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Radio Vatikan erinnert an Barbara Weigand
Barbara Weigand kündigt furchtbare Kriege an
Gott droht dem Frauengeschlecht harte Strafen an
„Prüfet alles! Was gut ist, behaltet!“
Verehrung und Verherrlichung der heiligen Eucharistie
Satan weiß um Seine baldige Vernichtung
Ihr Bischöfe und Priester, hört die Stimme Eures Herrn!
Die Muttergottes mahnt die Diener Gottes
Was sagen uns die Offenbarungen an Barbara Weigand?
Durch Kampf zum Sieg, - die Hölle überwinden
Barbara Weigand als Prophetin bestätigt
Verwüstung und Heimsuchung
Grundgebet bei Aufnahme in den Gebetsbund
Aufopferungsgebet am Morgen
Aufopferungsbebet am Abend
Ein letztes Wort:

 
Diese Audioaufnahme stammt von der Webseite des Internetauftritts von Radio Vatikan.    Link: radiovaticana.va/......-794773
 

RADIO VATIKAN ERINNERT AN BARBARA WEIGAND

„Barbara Weigand erblickte das Licht der Welt im Dezember 1845 als drittes von acht Kindern einer Bauersfamilie in dem Dorf Schippach im Spessart im Raum Würzburg. Ihr ganzes Leben - sie wurde fast hundert Jahre alt - war von Kindheit an gekennzeichnet von einer außerordentlichen Frömmigkeit, die sich in visionären Begegnungen mit Jesus Christus, Seiner Mutter Maria und vielen Heiligen ausdrückte. Erst mit fünfzig Jahren begann sie ihre inneren Erlebnisse aufzuschreiben. Von da ab beschrieb sie bis in ihr Greisenalter ihr Leben und ihre seelischen Zustände. Sie hatte insgesamt 297 Visionen, die für die Anwesenden hörbar und zum Großteil auch wörtlich mitgeschrieben wurden. Die Mystikerin selbst sagte von ihrem Zustand, dass alles wie geistig ist und das Gefühl ganz zurücktritt. Sie konnte es aber nicht näher beschreiben, dieses Gefühl. Immer wieder betonen die Mitschreiber, dass sie oftmals trotz großer Gewandtheit im Stenografieren nicht in der Lage gewesen seien, dem starken Redestrom der Seherin zu folgen. Sie sprach ohne zu stocken mit kräftiger und lauter Stimme. - Das umfangreiche Schrifttum dieser großen Beterin hatte in erster Linie die Verehrung Jesu, die Leiden Christi und ihr persönliches Verlangen nach der Eucharistie zum Ziel. Barbara Weigand war keine Schriftstellerin und wollte auch keine sein. Sie hat nicht wie andere Mystikerinnen gelehrte Bücher verfaßt; denn sie hat niemals eine andere Bildungsstätte besucht als die einfache Volksschule, wo sie die notwendigsten Kenntnisse im Lesen, Schreiben und Rechnen erhielt und die Grundwahrheiten des katholischen Glaubens kennenlernte. Das blieb zeitlebens ihr einziger Bildungsgang. Wiederholt kommt sie in ihrem späteren Leben auf diese ihre niedrige Bildungsstufe zu sprechen und beruft sich auf die Einfachheit ihres Bildungsstandes, wenn man ihre Aussprüche und Aufzeichnungen mit dem Maßstabe einer wissenschaftlichen Kritik prüfen und jedes ihrer Worte auf die Goldwaage wissenschaftlicher Exaktheit legen wollte.

Es war darum seinerzeit eine verfehlte Methode, Barbara Weigands Schriften nur nach wissenschaftlichen Prinzipien und ihr Seelenleben nur nach den Schippacher Heften beurteilen zu wollen, anstatt es wirklich als Leben zu begreifen, als organisches Gebilde in seinem Wachstum und Reifen. Bekanntlich hat Barbara Weigand ihre Schriften allezeit als einen kostbaren Schatz gehütet und gegen Zugriffe verteidigt, da sie in ihnen den wahren Niederschlag ihrer in Ekstase empfangenen Visionen erblickte. Diesen Glauben haben auch ungezählte Menschen aus allen Ständen, Geistliche und Laien, mit ihr geteilt. Bischöfe und Priester, Männer vom Fach, hochangesehene geistliche Schriftsteller, hohe Staatsbeamte, Juristen und Kaufleute haben sich für die Glaubwürdigkeit der dort niedergelegten Gedanken ausgesprochen und ihre aszetischen Erwägungen der bekannteren „Nachfolge Christi“ an die Seite gestellt. Die von ihr vorgetragenen Mahnungen zu einem echt christlichen Leben, ihre Aufforderungen zum mutigen Bekenntnis des katholischen Glaubens, zur Teilnahme am Gottesdienst, zu einem Leben der Buße, des Opfers, der Sühne, zum Widerstand gegen Gottlosigkeit und Sittenlosigkeit. All diese Gedanken erwiesen sich als echt christliche und zeitgemäße Aufrufe, dass sie überall zündeten, wo sie auf unbefangene Gemüter stießen, sodass sich in den großen rheinischen Städten, in Mainz, Trier, Metz, Koblenz, Aachen, Straßburg, Freiburg, in Holland und Bayern, zahlreiche Menschen aller Stände mit Ernst und Eifer an die Verwirklichung der von ihr verkündeten Lebensregeln machten - eine fast unglaubliche Erscheinung, da es die modernen Kommunikationsmittel, Presse, Rundfunk, Internet, Facebook und Twittern ja noch gar nicht gab.“

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BARBARA WEIGAND KÜNDIGT FURCHTBARE KRIEGE AN

„Auch spricht Barbara Weigand in ihren Aufzeichnungen oft von künftigen Ereignissen, die damals als unglaublich erschienen, aber alle - ohne Ausnahme - in Erfüllung gingen: sie kündigt schon zwanzig und mehr Jahre vor ihrem Eintreffen große Heimsuchungen an. Furchtbare Kriege und blutige Auseinandersetzungen und Revolutionen werden die Menschheit erschüttern. Reiche werden untergehen. Throne und Herrscher verschwinden. Auch der Kirche stehen große Heimsuchungen bevor, so prophezeite sie schon in den neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts. Ein großer Glaubensabfall wird eintreten, kirchliche Gebäude werden zerstört werden, die Orden werden aus den Schulen vertrieben werden. Die katholischen Vereine werden zerfallen, Priester werden flüchten müssen. Aber, so kündigt die Seherin an, die Kirche wird doch wieder siegen!
Die erste Strafe habt ihr jetzt (1. Weltkrieg 1914 – 1918, die Red.), die beiden anderen werden noch folgen: Hungersnot und pestartige Krankheiten. Ja, ja, es wird noch viele Menschenleben kosten. Die Welt muss noch gebessert werden. Mein Geschlecht muss sich noch bessern. - Mein Geschlecht! wiederholte sie mit Nachdruck! - Maria: „Ihr Frauen, die ihr die Zierde des Hauses des Herrn sein sollt - jetzt seid ihr Mir zur Schmach geworden. Sag es nur allen Meinen Töchtern, dass Ich Meinen Sohn nicht bitten werde, die Strafgerichte  abzuwenden, bis sich das Frauengeschlecht bekehrt hat und anständige Kleider anzieht.“

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GOTT DROHT DEM FRAUENGESCHLECHT HARTE STRAFEN AN

„Diese abscheuliche Kleidertracht, diese abscheuliche Verzerrung der Glieder des Leibes! Eine Schande, dass dadurch die Männerwelt auf Abwege geführt wird! Ich habe der Schlange den Kopf zertreten, und sie tun deren Haupt wieder erheben durch ihren Stolz. Sie wollen Herrinnen  sein und über die Männer regieren!  Merkt's euch, ihr Töchter Adams! So lange euer Geschlecht sich nicht ehrbar kleidet und demütiger einhergeht, so lange wird die Strafe nicht zurückgenommen! Ich zürne! - Ich sage es noch einmal: So lange dieses Geschlecht sich nicht ehrbar kleidet, der Vergnügungssucht entsagt, wird es nicht besser. Mein Sohn wird strafen, bis sie niederfallen und beten: Herr, erbarme Dich unser!“

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„PRÜFET ALLES! WAS GUT IST, BEHALTET!“

So sehr Barbara Weigand an ihren Schriften hing, so ist sie doch die letzte gewesen, die jedem ihrer Worte eine absolute Gültigkeit hätte beimessen wollen; sie wusste nur zu gut, dass dort Gutes und weniger Gutes nebeneinander steht und bat deshalb die Kritiker wiederholt, sich an das Apostelwort zu halten: „Prüfet alles! Was gut ist, behaltet!“ Man solle sich doch nicht an Kleinigkeiten und Äußerlichkeiten stoßen, sondern den Geist würdigen, der in den Schriften wehe. Den tieferen Grund für das Versagen der Theologen, die Schippacher Botschaften angemessen, d. h. mit den Mitteln der Mystik, zu bewerten und die darin verborgenen Glaubensgeheimnisse aufzuarbeiten und ihr Leben zu studieren, die Weigand’sche Mystik auf dem Bodensatz der unzähligen Belehrungen zu betrachten, gibt der heilige Bonaventura, gleich groß als spekulativer Theologe wie als Mystiker, wenn er von den mystischen Erlebnissen sagt: „Willst du wissen, wie das geschieht, so frage die Gnade, nicht die Wissenschaft, das Verlangen und nicht das Verständnis, den Schüler und nicht den Lehrer.“

Fragen wir also - dem Rat Bonaventuras folgend - besser den Schüler als den Lehrer und versuchen an Hand eines aufgezeichneten Zwiegesprächs zwischen Jesus und der Seherin, jetzt in der bevorstehenden Karwoche, die Mystikerin Barbara Weigand besser zu verstehen. Jesus: „Komm, Meine Tochter, setze dich hier neben das Kreuz zu Meiner heiligen Mutter und betrachte die Schmerzen, die Sie erduldet hat, indem Sie Mich auf Ihrem jungfräulichen Schoß hält. Siehe, Ihre einzige Sehnsucht war, den Erlöser zu schauen, Denjenigen zu sehen, Der die Menschheit wieder mit Gott vereinigen sollte. Ja , Sie hat Ihn nicht nur gesehen, Sie hat Ihn unter Ihrem jungfräulichen Herzen getragen. Dreiunddreißig Jahre ist Sie mit Ihm gewandelt und jetzt schau in dieses gebrochene Herz, das mit einem siebenfachen Schwert durchbohrt ist. Mit welcher Liebe begleitete Sie Mich auf all Meinen Wanderungen, mit welcher Sehnsucht erwartete Sie Mich, wenn Ich Mich eine Zeitlang von Ihr trennen mußte. Ach, Sie lebte ja nur, um Mich lieben zu können und Mich geliebt zu sehen von allen Menschen. Ich habe dir von Anfang an gesagt, als Ich Mich dir vergegenwärtigte, als Ich dir den Weg zeigte, den du mit Mir wandeln solltest, nämlich den Kreuzweg, du sollst in diesen Tagen dich recht mit Meiner heiligen Mutter vereinigen und Sie in Ihren Schmerzen bemitleiden.”

Immer wieder war es auch in der heimischen Presse zu Veröffentlichungen über Barbara Weigand gekommen, allerdings weniger, um ihre Verdienste und Botschaften in Wahrheit zu dokumentieren, sondern vielmehr um sie zu schmähen, sie als Lügnerin hinzustellen und ihr Wirken mit zum Teil sehr häßlichen und verleumderischen Bezichtigungen und Schlagzeilen zu diskriminieren. Diese Kreise, darunter (leider) auch wichtige und bekannte Kleriker und Amtsträger der katholischen Kirche, wollten es Jesus Christus, dem Herrn der Welt und Stifter der katholischen Kirche, nicht zugestehen, dass Er Sich auch einfacher Menschen bedient, wenn es darum geht, der Menschheit wichtige Mitteilungen und Ankündigungen zu machen. Und so war es ja bekanntlich auch Sein Wille, in Schippach eine Dankes- und Friedenskirche zu erbauen.  Barbara Weigand hatte ja nicht nur die Initiative zum Bau der Schippacher Dankeskirche, so wie es der liebe Heiland wollte, gegeben, sondern sie hatte in überzeugender Weise die Tugenden des häuslichen Lebens in heroischem Maße geübt, wie man weiß, und so ein Idealbild moderner Laienfrömmigkeit geboten, und sie ist auch zudem Bahnbrecherin für die eucharistische Erneuerung der Welt durch ihr Apostolat für die Gewährung der heiligen Kommunion, ausgeübt zu einer Zeit, als das Kommuniondekret Papst Pius X. noch lange nicht erschienen war. Darin aber liegt eine einzigartige, über ihr persönliches Tugendleben weit hinausgreifende Bedeutung dieser heiligmäßigen Frau aus Schippach, die auch in ehrenden Publikationen im Vatikanischen Rundfunk und im L'Osservatore Romano zum Ausdruck kam, nicht nur 1947 und 1949. Schließlich ist Barbara Weigand auch die Stifterin eines Schwesternhauses, der Pfarrei Rück-Schippach und auch die Stifterin vieler anderer Werke, darunter auch einer kompletten Neuausstattung an Paramenten, Kelchbestecken und einen Tragehimmel für die Würzburger Kirche und ihren ersten Fronleichnamszug nach dem schweren Bombardement dort.  Sie hat die eucharistische Anbetung in einer Weise gepflegt, wie es kaum noch zu steigern gewesen wäre mit ihrer täglichen Tabernakelanbetung, ihrem unermüdlichen Fleiß und Beständigkeit zur Förderung dieser Gnade und letztlich auch ihren ganz besonderen Dienst, den sie der Kirche gestiftet hat, in dem sie ihr ganzes Leben in den Dienst des eucharistischen Königs gestellt und dafür schwerste Belastungen aller Art auf sich genommen hat. Ihre Offenbarungen geben Aufschluss über unseren Weg in der einen wahren Kirche, die der Herr Selbst gestiftet hat und in der wir alles haben, was wir brauchen, um heilig zu werden und unser Lebensglück und damit unsere Bestimmung zu finden. Opferbereitschaft und tiefe Verehrung des höchsten Gutes im heiligen Tabernakel sind beispielhaft.

Dass Gott durch Visionen und Privatoffenbarungen so vertraut zu Seinen treuesten Freunden spricht und ihnen Seine Geheimnisse offenbart, ist weder neu noch ungewöhnlich. Ja, beinahe alle Heiligen, insbesondere die Ordensgründer, sind mit göttlichen Visionen und Offenbarungen ausgezeichnet gewesen, wie wir z. B. in den Lebensbeschreibungen eines hl. Benedikt, eines hl. Bernhard, eines hl. Dominikus, eines hl. Franziskus, eines hl. Paschalis Baylon, dem alle eucharistischen Bruderschaften unterstellt sind,  und anderer lesen; in diversen Büchern werden unzählige Visionen, Offenbarungen und andere göttliche Gunstbezeigungen berichtet, welche der Herr entweder den Stiftern selbst oder einigen ihrer Schüler erwiesen hat. Es ist darum nicht zu bezweifeln, dass Gott vertraulich mit Seinen Freunden spricht und besonders jene mit Gnaden beschenkt, die Er zu großen Werken auserwählt hat. Ja, wunderbar ist Gott in Seinen Heiligen. Barbara hört den Heiland am Vigiltag von Christi Himmelfahrt 1898 sagen: „Siehe, alles, was Ich in dir wirke, hat nur einen Zweck, und der ist, dass Ich das Leben Meiner Kirche wieder erneuern will. Da so viele abgewichen sind und Mich hinausgeworfen haben aus ihrem Herzen, tut es sehr not, einen lebendigen Glauben zu haben, und diesen Glauben durch gute Werke zu betätigen. Wie geht dies aber anders als nur dann, wenn der Christ sich wieder eng anschließt an das Leben Meiner Kirche, d. h. an Mich Selbst, der Ich unter euch wohne im Allerheiligsten Sakrament.“

Ebenso am Feste der Bekehrung des hl. Paulus 1900 vernimmt sie die Worte: „Es gibt doch noch viele gute Christen, die sich zur Aufgabe gesetzt haben, das Reich Jesu Christi wieder herzustellen, all ihr Sein und Leben einzusetzen, um die Christen wieder zurückzuführen zum guten alten Glauben, indem sie überall das eucharistische Leben anfachen. Durch den öfteren Empfang der heiligen Kommunion wird neues Leben in die Christenheit eingegossen werden. Ein neues Leben wird wieder beginnen. Die ganze Welt muß erneuert werden dadurch, dass zuerst die Kirche erneuert wird, aber das kann nur geschehen auf dem Wege, den Ich, Jesus, Selbst gegangen bin.“
Am Gründonnerstag 1898 mahnt unser Heiland: „Schließt euch an die Kirche an, und nicht um ein Haarbreit weichet von ihr ab.“
Ebenso am Fronleichnamsfeste 1897: „Niemals kann eine Seele, die sich lostrennt von der Kirche, die nicht unter der Leitung des Priesters wandelt, den rechten Weg wandeln. Sie wandelt den Weg der Eigenliebe und des Hochmutes.“

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VEREHRUNG UND VERHERRLICHUNG DER HEILIGEN EUCHARISTIE

Einen Damm will der Herr bauen gegen alles Verderben und Verunstalten in der Kirche, gegen die anschwellende Verunehrung des Allerheiligsten Altarsakramentes. Es soll ein Liebesbund gegründet werden, der durch Gebet, Treue zur Kirche und Sühnopfer getragen werden soll und alle mitnehmen möchte, die noch Sehnsucht auf den Himmel Gottes haben. So sagte der Herr zu Barbara Weigand: „Einen Damm will Ich bilden. Dieser Damm soll entstehen aus allen Klassen von Menschen, vom Papst angefangen bis herunter zum Hausknecht, bis zur letzten Dienstmagd, von der Ordensfrau bis zur armen Ehefrau im ärmsten Dachstübchen. Diese sollen vereint beten, den Himmel bestürmen um das Wohl der Völker, damit Meine Kirche wieder aufblühe, wieder auf den Leuchter gestellt werde, von wo aus alle Völker der Erde sie sehen können.“

Jedoch wissen wir auch eines: Nur durch das gläubige Handeln und tatkräftige Wirken der Bischöfe und Priester in der katholischen Kirche läßt sich der Wille Gottes, läßt sich Papsttum und Kirche, zu einem machtvollen Werk Gottes gestalten, nur so kann Gott Seinem katholischen Volk mit Seinem Heiligen Geist anfeuern, zusammenführen und Schmutz und Schlamm, Irrglaube und Aberglaube, Dunkelheit und Finsternis abwehren. Nur dann, wenn Kirche und Gottesvolk in rechter Gesinnung zusammenhalten und ihrer Bestimmung gemäß auftreten und handeln. Wenn aber die Bischöfe, Priester und das katholische Volk nicht mehr das Wahre glauben, sondern sich dem Vater der Lüge zuwenden, dann wird die Kirche Gottes eine solche Erschütterung und Züchtigung erfahren, wie sie die Welt noch nicht erlebt hat. Gott hat bereits damit begonnen, Seine Zuchtrute über Seinem Volk und der Kirche zu schwingen, Er will Seine Tenne säubern und Seine Kirche wieder auf den Leuchter zurückführen, wo sie einst gestanden. Im Mai 1897 am 2. Freitag richtete unser Herr eine ernste Mahnung an Sein katholisches Volk. Jesus: „Darum gibt es kein anderes Mittel, als sein Haupt demütig zu beugen unter die Zuchtrute und sagen: Meine Schuld, meine Schuld, meine übergroße Schuld, wenn Ich Mich nicht abwende von jenen, die da jahraus, jahrein schreien und noch die treuesten Kinder der Kirche abwendig machen wollen. Du,  katholischer Priester, schließe deine Augen vor der Welt, damit du Auge und Ohr auf Mich richtest, denn Ich will mit dir reden. Ich will dich stark machen, du sollst der Starke sein, der Stärkere, der den Starken überwinden muß. Siehe, Satan hat sein Reich aufgerichtet in der Welt, weil Meine Kinder sich von Mir abgewandt, weil Meine Kirche üppig ward, die Glieder Meiner Kirche stolz geworden sind, so hat sie sich von Mir abgewandt und Satan benutzt jeden Augenblick, weil er immer noch wähnt, als Gott dereinst zu herrschen. Satan glaubt, dass er jetzt die Hölle zum Eigentum besitzt. Dies sei nur eine Zeitlang und alsdann, wenn er die zweite Schöpfung vernichtet sehe, werde er sein Reich aufrichten in dieser Schöpfung. Satan weiß wohl, er hat großen Verstand, helles Licht, das ihm vom Himmel aus geblieben ist, denn er war erschaffen in jener ersten Schöpfung, die der Himmel selbst ist, denn zuerst erschuf der Herr den Himmel und alle die Bewohner, die ihn ewig besitzen und genießen sollen. Seine zweite Schöpfung war die Welt, die sichtbare Schöpfung, die Er erschuf aus Liebe zu den Menschen, denen Er die Schöpfung weihen wollte. Der König dieser Schöpfung sollte der Mensch werden, er sollte Ihn verherrlichen, er sollte sich mit Ihm erfreuen und ewig, ewig mit Ihm herrschen und glückselig triumphieren durch die ganze Ewigkeit hindurch mit allen Bewohnern der ersten Schöpfung im Himmel.“

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SATAN WEIß UM SEINE BALDIGE VERNICHTUNG

Jesus: „Denn als Ich ihm den Plan vorlegte, den Ich mit der Menschheit vorhabe, nachdem sie einmal gefallen sein werde - denn Satan war einer der nächsten bei Mir, er gehörte zu dem Ministerium, die im Rate mitsprechen, darum war er einer der ersten, der das Menschengeschlecht schauen sollte in seiner Schwachheit - wußte Satan, dass Ich diesen Menschen nehmen werde aus der Schöpfung, in die er gestellt werde, aus der Erde nämlich, und weil dieses Geschöpf aus der Erde genommen, deswegen auch zur Schwachheit, zur Erde hinneigt. Er sah mit Mir den Fall des Menschen voraus, dass es nicht immer so bleiben werde, wie Ich ihn wohl erschaffen wollte. Er sah mit Mir, dass dieser Mensch, nachdem er gefallen sei, gar leicht sich dem Bösen zuneige, und Satan legte sich den Plan vor, alsdann die andere Schöpfung zu seinem Eigentum zu machen. Er wollte nun einmal herrschen, dieser Satan, er wollte nun einmal nicht mehr jemand sehen, der über ihm stehe, er wollte, weil er so mächtig und so schön sich gestaltet sah, diesem Gott, dessen Geschöpf er doch nur war, gleich sein. Also schmiedete Satan den Plan mit seinen übrigen Gesellen: „Wir überlassen diesem Gott Seine erste Schöpfung und wollen nicht ferner Seine Geschöpfe, Seine Diener sein - dieser Gott, der so unendlich Sich freut, der so unendlich erhaben ist in all den Eigenschaften, die Er besitzt - und bemächtigen uns dieser Schöpfung, die dieser Gott geschaffen als Seine zweite Schöpfung, die Er dem Menschengeschlecht anweisen will. Und wenn auch eine Zeitlang dieses Menschengeschlecht diesem Gott noch angehört, diesem Gott noch die Ihm gebührende Ehre entgegenbringt, Ihn als seinen Schöpfer anbetet und Ihm den Tribut des Dankes darbringt, so würde allmählich durch meine Mitwirkung und Bearbeitung dieses Geschlecht so abgebracht sein von seinem Schöpfer, daß es sich ganz von Ihm abwenden wird und in meine Pläne und Absichten eingeht und sich verwickelt, so daß ich nach und nach den Verstand aller Menschen auf mich gelenkt und mir Anbeter in Hülle und Fülle alsbald zugeeignet haben werde. Und dann, wenn die Fülle der Zeit werde gekommen sein, wo dieser Gott sehen wird, daß der Plan missglückt, den Er gefaßt mit der Menschheit, und wenn dann der Mensch Ihm statt Ehre nur Schmach, statt Ruhm nur Schande eintragen wird, Er diese Welt, diese Schöpfung wieder in sein Nichts zurückfallen ließe.

Ich sage, dies alles wußte Satan, denn er hatte ein helles Licht, und darum beratschlagte er mit seinen übrigen, dass er sich gegen seinen Gott empören werde, und zwar in dem Augenblick, wo ihm Gott die Jungfrau zeigte, die den Himmel mit der Schöpfung vereinigen sollte.“

Damals wurde den Himmelsbewohnern schon gezeigt, dass es eine Zeit gibt, in welcher der Himmel, die erste Schöpfung, mit der zweiten Schöpfung in Verbindung treten und diese Verbindung durch ein schwaches Weib sollte vermittelt werden. Diese Vermittlung, wißt ihr, wer sie ist? Es ist Meine heilige Mutter! Ich sage, nun ist die Zeit gekommen, wo Satan glaubt, sein Reich aufzurichten, seinen Thron aufzuschlagen in dieser Schöpfung; deswegen wütet er mit aller Gewalt in all den abgefallenen Christen, in all den vielen gottlosen Menschen, die da verbreitet leben auf Erden, und weil Meine Kirche im Glaubensleben auch gar so sehr zurückgekommen ist, weil unter den Dienern Meiner Kirche gar vielfach das Weltleben eingedrungen ist, so haben sich die Kanäle verstopft.“

Und an weiterer Stelle: „Der Gnadenstrom, der da ausfließt aus Meinem Herzen, das Mittleramt Meiner heiligen Mutter reicht nicht mehr hin, solange das katholische Priestertum, das der Kanal ist, nicht ganz geläutert ist von all dem, womit die Welt ganz erfüllt ist, solange das katholische Priestertum nicht wieder zurückgreift zu der Einfachheit, von der es abhanden gekommen, in Lehre und Beispiel, solange wird es nicht besser, und Satan wird fort und fort wüten können, denn Ich bin ein Geist und kann nur zu den Herzen reden durch den Geist. Satan ist aber auch ein Geist und bearbeitet die Seinigen durch die Geister. Also denkt euch den furchtbaren Kampf, der da besteht in Meiner Schöpfung. Ich kann nicht, gebunden bin Ich an Händen und Füssen, wie du Mich geschaut im Anfang, als Ich dir das Leiden gab, wo du Mich gebunden sahst an Händen und Füssen, und solange die Kanäle noch nicht aufgeräumt sind und Meine Diener sich ganz und gar unterworfen und das Licht des Glaubens durch ihren Lebenswandel, durch Wort und Beispiel überall leuchten lassen, solange sie nicht mit Entschiedenheit reden vor den Großen und Mächtigen der Erde - auch wenn diese mit Wucht ihnen entgegentreten, und sie sich nun ruhig verhalten, im seligen Bewußtsein, dass sie so die Menschheit wieder zurückführen zum Glauben, wird es nicht, kann es nicht anders werden. Ehe dieses aber kommt, ehe die Welt zum Glauben kommt, ehe die Priester, welche die Kanäle sind, ganz geläutert und gesiebt sind, wird noch manches Haarsträubende vor sich gehen in dieser Meiner Schöpfung. Seht, ob es nicht der Mühe wert ist, zu beachten die Worte, die Ich zu euch rede, ob Meine Diener es für zu kleinlich halten, das zu lesen, was Ich durch euch, Meine liebsten Kinder, an sie richte. Satan wähnt, sein Reich aufzurichten, jetzt! Merkt es euch, Meine Diener! Satan arbeitet listig mit all seinen Helfern und Helfershelfern, durch seinen Geist teilt er sich den Menschen mit, die sich von ihm bearbeiten lassen, und er findet sie. Seht, jene, die im Reich der Finsternis arbeiten, finden es nicht zu kleinlich, auf alles zu achten und zu hören, was ihnen von einem Helfershelfer Satans wird zugetragen, wenn es auch noch so gering scheint. Ihr aber, ihr Kinder des Lichtes, ihr Diener des Lichtes, ihr wollt es zu kleinlich finden zu glauben, dass Mein Geist die Geister bearbeitet, dass Er euch aufmerksam machen will, dass ihr nichts verabsäumen und verstreichen lassen sollt, um eure Untergebenen zu erwärmen, einfach mit Liebe zu ihnen zu reden, sie aufzumuntern zur Liebe Meines Herzens, um sie herbeizuführen zu Meinem Tisch. Und weil dieses eine gar große Arbeit ist, die euch viel Schweiß erpreßt, besonders das Reich der Finsternis am meisten vertreten ist, weil er dort viele Müßiggänger findet, die Ich euch gesetzt habe in die Städte, wo Satan am meisten wütet, weil sie müßig dastehen auf dem Markt, ja, da erpreßt es euch Schweißtropfen. Ich weiß es wohl, aber werdet nicht mutlos. Das aber sage Ich euch, ihr müßt euch zu denjenigen halten, die noch zu euch stehen, die unter eurer Kanzel stehen, um euren Worten zu lauschen. Das sind nicht die gelehrten Geister, und ihr braucht wahrhaftig nicht zu studieren, was ihr vortragen sollt; denn es sind die Armen, die Kleinen, die gläubigen Seelen, die kommen und euch zuhören, wenn ihr Mein Wort verkündigt.“

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IHR BISCHÖFE UND PRIESTER, HÖRT DIE STIMME EURES HERRN!

