Die 7 Sakramente der katholischen Kirche

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Über die Sakramente im Allgemeinen

Was sind die Sakramente?

Sakramente sind von Jesus Christus eingesetzte heilige Zeichen der Gnade, die bewirken, was sie bezeichnen. Zu einem Sakrament gehört also erstens die Einsetzung durch Jesus Christus, zweitens  das äußere Zeichen und drittens die innere Gnadenwirkung.

  • Wie hat Jesus Christus die Sakramente eingesetzt?

Alle Sakramente des Neuen Bundes wurden gemäß seinem freien Willen und dem göttlichen Ratschluss von Jesus Christus unmittelbar und persönlich eingesetzt.

  • Wie viele Sakramente gibt es?

Es gibt 7 Sakramente, sie heißen: 

Taufe, Firmung, Eucharistie, Beichte, Krankensalbung, Priesterweihe, Ehe.

  • Welche Gnade teilen die Sakramente mit?

Die Sakramente teilen die heiligmachende und die helfende Gnade mit.

  • Was ist Gnade?

Gnade ist jede innere, übernatürliche Gabe, die uns Gott schenkt, damit wir die ewige Seligkeit erlangen. Um sie zu erhalten, müssen wir darum beten und die Sakramente empfangen.

  • Was ist die heiligmachende Gnade?

Die heiligmachende Gnade wird uns in der Taufe geschenkt. Sie ist heiliges, übernatürliches göttliches Leben. Sie macht uns zu Kindern Gottes und Erben des Himmels. Sie befähigt uns, heilig zu werden. Ohne sie kann man nicht in den Himmel kommen. Die heiligmachende Gnade wird durch die lässliche Sünde geschwächt, sie geht ganz verloren durch die Todsünde, wir erhalten sie wieder durch eine gute heilige Beichte.

  • Was ist die helfende Gnade?

Die helfende Gnade ist nicht zum Heil notwendig, aber sie hilft uns vor allem durch den Empfang der übrigen Sakramente, das göttliche Leben in uns zu bewahren und wachsen zu lassen. Sie bewegt außerdem unseren Willen, dass wir das Gute tun und das Böse meiden.

  • Was ist zur Spendung eines Sakramentes erforderlich?

Zur Spendung eines Sakramentes sind drei Dinge erforderlich: erstens die Materie (z.B. das Wasser bei der Taufe), zweitens die Form (z.B. bei der Taufe die Worte: "Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.") und der Spender, der die Absicht haben muss, das zu tun, was die Kirche tut.

  • Wer ist der Spender der Sakramente?

Der eigentliche Spender ist Jesus Christus, in dessen Sendung und mit der von ihm übertragenen Weihevollmacht nur die Bischöfe, Priester und Diakone sakramentale Handlungen vornehmen können. Im Notfall kann jeder Mensch, der die rechte Absicht hat, die Taufe spenden. Das Sakrament der Ehe spenden sich die Eheleute gegenseitig.

  • Wann werden die Sakramente gültig gespendet?

Zur gültigen Spendung ist erforderlich, dass der Spender das Sakrament in der rechten Weise vollzieht und dass er die Absicht hat, das zu tun, was die Kirche tut. Wichtig: Die Gültigkeit und Wirksamkeit der Sakramente ist  nicht abhängig von der Rechtgläubigkeit und vom Gnadenstand des Spenders.

  • Welche Voraussetzungen muss der Empfänger eines Sakramentes erfüllen?

Sakramente können nur von lebenden Menschen empfangen werden bzw. im Sterben, so lange die Seele noch mit dem Körper verbunden ist. Zum gültigen Empfang des Sakramentes ist die richtige Absicht des Empfängers erforderlich; zum würdigen und fruchtbaren Empfang darüber hinaus die sittliche Verfassung: bei Taufe und Beichte sind dies Glaube und Reue, bei den übrigen Sakramenten muss die heiligmachende Gnade vorhanden sein, der "Stand der Gnade", der in der Regel durch vorherige Beichte erreicht wird.

 

Die Taufe

  • Was ist die heilige Taufe?

Die heilige Taufe ist ein wahres, von Jesus Christus eingesetztes Sakrament.

  • Zu welchen Zeitpunkt hat Jesus Christus die heilige Taufe als Sakrament eingesetzt?

Der heilige Bischof und Kirchenlehrer Bonaventura geht davon aus, dass die Materie der Taufe eingesetzt wurde, als Jesus Christus im Jordan mit Wasser getauft wurde. Die Form legte er nach seiner Auferstehung fest, als er den Aposteln den Sendungsauftrag gab, zu allen Völkern zu gehen und die Menschen zu taufen im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

  • War die heilige Taufe schon im Alten Testament vorgebildet?

