Erhört Gott unsere
Gebete?
Mein Herr und mein Gott, nimm alles von mir,
was mich hindert zu dir. Mein Herr und
mein Gott, gib alles mir, was mich fördert
zu dir. Mein Herr und mein Gott,
nimm mich mir und gib mich ganz zu eigen dir.
Hl. Niklaus von Flüe.

   
   





  
Gott weiß besser als wir, was gut für uns ist
Übers Gebet
Was ist das wichtigste beim Beten
Die Kraft des Vater unser

Erhört Gott unsere Gebete?

Kaum ein Thema ist so zentral im Evangelium wie der Aufruf zu beharrlichem und inständigem Gebet.

Christus versichert uns:
Gott erhört die Gebete.

Darum sage ich euch: Alles, worum ihr betet und bittet - glaubt nur, dass ihr es schon erhalten habt, dann wird es euch zuteil. (Markus 11, 24)

Darum sage ich euch: Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet.
Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet.
Oder ist unter euch ein Vater, der seinem Sohn eine Schlange gibt, wenn er um einen Fisch bittet,
oder einen Skorpion, wenn er um ein Ei bittet?
Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten.
(
Lukas 11, 9-13)

Darin ist zunächst einmal ausgesagt, daß Gott unser Beten hört.

"Wenn du betest, geh in deine Kammer und schließ die Tür zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten" (Mt 6,6).

Gott sieht und hört das Gebet im Verborgenen. Der Betende darf wissen, daß er nicht ins Leere hineinspricht, sondern von Gott gehört wird. - In gewisser Weise ist das bereits das größte Wunder.
Im Gebet die Nähe und Gegenwart des himmlischen Vaters erfahren: das ist die schönste Frucht des Gebets
(und die Gabe des Heiligen Geistes: LK 11,13).

Das Bittgebet ist darüber hinaus aber auch objektiv wirksam.
Gott bindet gewisse Gaben an das Gebet.
Vieles gewährt er uns umsonst, ohne daß es den Anschein der Gabe hat -.
Aber gewisse Dinge will Gott nicht ohne unsere Beteiligung bewirken.

Jesus: "Bittet, so wird euch gegeben" (LK 11,9).
Alles, was ihr im Gebet gläubig verlangt, das werdet ihr empfangen.
(Mt 21,22)
Gott wirft seine Gaben nicht einfach hin, Gott drückt sie nicht in die geschlossene Faust, sondern gibt sie in die offene Hand.
(Er drängt uns seine Hilfe nicht auf; wenn wir nicht nach ihm fragen und von ihm nichts wollen, dann läßt er uns nach eigener Facon selig werden).

Insofern ist das Gebet objektiv wirksam und nützlich:
Wir empfangen so viel - oder so wenig - wie wir erbitten.
Darum mahnt Christus zum unablässigen Gebet und darum kann der Jakobusbrief sagen:
"Ihr erhaltet nichts, weil ihr nicht betet" (Jak 4,2).
Die Bitte des Menschen ist eine Macht und Kraft, die Gott selbst in seiner Heilsordnung vorgesehen hat.

Bei Augustinus steht der Satz:
"Die Kirche hätte keinen Paulus, wenn Stephanus nicht
(für Saulus) gebetet hätte"........
Im Gebet gibt Gott uns Anteil an seiner Allmacht;
darum ist für das
(ehrliche) Gebet "kein Ding unmöglich".

Die Erhörung in der nichterfüllten Bitte
Gottes Heilswille und Liebe ist unbedingt.
Er erhört in jedem Fall unser Gebet.
Die Frage ist nur: wie er es erhört.
Am Ölberg betet Jesus um Bewahrung vor dem Kelch des Leidens, er wünscht sich das Leben, die Rettung vor dem Tod.
Erhört der Vater diese Bitte des Sohnes? - Er lässt ihn doch den Weg des Leidens bis zum Tod am Kreuz gehen.
Ja, aber auf diesem Weg gelangt Jesus zum größeren Leben: zum verherrlichten Leben der Auferstehung und zum endgültigen Sieg über den Tod. Sein Leiden wird heilbringend für die Vielen sein.
So schenkt Gott "in seiner Barmherzigkeit unendlich viel mehr, als wir erbitten oder uns ausdenken können"
(Eph. 3,20).