„Ihr Bischöfe und Priester Meiner Kirche“, so ruft der Herr Seinen Oberhirten und Dienern zu, „was hält Mich zu einem Gefangenen in der Gefangenschaft unter euch? Was ist es, dass Ich Mich unter euch stelle, unter euren Gehorsam, ihr Meine Diener? Dass Ich zu jeder Stunde euch zu Gebote stehe? Es ist die Liebe! Die Liebe hält Mich hier, die Liebe zu Meinen Geschöpfen, zu Meinen Ebenbildern, zu Meinen Gleichgesinnten. Und sehet, Meine Diener! Unter diesem verkommenen Volk habe Ich doch noch Seelen, die gleichgesinnt sind mit Mir, habe Ich doch noch solche, die Mich lieben, die Meinen Vater lieben, weil Ich Ihn liebe, und darum auf Mich vertrauen. Es sind dies jene Seelen, die zurückgesetzt und hinausgestoßen von der Welt, ihrem Gott dienen wollen, und um ihretwillen vergesse Ich all den Undank, den jene Seelen Mir bereiten, die Ich erschaffen und die Meiner vergessen. O die Gefahren sind groß, Meine Liebe ist aber noch viel, viel größer! Wenn das israelitische Volk auf Abwege gekommen war, habe Ich unter ihnen die Propheten erweckt, heilige Männer. Ich habe Mein Volk heimgesucht mit Strafen, und durch die Propheten, die es dann Meinem Volk verkündigen mußten, warum Ich sie strafte, habe Ich Mein Volk zurückgeführt. Und so tue Ich, solange die Welt steht. Ihr seid das israelitische Volk, das Volk Gottes, die Heerführer Israels, ihr Meine Diener, ihr Bischöfe und Priester der katholischen Kirche.“ Und an anderer Stelle: "O wie stände es anders in der Welt, wenn die Bischöfe und Priester den Mut hätten, offen und frei vor die Großen zu treten und ihnen zu sagen, dass das Unglück nur kommt vom Freimaurertum und dem Sozialismus, und dass man Herzen nicht mit Waffengewalt bekehren kann, wenn auch noch so viele Schwerter klirren, sondern nur durch die heilige Kirche und ihre Diener, und die sich mit ihnen verbinden, sich opfernd, sühnend und leidend. Aber die große Menschenfurcht ist das Übel der Zeit.“

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DIE MUTTERGOTTES MAHNT DIE DIENER GOTTES

Maria: „Aber Ich will heute sprechen zu den Christen, die alle stehen unter einem gemeinsamen Oberhaupt, dem Römischen Papst, und die unter der Leitung eines Oberhirten stehen, eines Bischofs, und unter der Leitung von Priestern. Möchten doch die Bischöfe und Priester sich umschauen in der Welt, unter der Herde Jesu Christi, wie der Glaube abnimmt, wie da die Herde zerstiebt ist, wie der Weltgeist alles hinwegschwemmt, was an ein ewiges Ziel und Ende erinnern könnte. Wo ist nun da zu helfen, wo ist da die Rettung der Seele möglich, anders möglich, als dass die Kinder der katholischen Kirche wieder zurückkehren zum heiligen Glauben, zu einem kindlichen, demütigen Glauben. Wenn das Volk Gottes abgewichen war vom rechten Weg, abhanden gekommen ist, was an Religion und an Sittlichkeit anknüpft und erinnert, sandte der Herr einen auserwählten Mann unter Sein Volk, der ihm die Strafgerichte Gottes vorhalten mußte. Und es wurde ihm geglaubt. Die Völker, obwohl sie spotteten und diejenigen steinigten, die der Herr zu ihnen schickte, die Bessergesinnten glaubten dennoch und wandten sich zur Buße, und die Strafgerichte, wenn sie auch hereinbrachen, sie wurden doch abgekürzt und das Volk Gottes ging siegreich wieder aus all dem hervor, aus den Armseligkeiten, in die es sich verwickelt hatte.“

Maria, die Braut des Heiligen Geistes, Mutter der Kirche und Braut aller gottliebenden Priester, mahnt an anderer Stelle: „Komm mit Mir, Meine Tochter! Siehe, da sind sie, die Mein Sohn erwählt zur Gründung Seiner Kirche, welche die zwölf Säule sein sollen, auf die Er das Gebäude aufrichten will. Siehe, was Er aber Mir für einen Auftrag gibt! Seht, das seid ihr alle, die ihr euch zusammen vereinigt zu einem Bund. Ihr sollt durch eure Gebete die Säulen der Kirche stützen, das da ist das Priestertum, das Haupt ist der Papst in Rom, die Säulen sind die Bischöfe, auf denen das Gebäude ruht, die Ecksteine sind die Priester, jeder einzelne Priester der ganzen Welt. Die Mauer, die das Gebäude umgibt, das da zusammengefügt ist durch den Kalk oder Mörtel, sind alle katholischen Männer, die treu zur Kirche stehen, und der Kalk seid ihr, ihr Kinder der katholischen Kirche. Zusammenhalten müßt ihr dieses Gebäude durch Beten, durch euer Gebet die Kirche unterstützen. Sühneleiden war Meine Aufgabe, sonst hätte der Schmerz und die Liebe Meines Herzens Mich verzehrt, Ich wäre von der Stunde an Meinem Sohn gefolgt, als Er die Erde verließ, aber Ich sollte, was an den Leiden Meines Sohnes noch abging, an Meinem Leibe ersetzen. Versteht ihr Mich, Meine Kinder? All die Leiden eures Berufes, all eure Trübsale, die über euch kommen, opfert sie Mir, bringt sie Mir: Ich weiß sie anzuwenden, Ich will sie alle der Kirche zuführen, Ich will ersetzen, was so vielen fehlt, die wanken und schwanken hin und her, bis daß der Abgrund sie zu verschlingen droht. Ich will diejenigen, die vom rechten Weg abgekommen, wieder herbeiführen. O seht, Mein lieber Sohn hat Mich in letzter Zeit den Priestern an die Seite gestellt, weil sie unmöglich allein die Kirche aufrechterhalten können in dieser schweren Zeit, in dieser folgenschweren Zeit, denn die Glieder dieser Kirche, die Priester, sie waren erkrankt, und darum hat das Übel so überhand genommen, und dies Übel zu entfernen, kostet großen Schweiß und Mühe.“

„Meine Kinder, der Herr zeigte dir (Barbara. Die Red.) einmal, wie Papst Leo XIII. auf einem Berge stand, von wo aus er die ganze Welt überblickte. Es war dieses in den ersten Jahren seines Pontifikates, wo Leo XIII. nicht einmal den Bischöfen der ganzen Welt bekannt war, viel weniger dem einzelnen Priester der katholischen Kirche, noch viel weniger aber einem armen, unwissenden Landmädchen, und doch zeigte dir der Herr damals schon in den ersten Jahren seines Pontifikates die Wirksamkeit dieses treuen Diener Gottes, indem Er dich in ein Licht versetzte, von wo aus Papst Leo XIII. die ganze Welt überschaute. Er stand auf einem hohen Berg und seine Blicke schauten über die Welt. Damals wurde dir schon gezeigt, in welch innigen Verkehr du mit ihm treten sollst, und wie das, was der Herr in dir wirken will, mit der Kirchengeschichte verwickelt ist. Denn Leo XIII., das sollte dir damals schon gezeigt werden, ist ein großer Verehrer Mariens. Er ist einer Meiner treuesten Diener, den je die Welt gesehen, und sein Name wird eingeschrieben werden in der Kirchengeschichte. Er wird zu einem leuchtenden Stern werden, zu einem Stern am Himmel der Kirche. Seine Heiligkeit soll gerühmt werden, solange die Welt stehen wird. Darum wurde dir weiter gezeigt, es war einmal in einem Monat Oktober, in dem ihr euch jetzt befindet, damals wußte aber die Welt noch nicht, selbst Papst Leo XIII. noch nicht, dass dieser Monat Oktober von ihm ein so geheiligter werden würde; denn es war damals der Monat Oktober noch nicht zu einem solchen Gebetsmonat erhoben, wie er es jetzt ist, und doch wurde dir damals schon gezeigt, was dieser Monat Oktober dereinst noch für eine große Bedeutung für Mich, für Leo XIII., und für die ganze heilige Kirche haben sollte. Der Herr zeigte dir damals Leo XIII. in großer Bedrängnis; du sahest ihn am Altar sein heiliges Meßopfer feiern, und er war in einer solchen Angst und Bedrängnis, dass er ganz in Schweiß gebadet dahinsank, und du bekamst den Auftrag von Mir, ihm ein Kissen zu bringen. Weißt du es noch, Meine Tochter?“ Barbara: „Meine Mutter! Ich danke Dir für diese himmlische Erinnerung. O ich hatte es ganz vergessen, ich wußte es nicht mehr, es ist schon lange her. Nein, ich habe es vergessen.“

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WAS SAGEN UNS DIE OFFENBARUNGEN AN BARBARA WEIGAND?

Wenn sich die guten, treuen Christen aufraffen und  überall ein eifriges frommes Streben nach dem heiligsten Altarsakrament leben, und wo das Heiligste Sakrament verehrt wird, es innigst anbeten und dem Herrn in frommer Gesinnung beistehen und Treue und Reue Ihm aufopfern und darbringen, steht es gut in der Welt. Die junge Kirche, wo schöpfte sie ihre Kraft? Nur in der heiligen Eucharistie, weil sie täglich das Heiligste Sakrament empfangen und mit seiner Kraft, gestärkt mit den Früchten und Gaben des Heiligen Geistes, dann durchs Leben gingen. So spricht der Herr immer wieder zu uns in den Schippacher Schriften. In jetziger Zeit empfangen viele täglich das Heiligste Sakrament noch in würdigster Weise und in höchster Ehrfurcht und einer tiefinneren Bereitung. Dies ist es, warum unser Herr immer noch die Hand des Himmlischen Vaters aufzuhalten weiß, damit sie nicht niederfalle auf die Menschheit und die Erde in ihr Nichts zurückfallen läßt. Und weil unsere liebe Mutter Gottes, Mutter unseres Herrn Jesus Christus, Sohn Gottes, Heiland der Welt, immerfort zum Himmlischen Vater fleht, Er möge noch zurückhalten Seinen Zorn und Abscheu von der verdorbenen Menschheit. Der Heiland läßt uns in Seinen Belehrungen in den Schippacher Schriften immer wieder wissen, dass wir dazu berufen sind, daß wir, Seine kleinen Seelen, durch unser frommes Tun und Treue zu Papst und Kirche noch erleben werden, wie sich ein Glanz verbreitet, wie die katholische Kirche als die eine wahre Kirche Seiner Stiftung aufschwingen wird und einen Glanz, einen neuen Glanz hervorbringen wird, der dann als eine wahre Leuchte auf dem Berg von allen noch zur Kirche zurückgekehrten Christen geschaut, bestaunt und bejubelt werden wird. Und der Herr sichert uns zu, Er werde Seine Kirche zu neuem Leben entfalten.

Der Herr sagt über Seine junge Kirche: „Weil dieser verborgene Schatz so verkannt ist von der Welt, ruht Mein Auge mit besonderem Wohlgefallen auf ihm. Es ist wahr, die Welt ist gottlos, sie ist aber auch auf der anderen Seite, auf der Lichtseite in glänzenden Strahl versetzt; denn das kirchliche Leben blüht allenthalben still empor, wenn auch jetzt noch der Welt verborgen, aber in allen klösterlichen Genossenschaften gibt man sich mehr Mühe. Der alte Schlendrian wird abgelegt und ein reges, eifriges Ordensleben wird überall zu Tage gefördert, und dieses geht Hand in Hand mit dem Weltleben. Die guten, treuen Christen raffen sich auf, und es ist überall ein Streben nach dem Heiligsten Sakrament, und wo das Heiligste Sakrament verehrt wird, steht es gut in der Welt. Zu neuem Leben entfaltet sich die Kirche, Ich muß sagen, die junge Kirche; denn obwohl Meine Kirche nie veraltet, war aber das Glaubensleben sehr verstaubt, sehr veraltet, es ist so in der jetzigen Zeit. Deswegen schickte Ich viele Leiden über die Kirche; Ich machte sie los von allem, was nicht ihr gehört. Arm mußte sie werden, am Bettelstab mußte sie sich ernähren eine Zeitlang, weil Ich sie demütigen wollte. Aber jetzt fängt sie an aufzublühen, sie gefällt Mir, und sie wird in kurzer Zeit, in Bälde, auf einen Höhepunkt gestellt sein, von wo aus die ganze Welt sie schauen wird, und alle Konfessionen auf der ganzen Erde werden mit Ehrfurcht auf sie schauen. Darum auf, Meine Kinder, auf zum Kampfe! Durch Kampf zum Sieg, durch Sieg zur Krone. Krönen sollt ihr Meine Kirche mit der Siegeskrone der Märtyrer, denn geistige Märtyrer sollt ihr werden: Kämpft gegen Fleisch und Blut, gegen Welt und Hölle! Auf zum Kampfe, Meine Diener, denn Ich bin nicht gekommen, den Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Nicht sollt ihr hadern und zürnen; denn diejenigen, die euch anhören, die euren Worten, eurer Predigt beiwohnen, wollen sich Mir hingeben und gehören zu den guten, eifrigen Christen. Darum sprecht ihnen Trost und Mut zu und muntert sie auf zum Kampf. Geht Hand in Hand mit dem armen Volk. Und du, du kleines Volk, schaue hinauf zu deinem Priester, deinem Pfarrer, Männer, die Ich euch gesetzt und gestellt als Leiter und Führer. Steht zu euren Bischöfen, zu eurem Papst, ein Herz und eine Seele untereinander, ein Schafstall und eine Herde.“

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DURCH KAMPF ZUM SIEG, - DIE HÖLLE ÜBERWINDEN

Wie sehr Barbara Weigand vom Herrn herausgehoben wurde als Prophetin, und das ist sie wirklich, man streiche sich einmal die vielen Ankündigungen in den sieben Bänden „Offenbarungen an Barbara Weigand“ an, dann läßt sich auch an folgender Belehrung über Satan und sein Wirken, aber auch über das machtvolle Eingreifen Gottes wieder ins Gedächtnis unserer heutigen Zeit zurückrufen. Lesen wir noch einmal hinein in eine Botschaft, in eine Ankündigung an Seine getreuen und geliebten kleinen Seelen, die wie folgt nachzuschlagen ist: „Wie Satan eifert und schürt, um alles zu umstricken und zu umgarnen, so soll und will Mein Herz eifern und umstricken alle, die sich da noch fangen lassen; auch wenn sie schon in dem Strom stehen bis zum Hals, bis zum Ersticken in dem Morast des Unglaubens, der Sittenlosigkeit, Ich will sie retten, Ich will sie herausziehen. Sie sollen bewässert und befeuchtet werden aus dem Strom, der da ausfließt aus Meinem süßen Gottesherzen. Und dadurch, dass Papst Leo XIII., mit dem Ich gerade so spreche wie mit dir, Meine Kleine, dieses Rundschreiben an alle Bischöfe der ganzen katholischen Welt ergehen ließ und sich richtet an alle gläubigen Christen, ist dieser Strom geöffnet worden, und er wälzt sich dahin und reißt mit sich alle die guten, eifrigen Seelen. Sie stehen zusammen zu einem Bund, und was Ich euch schon jahrelang vorausgesagt, es ist plötzlich mit einem Mal in Erfüllung gegangen. Seht, Meine Kinder! Kein Wort, das Ich mit euch besprochen, ist unerfüllt. In der Bulle, die Mein Stellvertreter eröffnete, ist in kurzem Inhalt alles mit einbegriffen, was Ich seit Jahren mit euch besprochen habe, euch klar und deutlich auseinandersetzte. Und wenn sich auch manchmal deine Sprache ausdehnt, und du etwas mit eingemischt, weil dein Geist mit Meinem Geist verbunden ist und hie und da etwas undeutlich ist, so ist und bleibt aber die Hauptsache immer dieselbe. Es ist die eine Sprache, die Ich rede in Meinem Diener, in dem Statthalter, der dort auf dem Stuhle Petri sitzt. Ein Band will Ich schlingen um die ganze Menschheit. Die Guten sollen zusammenstehen und einen Eifer entfalten, der da die gottlose Welt in Staunen setzen soll. Niemand darf sich fürchten und schämen wegen seiner Religion. Ja, die Spötter sollen und müssen verstummen ob des Eifers Meiner Kinder. Und wer sich nicht anschließen will, weil er Meine Gerichte fürchtet, so muß er sich anschließen, wenn er sieht, mit welcher Entschiedenheit, mit welcher heiligen Freude Meine guten Kinder all den Spott und die Verdemütigungen ertragen, die man ihnen allenthalben zufügt.“
Deshalb pocht der Herr immer wieder auf Seine Rechte und fordert unablässig: „Ein Band will Ich schlingen um die Menschheit, und wer sich daran hält, der ist gerettet! Und dieser Damm soll der Eucharistische Liebesbund Seines göttlichen, Seines Heiligsten Herzens sein.“

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BARBARA WEIGAND ALS PROPHETIN BESTÄTIGT

Wie viele andere mystisch begnadete Personen, so hat sich auch Barbara Weigand in seherischem Weitblick mit künftigen Ereignissen befaßt. Die Aussprüche in ihren Schriften, in denen die Jungfrau von Schippach auf kommende große Ereignisse im Leben der Völker, der Kirche oder ihrer eigenen Person hinweist, stehen nicht vereinzelt und es lohnt sich durchaus, heute -  fünfzig und mehr Jahre nach ihrer Entstehung ‑ ganz gewiß, sich diese Worte einmal mit kritischem Blicke anzusehen. Ein halbes Jahrhundert scheint immerhin ein genügend weiter Zeitraum zu sein, um solche Aussprüche auf ihre Richtigkeit zu prüfen. Sehen wir also einmal, was die Jungfrau von Schippach vor mehr als einem halben Jahrhundert über die Zukunft von Welt und Kirche als Gottes Stimme vorgetragen hat!

Von Msgr., Dr. Dr. theol. et. phil. Wilhelm Büttner, Geistl. Rat, Päpstlicher Geheimkämmerer, vormals Pfarrer von Schippach und einstigem Seelenführer und Beichtvater von Barbara Weigand, wissen wir aus seinem Buch  „EIN BEISPIEL MODERNER LAIENFRÖMMIGKEIT, ZUGLEICH EIN BEITRAG ZUR DEUTSCHEN KIRCHENGESCHICHTE VON 1860 BIS 1960“ vieles über Barbara Weigand und ihren prophetischen Gaben. Demnach kündigt Barbara Weigand große Heimsuchungen an. Furchtbare Kriege und blutige Revolutionen werden die ganze Menschheit erschüttern. Mächtige Reiche werden untergehen und die Throne der Herrscher werden zusammenstürzen. Dieses Unheil nimmt seinen Ausgang vom falschen Liberalismus und gottlosen Sozialismus. Die Heimsuchungen sind Strafgerichte Gottes über die von Ihm abgewichene Menschheit.

Am Herz‑Jesu‑Freitag im Februar 1896 spricht Jesus: „Wenn alles auf dem ganzen Erdkreis durcheinandergeht, da ist es, wo Ich Meine Diener hinaussenden werde; sie sollen dann nicht scheuen das Blitzen der Schwerter, sie sollen nicht teilnehmen an den Beängstigungen und dem Wehgeschrei der Großen und Mächtigen der Erde. Jene aber, die heraufbeschwören Meinen Zorn, die schuld sind und Schuld tragen, dass die Hölle losgelassen ist in der Welt: sie sollen Meinen Zorn fühlen. Sie sollen in Frieden wandeln, meine Diener, denn mit ruhigem Blick, mit heiterer Stirn werden sie zusehen, wie Reiche vergehen und zusammenstürzen, aber nicht Mein Reich.“

An der Vigil von Kreuzerhöhung 1896 spricht Jesus: „Das Gift ist eingedrungen bis in die innerste Faser und alle Völker sind gottlos geworden und der Glaube hat bis zu den Besten Meiner Diener abgenommen. Darum hat Mein himmlischer Vater beschlossen, die Menschheit zu züchtigen und durch große Strafgerichte heimzusuchen.  Die erste Strafrute ist die Züchtigung im Innern, sie soll aber auch nach außen losbrechen, wenn die Völker sich nicht zurückführen lassen, wenn die Worte, die Meine Dienerin zu euch spricht, von Meinen Dienern nicht angenommen werden. Es werden die Gottlosen einfallen, sie werden sich verbinden in der ganzen Welt, es wird zu einem allgemeinen Aufstand kommen und ein schreckliches Blutbad wird die Erde decken.“

Am Feste des heiligen Märtyrers Ignatius 1897 spricht Jesus: „Sage es allen, die darum wissen, besonders den Priestern, dass sie sich vorbereiten auf einen großen Sturm. Stehet fest, denn viele werden fallen. Ich muß verlangen, als ein Gott der Gerechtigkeit, dass die Völker gezüchtigt werden.“
Am 4. September 1896 spricht Jesus: „Rettet, was zu retten ist; denn es kommt die Zeit, wo ihr mit Schaudern die Dinge sehen werdet, die der Sozialismus geboren hat.“
Am 18. März 1898 spricht der heilige Josef: „Die Morgenröte einer glücklicheren Zeit ist zwar schon da, aber erst kommt noch ein starker Wirbelwind, der die Bäume schüttelt und rüttelt, den Baum der Kirche. Furchtbar wird der Sturm losbrechen.“
Am dritten Freitag im Mai 1898 spricht Maria: „Es ist eine gar schlimme Zeit und der Mensch steht zitternd und voll banger Erwartung vor den Tagen der Zukunft. Es werden harte Tage kommen.“
Am 14. Mai 1897 spricht Jesus: „Jetzt aber hört, meine Diener, höre, du katholische Kirche, höre, du katholisches Priestertum! Die Welt ist von Mir abgefallen, sie hat Mir den Rücken gekehrt, darum muß Ich auch Meine Strafgerichte ankündigen und durch euch der Welt. Höre, du katholischer Priester, es wird nicht lange mehr dauern und man wird schreckliche Dinge erleben. So wie das Kind im Haus, in der Schule, in der Kirche, gegen seine Vorgesetzten, seine Lehrer, seine Eltern sich benimmt, so wird die ganze Welt sich benehmen in kurzer Zeit. Reich wird gegen Reich aufstehen, der Untertan gegen seinen Herrscher, Familie, Familienrecht, Familienleben wird nicht mehr bestehen, weil das Kind gegen den Vater, die Gattin gegen den Gatten, die Schwester gegen die Schwester gehen wird. Nirgends mehr Friede und Ruhe, außer da noch, wo man Mir dienen wird. Wundert euch nicht über die Dinge, die ihr seht, die unter euren Augen sich vollziehen; denn dies alles ist nur der Anfang.“
Am 15. Juli 1898 spricht Jesus: „Nicht nur ein Land ist bedroht, nicht nur eine Stadt, nein, die ganze große Gesellschaft der Menschen von Süd und Ost, von West bis Nord, besonders aber Europa wird eine Stätte der Verwüstung und der Greuel werden, weil alles sich erhoben hat, um die Ordnung umzustürzen.“
Am 26. Juli 1910 verzeichnet sie den Inhalt einer Erleuchtung: „Ich will Mein Volk schon züchtigen und ihnen zeigen, dass Ich der Herr bin. Wie einst dem König Pharao, so werde Ich eine Plage nach der anderen schicken und Mein Volk die Zuchtrute so lange fühlen lassen, bis es mich wieder auf den Thron setzen wird.“

In einem Briefe an das Bischöfliche Ordinariat Mainz vom 7. März 1901 schreibt Barbara: „Ich habe es schon in einem Brief bemerkt, dass mir in der Neujahrsnacht 1901 gezeigt wurde, wie die ganze Welt in einen großen Kriegsschauplatz umgewandelt war.“
Am 8. Juni 1898 spricht Maria: „Es werden Tage über euch herein­brechen, wo die Wellen der Trübsale über eurem Haupte zusammenschlagen und euch alle zugrunde zu richten drohen. Es wird ein großes Jammer­geschrei sich erheben, desgleichen in vielen Jahrhunderten noch keines ist gehört worden auf Erden.“
Am 28. September 1896 spricht der Erzengel Michael: „Ihr müßt wissen, wenn die Menschheit gestraft wird, dann wird sie gestraft, wie der Herr regnen läßt über Gute und Böse ... Die Guten müssen alles mit­erleben wie die Gottlosen, aber mit dem Unterschied, dass der Friede der Guten nicht zu zerstören sein wird.“
Am 6. August 1897 spricht Jesus: „Nun ist die Zeit gekommen, wo die Völker einer harten Züchtigung übergeben sind und wo die Guten mit den Bösen leiden müssen. Es kann nicht anders mehr gehalten werden, als dass Ich das Volk züchtige, und es bedarf starker Männer, um nicht zu wanken in solchen großen Wirren, wie sie kommen werden, denn Ich habe dir wiederholt gesagt, schon lange, dass, wenn die Schwerter klirren, wenn das Wehgeschrei auf der ganzen Welt ertönt ‑ es wird einen großen Kampf kosten ‑ wenn Ich Meine Diener hinaussenden werde als Friedens­boten, und dass die Welt durch sie soll gerettet werden, die Kirche zur Blüte gelangen soll.“
Am 3. Februar 1898 spricht Jesus: „Wisse darum, dass ein solches Straf­gericht im Anzug ist, dass die Erde noch nie ein solches wird gesehen haben, und dass die Throne vieler gottloser Fürsten und Könige werden gestürzt, und auf ihren Trümmern werde Ich Meine Kirche aufrichten.“
Am 10. Juni 1898 spricht Jesus: „Stürzen werde Ich alle diejenigen, die Mir angehörten und nun nicht mehr angehören. Weil sie Mir nicht dienen wol­len, sollen sie auch nicht herrschen über Mein Volk, und gestraft muß das Volk Gottes werden, damit es wieder glaube und bekenne, dass Ich der alleinige Herr, ihr Gott, bin.“

Sind die von der Schippacher Seherin Barbara Weigand vor mehr als einem halben Jahrhundert mit plastischer und überaus überzeugender Deutlichkeit vorausgesagten Heim­suchungen inzwischen nicht buchstäblich eingetroffen? Solch schreckliche Revolutionen, wie sie seit dem Jahre 1917 bis zu dieser Stunde über die Völker hereinbrachen, hat die Weltgeschichte wahrlich noch nicht gesehen und die entsetzlichen Spuren zweier Weltkriege werden noch auf lange Zeit hinaus das Antlitz Europas, ja der Welt verunstalten. Königreiche und Kaiserreiche sind über Nacht zusammengebrochen, die Kronen mächtiger Herrscher in den Staub gerollt, „ein schreckliches Blutbad“ deckte die Erde, der Bruder hat sich gegen den Bruder, das Kind gegen die Eltern erhoben, Familienrecht und Familienleben sind in der schrecklichsten Weise verwüstet worden. Ist nicht „ganz Europa eine Stätte der Verwüstung und der Greuel“ geworden? Ist nicht buchstäblich die ganze Welt in einen großen Kriegsschauplatz ver­wandelt worden? Ist nicht „die alte Ordnung umgestürzt“? Hat sich nicht „in der Welt ein großes Jammergeschrei erhoben, desgleichen in vielen Jahrhunderten noch keines ist gehört worden“? Müssen nicht die Guten mit­leiden an all dem, was die Gottlosen verschuldet haben? Wir sehen also: die Prophezeiungen der Barbara Weigand über die großen Heimsuchungen der Menschheit durch Kriege und Revolutionen, verursacht durch eine Welt ohne Gott, sind buchstäblich in Erfüllung gegangen.

