 Dann wandte er sich der Frau zu und sagte zu Simon: Siehst du diese Frau? Als ich in dein Haus kam, hast du mir kein Wasser zum Waschen der Füße gegeben; sie aber hat ihre Tränen über meinen Füßen vergossen und sie mit ihrem Haar abgetrocknet. 45 Du hast mir (zur Begrüßung) keinen Kuß gegeben; sie aber hat mir, seit ich hier bin, unaufhörlich die Füße geküsst. 46 Du hast mir nicht das Haar mit Öl gesalbt; sie aber hat mir mit ihrem wohlriechenden Öl die Füße gesalbt. 47 Deshalb sage ich dir: Ihr sind ihre vielen Sünden vergeben, weil sie (mir) so viel Liebe gezeigt hat. Wem aber nur wenig vergeben wird, der zeigt auch nur wenig Liebe. 48 Dann sagte er zu ihr: Deine Sünden sind dir vergeben. 49 Da dachten die anderen Gäste: Wer ist das, daß er sogar Sünden vergibt? 50 Er aber sagte zu der Frau: Dein Glaube hat dir geholfen. Geh in Frieden!

 

Gemeinschaft in der GO

Erinnern wir uns: Johannes ist in Patmos ausgesondert aus jeglicher Gemeinschaft. Er ist Gefangener auf der Insel und wohl auch in der Grotte, auch wenn die Wache ihm gewisse Freiheiten lässt wie Paulus in Rom. Der Anruf GOTTES geht an ihn über die Kirche hinaus an die Vollendung aller Dinge zu denken. Es muss eine neue Art von Gemeinschaft werden, die über das, was der Kirche aufgetragen ist, hinausgeht. Immer wieder rutscht sie ab von einem Wellenberg, auf den sie ein Heiliger für kurze Zeit gebracht hat. Das Gewicht der Erde und der Sünden, die immerwährende Bedrängnis durch den Feind brauchen andere Kräfte, um sie zu überwinden. Wie kann die Kraft des GEISTES, der ihr zu Pfingsten geschenkt wurde, tiefer dringen, wenn sie das Irdische immer wieder hinunter zieht?

Johannes geht auf diese Frage zu in der Begegnung mit Nikodemus, wie in einer anderen Welt, verhüllt im Dunkel der Nacht. Nie kann sie gelöst werden im grellem Licht des Tages. Schon dieses können die Menschen dieser Tage nicht mehr ertragen. Sie haben ihr eigenes Licht, mit dem sie tun, was sie wollen, nicht wissend, dass der Lichtscheue es ihnen unterschiebt, damit sie nicht merken, dass sie GOTTES Licht in der Seele verloren haben. Darum muss er es auch ständig wechseln, unruhiger auf sie eindringen lassen, bis das immer härtere Licht den Menschen aufgelöst hat. Er hat alle Mitte verloren, aus der doch sein Leben gekommen und gewachsen war. Etwas Ähnliches muss Nikodemus in seiner Zeit erfahren haben. Muss er nicht fragen, da ihn die Wunder JESU einen Weg der Heilung zu weisen scheinen?

Er fragt, wie wir Menschen alle, von Außen. So kann er den ersten Hinweis JESU, dass es notwendig sei, neu geboren zu werden, nicht fassen. JESUS packt ihn bei seinem Ehrgefühl als Lehrer Israels. Sollte es IHM gelingen, wenigstens Einen, die aus dem Glauben ein Totenhaus gemacht haben, wieder ans Licht zu bringen? Einfacher kann ER es nicht sagen als im Hinweis auf die Notwendigkeit, neu geboren zu werden. „Aber wie?“ Sind sie damals nicht wie heute beim Lebensunterhalt fest gefahren, um den Rest, der am Leben blieb, noch zum Grab zu schleppen. Wo die Lüge nicht in der Wurzel heraus gerissen wird, muss sie alles Leben vernichten. Wie scharf zielt JESUS auf die Wahrhaftigkeit, den Hunger an Licht, ohne die das Leben schon lebend tot ist. Wo ER diesen Hunger wecken kann, ist der erste Schritt zurück zum VATER schon getan.

Den zweiten zeigt Johannes auf in der Perikope der Samariterin. Wo einmal die aus dem Herzen aufsteigende Frage nach GOTT leise geweckt ist, muss tiefer aufgebrochen werden, um begraben unter toten Traditionen, letzte Lebenswurzeln frei zu legen. Es ist da tief Wahres um den „Vater Jakob“, der den Brunnen gegraben hat, doch es ist vergessen. Nur ein Buchstaben von Erinnerung ist geblieben. Das Wasser, das die Frau schöpft, kann den Durst der Seele nie und nimmer löschen, denn er geht in die Tiefe, hinein in den Ursprung alles lebendigen Wassers: GOTT.

Dem dritten Schritt begegnen wir in der Perikope der Heilung des Knechtes auf Entfernung, der die Erfahrung des HL. GEISTES bindet an die Forderung aufzubrechen jenseits des Greifbaren, in dem sich der Mensch selbst gefangen hat. Wo nur einer durchstößt, kann eine ganze Familie zu Neuem Leben kommen. Es beginnt mit der Bekehrung des Hauptmann, greift über auf seine Familie, doch um tiefer zu wurzeln, muss das Samenkorn in die Erde fallen, bis die rechte Zeit da ist, ein ganzes Volk zum Glauben zurück zu führen. Wie organisch greift Johannes diese entscheidenden Fragen an! Das Ziel, die Einheit in der LIEBE, kann nur in kleinen, demütigen Schritt erreicht werden. Israel muss hinter seinen Anfang zurück, um dem Messias zu begegnen, wie es verheißend der Samariterin geschah. Hier sind die hl. Engel als Geburtshelfer (Offb 12!) gerufen, nicht nur helfend von Außen, wie es auch weiter ihre Aufgabe bleibt, auch nicht nur als Schutzengel des je einzelnen Getauften, sondern hin auf JESUS CHRISTUS, in IHM eine neue Gemeinschaft zu bilden, die dem Totenreich den Boden nimmt und neu, in der Asche beginnt. Versteckt ist in ihr letzte Glut geborgen. Das ist das Anliegen der Gemeindebriefe, die wir daraufhin befragen müssen. [28]

Der HERR selbst gibt hier den ersten Hinweis: die Kirche muss im HEILIGEN GEIST von den hl. Engeln geführt werden, wie einst beim Auszug der Israeliten von Ägypten: 2,20 „Der geheimnisvolle Sinn der Sieben Sterne, die du auf meiner rechten Hand gesehen hast, und der sieben goldenen Leuchter ist: Die sieben Sterne sind die Engel der sieben Gemeinden, und die sieben Leuchter sind die sieben Gemeinden“ (1,20). Damit die Kirche endlich werde, wozu GOTTES weise Vorsehung bestimmt hat, nämlich das Neue Paradies, muss in jedem Glied wie im Ganzen der WILLE GOTTES erfüllt werden, wie er grundlegend und Richtung gebend in MARIA erfüllt wurde in der Überschattung durch den HEILIGEN GEIST. Jedes einzelne Glied ist dabei so entscheidend wie die Erfüllung Seines Willens im Miteinander und hin zu GOTT. Das kann nicht mehr administrativ von der Hierarchie bestimmt werden, sondern muss in der Kraft des BLUTES CHRISTI das einzelne Glied wie den ganzen Leib CHRISTI durchströmen. Darum muss diese Erneuerung bei denen beginnen, die GOTT zu Hirten Seiner Herde bestimmt hat: die Priester. Dies ist erster Wille GOTTES, da ER das Werk der hl. Engel auf Erden gründete, damit es von der Kirche als Keim für das „Siehe, ICH mache Alles neu!“ aufgenommen werde.

Die Botschaft, die Johannes vermitteln muss, ist eine Engelbotschaft. Menschlich ausgedrückt: „Finger weg!“, wir können sie abweisen oder annehmen. Wo wir sie annehmen, müssen wir ihrer Weisung gehorchen! Die Begegnung Engel – Mensch bedeutet für beide, eine Schwelle zu überschreiten: der Engel muss sich herabbeugen zum Menschen, der Mensch soll zum Engel aufschauen. Beide sollen im endzeitlichen Geisterkampf wie eins werden. Die Einheit zwischen beiden ist der HERR, in dessen Dienst Engel und Mensch gerufen sind, um die Schöpfung zum VATER heimzubringen. ER stellt sich für jede der Sieben Gemeinden in anderer Weise da. Es ist uns Hilfe, wenn wir hier an die Sieben Gaben des HEILIGEN GEISTES denken, die je nach Adressat eine andere Prägung erhalten. Immer steht der HERR hier für den DREIEINIGEN GOTT. Wenn diese Seine Dreifaltige Gegenwart auch in den Evangelien, besonders bei Johannes zu erkennen ist, so wird sie hier doch eine „Engelprägung“, auf die wir, um dem HERRN mit den hl. Engeln näher zu kommen, bewusst achten müssen.

Vereinfachungen sind ausschließend, denn sie achten nicht auf den apokalyptischen Plan GOTTES, die ganze Schöpfung heimzuholen. Der Mensch muss zur GOTTebenbildlichkeit der Schöpfung in aller Vielfalt Ja sagen. Je verschieden auch unser jeweiliger Zugang ist, er darf nie von diesem von GOTT gewollten Ziel absehen. Hier ist ein Anliegen des Vat II aufgenommen, das sicher im Licht der hl. Engel noch geklärt und vertieft werden müsste. Hier müssen wir, um besser zu verstehen auf die Viergestalt der Evangelien schauen, die geheimnisvoll die Sicht auf die DREI GÖTTLICHEN PERSONEN mit einschließt. Nur dort, wo wir die Vielfalt der Schöpfung sowohl vom VATER, wie vom SOHN, wie vom HEILIGEN GEIST im Blick auf das Eine und doch Vierstrahlige Kreuz sehen, kommen wir zur Vollendung, wie sie in der Zwölf, Zahl der Patriarchen, der Propheten, der Zwölf Tore des Neuen Jerusalem gegeben ist. Nicht nur die DREI sind eins, sondern auch die Vier! Diese „heilige Mathematik“ hilft uns im Geheimnis: GOTT und Seiner Abbildlichkeit in der Schöpfung zu bleiben.

Sie muss dreifach, im Blick auf die Drei GÖTTLICHEN PERSONEN

und zugleich vierfach im Blick auf den Einen Weg zu GOTT, das Kreuz, geprägt sein.

Es ist richtig im Blick auf den VATER zu sagen: „GOTT ist die Ordnung“, doch nicht in der verängstigten Enge, wie sie die Traditionalisten beanspruchen. Sie bleibt ferne der Engelsicht des hl. Mt, der sie vom VATER her seinem Evangelium über das LW „Engel“ voran stellt. Wie viel größer, weiter, weiser die Ordnung GOTTES ist, als unser sehr menschliches Bemühen, alles auf Einen Nenner zu bringen, das werden wir „Drüben“ nachzuholen haben. Fast immer wirkt im Menschen, wo er auf Ordnung pocht, das Besserwissen – und wollen der eigenen Ich mit, das die Rundsicht des hl. Engels als „zusätzlich“, ja überflüssig beschneidet. Dabei ist nicht zu leugnen, dass das Mt Evangelium die katholische Kirche fast 2000 geprägt hat und wohl noch weiter prägen wird. Die LW sind immer Vier, auch wo eine Prägung nach vorne tritt, sind die anderen drei Prägungen mit gegeben und wollen in der Deutung des Evangeliums beachtet werden.

Das Wort ist des SOHNES, dafür steht vor allem die erste Verkündigung JESU. Es ist „Tat“, es wirkt, was es aussagt. Hier ist besonders durch Markus die Sendung des Evangeliums über die ganze Schöpfung, nicht nur die Menschheit, mit ausgesagt. Dafür steht über dem Evangelium das LW Löwe, das als Erstes den bedingungslosen Glauben, den Gehorsam verlangt, der uns heute fremd geworden ist in aller Anpassung an die Welt. Und doch endet nicht auch Mt mit dem Auftrag, hinauszugehen in alle Welt, um die Frohbotschaften allen Völkern zu künden, hier jedenfalls mehr im Blick auf den Menschen. Das Wort des Mk ist zuerst Tat, frisch, zupackend, nicht nur auf den Menschen, es will auch die Schöpfung in seinen Griff nehmen und GOTT unterordnen, nach dem Auftrag im ersten Schöpfungsbegriff. Wer tiefer sieht, wird in dem Auftrag des Mt den hl. Engel mitwirkend erkennen, wie es der letzten Verkündigung aufgegeben ist. L.M.Monfort hat sie den „Aposteln der Letzten Zeit“ zugeschrieben. Wie viel feiner werden Unterscheidungen, wenn uns der hl. Engel dabei zu Hilfe kommt. Bei uns geht es immer darum, möglichst bald und praktisch mit einer Aufgabe fertig zu werden. Der hl. Engel kennt keinen Zeitdruck, er kennt nur den von GOTT gegebenen Auftrag, der erfüllt werden muss, Zeit ist dabei nicht mehr als begleitendes, für uns Menschen nicht auszuschaltendes Element. Erstes bleibt: die Aufgabe mit letzter Hingabe zu erfüllen. Dies werden die meisten Menschen erst in der Läuterung erfahren, wo ihnen auferlegt ist, das Versäumte in heiliger Geduld nachzuholen.

Doch das Wort ist nicht nur „Tat“, es ist wie wir es über das immerwährende Betrachten MARIENS erkennen, Besinnung, Betrachtung, Schauen auf das, was uns das Wort sagen will. Nur der Betrachtende kann schon hier auf Erden, wenn auch bruchstückhaft, in den Sinn dessen, was uns aufgegeben ist, eindringen. Nur betrachtend kann er ganz werden, was er nach dem weisen Plan GOTTES sein sollte. Nur „ganz“ kann er in den Himmel eintreten. Hier wird nicht wenig nachzuholen sein. Das macht das „Fegfeuer“ für uns unbegreifbar, auch wenn die Kirche uns hier in den Indulgentien mit Zahlen zu Hilfe kommen will. Drüben fällt immer mehr die Zeit mit der Ewigkeit GOTTES zusammen. Je mehr einer mit ihr auch drüben weiter zu rechnen versucht, um so länger wird es dauern!

Nicht zuletzt in der Sicht des Adlers, wie sie Johannes gegeben ist, will uns GOTTES Erbarmen und Güte schon hier über das Nächste hinaus hinaufheben in die Adlerschau, die vergleichsweise ganze Ländereien übersieht. Wenn wir im betrachtenden Schauen des hl. Lukas schon die Nähe des HEILIGEN GEISTES ahnen, der behutsamer an Dinge und Menschen heran geht, wie wir es hier zugreifend tun, bei Johannes ist es nicht nur der Hl. GEIST, der uns anhebt zur Adlersicht, es ist der DREIFALTIGE GOTT selbst. Nicht zu Unrecht wird deshalb Lukas’ Sicht dem HEILIGEN GEIST, Johannes’ ‚Sicht der HLST. DREIFALTIGKEIT zugerechnet Wie viel könnte der hl. Engel uns helfen, wieder zum Staunen der ersten griechischen Philosophen zurück zu kehren, die nicht aufhörten das Wunder der Schöpfung auf ihre inne wohnende Ordnung zu befragen. Wir können sicher sein, dass MM in ihrer liebenden Nähe zum HERRN wegweisend voraus eilt. Warum nicht wie sie wenigstens zeitweise ein wenig Abstand vom Nächstnotwendigen finden, das uns erschlägt.

Die Kirche ist dort, wo sie sich den hl. Engel öffnet die sie betreuen, nicht allein auf Erden. Sie hat in ihnen nicht nur ihr Widerbild im Himmel. Hier wie dort ist der HERR mitten in ihr - dort sichtbar den hl. Engeln, unten im Geheimnis des Sakramentes wie im Dunkel, aus dem sich die sieben Gemeinden im Bild von Säulenbögen erheben. Es ist Eine Kirche, auch wenn sie jetzt noch dreigeteilt ist in die glorreiche (die Heiligen mit den hl. Engeln im Himmel), die kämpfende auf Erde (in der von GOTT im HEILIGEN GEIST gegebenen Ordnung) und unter ihr noch die leidende Kirche der Seelen im Reinigungsort, hier nur wie in Schemen zu erkennen.

 

Die Begegnung nach dem Tod JESU

Die Begegnung MMs mit Simon im Sinne einer vollkommenen Umkehr hin zum Neuen Leben, wird im Blick auf das Herz des Menschen durch das Bekenntnis der römischen Hauptmanns wie durch die Erschütterung bis zum Tod der Soldaten am Grab als hingeordnet auf die Letzten Dinge unterstrichen.

51 Da riss der Vorhang im Tempel von oben bis unten entzwei. Die Erde bebte, und die Felsen spalteten sich.

52 Die Gräber öffneten sich, und die Leiber vieler Heiligen, die entschlafen waren, wurden auferweckt.

53 Nach der Auferstehung Jesu verließen sie ihre Gräber, kamen in die Heilige Stadt und erschienen vielen.

54 Als der Hauptmann und die Männer, die mit ihm zusammen Jesus bewachten, das Erdbeben bemerkten und sahen, was geschah, erschraken sie sehr und sagten: Wahrhaftig, das war Gottes Sohn!

38 Da riss der Vorhang im Tempel von oben bis unten entzwei.

39 Als der Hauptmann, der Jesus gegenüberstand, ihn auf diese Weise sterben sah, sagte er: Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn.

47 Als der Hauptmann sah, was geschehen war, pries er Gott und sagte: Das war wirklich ein gerechter Mensch.

48 Und alle, die zu diesem Schauspiel herbeigeströmt waren und sahen, was sich ereignet hatte, schlugen sich an die Brust und gingen betroffen weg.

49 Alle seine Bekannten aber standen in einiger Entfernung (vom Kreuz), auch die Frauen, die ihm seit der Zeit in Galiläa nachgefolgt waren und die alles mit ansahen.

31 Weil Rüsttag war und die Körper während des Sabbats nicht am Kreuz bleiben sollten, baten die Juden Pilatus, man möge den Gekreuzigten die Beine zerschlagen und ihre Leichen dann abnehmen; denn dieser Sabbat war ein großer Feiertag.

32 Also kamen die Soldaten und zerschlugen dem ersten die Beine, dann dem andern, der mit ihm gekreuzigt worden war.

38 Josef aus Arimathäa war ein Jünger Jesu, aber aus Furcht vor den Juden nur heimlich. Er bat Pilatus, den Leichnam Jesu abnehmen zu dürfen, und Pilatus erlaubte es. Also kam er und nahm den Leichnam ab.

 

 
Seite JESU durchstochen bei Johannes

Jo 19, 33 Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon tot war, zerschlugen sie ihm die Beine nicht, 34 sondern einer der Soldaten stieß mit der Lanze in seine Seite, und sogleich floss Blut und Wasser heraus. 35 Und der, der es gesehen hat, hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist wahr. Und er weiß, dass er Wahres berichtet, damit auch ihr glaubt. 36 Denn das ist geschehen, damit sich das Schriftwort erfüllte: Man soll an ihm kein Gebein zerbrechen. 37 Und ein anderes Schriftwort sagt: Sie werden auf den blicken, den sie durchbohrt haben.

Salbung und Begräbnis bei Johannes

Zu den Einzelnen, die schon in der Stunde des Gerichtes im Bekenntnis zu JESUS stehen, gehören notwendig auch die Ältesten aus dem Kreis der Schriftgelehrten, auch wenn ihr Zeugnis noch hinkt. Sie müssen wachsen hin auf die Stunde, da ihr Volk sich als ganzes zum HERRN bekehrt.

39 Es kam auch Nikodemus, der früher einmal Jesus bei Nacht aufgesucht hatte. Er brachte eine Mischung aus Myrrhe und Aloe, etwa hundert Pfund. 40 Sie nahmen den Leichnam Jesu und umwickelten ihn mit Leinenbinden, zusammen mit den wohlriechenden Salben, wie es beim jüdischen Begräbnis Sitte ist. 41 An dem Ort, wo man ihn gekreuzigt hatte, war ein Garten, und in dem Garten war ein neues Grab, in dem noch niemand bestattet worden war. 42 Wegen des Rüsttages der Juden und weil das Grab in der Nähe lag, setzten sie Jesus dort bei.

 

Begräbnis Freitag gegen Abend

Betrachten wir hier vor allem, wie sehr es auf unserer Seite Zeugen bedarf, die bei all der Unbegreiflichkeit der Ereignisse die Brücke von Tod JESU hinüber zu Seiner Auferstehung bilden. In diesem Licht will auch das außerordentliche Zeugnis Johannes des Evangelisten in der Geheimen Offenbarung gesehen werden. Es zieht über Tod/Auferstehung den Bogen hinüber zur Vollendung aller Dinge in der Apokalypse.

Bei Mt 27,55 - 61

Mk 15,40 – 47

Lk 23,49

Jo 19,25 – 30

Matthäus

Grablegung

27, 55 Auch viele Frauen waren dort und sahen von weitem zu; sie waren Jesus seit der Zeit in Galiläa nachgefolgt und hatten ihm gedient. 56 Zu ihnen gehörten Maria aus Magdala, Maria, die Mutter des Jakobus und des Josef, und die Mutter der Söhne des Zebedäus.

57 Gegen Abend kam ein reicher Mann aus Arimathäa namens Josef; auch er war ein Jünger Jesu. 58 Er ging zu Pilatus und bat um den Leichnam Jesu. Da befahl Pilatus, ihm den Leichnam zu überlassen. 59 Josef nahm ihn und hüllte ihn in ein reines Leinentuch. 60 Dann legte er ihn in ein neues Grab, das er für sich selbst in einen Felsen hatte hauen lassen. Er wälzte einen großen Stein vor den Eingang des Grabes und ging weg.

61 Auch Maria aus Magdala und die andere Maria waren dort; sie saßen dem Grab gegenüber.

 

Markus

Grablegung

15,40 Auch einige Frauen sahen von weitem zu, darunter Maria aus Magdala, Maria, die Mutter von Jakobus dem Kleinen und Joses, sowie Salome; 41 sie waren Jesus schon in Galiläa nachgefolgt und hatten ihm gedient. Noch viele andere Frauen waren dabei, die mit ihm nach Jerusalem hinaufgezogen waren.