Nach der Lehre der Apostel und der Kirchenväter gibt es im Alten Testament Vorbilder und Hinweise für die Taufe: Das Schweben des Geistes Gottes über den Urwassern (Gen 1,2), die Sintflut (Gen 6-9), die Beschneidung (Gen 17, 1-14), der Durchzug durch das Rote Meer (Ex 13,17 - 14,31) und durch den Jordan (Jos 3, 1-17) oder das siebenmalige Bad Naamans des Syrers im Jordan (2 Kön 5, 1-27). Einen Hinweis findet man auch beim Propheten Ezechiel: "Ich gieße reines Wasser über euch aus, dann werdet ihr rein. Ich reinige euch von aller Unreinheit (...). Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch (...)" (Ez 36, 25-26).

  • Was sagt das Neue Testament über die heilige Taufe?

Die Evangelien berichten von  der Taufe  Jesu  durch  Johannes  den  Täufer  im  Jordan  (Mt 3, 13-17; Mk 1, 9-11; Lk 3, 21-22). Im Gespräch mit Nikodemus sagt Jesus: "Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen" (Joh 3, 5). Die Apostel tauften schon zu Lebzeiten Jesu viele Menschen (vgl. Joh 4, 1-2), nach seiner Auferstehung erhielten sie den Auftrag: "Geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes (...)" (Mt 28, 19). Am Pfingsttag trat Petrus auf und sagte: "Kehrt um, und jeder lasse sich auf den Namen Jesu Christi taufen zur Vergebung seiner Sünden, dann werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen" (Apg 2,38).

  • Was geschieht in der heiligen Taufe?

In der Taufe wird uns die heiligmachende Gnade geschenkt, die uns befähigt, heilig zu werden. Ferner werden wir zu Kindern Gottes, zu Brüdern und Schwestern Jesus Christi und zu Gliedern der einen und einzigen wahren Kirche Jesu Christi, die in der katholischen Kirche verwirklicht ist. Mit der Taufe werden wir von der Erbschuld Adams, die im Kern ein Zustand der Gottferne ist, befreit. Wird jemand erst in späteren Jahren getauft wird, werden ihm auch mögliche Sünden und Sündenstrafen vergeben.

  • Ist die Taufe heilsnotwendig?

Die Taufe ist seit Inkraftsetzung des Evangeliums für alle Menschen zum ewigen Heil notwendig.

  • Kann die Wassertaufe im Notfall ersetzt werden?

Die Wassertaufe kann nach der Lehre der Kirchenväter im Notfall durch die Begierdetaufe und die Bluttaufe ersetzt werden. Die Begierdetaufe ist das mit vollkommener Reue verbundene ausdrückliche oder eingeschlossene Verlangen nach der sakramentalen Taufe. Die Bluttaufe ist das Martyrium eines Ungetauften um des Bekenntnisses des christlichen Glaubens oder um der Übung der christlichen Tugend willen.

  • Was geschieht mit Menschen, die nicht getauft sind?

Das 2. allgemeine Konzil von Lyon (1274) und das Konzil von Florenz (1438-1445) erklärten: "Die Seelen, die im Stande der Erbsünde aus dem Leben scheiden, sind von der beseligenden Anschauung Gottes ausgeschlossen." Dieses Dogma stützt sich auf das Wort des Herrn: "Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen" (Joh 3,5). Das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) bekräftigt diese Glaubenswahrheit (vgl. AG 7) und ergänzt: "wer das Evangelium Christi und seine Kirche ohne Schuld nicht kennt, Gott aber aus ehrlichem Herzen sucht, seinen im Anruf des Gewissens erkannten Willen unter dem Einfluss der Gnade in der Tat zu erfüllen trachtet, kann das ewige Heil erlangen" (LG 16). Bei diesem "ewigen Heil" handelt es sich allerdings - wie der hl. Thomas von Aquin lehrt - um einen Zustand natürlicher Glückseligkeit, nicht jedoch um die beseligende Anschauung Gottes.  

In der Taufe wird unser getrübter Blick ( wegen Erbsünde) reingewaschen, so dass wir Gott finden können und nicht in Misstrauen, Resignation und Oberflächlichkeit gefangen bleiben. Immer wieder wird uns in der Bibel von Menschen erzählt, an denen und mit denen GOTT von Anfang an wirkt. Lassen wir uns einladen, unseren eige­nen Lebensgrund zu spüren, GOTTES ursprüngli­che Absicht mit uns zu erahnen! Auch wir brauchen uns nicht mehr zu fürchten, weil wir bei GOTT Gnade gefunden haben. Wenn wir zulassen, dass geschieht, was GOTT mit uns vorhat, dann sollten wir an diesem Tag ein Fest feiern.

Erneuerung der Taufgelübde
bei der ersten heiligen Kommunion.