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VERWÜSTUNG UND HEIMSUCHUNG

Und auch über die Feinde der Kirche und ihre Peiniger und Verfolger zeichnet Barbara Weigand ein klares Bild. Durch Verwüstung und der Heimsuchungen durch Kriege und Revolutionen wird die katholische Kirche harten Verfolgungen ausgesetzt sein. Die Kirche in Deutschland wird besonders zu leiden haben. Satan wird bis ins kleinste Dorf regieren. Die Verführung der Jugend wird groß sein. Die Staaten werden zu Unterdrückern der christlichen Religion werden. Ein großer Glaubensabfall wird kommen. Viele Priester werden von ihren Herden ge­trennt werden. Kirchen werden geschlossen werden. Die katholischen Ver­eine werden zerfallen. Die Lehrschwestern werden aus den Schulen ver­trieben werden. Ordensleute werden aus ihren Klöstern verjagt werden.
Am 25. Januar 1897 spricht Jesus: „Das zwanzigste Jahrhundert naht heran und es soll mit ihm ein neues Geschlecht erstehen und mit ihm die Kirche neu aufblühen; aber es muß erst ein gewaltiger Sturm, ein ge­waltiges Schütteln an dieser Kirche vorübergehen. Es werden harte Tage kommen, furchtbar für das Volk Gottes, denn das Volk Gottes ist auf Abwege geraten und es soll und muß geläutert werden. Schwere und harte Drangsale werden das Volk Gottes treffen.“

Am Herz‑Jesu‑Freitag im März 1896 spricht Jesus: „Meine Diener sol­len Meine Kinder bearbeiten und vorbereiten auf jene Zeit, die alsdann kommen wird nach jenem Sturm, der über die Völker hereinbrechen wird.“

Am letzten Tag der Anbetung in der Kirche St. Bonifaz 1899 war der liebe Heiland umringt von einer großen Schar Heiliger, die alle in der Stadt Mainz gelebt, voran der heilige Bonifatius. Und Barbara sah, wie in der Luft ein großer Kampf stattfand. Er war so heftig, dass die Schwerter auf‑ und abgingen, wie wenn gedroschen wird. Der heilige Bonifatius sprach: „Den Priestern der Stadt Mainz möchte ich zurufen: Laufet, laufet im Sturmschritt! Wehe, wehe der Stadt Mainz! Wir werden mit zu Gerichte sitzen und eure Ankläger sein, denn wir haben uns auf demselben Boden geheiligt, wo ihr euer Verderben holt!“
Am 3. März 1901 schreibt Barbara: „Zwischen Himmel und Erde zeigte sich die Muttergottes, wie sie ein Kind unter Ihrem Mantel verbarg: Über ihrem Haupte sah ich den Erzengel Michael mit einem gezückten Schwert. Damals wurde mir gesagt, dies Kind sei die katholische Kirche. Der Kriegsschauplatz bedeute den großen Kampf, den die Kirche zu führen habe gegen die Macht der Hölle, mit der sich alle Mächtigen der Erde verbunden haben.“
Am 8. Juli 1910 schreibt Barbara: „Die Geisterschlacht hat begonnen. Könnte ich doch alle Priester auffordern, noch die letzte Stunde sich aufzuraffen. Keine andere Waffe gibt es für uns Kinder der katholischen Kirche als die Waffe des Gebetes.“
Am 4. Februar 1912 übergibt Barbara ihrem Pfarrer Dr. Velte von St. Ignaz in Mainz eine Aufzeichnung von Erleuchtungen mit der Bitte um Weiterleitung an den Bischof. Darin schreibt sie: „Nicht in weiter Ferne liegt der Kampf, den die Hölle führt mit den Seelen der Menschen. Dieser Kampf ist jetzt in eurer Mitte. Mehr als die blutigsten Revolutionen Menschenleben fordern, werden in diesem Kampf Satan unsterbliche Seelen geopfert.“
Am 29. September 1897 spricht der Erzengel Michael: „Die Zeit ist gekommen, wo der Wendepunkt eintreten soll. Mutlos und schwach stehen sie da, die Kinder der heiligen Kirche, besonders in Deutschland. O wie braucht es da Ermunterung, um festzustehen im Kampfe! Denn gerade in Deutschland ist die Kirche am meisten bedroht. Gott hat Mitleid mit denjenigen, die in diese Zeitperiode hineinfallen, welche die schreckliche Periode erleben müssen, die jetzt kommt, wo Er dreinschlägt und darum die Guten hart mit gezüchtigt werden. Die Dinge sind lauter Vorzeichen von den Schrecknissen, die die Menschheit überfallen.“
Am 25. November 1897 spricht die heilige Katharina: „Will doch der Herr, dass Seine Diener sich waffnen sollen gegen den inneren Kampf, der entbrannt und entfesselt ist in der ganzen Welt, am allermeisten aber in Deutschland. Deutschlands Kirche ist schwer bedrängt und bedroht.“
Am 4. Dezember 1902 spricht Jesus: „Ihr seid verwirrt, weil Ich noch zögere mit Meiner angedrohten Züchtigung. Wisset aber, dass es Mir leid tut um euretwillen Deutschland so zu züchtigen, wie Ich beschlossen habe andern Ländern zu tun.“
Am 25. April 1904 spricht der Herr: „Viele werden jetzt, wo die Stunde der Trübsal gekommen ist, mit hineingeschwemmt in den Strudel des Zeitgeistes, die kurz vorher noch glaubten, sie seien gute Katholiken; denn was Ich gesagt habe, dass der Strom sich auch nach Deutschland herüberwälzen wird, ist und bleibt wahr.“
Am 22. Dezember 1911 hört sie die Stimme: „Deutschland soll von Rom losgelöst, die katholische Kirche vernichtet werden.“
Am 21. Januar 1912 spricht Jesus: „Meine Kirche hat jetzt eine harte Zeit durchzumachen. Die Welt wird sehr geläutert und gesiebt. Die Kirche wird bedrängt von allen Himmelsgegenden. Ich lasse die Gottlosen herrschen eine Zeitlang.“
Am 6. Juni 1897 spricht Jesus: „Es kommt die Zeit, wo der Hirt geschlagen, die Herde zerstiebt und zerstreut wird, wo die Schäflein sich flüchten, ein jedes für sich. Nicht lange mehr wird es anstehen und Meine Kirche wird einen Sturm erleben, desgleichen lang nicht mehr gewesen ist, ja der größte, der noch war und je sein wird, solange die Welt steht. Denn es soll die Umwälzung geben, die Umwandlung zu einem neuen besseren Reich. Und weil in der ganzen Welt keine Stadt, kein Dorf verschont sein wird, weil alles die Folgen dieses Unglaubens, dieses Unglücks, tragen muß, das um sich gegriffen, darum wird das Wehgeschrei ein großes sein.“
Am 15. November 1900 spricht Jesus: „Wenn sie es aber nicht tun (se. wenn die Priester nicht entschieden auftreten), dann kommt eine Zeit, wo sie doch hinausgeschoben, verlacht und verspottet werden und sie um ihre ganze Existenz kommen.“
Am 5. Januar 1902 sandte Barbara eine Information an alle Bischöfe im deutschsprachigen Raum, „auf dass sie die nötigen Vorbereitungen treffen können beim bevorstehenden Sturm.“ Darin schreibt sie u. a.: „Nach der heiligen Kommunion am 1. Dezember 1901 zeigte mir der Herr ein Bild von der kommenden Zeit. Dann sagte Er: „Die Zeit ist gekommen, wo Ich Mein Volk wegen seiner Gottlosigkeit strafen muß. Ich muß die Anerkennung Meiner Autorität wieder einmal in der Welt durchführen. Wenn Ich anfangen werde, Meinen Zorn über die Völker auszugießen, und wenn die Verwirrung am höchsten ist, dann wird das Licht der Gerechten durch die Greueltaten der Gottlosen so zugedeckt wie die Sonne vom Nebel an einem trüben Tage.. Ein großer Sturm wird über die Kirche hereinbrechen. Zuerst geht es an die Kirche. Satan wähnt jetzt, sein Reich aufzurichten auf der ganzen Welt und setzt die ganze Welt in Bewegung, um die katholische Kirche aus der Welt hinauszuschaffen. Eine Zeitlang werden die Kirchen geschlossen. Wie Ich dir gezeigt habe, dass der Gottesdienst versteckt abgehalten wurde. Mit den Lehrschwestern soll zuerst aufgeräumt werden. Tut deshalb was ihr könnt! Führt die Heilige Stunde ein! Lehret die Christen Meine Todesangst zu betrachten!“

Am Pfingstfest 1896 spricht Jesus: „Sieh, wie der Zeitgeist alles mit fortrafft, wie er Mich hinausschafft aus der Jugend, aus Meinen Kindern! Sieh, wie die Jugend Mir entfremdet ist, wie sie Mich nicht mehr kennt, wo Ich aus der Schule hinausgestoßen bin! Gottlos wird die Jugend herangebildet.“
Am 21. Februar 1909 spricht Jesus: „Alles in Vereinen zusammenschließen ist gut und löblich; aber dass durch diese Vereine, in denen die weltlichen Vergnügen nur in etwas veredelterer Art gepflegt werden, das Tugendleben gottinniger Seelen gepflegt wird, wie es die heutige verkommene Zeit braucht, soll sich niemand einbilden.“
Am 30. Mai 1909: „Vereine werden verfallen und sich auflösen wie sie gekommen, weil ihre Mitglieder zuviel Weltliebe haben. Bei all den Vereinen, womit man das Volk zusammenhalten will, ist noch so viel Armseligkeit, dass mit dem ersten Ruck, wenn ein Strafgericht kommt, sie in sich zerfallen und zerstieben.“
Am 6. August 1897 spricht Jesus: „Es wird die Zeit kommen, wo jeder auf eigenen Füßen stehen muß, wo der Bruder nicht auf den Bruder schauen kann, die Schwester nicht auf die Schwester, weil die Züchtigung eine gar harte und bittere sein wird.“
Am Sonntag vor Weihnachten 1901: „Es kommen Zeiten, wo jeder seinen Glauben in sich selbst verteidigen und für sich selbst stehen muß“.
Am 6. Juni 1897 mahnt Jesus Seine Getreuen: „Weil so viele zum Abfall kommen, darum sollt ihr zusammenstehen.“
Am 29. Oktober 1897: „Es wird einen großen Abfall geben und es werden viele, die mutlos, die nur halbwegs Christen sind, zu der großen Masse halten, genießen und besitzen wollen.“
Am 8. Juni 1898: „Viele werden abfallen, auch von denen, die jetzt noch feststehen.“
Am Herz‑Jesu‑Freitag im März 1901: „Es wird einen großen Abfall geben.“
Am 6. September 1909: „Das zwanzigste Jahrhundert ist das Jahrhundert der Gottlosigkeit und der Sünde, aber auch der Freude und des Glückes für die guten, treuen Kinder.“
Am 2. Mai 1915 spricht Jesus: „Sieh, all die Herrlichkeit, die du da siehst, ist in Meinen Augen nichts. Ich werde zugeben, dass es verwüstet wird.“
Am 25. November 1901: „Deswegen läßt Gott zu, dass die Orden vertrieben werden; es dauert nicht lange und sie kommen wieder zurück.“
Am 15. Dezember 1900 spricht Jesus: „Wenn Meine Diener es nicht erkennen wollen, wird eine furchtbare Strafe über die Kirche verhängt.“

In ihrem Bericht an den Bischof von Mainz über ihre Lourdesreise vom September 1908 schreibt Barbara: „Wehe, wenn in Deutschland der Sturm losbricht!“

Was die Seherin von Schippach hier über das Schicksal der Kirche vorausgesagt, hat sich vor unseren Augen mit nahezu photographischer Genauigkeit erfüllt. Kein Dorf blieb von der gottlosen Propaganda verschont, die Jugend wurde und wird der Kirche zu einem großen Teil gewaltsam entrissen, die Lehrschwestern wurden zuerst aus den Schulen verwiesen, die katholischen Vereine lösten sich „beim ersten Ruck“ auf, Kirchen wurden geschlossen, Priester zur Flucht genötigt, Ungezählte fielen von ihrem Glauben ab, schöne kirchliche Gebäude wurden entweiht und geschändet, Ordensleute vertrieben und wir stehen noch mitten in dieser Entwicklung. „Die Gottlosen herrschen!“ Das ganze Elend unserer dereinst so alles überragenden katholischen Kirche, wahre Stiftung des Sohnes Gottes und Herz des Gottmenschen und Menschensohnes, Kreuzesmann und unser aller Herr und Gebieter, liegt am Boden, es sind nur wenige Tränen, die für Ihn geweint und vergossen werden, weil kaum ein Mensch Sein Kreuz überhaupt noch beachtet. Kann man diesen seherischen Weitblick der Jungfrau Barbara Weigand von Schippach noch mit Grund in Frage stellen? Was würde Msgr. DDr. Wilhelm Büttner heute dem noch hinzufügen müssen, wo Bosheit und Verkommenheit alles zu vernichten suchen, was noch nach Gott sich auszurichten sucht?

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Barbara WEIGAND von Schippach (1845 - 1943)
 
 

GRUNDGEBET BEI AUFNAHME IN DEN GEBETSBUND

„Jesus Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch, den ich im allerheiligsten Sakramente wahrhaft gegenwärtig glaube und bekenne, ich bitte Dich mit der ganzen Inbrunst meines Dich aufrichtig liebenden Herzens, würdige Dich, mich in die Zahl jener bevorzugten Kinder Deiner hl. Kirche aufzunehmen, mit denen Du den Bund der Liebe geschlossen hast. Ich verspreche Dir von ganzem Herzen, mit Deiner allmächtigen Gnade alle Obliegenheiten des Liebesbundes getreu und gewissenhaft zu erfüllen. Heilige Maria, Du meine Mutter und mächtige Fürsprecherin am Throne meines Erlösers, hl. Erzengel Michael, hl. Joseph, hl. Franziskus, hl. Paschalis Baylon, alle lieben Engel und Heiligen Gottes, bittet für mich! Amen.“

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AUFOPFERUNGSGEBET AM MORGEN

„O Jesus, Du Bräutigam meiner Seele, ich opfere Dir beim Beginn dieses Tages alle Leiden und Widerwärtigkeiten auf, die mir bei Ausübung meiner Standes- und Berufspflichten begegnen werden. In Vereinigung mit Dir will ich heute wieder das Kreuz meines Berufes tragen, gleichwie Du Dein schweres Kreuz den Kalvarienberg hinauf getragen hast, und ich verspreche Dir, mit Deiner Gnade auszuharren in diesem meinem Berufe bis zum letzten Atemzuge meines Lebens. Laß nie mehr zu, dass ich etwas anderes begehre, als eine Braut des Gekreuzigten zu sein. Um diese Gnade bitte ich auch für alle verfolgten und hartbedrängten Priester und Ordensleute, die um ihres Glaubens und Berufes willen so vieles leiden müssen. Indem ich mich mit ihnen verbinde, bitte und beschwöre ich Dich, uns als Schlachtopfer hinzunehmen, dass wir uns selbst ganz vergessen, unsere Fehler zu bessern und abzulegen suchen und uns einsetzen für die sündige Menschheit, auf dass bald werde eine Herde und ein Hirt. Dass Du die Feinde Deiner heiligen Kirche demütigen wollest, wir bitten Dich, erhöre uns!“

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AUFOPFERUNGSBEBET AM ABEND

„Lieber, heiliger Schutzengel, nimm mein armseliges Gebet und Tagewerk, und trage es in die Hände der lieben Mutter Gottes. Dich aber, o liebe Mutter, bitte ich, Du wollest alles, was mangelt, ersetzen und es in dem kostbaren Blute Jesu reinigen und vervollkommnen. Mache es auch vollwertig aus dem unendlichen Wert der heiligen fünf Wunden und Deiner Verdienste und Tugenden. Vereinige es mit dem Gebet und den Werken aller Heiligen des Himmels und aller Frommen und Gerechten auf Erden und opfere es so dem himmlischen Vater auf für die Anliegen der heiligen Kirche, besonders des Heiligen Vaters, für die Bekehrung der Sünder, besonders derer, die heute sterben, zum Trost der Armen Seelen, für meine Anliegen und das Wohl aller meiner lieben Angehörigen. Amen.“

Nihil obstat. Jos. Hutter, Censor eccl. No. 728 Eccl. Imprimatur
Tridenti, die 6. Aprilis 1914 Eug. Mattevi, Vic. glis. Imprimatur
Monachii, die 29. Maji 1914 † Neudecker, Vic. gen.

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EIN LETZTES WORT:

Nur eines ist uns geschenkt als unumstößliche Zusage. Jesus: „Dieser Damm ist die Zielscheibe des Spottes vieler, woran aber auch der Unglaube abprallen soll. Fest und entschieden sollen sie hinaustreten in die freie, gottlose Welt, sie alle, Meine Diener und Dienerinnen, die sich anschließen werden: Eheleute, Jünglinge, Jungfrauen, Priester und Laien, Bischöfe und Prälaten, sie alle sollen sich anschließen und den Damm bilden, und der Unglaube wird weichen. Ja, der Bischof, der an der Spitze einer Diözese steht, soll hintreten vor die hohen Häupter und soll ihnen die Wahrheit sagen. Er soll wissen, dass er zum Eckstein geworden ist, an dem die Häupter der Feinde zerschellen werden.“

Liebe Mitchristen, in dieser sehr schlimmen Zeit, stehen Sie nicht länger zurück in unserem Anliegen, das uns vom Himmel aufgetragen ist, es unter die katholische Menschheit zu verbreiten und zum geistigen Nutzen aller anzuwenden. Zögern Sie nicht länger, ernsthaft und überzeugend den Ruf Gottes anzunehmen und sich anzuschließen an den Gebetsbund „Eucharistischer Liebesbund des göttlichen Herzens Jesu!“ Noch ist die Zeit der Gnade und Barmherzigkeit, noch sind wir beim Namen aufgerufen, noch sucht der Herr Seine kleinen Seelen zum letzten Gefecht, den Kampf gegen das Böse und seine vernichtenden Taten durch die geistigen Waffen des Gebetes und eines katholischen Gnadenlebens im Schoße der heiligen katholischen Kirche aufzunehmen. Er ruft auch Sie - in Seine Gebetsarmee.

Gott befohlen - unter dem allseitigen Schutz der Mutter des Herrn, MARIA - die Allerreinste, königliche und allerseligste Jungfrau und Gottesmutter!

Wolfgang E. Bastian
Herausgeber der „Offenbarungen an Barbara Weigand“
Sekretär „Eucharistischer Liebesbund des göttlichen Herzens Jesu“

Helfen Sie uns bei der Verbreitung dieser Schriften.

Alle Schriften und Broschüren und ihre Verbreitung wird aus Spendenmitteln finanziert.
Umfasst sieben Bände „Offenbarungen an Barbara Weigand“ und daneben weitere Bücher.

Gemäss einer Botschaft an Barbara Weigand sollen alle Schriften
unentgeltlich verbreitet werden.
Spendenkonto: Nassauische Sparkasse (BLZ 510 500 15)  Konto: 245092288
SWIFT: NASS DE 55     IBAN: DE 17 5105 0015 0245 0922 88

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Barbara Weigand – Lebensbeschreibung

Msgr. DDr. Wilhelm Büttner

Barbara Weigand Lebensbeschreibung.
Im Dienste des Eucharistischen Königs.
Kurzes Lebensbild der Schippacher Jungfrau und Seherin Barbara Weigand
von Monsignore DDr. Wilhelm Büttner.
Päpstlicher Geheimkämmerer.
Geistlicher Rat vormals Pfarrer von Schippach
 



Inhalt  Barbara Weigand – Lebensbeschreibung
Einführung

I. Von der Wiege bis zum Grabe
Im Elternhaus.
Im Goldnen Mainz.
Wieder in der Heimat 


II. Ringen und Reifen
Gottesliebe.
Abtötung und Sühne.
Im Gebete. 
Marienminne.
Es ging eine Kraft von ihr aus.


III. Wegbereiterin für eine eucharistische Welt
Auf der Suche nach dem Bräutigam..
Pionierarbeit für die häufige heilige Kommunion.
Mittel zur eucharistischen Erneuerung der Welt
Die Heilige Stunde.
Die Ehrenwache des Heiligsten Herzens Jesu. 
Der eucharistische Liebesbund. 


IV. Wirken für die Gemeinschaft 
Stiftung der Pfarrei Rück-Schippach. 
Die Schwesternstation. 
Die St. Pius-Kirche. 


V. Im Urteil der Zeitgenossen 
Anlage 1. 
Zweck des Liebesbundes.
Statuten. 
Weihe an das göttliche Herz Jesu. 
Aufopferungsgebet am Morgen. 
Aufopferung am Abend. 
Anlage 2. 
Anlage 3.



Einführung

Die Feier der heiligen Eucharistie ist „Quelle und Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens“ (Lumen Gentium), so lehrt das II. Vatikanische Konzil. Die Kirche lebt seit ihrer apostolischen Zeit aus diesem „Sakrament der Liebe“, dem gegenwärtigen Jesus Christus, geheimnisvoll verborgen in der Brotsgestalt mitten unter uns. Aus diesem Gnadenquell nährt und stärkt die Kirche auch zum Beginn des 3. Jahrtausends ihre Gläubigen zu jedem guten Werk. Das Heilige Jahr 2000 mit dem Schwerpunkt der Neubesinnung auf die „Heilige Eucharistie“ lädt ein, ja drängt zur Betrachtung des Lebens einer grossen Verehrerin und Glaubenszeugin der Heiligen Eucharistie: Barbara Weigand, geboren am 10. Dezember 1845 im Spessartdorf Schippach und dort auch am 20. März 1943 gestorben. Im Jahre 2000, dem von der heiligen katholischen Kirche ausgerufenen Jubeljahr, verstärken sich die Initiativen von Priestern, Ordensleuten und Laien erneut, Verantwortung zu übernehmen für die Erfüllung des Vermächtnisses der Gottesfreundin Barbara Weigand, die Gestalt und Sendung dieser Mystikerin aus dem Spessart neu zu entdecken und ihre reiche Hinterlassenschaft an Gesichten und Ansprachen, bekannt als „Schippacher Schriften“, aufzuarbeiten, in unsere heutige Zeit zu übertragen und uns des königlichen Reichtums darin zu erfreuen. Anlässlich des 50. Todestages von Barbara Weigand zelebrierte der Bischof von Würzburg, Dr. Paul-Werner Scheele, in der St. Pius-Kirche Rück-Schippach am 20. März 1993 ein Pontifikalamt, es war Sonntag Laetare. Seine Predigt wurde als ein überzeugendes Bekenntnis zu dem Leben und Wirken dieser überzeugten Katholikin gewertet und fand viel Beachtung, besonders unter den Freunden und Anhängern der Schippacher Jungfrau Barbara Weigand. Seine Predigteinführung begann mit der Botschaft: „Freu dich, Stadt Jerusalem! Seid fröhlich zusammen mit ihr, alle, die ihr traurig wart. Freut euch und trinkt euch satt an der Quelle göttlicher Tröstung“ (vgl. Jes. 66,10 f.). „Diese Worte am Beginn der Laetare- Liturgie gewinnen für uns einen besonderen Klang, wenn wir auf das Leben von Barbara Weigand zurückschauen, die vor über 50 Jahren von Gott heimgerufen wurde. Sie hat in Kreuz und Leid inmitten der Kirche aus den Quellen des Erlösers geschöpft; sie war darauf aus, die empfangenen Gaben möglichst vielen mitzuteilen. Sie kann uns helfen, den Weg zur Freude zu finden und zu gehen, auf den uns Gott ruft. Wir wollen dem Herrn für alle Hilfen danken, die er durch seine treue Dienerin vielen Menschen geschenkt hat“. Und an anderer Stelle: ... „Als der Blindgeborene von Christus das Augenlicht empfängt, behält er dieses Geschehen nicht für sich. Er teilt mit, was er erfahren hat. Er tut es, ob man ihm dafür dankt oder nicht. Das Licht, das in sein Leben gefallen ist, soll auch anderen zugute kommen, mit dem Apostel gesprochen: ‚Das Licht bringt lauter Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit hervor.’ (Eph. 5,9). Schmerzlich muss der Blindgeborene erfahren, dass manche sich dem Licht gegenüber verschliessen. Sie wollen nicht wahrhaben, was geschehen ist. Das ist besonders bei den Pharisäern der Fall. Sie berufen sich auf ihr Wissen und ihre Frömmigkeit und verwerfen das Zeugnis des Blindgeborenen. Am Ende verstossen sie ihn. ähnliche Erfahrungen bleiben auch Barbara Weigand nicht erspart. Das hindert sie nicht daran, unverdrossen weiterzugeben, was sie empfangen hat. In ihren Augen ist das eine elementare Pflicht des Dankes ... Wie viele laufen Gefahr, ihr Glück zu verschlafen. Wie viele verschmähen die eucharistischen Gnaden! In wie vielen ist das Gnadenleben erstorben! Wie viele sind nur noch lose mit dem Weinstock Christi verbunden! Wie viele distanzieren sich von der Kirche und damit vom Heil, das ihnen der Herr durch seine Kirche vermitteln will. Wie oft wiederholt sich die Katastrophe, von der es im Johannesprolog heisst: ‘Das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst’ (Joh. 1,5).“ (Ende der Predigt) In ihrem 23. Lebensjahr, ungefähr am Feste Mariä Himmelfahrt, in der Wallfahrtskapelle „Maria Schnee“, erlebte Barbara Weigand zum erstenmal die wirkliche Gegenwart Jesu Christi, des Weltenherrn, im Heiligsten Sakrament, indem sie ein wunderbares Licht aus dem Speisekelch ausgehen sah, den der Priester in den Händen hielt, um die Kommunion auszuteilen. Von da an hatte sie ein grosses Verlangen nach der heiligen Kommunion und es zog sie vom Weltgetriebe mehr zum einsamen, zurückgezogenem Leben hin und zum jungfräulichen Stand. Vorher wusste sie nichts von dieser Sehnsucht und sollte in den Ehestand treten. Als aber die Zeit kam, wo sie sich für ihren Beruf entscheiden sollte, ging sie oft zum heiligen Sakrament und betete innig um Erleuchtung. In dem handgeschriebenen Lebenslauf der Barbara Weigand können wir nachlesen: Am 10. Dezember 1930 bin ich 85 Jahre alt. Die vielen und grossen Gnadenerweise Gottes, die ich Unwürdigste in diesen langen Jahren vom lieben Gott empfangen habe, mussten auf Befehl des hochwürdigsten Herrn Bischof Haffner in Mainz aufgeschrieben werden. Dieser Bischof war so überzeugt, dass es der liebe Heiland sei, der in mir wirkt und spricht, denn er sagte zu Fräulein Hannappel (die in den Ekstasen alles aufschreiben musste), „dass dies der Heiland ist, der da wirkt und spricht, sehe ich ein. Aber können wir vor der öffentlichkeit mit ihr landen? Es ist ja so ein armes, ungebildetes Bauernmädchen. Wir müssten uns ja schämen. Ich habe Theologie studiert und bin Bischof; wenn ich aber predigen will, muss ich mich erst darauf vorbereiten. Diese da hält eine Predigt, da kann der Theologe daran studieren. Das muss der Heiland sein.“ Barbara Weigand hat in ihrem langen Leben, sie starb am 20. März 1943 im Ruf der Heiligkeit, stets die Ganzhingabe zum Eucharistischen König gesucht und ihm in besonderer Weise auch gedient. In 297 Visionen und weiteren 319 Aufschreibungen bzw. Niederschriften sind alle Botschaften des Himmels an das Bauernmädchen und späteren Wirtshausmagd Barbara Weigand enthalten und sollen nach dem Willen des Herrn, so steht es in den Botschaften geschrieben, Verbreitung finden, unter’s Gottesvolk gelangen. Die vor 10 Jahren gegründete „Barbara- Weigand-Gesellschaft e.V“ mit Sitz in Elsenfeld-Schippach, hat es sich zum Ziel gesetzt, die geistigen Schätze, die in den „Schippacher Schriften“ in Fülle enthalten sind, zu heben, in welchen das Kämpfen, Leiden und der grosse Einsatz von Barbara Weigand für den „eucharistischen Frühling“ in einer so zu erneuernden Kirche sichtbar wird. Der erste Band steht bereits schon in der Druckvorbereitung und die nächsten Bände, insgesamt werden es sechs stattliche Bände sein, werden in allernächster Zukunft als Manuskripte im Selbstverlag gedruckt und interessierten Kreisen verfügbar gemacht werden. Angesichts der erfreulichen Entwicklung, was die Veröffentlichung der Schippacher Botschaften betrifft, müssen wir natürlich noch die Finanzierung dieses umfangreichen Werkes und eine sinnvolle Verbreitung an unsere Mitglieder und auch interessierte Kreise sicherstellen. Wir hoffen dabei sehr auf die Spendenfreudigkeit aller Freunde der Barbara Weigand, damit dieses umfassende Projekt der Veröffentlichung der Schippacher Schriften auch vollbracht werden kann. In einem eigens hierfür eingerichteten Archiv der Barbara-Weigand-Gesellschaft e.V. lagern noch eine Vielzahl von hochinteressanten Manuskripten, Büchern, Dokumenten und Schriftstücken, alles aus und nach der Zeit der Gottesfreundin Barbara Weigand, die es gleichfalls noch auszuwerten und zu veröffentlichen gilt. Bischof Dr. Paul-Werner Scheele hat in der vorgenannten Predigt vom „Leid, das Vertreter der Kirche ihr bereitet“ haben, gesprochen, wobei er dabei ihre Treue zur Kirche gerühmt hat. Die damalige „Mystikfeindlichkeit mancher Vertreter der Kirche - im Sog einer stark rationalistischen Theologie - wird heute als schwerer Fehler erkannt und im päpstlichen Schreiben „Tertio Millenio Adveniente“ anlässlich des gegenwärtigen heiligen Jubeljahres 2000 zur Korrektur und Wiedergutmachung aufgerufen. Unser Heiliger Vater, Papst Johannes Paul II., fordert zur „Reinigung des Gewissens der Kirche“ auf, dem wir uns mit dem Wunsch nach einer alsbaldigen Rehabilitierung Barbara Weigands, die als „Schippacher Jungfrau“ und wahre Mystikerin der heiligen Kirche so viel Spott und Leid hinzunehmen hatte, und die dennoch treu zu ihr stand, trotz vielfältiger Anfeindungen und Widersprüche, anschliessen möchten. Die seit Jahrzehnten durchgeführte wöchentliche Anbetung vor dem ausgesetzten Allerheiligsten in der von Salvatorianer-Patres betreuten St. Pius-Kirche in Schippach ist auch ein Fingerzeig Gottes dafür, dass in dieser Kirche der Geist Barbara Weigands weiterlebt, und durch Gebet und Andacht ein Kraft- und Gnadenquell strömt, der – so hoffen wir doch – die Schippacher Sache zu der gewollten Entwicklung und Vollendung führen wird. Einer der engagiertesten Priester und Kenner der Schippacher Angelegenheiten, wie auch Barbara Weigands, war Monsignore DDr. Wilhelm Büttner, Päpstlicher Geheimkämmerer und Geistlicher Rat, vormals Pfarrer von Schippach. Er ist am 12. August 1885 in dem Spessartdorf Waldaschaff geboren und verstarb im Alter von knapp 90 Jahren. Büttner war sicher ein Mann von grosser Autorität und tiefem Verständnis für die Anliegen der Barbara Weigand. Er war ein überzeugter Kämpfer für die Wahrheit um diese Gottesmagd und Seherin von Schippach, die zeitlebens grossen Anfeindungen ausgesetzt war und oftmals ohne jeglichen kirchlichen Schutz stand. Sein Manuskript „Im Dienste des Eucharistischen Königs“, das anfangs der sechziger Jahre von ihm verfasst wurde, und das wir nunmehr hierdurch veröffentlichen, ist nach unserer Auffassung in jeder Hinsicht geeignet, den Lebens- und Leidensweg Barbara Weigands überzeugend bekannt zu machen und es an den Anfang der „Botschaften des Herrn - Gesichte und Ansprachen der Barbara Weigand“ zu stellen. Aber auch dem vom Herrn selbst gestifteten Eucharistischen Liebesbund des göttlichen Herzens Jesu wollen wir darin in Erinnerung rufen. „Einen Damm“ aller gutmeinenden Katholiken gegen den Unglauben und die Anfeindungen gegen unsere heilige katholische Kirche wollte der Herr durch diesen Gebetsbund errichten, um die Eucharistie und die Verehrung des Altarsakramentes zu befördern. Es erfüllt uns mit Freude und Dankbarkeit, dass wir es sein dürfen, die in dieser Zeit der Bedrängnis und Sorgen unserer heiligen katholischen Kirche um die Erhaltung des einen wahren Glaubens, mit der Herausgabe dieser Schrift und der Botschaften des Herrn zu mehr Einsicht und Nachdenken über die unendliche Güte und Barmherzigkeit des Eucharistischen Königs in allen christgläubigen Seelen beitragen dürfen. Wir halten diese Schriften in jeder Hinsicht für eine einzigartige Wegmarkierung in der Suche nach dem eigenen Seelenheil. Zum Schluss dieser Einführung sei noch erwähnt, dass der Vorstand der Barbara-Weigand-Gesellschaft e. V. am 20. März im Jubeljahr 2000 an den Würzburger Bischof Paul Werner einen Nachtrag zum Oberhirtlichen Erhebungsverfahren gerichtet hat, um dadurch an den seit 1975 dort anhängigen Informationsprozess zur Seligsprechung der Schippacher Jungfrau und Seherin Barbara Weigand zu erinnern. Bischof Paul-Werner wird darin erneut gebeten, er möge mit seiner ganzen bischöflichen Autorität die Angelegenheit Barbara Weigand zu einer neuen Betrachtung und gleichsam zu einer positiven Entwicklung führen. Unterstützt wird dieses Antragsbegehren von über 8.777 Unterschriften, einer Vielzahl von Manuskripten, Büchern, Dokumenten und Briefen, die Hinterlassenschaft von Barbara Weigand, gelagert im Archiv der St. Pius-Kirche in Schippach. Das Leben der Dienerin Barbara Weigand und die uns hinterlassenen „Schippacher Schriften“ in Erinnerung zu halten, ist unsere Verpflichtung. Wir empfehlen Ihnen zur eigenen Einführung in dieses Geschehen zuerst diese kleine Schrift über diese bewundernswerte katholische Frau, die ihr langes Leben ganz in den Dienst des Höchsten gestellt und dafür gelebt und viel gelitten hat. Bitte begleiten Sie uns mit Ihrem Gebet. Wir erbitten für unser Anliegen den Segen des Allmächtigen Gottes und empfehlen es der unbefleckt empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria, dem heiligen Joseph, dem heiligen Paschalis Baylon, dem Schutzpatron aller eucharistischen Vereinigungen und Bruderschaften sowie dem heiligen Papst Pius X., dem Schutzpatron der St. Pius-Kirche in Schippach. Alles, was in dieser Schrift über die Tugenden und die Frömmigkeit der ehrwürdigen Dienerin Gottes Barbara Weigand und ihre „Schippacher Schriften“ und die darin enthaltenen Botschaften und Offenbarungen ausgesagt wird, seien hiermit ausdrücklich und ohne jeglichen Vorbehalt dem Urteil der heiligen Kirche unterworfen gemäss den Bestimmungen des Dekretes von Papst Urban VIII. Darnach ist es nicht mehr verboten, ohne Imprimatur, das heisst ohne kirchliche Druckerlaubnis, Prophezeiungen, Privatoffenbarungen etc. zu veröffentlichen. Elsenfeld-Schippach, im Jubeljahr 2000. Der Vorstand Barbara-Weigand-Gesellschaft e.V.