42 Da es Rüsttag war, der Tag vor dem Sabbat, und es schon Abend wurde,

43 ging Josef von Arimathäa, ein vornehmer Ratsherr, der auch auf das Reich Gottes wartete, zu Pilatus und wagte es, um den Leichnam Jesu zu bitten. 44 Pilatus war überrascht, als er hörte, dass Jesus schon tot sei. Er ließ den Hauptmann kommen und fragte ihn, ob Jesus bereits gestorben sei. 45 Als der Hauptmann ihm das bestätigte, überließ er Josef den Leichnam.

 

Lukas

49 Alle seine Bekannten aber standen in einiger Entfernung (vom Kreuz), auch die Frauen, die ihm seit der Zeit in Galiläa nachgefolgt waren und die alles mit ansahen.

50 Damals gehörte zu den Mitgliedern des Hohen Rates ein Mann namens Josef, der aus der jüdischen Stadt Arimathäa stammte. Er wartete auf das Reich Gottes und hatte dem, was die anderen beschlossen und taten, nicht zugestimmt, weil er gut und gerecht war.

– 51 - 52 Er ging zu Pilatus und bat um den Leichnam Jesu. 53 Und er nahm ihn vom Kreuz, hüllte ihn in ein Leinentuch und legte ihn in ein Felsengrab, in dem noch niemand bestattet worden war. 54 Das war am Rüsttag, kurz bevor der Sabbat anbrach. 55 Die Frauen, die mit Jesus aus Galiläa gekommen waren, gaben ihm das Geleit und sahen zu, wie der Leichnam in das Grab gelegt wurde.

 

Johannes siehe vorher!

38 Josef aus Arimathäa war ein Jünger Jesu, aber aus Furcht vor den Juden nur heimlich. Er bat Pilatus, den Leichnam Jesu abnehmen zu dürfen, und Pilatus erlaubte es. Also kam er und nahm den Leichnam ab.

39 Es kam auch Nikodemus, der früher einmal Jesus bei Nacht aufgesucht hatte. Er brachte eine Mischung aus Myrrhe und Aloe, etwa hundert Pfund.

40 Sie nahmen den Leichnam Jesu und umwickelten ihn mit Leinenbinden, zusammen mit den wohlriechenden Salben, wie es beim jüdischen Begräbnis Sitte ist.

41 An dem Ort, wo man ihn gekreuzigt hatte, war ein Garten, und in dem Garten war ein neues Grab, in dem noch niemand bestattet worden war.

42 Wegen des Rüsttages der Juden und weil das Grab in der Nähe lag, setzten sie Jesus dort bei.

 

 
Salbung und Begräbnis bei Lukas (Hinweis auf den Stein)

46 Josef kaufte ein Leinentuch, nahm Jesus vom Kreuz, wickelte ihn in das Tuch und legte ihn in ein Grab, das in einen Felsen gehauen war. Dann wälzte er einen Stein vor den Eingang des Grabes. 47 Maria aus Magdala aber und Maria, die Mutter des Joses, beobachteten, wohin der Leichnam gelegt wurde.

Bereitung der Salben bei Lukas

56 Dann kehrten sie heim und bereiteten wohlriechende Öle und Salben zu. Am Sabbat aber hielten sie die vom Gesetz vorgeschriebene Ruhe ein.

 

Am nächsten Morgen

Der Text sei hier noch einmal zur besseren Erinnerung vorgelegt

28:1 Nach dem Sabbat kamen in der Morgendämmerung des ersten Tages der Woche Maria aus Magdala und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen.

2 Plötzlich entstand ein gewaltiges Erdbeben; denn ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat an das Grab, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. 3 Seine Gestalt leuchtete wie ein Blitz, und sein Gewand war weiß wie Schnee. 4 Die Wächter begannen vor Angst zu zittern und fielen wie tot zu Boden.

5 Der Engel aber sagte zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. 6 Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und seht euch die Stelle an, wo er lag. 7 Dann geht schnell zu seinen Jüngern und sagt ihnen: Er ist von den Toten auferstanden. Er geht euch voraus nach Galiläa, dort werdet ihr ihn sehen. Ich habe es euch gesagt.

8 Sogleich verließen sie das Grab und eilten voll Furcht und großer Freude zu seinen Jüngern, um ihnen die Botschaft zu verkünden.

 

 

16:1 Als der Sabbat vorüber war, kauften Maria aus Magdala, Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um damit zum Grab zu gehen und Jesus zu salben. 2 Am ersten Tag der Woche kamen sie in aller Frühe zum Grab, als eben die Sonne aufging. 3 Sie sagten zueinander: Wer könnte uns den Stein vom Eingang des Grabes wegwälzen? 4 Doch als sie hinblickten, sahen sie, dass der Stein schon weggewälzt war; er war sehr groß.

5 Sie gingen in das Grab hinein und sahen auf der rechten Seite einen jungen Mann sitzen, der mit einem weißen Gewand bekleidet war; da erschraken sie sehr. 6 Er aber sagte zu ihnen: Erschreckt nicht! Ihr sucht Jesus von Nazaret, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden; er ist nicht hier. Seht, da ist die Stelle, wo man ihn hingelegt hatte. 7 Nun aber geht und sagt seinen Jüngern, vor allem Petrus: Er geht euch voraus nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er es euch gesagt hat.

 

 

24:1 Am ersten Tag der Woche gingen die Frauen mit den wohlriechenden Salben, die sie zubereitet hatten, in aller Frühe zum Grab. 2 Da sahen sie, dass der Stein vom Grab weggewälzt war; 3 sie gingen hinein, aber den Leichnam Jesu, des Herrn, fanden sie nicht.

4 Während sie ratlos dastanden, traten zwei Männer in leuchtenden Gewändern zu ihnen. 5 Die Frauen erschraken und blickten zu Boden. Die Männer aber sagten zu ihen: Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? 6 Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden. Erinnert euch an das, was er euch gesagt hat, als er noch in Galiläa war:

7 Der Menschensohn muss den Sündern ausgeliefert und gekreuzigt werden und am dritten Tag auferstehen. 8 Da erinnerten sie sich an seine Worte.

 

 

Am frühen Morgen

20:1 Am ersten Tag der Woche kam Maria von Magdala frühmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war. 2 Da lief sie schnell zu Simon Petrus und dem Jünger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: Man hat den Herrn aus dem Grab weggenommen, und wir wissen nicht, wohin man ihn gelegt hat.

3 Da gingen Petrus und der andere Jünger hinaus und kamen zum Grab;

4 sie liefen beide zusammen dorthin, aber weil der andere Jünger schneller war als Petrus, kam er als erster ans Grab. 5 Er beugte sich vor und sah die Leinenbinden liegen, ging aber nicht hinein. 6 Da kam auch Simon Petrus, der ihm gefolgt war, und ging in das Grab hinein. Er sah die Leinenbinden liegen 7 und das Schweißtuch, das auf dem Kopf Jesu gelegen hatte; es lag aber nicht bei den Leinenbinden, sondern zusammengebunden daneben an einer besonderen Stelle.

8 Da ging auch der andere Jünger, der zuerst an das Grab gekommen war, hinein; er sah und glaubte. 9 Denn sie wussen noch nicht aus der Schrift, dass er von den Toten auferstehen musste..

 

 

 
Unterschiede der Erzählung nach dem Besuch des Grabes

28,9 Erste Begegnung mit JESUS bei Matthäus

Plötzlich kam ihnen Jesus entgegen und sagte: Seid gegrüßt! Sie gingen auf ihn zu, warfen sich vor ihm nieder und umfassten seine Füße. 10 Da sagte Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen, und dort werden sie mich sehen.

 

16,8 Schrecken

8 Da verließen sie das Grab und flohen; denn Schrecken und Entsetzen hatte sie gepackt. Und sie sagten niemand etwas davon; denn sie fürchteten sich.

24, 9 Erfüllung des Auftrages

9 Und sie kehrten vom Grab in die Stadt zurück und berichteten alles den Elf und den anderen Jüngern. 10 Es waren Maria Magdalene, Johanna und Maria, die Mutter des Jakobus; auch die übrigen Frauen, die bei ihnen waren, erzählten es den Aposteln.

*Übereinstimmung mit Johannes und Matthäus

20,10 Rückkehr der beiden Jünger

10 Dann kehrten die Jünger wieder nach Hause zurück

 
Die Begegnung mit M. M bei Johannes.

Die Begegnung M. Magdalenas mit dem „Gärtner“ bei Johannes:

Sie steht nicht wie die Hirten dem Geheimnis der Geburt betrachtend und anbetend gegenüber, sie erleidet sie in allen Schmerzen der Sonnenumkleideten Frau. So arm sie zum Grabe kommt, so blind und verloren, auch wenn sie es nicht erfährt, sie ist schon jetzt hinein genommen in die Strahlen – Mandorla, wie wir sie im Bild von Guadalupe erkennen können.

11 „Maria aber stand draußen bei der Gruft und weinte. Als sie nun weinte, bückte sie sich vornüber in die Gruft 12 und sieht zwei Engel in weißen <Kleidern> dasitzen, einen bei dem Haupt und einen bei den Füßen, wo der Leib Jesu gelegen hatte. 3 Und jene sagen zu ihr: Frau, was weinst du? Sie spricht zu ihnen: Weil sie meinen Herrn weggenommen und ich nicht weiß, wo sie ihn hingelegt haben.“

Neigen sich hier nicht beide so gegensätzlichen Geschöpfe, Engel und Mensch zueinander über dem Ort, an dem der HERR gelegen? Ist nicht hier etwas von dieser von GOTT gewollten Einheit beider Geschöpfe zu erahnen, die JESUS in Seinem Hohenpriesterlichen Gebet vom VATER im HEILIGEN GEIST erbittet? Wird sie nicht in Seiner Todesstunde gesiegelt, da Er spricht: „Es ist vollbracht!“? Vorbereitet ist sie schon zu Weihnachten, da die hl. Engel vom Himmel das Gloria anstimmen und die Hirten bewegen, hinüber zu gehen zur Geburtsgrotte, die schon hier Zeichen für das Grab auf Golgotha ist.

14 „Als sie dies gesagt hatte, wandte sie sich zurück und sieht Jesus dastehen; und sie wußte nicht, daß es Jesus war .

Zu sehr ist noch in ihr das Greifen nach dem, was sie verloren glaubt. Nie wird sie es erreichen, wenn sie zurück schaut. Doch wie nahe ist ER dort, wo sich die Blicke von M.M. und des Engels kreuzen über der leeren Stelle, wo der HERR gelegen war! Das Geheimnis von Tod und Auferstehung ist nicht nur unauslotbar tief, es ist aus der Hand des VATERS reinstes Geheimnis der Liebe zum SOHN und durch IHN hin zur dreifaltigen Schöpfung, die nur in IHM neu werden kann. Muss ER nicht im HEILIGEN GEIST an dem Ort gegenwärtig sein, wo man IHN hingelegt hatte? Kann es bei GOTT je dort auf Erden eine Leere geben, selbst wo ER nur einmal Seinen Fuß hin gesetzt hat? Wer betend die Wallfahrt ins Hl. Land unternimmt, darf es erfahren!

Wie zart deutet Johannes diese Wandlung an. Notwendig muss MM zuerst zurück schauen auf den ganzen Weg, da sie IHM zum ersten Mal begegnet war. Doch das „Zurück“ will, so sehr sie es wirklich tut, im GEIST verstanden werden. Sie muss wissen, wovon sie sich abwendet, bevor ihr die Lösung und Wandlung hinein in das Geheimnis der Auferstehung geschenkt wird. Hier wird der hl. Engel, der sie anspricht wunderbarer Mittler, auch wenn sie es noch nicht bewusst fassen kann, ja ihn geradezu wegschieben will, um mit IHM, wie sie IHN kannte, auch wenn ER nur noch Leichnam ist, allein zu sein. Hier wird das Übermaß ihrer Liebe zu IHM offenbar, das notwendig auf das rechte Maß gewandelt werden muss. Dies aber ist wesentlich „Engelarbeit“, da wir das rechte Maß in der Sünde verloren haben.

Immer wird unser Besserwissen und Habenwollen unsere Sicht trüben, verzerren, bis unmöglich machen. Seien wir behutsam, wenn wir der sich hier vollziehenden Wandlung nachspüren wollen! Die hl. Engel stehen, wo immer sie uns im Geschehen der Auferstehung begegnen (das sich schon in der Geburt JESU andeutet) schon durch ihr Sein für GOTT-GEIST. Hier sind wir auf falschem Wege, da wir den HERRN nur in der Sicht eines eigenwilligen Humanismus sehen. Der HL.GEIST muss dazwischen treten, nicht in Seiner ganzen Herrlichkeit, die würde uns augenblicklich verbrennen, sondern durch Seine Werkzeuge, Seine Diener. Es bedarf persönlicher Vermittelung, wo es um unsere Wandlung in Sein Neues Sein als GOTTmensch geht.

M.M. muss umkehren, sich abwenden vom „Gärtner“ hinter ihr, um IHN über den hl. Engel, der vor ihr steht, in Seiner im GEIST gewandelten Gestalt zu erkennen. Die wenigen Worte, die der HERR an sie richtet, wollen sie leise auf ihren Irrtum aufmerksam machen und ihn berichtigen. Da der hl. Engel entweder noch da ist oder wenigsten geistig am Platz bleibt, muss sie den HERRN dort suchen, wo er ihr zuerst begegnet ist. Dies ist eines der zarten Geheimnisse, die wir im Griff nach der Hilfe der hl. Engel verfehlt haben. Schauen wir auf die Umkehr M. M.s, und wir werden besser verstehen.

Der hl. Engel will, wie hier besonders deutlich wird, nichts für sich selbst, so wie St. Gabriel, der nach der Verkündigung sofort verschwand. Er ist Platzhalter für den HERRN. Wo wir auf ihn als Vermittler schauen, hat er augenblicklich seinen Platz frei gegeben für IHN, der allein unsere Aufmerksamkeit verdient und deshalb auch leise fordern kann. Wie sehr ist uns das „leise“ im Lärm dieser Zeit verloren gegangen. Notwendig schieben wir hier wie M.M. immer unsere Sichtweise vor, die vom Haben- und Besitzenwollen gezeichnet ist. Dass es Wesen wie die hl. Engel gibt, die davon frei sind, will uns nicht eingehen, da wir den Menschen zum Maß aller Dinge gemacht haben. Im „besten Falle“ wird aus der Engelhilfe eine „Engelideologie“, die in gefährliche Nähe mit der Gnosis kommt.

15 „Jesus spricht zu ihr: Frau, was weinst du? Wen suchst du? Sie, in der Meinung, es sei der Gärtner, spricht zu ihm: Herr, wenn du ihn weggetragen, so sage mir, wo du ihn hingelegt hast! Und ich werde ihn wegholen.“ Irregeführt erkennt sie immer noch nicht. Das Habenwollen weist jedes fragende Innehalten (wie bei Adam und Eva am Anfang) in Ungeduld zurück. Sie will IHN haben und steht doch vor IHM! Diesen sinnlosen Widerspruch will uns der hl. Engel lösen helfen!

16 „Jesus spricht zu ihr: Maria!“

Der HERR muss sie in aller Zartheit tiefer anrühren im „Zauberwort“ MARIA, das M.M. wohl lange beiseite geschoben hat, obwohl sie ihr doch auf ihrem Weg zu JESUS immer wieder wie im Hauch des GEISTES entgegen trat. Wie sehr hat MARIA wegen der andringenden M.M. in den vergangenen Jahren mit sich kämpfen müssen. Wie sehr musste ihr hier in anderer Weise als bei der Hochzeit zu Kana das Wort JESU entgegen treten: „Was ist da zwischen uns, Frau?“ Wie schwer ist diese Stelle zu übersetzen, belastet von all den Verirrungen, die seit der Sünde der Voreltern das Verhältnis der Geschlechter verzerren. Und doch muss der HERR um Seiner Sendung willen MARIA in ihrer mütterlichen Besorgnis sachte zurückweisen. Ist ER nicht gekommen, um den Menschen in dieser Wurzelsünde zu heilen? Wie sehr bedurfte ER zugleich ihrer verzichtenden Hilfe!

Wie sehr bedürfen wir in unserem Verhältnis zum hl. Engel der Vermittlung MARIENS! So sehr ihn GOTT als Vermittler im GEISTE zu uns sendet, so sehr muss der hl. Engel uns menschlich in seinem Geistsein im Blick auf den SOHN vermittelt werden. Wie anders wird unser Blick auf MARIA, wo uns der GEIST anhebt und löst aus einer allzu erdgebundenen, eigensüchtigen Marienfrömmigkeit. Wie heilig ist doch dieses Geheimnis der Vermittlung, wo immer wir ihm begegnen, wie sehr will es in der Gegensätzlichkeit von Fleisch und Geist verstanden werden, ohne Abstrich nach der einen oder anderen Seite! Hier ist später noch Einiges mehr zu M.M. zu sagen, die hier für uns arme Sünder, MARIA ergänzend ein goldener Schlüssel werden soll.

„Sie wendet sich um und spricht zu ihm auf hebräisch: Rabbuni ! das heißt Lehrer“. Angesprochen in MARIA gibt sie die richtige Antwort und sie ist frei für ihre Sendung in, durch und mit IHM!

17 „Jesus spricht zu ihr: Rühre mich nicht an! Denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater. Geh aber hin zu meinen Brüdern und sprich zu ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater und zu meinem Gott und eurem Gott! 18 Maria Magdalena kommt und verkündet den Jüngern, daß sie den Herrn gesehen und er dies zu ihr gesagt habe.“

Weil sie jetzt gelöst ist von ihrer zu engen Bindung an JESUS, wird der Friede, den der HERR ihr schon nach der Salbung bei Johannes zugesprochen hat, in ihr wirksam und gibt ihr die Kraft, den Auftrag des Engels weiterzugeben. Auch hier zeigt sich wieder, wie sehr wir sie in ihrem Zeugnis in der Nähe der MUTTER sehen müssen.

 

Erscheinung vor den Jüngern

Bevor sie in der Führung des HEILIGEN GEISTES durch ihre hl. Engel zusammen finden können, muss jeder Einzelne für sich die Katastrophe des Kreuzes hinter sich gelassen, seine Schuld bereut und persönlich hin zu MARIA seinen Weg gefunden haben. Thomas steht hier beispielhaft. Jeder musste an der Hand seines hl. Engels durchbrechen durch das Dunkel der Enttäuschung und des Zweifels am HERRN. Ohne MARIA, Johannes und die Frauen, wäre die Brücke von der Katastrophe des Kreuzes hinüber zur Auferstehung nicht zustande gekommen. Hier haben sühnend mit MARIA die Frauen den Weg bereitet.

Versuchen wir die beiden folgenden Texte zu deuten, beide im Abendmahlsaal, dort wo der HERR in sakramentaler Hingabe Seines Leibes und Blutes die Einheit unter ihnen gestiftet hat, die der HEILIGE GEIST dann organisch entfaltet hat. Weil schon dort MARIA verborgen, für den HERRN stehend (wie unter dem Kreuz) stehen durfte in ihrem Ja zu JESU Leiden und Sterben, wurde sie Kristall des Neuwerdens im HEILIGEN GEIST, der nach der Reinigung in ihrer bleibenden Mystischen Gegenwart die Kirche nach dem Vorbild der himmlischen Hierarchie neu gestalten wird. Dies mag uns andeutungsweise deutlich werden, wenn wir die beiden Bilder des „Kristallenen Meeres“ in der GO tiefer betrachten:

Offb 4,6 Und vor dem Thron war etwas wie ein gläsernes Meer, gleich Kristall. Und in der Mitte, rings um den Thron, waren vier Lebewesen voller Augen, vorn und hinten.

Die Deutung dieses Bildes auf die Ordnung der Engelhierarchie liegt nahe. Was könnte es sonst bedeuten? Das Bild erscheint unmittelbar nach dem letzten Sendschreiben an die Sieben Gemeinden, die vorausgehend im Zeichen von „Drei“ (TRINITÄT) und „Vier“ (Kreuz) gerichtet werden. Da der Himmel aufreißt und der Thron GOTTES sichtbar wird sind sie auf diese Ordnung über ihnen ausgerichtet, wie sie sich wegweisend schon in der Ausrichtung der Vier LW und den 24 Ältesten um den Thron zu verwirklichen begonnen hat. Als Kristalle, in Einheit mit ihren hl. Engeln müssen sie sich in diese Ordnung schon hier auf Erden einfügen.

In dieser Sicht, gilt es die beiden Texte: Lk und Jo zu betrachten!

Lk 24, 33 - 46

1.Im Abendmahlsaal

33 „Noch in derselben Stunde brachen sie auf und kehrten nach Jerusalem zurück, und sie fanden die Elf und die anderen Jünger versammelt.“ Um MARIA und den unsichtbar anwesenden HERRN hat sich im HEILIGEN GEIST aus der Katastrophe von Golgotha kristallisierend haben sie nicht nur zueinander gefunden aus ganz verschiedenen Richtungen, in die sie sich verloren hatten, sie fand hier zugleich in die Ordnung zurück, die der HERR ihnen im Abendmahlsaal gewiesen hatte (auch wenn dies dort nicht erwähnt ist).

34 „Diese sagten: Der Herr ist wirklich auferstanden und ist dem Simon erschienen. 35 Da erzählten auch sie, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach.“ Bewusst weisen sie vor den Anderen darauf hin, dass sie IHN vor allem am „Brotbrechen“ erkannt hatten. Damit ist der vorhergehende Hinweis noch unterstrichen. Der HEILIGE GEIST muss dort anknüpfen, wo sie erschreckt vor dem Zugriff der Häscher, diese Einheit gebrochen hatten und davon liefen. Wandlung im HEILIGEN GEIST ist an ihnen geschehen, auch wenn sie es jetzt noch nicht fassen können. Es genügt, dass MARIA als die Erstgewandelte unter ihnen ist. Nach der durchstandenen Todesangst durchströmt sie Neues Leben.