V. Widersagt ihr demTeufel?   A. Wir widersagen.

V. Und all seiner Pracht?    A. wir widersagen.

V. Und all seinen Werken?    A. wir widersagen.

V. Glaubt ihr an Gott, den allmächtigen Vater, den Schöpfer des Himmels und der Erde?

A. Wir glauben.

V. Glaubt ihr an Jesus Christus, Seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn, der für uns Mensch geworden ist und gelitten hat?

A. Wir glauben.

V. Glaubt ihr auch an den Heiligen Geist, die heilige katholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Nachlass der Sünden, Auferstehung des Fleisches und das ewige Leben?

A. Wir glauben.

V. Glaubt ihr alles, was die katholische Kirche lehrt?

A. Wir glauben.

V. Glaubt ihr insbesondere, dass Jesus Christus im Allerheiligsten Altarssakrament zugegen ist mit Fleisch und Blut, mit Leib und Seele, mit Gottheit und Menschheit?

A. Ja, wir glauben.

V. Gelobt ihr dieser heiligen Kirche Gehorsam und Treue bis zum Tode?

A. Das versprechen und geloben wir.

V. Wollt ihr als wahre katholische Christen leben und sterben?

A. Das wollen und geloben wir.

V. So lasst uns niederknien und beten:

Gebet der Kinder
Wir danken dir, Gott, himmlischer Vater, /dass du uns zum wahren Glauben/ und zu Deiner heiligen unfehlbaren Kirche berufen hast./ Vor dir , o Gott/ vor allen Engeln und Heiligen/ und vor dieser katholischen Gemeinde/ erneuern wir das Versprechen ewiger Treue, / das andere einst bei unsere Taufe/ in unserem Namen gaben./ Stärke uns durch deine Gnade./ Schütze uns in allen Versuchungen und Gefahren./ Lass uns eher sterben, als Dir jemals untreu zu werden.

Link: Nottaufe

 

Die Firmung

  • Was ist die heilige Firmung?

Die heilige Firmung ist ein wahres von Jesus Christus eingesetztes Sakrament.

  • Wie hat Jesus Christus das Firmsakrament eingesetzt?

Nach der Lehre der Kirche, wie sie sich aus der Heiligen Überlieferung und der Heiligen Schrift ergibt, hat Jesus Christus das Firmsakrament, wie alle anderen Sakramente, unmittelbar und persönlich eingesetzt. Er trug den Aposteln auf,  zu den Getauften zu gehen, für sie zu beten und ihnen die Hände aufzulegen, damit sie den Heiligen Geist empfingen.

  • War die heilige Firmung schon im Alten Testament vorgebildet?

Die Propheten des Alten Bundes haben die Ausgießung des Heiligen Geistes als Kennzeichen der messianischen Zeit vorausgesagt. Beim Propheten Ezechiel heißt es: "Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch (...) und bewirke, dass ihr meinen Gesetzten folgt und auf meine Gebote achtet und sie erfüllt" (Ez 36, 26-27).

  • Was sagt das Neue Testament über die heilige Firmung?

An zahlreichen Stellen im Neuen Testament ist vom Heiligen Geist die Rede. Jesus Christus hat den Aposteln den Heiligen Geist versprochen, indem er sagte: "Wenn aber der Beistand kommt, den ich euch vom Vater aus senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, dann wird er Zeugnis für mich ablegen" (Joh 15, 26). Am Pfingsttag sandte er ihnen den verheißenen Beistand, und alle "wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt" (Apg 2, 4). Ein Hinweis auf die Firmung findet sich unter anderem in der Apostelgeschichte, dort heißt es: "Paulus legte ihnen die Hände auf, und der Heilige Geist kam auf sie herab" (Apg 19, 6).

  • Was geschieht in der heiligen Firmung?

In der Firmung (lateinisch: "Stärkung") stärkt uns Jesus Christus mit den Gaben des Heiligen Geistes zum mutigen Glaubenszeugnis. Die Firmung ist einer der drei Schritte (Taufe, Firmung, Eucharistie) auf dem Weg zur vollen Eingliederung in die Kirche. Die Firmung prägt wie die Taufe und das Weihesakrament ein unauslöschliches Merkmal ein und kann nur einmal im Leben empfangen werden. Solche Prägemale sind Zeichen besonderer Christusverbindung und Christusähnlichkeit.

  • Wie heißen die Gaben des Heiligen Geistes?

Weisheit, Verstand, Rat, Stärke, Erkenntnis, Frömmigkeit und Gottesfurcht.

  • Ist die Firmung heilsnotwendig?

Sie ist nicht heilsnotwendig, aber sehr nützlich und hilfreich auf unserem Weg zum ewigen Heil.

  • Warum ist die Firmung sehr nützlich?

Die Stärkung mit den Gaben des Heiligen Geistes hilft uns, dem Urheber und den Verlockungen der Sünde besser widerstehen zu können. Dadurch können wir Gott und unserem heiligen Glauben treu bleiben und ihn gegebenenfalls standhaft bekennen.