Inhalt Barbara Weigand – Lebensbeschreibung

 

I. Von der Wiege bis zum Grabe

„Schon in meiner Jugend gewann ich die Weisheit lieb und suchte sie.” (Sir. 51,13)

Im Elternhaus

Barbara Weigand erblickte das Licht der Welt am 10. Dezember 1845 als drittes Kind der Eheleute Franz Josef und Katharina Josefa Weigand in einem unansehnlichen Bauernhäuschen in Schippach, einem kleinen Spessartdorf von damals etwa 200 Seelen im heutigen Landkreis Obernburg (Bayern), und erhielt am 15. Dezember im nahen Dorfkirchlein im Sakrament der Taufe das Gewand der heiligmachenden Gnade. In diesem Häuschen spielte sie als unmüdiges Kind mit ihren Geschwistern: Der um zwei Jahre älteren Schwester Karolina, dem um zwei Jahre jügeren Bruder Heinrich, dem späteren Vater des am 12. November 1952 in Ensdorf im Rufe der Heiligkeit verstorbenen Salesianerbruders Jakob Weigand, und dem um füf Jahre jüngeren Bruder Valentin, mit dessen Familie sich ihr späteres Lebensschicksal eng verflechten sollte. Als Barbara etwas über acht Jahre zählte, erhielt sie ein Schwesterlein Maria Josefa, die später in das Institut der Englischen Fräulein zu Augsburg eintrat, wo sie nach achtundzwanzigjährigem Klosterleben am 24. Oktober 1910 verstarb. Am 23. Februar 1856 segnete der Herr die Familie abermals mit einem Töchterlein Veronika und am 21. März 1859 mit einem achten Kind, dem späteren Bäckermeister Josef Weigand in Aschaffenburg, Vater des am 27. Oktober 1918 verstorbenen Kaplans Josef August Weigand. Schreiber dieses Manuskriptes freut sich, alle diese wackeren treukatholischen Männer persönlich gekannt zu haben. 1 Die Kinderjahre unserer kleinen Barbara (im Volksmund Bärbel und Babett geheissen) verlaufen einfach und ruhig. Kein Kriegslärm dringt in das stille Tal, und die Wogen der Märzrevolution des Jahres 1848 schlagen nicht bis an die Hütten von Schippach. Es naht die Zeit des Schuleintritts: Es ist das Jahr 1852, wo wir Babettchen, sauber zusammengerichtet und mit neuer Schürze bekleidet, mit Griffel und Schiefertafel, zum erstenmal den Weg zur Dorfschule nach Rück hinüberpilgern sehen, die damals auch von den Schippacher Kindern besucht werden musste. Von jetzt an treffen wir das Kind in der Kirche ganz vorne kniend, die Augen zum Altar gerichtet. In der Dorfschule empfängt es die erste planmässige Unterweisung in den Wahrheiten unseres heiligen Glaubens, während die gute Mutter und die frommen Übungen im Elternhaus schon längst den Grund zu einem tiefinnerlichen Gebetsleben in das Herz des Mädchens gelegt haben. Ein festlicher Tag ist der längst ersehnte Weisse Sonntag des Jahres 1858, an dem Babett zusammen mit ihren Gespielinnen in der Kirche zu Rück den Heiland zum erstenmal in ihr unschuldiges Kinderherz aufnehmen darf, nicht ahnend, dass sich in dessen Dienst einmal ihr langes Leben verzehren wird. Am 17. Mai 1858, dem Tage des heiligen Pachalis Baylon, des himmlischen Patrons aller Verehrer des Allerheiligsten Sakramentes, legt ihr in der renaissancefreudigen Muttergottes- Pfarrkirche zu Aschaffenburg der Diözesanbischof Georg Anton von Stahl die Hand auf das Haupt, salbt sie mit heiligem Chrysam und stärkt sie im Sakrament der Firmung mit der Kraft des Heiligen Geistes, dessen Hilfe sie in ihrem späteren dornenreichen Leben so sehr nötig haben wird und dem sie sich zeitlebens besonders verbunden glaubt. Da die Mutter fast immer kränkelte und die ältere Schwester Karolina eine schwächliche Natur besass, wurden unserer Babett schon frühzeitig grössere Sorgen auf die Schultern gelegt als dies sonst bei einem Mädchen dieses Alters der Fall ist. Zu alledem wurde der Vater infolge seiner Verpflichtungen als Bürgermeister des öfteren von den häuslichen Arbeiten abgezogen, die nach seinem frühen Tod (gest. 27. November 1861) nun völlig auf der Witwe lasteten.

Babett zählte beim Tod des Vaters sechzehn Jahre. Als kräftiges und gewecktes Mädchen mußte sie oft die Stelle der kränklichen Mutter versehen, "für die übrigen sorgen, kaufen, verkaufen, das Hauswesen führen, weshalb sie die anderen Geschwister gerne als Mutter titulierten", wie sie fünfzig Jahre später niederschreibt.

Bei dieser frühzeitigen Inanspruchnahme ist es nicht verwunderlich, wenn sich schon in dem jungen Mädchen jener Zug zum Ernsten und Stillen bemerkbar machte, der ihrem ganzen späteren Leben anhaftete. Da sie um keinen Preis ihr Hauswesen herunterkommen lassen wollte, arbeitete sie Tag und Nacht, ihre jüngeren Geschwister zu gleicher Emsigkeit anspornend. Dieser Drang zu rastloser Tätigkeit hat noch die Greisin von achtzig und neunzig Jahren ausgezeichnet, wie der Verfasser aus eigener Beobachtung feststellen kann. über der Arbeit in Haus und Feld vergisst aber das Mädchen seinen Herrgott und seine Kirche keineswegs. Fast kein Tag vergeht, an dem sie nicht wenigstens eine Viertelstunde vor dem Tabernakel des Dorfkirchleins kniet und betet. Sonntagnachmittags sehen wir sie in Begleitung gleichaltriger Freundinnen ihre Schritte zum Friedhof lenken, um für den Vater zu beten oder seinen Grabhügel mit Weihwasser zu besprengen, oder sie wandert hinaus zu den Bildstöcken auf der Flur, der Schmerzhaften Mutter oder dem heiligen Wendelinus ein Sträusslein Blumen vor das Bild stellend, oder sie pilgert durch das enge Wiesentälchen zum nahen Kloster Himmelthal, dem Heiligtum des heiligen Märtyrers Sebastianus. Wieder eilt sie gehenden Fusses über die sandigen Felder nach Kleinwallstadt, um dort am Peter- und Paulstag den Worten des Predigers über Kirche und Papsttum zu lauschen; sie nimmt als „Mütterchen” am Feste der Heiligen Mutter Anna im nahen Obernburg teil, sie steigt an einem schönen Sonntag durch den Wald hinauf zur Wendelinuskapelle bei Mönchberg oder am Maria- Himmelfahrtstag zur Maria-Schnee- Kapelle bei Röllbach, unterwegs in der Dorfkirche bei Schmachtenberg den Heiland begrüssend, eine Sitte, der sie auch im Alter noch treu bleibt, wie der Verfasser aus eigener Beobachtung bezeugen kann. In der heiligen Fronleichnamszeit macht sie sich auf den Weg nach dem sieben Stunden entfernten Walldürn, dem vielbesuchten Gnadenort des Heiligen Blutes, den sie auch später von Mainz aus regelmässig besuchen wird. Im Schutzengelmonat September aber wandert sie mit ihren Freundinnen unter Gebet und Gesang durch Flur und Wald zum wunderschön gelegenen Bergklösterlein Engelsberg mit seiner trauten Kapelle und dem prächtigen Rundblick auf die paradiesische Landschaft. So verbringt Babett ihre Mädchenjahre in harter Arbeit, in Sorge um die Ihrigen und in einem biederen Volksglauben mit seinen gemüterhebenden Sitten und Bräuchen. Gerne lenkt sie im Vorbeigehen ihre Schritte in das hart am Dorfweg gelegene Kirchlein, um den Heiland zu begrüssen oder sich am Bild des heiligen Antonius zu erfreuen, wie er das Jesuskindlein in seinen Armen trägt. Es neigen sich die sechziger Jahre dem Ende zu. Barbara hat das zwanzigste Lebensjahr längst überschritten und es naht die Zeit, in der die Entscheidung für ihr künftiges Leben getroffen werden muss. Soll sie an der Seite eines Mannes durch das Leben gehen oder als Jungfrau ungeteilt dem Herrn angehören? Die Mutter, so ganz wie die anderen Mütter, möchte ihre im Hauswesen so tüchtige Tochter gerne als Hausfrau sehen und hat in mütterlicher Vorsorge bereits Ausschau gehalten nach einem passenden jungen Manne. „Als die Zeit kam, wo ich mich zu einem Stande entscheiden sollte, betete ich viel, besonders nachts, mit vielen Tränen.” Babett führt mit sich selbst einen schweren Kampf und stellt sich immer wieder die Frage: „Kann ich auch im Ehestande Gott so lieben und ihm dienen wie im jungfräulichen Stand?” Sie berät sich mit ihrer Freundin, die selbst Jungfrau bleiben will und so begeistert von der Liebe der heiligen Jungfrauen zu Jesus reden kann. „Wenn ich sie so sprechen hörte, dachte ich bei mir: Ach, wenn du doch auch so leben könntest!” Da geht sie ihrer Gewohnheit gemäss am Maria-Himmelfahrtstag 1869 hinüber zur Maria-Schnee-Kapelle bei Röllbach und betet inständig zur Königin der Jungfrauen, damit sie „den rechten Weg einschlage.” „Da fühlte ich zum erstenmal die Nähe meines Gottes im heiligen Sakrament”, schreibt sie später ihrem Seelenführer, und sie glaubt deutlich den Ruf zu vernehmen, jungfräulich zu bleiben. „Von dort an fing der himmlische Gärtner an, das aufgewühlte Feld meines Herzens zu bearbeiten. In mir kam kein anderer Gedanke mehr auf als: Arbeite dich aus der Welt heraus, mache dein Herz frei, denn es ist unruhig, bis es ruht in Gott.” Aber der Sieg ist noch nicht errungen; Mutter und Geschwister setzen ihr zu, „die gute Partie sich doch nicht entgehen zu lassen.” Der Kampf tobt heftig: „Tag und Nacht konnte ich nicht mehr ruhen; die Liebe zu Gott war so stark in mir, dass ich glaubte, ich könnte alle menschlichen Bande zerreissen.” Sie sucht Rat und Hilfe; bald kniet sie vor dem Pfarrer der Nachbargemeinde Kleinwallstadt, Johann Martin Wengel, und schüttet ihm ihr Herz aus. Der Priester hört sie an und sagt ihr dann entschieden: „Mein Kind, ich sehe da an dir eine höhere Hand walten. Ich glaube nicht, dass du berufen bist, in den Ehestand zu treten, verdopple dein Gebet; ich will am Altar deiner gedenken.” Es ist der Juni des Jahres 1871. Barbara und ihr Kaplan halten gemeinsam eine neuntägige Andacht vor dem Herz-Jesu-Fest, nach deren Umfluss sie sich endgültig für den jungfräulichen Stand entscheidet. Alsbald legt sie eine Generalbeichte ab und beginnt nun das Leben einer ganz dem Herrn sich weihenden Jungfrau. Eine neue Welt tut sich für das Mädchen auf, nachdem es der alten entsagt hat. „Ich wollte alles mit der Wurzel ausreissen, mit einer recht tiefen Beschämung. Und Gott sei mein Zeuge, dass ich mir von dort an grosse Mühe gab, ihm zu gefallen und alle Sünden meines Lebens gutzumachen.” Sie legt am 25. März 1872 das Gelübde der Jungfräulichkeit in die Hände ihres Seelsorgers, der sie noch als Greis im Jahre 1905 seiner Wertschätzung versichert. Sie tritt vielen Bruderschaften bei und lässt sich im Jahre 1873 bei den Kapuzinern in Aschaffenburg in den Dritten Orden des heiligen Franziskus aufnehmen. Eine unwiderstehliche Gewalt zieht sie an den Tisch des Herrn, der ihr aber - den pastoralen Gepflogenheiten jener Zeit gemäss - nur selten gedeckt wird. Sie will dafür dem eucharistischen Gotte auf andere Weise Freude machen: „Seit meine jüngere Schwester ins Kloster gegangen war (1882), deren einzige Freude darin bestand, die Kirche unseres Dorfes nicht nur äusserst reinlich zu halten, sondern auch mit Blumen zu schmücken und zu zieren, hatte ich diese Arbeit übernommen, und weil ich dem lieben Heiland die Freude der Vereinigung mit ihm in der heiligen Kommunion nicht gewähren konnte, suchte ich ihm auf andere Weise Freude zu machen. Alles, was ich nur erübrigen und an mir absparen konnte, verwandte ich zur Zierde unserer Kirche.” Sie wirkt tatkräftig mit zum Erwerb von Kreuzwegstationen, einer Lourdesgrotte, einer Herz-Jesu-Statue, eines neuen Tabernakels. Eine besondere Vorliebe offenbart Barbara schon in diesen Jahren zur Verehrung des Leidens Christi, sie betet regelmässig den Kreuzweg, sie liest gerne im „Bitteren Leiden” von Katharina Emmerich. Ausgestattet mit der Gabe der Tränen, vergiesst sie an den Freitagen Tränen der Rührung und des Mitleides. Am 10. Juni 1879 schloss die Mutter Babettens ihre Augen für immer. Ausser der ältesten Tochter Karoline waren noch sämtliche Kinder unverheiratet; nun sahen sie sich genötigt, sich auf eigene Füsse zu stellen. Der Bruder Heinrich führte bereits am 25. August 1879 eine junge Gattin ins Haus und übernahm das elterliche Anwesen, der Bruder Valentin und die jüngere Schwester Viktoria traten in Aschaffenburg in Dienst. Hier lernte Valentin seine künftige Gattin kennen, mit der er sich im Jahre 1883 verehelichte und nach Mainz zog, wo er eine Gastwirtschaft in Pacht nahm. Am 11. März 1884 schenkte ihnen Gott ein Töchterchen Eva Maria, die bis zu ihrem Tode an der Seite der Tante Babett lebte, mit ihr später nach Schippach zog, wie ihre Tante ganz im übernatürlichen aufging, wie diese täglich am Tische des Herrn erschien, das angenommene Waisenkind ganz im eucharistischen Geist erzog, es als einziges Kind der Pfarrei im Alter von füf Jahren zur Frühkommunion führte und ihm zum Eintritt ins Kloster behilflich war, wie die alte Tante das Reinigen und Zieren des Gotteshauses besorgte, ihre wenigen Mittel für gute Zwecke verwendete, die Missionen unterstützte, dem durch den Stadtbrand vom 16. März 1945 bettelarm gewordenen Bischof von Würzburg die noch im Weigandschen Hause in Schippach verwahrten Paramente und den Traghimmel, Geschenke der früheren Gönner Schippachs für die Sakramentskirche, anbot und überliess, worüber der Bischof ganz gerührt war, der alten Tante die Augen zudrückte und selbst am 6. Mai 1958 im Alter von 74 Jahren in die ewige Ruhe einging - von ihren letzten Seelsorgern ob ihrer tiefen Frömmigkeit am Grab laut gerühmt.

 

Im Goldnen Mainz

Hören wir nun aus Barbaras Munde, wie und warum sich ihr ferneres Lebensschicksal so eng mit jenem des Bruders in Mainz verflechten sollte! „Als sie einige Tage verheiratet waren”, schreibt sie, „ging ich einmal auf einige Tage hin auf Besuch. Der schöne Gottesdienst, wie er hier in Mainz gehalten wird, gefiel mir sehr; besonders aber sah ich, dass hier wirklich, was ich nicht glauben konnte, täglich die heilige Kommunion ausgeteilt wurde. Das war für mich ein Fingerzeig Gottes. Ich wartete den Tod meiner alten Tante, die auf meine Pflege angewiesen war, noch ab, dann aber sagte ich meiner Heimat Lebewohl und ging, wohin der Herr mich rief.” Es war am 19. November 1885, am Tage der heiligen Elisabeth, als Babett Elternhaus und Heimat verliess, um nach Mainz überzusiedeln. Dieser Weggang nach Mainz sollte nun für unsere Jungfrau einen völlig neuen Lebensabschnitt einleiten, wie sie denn auch zeitlebens ihre Übersiedlung nach Mainz als eine Fügung der Göttlichen Vorsehung betrachtete, für die sie Gott gar nicht genug danken konnte: „Ich danke dir”, betet sie z. B. am Fastnachtsmontag 1896, „dass du mich nach Mainz geführt!” Die Übersiedlung nach Mainz gab in der Tat dem Leben der Schippacher Jungfrau jene Prägung, mit der es bis zu ihrem Tode gezeichnet blieb. Hier im Goldnen Mainz mit seiner bedeutsamen kirchlichen Vergangenheit, mit seinen vielen Heiligtümern, seinen Klöstern, seinen erbauenden kirchlichen Feierlichkeiten, hier im Goldnen Mainz standen der Erfüllung ihres Herzenswunsches keine besonderen Hindernisse mehr entgegen. Fast täglich erschien sie nunmehr entweder in ihrer Pfarrkirche St. Ignaz oder in der Kapuzinerkirche, um sich mit dem Brote des Lebens zu stärken und im heiligen Opfer Kraft für die Arbeit des Tages zu holen. „Die Kirche und die heilige Kommunion waren der Magnet, der mich beständig anzog”, bekennt sie später ihrem Seelenführer P. Ludwig O.Cap. Jede arbeitsfreie Stunde verbringt sie vor dem Tabernakel. Sie war nach Mainz gegangen aus Sehnsucht nach der heiligen Kommunion. Wie Babett als Mädchen im Elternhaus für die Bedürfnisse des häuslichen Lebens sorgt, wie sie vom frühen Morgen bis zum späten Abend in Haus und Feld beschäftigt ist, wie sie keine Minute untätig sein und andere nicht müssig sehen kann, so begegnet sie uns auch im Hause ihres Bruders in Mainz als das Muster der Geschäftigkeit und Arbeitsamkeit. Ihr Bruder hatte anfangs eine Wirtschaft in der Jakobsbergerstrasse, dann eine grössere in der Holzstrasse; im Jahre 1889 kaufte die Brauerei das Eckhaus der Neutor- und Jakobsbergerstrasse und übergab den Wirtschaftsbetrieb in diesem Hause der geschäftstüchtigen Familie Weigand. Aber schon fing der Bruder an zu kränkeln; der Wirtschaftsbetrieb nötigte ihn oft in den kalten Keller, wodurch er sich ein Lungenleiden zuzog, dem er am 5. April 1892 erlag. In diesen Verhältnissen nun lebte Barbara vom Jahre 1885 an bis zur Aufgabe des Wirtschaftsgewerbes durch Frau Weigand im Jahre 1905, also volle zwanzig Jahre, und blieb auch nach dem Tode ihrer Schwägerin, die am 12. Dezember 1908 das Zeitliche segnete, zusammen mit ihrer Nichte Maria in Mainz, vorübergehende Aufenthalte in Schippach abgerechnet. Es bedarf wohl keines Beweises, dass es in einem Wirtschaftsbetrieb in einer Stadt, in der Nähe der Tunnelbauten am Südbahnhof mit ihren Hunderten von Arbeitern, alle Hände voll zu tun gab. Das war ein Arbeitsgebiet wie geschaffen für eine so rührige, keiner Arbeit aus dem Weg gehenden Person wie unsere Jungfer Babett, wenn natürlich auch die Unruhe eines Wirtshausbetriebes ihrem Hang zur Innerlichkeit nicht förderlich sein konnte. Aber vielleicht durfte sie der Vorsehung dankbar sein, dass sie von ihr gerade in ein solches Haus geführt und dadurch vor den Irrwegen eines falschen Quietismus bewahrt wurde, auf denen sie ihre späteren literarischen Gegner so gern gesehen hätten. über Barbaras mehr als zwanzigjährige Tätigkeit in diesem Hause kann uns nun niemand bessere Auskunft geben als ihre oben genannte Nichte Maria, die, wie oben erwähnt, 59 Jahre lang mit ihrer Tante zusammenlebte. Vernehmen wir also einmal, was diese beste Augenzeugin, vom Verfasser darum gebeten, darüber zu sagen weiss: „Am Morgen”, so schreibt die Nichte, „hatte Tante die Markteinkäufe zu besorgen, die Kartoffeln zu schälen und half Gemüse putzen, dann das Essen anrichten und spülen. Am Nachmittag flickte, stopfte oder bügelte sie, sägte oder hackte Holz, war auch oft die Vertreterin meiner Mutter im Wirtslokal. Sie half waschen und putzen; sie war stets tätig und fleissig. An Werktagen hatten wir regelmässig für sechzig Arbeiter das Mittagessen zu kochen und für vierzig bis fünfzig Leute das Abendessen. Dazu kamen täglich gar viele Leute zum Frühstück und Vesperbrot. An Sonntagen waren es gewöhnlich rund hundert Leute zum Mittagessen und dreihundert zum Abendessen. Jährlich bekamen wir von Niedernberg einen grossen Waggon mit dreihundert Zentnern Kartoffeln und sechzig Zentner aus Bodenheim. Diese dreihundertsechzig Zentner Kartoffeln schälte Tante Babett fast immer allein. Dabei hatte sie den Rosenkranz am Arm hängen und betete so jeden Tag drei Rosenkränze mit Litanei in der Küche vor.” Ihr Beichtvater P. Alphons O.Cap. staunte, wie man denn in einem Wirtshaus fromm leben könne, und gab ihr wiederholt den Rat, dem unruhigen und lärmenden Wirtschaftsgetriebe zu entfliehen und sich hinter die Mauern eines frommen Stiftes zurückzuziehen, wo sie sich dem Zuge ihres Herzens ungestört hingeben könne. Aber Barbara betrachtete ihre Stellung in der Wirtschaft trotz der damit verbundenen Hemmnisse für ihr Vollkommenheitsstreben niemals als eine Last oder gar als etwas Unwürdiges. Sie hatte diese Zustände ja gekannt, hatte sie freiwillig gesucht und sah darin zeitlebens etwas Providentielles. Der Aufenthalt in Mainz gewährte ihr die Möglichkeit der Oftkommunion, der zuliebe sie diese Opfer gerne auf sich nahm, und bot ihr, wie sie wiederholt bekannte, ein besonderes Feld zu apostolischer Arbeit im Dienste gefährdeter Seelen. Wir werden später sehen, wie viel Segen von der Wirtshausmagd Barbara ausging. Ihrem Seeleneifer verdankte Barbara neben einer aussergewöhnlichen Beistandsgnade auch jene bewundernswerte Kraft und Ausdauer in der Meisterung auftauchender Schwierigkeiten. Als die Arbeit ins Ungemessene wuchs, als der Bruder dem Siechtum verfiel und die Schwägerin ob der Sorgenlast zusammenbrechen drohte, da war es die Tante, die mit starker Hand die Zügel des Hauswesens in die Hand nahm und es über Wasser hielt. Da stand Barbara wie eine mulier fortis inmitten der Brandung und glättete mehr als einmal durch ihren praktischen Sinn, ihren unverwüstlichen Arbeitsgeist, ihr unablässiges Gebet und ihr unerschütterliches Gottvertrauen die schäumenden Wogen des häuslichen Lebens. Allerdings drückte die Arbeits- und Sorgenlast schier untragbar auch auf ihren Schultern, wenn auch die Schwägerin erkrankte, was nicht selten der Fall war. So lese ich vom Mai 1897: „Die Schwägerin von Babett war zum Tode krank und vom Arzt bereits aufgegeben”, oder vom Juli 1900: „Schon seit vierzehn Tagen liegt die Schwägerin krank darnieder und Barbara hat das ganze Hauswesen über sich.” Kein Wunder, wenn da auch Barbara in die Klage ausbricht: „Ich habe die ganze Last auf mir, weil meine Schwägerin krank ist; es ist zuviel in der Wirtschaft zu stehen.” Aber Barbara hielt aus. Als sie zur Pflege einer kranken Verwandten vorübergehend in der Heimat weilt, ist sie dieselbe geschäftige Martha wie in Mainz, so dass sich selbst ihre Schwester in Rück an ihrem Arbeitsdrang stösst und in den Tadel ausbricht: „So schafft man nicht, man muss sich auch Ruhe gönnen.”