36 „Während sie noch darüber redeten, trat er selbst in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!“ Noch bevor sie der Gruß des HERRN erreicht, sind sie auf dem Weg hin zu diesem Frieden, den die Welt nicht geben kann. Notwendig muss hier der HERR auch ihren fleischlichen Augen sichtbar werden, auch wenn er in seiner Erscheinung notwendig ein ganz Anderer ist, als sie IHN gekannt hatte. Er fügt sich hier wie vorher nahtlos in die Ordnung ein, die ER selbst gestiftet hat.

37 „Sie erschraken und hatten große Angst, denn sie meinten, einen Geist zu sehen.“ Notwendig muss die Gegensätzlichkeit des Kreuzes weiter in ihnen wirken. Im Gegensatz zu einer Auferstehungsideologie heute, die das Kreuz vergisst, muss das Kreuz die Mitte bleiben, auf die hin sie schon in Galiläa gerufen wurden.

38 „Da sagte er zu ihnen: Was seid ihr so bestürzt? Warum lasst ihr in eurem Herzen solche Zweifel aufkommen?“

Was Innen begonnen hat, ist noch wie ein zartes Pflänzlein, das in der Sonne Seiner Liebe und den sorgenden Tränen MARIENS und der übrigen Frauen wachsen muss. Es bedarf notwendig, wie ein neu gepflanztes Reis einer äußeren Stütze, die der HERR ihnen durch seine sichtbare Gegenwart schenkt.

39 „Seht meine Hände und meine Füße an: Ich bin es selbst. Fasst mich doch an, und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht. 40 Bei diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und Füße.“ Sie wissen im Herzen durch den hl. Engel: es ist der HERR, doch sie können das Neue an IHM noch nicht fassen. Das verlangt der HERR auch nicht an ihnen und kommt ihnen deshalb entgegen.

41 „Sie staunten, konnten es aber vor Freude immer noch nicht glauben. Ob es Lukas selbst mit erfahren hat? Er gehörte ja nicht zu den Zwölf, kam erst unter dem Kreuz über MARIA in den inneren Kreis (siehe später!). Als Arzt konnte er sich psychologisch einfühlen, sie verstehen. Die Kreuzspannung hat sich inzwischen gewandelt in die Gegensätzlichkeit von Staunen und Freude.

„Da sagte er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen hier? 42 Sie gaben ihm ein Stück gebratenen Fisch; 43 er nahm es und aß es vor ihren Augen.“ Tief verstehend hilft der HERR ihnen wie ein guter Vater verstörten Kindern. Sie brauchen noch mehr „Beweis“, um durchzustoßen. Über all dem, das ihnen geschieht, liegt tiefes, erwartendes Schweigen, das Keiner zu brechen gewagt hätte. Es bedarf Seines klärenden Wortes, wie ER es schon den beiden Jüngern auf dem Weg nach Emmaus getan hatte.

44 „Dann sprach er zu ihnen: Das sind die Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Alles muss in Erfüllung gehen, was im Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen über mich gesagt ist. 45 Darauf öffnete er ihnen die Augen für das Verständnis der Schrift. 46 Er sagte zu ihnen: So steht es in der Schrift: Der Messias wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen,“ So beruhigend seine schweigende Gegenwart unter ihnen auf ihre nicht wenig belasteten Gefühle gewirkt hat, so sehr wirken seine Worte Frieden in ihrem nicht weniger durcheinander geworfenen Geist.

 

Jo, 20, 19 – 29, Sündenvergebung: - 23

Im Abendmahlsaal

20,19 „Am Abend dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! 20 Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, dass sie den Herrn sahen.“ Bei Johannes tritt von Anfang an stärker die beruhigende Kraft Seines Geistes nach vorne. Er sieht das Geschehene von Anfang an mehr aus der Warte des Adlers über den Wolken. So will die Freude auch mehr als eine Gnadengabe des HEILIGEN GEISTES verstanden sein. Den ersten Frieden, den ER ihnen verheißt, kommt aus der weisen Voraussicht des VATERS.

21 „Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. 22 Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! 23 Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.“

Der zweite Frieden ist der Seine als des Sendling des VATERS, der jeder von ihnen auf seine Weise werden soll. Was zu tilgen bleibt, ist all das, wo sie noch nicht mit ganzem Herzen in Seine Sendung sich einfügen. Nur in Einheit mit dem VATER als Boden der Sendung mit dem SOHN, können sie in IHM ganz Sendling werden, für den nichts so bedeutsam ist als die Sendung, vor der alles Andere zurück treten muss.

Die Bekehrung Thomas’ 20, 24 - 29

24 Thomas, genannt Didymus (Zwilling), einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. 25Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht. 26 Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder versammelt, und Thomas war dabei. Die Türen waren verschlossen. Da kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch! 27 Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger aus - hier sind meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! 28 Thomas antwortete ihm: Mein Herr und mein Gott! 29 Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.

Der dritte Frieden wird nicht im Wort, sondern in der im HEILIGEN GEIST gefordert, aber auch verliehen, soweit die Einheit mit dem SOHN in ihnen wirklich.

Alle drei „Frieden“ müssen in ihnen wachsen zur Vollendung,

· der erste in aller Statik der Sendung

· der zweite in der notwendigen Dynamik, in der die Sendung zu vollbringen ist,

· der dritte in aller Beweglichkeit, die allein der HEILIGE GEIST zu schenken vermag.

 

Nicht nur die Erde wird neu, auch der „Himmel“, das zeigt sich schon in der Sendung der Zorschalenengel, die die Erde von allen Schlacken der Sünde reinigen werden, um die Neue Schöpfung in CHRISTUS durchzusetzen. Alles was nicht von IHM ist und auf IHN hinweist, wird verbrennen, wird Asche.: Offb 15:1 Dann sah ich ein anderes Zeichen am Himmel, groß und wunderbar. Ich sah sieben Engel mit sieben Plagen, den sieben letzten; denn in ihnen erreicht der Zorn Gottes sein Ende.

Drei Zeichen im Bezug auf „Kristall“ helfen uns die Zielrichtung der Reinigung klarer zu erkennen!

Das „andere Zeichen“ von „Kristall“ ergänzt das Zeichen MARIENS im 12. Kapitel. Beide sind untrennbar verbunden. Auf die Immaculata hin ist alle Reinigung, in ihr wird sie endlich im Mystischen Leibe vollendet. Um dieses „wasserklar“ geht es jetzt in der Kirche, das unerbittlich alle Unwahrhaftigkeit, die sich in der Bindung an Ich, Welt und Satan einschleichen wollte. Bestehen kann im Feuer der Reinigung nur wer mit Leib und Seele, mit allem, was er ist und hat, gereinigt ist. Dieses Geheimnis drückt die GO aus im „gläsernen Meer, mit Feuer vermischt“. Die in der Prüfung gesiebte Menschheit steht für das Feuer, das mit dem Kristall sich untrennbar verbindet.

Offb 15,2 „Dann sah ich etwas, das einem gläsernen Meer glich und mit Feuer durchsetzt war. Und die Sieger über das Tier, über sein Standbild und über die Zahl seines Namens standen auf dem gläsernen Meer und trugen die Harfen Gottes.

Ein drittes und letztes Zeichen gilt es zu betrachten:

22:1 „Und er zeigte mir einen Strom, das Wasser des Lebens, klar wie Kristall; er geht vom Thron Gottes und des Lammes aus.“ Die von allen Schlacken gereinigte Schöpfung darf endlich in GOTT eingehen. Der Strom des Lebens aus dem VATER über den´SOHN und MARIA kann unvermindert durch sie ziehen.

Geheimnisvoll geht in der GO die Sendung JESU, wie wir sie in der Auferstehung betrachtet haben, auf die sieben verschiedenen Gemeinden und ihre Glieder über. Im Opfer der Prüfung muss sich auch das allgemeine Priestertum vollenden. Lebendiges Glied der Kirche ist nur, wer in seiner Berufung teilhat am Einen, Alles überragenden Opfer CHRISTI, wie wir es in der hl. Messe feiern.

In dieser Sicht erklärt sich auch die zweite Stelle, die sich auf den „Kristall“ bezieht, der kraft der Auferstehung die ganze Kirche nach dem Bild der hl. Hierarchie der hl. Engel umformen wird. Jeder hat seinen Platz im Ganzen des Mystischen Leibes CHRISTI gefunden, zusammen mit seinem hl. Engel: Schon hier auf Erden soll diese Einheit werden.

 

GOTTES ALLMACHT muss es tun

Im zweiten („unechten“) Markusschluss fasst Mk die drei Abschnitte der Auferstehung nüchtern zusammen. In der Sicht der ALLMACHT GOTTES (Mk), die mit der Sicht der GERECHTIGKEIT (Jo) im Westen zusammen geht, muss er den Unglauben und das Zögern der Apostel unterstreichen, nicht als ein moralisches Urteil, sondern als nüchterne Festsstellung. Vor der Gewalt von Passion und Auferstehung muss der Mensch zu Boden gehen, ob in Schwäche oder in Ehrfurcht vor seiner Herrlichkeit. GOTT muss in Seiner Allmacht und Gerechtigkeit GOTTES dem Menschen in Barmherzigkeit aufhelfen, wo er sich in Demut öffnet.

Wer sich nicht beugt, wie wir es in der GO erkennen, muss schon hier vor der nüchternen Strenge der Aussagen bei Mk zurück schrecken. Wer kann vor GOTT bestehen? Nur der, der sich blind Seiner Barmherzigkeit in die Arme wirft. Diese Erkenntnis muss in aller Wahrhaftigkeit in uns aufstehen. Hier erweist sich, wie sehr der Humanismus unsere Sicht hin zu GOTT trübt, ja verfälscht. Wir müssen der schweren Verletzung, die wir schon in Adam erlitten haben, ins Auge schauen, nicht nur in Anderen, sondern zuerst in uns selbst. Keiner kann sich von ihren Folgen befreien. Darum kommt uns ja auch GOTT gerade hier in Seiner ALLMACHT entgegen, darum beweist ER uns, dass Seine GERECHTIGKEIT für uns, solange wir leben, BARMHERZIGKEIT sein muss, wenn sie uns nicht erschlagen soll.

Hier wird die Lüge alles Besserwissen und Moralisierens auf der einen Seite, des humanen Zudeckens auf der anderen Seite offenbar. Dafür steht die nüchterne Sicht des LW Löwen, der über Mk steht, dem er als Werkzeug GOTTES dient. Hier fällt auch ein Licht auf das Ausscheiden Markus’ bei der ersten gemeinsamen Sendung, da er sich von Paulus zurückzieht. Es gibt Gegensätzlichkeiten, die nur GOTT lösen kann. Sie hatten einen je verschiedenen Zugang zu einer und derselben Wirklichkeit, der sie deswegen auch in verschiedener Weise Antwort stehen mussten, jeder auf seine Weise. So hat Markus seinen Platz an der Seite des Petrus gefunden.

Der Einheit von Allmacht und Gerechtigkeit begegnen wir in ihrem Vollzug in der GO.

Sie ist das Buch des Gerichtes GOTTES über eine Welt, die sich dem Licht GOTTES widersetzt, ja es abweist. GOTT aber muss sie endlich mit Gewalt durchsetzen nach allem barmherzigen Warten auf die Menschen „guten Willens“. Es zeugt von mangelnder Einsicht in die Sendung des Mk, wenn man diesen Schluss als „unecht“ bezeichnet, da er zu der Sicht steht, die ihm durch das LW Löwe aufgegeben ist und deshalb das ganze Evangelium durchzieht. Wo der Mensch seiner Berufung in GOTT untreu wird und in diese Untreue verharrt, scheidet er sich selbst aus. Gerechtigkeit in GOTT Treue zu Sich selbst. Der Mensch kann dies als Geschöpf und armer Sünder nie und nimmer fassen kann, außer sie kommt ihm als Barmherzigkeit entgegen! Wo er sie annimmt, wird er besser verstehen!

Es gilt die drei klassischen Schritte der Auferstehung in der Sicht auf die Gerechtigkeit des DREIEINIGEN GOTTES zu betrachten, dann wird uns nicht nur bei Mk aufgehen, dass der Mensch sich ihr anbetend unterwerfen muss, dann erfährt er etwas von dem dreifachen Frieden, in dem der HERR den Jüngern bei Johannes begegnet. Engel und Mensch müssen sich hier ergänzend helfen. Der hl. Engel weiß aus der Prüfung im Anfang besser um die unerbittliche Gerechtigkeit GOTTES, der Mensch sollte in diesem nüchternen Licht seines himmlischen Bruders besser erkennen, was es um die Barmherzigkeit GOTTES ist, die allein ihn retten kann. An uns armen Sündern darf der hl. Engel was es um die für ihn unverständliche Barmherzigkeit ist, da er in der Prüfung gelernt hat, sich ihr blind zu unterwerfen!

Am Grab

9 „Als Jesus am frühen Morgen des ersten Wochentages auferstanden war, erschien er zuerst Maria aus Magdala, aus der er sieben Dämonen ausgetrieben hatte. 10 Sie ging und berichtete es denen, die mit ihm zusammen gewesen waren und die nun klagten und weinten. 11 Als sie hörten, er lebe und sei von ihr gesehen worden, glaubten sie es nicht.“

In persönlicher Begegnung, Beispiel Emmaus

12 „Darauf erschien er in einer anderen Gestalt zweien von ihnen, als sie unterwegs waren und aufs Land gehen wollten. 13 Auch sie gingen und berichteten es den anderen, und auch ihnen glaubte man nicht.“

Im Abendmahlsaal

14 „Später erschien Jesus auch den Elf, als sie bei Tisch waren; er tadelte ihren Unglauben und ihre Verstocktheit, weil sie denen nicht glaubten, die ihn nach seiner Auferstehung gesehen hatten.“

Im zweiten Schluss zeigt Mk auf, was uns auch heute verloren ist und dem Feind freie Hand gibt: die Einheit von Glaube, Gehorsam und Treue. Hier überzeugt neu das Zeugnis, wie es auf dem Hintergrund allgemeinen Versagens in den Drei: M.M., MARIA, den Frauen und Johannes in besonderer Weise aufleuchtet.

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Sendung/Heimkehr

Mt 28,16 - 20

16 Die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte.

17 Und als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder. Einige aber hatten Zweifel.

18 Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde.

19 Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes,

20 und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiß: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.

 

Mk 16, 15 – 18

15 Dann sagte er zu ihnen: Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen!

16 Wer glaubt und sich taufen läßt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden.

17 Und durch die, die zum Glauben gekommen sind, werden folgende Zeichen geschehen: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden;

18 wenn sie Schlangen anfassen oder tödliches Gift trinken, wird es ihnen nicht schaden; und die Kranken, denen sie die Hände auflegen, werden gesund werden.

 

 

 

Lk 24, 46 - 49

46 Er sagte zu ihnen: So steht es in der Schrift: Der Messias wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen,

47 und in seinem Namen wird man allen Völkern, angefangen in Jerusalem, verkünden, sie sollen umkehren, damit ihre Sünden vergeben werden.

48 Ihr seid Zeugen dafür.

49 Und ich werde die Gabe, die mein Vater verheißen hat, zu euch herabsenden. Bleibt in der Stadt, bis ihr mit der Kraft aus der Höhe erfüllt werdet.

 

Jo 19, 15 ff

Als sie gegessen hatten, sagte Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Lämmer!

16 Zum zweitenmal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe!

17 Zum drittenmal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Da wurde Petrus traurig, weil Jesus ihn zum drittenmal gefragt hatte: Hast du mich lieb? Er gab ihm zu Antwort: Herr, du weißt alles; du weißt, dass ich dich liebhabe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe!

 

Jo 21. “Dritte Erscheinung” am See Tiberias

21:1 „Danach offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal. Es war am See von Tiberias, und er offenbarte sich in folgender Weise. 2 Simon Petrus, Thomas, genannt Didymus (Zwilling), Natanaël aus Kana in Galiläa, die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern waren zusammen. 3 Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot. Aber in dieser Nacht fingen sie nichts.

4 Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger wußten nicht, dass es Jesus war. 5 Jesus sagte zu ihnen: Meine Kinder, habt ihr nicht etwas zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. 6 Er aber sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus, und ihr werdet etwas fangen. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es.7 Da sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr sei, gürtete er sich das Obergewand um, weil er nackt war, und sprang in den See.

8 Dann kamen die anderen Jünger mit dem Boot - sie waren nämlich nicht weit vom Land entfernt, nur etwa zweihundert Ellen - und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her.

9 Als sie an Land gingen, sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer und darauf Fisch und Brot. 10 Jesus sagte zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt.

11 Da ging Simon Petrus und zog das Netz an Land. Es war mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen gefüllt, und obwohl es so viele waren, zerriß das Netz nicht. 12 Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und eßt! Keiner von den Jüngern wagte ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wußten, dass es der Herr war. 13 Jesus trat heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch. 14 Dies war schon das dritte Mal, dass Jesus sich den Jüngern offenbarte, seit er von den Toten auferstanden war.“

Auffallen sollte uns wie hier das Zeugnis über die Auferstehung bei Johannes so dreifaltig endet wie bei Markus. Im Westen, wo es um den Endkampf geht, stehen beide Evangelisten zusammen:

Gerechtigkeit und Allmacht sind verschmolzen in der einen Hand des Richters der Lebenden und der Toten. Auch von den Elementen her, denen sie über die Lebenden Wesen zugeordnet sind, ergibt sich da eine Weisung. Mk steht hier in anderer Weise als Lukas, der im Norden, dem Gemüt zu, seinen Platz hat, für das entfesselte Element „Wasser“, das materiell in den Katastrophen alle Grenzen niederreißt, geistig aber als Gnadenwasser auch alle Schranken, die unsere geistige Enge ihm setzte, zerbricht. Es werden im Glauben im letzten Kampfe Menschen in Einheit mit ihren hl. Engel aufstehen, die leuchtend wie Fackeln auch den letzten Funken in den müden Herzen der Menschen zu Licht machen.

Johannes, dem Element Luft zugeordnet, steht in der entfesselten Luft nicht nur für die Stürme, die die Erde peitschen werden, sondern ebenso für die entfesselte Kraft des GEISTES, der unser Dunkel aufhellt und letzte Kräfte in uns löst. Beide Elemente kommen im Westen, der Erde zugeordnet, im Zeichen der Allmacht GOTTES zusammen. Im Wasser und im Geist wird die Erde gewandelt und kehrt als solche nach Osten in den DREIEINIGEN GOTT zurück. Die Apostel sind durch das Priestertum nicht nur mit dem HERRN eins geworden, sie sind hinein genommen in das Leben des DREIFALTIGEN GOTTES.

 

Notwendige Unterscheidung der Berufung:

Petrus/Johannes Jo 21, 14 – 23

Dass Johannes Paul II und Benedikt XVI antreten mit der Frage „Liebst Du mich?“, zeigt, dass die Kirche auf einen Neuen Kurs gerufen ist, dem nur noch die Kraft fehlt, sich „in der Kirche durchzusetzen“, gegen die Vormacht der Administration. Doch wo der GEIST führt, brauchen wir nicht zu sorgen. Nicht mehr unser Tun bis hin zum Herrschen ist entscheidend, sondern unsere Bereitschaft, es der Führung des GEISTES zu überlassen, das durchzuführen, was ER angestoßen und in diese beiden Päpsten zum Zeugnis werden ließt. Die Exkommunikation durch den Patriarchen der Ukraine mit Unterstützung der Traditionalisten, kann dies nur noch unterstreichen: nur die LIEBE wird siegen. Hier muss sich die Türe zur Hilfe der hl. Engel hin öffnen. Muss nicht der GEIST es tun, da das Werk zuerst SEIN WERK ist? Es braucht von unserer Seite nur Glaube und Geduld. Die Scheidung hin zur „Kleinen Herde“ und damit zu den Versiegelten Gemeinden ist auf dem Wege!

a. Sendung Petri: Hirte

14 „Dies war schon das dritte Mal, dass Jesus sich den Jüngern offenbarte, seit er von den Toten auferstanden war. 15 Als sie gegessen hatten, sagte Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Lämmer! 16 Zum zweiten Mal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe! 17 Zum dritten Mal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Da wurde Petrus traurig, weil Jesus ihn zum dritten Mal gefragt hatte: Hast du mich lieb? Er gab ihm zu Antwort: Herr, du weißt alles; du weißt, dass ich dich liebhabe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe! 18 Amen, amen, das sage ich dir: Als du noch jung warst, hast du dich selbst gegürtet und konntest gehen, wohin du wolltest. Wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und dich führen, wohin du nicht willst. 19 Das sagte Jesus, um anzudeuten, durch welchen Tod er Gott verherrlichen würde. Nach diesen Worten sagte er zu ihm: Folge mir nach!

Wo einer „jung“ ist, vertraut er auf seine eigenen Kräfte, wo er, wie er wie Johannes Paul II seine letzten Kräfte hingegeben hat („labor solis“) kann er getrost gehen. Wo er selbstgerechte Grenzen überschritten hat, wie der Buchstabe richtend vermerkt, kann er der größeren Liebe GOTTES vertrauen, für die er nicht nur im Fest der Barmherzigkeit, sondern auch im Wagnis „Assisi“ und ähnlichen „Ungereimtheiten“ Zeugnis abgelegt hat. Seine Freundschaft mit Therese von Calcutta, ja seine Einheit mit ihr und ihrem Wagnis heraus aus dem Ghetto einer „gesicherten“ Gemeinschaft, sind vom HEILIGEN GEIST unterzeichnet. Durfte es in Indien am Ort erfahren! Sein Zeugnis schlägt die Brücke von Paulus hin zu Johannes. So ist auch er ein „Bleibender“ geworden! Hat er nicht SEIN Wort aufgenommen vom Bleiben? Auch wenn es den Sicheren nur Abenteuer erscheint. Wahrlich es ist Abenteuer in nächster Nachfolge des HERRN, der noch das „Steig’ herab vom Kreuz!“ überhört!