  • Welches ist das äußere Zeichen der Firmung?

Das äußere Zeichen besteht in: Gebet, Handauflegung, Salbung mit Chrisam, Besiegelung mit dem Kreuz und den Worten: "Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist."

  • Wer ist der Spender der Firmung?

Ordentlicher Spender des Firmsakramentes ist der Bischof, außerordentlicher Spender ist der vom Bischof bevollmächtigte Priester. Im Notfall (Lebensgefahr) darf jeder Priester die Firmung spenden.

  • Welche Voraussetzung ist für den würdigen Empfang des Firmsakramentes erforderlich?

Um die hl. Firmung würdig zu empfangen, muss man im Stande der Gnade sein, die Grundlehren unseres heiligen Glaubens kennen und sich dem Sakrament mit Andacht und Ehrfurcht nähern.

  • Welche Voraussetzungen muss der Firmpate haben?

Damit der Firmpate mit Wort und Beispiel dem Firmling den Weg zum ewigen Heil zeigen und ihn im geistigen Kampf unterstützen kann, muss er wenigstens 16 Jahre alt, katholisch, gefirmt sein und ein Leben führen, das dem Glauben und dem zu übernehmenden Dienst entspricht.

Link: Firmung - Die 7 Gaben des Hl. Geistes

 

Das Allerheiligste Altarsakrament

  • Was bedeutet der Ausdruck "Eucharistie"?

Der  Ausdruck  "Eucharistie"   kommt  aus  der  griechischen  Sprache   und   hat   zwei  Bedeutungen: erstens   "gute Gabe"  ("eu charis"),   damit   wird  auf   den  Leib  und  das  Blut  Christi  hingewiesen; zweitens "Dank sagen" ("eucharistein"), damit wird auf das Opfer Jesu Christi hingewiesen, für das der Priester und die Gläubigen dem himmlischen Vater danken.

  • Was ist die heilige Eucharistie?

Die heilige Eucharistie ist das Sakrament, das unter den Gestalten von Brot und Wein wahrhaft den Leib und das Blut, die Seele und die Gottheit Jesu Christi zur Nahrung der Seelen enthält.

  • Wann und wie hat Jesus Christus die heilige Eucharistie eingesetzt?

Jesus Christus hat die heilige Eucharistie als Sakrament eingesetzt, nachdem er mit den 12 Aposteln das Letzte Abendmahl gehalten hat. Mit den Worten "Tut dies zu meinem Gedächtnis" trug er den Aposteln auf, in Zukunft regelmäßig die Eucharistie zu feiern (vgl. 1 Kor 11, 23ff.).

  • Was geschieht in jeder Eucharistiefeier?

In jeder Eucharistiefeier wird das Kreuzesopfer Jesu Christi auf unblutige Weise gegenwärtig. Wenn der Priester die Wandlungsworte über Brot und Wein spricht, wird das Brot in den Leib Christi und der Wein in das Blut Christi verwandelt.

  • Welcher Unterschied besteht zwischen dem Kreuzesopfer und dem heiligen Messopfer?

Das Kreuzesopfer Jesu Christi war blutig. Das heilige Messopfer ist unblutig, Jesus Christus opfert sich auf geheimnisvolle Weise durch den Dienst des Priesters, wendet uns aber die Verdienste des Kreuzesopfers zu.

  • Warum wird das heilige Messopfer Gott dargebracht?

Das heilige Messopfer wird Gott dargebracht, um ihm die höchste Anbetung zu erweisen, ihm für seine Wohltaten zu danken, ihm Sühne zu leisten für unsere Sünden und um Gnaden zu erlangen zum Wohl der Lebenden und Verstorbenen. Die heilige Messe beinhaltet somit ein Lob-, Dank-, Sühn- und Bittopfer.

  • Was bewirkt die heilige Kommunion in dem Menschen, der sie würdig empfängt?

In dem Menschen, der die heilige Kommunion würdig empfängt, geschieht die innigste Vereinigung mit Jesus Christus. Die Eucharistie erhält und vermehrt die Gnade, die das Leben der Seele ist, wie es die Speise für das Leben des Leibes tut. Sie vertieft in uns die Liebe zu Gott und zum Nächsten. Sie schwächt unsere Leidenschaften und löscht in uns besonders die Flamme der Begierlichkeit. Sie gibt geistigen Trost und ist uns ein Unterpfand (= Beweis, Garantie, Sicherheit) der himmlischen Seligkeit und der künftigen Auferstehung des Leibes.

  • Was ist notwendig, um würdig zu kommunizieren?

Um die heilige Kommunion würdig zu empfangen sind drei Dinge erforderlich: erstens der Stand der heiligmachenden Gnade (durch regelmäßige bzw. vorherige Beichte), zweitens das lebendige Bewusstsein dessen, was man empfangen möchte und drittens die Nüchternheit (wenigstens eine Stunde vor Kommunionempfang nichts mehr essen und trinken, mit Ausnahme von Wasser oder notwendiger Arznei).