Jesus: Ich bin jede Minute des Tages anwesend, egal was ihr tut. Ich bin nie weit weg. Vergesst nicht, dass Ich eure Krücke im Leben bin. Lehnt euch an Mich. Erbittet mit Aufrichtigkeit Meine Hilfe, und Ich werde euren Ruf hören. Ich lehne nie eure Bitte ab, wenn sie Meinem Heiligen Willen entspricht. Wenn ihr jedoch um Gunsterweise bittet, die bestimmt sind, euch weltlichen Überfluss zu hinterlassen, wisset, dass Ich diesen nie schenken werde; denn Ich kann euch niemals Geschenke geben, von denen Ich weiß, dass sie für eure Seele schlecht sind. Meine Geschenke werden gegeben, auf dass Ich euch näher an Mein Herz bringen kann; denn wenn das geschieht, werdet ihr nichts mehr brauchen. Link zu dieser Botschaft
 

Im übrigen:
Gott weiß besser als wir, was gut für uns ist.

Viele menschlichen Wünsche sind zweifelhaft und kurzsichtig.
Darum kann auch die Nicht-Erfüllung eines Wunsches eine Erhörung sein, Ausdruck einer Sorge, die die menschliche Perspektive übersteigt.

So erging es Paulus:
Dreimal - so berichtet er 2 Kor 12,8 - habe er Gott im Gebet bestürmt, er möge den Stachel aus seinem Fleisch nehmen: Gott aber beschied ihm, es solle ihm an seiner Gnade genug sein.

Viele von uns möchten, dass Er unseren Wünschen und Vorstellungen entsprechend antwortet... aber Gottes Wege sind anders. Er kennt die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft (Hebr 13: 8). Gott antwortet auch in der Stille... wir müssen bereit sein auf Ihn zu hören und auf Ihn zu warten.

„Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege – Spruch des Herrn. So hoch der Himmel über der Erde ist, so hoch erhaben sind meine Wege über eure Wege und meine Gedanken über eure Gedanken“. (Jes 55: 8-9)

„Denn ich, ich kenne meine Pläne, die ich für euch habe -- Spruch des Herrn --, Pläne des Heils und nicht des Unheils; denn ich will euch eine Zukunft und eine Hoffnung geben.“  (Jer. 29: 11)

Der Mensch sollte die Bedeutung des göttlichen Schweigens verstehen und sich den Wegen des Herrn hingeben. Er sollte beten wie der Psalmist:

„Ich will dich rühmen, Herr, meine Stärke, Herr, du mein Fels, meine Burg, mein Retter, mein Gott, meine Feste, in der ich mich berge, mein Schild und sicheres Heil, meine Zuflucht.“ (Ps 18: 2)

Immer aber gilt das Wort (Edith Steins):

"Gott erfüllt nicht alle unsere Wünsche, aber alle seine Verheißungen."



Epilog:

Ein Pianist hat gesagt: "Wenn ich einen Tag lang nicht übe, merke ich es; wenn ich 2 Tage lang nicht übe, merkt es meine Umgebung; wenn ich 3 Tage lang nicht übe, merkt es mein Publikum."

Analog dazu läßt sich zum Beten sagen:
"Wenn ich einen Tag lang nicht bete, merkt Gott es. - Wenn ich 2 Tage nicht bete, merke ich es. - Wenn ich 3 Tage nicht bete, merkt es meine Umgebung......."

 

Übers Gebet

"Vom Himmel her sehen viele Dinge anders aus als von der Erde. Auch unsere Gebete nehmen sich gewiß von dort oben anders aus.