Die „Sendung“ Johannes’ ist „Bleiben“

20 „Petrus wandte sich um und sah, wie der Jünger, den Jesus liebte, (diesem) folgte. Es war der Jünger, der sich bei jenem Mahl an die Brust Jesu gelehnt und ihn gefragt hatte: Herr, wer ist es, der dich verraten wird? 21 Als Petrus diesen Jünger sah, fragte er Jesus: Herr, was wird denn mit ihm? 22 Jesus antwortete ihm: Wenn ich will, dass er bis zu meinem Kommen bleibt, was geht das dich an? Du aber folge mir nach! 23 Da verbreitete sich unter den Brüdern die Meinung: Jener Jünger stirbt nicht. Doch Jesus hatte zu Petrus nicht gesagt: Er stirbt nicht, sondern: Wenn ich will, dass er bis zu meinem Kommen bleibt, was geht das dich an?“

Das „Folge mir nach!“ ist im „Bleiben“ überholt! Ist heute, wo wir uns auf die Garabandalgnade bereiten, nicht dies unsere einzige Aufgabe, in dem zu bleiben, was das kostbarste Geschenk für jeden wachen Christen ist, unserer je einzigartigen Berufung, auch wenn wir sie mehr erahnen und ersehnen, als sie in unserer Hand ist. Geheimnis verlangt nicht Zugriff, sondern Auslieferung, wie sie vor aller Welt ein Johannes Paul II bis zum letzten Blutstropfen gelebt hat! Zeugnis des Lebens, nicht des Buchstabens, mit dem wir nur unsere Feigheit rechtfertigen! Halten wir dagegen die Sicherheit der Pharisäer, die sie bis heute beanspruchen und durchzusetzen versuchen, auch gegen das Leben….siehe „den Betrug der Hierarchen“!

NACHTRÄGE

 

Der Betrug der Hierarchen bei Mt 28,11 - 15

11 Noch während die Frauen unterwegs waren, kamen einige von den Wächtern in die Stadt und berichteten den Hohenpriestern alles, was geschehen war. 12 Diese faßten gemeinsam mit den Ältesten den Beschluß, die Soldaten zu bestechen. Sie gaben ihnen viel Geld 13 und sagten: Erzählt den Leuten: Seine Jünger sind bei Nacht gekommen und haben ihn gestohlen, während wir schliefen. 14 Falls der Statthalter davon hört, werden wir ihn beschwichtigen und dafür sorgen, dass ihr nichts zu befürchten habt. 15 Die Soldaten nahmen das Geld und machten alles so, wie man es ihnen gesagt hatte. So kommt es, dass dieses Gerücht bei den Juden bis heute verbreitet ist.

 

Himmelfahrt

Mk 16.19f

19 Nachdem Jesus, der Herr, dies zu ihnen gesagt hatte, wurde er in den Himmel aufgenommen und setzte sich zur Rechten Gottes.

20 Sie aber zogen aus und predigten überall. Der Herr stand ihnen bei und bekräftigte die Verkündigung durch die Zeichen, die er geschehen ließ.

 

 

Diesem Schlusswort gilt es noch tiefer nachzuspüren. Notwendig wird auch hier noch einmal deutlich, wie sehr erst die vierfache Schau der Gewalt der Auferstehung nahe kommt.

Bei Mt ist das Wort „Himmelfahrt“ nicht zu finden, und doch ist die Wirklichkeit der Himmelfahrt gegenwärtig in der Sendung und der bleibenden Gegenwart des HERRN in Seiner Kirche.

16 Die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte. 17 Und als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder. Einige aber hatten Zweifel. 18 Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde. 19 Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, 20 und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiß: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.

In der Sicht des LW Engel erkennen wir die bleibende Gegenwart der hl. Engel im Aufbau der Kirche und ihre Prüfung durch das Kreuz, das hier im Licht der Scheidung im HEILIGEN GEIST mit gesehen wird, wie sie schon in Gen 1 angedeutet ist. Sie wird die Kirche noch hier auf Erden vollenden.

Verhüllter und doch zugleich ausgesprochen ist sie bei Lukas:

Lk 24, 50 -53

Himmelfahrt

50 „Dann führte er sie hinaus in die Nähe von Bethanien. Dort erhob er seine Hände und segnete sie. 51 Und während er sie segnete, verließ er sie und wurde zum Himmel emporgehoben 52 sie aber fielen vor ihm nieder. Dann kehrten sie in großer Freude nach Jerusalem zurück. 53 Und sie waren immer im Tempel und priesen Gott.“

Warum Bethanien? Dort war die „Kleine Herde“, die im Kreuz aber auch Auferstehung wusste, ohne sie erfahren zu müssen. Denn wo die Liebe herrscht, da ist schon ein Stück Himmel!

 

„Sendung“ in der GO

Der HERR, der unsichtbar und doch mit Leib und Seele bei Seiner Kirche geblieben ist, wird langsam mehr von Innen als von Außen den getreuen Gläubigen sichtbar, es lichtet sich seine demütige Gegenwart im Allerheiligsten Sakrament des Altares in dem Maße wie unsere Augen durch das Licht des Engels angehoben werden. Die mehr statische Erscheinung des DREIEINIGEN GOTTES am Anfang der GO, wird hier im Bild des Reiters dynamisch: der Feind ist geschlagen, der Weg ist frei, dass das himmlische Jerusalem sich dem Maranatha der Getreuen entgegen neigt.

Auf weißem Roß reitet Er den himmlischen Heerscharen voran:

19,12 Seine Augen waren wie Feuerflammen, und auf dem Haupt trug er viele Diademe; und auf ihm stand ein Name, den er allein kennt. 13 Bekleidet war er mit einem blutgetränkten Gewand; und sein Name heißt «Das Wort Gottes». 14 Die Heere des Himmels folgten ihm auf weißen Pferden; sie waren in reines, weißes Leinen gekleidet.“

Nichts von Kampf ist hier an den heimkehrenden Siegern zu erkennen. Das Dunkel ist geschieden durch Seine Gegenwart. Es braucht da kein Tun mehr, mit dem wir uns rechtfertigen. GOTTES Licht durchdringt die Schöpfung und hebt sie hinauf in die Himmlische Herrlichkeit, auch wenn diese letzte Wandlung noch Äonen dauern sollte. Die Zeit wie wir sie kennen, ist auf dem Weg in die Ewigkeit.

15 „Aus seinem Mund kam ein scharfes Schwert; mit ihm wird er die Völker schlagen. Und er herrscht über sie mit eisernem Zepter, und er tritt die Kelter des Weines, des rächenden Zornes Gottes, des Herrschers über die ganze Schöpfung. 16 Auf seinem Gewand und auf seiner Hüfte trägt er den Namen: «König der Könige und Herr der Herren ».

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Auferstehung und Apokalypse

IV. Teil: „Passion MARIENS“

Aus der Ohnmacht des BROTES - kommt der Sieg des Geopferten LAMMES

 

Für den Engel bietet der Raum kein Gesetz.

Seine Haltepunkte sind

das Herz GOTTES, des Auferstandenen,

und das Herz des Menschen, des mühsam ringenden,

diese beiden Pole,

zwischen denen die Funken sprühen

und die Blitze zucken,

und das Heil oder Unheil der Menschheit

in Rettung oder Verwerfung besiegelt wird.

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HLST. EUCHARISTIE und MARIA

Manches in den folgenden Betrachtungen zur „Passion MARIENS“ ist mehr ein Suchen als ein Finden; doch beides ist dem Unbefleckten Herz MARIENS anvertraut und der Führung des guten hl. Engels, was heraus kommt, soll auch allein ihr zu Ehre sein. Es ist da ein stilles Versprechen über dieser „Letzten Zeit“, die ihr ganz in GOTTES Erbarmen anvertraut ist: dass langsam so Manches der vielen Geheimnisse, die sie im Herzen bewegte, denen, die sie lieben, kund getan werde zur größeren Ehre GOTTES und damit auch ihr Glanz über dieser dunklen Zeit immer mehr aufstrahle wie heilige Morgenröte eines Neuen Tages, der über dieser Schöpfung aufgehen soll. Erste heilige Andeutung dieser Hoffnung ist das Bild von Guadalupe, in dem sie in vielfältigen Bildern und Zeichen zu den einfältigen Indios gesprochen hat – und sie haben verstanden!

 

Eine Freude ersehnen - ist schon Freude

und das Warten wird selig

wenn die heilige Hoffnung

die Erfüllung im Herzen trägt.

 

„Lazarus“

Beginnen wir bei „Lazarus“, auch wenn wir auch mehr ahnen als wissen, in welcher Beziehung diese auserwählte Familie zu MARIA stand. Da der HERR besonders in der letzten Zeit ein Stück „Heimat“ hier auf Erden fand, ist anzunehmen, dass nicht nur MARIA davon wusste und sich sicher darüber freute und GOTT dankte. Die Familie Lazarus’ ist schon vor Pfingsten „Angeld der Kirche“. Sie ist Brücke vom Alten Bund hinüber zum Neuen Bund nicht durch das Wort, sondern auf dem Weg der Liebe. Nach der Ermordung ihrer Eltern durch römische Soldaten (wie man erzählt), waren sie nach Jerusalem gezogen. Sie führten weiter, was ihre Eltern begonnen hatten: Gäste aufzunehmen und zugleich für die Toten zu sorgen. Dieser stille Dienst hat sie nach dem Tod der Eltern noch näher an die Grenze von hier und drüben gebracht, an der sie dem HERRN begegnen mussten.

 

Hier brauchte der HERR nicht in Bild und Gleichnissen zu sprechen wie vor den Menschen, sie auch nicht wie den Jüngern später auslegen. Sie waren in diesem Bereich zu Hause, seit sie ihre Eltern verloren hatten. Schon damals durfte Lazarus die Erfahrung machen, dass das Leben nach dem Tode weiter geht. Er konnte nicht aufhören, mit seinen Eltern zu sprechen, als wären sie noch im Leben, ja er durfte erfahren, dass sie mehr als „lebten“ und die Hilfe der Kinder brauchten. Vielleicht ist auf diese Weise noch vor dem Abstieg JESU ein erster Lichtstrahl der Frohbotschaft nach Drüben gelangt, wo die Gerechten, die Weg des HERRN bereitet haben, in inniger Teilnahme darauf warten, dass sich Alles vollende. Sie warten in Geduld auf die Erfüllung der Verheißung (ist also weder Vorhölle noch Fegfeuer).

 

Standen die Kinder nicht auch an dieser Grenze, da sie nicht aufhörten um ihre Schwester Magdalena zu ringen. Sie hat in ihrer Schönheit den Feind ins Haus gebracht. War der Erste ein römischer Offizier? Wie immer! Die zarte Blüte war in Gewalt gebrochen, aus ihren Träumen gerissen; wenn sie nicht JESUS begegnet wäre, die tiefste Sehnsucht ihres Herzens nach reiner Liebe wäre sie verwelkt. War ihr Triumph über die Männer nicht bittere Rache für die Gewalt, die sie wohl zuerst erlitten hatte?

 

Notwendig musste Lazarus in seinem stillen Betrachten JESUS an Seinen Nährvater Joseph erinnern. In dieser Familie war ein Stück der hl. Familie lebendig geworden, Musste nicht JESUS in der Mitte kommen? Sie lebten so sehr am Rande der Gesellschaft, ja religiöser Unterschiede, jenseits alles bösen Streites um den Messias, dass wir in allem Umbruch wahrlich eine Oase des Friedens war. Es gibt Hinweise, dass Maria Magdalena der MUTTER und Johannes nach Ephesus folgten, dass sie erst von dort nach Frankreich kam. Wie immer! Waren ihr nicht schon Lazarus und die stille Maria Wegweisung hin zum kontemplativen Leben?

Musste sie nicht immer neu und tiefer ihrer letzten Begegnung mit dem HERRN als „Gärtner“ nachdenken und all den Gnaden, die sie durch IHN erfahren hat? Vor allen anderen Heiligen ist sie berufen, den Weg heiliger Buße zu eröffnen als den sichersten Weg JESUS zu begegnen; hatte er nicht mit dem Bußruf seine Verkündigung eröffnet? Nicht wenige Frauen sind mit MARIA und Johannes unter dem Kreuz gestanden, da dort das Herz der MUTTER bis in seine letzten Tiefen aufgebrochen wurde „damit die Gedanken vieler offenbar werde“. Ist ihr nicht schon dort Magdalena gefolgt, umso mehr da sie der HERR in ihrer Verblendung mit „Maria“ angesprochen hatte? Kam ihre Sehnsucht nach reiner Liebe, die so tief gebrochen wurde, nicht der Sehnsucht des MUTTERherzens MARIAE nahe? Will sie zusammen mit MARIA nicht der Menschheit von heute helfen, diesen letzten Rettungsweg nicht zu verfehlen?

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MARIAS Anteil an der Hlst. Eucharistie.

Schlagen wir von der Betrachtung zur Familie von Lazarus die erste Brücke hinüber zu MARIA. Muss ihr liebendes Mutterherz nicht schon immer diesen einen Gedanken im Herzen bewegt haben: „Wie wird ER bei uns bleiben?“. Hat sie nicht schon in Betlehem = „Haus des Brotes“ im Angesicht des KINDES in der Krippe darüber nachgedacht? War sie nicht in der Schrift des Alten Bundes mit all den Stellen bekannt, die auf dieses Geheimnis wiesen, vorderst im „Brot vom Himmel, dem Mannah in der Wüste“? Hat sie nicht in den Gleichnissen, die sie JESUS lehren durfte, Sein Wort zum Brot für die Kleinen bereitet?

So muss dieser Gedanke immer mehr zu einem heißen Wunsch aufgeblüht sein, den JESUS in ihrem Herzen lesen konnte, auch wenn sie darüber nicht gesprochen hat, weil das Geheimnis zu groß war, um es in Worte zu bringen. Hier sollte ja mehr sein als „Bild und Gleichnis“, wahrhaft Gegenwart in Leib und Blut.

Immer braucht das Kind die Mutter,

wenn es Kind sein will.

Immer muß die Mutter wissen,

daß es ihre heilige Pflicht ist,

Vor-Bild ihrem Kind zu sein.

GOTTES Gnade, und ein Pfund ists,

Mutter nach dem Bild MARIENS sein zu dürfen,

weil im sicheren Selbstvergessen

auch das sichere Gefühl des rechten Leitens

ihr gegeben wird,

eine Blutbahn mit dem Kind,

Herz zum Herzen bindend.

Wäre GOTT sonst Mensch geworden,

wenn ER uns nicht eine Mutter wollte geben,

wie sie wirklich nach dem Herzen GOTTES ist?

 

In der Bereitung des Letzten Mahles, besonders des Brotes hat sie den letzten Schritt getan, um diesem Geheimnis Gestalt zu geben. Sie hat nicht nur im Haus des Nikodemus mit den Frauen das Abendmahl bereitet, sie hat auch das ungesäuerte Brot gebacken, das der HERR dann in Seinen Leib verwandelte. So wie ER in ihr Mensch wurde, so sollte ER in dem Brot, Brot werden „zum Leben der Welt“. Es musste das Geheimnis Seiner Gegenwart an diese Erde gebunden bleiben. Seine Menschwerdung verlangte in letzter Folgerung nach „Brotwerdung“, schon die wunderbare Brotvermehrung zielte in dieser Richtung.

 

So sehr sie als Mutter im Anfang erschrocken war über die Beziehung JESU zu Maria Magdalena, denn sie durfte in die Abgründe dieses enttäuschten Herzens schauen, so sehr wusste sie, dass solche tiefe Verletzung nur geheilt wird, wenn sie in der Tiefe ansetzen kann. Dazu aber brauchte es das Brot. Als ihr der HERR am Kreuz genommen war, wäre Maria Magdalena wenigstens für den Augenblick getröstet gewesen, wenn sie nach der Kreuzigung den toten Leib für sich gehabt hätte. Sie war noch blind für IHN, der gewandelt war. Sie wollte IHN greifen; doch der HERR wies sie ab mit dem Wort: „Ich bin noch nicht zum VATER aufgefahren“(Jo 20,15). Sie musste erst hinüber finden zu MARIA! Welch’ wunderbares Verhältnis muss damals zwischen beiden Frauen aufgeblüht sein!

 

Brot und Jerusalem

Hier treffen wir auf einen weiteren Zusammenhang, den es tiefer zu betrachten gilt. Immer wieder ist MARIA auf der Via dolorosa den Leidensweg ihres SOHNES hinauf nach Golgotha gegangen in all den Jahren, die sie in Jerusalem blieb. Nicht nur um die Verdienste ihres SOHNES immer wieder dem VATER vor Augen zu stellen, sondern auch um Erbarmen auf „ihre Stadt“ herabzuflehen. War sie nicht hier aufgewachsen, ist sie nicht als Tempeljungfrau in den Tempel eingetreten in den Kreis der Getreuen um den Hohenpriester Hillel? Die dunkle Prophezeiung JESU über Jerusalem: „Kein Stein wird hier auf dem anderen bleiben!“, blieb für sie schreiende Herausforderung, der sie ihr ganzes Gebet und das Blut CHRISTI entgegen halten musste, auch wenn sie wie später Johannes über das irdische Jerusalem hinaus auf das himmlische schauen durfte.

 

Auch wenn JESUS „draußen vor der Stadt“ leiden musste, ER hatte Seinen Ort in ihr. Sie ahnte: ER wird Allen neu machen! Wenn bei der Zerstörung durch die Römer auch nur die Westmauer des Tempels erhalten blieb, geht da nicht eine Linie von Getsemani hinüber zum Gemach des Abendmahles? Im Blick auf die „Trennungslinie“, die Johannes in der Beschreibung des Neuen Jerusalems bringt, die von NW nach SO zieht, ist sie nicht nur Trennung des Lichtes von der Finsternis, sondern zugleich Verheißung, dass dieses Licht auch im tiefsten Dunkel durchbrechen wird. Die Verheißung ihres Namens: „Stadt des Friedens“, die schon im Zusammenhang mit der Begegnung Abrahams und Melchisedechs aufleuchtet, wird sich erfüllen kraft des Blutes CHRISTI, das diese Stadt mehr geheiligt hat als alle anderen heiligen Stätten.

 

Von der Erde bist du genommen…“

Der Boden von Jerusalem weist zurück auf den des Paradieses, wo GOTT den Menschen aus ihr bildete. Ihn konnte der Fluch Jahwes über die Sünde der Voreltern nicht treffen. Wir müssen nur das Wort Jahwehs an Adam, als er vertrieben wurde, tiefer betrachten: „Du sollst dorthin zurück kehren, woher du genommen bist“ (Gen. 3,14). Es meint nicht nur die Vergänglichkeit unseres Lebens, an der wir besonders am Aschermittwoch erinnert werden. Er soll „Ackerboden“ werden für einen Neuen Anfang in der Gnade. Jerusalem wird durch das Blut CHRISTI heilige Erde der Verheißung, zu der nach den Prophezeiungen des Isaias einmal alle Völker hinaufpilgern werden.

Von Jerusalem aus hat die Evangelisierung immer wieder neue Länder in das Land MARIA gewandelt. Von Portugal aus und Spanien, ging es hinüber in die Neue Welt: „terra de MARIA“ – einmal wird alles Land ihr Land sein und der SOHN wird es beim Hochzeitsmahl dem VATER zu Füssen legen.

 

MARIA - Lebensbaum

MARIA ist als Lebensbaum die Mitte des Neuen Paradieses, das in der lobpreisenden Einheit von Engel, Mensch und Schöpfung zum Neuen Jerusalem wird. MARIA ist der Ackerboden auf dem das Brot der Engel heranwächst, das diese letzte Einheit schweißen wird. Das scheint schon Lukas ahnend zu erkennen, da er von ihr als dem Kelch des Blutes CHRISTI in den Wandlungsworten spricht, nicht einfach vom „Blut des Bundes“ wie Mt und Mk. Je mehr wir dem Ende aller Dinge entgegen gehen, um so mehr wird das Neue Jerusalem schon hier auf Erden Wirklichkeit im Geheimnis der Gegenwart des HERRN durch die Hlst. Eucharistie, dh. durch MARIA. Nur über sie können wir diesem Geheimnis näher kommen, wo wir sie außer Acht lassen, wird Sein Bleiben nur schwer zu deutendes Zeichen, das sich endlich verlieren muss.

 

Hlst. Eucharistie und GOTTESstadt

Das Wort wird nur dann als Wort vom WORT verstanden, wenn der Gläubige es aufnimmt mit Seinem ganzen (durch das Wort geprägten) Sein über seine vier Fähigkeiten in Zuordnung zu den Himmelsrichtungen – Elementen – zur GOTTESstadt. Nur so kann es auch über MARIA in uns Fleisch werden. Dieser Ansatz ist mit der Hilfe MARIAS von Lukas aufgenommen worden, besonders deutlich in den Vier Seligpreisungen.

JESUS steigt hier im Gegensatz zu Mt und seinen Seligpreisungen vom „Berg herunter“ und begibt sich mitten in die Menge hinein, um Sein Wort zu künden. Es soll den Boden anheben, dem der Mensch verpflichtet bleibt.

Die „Armen“ rücken in das helle Licht des Südens – da sie einfältig sind wie die Tauben, gelten ihnen die Geheimnisse des Himmelreiches, im Gegensatz zu den Reichen und Gescheiten dieser Welt. Hier ist dem Geist des Menschen der rechte Platz gewiesen.

Die Hungernden, die im Lebenskampf (Westen) zu unterliegen scheinen, werden gesättigt und gestärkt mit dem Brot der Engel, der Hlst. Eucharistie. GOTT ist nicht nur GEIST, ER ist Fleisch geworden, so dürfen sie IHN bis in ihre Sinne hinein aufnehmen.

Über den Verachteten und Verfolgten, ins Dunkel des Nordens gestoßen, leuchtet auf dem Hirtenfeld das Gloria der hl. Engel auf. Die Nacht der Welt wird zum hellsten Tag. Weil ihr Herz offen ist, sind sie die Ersten, die den Heiland im Fleische schauen.

Die nach GOTT Weinenden, werden lachen, wenn sie endlich vor GOTTES Angesicht treten. Im unbedingten Willen zu GOTT haben sie durchgehalten, jetzt wird ER selbst ihr größter Lohn.

 

Dies ist die GOTTESstadt, die Lukas den Kleinen schon hier auf Erden verheißt, da der HERR mitten unter sie tritt: sie ist wahrhaft in ihrer Mitte!