 

Wieder in der Heimat

Dreissig Jahre verlebte Barbara in Mainz, davon zwanzig (von 1885 bis 1905) in der Wirtschaft, zehn bei ihrer kranken Schwägerin und deren Tochter Maria. Erst im Jahre 1915 kehrte sie endgültig zu ihrem Bruder Heinrich nach Schippach zurück, um diesem anstelle der zum Kriegsdienst eingezogenen Söhne in der Landwirtschaft zu helfen. Jetzt ist sie wieder ganz die emsige Bäuerin und Hausfrau, unermüdlich tätig in Haus, Hof und Feld. So sah der Verfasser dieses Schriftchens die betagte Schippacher Jungfrau in den Jahren, da ihn sein Weg fast täglich nach Schippach hinüber führte. Eben stand sie noch in der Küche am Herdfeuer, dann sehe ich sie über den Hof kommen mit einem schweren Korb voll Kartoffeln oder Dickwurz, darauf marschiert die Achtzigjährige mit der Sense auf der Schulter in festem Tritt auf die Wiese, um mit starkem Arm breite Mahden zu mähen. Führt mich mein Weg in den nahen Wald, so treffe ich Jungfer Babett tiefgebeugt Reisig und Tannenzapfen lesen und auf ihrem Handwagen verstauen. Erst als Neunzigerin legt sie langsam die Hände müde in den Schoss. Vom Hause ihres Bruders bzw. Neffen zog sie später zusammen mit ihrer Nichte Maria und einem angenommenen Waisenkind, der späteren Klosterfrau Liutgardis Schmid, in das fromme Stegmann´sche Haus, das der Kirche zwei Ordenspriester und eine Ordensschwester schenkte, unmittelbar gegenüber dem Dorfkirchlein, in das sich noch die Fünfundneunzigjährige, auf zwei Stöcken gestützt, Tag für Tag begab, um dem Herrn im Tabernakel ihre Anbetung zu zollen und den Kreuzweg zu beten, wie sie es in ihrem langen Leben zu tun gewohnt war. Mit rührender Liebe von der den gleichen Geist der Frömmigkeit atmenden Nichte Maria betreut, von den Ortsbewohnern als die grosse Beterin verehrt, von Freunden und Freundinnen aus nah und fern besucht, täglich mit dem Brot der Engel gespeist, konnte unsere Gottesfreundin noch einige Jahre in bemerkenswerter geistiger Frische das Beispiel christlicher Ergebung in Gottes Willen und der Vorbereitung auf ein seliges Sterben geben, um dann am 20. März 1943 mitten im mörderischen Weltkrieg, dessen Bomben die der Jungfrau wohlbekannten Heiligtümer in Mainz, Aachen, Würzburg, in Trümmer schlugen, im gottbegnadeten Alter von siebenundneunzig Jahren, drei Monaten und zehn Tagen ihre Seele in die Hände ihres Schöpfers zurückzugeben. Ein heiligmässiges Leben hatte seinen irdischen Abschluss gefunden. In Anwesenheit zahlreicher Priester, darunter des Verfassers, wurde ihre sterbliche Hülle in die geweihte Erde des Schippacher Friedhofes gebettet, wo ein schlichtes Holzkreuz über ihrem Grabe die Stätte anzeigt, in der sie dem Jüngsten Gericht entgegenschlummert. Hoch über diesem Friedhof aber grüsst das gewaltige Bauwerk der eucharistischen St. Pius-Kirche, mit dem Namen Barbara Weigand unauslöschlich verbunden, über ihr Grab hinweg in die weite gesegnete Landschaft.

Inhalt Barbara Weigand – Lebensbeschreibung

 

II. Ringen und Reifen

„Dich liebt, o Gott, mein ganzes Herz!” (Altes Kirchenlied) Barbara Weigand hat sicherlich in ihrem langen Leben reiche Gnaden von Gott erhalten; aber das konnte sie ebensowenig wie die Heiligen unserer Kirche von der sittlichen Pflicht entbinden, den Kampf mit dem Bösen aufzunehmen und auch mit den natürlichen Kräften an der Heiligung ihres Lebens zu arbeiten. Erst in unablässigem Ringen mit sich selbst gelangte sie zu jener sittlichen Reife, die der Kenner dieses Lebens an ihr bewundert.

 

Gottesliebe

Auch die Schippacher Jungfrau musste den Weg der Reinigung gehen; denn auch sie war ein Kind des Fleisches und damit der Sünde unterworfen. Niemand wusste das besser als sie selber. Vom Bewusstsein ihrer eigenen Sündhaftigkeit und Schwachheit durchdrungen, hat sie dieser Erkenntnis ehrlichen, aufrichtigen und oft ergreifenden Ausdruck verliehen. So betet sie an der Vigil des Herz-Jesu- Festes 1895 gar inbrünstig: „Wie magst du dich doch nur so herabwürdigen zu mir armen elenden Erdenwürmlein! Ach, diese Gnade ist zu gross, ich schäme mich sehr. Ach, mein Jesus, was findest du denn an mir? Alles, was in mir gut ist, ist von dir, und was verkehrt und nichtsnutzig und sündhaft ist, das ist von mir. Ich bin zu arm, zu elend, zu sündhaft. Heilige Jungfrau Maria, bedecke du mich doch, dass ich mich nicht zu sehr schämen muss, bedecke mich mit deiner Liebe, Demut, Sanftmut, Nächstenliebe, ersetze, was mir an Herzensreinheit abgeht.” „Herr, dein Antlitz will ich suchen, mein Herz ist entbrannt in mir. Geliebtester Jesus, Bräutigam meiner Seele! Verzeihe mir, dass ich die letzte Zeit so lau, so nachlässig war in deinem Dienste und mir so wenig Mühe gab im Leben, so kalt und gleichgültig war gegen dich ... Meine Mutter, vereinige dich mit mir, ihm Ersatz und Sühne zu leisten für alle meine Nachlässigkeiten in seinem Dienste. Und ihr, meine lieben Patrone, und du, mein heiliger Schutzengel, wenn ich an dich denke, zittert meine Seele von Ehrfurcht, weil ich weiss, wie unwürdig ich bin, unter deinem Schutz zu stehen und wie wenig du von mir vor Gottes Thron hinzutragen hast.” Unzähligemal kommt das Bewusstsein ihrer eigenen Sündhaftigkeit zum Ausdruck. „Ich weiss, dass ich eine arme Sünderin bin”, „ich stecke noch in so vielen Sünden und Fehlern, ich hänge noch so an Fleisch und Blut, reiss mich los. O Herr! Nimm mich mir und gib mich dir!” Treuherzig empfiehlt sich die Jungfrau dem Fürbittgebet ihrer Mitmenschen, wenn sie im Jahre 1896 die Bitte niederschreibt: „Wer es liest, den bitte ich um sein Gebet für mich Arme.” Selbstheiligung ist ihr Ziel und ihr Verlangen. „O Jesus, nimm hin meine Seele mit ihren Kräften, mein Herz mit seinen Neigungen, meinen Leib mit seinen Sinnen, ich will nichts mehr als dir gefallen, lass mich von Tag zu Tag mir immer mehr absterben. In den Versuchungen, Zweifeln und Ängsten führe mich immer siegreich zum Ziele.” „Nimm hin, o Herr, meinen schwachen Willen, bessere ihn, damit ich ihn ganz deinem göttlichen Willen unterwerfe.” Barbara belässt es in ihrem ehrlichen Streben nicht bei Worten, sie klammert sich auch ängstlich an die Hilfsmittel der Kirche. Daher ihr unablässiges Bemühen, ihre Seele im Sakrament der Busse reinigen zu dürfen. Schon in Schippach treffen wir die Jungfrau oft am Beichtstuhl, öfter, als es den Priestern dort lieb ist; sie steht schon am frühen Morgen am Beichtstuhl, sie wandert zu diesem Zwecke stundenweit in die entfernte Pfarrkirche oder in eine Klosterkirche. Beim Eintritt in den neuen Stand der Jungfräulichkeit legt sie eine Generalbeichte ab. In Mainz erscheint sie anfangs alle drei Wochen, dann alle vierzehn Tage, später jede Woche vor ihrem Beichtvater. Die Tränen ihrer Reue sollen zu Edelsteinen werden in der Ewigkeit. Gott lieben und in dieser Liebe wachsen: Darauf richtet sich das unablässige Streben unserer frommen Jungfrau. Wie ergreifend klingt ihr Ruf zu Gott: „Nichts mehr für mich, alles für dich; jeder Tropfen Blut, jede Bewegung meiner Glieder, jeder Atemzug: Alles für dich zur Genugtuung für meine Sünden und die der ganzen Welt. O dass doch alle Menschen erkännten, wie gut du bist!” „Nur um eines bitte ich dich, o Herr, lass mir doch ein Plätzchen, wo ich mich verbergen kann. Ich will nichts als dich und nur dich allein.” „O Gott, du weisst, wie ungelehrt und wie unvollkommen ich bin. Nimm dafür mein armes Herz und meinen guten Willen. Hätte ich doch das Herz deiner jungfräulichen Mutter! Könnte ich dich doch lieben wie Johannes und die Büsserin Magdalena! Mein Jesus, ich sage dir Dank auch für jene, die dich nicht kennen und dich nicht lieben. O dass mein Herz sich erweitern könnte so gross wie die ganze Welt, o dass ich es in so viele Splitter verteilen könnte als es Menschen gibt, die dich nicht lieben! Komme doch in mein Herz! O ewige Liebe, o ewig alte und ewig neue Schönheit! Maria, du Himmelskönigin, komme, liebe und preise statt meiner den Herrn. O Cherub, du hoher Himmelsfürst, du Seraph, kommt ihr alle, meine Patrone, vereinigt euch mit mir; denn zu arm ist meine Sprache, um ihn zu lieben, zu armselig mein Herz, um ihm zu danken! Immer wieder begegnet uns im Leben der Jungfrau auch ihre heisse Liebe zu den gefährdeten Seelen. Sie predigt unerschrocken allen Ständen, mit denen sie in Berührung kommt. Sie hält in Mainz den Dienstboten einen Spiegel vor die Seele und weckt in ihnen heiligen Ernst. „Einige unserer Dienstmädchen”, schreibt die Nichte, „kamen als junge tanzlustige Mädchen in unser Haus und waren, hingerissen durch das Beispiel und die Worte der Tante, nach vier Wochen vollständig überzeugt, dass das einzige Glück die Rettung der unsterblichen Seele ist.” Dasselbe schrieb dem Verfasser eine bejahrte Frau, die als junges Mädchen Dienstbote im Weigandschen Hause zu Mainz war. Babett warnt die Wirtshausgäste und führt machen von ihnen zu religiösem Ernste zurück. „In der Fastenzeit”, so berichtet die Nichte Maria, „redeten wir dem einen oder dem andern zu, abends mit uns in die Fastenpredigt zu gehen. Wir hatten dann manchesmal die Freude, dass eine ganze Tischgesellschaft in die Predigt ging. Wir hatten ein tiefes Mitleid mit den armen Menschen, die ihr ewiges Ziel nicht kannten, und haben viel für sie gebetet. Sehr oft beteten wir mit ausgespannten Armen die Fünf Wunden für die Bekehrung der Sünder.” Barbaras seelische Kraft in der Ertragung von Leid und Verfolgung ist grenzenlos. Als die Zeitungen Tonnen des Spottes über sie ausgossen, wurde ihr Gottvertrauen auf die schwerste Probe gestellt. Barbara hat diese Probe glänzend bestanden. Ein Priester, der sie damals aufsuchte und ihre traurige Lage mit ihr besprach, berichtete mir also: „Das alles fasste sie von dem erhabenen Standpunkt einer innerlichen Vereinigung mit Gottes Willen auf. Kein liebloses Wort oder auch nur ein abfälliges Urteil gegen jene, von denen sie so viele ungerechte Verfolgung zu leiden hatte, kam über ihre Lippen.” Verfasser war selbst unmittelbar nach jenen schweren Zeiten ihr Seelsorger und Beichtvater und sprach viel mit ihr über jene Prüfungen; aber sie betrachtete alles im Lichte des Glaubens und äusserte sich niemals abfällig über ihre Gegner, wenn sie auch nicht unterliess, auf die ernste Verantwortung jener Priester hinzuweisen. Diese ihre Ergebung in Gottes Willen und die Zuversicht in den endlichen Sieg ihrer Werke blieb bis zu ihrem Tode ungebrochen. Zwar litt sie unter den harten Verfolgungen und dem traurigen Schicksal des Kirchenbaues unendlich schwer, aber sie legte alles vertrauensvoll in Gottes Hand. „Wir wollen auf die Hilfe Gottes rechnen”, schreibt sie, „der allein alles zum guten Abschluss führen kann. Gelingt das schöne Werk (sie meint den Kirchenbau, d.V.), dann wird Gott verherrlicht und viel Segen ausgehen über die ganze Umgebung ... Mit Gott habe ich begonnen, mit Gott hoffe ich auch zu vollenden. Das Gelingen meines Werkes ist des Herrn Sache und so bleibe ich zufrieden, wenn scheinbar auch alles misslingen soll.” Niemals hat sie die Hoffnung, dass Gott ihr Werk, den Kirchenbau, zum Siege führen werde, aufgegeben. Zu einer Zeit, als vielleicht ausser dem Verfasser dieses Büchleins und einigen gleichgesinnten Priestern niemand mehr an die Vollendung der Kirche glaubte, als die Baustätte seit Jahren verwüstet, verwildert und verlassen dalag, hören wir die Stimme der Greisin: „Wenn ichs nitmehr erlebe, dann schau ich von drowe zu, denn mei Kerch werd doch noch fertig.” Und sie ist fertig geworden (1960). Dem ganz auf das Innerliche und Göttliche gerichtete Wesen der Jungfrau Barbara entsprach auch die Anspruchslosigkeit und Bescheidenheit, die ihr Leben von der Jugend bis zum Grabe auszeichnete. Das kam schon in ihrer Kleidung zum Ausdruck. Wenn sie auch nach der Übersiedlung in die Stadt ihre einfache bäuerliche Gewandung allmählich mit einer besseren vertauschte, so kehrte sie jedoch nach ihrer Rückkehr in die Heimat wieder zu ihrer ländlichen Kleidung zurück. Ihr Wohnzimmer in Schippach war klein und unansehnlich, aber peinlich sauber gehalten. Ein grosses Kruzifix, einige Heiligenbilder und ein Regal mit frommen Büchern zierten die Wände der niedrigen Stube, durch deren Fenster das Ewige Licht vom Tabernakel des nahen Dorfkirchleins hereinfiel und die Nachbarschaft ihres innigst geliebten göttlichen Meisters kündete. Barbaras Uneigennützigkeit war vorbildlich. Ihrem Bruder Valentin, der in den ersten Jahren seines Mainzer Aufenthaltes einen harten Existenzkampf zu führen hatte, leistete sie anfangs ihre Dienste unentgeltlich; als sie aber in der späteren Zeit des Aufblühens des Wirtschaftsbetriebes gelegentliche Entlohnung erhielt, schickte sie ihre Ersparnisse nach Schippach zur Erweiterung der dortigen Kapelle, zum Ankauf eines Tabernakels, zum Kauf eines Wohnhauses für den exponierten Kaplan, oder sie gab es zum Umbau der Mainzer Kapuzinerkirche und für andere kirchliche Zwecke. Wie leicht wäre es ihr gewesen, sich zu bereichern, als Hunderttausende von alten deutschen Friedensgoldmark durch ihre Hände gingen! Ihre steinreichen Freunde in Mainz, Köln, Aachen, Freiburg, Strassburg und sonstwo haben ihr jederzeit unbegrenztes Vertrauen geschenkt, wie sie mir ausdrücklich versicherten - ich habe fast alle aufgesucht -, haben ihr Hunderttausende von Mark für Pfarrei und Kirche ausgehändigt: Aber keiner wurde von Barbara enttäuscht. Nicht ein Pfennig ist an ihren Fingern hängengeblieben. Da gab es keinen Aufwand, keine üppige Mahlzeit. Arm wie sie in der Jugend war, lebte sie auch als Greisin im ärmlichen Stübchen; sie kaufte sich auch mit den zum persönlichen Gebrauch geschenkten Geldern kein Weissbrot und keinen Pelz um die alten Schultern, sondern liess damit den Altar ihres Heimatkirchleins erneuern oder schickte das Geld an ihren Bischof nach Würzburg für sein Seminar und das Exerzitienheim - dessen bin ich Zeuge - oder gab es mitsamt den geschenkten Geldern, Kelchen, Paramenten an die Missionen. Schon als Mädchen hatte sie sich den Bissen vom Munde abgespart, um hungernde Kinder sättigen zu können. Ihre Sprache klang einfach, ruhig und gemessen, fest und bestimmt. Nichts Gekünsteltes oder Geziertes verunstaltete ihr einfaches Wesen. Beim Beten oder bei Prozessionen hatte sie die Augen bald niedergeschlagen, wie ganz in Gott versenkt, dann auch wieder unbeweglich nach oben gerichtet; der Vorgänge um sie herum achtete sie nicht. So stimmen denn auch alle Priester und Bischöfe, die es mit ihr zu tun hatten, in dem Lobe überein, die Jungfrau Barbara sei allezeit eine einfache, bescheidene, demütige, fromme, heiligmässige Person gewesen, wie wir später aus ihren schriftlichen Äusserungen erfahren werden. Diesen Zug der Biederkeit und Bescheidenheit konnte jeder Besucher auch an ihren Verwandten feststellen, denen es niemals einfiel, mit ihrer Tante zu prunken.

 

Abtötung und Sühne

In seinem Mahnwort an die Priester zur Fastenzeit 1956 betont Bischof Julius Döpfner von Würzburg, dem späteren Kardinal-Erzbischof in München, den besonderen Wert der Busse und Abtötung zur Erlangung der Vollkommenheit. „Es gibt keine Heiligkeit ohne Busse”, ruft der Bischof seinen Priestern zu. Diese unabdingbare sittliche Forderung an alle, die Christus dem Gekreuzigten nachfolgen wollen, finden wir auch bei unserer Gottesfreundin von Schippach, die uns ein leuchtendes Vorbild in Aszese, Abtötung und Busse geworden ist. Barbara Weigand, die ihr eigenes Leben fortgesetzt im Spiegel ernsthafter Läuterung betrachtete, erkannte schon in den Tagen ihrer Jugend den heilsamen Einfluss der Busswerke auf die Losschälung vom Irdischen und auf die Erringung der Herrschaft des Geistes über den Leib und seine Triebe. Da sie in ernster Selbstprüfung ihrer eigenen Schwäche wohl bewusst geworden war, legte sie sich zur Niederringung ihrer Fehler schon in ihren jungen Jahren strenge Fasten auf. „Lange Jahre”, schreibt sie im Jahre 1896, „versagte ich mir das Obst und das Fleisch, im Winter sogar manchmal das Brot und ass nur Kaffee oder Suppe und Kartoffeln.” Sie legt sich Bretter ins Bett und verrichtet andere Bussübungen. In Mainz bedeutete schon der Aufenthalt in einer Gastwirtschaft Arbeit und Entsagung. Verzicht auf Schlaf, frühes Aufstehen und spätes Schlafengehen waren unvermeidliche Beigaben zu einem Berufe, dem sich Barbara dort zwanzig Jahre lang unterzog. Mit diesen äusseren Übungen verbindet sie die inneren. „Alle”, so hören wir sie einmal, „müssen wissen, dass sie viel Abtötungen und Entsagungen üben müssen. Dazu müssen sie auch die innere Abtötung üben: Von niemand gesehen oder gelobt sein wollen, aber von vielen getadelt und zurückgesetzt sein wollen.” Nur wenn die Steine und Dörner des eigenen Ungeordneten ausgerottet werden, können die Saatkörner des höheren Lebens Wurzel fassen. Muss eine solche aszetische Haltung eines Bauernmädchens und einer Wirtshausmagd nicht geradezu Bewunderung erregen? Und wo haben ihre ein Jahrzehnt hindurch bei Wind und Wetter, Schnee und Eis, Nacht und Nebel, im nüchternen Zustand zurückgelegten zehnstündigen Märsche nach Aschaffenburg und zurück zum Tische des Herrn ein Seitenstück unter ihren Zeitgenossen? Ein wertvolles Moment für den hohen Wert der Weigandschen Busswerke liegt auch in den anderen Zwecken, denen ihre Busswerke dienen sollen. Diese sollen nach der Meinung der Jungfrau nicht bloss reinigenden Charakter tragen, sondern ihren Mitmenschen zugute kommen in Caritas und seelenrettender Sühne. Sie versagt sich die Nahrung, um hungernde Kinder sättigen zu können. „In unserer Nachbarschaft wohnten zwei arme Knaben, die sich mit ihrem kranken Vater gar kümmerlich ernährten. Diesen brachte ich heimlich manchen Laib Brot. Als der Vater gestorben war und einer dieser Buben krank wurde, versagte ich mir einen ganzen Winter lang das Brot, um die armen verlassenen Knaben unterstützen zu können.” Ihre Krönung finden Barbaras Busswerke in ihrer Fruchtbarmachung zur Sühneleistung für die Sünden der Welt, in der unsere Gottesfreundin neben ihrem Apostolat für die Oftkommunion eine Lebensaufgabe erblickte, wie auch Bischof Ludwig Maria Hugo von Mainz mit klarem Blick an der Jungfrau erkannte und rühmend hervorhob. Schon in ihrer Jugend hören wir, wie sie sich strenge Fasten und andere Busswerke auferlegt, um für den verstorbenen Vater zu sühnen. „Die Mutter betete jeden Abend mit uns Kindern für den Vater. Auch im Sommer bei der strengsten Feldarbeit durften wir Kinder nicht eher schlafen gehen, bis wir mit ihr den Rosenkranz für ihn gebetet hatten ... Jedes Jahr hielt ich sehr strenge Fasten, in der Allerseelenoktav bei Wasser und Brot.” An den Fastnachtstagen, an denen Gott gemeiniglich durch Sünden der Ausgelassenheit, Trunksucht und Sittenlosigkeit besonders schwer beleidigt wird, will sie schon in ihrer frühen Schippacher Zeit Sühne leisten, und in Mainz sind es gerade diese Tage, an denen sie Gott Ersatz leisten will für die Sünden einer ausgelassenen Welt. So reiht sie sich würdig ein in die Front aller wahren Opferseelen; aus ihrem sühnebegierigen Herzen entspringt ihre Bereitschaft zur Ertragung aller Bitterkeiten und ihr glühendes Verlangen nach Leiden. Diese ihre Sühnebereitschaft bringt sie in ihren Aufzeichnungen immer wieder zum Ausdruck: „Die Priester sollen sich freuen, wenn sie Seelen finden, die ihr Wort unterstützen durch ... Opfer, Sühnungsleiden und Sühnungsleben” (1895). „Die Welt braucht Seelen, die es nicht mit ihr halten, Seelen, die auch in der Verachtung und Verdemütigung sich freuen, denn nur dadurch können Seelen gerettet werden.” „Leiden, leiden will ich für die Sünder.” „O mein Jesus, halte ein den strafenden Arm der Gerechtigkeit! ... Ihr Menschen alle, vereinigt euch mit mir dem Herrn, der sich für uns auf dem Altare darbringt. Ja, wir wollen mitopfern, leiden, einstehen für seine Rechte.” „Jede Seele, die ihm Seelen gewinnen will, muss leiden. Und je mehr eine Seele ihn liebt, desto mehr verlangt sie nach Leiden.” Immer tiefer will die Jungfrau in den Schmelzofen der Leiden geworfen werden: „Ich will dulden und tragen, leiden und streiten.” Besonders bringt sie ihr Verlangen nach Leiden in ihrem Aufopferungsgebet zum Ausdruck, in dem sie sich dem Herrn täglich als „Braut des Gekreuzigten” anbietet „für die sündige Menschheit.” Mit diesem Verlangen nach Leiden bewegt sie sich auf den erhabenen Pfaden der gottminnenden Seelen aller Zeiten. Denn nicht nur feste Entschlossenheit bekunden in der Ertragung der unvermeidlichen Kreuze des Lebens, sondern darüber hinaus in heroischer Selbstentsagung noch heisses Verlangen zum Tragen nach Leiden, das ist nach Richstätter der höchste Grad der Gottesliebe und „sicherstes Kennzeichen echter mystischer Gebetsgnaden.” Wenn der heilige Ignatius „trotz des heftigsten Widerstandes der Natur um Leiden und Verdemütigungen bittet, so ebnet er damit der mystischen Gnade die Wege”, sagt derselbe Richstätter, wenn P. Eberschweiler vom donum crucis nur mit Freude spricht, wenn die heilige Theresia von Avila betet: „Herr, entweder leiden oder sterben!”, wenn die heilige Katharina von Siena nach Leiden schreit, dann dürfen wir ihnen auch die „Braut des Gekreuzigten” von Schippach an die Seite stellen. Auch deren Liebe, Bereitschaft und Sehnsucht nach Leiden war echt christlicher Leidensmut, entsprang ihrer heissen Sühnebereitschaft und machte sie zur Mithelferin in der Rettung der Seelen. Als der Verfasser vor wenigen Monaten in Mainz weilte, um am Abend seines Lebens noch einmal die Stätten aufzusuchen, auf denen sein Pfarrkind Barbara Weigand vor sechzig und siebzig Jahren gearbeitet, gebetet, gebüsst und gelitten hat, machte er sich auch auf den Weg nach Marienborn, wohin Barbara so gerne pilgerte. Als ich so auf der schnurgeraden Strasse hinausfuhr, sah ich im Geiste unsere Büsserin Barbara laut betend dahinpilgern. Da dachte ich bei mir: Ist nicht die in ein Busskleid gehüllte, barfussgehende Barbara Weigand auch hierin ihren Glaubensgenossen um nahezu ein halbes Jahrhundert vorausgeeilt? Haben wir nicht die unablässigen Mahnrufe des Heiligen Vaters Pius XII. zu Sühne und Busse vernommen? Haben wir nicht den Stellvertreter Christi gesehen, wie er am Passionssonntag 1943 anlässlich einer grossen Sühneandacht persönlich in der Peters- Kirche erschien, ein grosses Kreuz auf seine Schultern legte und es zu Fuss durch die Volksscharen trug, um es auf der Confessio aufzustellen? Hat nicht auch Papst Paul VI. am Karfreitag 1964 ein grosses Holzkreuz durch die Volksscharen im Kolosseum getragen? Dann las ich noch einmal die Berichte über die ergreifende Bussprozession des 18. Juli 1946 in Vézélay, wo die Pilger, allen voran der Bischof von Sens, barfuss, mit Kreuzen beladen, nach dem Städtchen hinaufzogen, um vor dreissigtausend Menschen Busse zu tun für die Verbrechen der Menschen. Hören wir zum Schlusse dieses Abschnittes, was Bischof Julius Döpfner in seinem oben erwähnten Fastenbrief vom Jahre 1956 seinen Priestern ans Herz legte: „Erschliessen Sie das Verständnis der Gläubigen für die aussergewöhnlichen Busswerke so vieler Heiliger und sprechen Sie darüber stets mit bewundernder Ehrfucht!” Möge dieses Bischofswort auch gegenüber Barbara Weigand beachtet werden!