  • Wer empfängt die heilige Kommunion unwürdig?

Wer in der Todsünde lebt und trotzdem die heilige Kommunion empfängt, macht sich des Gottesraubes schuldig und zieht sich das Gericht zu. "Wer also unwürdig von dem Brot isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn. Jeder soll sich selbst prüfen; erst dann soll er von dem Brot essen und aus dem Kelch trinken." (1 Kor 11, 27-28)

  • Worin besteht die Danksagung nach dem Kommunionempfang?

Die Danksagung nach dem Kommunionempfang besteht darin, dass wir gesammelt den Herrn in unserem Innern verehren, indem wir den Glauben, die Hoffnung, die Liebe, die Anbetung, unseren Dank und unsere Aufopferung erneuern. Weiterhin können wir um jene Gnaden bitten, die für uns und jene, für die wir zu beten verpflichtet sind, am notwendigsten sind.

 

Die Beichte

 

  • Was ist die Beichte?

Die Beichte ist das von Jesus Christus eingesetzte Sakrament, um die nach der Taufe begangenen Sünden nachzulassen.

  • Wann wurde das Sakrament der Beichte von Jesus Christus eingesetzt?

Das Sakrament der Beichte wurde von Jesus Christus eingesetzt, als er den Aposteln (und in ihnen ihren Nachfolgern) sagte: "Empfangt den Heiligen Geist ! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert." (Joh 20, 22-23)

  • Wer ist der Spender der Beichte?

Spender der Beichte ist der vom Bischof ermächtigte Priester.

  • Wie viele und welche Dinge sind erfordert, um eine gute Beichte abzulegen?

Um eine gute Beichte abzulegen, sind fünf Dinge erforderlich:

1. Gewissenserforschung; 2. Reue über die Sünden; 3. Guter Vorsatz; 4. Sündenbekenntnis; 5. Buße

  • Wie macht man die Gewissenserforschung?

Die Gewissenserforschung geschieht dadurch, dass man sich nach vorherigem andächtigem Gebet (besonders zum Heiligen Geist) die Sünden seit der letzten gültig abgelegten Beichte in Erinnerung ruft, die man in Gedanken, Worten und Werken, durch Unterlassung gegen die Gebote Gottes, gegen die Vorschriften der Kirche und gegen die Pflichten des eigenen Standes begangen hat.

  • Was ist die Reue?

Die Reue ist jenes Missfallen an den begangenen Sünden und jene Abscheu vor ihnen, die bewirken, dass wir uns vornehmen, nicht mehr zu sündigen. Es gibt zwei Arten von Reue: die vollkommene Reue oder Liebesreue und die unvollkommene oder Furchtreue.

  • Was ist der gute Vorsatz?

Der gute Vorsatz ist der entschlossene Wille, niemals mehr zu sündigen und die Gelegenheit dazu zu meiden.

  • Was ist das Sündenbekenntnis?

Das Sündenbekenntnis ist die dem Priester gegenüber gemachte Offenbarung der Sünden, um von ihnen losgesprochen zu werden. Wir sind verpflichtet, uns aller noch nicht oder schlecht gebeichteten Todsünden anzuklagen. Es empfiehlt sich jedoch, auch die lässlichen Sünden zu beichten.

  • Was ist die Genugtuung oder die sakramentale Buße?

Die Genugtuung oder die sakramentale Buße ist das vom Beichtvater zur Strafe, zur Zurechtweisung und zur Sühnung der durch die Sünde verdienten zeitlichen Strafe den Sündern auferlegte gute Werk.

  • Wie lautet die Lossprechungsformel des Priesters bei der Beichte?

"Gott, der barmherzige Vater hat durch den Tod und die Auferstehung seines Sohnes die Welt mit sich versöhnt und den Heiligen Geist gesandt zur Vergebung der Sünden. Durch den Dienst der Kirche schenke er dir Verzeihung und Frieden. So spreche ich dich los von deinen Sünden im Namen des   Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen."

  • Welchen Sinn haben die Bußandachten?

Die Bußandachten sollen den Gläubigen helfen, ihr Gewissen besser zu erforschen und haben den Sinn, auf das Beichtsakrament vorzubereiten. Wenn sie, wie mancherorts der Fall, dazu führen, dass die Menschen nicht mehr beichten, haben sie ihren eigentlichen Sinn verfehlt.

Papst Johannes Paul II. am 17. November 1980 in Fulda:
"Zusammen mit mir werdet ihr jedoch mit schmerzlicher Sorge feststellen, dass der persönliche Empfang des Bußsakramentes in euren Gemeinden während der letzten Jahre sehr stark zurückgegangen ist. (...)  Ich bin überzeugt, dass ein Aufschwung des sittlichen Bewusstseins und christlichen Lebens eng, ja unlöslich an eine Bedingung gebunden ist: an die Belebung der persönlichen Beichte."