Dafür sind die „Brotwundern“ schon die erste Verheißung, die sich in den Wandlungsworten erfüllen soll. Darum sprechen die Evangelisten auch von dem „Gras“, das sich dort vorfand. Mk unterstreicht: es war „grünes Gras“, nicht durch die Sonne verdorrt. Auch die Ordnung in Gruppen, die dort vorgegeben wird, weist hinüber auf das himmlische Jerusalem, in dem sie sich vollenden wird, da GOTT endlich in Allem die Mitte und über Allem das Ewige Licht geworden ist.

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Der Sühnetod MARIAS:“Steh’ auf Jerusalem!“

Wie MARIA neu zum Leben kam, eine Osterbetrachtung. Nur im Licht der Schmerzhaften Mutter können wir wieder in dieses heute verlorene Geheimnis GÖTTLICHEN Wirkens eindringen. Ohne das Leiden der Sühneseelen, wäre die Welt längst am Ende. Sie schieben das verdiente Gericht immer wieder hinaus.

Immer schon hat MARIA das Geheimnis der Hlst. Eucharistie in ihrer Seele getragen, beginnend wohl in Betlehem bei der Geburt JESU. Über die Jahre ist dieses Geheimnis in ihr gewachsen, die Höhe der Vollendung deutet der HERR in Seinem Wort der Eucharistischen Rede an: „ICH bin das BROT DES LEBENS, wer von diesem Brote ist, wird leben in Ewigkeit“. ER hat es von der MUTTER!

 

Eine andere „Verankerung“ ist MARIENS tiefe Verbundenheit mit Jerusalem. Sie war dort aufgewachsen, erzogen worden, kannte alle messianischen Voraussagen über diese Stadt. Sie ist 10 Jahre nach dem Tod ihres SOHNES dort geblieben, bevor sie nach Ephesus ging, um den Kreuzweg ihres SOHNES immer wieder nachzugehen und Sein Blut dem VATER aufzuopfern für die ungetreue Stadt.

Hier standen ihr die beiden gläubigen Pharisäer: Joseph von Arimathäa und Nikodemus zur Seite. Sie sind eingebunden in das Begräbnis JESU im Garten Josephs von Arimathäa. Der „Garten“ weist zurück auf das Verlorene Paradies, das in der Kraft des Blutes CHRISTI neu werden soll.

 

Das Sterben MARIENS unter dem Kreuz

Aus charismatischer Quelle wissen wir, dass MARIA immer wieder unter dem Kreuz in Ohnmacht gefallen ist. Sie musste als Mutter mit IHM sterben. Da man ihr den Leichnam in den Schoß legte, fiel sie in die letzte und tiefste Ohnmacht, in der sich die Seele MARIENS fast vom Leib gelöst hat. Man hat damals Lukas zur Hilfe gerufen und sie in den Abendmahlsaal zurück gebracht, wo die Frauen, die auch beim Abendmahl mitgeholfen haben, mit ihr blieben. Ist es schwer zu verstehen, dass sie nicht mehr leben wollte, dass sie glaubte, jetzt sei ihre Sendung zu Ende?

 

Die wartende Liebe klammert sich an das Wort,

des Trägers der Sehnsucht,

und je größer und heiliger sie ist,

desto mehr ist die wartende Liebe

in GOTT geborgen

und Träger der heiligen Hoffnung,

an derem Ende,

ohne Angabe der Zeit,

die Erfüllung steht.

Lasse DICH loben und preisen, o GOTT,

für das Gnadengeschenk der wartenden Liebe!

 

Wir müssen im Gebet ihrem Sterben tiefer nachbeten. Wenig wissen wir in der Kirche von dieser Passion MARIAE obwohl schon die Väter von ihrem „unblutigen Martyrium“ gesprochen haben und von der „Zweiten Geburt JESU“ unter dem Kreuz. Die Schrift gibt hier keinen Hinweis. Hilft uns die Not der Kirche nicht, uns betrachtend in ihr Mitsterben mit dem SOHN hinein zu beten? Musste sie dem SOHN nicht ins „Reich des Todes“ folgen? Konnte sie IHM nicht helfen, schweigend von dem Großen, das auf Golgotha geschehen war, ihren Vorfahren zu erzählen, während ER die seligen Gerechten ans Licht der Erlösung führte? Der hl. Joseph mag sie wohl als Erster an das Wort erinnert haben: „Steh auf Tochter Jerusalem!“, doch wie sollte sie aufstehen von diesem Tod der furchtbarer war als alle Tode?

 

Leise mag in ihrer Seele der Gedanke an die Partikel der Hlst. Eucharistie, die sie beim Abendmahl gesammelt und zu sich genommen hatte, aufgestiegen sein. Als JESUS das Wort der Wandlung über die Gestalten sprach und das „Nehmet und esset Alle davon!“[29], da war sie mit hinein genommen in Seine Auferstehung, da durfte sie IHM neu ihren Leib schenken, damit ER Seine Sendung in der Kirche kraft der Hlst. Eucharistie im Hl. GEIST fortsetze.

ER sprach ja im Abendmahl, das Wandlungswort nicht nur über Brote und Wein, sondern notwendig auch über Leib und Seele Seiner MUTTER, über all die Seinen, ja die ganze Schöpfung, damit sie neu werde.

 

Hat sie Seiner Seele nicht in der Empfängnis Leib und Seele geschenkt, dass sie Mensch werde? Auch wenn ER in Seiner Sendung mehr bei den Jüngern als ihr nahe war, war sie IHM nicht mit den getreuen Frauen bis unter das Kreuz gefolgt? Nichts hat IHN in Seiner furchtbaren Passion mehr gestärkt als ihre Nähe und die Johannes’ und der Frauen, Verheißung Neuen Lebens für Alle, die aus Seiner Seite geboren werden sollten.

So wie die Frau aus der Seite Adams genommen wurde, so wie sie IHM zuerst ihren Leib geschenkt hatte, so hat der VATER sie als Neue Eva aus der Rippe Seines SOHNES neu gebildet: Aus ihr sollte der Neue Adam werden! Ave MARIA! Aus ihr sollte im Hl. GEIST in eins mit Johannes die Kirche wachsen. Auch wenn alle Jünger den HERRN verlassen hatten, Johannes ausgenommen, in ihr war dem „Mich dürstet“ des SOHNES eine Antwort gegeben, die alle spätere Antwort der Gläubigen einschließt und übersteigt.

 

Auch wenn die Kirche im Ansturm der Hölle zu zerbrechen scheint, dieser Fels MARIA, umgeben und gestützt von allen hl. Engeln und Heiligen wird dem Sturm des Bösen nicht nur widerstehen. Es wird der Felsblock, der das Grab JESUS verschloss durch sie und ihre Gegenwart im Grab, zum Davidstein, der den Todfeind JESU schlägt, gerade dort, wo er zu triumphieren meint! In MARIA ist die Verheißung Davids gegenwärtig, auch wenn es nur wenige Gläubige sind, die unter dem Kreuz durchstehen, sie werden in, mit und durch MARIA dem Feind endgültig das Haupt zertreten! „Tod wo ist dein Triumph, dein Sieg?“ In diese Verheißung sind wir heute hinein gerufen mit allen heiligen Engeln. Mit der hl. Johanna von Orleans dürfen wir zuversichtlich den Banner der Unbefleckten tragen und ihrem Wort vertrauen: „Unser Kampf heißt Sieg!“

 

Lösung vom Leib?

Es ist diese Frage heute nicht mehr so schwer zu beantworten, da wir nicht wenige Zeugnisse von Menschen haben, die vom Tode wieder zurück gekommen sind, die der HERR bewusst zurück geschickt hat, damit sie von dieser Erfahrung einem ungläubigen Geschlecht Zeugnis gäben. Wo sie dieser Sendung treu bleiben, sind sie mit und durch MARIA „Christoph = CHRISTUS – träger“, wie wir es als Gläubige in und durch MARIA Alle sein sollten. Doch viel weiter und tiefer greift dieses Geheimnis in MARIA!

 

Wie ist es mit den Aussagen der Schrift zu vereinbaren? Unter den Frauen, die um die ohnmächtige MARIA waren, war M. Magdalena die Erste, die im Morgengrauen aufbrach zum Grab. Als sie MARIA nicht mehr schlafend bei den Frauen fand, wussten sie, sie war schon früher aufgebrochen. In ihrer Ohnmacht war sie dem SOHN gefolgt auf Seinem Weg zu den Gerechten. Da sie wieder zu sich kam, eilte sie zum Grabe und durfte auf dem Weg dorthin als Erste dem AUFERSTANDENEN begegnen. Später hat sie ihnen schlicht und einfach erzählt, dass sie beim Grab war. So ist bis heute verborgen geblieben dass sie JESU auf dem Weg zu den Gerechten begleitet hatte.

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WANDLUNG und SÜHNE bei den Jüngern

Der Weg der Jünger nach Emmaus (Lk 24,13-35)

GOTTES Heilswille

Nur als gewandelte und immer neu zu wandelnde können wir der Größe des Auftrages, der uns mit den hl. Engeln gestellt ist, entsprechen. Wir gehen der Binde- und Lösegewalt der Kirche entgegen, wir erkennen ihre Bedeutung und Weite. Solche Erkenntnis bringt die Gnaden aus den Sakramenten zum Fließen. Wir nehmen den Heilswillen GOTTES auf, der auf alle Menschen zielt. Das Vat.II hat hier die Türe aufgestoßen, doch noch verstehen wir nicht in der Tiefe, was das bedeutet. Der Satz, dass die Heidenkinder nicht zur beseligenden Anschauung GOTTES kommen, ist heute nicht mehr so allgemein angenommen wie früher. Teresa von Calcutta hat durch ihr Leben und Wirken eine Bresche geschlagen.

 

Sie hat Allen geholfen, ohne je Einen zur Taufe führen zu wollen, wenn er es nicht selbst verlangte. Dogmatisch bleibt die Türe geschlossen, bis wir alle Enge des Herzens und Geistes gesprengt haben und die Kirche im HEILIGEN GEISTE diesen universalen Heilswillen nicht nur als Wille GOTTES bejaht, sondern auch lebt und dafür einsteht. In solcher „Überforderung“ könnten wir nüchterner erkennen, warum uns, je persönlich, der hl. Engel zu Hilfe kommen muss. Wo wir im Heilswillen GOTTES leben und sterben, eröffnet sich der Kirche eine Sendung über die ganze Schöpfung hin, von der wir heute wenig ahnen, auch wenn sie schon in Prophezeiungen angesagt ist.

 

Wir alle streben zur Mitte,

denn dort ist der Herr:

unsere Befehlsgewalt und alle Erfüllung,

so daß wir nichts anderes wollen,

als durch IHN - und nur mehr durch IHN

sehen - und wiedersehen zu können.

"Das ist eure nächste Aufgabe", sagt der Herr,

"daß ihr nur mehr MICH

und so ausschließlich MICH vor Augen habet,

daß euer ganzes Denken und Wollen und Schauen

nur mehr durch MICH geht;

dann erreicht ihr die Stufe, "wie die Engel" zu sein".

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Ihre Wandlung

Zuerst die kritische Frage: Wo ist da Sühne bei den Jüngern, da sie noch mit dem HERRN auf dem Weg nach Jerusalem waren, wo noch mehr in der entscheidenden Stunde der Passion? Haben sie nicht alle versagt?

 

Es ist notwendig, diese Frage zu stellen, denn an ihr kann deutlich werden: Sühne ist nicht etwas, das wir machen, sie ist immer zuerst Gnadengeschenk GOTTES. Sühnen in Wahrheit konnte nur der Menschensohn, weil ER zugleich SOHN GOTTES war. Wo wir in der Taufe als Adoptivsöhne angenommen sind, kann ER uns gnadenhaft daran Anteil geben, wenn wir zu diesem Angebot, das die Meisten zurückweisen werden, Ja sagen. Wir haben schon auf die Überforderung hingewiesen, die den Menschen hier anfällt und ihn niederwerfen, ja zerstören kann, wenn in der Sühne nicht der ausdrückliche Wille GOTTES liegt. Immer hat der HERR Sühneseelen vorher gefragt. Selbst hier kann der menschliche Stolz sich einmischen, doch er zerstört.

 

Wie wir im Folgenden durch die hl. Engel erkennen dürfen, wird Sühne von den Mächten, ja von den Gewalten und zuletzt von den Herrschaften in der Hierarchie mit getragen. Die Mächte sind hier mehr die den Menschen bereiten, wie man den Ackerboden bereit, bevor die Saat ausgestreut wird. Der Mensch muss schon vorausgehend gewandelt sein, gelöster von seinem Ich und seinen Wünschen als der durchschnittliche Christ. Er muss leben aus den drei theologischen Tugenden von Glaube, Hoffnung und Liebe (dreimal sieben Mächte) er muss geborgen sein, nicht nur von Außen, sondern noch mehr von Innen von den viermal drei Mächten, die die Kirche in ihrer Struktur aufbauen. Wenn sich auch heute, wo das Ordensleben zerfällt, der HERR nicht wenige Sühneseelen aus den Laien holt, früher waren es meistens Ordensleute. Die Struktur des Ordensleben hilft nicht wenig, diese schwere Last leichter zu tragen, denken wir vor allem auch an die stärkende Kraft der Vier Gelübde. Nicht weniger hilft, wenn die Gemeinschaft lebendig ist, die Bereitschaft der Anderen, die nicht in der Sühne stehen, mit zu tragen. Sühne ist nichts Anderes als mittragen dürfen an der Last des Kreuzes, das der HERR mystisch für seine Kirche trägt.

 

Die Mächte der Kirche tragen in besonderer Weise das W e i t e n der Seelen nach Länge, Breite und Tiefe. Sie weiten die Seele, damit GOTT in ihr immer mehr Platz finde, damit ER a l l e i n in uns bestimme und durch uns hinaus wirke zum Heil der Welt. Das Siegel der Vierergruppe, zu der St. Hajim gehört: "REX GLORIAE" bedeutet als Wort des HERRN vor dem VATER im letzten Gericht: "SIE HABEN MICH VOR DER WELT BEKANNT." In diesem Bekenntnis wirken drei Kräfte: im VATER tragen die Mächte über die Throne das "Werde!“, im SOHNE über die Gewalten das "Weiche!", im HEILIGEN GEIST das "Komme!" als die ihnen eigene Kraft. Diese drei Kräfte wirken in der Perikope von Emmaus.

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Wandlung im Strom des Lebens

Die Jünger beurteilen JESUS nach den irdischen Messiasvorstellungen des jüdischen Volkes: "wir hatten gehofft, ER würde das Reich aufrichten." Für sie ist JESUS der versprochene Messias, der prophetischen Verheißung sind die Flügel beschnitten. Sie sehen IHN nur irdisch, wie es uns heute in der Kirche im Übergewicht der Horizontale ergeht. Für die F ü l l e des Lebens die uns der VATER in Seinem SOHN schenken möchte ist in ihnen noch kein Platz, Was in den Wundern JESU geschehen ist, gehört in den Bereich des Außerordentlichen, ist nur „Ausnahme von der Regel“, wie uns die Wissenschaft noch heute zu deuten versucht. Sie hören zwar die Worte, mit denen der HERR ihnen die Schrift auszulegen versucht, doch sie gehen nicht ein in ihr Herz und ihren Geist. Die Katastrophe des Kreuzes hat sie in ihrem Lebenswillen niedergeschlagen, das Licht der Erkenntnis fast gelöscht, in der Angst vor Verfolgung ihre Liebe zu JESUS gefesselt. Sie laufen neben dem HERRN einher, ohne zu wissen woher und wohin. Was sie bei IHM hält, sind ihre Vorstellungen, nicht das was GOTT in IHM wirken will. Es ging auch bei ihnen um den „besseren Platz“.

 

Man vergleiche dazu die Dritte Leidensvorhersage bei Markus:

10.32 „Während sie auf dem Weg hinauf nach Jerusalem waren, ging Jesus voraus. Die Leute wunderten sich über ihn, die Jünger aber hatten Angst. Da versammelte er die Zwölf wieder um sich und kündigte ihnen an, was ihm bevorstand. 33 Er sagte: Wir gehen jetzt nach Jerusalem hinauf; dort wird der Menschensohn den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten ausgeliefert; sie werden ihn zum Tod verurteilen und den Heiden übergeben; 34 sie werden ihn verspotten, anspucken, geißeln und töten. Aber nach drei Tagen wird er auferstehen.

35 Da traten Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, zu ihm und sagten: Meister, wir möchten, dass du uns eine Bitte erfüllst. 36 Er antwortete: Was soll ich für euch tun? 37 Sie sagten zu ihm: Lass in deinem Reich einen von uns rechts und den andern links neben dir sitzen.“

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· Sie leben in einer anderen Welt: ER ist ihnen im wahrsten Sinne des Wortes ein Fremder. So wie der Kirche heute der Glaube an die hl. Engel „fremd“ ist. Wo sonst finden wir den Schlüssel für das Eine Buch, das uns den Weg weisen könnte, die GO? Es sind dort andere Maße, die unsere aus den Angeln heben, sie stehen im Vergleich wie der uns mit bloßen Augen sichtbare Sternhimmel zu ganzen Kosmos. Sie müssten erst den Tod, der in ihnen wirkt, überwinden, um neue Menschen in CHRISTUS zu werden, die politischen Vorstellungen vom Messias abtun. Nur der Schlüssel des Kreuzes kann hier die Tür öffnen. Der HERR hat in Seinem Weg hinauf nach Jerusalem das Seine getan, um sie vorzubereiten. Es bleibt IHM nur, sie der Katastrophe des Kreuzes auszuliefern, die Jedem spätestens in der Stunde des Todes bevorsteht. Nur im Licht und der Kraft des HL. GEISTES wird ihnen dazu die Gnade. Das Kreuz hört im Licht des HL.GEISTES auf, ein Marterwerkzeug zu sein!

 

Rufst DU noch heute, gern geh ich mit DIR!

Rufst DU zum Kreuztragen, geht es schon langsamer!

Und sagst DU gar nichts, bleibe ich knien

und warte so lange, bis ich DICH wieder höre!

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Das Kreuz muss in ihnen aufgerichtet werden

Sie müssen in ihrem Herzen erkennen: "MUSSTE DER MESSIAS NICHT ALLES DIES LEIDEN, UM IN SEINE HERRLICHKEIT EINZUGEHEN?“ Erst dann wird auch das Wort der Schrift zum bekräftigenden Licht. Die Erkenntnis kommt im Brotbrechen. Nur aus DER Größeren LIEBE GOTTES kann die Wandlung kommen. Sie setzt bei den Emmausjüngern nur dort an, wo sie IHN einladen, mit ihnen in die Herberge zu kommen. Es ist das erste Zeichen, dass sie IHN nicht mehr nur als Fremden sehen. Nicht wenig drängt sie freilich dazu die Angst vor der Nacht, die hereinbricht. doch erst im Mahl mit dem HERRN als Ausdruck der tiefsten Hingabe an uns sündige Menschen. wird dieser erste Funke des Erkennens zu einem kleinen Feuer, das unter der Asche ihrer Enttäuschung über den Tod des HERRN zu brennen beginnt.

Hier könnte uns die Verheißung der Sakramente, besonders der Hlst. Eucharistie aufleuchten. Erst auf dem Rückweg wird das Wort des HERRN ihnen im Herz lebendig, der tote Geist der Schriftgelehrten in ihrer Herrschaft äußeres Ordnung nach dem Buchstaben vermag sie nicht mehr zu unterjochen. Erinnern sie sich jetzt doch, dass schon bei Seinen Worten etwas vom Feuer der Hingabe JESU an den Willen des VATERS ihr Herz zu entzünden begann. Hier beginnt die WANDLUNG im Strom der Liebe.

Es muss im Herzen Freude und Dankbarkeit erwachen, dass Einer sich der Sühne hingibt, denn es gibt keine innigere Verbindung mit dem HERRN als die in Seinem Leiden. Auch dafür steht das Zeugnis der Schmerzensmutter, das zuerst die Frauen gewonnen hat, nicht nur damals unter dem Kreuz sondern durch die ganze Geschichte der Kirche. Der Mann ist durch seinen Willen zur Tat meist so gehemmt, dass ihm schon der Gedanke fremd scheint, auch wenn er später bereuend erkennen muss, wie sehr er aus dem Stolz des Besserwissens und Tun kommt.

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DER HERR in der Mitte der Jünger (Lk 24,36 - 49)

Die schöpferische Kraft der Auferstehung

Neues Leben wird der Schöpfung durch die Auferstehung JESU CHRISTI. Der Hauch des GEISTES trifft zuerst die Apostel über die Mächte der Kirche, durch sie geht er an alle Menschen guten Willens und auf die ganze Schöpfung: DIE MÄCHTE[30] SIND JENE HEILIGEN KRÄFTE, DIE AUF DEN BEFEHL GOTTES UND NACH SEINEM WILLEN, den Menschen die Seelen einhauchen, die Seelen weiten, und so im Namen des HERRN das "WERDE!" sprechen. SIE SELBST ZEUGEN NICHTS. GOTT ZEUGT DURCH SIE IN DIE SCHÖPFUNG HINEIN.“

 

Wo der Mensch verriegelt hat, wenn er nur in der Seele noch einen Funken trägt, brechen sie auf, lösen das verkrampfte Herz und weiten es hinein in die größeren Wege GOTTES, wie es den Aposteln in der Begegnung mit dem Auferstandenen HERRN geschieht. Immer ist das Wort des HERRN an Seine Kirche Hauch des Hl.GEISTES, doch in besonderer Weise in der Zeit nach der Auferstehung. Wort und Hauch sind eins. Wo der Hauch verloren geht, ist das Wort bloßer Schall und fällt in seiner Schwere zu Boden. Wer immer das Wort GOTTES in bereitem Herzen aufnimmt, wird diesen Hauch verspüren, in dem das Wort in ihm sich entfaltet, weitet und zu leuchten beginnt.

"AUSWEITEN ist nicht ein Druck von Aussen, sondern ein Weiten von der Tiefe her, aus den Kraftspeichern des dunklen Glaubens, der dunklen Hoffnung, der dunklen Liebe. DARIN LIEGT WIE IN EINEM ZEUGUNGSSCHOSS DER MUTTER, DIE KRAFT, DAS GÖTTLICHE "WERDE" AUFZUNEHMEN UND SCHWEIGEND IN DIE SCHÖPFUNG ZU HAUCHEN - den Menschen nicht fassbar". (DB I S.28 ff):

 

In die Mitte des Regenbogens,

stellst DU das Dunkle Licht

als eine Gnade,

behütet vom hellen Licht

der Seraphs-Sonnen auf beiden Seiten.