 

Im Gebete

über den ausserordentlichen Gebetsgeist und Gebetseifer der frommen Jungfrau Barbara herrschte bei allen, die sie kannten, nur eine Stimme. „Die hat beten können, das muss man ihr lassen”, so äusserte sich einmal ganz spontan dem Verfasser gegenüber ein alter Schippacher Mann, der an Alter nur um vier Jahre hinter Barbara stand. Er wollte damit den beherrschenden Eindruck wiedergeben, den er von seiner Landsmännin zeitlebens gewonnen hatte. In Mainz bringt sie ganze Tage im Gebete zu, wenn ihr die Schwägerin in geschäftsruhigen Zeiten freigibt. An solchen Tagen kniet sie stundenlang vor dem Tabernakel oder sie wallt von einer Kreuzwegstation zur anderen. Ihre Beichtväter stimmen in dem Lobe überein: Sie ist eine grosse und fromme Beterin. Als solche war sie in der Stadt bekannt. Bezeichnend hiefür ist eine Bemerkung von Luise Hannappel in ihrem selbstgeschriebenen Lebenslauf an das Ordinariat Würzburg, wo sie von ihrem Bekanntwerden mit Barbara erzählt. Nach dem Tode ihrer Mutter habe sie deren Seele in das Gebet recht vieler frommen Personen empfehlen wollen. Da habe ihr eines Tages ihr Dienstmädchen gesagt: „Ich weiss noch eine gute Beterin, die ist die frömmste in der ganzen Stadt.” Diese Beterin war Barbara Weigand. Sie blieb es bis zu ihrem Tode. Noch an ihrem Grabe rühmte ihr Pfarrer Josef von Traitteur: „Wieviel hat sie in ihrem langen Leben gebetet und wie innig und andächtig vermochte sie zu beten! Wer Zeuge ihres Betens sein konnte, der war erbaut von ihrer Frömmigkeit. Das war eine urwüchsige, kernige Art zu beten, das war echte kindliche Frömmigkeit.” über Barbaras Tagesordnung während der heiligen Fastenzeit findet sich einmal der Eintrag: „Während der heiligen Fastenzeit betet Babett den ganzen Morgen ununterbrochen von einhalb sechs bis zwölf Uhr, von zwölf bis vier Uhr hilft sie in der Hausarbeit und betet dann wieder von vier bis acht Uhr abends.” Selbst mitten in der Arbeit betet sie, wie uns ihre Nichte schon erzählt hat, dass sie beim Kartoffelschälen in der Küche drei Rosenkränze vorbetete. Verfasser dieses Schriftchens kann als ihr ehemaliger Pfarrer den Gebetsgeist der Greisin aus eigener Beobachtung bestätigen. Wenn ich früh das Gotteshaus in Schippach betrat, wanderte Babett schon von einem Kreuzwegbild zu anderen, und wenn ich abends noch einen kurzen Besuch im Schippacher Kirchlein machte, traf ich die Greisin im Halbdunkel vor dem Tabernakel knien und beten. Barbara empfand das Beten allezeit nicht so sehr als Erfüllung einer Pflicht, als vielmehr als süsses Glück, weil beten heisst, „dem innersten Zug des Herzens folgen und der Quelle aller Güter sich nahen.” Im Beten fand sie Glück und Frieden. Barbara wird nicht müde, in eifrigem Lobgebet Gott und seine Güte zu preisen! „Wie gut, wie gut ist Gott!” Dieser Ausruf entringt sich immer wieder ihrem frommen Herzen. „O so kommt denn mit mir ihr alle, die ihr den Herrn Jesus liebt, kommt und seht, wie süss er ist, kommt und seht, wie schön er ist, kommt und lobet und preiset ihn mit mir! O Herr, gib mir Worte, um dich zu loben!” Die Geheimnisse des Kirchenjahres und die liturgischen Feiern lebte Barbara schon vor siebzig und achtzig Jahren mit einer Auffassungsgabe und einem Verständnis mit, die uns heute noch in Erstaunen versetzen. Und wie kühn und anschaulich wusste sie die Gedanken des Kirchenjahres in die betrachtende Form von Zwiegesprächen zu kleiden und auf alle möglichen Lebensverhältnisse anzuwenden! Und das alles tat ein ungebildetes Bauernmädchen und eine Wirtshausmagd in einer Zeit, da es noch keine liturgische Bewegung und keinen Schott gab! Mit Vorliebe verweilt unsere Gottesfreundin bei der Betrachtung des Leidens Christi. Schon als Mädchen in Schippach drängt sie zur Beschaffung von Kreuzwegbildern im Antonius- Kirchlein. An ihrer Andacht beim Beten des Kreuzweges erbauten sich Priester und Laien. Als P. Alphons O.Cap. im Jahre 1895 von Luise Hannappel um sein Urteil über Barbara gebeten wurde, antwortete ihr der Pater: „Ich beobachte diese Person schon seit acht Jahren und ich habe noch niemals jemand so andächtig den Kreuzweg beten sehen wie diese.” Dasselbe bestätigte sein Nachfolger P. Bonifaz O.Cap., als ihn P. Felix Lieber O.F.M. am 28. Februar 1910 um sein Urteil bat: „Auf mein Befragen”, so berichtete P. Felix dem Verfasser, „über das persönliche Betragen Barbaras bemerkte er mir, dass er sich stets nur an ihr erbauen konnte, namentlich wenn er vom Beichtstuhl aus sah, wie Barbara in ihrer Klosterkirche zu Mainz so andächtig den Kreuzweg ging.” Pfarrer Weihmann von Schifferstadt, der eucharistische Apostel der Pfalz, rühmt in seiner Eingabe vom 1. Mai 1943 an den Heiligen Stuhl ebenfalls diese Andacht der Jungfrau: „Bei einem Kreuzweg, den sie laut und frei aus dem Herzen vorbetete, war ich von ihrer zarten Christusmystik ganz ergriffen.” Kreuzweg, Tabernakel und Kommunionbank bilden die Lieblingsgebetsstätten unserer Jungfrau; vor dem Altar bringt sie ganze Tage im Gebete zu, besonders in der Zeit der Ewigen Anbetung und des vierzigstündigen Gebetes. Ihre Anmutungen nach der heiligen Kommunion sind lieblich und wonnetrunken. Die Sehnsucht nach dem eucharistischen Heiland spornt sie zu den grössten Opfern und heroischem Mute an, wie ihre nächtlichen Wanderungen von Schippach nach Aschaffenburg und ihre Übersiedlung nach Mainz beweisen. Dem Heiligsten Herzen Jesu ist Barbara in inniger Liebe zugetan. In einer Novene zum Heiligsten Herzen im Juni 1871 findet sie Erleuchtung und Klarheit über ihren küftigen Beruf. Als Mädchen in Schippach kauft sie ein Bild vom Heiligsten Herzen für die Kirche, muss aber dafür öffentliche Rüge durch ihren Pfarrer hinnehmen. Innig fleht sie zum heiligen Johannes: „Ich grüsse dich durch das allersüsseste Herz Jesu und bitte dich, nimm alle meine Armseligkeit, mit der ich belastet bin, und opfere sie in Vereinigung mit deinen Verdiensten, mit deiner Liebe, mit der Reinheit deines Herzens, mit dem süssen Gottvertrauen dem Herrn auf und bitte ihn, er möge mich doch so, wie er dich an seinem Herzen ruhen liess, recht ausruhen lassen, mich diese Pulsschläge fühlen lassen, damit ich ganz und gar mir absterbe und nur ihm allein lebe.” Dem Heiligsten Herzen weiht sie den Gebetsbund, den sie mit ihren Getreuen schliesst. Mit den Heiligen hält sie traute Zwiesprache, ihrer Fürbitte vertraut sie Sorge und Leid. Dem heiligen Josef hält sie neun Mittwoche. Wie rührend kann sie mit dem Patron ihrer Heimatkirche, dem heiligen Antonius von Padua, reden! Er muss ihr helfen, wenn immer es sie niederdrückt. Wir glauben es ihr gerne, wenn sie ob ihrer Bemühungen um den Kirchenbau in Schippach einmal schreibt: „Viel habe ich in dieser Meinung zum lieben heiligen Antonius gebetet.” Die Unschuld der Jugend empfiehlt sie dem heiligen Antonius, dem heiligen Aloisius und dem jungfräulichen heiligen Josef. Ihr Schutzengel ist ihr treuer Freund und Begleiter, zu dem sie mit Inbrunst und Vertrauen betet. Barbaras Herz ist weltenweit. Es umfasst alle, liebt alle, schliesst alle in seine Fürbitte ein. Sie betet im Rosenkranzmonat „für all die grossen Anliegen der heiligen katholischen Kirche”, „für diejenigen, die abgefallen sind von ihrem Glauben”, sie betet „für diejenigen, die das Licht des Glaubens noch nicht besitzen, für die Heiden, die Ungläubigen, für die Lauen und Kalten.” Bischöfen und Priestern gilt ihr ganz besonderes Gebet. Ihrem frommen Gebet empfehlen sich Ungezählte aus nah und fern: Gesunde und Kranke, Geistliche und Laien, Bischöfe und Priester. Alle erhoffen sie Hilfe auf die Fürbitte der grossen Beterin. Ferdinand von Schlör von Würzburg weiss die Kraft ihres Gebetes ebenso zu schätzen wie Bischof Ludwig Maria Hugo von Mainz, der seine „liebe Tochter Barbara” mit freundlich gehaltenen Briefen auszeichnet und sie um ihr frommes Gebet in seinen bischöflichen Sorgen bittet. Sie betet für die Männer, die Frauen, die Arbeiter, die Jünglinge, die Jungfrauen. „Mein Jesus, ich empfehle dir die Männer, ihre Arbeiten und Mühen, alle Sorgen dieser Familien, damit sie würdig zur heiligen Kommunion gehen.” „Ich empfehle dir alle Frauen der Stadt Mainz, die morgen ihre Osterkommunion halten; lass nicht zu, dass eine unwürdig hinzutritt!” „Ich empfehle dir die Jungfrauen, in denen noch ein reines Herz schlägt, bewahre sie in deiner Liebe und in der Unschuld; ihr Jungfrauen, ihr Jünglinge, kommt alle, vereinigt euch mit mir, harret aus. Mein Jesus, ich bitte dich für alle Jungfrauen dieser Stadt, dass sie heute und morgen noch recht gute Beichten ablegen.” „Mein Jesus, ich empfehle dir die Kinder, die dich dieses Jahr zum erstenmal empfangen.”

Sie betet für alle Bedrängten. „Mein Jesus, sieh, es wenden sich so viele Menschen mit allerlei Bitten an mich, sie sind so bedrängt und haben so viele Anliegen. Ich bitte dich, lindere den Armen die grossen Leiden, mit denen ihr Herz bedrängt ist.” „Ich empfehle dir die christlichen Familien, besonders die arme Frau, die mir heute so geklagt hat.” „Ich empfehle dir meine Schwester in Augsburg und die ganze Genossenschaft.” „Ich bitte dich für die heilige Kirche. Gib ihr heilige Priester, tausend heilige Priester.” Gar innig betet sie für die Kranken. Vom Dezember 1907 finde ich einen Eintrag: „Von einhalb sechs Uhr heute früh bis einhalb neun Uhr lag ich auf den Knien und rang mit dem Herrn, er möge doch dem N. die Gesundheit verleihen.” „Ich empfehle dir auch alle, die in Gefahr sind, eine Todsünde zu begehen.” „Ich empfehle dir auch alle, die in Gefahr sind, eines schnellen Todes zu sterben. Durch deine Todesangst erbarme dich der Sterbenden. Ich bitte auch für die Armen Seelen.” „Ich empfehle dir besonders die neugeweihten Priester.” „Liebe Mutter, erflehe uns von deinem Sohn mehr Gnaden für die Sünder. Weil Satan so eifert, wollen auch wir mehr eifern, unsere Gebete verdoppeln und unsere Leiden inniger vereinigen mit den Leiden Christi und alles für die Sünder aufopfern.” „Barmherzigkeit, mein Jesus, so vielemal als Wassertropfen im Meere, Gräslein in den Wiesen, Blätter an den Bäumen, Sandkörner am Meere, Stäubchen in der Luft, Fischlein im Meere, so viel Schritte je ein Mensch getan, so viel Silben je ein Mensch gesprochen, so viel (Text unleserlich, d.V.) in Vereinigung mit allen lieben Engeln und Heiligen: Barmherzigkeit für die Sünder.” Die Schreiberin fügt bei: „So beteten wir einmal gemeinsam von früh vier Uhr bis sechs Uhr für einen Mörder, der zur selben Zeit hingerichtet wurde.” Mit Inbrunst kann sie beten für die leidenden Seelen im Fegfeuer. Ihr Blick verschliesst sich nicht für äussere und weltliche Anliegen. Wie Papst Pius X., als Patriarch von Venedig, um einen guten Ausgang politischer Wahlen beten lässt, so hören wir auch Barbara auffordern zum Gebete anlässlich einer Reichstagswahl. Und zum 14. November 1896 lese ich eine Notiz: „Als am Samstag die Stichwahl stattfand, ging Babett um zwei Uhr in die Kirche, um den Rosenkranz für die Wähler zu beten.” ähnlich berichtete mir ihre Nichte: „Ich erinnere mich auch an eine Reichstagswahl. Den ganzen Tag war abwechselnd eines von uns in der Kirche; stündlich lösten wir uns ab.” über all dem vergisst die Jungfrau keineswegs das Bittgebet für sich selber, wie wir schon im ersten Abschnitt dieses Schriftchens gesehen haben. Von dem Irrtum der Quietisten, dass beschauliche Seelen keines Fürbittgebetes bedürften, ist Barbara völlig frei. Darum ihr unablässiges Gebet um Erleuchtung, Kraft, Festigkeit und Ausdauer. Ja, der alte Bopp hatte recht: „Die hat beten können.”

 

Marienminne

Die Liebe zur Gottesmutter bildet einen wesentlichen Zug im Frömmigkeitsbild der Schippacher Jungfrau schon seit ihren jungen Jahren. An den Besuch der Maria-Schnee-Kapelle bei Röllbach am Maria-Himmelfahrtstag 1869 knüpfen sich bedeutsame Vorgänge ihres Lebens; sie kniet voll Ehrfurcht vor dem Muttergottesbild in ihrer Kammer zu Mainz; sie wallfahrtet zu den Heiligtümern Mariens in die Nähe und in die Ferne: Auf den Engelsberg, nach Dieburg, Marienborn, Gonsenheim, Bornhofen, Gutenbrunnen, Altötting, Lourdes. Wie innig sie da zur Himmelskönigin beten kann, ersieht man aus ihren Aufzeichnungen, in denen mitunter wunderschöne Gedanken in farbenprächtiger Sprache vorgetragen werden. Einige dieser Gedanken, die zur damaligen Zeit ebensowenig Gemeingut katholischer Frömmigkeit waren wie ihre Weckrufe zur häufigen heiligen Kommunion, mögen hier kurz zur Sprache kommen.

Da spricht Barbara ganz offen von einer Mitwirkung Mariens beim Erlösungswerk ihres Sohnes. Das Wort war zu jener Zeit kühn und rief Widerspruch hervor; von einer Miterlöserschaft Mariens zu sprechen sei irrig und undogmatisch. Wenn aber der heilige Ludwig Maria Grignon Maria ganz offen „Erlöserin des Menschengeschlechtes” nennt, oder wenn der Ausdruck „Miterlöserin” in die Terminologie hochamtlicher kirchlicher Schreiben eingegangen ist (A.A.S.5 S. 364, ebenda 6 S. 108, Konstitut. Pius XII. Munific. Deus, Pius X. in seinem Rundschr. zum Jubil. d. Dogmas v.d. Unbefl. Empf.), dann darf man ihn auch bei Barbara Weigand nicht als irrig bezeichnen.

Das gleiche gilt von der Gnadenvermittlung Mariens, von der in den Gebeten der Jungfrau wiederholt die Rede ist (z. B. Mai 1896, Okt. 1896, Mai 1897, Mai 1898, Okt. 1898). Was unsere Jungfrau da über die Gnadenvermittlung Mariens sagt, klang zwar damals auch gewagt, ist aber heute allseits anerkannt. Hat doch die Ritenkongregation im Jahr 1921 ein Festoffizium von „Maria als Vermittlerin aller Gnaden” approbiert und dem Missale eingefügt. Heftigen Widerspruch löste Barbaras Empfehlung an die Priester aus, sie sollten sich Maria als himmlische Braut erwählen, wie sie am Lichtmesstage 1896 erstmals und dann noch öfters verkündete. Aber auch dieser Gedanke steht in der Heiligengeschichte nicht allein. Hat doch der heilige Josef a Cupertino Maria ganz offen seine Braut genannt; wurde doch der heilige Vinzenz Palotti mit Maria mystisch vermählt; liess sich doch der heilige Hermann Maria antrauen und daher den Zunamen Josef annehmen; erwählte sich doch der heilige Johannes Eudes Maria zu seiner Braut; gesteht doch der fromme Propst Georg Seidenbusch, der Verfasser des vielgesungenen Liedes: „Kommt her, ihr Kreaturen all!”, von sich: „Habe Maria in mein Gespons und Praut erwählet.” (Anm.: Braut)

 

Es ging eine Kraft von ihr aus

Man könnte ein ganzes Buch schreiben über den heilsamen Einfluss, den unsere Gottesfreundin in den langen Jahren ihres Lebens auf ihre Mitmenschen ausgeübt hat; an Stoff hiezu würde es nicht fehlen. Hohe und höchste geistliche und weltliche Personen, Männer und Frauen, Akademiker aller Sparten, Bischöfe, Domherren, Professoren, Priester aller Grade, Ärzte, Juristen, Lehrer, Kaufleute, Ordensleute, Mitglieder des Adels, der Diplomatie, des Offizierstandes: Sie alle bekennen freimütig, welch tiefe religiöse und sittliche Impulse von dieser aussergewöhnlichen Frau auf sie ausgegangen seien. Im Rahmen dieser kleinen Schrift kann allerdings nur weniges berichtet werden. Diesen heilsamen Einfluss verspürte zu allererst ihre eigene Familie. Eine leibliche Schwester trat bei den Englischen Fräulein ein und verbrachte achtundzwanzig Jahre im Ordensstande, ein Neffe wurde Priester in der Diözese Würzburg, ein zweiter fiel als Alumnus im Ersten Weltkrieg, ein dritter und ein Grossneffe wurden Laienbrüder bei den Salesianern, ein anderer steht z. Z. in der Vorbereitung auf das Priestertum, zwei Nichten legten 1902 das Gelübde der Jungfräulichkeit ab, drei Grossnichten nahmen den Ordensschleier, zwei Neffen, Landwirte in Schippach, wurden Terziaren vom heiligen Franziskus. Von ihrer Jugendzeit in Mainz berichtet die dort geborene Nichte Maria: „Ich kann mich gut erinnern, wie wir Kinder unter der Obhut der Tante waren, wie sie uns beten lehrte und warnte vor dem Bösen und wie sie unseren Verkehr mit anderen Kindern streng überwachte. Durch Tante Babett lernten wir Gott recht lieben, die Heiligen verehren, das Gebet und den Gottesdienst über alles hochschätzen.” Die Dienstmädchen im Weigandschen Hause konnten sich dem sittigenden Einfluss der Tante nicht entziehen und rechneten ihren Aufenthalt daselbst „zu den schönsten Jahren des Lebens”, wie es in einem Briefe von Frau Anna Fischer, einem vormaligen Dienstmädchen in der Weigandschen Wirtschaft, heisst. „Mit grösstem Eifer”, schreibt die Nichte, „sorgte Tante stets für brave Dienstmädchen. Von ungefähr 1890 an hatten wir stets zwei und von 1901 an stets drei Dienstmädchen. Der tägliche Besuch der heiligen Messe war bei allen unseren Dienstmädchen ganz selbstverständlich. Sie betrachteten das frühe Aufstehen um füf Uhr nicht als ein zu grosses Opfer, obwohl sie höchstens vor zwölf Uhr zur Ruhe gingen ... Unsere Dienstmädchen und ich berieten uns heimlich in der Küche, wie wir nur dem lieben Gott besondere Freude machen könnten. Die gute N. sagte: Ich sage: Gelobt sei Jesus Christus, so oft ich an dir vorbeigehe, und wenn ichs nicht sagen kann in der Wirtschaft, dann zupfe ich dich und dann denkst du immer: In Ewigkeit, Amen. Soviel ich mich erinnern kann, waren unsere Dienstmädchen auch alle im Dritten Orden. Auch verzichteten sie gern auf einen freien Sonntagnachmittag. Aber mit Eifer suchte jedes Mädchen Gelegenheit, einer Nachmittagsandacht beizuwohnen. So wurden auch die sakramentalischen Andachten am Werktag und die Fasten- und Adventspredigten eifrig besucht. Meine Mutter liess während der Abwesenheit der Mädchen die Arbeit kommen wie sie kommen wollte; denn das Gebet wurde über alles hochgeschätzt. In der Kirche und in der Küche haben wir uns jeden Tag gerüstet für das Leben in der Wirtschaft.” Wo ein solcher Geist in der Familie der Wirtsleute wehte, konnte es nicht ausbleiben, dass ihn auch die Gäste zu spüren bekamen. „Wir hatten eine vielbesuchte Wirtschaft”, schreibt die Tochter des Hauses, „und unsere Gäste kamen jahrelang Tag für Tag. Es waren meistens Arbeitsleute verschiedener Berufe. Da gab es täglich kirchenfeindliche Gespräche. Für alle Personen, die zu unserem Haushalt gehörten, waren solche Gespräche eine Gelegenheit, unserem wirklich so wenig schönen Beruf eine schöne Seite abzugewinnen und sich bewusst zu werden, wozu man in der Wirtschaft lebt. Jedes Dienstmädchen sogar machte einem solchen Gespräch ein Ende, manchmal mit einem guten Wort der Belehrung oder mit einer Äusserung, dass man uns als Katholiken beleidigt, oder man hat einem recht frechen Menschen direkt den Aufenthalt gekündigt. Einige ältere Gäste, die in ihrer Religion nicht besser waren als die meisten, sagten gewöhnlich schon, wenn einer seinen Unglauben präsentieren wollte: Das darf man hier nicht sagen, sonst wird man vor die Tür gesetzt. Unsere Gäste sagten manchmal zu unseren Dienstmädchen: „Wir gäben euch ganz gern ein Trinkgeld, aber ihr tragt ja doch alles zu den Kapuzinern.” Als es anlässlich einer Reichstagswahl in der Weigandschen Wirtschaft zu wüsten Beschimpfungen der Priester kam, verwies es Frau Weigand in strengster Form, so dass die Schreier das Lokal verliessen unter den Rufen: „Hoch leben die Pfaffen! Nie mehr werden wir eure Wirtschaft betreten! Haltet nur zu den Pfaffen!” Wie die Familie Weigand manchesmal ganze Tischgesellschaften bewog, die Fastenpredigten zu besuchen, haben wir schon früher vernommen. Welch herrliches Bild echt katholischer Gastwirtsleute entrollen diese Zeilen! Welcher Glaubensmut! Welche Überzeugungskraft! Welcher apostolischer Geist! Das war Geist vom Geiste der Jungfrau Barbara Weigand.  

Inhalt Barbara Weigand – Lebensbeschreibung

 

III. Wegbereiterin für eine eucharistische Welt

„Ich will aufstehen und die Stadt durchwandern, auf den Märkten und Gassen will ich ihn suchen, den meine Seele liebt.” (Hohelied 3,2) Will man die Frömmigkeit der Schippacher Jungfrau mit einem prägnanten Ausdruck charakterisieren, dann kann man sie am besten mit dem Worte „eucharistische Frömmigkeit” bezeichnen; denn die heilige Eucharistie und alles, was mit ihr zusammenhängt: Gotteshaus, Altar, Kommunion, Messfeier, sakramentale Prozessionen, Priester und Priestertum, sind mit den religiösen Übungen unserer Gottesfreundin unzertrennlich verbunden; im eucharistischen Jesus bewegt sich das ganze lange Leben der Jungfrau von Schippach. Das scheint auf den ersten Blick nichts Besonderes zu sein, und was den täglichen Empfang der heiligen Kommunion anbelangt, so ist diese Frömmigkeitsübung vielen katholischen Menschen von heute eine selbstverständliche Sache. Dem war aber in der Vorzeit und noch in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts, ja über die Jahrhundertwende hinüber, als Barbara ihre Rufe nach einer eucharistischen Welt erhob, durchaus nicht so. Zwar empfingen die Christen der urchristlichen Zeit auch die heilige Kommunion, so oft sie sich zum Opfermahl versammelten, also gewöhnlich an den Sonntagen; aber diese urchristliche Übung kam schon im frühen Mittelalter ausser Gebrauch und der Kommunionempfang beschränkte sich auf die drei höchsten Feste: Weihnachten, Ostern, Pfingsten und ging noch weiter zurück, so dass das Vierte Laterankonzil im Jahre 1215 den wenigstens einmaligen Kommunionempfang im Jahre vorschreiben musste. Aber von der Forderung der Oftkommunion waren Kirche und kirchliche Wissenschaft, Ausnahmen abgerechnet, weit entfernt. Der heilige Thomas, der Schöpfer unserer unvergleichlich schönen Fronleichnamslieder, erklärte die tägliche Kommunion für die meisten Menschen als unzulässig; der heilige Bonaventura erlaubte sie seinen Laienbrüdern nur selten; die Klarissen kommunizierten nur sechsmal; die Birgittinnen nur fünfmal im Jahre. Dieser Minimalismus blieb auch trotz des Wunsches des Konzils von Trient und der Bestrebung eines heiligen Karl Borromäus, Franz von Sales, Alfons von Liguori bestehen. Noch mein verehrter Lehrer an der Würzburger Hochschule, der fromme und seelsorglich eingestellte Moralist Göpfert, legte uns Alumnen ans Herz, gewissen Schichten die wöchentliche oder gar noch häufigere Kommunion nicht zu gestatten.

 

Auf der Suche nach dem Bräutigam

So lagen die Dinge auch in der Heimat Barbaras, als sie Ende der sechziger und Anfang der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts den Entschluss fasste, sich ganz dem Dienste des Herrn zu weihen. Zu den Werken des Gebetes, der Abtötung und Nächstenliebe trat nämlich ein immer stärker werdendes Verlangen nach dem häufigen, ja täglichen Empfang des Leibes des Herrn. Da aber diesem Verlangen die damaligen Anschauungen der Gottesgelehrten, der Pastoral und die kirchliche Praxis entgegenstanden, führte dieser Gegensatz zwischen Verlangen und Erfüllung bei unserer Jungfrau zu harten seelischen und äusseren Prüfungen. Einer ihrer Kapläne erlaubte ihr anfänglich die dreiwöchentliche, später die vierzehntägliche Beichte und Kommunion, bis der Pfarrer gegen diese Neuerung einschritt und sie verbot. Aber Barbara fühlt, „wie sehr der Herr uns zu beglücken wüscht in der heiligen Kommunion” und ruft weiter nach dem Brote des Herrn. „Mit jedem Jahr wuchs in mir das Verlangen, Gott eifrig dienen zu können und ihm auch Freude zu machen. Darum kannte ich keine grössere Freude, als ihn in mich aufzunehmen.” So beginnt für das Mädchen eine Zeit schwerer Opfer und Prüfungen. Die rasch wechselnden Kapläne des Dorfes hatten von ihrem Pfarrer das strenge Verbot der Kommunionspendung an Wochentagen erhalten, und wenn Barbara um das Brot der Engel bat, wurde sie als hoffärtige und eigensinnige Person zurückgewiesen. „Wie oft wurde ich entweder in der Sakristei oder in der Kirche öffentlich beschimpft und abgewiesen, wenn ich bat um die heilige Kommunion, und dies mit sehr kränkenden Worten.” Aber die Sehnsucht nach dem Himmelsbrot bleibt. „Besonders von einem Priester hatte ich ein halbes Jahr lang viel zu leiden. Von jener Zeit an belästigte ich keinen Priester mehr in meiner Pfarrei.” Nun fasst Barbara einen heroischen Entschluss. Bei einem Besuch in Aschaffenburg hat sie in Erfahrung gebracht, dass in der dortigen Kapuzinerkirche auch an Werktagen die heilige Kommunion gereicht werde. Da geht sie nun mehrmals in der Woche zu Fuss in die 23 km entfernte Stadt, um die heilige Kommunion empfangen zu können. Kurz nach Mitternacht macht sie sich auf den fünfstüdigen Weg, besucht in der Kapuzinerkirche die heilige Messe, empfängt den Leib des Herrn und kehrt dieselbe Strecke zu Fuss wieder zurück, um am Mittag daheim ihr Tagewerk wieder aufzunehmen. Sogar in dem ungewöhnlich kalten Winter 1878/79 bringt sie dieses geradezu heroische Opfer aus Liebe zum eucharistischen Gotte. Muss eine Gottesliebe, die zu solchen Opfern befähigt, nicht Bewunderung erregen? Wieder sucht sie Rat bei einem Priester, diesmal bei dem Domherrn Dr. Schork in Würzburg, dem nachmaligen Erzbischof von Bamberg, einem Landsmann von ihr. Auf Einladung ihres Bruders Josef, der damals als Soldat in Würzburg in Garnison stand, begibt sie sich im Juli 1882 zur Kiliansfeier nach Würzburg und besucht bei diesem Anlass gemeinsam mit ihrem Bruder den Domherrn, um ihn um einen Ausweg in ihrer Seelennot zu bitten. Da erhält sie die Antwort: „Fahre fort, das Verlangen nach der heiligen Kommunion kann nur von Gott kommen. Wenn du sie in deiner Pfarrei nicht haben kannst, so gehe hin, wo du sie bekommst. Wieder vergehen einige Jahre: Da führt sie der Herr zu ihrem verheirateten Bruder nach Mainz; dort gewahrt sie, dass auch an Werktagen die heilige Kommunion gereicht wird; ihr Entschluss ist gefasst: Sie sagt am 19. November 1885 ihrer Heimat Lebewohl und zieht nach Mainz. „Auf meinem Lager im Dunkel der Nacht suchte ich, den meine Seele liebt.” Fünfzehn Jahre lang hat sie ihn selbst im Dunkel der Nacht gesucht; jetzt endlich hat sie ihn für immer gefunden - im Goldnen Mainz. Hier nun kann sich ihr eucharistisches Leben voll entfalten. Wohl täglich kniet sie am frühen Morgen an der Kommunionbank und empfängt mit grösster Andacht den Leib des Herrn. In ihrer Pfarrkirche St. Ignaz, in St. Bonifaz, in St. Christof, besonders aber in der Kapuzinerkirche erscheint unsere Gottesfreundin zum Gebet und zum Empfang der heiligen Kommunion. Wie ergriff es den Schreiber dieses Büchleins, als er vor kurzem im Halbdunkel des Kapuzinerheiligtums kniete und im Geiste die grosse Beterin vor sechzig, siebzig und achtzig Jahren in eben diesem Heiligtum knien, in den Beichtstuhl treten, zum Tisch des Herrn gehen und mit solcher Inbrunst den Kreuzweg beten sah, dass sich die Beichtväter an der aufrichtigen und tiefen Frömmigkeit dieser Jungfrau in hohem Grade erbauten.