 

Die Krankensalbung

Zeichen der Hoffnung für unsere Kranken

Unser Herr Jesus Christus wußte um die Not des Krankseins. Er hat Kranke geheilt. Er hat uns ein eigenes Sakrament geschenkt: das Sakrament der Krankensalbung (siehe Jakobusbrief, 5. Kapitel).

 

Das Sakrament der Krankensalbung ist nicht — wie bisher oft geschehen — für jene da, die bereits vom Tod gezeichnet oder gar schon gestorben sind. Krankensalbung ist vielmehr: Sakrament der Kranken! Es werden die Stirn gesalbt und die Hände: sie sind zentrale Ausdrucksfelder des menschlichen Körpers.

  • Was bewirkt die Krankensalbung?

 
  • Der Kranke wird gestützt im Vertrauen auf Gott.

  • Der Kranke wird gestärkt gegenüber den Versuchungen des Bösen, Pessimismus und Niedergeschlagenheit; das Sakrament hilft ihm, die Angst vor dem Tod zu überwinden.

  • Der Kranke wird instandgesetzt, das Übel der Krankheit zu ertragen und aktiv mitzuhelfen, damit er wieder gesund wird.

  • Der Schwerkranke begibt sich so ganz in den Willen Gottes: Herr, Dein Wille geschehe!

  • Das Sakrament der Krankensalbung bringt die Vergebung der Sünden und stellt die Vollendung der christlichen Buße dar.

  • Was ist die Krankensalbung?

Die Krankensalbung ist ein wahres und eigentliches, von Christus eingesetztes Sakrament.

  • Was steht im Neuen Testament über die Krankensalbung?

"Ist einer von euch krank? Dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. Das gläubige Gebet wird den Kranken retten, und der Herr wird ihn aufrichten; wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben." (Jak 5, 14-15)

  • Wer darf das Sakrament der Krankensalbung spenden?

Das Sakrament der Krankensalbung kann nur von Bischöfen und Priestern gültig gespendet werden.

  • Welches ist die Materie der Krankensalbung?

Die Materie der Krankensalbung ist das vom Bischof in der Chrisammesse am Gründonnerstag geweihte Krankenöl. Im Notfall darf jeder Priester das Öl weihen.

  • Welches ist die Form der Krankensalbung?

Die Worte bei der Spendung dieses Sakramentes lauten: "Durch diese heilige Salbung helfe dir der Herr in seinem reichen Erbarmen, er stehe dir bei mit der Kraft des Heiligen Geistes. Der Herr, der dich von Sünden befreit, rette dich. In seiner Gnade  richte er dich auf."

  • Was bewirkt die Krankensalbung?

Die Krankensalbung bewirkt eine Stärkung, Beruhigung und Ermutigung im Leiden bzw. eine Heilung, wenn diese im Willen Gottes liegt. Sollte jemand nicht mehr in der Lage sein zu beichten, werden ihm durch die Krankensalbung die Sünden vergeben. Des weiteren bewirkt die Krankensalbung die Vereinigung mit dem Leiden Christi und ist Teilhabe an seinem Kreuzweg und damit an seinem Erlösungswerk. Die Krankensalbung bereitet den Sterbenden auf die letzte Reise vor und macht den Menschen endgültig dem Tod und schließlich der Auferstehung Christi gleichförmig.

  • Wer ist der Empfänger der Krankensalbung?

Grundsätzlich kann jeder ernsthaft erkrankte, verletzte oder vor einer schweren Operation stehende Katholik die Krankensalbung empfangen. Orthodoxe Christen sind ebenfalls berechtigt, die Krankensalbung zu empfangen, wenn sie keinen orthodoxen Bischof oder Priester erreichen können. Ausschließlich in Lebensgefahr dürfte auch ein evangelischer Christ die Krankensalbung empfangen, sofern er von sich aus darum bittet und den katholischen Glauben bezüglich dieses Sakramentes bekundet.

  • Kann ein Toter die Krankensalbung empfangen?

Grundsätzlich können Tote keine Sakramente empfangen, auch nicht die Krankensalbung. Da aber oft der genaue Zeitpunkt des Todes (vollkommene Trennung von Leib und Seele) nicht feststellbar ist, ist im Zweifelsfall dieses Sakrament zu spenden. Man spricht dann von einer bedingungsweisen Spendung der Krankensalbung. Es ist davon auszugehen, dass sich nach Eintritt des Herz- oder Gehirntodes die Seele nicht schlagartig, sondern langsam vom Körper trennt. So lange der Körper noch warm ist, kann davon ausgegangen werden, dass die Seele noch nicht völlig getrennt ist. In diesem Zeitraum kann auch die Krankensalbung gespendet werden.