So sieht die Mitte Deiner Augen

geradewegs in dieses Dunkle Licht

und, indem DU

höchste Seligkeit in die Nacht der Sinne haltest,

legst DU auch in dieses Dunkel

Deine Erlösung.

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Wandlung der vierfachen Wirklichkeit des Menschen

Jeder Mensch soll ein Abbild der GOTTESstadt werden, Abbild JESU CHRISTI in Seiner zweifachen, menschlichen und GÖTTLICHEN NATUR (= 2 x 2). Darum muss der HERR die Jünger v i e r f a c h ansprechen, im Zeichen des Kreuzes, das es in Jedem von ihnen aufleuchte.

- Angesprochen im Gemüt

Zuerst wird der Mensch - die Apostel stehen hier für die ganze erlösungsbedürftige Menschheit - angesprochen in seinem G E M Ü T. Es meint das T i e f e r e im Menschen, seine Seele - doch in Verbindung mit seinem Leib. Darum wird für Gemüt auch manchmal Herz gebraucht. Dann liegt der Akzent mehr auf dem Leibhaften als bei Gemüt. Die lateinische Entsprechung wäre wohl " mens ", die griechische "nous ". Das althochdeutsche Wort "muot" bedeutet „ S i n n – Sinnhaftigkeit“. „Mutig“ ist nur der Mensch, der dem SINN seines Lebens entspricht, der diesen Sinn gegen alle feindlichen Kräfte in und um ihn durchhält. Der HERR baut den Sinn des Lebens neu auf und will ihn festigen inmitten einer der Sünde verfallenen Welt, in die er die Apostel senden wird.

 

Darum muss ER „IN IHRE MITTE" treten (Lk 24,36). Lukas hat schon einmal dieses Wort "Mitte" verwendet, wo er den HERRN darauf hinweisen lässt, wo das REICH GOTTES zu suchen ist .... nicht draußen ....sondern „ SIEHE, ES IST MITTEN UNTER EUCH“ (Lk 17,20). Schon hier hat das Wort die zweifache Bedeutung: in der Mitte des Einzelnen – wie: in der Mitte der Gemeinschaft. Das G e m ü t ist die M i t t e des Menschen, als leibhaftes Geistwesen; auch eine Gemeinschaft kann dafür Zeugnis geben in der Wärme und Geborgenheit, die sie ausstrahlt.

 

- Anrede an den Geist: zu stehen auf der Flucht!

Die Furcht hat sich bei den Aposteln in dieser Mitte festgesetzt. In dieser Tiefe sollte sich jeder Mensch von GOTT gerufen erkennen. Bei Ihnen, letztlich bei uns Allen, legt sich darüber der Todesschatten von Golgotha. Sie haben auf den HERRN gehofft: doch die Juden haben ihn getötet. In Angst, es werden Ihnen Gleiches geschehen, sind sie geflohen, einer der Ersten: Johannes. So tief war sein Erschrecken, dass die Angst sogar in den eingedrungen, der doch am Herz des HERRN ruhen durfte. Sie sind noch immer auf der Flucht. Letzter Rest ihrer Hoffnung ist die Frage: wie konnte es zu dieser Katastrophe (Kreuzes) kommen? Immer wieder tritt sie bei Lukas nach vorne. Auf diese Furcht geht der HERR zu: “WARUM SEID IHR VERWIRRT, UND WARUM STEIGEN SOLCHE GEDANKEN IN EUREM HERZEN AUF" (Lk 24,39).

 

- Herausforderung des Willens

Auch wenn der Messias JESUS in ihren Köpfen spukt, in ihrem Herzen ist verborgen ein anderes Bild gewachsen in den drei Jahren der Gemeinschaft mit IHM, Tag und Nacht. Doch es konnte nicht durch. Die Messiaserwartung musste erst geklärt werden. Jetzt wo der HERR auf sie zukommt, scheint die einzige mögliche Erklärung zu sein, dass ER ein "Geist" sei, gleichbedeutend mit u n w i r k l i c h - phantastisch. Sie haben den Boden unter den Füßen verloren. Wenn Petrus am See Tiberiades einige seiner Brüder einlädt, mit zum Fischen zu kommen, liegt es nahe zu deuten: „packen wir dort wieder an, wo der HERR uns am Anfang gerufen hat: beim Fischfang!“.

- Die Hilfe der Sinne

Der HERR muss ihnen seine LEIBHAFTIGKEIT beweisen; nur so kann ER sie aus ihren sie einkreisenden Überlegungen zurückholen[31]. Darum ZEIGT ER IHNEN DIE MALE SEINER PASSION. Als sie noch immer zweifeln.[32] verlangt ER von ihnen etwas zu essen. Die Jünger reichen IHM einen gebratenen Fisch: Zeichen des Geopfertseins und eine Honigwabe - Bild der neuen, in hl. Ordnung gefügten Schöpfung. Der Beweis Seiner Wirklichkeit ist geliefert. Doch was diese Zeichen bedeuteten, können die J ü n g e r nur ahnen. Es ist ihnen wohl später im Licht des HEILIGEN GEISTES aufgegangen.

 

- Sendung als neue Menschen

- durch das Erkennen der Schrift (Erkenntnis)

Erst jetzt, da sie dort angesprochen sind, wo ihre tiefste Not liegt, kann der HERR sie auch in ihrem Geist aufbauen. Dazu erklärt ER ihnen, wie ER es vorher den Jüngern von Emmaus getan hat, die Schrift, die all dies, was geschehen ist, voraussagt.

- Sendungsauftrag (Wille)

Jetzt kann ER auch ihren WILLEN wecken: „In Seinem Namen soll bei allen Völkern...Buße und Vergebung der Sünden gepredigt werden“ (24,47). Damit ist ihrem Leben der Sinn gegeben, den sie verloren hatten, weil sie IHN falsch verstanden hatten.

 

- im Hl. GEIST (der ganze Mensch)

Zuletzt verleiht ER ihnen im Hauch die SENDUNG (Lk 24,48): „Seht, Ich sende die Verheißung meines VATERS auf euch herab. Bleibt in der Stadt, bis ihr mit Kraft von oben ausgerüstet seid“. In ihr wird ihr Leben heil, heilig werden. Das Ganzwerden entspricht in der parallelen Perikope von Johannes dem Gruß des HERR: „Der FRIEDE sei mit euch." (vgl. Joh 20,19 ff). Wo der Mensch in JESUS CHRISTUS neu geworden ist, ist er in den Frieden GOTTES eingegangen und keine Macht des Bösen kann ihn aus diesem Frieden mehr herausreißen, wie es uns am Beispiel der Märtyrer deutlich wird. Sie sind bereit, das Leben (des Leibes) hinzugeben, weil sie die Gegenwart des Neuen Lebens in sich tragen.

 

Zusammenfassung:

Der Mensch wird in seinen vier wesentlichen Fähigkeiten erneuert:

Im Norden, wo ihn der Feind zuerst angegriffen hat, in der Tiefe seines Gemütes.

Im Süden durch das Wort in seinem Geist.

Im Osten, weil sein Wille zur Tat aufgerufen wird.

Im Westen als ganzer, sinnenhafter Mensch durch die Ausgießung des HEILIGEN GEISTES. Hier ist die Schließe zum Gemüt, wo dieses „Ganze“, die Sinngebung des Lebens grundgelegt ist. Die drei ersten Schritte sind Bereitung. In der Sendung wird die Aufgabe der Mächte der Kirche bestätigt: "SIE TRAGEN DAS MERKMAL DES EINEN GOTTESVOLKES IN SEINEM S E I N , mit der ihm von GOTT gegebenen Struktur" (siehe dazu DB I S. 28 ff. Und DB II S. 57 ff; ).

 

 

Kreuz und Wandlung

Wunderkraft der Sühne II

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Sühne als Waffe

Nicht wenige Waffen sind dem Christen gegeben, sie leben aus der Kraft der Auferstehung CHRISTI. Sie sind uns gegeben, damit wir in der Nachfolge des gekreuzigten HERRN im Kampf des Lebens bestehen gegen alle Versuchungen der Welt, des Ich und des Teufels. Sie sind Waffen des HEILIGEN GEISTES, nur durch IHN können wir lernen, sie in rechter Weise zu nützen. Kinder, in der Gnade der Taufgnade des GEISTES, nehmen sie im Herzen auf wie Dinge dieser Welt. Werden sie nicht angehalten sie zu nützen, verfallen sie wie Alles auf Erden. Es sind ganz einfache Gebete: zum Schutzengel, zur Himmelsmutter, zum Heiligen ‚Schutzengel, zum Namenspatron. Damit war der Mensch schon von Kindsbeinen an in eine unsichtbare Gemeinschaft gestellt, ganz abgesehen von der Ordnung christlichen Lebens, in die er durch eine gute Familie wie von selbst hineinwuchs.

 

Sie ist uns verloren gegangen, selbst auf dem Lande sind nur noch die Alten letzte Zeugen, dass es „einmal besser und einfacher war“. Schon die mittlere Generation weiß kaum mehr davon: ihre Welt ist die der Arbeit und des Vergnügens, und damit Punkt. Dem Menschen ist aufgegeben, sich auf dieser Erde einzurichten, er ist dabei mit allen Kräften. Die Welt des Glaubens wird Museum, durch das man gelangweilt geht, weil man jeglichen Bezug dazu verloren hat. Wo die Kirche versucht, mit der Welt mitzuhalten, reiht sie sich ein als Mitkonsument, der je nach Beteiligung, beachtet wird. Die Großveranstaltungen sind wie eine letzte Kraftanstrengung.

Sie sind so schnell vergessen wie die Tagesereignisse. Sie flackern auf und erlöschen. Vielleicht, dass in der kommenden Zeit der Prüfung die eine oder andere Erinnerung aufflammt, wir wollen es hoffen und dafür beten. Wird sie sich mit den Kindergebeten, die das Kind fast mit der Muttermilch aufgenommen hat, messen können, die nicht Wenige, die später abgerutscht sind, noch retten konnten? GOTTES Erbarmen misst nach dem Maß unserer Not! Kaum ist von hier eine Brücke zu schlagen hinüber zu Sühne. Buße, Sühne, Opfer sind geistige Wirklichkeiten, die aus unserem Horizont geschwunden sind und wohl nur gnadenhaft noch erweckt werden können.

 

Das Buch: „Wunderkraft der Sühne I“ sollte ein erster Hinweis sein, wie sehr wir in dieser Zeit auf die Sühne als die entscheidende Waffe im Kampf gegen Feind hingewiesen sind und wie wir hier notwendig dem hl. Engel in ähnlicher Weise begegnen wie der HERR ihm am Ölberg begegnet ist. Je mehr uns der HERR ans Kreuz schlägt, umso besser werden wir verstehen, welche Gnaden uns durch die hl. Engel angeboten sind. Doch erinnern wir uns nüchtern: hier am Ölberg steht der HERR dem Widersacher Angesicht zu Angesicht gegenüber wie zuerst nach den Vierzig Tagen Fasten in der Wüste. Sollte es uns anders gehen, wenn wir uns mit IHM dem Kampf stellen.

Am Ende heißt es: Mt 4,11 Darauf ließ der Teufel von ihm ab, und es kamen Engel und dienten ihm. Wenn wir durchhalten, wird uns ähnlich geschehen. Wir müssen nur den längeren Atem haben. Wenn IHN auch der Widersache nie aus den Augen gelassen hat, um herauszufinden, wie er IHM wieder beikommen könnte, so muss er erfahren, was der HERR im Blick auf „Seine Zeit“ unterstreicht, zuerst in Kana bei der Hochzeit Jo 2, 4 Jesus erwiderte ihr: Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. In gleicher Weise später die Juden. Da sie IHN zu ergreifen suchen: Jo 7,30 Da wollten sie ihn festnehmen; aber keiner wagte ihn anzufassen, denn seine Stunde war noch nicht gekommen. Der HERR selbst deutet dieses Geheimnis, als die Griechen über Philippus nach IHM fragen kurz vor Seiner Passion.

 

Seine Stunde, in der Zeit und Ewigkeit zusammenfallen, ist die Seines Leidens und Sterbens. Sie ist in Seiner Sendung in eins die Stunde Seiner tiefsten Erniedrigung wie Seiner Verherrlichung, die einmal in je anderer Weise auch die unsere sein wird. Die Stunde ist gekommen, daß der Menschensohn verherrlicht wird. 24 Amen, amen, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht.

25 Wer an seinem Leben hängt, verliert es; wer aber sein Leben in dieser Welt gering achtet, wird es bewahren bis ins ewige Leben. 26 Wenn einer mir dienen will, folge er mir nach; und wo ich bin, dort wird auch mein Diener sein. Wenn einer mir dient, wird der Vater ihn ehren.

27 Jetzt ist meine Seele erschüttert. Was soll ich sagen: Vater, rette mich aus dieser Stunde? Aber deshalb bin ich in diese Stunde gekommen. 28 Vater, verherrliche deinen Namen! Da kam eine Stimme vom Himmel: Ich habe ihn schon verherrlicht und werde ihn wieder verherrlichen. 29 Die Menge, die dabeistand und das hörte, sagte: Es hat gedonnert. Andere sagten: Ein Engel hat zu ihm geredet. 30 Jesus antwortete und sagte: Nicht mir galt diese Stimme, sondern euch. 31 Jetzt wird Gericht gehalten über diese Welt; jetzt wird der Herrscher dieser Welt hinausgeworfen werden. 32 Und ich, wenn ich über die Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen. 33 Das sagte er, um anzudeuten, auf welche Weise er sterben werde.“

 

Um die Bedeutsamkeit dieser Stunde zu erfassen, gilt es sie im Licht unserer Berufung in IHM zu betrachten. Spätestens in der „Stunde“, da uns der HERR heim ruft, manchmal auch in schweren Ereignissen, ist unser ganzes Leben wie auf einen Punkt zusammengefasst. An ihm wird offenbar, wie wir vor GOTT stehen, welches unser Name in IHM einmal sein wird für alle Ewigkeit. Wir erkennen, nicht nur die Zeit kommt aus der Ewigkeit, sie wird notwendig wieder in sie zurückkehren. Doch welche die Stunde sein wird, selbst der MENSCHENSOHN sollte es erst erfahren, da sie da ist.

 

In dieser Stunde stehen wir Angesicht zu Angesicht wie der HERR dem Bösen nicht nur in einem allgemeinen Sinne gegenüber, wir erkennen konkret die Geister, die uns zu Fall gebracht haben. Sie warten nur darauf, sich für ihre Arbeit an und für uns den Lohn zu holen. Der die Fäden in der Hand hält, führt das Wort. Er kommt über uns in dem Augenblick, da GOTT es ihm gewährt, um das persönliche Gericht als der Ankläger vor GOTT einzuleiten. Ähnliches hat JESUS am Ölberg erfahren. Nicht Sünden kann er ihm vorhalten, doch dass all Seine Anstrengung, die Menschen für GOTT zu gewinnen umsonst war.

 

Nicht zuerst auf die äußere Erfüllung der Gebote sind wir gefragt, (um uns zu rechtfertigen), sondern ob unser Leben eins mit unserer Berufung geworden ist, die wir erst jetzt im Licht GOTTES klarer erkennen. Nur Heilige werden hier bestehen, die das eine Notwendige gesucht haben: IHN, wie ER in ihnen leben und wirken wollte. Die Prüfung fasst die Vielzahl unserer Prüfungen im Leben zusammen: im Blick auf das Eine Notwendige: unsere Berufung im Mystischen Leib der Kirche. Haben wir IHM dort gedient, wo ER auf uns gewartet hat? Die meisten Sünden haben eine Wurzelsünde, nicht selten, die erste war, die wir trotz besserer Erkenntnis taten.

 

Auf sie sollte unsere Gewissenserforschung jeweils durchstoßen, um sie immer klarer ins Licht zu stellen. Was in Sein LICHT gestellt wird, wird Licht oder fällt ins Dunkel. Nur so bleiben wir im Bild und Gleichnis des Lebens CHRISTI, und dürfen uns in IHM erkennen. Dies wird in nicht wenigen Nahtoderlebnissen bestätigt: nicht selten ist da, was wir als Sünde angesehen haben, im Licht GÖTTLICHER Gerechtigkeit keine Sünde, anderes jedoch, was mit unserem Versagen in der eigenen Berufung zusammenhängt, das wir nicht gebeichtet haben, ist Teil der Wurzelsünde unseres Lebens.

 

Die in Garabandal versprochene Größte Gnade, die je der Menschheit geschenkt wurde, will in diesem Licht verstanden und gewürdigt werden. Es heißt dort, dass im Höhepunkt des geistigen Kampfes mit den Mächten die Bösen allen Menschen das Licht werde, sich im Augenblick ihres persönlichen Gerichtes zu erkennen. Braucht es noch einen näheren Hinweis, dass in dieser Zeit die ganze Menschheit vor Gericht steht, dass uns schon jetzt nichts notwendiger ist, als uns täglich in der Gewissenserforschung diesem Gericht zu stellen? Wir könnten dies leicht schon an all den Anstrengungen des Feindes erkennen, uns den Glauben immer leichter zu machen, um ihn endlich ganz zu rauben.

 

Es dürfte nicht zuletzt dem nüchternen Beter, der die Augen offen hält, klar werden, wie wenig wir bis in die Kirche hinein dieser Prüfung nüchtern ins Auge sehen, dass selbst diese Garabandalgnade ohne Wirkung an den Meisten vorbeigehen wird, weil mitten im heftigsten Kampf die Menschen keine Zeit mehr finden, der Stimme ihres Engels im Gewissen Raum zu geben. Er weiß besser um unser Versagen aber auch um unser Ringen, das der Feind im Augenblick der Verwirrung uns entreißen will. Wenn wir Richtung „Gericht“ schauen, sei es auf das persönliche, dem Keiner entgeht, sei es auf das Schwert der Scheidung, das über uns ist, wird uns leichter die Brücke hinüber in das Geheimnis der Sühne. Hier kann uns nicht nur theologisch, sondern für je unser Leben aufgehen, dass wir gefordert sind im Maße unseres Glaubens für unsere Bruder zu stehen, die noch im Dunklen tasten. Die Gnade der Sühne ist so groß, dass die Wenigen, die sich ihr ausgeliefert haben, noch Viele retten können!

 

Doch wir müssen unbeirrt auf die Passion JESU schauen, nicht nur die historische, sondern auf Seine in unserem Leben, in den Unsrigen, in unserer Umgebung. Erst dann kann uns das tiefere Anliegen der Sühne im HEILIGEN GEIST aufleuchten. Dies wird bewusst schon im Titel dieser Arbeit angedeutet. Erst im Licht der Passion JESU erkennen wir gnadenhaft, dass uns die Hilfe geschenkt ist, die wir heute brauchen. Wo die Ordnung der Kirche zerfällt, Wort und Sakramente ausgehöhlt sind, sind wir gerufen, dieses End - Geheimnis tiefer zu erschließen, es in unserem Leben wirksam zu machen und so im HEILIGEN GEIST zu Vollendung von Schöpfung und Erlösung zu bringen.

 

Die hl. Engel stehen nicht irgendwo abseits im Himmel, sondern sie sind eingebaut in die drei Phasen von Schöpfung, Erlösung und Vollendung. Ohne ihre Hilfe können wir das Geheimnis der Menschwerdung des WORTES weder erkennen, noch persönlich mitwirkend erfahren, und im Mystischen Leib der Kirche verwirklichen. Es beginnt hier in der Heilsgeschichte ein Neues, das zuerst erkannt, dann gelebt und mehr durch das Zeugnis als durch das Wort der Kirche als der Neue Weg im Erbarmen GOTTES aufleuchten muss. Im „ Siehe, ICH mache Alles neu!“ ist es uns von Anfang an dieser Weg in der Geheimen Offenbarung aufgezeigt. Doch bis auf den heutigen Tag ist dieses Buch selbst der Kirche verschlossen geblieben. GOTT muss erst die Sieben Siegel dieses Buches lösen.

 

ER hat dies verborgen vor der Welt getan, da ER einer demütigen Magd die Tür zu den hl. Engeln öffnete und sie auf dem Weg der Passion in dieser Reich eintreten ließ. Sie hat dafür in Sühne ihr Leben geopfert. Warten wir im dunklen Glaube, dass das Samenkorn, das er mit ihr in den Boden gelegt hat, aufgehe. Nicht Menschen sondern Engel – werk doch in Einheit mit ihnen durch den HERRN!

Dass Kirche und Menschheit heute in einer Prüfung stehen, die das Antlitz der Erde erneuern wird, ist in den begleitenden Zeichen der Zeit wenigstens hier und dort aufgegangen, mehr auf der Seite der Sekten, der Dissidenten im Glauben, die weniger geschützt, dem Angriff des Feindes ausgesetzt sind. Hier ließe sich eine ganze Vorgeschichte zum „Engelwerk“ schreiben, zu der Zeit und Muße fehlen. Es können hier nur Blitzlichter gesetzt werden. Die Daten 1513, 1713, 1913 unterstreichen, dass die „Neuzeit“ nicht nur ein Ordnungsbegriff der Geschichtswissenschaft ist, sondern dass in der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit tatsächlich Neues einbricht in die Geschichte der Menschheit. Über diesem Umbruch steht das Bild der „Sonnenumkleideten FRAU“, Offb 12.

 

Die synoptische Apokalypse gibt uns konkretere Hinweise: über die „Kriege der Nationen“, die uns seit der Neuzeit heimgesucht haben, bis hin zu den endzeitlichen Wirren und den kosmischen Zeichen, die das Zweite Kommen des HERRN begleiten.[33] Unter den vielen, diesen Umbruch deutenden Zeichen, sei nach Guadalupe 1531 in Mexiko, besonders Fatima erwähnt. Das Dogma der Himmelfahrt MARIENS einerseits und die Aufmerksamkeit der letzten Päpste auf Fatima sind Hinweis, dass die Kirche der Sendung MARIENS als Wegbereiterin (wie einst Johannes der Täufer) entgegen zu kommen versucht. Wir sind in einen geistigen Kampf gestellt, dessen Bedeutung wir verfehlen, wenn wir im Nebel der Verwirrung übersehen, dass der Feind sehr wohl erkannt hat, dass seine letzte Stunde angebrochen ist und Alles daran setzt auf dem Boden eines billigen Humanismus, die Menschheit vom Weg des Heiles abzubringen.