Da sind z.B. die Gebetstreffen, Gebetsstunden. Einer betet nach dem anderen. Zuerst solche, die gewohnt sind, laut und in Gegenwart anderer zu beten. Sie beten gut und erbaulich, und wenn sie Amen sagen, sind sich alle stillschweigend darüber einig, dass es ein gutes Gebet war. Auf demselben Gebetstreffen ist ein anderer, der auch gern seine Stimme in der Versammlung von Betern erheben möchte. Er weiß, er braucht das Gebet vielleicht mehr als irgend ein anderer. Indessen ist er ungewandt, und es will ihm nicht glücken. Seine Gedanken sind unzusammenhängend, und die Worte überstürzen sich. zuletzt ist er so verwirrt, dass er vergisst, Amen zu sagen, Und hinterher ist er so verzweifelt über sein Gebet und über sich selbst, dass er kaum jemanden in die Augen zu sehen wagt, nachdem das Treffen beendet ist.

Es ist aber eher, dass im Himmel einer neuer Lobgesang angestimmt wurde, aus Freude darüber, einen Menschen zu hören der wirklich zu Gott betete, weil er in seiner Hilflosigkeit keinen Rat wusste. Ja, solche Gebet machen Eindruck im Himmel."

 

 

Was ist das wichtigste beim Beten?

"Ein Lob des Mundes und ein Dank der Lippen hat keinen Wert bei Gott." "Das Hauptgebet besteht darin, daß ein demütiges Herz demütig bleibt und seinen Nächsten liebt in der Tat mehr als sich selbst, Gott aber als den allein wahren Vater aller Menschen und Engel über alles."

Ein überlegtes, demütiges, liebevolles, langsames Gebet bewirkt mehr, als ein schnell daher gesagter ganzer Rosenkranz.

Nicht das mechanische Beten, sondern die vollkommene Liebe, mit der gebetet wird, vereint mit GOTT.

 

Warum beten

Wenn Du Gott kennst, hast Du einen Freund gefunden wie niemand sonst,

wenn Du beten kannst, hört Dich Gott und erhört Dein Bitten,

wenn Du Dich an Gott bindest, kann niemand mehr Dein Leben zerstören,

wenn Du Gott wirklich suchst, vergibt Er Dir alle Deine Verkehrtheiten,

wenn Du Gott findest, hast Du die Fülle Deines Lebens entdeckt.

Wenn Du zu Christus findest, hörst Du Gottes Wort, spürst Du Gottes Nähe und bist bei Gott daheim.

 

Vorbereitung zum Gebet

Herr ich kann nicht richtig beten. Ich bin schwach, ich bin menschlich, ich bin zerbrechlich. Ich bin zerstreut, verliere mich in Gedanken an mich selbst und an die Welt, aber Du, Herr, führe Du mich darüber hinaus. Hilf mir, richtig zu beten. Hilf mir, mich auf den Vater, den Sohn und Dich, Hl. Geist, auszurichten, dass meine Seele mich öffnen und die Gnade empfangen kann, die für alle Menschen im Gebet da ist. Alan Ames



Vorbereitung zum Gebet II

Herr, führe mich. Zeig mir wie ich richtig bete. Zeig mir, wie ich mit dem Herzen bete und meine Gebete so meine und wie ich Dir beim Beten in jedem Wort Liebe schenke. Alan Ames

 

Beten für die andern

Ich überschreite im Gebet immer wieder meinen eigenen Raum, um mich beim Beten den Anliegen anderer zuzuwenden. Alles, was mich über das Geschehen in der Welt und in der Kirche orientiert, erweitert auch das Blickfeld meiner Gebete.
Zu meiner gelegentlichen Besinnung gehört immer auch die Frage: Gab es in letzter Zeit Nachrichten, die mich zu einem besondern Gedenken im Gebet auffordern müssten?
Ich gewöhne mich daran, immer dort, wo ich gern Gespräch mit andern auf irgendeine Not aufmerksam werde, darüber auch ein paar Worte mit Gott zu reden.
Einzelne Probleme sind für mich ein dauerndes Anliegen, das ich immer wieder in mein Gebet einhole: die Not der Dritten Welt, die Berufung für kirchliche Dienste, die zeitgemässe Verkündigung des Evangeliums, die Glaubensnot der Jugend.. .