  • Ist es ratsam, in Todesgefahr oder nach Eintritt des Todes einen Priester anzufordern?

Ja, es ist in jedem Fall sinnvoll dies zu tun. Denn der Priester kann neben der Spendung der Krankensalbung, oder wenigstens der bedingungsweisen Spendung, den vollkommenen Ablass in der Sterbestunde erteilen. Dieser lautet folgendermaßen: "Auf Grund der mir vom Apostolischen Stuhl verliehenen Vollmacht gewähre ich dir vollkommenen Ablass und Vergebung aller Sünden im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen."

 

Die Priesterweihe

  • Was ist die Priesterweihe?

Die Priesterweihe ist das Sakrament, das die Vollmacht verleiht, die heiligen Handlungen des allerheiligsten Altarsakramentes und die für das Heil der Seelen vorzunehmen. Die Priesterweihe prägt das unauslöschliche Merkmal eines Dieners Gottes ein.

  • Wer ist der Spender der Priesterweihe?

Spender der Priesterweihe ist der Bischof, der durch Handauflegung, Gebet und das Überreichen der der Priesterweihe eigenen heiligen Gegenstände den Heiligen Geist und die heilige Gewalt gibt, indem er die Worte der vorgeschriebenen Form spricht.

  • Warum heißt das Sakrament der Priesterweihe, das zu Dienern Gottes macht, auch Ordo?

Das Sakrament, das zu Dienern Gottes macht, heißt auch Ordo, weil es verschiedene Grade von Dienern umfasst, von denen der eine dem anderen unterstellt ist, woraus die heilige Hierarchie folgt.

  • Welches sind die Stufen der heiligen Hierarchie?

Die Stufen der heiligen Hierarchie sind das Diakonenamt, das Priesteramt und das Bischofsamt.

  • Ist die Würde des Priestertums groß?

Die Würde des Priestertums ist äußerst groß, weil es die Gewalt über den eigentlichen Leib Jesu Christi besitzt, den es im allerheiligsten Sakrament des Altares gegenwärtig setzt, und die Gewalt über den mystischen Leib Jesu Christi (die Kirche) mit seiner erhabenen Mission, die Menschen zur Heiligkeit und zum ewigen Leben im Himmel zu führen.

  • Welche Absicht muss derjenige haben, der in den Priesterstand eintritt?

Wer in den Priesterstand eintritt, darf einzig auf die größere Ehre Gottes und das Heil der Seelen abzielen.

  • Darf jemand nach seinem Willen in den Priesterstand eintreten?

Nein, niemand darf nach seinem Willen in den Priesterstand eintreten, sondern er muss von Gott durch den eigenen Bischof berufen sein, das heißt, er muss zusammen mit der Berufung auch die Tugenden  und die Haltungen für den heiligen Dienst haben, die der Priesterstand erfordert.

  • Welche ist die dem Priester angemessene Lebensform?

Die dem Priester angemessene Lebensform ist die des Zölibates (Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen), weil Jesus Christus selber ehelos war und weil er den Aposteln diese Lebensform empfohlen hat: "Wer das erfassen kann, der erfasse es." (Mt 19,12)

  • Wie wird der Priesterstand in der Welt sichtbar gemacht?

Der Priester soll als solcher erkenntlich sein, das heißt, er soll die Priesterkleidung tragen und ein beispielhaftes christliches Zeugnis geben.

  • Können auch Frauen zu Priestern geweiht werden?

Nein, Frauen können nicht zu Priestern geweiht werden. Papst Johannes Paul II. hat 1994 in dem Apostolischen Schreiben "Ordinatio Sacerdotalis" in aller Deutlichkeit erklärt: "Damit also jeder Zweifel bezüglich der bedeutenden Angelegenheit, die die göttliche Verfassung der Kirche selbst betrifft, beseitigt wird, erkläre ich kraft meines Amtes, die Brüder zu stärken (vgl. Lk 22,32), dass die Kirche keinerlei Vollmacht hat, Frauen die Priesterweihe zu spenden, und dass sich alle Gläubigen der Kirche endgültig an diese Entscheidung zu halten haben."

  • Welche Pflichten haben die Gläubigen gegenüber denen, die zum Priestertum berufen sind?

Die Gläubigen haben die Pflicht, den Kindern und Untergebenen volle Freiheit zu lassen, ihrer göttlichen Berufung zu folgen. Sie sollen Gott um gute Hirten und Diener bitten und in diesem Anliegen Opfer bringen. Schließlich haben die Gläubigen die Pflicht, die Priester als gottgeweihte Personen hochzuachten und ihnen zu gehorchen, insofern sie übereinstimmen mit Lehre, Recht und Ordnung der Kirche und von ihnen nichts Gegenteiliges bzw. Sündhaftes verlangen.

 

Die Ehe

  • Was ist die Ehe?