 

Wo immer hier Fragen aufbrechen, in der endzeitlichen Sendung der hl. Engel, wie sie Frau Gabriele Bitterlich mitgeteilt wurde, ist auf sie nicht nur eine grundsätzliche Antwort, sie ist jedem Einzelnen in der engeren Bindung an seinen heiligen Schutzengel gegeben. Nicht das New Age hat diesen Schlüssel in der Nachfolge der Gnosis, sondern der Schutzengel selbst ist jedem Glaubenden Schlüssel hinein in das Reich der Engel. Das wahre Erkennen, das nicht allein durch den Kopf geschieht, sondern durch das Herz des Menschen, ist hier der Neue und doch alte Weg, auf den uns GOTTES Erbarmen ruft.

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Sühneseelen, Opferseelen

Sie ziehen wir ein goldener Faden durch die ganze Heilsgeschichte, beginnend bei Abraham mit den „Anawim = den Armen Israels“, die doch den größten Schatz: den Begriff GOTTES, durchgetragen bis hin auf Sta. Anna, die Mutter MARIENS. In den Frauen und Johannes unter dem Kreuz, verborgen schon in der Familie des Lazarus in Bethanien, wird dieser Faden in den Heiligen der Kirche aufgenommen und durchgetragen bis auf unsere Tage, wo sein Gold das Dunkel der Prüfung, in der wir stehen, durchbricht. Sie stehen mit Paulus unter dem Wort: Ich ergänze an meinem Leib, was noch aussteht an den Leiden CHRISTI für Seine Kirche, den Mystischen Leib. Im Zweiten Korintherbrief lässt uns Paulus etwas von diesen Leiden erkennen, die er übernehmen durfte, um die Kirche aufzubauen: 24 „Jetzt freue ich mich in den Leiden, die ich für euch ertrage. Für den Leib Christi, die Kirche, ergänze ich in meinem irdischen Leben das, was an den Leiden Christi noch fehlt.“

„Leiden“

Der Mensch läuft wie instinktiv weg von jedem Leid. Der Auftrag Jahwehs in der Genesis: der Mensch solle sich die Erde unterwerfen, hat keinen Bezug mehr zu GOTT. Was tieferes Betrachten und Umkehr verlangt, wird geflissentlich übersehen. Dass der Mensch arbeiten müsse, liegt auf der Hand, hier weiß der Mensch noch etwas vom verlorenen Paradies, doch auch er wird es sich langsam aus eigener Anstrengung aufbauen. Von allem Streben nach Oben ist übrig geblieben der Ehrgeiz, sich durchzusetzen, es dem Anderen zuvor zu tun, es besser zu wissen. Dieses Gift liegt schon im schillernden Wort der Schlange: 5 Gott weiß vielmehr: Sobald ihr davon esst, gehen euch die Augen auf; ihr werdet wie Gott und erkennt Gut und Böse.

 

Der Mensch muss über sich hinaus, doch im Maß seines Geschöpfseins, das der Böse leugnet und bewusst übersieht: er will sich selbst Schöpfer sein. Auch diese Verführung des Schöpferischen müssen wir mit einschließen, wenn wir verstehen wollen, warum auch Arbeit eine Versuchung sein kann, wenn sie Richtung Maß verloren hat. Der Mensch braucht die Arbeit, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen und die Gemeinschaft mit aufzubauen. Wo ihm diese natürliche Gnade im Alter immer mehr genommen wird, muss er einen Ersatz finden. Meist kommt er nur auf Umwegen dazu, zu erkennen, dass die ihm jetzt gestellte Aufgabe die Arbeit an sich selbst ist.

 

Selbst im religiösen Raum wird dies kaum mehr erkannt, so sehr sind wir in die Bewegung nach Außen hinein gerissen. Arbeit an sich selbst setzt voraus, dass wir den unmittelbaren Raum, den wir uns in Familie, Arbeit, Vergnügen geschaffen haben, nach Oben überschreiten. überschreiten. Weil selbst das „Oben“ in der Religion noch als ein Außen gedeutet wird, ist hier eine weiteres Hindernis zu überwinden. Erst wenn der Mensch sein Innen entdeckt, öffnet sich hier eine Türe. Der Feind, der einen Stunde früher aufsteht, hat sie inzwischen schon geschlossen. Für das Außen der Tat, dient die soziale Hilfe, die ihn vereinnimmt, für das Innen die Gnosis, wie sie uns vom Osten her überschwemmt.

 

Überall wartet der Feind an der Grenze, die er selbst am Anfang leichtfertig überschritten hat. Der blinde Drang nach Freiheit, hat die in Weisheit gesetzten Grenzen, die Generationen aufgebaut haben, nieder gerissen. Verloren sucht der Mensch nach Halt und Sicherung. Wo er sie nicht mehr finden kann, fällt er in der Schwerkraft der Sünde dem Feind entgegen, der darauf wartet, ihn aufzufangen. Auch dort ist etwas vom Licht, etwas von der „Gemeinschaft, die wir suchen, seit wir den Mutterleib verlassen haben, doch es ist ein unruhiges, schillerndes Licht, die Geborgenheit aber fällt über uns wie ein Netz, das wir nicht mehr zerreißen können.

 

War früher noch, getragen von einer mehr christlichen Lebensordnung die Moral ein Halt, der wenigstens nach Außen gewahrt wurde, sobald die Jugend rücksichtslos diesen Schleier herunterriss in ihrer Suche nach Freiheit, musste diese Täuschung fallen. In dieses Loch ist bald auch die Beichte gefallen, soweit sie sich nur an einer äußeren Ordnung ausgerichtet hatte.

Wo GOTT als Anker fällt, ist das Lebensschiff des Menschen ohne Steuer. GOTTES nüchterne Weisheit lässt zu, dass alle Ordnung menschlichen Lebens, die nicht letztlich auf IHN bezogen ist, fällt, wie es mitleidlos jeder Mensch in der Stunde seines Todes erfahren muss. Nicht selten haben deshalb auch Heiden dafür ein besseres Gespür als wir, die wir die uns im Glauben vorgegebene Ordnung nach unseren Bedürfen umändern, auch wenn sie dann ihren Inhalt verliert. Der Abbau jeder Ethik hat unseren Moraltheologen nicht wenig zu schaffen gegeben. Das „Gesetz CHRISTI“ stellt mit Häring den Anruf CHRISTI an jeden Einzelnen Christen über eine bis ins Einzelne gehende Moralverpflichtung, wie sie zum Beispiel in der Moraltheologie von Nolding (die jahrzehntelang neu aufgelegt wurde) die Ordnung christlichen Lebens bestimmte[34]. Häring steht am Anfang aller oft gewagten Versuche, die christliche Moral unserer Zeit anzupassen.

 

Die Antwort der Zeit ist nüchterner und geht auf den Kern: christliche Lebensordnung setzt die Begegnung mit dem HERRN voraus. Wo sie nur von der Tradition getragen war, muss sie im Ansturm des Bösen zerfallen. Wie sehr uns auch auf dem Gebiet der Moral auf den nüchternen Boden: Erfüllung des Willens GOTTES stellt, müsste noch näher beleuchtet werden. Hier möge der Hinweis genügen: wo wir es langsam lernen, auf den Anruf des hl. Engels sei es von Außen durch ein Zeichen, sei es von Innen im Gewissen zu hören, kommen wir fortschreitend auf sicheren Boden, ohne leichtfertig christliche Wertordnungen zu überspringen. Immer schaut auch der Schutzengel auf GOTT allein und damit auf die Ordnung GOTTES, auf die er sich in der Prüfung am Anfang entschieden hat. Zugleich aber ist er verpflichtet, den Willen GOTTES seinem Schützling kundzutun, ihm nahe zu bringen, ohne seine persönliche Freiheit anzugreifen.

 

Im Umbruch aller Werte ist die Kirche in der Gefahr um der Ordnung willen, äußere Ordnung mehr zu bewerten als die Freiheit des Gewissens. Wo sich Parteiungen durchzusetzen versuchen, wird diese verständliche Sorge, je nach Ausrichtung zur eigenen Rechtfertigung benützt nach dem bleibenden „Vorbild von Pharisäern und Sadduzäern“. Die Gesetzestreuen versuchen sie in Richtung Tradition zu verengen, die Sadduzäer sie in ihrer Forderung nach Anpassung zu lockern. Wieder gibt hier Paulus in der Befreiung von allem äußeren Gesetz, die er erfahren durfte, die Richtung, die wir nicht verlieren dürfen: die Liebe des HERRN. In allem Streit und aller Spaltung, die die Kirche mehr schwächt als der Angriff von Außen, muss notwendig fallen, was nicht in GOTT verankert ist. Wir sind schon in der Mitte dieser Reinigung, wo der Feind morgen über uns auch von Außen her fällt, wird die Spreu vom Weizen getrennt. Wie sehr könnten wir mit offeneren Augen erkennen, dass hier die hl. Engel am Werke sind!

 

Die brutale Gewalt des letzten Weltkrieges, die moralische Verwüstung durch den Wohlstand haben den Weg für den Feind bis in die Mitte des einst christlichen Kontinentes Europa bereit. Bis in den Boden hinein sind heilige Ordnungen geschliffen, nicht nur in den materialen Mahnmalen, unseren Kirchen und Klöster, viel mehr noch im Menschen selbst. Er ist haltlos und Beute des Zufalls geworden, der vom Feinde klug gesteuert wird. Der Griff nach dem Kismet der Moslems, zeigt, dass die Steinwüste des Mondes, von der wir jetzt besser wissen, Bild der Wüste unseres Lebens geworden ist.

 

Wo die Anbetung dieses kalten GOTTES im Feuer der Reinigung zu Asche wird, kann morgen die Anbetung des Lebendigen GOTTES mit und durch den Engel aus den Herzen der Getreuen aufsteigen, die in der Gnade GOTTES diese Prüfung bestanden haben. Sie dürfte in ihrer Gewalt nicht hinter der der Engel am Anfang stehen. Die Auswirkungen sind für klarsichtige Augen noch heute spurenhaft auch in der äußeren Schöpfung zu erkennen. Sie werden dieses Mal auch nach Außen nicht geringer sein: das Angesicht der Erde wird sich erneuern, nicht nur im Menschen.

 

Wo die Erde von Innen auf sich reckt und aufbricht, kann der Mensch der im Wahnwitz der Technik auf sie seine Hände gelegt hat, sich nur noch in Sein Innen zurückziehen. Der Feind weiß besser als wir um diese letzte Türe, darum hat er in uns in Voraussicht auf das nicht Geringere Innen des Menschen das den Menschen in aller GOTTverlassenheit Zuflucht geworden ist. Nicht unser Weg, das hat die Hekatombe nicht weniger junger Menschen gefordert, die im Yoga ihr Heil gesucht haben. Das einfache Wort des hl. Augustinus: DEUS intimior intimo meo“ hätte hier Korrektur und Weisung sein können, wenn es irgendwo noch in uns gebrannt hätte. Weil wir ausgebrannt waren, mussten wir auch diesem Rattenfang in die Hände fallen. Das Feuer, das von Außen über uns kommen wird, wird nur offenbar machen, was schon Innen verbrannt ist!

 

GOTT hat von weither Wege des Heiles bereitet hat, auch wenn sie über Jahrhunderte schon in Vergessen geraten sind. Gnadenvoll hat die Theologie des hl. Thomas die heilige Ordnung Europas mit aufgebaut. Doch schon ein hl. Franziskus und in seiner Nachfolge der hl. Bonaventura durften weiter sehen. Was hier aufgebaut wurde, hat der Feind mit Ende des Mittelalters immer unverschämter an sich gezogen, nur an den Mystischen Weg der Franziskaner, die schon damals ahnten, was mit der Alten Welt geschehen wird, konnte er nicht heran.

 

Der Aufbruch in die Neue Welt hinter dem mehr war als „Eroberung“ von Abenteurern war dafür ein äußeres Zeichen wie es die Missionen der Franziskaner bis an der Westküste bis hinauf nach Kanada noch heute weisen. Sie schauten schon damals auf das Reich GOTTES, das eine Neue Welt aufbauen wird, ja sie ahnten wohl sogar, dass dies durch die MUTTER GOTTES geschehen müsste. Die Erscheinung ULF von Guadalupe in Mexiko sollte sie darin nicht wenig bestärken. Doch GOTTES nüchterne Weisheit lässt erst den alten Weg auslaufen!

Der Weg des Menschen nach Innen ist nicht in östlicher Verzerrung ein Weg tiefer hinein in das eigene Ich und seine Pläne, sondern der Weg in die Freiheit der Kinder GOTTES.

Das hat uns der hl. Franz vorgelebt. Dass ihm die eigenen Jünger nicht folgen konnten, sondern sich in Auseinandersetzung drittteilten, zeigt wie weit er in der Gnade schauen durfte, bis hin zum Seraphischen Orden, der nur in Einheit mit den hl. Engeln wirklich werden kann …., wenn das Herz des Menschen wie das des Poverello durchbohrt ist von der Liebe GOTTES. Dann ist Innen und Außen ein Neues. Dorthin will uns der Erbarmende Wille GOTTES bringen, dass die Herrlichkeit der Neuen Jerusalem schon hier auf Erden offenbar werde.

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Kraft der Sühne

In der Auferstehung JESU sind durch die hl. Engel diese Endzeitgeheimnisse wie im Hauch zu erahnen. Je mehr wir sie mit den hl. Engeln betrachten, um so mehr werden sie in uns, die wir schon hier Neues Jerusalem werden sollen, wirklich werden. Doch vergessen wir in der nüchternen Liebe GOTTES nicht, dass der Weg zur Auferstehung über Golgotha geht, für jeden Einzelnen, die Kirche und die ganze Menschheit. An der Hand des hl. Engels müssen wir lernen durchzuschauen durch den Leidenden CHRISTUS und Seine Sendung vom VATER. Wir stoßen hier auf ein dreifaltiges Geheimnis. Wo der Mensch heute, verführt durch den Bösen, immer mehr nach Außen drängt, muss GOTTES unerforschliche Weisheit die Kraft der Sühne in Seinen Getreuen anheben, um das äußere wie innere Gleichgewicht von Mensch, Engel und Kosmos, in der Kraft Seines Kostbaren Blutes zu stärken.

Priester im Auftrag der Sühne

 

Von Amt her ist die Gnade der Sühne zuerst den Priestern der Kirche aufgetragen. Sie sollen nicht nur nach Außen die heilige Messe lesen, sie soll in ihrem Leben wirklich werden. Dafür hat ER uns gerade in dieser Zeit, da das Priestertum seine innere Kraft verloren hat und abzusterben droht, den heiligen Pater Pio von Petrelcina geschenkt und seine Heiligsprechung durchgesetzt. Nicht die Ordnung, die die Kirche in der Christenheit der Welt geschenkt hat, wird uns mehr retten, nicht mehr das Wort GOTTES, das schale Salz geworden ist, sondern die Wunderkraft der Sühne, die in nicht wenigen Sühneseelen aufgelodert ist. Ohne diesen heiligen, verborgenen Quell, wäre unsere Welt schon heute eine Wüste.

 

Diese Sühnekraft ist wunderbar schon im verborgenen Leben der hl. Familie da, sie tritt in der Familie des Lazarus schon vor Golgotha in das Licht der Erlösung, sie lebt von Golgotha weg weiter in den Kleinen und Verachteten, den „Helden des Alltags“ die all das, was sie kaum tragen können, hineinwerfen in den Feuerofen der Passion des HERRN. Hier wird der Boden für das Wort, das der HERR in Seiner Verkündigung hinaustragen wird, bereitet, hier brechen wie kostbare Rosen die Wunder JESU auf, die Seinen Leidensweg begleiten. Wo immer sie nicht nur den Leib des Menschen wandeln, sondern den Weg nach Innen aufbrechen, sind sie mit der Schmerzhaften Mutter GOTTES verborgene Quellen Neuen Lebens, die in der Kirche aufbrechen.

 

Die Sühneseelen öffnen nicht selten in ihrer Hingabe auch eine ganz Neue Sicht auf das verborgene Leben JESU, das in den Evangelien ja nur wie in wenigen Strichen angedeutet ist. Dafür stehen nicht wenige Heilige, zuerst die Mystiker des Mittelalters, dann aber immer auch besonders gerufene Seelen, denen GOTT etwas mitteilt von dem unsagbaren Schatz des Lebens JESU, wie es im Herzen MARIA nur darauf wartet, den Getreuen offenbar zu werden. Wie viel mehr wir nur durch MARIA über die Geheimnisse des Glaubens die uns jetzt noch verschlossen oder versiegelt sind, erfahren werden, ist uns prophetisch vorausgesagt. Auch dafür steht die Geheime Offenbarung als Kronzeuge von der Kirche selbst als letztes Buch dem Neuen Testament eingefügt. Wie sehr schon sie aus dem Schatz MARIENS schöpft, mag uns in der engen Verbindung des hl. Johannes mit MARIA in Ephesus ahnend nahe kommen, auch wenn die eigentliche Offenbarung in Patmos direkt aus der Hand GOTTES kommt.

 

Wo die Kirche gegen den Ansturm der Hölle durch die hl. Engel versiegelt wird, werden sich die Getreuen um diese verborgenen Quelle sammeln. In aller Bedrängnis und Verfolgung wird hier in der Liebe GOTTES ein neues Leben aufblühen, das schon jetzt die GOTTESstadt auf Erden bringt, auch wenn ihr Glanz in äußerer Armut vor der Welt verborgen bleibt. In ihnen bereitet MARIA durch ihre Getreuen die Wiederkunft des Richters der Lebenden und der Toten, der am Ende die Kirche im Triumph heimführen wird. Die Kraft, die in ihnen wirkt, ist keine Andere als die der Auferstehung CHRISTI, die im Maße die Kirche nach Außen arm wird, in ihrer Fülle offenbar werden soll. Diesem Geheimnis wollen wir in dieser Arbeit in besonderer Weise nachspüren.

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SÜHNE UND AUFERSTEHUNG

Im Leben der Sühneseelen

Wir müssten hier zuerst das Leben der meist verborgen gebliebenen Sühneseelen in der Kirchengeschichte nachgehen. Hier wären sicher nicht wenige Perlen zu finden. Vielleicht gibt GOTT dazu noch die Zeit. Es wäre eine lohnende Arbeit. Weil Sühne vom ihrem Wesen her verborgen ist, sich selbst auslöscht, wo sie bewusst ans Tageslicht tritt, darum kann sie auch nur dort erkannt werden, wo der Suchende an sich selbst diese Gnade erfahren haben muss. Nicht zufällig war es im Verfall der deutschen Romantik ein Dichter, Clemens Brentano, der aus allen Träumen dieser letzten großen literarischen Bewegung in anderer Weise als Eichendorf festen Boden unter den Füßen fand. Es braucht ein Gespür für dieses geheime, liebende Wirken GOTTES, um ihm nahe zu kommen, das mit wenigen Ausnahmen der mehr intellektuellen Theologie abgeht.

 

Zeugen dafür, dass Theologie und Mystik nicht unvereinbar sind, sind nicht nur der hl. Bonaventura und andere mystisch inspierirte Kirchenlehrer….. bis auf die Kleine Therese…., dafür steht nicht zuletzt, Schüler von Romano Guardini unser hl. Vater Benedikt XVII. So sehr die Welt draußen ihren Anspruch auf den Menschen durchsetzt, um so stärker muss in der Kirche das Soli DEO, für das schon die Kirchenväter stehen, nach vorne drängen, damit der Glaube sie nicht im Fortschritt der Technik und Wissenschaften verstricke. Gerade heute, wo nicht Wenige in der Kirche durch eine sezierende Exegese den Glauben an die lebendige Kraft der Schrift in ihrem Lebensnerv abgeschnitten haben, haben nicht Wenige über die „wunderbaren Lebensberichte JESU einer Katharina Emmerich, einer Valtorta u.a.m aus dem Unglauben heraus einen Weg ins Licht JESU gefunden.

 

Nicht nur die hl. Engel drängen im Kampf nach vorne, der HERR ruft auch die Heiligen in die geistliche Schlacht unserer Tage, besonders die Märtyrer unserer Tage, die ihr Leben für den Glauben hingegeben haben. Zeugnis dafür ist das 20. Kapitel der Geheimen Offenbarung über das Tausendjährige Reich. Die nicht wenigen Heilig- und Seligsprechungen unserer Tage wollen nicht zuletzt in diesem Licht gesehen werden. Da das Wort durch die Medien dem Feind weitgehend Beute wurde, oder gar gelöscht, muss um so mehr das lebendige Zeugnis für den HERRN aufsteigen, Sein inkarniertes Wort, das nicht so leicht zu entstellen ist, wie der ohnmächtig ausgelieferte Buchstabe der Schrift, den der Feind zu manipulieren ja zu fälschen nicht müde wird.

 

Wenn die Welt in all dem erschreckenden moralischen Verfall, in dem wahrlich die Hölle triumphiert noch nicht mit schwereren Strafen geschlagen wurde, wie wir sie jetzt laufend erfahren, dann verdanken wir es wesentlich den Sühneseelen, die sich bedingungslos ins Feuer des Opfers CHRISTI hineinwerden, um das Gericht noch aufzuhalten oder zu mildern. Hierzu gehören nicht nur die Seelen, die spätestens nach ihrem Tode vom frommen Gespür des einfachen Volkes erkannt und „selig gesprochen werden“, sondern auch die zahllosen einfachen Seelen, die Lastträger, die Tag für Tag opfernd die Kreuze auf sich nehmen, die von den Kindern der Welt nicht achtend weggeworfen werden. Hier ist ein Kapital der Kirche, wieder im Herzen MARIAE gesammelt, das das Gleichgewicht der Welt noch wie im letzten Augenblick rettet.

 

Täglich gibst DU uns den Einen Denar, Herr: D I C H .

Täglich haben wir diesen Denar umzuwandeln

in Blumen der Liebe, in Licht des Trostes,

in den schimmernden Faden am Hochzeitsgewand,

wie es von der starken Frau in der Hl. Schrift heißt.