 

Pionierarbeit für die häufige heilige Kommunion

Der Herr hat ihre Opfer belohnt; darum will sie noch mehr für ihn tun: Sie will Pionierarbeit leisten, um auch anderen und möglichst allen das hohe Glück der täglichen heiligen Kommunion zu verschaffen. Eine unwiderstehliche apostolische Kraft beginnt sich in ihr zu regen, sie muss Werkzeug werden zur Einführung der öfteren heiligen Kommunion. Das betrachtet sie als ihre Lebensaufgabe, die sie zwanzig Jahre lang mit derselben Festigkeit und Unnachgiebigkeit verficht wie die Erreichung ihres persönlichen Verlangens. Immer kehrt in ihren Betrachtungen dieses Bewusstsein ihrer apostolischen Sendung wieder. Kaum in Mainz angelangt, will sie zu ihrem Bischof nach Würzburg gehen und ihn bitten, die öftere heilige Kommunion allen zu ermöglichen. In ihren Aufzeichnungen seit dem Jahre 1895 begegnen wir fortgesetzt ihren Mahnrufen zur Gestattung der Oftkommunion. „O mein Jesus”, betet sie am zweiten Donnerstag im Oktober 1895, „ich danke dir für all die Güte, die du mir erwiesen hast. Du hast mich nach Mainz geführt, um mich zu bereichern mit dir selber in der heiligen Kommunion. Himmel und Erde, danket meinem Gott, der so Grosses an mir getan und jeden Tag in der heiligen Kommunion zu mir kommt. Meine heiligen Patrone, heilige Barbara, heilige Elisabeth, heiliger Josef, Antonius, Katharina, Agnes, alle ihr Heiligen, danket mit mir für die grosse Gnade, dass Gott sich würdigt, jeden Tag zu mir zu kommen und dass er mich nach Mainz geführt, um dieses Ziel zu erreichen. Ich bitte auch für die Mädchen meines Ortes, weil du willst, dass die tägliche Kommunion überall eingeführt werden soll.” Acht Tage später: „Jesus will, dass in seiner Kirche der häufige Empfang der heiligen Kommunion eingeführt werde.” Und wieder: „Der öftere Empfang der heiligen Kommunion ist durchzuführen.” „Es kommt die Zeit, wo man in jeder Kirche die heilige Kommunion empfangen wird.” „Wo ein Priester steht, soll er die Quelle sprudeln lassen, an die er gestellt ist.” Sie wendet sich an den Bischof von Mainz mit der Bitte, ihre Anregung an den Heiligen Stuhl gelangen zu lassen (24. Juni 1896). Am 4. Oktober 1896 bittet sie den heiligen Franziskus, ihr Verlangen nach allgemeiner Gewährung der Oftkommunion zu unterstützen. „Die öftere Kommunion muss eingeführt werden in allen Teilen der Welt.” Ihre Weckrufe zur Einführung der Oftkommunion in der ganzen Welt sind unzählbar. Fast jeden Monat in den Jahren 1895 bis 1905 finden sich dafür Belege in ihren Schriften. Der Glaube an diese ihre Sendung ist unerschütterlich, ihr Mut unbeugsam. Sie sieht die Rettung der Welt nur durch die heilige Kommunion; das kommende Zwanzigste Jahrhundert wird ein eucharistisches Jahrhundert werden. Bald nach dem Tode ihres Oberhirten, des Bischofs Haffner (gest. 2. November 1899), wendet sich Barbara an seinen Nachfolger, Bischof Heinrich Brück, mit ihrem dringenden Wunsch, die öftere heilige Kommunion allen zugänglich zu machen und ihre Anregung dem Heiligen Vater zu unterbreiten. Sie wendet sich gleichzeitig brieflich an einflussreiche Geistliche und am 5. Januar 1902 mit einem ausführlichen Schreiben an alle Bischöfe des deutschen Sprachgebietes. Der Episkopat horcht auf. Bischof Brück stirbt bereits am 4. November 1903; den Mainzer Bischofsstuhl besteigt Bischof Georg Heinrich Kirstein. Wieder wird Barbara bei ihrem Bischof vorstellig und bittet inständig, ihre Worte nach Rom zu berichten. Der Bischof wird Beichtvater der Jungfrau und vermag so besser als alle Aussenstehenden in die Seele der Gottesfreundin zu blicken. Hat er ihre Anregungen nach Rom gegeben? Wir wissen es nicht. Aber Barbara erzählte dem Verfasser wiederholt, sie wisse genau, dass Bischof Kirstein ihre Anregung zur Gewährung der häufigen heiligen Kommunion an alle dem Heiligen Vater Pius X. vorgetragen habe. Tatsache ist jedenfalls dies: Am 20. Dezember 1905 erscheint das Dekret des Heiligen Vaters Pius X. über die häufige und tägliche heilige Kommunion. Darin bestimmt der Stellvertreter Christi, es solle die häufige und tägliche Kommunion den Christgläubigen jeden Standes und Berufes freistehen; niemand, der mit aufrichtiger Gesinnung dem heiligen Tisch sich nahe, dürfe zurückgewiesen werden; die Beichtväter sollten den Kommunionempfang nicht erschweren. Barbara Weigand ist glänzend gerechtfertigt; was sie fünfzehn Jahre lang in Schippach unter den grössten Opfern geübt, was sie dann zwanzig Jahre lang in Mainz gepredigt, ist Wirklichkeit geworden. Diese geschichtliche Tatsache ist aus dem Leben unserer Gottesfreundin niemals auszulöschen. Darum konnte der Vatikanische Rundfunk am 19. August 1951 in einer Sendung zum Todestag des Papstes Pius X. auch des vorbildlichen Lebens der Schippacher Jungfrau gerade in Hinsicht auf die heilige Eucharistie gedenken, und der Osservatore Romano, das offizielle Organ für amtliche Verlautbarungen des Heiligen Stuhles, dessen nichtamtlicher Teil „Nachrichten aus erster Quelle von der ganzen Welt, wichtige Beiträge auf allen Gebieten des Glaubens und des Wissens, sachliche Stellungnahme zu Irrtümern und Angriffen gegen die katholische Lehre enthält, und unentbehrlich ist zur Orientierung über Leben und Wirken der katholischen Kirche” (Kirchenlexikon), konnte am 20. August 1960 (Todesgedächtnistag Pius X.) in einem längeren Artikel mit der Überschrift: „LA SS. EUCARISTIA nella vita di Barbara Weigand” die Schippacher Jungfrau als Wegbereiterin der öfteren heiligen Kommunion bezeichnen und dabei rühmend hervorheben, dass diese eucharistische Seele ein Kind des Bayernlandes gewesen sei, in dessen Hauptstadt kurz zuvor der Eucharistische Weltkongress einen so glanzvollen Verlauf genommen habe. Dürfen wir deutsche, und besonders wir bayerische Katholiken, auf dieses Lob nicht aufrichtig stolz sein? Verdient diese Opferseele, die über die ätherwellen gerühmt und im grössten vatikanischen Publikationsorgan als Wegbereiterin für den Eucharistischen König gelobt wird, nicht auch, dass ihr Name und ihr Wirken unserem katholischen Volke bekannt gemacht werden?

 

Mittel zur eucharistischen Erneuerung der Welt

Um die Formung einer eucharistischen Welt nachhaltiger bewirken zu können, wandte die fromme Jungfrau neben ihrem Weckruf zur öfteren heiligen Kommunion noch drei Übungen ihre besondere Teilnahme und Förderung zu: Der Heiligen Stunde, der Ehrenwache des Heiligsten Herzens Jesu und dem Liebesbund des Eucharistischen Herzens Jesu.

 

Die Heilige Stunde

In Paray-le-Monial, dem Schauplatz der grossen Herz-Jesu-Visionen hatte im Jahre 1829 der Jesuitenpater Debrosse nach einer Anregung aus der Selbstbiographie der heiligen Margareta eine besondere Verehrung des Leidens Christi eingeleitet, indem er die „Bruderschaft der Heiligen Stunde” gründete, deren Mitglieder in der Nacht von Donnerstag auf Freitag eine Anbetungsstunde mit besonderer Verehrung der Todesangst Christi am Ölberg hielten. Die „Heilige Stunde” erhielt von Papst Gregor XVI. am 27. Juli 1839 Ausdehnung auf den Erdkreis und am 6. April 1886 die Erhebung zur Erzbruderschaft für Frankreich und Belgien. Als Barbara Weigand gelegentlich ihrer Lourdeswallfahrt 1901 auch in Paray-le-Monial weilte, bat sie um Aufnahme in die dortige Bruderschaft, liess ihren Namen dort eintragen und fasste den Entschluss, nach ihrer Rückkehr die ihrer ganzen Herzensrichtung so verwandte Übung auch in ihrer Heimat zu fördern. So versammelten sich dann jeden Donnerstagabend eine Anzahl frommer Frauen der Stadt im Zimmer der Jungfrau Barbara, um in gemeinsamem Gebete „wenigstens eine Stunde mit dem Herrn zu wachen” und seiner Ölbergnot in frommer Betrachtung zu gedenken. Während drüben im Wirtszimmer die Gläser klirrten, beteten einige Schritte davon an die zwanzig fromme Seelen zum blutschwitzenden Erlöser um Barmherzigkeit für die sündige Welt. In ihrem apostolischen Eifer verpflanzte Barbara diese fromme Übung auch in ihr Heimatdörflein, wo sie in Frau Elisabeth Stegmann eine gleichgesinnte Schülerin gefunden hatte. Aber schon bald erhoben sich gegen diese fromme Übung heftige Widerstände, die ihren Untergang herbeiführten. Doch die Folgezeit durfte das Wiederaufleben und die weite Ausbreitung der Heiligen Stunde sehen, namentlich seitdem Papst Pius XI. im Jahre 1928 sie von höchster Warte aus gesegnet und empfohlen hatte. Mit Erlass vom 23. Januar 1950 führte Bischof Julius von Würzburg diese „vielversprechende Blüte am Baume unserer heiligen Kirche, vor allem im Blütenkranz der heiligsten Eucharistie und des bitteren Leidens Christi” in der ganzen Diözese Würzburg ein. Die Entwicklung der Ereignisse hat der Jungfrau von Schippach auch hierin glänzende Rechtfertigung widerfahren lassen.

 

Die Ehrenwache des Heiligsten Herzens Jesu

Auch diese fromme Übung hatte es unserer Gottesfreundin angetan. Nach langen Bemühungen erreichte sie es, dass der Pfarrer von St. Quintin seine Kirche der Anbetung überliess, die sich bald an den Nachmittagen seitens der Frauenwelt und an den Abenden seitens der Männerwelt eines zahlreichen Besuches erfreute. Für die Beschaffung der nötigen Bücher, Kerzen sowie für die Kosten der Kirchenreinigung sorgte Fräulein Gerock, eine vermögende Mainzer Dame, die später vom Heiligen Vater mit dem Verdienstkreuz Pro Ecclesia et Pontifice ausgezeichnet wurde.

 

Der eucharistische Liebesbund

Am Fronleichnamsfeste des Jahres 1895 regte unsere Gottesfreundin in ihrem apostolischen Eifer die Gründung eines eigenen Bundes an, dem sich Gleichgesinnte beiderlei Geschlechtes anschliessen sollten, um so durch ein gemeinsames Band gefestigt, den frommen Bestrebungen der Jungfrau eine nachhaltige Förderung angedeihen zu lassen. Der Gebetsbund, zunächst eine lose, formlose, rein geistige Vereinigung, sollte nach den Worten Barbaras einen Damm bilden gegen die Schlechtigkeit in der Welt, sollte Opfergesinnung und Kreuzesliebe wecken, sollte eine mächtige Gebetsarmee werden, das eucharistische Leben fördern und so ein treuer Bundesgenosse der Priester in ihren seelsorglichen Arbeiten werden. Jahrelang sendet sie ihre Weckrufe zu diesem Bunde hinaus. Wie kraftvoll hören sich z. B. ihre Worte vom Herz-Jesu-Fest 1896 an: „Der Damm gegen die wachsende Flut der Gottlosigkeit muss aufgerichtet werden von Priestern und Laien, von Volk und Priestern, durch Wort und Beispiel, durch Gebet, Opfer, Sühne. Das Volk muss seine Priester unterstützen!” Oder man lese, wie sie am Johannestag 1897 ruft: „Ihr alle sollt euch vereinigen im Liebesbund, Priester und Laien, Väter, Mütter, Kinder, Jungfrauen, Greise, Jünglinge!” Der Bund konnte mit Unterstützung geistlicher Berater später auch eine Satzung und damit die kirchliche Billigung zahlreicher Bischöfe und Ordinariate des In- und Auslandes erhalten, so der Bischöfe von Roermond, Trient, Salerno, München, Temesvar, Augsburg, s´ Hertogenbosch, Köln, Aachen, Metz, und sich so in halb Europa und sogar in der Neuen Welt ausbreiten. Das war Katholische Aktion schon lange, bevor Papst Pius XI. seinen Aufruf zur Katholischen Aktion in die Welt sandte.  

Inhalt Barbara Weigand – Lebensbeschreibung

 

IV. Wirken für die Gemeinschaft

„Ihre Werke folgen ihnen nach.” (Offenb. 14,13) Was die fromme Jungfrau von Schippach durch ihr Beten, Büssen, Sühnen und besonders durch ihr eucharistisches Apostolat gewirkt hat, ist letzten Endes uns allen zugute gekommen. Diese ihre weltweite Tätigkeit ist es auch, die ihren Namen weit über die Grenzen ihrer engeren Heimat hinausgetragen und wert gemacht hat, in dem weltumspannenden Publikationsorgan des Heiligen Stuhles rühmend erwähnt zu werden. Aber unsere Gottesfreundin hat noch andere Werke aufzuweisen, die ihrer engeren Heimat zugutekamen und in einem Lebensbild von ihr nicht verschwiegen werden dürfen. Nur mit wenigen Worten seien diese ihre pastoralen Werke hier erwähnt!

 

Stiftung der Pfarrei Rück-Schippach

Die Heimatgemeinde Schippach der Jungfrau Barbara wurde zusammen mit dem Nachbardorf Rück seit dem Jahre 1898 von einem exponierten Kaplan versehen, dem Barbara, damals in Mainz wohnend, durch ihre finanzielle Beihilfe zu einer Mietwohnung in einem alten Bauernhause verholfen hatte. Um die Erhebung dieser Expositur zu einer eigenen Pfarrei zu ermöglichen, kaufte die Jungfrau im Jahre 1912 das gemietete Haus um siebentausend Mark als Pfarrhaus und stellte gleichzeitig für einen Pfarrhausneubau zwanzigtausend Mark zur Verfügung. Zur gleichen Zeit übergab Barbara zur Errichtung einer Pfarrpfründestiftung die zur Errichtung der Pfarrei nötigen Kapitalien in Höhe von fünfunddreissigtausend Mark. So wurde Barbara die Stifterin der Pfarrei (1912).

 

Die Schwesternstation

Zahn schreibt einmal: „Ihr Glück suchen die Begnadigten in Selbstlosigkeit und im Dienste anderer. Im Dienste der Brüder muss sich die begnadigte Seele bewähren.” Dieses Wort trifft buchstäblich auch auf die Jungfrau Barbara zu. Wir konnten schon früher von der aufopfernden Tätigkeit unserer Gottesfreundin im Dienste der werktätigen Nächstenliebe berichten, von ihrer Hilfsbereitschaft in der Unterstützung der Armen und von ihrer opfervollen Pflege der Kranken. Schon in ihrer Jugend versagt sie sich monatelang den Genuss von Obst und Fleisch, um damit arme Kinder aus der Nachbarschaft sättigen zu können; sie widmet sich schon damals der Krankenpflege, und als sie sich entschlossen, nach Mainz zu ziehen, führt sie diesen Entschluss erst aus, nachdem eine alte Tante, die auf ihre Pflege angewiesen war, das Zeitliche gesegnet hatte. Gegen Ende der neunziger Jahre und wieder 1901 und 1904 verweilt sie Wochen und Monate zur Pflege kranker Verwandter in Rück, Schippach und Aschaffenburg, wofür ihr der damalige Kaplan Riedmann besonderen Dank zollte, wie er mir am 4. Mai 1943 brieflich mitteilte: „Sie pflegte ihre Schwester mit opfervoller Sorgfalt, bis diese starb. Tag und Nacht war sie am Krankenbett und besorgte auch noch die häuslichen Arbeiten.” In ihrer Sorge um die Pfarrfamilie lagen ihr besonders die Kinder und die Kranken am Herzen, denen sie gerne schwesterliche Betreuung wünschte. Ihre dahingehenden Bemühungen wurden von schönstem Erfolg gekrönt. Zwei eifrige Mitglieder des Weigandschen Liebesbundes, die Geschwister Fox in Marienthal im Elsass, hatten den Wunsch, die Jahre ihres Alters bei Barbara zuzubringen und erwarben auf Betreiben Barbaras ein schönes Haus in Rück, das sie unter Vorbehalt des Wohnungsrechtes sofort notariell für die Errichtung einer Schwesternstation vermachten. Bald konnten drei Schwestern die Betreuung der Kinder und Kranken übernehmen. Den Segen dieser Stiftung verdankt die Pfarrei der Jungfrau Barbara Weigand von Schippach.

 

Die St. Pius-Kirche

Im engen Zusammenhang mit den Bestrebungen der Jungfrau Barbara Weigand zur Errichtung einer Pfarrei in ihrer Heimat stehen auch ihre Bemühungen um die Erstellung eines geräumigen Gotteshauses. Jahrelang hat sie dieses Ziel mit derselben Zähigkeit und Opferliebe verfolgt wie ihre anderen Vorhaben: Die allgemeine Gewährung der häufigen heiligen Kommunion oder die Errichtung der Pfarrei. Bei Barbara gab es kein Stehenbleiben auf halbem Wege. Bereits im Jahre 1903 begann sie bei ihren reichen Anhängern in Mainz, Aachen, Köln, Freiburg, Saarburg und anderswo Gelder für die Erbauung einer Kirche in ihrer Heimat zu sammeln, so dass schon bis zum Jahre 1909 eine namhafte Bausumme bereitstand, die bis 1913 auf die respektable Höhe von einhundertzwanzigtausend Mark anwuchs und im Jahre 1915 an die fünfhunderttausend Mark betrug. Den Bauplatz im beträchtlichen Umfang von 3 ha 539 Dezimalen erwarb durch Barbaras Vermittlung das Liebesbundmitglied Fräulein von Scheibler in Aachen, die ihn mit Urkunde des Notariates V in München vom 18. August 1915 an den neu gegründeten Bauverein übergab. Mit schriftlich erteilter kirchlicher und staatlicher Genehmigung begannen im Frühjahr 1914 die Bauarbeiten an der neuen Kirche, allerdings in grösserem Masse als es Barbara lieb war, mussten jedoch nach Ausbruch des Krieges (August 1914) wegen Gefangennahme der drei bauleitenden Männer eingestellt werden, um erst im August 1915 auf Betreiben des Diözesanbischofs Ferdinand von Schlör wieder fortgesetzt zu werden.

Bereits hatte die Münchner Baufirma Heilmann & Littmann die gewaltigen Fundamente gelegt und die wertvollen Bruchsteine auf die Baustelle geschafft, als infolge baufeindlicher Zeitungsartikel der Weiterbau „bis zur erfolgten Entscheidung Roms” eingestellt wurde (November 1915). Erst im Sommer 1954 ordnete Bischof Julius Döpfner die Weiterführung des Baues an, gab der Kirche zum Patron den kurz zuvor heiliggesprochenen Papst Pius X., der seinerzeit die von Barbara jahrelang erstrebte Oftkommunion eingeführt hatte, und übertrug die Pfarrei dem Orden der Salvatorianer, die anschliessend an die Kirche ein Kloster erbauten. Am 2. Oktober 1960, wenige Wochen nach dem Eucharistischen Weltkongress in München, erteilte Bischof Josef Stangl von Würzburg dem majestätischen Gotteshaus St. Pius die kirchliche Weihe. Eine Reliquie des heiligen Papstes, ein persönliches Geschenk des Heiligen Vaters Johannes XXIII., ruht in der Altarmensa; Kardinalstaatssekretär Tardini sandte ein Glückwunschtelegramm. Zwei Jahre später, am 2. September 1962, am Feste des Kirchenpatrons St. Pius, konnte der General der Salvatorianer die an die Kirche angebaute Sakramentskapelle feierlich einweihen und die Anbetungsstunden eröffnen. Das ist in wenigen Zügen gezeichnet die äussere Geschichte dieses nicht alltäglichen Kirchenbaues. Barbara Weigand darf jedoch nicht bloss als die grosse Geldsammlerin für das Heiligtum angesehen werden; ihrer Anregung entsprangen auch jene besonderen ideellen Merkmale, welche dieses Gotteshaus auszeichnen sollen. Gerade diese Merkmale öffneten die Herzen und Hände der reichen Geldgeber zu ihren beispiellosen Spenden für das Schippacher Heiligtum. Wir hörten schon, wie sich Barbara Weigand jahrzehntelang für die Gewährung der öfteren heiligen Kommunion an alle Gläubigen einsetzte und wie dieses ihr Verlangen mit dem Kommuniondekret des Papstes Pius X. vom 20. Dezember 1905 hundertprozentig in Erfüllung ging. So wollte sie denn dieses bedeutungsvolle Ereignis in ihrer Heimatkirche verewigt und darum diese Kirche als Dankeskirche für die Gewährung der Oftkommunion errichtet wissen. Bereits am 15. April 1906, also bald nach dem Bekanntwerden des päpstlichen Dekretes, und besonders deutlich am 31. Juli 1907 finde ich diesen Gedanken von ihr ausgesprochen: „Die Kirche in Schippach soll geweiht werden zu Ehren des Allerheiligsten Sakramentes” und wieder: „Das Gotteshaus soll erbaut werden als Zeichen der Dankbarkeit seiner treuen Kinder, damit Jesu Verlangen dargestellt sei, die öftere heilige Kommunion allen zugänglich zu machen.” Dieser besondere Charakter des Gotteshauses wird oft wiederholt. Als man daran ging, die Pläne für die Kirche zu entwerfen, hören wir Barbara verkünden: Jeder Pilger soll lesen: „Dem Herrn errichtet aus Dankbarkeit für die Gnade der öfteren Kommunion.” Im Gesuch um die baupolizeiliche Genehmigung beim Bezirksamt Obernburg heisst es: „Diese Kirche soll ein Denkmal der Liebe des eucharistischen Heilandes darstellen, der durch Papst Pius X. am 20. Dezember 1905 alle Gläubigen inständig einladet, sich häufig und selbst täglich, wie in den ersten christlichen Zeiten, mit dem Leibe des Herrn Jesu Christi zu nähren” (23. März 1914). Desgleichen trägt der Kirchenbauverein in § 2 seiner Satzungen diesem Zwecke Rechnung: „Der Verein hat den Zweck, zum immerwährenden Gedächtnis der von Papst Pius X. erlassenen Kommuniondekrete und zur Danksagung dafür in Schippach eine Sakramentskirche zu erbauen.” Mit Fug und Recht hat darum Bischof Julius Döpfner der Kirche als Patron den kurz vorher heilig gesprochenen Papst Pius X. gegeben, in dessen Spuren die Schippacher Jungfrau schon wandelte, noch ehe seine Kommuniondekrete erschienen waren. So ist denn die St. Pius-Kirche in Schippach mit Barbara Weigand unzertrennlich verbunden. Bauplatz, Fundamente, Bruchsteine, die dem Gotteshaus sein wuchtiges äussere verldee und Patron der Kirche, dazu das Baugelände für das anstossende Kloster und nicht zuletzt die Beisteuer für das Pfarrhaus und die Errichtung der Pfarrei, der diese Kirche dient: Alle diese säkularen Werke stammen von der Jungfrau Barbara Weigand. Ist das nicht Grund genug, diese edle Frau als grösste Wohltäterin der Pfarrgemeinde zu bezeichnen und ihr für alle Zukunft ein dankbares Gedenken zu bewahren?

Inhalt Barbara Weigand – Lebensbeschreibung

 

V. Im Urteil der Zeitgenossen

„Nie lügt ein Zeuge, der verlässlich ist.” (Spr. 14,5) Dreissig Jahre lang kannte der Verfasser dieses Büchleins die Schippacher Jungfrau, zwanzig Jahre davon stand er mit ihr in engstem seelsorglichem Kontakt. Das Urteil, das er in diesen Jahren aufgrund persönlicher Beobachtungen und sorgfältigen Studiums der ungedruckten Quellen von der Jungfrau gewann, hat der Leser dieser kleinen Biographie wohl auf jeder Seite herausgehört. Um aber nicht den Verdacht zu erwecken, als ob sein Urteil nur persönlich und vereinzelt wäre, möchte er zum Schluss noch einige andere Stimmen bringen, die aus allen Perioden ihres langen Lebens genommen sind und sich darum zu einem lückenlosen Gesamtbild von der Jungfrau Barbara Weigand zusammenschliessen. Auch in diesen Stimmen sprechen Augen- und Ohrenzeugen, darunter neun ihrer ehemaligen Seelsorger vom Jahre 1873 bis zu ihrem Tode 1943. Schon über ihre Jugendzeit besitzen wir glücklicherweise authentische Zeugnisse. Das Urteil des im Jahre 1849 dort geborenen Julius Bopp kennen wir bereits; ihm ist seine Jugendgefährtin Babett die grosse Beterin schlechthin. Oberregierungsrat Josef Völker, dessen Elternhaus gegenüber jenen der Barbara stand, erzählte dem Verfasser, wie er in seiner Jugend- und Studentenzeit sich immer an dem frommen Nachbarsmädchen erbaut habe; sie sei jederzeit und unbestritten eine einfache, schlichte, aufrichtige Person gewesen, dessen Lauterkeit über allen Zweifel erhaben sei. Ihr geistlicher Berater aus den Jahren 1873 bis 1885, Benefiziat Alois Alzheimer in Grosswallstadt, stand noch mit der nach Mainz verzogenen Jungfrau im Briefwechsel, in dem seine Wertschätzung für sie wiederholt zum Ausdruck kommt. „Du hast dem lieben Gott schon sehr viele Opfer gebracht und vielfache Beweise deiner Liebe zu ihm gegeben ... Soweit ich dich kenne - und das sind schon viele Jahre -, warst du immer demütig und suchtest nichts Aussergewöhnliches ... Du wirst deinen Lohn für deine Opfer, für deine grosse Liebe zu Gott, für dein aufrichtiges Streben nach Herzensreinheit noch erhalten. Fahre nur fort in deinem Streben nach Vollkommenheit. Halte aus in deiner Liebe zum Heiland!” Aus ihrem Mainzer Aufenthalt stehen gleichfalls genügend Zeugnisse zur Verfügung. So äusserte sich der damalige Provinzial der Kapuziner, P. Alfons, der durch acht Jahre ihr Beichtvater war: „Ich habe von jeher das Mädchen bewundert wegen seiner tiefen Frömmigkeit, die ich oft von meinem Beichtstuhl aus beobachten konnte. Das Mädchen ist so einfach und anspruchslos und macht so gar nichts aus sich.” Von seinem Nachfolger P. Bonifaz erfuhr P. Felix Lieber, „dass er sich stets nur an ihr erbauen konnte, namentlich wenn er vom Beichtstuhl aus sah, wie Barbara in ihrer Kirche so andächtig den Kreuzweg ging.” Bischof Haffner von Mainz nennt im Jahre 1896 in einem amtlichen Schreiben Barbara „eine schlichte, tugendhafte und fromme Person.” Das Bischöfliche Ordinariat Mainz bestätigt amtlich unterm 14. August 1900, „dass genannte Barbara Weigand durchaus den Eindruck einer braven Person macht.” Stadtpfarrer Dr. Velte von St. Ignaz, zu dessen Pfarrei Barbara gehörte, äusserte sich in einem Briefe vom 30. März 1911 also: „Wie vordem, so habe ich auch bis auf den heutigen Tag nichts Auffälliges an ihr gefunden und kann ihr nur meine Zufriedenheit aussprechen.” Abermals hören wir seine lobenden Worte in einem Briefe vom 24. Juni 1912: „Vorerst muss ich betonen, dass ich bereits von Anfang an, seitdem ich Barbara kenne, bis auf den heutigen Tag dieselbe nur günstig beurteilt habe. In ihrem ganzen Benehmen ist nichts Auffälliges, sie ist vielmehr stets anspruchslos, schlicht und bescheiden, so dass man aus ihrem äussern ihre grosse Frömmigkeit nicht erraten kann.”