Die Ehe ist das Sakrament, das Mann und Frau bis zum Tode eines Partners unauflöslich vereint, wie Jesus Christus und die Kirche, seine Braut, vereint sind, und das ihnen die Gnade gibt, miteinander heilig zu leben und die Kinder christlich zu erziehen.

  • Wer ist Spender des Ehesakramentes?

Spender des Ehesakramentes sind die Brautleute selbst, die die Ehe eingehen.

  • Müssen die Brautleute im Stande der heiligmachenden Gnade sein, wenn sie die Ehe eingehen?

Die Brautleute müssen im Stande der heiligmachenden Gnade sein, wenn sie den Ehebund schließen, sonst begehen sie ein Sakrileg (Gotteslästerung).

  • Wie geht man den Ehebund ein?

Den Ehebund schließt man durch das gegenseitige Ja-Wort vor dem Diakon, Priester oder Bischof und vor zwei Zeugen.

  • Ist die zivile Eheschließung eine rechtmäßige Verbindung zwischen Mann und Frau?

Nein, die nur zivilrechtlich geschlossene Ehe ist keine Ehe, sondern bloße Formalität vor einem staatlichen Standesbeamten. Wer sich daher nicht kirchlich trauen lässt, ist vor Gott nicht verheiratet und lebt in einer sündhaften Beziehung.

  • Welche Pflichten haben die Eheleute?

Die Eheleute haben die Pflicht, heilig zusammen zu leben, einander mit immerwährender Zuneigung in den geistigen und zeitlichen Bedürfnissen zu helfen und die Kinder gut zu erziehen, indem sie für ihre Seele nicht weniger sorgen als für ihren Leib und sie vor allem mit dem Wort und dem guten Beispiel zur Frömmigkeit und zur Tugend erziehen.

  • Welche Spiritualität gehört in die Ehe?

Die christlichen Eheleute mit ihren Kindern bilden eine Hauskirche. Sie sind gerufen, am liturgischen Leben der Kirche in der Feier der Eucharistie und der übrigen Sakramente teilzunehmen. Zum gemeinsamen Vollzug des christlichen Lebens wird ihnen das Stundengebet, Morgen- und Abendgebet, Tischgebet, Schriftlesung, Sakramentenempfang, Herz-Jesu-Verehrung und Muttergottesverehrung und besonders das Rosenkranzgebet empfohlen. Das Gebet ist daher keineswegs ein Ausweichen vor den täglichen Anforderungen, sondern stärkster Antrieb für die Verwirklichung der familiären Aufgaben.

  • Welche Voraussetzungen müssen bei einer konfessionsverschiedenen Ehe gegeben sein?

Die Trauung eines konfessionsverschiedenen Paares kann nur erlaubt werden, wenn der katholische Partner bereit ist, Gefahren des eigenen Glaubensabfalls zu beseitigen und nach Kräften alles zu tun, dass die Kinder in der katholischen Kirche getauft und erzogen werden.

  • Wie steht die Kirche zu "wiederverheirateten" Geschiedenen?

Der Ausdruck "wiederverheiratet geschieden" ist irreführend und täuscht über die Tatsache hinweg, dass kirchlich gültig geschlossene Ehen, die vom Staat "geschieden" werden, vor Gott bestehen bleiben. Mann und Frau dürfen demnach nicht in einer neuen Verbindung wie Eheleute zusammenleben. Tun sie das dennoch, so leben sie im Ehebruch und laden daher dauernd schwere Schuld auf sich. Wenn sie nicht bereit sind, diese Lebensweise aufzugeben, können sie auch nicht zur Beichte gehen, denn die Beichte setzt den Vorsatz zur Besserung voraus. Deshalb können sie, da sie  im Zustand einer schweren Sünde sind, nicht die heilige Kommunion empfangen. Aber sie sind nicht von der Kirche getrennt, sie können als Getaufte an ihrem Leben teilnehmen, ja sie sind sogar dazu verpflichtet; z.B. was den sonntäglichen Besuch der hl. Messe betrifft. Da der Kommunionempfang nicht möglich ist (man würde sich selbst schaden, vgl. 1 Kor 11, 27-29), besteht doch die Möglichkeit, Jesus Christus geistig zu "empfangen" (sog. "Geistige Kommunion"). Wenn jemand seine Lebenssituation ehrlich betrachtet, und die Schlussfolgerung daraus zieht, nicht zur Kommunion zu gehen, zeigt er damit seine hohe Achtung vor diesem Sakrament. Sicherlich ist zu beachten, dass manche Menschen schuldlos in eine Situation gekommen sind, so dass sie sich von ihrem Ehepartner trennen mussten. In diesem Zusammenhang ist es oft besonders schwer, aber eine christliche Aufgabe, erlittenes Unrecht als Kreuz in der Nachfolge Christi anzunehmen.

 

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