Jeden Abend knien wir vor DIR

und der Engel, der Unbestechliche,

der liebend Gerechte, muß DIR vorweisen,

was wir für diesen Einen Denar erworben haben.

Hilf, Barmherzigkeit GOTTES,

daß unser guter Engel sich nicht jeden Abend

verdemütigen und für uns schämen muß!

 

Hier ist es, wo die hl. Engel, uns in der Ölbergstunde der Kirche zur Hilfe gesandt einsteigen, und auch diesen in den Augen der Welt und meist auch der Kirche vergessenen und verkannten Seelen zur Hilfe kommen. Wie sehr wäre dies eine Aufgabe der Priester. Wie sehr konnten in der Geschichte hier Hilfe leisten: denken wir nur an Maria Margaretha Alacoque uam, die in aller Anfechtung auch durch die Kirche durchgehalten haben, weil da ein Priester für sie eingestanden ist. Liegt hier nicht eine der vornehmsten Aufgabe der Priester? Kommen wir hier, die wir uns so leicht in Amtsgeschäften verlieren, dem lebendig schlagenden Herz des HERRN näher, das uns fremd geworden ist?

 

 

 


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[1] Bitte bei der Zählung beachten, „Aufbau…“ zählt als Erster Teil, nicht nur weil hier die Einführung gegeben und wir hier anfangen, wenn wir „durchlesen“ wollen. In der Ordnung der Betrachtung gehört dieser Teil I in die Mitte der vier anderen, wie die Mittegeheimnisse des Rosenkranzes. Siehe dort!

[2] Über die hinauf wir einmal zu GOTT gelangen!

[3] Über die hinauf wir einmal zu GOTT gelangen!

[4] Die Hymnen und kurzen Zwischensätze sind von Mutter Bitterlich. Sie sind ein kleiner Hinweis, wie sehr wir dem Geheimnis der hl. Engeln nur nahen können, wenn wir die Welt, die sich der Mensch heute selbst erschafft, hinter uns lassen und uns dem Geheimnis und der Schönheit der Welt der LIEBE GOTTES öffnen. Am Tag der Veröffentlichung des Dekretes zum Werk der hl. Engel, vermerkte Radio Vatican, „Sie gehören mit den Kreuzwegen zum Schatz religiöser Literatur der Kirche“

[5] Dass an diesem Tag so Vieles zusammenfällt, möge uns daran erinnern, dass Nichts aus der weisen Planung GOTTES herausfällt. Das „Werk der hl. Engel“, noch als Samenkorn unter der Erde, kam 1949 an diesem Tag auf die Erde!

[6] Siehe das Manuskript: „Sardis“ oder „Lebensbericht eines der von Ferne kommt“

[7] Keine außerordentlichen Gnaden sei es „sehend“ oder „hörend“. Was ich erkennen durfte, ging auf, wenn ich nur Richtung GOTT fragte und still auf Antwort wartete. Früher oder später kam sie durch den hl. Engel, wieder nicht durch äußere Einsprechung, sondern durch sein Licht, im Gewissen. Es gibt nicht nur ein moralisches Gewissen, das uns in der Entscheidung zwischen Gut und Böse hilft, sondern auch eines mehr dem Wissen, besser der Weisheit, zugeordnetes. Es greift zurück auf jenes tiefste Wissen um GOTT, in dem auch der Keim unserer Berufung liegt. In dieser Tiefe sind wir dem DREIEINIGEN GOTT verbunden.

[8] Da ich in Mainz zwischen zwei Fachprofessoren stand, musste ich wählen zwischen einem deutschen oder einem spanischen Thema aus der Barockzeit. Das deutsche Thema, das mir kam, war: „Der pikareske Roman“ (aus der Zeit um den 30 jährigen Krieg) oder „Eichendorf als Übersetzer aus dem Spanischen“ (da er sich als letzter Romantiker in die herbe Wüste des spanischen Barock wagte). Der gute hl. Engel hat mich zum zweiten geschoben. Es wurde mir Hilfe, um die Romantik des Studiums in jener schwierigen Nachkriegszeit, da es noch geistige Horizonte, auf den Boden zu bringen. Über den hl. Johannes vom Kreuz und seine wunderbaren Gedichte war mir der Weg in die religiöse Dichtung der „Goldenen Zeit“ in Spanien gewiesen.

[9] In der Retorte erzeugte Kinder erschrecken schon beim ersten Anblick. Ihr einziger Lebensinstinkt ist: Liebe, Wärme zu suchen, die ihnen im Reagenzglas verweigert wurde. Sie sind hin auf den Sex gezeugt und zur Welt gekommen. Hier ist der Mensch endgültig beim Froschleich gelandet.

[10] Siehe dazu: „Fatima 2000 im Licht des „Dritten Geheimnisses““ Salvator Verlag, Gamming (unter einem Pseudonym)

[11] Hier wird ergänzt, was schon am Anfang als Leitwort mitgegeben wird. Das Erste als Herausforderung, das Zweite als Bekräftigung gemeint.

[12] ER kommt auf den Wolken des Himmels mit Seinen hl.Engeln zum Gericht. 30 Danach wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen; dann werden alle Völker der Erde jammern und klagen, und sie werden den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf den Wolken des Himmels kommen sehen.

31 Er wird seine Engel unter lautem Posaunenschall aussenden, und sie werden die von ihm Auserwählten aus allen vier Windrichtungen zusammenführen, von einem Ende des Himmels bis zum andern. (vgl. Mk 13,26).

[13] Er wird nie „Engel“, doch er darf gnadenhaft immer mehr teilnahmen an der engelhaften Erkenntnis seines geistigen Bruders.

[14] Ihr wurde diese Gnade schon im Abendmahlsaal

[15] Wir nützen den exegetischen Hinweis, der von den LW her unterstrichen wird, dass schon im AT vier verschiedene „Redaktionen“ zu erkennen sind, wie sie in den Vier Großen Propheten, aber schon vorher zu erkennen sind. Mehr darüber im I. Band „Das Wort GOTTES im Licht der hl. Engel“ (Manuskript)

[16] Die Verwirrung geht nicht nur zuerst auf das Wort, das uns auf die Zweite Göttliche Person, DAS WORT verweist, sondern auch auf die Zahl, Zeichen heiliger Ordnung nicht des Kosmos, der bis in „ewige Ordnungen“ hinein (Siehe Japan und das bewusst gesteuerte Erdbeben!) erschüttert wird. Wer heute sich auf die Heiligkeit der Sprache in Einheit mit ihrer in der Zahl zu erkennenden Ordnung bekennt, wird leichthin der schillernden Gnosis zugeschoben, die unseren Geist vernebelt. Siehe dazu das Buch von Weinreb: „Vor Babel“, das hier viel Licht schenkt.

[17] Es soll hier, im Buchstaben wohl gegen das Dekret, gewagt werden, etwas von der tiefen Sinnhaftigkeit der für die Kirche bisher „fremden Offenbarung über die Engelhierarchie zu wagen. Nicht wenige Disziplinarentscheidungen der Kirche, in der Sorge, die Reinheit der Lehre der Kirche zu wahren, sind nach einiger Zeit zurück genommen worden. Die Zeit hat für die Sache GOTTES gearbeitet, wie es die unsere tut, da die Welt immer mehr von den Dämonen, den Gegenspielern der hl. Engel überschwemmt wird. Sie soll Beute des Widergeistes werden.

Über die Hierarchie der hl. Engel, wie sie schon die Schüler Plotins erahnten, sind uns als dritter unterster Chor auch die Mächte bekannt. Dass sie „Macht“ sein müssen, um die Kirche gegen den Angriff des Bösen zu verteidigen, der heute seine letzten Kräfte aufruft, um die Kirche zu stürzen.. Wer hat die Kirche gerettet, als man ihr schon am Anfang Petrus wegnahm, ihn ins Gefängnis steckte, damit Herodes ihn wie JESUS hinrichte? Dass heute ihr Wirken nach Außen kaum mehr zu spüren ist, liegt daran, dass sie nicht aufgenommen sind. Sie finden in uns nicht Boden, auf dem sie stehen und wirken können. Sie müssen sich die Wenigen suchen, die noch im Glauben stark sind.

Ihre Vier – bzw. Dreiteilung ergibt sich nicht nur im Blick auf den DREIEINIGEN GOTT und das Kreuz, sondern auch von ihrer Aufgabe her. Aus solchen einfachen Überlegungen heraus könnte deutlich werden, wie sehr die Offenbarung von M. G. B. mit Schrift und Tradition übereinstimmt.

[18] Abschließend zu den Mächten sei darauf hingewiesen, dass wir in der Zuordnung der einzelnen Engel in ihren verschiedenen Dienste immer im Auge behalten müssen, dass sie wesentlich durch das Kreuz der Lebenden Wesen bestimmt wird, wie es schon in den Vier Evangelien zum Ausdruck kommt. Dabei stehen immer die drei anderen Lebenden Wesen mit ihrer Aufgabe hinter der jedem Lebenden Wesen je eigenen. So sehr jedes der Vier Evangelien von Einem geprägt, deutlich können wir die Gegenwart auch der anderen mit ihm erkennen. Sie darf nie ausschließend verstanden werden. Bisher ist dies in der Exegese kaum beachtet worden. Nur so war es möglich, dass bis zum 19. Jahrhundert allein das Matthäus Evangelium bestimmend war. Doch auch lässt sich eine weise Führung GOTTES erkennen: Alles braucht seine Zeit! Dass die Kirche im Vat II die Tore weit geöffnet hat, bleibt noch zu verarbeiten. Ohne die Hilfe der hl. Engel wird dies schwer sein!

[19] Heute steht die Menschheit vor dieser Entscheidung, die durch den Antichristen wirksam werden wird. Er ist schon jetzt unter uns. Selig sind wir, wenn wir in der allgemeinen Blindheit schon jetzt täglich unser klares Ja zum HERRN sprechen. Werden wir dazu nicht im Ruf nach der Wandlung: „bis ER kommt in Herrlichkeit“ und in der Zufügung „die wir IHN in „Zuversicht erwarten“ nach dem VATERunser in der hl. Messe erinnert?

Mt 28:1-10

DAS LEERE GRAB

+++Das Kommen zum Grab+++

Spät am Sabbat, in der Dämmerung des ersten Wochentages , kam Maria Magdalena und die andere Maria , um das Grab zu besehen.

 

+++Der STEIN+++

2 Und siehe, da geschah ein großes Erdbeben ; denn ein Engel des Herrn kam aus dem Himmel herab, trat hinzu, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf.

 

 

+++Der Engel+++

3 Sein Ansehen aber war wie der Blitz und sein Kleid weiß wie Schnee .

4 Aber aus Furcht vor ihm bebten die Wächter und wurden wie Tote .

 

+++Anrede des Engels+++

5 Der Engel aber begann und sprach zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Denn ich weiß, daß ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht.

6 Er ist nicht hier, denn er ist auferstanden , wie er gesagt hat .

 

+++Der Auftrag+++

Kommt her, seht die Stätte, wo er gelegen hat,

7 und geht schnell hin und sagt seinen Jüngern, daß er von den Toten auferstanden ist ! Und siehe, er geht vor euch hin nach Galiläa , dort werdet ihr ihn sehen . Siehe, ich habe es euch gesagt .

 

Mk 16:1-8

Und als der Sabbat vergangen war, kauften Maria Magdalena und Maria, die <Mutter> des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um hinzugehen und ihn zu salben .

2 Und sie kommen sehr früh am ersten Wochentag zu der Gruft, als die Sonne aufgegangen war.

 

3 Und sie sprachen zueinander: Wer wird uns den Stein von der Tür der Gruft wegwälzen?

4 Und als sie aufblickten, sehen sie, daß der Stein zurückgewälzt ist; er war nämlich sehr groß .

 

 

5 Und als sie in die Gruft eintraten, sahen sie einen jungen Mann zur Rechten sitzen, bekleidet mit einem weißen Gewand, und sie entsetzten sich.

 

6 Er aber spricht zu ihnen: Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus, den Nazarener, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier.

 

 

 

Siehe da die Stätte, wo sie ihn hingelegt hatten.

7 Aber geht hin, sagt seinen Jüngern und Petrus, daß er euch nach Galiläa vorausgeht! Dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat .

 

Lk 24:1-11

An dem ersten Wochentag aber, ganz in der Frühe, kamen sie zu der Gruft und brachten die wohlriechenden Öle, die sie bereitet hatten.

 

 

2 Sie fanden aber den Stein von der Gruft weggewälzt;

3 und als sie hineingingen, fanden sie den Leib des Herrn Jesus nicht.

 

 

4 Und es geschah, als sie darüber in Verlegenheit waren, siehe, da standen zwei Männer in strahlendem Gewand bei ihnen .

 

  

5 Als sie aber von Furcht erfüllt wurden und das Gesicht zur Erde neigten, sprachen sie zu ihnen: Was sucht ihr den Lebenden unter den Toten?

6 Er ist nicht hier, sondern ist auferstanden .

 

 

 

Gedenkt daran, wie er zu euch geredet hat, als er noch in Galiläa war ,

7 indem er sagte: Der Sohn des Menschen muß in die Hände sündiger Menschen überliefert und gekreuzigt werden und am dritten Tag auferstehen !

8 Und sie gedachten an seine Worte ;

 

Jo 20:1-18

An dem ersten Wochentag aber kommt Maria Magdalena früh, als es noch finster war, zur Gruft und sieht den Stein von der Gruft weggenommen.

 

 

+++Meldung an Simon Petrus+++

2 Sie läuft nun und kommt zu Simon Petrus und zu dem anderen Jünger , den Jesus lieb hatte, und spricht zu ihnen: Sie haben den Herrn aus der Gruft weggenommen, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben.

 

+++Vergewisserung Petri u. Johanni+++

3 Da ging Petrus hinaus und der andere Jünger , und sie gingen zu der Gruft.

4 Die beiden aber liefen zusammen, und der andere Jünger lief voraus, schneller als Petrus, und kam zuerst zu der Gruft;

5 und als er sich vornüber bückt, sieht er die Leinentücher daliegen; doch ging er nicht hinein.

6 Da kommt Simon Petrus, der ihm folgte, und ging hinein in die Gruft und sieht die Leinentücher daliegen

7 und das Schweißtuch, das auf seinem Haupt war, nicht zwischen den Leinentüchern liegen, sondern für sich zusammengewickelt an einem <besonderen> Ort .

8 Da ging nun auch der andere Jünger hinein, der zuerst zu der Gruft kam, und er sah und glaubte.

9 Denn sie verstanden die Schrift noch nicht, daß er aus den Toten auferstehen mußte .

10 Da gingen nun die Jünger wieder heim.

 

 

[22] Mit einem Geheimnis wird sich das Lehramt der Kirche auseinander setzen müssen. Sie war durch Jahrhunderte an den Aristoteles Begriff des „Unbewegten Bewegers“ gebunden. Einfache Antwort auf die sonst unlösbare Fragen: wenn GOTT aller Dinge Anfang und Ende ist, wie kann ER dann unbewegt bleiben? Damit hängen nicht wenige Fragen zusammen, die uns das Evangelium stellt, die sich notwendig stellen, wenn wir Sein Wort mit MARIA betrachten. Die Sorge des Lehramts witterte hier die Gefahr des Pantheismus oder einer ihr verwandten Formen. Je mehr sich GOTT selbst an die Schöpfung ausliefert, umso mehr wir ER von ihr ein Teil. Die Philosophie seit Hegel hat großzügig dieses Hindernis übersprungen und ungehindert ihre Folgerung gezogen. Wir haben, das Lehramt ausgenommen, mitgezogen. Ihre Früchte erfahren wir im Immanentismus und „christlichen Humanismus“ erfahren. Hier muss deutlich geschieden werden. Immer muss GOTT GOTT bleiben. Wer schafft den Gedankensprung, wenn nicht der hl. Engel, der GOTT in Ewiger Anschauung nahe steht? In seiner Sicht ist er naheliegend! Unterscheiden wir klar zwischen einem Inner – und Außergöttlichen Trinitarischen Leben! Im Einen gibt es keinen Wandel, im Anderen, da GOTT sich der Schöpfung zuwendet sehr wohl.

Auch die Unterscheidung hin zum Pantheismus setzt hier an. Alles Leben muss letztlich von GOTT kommen, bis hinein in den Mikrokosmos und hinauf zum Makrokosmus. Johannes wird nicht müde, Seine Sendung vom VATER in diesem Sinne zu künden: sie ist Ewiges Leben. Doch unterscheidend muss bemerkt werden! Soweit wir wahrhaft leben, haben wir zwar wie alles Geschaffene teil an Seinem Leben: angefangen vom geschöpflichen hinauf über die Erlösung und die Heimkehr bis zur Ewigen Seligkeit, die wir gar nicht fassen könnten ohne diese Voraussetzung. Hier hat Bonaventura vorgearbeitet, hier hat der hl. Franz Zeugnis gegeben: von den „Spuren GOTTES“ in der niedrigen Schöpfung bis hinauf zur GOTTESebendbildlichkeit mit nicht weniger Stufen ist es Ein Leben, das wir aus GOTT empfangen. Wie kommt es dann zum je Einzelnen? Hier hat, in der Frage der „Individuation“ bis heute die Philosophie keine Lösung gefunden, konnte es auch nicht, denn das je Einzelne ist dem höchsten Geheimnis des EINEN und doch DREIFALTIGEN GOTTES zugeordnet, vor dem das Geschöpf nur eine ganze Ewigkeit niederfallen kann. Dass uns der Feind heute zu Sandkörnern zerreiben will, ist nicht wenig Hinweis im negativen Sinne, dass wir hier mit dem Höchsten zu tun haben, nach dem Lichtträger frevelnd schon im Anfang gegriffen hat, in dem er sein Ich gegen das ICH GOTTES stellte. Nicht mehr um philosophische oder theologische Erklärung geht es hier, diese letzte und entscheidende Frage kann nur im BEKENNTNIS des je Einzelnen zum EINEN UND WAHREN GOTT geschehen, wie es wieder der hl. Johannes nahe legt. Wir stehen hier mitten in der Eschatologie, der Lehre von den Letzten Dingen. Darum sind auch im Aufbau der GOTTESstadt auf Erden zusammen mit den hl. Engel zuerst die Märtyrer aller Zeiten gerufen, die das „Siehe, ICH mache Alles neu!“ mit ihrem Blut aus der Taufe heben. Je mehr der Gläubige schon hier zu dieser seiner einzigartigen Berufung in JESUS CHRISTUS durchstößt, um so mehr wird er Samen für das Reich GOTTES auf Erden, das schon hier in seiner Herrlichkeit offenbar werden soll, bis es in eigenem Wachstum und gezogen von Oben eingeht zum Ewigen Himmlischen Hochzeitsmahl.

[23] Siehe „Einstieg, I!

[24] Noch sind diese Dogmen nicht feierlich verkündet. Hier fehlt unser Beitrag in MARIA, dann ist die Zeit dafür da. Nie geht es bei der Verkündigung von Dogmen nur um Erkenntnis, die dann im Buchstaben festgehalten wird. Schon dies kostet nicht wenig geistigen Kampf, wie wir aus der Geschichte erfahren. Es muss hinter ihnen die Zustimmung der ganzen Kirche stehen. Im Augenblick geben nur die Sühneseelen dafür Anlass, die ihren Anteil am Leiden CHRISTI Tag für Tag einbringen und das Strafgericht immer wieder hinaus geschoben haben. Sie sind schon jetzt mit und in MARIA Miterlöser und damit auch Mittler der Gnaden! Es fehlt der Kirche ein tieferes Verständnis für das Geheimnis der Sühne. Da das Wort, auch der Schrift auf die staubigen Straßen gekommen ist, da die Sakramenten nur noch rätselhafte Zeichen sind, nicht weniger auf den Straßen zertreten, bleibt nur die Eine Waffe der Sühne im Kreuz. Sie wird endlich wie der HERR auf Golgotha siegen. Genau dorthin muss die Kirche in der Kleinen getreuen Herde kommen, wie es uns auch das Dritte Geheimnis von Fatima anzeigt.

[25] Siehe dazu „Einstieg in die GO“, besonders Bd. I. . In den Sieben „Maranatharufen“ am Ende der GO kommt Schöpfung, Erlösung und Heimholung zu ihrer Vollendung: Die Braut antwortet im HEILIGEN GEIST. „Ja komm’, HERR JESUS komm!“

[26] Vgl. Mk 16,9, Lk 8,2

[27] Siehe „Wort GOTTES im Licht der hl. Engel“, Manuskript

[28] Vorarbeit ist in „Einstieg in die GO“, I, gegeben, sie wäre zu vertiefen. Weil dies hier nicht unser erstes Anliegen ist, sollen nur die Grundzüge dieser Gemeinschaft heraus gearbeitet werden.

 

[29] Erinnern wir uns an das Wunder der Auferstehung des 12 jährigen Mädchens, zu der der HERR sprach. „talita kum! – steh auf Mädchen“! Hat der HERR nach dem Wunder nicht nüchtern den Eltern gesagt: „gebt ihr zu essen!“?

[30] Hier greifen wir bewusst auf Offenbarungsgut zurück, ohne Engelnamen zu nennen. Gerade an den Erzengeln, den Mächten und Fürsten, den drei Chören im Ring der Menschwerdung, sollte uns deutlich werden, auf welche Hilfe wir „verzichten“ in diesem schweren Kampf um die Kirche, wenn wir die Hilfe der hl. Engel nicht bewusst annehmen, um mit ihnen in den ungleichen Kampf gegen die Übermacht des Ungeistes zu treten

 

[32] Häretisch wurde später behauptet, JESUS hätte nur einen Scheinleib gehabt – also auch nicht gelitten.

[33] Näheres darüber in „Fatima 2000 im Zeichen des Dritten Geheimnisses“. Salvator Verlag, „Guadalupe, Siegesbanner MARIENS“ Assisi Verlag, „Einstieg in die Geheime Offenbarung“, Benedetto Verlag.

[34] Es war der „Noldin“ 1962 – 1967 noch an der Fakultät der Jesuiten in Innsbruck die offizielle Moraltheologie, die auch so gelehrt wurde.

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