Pfarrer Riedmann, der von 1904 bis 1907 Lokalkaplan in Rück und Schippach war und viel mit der Wohltäterin verkehrte, schrieb dem Verfasser am 4. Mai 1943 einen langen Brief, in dem er seine Erfahrungen mit Barbara offen ausspricht; nur weniges kann hier davon berichtet werden. „Ihr Bild hat sich mir deutlich eingeprägt; sie war damals von ernstem Charakter, klugen Augen; ihre Sprache war ruhig und abgewogen und sie ging still und in sich gekehrt ihre Wege. Niemals hörte ich von ihr ein unrechtes Wort. Sie führte ein stilles und zurückgezogenes Leben ... So oft ich mit Barbara zusammentraf, gewann ich den Eindruck, dass ich eine tieffromme, reine, demütige, edeldenkende Frauengestalt vor mir hatte. Ich zweifle nicht daran, dass wir in Barbara Weigand eine auserwählte, von Gott hochbegnadete Seele einer Heiligen erkennen. Sein Nachfolger als Lokalkaplan (1907 bis 1912), der spätere Geistliche Rat Martin, schreibt in einem Briefe vom 15. Mai 1913 an den Bürgermeister von Schippach: „Ich bin fest überzeugt, dass die Babett eine fromme, heiligmässige Person ist.” Am 13. Dezember 1943 äussert sich derselbe in einem Brief an Maria Weigand u.a. also: „Alle, die Ihre Tante persönlich gekannt haben, die das Glück hatten, ihren tiefen Glauben kennenzulernen und ihre feurige Liebe zum Heiland im allerheiligsten Sakrament, die urteilen ganz anders als jene, die ihre Schriften verdreht haben. Ihr Werk ist bestimmt Gottes Werk. Nach und nach dringt die Wahrheit siegreich durch.” Auch die Bischöfliche Behörde in Würzburg hatte von Barbara die allerbeste Meinung: Domvikar Stahl, der als bischöflicher Sekretär wegen des bevorstehenden Kirchenbaues vor der kanonischen Visitation zu Barbara geschickt worden war, rühmt brieflich Barbaras Unterwürfigkeit unter den Bischof. Das Bischöfliche Ordinariat Würzburg hielt noch im Oktober 1914 seine Hand schützend über die Jungfrau und sprach von ihr im amtlichen Diözesanblatt als „einer im Rufe der Frömmigkeit stehenden Person.” Domkapitular Stahler von Würzburg bestätigte am 1. März 1916 im Kultusministerium zu München auf Befragen des Ministers den lauteren Charakter der Jungfrau. P. Felix Lieber O.F.M. und P. Ludwig O.Cap. richteten seit dem Jahre 1900 viele Schreiben voll des Lobes an ihre Ordensoberen und an die bischöflichen Behörden in Mainz und Köln. Hören wir beispielsweise, was P. Felix am 19. März 1911 an seinen Ordensdefinitor berichtet: „Als Seelenführer konnte ich nur konstatieren, wie demütig und gehorsam sie sich all meinen Anordnungen und denen ihrer Beichtväter unterwarf und wie sie dabei die geradezu heroischen Tugenden übte, so dass sie mir persönlich - salvo meliori judicio Ecclesiae - als eine Dienerin Gottes vorkommen musste und ich sie auch mit innerster Überzeugung als solche betrachte.” Geheimrat Professor Dr. Ludwig in Freising schrieb im Juli 1941: „Im Gegensatz zu N. hielt ich stets Barbara für eine sehr fromme, brave Person. Der verstorbene Kardinal Bettinger stimmte mir zu.” P. Josef Bergmiller S.D.S., ein ausgezeichneter Kenner Schippachs, schrieb dem Verfasser am 26. September 1942: „Ich Unterzeichneter erkläre vor Gott und meinem Gewissen und im Angesichte des Todes, den ich in kurzer Zeit erwarte (gest. 14. November 1942, d. V.), dass ich in den ca. dreissig Jahren, in denen ich mit Barbara bekannt bin, dieselbe immer sowohl im Umgang wie im schriftlichen Verkehr als höchst ehrenwerte, fromme, wahrheitsliebende und in jeder Hinsicht tugendhafte Jungfrau kennengelernt habe. Nie bin ich an der Ehrlichkeit und Gewissenhaftigkeit ihrer Person irre geworden. Oft äusserte ich in jenen traurigen Jahren (er meinte die Jahre der Pressehetze gegen Barbara 1914 bis 1920, d. V.) den Zweiflern gegenüber, dass ich für die Wahrheitsliebe der Barbara Weigand die Hand in das Feuer legen würde.” Geistlicher Rat Weihmann von Schifferstadt (Diözese Speyer) leitete den offensichtlichen Segen Gottes für seine aussergewöhnlichen eucharistischen Erfolge vom Gebete Barbaras her, wie er in einem Bittgesuch vom 1. Mai 1943 an den Heiligen Vater offen bekannte. Dekan Roth, der Barbara seit vielen Jahren persönlich kannte und nach seiner Emeritierung in Schippach unmittelbar gegenüber dem Hause der Barbara Wohnung nahm, fällte in einem Briefe vom 14. Mai 1943 über die Heimgegangene ein äusserst günstiges Urteil, in dem es u.a. heisst: „Sieben Jahre war ich hier in Schippach mit Barbara Weigand zusammen. Ich habe genau zugesehen und von ihr den allergünstigsten Eindruck gewonnen. Immer sah ich bei ihr denselben freudigen, felsenfesten Glauben an die Gegenwart Christi im allerheiligsten Sakrament und immer erklang aus ihren Gebeten, wenn sie oft laut betete, dieselbe innige Liebe zu ihrem göttlichen Meister heraus - ohne jegliche Frömmelei, eine kerngesunde Frömmigkeit und Christusliebe, wie sie nur glüht in den Herzen treuer Gotteskinder. Oft blieb ich eigens etwas zurück (wenn er ihr die heilige Kommunion ans Bett gebracht hatte, d. V.), um Zeuge dieses einfachen, kindlichen, aber innigen Gebetes zu sein und war oft davon bis tief in die Seele hinein ergriffen.” Ihr Diözesanbischof Ferdinand von Schlör wandte seinem frommen, uneigennützigen Diözesankind, das ihn in der Pfarrei-Errichtungs- und Kirchenbausache wiederholt aufsuchte, seine uneingeschränkte Liebe zu und händigte ihr selber für den Kirchenbau zweitausend Mark ein. Bischof Ludwig Maria Hugo von Mainz zeichnete Barbara mit eigenhändig geschriebenen Briefen aus, in denen er seine Verehrung für die demütige Opferseele freimütig zum Ausdruck brachte. Wie mir Pfarrer Weihmann berichtete, sprach der Bischof ihm gegenüber „mit grösster Hochachtung von Barbara Weigand als einer zwar derben, aber durchaus ehrlichen, frommen, opferstarken, ja heiligmässigen Person.” Kardinal Frühwirth in Rom, der am 19. Mai 1922 von Bischof Hugo von Mainz und Graf Spee von Aachen wegen der Kirchenbausache in Rom aufgesucht wurde, „sprach über Barbara Weigand nur mit Hochachtung”, wie Graf Spee am folgenden Tag brieflich an Luise Hannappel mitteilte. Als der Heilige Vater Pius XII., der als Nuntius in München in viele Aktenstücke über Barbara Weigand hatte Einblick nehmen können, am 6. September 1941 um Seinen Hohepriesterlichen Segen für die hochbetagte Gottesfreundin gebeten wurde, zögerte Seine Heiligkeit keinen Augenblick, der greisen Opferseele von Schippach diesen Erweis Seiner Huld und Liebe zu schenken, wie Er schon am 16. Juli des gleichen Jahres dem Kirchenbau in Schippach voller Freude Seinen Segen gespendet hatte, indem Er sprach: „Ja, ja, von ganzem Herzen! Wir segnen ihn.” „Was der Papst segnet, das segnet auch Gott; niemand darf sich dem widersetzen”, so sprach einmal Papst Pius X., der jetzige Patron der Schippacher Kirche. Ihr letzter geistlicher Vorgesetzter, Pfarrer Josef von Traitteur, widmete der Verstorbenen am Grabe einen tiefempfundenen Nachruf, in dem er die edle Gesinnung, die Opferbereitschaft, die Uneigennützigkeit, die hochherzigen Werke für die Pfarrei, die Demut und den Gebetseifer der Verstorbenen laut rühmte und die Zuversicht aussprach, dass ihr Gott wohl ohne Fegfeuer die Aufnahme in den Himmel gewährt habe. „Am Vorabend des zweiten Fastensonntags ist sie in die Ewigkeit eingegangen, jenes Sonntags, dessen Evangelium uns von der Verklärung Jesu auf dem Berge Tabor berichtet. Es mag sein, dass, während wir dieses Evangelium hörten, ihre reine Seele schon in die Herrlichkeit des Himmels eingegangen war und sie den Heiland in seiner Verklärung schauen durfte.” So urteilen Laien, Priester, Kardinäle, Bischöfe, die Barbara Weigand kannten. Auch der Verfasser dieses Büchleins kann als ihr ehemaliger Seelsorger und Beichtvater nur noch einmal versichern: Ich habe mein Pfarrkind Barbara Weigand allezeit für eine heiligmässige Person gehalten. „Dem Gottesfürchtigen geht es am Ende gut und am Tage seines Todes wird er gepriesen!” (Sir. 1,13)

 

Anlage 1

Originalabdruck des Heftchens „Der Eucharistische Liebesbund des göttlichen Herzens Jesu“ von 1914 Der Liebesbund ist eine Vereinigung jener Gläubigen, welche einen lebendigen Glauben an die wirkliche und wesenhafte Gegenwart des hochgebenedeiten Gottessohnes Jesus Christus im allerheiligsten Sakramente des Altares pflegen wollen. Um diesen Glauben zu erhalten und zu stärken, hat der + Hl. Vater Papst Pius X. die öftere hl. Kommunion eingeführt. Durch den lebendigen Glauben, nämlich an Jesus, den Erlöser der Menschen, welcher mitten unter seinem auserwählten Volke (in der hl. katholischen Kirche) im allerheiligsten Sakrament lebt, soll die Welt zu Gott wieder zurückgeführt werden, von dem sie durch den Unglauben, die grösste und gefährlichste Verirrung der Jetztzeit, abgefallen ist. Die öftere hl. Kommunion ist das grosse Rettungsmittel unserer Zeit. Durch die hl. Kommunion will der Heiland die Herzen der Menschen mit seinem göttlichen Herzen, aber auch die Christenherzen durch dasselbe Band göttlicher Liebe untereinander zu einem grossen und heiligen Liebesbund vereinen. Jesus in der hl. Hostie ist der Mittelpunkt des katholischen Lebens; das Band ist die hl. Kommunion; die Quelle der Gnaden ist der Tabernakel. Aus ihm sollen sich ergiessen die Ströme der Gnaden über die ganze Welt. Glückselig diejenigen, die seine Worte hören und glauben; sie sollen hier auf Erden schon kosten, wie süss der Herr ist. Friede und hl. Freude sollen alle geniessen, die sich beteiligen an dem Liebesbund. Der Empfang des Leibes und Blutes Jesu Christi wird Herz und Gemüt mit besonderem Segen erfüllen. Den Familienvätern und Müttern will der Herr Jesus besondere Gnaden geben für die Erziehung ihrer Kinder; sie sollen in ihren Familien Freude an den Kindern erleben, und ein besonderer Trost soll sie begleiten, wenn sie eingehen in die ewige Ruhe. „Empfange mich”, so spricht Jesus zu einer jeden Seele, „in der hl. Kommunion, und ich will dich in meine Arme schliessen, und du sollst wissen, dass du an deinem Freundesherzen ruhest; empfiehl mir alles, was dich drückt; sage mir, dass du mich liebst, und das genügt mir, und ich verspreche dir, dein Kreuz soll dich nicht mehr so schwer drücken, wie bisher. Sag´ an, ist es nicht viel härter, zu leiden und alles Trostes beraubt zu sein, als zu lieben und getröstet zu sein? Du sollst alle Leiden in Vereinigung mit mir für gering achten, weil die Liebe meines Herzens es dir tausendfach zu vergüten versteht. Die Leiden, die ich dir schicke, sind nur Beweise meiner Liebe. Siehe, 33 Jahre habe ich den letzten Platz eingenommen, den noch kein Mensch eingenommen, den keiner einnehmen wird von Adam bis zum Weltende, um dir zu zeigen, wie ich dich liebe. O ihr Menschen! ihr wisst und kennt nicht die Sehnsucht eines Gottes. Ihr fürchtet den Vater als strenge und gerecht. Ja, er ist´s, der Vater; aber vergesst nicht, dass er auch die Liebe selbst ist. Was fürchtet ihr den Vater; er ist doch mein Vater, und ich bin doch der Bräutigam einer jeden Seele, die ich mit meinem Blute erkauft habe. Denket doch an jenes Herz, das 33 Jahre für euch schlug und das Tag und Nacht jedes Christen Herz in seine Liebe einschliesst.” Welch ein Trost und eine Kraft liegt in der Wahrheit: Jesus denkt an mich. Jesus, der starke Gott, kämpft mit mir, und wenn ich mich nicht schäme, unter seiner Fahne zu stehen und ihn vor meinen Mitmenschen zu bekennen, dann gehöre ich zu den liebsten Kindern seines Herzens, und ich werde mir einst eine herrliche Krone erwerben, die mich vor den Himmelsbürgern die ganze Ewigkeit hindurch auszeichnen wird.

 

Zweck des Liebesbundes.

Der Liebesbund hat zum Zweck, einerseits den Triumpf der hl. Kirche über ihre Feinde herbeizuführen durch Zusammenschluss aller guten und getreuen Kinder der heiligen katholischen Kirche aus jedwedem Stande (Priester-, Laien- und Ordensstand, besonders aber aus dem jungfräulichen Stande in der Welt) zu einer kräftigen Betätigung des katholischen Glaubens durch Ausübung guter Werke jeder Art, besonders des häufigen und täglichen Empfanges der hl. Kommunion nach dem Beispiele der ersten Christen, um so einen Damm zu bilden gegen den herrschenden Zeitgeist der Glaubens- und Sittenlosigkeit, sowie der religiösen Gleichgültigkeit. Anderseits will dieser Bund, welcher auch ein Gebetsbund sein soll, den Priestern helfen, in Vereinigung mit Maria alle unsterblichen Seelen zu retten, die sich noch retten lassen wollen, durch fortwährendes Beten, Sühnen und Leiden, um auf diese Weise die wahre Nächstenliebe zu betätigen und dazu beizutragen, dass das Reich des göttlichen Herzens Jesu über die Herzen aller Menschen verbreitet werde.

 

Statuten.

Die Mitglieder des Liebesbundes versprechen: 1. Dass sie mutig und standhaft, offen und frei den katholischen Glauben bekennen wollen durch treue Beobachtung der Gebote Gottes und der Kirche, sowie durch standhafte Verteidigung der Rechte derselben, insoweit sie dazu berufen sind. 2. Dass sie den öfteren, ja täglichen Empfang der hl. Kommunion nach dem Wunsche des Hl. Vaters und dem Rate des Beichtvaters fleissig üben und das hl. Sakrament der hl. Eucharistie mit aller nur möglichen Verehrung und Liebe umgeben wollen. 3. Dass sie, sofern es ihnen die Lage gestattet, an allen öffentlichen Kundgebungen des katholischen Glaubens (Wallfahrten, Prozessionen, Kreuzweg-, Rosenkranz- und Maiandachten) eifrig teilnehmen, um so ihren Glauben vor aller Welt zu betätigen. 4. Dass sie im übrigen ein stilles, zurückgezogenes Leben führen und dem heutigen Zeitgeiste, besonders dem Geiste der Vergnügungssucht, vollständig entsagen wollen. 5. Dass sie endlich ein Opferleben führen wollen durch Beten, Sühnen und Leiden in der treuen Erfüllung ihrer Standespflichten, in Ertragung des täglichen Kreuzes und in der geduldigen Hinnahme von Schmach und Verachtung. 6. Die Mitglieder beten täglich die Vereinsgebete (Aufopferung am Morgen und am Abend) und suchen sich von dem Geiste derselben tagsüber zu durchdringen, indem sie sich selbst vergessen, ihre Fehler zu bessern und abzulegen suchen und sich einsetzen für das Wohl der Kirche und für die sündige Menschheit, auf dass bald werde eine Herde und ein Hirt, und die Kirche Gottes auf den hl. Berg gestellt werde, von wo aus sie überallhin leuchten soll.

 

Weihe an das göttliche Herz Jesu.

Wer in den Liebesbund aufgenommen werden will, der richte die einmalige und innige Bitte nach der hl. Kommunion an Jesus, er möge sich würdigen, ihn aufzunehmen in den Bund der Liebe, den er mit der Menschheit geschlossen hat. Man kann sich dabei folgenden Gebetes bedienen: „Jesus Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch, den ich im allerheiligsten Sakramente wahrhaft gegenwärtig glaube und bekenne, ich bitte dich mit der ganzen Inbrunst meines dich aufrichtig liebenden Herzens, würdige dich, mich in die Zahl jener bevorzugten Kinder deiner hl. Kirche aufzunehmen, mit denen du den Bund der Liebe geschlossen hast. Ich verspreche dir von ganzem Herzen, mit deiner allmächtigen Gnade alle Obliegenheiten des Liebesbundes getreu und gewissenhaft zu erfüllen. Hl. Maria, du meine Mutter und mächtige Fürsprecherin am Throne meines Erlösers, hl. Erzengel Michael, hl. Joseph, hl. Franziskus, alle lieben Engel und Heiligen Gottes, bittet für mich!” Amen. Wer zeitweise verhindert ist, die folgenden Aufopferungsgebete zu verrichten, der spreche statt dessen am Morgen: „Ich will heute beten, leiden und sühnen nach Meinung des Liebesbundes”; und am Abend: „Ich opfere all mein Beten, Leiden und Sühnen auf nach Meinung des Liebesbundes.”

 

Aufopferungsgebet am Morgen.

O Jesus, du Bräutigam meiner Seele, ich opfere dir beim Beginn dieses Tages alle Leiden und Widerwärtigkeiten auf, die mir bei Ausübung meiner Standes- und Berufspflichten begegnen werden. In Vereinigung mit dir will ich heute wieder das Kreuz meines Berufes tragen, gleichwie du dein schweres Kreuz den Kalvarienberg hinauf getragen hast, und ich verspreche dir, mit deiner Gnade auszuharren in diesem meinem Berufe bis zum letzten Atemzuge meines Lebens. Lass nie mehr zu, dass ich etwas anderes begehre, als eine Braut des Gekreuzigten zu sein. Um diese Gnade bitte ich auch für alle verfolgten und hartbedrängten Priester und Ordensleute, die um ihres Glaubens und Berufes willen so vieles leiden müssen. Indem ich mich mit ihnen verbinde, bitte und beschwöre ich dich, uns als Schlachtopfer hinzunehmen, dass wir uns selbst ganz vergessen, unsere Fehler zu bessern und abzulegen suchen und uns einsetzen für die sündige Menschheit, auf dass bald werde eine Herde und ein Hirt. Amen.

„Dass du die Feinde deiner hl. Kirche demütigen wollest, wir bitten dich erhöre uns!”

Aufopferung am Abend

Lieber, heiliger Schutzengel, nimm mein armseliges Gebet und Tagewerk und trage es in die Hände der lieben Mutter Gottes. Dich aber, o liebe Mutter, bitte ich, du wollest alles, was mangelt, ersetzen und es in dem kostbaren Blute Jesu reinigen und vervollkommnen. Mache es auch vollwertig aus dem unendlichen Wert der heiligen füf Wunden und deiner Verdienste und Tugenden. Vereinige es mit dem Gebet und den Werken aller Heiligen des Himmels und aller Frommen und Gerechten auf Erden und opfere es so dem himmlischen Vater auf für die Anliegen der heiligen Kirche, besonders des Hl. Vaters, für die Bekehrung der Sünder, besonders derer, die heute sterben, zum Trost der armen Seelen, für meine Anliegen und das Wohl aller meiner lieben Angehörigen. Amen.

Nihil obstat. Jos. Hutter, Censor eccl. No. 728 Eccl. Imprimatur.

Tridenti, die 6. Aprilis 1914. Eug. Mattevi, Vic. glis. Imprimatur.

Monachii, die 29. Maji 1914. + Neudecker, Vic. gen.

 

Anlage 2

Fotos Aus dem Leben der Barbara Weigand

St. Antonius-Kirche in Schippach

Barbara Weigand – Die Kämpferin

Wohn- und Sterbehaus der Barbara Weigand

Gasthaus Engel in Schippach

Barbara Weigand mit den beiden Schwestern von Dekan Roth

Catharina (links) und Maria (rechts).

St. Antonius-Kirche in Schippach

Lourdes-Reise

v.: Frfrl. v. Scheibler, Barbara Weigand, Luise Hannappel

h.: Pater Felix Lieber O.F.M., Kaplan Leo Noeth

Kapuzinerkirche in Mainz

Lieblings-Gebetsstätte der Barbara Weigand

Wallfahrtskirche Marienborn bei Mainz

St. Ignaz-Kirche in Mainz

Klosterkirche Himmelthal

Barbara Weigand 1940 in Schippach

Barbara Weigand, 92 Jahre alt

Barbara Weigand bei der Feldarbeit mit 92 Jahren

Barbara Weigand

Sterbebild der Barbara Weigand

20. März 1943

Sarg der Barbara Weigand

Grabstätte 1995

50. Todestag von Barbara Weigand

Bischof Paul-Werner am Grabe von B. Weigand, 20. März 1993 in Schippach

Schippach 195

Fronleichnams-Prozession

Modell, wie die Kirche werden sollte – 1914

St. Pius-Kirche auf den alten Fundamenten

Anlage 3

Abdruck der Vision 130 der handgeschriebenen Botschaften in Sütterlinschrift

Msgr. DDr. Wilhelm Büttner

Barbara Weigand

Lebensbeschreibung

Im Dienste des eucharistischen Königs

Im Selbstverlag: Schriftenapostolat Barbara Weigand 4. Auflage 2003 Herausgeber: Schriftenapostolat Barbara Weigand

© Copyright by Wolfgang E. Bastian, Postfach 1319 50364 Erftstadt. Gemäss den Dekreten von Papst Urban VIII. und der Heiligen Ritenkongregation wird erklärt, dass diesen veröffentlichten Darlegungen keine andere als die zuverlässig bezeugte menschliche Glaubwürdigkeit beizumessen ist und nicht beabsichtigt ist, in irgendeiner Weise dem Urteil der Heiligen katholischen und apostolischen Kirche vorzugreifen. Das Dekret der Glaubenskongregation (A.A.S.N. 58-18 vom 29. Dezember 1966), dass die Canones 1399 und 2318 aufhebt, wurde von Papst Paul VI. am 14. Oktober 1966 gebilligt und auf seine Anordnung veröffentlicht. Auf Grund dieses Dekretes ist es nicht verboten, ohne Imprimatur Schriften über Erscheinungen, Offenbarungen, Visionen, Prophezeiungen oder Wunder zu verbreiten.

 

 

Helfen Sie uns bei der Verbreitung dieser Schriften.

Alle Schriften und Broschüren und ihre Verbreitung wird aus Spendenmitteln finanziert. Umfasst sieben Bände „Offenbarungen an Barbara Weigand“ und daneben weitere Bücher.

Gemäss einer Botschaft an Barbara Weigand sollen alle Schriften
unentgeltlich verbreitet werden.
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©  Wolfgang E. Bastian
 

Das letzte Aufgebot

Weihnachtsbrief 2016
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Der Eucharistische Liebesbund des göttlichen Herzens Jesu
Zum 72. Todestag von Barbara Weigand:
Rundbrief 72. Todestag
Zum 70. Todestag von Barbara Weigand:
Leben mit Gott
Rundbrief 70. Todestag
Buchvorstellung:
Die Wahrheit
 
Botschaften
Wolfgang E. Bastian
30. August 2010
Thema:
Privatoffenbarungen sind Belehrungen, Warnungen und Mahnung an die Menschheit.
Sie geben den Menschen die Möglichkeit zur Rückkehr.
Der HERR  lässt Seiner nicht spotten.
mehr
31. Juli 2010
Thema:
„Dieses ist ja das große Unglück, daß so viele Menschen verlorengehen, weil sich niemand retten lassen will.“
„Das Glaubensleben soll erneuert werden, und ihr sollt heilig werden.“
„Es kommt dies durch die vielen falschen Schriften, die verbreitet werden in der Welt.“
„Die ganze Welt liegt danieder, die Christenheit, alle Christen sind befangen mit einem gewissen Unbehagen.“

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25. Juni 2010
Thema:
Glaubensverfall, Leichtfertigkeit und Gottvergessenheit sind die unheilvollen Zeichen
unserer Zeit. Man will den katholischen Glauben vernichten.
Stattdessen liebäugelt man unverhohlen mit dem Protestantismus und verschafft den esoterischen Heilsrittern Zugang in allen Bereichen unseres Lebens.
Der Ökumenismusbetrieb spaltet unsere Kirche und verdirbt Gutgläubige.
Die meisten Bischöfe leben in tiefen Glaubenszweifeln.“

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20. Mai 2010
Thema:
Am 5. Freitag im Oktober sagte Maria zu Barbara Weigand:
„Dieses Licht ist die heilige Kirche, und diejenigen, die in diesem Lichte wandeln, sind die treuen Kinder der Kirche.“
Am Freitag vor Weihnachten 1897:
„Siehe, Ich bin der König der Herzen!“
„Denn der Tabernakel ist Meine Wohnung.“
Am Vorabend Herz-Jesu-Freitag am 3. Februar 1898:
„Der strafende Arm Meiner Gerechtigkeit ist nicht mehr aufzuhalten.“
Maria Verkündigung 1898:
„...diese entzückende Schönheit und schöne Lieblichkeit, soll der arme Mensch die ganze Ewigkeit genießen...“
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19. April 2010
Thema:
Am 27. April 1919 sagte Jesus zu Barbara Weigand:
„Lieber will Ich mit zehn gläubigen Priestern Meine Kirche hinüberretten in eine bessere Zeit, als daß Ich zugebe, daß der Modernismus alles zerfresse.“
Am 12. November 1918  sagte Jesus zu Barbara Weigand:
„Dies haben das Ordinariat Mainz und Würzburg nicht getan. Geprüft haben sie hart und ohne Erbarmen, aber das Gute behalten wollten sie nicht.“
„Nicht daran haben Meine Priester die Echtheit oder Unechtheit von Offenbarungen festzustellen.“
„Nichts als Habsucht, besonders unter den Großen. Dadurch ist ja der Krieg entbrannt, weil die Großen nicht genug bekommen konnten.“

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18. April 2010
Thema:
Am 30. April 1906 sagte Jesus zu Barbara Weigand:
„Aber Meine Kirche ist und bleibt bestehen, und wenn alle ihre Kinder sie verlassen bis auf drei.
Dann will Ich mit diesen dreien die Macht der Hölle besiegen.“
„Meine Kirche liebe Ich immer, aber ihre Kinder haben Mich verlassen und achten nicht mehr auf Meine Gebote.“

Am 12. November 1918  sagte Jesus zu Barbara Weigand:
„Dies haben das Ordinariat Mainz und Würzburg nicht getan. Geprüft haben sie hart und ohne Erbarmen, aber das Gute behalten wollten sie nicht.“
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15. März 2010
Thema:
Maria ist die allereinste Braut des Priestertums.
„Das katholische Priestertum soll Mich anerkennen als seine allerreinste Braut.“
„Und wer steht in erster Linie, ein Opferleben zu führen, wenn nicht der katholische Priester? “
„Ja, den Weltgeist haben viele Meiner Diener, viele Priester in sich aufgenommen,
viele, gar zu viele.“

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14. März 2010
Thema:
„Unsere Kirche siegt, aber nur im Kreuz.“
„Nur am Priestertum hängt die Bekehrung Meines Volkes.
Deine Beharrlichkeit trotz aller Widersprüche soll beweisen, daß es
wahr ist.“
„Ich will, daß die hochheilige Messe, wo Mein Kreuzestod erneuert wird,
sie jedes Mal erinnern soll, mit Wem sie jetzt verkehren und Wer Sich
jetzt zu ihnen herabwürdigt.“

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16. Februar 2010
Thema:
Echte Privatoffenbarungen verlieren sich nicht in kleinlichen Bemerkungen, banalen Wahrheiten oder sentimentalen Ergüssen.
„Zusammenschluß aller Gutgesinnten zum Widerstand gegen die Fluten des Unglaubens und der Unsittlichkeit“
„Mutiges und offenes Glaubensbekenntnis im Gegensatz zur Feigheit, Gleichgültigkeit und Menschenfurcht.“
„Göttliche und menschliche Rechte werden zunehmend mit Füßen getreten, Gotteshäuser niedergerissen und zerstört werden.“
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15. Februar 2010
Thema:
Jungfräuliches Leben will der HERR befördern.
„Wenn sie am Kreuz erhöht sein wird, wird sie alles an sich ziehen.“
„Wer ist die Wahrheit? Was ist die Wahrheit und was ist die Ungerechtigkeit?“
„Denn nur eine Jungfrau gibt sich dem Herrn ganz und gar hin.“

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15. Januar 2010
Thema:
Der Tabernakel ist der Quellborn des Heiles.
Wenn ich mich zum Tabernakel begebe, dann nehme ich teil an dem Gnadenleben Gottes, denn es ist eine besondere Gnade, an den Tabernakel des Herrn als dem Königsthron gehen zu dürfen.
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12. Januar 2010
Thema:
Die Zuchtrute des Vaters schwebt über der Menschheit und verlangt nach Bekenntnis und Rückkehr zum wahren Glauben!
Darum, Meine Tochter, scheuet euch nicht, offen und frei Mich zu bekennen, verbreitet, wo ihr könnt, gute Schriften und laßt es die Priester wissen, was Ich mit euch rede.
‚Herr, Dein Wille geschehe´

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18. Oktober 2009
Thema:
Verzeihen und vergeben, das muß man täglich üben!
„Dem Nächsten von Herzen verzeihen. Von ganzem Herzen müssen wir dem Beleidiger verzeihen. In keiner Sache betrügt und belügt sich der Mensch mehr als in dieser. Die Vergebung muss bedingungslos sein.“
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13. Oktober 2009
Thema:
Weissagungen über das Kommen des Herrn
„Christus wurde erwartet. Das unterscheidet ihn von allen religi­onsgeschichtlichen Figuren, die man mit ihm zu vergleichen pflegt.“ Noch etwas anderes unterscheidet Christus von allen anderen Re­ligionsstiftern: Alle anderen kamen, um zu leben, Er kam, um zu sterben.
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8. September 2009
Thema:
Heiliges Messopfer
„Denn alle die Gnaden, die verlorengehen an den Christen, die sich nicht beteiligen am heiligen Meßopfer, fängt Meine Mutter auf und verschließt sie in den Gnadenschatz der Kirche.“
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5. September 2009
Thema:
Heiliger Tabernakel
„Wo bleibt der Tribut, den Mir die Menschen schuldig sind?“
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25. August 2009
Thema:
Nachfolge Jesu Christi
„Daß der Augenblick gekommen ist, wo sie ihre Macht gebrauchen müssen, die Ich ihnen gegeben habe, als ein ‚anderer Christus‘.“
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8. August 2009
Thema:
Gedenktag an den Hl. Pfarrer Johannes Maria Vianney
Die Priester des Herrn sollen:
Die Befehle Gottes treu und gewissenhaft ausführen, die Menschheit zurückführen zum Tabernakel und auf große Ereignisse vorbereiten.

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