 

Die Kraft des Vater unser

Unter allen mündlichen Gebeten gibt es keines, das heiliger, kräftiger und Gott wohlgefälliger ist als das "Vater unser" und "Ave Maria." Das "Vater unser" ist von Ewigkeit her von der göttlichen Weisheit selbst geformt und in der Zeit hier auf Erden mit dem Mund des menschgewordenen Gottessohnes ausgesprochen werden. Was immer wir zur Ehre und Verherrlichung Gottes und zu unserem eigenen Heil begehren können, ist im "Vater unser" enthalten.
Es ist kein menschliches, sondern ein göttliches Gebet. Der gottselige Martin von Cochem sagt, der himmlische Vater habe eine größere Freude daran, wenn seine Kinder hier auf Erden das "Vater unser" andächtig beten, als wenn die Engel des Himmels Ihm mit ihren süßen Stimmen Loblieder singen.

Über die Erhabenheit des "Vater unser" schreibt Thomas von Kempen: "Das Gebet des Herrn übertrifft alle Gebete der Heiligen und überragt die Liebesanmutungen der begeisterten Seelen. Es begreift in sich alle Aussprüche der Propheten und die honigfließenden Worte der Psalmen. Selig, wer alle Worte des Herrn, die goldenen Worte des 'Vater unser' erwägt."

Wenn ein Christ dieses von Gott selbst verfaßte Gebet andächtig spricht und dem himmlischen Vater aufopfert und Ihn in seinem Leben viel tausendmal bittet, er möge ihm sein himmlisches Reich zukommen lassen und seine Schulden vergeben, wie wäre es da möglich, daß der himmlische Vater, der Gott allen Trostes und aller Barmherzigkeit einem demütigen Bittsteller sein Begehren versagte!
Deshalb sollen wir das "Vater unser" immer mit großer Ehrfurcht, liebender Frömmigkeit und mit kindlichem Vertrauen beten.

 

Das Ave Maria

Unter allen Gebeten zu Ehren der Gottesmutter sollten wir dem "Ave Maria" den Vorzug gehen. Dieses Gebet ist ihr das allerliebste und bereitet ihr eine unaussprechliche Freude. Durch kein anderes Gebet ist Maria eine solche Ehre zuteil geworden, noch hatte sie jemals solche Freude und Süßigkeit empfunden, wie damals, als sie diesen himmlischen Gruß zum ersten Mal vernommen hatte. Im Augenblick der Menschwerdung Jesu Christi ist Maria die Mutter des Sohnes Gottes und die Braut des Heiligen Geistes geworden.

Die hl. Mechthild sagte einst zur Gottesmutter: "O süße Königin des Himmels, könnte ich dich doch mit den allersüßesten Worten grüßen, die jemals ein menschliches Herz erdacht und ausgesprochen hat.
"Da erschien ihr die seligste Jungfrau und sprach zu ihr:
Kein erschaffenes Wesen kann mich süßer grüßen als der Mensch, welcher mich in jener Ehrwürdigkeit grüßt, womit mich GOTT DER VATER durch das Ave des Engels gegrüßt und in seiner Allmacht vor jeglichem Unheil der Schuld bewahrt hat.

DER SOHN GOTTES hat mich mit seiner göttlichen Weisheit so erleuchtet, daß ich zum glänzendsten Gestirn des Himmels und der Erde geworden hin. Darauf weist auch mein Name Maria hin, d.h. Stern des Meeres. - DER HEILIGE GEIST hat mich mit seiner Süßigkeit so durchdrungen und gnadenvoll gemacht, daß, wer immer die Gnade durch mich sucht, dieselbe findet.
Dieses deuten jene Worte im 'Ave Maria' an: „Du bist voll der Gnade!

Suarez, einer der gelehrtesten Theologen der Kirche, der zugleich ein Wunder von Frömmigkeit und Wissenschaft war, sagt, er wollte lieber alle seine Kenntnisse als das Verdienst eines einzigen "Ave Maria" verlieren. Wenn wir Maria aufrichtig lieben wollen, müssen wir anfangen, das "Ave Maria" mit großer Andacht zu beten. Dann wird auch an uns in Erfüllung gehen, was der hl. Bonaventura sagt:
"Maria grüßt uns immer mit der Gnade, so oft wir sie mit einem Ave grüßen."

 

 

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